Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1895 (42. Jahrgang),
gefunden im Landesarchiv Berlin-Reinickendorf



Freitag, den 4. Januar 1895 (No. 1), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Rieselgutes Hellersdorf ist erloschen.
Die Guts- und Ortssperre wird hierdurch aufgehoben.
Mehrow, den 1. Januar 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Mittwoch, den 16. Januar 1895 (No. 6, Beilage), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Alt-Landsberg. Noch einmal flackert die Hoffnung für eine Bahnverbindung auf! Sieben unserer Stadtverordneten, also die Mehrheit, haben schriftlich den Antrag auf baldige Anberaumung einer Stadtverordnetensitzung gestellt zum Zwecke der Berathung des Baues einer Bahn nach Bahnhof Neuenhagen. Wir wollen ... uns mit dem Hinzufügen begnügen, daß ... fast Einhelligkeit über die Nothwendigkeit des Baues einer Bahn jetzt herrscht und daß man Bahnhof Neuenhagen als Einmündungspunkt wünscht mit Rücksicht auf eine nur noch nach Berlin hin mögliche Erweiterung des hiesigen Amtsbezirks. (N.A.)


Sonntag, den 20. Januar 1895 (No. 8, 2. Beilage), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Hönow. (O.-E.) In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag ist ein frecher Diebstahl hierselbst ausgeführt worden. An das Gehöft des Kossäthengutbesitzers W. Bugge, welcher dicht an dem nach Neuenhagen führenden Wege liegt, sind die Diebe mit einem Schlitten herangefahren, haben das hintere Thor erbrochen, und nachdem sie den Hund durch Füttern beruhigt, ein junges Schwein im Stalle geschlachtet und gestohlen. Zu ihrem Braten haben die Diebe auch gleich Brennholz aus der Nähe mitgenommen. ...


Freitag, den 25. Januar 1895 (No. 10), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Alt-Landsberg. Da von den verschiedenen Plänen, unsere Stadt durch eine Eisenbahn mit Berlin zu verbinden, keiner Aussicht auf Erfüllung hat, so hat neuerdings die Mehrheit der Stadtverordneten den Bau einer Eisenbahn nach Neuenhagen beantragt, um durch Anschluß an die Ostbahn eine Verbindung mit Berlin zu erreichen. Wie der "N.A." mittheilt, würde eine Kleinbahn mit 75 Centimetern Spurweite von hier nach Bahnhof Neuenhagen einschließlich Landerwerbung etwa 120-125000 Mk. kosten. ...


Sonntag, den 27. Januar 1895 (No. 11), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Hönow, 24. Januar (O.-E.) Gestern wurde hierselbst das schöne Fest der goldenen Hochzeit von dem Kirchenältesten, ehemaligen Ortsvorsteher Herrn Friedrich Schmidt und seiner Ehefrau Caroline geb. Döberitz gefeiert. ...


Mittwoch, den 30. Januar 1895 (No. 12), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Die Bahnangelegenheit ist fürs erste wieder einmal zu Grabe getragen. Der Magistrat hat es mit Stimmengleichheit abgelehnt, dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung seine Zustimmung zu geben. Die betheiligten Stadtverordneten wollen erfreulicher Weise die Sache trotzdem nicht ruhen lassen. (N.A.)


Mittwoch, den 30. Januar 1895 (No. 12), Amtliche Beilage

Nachweisung
derjenigen Personen, welche im Jahre 1895 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können.

[Amtsbezirk] 19. Blumberg
1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg
2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg
3. Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg
4. Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg
[Amtsbezirk] 20. Ahrensfelde
1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf
2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde
3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche
[Amtsbezirk] 23. Malchow
3. Gemeindevorsteher Kirschbaum zu Lindenberg
4. Schöffe Carl Gathow zu Lindenberg


Mittwoch, den 6. Februar 1895 (No. 15), Amtlicher Theil

Geschäfts-Plan
zur Musterung der Militair-Angehörigen im Kreise Niederbarnim pro 1895.

VI. Bernau im Richter'schen Restaurant
2. Am Freitag, den 22. März 1895.
Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: ..., Ahrensfelde, ... und zwar der im Jahre 1873 und früher Geborenen, Blumberg (Gemeinde und Gut), ...
VII. Alt-Landsberg im Schiering'schen Restaurant "Zum Deutschen Hause"
2. Am Mittwoch, den 27. März 1895.
Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: ..., Eiche, ..., Mehrow (Gemeinde und Gut)


Freitag, den 15. Februar 1895 (No. 19), Anzeigen

Runkelrüben, à Ctr. 75 Pf., verkauft A. Noack, Blumberg


Sonntag, den 17. Februar 1895 (No. 20), Anzeigen

Die Beleidigung
gegen den Bauergutsbesitzer Wilhelm Giese zu Blumberg nehme ich hiermit zurück. W. Wenzel.


