Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1892 (39. Jahrgang),
gefunden im Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek (Westhafen)



Impressum

Erscheint Mittwochs, Freitags und Sonntags.

Abonnement
Ausgabe mit illustriertem Unterhaltungsblatt pro Quartal 1 Mk. 60 Pf., durch die Post bezogen 2 Mk.
Ausgabe ohne illustriertes Unterhaltungsblatt durch die Post bezogen 1 Mk. 50 Pf.

Mit verbindlicher Publikationskraft der amtlichen Bekanntmachungen der Kreisbehörden und der städtischen Behörden zu Bernau, sowie der Polizei-Verordnungen für den Kreis und die sämtlichen Amtsbezirke, städtischen und ländlichen Gemeinde- und Gutsbezirke.

Redakteur: Rudolf Paepke


Mittwoch, den 13. Januar 1892 (No. 6), Amtlicher Theil, gekürzt

Nachweisung
der den nachgenannten Einwohnern des Niederbarnimer Kreises auf Grund des § 157 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung, seit dem 1. Juli v. Js. bis jetzt bewilligten Altersrenten. [Jahresrenten !]

Namen und Vornamen.   Berufsstellung.   Wohnort.   Höhe der Rente pro Jahr.  
Beyer, Christian  Arbeiter   Ahrensfelde   162,60 Mk.
Ebel, Christian  Maurergeselle  Blumberg  163,20 Mk.
Wegener, Justine  Arbeiterin  Mehrow  106,80 Mk.
Zinn, Friedrich  Schafmeister  Mehrow  191,40 Mk.

Personal-Chronik
Die Gemeinde Hönow hat den Schmiedemeister Gustav Sommer daselbst zum Wägemeister und den Stellmachermeister Hermann Busse zum Stellvertreter bestellt.


Freitag, den 15. Januar 1892 (No. 7), Kreis-Nachrichten

Mehrow. Vorige Woche sind auf dem hiesigen Amte mehrere Säcke Kartoffeln gestohlen worden. Bis jetzt ist es nicht gelungen, den Dieb zu ermitteln.


Freitag, den 15. Januar 1892 (No. 7), Anzeigen

Holz-Auction.
Am Dienstag, den 19. Januar 1892, Vormittags von 9 Uhr ab
sollen hierselbst im "Gasthof zum deutschen Hause" nachstehende Durchforstungshölzer öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden:
25  Meter birken Kloben,
137  Meter birken Knüppel,
374  Meter birken und kiefern Reiser.
Die Hölzer stehen im Rehan [!] und können vorher besichtigt werden.
Blumberg, den 11. Januar 1892.
Die Forstverwaltung. Ziegner.

Runkelrüben, sowie gutes Haferstroh verkauft Heinrich Ebel, Blumberg.


Mittwoch, den 20. Januar 1892 (No. 9), Anzeigen

Frauen und Jungfrauen
benutzt bei Eurer Toilette ausschließlich Doering's Seife mit der Eule,
sie vermittelt und conserviert Schönheit und jugendfrisches Aussehen. Sie ist die beste Seife der Welt. Preis 40 Pfg.


Sonntag, den 24. Januar 1892 (No. 11), Anzeigen

Danksagung.
Für die Beweise der Liebe und Verehrung bei der Beerdigung des Halbbauers Carl Lindenberg, insbesondere aber dem Herrn Prediger Benecke aus Schwanebeck für die tröstenden Worte am Grabe sagen wir hiermit unsern herzlichsten Dank.
Eiche, den 21. Januar 1892.
Die trauernden Hinterbliebenen.


Mittwoch, den 27. Januar 1892 (No. 12), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. Ein bedenkliches Rencontre mit einem Wilddiebe hatte der berittene Gensdarm Stelling an einem der letzten Tage in der Ahrensfelder Haide. Der Beamte überraschte den Schlächtergesellen Albert Puttlitz aus Ahrensfelde, der als Wilderer berüchtigt ist, auf dem Anstande. Als der Wilderer den Gensdarmen sah, riß er blitzschnell sein Doppelgewehr an die Backe. Der Gensdarm hatte jedoch seinen Karabiner noch um eine Sekunde früher angelegt und rief: "Gewehr weg, oder ich schieße!". Der Wilderer ließ die Flinte fallen und wurde verhaftet. Beide Läufe waren mit Schrot "Nr. Null-Null" geladen und mit Zündhütchen versehen. Der rechte Hahn war bereits gespannt, so daß es der Gensdarm nur seiner Schnelligkeit zu danken hat, daß er nicht auf der Stelle erschossen worden ist. Bei dem Wilderer wurden auch zwei Säcke gefunden, in denen sich Blutspuren und Rehhaare befanden. Er gestand, daß er Tags vorher einen Rehbock geschossen habe. Gegen ihn ist bereits die Untersuchung wegen Widerstandes gegen einen Forstschutzbeamten eingeleitet worden. (B. N. N.)


