Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1894 (41. Jahrgang),
gefunden im Landesarchiv Berlin-Reinickendorf



Mittwoch, den 3. Januar 1894 (No. 1), Amtliche Beilage

Nachweisung
derjenigen Personen, welche im Jahre 1894 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können.

[Amtsbezirk] 19. Blumberg
1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg
2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg
3. " August Noack zu Blumberg
4. " Gottlieb Hecht zu Blumberg
[Amtsbezirk] 20. Ahrensfelde
1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf
2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde
3. " Lindemann zu Eiche
[Amtsbezirk] 23. Malchow
3. Gemeindevorsteher Kirschbaum zu Lindenberg
4. Schöffe Carl Gahtow (!) zu Lindenberg


Sonntag, den 7. Januar 1894 (No. 3), Anzeigen

Holzverkauf.
Am Donnerstag, den 11. d. M., Vormittags von 10 Uhr ab
werde ich in meiner Heide am Wege von Blumberg nach Börnicke folgendes Brennholz meistbietend gegen Baarzahlung verkaufen:
120  rm kiefern Kloben,
40  " " Knüppel,
20  " birken ",
12  " kiefern Stubben,
55   " " Mengeholz,
600  " " Reiser.
Blumberg, den 4. Januar 1894.
G. Bade.


ca. Freitag, den 19. Januar 1894 (No. 8), Anzeigen

Holzverkauf.
Im Gasthofe "Zum Deutschen Hause".
Am Dienstag, den 23. d. M. Vormittags 10 Uhr
werde ich aus meiner Forst folgende Brenn- und Nutzhölzer meistbietend verkaufen:
40  rm kiefern Kloben,
20  " " Knüppel,
50  " " Stubben,
150  " " Reiser,
8  Stück kiefern Nutzhölzer.
Blumberg, im Januar 1894.
G. Bade.

Holz-Auction.
Donnerstag, den 25. Januar 1894, Vormittags 9 Uhr
findet im Gasthof "Zum Schwan" zu Blumberg der freihändige Verkauf von
60  Stück kiefern Brettklötzer,
160  Meter " und birken Kloben,
56  " " " " Knüppel,
60  " " Stubben,
266  " " und birken Reiser
gegen Baarzahlung statt.
Das Holz steht im Jürgenbusch an dem Blumberg-Schwanebecker Wege und kann nach Meldung beim Revierförster Herrn Petow besichtigt werden.
Blumberg, den 18. Januar 1894.
Die Gräflich Arnim'sche Forst-Verwaltung.


Sonntag, den 21. Januar 1894 (No. 9), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Auf der Chaussee in Ahrensfelde ist gestern Vormittag einem Ahrensfelder Büdner ein Pferd zugelaufen. Der rechtmäßige Eigenthümer dieses Pferdes kann sich binnen längstens 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Rechte im hiesigen Amts-Vorsteher-Amte melden.
Mehrow bei Hönow, 19. Januar 1894.
Der Amts-Vorsteher
Krüger.


Sonntag, den 21. Januar 1894 (No. 9), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Total heruntergebrannt ist in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag das an der Chaussee von hier nach Strausberg belegene Gasthaus "Zum hohen Fließ", gen. "Hungriger Wolf". Die Wirthschaftsgebäude blieben erhalten. Hülfe war nur aus Eggersdorf erschienen. (Ndb. Anz.)


ca. Freitag, den 26. Januar 1894 (No. 11), Anzeigen

In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ist mir ein großer gelbgrauer >>>Hund<<< etwas langhaarig, auf den Namen "Graumann" hörend, abhanden gekommen. Wiederbringer erhält gute Belohnung bei
Ww. Lehmann, Lindenberg.


ca. Freitag, den 2. Februar 1894 (No. 14), Anzeigen

Lindenberg.
Am Sonntag, den 4. Februar 1894:
Großer Wiener Maskenball,
zu welchem freundlichst einladet Hermann Huwe, Gastwirth.


Freitag, den 9. Februar 1894 (No. 17), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Die in Nr. 9 des Niederbarnimer Kreisblattes vom 21. v. Mts. erlassene Bekanntmachung vom 19. v. Mts., betreffend das in Ahrensfelde zugelaufene Pferd, wird hiermit, da dasselbe minderwerthig ist und auf die Zeit von 3 Monaten die Futterkosten nicht trägt, mit dem Bemerken widerrufen, daß, wenn der Eigenthümer des Thieres binnen 8 Tagen seine Ansprüche im diesseitigen Amts-Vorsteher-Amte nicht geltend macht, das Pferd öffentlich meistbietend verkauft werden wird.
Mehrow bei Hönow, den 7. Februar 1894.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


ca. Freitag, den 16. Februar 1894 (No. 20), Anzeigen

Holz-Auction.
Mittwoch, den 21. Februar 1894, Vormittags 9 Uhr
findet im Gasthofe zum deutschen Haus zu Blumberg der freihändige Verkauf nachbenannter Hölzer gegen Baarzahlung statt.
14  Stück birkene Nutzenden,
129  Meter kieferne und birkene Kloben,
68  " " Stubben,
200  " " und birkene Reiser.
Das Holz steht im kleinen Rehhahn, an der Berlin-Schwedter Chaussee, und kann nach Meldung beim Revierförster Petow besichtigt werden.
Blumberg, den 14. Februar 1894.
Die Gräflich Arnim'sche Forst-Verwaltung.


