Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1908 (55. Jahrgang),
gefunden im Landesarchiv Berlin (Reinickendorf)
[1] Ergänzung anhand des Bandes „Amtliche Bekanntmachungen aus dem Niederbarnimer Kreisblatt. 1908.“, gefunden im Stadtarchiv Bernau (Juni 2015).


Sonntag, den 5. Januar 1908 (Nr. 3, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Ein schwerer Unfall ereignete sich vor einigen Tagen auf der Dorfstraße in der Nähe des Gehöfts des Herrn Amtsvorstehers Haase. Ein ca. 20jähriger galizischer Arbeiter des Rittergutes Mehrow fiel von dem schweren Dungwagen. Der über 100 Ztr. schwere Wagen ging über den rechten Arm und zermalmte denselben buchstäblich. Der Verunglückte wurde sogleich in das Krankenhaus nach Weißensee gebracht und mußte hier der verletzte Arm amputiert werden.

Eiche. (O.-B.) Das Stellmacher Bautz'sche Ehepaar feierte vor einigen Tagen im Kreise seiner zahlreichen Familienmitglieder das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Der Ortsgeistliche, Pastor Blasche - Blumberg, vollzog in der Wohnung die Einsegnung des Jubelpaares und überreichte darauf in Gegenwart des Herrn Amtsvorstehers C. Haase - Ahrensfelde das kaiserliche Gnaden­geschenk von 50 M.

Mehrow. (O.-B.) Mit knapper Not konnten am letzten Sonntag die beiden ältesten Töchter des hiesigen Gutsvorstehers [?, vermutl. Gemeinde-Vorsteher] Meißner vom Tode des Ertrinkens gerettet werden. Die beiden Kinder, im Alter von 6 und 4 Jahren, saßen auf einem Handschlitten, welchen das Kindermädchen auf dem Dorfteich führte. Die Eisdecke hatte aber an einer sog. „warmen Stelle“ noch keine genügende Tragkraft, denn plötzlich brachen alle drei ein. Zum Glück waren bald Rettungsmannschaften zur Stelle, welche das Dienstmädchen und die älteste Tochter in Sicherheit brachten. Schwieriger gestaltete sich die Rettung der Kleinsten, welche bereits im Wasser verschwunden war. Nur auf Leitern konnte man sich der offenen Stelle nähern, aber endlich gelang es doch, unter Aufbietung aller Kräfte, den fast leblosen Körper mit Feuerhaken dem nassen Element zu entreißen. Der zufällig anwesende Arzt aus Ahrensfelde, Herr Dr. Spor, nahm sogleich die Kleine in Behandlung, und sie erholte sich sichtlich unter seinen Händen.


Mittwoch, den 8. Januar 1908 (Nr. 4), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Ahrensfelde. (O.-B.) Eine schwere Vergiftung durch Kohlenoxydgas zogen sich in der Nacht zum Sonnabend der Schmiedegeselle und der Kutscher des Schmiedemeisters G. Albrecht zu. Dieselben sind seit längerer Zeit bei A. im Dienst. Am Freitag abend hatten sie noch bis gegen 11 Uhr den Besuch von einigen Gesellen aus dem Dorfe. Als sich diese entfernten, legten sich beide zur Ruhe. Als am Sonnabend morgen um 6 Uhr Herr A. weckte, erhielt er keine Antwort, und als er den Schlafraum betrat, fand er die Insassen fast leblos in ihren Betten, während ein im selben Raum weilender Hund verendet am Ofen lag. Der sofort hinzugerufene Arzt stellte sogleich Wiederbelebungsversuche an, welche bei dem Kutscher am Nachmittage von Erfolg gekrönt waren, während der Geselle erst nachts 1 Uhr sein Bewußtsein wiedererlangte. Bei letzterem mußte der Sauerstoffapparat angewandt werden. -
Wie der Unfall entstehen konnte, ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt, denn der Ofen war am Tage noch intakt und wurde vor dem Schlafengehen nicht mehr geheizt.

Blumberg. (O.-B-) Endlich der Richtige ? Unter dem dringenden Verdacht, den Eisenbahnfrevel bei Strausberg ausgeführt zu haben, wurde auf der Chaussee durch den hiesigen Wachtmeister der Schlossergeselle Ernst Bramste, geboren zu Altona, verhaftet. Das Signalement paßt ganz genau auf den Verhafteten, und fiel dem Wachtmeister vor allem sein körperlicher Fehler, das Nachziehen des rechten Beines auf, welches bei dem Schlüsselbesteller [?] ein wesentliches Merkmal ist. Aus den Papieren ist nicht ersichtlich, wo er in der Zeit von Mai bis 30. September gewesen ist. ...


