Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1881 (28. Jahrgang),
gefunden im Landesarchiv Berlin-Reinickendorf


Recherchiert im Januar 2008. Nachträge vom September 2009 sind grün markiert.


Nachtrag Freitag, den 7. Januar 1881 (No. 2), Anzeigen, gekürzt

In unser Genossenschaftsregister ist bei der unter No. 3 eingetragenen Genossenschaft
"Consum-Verein 'Fortschritt' eingetragene Genossenschaft zu Bernau"
zufolge der Verfügung vom 27. dec 1880 heute Folgendes eingetragen worden:
Die gegenwärtigen Vorstandsmitglieder sind ...
Alt-Landsberg, den 28. December 1880.
Königliches Amtsgericht.


Freitag, den 7. Januar 1881 (No. 2), Anzeigen

Der Landwirthschaftliche Verein für Bernau und Umgegend hält seine Sitzung am
Mittwoch, den 12. Januar cr. Nachmittags 4 1/2 Uhr, Restaurant "Kaisergarten" zu Bernau.
Gäste dürfen eingeführt werden und sind willkommen,
Der Vorstand.

Beim Ochsengespann verlangt sogleich 1 Jungen W. Grün, Blumberg.


Sonntag, den 9. Januar 1881 (No. 3), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Berlin, den 4. Januar 1881.
Diejenigen Herren Amts-Vorsteher und städtischen Polizei-Verwaltungen, welche meine Verfügung vom 19. August v. Js., L. 14289, betreffend die Zwangserziehung verwahrloster Kinder, bisher nicht erledigt haben, werden ersucht, dies bis längstens zum 20. dieses Monats nachzuholen.
Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.

Bekanntmachung.
Am 5. d. Mts. ist auf der Feldmark Hönow in einer unweit des Mehrow - Alt-Landsberger Weges gelegenen Kiefern-Schonung die Leiche eines unbekannten Mannes gefunden worden. Der letztere ist etwa Mitte der 40 er Jahre, ca. 5 Fuß 3 Zoll groß, hat röthliches Haar und rothen Vollbart und war bekleidet mit einem blaugestreiften Hemd (Militairhemd), hellen Buckskinhosen, schwarzem Tuchrock, dunkler Plüschweste, blauen Strümpfen, schwarzem Filzhut und Holzpantoffeln. Es gilt als zweifellos, daß der Unbekannte sich an der Stelle, wo er gelegen, zum Schlaf niedergelegt hat und hierbei erfroren ist.
Um gefällige Auskunft über die Person des Verstorbenen wird ersucht.
Neuenhagen a. der Ostbahn, den 6. Januar 1881.
Der Amtsvorsteher.


Mittwoch, den 12. Januar 1881 (No. 4), Anzeigen

Holz-Auction in Blumberg.
Am Donnerstag, den 13. Januar d. J., Vormittags 10 Uhr
sollen im Hecht'chen Gasthofe hierselbst vom frischen Holz-Einschlage in den Elisenauer Bergen
    800 Meter kienen Knüppel,
    800 Meter kienen Reiser,
    300 Stück Rückstangen,
gegen gleich baare Bezahlung öffentlich meistbietend versteigert werden.
Der Rentmeister. Altenburg.


Nachtrag Freitag, den 21. Januar 1881 (No. 8), Anzeigen

Holz-Auction in Blumberg.
Am Dienstag, den 25. Januar d. J., Vormittags 10 Uhr
sollen im Hecht'chen Gasthofe hierselbst vom Holz-Einschlage in den Elisenauer Bergen
    800 Meter kienen Knüppel,
    800 Meter kienen Reiser,
öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung versteigert werden, wozu Käufer einladet
Der Rentmeister. Altenburg.


Nachtrag Sonntag, den 23. Januar 1881 (No. 9), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
In Folge eingetretener Vacanzen sind zu Amts-Vorstehern ernannt worden:
  • für den Amtsbezirk Neuenhagen der Lehngutsbesitzer Schmidt daselbst
  • für den Amtsbezirk Falkenberg der Amtsvorsteher Dr. Trommer daselbst
    sowie ferner zu Amtsvorsteher-Stellvertretern:
  • für den Amtsbezirk Neuenhagen der Gemeinde-Vorsteher Hörnicke zu Hönow ...
    Berlin, den 10. Januar 1881.
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


  • Nachtrag Sonntag, den 23. Januar 1881 (No. 9), Kreis-Nachrichten

    Bernau. Das schon früher besprochene Project, die Oder mit der Spree durch einen Kanal Berlin-Kienitz zu verbinden, scheint sich seiner Verwirklichung zu nähern. Se. Exellenz Herr Minister Maibach hat dem Verein für Hebung der deutschen Fluß- und Kanalschiffahrt in der Sitzung am 12. d M. die Denkschrift über den, auch unsern Kreis berührenden Kanal zur Kenntnißnahme beziehungsweise Begutachtung übersendet und dürfte dies Gutachten günstig ausfallen, weil der Oder-Lateralkanal von Friedland über Wrietzen, Freienwalde, Oderberg, Hohensaaten und Schwedt, der ebenfalls geplant worden, mit der Ausführung des Projekts Berlin-Kienitz in Verbindung steht und dessen Inangriffnahme nur noch von der Erledigung einiger Vorfragen abhängt. Die Stadt Berlin ist hierbei noch insofern sehr interessiert, als diese Kanalbauten in weiterer Folge dahin führen müßten, auch den Osten der Residenz mit Hafen und Anlegestellen zu versehen, die dort jetzt sehr vermißt werden.


    Nachtrag Sonntag, den 23. Januar 1881 (No. 9), Anzeigen

    Eine Kornreinigungsmaschine hat zu verkaufen Noack, Blumberg.


    Mittwoch, den 26. Januar 1881 (No. 10), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    In der Nacht vom 16. zum 17. Januar cr. ist dem Arbeitsmann Gollnau auf Dominium Hellersdorf ein fettes Schwein aus verschlossenem Stalle gestohlen worden. Die Diebe, den Fußspuren nach 3, haben das Schwein hinter eine ca. 300 Schritte vom Ort stehende Kornmiethe geführt, geschlachtet und ausgeweidet und haben dann dasselbe tragend, auf der Berlin-Prötzeler Chaussee in Richtung Berlin eingeschlagen. Es wird um Mittheilung gebeten, falls über den Verbleib des Schweines oder über die Person der Diebe etwas bekannt sein sollte.
    Mehrow, den 22. Januar 1881.
    Der Amtsvorsteher. Heyse.


    Nachtrag Mittwoch, den 26. Januar 1881 (No. 10), Anzeigen

    2 Arbeitspferde hat zu verkaufen Noack, Blumberg.


    Freitag, den 28. Januar 1881 (No. 11), Anzeigen

    Lindenberg. Sonntag, den 30. Januar: Große Tanzmusik wozu einladet A. Bolle, Restaurateur.


    Freitag, den 4. Februar 1881 (No. 14), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 27. Januar 1881.
    Das Königliche Finanz-Ministerium hat durch Erlaß vom 26. October v. Js. genehmigt, daß für die nachbenannten Gemeinden resp. Gutsbezirke:
        Ahrensfelde, Gemeinde,
        Lindenberg, Gemeinde, ...
    vom 1. Apr d. Js. ab eine dreimonatliche ... Erhebung der directen Staatssteuern ... eingeführt werde.
    Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


    Freitag, den 4. Februar 1881 (No. 14), Anzeigen

    Holz-Verkauf.
    Dienstag, den 8. Februar 1881 Vormittags 10 Uhr sollen in der hiesigen Forst:
        200 Meter kiefern Kloben,
        100 Meter kiefern Reisig,
    gegen gleich baare Zahlung meistbietend verkauft werden.
    Mehrow, den 1. Februar 1881.
    Die Guts-Verwaltung.


    Nachtrag Sonntag, den 6. Februar 1881 (No. 15), Nichtamtlicher Theil

    Der Gesetzentwurf gegen die Trunkenheit ...


