Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1878 (25. Jahrgang),
gefunden im Preußischen Geheimarchiv Berlin-Dahlem



Freitag, den 22. Februar 1878 (No. 23), Anzeigen

Bekanntmachung.
Am Dienstag, den 26. Februar d. J.,
sollen im Blumberger Revier öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden:
1. in Neuensee
  39 Schock Kiefern Rüststangen,
  386 Meter " Reiser.
2. beim Forsthause und im Park zu Blumberg,
  70 Stück Akazien Nutzenden,
  15 " Elsen Nutzenden.
Die Auction beginnt Vormittags 9 Uhr im Neuensee und werden Kauflustige hierzu eingeladen.
Der Rentmeister. Altenburg.


Sonntag, den 24. Februar 1878 (No. 24), Amtlicher Theil, gekürzt

Bekanntmachung.
Bernau, den 21. Februar 1878.
Das Abraupen der Obstbäume muß bis zum 1. April ordnungsmäßig bewirkt sein. Den Besitzern von Obstbäumen und Baumanlagen wird die vorstehende Bestimmung mit dem
Bemerken in Erinnerung gebracht, daß das ungenügende oder gänzlich unterlassene Abraupen ... mit Geldstrafe bis zu 60 M. oder Haft bis zu 14 Tagen bestraft wird. ...
Die Localbesichtigung wird sofort nach dem 1. April cr. vorgenommen und etwaige Contraventionen streng bestraft werden.
Die Polizei-Verwaltung.


Mittwoch, den 27. Februar 1878 (No. 25), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Blumberg, den 23. Februar 1878.
Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh zu Hof-Blumberg ist erloschen, dagegen unter dem Rindvieh des Dorfes Blumberg neu ausgebrochen.
Der Amts-Vorsteher. Altenburg.


Sonntag, den 10. März 1878 (No. 30), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Blumberg, den 8. März 1878.
Die Maul- und Klauenseuche im Dorfe Blumberg ist erloschen.
Der Amts-Vorsteher. Altenburg.


Mittwoch, den 3. April 1878 (No. 40), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Berlin, den 28. März 1878.
Die Gemeinde- resp. Gutsvorstände des Kreises werden hierdurch aufgefordert, unverzüglich alle etwa vorhandenen Quittungen über gelieferte Marschfourage, geleistetes Naturalquartier und gestellten Vorspann spätestens bis zum 6. April zur Liquidation einzureichen.
Verspätete Einsendungen können erst nach längerer Zeit berücksichtigt werden.
Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


Sonntag, den 7. April 1878 (No. 42), 1. Amtliche Beilage, gekürzt

Bekanntmachung.
Berlin, den 25. Februar 1878.
... benachrichtige ich ergebenst, daß die am 1. November v. J. stattgefundene Zählung der abgabepflichtigen Pferde und Rinder für den diesseitigen Provinzial-Verband 223286 resp. 604350 ergeben hat und daß für das Jahr 1877 Entschädigung zu leisten war für 162 auf polizeiliche Anordnung getödtete rotzkranke Pferde und 207 mit der Lungenseuche behaftet gewesene Rinder. ...
Für 18676 haben die Beiträge pro Pferd auf 21 Pf. und pro Rind auf 11 Pf. sich gestellt.
Der Landes-Director. von Lewetzow.

Bekanntmachung.
Berlin, den 20. März 1878.
... Die ländlichen Gemeinde- und Guts-Vorstände des Kreises, ... fordere ich hierdurch auf, ... die auf ihre Bezirke entfallenden Beiträge von den Zahlungspflichtigen mit
  16 Pf. pro Pferd
  7 Pf. pro Stück Rindvieh
schleunigst zu erheben und an die diesseitige Kreiskasse abzuführen. ...
Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.

Nachweisung
der im Kreise Nieder-Barnim am 1. November 1877 vorhanden gewesenen Pferde- und Rindvieh-Bestände und Repartition der für das Jahr 1877 ausgeschriebenen Abgabe
zur Deckung der Entschädigungen für Pferde und Rindvieh, sowie der Verwaltungskosten.

Stückzahl   Abgabe  
No.   Name der Ortschaft   der Pferde  des Rindviehs   für Pferde  für Rindvieh
1.  Ahrensfelde  112  180  17,92  12,6
16.  Blumberg  155  277  24,8  19,39
17.  Blumberg, Gut  68  210  10,88  14,7
35.  Eiche  69  134  11,4  9,38
86.  Lindenberg  192  201  30,72  14,7
97.  Mehrow  22  40  3,52  2,80
98.  Mehrow, Gut  44  103  7,4  7,21
[insgesamt 182 Ortschaften]


Sonntag, den 7. April 1878 (No. 42), 2. Amtliche Beilage, gekürzt

Verhandelt [Kreistag]
Berlin, 29. December 1878 [!]
...
2. zu Mitgliedern der Einkommensteuer-Einschätzungs-Commission wurden durch Acclamation gewählt: 1. der Kreisdeputirte v. Knobelsdorff. ... [insgesamt 6]
zu Stellvertretern: 1. der Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow ... [insgesamt 6]


Sonntag, den 14. April 1878 (No. 45), Amtliche Beilage, gekürzt

Tableau
für die Abhaltung der Pferde-Musterung im Niederbarnimer Kreise im Jahre 1878

Namen des Gestellungsortes und des mich evtl. vertretenden Civil-Commissarius
Tag und Stunde der Gestellung
Namen der Ortschaften, welche Pferde zu gestellen haben
Bemerkungen.