Sonntag, den 12. Januar 1908 (Nr. 6), Amtlicher Teil [1]

Bekanntmachung.
An Stelle des aus seinem Amt als Sozietätsbauschätzer geschiedenen, früher zu Karlshorst wohnhaften Maurermeisters Herrn Paul Schreiber ist der Baumeister Herr Fritz Schulz zu Biesdorf zum Sozietätsbauschätzer bestellt worden.
Berlin NW. 40, den 8. Januar 1908. Friedrich Karl-Ufer Nr. 5
Der Kreisdirektor Graf von Roedern.


Mittwoch, den 15. Januar 1908 (Nr. 7, Beilage), Kreis-Nachrichten

Hönow. Zwischen hier und Marzahn wurde auf der Chaussee ein erfrorener Handwerksbursche aufgefunden. Derselbe hatte sich im ermüdeten Zustande zum Ausruhen auf einen Steinhaufen gesetzt und war für immer eingeschlafen.


Sonntag, den 19. Januar 1908 (Nr. 9, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Herr W. Dubick aus Marzahn hat den Kalow'schen Gasthof für ca. 83 000 Mark erworben. Die Uebergabe erfolgt am 1. März.


Freitag, den 31. Januar 1908 (Nr. 14), Amtlicher Teil [1]

Personal-Chronik.
Ernannt:
Der Rittergutsbesitzer von Treskow zu Dahlwitz zum Amts-Vorsteher für den Bezirk Dahlwitz.


Freitag, den 14. Februar 1908 (Nr. 20), Amtlicher Teil

Personal-Chronik.
Bestätigt:
Der Lehngutbesitzer Karl Gahtow zu Lindenberg als Schöffe der Gemeinde Lindenberg; ...


Freitag, den 14. Februar 1908 (Nr. 20), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) In der Nacht zum Montag wurde einem hiesigen Kutscher aus seinem Schlafraum ein Geldbetrag von 17 M. und seine Taschenuhr entwendet. - Die Montierungsarbeiten der elektrischen Licht- und Kraftanlagen auf dem Berliner Zentralfriedhof sind beendigt und haben die Probe bestanden. Später werden natürlich noch bedeutend größere Maschinen aufgestellt werden müssen, da auch unserm Ort eine Abgabe an Licht und Kraft in Aussicht gestellt ist.

Mehrow. (O.-B.) Ein bedeutender Kupferdrahtdiebstahl wurde in einer der letzten Nächte hierselbst ausgeführt. Zu dem hiesigen Rittergute gehört auch das Vorwerk Trappenfelde. Als man dieser Tage daselbst dreschen wollte, gewahrte man, daß die Leitung unterbrochen war. Eine Untersuchung ergab, daß auf einer Strecke von ca. 500 Meter der starke Kupferdraht, der ein Gewicht von rund 6 Zentner im Werte von etwa 500 M. repräsentiert, entwendet war. Ein zweiter Schaden entstand dadurch, daß die herabhängenden Enden des elektrischen Leitungsdrahtes sich mit dem Telefondraht verbunden hatten, und der Starkstrom diese Apparate zerstörte, als man morgens die Maschinen einschaltete. Von den Dieben fehlt jede Spur. Es ist aber festgestellt, daß in der fraglichen Nacht ein Fuhrwerk die Strecke in der Richtung nach Berlin passierte und man nimmt an, daß sich die Diebe desselben bedienten.


Mittwoch, den 26. Februar 1908 (Nr. 25), ganzseitige Anzeige

Ehren-Erklärung.
Das über den Pferdehändler Herrn Max Michaelis in Berlin, Greifswalderstraße 212/213, verbreitete Gerücht, daß er von der Frau Ww. Hoppe in Ahrensfelde nach dem Tode Ihres Mannes für verkaufte Pferde noch einmal Zahlung verlangt habe und deshalb sogar bestraft sei, ist unwahr.
Frau Ww. Hoppe hat vor Gericht am 11. Februar diesen Jahres als Zeugin beschworen, daß sie, so wenig vor, wie nach dem Tode ihres Mannes mit Herrn Michaelis eine geschäftliche Differenz hatte; auch ist es nicht wahr, daß derselbe eine Zahlung zweimal verlangt hat.
Wir, unterzeichnete, bedauern unendlich, den obigen unwahren Gerüchten Glauben geschenkt zu haben und erklären Herrn Max Michaelis für einen ehrenwerten, reellen Kaufmann.
Berlin, den 20. Februar 1908.
W. Rauch, Weesow.     Fritz Thürling, Weesow.


