Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1907 (54. Jahrgang),
gefunden im Landesarchiv Berlin (Reinickendorf)
[1] Ergänzung anhand des Bandes „Amtliche Bekanntmachungen aus dem Niederbarnimer Kreisblatt. 1907.“, gefunden im Stadtarchiv Bernau (Juni 2015).


Mittwoch, den 9. Januar 1907 (Nr. 4a), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung,
Wahlbezirkseinteilung des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage am 25. Januar 1907.
Lfd. No des Wahlbezirks / Bestandteile des Wahlbezirkes
  • Wahl-Lokal
  • Name des Wahlvorstandes
  • Name des Stellvertreters
    2. Ahrensfelde
  • Hase'scher Gasthof daselbst
  • Amtsvorsteher Haase daselbst
  • Gemeindevorsteher Müller daselbst
    12. Blumberg, Gemeinde und Gut
  • Gemeindevorsteheramt zu Blumberg
  • Amts- und Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg
  • Graf Adolf von Arnim zu Gut Blumberg
    20. Eiche
  • Giese'scher Gasthof daselbst
  • Gemeindevorsteher Kluse daselbst
  • Schöffe Bredereke daselbst
    50. Lindenberg
  • Huwe'sches Gastlokal daselbst
  • Gemeindevorsteher Bartel daselbst
  • Schöffe Gatow daselbst
    58. Mehrow, Gemeinde und Gut
  • Bolle'sches Gasthaus zu Mehrow
  • Gemeindevorsteher Meißner zu Mehrow
  • Rechnungsführer Wulff zu Gut Mehrow


  • Sonntag, den 13. Januar 1907 (Nr. 6, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Eiche. (O.-B.) Sämtliche ehemaligen Soldaten hiesiger Gemeinde haben sich zu einem Militär­verein zusammengeschlossen. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Schuhmachermeister Kamerad Gröppler gewählt. Der Verein hat sich der Gruppe Alt-Landsberg angeschlossen. Die Anregung zur Gründung gab der Kriegerverein Ahrensfelde und Umgegend, welcher in einer Versammlung im Dezember die hiesigen Kameraden zum Eintritt in den dortigen Verein einlud. Der neugegründete Verein zählt 29 Mitglieder, das sind sämtliche Einwohner, welche Soldat gewesen sind.


    Mittwoch, den 16. Januar 1907 (Nr. 7, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Als sich der hiesige Gemeindediener D. kürzlich abends auf einem Dienstgange befand, beobachtete er einen jungen Mann, der sich durch sein scheues Verhalten auffällig machte. Da die Einbrüche der letzten Zeit noch nicht aufgeklärt sind, hielt ihn D. sogleich fest. Ohne alles Leugnen gab er zu, daß er keine Papiere besitze und aller Mittel bar sei. Dem Amtsvorsteher, wohin er gebracht wurde, gestand der etwa 16jährige junge Mensch ein, daß er seinem Lehrmeister, dem Kapellmeister Schulz in Eberswalde entlaufen sei, da er für eine Urlaubsüberschreitung Strafe erhalten und ihm überhaupt die Lust für die Musici vergangen wäre. Er wollte sich jetzt von einem bekannten Viehhändler zum Treiber werben lassen, um dadurch vom Magerviehhof in seine Heimat Mühlheim a.R. zu gelangen. Nachdem auf telefonischem Wege die Angaben aus Eberswalde bestätigt wurden, behielt man den Durchbrenner die Nacht über hier, und brachte ihn am nächsten Tag nach Eberswalde zurück.


    Freitag, den 25. Januar 1907 (Nr. 11, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Gelegentlich des am Sonntag in Berlin stattgefundenen Krönungs- und Ordensfestes erhielt auch der hierselbst wohnhafte Bahnhofs-Aufseher und Eisenbahnweichensteller erster Klasse Melzer das Allgemeine Ehrenzeichen.


    Mittwoch, den 30. Januar 1907, (Nr. 13, Beilage), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Lindenberg. (Eingesandt.) In recht feierlicher und patriotischer Weise beging wie alljährlich der hiesige Krieger- und Landwehrverein den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers. ...


    Freitag, den 15. Februar 1907 (Nr. 15), gekürzt

    Reichstagswahlergebnis des Kreises Niederbarnim vom 25. Januar 1907.
    ...von den gültigen Stimmen entfielen auf:
    Ahrensfelde Blumberg,
    Gem. und Gut
    Eiche  Lindenberg Mehrow,
    Gem. und Gut
    Kreis
    Stadthagen, Stadtverordneter,
    Berlin, Sozialdemokrat
    412851818 57862
    Ziethen, Bürgermeister,
    Lichtenberg, Freikonservativ
    103254481472534694
    Erzberger, Redakteur,
    Wilmersdorf,Zentrum
    --1--1--1590
    von Czarlinski, Rentier,
    Thorn, Pole
    ----------481
    Gurlitt, Professor, Steglitz,
    Freisinnige Vereinigung
    ----------86
    Hartmann, General-Sekretär, Christlichsozial----------28
    Zersplittert----------65


    Mittwoch, den 20. Februar 1907 (Nr. 22, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. (O.-B.) Ein Eisenbahnunglück, das leicht schwere Folgen hätte haben können, ereignete sich Sonnabend abend 6¼ Uhr auf dem Bahnübergang nach der Station Blumberg der Berlin-Wriezener Bahn. Der Kossät Wegemund aus Birkholz fuhr mit seinem Wagen, auf dem sich noch drei Personen befanden, den eine Strecke längs der Bahn nach Birkholz zuführenden Weg entlang und passierte gerade den betreffenden Bahnübergang, als ein Personenzug, den man nicht bemerkt hatte, von hinten heransauste. Das vor den Wagen gespannte Pferd wurde von dem Zuge erfaßt und schwer verletzt, so daß es getötet werden mußte. Die Insassen kamen mit nur leichten Verletzungen davon. Es ist dies um so mehr zu bewundern, als das Fuhrwerk fast völlig zertrümmert wurde.


