Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1901 (48. Jahrgang),
gefunden im Landesarchiv Berlin (Reinickendorf)
[1] Ergänzung anhand des Bandes „Amtliche Bekanntmachungen aus dem Niederbarnimer Kreisblatt. 1901.“, gefunden im Stadtarchiv Bernau (Juni 2015).


Freitag, den 4. Januar 1901 (No. 1), Amtliche Beilage, gekürzt [1]

Nachweisung
derjenigen Personen, welche im Jahre 1901 ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können.
Lfd. Nr.; Name des Amtsbezirks; Name der zu Schiedsmännern vorgeschlagenen Personen.
4. Biesdorf
  • Administrator Wilhelm Knauer zu Biesdorf.
  • Bauergutsbesitzer Otto Zimmermann zu Biesdorf.
  • Bauergutsbesitzer Karl Dubick zu Biesdorf.
  • Amtsvorsteher Eugen Voigt zu Kaulsdorf.
  • Bauergutsbesitzer Hermann Schulze zu Kaulsdorf.
  • Landwirth Albert Bausdorf zu Kaulsdorf.
  • Gemeindevorsteher Lange zu Mahlsdorf.
  • Inspector Paul Boes zu Mahlsdorf.
    15. Neuenhagen [u. a.]
  • Gutsbesitzer F. Dotti zu Hönow
  • Gemeindevorsteher C. Hörnicke zu Hönow,
  • Kossäth Wilhelm Bugge zu Hönow.
    19. Blumberg
  • Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg.
  • Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg.
  • Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg.
  • Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg.
    20. Ahrensfelde
  • Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf.
  • Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde.
  • Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche.
  • Bauergutsbesitzer August Müller in Ahrensfelde.
    23. Malchow [u. a.]
  • Bauergutsbesitzer Kirschbaum zu Lindenberg.
  • Schöffe Carl Gahtow zu Lindenberg.


  • Sonntag, den 6. Januar 1901 (No. 2), Anzeigen

    Holz=Auction.
    Am Dienstag, den 8. Januar Vormittags 10 Uhr werde ich in der Ahrensfelder Heide einen größeren Posten birken und kiefern Knüppel, Stubben und Reiser öffentlich meistbietend verkaufen.
    A. Weidelt, Baugeschäft. Blumberg.


    Freitag, den 11. Januar 1901 (No. 4), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Die wegen der Scharlach-Epidemie durch Bekanntmachung vom 9. October v. Js. für den Umfang des Gemeinde- und Gutsbezirkes Blumberg angeordnete allgemeine Anzeigepflicht hebe ich hiermit wieder auf.
    Berlin, den 7. Januar 1901.
    Der Landrath, von Treskow.

    Bekanntmachung.
    Unter dem Schweinebestande des Gutsgehöfts der Epileptischen Anstalt in Wuhlgarten ist die Schweineseuche und Schweinepest ausgebrochen. Die Gehöftsperre ist angeordnet.
    Ahrensfelde, den 9. Januar 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Sonntag, den 20. Januar 1901 (No. 8), Anzeigen

    Holz=Auction.
    Am Mittwoch, d. 23. Januar cr., Vormittags 9½ Uhr werden im Gasthaus des Herrn Ebel zu Blumberg folgende Hölzer meistbietend verkauft werden:
    96  Meter birkene Kloben
    34  Meter birkene Knüppel
    78  Meter birkene Stubben
    168  Meter birkene Reiser
    42  birkene und 5 kieferne Stücke Nutzholz.
    Das Holz liegt im Jagen „Neuer See“ unweit der Blumberg=Bernauer Straße und kann vorher besichtigt werden. Ferner wird nach Bedarf noch verschiedenes trockenes Brennholz aus dem vorherigen Jahre verkauft.
    Blumberg, den 16. Januar 1901.
    Die Forstverwaltung.


    Sonntag, den 20. Januar 1901 (No. 8), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. (O.=B.) Der in hiesiger Gegend wohlbekannte Viehhändler Klempin wurde Mittwoch Vormittag in der Dunggrube des Gastwirths Müller vollständig erstarrt todt aufgefunden. Am Abend vorher um 10 Uhr verließ er den Müller'schen Gasthof und wollte wahrscheinlich noch das Keisdorf'sche Local aufsuchen, ging über den Hof, setzte sich, jedenfalls vor Ermüdung, auf die Mauereinfassung der Dunggrube, ist eingeschlafen, rücklings in dieselbe gefallen und während der Nacht erfroren.


    Sonntag, den 27. Januar 1901 (No. 11), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Jungviehbestande des Rittergutes Blumberg ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen.
    Blumberg, den 24. Januar 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Sonntag, den 27. Januar 1901 (No. 11), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Bestätigt: ...;
    der Arbeiter Helmuth Föge als Nachtwächter und Gemeindediener der Gemeinde Mahlsdorf.


    Mittwoch, den 30. Januar 1901 (No. 12), Amtlicher Theil [1]

    Personal=Chronik.
    Bestätigt: der Rendant Rudolf Allwardt als Gutsvorsteher=Stellvertreter des Gutsbezirks Mehrow.


    Sonntag, den 3. Februar 1901 (No. 14), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Dem Pächter der Gemeindejagd Blumberg wird hiermit die polizeiliche Erlaubniß ertheilt, in seinem Revier Gift gegen Raubzeug zu legen.
    Blumberg, den 1. Februar 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Mittwoch, den 6. Februar 1901 (No. 15), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Vor Kurzem tagte hier behufs Begründung einer freiwilligen Feuerwehr eine größere Versammlung, welcher als Vertreter des Landrathes Herr Assessor von Berg beiwohnte. Ferner waren Abordnungen der Wehren von Alt=Landsberg, Erkner, Friedrichshagen und Lichtenberg erschienen. Den Vorsitz führte der Unterverbands=Vorsitzende Oberführer Spindler=Erkner. Nach längeren Debatten, an denen sich u. A. die Vertreter der Behörden und die von außerhalb erschienenen Kameraden betheiligten, wurde die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr hierselbst beschlossen. Zum Beitritt meldeten sich sofort 16 Herren als active und 40 als passive Mitglieder.