Mittwoch, den 27. Januar 1892 (No. 12), Anzeigen

Holz-Auction.
Am Freitag, den 29. Januar d. J. von Vormittags 9 Uhr ab sollen hierselbst im "Gasthof zum Schwan" nachstehende Hölzer öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden:
132  Meter birken und kiefern Kloben,
52  Meter birken und kiefern Knüppel,
70  Meter Stubben,
100  Meter kleingehauene Stubben,
470  Meter birken und kiefern Reiser,
einige birken Nutzenden.
Die Hölzer können vorher besichtigt werden.
Blumberg, den 23. Januar 1892.
Die Forstverwaltung.


Mittwoch, den 3. Februar 1892 (No. 15), Amtlicher Theil, gekürzt

Bekanntmachung.
Der Zieglermeister Dürre beabsichtigt auf dem zu Blumberg belegenen, im Grundbuche der Rittergüter Band 1. Nr. 3 Blatt 53 verzeichneten Grundstücke einen Ziegelofen zu errichten. ...
Blumberg, den 28. Januar 1892.
Der Amtsvorsteher. Ziegner


Freitag, den 5. Februar 1892 (No. 6), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Bernau. Im Monat Februar dürfen geschossen werden: Männliches Roth- und Dammwild, Rehböcke, Enten, Birk-, Auer und Fasanenhähne, Sumpf- und Wasservögel, Trappen. ...


Mittwoch, den 17. Februar 1892 (No. 21), Amtliche Beilage, gekürzt

Nachweisung
derjenigen Personen, welche ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können:

Amtsbezirk Ahrensfelde:
- Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf
- Ortsvorsteher Haase zu Ahrensfelde
- Ortsvorsteher Lindemann zu Eiche
Amtsbezirk Blumberg
- Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg
- Bauerngutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg
- Bauerngutsbesitzer August Noack zu Blumberg
- Bauerngutsbesitzer Gottlieb Hecht zu Blumberg


Freitag, den 19. Februar 1892 (No. 22), Kreis-Nachrichten

Blumberg. Den sämmtlichen Blumbergern, welche wegen schweren Landfriedensbruches und gemeinschaftlicher Körperverletzung, begangen am Tage der Reichstagswahl vor zwei Jahren an Berliner Socialdemokraten, unter Anklage gestanden, ist jetzt von dem königlichen Landgericht II, Strafkammer I, die Mittheilung zugegangen, daß sie auf Antrag der Staatsanwaltschaft außer Verfolgung gesetzt und das Hauptverfahren nicht eröffnet wird. Die Kosten des Verfahrens fallen der Staatskasse zur Last.


Freitag, den 19. Februar 1892 (No. 22), Vermischte Nachrichten

Berlin. In Folge einer Wette, welche dahin ging, daß es in Berlin Straßen gäbe, welche mehr Restaurationen, Schankwirthschaften und dergl. aufweisen als Hausnummern, wurde von den Parteien festgestellt, daß die Friedrichstraße, die bekanntlich 251 Häuser umfaßt, nicht weniger als 257 concessionierte Ausschankstätten zählt, also 6 mehr, als nöthig war, um die Wette zu gewinnen. Selbstverständlich haben die Contrahenten diese Bierreise nur von außen zurückgelegt.


Sonntag, den 10. April 1892 (No. 44), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Auf dem Rittergute Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
Mehrow, den 8. April 1892.
Der Amts-Vorsteher


Freitag, den 15. April 1892 (No. 46), Amtliche Beilage, gekürzt

Bekanntmachung.
Auf Anordnung der Herren Minister des Innern und des Krieges wird im laufenden Jahre zur Erhaltung der Uebersicht der militärischen Brauchbarkeit des Pferdebestandes eine allgemeine Bemusterung sämmtlicher Pferde abgehalten.
Für den Niederbarnimer Kreis findet diese Bemusterung in der Zeit vom 7. Mai bis einschließlich den 9. Juni d. Js. statt.

Das nachfolge Tableau ergiebt, an welchem Tage und Orte und zu welcher Stunde die Pferdebesitzer jedes Ortes ihre Pferde der Musterungs-Commission vorzuführen haben.

