Am 7. Januar 2012 haben die drei Damen von der "Mehrower Kinderrunde" zusammen mit den hiesigen Kindern und deren Eltern der Beweis angetreten:
Man kann aus ausgedienten Klopapierrollen nicht nur Leuchttürme bauen, wie einst "Otto, der Außerfriesische".
Mit ein bisschen Fantasie und Geschick lässt sich aus dem, was für den Po zu hart ist, sogar ein König basteln! Es muss nicht immer heißen "Vom Tellerwäscher zum Millionär" - es geht auch "Von der Klorolle zum König".

An diesem Sonnabend war es ratsam, sich ganz schnell hinzusetzen und für die Mama oder für die beste Freundin einen Platz zu reservieren, denn es sollte richtig voll werden. Mausi in der Hand von Frau Bormeister wurde schon ganz zappelig, weil sie die Kinderrunde eröffnen wollte, aber immer noch Kinder in den Saal strömten.


Letztlich saßen 23 Kinder in der Runde - darunter einige neue Gesichter, die sich erstmal bei Mausi und den anderen Kindern vorstellen mussten. Dann konnte es endlich losgehen - wie immer mit einem gemeinsam gesungenen Lied.


Frau Bormeister und Mausi auf ihrer Hand hatten wie immer auch noch was zu erzählen, was die Kinder fesseln konnte. Dieses Mal ging es um Könige, und zwar um richtige Könige, und nicht solche Leute wie Prinz Charles, die gern mal König werden würden, aber wohl eher im Pflegeheim, als auf dem Thron landen.


Am Tag zuvor (6. Januar) war "Heilige Drei Könige", ein Fest, bei dem die Christen sich erinnern, dass sich einst drei mächtige Könige auf den Weg gemacht haben, um in Bethlehem einem kleinem Kind Glückwünsche und Gaben zu überbringen.

Und so, wie die Könige einst nach ihrem Besuch schweren Herzens Abschied nehmen mussten, muss auch Frau Bormeister von den hiesigen Kindern Abschied nehmen - und umgekehrt. Zehn Jahre war sie in der Kirchengemeinde Ahrensfelde/Mehrow tätig. Hier in Mehrow hat sie die "Mehrower Kinderrunde" ins Leben gerufen, die zunächst wöchentlich mit einer ganzen Reihe Schulkinder in der Dorfkirche stattfand. Als die Zahl der Schulkinder durch Wegzug immer kleiner wurde (alleine Familie Göldner hat hier beim Wegzug eine ganze Fußballmannschaft abgezogen), kam die monatliche Sonnabend-Runde auf. Was keiner so recht wusste, auch wenn das "OHV" am klapprigen Auto ins Auge fiel: Frau Bormeister hat jeden Tag auf dem Weg nach Ahrensfelde oder Mehrow hin und zurück je 60 km zurückgelegt - und das nicht nur an den Wochentagen zum Religionsunterricht, zu Gruppenstunden usw., sondern oft auch zu Veranstaltungen am Wochenende, wie z. B. zur Kinderrunde in Mehrow.
Da kann man es ihr nicht verdenken, dass sie das Angebot wahrgenommen hat, die gleiche Aufgabe im nahe an ihrem Wohnort gelegenen Hohen-Neuendorf anzunehmen.


Frau Bormeister mit ihrem großen Engagement, mit ihrer lieben, besonnenen Art wird uns allen hier sehr fehlen.
Und wie es ihre Art ist, hat sie bei ihrer letzten Kinderrunde hier in Mehrow nicht darauf gelauert, mit überschwenglichen Worten verabschiedet und vielleicht sogar beschenkt zu werden. Statt dessen hat sie sich bei ihren beiden Mitstreiterinnen, Patrizia Eckelt und Manuela Spiering, bedankt und diese mit Blumen und einem kleinen Geschenk überrascht. Eine tolle Frau!

Zum Glück haben die Kinder noch gar nicht richtig mitbekommen, wer ihnen da verloren geht, sondern sich gleich an die Bastelei gemacht - oftmals unterstützt von der Mama und manchmal auch von einem mitgekommenen Papa..

Wie schon gesagt: dieses Mal ging es darum, aus einer Papphülse und einer Styropor-Kugel als Kopf (was zusammen erstmal nur wie Prinz Charles aussah) einen richtigen König zu machen.
Die Kinder haben dieses Kunststück mit Gold- und Silberpapier, viel Seide, ein paar Federn und etwas Farbe prima hinbekommen!

Die Galerie der dabei entstandenen prächtigen Herrscherfiguren würde ausreichen, alle europäischen Königshäuser auszutauschen und auch für's Bundespräsidialamt fände sich darunter ganz sicher würdiger Ersatz.


So wie die Japaner derzeit in den Schwarzwald reisen, um dort Kuckucksuhren zu kaufen, werden sie wohl bald nach Mehrow strömen, um hier Klorollen-Könige zu erstehen. Für Otto mit seinen Leuchttürmen brechen harte Zeiten an!
"Klorolle, Rot/Gelb gestreift" ist nicht mehr - der Markt verlangt nach neuen Ideen.

Den Kindern in der Königs-Manufaktur wäre der Durchbruch auf dem Markt zu wünschen - sonst sieht es ja hier mit Beschäftigungs­verhältnissen nicht rosig aus.
Kinder, als Königsmacher habt Ihr gute Chancen! Die Partei, die diesen Job zuletzt übernommen hatte, wird es ja bald nicht mehr geben. Hinsichtlich der Mitgliederzahl ist sie bestimmt schon von der Kinderrunde überholt worden.
Übrigens sind Pappkönige auch bei den Banken sehr gefragt - bisher haben die da fast nur Pappnasen ...


Aber verschonen wir mal die Kinder mit der Politik ...
Wie immer hatten die Kinder einen schönen Sonnabend-Vormittag und die Eltern, die mitgekommen waren, werden es auch nicht bereuen, dafür zwei Stunden "geopfert" zu haben. Trotz aller berechtigten Trauer um den Weggang von Frau Bormeister: die Kinderrunde wird weiter stattfinden - die nächsten Termine stehen auch schon fest:
18.02. („Schneegestöber“), 10.03. („Hallo Frühling“) und 21.04.2012 („Alle Vögel sind schon da“).

Bei Frau Bormeister möchten wir uns ganz herzlich bedanken und ihr viel Spaß, Erfolg und Anerkennung an ihrer neuen Wirkungsstätte wünschen! Machen Sie's gut!