    Sonntag, den 3. März 1901 (No. 26), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Bestätigt:
    der Gutsinspector R. Braune als Gutsvorsteher=Stellvertreter des Gutsbezirks Blumberg; ...


    Sonntag, den 10. März 1901 (No. 29), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Bestätigt: der Bauerngutsbesitzer Albert Bausdorf als Gemeindevorsteher und der Kossäth August Giese als Schöffe der Gemeinde Kaulsdorf auf 6 Jahre vom 1. April 1901 ab.


    Mittwoch, den 13. März 1901 (No. 30), amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Zur Deckung der Kosten der Handwerkskammer für Berlin und den Regierungsbezirk Potsdam haben die Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke im Kreise Niederbarnim, soweit sich in ihnen Handwerksbetriebe befinden, für das Etatsjahr 1900/01 insgesamt 2609 Mk. 90 Pfg. beizutragen. ...
    Die ... aufzubringenden Beiträge berechnen sich demnach wie folgt:
    Lfd. No. Namen der Gemeinden   Handwerksbetriebe  Gesellen  Lehrlinge Gesamt-summe Prozent Hebungs-summe
     Mark  Pf.  Mark  Pf.
    A. Städte ..
    B. Landgemeinden
    5.  Ahrensfelde 18 13 10 270 - 4% 10 80
    15.  Blumberg 28 30 19 477 50 4% 19 10
    25.  Eiche 5 3 2 70 - 4% 2 80
    56.  Lindenberg 11 14 8 200 - 4% 8 -
    64.  Mehrow 2 2 - 30 - 4% 1 20
    C. Gutsbezirke
    125.  Blumberg 1 - - 15 - 4% - 60
    148.  Mehrow - - - - - - - -


    Sonntag, den 17. März 1901 (No. 32), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Ernannt: Der Gutsinspector Wolff zu Hellersdorf zum Amtsvorsteher=Stellvertreter des Amts­bezirks Ahrensfelde auf die Dauer von sechs Jahren. ...


    Mittwoch, den 20. März und Sonntag, den 24. März 1901 (No. 35), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Die Frühjahrs=Controlversammlungen 1901 werden im Kreise Niederbarnim wie folgt abgehalten.
    Control=Versammlungsort: Marzahn (Gasthof Drenske)
    Datum: 9. April 1901.
  • 10 Vorm. Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial=Truppen 1900-1888
  • 2 Nachm. Sämtliche Ersatz=Reservisten 1900-1888
    Aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Marzahn und Wartenberg, Wuhlgarten
    Control=Versammlungsort: Alt-Landsberg (Schützenhaus)
    Datum: 10. April 1901.
  • 9 Vorm. Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial=Truppen 1900-1888
  • 2 Nachm. Sämtliche Ersatz=Reservisten 1900-1888
    Aus den Ortschaften: Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt=Landsberg, Gutsbezirk, Amt Alt=Landsberg mit Amtsfreiheit, Neu=Hönow, Radebrück, Bruchmühle, Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg
    Control=Versammlungsort: Bernau (Landbezirk) (Kaisergarten Stöwe)
    Datum: 19. April 1901.
  • 3 Nachm. Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial=Truppen und sämtliche Ersatz=Reservisten 1900-1888
    Aus den Ortschaften: Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg, Gut und Dorf, Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Helenenau, Gut Börnicke u. Thärfelde


  • Mittwoch, den 27. März 1901 (No. 36), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Neu-Weißensee. (O.-B.) Der hiesige Kirchenbau ist bis zur Vollendung der Grundmauern geführt und durch den Kirchenbau=Verein unter Führung des Ober=Ceremonienmeisters Grafen von Mirbach, Excellenz, besichtigt worden. ...


    Mittwoch, den 27. März 1901 (No. 36), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Bekanntmachung.
    Den Oberwachtmeistern, berittenen Gendarmen, sowie den betheiligten Magisträten und Gemeindevorständen bringe ich zur Kenntniß, daß die Lieferung der Fourage für die Gendarmeriepferde vom 1. April 1901 bis 31. März 1902 den folgenden Lieferanten übertragen worden ist:
    1. dem Getreidehändler Paul Andree in Alt=Landsberg für die Station Alt=Landsberg; ...
    2. dem Getreidehändler Reinhard Kuntze in Bernau für die Stadt Bernau; ...
    3. dem Mühlenbesitzer C. Rottke in Kaulsdorf für die Stationen Kaulsdorf, Friedrichsfelde, Lichtenberg; ...
    Berlin, den 25. März 1901.
    Der Landrath I. V.: Dr. Freiherr von Goltz, Regierungsassessor.


    Freitag, den 5. April 1901 (No. 40), Amtliche Beilage, gekürzt

    Verhandelt [Kreistagssitzung]
    Berlin, den 23. März 1901.
    Anwesende [insgesamt 39]:
    1. Landrath von Treskow, als Vorsitzender und Kreistags=Abgeordneter,
    ...
    Auf heute war hierselbst ein Kreistag des Niederbarnimer Kreises anberaumt.
    Zu demselben waren die sämmtlichen Kreistags=Abgeordneten unterm 4. März d. Js. von dem unterzeichneten Landrathe eingeladen.
    Nach dem Einladungsschreiben stehen folgende Gegenstände zur Tagesordnung:
    ...
    4. Erbauung einer Kreischaussee von Alt=Landsberg bis zur Kreisgrenze in der Richtung auf Buchholz.
    5. Uebernahme einer chausseemäßig ausgebauten Strecke zwischen Mehrow und Ahrensfelde in die Unterhaltung des Kreises.
    ...
    Der Vorsitzende gab noch nähere Erläuterungen zur Vorlage und schlug die Annahme derselben mit einigen näher bezeichneten Aenderungen vor, worauf der Kreistag einstimmig Folgendes beschließt:
    „Der Kreis übernimmt die dauernde Unterhaltung der 2254 m langen Chaussee vom Ausgang des Dorfes Mehrow nach Ahrensfelde zum Anschluß an die dortige Provinzial=Chaussee, wenn von den betheiligten Wegeunterhaltungspflichtigen und Interessenten eine einmalige Abfindung von 25000 Mk. (Fünfundzwanzigtausend Mark) zum Chaussee-Reservefonds gezahlt wird und über die sonst im Interesse des Kreises zu stellenden Bedingungen ein Abkommen zwischen dem Kreisausschusse und den Betheiligten zu Stande kommt.
    Der Kreisausschuss wird ermächtigt, zum Abschlusse dieser Abkommen und zur Abgabe aller dieserhalb erforderlichen Erklärungen.“