Sonntag, den 17. Februar 1895 (No. 20, Beilage), Kreis-Nachrichten

Blumberg. (O.-E.) Ein Schlachten wars, nicht eine Schlacht zu nennen! So könnte man ausrufen bei dem fürchterlichen Gemetzel, daß sich hier am Sonntag Abend im Gasthof zum "Deutschen Hause" abgespielt. Der Wirth hatte rechtzeitig Feierabend geboten; Eine Anzahl Knechte verließen das Local nicht, es kam zum Streit, und bald war eine Schlägerei im Gange, bei welcher Biergläser und Messer die Hauptrolle spielten. Das Blut floß in Wirklichkeit in Strömen. Dem Amtsdiener riß man den Degen von der Seite und dem Gemeindevorsteher das Zeug vom Leibe, ein ganz unbetheiligter hiesiger Besitzer erhielt einen so fürchterlichen Schlag mit dem Bierglas ins Gesicht, daß er zur Erde stürzte und das Auge noch in größter Gefahr schwebt. Die Haupthelden, Knechte von auswärts, sind am folgenden Tage ins Gerichts-Gefängnis abgeführt, bis auf einen jedoch schon wieder vorläufig entlassen. Bei solchen unerhörten Vorkommnissen könnte man wirklich bedauern, daß die einzig wirksame Strafe für solche Rohheiten in unserem Gesetzescodex keinen Platz mehr hat. Was sagen solche Raufbolde nach einigen Wochen Gefängnißstrafe! -
Vor Kurzem ist hier ein anderer Fall vorgekommen, der noch mehr zu ernstem Nachdenken Anlaß giebt. Beim Spiel auf dem Eise schlug ein Schulknabe einen anderen mit einem sogenannten Todtschläger ein tiefes Loch in den Kopf, so daß er zusammenbrach und längere Zeit krank war. Solch böse Frucht kann doch nur eine Folge laxer Zucht in Haus und Schule sein, so sagt man mit Recht. Letzterer sind freilich die Hände so gebunden, daß sie in dieser Hinsicht nicht mehr viel ausrichten kann. Wird in der Schule einmal ernstlich gezüchtigt, so daß vielleicht ein paar braune Streifen zurückbleiben, dann erhebt sich ein großes Geschrei und Polizei und Staatsanwaltschaft werden gegen den bösen Lehrer zur Hülfe gerufen.


Sonntag, den 24. Februar 1895 (No. 23), Anzeigen

Einen Gesellen auf Satin verlangt Meissner, Berlinerstr. 114 [Bernau]


Freitag, den 1. März 1895 (No. 25), Anzeigen

Holz-Auction.
Am Donnerstag, den 7. März d. Js. von Vormittags 9 Uhr ab findet im Gasthof "Zum Deutschen Hause" zu Blumberg der freihändige Verkauf nachbenannter Nutz- und Brennhölzer aus diesjährigem Einschlage meistbietend gegen Baarzahlung statt:
50  Stück Birken-Nutzenden,
30  Stück Akazien-Nutzenden,
45  Stück Akazien-Zaunstiele,
5  Rmtr. Akazien-Schichtnutzholz,
60  Rmtr. Birken- u. Pappel-Kloben,
50  Rmtr. Birken- u. Pappel-Knüppel,
170  Rmtr. Kiefern-Kloben,
70  Rmtr. Kiefern- u. Birken-Reiser.
Das Holz steht in den Jagen 5, 8, 10 und 11 und kann nach vorheriger Meldung bei dem Revierförster Herrn Petow besichtigt werden.
Blumberg, den 26. Februar 1895.
Die Gräfl. Arnim'sche Forstverwaltung.

Runkelrüben, à Ctr. 75 Pf., mit bequemer Abfahrt unmittelbar am Dorfe hat zu verkaufen
Bade, Blumberg.


Sonntag, den 3. März 1895 (No. 26), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Auf dem Dominium Blumberg ist eine Kuh an Milzbrand verendet.
Blumberg, den 28. Februar 1895.
Der Amts-Vorsteher.


Sonntag, den 3. März 1895 (No. 26), Anzeigen

Sämmtliche Sämereien, sowie sämmtliche Blumen- u. Gemüsepflanzen, Runkelrübenkerne (echte Eckendorfer Riesen-Walzen) empfiehlt en gros und en detail die Handelsgärtnerei und Samenhandlung von W. Charon, Blumberg.

Obst-Baumschule "Clarahöh"
Obstbäume und Obststräucher
als: Stachel-, Johannis-, Himbeeren und Weinstöcke, empfiehlt in den besten Sorten ....
R. Hientzsch, Lindenberg.
Baumschulbesitzer und Mitglied des deutsch. Pomologen-Vereins.