    Nachtrag Sonntag, den 6. Februar 1881 (No. 15), Anzeigen

    Lindenberg. Freitag, den 11. Februar 1881:
    >>> Großer Maskenball, <<<
    wozu ergebenst einladet C. Gathow, Restaurateur.
    Anfang 7 Uhr. Maskengarderobe ist schon am Donnerstag zu haben.


    Freitag, den 11. Februar 1881 (No. 17), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    In der Nacht vom 5. zum 6. d. Mts. sind mittels Einbruchs aus der Wohnung des Kossäthen Martin Wenzel hierselbst folgende Gegenstände gestohlen worden:
        4 Bettüberzüge (rothcarrirt),
        3 dergleichen (brauncarrirt),
        2 dergleichen (blaucarrirt),
        9 weißleinene Bettlaken,
        1 1/2 Dutzend neue leinene Handtücher,
        1 Dutzend leinene Handtücher (schon gebraucht),
        4 weißleinene Tischtücher,
        1 neues Frauenhemde,
        1 Paar ziemlich neue langschäftige rindlederne Stiefeln,
        1 Dragonerrock ohne Knöpfe,
        13 Brat- u. Fleischwürste nebst einem blaugestreiften Leinwandbeutel.
        (Die Wäsche sämmtlich ungezeichnet.)
    Indem ich vor Ankauf dieser Sachen warne, ersuche ich, Wahrnehmungen, welche zur Ermittelung der Sachen und Diebe führen können, mir oder der nächsten Polizei-Behörde mitzutheilen.
    Blumberg. den 8. Februar 1881.
    Der Amtsvorsteher. Altenburg.


    Freitag, den 11. Februar 1881 (No. 18), Anzeigen

    Eisenblech-Dächer von verzinktem Eisenblech, ohne Schaalung [!], direkt auf die Sparren gedeckt, empfehlen als feuersicherste, leichteste, billigste und dauerhafteste Dächer
    W. Kranz, Lichtenberg, H. Kranz, Lindenberg.


    Sonntag, den 13. Februar 1881 (No. 18), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. Bezugnehmend auf die amtliche Bekanntmachung in Nr. 10 dieses Blattes, betreffend den frechen Schweinediebstahl in Hellersdorf, kann hierdurch mitgetheilt werden, daß nach amtlicher Mittheilung des Herrn Gensdarm Münter zu Alt-Landsberg, welcher die ersten Recherchen in dieser Angelegenheit unternahm, die Diebe ermittelt und festgenommen sind. Es sind die Arbeiter Schöpel, Vater und Sohn, und der Bürstenhändler Gohmert zu Friedrichsberg. Der umsichtigen und ausdauernden Energie der dortigen Gendarmerie ist die Auffindung resp. Festnahme der Diebe zu danken. Man fand bei den Dieben zwar nicht mehr - wie zu erwarten war - das ganze Schwein, wohl aber noch einige Stücke Fleisch mit Haaren resp. Borsten, sowie einiges Schmalz. Das Schwein war bekanntlich zwar geschlachtet, aber unabgebrüht weggeschaft worden. Die Diebe werden nun zwar der gerechten Strafe nicht entgehen; möchte aber auch dem armen Bestohlenen Ersatz für seinen bedeutenden Schaden werden. Da dies das einzige Schwein war, was er für seine Hauswirthschaft schlachten wollte, so ist der Verlust um so empfindlicher, als ihm das Fleisch und Schmalz Zubiß auf eine lange Zeit des Jahres gewesen wäre, zumal das Schwein einen Werth von etwa 120 Mark hatte.


    Mittwoch, den 16. Februar 1881 (No. 19), Anzeigen

    Saatkartoffeln,
    Sechswochen, Nieren echt, Schneeflocke, echt, Staude-Bohnen, in 30er beste Sorten,
    empfiehlt billigst Rulemann Hientzsch,
    Lindenberg u. Berlin N., Brunnenstr. 16.


    Nachtrag Sonntag, den 20. Februar 1881 (No. 21), Kreis-Nachrichten

    Hönow. Am 16. d. M. Nachmittags gegen 4 Uhr brach in einem Familienhause des hiesigen Gutes Feuer aus, was anfänglich das ganze Gebäude in Mitleidenschaft zu ziehen drohte. ... Die aufopfernde Thätigkeit der Herren Rauch und Richter, die zuerst auf der Brandstätte waren, findet die allgemeinste Anerkennung, ebenso die geschickte Leitung der Spritze durch den Spritzenmeister Flöricke. ... Das Feuer ist durch die Fahrlässigkeit eines 10 jährigen Knaben, der auf dem Bodenraum ein Streichholz ansteckte, um damit zu leuchten, entstanden. ... Am 15. Februar waren es gerade 51 Jahre, wo zum letzten Male ein Gebäudebrand im hiesigen Orte stattgefunden hat; denn in der Nacht vom 14. zum 15. Februar 1830 wurde hierselbst das Wohngebäude des damaligen Schulzen Haase durch Feuer zerstört.


    Mittwoch, den 23. Februar 1881 (No. 22), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Blumberg. 21. Februar. ... Dr. Luther sprach: Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr ein Leben lang! - Nun, unsere Blumberger sind dann keine Narren, das zeigte sich auf's Deutlichste am gestr. Sonntag, wo der Blumberger Männer-Gesangverein "Hoffnung" unter Mitwirkung des Hönower Gesangvereins "Eintracht" und der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau die Feier seines zweijährigen Bestehens durch ein Concert in dem reichgeschmückten Saale des Hamman'schen Gasthofes vor einer zahlreichen geladenen Zuhörerschaft beging. ...


    Mittwoch, den 16. März 1881 (No. 31), Amtliche Beilage, gekürzt

    Nachstehender
    Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1881
    wird hierdurch bekannt gemacht:

    I. Alt-Landsberg, im Schützenhause.
    Am Mittwoch, den 20. April cr., früh 8 Uhr: Eiche mit Hellersdorf, Mehrow, ...
    V. Bernau, im früher Siesch'schen, jetzt Jusewski'schen Restaurant
    Am Freitag, den 6. Mai cr., früh 8 Uhr: Lindenberg, ...
    Am Montag, den 9. Mai cr., früh 8 Uhr: Ahrensfelde, Blumberg mit Eliseneau


    Nachtrag Mittwoch, den 23. März 1881 (No. 34), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter den Ochsen des Rittergutes Blumberg ist die Maulseuche ausgebrochen.
    Blumberg, den 20. März 1881.
    Der Amtsvorsteher. Altenburg


    Nachtrag Sonntag, den 27. März 1881 (No. 36), Anzeigen

    Die Beleidigung der verehelichten Florentine Kirschbaum, die in der Voraussetzung der Wahrheit geschehen, ist durch schiedsmännischen Vergleich zurückgenommen worden.
    Hönow, den 25. März 1881.
    Frau Louise Bugge.


    Mittwoch, den 6. April 1881 (No. 40), Anzeigen

    Saatgerste verkauft W. Grün, Blumberg.


    Nachtrag Freitag, den 22. April 1881 (No. 46), Anzeigen

    Die gegen Wilhelm Lindemann hierselbst am 13. März cr. öffentlich grundlos ausgesprochene Beleidigung nehme ich hierdurch zurück.
    Mehrow, den 19. Apri 1881.
    Adolf Thürling.

    Eine alte Frau zum Hüten der Gänse wird sofort gewünscht, sowie ein gutes Dienstmädchen vom Lande zum 1. Juli. Näheres bei Frau Elste, Amt Biesenthal.


    Nachtrag Freitag, den 29. April 1881 (No. 49), Anzeigen

    Saat-Kartoffeln, Daber'sche und Lübbenauer, hat noch einige Wispel billig abzugeben
    Hientzsch, Lindenberg.


    Nachtrag Sonntag, den 1. Mai 1881 (No. 50), Kreis-Nachrichten

    Seefeld. Am 25. April d. J. war der Herr Pastor Göroldt 25 Jahre in der Parochie Seefeld im Amte ...