    Mittwoch, den 6. März 1907 (Nr. 38, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) In Haft genommen wurde am Freitag nachmittag ein Kutscher aus Blumberg. Derselbe kam mit einem leeren Wagen aus Berlin und kollidierte infolge seiner Trunkenheit mit einem Chausseebaum, so daß der Wagen in Trümmer ging. Da der Unfall mitten im Dorfe passierte, so waren bald hilfsbereite Leute zur Stelle, die der Kutscher jedoch mit dem Messer bedrohte. Der unbotmäßige Mensch wurde daraufhin verhaftet.

    Ahrensfelde. (O.-B.) Einen wichtigen Beschluß faßte am Freitag abend die hiesige Gemeinde­vertretung, indem sie einen Antrag des Amtsvorstehers Haase einstimmig annahm. Nach dem­selben erhält unsere Dorfstraße zu beiden Seiten Mosaikpflaster. Sämtliche Kosten übernimmt die Gemeindekasse. Die Angelegenheit wurde einer viergliedrigen Kommission überwiesen. Allseitig wird dieser Beschluß mit Freuden begrüßt, zumal er auch für die durch den Zentralfriedhof der Stadt bedingte Entwicklung unseres Ortes von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist.


    Freitag, den 15. März 1907 (Nr. 38, Beilage), Anzeigen

    Ein schottischer Schäferhund (auf den Namen „Maus“ hörend) entlaufen.
    Wiederbringer erhält Belohnung und Erstattung der Unkosten. Schloß Blumberg.


    Sonntag, den 17. März 1907 (Nr. 33), Amtlicher Teil, gekürzt

    Personal-Chronik.
    Bestätigt:
    ...; der Schloßgärtner Paul Fischer als 2. Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Blumberg; ...


    Sonntag, den 7. April 1907, (Nr. 42), Amtlicher Teil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    ... Zur Gewerbeinspektion Niederbarnim SO. [gehören folgende Amtsbezirke]:
    Ahrensfelde, Biesdorf, Blumberg, Börnicke, Buch, Cöpenick-Forst, Dahlwitz, Erkner, Falkenberg, Fredersdorf, Friedrichsfelde, Friedrichshagen, Herzfelde, Hohen-Schönhausen, Stadt Alt-Landsberg, Amt Alt-Landsberg, Lichtenberg, Löhme, Malchow, Neuenhagen, Ober-Schöneweide, Rehfelde, Rüdersdorf, Rummelsburg, Schöneiche, Stralau, Weißensee und vom Amtsbezirk Französisch-Buchholz die Gemeinden Blankenburg und Heinersdorf.
    Berlin, den 5. April 1907.
    Der Landrat, i.V. von Le Coq, Regierungs-Assessor.


    Mittwoch, den 17. April 1907 (Nr. 46), Amtlicher Teil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Im Monat März 1907 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. ...
    Der Landrat ...
    Nr. 1218 ab 24.3. Müller; Revierförster; Blumberg; unentgeltlich


    Freitag, den 19. April 1907 (Nr. 47, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Ein Waldbrand entstand am Sonntag nachmittag auf dem Gelände des Zentralfriedhofes der Stadtsynode Berlin. Nur der günstigen Windrichtung ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht größere Dimensionen angenommen hat. Den schnell zur Hilfe geeilten Lösch­mannschaften gelang es, den Brand zu dämpfen. - In eine gefährliche Lage kam der Kirchhofs­verwalter L. als er die Personalien von drei verdächtigen Männern feststellen wollte, welche sich auf dem Gelände herumtrieben, und der Brandstiftung verdächtig erschienen. Erst als Hilfe aus dem Orte kam, gelang die Feststellung. Ob die Männer für die Brandstiftung in Frage kommen, wird die Untersuchung ergeben.


    Sonntag, den 21. April 1907 (Nr. 48), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

    Personal-Chronik.
    Ernannt: ...; der Amtsvorsteher Grün und der Amtsvorsteher-Stellvertreter Braune in Blumberg auf eine weitere 6 jährige Amtsperiode.


    Sonntag, den 28. April 1907 (Nr. 51, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Teure Hasen wird im kommenden Jahr der Jagdpächter von dem Gelände der Stadtsynode abzugeben haben. Das ganze ca. 1200 Morgen betragende Terrain wird vorläufig noch nicht in Benutzung genommen, und deshalb vor wenigen Tagen die Jagd von ca. 500 Morgen verpachtet. Die günstige Lage der Jagd hatte eine große Anzahl pachtlustige Herren angelockt. Das Resultat war ein überraschendes! Mit 150 Mk. begannen die Gebote, bis nach etwa ½ Stunde ein Berliner Herr mit 1040 Mk. Bestbietender blieb, während zwei Herren aus Hohen-Schönhausen nur um 5 Mk. zurückstanden. Der Zuschlag wird nächstens erteilt werden.