Sonntag, den 10. März 1895 (No. 29, Beilage), Kreis-Nachrichten

Blumberg. Hier ist seit dem 1. März ein Fußgendarm stationirt. Es ist ein Herr Brechtke, der direct vom 2. Garde-Regiment gekommen ist. Derselbe hat die Ortschaften Seefeld, Löhme, Birkholz, Ahrensfelde und Mehrow zu seinem Bezirk und muß außerdem dreimal monatlich nach Falkenberg.


Sonntag, den 10. März 1895 (No. 29), Anzeigen

100 Ctr. Rosenkartoffeln hat abzugeben August Haase, Ahrensfelde bei Berlin.


Mittwoch, den 13. März 1895 (No. 30), Anzeigen

800 Centner Rosenkartoffeln (rein, zur Saat), à Ctr. 3 Mk., hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde.


Sonntag, den 24. März 1895 (No. 35), Amtlicher Theil, gekürzt

Plan für die Abhaltung der Frühjahrs-Controll-Versammlungen 1895 im Kreise Niederbarnim.

1. Marzahn (Gasthof Drenske) 6.4.1895, 8 [Uhr] V.
Sämmtliche Reservisten u. Wehrleute der Garde- und Provinzialtruppen. Sämmtliche Ersatzreservist.
[Jahresklasse:] 1894-1882
[aus den Ortschaften:]Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg, Wuhlgarten
2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 6.4.1895, 2 [Uhr] N.
Desgl. [aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee u. Seeberg
34. Bernau, Landbez. (Schützenhausgarten) 26.4.1895 8 [Uhr] V.
Desgl. [aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg und Helenenau


Sonntag, den 24. März 1895 (No. 35), Anzeigen

400 Centner Rosenkartoffeln (rein zur Saat), à Ctr. 3 Mk. hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde.


Mittwoch, den 27. März 1895 (No. 36), Amtlicher Theil, gekürzt

Vertheilungsplan
über Beiträge, welche ... von den Schulverbänden für die öffentlichen Volksschulen und für die der Ruhegehaltskasse angeschlossenen öffentlichen nicht staatlichen mittleren Schulen an die Lehrer-Ruhegehaltskasse des Regierungsbezirkes Potsdam für die Zeit vom 1. April 1895 bis 31. März 1896 zu zahlen sind.

Der Bedarf berechnet sich wie folgt:
Ruhegehälter abzüglich der gesetzlichen Staatsbeiträge pp. nach dem Stande vom 1. October 1894: 226 356,01 Mk.
Renumeration des Kassenanwalts 600,- Mk.
Zusammen ... 226 956,01 Mk.
Hiernach sind von den Schulverbänden pp. für die öffentlichen Volksschulen zu zahlen:

Laufende No.
Bezeichnung des Schulverbandes - Standort
Gesammtsumme des ruhegehaltsberechtigten Diensteinkommens von den Stellen der einzelnen Schulverbände nach Abzug von 800 Mk. für jede Stelle und Abrundung dieser Summe auf volle Hundert gemäß § 7. [Mk.]
Höhe der von den einzelnen Schulverbänden für das Rechnungsjahr 1895/96 zu zahlenden Beiträge
5.  Ahrensfelde  1000  82,00
14.  Blumberg  1400  114,80
25.  Eiche  800  65,60
45.  Hönow  600  49,20
57.  Lindenberg  1300  106,60
65.  Mehrow  1000  82,00

Potsdam, den 9. März 1895.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen


Freitag, den 29. März 1895 (No. 37), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Unter dem Rindviehbestande der Epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten bei Biesdorf ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt.
Mehrow, den 26. März 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Freitag, den 29. März 1895 (No. 37), Anzeigen

Einen Milchkühl-Apparat, fast neu, hat preiswerth zu verkaufen Aug. Ebel II, Blumberg.

Einige Fuhren Kaff hat zu verkaufen Gustav Grün, Blumberg.


Mittwoch, den 3. April 1895 (No. 39), Anzeigen

50 ctr. gute Rosenkartoffeln hat abzugeben Brunow, Bauergutsbesitzer. Ahrensfelde


Freitag, den 19. April 1895 (No. 45), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt.
Mehrow, den 17. April 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Mittwoch, den 24. April 1895 (No. 47), Anzeigen

Es sind noch ca. 400 Centner Runkelrüben abzugeben bei Gebrüder Ebel, Lindenberg bei Berlin.


Mittwoch, den 1. Mai 1895 (No. 50), Anzeigen

Radfahrsport!
>>Großes Lager von Adler-Rädern,<<
erstklassiges, deutsches Fabrikat, auch billigere Fabrikate von 150 Mk. an, neu unter Garantie, sowie sämmtliche Zubehörtheile. Auch auf Theilzahlung. Preisliste gratis und franco.
E. Hindenberg, Werneuchen.