Tableau
für die Abhaltung der Pferdemusterung im Niederbarnimer Kreise im Jahre 1892:

Name des Gestellungsortes: Alt-Landsberg
Tag und Stunde der Gestellung / Name der Ortschaften, welche die Pferde vorzuführen haben:
a) Montag, den 16. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr und Dienstag, den 17. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr
Krummensee, Gemeinde; Alt-Landsberg, Stadt; Alt-Landsberg Amt, Gut; Neuenhagen, Gemeinde und Gut; Seeberg, Gemeinde.
b) Montag, den 16. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr und Dienstag, den 17. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr
Eggersdorf, Gemeinde; Fredersdorf, Gemeinde und Gut; Hönow, Gemeinde; Mehrow, Gemeinde und Gut; Petershagen, Gemeinde; Seefeld, Gemeinde; Vogelsdorf, Gemeinde und Gut.

Name des Gestellungsortes: Falkenberg
Tag und Stunde der Gestellung / Name der Ortschaften, welche die Pferde vorzuführen haben:
a) Mittwoch, den 18. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr und Donnerstag, den 19. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr
Ahrensfelde, Gemeinde; Eiche, Gemeinde; Falkenberg, Gemeinde und Gut; Marzahn, Gemeinde; Hohen-Schönhausen, Gemeinde und Gut; Wartenberg, Gemeinde und Gut.
b) Mittwoch, den 18. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr und Donnerstag, den 19. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr
Blumberg, Gemeinde und Gut; Friedrichsfelde, Gemeinde und Gut.

[Da das "Tableau" ganz gut zeigt, welche Gemeinden damals zum Kreis Niederbarnim gehörten, soll es hier nochmal in voller Länge, aber ohne die Datumsangaben wiedergegeben werden:]

* Lichtenberg: Lichtenberg (Gemeinde und Gut), Boxhagen-Rummelsburg (Gemeinde), Stralau (Gemeinde)

* Dahlwitz: Biesdorf (Gemeinde und Gut), Bollensdorf (Gemeinde und Gut), Dahlwitz (Gemeinde, Gut mit Hoppegarten), Mahlsdorf (Gemeinde und Gut), Münchehofe (Gemeinde), Berghof (Gut), Cöpenick (Forst, Gut mit Ober-Schöneweide), Friedrichshagen (Gemeinde), Hellersdorf (Gut), Kaulsdorf (Gemeinde), Rahnsdorf (Gemeinde und Gut), Klein-Schönebeck (Gemeinde), Schöneiche (Gemeinde und Gut)

* Tasdorf: Erkner (Gemeinde), Hennickendorf (Gemeinde), Herzfelde (Gemeinde), Rüdersdorf (Gemeinde), Kalkberge-Rüdersdorf (Gemeinde), Rüdersdorf Forst (Gut), Tasdorf (Gemeinde und Gut), Woltersdorf (Gemeinde), Kagel (Gemeinde), Kienbaum (Gemeinde), Lichtenow (Gemeinde), Rehfelde (Gemeinde), Spreeau (Gemeinde), Werlsee (Gemeinde), Werder (Gemeinde), Zinndorf (Gemeinde)

* Alt-Landsberg: Krummensee (Gemeinde), Alt-Landsberg (Stadt), Altlandsberg Amt (Gut), Neuenhagen (Gemeinde und Gut), Seeberg (Gemeinde), Eggersdorf (Gemeinde), Fredersdorf (Gemeinde und Gut), Hönow (Gemeinde), Mehrow (Gemeinde und Gut), Petershagen (Gemeinde), Seefeld (Gemeinde), Vogelsdorf (Gemeinde und Gut)

* Falkenberg: Ahrensfelde (Gemeinde), Eiche (Gemeinde), Falkenberg (Gemeinde und Gut), Marzahn (Gemeinde), Hohen-Schönhausen (Gemeinde und Gut), Wartenberg (Gemeinde und Gut), Blumberg (Gemeinde und Gut), Friedrichsfelde (Gemeinde und Gut)

* Neu-Weißensee: Neu-Weißensee (Gemeinde), Malchow (Gemeinde und Gut), Weißensee (Gemeinde)

* Pankow: Heinersdorf (Gemeinde), Pankow (Gemeinde), Nieder-Schönhausen (Gemeinde und Gut), Schönholz (Gut), Reinickendorf (Gemeinde)

* Bernau: Bernau (Stadt), Birkholz (Gemeinde), Börnicke (Gemeinde und Gut), Schmetzdorf (Gut), Schönow (Gemeinde), Lanke (Gemeinde und Gut), Lindenberg (Gemeinde), Löhme (Gemeinde und Gut), Schwanebeck (Gemeinde), Uetzdorf (Gut), Zepernick (Gemeinde)