    Sonntag, den 5. Mai 1907 (Nr. 54, 2. Beilage), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Lindenberg. (O.-B.) Am Sonntag abend hielt hier im Huwe'schen Gasthofe Herr Lehrer Berg aus Heinersdorf eine von Mitgliedern der hiesigen Ortsgruppe der deutschen Mittelstandsvereinigung, des Arbeiter- und des Krieger-Vereins äußerst gut besuchte öffentliche Versammlung ab, in der er den in vielen Tausenden von Exemplaren verteilten sozialdemokratischen Volkskalender „Der Märkische Landbote“ einer eingehenden, sachgemäßen aber vernichtenden Besprechung unterzog. ...


    Mittwoch, den 8. Mai 1907 (Nr. 55, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Ein alter Wilderer, der steckbrieflich verfolgte Arbeiter Fuhrmann, wurde vom hiesigen Gendarmen in der Gutsforst abgefaßt und hinter Schloß und Riegel gebracht.


    Sonntag, den 12. Mai 1907 (Nr. 56), Amtlicher Teil

    Jagdverpachtung.
    Die Verpachtung des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes der Gemeinde Ahrensfelde bei Berlin (Station der Wriezener Bahn, Fahrzeit ½ Stunde bis Schles. Bahnh.) wird am Donnerstag, den 23. Mai cr., nachmittags 4 Uhr in Hase'schen Gasthofe hierselbst öffentlich meistbietend stattfinden. Die Größe des Jagdgebietes beträgt ca. 1800 Morgen.
    Die Bedingungen liegen schon vorher bei mir zur Einsicht aus.
    Ahrensfelde bei Berlin, den 10. Mai 1907.
    Der Jagdvorsteher, Müller, Gemeindevorsteher.


    Sonntag, den 12. Mai 1907 (Nr. 56, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. (O.-B.) Eine gefährliche Sorte Ausflügler wurde in der Nacht zu Himmelfahrt hier überrumpelt. Alljährlich fanden sich zu dieser Zeit eine größere Anzahl von „Wildschützen“ ein, doch wollte es nie gelingen, sie abzufassen. In diesem Jahr ereilte sie aber das Schicksal!
    Nachts 2 Uhr wurde das Dorf durch drei Gendarmen besetzt. Nicht lange dauert es, so erschien die Gesellschaft und knallte frisch drauf los. Wer beschreibt aber die Gesichter derer, die sich auch in diesem Jahre todsicher glaubten! Wohl oder übel ergaben sie sich, streckten die Waffen und baten um Gnade, welche ihnen insofern gewährt wurde, als man von einer sofortigen Verhaftung Abstand nahm, da sich alle genügend legitimieren konnten. Eine empfindliche Strafe haben sie zu gewärtigen, da neben Schußwaffen auch andere Instrumente als Gummischläuche mit Bleikugeln und dergl. bei ihnen gefunden wurden. Einige entkamen leider in der Dunkelheit.


    Sonntag, den 19. Mai 1907 (Nr. 59), Amtlicher Teil, gekürzt

    Personal-Chronik.
    Bestätigt: der Stellmachermeister Rudolf Krüger als Steuererheber der Gemeinde Ahrensfelde; ...


    Sonntag, den 19. Mai 1907 (Nr. 59, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Dem Gutsgärtner Schröder hierselbst, bisher zu Behrenhoff im Kreise Greifswald, ist das Allgemeine Ehrenabzeichen verliehen worden.


    Mittwoch, den 29. Mai 1907 (Nr. 62), Kreis-Nachrichten

    Eiche. (O.-B.) Am Sonntag nachmittag tagte hierselbst die Gruppe 7 (Alt-Landsberg) des Kreiskriegerverbandes Niederbarnim. Sämtliche Vereine mit Ausnahme von Dahlwitz, woselbst auch ein Kriegerfest stattfand, hatten ihre Vertreter gesandt. Den Vorsitz führte der Gruppenvorsitzende Kam. Pastor Giertz-Petershagen. Nach der Sitzung fand in dem herrlichen Garten von Giese ein Gartenkonzert statt, dem sich ein Ball anschloß. Das von schönstem Wetter begünstigte Fest verlief in bester Harmonie, und werden die Gruppenvertreter gern an die erste Gruppensitzung in Eiche zurückdenken.


    Freitag, den 31. Mai 1907 (Nr. 63), Amtliche Beilage, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Feuerpolizei- und Löschordnung [4 Seiten]


    Freitag, den 7. Juni 1907 (Nr. 66), Amtlicher Teil, gekürzt

    Veranlagung ... zu den Kosten der Handwerkskammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1907/08.
    Die ... aufzubringenden Beiträge berechnen sich demnach wie folgt
    Gemeinde  Handwerksbetriebe  Gesellen  Lehrlinge
    Ahrensfelde 16 11 11    242,50 * 5½% = 13,34 M
    Blumberg 23 34 19 447,5 * 5½% = 24,61 M
    Eiche 5 3 1 67,50 * 5½% = 3,71 M
    Lindenberg 15 15 8 245,- * 5½% = 13,47 M
    Mehrow 4 1 - 45,- * 5½% = 2,47 M


    Freitag, den 7. Juni 1907 (Nr. 66), Kreis-Nachrichten

    Ein Nachdruck unserer mit (O.-B.) bezeichneten Original-Berichte ist nur mit deutlicher Quellenangabe gestattet.