Sonntag, den 5. Mai 1895 (No. 52), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Die Maul- und Klauensuche unter dem Rindviehbestand der epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten ist erloschen. Die Ortssperre wird hierdurch aufgehoben.
Mehrow, den 1. Mai 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Sonntag, den 5. Mai 1895 (No. 52, 2. Beilage), Nichtamtlicher Theil, gekürzt

Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg
am 1. Mai 1895.
Zur Verhandlung kamen folgende Sachen:
9) Eine böse Sorte von Knechten hatte der Bauergutsbesitzer L. zu Eiche. Dieselben waren so frech und anmaßend, daß der Dienstherr sich kaum etwas zu sagen getraute. Als er dies dennoch that, schlugen die beiden Knechte mit Knüppeln auf ihn ein und er mußte in das Haus flüchten. Dies führte zur Verhaftung der beiden Leute und auf erhobene Anklage wird jeder von ihnen heute zu 4 Monaten und 1 Woche Gefängniß verurtheilt.


Sonntag, den 10. Mai 1895 (No. 54), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Die Maul- und Klauensuche unter dem Rindviehbestand des Rittergutes Mehrow ist erloschen. Die Ortssperre wird hierdurch aufgehoben.
Mehrow, den 8. Mai 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Mittwoch, den 15. Mai 1895 (No. 56), Amtlicher Theil

Personal-Chronik.
Die Amts-Vorsteher Ziegner-Blumberg, Krüger-Mehrow, Feldtmann-Neu-Weißensee, Seeger-Zerpenschleuse und die Amts-Vorsteher-Stellvertreter Haase-Ahrensfelde und Borchert-Malchow sind als solche auf die Dauer von 6 Jahren wiederernannt.


Mittwoch, den 15. Mai 1895 (No. 56), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Alt-Landsberg. Am Sonntag, den 19. Mai, nachm. 2 Uhr findet hierselbst die Versammlung des Unterverbandes der freiwilligen Feuerwehren des Kreises Niederbarnim statt. ...


Freitag, den 7. Juni 1895 (No. 64), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Die hiesige Schützengilde feiert am 9. bis 11. Juni cr. ihr 50jähriges Bestehen.


Freitag, den 7. Juni 1895 (No. 64), Anzeigen

Ahrensfelde.
Am Sonntag, den 9. Juni findet das große Sommerfest
des Gesang-Vereins "Sängerlust", unter Mitwirkung von 4 Vereinen und der Liebisch'schen Capelle statt, wozu freundlichst einladet
Der Vorstand.


Sonntag, den 9. Juni 1895 (No. 65), Amtlicher Theil, gekürzt
...
Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr II. Aufgebots zurückgestellt:
2. Ebel, Heinrich  Blumberg  Füsilier
3. Haase, Wilhelm  Blumberg  Trainsoldat
4. Gahtow, Friedrich  Blumberg  Musketier


Freitag, den 14. Juni 1895 (No. 67), Nichtamtlicher Theil

Die Kirschennutzung auf den Chaussee-Strecken Seeberg- Alt-Landsberg - Hohefließ, Neuenhagen - Hönow - Mehrow soll am Sonnabend, den 15. Juni d. js. Nachmittags 5 Uhr im Welle'schen Gasthause hierselbst verpachtet werden, und lade ich Pachtlustige hierzu ein.
Alt-Landsberg, den 12. Juni 1895.
Die Chaussee-Commission. Bredow.


Sonntag, den 16. Juni 1895 (No. 68), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Das Schwein des Arbeiters Wilhelm Wilke in Lindenberg ist an der Rothlaufseuche verendet.
Mehrow, den 12. Juni 1895.
Der Amts-Vorsteher.


Freitag, den 21. Juni 1895 (No. 70), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Zwei der Bauerwittwe Lenz gehörige Schweine sind an Rothlaufseuche verendet.
Marzahn, den 17. Juni 1895.
Der Amts-Vorsteher. Dubick.

Bekanntmachung.
Auf dem Wege durch die Bauernhaide [ai!] nach Krummensee ist am Sonntag, den 16. Juni cr., Abends gegen 1/2 10 Uhr von dem Gärtner Glase zu Mehrow ein Hammel gefunden worden.
Der rechtmäßige Eigenthümer kann sich binnen längstens 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Rechte im hiesigen Amtsbureau melden.
Mehrow bei Hönow, den 17. Juni 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Sonntag, den 23. Juni 1895 (No. 71), Anzeigen

Allen guten Freunden und Bekannten für die Theilnahme bei dem Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes und unseres guten Vaters, dem Krieger-Verein, dem Gesang-Verein und allen Gemeindemitgliedern, welche ihm das Geleit zur letzten Ruhestätte gaben, sowie dem Herrn Pastor Braun für den uns gespendeten Trost sagen wir unsern tiefgefühlten Dank.
Lindenberg, den 21. Juni 1895.
Im Namen der Hinterbliebenen. Ww. Andrae.