    Neuenhagen. Ein bedeutender Fund alter Silbermünzen aus dem 16. Jahrhundert ist hier gemacht worden. Sie rühren aus den Regierungszeiten Joachim II. von Brandenburg, Herzogs Georg von Sachsen und Kaisers Ferdinand her, deren Bildnisse die Münzen in selten schöner Prägung enthalten. ... Die glücklichen Eigenthümer sind die Herren Bohne und Stromer aus Alt-Landsberg, in deren Garten hierselbst die Münzen beim Graben in einem irdenen Topfe verpackt gefunden worden.


    Sonntag, den 1. Mai 1881 (No. 50), Amtliche Beilage, gekürzt.

    Nachweisung
    des vollen und zu erhebenden Klassensteuer-Jahressolls des Kreises Niederbarnim pro 1881/82

    Nr. Ortschaft volles zu erhebendes
     Klassensteuer-Jahressoll [Mark]
    2.  Ahrensfelde   66   47,52
    14.  Blumberg   1527   1099,44
    15.  Blumberg, Gut   222   159,84
    29.  Eiche   702   505,44
    30.  Elisenau, Gut   33   23,76
    47.  Hellersdorf, Gut   78   56,16
    74.  Lindenberg   1317   948,24
    85.  Mehrow   444   319,68

    [insgesamt 157 Ortschaften, Mehrow nicht nach Dorf und Gut unterschieden]


    Nachtrag Freitag, den 6. Mai 1881 (No. 52), Anzeigen

    Zwei Frauen zum Graben werden verlangt bei C. ALbrecht, Sattlermstr.


    Freitag, den 6. Mai 1881 (No. 52), Anzeigen

    Lindenberg. Sonntag, den 8. Mai cr.: Große Tanzmusik, wozu einladet A. Bolle, Restaurateur.


    Nachtrag Sonntag, den 8. Mai 1881 (No. 53), Amtlicher Theil, gekürzt

    Allerhöchster Erlaß,
    betreffend die Verleihung der Chausseegelderhebung an den Kreis Niederbarnim: 1) für die neuerbaute Chaussee von Rummelsburg nach Friedrichshain, 2) für die neuerbaute Chaussee von Zerpenschleuse nach Lanke.
    ...

    Nachtrag Sonntag, den 8. Mai 1881 (No. 53), Anzeigen

    Bekanntmachung.
    Die Feier des diesjährigen Hussitenfestes findet am Montag, den 23. Mai d. Js., Vormittags 8 Uhr, in der althergebrachten Weise statt. Die hiesigen Einwohner werden zur recht zahlreichen Beiwohnung dieser Feierlichkeit hiermit eingeladen.
    Bernau, den 2. Mai 1881.
    Der Magistrat. Paetzold.


    Sonntag, den 8. Mai 1881 (No. 53), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. 5. Mai. In diesen Tagen ist der Platz vor den hiesigen beiden Schulhäusern mit zahlreichen Bäumen besetzt worden, wodurch derselbe schon jetzt ein hübscheres Ansehen gewonnen hat und später unserem Dorfe gewiß zu ganz besonderer Zierde gereichen wird. - Der nach Ostern begonnene Neubau der Spitze unseres Kirchthurmes schreitet rüstig fort. Derselbe wird noch einen eigenartigen Schmuck dadurch erhalten, daß einige Bestandtheile der vor Kurzem in Spandau abgebrochenen uralten Thürme Verwendung finden. - Die Baulust hier ist in diesem Jahre womöglich noch größer, als im vorigen. Unter Anderem führt der Gastwirth Herr Hamman am "Markte" ein neues stattliches Gasthofgebäude auf. -n.


    Mittwoch, den 11. Mai 1881 (No. 54), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. 9. Mai. Beim Abbruch des alten Hamman'schen Gasthofes hierselbst wurden unterhalb des Feuerheerdes die Ueberreste eines Menschen aufgefunden. Man vermuthet, daß dieselben einem französischen Officier angehören, welcher, wie sich die bekannten ältesten Leute dieses Mal noch erinnern wollen, zur Zeit, als die Franzosen in der Mark hausten, auf nicht aufgeklärte Weise hier seinen Tod gefunden haben soll.


    Nachtrag Freitag, den 13. Mai 1881 (No. 55), Kreis-Nachrichten

    Malchow. Seit dem 1. d. Mts. sind am hiesigen Orte und im benachbarten Ahrensfelde Postagenturen in Wirksamkeit getreten, welche sich mit der Annahme von Postsendungen aller Art befassen. Mit der hiesigen Postagentur ist der Fernsprechbetrieb vereinigt und können hier auch Telegramme zur Einlieferung gelangen.


    Nachtrag Freitag, den 13. Mai 1881 (No. 55), Vermischte Nachrichten

    Berlin. Ueber die Hundswuth-Bacterie schreibt das "Journal für Gesundheitspflege": In einer der letzten Sitzungen der französischen Akademie der Wissenschaften hat der berühmte Naturforscher Pasteur ein neues, höchst merkwürdiges Ergebnis seiner Arbeiten ... bekannt gegeben. ...

    Bekanntmachung.
    Der Bau einer Leichenhalle und eines Einfahrts-Portals auf dem neu angelegten Kirchhof der hiesigen St. Marienkirche ... soll .. verausgabt werden. ...
    Bernau, den 6. Mai 1881.
    Die Kirchhofs-Commission. I.V.: A. Wernicke.


    Nachtrag Sonntag, den 15. Mai 1881 (No. 56), Anzeigen

    H. Winterstein, Zahnkünstler in Bernau,
    empfiehlt sich zur Anfertigung künstlicher Zähne und Gebisse nach den neuesten Erfindungen.
    Zähne-Reinigen, Plombiren etc.


    Mittwoch, den 18. Mai 1881 (No. 57), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 13. Mai 1881.
    Das in Nr. 58 des Kreisblattes pro 1880 veröffentlichte Tableau der Impfbezirke und der Bezirks-Impfärzte des Niederbarnimer Kreises bleibt pro 1881 in Wirksamkeit bis auf die nachfolgende Abänderung: ...
    Impfbezirk Nr. 22.
    Bezirks-Impfarzt, pract. Arzt Dr. Prengel zu Alt-Landsberg.
    a) Amtsbezirk Ahrensfelde, bestehend aus Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf.
    b) vom Amtsbezirk Neuenhagen: Seeberg und Hönow.
    c) Amtsbezirk Löhme, bestehend aus Löhme, Seefeld, Krummensee.
    Die vorstehenden Ortschaften werden hierdurch von dem Impfbezirk Nr. 9 (Dr. Heimann - Alt-Landsberg) abgetrennt.
    Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


    Nachtrag Montag, den 23. Mai 1881 (No. 59), Anzeigen

    Alt-Landsberg.
    Hierdurch zeige ich ergebenst an, daß ich mein Amt als Bezirks-Impfarzt unter dem 19. d. Mts. freiwillig niedergelegt habe.
    Die Tage, an denen ich privatim impfen werde, mache ich später bekannt, da augenblicklich in Alt-Landsberg und Umgebung die Masern noch nicht erloschen sind.
    Heymann, pract. Arzt.


    Nachtrag Mittwoch, den 25. Mai 1881 (No. 53), Anzeigen

    Bekanntmachung.
    Mahlsdorf, den 21. Mai 1881.
    Die Dächer der Kirche und des Thurmes zu Mahlsdorf sollen umgedeckt werden. Die Arbeit wird im Wege der Submission vergeben und wollen Gewerbsbeflissene ihr Mindergebot dem Vertreter des Gemeinde-Kirchenraths, Gemeinde-Vorsteher Dubick zu Mahlsdorf, bald abgeben, wo ihnen der Kostenanschlag der Königlichen Regierung vorgezeigt werden wird.
    Der Gemeinde-Vorsteher. Dubick.