    Sonntag, den 9. Juni 1907 (Nr. 67), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

    Personal-Chronik.
    Durch Erlaß des Herrn Oberpräsidenten zu Potsdam vom 23. Mai 1907 ... ist anstelle des Lehrers Niethe der Lehrer Karl Schlüter zu Wuhlgarten zum Standesbeamten-Stellvertreter für den 27. Bezirk „Hellersdorf“ ernannt worden. ...


    Mittwoch, den 12. Juni 1907 (Nr. 68), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Die Gemeinde Lichtenberg ist auf der Suche nach Kirchhofsland, und zwar beabsichtigt sie ca. 100 Morgen zu erwerben. Zu diesem Zweck war unter Führung ihres Bürger­meisters Ziethen vor einigen Tagen eine Kommission von 13 Herren hier anwesend, um die ihnen angebotenen Ländereien zu besichtigen. Ein definitiver Beschluß wird erst später gefaßt werden.

    Ahrensfelde. (O.-B.) Noch rechtzeitig gefaßt wurde ein Dieb, welcher in einer der letzten Nächte von dem Gehöft des Rentiers K. einen Kinderwagen und einige Wirtschaftsgegenstände gestohlen hatte. Dem Wächter, dem das sonderbare nächtliche Gefährt auffiel, machte er, wie sich später herausstellte, falsche Angaben. Nach beendigtem Dienst nahm der Wächter deshalb mit dem Besitzer des Wagens per Rad die Verfolgung auf. Der Zufall wollte es, daß es nach einigen Stunden gelang, den Dieb in der Proskauerstraße zu Berlin dabei zu überraschen, wie er aus einem großen Sack, mit dem er seinen Wagen beladen hatte, Grünkram verhandelte, den er gefunden haben wollte. Auf der Wache erkannte man in ihm den „Cöpenicker Lehmann“, einen alten Bekannten, wieder. - Es ist nicht ausgeschlossen, daß L. auch für die in letzter Zeit hier wiederholt ausgeführten Diebstähle und Einbrüche in Frage kommt, da er früher hier im Dienst stand, also die örtlichen Verhältnisse kennt.


    Freitag, den 14. Juni 1907 (Nr. 69), Amtlicher Teil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Im Monat Mai 1907 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden.
    Berlin, den 3. Juni 1907.
    Der Landrat, Graf von Roedern.
    Nr. 59 ab 16.5. Meißner, Ernst; Gemeindevorsteher; Mehrow


    Freitag, den 14. Juni 1907 (Nr. 69, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Am Dienstag fand im Hase'schen Gasthofe hierselbst die Gemeindevorsteherwahl statt, da der bisherige Gemeindevorsteher Herr Gutsbesitzer A. Müller mit dem 1. Juli sein Amt nach 15jähriger bewährter Amtstätigkeit freiwillig niederlegt, obwohl seine Wahlperiode noch bis zum Jahre 1910 reichte. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Rentier A. Hübner von der Gemeindevertretung gewählt.


    Sonntag, den 16. Juni 1907 (Nr. 70, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Zu einer förmlichen Schlacht zwischen polnischen und hiesigen Arbeitern kam es auf dem Bahnhofe. Als mehrere polnische Arbeiter, welche auf der Eisenbahnstrecke beschäftigt waren, in angetrunkenem Zustande das Lokal von L. am Bahnhof betraten, wurden ihnen Getränke verweigert. Darüber in Wut geraten, wurden sie renitent, begannen die Lokaltür mit Gartenstühlen zu bombardieren und zertrümmerten auch eine Fensterscheibe. Dem bedrängten Wirt kamen bald Gutsarbeiter zu Hilfe. Jetzt hagelten die Hiebe von allen Seiten auf die Polen ein. Scheinbar hatten sie aber noch nicht genug bekommen, denn auf der Eisenbahnfahrt nach Lichtenberg griffen sie den Zugführer tätlich an, wofür sie in Lichtenberg abermals schlagende Beweise ihres flegelhaften Betragens erhielten. Die ganze Kolonne wurde natürlich sogleich am folgenden Tage, als sie zur Arbeit erschien, entlassen.

    Ahrensfelde. (O.-B.) Nachdem bereits vor einigen Wochen vereinzelte Erkrankungen an Masern vorgekommen, tritt die Krankheit jetzt epidemisch auf. Täglich kommen einige Neuerkrankungen hinzu. Im Allgemeinen nimmt die Krankheit einen gutartigen Verlauf, wenn auch in verschiedenen Fällen der Arzt zu Rate gezogen werden mußte.


    Sonntag, den 30. Juni 1907 (Nr. 76, Beilage), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Weißensee. (O.-B.) Die Arbeiten an der vom Kreise Niederbarnim projektierten Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde schreiten rüstig voran. Der Bahndamm ist fast in der ganzen Länge, in der die Bahn das hiesige Gemeindegebiet durchquert, fertiggestellt. ... Die Bahn, deren Anlegung manchen hiesigen Grundeigentümer zu Wohlstand verholfen hat, soll schon im nächsten Jahre in Betrieb genommen werden. Die Trace berührt, von Heinersdorf kommend, unweit der Rennbahnstraße das hiesige Gemeindegebiet, durchschneidet die Gustav-Adolf-, Roelcke- und Parkstraße. Zwischen Park- und Berliner Straße ist der Bahnhof vorgesehen. Von hier aus läuft die Trace ziemlich parallel mit der Feldtmannstraße, um alsdann südlich die Falkenbergerstraße zu durchqueren und nach Hohen-Schönhausen abzubiegen.