    Sonntag, den 28. April 1901 (No. 49), Amtlicher Theil [1]

    Bekanntmachung.
    Der Besitzer der Privat=Irren=Anstalt zu Nordend bei Nieder=Schönhausen Dr. C. Oestreicher - Fernsprecher: Amt Pankow Nr. 39 - hat sich bereit erklärt, Geisteskranke des Kreises Niederbarnim bis zu deren Ueberführung in eine Provinzial=Irrenanstalt vorübergehend zu den ortsüblichen Verpflegungssätzen aufzunehmen.
    Den Magisträten, Amts= und Gemeinde=Vorstehern wird anheimgestellt, von diesem Anerbieten erforderlichen Falles Gebrauch zu machen.
    Berlin, den 23. April 1901.
    Der Landrath von Treskow.


    Sonntag, den 28. April 1901 (No. 49), Amtliche Beilage, gekürzt

    Etat des Kreises Niederbarnim
    für das Rechnungsjahr vom 1. April 1901 bis dahin 1902.
    Einnahmen
    Titel II: Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück (Berlin-Prötzel)
    und Alt-Landsberg - Tasdorf und Fredersdorf

    Chausseegeld: 11938,80 M (Vorjahr: 11910,00 M)
    Sonstige Einnahmen: 1200.00 M
    Pachterträgnis der Hebestellen für 1901
    1. Hohen-Schönhausen: 7750,- M
    2. Hönow: 3200,- M
    3. Radebrück: 988,80 M
    Ausgaben
    Titel IX: Für die Chaussee Neuenhagen - Hoenow - Mehrow
    1. Besoldung der Aufseher: - (nichts)
    2. Für Beschaffung von Chausseebaumaterialien: 776,- M (Vorjahr: 292,- M)
    3. Für die Ausführung der zur Unterhaltung der Chausseeanlagen erforderlichen Arbeiten: 1124,- (958,-)
    4. Für die Unterhaltung der Gebäude: 100,- (150,-)
    5. Verwaltungs- und Rezepturkosten: 100,- (100,-)
    Gesamtbetrag Titel IX: 2100,- (1500,-)
    Erläuterungen:
    Die Chaussee wird von Aufseher Nürnberg (Titel V) beaufsichtigt.
    Es werden gebraucht: 69 cbm Chausseesteine, 77 cbm Kies und Sand.
    Es sollen nur kleine Ausbesserungen ausgeführt werden.


    Sonntag, den 5. Mai 1901 (No. 52), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Wieder ernannt:
    Der Administrator Spinola zu Malchow als Amts=Vorsteher des Amtsbezirks Malchow; ...


    Sonntag, den 5. Mai 1901 (No. 52), Amtliche Beilage, gekürzt

    Verwaltungsbericht für das Jahr 1900. ...
    Chaussee- und Wegeangelegenheiten ...
    8. Neuenhagen-Mehrow
    Ganze Länge der Chaussee: 6584 m
    Vom Kreise unterhalten: 6584 m
    Neuschüttungen sind ausgeführt: ---
    Pflasterungen sind ausgeführt: 21 qm
    Zur Unterhaltung sind verwendet: 10 cbm Chausseesteine, --- Pflastersteine, 2 cbm Kies und Sand
    Materialen sind beschafft: --- Chausseesteine, --- Pflastersteine, 56 cbm Kies und Sand
    Bäume sind gepflanzt: 60 Stück

    Personenstandswechsel
    Neu ernannt zu Amtsvorsteher-Stellvertretern ... für den Amtsbezirk Ahrensfelde:
    der Administrator Lindenberg in Mehrow an Stelle des verstorbenen Administrators Petersen, ...


    Sonntag, den 19. Mai 1901, Kreis-Nachrichten

    Lindenberg. (O.=B.) Am Donnerstag Abend zwischen 7 und 8 Uhr wurde der Schmiedemeister Grunow von hier während eines Spaziergangs auf hiesiger Feldmark erschossen. Der Bedauernswerthe war am Nachmittag noch in einem hiesigen Gastlocale gewesen und entfernte sich von dort in der Absicht, noch die Felder zu besichtigen. Als der p. Grunow am Freitag noch nicht nach Hause zurückgekehrt war, benachrichtigte die Ehefrau unsere Einwohnerschaft; diese begab sich mit ihr auf die Suche und wurde der Vermißte dann auch an der Birkholzer Grenze als Leiche aufgefunden. Er hatte hinterrücks einen Schuß erhalten und war vornüber gefallen. Seinen Spazierstock und die Cigarre hielt er noch in der Hand. Die Ehefrau und zwei kleine Kinder betrauern den Tod ihres Ernährers.


    Sonntag, den 19. Mai 1901, Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Ernannt:
    der Gemeindevorsteher Grün in Blumberg zum Amtsvorsteher und der Inspector Braune zum Amtsvorsteher=Stellvertreter des Amtsbezirks Blumberg auf eine sechsjährige Amtsdauer;
    der Gemeindevorsteher Grün in Blumberg zum Standesbeamten und der Inspector Braune zum Standesbeamten=Stellvertreter des Standesamtsbezirks Blumberg; ...


    Mittwoch, den 22. Mai 1901 (No. 58), Kreis-Nachrichten

    Lindenberg. Zu der hier stattgehabten Blutthat wird der „Stb. Ztg.“ folgendes mitgetheilt: Grunow war, obwohl er selbst keine Jagd hatte, ein Feind der Wilddiebe und verfolgte diese wiederholt, einmal ¾ Stunden weit bis nach Zepernick, man nimmt daher nach wie vor an, daß er von einem Wilderer erschossen worden ist. In Lindenberg selbst wohnt nun ein Arbeiter Bree, der wegen Wilddieberei vorbestraft ist. Bei diesem wurden zwei Gewehre beschlagnahmt, nachdem er vorher ausdrücklich bestritten hatte, Waffen zu besitzen.