    Sonntag, den 29. Mai 1881 (No. 61), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. 23. Mai. Der Bau des oberen Theiles unseres Kirchthurmes schreitet rüstig vorwärts und hat man von den ihn umgebenden Gerüsten einen herrlichen Blick auf die umliegenden Ortschaften bis nach Berlin hin, dessen Straßenzüge sich bei klarem Wetter deutlich erkennen lassen. Auch unser Ort selbst nimmt sich, von dieser Höhe aus gesehen, geradezu reizend aus, und herrscht allseitig der Wunsch, daß ein Photograph diese Gelegenheit benutzen und einige Ansichten Blumberg's aus dieser Perspektive aufnehmen möchte, was freilich bald geschehen müßte, da die festen Gerüste demnächst abgenommen werden. Auf guten Absatz der Ansichten ist sicher zu rechnen. -n.


    Sonntag, den 29. Mai 1881 (No. 61), Amtliche Beilage, gekürzt

    Mit Bezug auf die Verfügung der Königlichen Regierung, Abtheilung für directe Steuern, Domainen und Forsten zu Potsdam vom 15. März 1881 werden in Nachstehendem die festgesetzten Steuer-Ablieferungstage der einzelnen Erhebungsbezirke mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß die Steuern derjenigen Hebebezirke, deren Ablieferungstage auf einen Sonn- oder Feiertag fallen, an dem vorangehenden Werktage zur unterzeichnenden Kasse abzuliefern sind. ...
    Berlin, den 26. Mai 1881.
    Königliche Nieder-Barnimer Kreis-Kasse. Braun.

    Bezeichnung des Ablieferungstages / Hebebezirke
    9.  Ahrensfelde; ...
    10.  Blumberg, Gemeinde; Blumberg, Gut; Elisenau; ...
    11.  Eiche; ...
    14.  Lindenberg; ...
    15.  Mehrow, Gemeinde; Mehrow, Gut; ...


    Nachtrag Freitag, den 3. Juni 1881 (No. 63), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 28. Mai 1881.
    Der Kaufmann Salomon zu Neu-Weißensee beabsichtigt auf seinem an der Gustav-Adolphstraße daselbst belegenen ... Grundstücken einen Schlacht- und Viehhof anzulegen. ...
    Königlicher Landrath Niederbarnimer Kreises, Geheimer Regierungs-Rath. Scharnweber


    Nachtrag Sonntag, den 5. Juni 1881 (No. 54), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 27. Mai 1881.
    Diejenigen Herren Amtsvorsteher, in deren Bezirke sich Sandschellen befinden, werden, soweit dies noch nicht geschehen, an die schleunigste Einreichung der durch meine Circular-Verfügung vom 31. März 1881 L. 4306 vorgeschriebene Nachweisung über die vorhandenen Sandschellen erinnert.
    Der Landrath, Geheimer Regierungs-Rath. Scharnweber.


    Freitag, den 10. Juni 1881 (No. 65), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Der Weg von Carow nach Lindenberg ist wegen Umbau der Brücke auf hiesiger Feldmark für Fuhrwerk und Reiter vom 7. Juni d. J. ab bis zur Fertigstellung der Brücke und Pflasterung gesperrt.
    Lindenberg, den 2. Juni 1881.
    Der Gemeinde-Vorsteher. Lehmann.


    Sonntag, den 12. Juni 1881 (No. 66), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 8. Juni 1881.
    Da der practische Arzt Dr. Heymann zu Alt-Landsberg die Geschäfte als Bezirks-Impfarzt des Impfbezirks Nr. 9 niedergelegt hat, so wird dieser Bezirk pro 1881 dem practischen Arzt Dr. Prengel zu Alt-Landsberg übertragen.
    Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim. Scharnweber


    Mittwoch, den 18. Juni 1881 (No. 67), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter den Pferden der Schloß-Meierei Blumberg ist die Rotzkrankheit ausgebrochen.
    Blumberg, den 13. Juni 1881.
    Der Amts-Vorsteher. Altenburg.


    Freitag, den 17. Juni 1881 (No. 68), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Rindvieh der Schloß-Meierei Blumberg ist die Maulseuche [!] ausgebrochen.
    Blumberg, den 15. Juni 1881.
    Der Amts-Vorsteher. Altenburg.


    Freitag, den 17. Juni 1881 (No. 68), 1. Amtliche Beilage, gekürzt

    Bekanntmachung.
    ...
    Namentliche Liste der im Jahre 1881 classificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften.

    C. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt.
    45.  Gathow, August Fried. Wilhelm  Blumberg  Landwehr-Infanterist
    46.  Grün, Wilhelm  do.  do. -Cavallerie-Gefr.
    47.  Flöricke, Fried. Wilhelm  do.  do. -Infanterist
    53.  Wilke, Carl August  Lindenberg  do. -Infanterist
    54.  Hagert, Carl  do.  do. -Infanterist
    55.  Wilke, Albert Heinr  do.  do. -Artill.-Gefr.


    Sonntag, den 19. Juni 1881 (No. 69), Anzeigen

    Eine Partie Stroh hat abzugeben Gottfr. Ebel, Blumberg.

    Dominium Blumberg sucht sofort oder zum 1. Juli d. Js. ein Stubenmädchen.


    Freitag, den 24. Juni 1881 (No. 71), Nichtamtlicher Theil

    Zur Geschichte einiger Ortschaften des Kreises Niederbarnim
    4. Ahrensfelde ...


    Nachtrag Freitag, den 24. Juni 1881 (No. 71), Anzeigen

    Gute Maurergesellen finden sofort dauernde Arbeit bei erhöhter Löhnung beim Bauunternehmer Kohly in Lindenberg.


    Sonntag, den 26. Juni 1881 (No. 72), Nichtamtlicher Theil

    Zur Geschichte einiger Ortschaften im Kreise Niederbarnim
    5. Mehrow
    Im Anfange des 14. Jahrhunderts besaß dieses, 1 1/2 Meilen nordöstlich von Berlin und 1 Meile westlich von Alt-Landsberg belegene Dorf ein Alverich v. Schneitlingen als Ritterlehn, nach dessen Tode der Markgraf Ludwig im Jahre 1327 einen Bürger Steinicke [!], gen. von Zehlendorf, mit Hebungen belehnte (Riedel XI, 305). Andere Hebungen an Pacht und Zins von 4 Hufen erwarb ein Berliner Bürger Tyle Bruck 1344, zur Schenkung für einen Altar zu Berlin (Gercken, Cod. VI, 442. Riedel, 307). Wer damals Gutsherr geworden, ist nirgends erwähnt. Erst das Landbuch giebt hierüber (S. 64, Nr. 6), wie über die Verhältnisse des Dorfes Auskunft, indem es sagt: "Mere" hat 52 Hufen, wovon 4 dem Pfarrer und 1 der Kirche gehören. Der Schulze (später 4 Lehnhufen) giebt 1 Talent (für das Lehnpferd), die übrigen Hufen geben Pacht, Zins und Bede. Es waren 5 Kossäthen vorhanden, von denen 2 der Kirche und 3 dem (Gutsherrn) Johannis von Wyningen zinsten; der Krug gab 6 Schillinge und eine Hufe. Von diesen Abgaben erhob: einer Namens Palmdach den Zins von 14 Hufen, ein Altar in Bernau 3 Talente vom Zinse und v. Wyningen die Bede, der auch die höhere Gerichtsbarkeit und den Wagendienst hatte. Nach einer Urkunde von 1438 waren nun zwar die Gevetter Rathenow im Besitz von Hebungen, Gericht, Kirchlehe [!], Diensten und Rauchhühnern und hatten somit die gutsherrlichen Rechte (Riedel XI, 343), allein dies muß nur vorübergehend gewesen sein, denn nach dem Schoßkataster von 1450 befand sich der Kurfürst im Besitz des Dorfes (Landbuch 276, 3), von welchem er 1467 einen Heintze Hobeck, der zu Schöneiche angesessen war, mit der Hälfte belehnte. Wer die andere Hälfte des Dorfes damals im Besitz hatte, ist nicht anzugeben. Beide Antheile gelangten hierauf aber an die Familie von Britzke zu Britz in [!] Teltow, welche solche bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts inne hatten. Von einem Rittergute oder ritterfreien Hufen findet sich bis 1617 keine Spur, sondern erst das Schoßkataster von 1624 erwähnt, daß Alexander v. Britzke (bei Eickstedt 362 Heine v. B. genannt) einen Bauernhof mit 4 Hufen ausgekauft und freigewilligt erhalten habe (Fidicin 86). Außer diesem Bauernhofe gehörte dem v. Britzke auch der Lehnschulzenhof, welchen schon 1454 Georg Borßellitz oder Borsewitz ausgekauft und einem Bürger Heinrich Krewitz zu Berlin, dieser aber an die v. Britzke veräußert hatte. 1624 waren 3 Kossäthen und 8 Hüfner mit 43 Pachthufen. Im Jahre 1716 wurde mit diesem Rittergute, wie es nunmehr genannt wurde und dessen Areal in neuerer Zeit durch den ferneren Auskauf von Bauerngütern noch vergrößert ward, der Kammerdiener Thomas Streit belehnt, nach dessen Tode es auf seinen Stiefsohn, den Hofrath Philipp [!] Franz Laging und 1726 auf dessen Wittwe, 1750 auf den Amtsrath Peckel [!], 1764 auf den Kriegs-Commissarius Lehr, 1773 auf die Kriegsrath Oland'schen Eheleute, 1782 auf die Oberhofmeisterin Oranie Luise von Keith, geb. Freiin von Keyphausen, sodann auf den Kammerherrn Freiherrn von Keith, hiernächst 1816 auf den Gutsbesitzer und endlich auf den Gutsbesitzer Martin Heyse überging. s-n.