    Mittwoch, den 3. Juli 1907 (Nr. 77), Amtlicher Teil

    Bekanntmachung.
    Unter den Schweinen des Rittergutes Mehrow ist die Rotlaufseuche ausgebrochen.
    Ahrensfelde, den 26. Juni 1907.
    Der Amts-Vorsteher.


    Freitag, den 5. Juli 1907 (Nr. 78), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. Das Unwetter am letzten Sonnabend hat hier und in der Umgegend großen Schaden angerichtet. So schlug der Blitz in einen Stall des Besitzers W. Kaisdorf; jedoch gelang es Herrn K., den Brand rechtzeitig zu löschen. Der niederströmende Regen riß die Straßendämme auf und der niedergegangene Hagel hat in Feld und Garten ebenfalls arge Verwüstungen angerichtet.


    Sonntag, den 7. Juli 1907 (Nr. 79, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Da der zum Gemeindevorsteher gewählte Rentier A. Hübner die Wahl nicht angenommen hat, muß in nächster Zeit eine abermalige Wahl stattfinden. -
    Auf ihr Höchstgebot von 2330 M. für die hiesige Gemeindejagd, welche ca. 1900 Morgen umfaßt, haben die Herren Kohler und Nauber aus Weißensee den Zuschlag erhalten. Das Gebot ist im Verhältnis zu früher ein sehr günstiges zu nennen.


    Freitag, den 12. Juli 1907 (Nr. 81), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) In bange Sorge wurde am Dienstag die Familie des Arbeiters Wiluhn versetzt. Das 1. Bataillon des 4. Garde-Regiments z.F. hielt auf dem Gelände der Stadtsynode Berlin eine Felddienstübung ab. Das seltene militärische Schauspiel hatte vorallem unsere Jugend angelockt. Schnell hatte man sich angefreundet und als gegen 4 Uhr nachmittags das Kommando „Abrücken“ erscholl, konnten sich viele der Jungen nicht so leicht von den Soldaten trennen, sondern begleiteten diese vielmehr bis nach Falkenberg. Der 5jährige Paul W. aber hatte in seiner Begeisterung gar nicht gemerkt, daß die größeren Knaben längst Kehrt gemacht hatten. So kam er nach Weißensee und wurde hier von einer Dame abends spät nach dem Amt gebracht, wo ihn der Vater am Mittwoch in Empfang nahm, nachdem er vergeblich die halbe Nacht nach ihm gesucht hatte.

    Blumberg. Auf dem hiesigen Gut überfiel am 15. April v. J. der Stallschweizer Leopold Wiedemann hinterrücks den Inspektor Barth und schlug ihn mit einer Hacke auf den Kopf. Bei dieser an Meuchelmord streifenden Bluttat handelte es sich um einen ganz gemeinen Racheakt. Der schwerverletzte Inspektor verstarb nach 14 Tagen infolge der furchtbaren Verletzungen. Bei seiner Festnahme machte W. noch cynische Bemerkungen über seine Schandtat. W. stand vor dem Schwurgericht Berlin III. Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß wurde W. der vorsätzlichen, mittels hinterlistigen Ueberfalls verübten Körperverletzung mit tödlichem Ausgange für schuldig befunden. Das Urteil des Gerichtshofes lautete auf 5 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust.


    Sonntag, den 14. Juli 1907 (Nr. 82), Amtlicher Teil, gekürzt

    Personal-Chronik.
    Bestätigt: ...; der Arbeiter Riehn als Nachtwächter der Gemeinde Falkenberg;
    der Rentier Franz Brunow als Schöffe der Gemeinde Ahrensfelde; ...


    Sonntag, den 21. Juli 1907 (Nr. 85), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) In eine gefährliche Lage geriet ein schlafender Kutscher, der mit seinem Gefährt in der Nacht den Bahndamm der Wriezener Bahn von der Kreuzung der Weißenseer Chaussee aus entlang fuhr. Als er erwachte, fuhr er kurz entschlossen den hohen Bahndamm hinunter und geriet dabei beinahe in einen Pfuhl, der z. Zt. recht tief ist. Es ist dies nicht der erste Fall, daß Fuhrwerke nachts hier den Weg verfehlen, und sollte daher der Eisenbahnfiskus den Schienenstrang durch eine Schranke sperren, ehe ein größeres Unglück geschehen ist.


    Mittwoch, den 31. Juli 1907 (Nr. 89), Amtlicher Teil, gekürzt

    Personal-Chronik.
    Bestätigt: ...; der Nachtwächter Riehn der Gemeinde Falkenberg als Gemeindediener daselbst; ...


    Sonntag, den 11. August 1907 (Nr. 94, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Der zum Gemeindevorsteher gewählte Rentier A. Hübner wurde auf sein Gesuch von der Annahme dieses Amtes entbunden. Jetzt wählte die Gemeindevertretung den Gutsbesitzer Gust. Wegener zum Gemeindevorsteher, welcher die Wahl annahm. Der landrätlichen Bestätigung steht nichts entgegen, so daß nach dem Eintreffen derselben sogleich die Uebergabe des Amtes erfolgen wird.