Mittwoch, den 4. März 1908 (Nr. 28), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Größere Flächen Ländereien sind z. Z. hier zu verpachten. Zunächst hat die Stadtsynode Berlin ca. 435 Morgen von ihren 1800 Morgen auf längere Jahre für Kirchhofszwecke noch ausgeschlossen und diese Flächen zur Pachtung ausgeboten. Auf dem Termin blieb Herr Baumeister Schreiber Bestbietender und steht zu erwarten, daß er den Zuschlag erhält. Schr. will später die Fläche in kleineren Parzellen weiterverpachten. - Außerdem bietet der Kaufmann Spagat - Berlin einen Plan von 120 Morgen, den er von Herrn Gutsbesitzer J. Lehmann erworben hat, zur Pachtung aus.

Ahrensfelde. (O.-B.) Schlecht gelohnt hat ein Knecht aus Löhme die Gastfreundschaft, die ihm ein hiesiger Kutscher erwiesen. Vor einiger Zeit fand er, als er seine Braut hierselbst besucht hatte, bei dem Kutscher Nachtquartier. Nach einigen Wochen nun wurden dem Kutscher des Nachts Uhr und bares Geld im Betrage von 17 M. entwendet. Der Verdacht lenkte sich sogleich auf den Nachtgast, der sich dann auch nach längerem Leugnen zu einem Geständnis bequemte.


Mittwoch, den 11. März 1908 (Nr. 31), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Unter den Schweinen des Gemeindevorstehers Wegener und Bauerngutsbesitzers Müller zu Ahrensfelde ist die Schweinepest ausgebrochen. Die Gehöftsperre ist verhängt.
Ahrensfelde, den 2. März 1908.
Der Amts-Vorsteher.


Freitag, den 13. März 1908 (Nr. 32), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Auf Grund des Gesetzes über die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen vom 28. Juli 1906 bilden im Kreise Niederbarnim vom 1. April 1908 ab
A) einen Gesamtschulverband
  1. der Gutsbezirk und die Gemeinde Biesdorf und der Gutsbezirk Hellersdorf (hinsichtlich der Anstalten Wuhlgarten),
  2. der Gutsbezirk und die Gemeinde Blumberg,
  3. der Gutsbezirk und die Gemeinde Falkenberg,
  4. der Gutsbezirk und die Gemeinde Malchow,
  5. der Gutsbezirk und die Gemeinde Mehrow,
  6. der Gutsbezirk und die Gemeinde Wartenberg,
B) einen Einzelschulverband
a) die Stadt- und Landgemeinden
  1. Ahrensfelde,
  2. Eiche,
  3. Hönow,
  4. Lindenberg,
  5. Marzahn,
b) die Forstgutsbezirke ....
c) die selbständigen Gutsbezirke
  1. Hellersdorf,
Berlin, den 8. März 1908.
Der Landrat Graf von Roedern.


Sonntag, den 15. März 1908 (Nr. 33, 1. Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Der hiesige Krieger- und Landwehrverein wird am Sonnabend, den 21. März die Feier seines 30jährigen Bestehens festlich begehen.

Ahrensfelde. (O.-B.) Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof „Ostkirchhof“, die ca. ¼ Jahr vollständig geruht hatten, sind mit ca. 50 Arbeitern wieder aufgenommen worden, und finden jetzt ständig Neueinstellungen von Arbeitern statt.


Freitag, den 20. März 1908 (Nr. 35, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Wichtige Beschlüsse faßte die letzte Gemeindevertretersitzung. Zunächst wurde über die Gasversorgung der Gemeinde beraten. Einstimmig wurde beschlossen, das Anerbieten der Stadt Berlin anzunehmen, und anstatt der Petroleum-Straßenbeleuchtung die Gasbeleuchtung einzuführen. Die Kosten belaufen sich bei einer jährlichen Brennzeit von 1000 Stunden auf 25 M. für eine Laterne. Durch Rohrlegung und Beschaffung sowie Aufstellung der neuen Laternen entstehen der Gemeinde keinerlei Kosten. Da der Preis für das Leuchtgas - pro cbm 12 1/3 Pfg. - ein sehr annehmbarer ist, werden sehr viele Einwohner Anschluß nehmen. -
Einige Bewohner vom Bahnhof Ahrensfelde waren darum eingekommen, ihre Kinder in Ahrensfelde einschulen zu dürfen. Politisch gehört der Bahnhof zu Falkenberg. Da die in Frage stehenden Schüler zum größten Teil Lernanfänger sind und man mit den Eltern fühlte, die den kleinen Pagen gern den weiten Schulweg nach Falkenberg abnehmen möchten, so beschloß man einstimmig, bis auf weiteres diese Kinder zum Besuch der hiesigen Schule zuzulassen.