Sonntag, den 18. Februar 1894 (No. 21), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Auf dem Gutshofe zu Wuhlgarten ist ein Hund (Dogge) angefunden. Der Eigenthümer wird hiermit aufgefordert, sich zur Geltendmachung seiner Rechte binnen 3 Monaten auf dem hiesigen Amtsbureau zu melden.
Mehrow, den 16. Februar 1894.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


ca. Sonntag, den 25. Februar 1894 (No. 24), Anzeigen (kopfstehend)

Sämmtliche Sämereien
empfiehlt in bester Qualität die Handelsgärtnerei und Samenhandlung von
W. Charon, Blumberg.


ca. Sonntag, den 4. März 1894 (No. 27), Anzeigen

Holz-Auction.
Am Freitag, den 9. März 1894, Vormittags 9 Uhr
findet der freihändige Verkauf nachbenannter Hölzer gegen Baarzahlung an Ort und Stelle statt:
250  Meter birken und kiefern Kloben,
340  Meter birken und kiefern Reiser.
Sammelplatz: Jürgenbusch, am Scheibenstand.
Das Holz steht im Jürgenbusch, im Park und an der Schafwäsche und kann nach Meldung beim Revierförster Herrn Petow besichtigt werden.
Blumberg, den 3. März 1894.
Die Gräflich Arnim'sche Forst-Verwaltung.

Rüben verkauft G. Grün, Blumberg


Mittwoch, den 7. März 1894 (No. 28), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.E.) Am Mittwoch feierte unser Gesangverein "Frohsinn" unter lebhafter Betheiligung der Einwohner von Ahrensfelde und Umgegend im Gasthause des Herrn Hase sein fünftes Stiftungsfest. Wurde dieser Tag schon alljährlich mit besonderen Veranstaltungen festlich begangen und gleichsam als Uebergangszeichen der mußenreichen Winterszeit zu der Wiederaufnahme der landwirthschaftlichen Thätigkeit angesehen, so lag in diesem Jahre, wo unser Verein auf ein Lustrum seines erfolgreichen Bestehens zurückblickt, hierin ein ganz besonderer Grund zu einer würdigen Feier. Und in der That verlief das Sangesfest in schönster Harmonie. Die Festräume des Herrn Hase, welche einige überaus geschmackvolle, dem Zweck des Tages entsprechende Ausschmückungen erfahren und das Ansehen eines kleinen Theatersaales angenommen hatten, konnten kaum die Zahl der herbeigeströmten Gäste fassen. Außer dem sehr sorgfältig einstudirten Sangesprogramm, an dem sich auch die geladenen Gesangsvereine von Hönow und Hohenschönhausen, alle drei unter Leitung der jeweiligen Herren Lehrer, mit gleichem Erfolge und zur allseitigen Annerkennung betheiligten, kamen mehrere Einzelvorträge humoristischer Art zum Vortrage, welche Stürme von Heiterkeit entfesselten. Nachdem der officielle Theil um 10 Uhr seinen Abschluß gefunden und man sich darauf bei einem solennen Festessen an Speise und Trank weidlich gestärkt hatte, trat das schon mit Sehnsucht begehrte Tanzvergnügen in seine Rechte, und tapfer und unermüdlich ward nach den lieblichen Klängen der Bernauer Kapelle des Herrn Liebisch bis zum frühen Morgen das Tanzbein geschwungen.


ca. Mittwoch, den 14. März 1894 (No. 31), Anzeigen

Ich nehme die Beleidigung gegen den Handelsmann August Ebel in Blumberg zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann.
Wilhelm Giese, Handelsmann.

Ein Lehrling, der das Barbiergeschäft erlernen will, wird zu Ostern verlangt. Zirbel, Ahrensfelde bei Berlin.


Sonntag, den 18. März 1894 (No. 33), Anzeigen

Saatkartoffel-Offerte.
Reichskanzler, beste, reichtragendste Winterkartoffel für die Mark Brandenburg (statt Daber), á Ctr. 5 Mk., Magnum onum á Ctr. 3 Mk., Lübbenauer á Ctr. 3 Mk.
Ruleman Hientsch, Lindenberg.