Freitag, den 5. Juli 1895 (No. 76), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Hier hat sich ein junger Hühnerhund angefunden (etwas langhaarig, schwarz und weiß melirt, kleine weiße Stirn und Blesse). Der betr. Besitzer kann denselben bei dem unterzeichneten Amtsvorsteher abholen.
Amt Blumberg, den 3. Juli 1895.
Der Amts-Vorsteher.


Sonntag, den 7. Juli 1895 (No. 77), Anzeigen

Lindenberg.
Am Sonntag, den 7. Juli cr.: Einweihung meines neugemalten >>> Saales, <<<
verbunden mit großer Tanzmusik, wozu freundlichst einladet H. Huwe, Gastwirth.


Mittwoch, den 10. Juli 1895 (No. 78), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Alt-Landsberg. Ein colossaler Feuerschein in östlicher Richtung verursachte am Sonntag Abend gleich nach 11 Uhr Feueralarm in unserer Stadt. Auch unsere Freiwillige Feuerwehr wollte ausrücken, hatte jedoch keinen Vorspann. Die Landspritze eilte zur Brandstätte. Es sind durch das Feuer auf dem Buchholzer Amte eine 250 Fuß lange Lehmfachwerkscheune mit 3 Thoren und ein Kohlenschuppen vollständig eingeäschert worden; halb verbrannt ferner ein neuer massiver 200 Fuß langer Stall. ...


Mittwoch, den 24. Juli 1895 (No. 84), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Alt-Landsberg. Eine hocherfreute Nachricht geht uns bezüglich der Ostbahn zu. Danach ist für den Vorortverkehr der Ostbahn die Einführung des Stunden-Verkehrs in Aussicht genommen und zwar zum 1. October d. Js. ...


Mittwoch, den 31. Juli 1895 (No. 87), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Ein dem Bäckermeister Albert Zinn zu Ahrensfelde gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet.
Mehrow, den 29. Juli 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Mittwoch, den 31. Juli 1895 (No. 87), Anzeigen

Ahrensfelde.
Sonntag, den 4. August cr.
Großes Sommerfest des Gesang-Vereins "Frohsinn", wozu freundlichst einladet
Der Vorstand.


Sonntag, den 11. August 1895 (No. 92, 2. Beilage), Nichtamtlicher Theil

Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg
am 7. August 1895.
Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Bauunternehmer Zimmermann - Werneuchen und Herr Uhrmacher Schulze - Kalkberge-Rüdersdorf. Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow.

Zur Verhandlung kamen folgende Sachen:
11) Der Knecht Robert H. zu Mehrow hat gegen einen polizeilichen Strafbefehl über 10 Mk. wegen groben Unfugs Widerspruch erhoben, aber ohne Erfolg; denn da der Zeuge eidlich bestätigt, daß H. sich an dem Unfuge betheiligt hat, so wird der Widerspruch kostenpflichtig abgewiesen.


Freitag, den 16. August 1895 (No. 94), Anzeigen

Ahrensfelde.
Am Sonntag, den 18. und Montag, den 19. August:
Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet
W. Hase, Gastwirth.


Sonntag, den 18. August 1895 (No. 95), Amtlicher Theil, gekürzt

Bekanntmachung.
Gebührenordnung für die Beaufsichtigung von Musikaufführungen, Schaustellungen, theatralischen Vorstellungen und sonstigen Lustbarkeiten im Amtsbezirk Blumberg.

Auf Grund des § 6 des Communalabgabengesetzes vom 11. Juli 1893 ... wird für den Amtsbezirk Blumberg die nachstehende Gebührenordnung erlassen:
...
1. Für die Beaufsichtigung einer Tanzbelustigung:
a) wenn dieselbe bis längstens 12 Uhr Nachts dauert  1 Mk.
b) wenn dieselbe bis über 12 Uhr Nachts dauert  1,50 Mk.
c) wenn dieselbe von Masken besucht wird  2 Mk.
2. Für Beaufsichtigung einer Kunstreitervorstellung  1 Mk.
3. Für Beaufsichtigung eines Concerts oder Theatervorstellung  1 Mk.
4. Für Beaufsichtigung von Gesangs- oder declamatorischen Vorträgen (Tingel-Tangel) pro Tag  1 Mk.
5. Für Beaufsichtigung von Vorträgen auf einem Klavier, einem mechanischen oder anderen Musikinstrument im Gastwirthschaften, Schankstätten, öffentlichen Vergnügungs-Localen, Buden oder Zelten:
a) bis Mitternacht für den Tag  1 Mk.
b) bis nach Mitternacht für den Tag  1,50 Mk.
6. Für Beaufsichtigung der Vorstellung von Gymnastikern, Equilibristen, Ballett- und Seiltänzern, Taschenspielern, Zauberkünstlern, Bauchrednern u. dgl.  1 Mk.
7. Für Beaufsichtigung des Betriebes eines Caroussels
a) durch Menschenhand gedreht pro Tag  1 Mk.
b) anderweitig als ad a gedreht pro Tag  1,50 Mk.
8. Für Beaufsichtigung einer Würfelbude pro Tag  0,25 Mk.
9. Für Beaufsichtigung einer Schießbude pro Tag  0,50 Mk.
10. Für Beaufsichtigung einer öffentlichen Belustigung der vorher nicht gedachten Art, insbesondere für die Beaufsichtigung eines Marionetten-Theaters, für das Vorzeigen eines Panoramas, Wachsfiguren-Cabinets, Museums, je nach dem zu erwartenden Umfang des Verkehrs, für den Tag  1-3 Mk.
...
Blumberg, den 18. Juli 1895.
Der Amts-Vorsteher. Ziegner.