Freitag, den 27. März 1908 (Nr. 38, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Dieser Tage fanden hierselbst die Ergänzungswahlen zur Gemeinde­vertretung statt. In der 3. Klasse wurden Schmiedemeister G. Albrecht jr. und Rentier G. Jost neugewählt. Für diese Klasse hatte eine starke Agitation vorher stattgefunden. In der 2. Klasse wurde Herr A. Meißner einstimmig neugewählt. Die Wahlen für die 1. Klasse wurden auch einstimmig vollzogen. Herr Amtsvorsteher E. [?] Haase wurde wieder- und Herr J. Lehmann jr. und Herr A. Adler neugewählt. Sämtliche Gewählte nahmen die Wahl an.

Ahrensfelde. (O.-B.) Das Fest seines 30jährigen Bestehend feierte am letzten Sonnabend im Vereinslokal von W. Hase der hiesige Krieger- und Landwehrverein. Noch 10 Gründer, die Kameraden A. Meißner, G. Albrecht sen., Krohn, F. Meißner, L. Grube, Wandrei, Ziebel, Jul. Schreiber - Franz. Buchholz, Schleusener - Mehrow und Radunzel - Hellersdorf sind heute Mitglieder des Vereins. In seiner Festrede gab der Kamerad Lehrer Grohmann einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Der 1. Vorsitzende Kamerad A. Meißner überreichte den Vereinsdamen die gestifteten Vereinsschleifen. Kam. Langemann sorgte durch seine Vorträge für die nötige Abwechslung. Kamerad A. Meißner führt seit 28 Jahren den Vorsitz des Vereins. Die Feier nahm einen der Bedeutung des Tages entsprechenden würdevollen Verlauf und stärkte sicher bei allen Teilnehmern patriotisches Denken und Handeln.


Sonntag, den 5. April 1908 (Nr. 42, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Zum zweiten Male in kurzer Zeit wurde der Kutscher des Kaufmanns W. bestohlen und zwar waren diesmal seine besseren Sachen: ein neuer Anzug, Ueberzieher, Stiefeln und Handkoffer mit Wäsche genommen, während man das erste Mal nur Wertgegenstände nahm. Mit Leichtigkeit stellte der Gendarmerie-Wachtmeister aus Falkenberg fest, daß auch diesen Diebstahl der Knecht Bohn, der z. zt. in Löhme in Stellung gewesen, begangen hat. B. hat inzwischen seine Stellung in Löhme aufgegeben und sich nach Berlin abgemeldet, es dürfte aber nicht lange dauern, bis B. hinter Schloß und Riegel sitzt, denn er hat außerdem noch einen Diebstahl in Hohen-Schönhausen ausgeführt und soll auch für einen Fahrraddiebstahl in Frage kommen. Die Berliner Polizei ist sogleich verständigt worden.


Sonntag, den 5. April 1908 (Nr. 42), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

Bekanntmachung.
Auf dem Kreistage am 27. März d. Js. ... wurden gewählt:
zu Mitgliedern der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission:
  1. Amts- und Gemeindevorsteher Grün - Blumberg,
zu stellvertretenden Mitgliedern der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission:
  1. Rittergutsbesitzer Dotti - Hönow,
Berlin, den 30. März 1908.
Der Landrat Graf von Roedern.


Mittwoch, den 8. April 1908 (Nr. 43), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Die über die Gehöfte der Besitzer August Müller und Gustav Wegener in Ahrensfelde wegen Schweinepest verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben.
Ahrensfelde, den 30. März 1908.
Der Amts-Vorsteher.


Sonntag, den 19. April 1908 (Nr. 48), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Eine Ledertasche, enthaltend Pferdescherzeug, ist gefunden worden.
Blumberg, den 18. April 1908.
Der Amts-Vorsteher.