II. Alt-Landsberg, Rittergutsbesitzer Buchholtz-Neuenhagen
b) Donnerstag, den 9. Mai, Vormittags 8 Uhr
Hönow, Krummensee, Fredersdorf, Petershagen, Eggersdorf, Mehrow
Stellen zu dieser Zeit die erste Hälfte ihrer sämmtlichen Pferde
f) Freitag, den 10. Mai, Vormittags 8 Uhr
dieselben wie vorstehend ad II. b) ... die andere Hälfte

III. Falkenberg, Amtmann Jungck zu Falkenberg
a) Sonnabend, den 11. Mai, Vormittags 7 Uhr
Falkenberg, Wartenberg, Ahrensfelde
Stellen zu dieser Zeit ihre sämtlichen Pferde
d) Sonnabend, den 11. Mai, Vormittags 10 Uhr
Lindenberg
Stellen zu dieser Zeit ihre sämtlichen Pferde
e) Montag, den 13. Mai, Vormittags 7 Uhr
Blumberg, Eiche, Biesdorf
Stellen zu dieser Zeit die erste Hälfte ihrer sämmtlichen Pferde
f) Dienstag, den 14. Mai, Vormittags 7 Uhr
ad III e) ... die andere Hälfte


Mittwoch, den 17. April 1878 (No. 46), Amtlicher Theil, gekürzt

Nachweisung
des vollen und berichtigten Klassensteuer-Jahres-Soll des Kreises Niederbarnim pro 1878/79

Nr.   Namen der Ortschaften     Volles
  Klassensteuer-Jahres-Soll
  Berichtigtes
  Klassensteuer-Jahres-Soll
2.  Ahrensfelde   1287 1235,52
14.  Blumberg, Dorf   1278 1226,88
15.  Blumberg, Gut   297 285,12
28.  Eiche   750 720,00
73.  Lindenberg   1326 1272,96
84.  Mehrow   396 380,16
Summa B [plattes Land, 155 Orte]   179550 172368,00
Summa A [Städte, 4 Städte]   36488 35988,48
Summa totalis  217038208356,48


Mittwoch, den 17. April 1878 (No. 46, Beilage), Anzeigen, gekürzt

Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft von 1832
Die Unterzeichneten empfehlen sich zur Vermittlung von Versicherungen und stehen mit Antrags-Formularen, sowie mit jeder beliebigen näheren Auskunft stets zu Dienst.
Im Kreise Nieder-Barnim: ... E. Hindenberg, Mühlenbesitzer, Eiche ...


Freitag, den 26. April 1878 (No. 49), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Der Weg von Seefeld nach Krummensee wird behufs seiner Chaussirung vom 29. April an bis nach Beendigung der Arbeiten für Fuhrwerk und Reiter gesperrt.
Der Amts-Vorsteher. Schmidt.


Sonntag, den 12. Mai 1878 (No. 56), Amtliche Beilage, gekürzt

Verzeichnis
von den beim Abschluß des Rechnungsjahres 1877//78 sich herausgestellten Ueberzahlungen an directen Staatssteuern [in M., Pf.]

Laufende  
Nr.  
Namen der  
Ortschaften  
Grund-  
steuer  
Gebäude-  
steuer  
Klassen-  
steuer  
Gewerbe-  
steuer  
Kriegs-  
steuer  
Domainen-  
Gefälle  
5. Ahrensfelde  - - 38,76 4,50 5,84 -
16. Blumberg, Gemeinde  - - 3,32 36,- -,85 -
17. Blumberg, Gut  - - - - 4,20 -
29. Eiche  - - 9,02 16,5 0,15 -
70. Lindenberg  - - - 7,00 0,97 -
80. Mehrow, Gemeinde  - - 7,68 - - -
[insgesamt 137, ohne 'Mehrow, Gut']


Sonntag, den 12. Mai 1878 (No. 56), Amtlicher Theil, gekürzt

Bekanntmachung.
Bernau, den 9. Mai 1878.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Herr Sanitätsrath Dr. Pollnow an jedem Montag und der Herrr Dr. Bekel an jedem Donnerstag, von 11 Uhr Vormittags und zwar vom 13. d. Mts. ab die Impfung der impfpflichtigen Kinder vornehmen wird. Die Eltern der impfpflichtigen Kinder werden deshalb hiermit aufgefordert, ihre bisher noch nicht geimpften Kinder den Herren Impfärzten bei Vermeidung der gesetzlichen Bestrafung zu gestellen. ...
Die Polizei-Verwaltung.


Sonntag, den 19. Mai 1878 (No. 58), 2. Amtliche Beilage, gekürzt

Bericht über die Kreistags-Sitzung am 13. Mai 1878
...
Anwesend waren sämmtliche Kreistags-Abgeordneten, mit Ausnahme der Herren
  • Oberst-Kämmerer Graf Redern,
  • Major Graf Arnim-Blumberg,
  • Major Graf v. Voß-Buch,
  • Rittergutsbesitzer Simon-Malchow,
    die theils durch Dienstgeschäfte, theils in Folge Gebrauches einer Kur am Erscheinen behindert waren und ihr Ausbleiben ausdrücklich entschuldigt hatten.
    ...

