Wie in den letzten Jahren, so gab es auch in diesem Jahr Anfang September ein kleines Dorffest in Mehrow - vorsorglich wieder so gelegt, dass bei schlechtem Wetter das große Festzelt genutzt werden kann, das sich der Varieté-Verein für seine alljährlichen Veranstaltungen neben der Feuerwache aufbauen lässt.
Aber das Wetter war am 1. September herrlich und alle Stände sowie die sportlichen Aktivitäten konnten ins Freie verlagert werden. Nur die Bastelecke wurde im Festzelt belassen, das statt als Regenschutz nunmehr als Schattenspender zum Einsatz kam!
Wäre es das erste derartige Dorffest gewesen, dann hätte die Veranstalter spätestens zum angesetzten Beginn um 13 Uhr fast nur Helfer zu sehen waren. Aber aus den Vorjahren wusste man schon, dass es mit den Besucherzahlen ganz allmählich losgeht, aber dann so gegen 15 Uhr ordentlich Betrieb sein wird. Und so kam es auch dieses Mal.
Den Mädels, die einige Wett­bewerbe vorbereitet und einen Schmink­stand aufgebaut hatten, blieb also noch Gelegenheit, selbst alles auszuprobieren und im Selbstversuch die Farben zu testen, mit denen später die Kinder verziert werden sollten.
Bei den Seniorinnen, welche die vielen selbstgebackenen und die von gebefreudigen Mehrowern gestifteten Kuchen in der Café-Ecke aufbauten, kam auch keine Sorge auf, dass da allzu viel übrig bleibt.
Am Bastelstand war um 13 Uhr alles für den Ansturm der Kinder vorbereitet. Manuela, die dieses Mal ohne Companion auskommen musste, hatte schon die Tische eingedeckt und Unmengen an Bastelmaterial aufgetürmt, so dass mit Sicherheit jeder was Schönes zum Basteln finden konnte. Das September-Treffen der „Mehrower Kinderunde“ war auf diesen Tag gelegt worden, um auch den kleinen Dorffest-Besuchern etwas bieten zu können. Und im Laufe des Tages haben viele Kinder aus Mehrow, Eiche und Ahrensfelde davon Gebrauch gemacht.
Bis der Ansturm losging, konnten sich Manuela und die anderen Helfern nochmal im schnell im kleinen Streichel­zoo umsehen, wo das Zicklein Faxen machte und das Ferkel auf der Suche nach Trüffeln binnen weniger Minuten alles umgepflügt hatte.
Noch fehlten die Gänse im Zoo, die hielten wohl noch schräg gegenüber in der Gänsefarm ihren Mittagschlaf.
Und offenbar sind sie nun zu früh aus dem Schlaf gerissen worden, denn auf dem Gänse­marsch, das heißt auf dem Weg in die Box, haben beide ihr Morgenklo erledigt, was Tina nicht ganz so lustig fand wie die Umstehenden ...
Aber Auguste und ihre Schwester sind wohlbehalten in der Box angekommen und haben dort ihre Zuschauer gefunden. Streichen wollten sie sich aber nicht lassen und richtig giftig wurden sie, wenn man gefragt hat, was sie denn Weihnachten vorhaben.
Karin Rahlf schleppte zusammen mit den Schwiegertöchtern Babett und Tina immer noch leckere Kostproben aus dem Hofladen heran. Einen ganzen Stand mit alten Land- und Hauswirtschaftsgeräten sowie diversen Naturprodukten aus eigener Produktion hatte der Naturlandhof Rahlf am Rand der Festwiese aufgebaut. Hier konnte man ungeniert von Allem kosten - die Enkeltochter Pia, die sonst (wie ganz oben zu sehen) fast nur mit Ihrem Freund Leeland unterwegs war, hat dabei den Anfang gemacht.
Derweil entwickelt sich im Festzelt eine dramatische Szene: ein falsch geparktes Auto und eine mit forschem Schritt herbei eilende Polizistin. Ob da jemand aus der Nachbarschaft wieder einen Falschparker angezeigt und die Polizei gerufen hat?