Freitag, den 24. April 1908 (Nr. 50), Amtlicher Teil [1]

Personal-Chronik.
Ernannt: Der Restaurateur Micha zu Hoppegarten zum Standesbeamten für den Bezirk Nr. 11 „Dahlwitz“.


Sonntag, den 3. Mai 1908 (Nr. 54, Beilage), Anzeige

Habe wieder einen jungen Eber (deutsch veredeltes Landschwein) zum Decken angekauft.
Lehmann, Gutsbesitzer. Lindenberg bei Berlin.


Sonntag, den 17. Mai 1908 (Nr. 60), Amtliche Beilage, gekürzt

Bekanntmachung.
Uebersicht der Urwahlbezirks-Einteilung zu den Landtagswahlen 1908.
13. [Wahlbezirk]
  • Eiche, Gemeinde; 262 [Einwohner]
  • Hönow, Gemeinde; 559 [Einwohner]
  • Mehrow, Gemeinde und Gut; 328 [Einwohner]
  • Neuenhagen, Gut; 116 [Einwohner]
  • Seeberg, Gemeinde 196 [Einwohner]
[Seelenzahl:] zusammen 1461
[Anzahl der zu wählenden Wahlmänner:] 5 (2 [Klasse III] / 1 [Klasse II] / 2 [Klasse I])
[die Abteilungs-Wählerliste liegt aus im:] Gemeindevorsteheramt zu Hönow
[Wahlvorsteher:] Gemeindevertreter Friedr. Kirschbaum daselbst
[Stellvertreter:] Gemeindevertreter Klus zu Eiche
[Wahllokal:] Hinze'scher Gasthof zu Hönow
16. [Wahlbezirk]
  • Birkholz, Gemeinde; 270 [Einwohner]
  • Blumberg, Gemeinde und Gut; 1336 [Einwohner]
[Seelenzahl:] zusammen 1606
[Anzahl der zu wählenden Wahlmänner:] 6 (2 [Klasse III] / 2 [Klasse II] / 2 [Klasse I])
[die Abteilungs-Wählerliste liegt aus im:] Amtsbureau zu Blumberg
[Wahlvorsteher:] Amtsvorsteher Grün zu Blumberg
[Stellvertreter:] Gemeindevorsteher Puhlmann zu Birkholz
[Wahllokal:] Keisdorf'sches Restaurant zu Blumberg
17. [Wahlbezirk]
  • Ahrensfelde, Gemeinde; 701 [Einwohner]
  • Marzahn, Gemeinde; 706 [Einwohner]
[Seelenzahl:] zusammen 1407
[Anzahl der zu wählenden Wahlmänner:] 5 (2 [Klasse III] / 1 [Klasse II] / 2[Klasse I])
[die Abteilungs-Wählerliste liegt aus im:] Amtsbureau zu Ahrensfelde
[Wahlvorsteher:] Amtsvorsteher Haase daselbst
[Stellvertreter:] Gemeindevorsteher Dannenfelzer zu Marzahn
[Wahllokal:] Haase'scher Gasthof zu Ahrensfelde


Freitag, den 22. Mai 1908 (Nr. 62), Amtlicher Teil [1]

Bekanntmachung.
Infolge Amtsausschußbeschlusses vom 1. Mai d. js. findet die Veröffentlichung der öffentlichen Bekanntmachungen für den Amtsbezirk Biesdorf in Zukunft in dem Niederbarnimer Kreisblatt statt.
Kaulsdorf, den 16. Mai 1908.
Der Amts-Vorsteher Voigt.


Sonntag, den 24. Mai 1908 (Nr. 63), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
... Beiträge zur Handwerkskammer ...
[No.:] 59; Mehrow; [Gewerbebetriebe]: 4; [Gesellen]: 1; [Lehrlinge]: 0;
Beitrag: 45 Mark * 5½ % = 2,47 Mark


Mittwoch, den 3. Juni 1908 (Nr. 66, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. Am Sonnabend schlug der Blitz in den Schornstein des Bäckermeisters Junghans und riß denselben auf.


Freitag, den 5. Juni 1908 (Nr. 67), Amtlicher Teil [1]

Personal-Chronik.
Der Kossät Gustav Brederecke zu Blumberg ist als Schiedsmanns-Stellvertreter für den 32. Schiedsmannsbezirk (Blumberg) auf eine weitere dreijährige Amtszeit verpflichtet worden.