Freitag, den 23. März 1894 (No. 35), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. In recht beklagenswerther Weise ist vor den Augen seines Vaters der älteste Sohn Arthur des hier wohnhaften Weißbierbrauerei-Besitzers Winkelmann am 19. d. M. Vormittags 10 Uhr zu Schaden gekommen. Der junge Mann war nämlich zur Zeit bei der Braupfanne beschäftigt, kam dabei durch einen unglücklichen Zufall ins Rutschen und fiel mit dem Unterkörper in die siedende Masse. Trotzdem der Vater des Verunglückten, sowie auch der gleichfalls in der Nähe befindliche Braumeister sofort zur Stelle kamen und den Verunglückten aus seiner schrecklichen Lage befreiten, so ist doch der Zustand desselben sehr besorgniserregend, da er am Unterkörper und an den Händen schwer verletzt worden ist. (Stb.-Ztg.)


Sonntag, den 23. März 1894 (No. 36, Ostern), Amtlicher Theil

Plan für die Abhaltung der Frühjahrs-Control-Versammlungen 1894 im Kreise Niederbarnim

Lfd. Nr.
Ort / Tag / Stunde der Versammlung
Bezeichnung der Mannschaften, welche zur Versammlung zu erscheinen haben: Kategorie / Jahresklasse, Aus den Ortschaften

1. Marzahn (Gasthof Drenske). / 10. April / 8 V.
Sämmtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial-Truppen. Sämmtliche Ersatz-Reservisten / 1893 bis 1881 [bezw.] 1894 bis 1881
Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Marzahn und Wartenberg

2. Alt-Landsberg (Marktplatz). / 10. April / 2 N.
Desgl.
Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt- und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee u. Seeberg

34. Bernau, Land (Schützenhaus-Garten). / 18. April / 2 N.
Desgl.
Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut u. Dorf), Birkholz, Schwanebeck u. Lindenberg


Freitag, den 6. April 1894 (No. 40), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Mit der Vermessung bezüglich der projectirten Linie Bahnhof Fredersdorf - Alt-Landsberg ist am Bahnhof begonnen worden.


ca. Freitag, den 6. April 1894 (No. 40), Anzeigen

Rüben á Ctr. 25 Pf., verkauft H. Ebel, Blumberg.

2 Schäferknechte werden verlangt auf Dom. Blumberg.


Freitag, den 13. April 1894 (No. 43), Amtlicher Theil

Personal-Chronik.
Der Fleischbeschauer Friedrich Dubick ist als Steuererheber der Gemeinde Marzahn bestätigt worden.


ca. Freitag, den 20. April 1894 (No. 46), Anzeigen

Einen Milchkühlapparat hat zu verkaufen Aug. Ebel II, Blumberg.

Ein Kleinknecht wird bei gutem Lohn verlangt bei F. Ebel, Lindenberg.

Danksagung.
Meine beiden Füße strotzten voll Krampfadergeschwüren, die Schmerzen waren schrecklich, 13 Jahre habe ich sie ertragen müssen, bis ich durch einen Patienten auf J. Mittag, Berlin, Lietzmannstr. 6 aufmerksam wurde, wo ich in ca. 4 Wochen gänzlich geheilt bin. Ich empfehle herzlichst jedem ähnlich Leidenden diese Kur. F.a.: Schmidt, Blumberg.


Freitag, den 27. April 1894 (No. 49), Amtlicher Theil

Personal-Chronik.
Der Bauergutsbesitzer August Klus ist als Gemeinde-Vertreter der Gemeinde Eiche bestätigt worden.


Mittwoch, den 2. Mai 1894 (No. 51), Kreis-Nachrichten

Hönow. (O.E.) Eine eigene Berühmtheit hat unser Ort seit einigen Jahren durch die in unserer Heide stattfindenden Krähenjagden bekommen. Während die Jäger im Interesse der Jagd die Krähen zu vermindern suchen, kommt ihnen hierin eine Privatjagd zu Hilfe. In jetziger Jahreszeit kommen an jedem Sonntag und Feiertag Arbeiter aus Berlin, Friedrichsfelde, Weißensee und Landsberg nach der Heide zwischen Hönow und Eiche schon morgens um 3 Uhr zu Wagen oder zu Fuß angereist und es entwickelt sich ein wahres Krähenfest. Die hohen, schlanken Stämme werden erklettert, auch wohl die Nester mit langen Haken, die sich ein jeder mitbringt, heruntergezogen. Die jungen Krähen werden nun gefangen und in Säcke gesteckt. Es sollen dieselben einen guten Braten geben. Nun ist diese Jagd aber nicht ganz ungefährlich und ist schon einige Male Unglück vorgekommen. Einige Waghalsige schwingen sich geschickt von Krone zu Krone. Wer da nicht sehr geschickt ist, kann leicht herabstürzen. Besonders gemüthlich gestaltet sich dann die Rückfahrt, wobei eine große Korbflasche mit Branntwein die Runde macht; und kommt dann erst die Krähenfeststimmung zur rechten Geltung. Aus diesen Jagden erwachsen den Besitzern der Heide mancherlei Schaden, denn oft werden junge Stämme abgebrochen, Feuer angemacht und dergleichen mehr, und ist dadurch die Gegenwart eines Gendarmen nothwendig geworden. Die Vertilgung der Krähen wird nun allerdings gern gesehen, denn diese sind eine große Plage für unsere Gegend. Ihre Zahl steigt in die Tausend. Sie fressen die jungen Saaten ab, ziehen die gelegten Kartoffeln wieder heraus und fressen die Keime. Besonders schaden sie den jungen Hasen, auch holen sie mit großer Dreistigkeit Küchlein und junge Gänse vom Hofe. Es sollen sich diese Vögel durch Abholzen großer Heiden in der Nähe von Berlin nach hier gezogen haben und scheint auch die Nähe des Rieselfeldes diese Aasvögel anzulocken. Trotz aller Verfolgung ist ihre Zahl nicht wesentlich gemildert worden.