  • Mittwoch, den 22. Mai 1878 (No. 59), Amtliche Beilage, gekürzt

    Todes- und Erkrankten-Statistik
    für den Gesamtkreis Niederbarnim pro IV. Quartal 1877

    Präsumptive Einwohnerzahl des Bezirkes: 128316 auf 31 [Quadrat-] Meilen
    Zahl der Todesfälle im IV. Quartal 1877: 717,
    Zahl der Todtgeburten: 49; 766 incl. Todtgeb.; Zahl der Lebendgeb.: 1434,
    Sterbeziffer des IV. Quartals 1877: 23,87 p.M. incl., 22,35 excl. Todtgeb.
    Zahl der Erkrankt-Gemeldeten: 1769.

    Bemerkungen über Epidemien
    ...
    Masern im Decbr. in Alt-Landsberg
    Diphteritis in Rüdersdorf im Octbr. ...
    Viel Syphilis in der Strafanstalt zu Plötzensee ...
    ...

    Freitag, den 7. Juni 1878 (No. 65), Anzeigen

    Am Dienstag, den 18. Juni d. J., Vormittags 9 Uhr sollen an hiesiger Gerichtsstelle circa 11 Centner unbrauchbarer Acten, worunter sich mehrere Zentner zum Einstampfen befinden, unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen meistbietend verkauft werden.
    Alt-Landsberg, den 28. Mai 1878.
    Königl. Kreisgerichts-Deputation


    Sonntag, den 9. Juni 1878 (No. 66), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    In der Nacht vom 1. zum 2. d. M. ist eine, vom hiesigen Gutsvorstande am Ende des Dorfes nach Weißensee zu gesetzte Warnungstafel gestohlen worden. Für Ermittelung Desjenigen, welcher dies Bubenstück verübt hat, werden Fünfzig Mark Belohnung gezahlt, sobald dessen gerichtliche Bestrafung erfolgt.
    Malchow, den 4. Juni 1878.
    Der Amtsvorsteher.


    Sonntag, den 9. Juni 1878 (No. 66), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. (Postagentur.) Nachdem im Februar d. J. die Postsendungen für und von Blumberg gezählt worden sind, hielt es die Kaiserliche Ober-Postdirektion zu Potsdam für zweckmäßig, hier eine Postagentur zu errichten. Zum Agenten ist der Lehrer Tuchnitz gewählt und bestätigt worden. Um die Post annehmen zu können, war es nöthig, daß die Dienstwohnung des Herrn Tuchnitz erst dazu eingerichtet werden mußte: nachdem dies im vergangenen Monat geschehen, konnte mit dem 1. Juni die Post eröffnet werden. Zu diesem Zwecke begab sich am 31. Mai der Postmeister Herr Klabunde aus Bernau nach Blumberg, um an Ort und Stelle noch einmal Tuchnitz protokollarisch zu vernehmen und zu vereiden. - Blumberg bekommt seine Postsendungen täglich einmal von Bernau durch einen Boten, der 9 Uhr 20 Minuten in Blumberg eintreffen muß und 5 Uhr 30 Minuten wieder entlassen wird. Die Dienst- oder Annahmestunden sind an Wochentagen von 9-12 Uhr Vormittags und von 3 1/2 - 5 1/2 Uhr Nachmittags. Sendungen an Briefen, Packeten und Geld werden, wie in anderen Postämtern, in der hier angegebenen Zeit angenommen. - Da Blumberg ziemlich 1200 Einwohner hat, so ist anzunehmen, daß sich die neue Postagentur sehr gut bewerthen wird.


    Sonntag, den 16. Juni 1878 (No. 68), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 6. Juni 1878.
    Nachdem
       der practische Arzt Dr. Hartung zu Friedrichsfelde ...
       der practische Arzt Dr. Maßmann zu Alt-Landsberg, bisheriger Impfarzt des Impfbezirks Nr. 8
       der practische Arzt Dr. Weinberg zu Tegel,
    verzogen sind, haben wir ... überwiesen: ...
    den Impfbezirk Nr. 8 dem practischen Arzt Herrn Dr. Heimann zu Alt-Landsberg. ...
    Der Kreis-Ausschuß. Scharnweber.


    Sonntag, den 7. Juli 1878 (No. 77), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 16. Juni 1878.
    Am 5. Februar cr. sind auf der Landstraße von Blumberg nach Birkholz von ruchloser Hand 31 Stück junge erst im Frühjahr vorigen Jahres gepflanzte Kastanienbäume abgebrochen [worden]. Als Thäter ist der Knecht Karowsky ermittelt, der demnächst auch für die ruchlose That unterm 6. März cr. von der Königlichen Kreisgerichts-Deputation zu Alt-Landsberg zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt ist. Die Ermittelung und Ergreifung des Thäters ist hauptsächlich den rastlosen und umsichtigen Bemühungen des Amtsdieners Steuer zu Blumberg zu verdanken, welcher den Verdächtigen zwei Tage lang verfolgt hatte.
    Wir haben dem c. Steuer daher in Anerkennung des von ihm bewiesenen Eifers eine Prämie von 30 M. bewilligt, und indem wir dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen, bemerken wir, daß wir Jedem, welcher einen Baumfrevler so zur Anzeige bringt, daß seine gerichtliche Bestrafung erfolgen kann, in Zukunft eine angemessene Prämie zahlen werden.
    Der Kreis-Ausschuß. Scharnweber.


    Sonntag, den 7. Juli 1878 (No. 77), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Blumberg. Ein hochgelehrter Herr in Berlin hielt vor einigen Tagen seine Candidatenrede als Reichstags-Abgeordneter; natürlich gehörte er der Berliner Fortschrittspartei an und leistete das Nöthige in bekannter Berliner Bescheidenheit. Er besprach das Programm der Socialdemokratie, fand es auffallend gemäßigt, meinte aber doch; damit ließen sich wohl Bauern, aber nicht Berliner Wähler bethören. ...
    Der Berliner Fortschrittspartei wäre etwas mehr gesunder Bauern-Verstand und weniger Eitelkeit sehr zu wünschen. ...