Nach einer Schrecksekunde gab es Entwarnung:
1. Das Auto war nicht falsch geparkt, sondern hielt nur zum Entladen von zwei Musikern, diversen Instrumenten und ein paar Notenheften - alles unverzichtbar auf 'nem Dorffest.
2. Die Polizistin ist von einem Herrn mit dunkler Sonnenbrille erfolgreich abgelenkt worden.
3. Die nette Dame mit der feschen blauen Uniform hätte vermutlich eher beim Auspacken geholfen, als hier auf dem Dorffest einen Strafzettel zu schreiben.
Ähnlich schnell wie die Polizei rauschte dann die Feuerwehr durchs Festzelt - d.h. die Jungs und Mädels unserer Jugendfeuerwehr, die auf dem Festplatz zeigen wollten, was sie schon drauf haben und dafür diverse Spritzen und Schläuche 'ran schleppten. Und auch der beim Jugend­feuerwehrtreffen in Eiche abgestaubte Pokal war dabei.
Tobias Noack, der unsere Jugendfeuerwehr leitet, kann sich über engagierten Nach­wuchs freuen. Einige Jungs und ein Mädchen (ein weiteres wird wohl bald folgen) haben sich ent­schlossen, mitzumachen und sind mit viel Eifer dabei. Wir werden die Truppe bald mal hier vorstellen. Nicht ohne Stolz zeigten sie den Dorffest-Besuchern alle Raffinessen des neuen Feuerwehrautos, an dem sie wie die Großen trainieren dürfen.
Inzwischen ist schon ordentlich Trubel auf dem Fest­platz. Es ist früher Nachmittag, die Familien strömen herbei und verstreuen sich auf der Wiese und im Zelt. Am Schmink­stand muss man jetzt schon Schlange stehen und die Mädels, bei denen man sein Wissen und seine Geschick­lichkeit testen lassen kann, haben alle Hände voll zu tun.
Die Bemalungswünsche der Kinder waren sehr vielfältig. Angefangen vom blauen Fisch, den sich Saphira gewünscht hat, reichten sie über das klassische, stark nachgefragte Miezekätzchen-Motiv bis hin zu Grusel- und Phantasie-Bemalungen.
Inzwischen war auch Andrang beim Naturlandhof - viele kamen zum Naschen oder um sich erklären zu lassen, wie Käse und Butter gemacht werden und wie das Schwein in die Wurst kommt. Herr Schmidt hat eingangs alle Gerätschaften gründlich inspiziert. Leider ist auch ihm nicht aufgefallen, dass das Butterfass ausgetrocknet ist und vor der Benutzung hätte gewässert werden müssen, um dicht zu werden.
Wer sich mit oder ohne Bierglas am Rand des Festplatzes niederließ, konnte ganz entspannt das Treiben verfolgen und die Sonnenstrahlen genießen. Wem es dabei zu warm wurde, der zog sich ins Festzelt zurück und ließ es sich dort bei Live-Musik und Frischbier gut gehen. Kaffee und Kuchen fanden auch guten Zuspruch und bald zeigten sich große kahle Stellen auf den Kuchenblechen.
Auf dem Spielplatz war inzwischen der Reiterhof Klopsteg mit einem Pferd und einem Pony präsent und schnell bildete sich eine Traube von Kindern (nicht ganz überraschend meist Mädchen), die mal eine Runde drehen wollten.
Vivien (oben), Imke (links) und Franziska betreuten den Stand, an dem die Kinder ihr Wissen und ihre Geschick­lichkeit testen konnten. Hier war den ganzen Tag Betrieb - es gab ja auch tolle Preise!
In jeder Altersklasse wurden die Besten ermittelt, die sich jeweils einen Preis aussuchen konnten. Der erste Preis in der etwas schwach besetzten Gruppe „ab 9. Klasse“ ging an Irene Noack, deren Einsatz als Paralympics-Teilnahme gewertet wurde.