    Ahrensfelde. (O.-B.) Als vor wenigen Tagen der Handelsmann Grube von hier mit seinem beladenen Wagen nach Berlin zur Markthalle fuhr, wurde er zwischen Falkenberg und Weißensee von einem Automobil überholt, dem ein zweites, unbeleuchtetes folgte. Letzteres fuhr auf den Grube'schen Wagen auf, welcher total in Trümmer ging. Durch schnelle Fahrt wollte sich der Chauffeur seiner Feststellung entziehen, doch wurde sein Auto gegen einen Baum geschleudert und konnte jetzt ein russischer Graf als Besitzer des Autos ermittelt werden. Glücklicherweise hat G. und sein Sohn, welche beide in hohem Bogen aus dem Wagen geschleudert wurden, keinen nennenswerten Schaden davongetragen. -

    Das erste große Gebäude konnte in diesen Tagen auf dem Berliner Zentralfriedhof gerichtet werden. Es wird neben verschiedenen Wohnungen die Maschinen für den Wasserturm aufnehmen und außerdem für die Gerätschaften Raum gewähren.


    Sonntag, den 18. August 1907 (Nr. 97, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Am Sonntag, den 25. August veranstaltet der hiesige Reiterverein sein diesjähriges Wettreiten. Es haben bereits zwei Probereiten stattgefunden, welche zeigten, daß in diesem Jahre ein vorzüglicher Sport geboten wird. Es laufen viele neue Pferde, welche schon beim ersten Lauf sehr gute Leistungen erzielten und den Favoriten den Rang streitig machen werden. Jedem Landwirt und jedem Freund eines gesunden Sports kann der Besuch des Wettrennens nicht genug empfohlen werden.

    Ahrensfelde. (O.-B.) Eine große militärische Uebung wurde am Freitag auf dem Gelände der Berliner Stadtsynode abgehalten. Die Fußtruppen, welche mit Extrazügen gegen 6 Uhr hier und in Kaulsdorf anlangten, vereinigten sich bei Mehrow, um vereint gegen den Feind, der über Malchow und Lindenberg anrückte, nachher aber auf dem Gelände der Stadtsynode Posto faßte, vorzugehen. Gegen 10 Uhr war die Uebung beendet. Ein Teil der Truppen rückte zu Fuß in die Garnison ab, während 500 Mann in einem Extrazuge von hier um 11.30 Uhr abdampften.


    Sonntag, den 25. August 1907 (Nr. 100), Anzeigen

    Ahrensfelde.
    Sonntag, den 25. August 1907, nachmittags 3½ Uhr: Gr. Bauern-Wettreiten.
    7 Rennen, darunter 1 Hindernisrennen, 2 offene Rennen.
    Nach dem Rennen in beiden Lokalen: Großer Ball.
    Der Reiter-Verein.


    Sonntag, den 25. August 1907 (Nr. 100, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, finden bei dem vom hiesigen Reiter-Verein veranstalteten Bauern-Wettreiten sieben geschlossene und zwei offene Rennen statt. Unter den ersteren ist ein „Herrenreiten für ältere Herren“. Letzteres kommt zum ersten Male zum Austrag und dürfte besonderes Interesse erwecken.


    Freitag, den 30. August 1907 (Nr. 102), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein hat mit seinem diesjährigen Rennen bei den Besuchern einen guten Eindruck gemacht. Trotzdem nur wenig oder gar nicht trainiert worden war, liefen fast ausnahmslos sämtliche Pferde die Bahn glatt ab. ...
    Da zu den offenen Rennen nicht genügend Meldungen eingegangen waren, so ritten Hase jun. und Krug ein Match, welches letzterer nur knapp gewann.


    Sonntag, den 1. September 1907 (Nr. 103, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Mehrow. (O.-B.) In der letzten Gemeindevertretersitzung wurde Herr Gemeindevorsteher Meißner wiedergewählt. Auch der Vater des Herrn M. war über 20 Jahre Gemeindevorsteher, so daß dieses Amt nun schon ca. drei Jahrzehnte von einer Familie verwaltet wird.


    Freitag, den 6. September 1907 (Nr. 105), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

    Personal-Chronik.
    Der Bauer August Lehmann in Lindenberg ist als Schiedsmann und der Halbbauer Albert Salzmann daselbst als Schiedsmanns-Stellvertreter für den Schiedsmannsbezirk Nr. 56 auf eine weitere dreijährige Amtsdauer verpflichtet.


    Sonntag, den 8. September 1907 (Nr. 106), Amtlicher Teil, gekürzt

    Personal-Chronik.
    Es sind bestätigt:
    ...; der Bauerngutsbesitzer Gustav Wegener als Gemeinde-Vorsteher von Ahrensfelde.



    Sonntag, den 8. September 1907 (Nr. 106), Kreis-Nachrichten

    Blumberg. (O.-B.) Mit unglaublicher Dreistigkeit wurde am hellen Tage ein Holzdiebstahl in der Blumberger Forst im Rehau [!] bei Ahrensfelde ausgeführt. Als ein leerer Wagen eines Möbel- und Fuhrgeschäftes in Rummelsburg die Chaussee passierte, hielt der Kutscher in oben bezeichneter Heide an und lud ein ganzes Meter von dem dicht an der Straße stehenden Klobenholz auf seinen Wagen, um es sodann mit Hafergarben zu bedecken. Fast wäre der Dieb mit seiner Beute entkommen, wenn ihm nicht dicht vor Ahrensfelde ein Gendarm begegnet wäre, dem die sonderbare Belastung des Wagens auffiel. Selbstverständlich wollte der Führer des Gefährts das Holz von dem „großen Unbekannten“ gekauft haben, doch erkannte der zufällig in der Nähe weilende Förster M. an der Nummer sein Holz. Nach Feststellung der Personalien des Diebes, wurde ihm das Holz beim Amtsvorsteher in Ahrensfelde abgenommen, und sieht er jetzt seiner Bestrafung entgegen.