    Nachtrag Mittwoch, den 29. Juni 1881 (No. 73), Anzeigen

    Ein Pferdeknecht und ein Kuhknecht finden sofort Dienst auf Rittergut Hellersdorf.


    Nachtrag Mittwoch, den 6. Juli 1881 (No. 76), Nichtamtlicher Theil, gekürzt

    Berliner Local-Nachrichten.
    Ueber ein schreckliches Ereigniß, den Selbstmord respektive Mord einer ganzen Familie, bestehend aus Mann, Frau und 4 Kindern geht uns folgende Mittheilung zu ...


    Nachtrag Freitag, den 8. Juli 1881 (No. 77), Kreis-Nachrichten

    Malchow. Am Freitag früh war der 18jährige Maurergeselle Friedrich Schmidt aus Schönwalde auf dem Gute des Rittergutsbesitzers Simon mit dem Abbruch einer zu einem früheren Stallgebäude dienenden Giebelwand beschäftigt. Schmidt wollte die Mauer in ihren Grundfesten derart lockern, daß dieselbe alsdann mit Stricken umgeworfen werden konnte. Nachdem diese Arbeit bis zum Anlegen der Stricke vollendet war, stürzte plötzlich die Mauer zusammen und begrub unter ihren Trümmern den hoffnungsvollen jungen Mann, der als eine unkenntliche Fleischmasse unter den Trümmern hervorgeholt wurde. Ob dem mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Bauführer schuld an dem beklagenswerthen Unglücksfall zuzuschreiben, wird die gerichtliche Untersuchung ergeben.


    Mittwoch, den 13. Juli 1881 (No. 79), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh der Schloß-Meyerei Blumberg, sowie die Rotzkrankheit unter den Pferden daselbst ist erloschen.
    Blumberg, den 11. Juli 1881.
    Der Amts-Vorsteher. Altenburg.


    Freitag, den 22. Juli 1881 (No. 83), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Die tropische Hitze, welche seit einigen Tagen herrschte, hat hier ein Opfer gefordert und zwei Familien in tiefe Trauer versetzt. Der Gastwirth Hecht von hier, welcher am 19. d. Mts. seiner Beschäftigung auf dem Felde oblag, fiel plötzlich, vom Sonnenstich befallen, um und verstarb nach wenigen Minuten. Ein Arbeiter, welcher ebenfalls vom Sonnenstich befallen ist, liegt noch krank darnieder und soll sehr wenig Hoffnung vorhanden sein, ihn am Leben zu erhalten.


    Freitag, den 22. Juli 1881 (No. 83), Nichtamtlicher Theil

    Zur Geschichte einiger Ortschaften des Kreises Niederbarnim
    7. Lindenberg ...


    Nachtrag Mittwoch, den 27. Juli 1881 (No. 85), Kreis-Nachrichten

    Löhme. Bei den am Mittwoch abend und Donnerstag früh stattgehabten Gewittern hat es auf der hiesigen Feldmark zweimal eingeschlagen. der eine Schlag hat eine an dem Werneuchener Wege stehende Weide getroffen und diese der Länge nach auseinander gesprengt, ohne zu zünden. Die Rinde ist völlig losgetrennt und zeigt der Stamm verschiedene Längsrisse von der Krone nach dem Erdboden, ohne daß irgend ein Stück Holz losgelöst ist. ...


    Nachtrag Freitag, den 29. Juli 1881 (No. 86), Kreis-Nachrichten

    Bernau. Vor einiger Zeit kam die betrübende Nachricht aus West-Preußen, daß in den dortigen großen Landseen unter den Krebsen eine Krankheit herrsche, die in kurzer Zeit sämmtliche Krebse vernichtet habe und mit dem Namen die Krebspest bezeichnet wurde; aus diesem Grunde stiegen die Preise der hiesigen Krebse in erheblicher Weise, indem von hier aus viele nach dort verkauft wurden, um die ausgestorbenen Seen wieder zu bevölkern; leider müssen wir jetzt erleben, daß auch bei uns die Krebspest ausgebrochen ist; wie uns von kundiger Seite mitgetheilt wird, sind in einem Biesenthaler See schon vor längerer Zeit die Krebse davon befallen worden und in ganz kurzer Zeit war der See von Krebsen leer. Jetzt wird uns berichtet, daß auch in dem Lanker Hellensee die Pest aufgetreten sein soll, da nun der Ober-, der Liepnitz- ja auch der Plötzensee untereinander mit Gräben verbunden sind, so ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die Pest unsere besonders bei Kindern beliebten Krebse vernichten wird. Noch wollen wir hinzufügen, daß die von der Pest befallenen Krebse, so lange sie noch Leben haben, keinen Schaden auf die Gesundheit des Menschen ausüben, wenn solche unter gesunden Krebsen mit sollten gekocht und gegessen werden.


    Freitag, den 29. Juli 1881 (No. 86), Anzeigen

    Auf dem hiesigen Dominium hat sich ein Schaf angefunden, welches gegen Erstattung der Insertionsgebühren und Futterkosten in Empfang genommen werden kann.
    Mehrow, den 24. Juli 1881.
    Der Amtsvorsteher.


    Nachtrag Sonntag, den 7. August 1881 (No. 90), Kreis-Nachrichten

    Neuenhagen. Namenloses Unglück hätte neulich beim Läuten der hiesigen Glocken entstehen können. Während des Läutens der Letzteren wurde nämlich die Mittelglocke - etwa 8 bis 10 Centner schwer - aus einem der Lager gehoben und fiel mit einem furchtbaren Getöse auf den obern Dielenbelag, so daß mehrere starke Bohlen durchschlagen wurden. Ein Balken, auf dem die Glocke sich festsetzte, bewahrte die letztere vor weiterem Herabfallen. Ein junger Mann, der die Glocke gezogen hatte, konnte sich noch durch rechtzeitiges Beiseite-Springen von seinem Tode retten, da sie ihn sonst unrettbar getroffen hätte. Ein von Berlin herbeigerufener Glockengießer hat die Glocke mit Hilfe mehrerer Zimmerleute und den entsprechenden Hebe-Vorrichtungen wieder aufgehängt und Einrichtungen getroffen, daß ein solcher Fall nicht wieder vorkommen kann.