    Freitag, den 24. Mai 1901 (No. 59), Kreis-Nachrichten

    Lindenberg. Die hier stattgehabte Blutthat hat auch bis heute noch keine Aufklärung gefunden. Der gegen den Arbeiter Bree ausgesprochene Verdacht hat bisher keine Bestätigung gefunden; denn die bei ihm beschlagnahmten Jagdflinten scheinen nicht als Mordwaffe gedient zu haben, umso mehr, als auch das Kaliber des Geschosses nicht paßt. Uebrigens ist seitens der Behörde die Möglichkeit in Betracht gezogen worden, daß Schmiedemeister Grunow überhaupt nicht das Opfer eines Mordes sondern eines unglücklichen Zufalles geworden ist (Stb. Ztg.)


    Sonntag, den 26. Mai 1901 (No. 60, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Der Bauergutsbesitzer G. kam nach Berlin, um bei einem Gesindedienstvermittler eine Dienstmagd zu miethen. Er traf auch ein anscheinend geeignetes Mädchen an, und das Geschäft wurde zu Stande gebracht. Im Laufe des Gesprächs hatte das Mädchen erwähnt, daß sie auch eine Maschine mitbringe. Diese Bemerkung erregte das Wohlgefallen des Landmanns, der annahm, daß das Mädchen eine eigene Nähmaschine besitze, sich also im Hause auch noch durch Nähen nützlich machen könne. Zur bestimmten Stunde traf das Mädchen im Gasthof ein, wo G. seiner harrte. Es brachte auch seine „Maschine“ mit - Ein Fahrrad; sie habe die Gewohnheit, nach gethaner Arbeit eine Spazierfahrt mittels Fahrrad zu unternehmen. Diese Eigenschaft der Magd übertraf alle Erwartungen des Landmanns, welcher, unter Verzichtleistung auf die gezahlte Gebühr, das „Mädchen mit der Maschine“ in Berlin zurückließ.
    Lindenberg. Wegen der Blutthat in Lindenberg befindet sich, wie Berliner Blätter berichten, ein Arbeiter Beck in Haft. Obwohl dieser bestreitet, den Schmiedemeister Grunow erschossen zu haben, so ist er doch der That dringend verdächtig. Die Behörde zweifelt nicht daran, daß der Schmiedemeister von Wilddieben, denen er unbequem war, erschossen worden ist. Grunow hat mehrfach Wilderern das Handwerk gelegt, indem er sie beobachtete und anzeigte. Aus Furcht vor einer Anzeige und zugleich aus Rache hat ihn nun einer ums Leben gebracht. In Lindenberg sind nicht weniger als zwölf Personen als Wilddiebe bekannt. Zu ihnen gehört auch Beck. Der Verdacht gegen ihn wird noch dadurch bestätigt, daß er an dem Tage, als Grunow erschossen aufgefunden wurde, nach Malchow hinausging und sich zu erhängen versuchte. An der Ausführung dieses Planes wurde er noch rechtzeitig gehindert. - Die Beerdigung des Schmiedemeisters Grunow hat am Donnerstag unter außerordentlicher Betheiligung der Einwohnerschaft und der benachbarten Ortschaften stattgefunden. Herr Pastor Braun - Lindenberg hielt die ergreifende Trauerrede.


    Freitag, den 31. Mai 1901 (No. 61), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Blumberg ist die Maul= und Klauen=Seuche ausgebrochen.
    Blumberg, den 23. Mai 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Mittwoch, den 5. Juni 1901 (No. 63), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Die Straße von Blumberg nach Krummensee ist wegen vorzunehmender Pflasterarbeiten bis auf Weiteres für Fuhrwerke gesperrt.
    Bernau, den 3. Juni 1901
    Der Amts=Vorsteher.


    Sonntag, den 9. Juni 1901 (No. 65), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Ein dem Arbeiter Friedrich Schepull zu Hellersdorf gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet.
    Ahrensfelde, den 6. Juni 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Sonntag, den 9. Juni 1901 (No. 65), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Am Freitag wurde hier ein schwerer Verbrecher verhaftet und stark gefesselt in das Amtsgerichtsgefängnis zu Alt=Landsberg eingeliefert. Derselbe hat noch eine Reihe von Jahren Zuchthaus zu verbüßen, ist aus der Strafanstalt ausgebrochen und hat sich seit längerer Zeit, mit gefälschten Legitimationspapieren versehen, bei dem Gutsbesitzer L. in Wegendorf aufgehalten. (N.A.)


    Sonntag, den 16. Juni 1901 (No. 68, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Lindenberg. Als vermuthliche Mörder des Schmiedemeisters Grunow von hier kommen nach dem neuesten Ergebniß der von der Berliner Criminalpolizei mit Eifer fortgesetzten Ermittelungen zwei Wilderer in Betracht, welche am 5. Mai, also zwölf Tage vor dem Morde, auf dem Wege zwischen Carow und Schwanebeck und am Tage der That in Lindenberg beobachtet worden sind. Diese beiden Männer werden verfolgt. Am Morgen des 5. Mai begaben sie sich von Carow nach Schwanebeck. Der eine trug ein Gewehr in einer Hülle auf dem Rücken, der andere geschossenes Wild in einem Rucksack, aus dem Blut auf die Erde niedertropfte. Nach der Beschreibung der Personen, welche das Wildererpaar beobachteten, ist der eine etwa 1,76 m groß, hat hageres Gesicht, hellblondes Haar und ebensolchen Schnurrbart und trug hellgrauen Ueberzieher, während sein Begleiter schwarzen Anzug trug.


    Freitag, den 21. Juni 1901 (No. 70), Kreis-Nachrichten

    Lindenberg. Zu dem Grunow'schen Morde theilt das Königliche Polizeipräsidium in Berlin mit: Die in der Bekanntmachung der Königl. Staatsanwaltschaft beim Landgericht II vom 29. vor. Mts. bezüglich der Ermordung des Schneidermeisters [!] Grunow zu Lindenberg verdächtigen beiden Männer sind ermittelt und stehen, wie festgestellt worden ist, mit dem Verbrechen in gar keiner Verbindung.