Mittwoch, den 17. Juni 1908 (Nr. 72), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Ein Hund, schwarzer Wolfsspitz, hat sich beim Wächter der Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten angefunden. Meldungen gegen Erstattung der Kosten im Amtsbureau.
Ahrensfelde, den 9. Juni 1908.
Der Amts-Vorsteher.


Freitag, den 19. Juni 1908 (Nr. 73), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Im Monat Mai 1908 sind von mir nachfolgende Jagdscheine erteilt worden.
Berlin, den 3. Juni 1908.
Der Landrat, I.A. vom Le Coq, Regierungsrat.
Nr. 29; ab 16.5.; Meißner, Ernst; Gemeindevorsteher; Mehrow


Sonntag, den 21. Juni 1908 (Nr. 74, Beilage), Kreis-Nachrichten

Krummensee. Beim Baden im Haussee ertrank am Donnerstag abend der 19 Jahre alte, bei dem Gutsbesitzer Ernst Fielitz bedienstete Knecht Irrgang.


Freitag, den 26. Juni 1908 (Nr. 76), Amtlicher Teil [1]

Bekanntmachung.
Der Tierarzt Dr. Paul Grosseit in Friedrichsfelde ist für den Amtsbezirk Biesdorf als Revisor der Schlächter- und Kaufmannsläden (diejenigen Läden, die Fleisch- und Wurstwaren feilhalten) ernannt worden, was ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringe.
Kaulsdorf, den 23. Juni 1908.
Der Amts-Vorsteher Voigt.


Sonntag, den 28. Juni 1908 (Nr. 77, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Am kommenden Dienstag, den 30. Juni, nachmittags 5 Uhr wird die feierliche Einweihung der Kapelle auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode hierselbst stattfinden. Eingeleitet wird die Feier durch den Gesang eines Berliner Liederquartetts, welches das Lied: „Gnädig und barmherzig ist der Herr“ zu Gehör bringen wird. Den Weiheakt vollzieht der General-Superintendent Probst D. Faber. Die Eingangsliturgie hält Pfarrer Koch (Samariter­gemeinde - Berlin) und die Festpredigt Pfarrer Köster - Berlin (Lazarusgemeinde). Gemeinde­gesang und weitere Männerchöre werden die Feier vervollständigen. Sodann wird ein Rundgang zur Besichtigung des Friedhofes unternommen.

Hönow. (O.-B.) Eine würdige Feier veranstaltete dieser Tage der hiesige Landwehrverein unter reger Beteiligung der ganzen Gemeinde aus Anlaß der Pflanzung der Kaisereiche auf dem Turnplatz. Der Vorsitzende Kam. Lenz begrüßte die Festversammlung und der Ortsgeistliche, Pastor Hinz - Ahrensfelde, hielt die Festrede. Der als vorzüglicher Redner bekannte Geistliche verstand es wiederum, durch seine tiefdurchdachten, packenden Ausführungen, nicht nur die zahlreich Erschienenen zu fesseln, sondern auch die alten Soldatentugenden, Treue und Gehorsam zu Kaiser und Reich, zu befestigen. Mit dem Gesang des Niederländischen Dankgebets: „Wir treten zum Beten“ endete die Feier auf dem Platze, der sich ein Ball anschloß.


Freitag, den 3. Juli 1908 (Nr. 79), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. Am Dienstag wurde hierselbst auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode die Kapelle in feierlicher Weise eingeweiht. Es ist dies der größte Friedhof der Welt. Er umfaßt 1200 Morgen Land und ist 1700 Meter lang und 1800 Meter breit. Er soll später für 30 Gemeinden zu 30000 Seelen genügen. Vorläufig werden 20 Gemeinden ihre Toten dort beerdigen. Zu der Einweihung der Kapelle hatten sich zahlreiche Teilnehmer unter Führung des Vorstehers der Berliner Stadtsynode Ohnke eingefunden. Am Portal der Kapelle, von deren Turm oben feierliches Geläut durch die sonnenbeglänzte Landschaft tönte, standen die Totengräber des Friedhofes in einer bergmannsähnlichen Tracht; in der Rechten hielten sie schwarze Spaten. Das Berliner Liederquartett begleitete die Feier mit ernsten Gesängen. Generalsuperintendent D. Faber hielt über das Schriftwort „Selig sind die Toten“ die ergreifende Weiherede, Pfarrer Koch die Liturgie und Pfarrer Köster die Festpredigt. Aus Anlaß der Kapellenweihe erhielten Oberkonsistorialrat Crisolli den Königlichen Kronenorden dritter Klasse und Polizeirat v. Löbell den Roten Adlerorden vierter Klasse mit der Krone, welche Auszeichnungen Oberkonsistorialrat Hagemann im Namen des Oberkirchenrates mit Glückwünschen überreichte. -
Am heutigen Donnerstag traf als erste Leiche die einer Frau auf dem Kirchhofe ein. Die Leiche wurde vom Bahnhof Ahrensfelde der Wriezener Nebenbahn von den angestellten Leichenträgern mit einem Leichenwagen abgeholt und nach dem Leichenkühlraume der Leichenhalle gebracht. Die Verstorbene gehört zur Samaritergemeinde und findet die erste Beerdigung auf dem Riesen­friedhofe am Sonnabend nachmittag 4 Uhr statt. Pastor Koch wird die Einsegnung vollziehen. Mit der Beerdigung wird eine Feier in der Kapelle verbunden. Die gesamten Kosten dieser Beerdigung trägt die Berliner Stadtsynode.