    Seeberg. Der ehemalige Gemeinde-Nachtwächter Fr. Schmidt hierselbst, ein 82jähriger Greis, ist am 2. d. M. in seiner Wohnung im Gemeindehause hier erhängt gefunden worden. Er hatte schon öfters geäußert, daß er keine Lust mehr am Leben habe und sich noch aufhängen werde. Sonstige Beweggründe zu diesem Entschluß hat er nicht gehabt.


    Nachtrag Freitag, den 19. August 1881 (No. 95), Kreis-Nachrichten

    Oranienburg. Das Verschwinden eines ehemaligen Rentiers Z. aus der Kanalstraße giebt viel zu sprechen. Man glaubt daß er den Tod gesucht hat und daß ein, aus dem Kanal gezogene, leider aber bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche ihm angehöre. Mit Bestimmtheit konnte dies jedoch nicht festgestellt werden.


    Freitag, den 19. August 1881 (No. 95), Anzeigen

    Lindenberg.
    Sonntag, den 21. August 1881: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet
    Gathow, Restaurateur.


    Nachtrag Sonntag, den 21. August 1881 (No. 96), Kreisnachrichten

    Bernau. Bezüglich der Krebspest im Liepnitz-, Ober- und Hellensee sind verschiedene Anfragen über diese Pest selbst und deren Entstehung an uns ergangen. Von befreundeter Seite ist uns nun folgende Mittheilung gemacht: Die Krebspest entsteht durch einen Parasiten (Distoma eirrigerum), der in den Krebs von außen eindringt, das Muskelgewevbe bewohnt, dasselbe ähnlich wie die Trichine durchandert und sich dann darin einkapselt. Man findet mitunter 100 bis 200 dieser egelartigen Thiere in einem Krebse.


    Nachtrag Sonntag, den 28. August 1881 (No. 99), Anzeigen

    Neu-Weißensee.
    Ein Grundstück an der hiesigen Charlottenburger Straße, sowie mehrere Baustellen an der Friesickstraße (!) sind billig zu verkaufen. Das Grundstück ist bebaut und dürfte sich für Gärtner oder Geflügelzüchter eignen. Näheres bei
    Liebheim, Gemeinde-Einnehmer.


    Nachtrag Mittwoch, den 31. August 1881 (No. 100), Kreis-Nachrichten

    Bernau. Wie vorsichtig man beim Setzen resp. Aufrichten von Grenzsteinen sein muß, darüber hat das Reichsgericht am 10. März 1881 folgende Entscheidung getroffen: ... §. 274. Nr. 2 des Strafgesetzbuches lautet: Mit Gefängniß, neben welchem auf Geldstrafe bis zu dreitausend Mark erkannt werden kann, wird bestraft, wer einen Grenzstein oder ein anderes zur Bezeichnung einer Grenze oder eines Wasserstandes bestimmtes Merkmal in der Absicht, einem Andern Nachtheil zuzufügen, wegnimmt, vernichtet, unkenntlich macht, verrückt der fälschlich setzt. ...


    Mittwoch, den 31. August 1881 (No. 100), Anzeigen

    Am letzten Sonntag wurde mir im Hamann'schen Lokale zu Blumberg mein Hut verwechselt. Ich bitte, denselben mir umzutauschen.
    Adolf Müller, Steinmetz, Bernau


    Freitag, den 2. September 1881 (No. 101), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Wie mir von den Herren Impfärzten mitgetheilt, sind, obgleich die Impfzeit beinahe vorüber ist, dennoch eine große Zahl Impfpflichtiger noch nicht vorgestellt worden.
    Unter Verweisung auf unsere Bekanntmachung vom 24. Mai cr. machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß die Nichtbefolgung der gegebenen Vorschriften strenge Bestrafung zur Folge hat.
    Bernau, den 29. August 1881.
    Die Polizei-Verwaltung.


    Freitag, den 2. September 1881 (No. 101), Anzeigen

    Lindenberg.
    Sonntag, den 4. September 1881: Große Tanzmusik, wozu einladet A. Bolle, Restaurateur.


    Sonntag, den 4. September 1881 (No. 102), Anzeigen

    Für Kriegervereine liefert zum Prämienschießen leihweise Hinterladerbüchsen nebst Munition (Metallpatronen) zu billigen Preisen
    Central-Waffen-Depot, Berlin Centrum, Gipsstraße 26.


    Sonntag, den 18. September 1881 (No. 108), Anzeigen

    Ein Mädchen für Alles wird zum 1. October verlangt bei A. Rinel, Pankow.

    Ein Mädchen für Alles (Lohn 90 Mark) wird zum 1. October verlangt von
    A. Wiedemann, Alt-Landsberg.


    Freitag, den 23. September 1881 (No. 110), Anzeigen, gekürzt

    Subhastations-Patent.
    Das dem verstorbenen Arbeiter Gottlieb Kosch zu Blumberg resp. dessen Erben gehörige, zu Blumberg belegene, im Grundbuch von diesem Orte Band I., Nr. 21 verzeichnete Grundstück nebst Zubehör soll den 27. September 1881, Vormittags 9 Uhr an hiesiger Gerichtsstelle im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags den 27. September 1881, Mittags 12 Uhr an hiesiger Gerichtsstelle verkündet werden.
    Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grundsteuer, bei einem derselben unterliegenden Gesammt-Flächenmaß von 4 a 66 qm mit einem Reinertrag von 0,26 Thlr. und zur Gebäudesteuer mit einem jährlichen Nutzungswerth von 56 Mark veranlagt. ...
    Alt-Landsberg, den 27. Juli 1881.
    Königliches Amtsgericht.


    Mittwoch, den 28. September 1881 (No. 112), Kreis-Nachrichten

    Lindenberg bei Berlin. Am 8. September constatirte der amtliche Fleischbeschauer H. Oxner Trichinen in einem von ihm untersuchten Schlachtschweine.

    Blumberg. Aus C. F. Pilger's Buchdruckerei (L. Röther) in Bernau ist soeben unter dem Titel "Nachrichten über das Dorf und Gut Blumberg im Kr. Nieder-Barnim und die damals und jetzt dazu gehörigen Ortschaften" eine Geschichte unseres Dorfes hervorgegangen. Die kleine Schrift zerfällt in vier Theile, von denen der erste eine Biographie des märkischen Staatsmannes und Dichters von Kanitz [!], Blumberg's berühmtesten Besitzers, enthält, der zweite die Geschichte Blumberg's selbst, der dritte Kirche, Pfarre und Schule behandelt und der vierte Einiges über die Ortschaften Eiche, Hellersdorf, Elisenau. Falkenberg und Dahlwitz mittheilt. Die Kirche von Blumberg ist bekanntlich reich an Ahnenbildern und sonstigen Denkmalen aus früherer Zeit.


    Sonntag, den 2. October 1881 (No. 114), Anzeigen

    Ein seht guter Einspänner-Wagen steht zum Verkauf. Näheres ertheilt Gastwirth Hammann, Blumberg.


    Nachtrag Mittwoch, den 5. Oktober 1881 (No. 115), Kreis-Nachrichten

    Lanke. Am 23. d. Mts. fand die Abnahme der Chaussee-Strecke Bernau-Lanke statt. ...
    An der Grenze der Ladeburger Feldmark stand eine Ehrenpforte, in derselben ein Gedicht:
    "Willkommen (darunter zwei Hände)
    Es reichen einander die Hand,
    Nieder- und Oberbarnimer Land."
    Ladeburg gehört zum Oberbarnimer Kreis. ...


    Mittwoch, den 5. October 1881 (No. 115), Anzeigen

    Theater in Bernau (im Saale des Elysium)
    Neu einstudiert: Weibertränen wirken auf Christen, Juden, Heiden und Türken.
    Lustspiel in 1 Akt von A. Winterfeld.