* Schönerlinde: Birkholz (Gut), Buch (Gemeinde und Gut), Buchhorst (Gut), Mühlenbeck (Gemeinde und Gut), Mühlenbeck Jagdschloß (Gut), Schönerlinde (Gemeinde), Schönwalde (Gemeinde), Schönwalde Forst (Gut), Basdorf (Gemeinde), Blankenburg (Gemeinde und Gut), Blankenfelde (Gemeinde und Gut), Franz.-Buchholz (Gemeinde), Carow (Gemeinde), Zühlsdorf (Gemeinde)

* Schönfließ: Bergfelde (Gemeinde), Glienicke (Gemeinde), Hermsdorf (Gemeinde und Gut), Lübars (Gemeinde), Hohen-Neuendorf (Gemeinde), Schildow (Gemeinde), Schönfließ (Gemeinde und Gut), Stolpe (Gemeinde und Gut), Summt (Gut), Dalldorf (Gemeinde), Heiligensee (Gemeinde), Rosenthal (Gemeinde und Gut), Tegel (Gemeinde), Tegel Schloß (Gut), Tegel Forst mit Jungfernheide (Gut), Plötzensee (Gut)

* Oranienburg: Friedenthal (Gut), Germendorf (Gemeinde), Havelhausen (Gut), Lehnitz (Gut), Oranienburg (Stadt), Oranienburg Amt (Gut), Oranienburg Forst (Gut), Sachsenhausen (Gemeinde), Bernöwe (Gemeinde), Birkenwerder (Gemeinde), Borgsdorf (Gemeinde), Freienhagen (Gemeinde und Gut), Friedrichsthal (Gemeinde und Gut), Friedrichsthaler Glashütte (Gut), Malz (Gemeinde), Nassenheide (Gemeinde), Schmachtenhagen (Gemeinde), Zehlendorf (Gemeinde und Gut)

* Klosterfelde: Arendsee (Gut), Klosterfelde (Gemeinde), Neudörfchen (Gut), Stolzenhagen (Gemeinde), Wandlitz (Gemeinde), Zerpenschleuse (Gemeinde und Gut), Berg (Gemeinde), Kienitz (Gemeinde), Biesenthal Forst (Gut), Eichhorst (Gemeinde), Klandorf (Gemeinde), Marienwerder (Gemeinde), Pechteich (Forst und Gut), Prenden (Gemeinde und Gut), Ruhlsdorf (Gemeinde), Sophienstädt (Gemeinde), Wensickendorf (Gemeinde)

* Liebenwalde: Groß-Böhmerheide (Gut), Hammer (Gemeinde), Liebenwalde (Stadt), Liebenwalde Amt mit Hammer (Amt und Gut), Liebenwalde Forst (Gut), Kreuzbruch (Gemeinde), Liebenthal (Gemeinde), Neu-Holland (Gemeinde), Neu-Holland Forst (Gut), Schluft (Gemeinde), Groß-Schönebeck (Gemeinde), Groß-Schönebeck Forst (Gut)


Mittwoch, den 18. Mai 1892 (No. 59), Kreis-Nachrichten, gekürzt

In dieser und der nächsten Woche findet auf Veranlassung des Königl. Consistoriums, wie schon einmal vor 2 Jahren, in der Superintendentur Berlin-Land I. ein von den Herren Pastoren Neumann in Wormlage und Richter in Rheinsberg ausgeführte Missionspredigtreise statt, um in den Gemeinden das Interesse an der christlichen Missionsthätigkeit zu beleben und von den Erfolgen derselben zu berichten. ... Während z. B. von der Bevölkerung Englands für diesen Zweck jährlich durchschnittlich 59 Pf. beigesteuert werden, belaufen sich die Missionsausgaben Deutschlands, in derselben Weise berechnet, auf etwa 9 Pfennige. -
Gleich den die Arbeit treibenden Missionsgesellschaften sind daher die kirchlichen Behörden darauf bedacht, durch derartige Predigtreisen das Verständnis für diese Sache nach Möglichkeit zu fördern. Die gegenwärtige, welche zehn Parochien der Superintendentur umfassen soll, wird vom 19.-29. d. Mts. dauern und sind dabei folgende Gottesdienste in Aussicht genommen: ... Freitag, den 20., ... Abends 7 Uhr in Ahrensfelde; Sonntag, den 22., ... 3 Uhr in Blumberg mit einer sich daran anschließenden Nachfeier im Freien, Montag, den 23. Nachm. 3 Uhr in Hönow, ... -
Möchten viele die ihnen hierdurch gebotene Gelegenheit, sich für einen der edelsten Zwecke nicht bloß christlicher Liebesthätigkeit, sondern auch allgemeiner Menschenliebe und patriotischen Sinnes erwärmen zu lassen, benutzen, und der Erfolg den mit dieser Inswerksetzung einer solchen Predigtreise verbundenen Mühen und der darauf verwendeten Arbeit entsprechen.