Sonntag, den 5. Juli 1908 (Nr. 80), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Chausseehäuserverkauf.
Die früher zur Chausseegelderhebung verwendeten Grundstücke in
  1. Weißensee, ...
  2. Lanke, ...
  3. Bernau, ...
  4. Neuenhagen, ...
  5. Ladeburg, ...
  6. Germendorf, ...
  7. Lehnitzsee, ...
sollen unverändert und pfand- und lastenfrei verkauft werden.
Besichtigung der Grundstücke ist während der Tagesstunden gestattet.
Schriftliche Angebote können bis zum 5. September 1908 ... eingesandt werden. ...
Berlin, den 2. Juli 1908.
NW 40, Friedrich-Karl-Ufer 5.
Namens des Kreisausschusses des Kreises Niederbarnim
Der Vorsitzende, Landrat, Graf von Roedern.


Mittwoch, den 8. Juli 1908 (Nr. 81), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Nachdem am 30. Juni die erste Kapelle auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode geweiht worden, so ist am letzten Sonnabend durch die ersten fünf Beerdigungen der Gottesacker seiner Bestimmung übergeben worden. Als erste Leiche wurde die Kaufmannswitwe Anna Schwarzenberg aus Berlin auf dem Begräbnisplatz der Samariter-Gemeinde beerdigt. Die Stadtsynode trug die Kosten für diese erste Beerdigung. Pastor Koch, der erste Geistliche der Samariter-Gemeinde hielt die ergreifende Gedächtnisrede über Joh. 6,37. Mit dem Gesang des Liedes „Laßt mich gehn“ schloß die Feier in der Kapelle. An der mit Dekorationsbäumen und Hortensien entsprechend dekorierten ersten Gruft wurde der Leichenzug von einem Quartett-Verein mit dem Gesang von „So nimm denn meine Hände“ empfangen. Pastor Koch vollzog auch hier die Einsegnung der Leiche und zugleich die Weihe des Riesentotenackers, der nach menschlichem Ermessen auf unabsehbare Zeiten den Anforderungen der Millionenstadt genügen wird. Mit dem Gesang des Liedes „Wie sie so sanft ruh'n“ war die erste Beerdigungsfeier beendet, der sich noch drei weitere auf dem Samariter-Friedhof anschlossen. Auf dem Lazarus-Friedhof fand anschließend auch die erste Beerdigung statt, woselbst Pastor Köster amtierte. - Die gesamte Anlage des Ostkirchhofes wird wesentlich von dem bisherigen Modus abweichen. Es wird das Prinzip der Einzelbeerdigung beibehalten, während man bisher für die sogenannten Reihengräber in großen Städten die Beisetzung in Schachtgräbern vollzog, die dann gemeinschaftlich geschlossen wurden. Damit das Parkartige auf dem Ahrensfelder Friedhof voll zur Geltung kommt, werden zwischen den einzelnen Gräbern breite Promenaden geschaffen, Straßen genannt, welche eine rationelle Ausnutzung des Bodens doch dadurch ermöglicht, daß Kopf gegen Kopf beerdigt wird und zwischen den Fußenden ein breiter Weg liegen bleibt. Damit ist auch ein bequemer Zutritt zu allen Gräbern gewährleistet. Das Belegen der einzelnen Reihen geschieht nun in der Weise, daß zunächst die ungeraden Stellen 1, 3, 5, 7 usw. besetzt werden und erst später, nachdem sich das Erdreich genügend gefestigt hat, die geraden Plätze 2, 4, 6 usw. die Toten aufnehmen. Der Zwischenraum zwischen den einzelnen Gräbern beträgt 40 Zentimeter. Für jede Gemeinde sind 30 Morgen Gräberfeld bestimmt, welche für 30 Jahre berechnet sind. Vorläufig sind auf jedem Gräberfeld ca. 3 Morgen zur Beerdigung eingerichtet. Nach 30 Jahren werden die Gräberfelder zum zweiten Male belegt. Es sind