    Nachtrag Freitag, den 7. October 1881 (No. 116), Anzeigen

    Bekanntmachung.
    Wegen Ausbesserung der Brücke zwischen Eiche und Hellersdorf ist der Weg vom Eicher Pflaster bis zu dem Hellersdorfer Pflaster, und der Weg, der nach Mahlsdorf führt, bis an die Prötzeler Chaussee auf 14 Tage gesperrt.
    Eiche, den 4. October 1881.
    Der Gemeinde-Vorstand. Giese.


    Freitag, den 7. October 1881 (No. 116), Anzeigen

    Theater in Bernau (im Saale des Elysium)
    Freitag, den 7. October 1881:
    Zum Benefiz für Herrn Hans Knapp. Neu einstudiert! Zum ersten Male!
    Von Sieben die Häßlichste.
    Lustspiel in 3 Akten und einem Vorspiel.


    Nachtrag Sonntag, den 9. October 1881 (No. 117), Kreis-Nachrichten

    Lichtenberg. Unser Ort kommt aus den Aufregungen gar nicht heraus. Kaum haben sich die Gemüther über die Schlägerei, bei der der Maurer J. tödtlich verletzt wurde, beruhigt, da wird uns schon wieder ein Vorfall mitgetheilt, der zwar noch ziemlich dunkel ist, sich durch die eingeleiteten Untersuchunge bald aufklären wird. ... (Fenstersturz der Frau des Schlächters)


    Freitag, den 14. October 1881 (No. 119), Amtliche Beilage, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 11. October 1881.
    Nachstehende Verordnung

    Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden, Deutscher Kaiser, König von Preußen ec. verordnen auf Grund der Bestimmung im § 14. des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reiches, was folgt:
    Die Wahlen zum Reichstage sind am 27. October1881 vorzunehmen.
    Urkundlich unter unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. Gegeben Berlin, den 31. August 1881.
    Wilhelm. Fürst von Bismarck.

    wird ... hiermit noch besonders publicirt.
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.

    Wahlbezirks-Eintheilung des Niederbarnimer Kreises
    zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage

    Nr.   Bestandtheile des Wahlbezirkes   Wahl-Local   Name des Wahlvorstehers   Name des Stellvertreters  
    2  Ahrensfelde  Schulzenamt daselbst  Gemeindevorsteher Haase daselbst  Gutsbesitzer Lichtenberger daselbst
    11  Blumberg, Gemeinde und Gut Schulzenamt daselbst  Amtsvorsteher Altenburg daselbst  Gemeindevorsteher Grün daselbst
    22  Eiche  Schulzenamt daselbst  Gemeindevorsteher Giese daselbst  Schöffe Möser daselbst
    55  Lindenberg  Schulhaus daselbst  Prediger Braun daselbst  Gemeindevorsteher Lehmann daselbst
    63  Mehrow, Gemeinde und Gut Amtsbureau daselbst  Amtsvorsteher Heyse daselbst  Gemeindevorsteher Thürling daselbst


    Freitag, den 21. October 1881 (No. 122), Anzeigen

    Futter-Runkeln täglich zu kaufen bei Lichtenberger in Ahrensfelde.
    Auf den Rieselfeldern: 18 Mark p. 24 Scheffel


    Nachtrag Sonntag, den 23. October 1881 (No. 123), Kreis-Nachrichten

    Blumberg, den 21. Oct. Am gestrigen Tage, Abends 11 1/4 Uhr, ist zu Berlin der Besitzer des hiesigen Gutes, Graf Georg von Armin*Zichow, Erbschatzmeister der Kurmark, K. K. Kammerherr, Oberstlieutenant und Kommandeur des Garde-Kürassier-Regiments, Flügeladjutant Sr. Maj. des Kaisers, infolge eines Gehirnschlages verstorben. Graf Georg war am 15. Juli 1832 geboren und hat somit ein Alter von nur etwas über 49 Jahren erreicht.


    Freitag, den 28. October 1881 (No. 125), Anzeigen

    Jeden Posten Brennerei-Kartoffeln kauft das Dominium Mehrow bei Berlin.


    Sonntag, den 30. October 1881 (No. 126), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Bernau. Wir bringen nachstehend aus den einzelnen Ortschaften die uns bis jetzt zugegangenen Nachrichten über das Ergebniß der Reichstagswahl am 27. October cr.

    Wahlbezirk    Lohren    Dr. Mendel    Arndt
    Lindenberg    55    46    -
    Mehrow    40    8    -
    Blumberg    159    1    -
    Ahrensfelde    24    15    -
    Eiche    11    11    -


    Nachtrag Sonntag, den 30. October 1881 (No. 126), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Hönow. Am 21. d. Mts. ist unser neu erbautes Schulhaus feierlich eingeweiht worden. Um 2 Uhr nachmittags versammelten sich die Gemeindemitglieder in der Schulstube des alten Hauses, wo auch unsere Schuljugend zum letzten Male Platz genommen hatte. ... Nachdem noch die Melodie gesungen "Laß mich Dein sein und bleiben", erfolgte der Umzug nach dem neuen Schulhause. ... Vor dem Eingange zum neuen Schulhause überreichte der Maurermeister Herr Liesegang aus Alt-Landsberg, welcher den Bau ausgeführt hat, den Schlüssel mit der entsprechenden Anrede dem Pastor Uhlmann, welcher die Thür mit den Worten öffnete "Unsern Eingang segne Gott ec.". Das neue Klassenzimmer war mit den Portraits Sr. Majestät des Kaisers und Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen geschmückt, welche der Kaufmann Herr Louis Pasch aus Berlin aus Anlaß der Einweihungsfeier der hiesigen Schule zum Geschenk gemacht hat. ... Nach Beendigung dieser Rede sang die Gemeinde ... worauf der Geistliche sich mit der Schule, dem Baumeister und einer Anzahl Gemeindemitglieder nach dem Keller begab, um hier noch die von dem Amts-Secretair Herrn Wagner aus Neuenhagen mit großer Sorgfalt ausgearbeitete Urkunde der Geschichte des Dorfes dem Fundament einzufügen. ...


    Freitag, den 11. November 1881 (No. 131), Anzeigen

    Jagd-Verpachtung.
    Die hiesige Jagd soll, da der bisherige Pächter, Herr Graf von Arnim - Blumberg, verstorben ist, anderweitig verpachtet werden. Dieselbe umfaßt ein Areal von ca. 3900 Morgen, incl. der Forst. Der hiesige Ort liegt ca. 1 1/2 Meilen von Berlin, unmittelbar an der Berlin-Stettiner Chaussee. Die Jagd ist bisher sehr geschont.
    Hierzu steht ein Termin auf Mittwoch, den 16. November cr. Vormittags 11 Uhr im hiesigen Gasthofe an, wozu Jagdliebhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die näheren Bedingungen im Termin bekannt gemacht werden.
    Ahrensfelde bei Berlin, 7. November 1881.
    Der Gemeinde-Vorsteher, Haase.


    Freitag, den 18. November 1881 (No. 134), Nichtamtlicher Theil, gekürzt

    Todesfälle an Infektions-Krankheiten
    im Kreise Niederbarnim im Monat October 1881

    Masern: -, Scharlach: 7, Diph. und Croups: 17, Scharlach und Diph.: 4, Unterleibstyphus: 2, Ruhr: -, Kindbettfieber: 1


    Freitag, den 18. November 1881 (No. 134), Anzeigen

    Mittwoch, den 9. November ist auf dem Wege von der Hirschfelder Forst bis Blumberg eine Axt, gez. H.H., verloren worden. Gegen gute Belohnung abzugeben bei Wittwe Hecht, Bernau.


    Sonntag, den 27. November 1881 (No. 138)

    Der Lahrer Hinkende Bote, Jahrgang 1882, ist wieder erschienen. Er ist ganz der alte, vieler empfehlender Worte wird er bei den Freunden echt populärer Lectüre darum nicht bedürfen. (Neue Frankfurter Presse) Vorräthig á 50 Pf bei L. Röther in Bernau.