    Sonntag, den 30. Juni 1901 (No. 74), Amtlicher Theil [1]

    Bekanntmachung.
    Hierdurch bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß vom 1. Juli cr. ab der Herr Dr. med. Matzdorf hier als Communalarmenarzt von uns bestellt worden ist. Derselbe wird bis auf Weiteres die Armenpraxis ausüben.
    Bernau, den 29. Juni 1901.
    Der Magistrat. Paetzold.


    Freitag, den 5. Juli 1901 (No. 76), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Bekanntmachung.
    Bei der in Gemäßheit des Gesetzes vom 6. Juni 1900 ... vorgenommenen Neuwahl sämtlicher Kreistags=Abgeordneten für die Wahlperiode 1901/1906 sind gewählt worde:
    I. Im Wahlverbande der Landgemeinden: [insgesamt 13]
    1. Gärtnereibesitzer Lemke zu Biesdorf (Wahlbezirk I.) ...
    2. Gemeinde=Vorsteher Hörnicke zu Hönow (Wahlbezirk VIII) ...
    II. Im Wahlverbande der Städte
    (einschließlich der Landgemeinden mit über 6000 Einwohnern):
    [insgesamt 26]
      Bernau: 1. Bürgermeister Paetzold, 2. Stadtverordneten-Vorsteher Wenicke; ...
    III. Im Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer: [insgesamt 13]
    1. Rittergutsbesitzer v. Veltheim auf Schönfließ, ...
    2. Amtsrat Schmidt zu Löhme, ...
    3. Rittergutsbesitzer v. Treskow zu Dahlwitz, ...
    4. Administrator Spinola zu Malchow,
    5. Gemeindevorsteher Springer zu Seefeld, ...


    Sonntag, den 7. Juli 1901 (No. 77), Amtlicher Theil [1]

    Bekanntmachung.
    Durch Amtsblattbekanntmachung vom heutigen Tage habe ich bestimmt, daß der Name der zum Gemeindebezirk Friedrichsfelde, Kreis Niederbarnim, gehörigen Colonie Carlshorst (Karlshorst) amtlich in Zukunft „Karlshorst“ zu schreiben ist.
    Potsdam, den 24. Juni 1901.
    Der Regierungspräsident I. V.: gez. von Patow.


    Sonntag, den 14. Juli 1901 (No. 80), Kreis-Nachrichten

    Hönow. Von einem großen Leid ist Herr Lehrer Lübke hierselbst betroffen worden. Der 11jährige Sohn desselben spielte am Donnerstag mit Kameraden in einem schadhaften Kahn, der auf dem hiesigen See lag. Der Kahn füllte sich plötzlich mit Wasser, und während der Spielgefährte heraussprang und sich rettete, ging der kleine Lübke unter und ertrank. Den schwer gebeugten Eltern des Verunglückten wendet sich das allgemeine Mitgefühl zu.


    Mittwoch, den 17. Juli 1901 (No. 81), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Die Zinsüberschüsse des Kurmärkischen Kriegsschuldensteuer=Verbandes für 1900 sind auf die Städte und die berechtigten Landgemeinden des Kreises vertheilt worden. Der auf jede Gemeinde entfallende Betrag ist untenstehend abgedruckt.
    Dieser Betrag wird von der Kreis=Communal=Kasse durch die Post gezahlt werden.
    1.  Ahrensfelde  54,47 M
    11.  Blumberg  96,61 M
    22.  Eiche  34,09 M
    53.  Lindenberg  76,85 M
    61.  Mehrow  10,34 M


    Mittwoch, den 17. Juli 1901 (No. 81), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Lindenberg. (O.=B.) Am Sonntag, den 21. d. Mts. feiert das Steeger'sche Ehepaar hierselbst das Fest der Goldenen Hochzeit. ...


    Mittwoch, den 17. Juli 1901 (No. 81), Amtlicher Theil [1]

    Bekanntmachung.
    Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß bei Waldbränden in unserer Stadtforst zuerst mit der großen und sodann mit der kleineren Glocke gestürmt wird.
    Bernau, den 15. Juli 1901.
    Der Magistrat Paetzold.


    Freitag, den 19. Juli 1901 (No. 82), Kreis-Nachrichten

    Alt-Landsberg. Am 1. August erhält unsere Stadt Einquartierung und zwar das 1. Bataillon Kaiser Alexander=Garde=Grenadier=Regiments, das hier Uebungen abhalten wird.
    Alt-Landsberg. Der Konkurs des hiesigen Elektricitätswerkes scheint nun doch ein Ende nehmen zu sollen. Der Verkauf des Werkes mit allem Zubehör zum Preise von 20000 Mk. an einen Herrn Peiser steht nahe bevor. Was der Käufer mit dem Werk anzufangen gedenkt, ist noch nicht bekannt.


    Mittwoch, den 24. Juli 1901 (No. 84), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Die Maul= und Klauen=Seuche unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Blumberg ist erloschen.
    Blumberg, den 22. Juli 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Freitag, den 2. August 1901 (No. 88), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Orts=Polizei=Verordnung,
    betreffend die Aufrechterhaltung der Reinlichkeit, Sicherheit, Bequemlichkeit, Ruhe und Ordnung auf den Straßen und in den Gemeindebezirken Malchow, Lindenberg, Carow mit Colonie, dem Gutsbezirk Malchow.
    ...
    Malchow, den 3. Juli 1901.
    Der Amts=Vorsteher. Spinola.


    Mittwoch, den 14. August 1901 (No. 93), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Wieder bestätigt: ...;
    der Bauergutsbesitzer Carl Haase zu Ahrensfelde als Schiedsmann und der Bauergutsbesitzer August Müller daselbst als Stellvertreter für den Schiedsmannbezirk Nr. 33 auf 3 Jahre;
    der Bauergutsbesitzer Carl Bolle zu Lindenberg als Schiedsmann und der Tischlermeister August Müller daselbst als Stellvertreter für den Schiedsmannbezirk Nr. 56 auf 3 Jahre; ...


    Freitag, den 16. August 1901 (No. 94), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Ein schwarzer Regenrock ist auf der Chaussee in Ahrensfelde gefunden. Meldungen im Amtsbureau.
    Ahrensfelde, den 13. August 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Freitag, den 16. August 1901 (No. 94), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Polizei-Verordnung.
    über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.
    ...