    Freitag, den 13. September 1907 (Nr. 108), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Herr Gemeinde-Vorsteher Wegener hat am Montag sein verantwortungs­volles Amt übernommen und das gerade zu einer Zeit, wo sich für unsern Ort eine Zukunft eröffnet, die schon in wenigen Jahren eine vollständige Veränderung der jetzigen Verhältnisse bringen kann. Wünschen wir, daß der neue Gemeindevorsteher recht lange Jahre zum Segen der Gemeinde wirken möge.


    Sonntag, den 15. September 1907 (Nr. 109, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Weißensee. (O.-B.) Um eine Straßenbahnverbindung mit dem Nachbardorfe Malchow herzustellen, sind Erhebungen im Gange. Es wird beabsichtigt, zunächst einen Stundenverkehr einzuführen.


    Sonntag, den 22. September 1907 (Nr. 112), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Die Wohnungsnot, welche sich schon seit langer Zeit hier bemerkbar machte, steigert sich jetzt von Woche zu Woche. Mit dem besten Willen ist zur Zeit keine Wohnung zu haben, was viele Arbeiter umso schmerzlicher empfinden, da sie hier lohnende Beschäftigung finden, denn die beschleunigte Inangriffnahme der Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof macht ständige Neueinstellungen von Arbeitern erforderlich. Es ist ein dringendes Bedürfnis, daß in nächster Zeit einige große Arbeiterwohnhäuser entstehen.


    Mittwoch, den 25. September 1907 (Nr. 113, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Weißensee. (O.-B.) Das hiesige Stationsgebäude für die Industriebahn ist bereits im Rohbau fertiggestellt. Der Hauptzugang findet von der Berlinerstraße aus statt.


    Freitag, den 11. Oktober 1907 (Nr. 120), Amtlicher Teil [1]

    Bekanntmachung.
    Anläßlich des 250jährigen Jubiläums der Stiftung der Schloßkirchengemeinde Alt-Landsberg haben Seine Majestät der Kaiser und König mittels Allerhöchsten Erlasses vom 6. August d. Js. dem Pfarrer Krücke in Altlandsberg den roten Adlerorden vierter Klasse und dem Superintendenten und Oberpfarrer Bäthge ebenda den Königlichen Kronenorden dritter Klasse zu verleihen geruht.
    Berlin, den 2. Oktober 1907. Der Landrat Graf von Roedern.


    Freitag, den 11. Oktober 1907 (Nr. 120), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

    Personal-Chronik.
    Der Bäckermeister Albert Zinn aus Ahrensfelde ist zum Schöffen der Gemeinde auf die Dauer von 6 Jahren gewählt und bestätigt worden.


    Freitag, den 18. Oktober 1907 (Nr. 123), Amtlicher Teil [1]

    Personal-Chronik.
    Der Bauer Otto Zimmermann zu Biesdorf ist als Schiedsmann und der Bauer Karl Dubick zu Biesdorf als Schiedsmanns-Stellvertreter für den 4. Schiedmannsbezirk auf eine weitere dreijährige Amtsdauer verpflichtet worden.



    Sonntag, den 20. Oktober 1907 (Nr. 124, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Von einem bedauerlichen Unfall wurde der hiesige Handelsmann G. betroffen. Als er vor einiger Zeit ein widerspenstiges Pferd mit der Peitsche antreiben wollte, schnellte der kurze Peitschenriemen zurück und traf ihn so unglücklich ins linke Auge, daß er sogleich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Auf Anraten des Arztes begab sich G. in die Königl. Klinik nach Berlin, doch gelang es nicht, das Auge zu retten.

    Ahrensfelde. (O.-B.) Frühstücksmarder - für gewöhnlich nur eine Erscheinung der Großstadt - haben seit einiger Zeit auch hier ihre Tätigkeit aufgenommen. Da man in früheren Jahren über derartige Vorkommnisse nicht zu klagen hatte, so geht man in der Annahme nicht fehl, daß die Frühstücksdiebe unter den fremden Arbeitern zu suchen sind, welche z. Zt. auf dem Zentralfriedhof oder bei den Ausschachtungsarbeiten in Falkenberg in großer Zahl beschäftigt sind.


    Freitag, den 25. Oktober 1907 (Nr. 126), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof „Ostkirchhof Ahrensfelde“ werden jetzt energisch gefördert, da am 1. Januar mit dem Belegen desselben begonnen werden soll. Viele Neueinstellungen von Arbeitern sind bereits erfolgt und werden noch stets mehr Arbeiter verlangt. Mehrere Kolonnen sind mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigt, so daß sich jetzt ein bewegtes Leben entfaltet. Die Regulierung der Wuhle, die Pflasterung der Hauptzufahrtsstraße, das Abtragen des historischen Postberges, die Einfriedung der einzelnen Begräbnisplätze, das Aufstellen einer Kapelle (früher auf dem Andreasfriedhof - Berlin), dazu die vielen Arbeiten in der Gärtnerei, u.a. der Bau eines Treibhauses, alles dies sind Arbeiten, an deren Vollendung mit Volldampf gearbeitet wird. - Aber auch die Hand in Hand gehende Spekulation in der Nähe des Friedhofs nimmt jetzt greifbare Gestalt an, hat doch bereits eine Bierquelle ihre Schleusen geöffnet.