Mittwoch, den 25. Mai 1892 (No. 62), Amtlicher Theil, gekürzt

Tabelle
über Beginn und Ende der Arbeitszeiten und der Pausen für Knaben und junge Leute.

Junge Leute
  • Nummer der Schicht: 1. Schicht
  • Beginn der Schicht: 1 Uhr Nachm.
  • Pausen: 2 1/2 bis 2 3/4 (15 Minuten), 5 1/2 bis 6 (30 Minuten), 9 bis 9 1/4 (15 Minuten)
  • Ende der Schicht: 11 Uhr Nachm.
    Knaben, I. Abtheilung
  • Nummer der Schicht: 1. Schicht
  • Beginn der Schicht: 1 Uhr Nachm.
  • Pausen: 2 1/2 bis 2 3/4 (15 Minuten), 5 1/2 bis 6 (30 Minuten)
  • Ende der Schicht: 7 Uhr Nachm.
    Knaben, II. Abtheilung
  • Nummer der Schicht: 1. Schicht
  • Beginn der Schicht: 7 Uhr Nachm.
  • Pausen: 9 bis 9 1/4 (15 Minuten)
  • Ende der Schicht: 11 Uhr Nachm.

    Bekanntmachung.
    Auf dem städtischen Rieselgute Hellersdorf ist unter dem Rindviehbestande die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
    Mehrow, den 22. Mai 1892.
    Der Amtsvorsteher. Krüger.

    Bekanntmachung.
    Unter den Rindvieh des Dominium Blumberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und wird deshalb diese Ortschaft gegen das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen gesperrt.
    Blumberg, den 23. Mai 1892.
    Der Amtsvorsteher. I.V.: Grün.


  • Sonntag, den 29. Mai 1892 (No. 63), Amtlicher Theil, gekürzt

    Vertrauensmännerbezirke
    der Section 20 (Kreis Niederbarnim) der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft

    Bezirk V.
    Amtsbezirke: Weißensee, Pankow, Franz.-Buchholz, Malchow, Falkenberg, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde und Buch
    Vertrauensmann: Schöffe Meißner zu Weißensee
    Stellvertreter: Landwirh und Fabrikant Wilhelm Schleinitz zu Weißensee

    Berlin, 16. Mai 1892.
    Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses des Kreises Niederbarnim.
    Königlicher Landrath von Waldow


    Mittwoch, den 29. Juni 1892 (No. 75), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Bernau. Das 8. Gesangsfest des Sängerbundes "Teutonia" verlief am Sonntag, den 26. Juni, wiederum von gutem Wetter begünstigt, in schönster Weise ...


    Sonntag, den 3. Juli 1892 (No. 77), Amtliche Beilage, gekürzt

    Übersicht
    der Vertrauensmännerbezirke, sowie der Vertrauens- und Ersatzmänner der Versicherungs-Anstalt der Provinz Brandenburg für den Kreis Niederbarnim

    Lfd. Nr. 7. Vertrauensmänner-Bezirk: Ahrensfelde
    Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Arbeitgeber:
    a) Vertrauensmann: August Müller, Bauerngutsbesitzer, Ahrensfelde
    b) Ersatzmann: Carl Wegener, Bauerngutsbesitzer, Ahrensfelde
    Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Versicherten:
    a) Vertrauensmann: Carl Wegener [!], Arbeiter, Ahrensfelde
    b) Ersatzmann: Wilhelm Jahn, Arbeiter, Ahrensfelde

    Lfd. Nr. 97. Vertrauensmänner-Bezirk: Gemeinde u. Gut Mehrow
    Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Arbeitgeber:
    a) Vertrauensmann: Bernhard Krüger, Gutsverwalter, Mehrow (Gut)
    b) Ersatzmann: Wilhelm Thürling, Bauerngutsbesitzer, Mehrow (Gemeinde)
    Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Versicherten:
    a) Vertrauensmann: August Lindenberg, Meier, Mehrow (Gut)
    b) Ersatzmann: Carl Schulze, Arbeiter, Mehrow (Gemeinde)


    Sonntag, den 10. Juli 1892 (No. 80), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Dürfen Restaurateure an Sonntagen Cigarren verkaufen, während die Cigarrenhandlungen geschlossen sind ? Ein Restaurateur, so meint die Deutsche Tabackszeitung, darf einem Gaste eine Cigarre verkaufen, hat aber darauf zu achten, daß er dieselbe auch noch im Local anzündet; ...