Sonntag, den 18. August 1895 (No. 95), Amtlicher Theil

Ahrensfelde.
Am Sonntag, den 18. und Montag, den 19. August cr. findet bei mir das diesjährige Erntefest statt, wozu ergebenst einladet W. Barthel, Gastwirth.


Mittwoch, den 21. August 1895 (No. 96), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Am Sonnabend Morgen rückte ein Russe aus dem hiesigen Gefängniß aus. Derselbe saß hier in Untersuchungshaft, weil er in Herzfelde einen andern Ziegeleiarbeiter derart auf einen Arm schlug, daß der verletzte Körpertheil amputirt werden mußte.


Mittwoch, den 21. August 1895 (No. 96), Anzeigen

Lindenberg.
Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August: Großes Erntefest
(auch Umzug). Hierzu laden ganz ergebenst ein
Die Gastwirthe: A. Bolle, H. Huwe


Sonntag, den 25. August 1895 (No. 98), Nichtamtlicher Theil, gekürzt

Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg
am 21. August 1895.
Vorsitzender: Herr Amtsrichter Schochew, später Herr Gerichts-Assessor Daniel. Schöffen: Herr Bauunternehmer Zimmermann - Werneuchen und Herr Uhrmacher Schulze - Kalkberge-Rüdersdorf. Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow.

Zur Verhandlung kamen folgende Sachen:
4) Ein eigenthümlicher Betrugsfall lag gegen die beiden Knechte Hermann H. und Richard O. zu Eiche vor. Dieselben waren vom Amts-Vorsteher in je 10 Mk. Strafe genommen. Als der Amtsdiener die Strafe beitreiben wollte, erklärten beide, sie hätten kein Geld und wurde in Folge dessen die Haftstrafe vollstreckt. Nachher stellte sich jedoch heraus, daß jeder der Knechte ein ansehnliches Sparkassen-Guthaben besaß. Der Gerichtshof sah in dem Verhalten der Angeklagten keinen Betrug und gelangte zur Freisprechung.


Sonntag, den 25. August 1895 (No. 98), Anzeigen

300 Mark Belohnung
erhält Derjenige, der mir den Thäter, welcher in letzter Zeit auf meinem Gehöft wiederholt Brandstiftung verübt hat, so nachweist, daß derselbe gerichtlich belangt werden kann
Carl Gathow, Lindenberg.


Mittwoch, den 28. August 1895 (No. 99), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Das Gewitter am Sonnabend, das mehrere außerordentlich schwere Schläge aufwies, hat in uns Umgegend auch leider ein Menschenleben gefordert. Eine Frau Dumcke aus Hirschfelde befand sich bei der Feldarbeit und wurde von einem Blitzstrahl, der direct auf ihren Kopf ging, auf der Stelle getödtet. Die Leiche war ganz schwarz gebrannt, als man sie nach der Wohnung brachte.


Freitag, den 30. August 1895 (No. 100), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Ein Schwein des Arbeiters Gustav Göritz zu Hellersdorf ist an Rothlauf verendet.
Mehrow, den 27. August 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Mittwoch, den 4. September 1895 (No. 102), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Ein Schwein des Halbbauern Friedrich Ebel zu Lindenberg ist an Rothlauf verendet.
Malchow, den 30. August 1895.
Der Amts-Vorsteher.


Mittwoch, den 4. September 1895 (No. 102), Anzeigen, gekürzt

Radfahrsport!
Großes Lager von Adlerrädern, ... Einen größeren Posten Brennabor-Räder mit gutem Pneumatic verkaufe ich so lange der Vorrath reicht, für 185 Mk. das Stück per Casse unter einjähriger schriftlicher Garantie. Preisliste gratis und franco.
E. Hindenberg, Werneuchen.


Freitag, den 6. September 1895 (No. 103), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Neuenhagen. Am vergangenen Montag wurde hier in feierlicher Weise ein Denkmal enthüllt, welches Herr Schloßbesitzer Dotti selbst entworfen und modelliert hat. ... (Stb. Ztg.)