    Sonntag, den 18. August 1901 (No. 95), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Schweinebestande der städtischen Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten ist die Schweineseuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet.
    Ahrensfelde, den 14. August 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Freitag, den 23. August 1901 (No. 97), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. Am Dienstag früh ¼4 Uhr brannte hier eine gefüllte, massive, mit Schiefer gedeckte Scheune des Bauerngutsbesitzers Adolf Thürling nieder. - Am Sonntag vor acht Tagen wurde das angrenzende Arbeiterwohnhaus des Rittergutsbesitzers Stock hierselbst ebenfalls ein Raub der Flammen.


    Sonntag, den 25. August 1901 (No. 98), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Dem Arbeiter Irrgang zu Blumberg ist ein Schwein an Rothlauf verendet.
    Blumberg, den 21. August 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Sonntag, den 25. August 1901 (No. 98, Beilage), Anzeigen

    Blumberg.
    Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August cr.: Grosses Erntefest.
    Georg Keisdorf, Gastwirth.
    Blumberg.
    Am Sonntag, d. 25. und Montag, den 26. d. Mts.: Grosses Erntefest
    nach ländlicher Sitte (mit Umzug). Hierzu ladet freundlichst ein Gustav Ebel, Gastwirth.
    Ahrensfelde.
    Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August cr.: Gr. Erntefest
    wozu freundlichst einladet W. Hase, G. Kahlow.


    Sonntag, den 1. September 1901 (No. 101), Amtlicher Theil [1]

    Personal=Chronik
    Ernannt: der Amtssecretair Lutz zu Ahrensfelde zum ersten Standesbeamten=Stellvertreter für den 26. Standesamtsbezirk „Mehrow“.
    Bestätigt: der Kossäthengutsbesitzer Ernst Meißner als Gemeinde=Vorsteher der Gemeinde Mehrow auf eine sechsjährige Amtsdauer; ...


    Freitag, den 6. September 1901 (No. 103), Anzeigen

    Ahrensfelde. (Bahnstation.)
    Gr. Bauern=Wettreiten
    am Sonntag, den 8. September, Nachmittag 2½ Uhr, wozu freundlichst einladen
    Die Gastwirthe W. Hase, G. Kahlow.


    Sonntag, den 8. September 1901 (No. 104), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    1. Neufestsetzung des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tagearbeiter im Kreise Niederbarnim
    Für die Gemeinden und Gutsbezirke der Amtsbezirke Lichtenberg, Stralau, Rummelsburg, Pankow, Reinickendorf, Weißensee, Gemeinde und Gut, Hohen-Schönhausen
    • Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 2,75 / 1,50 Mk
    • Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) 1,25 / 1,- Mk
    Für die Städte Bernau und Oranienburg, die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezirke Friedrichsfelde, Biesdorf, Coepenick-Forst, Friedrichshagen, Franz.-Buchholz, Dalldorf, Tegel, Nieder-Schönhausen, Gutsbezirk Oranienburg, Amt und Amtsbez. Ober-Schöneweide
    • Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 2,50 / 1,25 Mk
    • Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) 1,- / -,90 Mk
    Für die Städte Alt-Landsberg und Liebenwalde, die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezirke Dahlwitz, Erkner, Herzfelde, Rüdersdorf, Fredersdorf, Alt-Landsberg, Blumberg, Malchow, Schönerlinde, Blankenfelde, Schönow, Schönfließ, Schönwalde, Birkenwerder, Sachsenhausen, Neuholland, Forst Oranienburg, Forst Zehlendorf, Wandlitz, Buch, sowie die Gemeinde Marzahn
    • Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 2,- / 1,25 Mk
    • Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) 1,- / -,60 Mk
    Für den übrigen Theil des Kreises
    • Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 1,75 / 1,- Mk
    • Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) -,80 / -,80 Mk
    2. Neufestsetzung des durchschnittlichen Jahresverdienstes land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter für den Kreis Niederbarnim
    a) Für die Städte Bernau, Oranienburg, Alt-Landsberg, Liebenwalde sowie für die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezirke ..., Blumberg, ...:
    1. für männliche Arbeiter über 16 Jahre = 600 Mk
    2. für weibliche Arbeiter über 16 Jahre = 300 Mk
    3. für männliche Arbeiter unter 16 Jahren = 270 Mk
    4. für weibliche Arbeiter unter 16 Jahren = 210 Mk
    b) für die übrigen Theile des Kreises
    1. für männliche Arbeiter über 16 Jahre = 540 Mk
    2. für weibliche Arbeiter über 16 Jahre = 300 Mk
    3. für männliche Arbeiter unter 16 Jahren = 250 Mk
    4. für weibliche Arbeiter unter 16 Jahren = 200 Mk


    Mittwoch, den 11. September 1901 (No. 105), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.=B.) Von schönstem Wetter begünstigt hielt der hiesige neu gegründete Reiterverein sein erstes Wettrennen ab. Pferdematerial wie Reiter zeigten sich den Anforderungen, die an ein Bauernwettreiten gestellt werden können, voll und ganz gewachsen. Die Oberleitung lag in den Händen des Bäckermeisters Ad. Junghanß, der gezeigt hat, daß auch mit Bauernpferden etwas zu leisten ist. Geritten wurden 4 interessante Rennen auf 16 Pferden, und der Beifall des sehr zahlreich erschienenen Publikums belohnte die Mühen der tapferen Reiter. Zur Beförderung des Berliner Publikums war sogar ein Extrazug nach hier abgelassen worden.


    Sonntag, den 22. September 1901 (No. 110), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Wieder bestätigt: der Bauergutsbesitzer Otto Zimmermann zu Biesdorf als Schiedsmann, der Bauergutsbesitzer Otto Dubick ebendaselbst als Stellvertreter für den 4. Schiedsmannsbezirk; ...