    Mittwoch, den 7. August 1892 (No. 96), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Am Sonntag feierte der Gesangsverein "Hoffnung" im hiesigen Schloßpark das alljährliche Sommerfest, zu dem Gesangsvereine aus Kaulsdorf, Mahrzahn, Ahrensfelde, Hönow und Mehrow und außerdem viele Einwohner der umliegenden Ortschaften erschienen waren. Am Nachmittag wechselten Gesangs- und Musikvorträge ab. Bei dem Einmarsch wurde vor dem Schlosse Halt gemacht und der Frau Gräfin eine Ovation dargebracht, welche dafür ihren Dank aussprach. Sodann begann um 9 Uhr der das Fest beschließende Ball.

    Weißensee. Einen plötzlichen Tod fand am Sonntag nachmittag ein junger Posthilfsbote aus Weißensee. Er befand sich im Sternecker'schen Etablissiment und nahm als Zweiter auf einem sogenannten Wasserveloziped Platz, indem er sich hinten darauf stellte. Plötzlich fiel er herab und war auch sofort im See ertrunken, so daß ihm keine Hilfe gebracht werden konnte.


    Freitag, den 9. September 1892 (No. 106), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Es wird hiermit Folgendes zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
    Jeder übernachtende Fremde ist der Ortpolizeibehörde am Abend zu melden.
    Die Meldung hat Morgens 8 Uhr zu erfolgen, wenn der Zugereiste erst nach 7 Uhr abends eingetroffen ist. Bei der Meldung ist anzugeben, woher der Fremde zugereist ist.
    Die Ortseinwohner machen wir mit dieser Vorschrift bekannt und fordern zur pünktlichen Erfüllung derselben auf. Die Inhaber der Gasthöfe sind ganz besonders zur pünktlichen Meldung und gründlichen Desinfizierung ihrer Räume verpflichtet.
    Wir verweisen hierbei auf § 327 des Strafgesetzbuches, wonach die wissentliche Verletzung der Absperrungs- und Aufsichtsmaßregeln zur Verhütung des Einführens oder Verbreitens einer ansteckenden Krankheit mit Gefängniß bis zu 2 Jahren bestraft wird.
    Bernau, den 2. September 1892.
    Der Magistrat. Paetzold.

    Bekanntmachung.
    Die Cholera hat im Inlande bereits eine größere Verbreitung gefunden und auch in Berlin ist bereits ein Erkrankungsfall an asiatischer Cholera festgestellt worden. An alle Familienhäupter, Haus- und Gastwirthe und Medicinalpersonen ergeht deshalb auf Grund der §§ 9 und 25 der sanitätspolizeilichen Vorschriften vom 8. August 1835 die bestimmte Aufforderung, jeden Cholera-Erkrankungsfall und ebenso jeden, der Cholera nur verdächtigen Erkrankungsfall stets ohne den geringsten Verzug der unterzeichneten Ortspolizeibehörde zu melden. ...
    Bernau, den 2. September 1892.
    Die Polizei-Verwaltung. Paetzold.

    Bekanntmachung.
    Am 1. d. Mts. ist in einem zum hiesigen Rittergute gehörigen Sumpf ein Stier gefunden worden.
    Der rechtmäßige Eigenthümer wird hiermit aufgefordert, seine Rechte binnen 3 Monaten geltend zu machen.
    Mehrow, den 3. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.


    Mittwoch, den 14. September 1892 (No. 108), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Rindviehbestande des Bauern Gottlieb Giese zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
    Mehrow, den 9. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.

    Bekanntmachung.
    Unter den Rindvieh- und Schweinebestande des Bauern Fritz Möser zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
    Mehrow, den 10. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.

    Bekanntmachung.
    Unter den Rindvieh des Kossäthen Carl Hamann zu Blumberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und die Gehöftsperre angeordnet.
    Blumberg, den 10. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher


    Sonntag, den 18. September 1892 (No. 110), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Rindviehbestande des Bauern A. Krüger in Ahrensfelde ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
    Mehrow, den 15. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.