    Freitag, den 12. Juli 1878 (No. 79), Anzeigen

    Bekanntmachung.
    Wir suchen einen tüchtigen Aufseher, der im Stande ist, fehlerfrei zu schreiben und Bücher zu führen. Gehalt 900 Mark pro anno. Die Anstellung geschieht auf dreimonatige Kündigung.
    Civilversorgungsberechtigte Personen erhalten den Vorzug. Schriftliche Meldungen unter Beifügung der Zeugnisse und eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes nehmen wir bis zum 25. Juli cr. entgegen.
    Strausberg, den 26. Juni 1878.
    Inspection der Landarmen= und Corrigenden=Anstalt. Salchert, Director.

    Soeben erschien in L. Körner's Verlag, Berlin, Friedrichstraße 235:
    Rettung von Trunksucht und Beseitigung ihrer schrecklichen Folgen.
    Ein Wort zur Warnung und Beruhigung aller derjenigen, welche von diesem Laster geheilt und wieder in sichern Besitz von Gesundheit gelangen wollen. >>> Preis 50 Pf. <<<
    Gegen Einsendung dieses Betrages in Briefmarken wird dieses Werkchen Jedem franco zugesandt.

    Gestern (Mittwoch) Abend ist mir aus meinem Stalle ein schwarz und weiß geflecktes, großes Schwein entlaufen. Wer darüber Auskunft zu geben vermag, wird gebeten, sich bei mir zu melden.
    Lindenberg, den 11. Juli 1878.
    Carl Schlei.


    Sonntag, den 14. Juli 1878 (No. 80), Anzeigen

    Alt-Landsberg.
    Ich warne einen Jeden, meinem Manne Conrad Frandorf auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme.
    Marie Frandorf, geb. Judis.


    Freitag, den 19. Juli 1878 (No. 82), Amtliche Beilage, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 15. Juli 1878.
    Verordnung.
    Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen ec., verordnen auf Grund der Bestimmungen im §. 14 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reichs, was folgt:
    Die Wahlen zum Reichstag sind am 30. Juli 1878 vorzunehmen.
    Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. Gegeben Berlin, den 11. Juni [!] 1878.
    Im Allerhöchstem Auftrage Sr. Majestät des Kaisers. (L.S.)
    Friedrich Wilhelm, Kronprinz. Fürst von Bismarck.

    Vorstehende Verordnung wird in Gemäßheit des §. 8 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 hiermit noch besonders publicirt.
    Die Wahl beginnt am Dienstag, den 30. Juli cr., Vormittags 10 Uhr und wird an diesem Tage, Nachmittags 6 Uhr geschlossen. ...
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.

    Wahlbezirks-Eintheilung
    des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage.

    No. des Wahlbezirkes [insgesamt 133] / Bestandteile des Wahlbezirkes
  • Wahllokal, und in zusammengesetzten Bezirken Angabe des Ortes
  • Name des Wahlvorstehers
  • Name des Stellvertreters des Wahlvorstehers

    2. Ahrensfelde
  • Schulhaus daselbst
  • Gemeindevorsteher Wegener daselbst
  • Gutsbesitzer Lichtenberger daselbst
    12. Blumberg, Dorf und Gut
  • Saal der Kinderwarteschule das.
  • Amtsvorsteher Altenburg daselbst
  • Gemeindevorsteher Grün daselbst
    24. Eiche
  • Schulhaus daselbst
  • Gemeindevorsteher Lindemann das.
  • Bauergutsbesitzer Kirschbaum das.
    59. Lindenberg
  • Schulhaus daselbst
  • Prediger Braun daselbst
  • Gemeindevorsteher Lehmann das.
    67. Mehrow, Dorf und Gut
  • Amtsbureau daselbst
  • Rittergutsbesitzer, Amtsvorsteh. Heyse auf Mehrow
  • Gemeindevorsteher Meißner daselbst.


  • Sonntag, den 21. Juli 1878 (No. 83), Kreis-Nachrichten

    Bernau, den 20. Juli. In unserem Nachbarstädtchen Werneuchen ist eine mit der dortigen Postanstalt verbundene Telegraphen-Station mit Fernsprecher eingerichtet worden und heute dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Die Weitergabe aller nach dem genannten Orte gerichteten und dort aufgegebenen Telegramme vermittelt das hiesige Postamt.


    Sonntag, den 28. Juli 1878 (No. 86), Beilage, gekürzt

    Wahl=Aufruf.
    Unter Bezugnahme auf die Reichstags-Wahlbesprechung in dem Ewest'schen Saale am 22. d. M. erlaubt sich das unterzeichnete Comité sämmtliche conservative und gemäßigt=liberale Wähler hierselbst dringend zu ersuchen, am 30. d. M. bei der Reichstags Wahl ihre Stimme für den Herrn Amtmann Jungck zu Falkenberg abzugeben.
    Bernau, 25. Juli 1878.
    Das Wahl=Comité. ...