Sonntag, den 6. Mai 1894 (No. 52), Amtlicher Theil

Tableau
der Impfbezirke und der Bezirksimpfärzte des Kreises Niederbarnim für das Jahr 1894.

Impfbezirk IV.: Pract. Arzt Dr. Crusius zu Alt-Landsberg
a) Stadtbezirk Alt-Landsberg
b) Amtsbezirk Löhme
c) " Blumberg
d) " Ahrensfelde
e) " Neuenhagen
f) " Amt Alt-Landsberg
g) " Fredersdorf
h) " Dahlwitz


Mittwoch, den 23. Mai 1894 (No. 58), Kreis-Nachrichten

Kalkberge-Rüdersdorf. Der Bergsturz hatte hierselbst am Freitag zahlreiche Zuschauer angelockt. Es waren etwa 10 Eingänge in den gegen 40 Meter hohen Felsen gearbeitet, in denen sog. Zeitzünder (geklöppelte Schnüre, welche inwendig Pulver enthalten) mit drei Minuten Brenndauer gelegt waren. Gegen 4 Uhr sah man an den Eingängen der Höhlen deutlich einige Lichter aufflammen, dann deckte sich - wie ein Schleier - ein schwacher Pulverrauch über die Eingänge und die Bergleute mußten sich im Sturmschritt entfernen. Da krachte auch schon der erste Schuß, in immer rascherer Folge kamen etwa 30 Schläge nach. Aber nur ein minutenlanger, ununterbrochener Donner, tiefe Risse zeigten sich in der Felswand, die plötzlich wankte. Laut prasselnd stürzten wohl 10000 Kubikmeter thurmhoch herunter, bis endlich statt des fortdauernden Donners nur noch einzelne Schläge hörbar wurden. Nach fünf Minuten war die Sprengung vollendet und die 40 bis 50000 Kubikmeter Kalksteine lagen unten. Die Sprengstelle war etwa 50 Meter breit und gegen 40 Meter hoch; es wurden aber 20 bis 25 Meter weit vom Felsen abgesprengt. Die Sprengung gelang vollkommen.


ca. Freitag, den 25. Mai 1894 (No. 59), Anzeigen

Für die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Vaters, des Bauergutsbesitzers Gottlieb Hecht, sowie für die reichen Kranzspenden sprechen wir hiermit unsern innigsten Dank aus.
Blumberg, den 25. Mai 1894.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ww. Hecht nebst Kindern.


ca. Sonntag, den 3. Juni 1894 (No 63), Anzeigen

Bekanntmachung.
Die Kirschen an den Bäumen der Berlin-Prötzeler Chaussee von Stat. 20,3 bis 22,3 und von 27,1 bis 30,8 und aus den Bäumen der Neuenhagen-Mehrower Chaussee von Stat. 0,0-6,5 sollen am Mittwoch, den 6. Juni 1894, Nachmittags 5 Uhr im "Schützenhause" zu Alt-Landsberg meistbietend verpachtet werden.
Die Chaussee-Verwaltung.


ca. Sonntag, den 10. Juni 1894 (No. 66), Anzeigen

Marzahn.
Sonntag, den 24. Juni feiert der Gesangverein "Harmonie" im Locale des Herrn Groh das Fest seiner Fahnenweihe (Anfang Nachmittags 2 Uhr) und ladet hierzu ergebenst ein.
Der Vorstand.


ca. Sonntag, den 10. Juni 1894 (No. 66), Anzeigen

Bekanntmachung.
Das Obst (Aepfel und Kirschen) aus den Bäumen an der Chaussee von Berlin bis Hönow, Station 4,0-10,6 und von 11,3 bis 16,7 soll am Donnerstag, den 21. Juni cr. Nachmittags 4 Uhr im Gasthause des Herrn Drenske in Marzahn öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Berlin, den 13. Juni 1894.
Die Chaussee-Verwaltung.