Mittwoch, den 11. September 1895 (No. 105), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Ein der Epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet.
Mehrow, den 6. September 1895.
Der Amts-Vorsteher. Krüger.


Sonntag, den 15. September 1895 (No. 107), Amtlicher Theil, gekürzt

Bekanntmachung.
Im Monat August 1895 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden.
Berlin, den 12. September 1895.
Der Landrath, von Waldow.


20./8.  Kirschbaum, Fr.  Bauergutsbesitzer  Hönow  Jahres-Jagdschein (15 Mk.)

"  Dotti, Fritz  Gutsbesitzer  Hönow  "

"  Bartel, Herm.  Kaufmann  Lindenberg  "

"  Bolle, Wilhelm  Bauergutsbesitzer  "

"  Hagert, Carl  "  "

"  Gröpler, August  Schuhm.-Mstr.  Eiche  "

"  Petor [!]  Revierförster  Blumberg  unentgeltlicher Jagdschein


Sonntag, den 6. October 1895 (No. 116), Anzeigen

Einen Schäferknecht verlangt sogleich Dom. Blumberg.


Sonntag, den 13. October 1895 (No. 119), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Auf dem Dominium Blumberg ist eine Kuh an Lungenseuche verendet.
Blumberg, den 10. October 1895.
Der Amts-Vorsteher.


Mittwoch, den 30. Oktober 1895 (No. 126), Amtlicher Theil

Plan für die Abhaltung der Herbst-Controll-Versammlungen 1895 in dem Kreise Niederbarnim

1. Marzahn (Gasthaus Drenske) 11.11.95 9 Uhr Vormittags
Sämmtliche Reservisten der Garde- und Provinzialtruppen, [Jahrgangsklasse] 1895-88
aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg, Wuhlgarten
2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 11.11.95 2 Uhr Nachmittags
Desgl. [aus den Ortschaften:] Bollendorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg
19. Bernau Land (Schützenhaus-Garten) 21.11.95 11 1/2 Uhr Vormittags
Desgl. [aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg und Helenenau


Mittwoch, den 30. October 1895 (No. 126), Kreis-Nachrichten

Alt-Landsberg. Der hier am 23. d. M. stattgehabte Jahrmarkt ist leider nicht ohne Messerstecherei verlaufen. Im Unterlaufschen Tanzsaale kam es zwischen Hiesigen und Eggersdorfern zu Reibereien, wobei ein Eggersdorfer Schlächtergeselle drei Messerstiche erhielt. Kaum war dieser Streit beendet, so hieb ein Eggersdorfer von neuem auf einen hiesigen Schuhmachermeister, der sich vorher bemüht hatte, den Streit zu schlichten und zum nach Hause gehen wollte, mehrere Male ein, damit eine Keilerei entfachend, die Herr Gendarm Hempel nur dadurch bewältigen konnte, daß er blank zog.


Sonntag, den 10. November 1895 (No. 131), Amtlicher Theil, gekürzt

Bekanntmachung.
Im Monat October sind von mir nachstehende Jagdscheine ertheilt worden.
Berlin, den 5. November 1895.
Der Landrath, von Waldow.

154  4./10.  Glase, Max  Gärtner  Mehrow  Jahres-Jagdschein (15 Mk.)
161  9./10.  Reinicke, August  Forst- und Feldhüter  Blumberg  unentgeltlicher Jagdschein


Mittwoch, den 13. November 1895 (No. 132), Amtliche Beilage, gekürzt

Bekanntmachung.
Polizei-Verordnung über den Handel mit Giften.
...

Freitag, den 15. November 1895 (No. 133), Amtlicher Theil

Personal-Chronik.
Der Administrator Petersen zu Friedrichsfelde ist als Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow bestätigt worden.


Mittwoch, den 20. November 1895 (No. 135), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. Wegen thätlicher Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bedrohung wurde am 16. d. Mts. der Dienstknecht Hermann Semmlack von hier vor der 1. Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt: Der Dienstknecht G. Grube erhielt einen Verweis.


Freitag, den 22. November 1895 (No. 136), Kreis-Nachrichten

Hönow. (O.-E.) Die Bauernaltsitzer Friedrich Schmidt'schen Eheleute hierselbst werden am 23. Januar 1895 (!) ihre goldene Hochzeit feiern.


Mittwoch, den 27. November 1895 (No. 138), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Unter den Kühen des Kossäthen Wilhelm Grunow zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Gehöftsperre ist angeordnet.
Ahrensfelde, den 24. November 1895.
Der Amts-Vosteher-Stellvertreter. Haase.


Freitag, den 29. November 1895 (No. 139), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Mit Rücksicht auf die unter dem Rindviehbestande des Kossäthen Wilhelm Grunow zu Eiche ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche wird die Ortschaft Eiche und deren Feldmark gegen das Durchtreiben von Rindvieh und Schweinen gesperrt.
Ahrensfelde, den 27. November 1895.
Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. Haase.