    Wahl=Aufruf.
    Die unterzeichneten Comité-Mitglieder erlauben sich hierdurch sämmtliche liberalen Wähler Bernau's und Umgegend aufzufordern, mit allen Kräften sich an der am 30. Juni d. J. stattfindenden Reichstagswahl zu betheiligen. ...
    Nur einem Mann hat die liberale Partei im Kreis Nieder-Barnim, welcher dieselbe im im Reichstage treu und ehrlich vertreten wird und dieser ist Herr Dr. Mendel in Pankow, darum säume Niemand und gebe jeder liberale Wähler am 30. d. Mts. dem Dr. Mendel in Pankow seine Stimme.
    Das liberale Wahl=Comité ...


    Freitag, den 2. August 1878 (No. 88), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. Von 63 Wählern der Liste war einer verzogen und 53 hatten gewählt und zwar:
    50 für Herrn Amtmann Jungck und 3 für Herrn Dr. Mendel.


    Mittwoch, den 7. August 1878 (No. 90), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    ... Behufs Ermittelung des Ergebnisses der am 30. v. M. stattgehabten Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Nieder-Barnim bestehenden VI. Wahlkreises des Regierungsbezirks Potsdam für den Deutschen Reichstag sind heute ... die Unterzeichneten zusammengetreten und haben Folgendes festgestellt:

    Von den abgegebenen 16227 Stimmen waren von den Wahlvorständen
    76 Stimmen für ungültig und
    16151 Stimmen für gültig erklärt.
    Die absolute Mehrheit beträgt also 8076 Stimmen.
    Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf
    1.  Kreistagsabg. Dr. Mendel in Pankow  6811 Stimmen
    2.  Amtmann Jungck zu Falkenberg  6516
    3.  Schuhmacher Arndt zu Bernau  2775
    4.  Kaiser Wilhelm  4
    5.  Kronprinz von Preußen  3
    ... 17.
    Nach diesem Ergebniß hat keiner der Gewählten die absolute Majorität erhalten und kommen ...
    1.  der Kreistagsabg. Dr. Mendel zu Pankow,
    2.  der Amtmann Jungck zu Falkenberg
    als diejenigen beiden Candidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, auf die engere Wahl, was wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringen.
    Berlin, den 3. August 1878.
    Der Wahl-Commissarius, Königlicher Geheimer Regierungs- und Landrath, Scharnweber. ...

    Den Termin für die engere Wahl setze ich auf Dienstag, den 13. August d. Js. hierdurch fest.
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 3. August 1878.
    Für folgende in der amtlichen Beilage zu Nr. 82 des Kreisblattes unter den nachstehenden Nummern verzeichneten Wahlbezirke sind für die am Dienstag, den 13. August d. J. stattfindende engere Wahl zum Deutschen Reichstage anderweitige Wahllocale bezw. Wahlvorsteher-Stellvertreter bestimmt worden:
    Nr. 12, Blumberg. Wahllokal: Zimmer der 1. Schulklasse zu Blumberg
    ...
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


    Freitag, den 16. August 1878 (No. 94), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    ... Namentliche Liste der im Jahre 1878 klassificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften

    B. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt:
    Albrecht, Gustav,  Ahrensfelde,  Landwehr-Cavallerist
    Gahtow, Wilhelm,  Blumberg,  Reserve-Infanterist
    Baurath, Ludwig,  Lindenberg,  Landwehr-Pionier
    Hagert, Carl,  Lindenberg,  Landwehr-Infanterist
    Schley, Carl,  Lindenberg,  Landwehr-Infanterist
    Wilke, August,  Lindenberg,  Landwehr-Infanterist


    Freitag, den 16. August 1878 (No. 94), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. (Wahlergebnis). Amtmann Jungck 157 Stimmen; Dr. Mendel 6; ungültig 1 Stimme.

    Mehrow. (Wahlresultat). Von den 57 abgegebenen Stimmen fielen 51 auf Herrn Amtmann Jungck und 6 auf Herrn Dr. Mendel.


    Freitag, den 23. August 1878 (No. 97), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    ... Die Zahl der stimmberechtigten Wähler beträgt 26334.
    Von den abgegebenen 15370 Stimmen waren von den Wahlvorständen
       71 Stimmzettel für ungültig und
       15299 " für gültig
    erklärt. Die absolute Mehrheit beträgt also 7650 Stimmen.
    Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf:
       1. den Kreistags-Abgeordneten Dr. Mendel zu Pankow 8144 Stimmen,
       2. den Amtmann Jungck zu Falkenberg 7155 Stimmen.
    Nach diesem Ergebnis ist der Kreistags-Abgeordnete Dr. Mendel zu Pankow mit absoluter Majorität gewählt und demgemäß nach §. 28 des Wahlreglements als Abgeordneter des eingangs gedachten Wahlkreises proclamirt worden, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen.
    Berlin, den 17. August 1878.
    Der Wahl-Commissarius. Kgl. Geheime Regierungs- und Landrath. Scharnweber. ...


    Freitag, den 23. August 1878 (No. 97), Anzeigen

    Blumberg.
    Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August: Erntefest, wozu ergebenst einladet C. Hamann.