Ahrensfelde.
Am Sonntag, den 10. Juni, von Nachmittags 4 Uhr an Gr. Doppel-Concert (auf dem Festplatz) ausgeführt von der Liebisch'schen Capelle, Gesangverein "Deutsche Eiche" zu Bernau und Gesangverein "Kaiserblume" zu Mehrow. Entrée á Person 50 Pfg.
Nach dem Concert Tanzkränzchen, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth.


ca. Freitag, den 22. Juni 1894 (No. 71), Anzeigen

Blumberg.
Am Sonntag, den 24. Juni feiert der hiesige Krieger-Verein sein diesjähriges Sommerfest im Walde, verbunden mit Schießen und Tanz, wozu ergebenst einladet W. Müller, Deutsches Haus.


Sonntag, den 1. Juli 1894 (No. 75), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf ... bringe ich nachstehend das Verzeichnis derjenigen Personen zur öffentlichen Kenntnis, welche aus dem Kreis Niederbarnim für das Mobilmachungsjahr 1894/95 hinter den letzten Jahrgang der Landwehr 2. Aufgebots, sowie der Landsturmpflichtigen des 1. und 2. Aufgebotes zurückgestellt worden sind. Alle übrigen, um Zurückstellung vorstellig gewordenen, hierunter aber nicht aufgeführten Personen sind mit ihren Gesuchen zurückgewiesen.
Berlin, den 23. Juni 1894.
Der Civil-Vorsitzende
der Ersatz-Commision des Aushebungsbezirks Niederbarnim
von Waldow, Landrath.

A. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr II. Aufgebots zurückgestellt:
Lfd. Nr. Zu- und Vornamen  Wohnort  Charge
7  Ebel, Heinrich  Blumberg  Füsilier

Bekanntmachung.
Unter dem Schweinebestande des Bauerngutsbesitzers Adolf Thürling zu Mehrow ist die Rothlaufseuche ausgebrochen.
Die Rothlaufseuche unter dem Schweinebestande des Büdners Karl Vetter zu Ahrensfelde ist erloschen.
Mehrow, den 29. Juni 1894.
Der Amts-Vorsteher
Krüger.


ca. Sonntag, den 1. Juli 1894 (No. 75), Anzeigen

Danksagung.
Für die am 30. v. M. bei dem Begräbniß meines so plötzlich gestorbenen lieben Mannes, unsers guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters, des Altsitzers Aug. Rühle bewiesene große Theilnahme sagen wir Allen, insbesondere für die vielen Kranzspenden, sowie auch dem Gesang-Verein "Lyra" unsern herzlichsten und innigsten Dank.
Lindenberg, den 30. Juni 1894.
Die trauernde Gattin
nebst Kindern.


Sonntag, den 8. Juli 1894 (No. 78), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Dem Kossäthen Wilhelm Schmöcker und dem Milchpächter Hermann Schulz zu Ahrensfelde ist je ein Schwein an der Rothlaufseuche gefallen.
Mehrow, den 5. Juli 1894.
Der Amts-Vorsteher.
Krüger.


Sonntag, den 8. Juli 1894 (No. 78), Anzeigen

3 Accord-Mäher, welche den Roggen gleich in Mandeln stellen, werden bei hohem Lohn sofort verlangt bei Albert Rühle, Lindenberg.

Vorschriftsmäßige Nachtwächter-Hörner hält vorräthig Pomm Nachflg.,
Berlin, Landsbergerstraße 72
Musikinstrumentenfabrik.


Mittwoch, den 1. August 1894 (No. 88), Kreis-Nachrichten

Blumberg. Am Sonntag Nachmittag ertrank beim Baden in dem zwischen hier und Krummensee belegenen Pfühlen der älteste, 17 Jahre alte Sohn des Kossäthen Gathow hierselbst. Er war mit mehreren Altersgenossen gegangen und erhitzt in's Wasser gesprungen, worin er sofort unterging. Der Schmerz der Eltern ist unbeschreiblich. (N.A.)


Sonntag, den 5. August 1894 (No. 90), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Der hiesige Turnverein feiert am Sonntag sein 31. Stiftungsfest.