    Freitag, den 8. November 1907 (Nr. 132), Amtlicher Teil [1]

    Bekanntmachung.
    Seine Majestät der Kaiser und König haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 15. Oktober d. Js. anläßlich der Einweihung der erneuerten Kirche in Dahlwitz dem Rittergutsbesitzer Heinrich von Treskow in Dahlwitz den Roten Adlerorden vierter Klasse, dem Amtsvorsteher, Oberinspektor Gottfried Albert Heidemann und dem Hotelier Eduard Micha in Hoppegarten den Königlichen Kronenorden vierter Klasse, dem Gemeindevorsteher und Kirchenältesten, Kossätengutsbesitzer Karl Friedrich Wilhelm Haase in Dahlwitz das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.
    Berlin, den 1. November 1907. Der Landrat Graf von Roedern.


    Sonntag, den 1. Dezember 1907 (Nr. 142, 2. Beilage), Kreis-Nachrichten, gekürzt

    Weißensee. (O.-B.) Der Güterverkehr auf der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde wird bereits Anfang Dezember beginnen. Der genaue Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. ...


    Mittwoch, den 11. Dezember 1907 (Nr. 146), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Bei der Treibjagd, welche die Herren Kohler und Nauber - Weißensee auf ihrem Ahrensfelde-Mehrower Jagdgebiet abhielten, wurden von ca. 30 Schützen 82 Hasen zur Strecke gebracht.


    Freitag, den 13. Dezember 1907 (Nr. 147), Amtlicher Teil, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Im Monat November 1907 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. ...
    Der Landrat ...
    Nr. 989 ab 30.11. Graf A. von Arnim, Rittergutsbesitzer, Schloß Blumberg


    Sonntag, den 15. Dezember 1907 (Nr. 148, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Vor einigen Tagen erregte ein Reitersmann, der mit einem dunkelbraunen Pferde unsern Ort in der Richtung nach Berlin passierte, und dessen Aeußeres nicht recht zu einem Reiter paßte, einige Aufmerksamkeit. Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist an dem betreffenden Tage in Rüdersdorf ein Pferd gestohlen worden und ist nicht ausgeschlossen, daß dieser Reiter der Dieb gewesen ist.

    Hönow. (O.-B.) Noch ist der traurige Fall in Erinnerung, in dem der Förster K. in Karlshorst von Wilderern erschossen wurde, und sollte man meinen, daß diese frechen Gesellen doch vorläufig ihr gefährliches Handwerk einstellen würden. Im Gegenteil! Sie werden noch kecker! Als ein hiesiger Besitzersohn mit einem Knechte auf dem Felde beschäftigt war, gewahrten beide in den „Dahlwitzer Fichten“ am hellichten Tage einen fremden Mann mit einem Gewehr. Es ist kaum zu glauben, mit welcher Dreistigkeit derartige Subjekte zu Werke gehen.


    Mittwoch, den 18. Dezember 1907 (Nr. 149, Beilage), Kreis-Nachrichten

    Ahrensfelde. (O.-B.) Der Verkehrsverein Berlin-Werneuchen hielt am Sonntag hierselbst eine Generalversammlung ab. In derselben wurde lebhaft Klage geführt über das schlechte Wagen­material der Wriezener Bahn. Der Vorstand wurde beauftragt, Beschwerde zu führen. Man gab sich der Hoffnung hin, daß bald nach der Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes auch auf unserer Bahn der Vorortverkehr eingerichtet wird, den der Verein schon durch verschiedene Petitionen seit Jahren vergeblich erbeten hat.


    Freitag, den 20. Dezember 1907 (Nr. 150, Beilage), Kreis-Nachricht

    Ahrensfelde. (O.-B.) Die Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes „Ostkirchhof - Ahrensfelde“, welche Anfang k. Jahres erfolgen sollte, ist um 6 Monate hinausgeschoben worden, und sind darauf die Hälfte der Arbeiter entlassen worden, so daß z. Zt. nur ca. 60 Arbeiter von der Friedhofs­verwaltung beschäftigt werden. - Die Arbeiten sind in letzter Zeit sehr gefördert worden. Die Aufstellung der Kapelle ist beendigt und ist man gegenwärtig mit der Innenausstattung beschäftigt. Der Leichenkühlraum ist gerichtet und wird jetzt die Kühlanlage geschaffen. Mehrere Monteure sind mit der Aufstellung der Licht- und Kraftmaschinen beschäftigt. Die Legung der Wasserleitung, soweit sie vorläufig erforderlich, ist auch beendigt. In den nächsten Tagen wird eine Blumenhalle auf dem Platze in der Nähe des projektierten Bahnhofes errichtet werden. Noch vor Weihnachten wird der Friedhofsaufseher seine Wohnung aus dem Ort nach dem Friedhofsgelände verlegen, und wird dann das Verwaltungsgebäude auch Telephonanschluß erhalten.


    Mittwoch, den 25. Dezember 1907 (Nr. 152), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

    Personal-Chronik.
    Ernannt: ... Der Bauerngutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde zum Amtsvorsteher für Ahrensfelde. ...


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