    Mittwoch, den 28. August 1878 (No. 99), Anzeigen

    Bekanntmachung.
    Auf dem Pfarrgehöft zu Lindenberg, Kreis Niederbarnim, sollen folgende Bauarbeiten zur Ausführung kommen:
    1) ein Stallgebäude, nebst einer Umschließung des Wirthschaftshofes, veranschlagt auf 9200 M. resp. 710 M., dessen Ausführung sofort erfolgen muß;
    2) eine Scheune, veranschlagt auf 6500 M., welche erst im nächsten Frühjahr ausgeführt werden soll.
    Qualificirte selbständige Gewerbetreibende wollen versiegelte und unterschriebene Offerten auf alle Arbeiten zusammen, welche die Angebote gegen den
    Kostenvoranschlag nach vollen Prozenten ausdrücken, mit der ausdrücklichen Erklärung versehen, daß Reflectant die dem Verfahren zu Grunde liegenden allgemeinen und besonderen Bedingungen als rechtsverbindlich anerkennt mit der Aufschrift "Pfarrbau Lindenberg" bis
    Freitag, den 6. September cr., Vormittags 10 1/2 Uhr hierher einreichen.
    Angebote, welche dem Obigen nicht entsprechen, können ausgeschlossen werden, während Nachgebote unberücksichtigt bleiben. Bedingungen, Zeichnungen und Kostenanschläge liegen an jedem Wochentage Vormittags im diesseitigen Bureau, S. W. Barutherstr Nr. 11, 2 Treppen, zur Einsicht aus, auch können Reflectanten auf ihre Kosten Copien davon erhalten.
    Berlin, den 24. August 1878.
    Königl. Domainen-Amt Mühlenhof.

    Dominium Blumberg bei Bernau offerirt Probsteier u. Pirnaer Saatroggen,
    150 Mark per 2000 Pfund.


    Freitag, den 6. September 1878 (No. 103), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. (Sedanfeier.) Um der Freude über die Wiedergenesung Sr. Majestät des Kaisers Ausdruck zu geben, war von dem hiesigen Landwehrverein eine größere und umfangreichere Feier wie sonst üblich, veranstaltet worden. Da der Vorsteher des Vereins zugleich 1. Lehrer im Dorfe ist, so ließ sich leicht ein Arrangement treffen, wodurch Verein und Schule, sowie das Ganze gewinnen mußte. Mit einem Musikchor an der Spitze marschirte [!] die Schuljugend unter Führung ihrer Lehrer nach dem mit schattigen Eichen bestandenen Festplatze unweit des Dorfes. Gesang und Spiel, sowie Vertheilung von allerhand nützlichen und interessanten Sachen als Gewinne und Prämien füllten die Zeit bis zur Verabreichung von Kaffee und Kuchen aus. Um 4 Uhr traf der Verein auf dem Festplatze ein und fand jetzt die eigentliche Schulfeier inmitten einer großen Zahl der Dorfbewohner statt. So war es 6 Uhr geworden, und ein ganz imposanter Zug bewegte sich ins Dorf zurück, nach dem Festsaale des Vereins. Nachdem die Kinder hier noch das alte Arndtlied: "Was ist des Deutschen Vaterland?" gesungen, wurden sie vorläufig entlassen. Bald jedoch waren sie wieder zur Stelle und vertrieben sich die Zeit mit allerlei Kurzweil, Spiel und Tanz bis zum Dunkelwerden. Um 8 Uhr trat man zu einem neuen gemeinschaftlichen Zuge durchs Dorf an; die Knaben trugen Stocklaternen und die Musik spielte den Zapfenstreich. Vor den Schulhäusern hielt der Zug, um der Abbrennung eines kleinen Feuerwerks beizuwohnen; während dessen sah man in beiden Schulhäusern unter Blumen und Blattpflanzen schön aufgestellt die erleuchteten Büsten des Kaisers. Das Lied: "Nun danket alle Gott" beschloß um 9 Uhr die gemeinsame Feier, die Kinder wurden entlassen und der Verein zog in den Festsaal zurück. Der Vorsteher, an die Schulfeier anknüpfend, wies hier noch auf die schändlichen Attentate gegen das Leben des Kaisers hin und forderte die Mitglieder zu verdoppelter Treue gegen den Landesvater, sowie dazu auf, nach Kräften mitzuhelfen, damit die böse Saat, deren Früchte man jetzt mit Entsetzen kennen gelernt, wieder vernichtet und ausgerottet werde. Zuletzt machte er den Vorschlag, Sr. Majestät dem Kaiser zu seiner Wiedergenesung ein Glückwunsch-Telegramm zu übersenden. Mit großer Begeisterung wurde dieser Vorschlag angenommen und ins Werk gesetzt. Jetzt hatten sich auch die Frauen und erwachsenen Familienglieder der Vereinsgenossen eingefunden und ein gemüthlicher Tanz beschloß den frohen Tag.


    Freitag, den 13. September 1878 (No. 106), Anzeigen

    Kinder, d. i. Berlin Schule bes. soll. find. gute Pension Köthenerstr. 31. Näh. b. Hrn, Henning das.


    Sonntag, den 15. September 1878 (No. 107), Amtliche Beilage, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Kreis-Polizei-Verordnung [Leichenschau]
    ...
    §1 Nach jedem Todesfall und vor der Beerdigung muß eine Leichenschau stattfinden. Der Zweck derselben ist die unzweifelhafte Feststellung des wirklichen Todes und die möglichst zuverlässige Ermittelung der Todesursachen, sowie die Beantwortung der sonst zu stellenden Fragen zum Vortheil der öffentlichen Gesundheitspflege. Außerdem soll die Leichenschau zur Entdeckung von gewaltsamen und rechtswidrigen Todesarten mitwirken. Keine Beerdigung darf ohne vorherige Ausfüllung eines dem beifolgenden Formular A. entsprechenden Leichenschauscheines stattfinden. ...
    Berlin, den 6. September 1878.
    Der Königliche Landrath Niederbarnimer Kreises, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.