    Mittwoch, den 25. September 1901 (No. 111), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung:
    Im Monat August 1901 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden.
    Berlin, den 21. September 1901:
    Der Landrath, von Treskow.
    No. 119 ab 1.8.: Dr. med Fuge; prakt. Arzt; Ahrensfelde
    No. 204 ab 20.8.; Dotti, Fritz; Gutsbesitzer; Hönow
    No. 205 ab 20./22.8.: Bartel, Herrmann; Kaufmann; Lindenberg (Tages-Jagdschein)
    No. 225 ab 16.8.: Ebel, August; Bauergutsbesitzer; Blumberg


    Mittwoch, den 25. September 1901 (No. 111, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. Am 1. October feiert Herr Lehrer Schröder hierselbst sein 50 jähriges Amtsjubiläum. Herr Schröder ist während des halben Jahrhunderts ununterbrochen an der hiesigen Schule. Der Ehrentag des Lehrerveteranen wird von seinen Schülern, der ganzen Gemeinde, der benachbarten Kollegen und den vorgesetzten Behörden festlich begangen werden.


    Sonntag, den 6. October 1901 (No. 116, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. (O.=B.) Am 1. October cr. vollzog sich hier eine selten schöne Feier. Sie galt dem hier noch amtierenden Lehrer Herrn Schröder, der an diesem Tage auf seine fünfzigjährige Amtsthätigkeit überhaupt und - was besonders hervorgehoben zu werden verdient - an demselben Orte zurückblicken konnte.
    Schon lange Zeit vorher machten sich die Vorbereitungen zu diesem Feste, sowohl in der Dorfgemeinde Mehrow als auch in der Lehrerschaft des Schulinspection Biesdorf bemerkbar.
    Der Festtag selbst ließ die Kirche des Orts, das Schulhaus, den Festsaal des Herrn Bolle und die Feststraße in reichem Schmuck erstrahlen und hat sich hierfür der Schulvorsteher W. Müller recht verdient gemacht.
    Um 10 Uhr Vormittags traf die Liebisch'sche Musikcapelle aus Bernau ein und brachte dem Jubilar ein Ständchen, auf Veranlassung des Herrn Amts=Vorstehers Haase - Ahrensfelde, und entsprang dies einer inneren, herzlichen Zuneigung dieses Mannes zum Jubilare. Dann erschienen im Festzuge unter Vorantritt der Capelle, geführt durch den Gemeindevorsteher Herrn Meißner - Mehrow, die Schulkinder des Ortes und brachten ihrem geliebten Lehrer ihre Glückwünsche durch Ansprachen und Blumengebinde dar. Die Schüler überreichten sodann dem Jubilar ein Bild, den „Haussegen“ darstellend. Inzwischen hatten sich die Dorfgemeindeglieder im Schulhause versammelt, um dem Jubilar einen prächtigen Ruhesessel als Ehrengeschenk zu übergeben.
    Um 3 Uhr Nachmittags begann unter Führung des Herrn Kreisschulinspectors und Super­intendenten Hosemann - Biesdorf die kirchliche Feier. Der Festzug bewegte sich vom Schulhause aus unter den Klängen des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe“, das die Capelle spielte, und unter Vorantritt der Schuljugend zur Kirche. Der Jubilar wurde durch den Herrn Superintendenten Hosemann und Herrn Pastor Uhlmann geführt. Im Zuge befanden sich außer den vorgenannten Geistlichen noch die Herren Pastoren Siegel - Neuenhagen, Babick - Klein=Schönebeck, Burgwitz - Weißensee, Verwandte des Jubilars, zahlreiche Kollegen der Superintendentur, die Dorfgemeinde Mehrow, Vertreter der Schwestergemeinden Ahrensfelde und Hönow, sowie viele Freunde und Gönner des Jubilars. Im Gotteshause hielten der Herr Pastor Uhlmann und der Herr Superintendent, letzterer als Regierungsvertreter, herzliche Ansprachen an den Jubilar.
    Ein Doppelquartett der Lehrerschaft trug Festgesänge vor, während die Kapelle die Kirchenlieder begleitete.
    Nach der kirchlichen Feier fand im Gasthause des Herrn Bolle ein Festessen statt. Herr Superintendent Hosemann sprach den Kaisertoast und Herr Pastor Uhlmann toastete auf den Jubilar. Dann folgte noch eine weitere Reihe von Toasten ernsten und launigen Inhalts, unter­brochen durch dem Jubilar gewidmete Festlieder.
    Es war ein herrliches Fest und ließ so recht die große Liebe und Verehrung seitens aller Fest­theilnehmer erkennen. Eine große Anzahl Telegramme und Briefe kamen zur Verlesung.
    Dem Jubilar wurde nun während der Festtafel das Ehrengeschenk, welches ihm die Geistlichen und Collegen der Schulinspection Biesdorf spendeten, durch den Collegen Pieper - Biesdorf mit einer Ansprache überreicht. Es ist ein Gemälde „Christus am See Genezareth“ darstellend und ein prachtvoller Teppich. Noch viele werthvolle Festgeschenke sind dem Jubilar von nah und fern überbracht worden.
    Die Dorfgemeinde hat sich um das Gelingen dieses herrlichen Festes hervorragend verdient gemacht. Ihre hochherzige und hingebende Liebe wird dem Jubilar und allen Festtheilnehmern gewiß unvergeßlich bleiben, und noch lange Zeit wird man mit tiefer Rührung des Jubilars und seines Ehrentages, an welchem die Festtheilnehmer lange in freudiger Stimmung beisammen blieben, gedenken.


    Sonntag, den 13. October 1901 (No. 119), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Bestätigt: ...
    der Inspector Conrad Schrobsdorf als Gutsvorsteher=Stellvertreter für den Gutsbezirk Mahlsdorf.


    Freitag, den 18. October 1901 (No. 121), Kreis-Nachrichten

    Hönow. Nachdem der Magistrat von Berlin erst vor einigen Monaten Ländereien hiesiger Besitzer zu Berieselungszwecken aufgekauft hat, schweben jetzt wieder Verhandlungen wegen weiterer Ankäufe. Mit dem damals erzielten Kaufpreise von 900-950 Mk. pro Morgen sind die Besitzer ganz zufrieden, besonders diejenigen, welche leichten Boden oder Unland verkaufen konnten; unter dem angekauften Land befindet sich allerdings auch guter Ackerboden.