    Bekanntmachung.
    Am 12. d. Mts. ist in Ahrensfelde eine Damen-Handtasche gefunden worden. Der Verlierer wird hierdurch aufgefordert, seine Eigenthumsansprüche binnen drei Monaten geltend zu machen.
    Mehrow, den 15. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.

    Bekanntmachung.
    Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Bauern Aug. Bredereck in Eiche ist erloschen.
    Mehrow, den 16. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.


    Freitag, den 23. September 1892 (No. 112), Amtlicher Theil, gekürzt

    Tableau
    für die Herbst-Controllversammlungen 1892 im Kreise Niederbarnim

    Ort, in welchem die Versammlung abgehalten wird: Marzahn
    Tag: 1.11.92, Stunde: 9 Uhr Vorm.
    Bezeichnung der Mannschaften, welche zu erscheinen haben: Die Reservisten, die Dispositionsurlauber, die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften und die Halbinvaliden der Jahrgänge 1885 bis 1892 aus:
    Eiche, Hellersdorf, Marzahn, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde, Falkenberg und Wartenberg

    Ort, in welchem die Versammlung abgehalten wird: Alt-Landsberg
    Tag: 1.11.92, Stunde: 2 Uhr Nachm.
    Bezeichnung der Mannschaften, welche zu erscheinen haben: Desgleichen aus:
    Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg

    Ort, in welchem die Versammlung abgehalten wird: Bernau (Landbezirk)
    Tag: 10.11.92, Stunde: 12 Uhr Mitt.
    Bezeichnung der Mannschaften, welche zu erscheinen haben: Desgleichen aus:
    Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Dorf und Gut), Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg

    Berlin, den 14. September 1892.
    Königliches Bezirks-Commando Bernau


    Mittwoch, den 5. October 1892 (No. 117), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter den Rindviehbeständen des Bauern A. Klus und der Halbbauer-Wittwe Lindenberg in Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
    Mehrow, den 30. September 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.

    Bekanntmachung.
    Unter dem Rindvieh des Ackerbürgers Wilhelm Keisdorf in Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
    Mehrow, den 2. October 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.

    Bekanntmachung.
    Die Maul- und Klauenseuche unter dem Ochsenbestande des Rieselgutes Hellersdorf ist erloschen und die Sperre aufgehoben.
    Mehrow, den 3. October 1892.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.


    Freitag, den 14. October 1892 (No. 121), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. (O.-B.) Vor einigen Tagen fand man in der herrschaftlichen Forst hierselbst die fast schon verweste Leiche eines Mannes, der sich erhängt und später zur Erde gefallen war. Der Todte ist ein Arbeiter aus Wartenberg, der schon seit dem Mai d. J. vermißt worden. Arbeitsgeräthe sowie ein Kober lagen bei der Leiche, auch etwas Geld wurde bei derselben gefunden. Merkwürdiger Weise war die Leiche sonst unversehrt, und ist anzunehmen, daß sie noch nicht lange an der Erde gelegen und daß das Handwerkzeug, Hut und Kober Füchse und Vögel bisher ferngehalten. - Es ist das seit Kurzem der zweite derartige Fall hierselbst. Vor einigen Wochen erhängte sich ein hiesiger Arbeiter in einem Gebüsch in der Nähe des Parkes. Der Mann war ein fleißiger Arbeiter in den besten Jahren, hatte zwar eine ziemlich starke Familie, lebte jedoch in ganz geordneten, nicht dürftigen Verhältnissen. Als Grund für den unglückseligen Schritt nimmt man eine ererbte Anlage an, sein Großvater hat auf dieselbe Weise geendet.


    Freitag, den 21. October 1892 (No. 124), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung
    betreffend anderweitige Festsetzung des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tagearbeiter

    Gemäß II Nr. 6 der ministeriellen Anweisung zur Ausführung des Krankenversicherungsgesetzes vom 10. Juli 1892 ... bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß als Geldbetrag für den ortsüblichen Tagelohn gewöhnlicher Tagearbeiter die bisher gültige Festsetzung vom 1. Januar 1893 ab folgende Abänderung erleidet:

    Kreis Niederbarnim:

    1. für die Gemeinde und Gutsbezirke der Amtsbezirke Lichtenberg, Stralau, Rummelsburg, Weißensee, Pankow und Reinickendorf:
  • männliche / weibliche Arbeiter über 16 Jahre: 2,50 / 1,25 Mk., unter 16 Jahre: 1,00 / 0,75 Mk.