    Instruktion für die nicht ärztlichen Leichenbeschauer im Kreise Niederbarnim
    ...
    A. Belehrung über die unsicheren, die wahrscheinlichen und die unzweifelhaften Zeichen des Todes
    ...
    B. Belehrung der Leichenbeschauer über die Angabe der Todesarten
    ...
    C. Belehrung über das Verhalten der Leichenbeschauer bei Todesfällen an ansteckenden Krankheiten
    ...
    D. Belehrung der Leichenbeschauer über ihre Pflichten bei dem Verdacht gewaltsamer Todesarten
    ...
    Berlin, den 6. September 1878.
    Der Königl. Kreisphysikus des Kreises Niederbarnim. Sanitätsrath Dr. Boehr.


    Freitag, den 20. September 1878 (No. 109), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Alt-Landsberg. Nachdem seitens der Justiz-Verwaltung auch die Stadt Alt-Landsberg mit einem Amtsgericht bedacht worden ist, möchte es wohl die nächste Aufgabe der städtischen Behörden sein, sich dieser Wohlthat gegenüber dadurch dankbar zu bezeigen, daß sie die bessernde Hand an ihre Schulen legen. ...

    Ahrensfelde. (Verspätet). Bei den so sehr verbreiteten sozialistischen Bestrebungen und ihren bedauerlichen Folgen ist die Thatsache erfreulich, daß sich andererseits Vereine bilden, welche jenen Tendenzen entgegen arbeiten, indem sie Liebe zum Vaterland und dem angestammten Herrscherhause zu erhalten und zu befestigen, sich zur Aufgabe gemacht haben. Es sind dies namentlich die Krieger- und Landwehr-Vereine. Ein solcher hat sich für Ahrensfelde und Umgegend auch in diesem Jahre in unserem Dorfe gebildet, und zählt zur Zeit in der Kürze seines Bestehens schon 42 Mitglieder, welche sich gewissermaßen militärisch equipirt haben, da sie sämmtlich eine graue, grün eingefaßte, kleidsame Joppe und Kopfbedeckung von gleicher Farbe und Verbrämung tragen. Da die höchsten patriotischen Hauptfeste dieses Vereins der Geburtstag des Kaisers und das Sedanfest sind, so war von demselben für dieses Jahr die Feier des letzteren beschlossen. Wegen bedeutender Einquartierung von Militair am 2. September wurde die Feier auf den 2. September cr. vertagt. Zugleich sollte an diesem Tage die Weihe der aus Mitteln des Vereins beschafften neuen Fahne stattfinden. Zu diesem Zwecke war auf dem freien Platze vor der Kirche des Dorfes eine mit Blumengeflecht versehene Tribüne gebaut, welche im Fahnenschmuck prangte. Vor dieser hatten sich um 2 Uhr die Krieger im Waffenschmuck aufgestellt. Zwölf Ehren-Jungfrauen, geführt von einem Musikchor, überbrachten die verhüllte Fahne und wurde dieselbe den Kriegern von einer der Ehren-Jungfrauen unter Vortrag eines Gedichts übergeben. ... Sodann betrat der Geistliche, Herr Prediger Uhlmann, die Tribüne und hielt die Festrede. ... Nachdem nun noch "die Wacht am Rhein" und "Heil Dir im Siegerkranz" gesungen war, wurde unter Musikbegleitung, die Fahne vorauf, ein Zug durch das Dorf gemacht. Hieran schloß sich zur Freude aller Gäste und Zuschauer ein durch die Krieger auf dem Felde unweit des Dorfes ausgeführtes kleines Manöver, indem sich ein Theil der Mannschaften beritten machte und die Kavallerie darstellte. Attaquen der Letzteren und Sturmläufe, sowie Vertheidigung von befestigten Punkten der Infanterie wurden unter Belustigung der Zuschauer mit und ohne Erfolg ausgeführt. Parademarsch der Krieger beendete diesen kriegerischen Act und reihte sich daran eine aus einzelnen Mannschaften recht gut ausgeführte Turnvorstellung an Reck und Sprungkasten. In feierlichem Zuge wurde jetzt die Fahne an ihre Aufbewahrungsstätte gebracht und war somit der Tag zur Neige gegangen. Um 1/2 9 Uhr fand abermals unter Beleuchtung von Ballons ein Zug der Krieger durch das Dorf statt, welcher mit Zapfenstreich und drei abgegebenen Gewehrsalven endete. Ein Ball, der die Festtheilnehmer im Festlokale unter heiterer Stimmung vereinigte und dieselben bis zum Morgen zusammenhielt, beschloß dieses herrliche, vom besten Wetter begünstigte Fest. Möchte der Zweck des Vereins: "Kameradschaftliche Vereinigung, Werkung und Pflege patriotischer Gesinnung und Beistand der Mitglieder untereinander mit Rath und That", sich recht bewahrheiten.


    Freitag, den 20. September 1878 (No. 109), Anzeigen

    Einen Webergesellen auf Maschine verlangt Reichelt, Grünstraße Nr. 195. [in Bernau]


    Sonntag, den 29. September 1878 (No. 113), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Bernau. ... Vor Kurzem ist ein mit etwa 800 Poststücken beladener Eisenbahn-Postwagen dadurch ein Raub der Flammen geworden, daß ein wahrscheinlich mit Feuerwerkskörpern gefüllt gewesenes Paket ohne bekannte Veranlassung unterwegs explodirt ist und das Feuer sich ebenso schnell als unaufhaltsam über die ganze Postladung verbreitet hat. ...


    Freitag, den 11. October 1878 (No. 118), Anzeigen

    Von Blumberg bis zum Ladeburger Weg habe ich gestern Abend ein Pferde-Halfter mit Kette verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe beim Zimmermann C. Schreiber abzugeben.