    Sonntag, den 27. October 1901, Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Im Monat September 1901 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden.
    Berlin, den 24. October 1901.
    Der Landrath, von Treskow.
    No. 341 ab 2.9.; Kirschbaum, Friedr.; Bauerngutsbesitzer; Hönow


    Sonntag, den 10. November 1901 (No. 131), Amtlicher Theil, gekürzt [1]

    Personal=Chronik.
    Ernannt: der Inspektor Konrad [!] Schrobsdorf zu Mahlsdorf zum Standesbeamten=Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Mahlsdorf.


    Freitag, den 15. November 1901 (No. 133, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.=B.) Vorsätzliche Brandstiftung ward vor dem Schwurgericht des Berliner Landgerichts II dem aus der Untersuchungshaft vorgeführten, früher in Bernau, zuletzt in Ahrensfelde wohnhaft gewesenen Arbeiter Karl Kolbe zur Last gelegt. Im April d. J. war K. hierselbst als Landarbeiter beschäftigt gewesen. Am 24. April d.J. hatte er etwa 5 Fuhren Kartoffelkraut in Brand gesetzt, welches dem Kossäthen August Haase gehörte und von diesem - weil Stroh im vergangenen Sommer mißrathen war - zum Eindecken von Kartoffelmiethen verwendet werden sollte. Das Kartoffelkraut hatte für den Besitzer einen Werth gleich 5 Fuhren Stroh, und deshalb war K. wegen Inbrandsetzung landwirthschaftlicher Vorräthe unter Anklage gestellt. - Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß lautete das Urtheil des Gerichtshofes auf 1 Jahr Gefängnis.


    Sonntag, den 17. November 1901 (No. 134), Amtlicher Theil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Im Monat October 1901 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden.
    Berlin, den 12. September 1901.
    Der Landrath, von Treskow.
    No. 465 ab 3.10.: Neander, Kurt; Kaufmann; Hönow
    No. 477 ab 11.10.: Pritzel, Eduard; Sattlermeister; Blumberg
    No. 511 ab 22.10.: Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlich)
    No. 523 ab 27.10.: Hein, Eduard; Wildmeister; Mehrow
    No. 539 ab 31.10.: Petow, Kurt; Förster; Blumberg


    Freitag, den 22. November 1901 (No. 136), Kreis-Nachrichten

    Werneuchen. Der Arbeiter Rabe hierselbst, welcher bei dem Gutsbesitzer H. Kühn beschäftigt ist, wurde dieser Tage durch den Schlag eines Pferdes gegen den Unterleib so schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach einem Berliner Krankenhause erfolgen mußte.


    Mittwoch, den 27. November 1901, Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Ein junger schwarzer Dachshund hat sich angefunden.
    Blumberg, den 25. November 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Mittwoch, den 4. December 1901, Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Unter dem Schweinebestand der Anstalt für Epileptische zu Wuhlgarten ist die Schweineseuche ausgebrochen.
    Ahrensfelde, den 29. November 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Sonntag, den 8. December 1901 (No. 143, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Hönow. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich Donnerstag Abend auf der Berliner Chaussee: Der Knecht Josepf [!] Stadenowsky vom hiesigen Amt, welcher eine Fuhre Kleie aus Berlin holen sollte, fiel vom Wagen und gerieth unter die Räder, welche ihm ein[en] Arm und ein Bein zerbrachen.


    Mittwoch, den 18. December 1901 (No. 147), Amtlicher Theil

    Bekanntmachung.
    Eine weißbunte Ferse hat sich angefunden. Anschnitt links: „E.B.“
    Blumberg, den 16. December 1901.
    Der Amts=Vorsteher.


    Mittwoch, den 18. December 1901 (No. 147, Beilage), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Lindenberg. (O.=B.) Am Sonntag, den 15. d. Mts. hatte sich die hiesige Gemeinde, wie alljährlich im December, zu einem Familienabend in dem schönen Saale des Herrn Gastwirths Bolle eingefunden. ...


    Freitag, den 20. December 1901 (No. 148, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. (O.=B.) Aus dem Moabiter Untersuchungsgefängniß wurde der früher hierselbst und in Ahrensgelde im Dienst gewesene Kutscher Johann Dobrusch der 2. Strafkammer des Berliner Landgerichts II vorgeführt. Wegen einer ganzen Reihe von Diebereien, die er in der Zeit vom August bis September d. Js. begangen hatte, mußte er sich zuletzt mit 1½ Jahr Zuchthaus u. A. bereits vorbestrafte D. verantworten.
    Er wollte sich verheirathen und hatte bereits seine Auserwählte in der Person der unv. Trost. Auf dem Hausboden des Gastwirths Kuhlow, bei welchem D. diente, lagen eine große Anzahl verschiedener Sachen, namentlich Frauen-Kleidungsstücke, die D. entwendete und T. schenkte, in deren Besitz die Sachen gefunden wurden.
    Beim Bauernrennen am 8. September d. Js. entwendete D. etwa 200 Stück Cigarren im Werthe von 8 Mk., ferner, als Liebhaber eines guten Bissens, einen großen Schinken, der 20 Pfd. wog und auf dem Boden des Dienstherren Kuhlow hing. Mit der Braut verzehrte D. gemeinschaftlich den Schinken. Der Trost hatte D. zwei Kleider, einen schwarzen Küchenrock, zwei Paar Lederschuhe, ein Korset, ein Bund Strickwolle, eine wollene Jacke, eine Kapotte, Handtücher und - ein seidenes Kinderhalstuch übergeben.
    Als die Diebstähle bekannt geworden waren, meldete sich noch der Schneider Freiberg, dem eine Hose und ein Normalhemd gestohlen waren, ferner der Dienstknecht Schwarz, dem ein Koffer gestohlen war und das Gemeindeamt zu Mehrow, welchem D. ein Schreibzeug aus dem Gemeinde-Bureau gestohlen hatte.
    Vor der Strafkammer war D. geständig des wiederholten Diebstahls im Rückfalle, indem er zugab, den gestohlenen Schinken mit der T. zusammen aufgegessen und die bei Kuhlow entwendeten Sachen mit der T. gestohlen zu haben, als Beide beim Reinigen des Bodens beschäftigt waren. D. gab ferner an, er habe die Sachen gestohlen, weil er sich verheirathen wollte. Dem Antrage des Staatsanwalts gemäß lautete das Urtheil des Gerichtshofes auf 9 Monate Gefängnis.


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