    2. für die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezirke Friedrichsfelde, Ober-Schöneweide, Cöpenick-Forst, Biesdorf, Dahlwitz, Friedrichshagen, Nieder-Schönhausen, Blankenfelde, Französisch-Buchholz, Dalldorf und Tegel:
  • männliche / weibliche Arbeiter über 16 Jahre: 2,00 / 1,00 Mk., unter 16 Jahre: 0,90 / 0,70 Mk.

    3. für die Städte Bernau, Oranienburg, Liebenwalde und Alt-Landsberg und die Gemeindebezirke Sachsenhausen, Schönerlinde und Neuhollend, sowie den Gutsbezirk Amt Oranienburg:
  • männliche / weibliche Arbeiter über 16 Jahre: 1,75 / 1,00 Mk., unter 16 Jahre: 0,90 / 0,70 Mk.

    4. für den übrigen Theil des Kreises:
  • männliche / weibliche Arbeiter über 16 Jahre: 1,50 / 0,80 Mk., unter 16 Jahre: 0,70 / 0,50 Mk.

    Diese Festsetzung gilt vorbehaltlich eines durch die Verhältnisse etwa schon früher gebotenen Revision bezw. Abänderung vorläufig bis zum letzten December 1902.
    Potsdam, den 28. September 1892.
    Der Regierungs-Präsident.


  • Mittwoch, den 26. October 1892 (No. 126), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Blumberg: Am Donnerstag, den 20. d. M. verstarb hierselbst einer der zuverlässigsten, fleißigsten und treuesten Arbeiter, H. Dahle, im Alter von 36 Jahren eines plötzlichen Todes. ...


    Mittwoch, den 2. November 1892 (No. 129), Kreis-Nachrichten

    Malchow. Am Freitag wurde vor dem Schwurgericht II zu Berlin gegen den Dienstknecht Rohr von hier verhandelt. Derselbe hatte am Abend des 14. August d. Js., als er mit seiner Braut und deren Freundin aus einer Versammlung nach Hause ging, einen Wortwechsel mit dem Dienstknecht Priebe, der seine Braut durch unpassende Redensarten beleidigte und schließlich umarmen wollte. Priebe folgte den dreien auf dem Heimwege und stellte sich dem Rohr in den Weg. Die Mädchen entflohen und Rohr, in der Meinung, daß sein Gegner zum Messer greife, brachte diesem mit seinem Taschenmesser einen Stich in die Brust bei, wodurch er schwer verletzt zusammenbrach und bald darauf verstarb. Rohr behauptete, in der Nothwehr gehandelt zu haben und da Priebe ein Mensch war, der wegen Körperverletzung bereits dreimal und zwar zu zwei Monaten, 1 Jahr und 2 Jahren Gefängniß vorbestraft gewesen, so nahmen die Geschworenen an, daß Rohr in der Furcht gehandelt und billigten ihm mildernde Umstände zu, worauf der Gerichtshof auf 2 Jahre Gefängniß erkannte.


    Freitag, den 4. November 1892 (No. 130), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Der 31. October wurde im hiesigen Dorfe festlich begangen und gestaltete sich besonders für die Kinder zu einem Freudenfest. Nachdem der Tag durch das Läuten der Glocken von 12 bis 1 Uhr Mittags geweiht war, zogen die Schulkinder in Begleitung ihres Lehrers, sowie der Kirchen- und Schulvorsteher nach dem inmitten des Dorfes gelegenen Festplatz, auf welchem im Jahre 1883 zur 400jährigen Jubelfeier Dr. Martin Luthers von einem hiesigen Freunde der Reformation, dem Altsitzer und Kirchenältesten Herrn Junghanß eine Eiche gepflanzt wurde. Dort hatte sich schon ein größeres Publikum aus Mitgliedern des Dorfes eingefunden, und nach dem Choral "Ein' feste Burg ist unser Gott" hielt Herr Lehrer Strobach nun eine Ansprache, in welcher er, auf die Bedeutung des Tages hinweisend, Luther als Reformator, als Christ und als echt deutschen Mann feierte. Hieran schließend trugen die Kinder Gedichte aus Luthers Leben und Lehre vor. Danach wurden die Kinder im Saale des Herrn Hase mit Kaffee und Kuchen bewirthet und blieben mit ihren Eltern bei fröhlichem Spiel und Tanz bis zum Abend vereint. Herr Junghanß hatte sich ein Vergnügen daraus gemacht, auch den Kirchen-, Schul- und Ortsvorstand und deren Frauen mit Kaffee und Kuchen zu traktieren. Zum Schluß brachten die Kinder ein begeistertes Hoch auf den Veranstalter des Festes aus, wofür derselbe freudig dankte.


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