    Freitag, den 1. November 1878 (No. 127), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 24. October 1878.
    Diejenigen Herren Amtsvorsteher des Kreises, welche noch nicht über den Ausfall der zweiten diesjährigen Spritzenprobe berichtet haben, werden an die baldige Erstattung dieses Berichts unter Bezugnahme auf die Kreisblatt-Bekanntmachung vom 20. August 1874 (Nr. 27) erinnert.
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


    Mittwoch, den 13. November 1878 (No. 132), Anzeigen

    Am Dienstag, den 19. November 1878, Nachmittags 12 1/2 Uhr
    sollen in der Wohnung des Gutsbesitzers Gröling zu Lindenberg verschiedene Möbel und eine Petroleum-Kochmaschine öffentlich meistbietend, gegen sofortige Bezahlung, verkauft werden.
    Bernau, den 9. November 1878.
    Königl. Kreisgerichts=Commission.


    Mittwoch, den 20. November 1878 (No. 135), Kreis-Nachrichten

    Bernau. Falsche goldene Fünf-Markstücke mit badischem Gepräge und der Jahreszahl 1877 sind neuerdings im Umlauf gesetzt worden. Wie es scheint, haben die Fälscher ganz dünne Goldplättchen geprägt und dann mit Blei ausgefüllt, weshalb diese gefälschten Münzen so weich sind, daß Nadeleindrücke ganz leicht bemerklich sind.


    Mittwoch, den 20. November 1878 (No. 135), Anzeigen

    Subhastations=Patent.
    Das dem Gutsbesitzer Friedrich von Gröling gehörige, in Lindenberg belegene, im Grundbuch von diesem Orte Band I. Blatt Nr. 15 verzeichnete Bauergut nebst Zubehör soll an hiesiger Gerichtsstelle den 9. Januar 1879, Vormittags 10 Uhr im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags
    den 10. Januar 1879, Vormittags 10 Uhr verkündet werden.
    Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grundsteuer bei einem derselben unterliegenden Gesammt-Flächenmaß von 65 Hectaren 38 Aren 40 [Quadrat-] Mtr. mit einem Reinertrag von 582 Thalern und zur Gebäudesteuer mit einem jährlichen Nutzungswerth von 360 Mark veranschlagt. Auszüge aus den Steuerrollen, Grundbuchblatt, etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück betreffende Nachweisungen und besondere Kaufbedingungen sind in unserem Bureau einzusehen. Alle Diejenigen, welche Eigenthum oder anderweite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung ins Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetragene Realrechte geltend zu machen haben, werden aufgefordert, dieselben zur Vermeidung der Präklusion spätestens im Versteigerungstermin anzumelden.
    Bernau, den 14. November 1878.
    Königl. Kreisgerichts-Commission.
    Der Subhastations-Richter.


    Mittwoch, den 11. December 1878 (No. 144), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 9. December 1878
    In Blumberg ist die Rinderpest ausgebrochen.
    Nach §. 17 der revidirten Instruction vom 9. Juni 1873 zu dem Gesetze vom 7. April 1869 - Maßregeln gegen die Rinderpest - betreffend, werden im Umkreise von 21 Kilometer vom Seuchenorte ... untersagt:
    Die Abhaltung von Viehmärkten, Veranlassungen zu größeren Ansammlungen von Menschen und Thieren, der Handel und der Transport von Rindvieh, Rauchfutter, Streumaterialien und Dünger, ohne besondere Erlaubnisscheine der Orts-Polizeibehörde. Das nöthige Vieh zum Fleischconsum darf nur unter Aufsicht der mit der Veterinairpolizei betrauten Behörden gekauft werden. ...
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


    Mittwoch, den 18. December 1878 (No. 147), Amtlicher Theil

    Personal-Chronik.
    Der Bauergutsbesitzer Gustav Fielitz zu Krummensee ist zum Gemeinde-Vorsteher und der Bauergutsbesitzer August Sommer ebendaselbst zum Schöffen der Gemeinde Krummensee gewählt, bestätigt und vereidigt worden.


    Sonntag, den 22. December 1878 (No. 149), Nichtamtlicher Theil, gekürzt

    Einladung zum Abonnement auf das Niederbarnimer Kreisblatt

    Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf das dreimal wöchentlich erscheinende
    Niedebarnimer Kreisblatt nebst Illustrirtem Unterhaltungsblatt. ...
    Das Niederbarnimer Kreisblatt erscheint ferner in besonderer Ausgabe unter dem Titel:
    Biesenthaler Wochenblatt ...
    Werneuchener Wochenblatt ...
    Zeitung für Weißensee ...
    Zeitung für Rüdersdorf und Herzfelde ...
    Wochenblatt für Alt-Landsberg und Umgegend
    Neues Wochenblatt für Groß-Schönebeck, Zerpenschleuse und Umgegend
    ...
    Bernau. Haupt-Expedition.


    Mittwoch, den 25. December 1878 (No. 150), Kreis-Nachrichten

    Bernau. Gewerbetreibende und Geschäftsleute dürfen gut thun, daran zu denken, daß mit dem 31. December d. J. alle aus dem Jahre 1876 herrührenden Forderungen an Lohn und für geleistete Arbeiten verjähren. Deshalb muß spätestens an diesem Tage die Klage eingereicht oder wenigstens zur Unterbrechung der Verjährung mit dem Antrage angemeldet werden, zur vollständigen Begründung derselben eine Frist zu gewähren.


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