Mariella hat sich ein tolles Kegelspiel ausgesucht. Der Papa war hell begeistert - nun kann er endlich in der alten Schmiede eine Kegelbahn einrichten. Die Mama ist aber noch nicht überredet ...
Am Trampolin herrschte Hochbetrieb - ganze Rasselbanden waren auf der Matte und haben sich und die umstehenden Eltern und Großeltern amüsiert. Moritz (unten rechts) musste lange warten, bis mal eine Lücke war, in der er seine grandiosen Saltos zeigen konnte. Die sahen ganz professionell aus - kein Wunder, wenn man den ganzen Sommer mit dem Papa im Pool solche Sprünge übt.
Die Feuerwehr am Spielplatzrand war schon längst zu einem Anziehungspunkt geworden - für Jungs und Mädchen gleichermaßen. Jeder wollte mal hochklettern, sich alles anschauen und erklären lassen, und auch mal einen Blick von oben auf den Festplatz werfen. Bei den Löschübungen am Boden hat sich übrigens Leeland als ein Meister gezeigt und im Nu die Büchsen mit dem Wasserstrahl vom Sockel geholt.
Im Festzelt war inzwischen längst die Bastelwut ausgebrochen. Die lange Tafel konnte kaum die Kinderschar fassen, die sich eingefunden hatte, um die Holzschachteln, -rahmen, -körbe usw. mit Farbe, Federn, Perlen und allerlei anderen Zierrat in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Manuela (oben links) und die Frauen, die ganz spontan zur Hilfe kamen, haben den Kindern viele Basteltricks verraten und fleißig geholfen, wenn es mal nicht vorwärts ging - was meist daran lag, dass man sich bei dieser Vielfalt nicht für das Eine oder Andere entscheiden konnte.
Apropos „Entscheiden“. Bei der Farbauswahl ging das ganz einfach und vermutlich genetisch gesteuert: Fast ausnahmslos haben die Kinder für ihre Kunstwerke die Farbe des eigenen T-Shirts gewählt oder das der Mama! Das war schon witzig ...
Stolz zeigten die Kinder ihre Kunstwerke herum, die sie teils ganz allein, teils zusammen mit ihren Müttern oder den netten Helferinnen (die viele aus dem Kindergarten kannten) am Bastelstand gefertigt haben: In Serviettentechnik beklebte Bilderrahmen, hübsch verzierte kleine Schachten, bunt bemalte Vogelhäuschen, farbige Blumenschalen und lustig dekorierte Pin-Wände - richtig schicke Sachen!
Auf dem Festplatz konnte man jetzt immer mehr Erwachsene sehen, die sich schamlos mit fremden Federn schmückten, wie diese beiden Herren, die Beifall erheischend mit den Kunstwerken ihrer Töchter in der Hand possierten und nach Presse und Fernsehen Ausschau hielten.
So nicht, meine Herren! Nur selber Basteln bringt Ruhm und ungeschminkt gibt es eh keinen Preis!
Die Kinder hatten sich gerade mit dem Zicklein im Streichelzoo angefreundet, das Schweinchen und die Gänse Sympathien füreinander entwickelt da hieß es auch schon Abschied nehmen.
Jaci und Alina, die schon immer mal „Blau machen“ wollten, hatten das Zum-Abschied-Winken übernommen, während die beim Publikum gut angekommenen „Brandenburger Adler“ ihre Instrumente einpackten und die Gänse nach Hause getragen wurden - dieses Mal ganz ohne Umweltschaden.
Dass diese beiden Gänse aus dem Streichelzoo beim nächsten Mal wieder dabei sind, ist unwahrscheinlich (es sei denn, am Stand des Naturlandhofes gibt's Schmalzstullen), aber alle anderen werden sicher wiederkommen.
Es war ein schönes Fest. Keinerlei Zickenalarm und im Gegensatz zu anderen Dorffesten ist auch nur ein Zahn draufgegangen. Da kann man sich schon aufs nächste Jahr freuen.