Freitag, den 10. August 1894 (No. 92), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Alt-Landsberg. Ein ganz entsetzliches Unwetter hat gestern den ganzen nördlichen Theil der Mark Brandenburg heimgesucht und unendlichen Schaden angerichtet, es ist eine vergrößerte Auflage jenes Unwetters, das vor wenigen Wochen in unserer Gegend herrschte. Mit kollossaler Schnelligkeit zogen die unheimlich aussehenden Wolkenballen herauf, begleitet von einem orkanartigen Sturme, der den herniedergießenden Regen und den bis über nußgroßen Hagelstücken doppelte Kraft verlieh. Unsere Umgegend hat übrigens nur die Ausläufer des Unwetters gehabt, das Centrum desselben ist über die Gegend Oranienburg-Bernau-Bad Freienwalde a.O. gezogen. Bei den Eisenbahnzügen wurde an mehreren Wagen die Decke beschädigt, ferner sind durch den Hagel sämmtliche Fenster an der dem Unwetter ausgesetzten rechten Seite zertrümmert worden. Durch die Glasspplitter wurden einzelne Fahrgäste verwundet ... Abgesehen von diversen abgebrochenen Bäumen und Baumästen und abgesehen von der unendlichen Menge von Obst, das abgeschlagen wurde, hat der Blitz auch mehrere Male eingeschlagen. In Neu-Hönow tödtete er eine Ziege des Gastwirths Hetzer und setzte zugleich eine Luke des Stallgebäudes in Brand. Ein anderer Schlag, der jedenfalls auf eine im Freien stehende Leitungsstange niedergegangen war, suchte und fand seinen Weg nach unserm Postamt. Wie durch ein Wunder ist unser Postvorsteher Daehnert einer Verletzung durch die electrische Entladung entgangen, denn wenige Minuten vorher hatte er seinen Platz in der Nähe der einmündenden Drähte verlassen. Trotzdem erhielt sowohl er wie mehrere andere Postbeamte nicht unbedeutende electrische Schläge. Ein dritter electrischer Schlag hat die Stange vor der Lindhorst'schen Scheune an der Straußberger Chaussee getroffen, die die Drähte der Telephonleitung Berlin-Königsberg trägt. Der Strahl hat ein Stück Holz vom oberen Ende der Stange abgerissen und ist dann auf die Leitung nach unserer Stadt zu übergegangen. Die nächste Stange hat er ohne Seitensprünge passiert, bei der folgenden hat es ihm jedenfalls der zum Geradehalten derselben angebrachte Draht angethan, denn auch diese Stange ist (wohl durch einen Blitztheil) beschädigt worden. Der andere Theil hat seinen Weg auf der Leitung fortgesetzt; das dadurch verursachte Geräusch ist von mehreren Einwohnern gehört worden. Ob der Blitz noch bis Berlin gekommen ist oder sich inzwischen "verkrümelt" hat, wissen wir nicht. - Über das Unwetter schreibt man uns ferner: Werneuchen. Das Gewitter am Dienstag Nachmittag mit Orkan hat in der Umgegend großen Schaden angerichtet. Obst ist wenig an den Bäumen hängen geblieben. Von Wesow aus fuhr ein Wagen nach Bernau, wurde aber gleich von dem Unwetter überrascht, so daß derselbe vom Sturm umgeworfen und alles daran zerbrochen wurde; ... In der Gegend von Heckelberg hat es noch schlimmer gehaust. Es war furchtbares Hagelwetter, viele Fenster sind eingeschlagen; es fielen Schloßen wie Hühnereier groß, die wie Kugeln durch die Verdeckwagen schlugen. Auf der Freienwalder Chaussee wurden große Heufuhren umgestürzt, ebenso Alleebäume, und in der Forst soll großer Schaden angerichtet worden sein. In Tempelfelde hat der Sturm die Mühle umgeworfen. ...


ca. Freitag, den 10. August 1894 (No. 92), Anzeigen

Heirath.
Für meinen Neffen, 29 Jahre alt, evang., ehrenwerther Charakter, aus achtbarer Familie, Inhaber eines alten rentablen Geschäfts mit gutem Einkommen und in geordneten Verhältnissen, dem es an passender Damenbekanntschaft fehlt, suche ich eine Lebensgefährtin passenden Alters mit etwas Vermögen ...


Mittwoch, den 15. August 1894 (No. 94), Kreis-Nachrichten

Bernau. Unsere freiwillige Feuerwehr feierte am vergangenen Sonnabend in hergebrachter Weise ihr 12jähriges Stiftungsfest durch Ausmarsch, Concert, Commers und Ball im Schützenhause. Die Zahl der Mitglieder hat sich seit dem letzten Stiftungsfeste bedeutend vermehrt und beträgt jetzt ca. 80. Oberführer der Wehr ist seit dem 3. Januar d. J. der Fabrikbesitzer, Herr Premierlieutenant Jasper.


Freitag, den 17. August 1894 (No. 95), Amtliche Beilage

Verzeichniß I
der zum Wahlverband der größeren ländlichen Grundbesitzer gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim.