Mittwoch, den 4. December 1895 (No. 141, Beilage), Nichtamtlicher Theil, gekürzt

Bericht
über die Sitzung des landwirtschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend
...
Zur Prämiirung (!) wurden 17 Dienstboten, 8 Knechte und 9 Mägde bestimmt. Sämmtliche 17 Dienstboten sollen zum ersten Male prämiirt werden und sind mindestens seit dem 1. Januar 1891 bei derselben Dienstherrschaft. Es sind dieses
A Knechte:
2. Gustav Wegener, aus Ahrensfelde gebürtig, seit 1. April 1890 bei Bauer Carl Hoppe in Ahrensfelde
4. Gustav Scholz aus Wirschwitz, Kreis Glogau gebürtig, 5 Jahre beim Bauer Baurath zu Lindenberg
7. Hermann Baak, aus Krummensee gebürtig, vom 26. October 1890 ab im Dienst beim Kaufmann und Eigenthümer Baade zu Blumberg
B Mägde:
2. Auguste Müller aus Blumberg beim Rentier Westphal in Berlin
4. Anna Noack aus Schwiebus, im Dienste bei Frd. Ebel zu Lindenberg
Außer dem Ehrendiplom soll jeder Dienstbote eine Prämie von 15 Mk. baar erhalten. ...


Freitag, den 6. December 1895 (No. 142), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Ein großer, junger gelber Hund hat sich angefunden.
Der rechtmäßige Besitzer kann seine Ansprüche auf den Hund binnen 14 Tagen gegen Erstattung der gesetzlichen Futter- und Insertionskosten geltend machen.
Ahrensfelde, den 3. December 1895.
Der Amtsvorsteher-Stellvertreter.


Sonntag, den 8. December 1895 (No. 143), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Bei einem dem Lehrer Schröder zu Mehrow gehörigen Schweine sind bei der Untersuchung Trichinen gefunden. Die Untersuchung ist durch den amtlichen Fleischbeschauer, den Schuhmachermeister August Gröpler zu Eiche, ausgeführt.
Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. Haase.


Sonntag, den 8. December 1895 (No. 143, 3. Beilage), Nichtamtlicher Theil, gekürzt

Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg
am 4. December 1895
Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Gemeinde-Vorsteher Schrock - Werder und Herr Stellmachermeister Loewicke - Rüdersdorf, Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow

Zur Verhandlung kamen folgende Sachen:
8) Eine umfangreiche Schlägerei in Blumberg am 10. Februar d. Js. bildete den Gegenstand der nächsten Verhandlung. Die meisten Angeklagten sind bereits verurtheilt. Heute hat sich noch einer der Anführer, der Arbeiter Friedrich M., der erst jetzt ermittelt ist, wegen Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstandes und Beleidigung zu verantworten. Ihm werden 3 Monate Gefängniß zudictirt.
11) Am 6. Oct. d. J. benahmen sich die Knechte Wilhelm B. und Adam St. zu Eiche bei einer Tanzmusik so ungebührlich, daß sie aus dem Locale gewiesen werden mußten. Sie gingen jedoch nicht, so daß der anwesende Gendarm einschreiten mußte. Diesem leisteten sie Widerstand und beleidigten ihn. Jeder der Radaubrüder erhält dafür 24 Tage Gefängniß.


Freitag, den 13. December 1895 (No. 145), Amtlicher Theil

Bekanntmachung.
Eine dunkelgraue Pferdedecke mit rothen und blauen Streifen ist in Ahrensfelde gefunden worden.
Der rechtmäßige Eigenthümer kann dieselbe gegen Erstattung der Unkosten zurückerhalten.
Ahrensfelde, den 11. December 1895.
Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. Haase.


Sonntag, den 15. December 1895 (No. 146, 3. Beilage), Nichtamtlicher Theil

Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg
am 11. December 1895.
Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Gemeinde-Vorsteher Schrock-Werder und Herr Stellmachermeister Loewicke-Rüdersdorf, Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow.

Zur Verhandlung kamen folgende Sachen:
6) Die beiden Knechte Wilhelm L. und Otto B. zu Eiche waren am 15. October cr. sehr auffällig gegen ihren Dienstherrn, so daß dieser den Wilhelm L. - den Anstifter - sofort entließ. In Folge dessen kamen beide Knechte in die Wohnung des Dienstherrn und machten Scandal. Mehreren Aufforderungen zum Verlassen der Wohnung folgten die Knechte nicht; Wilhelm L. schlug sogar mit der Faust auf seinen Dienstherrn ein. Auf erhobene Anklage wird L. zu 40 Mk. Geldstrafe ev. 8 Tage Gefängniß verurtheilt, B. dagegen mangels Beweises freigesprochen.


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