    Freitag, den 2. December 1881 (No. 140), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Mittels Einbruchs sind dem Gastwirth W. Giese zu Eiche in der Nacht vom 25. d. M. aus dem verschlossenen Ladentischkasten
       5 Billardbälle, darunter 3 sogen. Wasser-Bälle,
       die Ladenkasse von ca. 2 Mr. und 3 Dtzd. Cigarren
    gestohlen worden. Indem vor Ankauf qu. Bälle gewarnt wird, ersuche ich, den Dieb im Betretungsfalle festnehmen und Anzeige erstatten zu wollen.
    Mehrow, den 28. November 1881.
    Der Amts-Vorsteher.


    Mittwoch, den 7. December 1881 (No. 142)

    Der Lahrer Hinkende Bote ist erschienen. Eines weiteren Hinweises auf diesen Kalender, den wir auch im fernsten Westen Amerika's bei den deutschen Ansiedlern stets gefunden haben, bedarf es wahrlich nicht. (Norddeutsche allg. Zeitung) ...


    Freitag, den 9. Dezember 1881 (No. 143), Anzeigen

    Holz-Auction.
    Am Montag, den 12. December cr. von Vormittags 10 Uhr ab sollen in der Ahrensfelder Kirchenheide an Ort und Stelle, wo die Birkholzer und Lindenberger Wege sich kreuzen, 18 rm Kloben, 15 rm Knüppel, 37 rm Stubben und 140 rm Reiser Kiefernholz meistbietend verkauft werden. Die Bedingungen des Verkaufs werden im Termin bekannt gemacht.
    Ahrensfelde, den 5. December 1881.
    Der Gemeindekirchenrath. Uhlmann, P.


    Freitag, den 16. December 1881 (No. 146), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 12. December 1881.
    Diejenigen Herren Bezirks-Impfärzte, welche noch mit Einreichung der Uebersichten über das Ergebniß der diesjährigen Impfungen im Rückstande sind, ersuche ich, mir die qu. Uebersichten, nebst der gesammelten Impflisten bis spätestens den 20. d. Mts. bestimmt einzureichen.
    Der Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber.


    Freitag, den 16. December 1881 (No. 146), Nichtamtlicher Theil

    Todesfälle an Infektions-Krankheiten
    im Kreise Niederbarnim im Monat November 1881.

    Masern: -, Scharlach: 13, Diph. und Croups: 12, Scharlach und Diph.: 6, Unterleibstyphus: 1, Ruhr: 1, Kindbettfieber: 2


    Freitag, den 16. December 1881 (No. 146)

    Die ganze Haltung des Kalenders (Lahrer Hinkender Bote) ist eine echte und freisinnige und dazu maßvolle und in jedem braven Hause und Herzen einen wohltuenden Eindruck zurücklassend, wie der ist, den wir empfinden, wenn wir so glücklich waren, eine Stunde mit einem Biedermanne von echtem Schrot und Korn zugebracht zu haben. (Heidelbg. Ztg.) ...


    Freitag, den 23. December 1881 (No. 149)

    Das populärste Weihnachtsgeschenk ist immer der Kalender, der ja in keinem Hause fehlen darf. Unter den Volkskalendern verdient vor allen der Lahrer Hinkende Bote genannt zu werden.
    (Ueber Land und Leute) ...


    Freitag, den 23. December 1881 (No. 149), Amtliche Beilage, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Berlin, den 12. December 1881.
    Nachdem der Provinzialrath der Provinz Brandenburg in Uebereinstimmung mit dem § 64 der Provinzial-Ordnung vom 29. Juni 1875 ... die Revision und endgültige Feststellung der von dem Herrn Minister des Innern ... in den Kreisen des Regierungsbezirks Potsdam gebildeten Amtsbezirke vorgenommen hat, ... wird das definitive Tableau der [insgesamt 50] Amtsbezirke des Kreises Niederbarnim hierdurch nachstehend zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
    Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber.

    Nummer und Name   Bestandtheile derselben
    des Amtsbezirkes Gemeinden   Selbständige Gutsbezirke  
    XIX.  Blumberg  Blumberg  Blumberg mit Vorwerk Elisenau
    XX.  Ahrensfelde  1. Mehrow  1. Mehrow
     2. Ahrensfelde  2. Hellersdorf
     3. Eiche  
    XXIII.  Malchow  1. Malchow  Malchow
     2. Carow  
     3. Lindenberg  


    Sonntag, den 25. December 1881 (No. 150), Amtliche Beilage, gekürzt

    Auf Grund des §. 1 der Polizei-Verordnung vom 20. August 1857 (Amtsblatt Seite 332) habe ich zu Bezirks-Kehrmeistern ernannt: ...
    9. für den Bezirk IX. Alt-Landsberg:
    den Schornsteinfegermeister Kielblock daselbst.

    Tableau
    der Schornsteinfeger-Kehrbezirke des Kreises Nieder-Barnim

    No. und Name des Kehrbezirkes: IX. Alt-Landsberg
    Bestandtheile:
    Stadt- resp. Amtsbezirk   Gemeinde-Bezirk   Guts-Bezirk  
    Alt-Landsberg. Stadtbezirk  Alt-Landsberg Stadt  
    Alt-Landsberg, Amtsbezirk    Alt-Landsberg Amt
       Amtsfreiheit, Neu-Hönow u. Radebrück pp.
    Löhme, Amtsbezirk  Krummensee  Krummensee
     Seefeld  Löhme
     Löhme  
    Blumberg, Amtsbezirk  Blumberg  Blumberg mit Elisenau
    Ahrensfelde, Amtsbezirk  Mehrow  Mehrow
     Ahrensfelde  Hellersdorf
     Eiche  
    Neuenhagen, Amtsbezirk  Neuenhagen  Neuenhagen
     Seeberg  
     Hönow  
    Fredersdorf, Amtsbezirk  Vogelsdorf  Vogelsdorf
     Bollensdorf  Bollensdorf
     Fredersdorf  Fredersdorf
     Petershagen  Eggersdorfer Forst
     Eggersdorf  
    Dahlwitz, Amtsbezirk  Dahlwitz  Dahlwitz mit Kickemal u. Hoppegarten pp.
    Biesdorf, Amtsbezirk  Biesdorf  Biesdorf
     Kaulsdorf  Mahlsdorf
     Mahlsdorf  

    Berlin, den 19. December 1881.
    Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.


    Mittwoch, den 28. December 1881 (No. 151)

    Der "Lahrer Hinkende Bote" ist wieder da, ein guter alter Bekannter! Man weiß ja seine feine Art, wie er Ernstes und Unterhaltendes, nützliche Mittheilungen und lustige Geschichten im bunten Kranze bringt. So ist auch der neue Jahrgang 1882. Man blättert und liest mit Behagen darin und findet auf jeder Seite, was einen ergötzt und interessiert. (Pfälzischer Kurier) ...


    Freitag, den 30. December 1881 (No. 152), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Dem Bauergutsbesitzer Gottfried Ebel wurde am 3. Weihnachtsfeiertag Nachmittags gegen 1 Uhr ein seltsamer Besuch abgestattet. Ein Rehbock kam nämlich im wilden Laufe auf dessen Hof gesprengt. Nachdem er mit dem Kopfe gegen die Wand eines Gebäudes gelaufen, verkroch er sich in einem offen stehenden Holzschuppen des Gehöfts, von wo das am ganzen Leibe zitternde, fast atemlose, sonst aber gesunde Thier abgeführt und in einen leeren Stall gesperrt wurde, woselbst er sich noch jetzt befindet. Obwohl der p. Ebel es an nichts fehlen läßt, den seltsamen Gast auf's Beste zu bewirthen, so lehnt er doch jede Freundlichkeit seines Wirthes bescheiden ab; ihm scheint nichts lieber zu sein, als die Freiheit, denn voltigirend probt er die Festigkeit der Wände und mißt die Höhe des hoch an der Decke befindlichen Fensters. Alles aber nützt ihm nichts, er wird seiner Entlassung oder Erlösung ruhig harren müssen.


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