Abtheilung A. Grundbesitzer.
No.  Name, Vorname / Stand / Wohnort
  • Grundsteuer / Gebäudesteuer in der Gemarkung
  • 2.  Stadtgemeinde Berlin
  • 284,48 / 6,-- Ahrensfelde, Gemeindebezirk
  • 6.  Graf von Arnim, Traugott Hermann / Kaiserlicher Legationsrath a.D. / Muskau
  • 2216,06 / 147,20 Blumberg, Gutsbezirk
  • 2,24 / -,- Blumberg, Gemeindebezirk
  • 9.  Graf von Voß, Georg / Majoratsherr / Buch
  • 17,- / -,- Lindenberg, Gemeindebezirk
  • 15.  Kur- und Neumärkische Ritterschaftliche Darlehenskasse / Berlin W., Wilhelmplatz 6.
  • 953,48 / 93,- Mehrow, Gutsbezirk
  • 25.  Dotti, Friedrich Anton / Gutsbesitzer / Hönow
  • 771,48 / 49,60 Hönow, Gemeindebezirk

  • Verzeichniß III
    der Landgemeinden im Kreise Niederbarnim.

    Laufende No.
    Namen der Gemeinden.
    Civil-Einwohner-Zahl nach der Zählung vom 1. December 1890.
    Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner.

    1.  Lichtenberg  22769  25
    2.  Neu-Weißensee  18015  21
    3.  Boxhagen-Rummelsburg  11051  14
    30.  Lindenberg  905  3
    34.  Blumberg  851  3
    57.  Hönow  505  2
    61.  Ahrensfelde  497  2
    95.  Eiche  263  1
    99.  Krummensee  226  1
    111.  Buch  100  1
    112.  Mehrow  97  1
    113.  Schöneiche  67  1

    Berlin, den 19. Juli 1894.
    Der Kreis-Ausschuß des Kreises Niederbarnim.
    gez. von Waldow.   von Veltheim.   Witte.   Springer.   Wernike.   Feldtmann.


    Freitag, den 17. August 1894 (No. 95), Anzeigen

    Blumberg.
    Am Sonntag, den 26. u. Montag, den 27. August8 findet bei mir Großes Erntefest statt, wozu ergebenst einladet
    W. Müller, Gastwirth z. Deutschen Kaiser.


    ca. Freitag, den 24. August 1894 (No. 98), Anzeigen

    Blumberg.
    Wegen des ungünstigen Wetters wird das für Sonntag, den 26. d. Mts. angekündigte >>Erntefest<< bis auf weiteres aufgehoben.
    W. Müller, Gastwirth z. Deutschen Kaiser.

    Ahrensfelde.
    Am Sonntag, den 26. u. Montag, den 27. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet
    W. Hase, Gastwirth.

    Lindenberg.
    Am Sonntag, den 26. u. Montag, den 27. August: Große Erntefest-Musik, wozu ganz ergebenst einladen
    Die Gastwirthe A. Bolle, H. Huwe


    Freitag, den 5. September 1894 (No. 104), Kreis-Nachrichten

    Hönow, 5. September. (O.-E.) Die Bewohner hiesiger Gegend hatten heute Vormittag ein schönes Schauspiel. Es wurde nämlich zwischen Hönow und Alt-Landsberg nördlich von Seeberg ein Brigademanöver vom Generalmajor und Commandeur der X. Brigade Herrn Bock von Wülfingen abgehalten. Frühmorgens bis 9 Uhr hielten die Herrn Officiere am Ende Hönow's eine Vorberathung ab. Dann zog um 9 Uhr das Infanterie-Regiment und mehrere Batterien auf Seeberg zu und nahmen dann, eine Schlucht durchziehend, auf den Hügeln nördlich von Seeberg Aufstellung. Der Feind hatte seine Stellung bei Alt-Landsberg. Nachdem die Artillerie den Kampf eröffnet hatte, rückte die Infanterie in Schützenketten gegen Alt-Landsberg vor, wo sich dann ein heftiges Infanteriegefecht entwickelte. Um 1/2 12 Uhr versammelten sich dann nördlich von Seeberg die Herren Officiere und zogen die Truppen um 1 Uhr wieder in die Quartiere.


    Sonntag, den 9. September 1894 (No. 105), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Ein Schwein des Bauergutsbesitzers Hagert zu Lindenberg ist an der Rothlaufseuche verendet.
    Malchow, den 5. September 1894.
    Der Amts-Vorsteher.


    Freitag, den 21. September 1894 (No. 110), Kreis-Nachrichten

    Hönow, den 17. September. (O.-E.) Das große Manöver zwischen Werneuchen, Krummensee und Wegendorf hatte wohl viele Tausende von Menschen in jene Gegenden geführt. Denn das Dorf Krummensee war nach dem Rückzuge so voll Militair und Publikum, daß, wie man sagt, kein Apfel zur Erde fallen konnte. Interessant war besonders der Rückmarsch der Truppen, welche dann bei Mehrow, Ahrensfelde und Eiche Nothquartiere und Biwak bezogen. Da lohten dann Abends ringsum die Wachtfeuer, die Soldaten kochten ihr schmackhaftes Mahl und vertrieben sich die Zeit mit den üblichen Manöverscherzen und Kriegsgesängen. Um 9 Uhr war Zapfenstreich. Schon am frühen Morgen des 17. September brachen die diesseitigen Truppen auf und nahmen nordöstlich von Mehrow Aufstellung. Der Feind kam von Alt-Landsberg und Krummensee in große Colonnen herangezogen und begann schon um 7 Uhr das Gefecht. Da beide Heere auf Anhöhen standen und sich das Treffen im Thal ereignete, so bot sich hier ein großartiges Manöverbild. Auch bildeten die Truppen ein großes Schlachtviereck. Die Stellung diesseits war eine so auffallend günstige, daß der Feind zurückgeschlagen worden wäre. Das Geschütz- und Gewehrfeuer war sehr heftig. Besonders prächtig war der Durchzug der Truppen durch Hönow mit voller Regimentsmusik.


    Sonntag, den 21. October 1894 (No. 123), Amtlicher Theil

    Plan für die Abhaltung der Herbst-Control-Versammlungen 1894 in dem Kreise Niederbarnim.

    1. Marzahn (Gasthof Drenske) 6.11.94, 9 Uhr Vorm.
    Sämmtliche Reserviste der Garde- und Provinzialtruppen [Jahrgang:] 1894-87
    [Aus den Ortschaften:] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn und Wartenberg
    2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 6.11.04, 2 Uhr Nachm.
    desgl. [Jahrgang:] 1894-87
    [Aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg
    19. Bernau (Land) (Schützenhaus-Garten) 15.11.94, 11 1/2 Uhr Vorm.
    desgl. [Jahrgang:] 1894-87
    [Aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld. (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg und Helenenau


    Mittwoch, den 24. October 1894 (No. 124), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Alt-Landsberg. In der letzten Stadtverordneten Versammlung wurde beschlossen, vorläufig von einer weiteren Berathung der Bahnangelegenheit Alt-Landsberg - Bahnhof Fredersdorf abzusehen. Begründet wurde der Beschluß damit, daß die Sache noch nicht eilig sei, und man weitere Zeit zur Ueberlegung brauche. ...


    Freitag, den 2. November 1894 (No. 128), Kreis-Nachrichten

    Bernau. Die Beisetzung unseres früheren Landraths, Geheimen Regierungsraths Scharnweber hat am 30. October unter zahlreicher Betheiligung auf dem Matthäikirchhofe in Berlin stattgefunden.


    Freitag, den 23. November 1894 (No. 137), Kreis-Nachrichten

    Hönow. (O.-E.) Die Bauernaltsitzer Friedrich Schmidt'schen Eheleute hierselbst werden am 23. Januar 1895 ihre goldene Hochzeit feiern.


    Sonntag, den 25. November 1894 (No. 138), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
    Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt.
    Mehrow, den 22. November 1894.
    Der Amts-Vorsteher
    Krüger.


    Freitag, den 30. November 1894 (No. 140), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Rindviehbestand des Rieselgutes Hellersdorf ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
    Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt.
    Mehrow, den 27. November 1894.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.


    Sonntag, den 2. December 1894 (No. 141), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Auf der Chaussee von Ahrensfelde nach Falkenberg ist eine eiserne Wagenbremse gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann sich binnen längstens 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Ansprüche im hiesigen Amtsbureau melden.
    Mehrow, den 28. November 1894.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.


    Mittwoch, den 5. December 1894 (No. 142), Anzeigen

    Lindenberg.
    Großes Ausschieben
    Am Sonntag, den 9. d. Mts. werden bei mir folgende Gegenstände auf dem Billard ausgeschoben:
    1) ein preußisches Reit- und Wagenpferd,
    2) eine Kiste gute Cuba-Cigarren,
    3) eine große Preßwurst,
    4) eine Schlackwurst.

    á Loos 50 Pf.
    Hierzu ladet ganz ergebenst ein W. Lehmann, Gastwirth.


    Freitag, den 14. December 1894 (No. 146), Kreis-Nachrichten

    Lindenberg. (O.-E.) Am 26. d. Mts. feiert das früher Nachtwächter Heinike'sche Ehepaar hierselbst das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Ehemann steht bereits im 80., die Frau im 79. Lebensjahre und befinden sich beide trotz des hohen Alters noch ziemlich wohl.


    Freitag, den 21. December 1894 (No. 149), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist erloschen. Die Guts- und Ortssperre wird hierdurch aufgehoben.
    Mehrow, den 18. December 1894.
    Der Amts-Vorsteher. Krüger.


    Freitag, den 21. December 1894 (No. 149), Anzeigen

    Solide Capitalisten
    mache ich ergebenst darauf aufmerksam, daß meine Geschäftsfreunde, soweit sie lediglich die von mir als unbedingt sicher empfohlenen Papiere gekauft haben, seit 1882 vor Enttäuschungen bewahrt geblieben sind.
    Robert Springsklee,
    Berlin N., Friedrichstraße 122 B.


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