nun Bestimmungen getroffen, daß die Verwesungsreste in keiner Weise berührt werden. Während die Grüfte der Erwachsenen heute 2,10 Meter Tiefe haben, werden sie nach 30 Jahren nur 1,80 Meter tief sein. Da außerdem die einzelnen Gräber auf Karten genau festgelegt werden, läßt es sich ermöglichen, daß bei der zweiten Belegung die heutigen Zwischenräume benutzt werden. Nach weiteren 30 Jahren werden die heutigen Plätze wiederum gebraucht. Da jedoch die Grüfte dann nur 1,50 Meter tief ausgehoben werden und außerdem der Boden in den 60 Jahren um ein Beträchtliches gewachsen ist, so ist eine vollständige Grabesruhe gesichert. Neben diesen Reihengräbern sind auf den Gräberfeldern schon eine große Anzahl Plätze für Wahlstellen, sog. Gartengräber eingerichtet, welche durch Hecken von herrlichen Koniferen voneinander getrennt sind. In der Mitte der Gräberfelder sind Schmuckplätze angelegt, welche die prächtigsten Teppichbeete zeigen, die von unzähligen Rosensträuchern eingesäumt sind. Zahlreiche Ruhebänke haben überall Aufstellung gefunden, und zwei geräumige Schutzhallen werden bei ungünstiger Witterung die Friedhofsbesucher aufnehmen. An dem Haupteingange ist eine Blumenhalle errichtet, in der die kostbarsten Kranzspenden und Topfgewächse zum Kauf angeboten werden. Gegenwärtig sind zahlreiche Arbeiter an der Bahnhofsanlage beschäftigt, die an der Stelle des historischen Lehmann'schen Postberges entstehen wird. Die Schienen sind bereits eingetroffen und soll mit dem Legen in nächster Zeit begonnen werden, da sich schon heute zeigt, daß die Leichentransporte, wie sie zurzeit erfolgen, für die Dauer nicht durchzuführen sind. Von der Leichensammelstelle zu Berlin (alter Ostbahnhof) kommen die Leichen einmal täglich und zwar früh gegen 5 Uhr mit einem Güterzuge auf Bahnhof Ahrensfelde an. Mit Bahrwagen, welche von den angestellten Leichenträgern gezogen werden, geschieht die Beförderung der Leichen nach der Leichenhalle des Friedhofs durch unsern Ort. Da unsere Wriezener Bahn zurzeit noch keinen Vorortverkehr hat, auch die Elektrische und Automobilomnibusverkehr noch auf sich warten lassen, so wird die Eisenbahnverwaltung jedesmal benachrichtigt werden, wenn mehrere Beerdigungen stattfinden, damit die Beförderung der Leidtragenden glatt vonstatten geht. So waren die in Frage stehenden Züge am Sonnabend bedeutend verstärkt worden, um die ca. 150 Leidtragenden bequem befördern zu können. Den ersten Leichentransport nach der Leichensammelstelle des Ostbahnhofes führte die Firma Julius Grieneisen zu Berlin (auch auf Kosten der Stadtsynode) aus. Wie verlautet haben sich zum 1. Oktober d. Js. vier weitere Gemeinden für den Ostkirchhof angemeldet.


Sonntag, den 12. Juli 1908 (Nr. 83), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Auf Gund des § 6 des Reichsvereinsgesetzes vom 19. April 1908 ... werden als solche Zeitungen, durch welche die Bekanntmachungen öffentlicher politischer Versammlungen erfolgen kann, für die nachbezeichneten Amtsbezirke folgende Blätter bestimmt:
1. Polizeiverwaltung Bernau
  1. Niederbarnimer Kreisblatt
  2. Berliner Lokalanzeiger
  3. Berliner Morgenpost
5. Ahrensfelde
  1. Niederbarnimer Kreisblatt
  2. Deutsche Tageszeitung
  3. Berliner Lokal-Anzeiger
7. Blumberg
  1. Niederbarnimer Kreisblatt
  2. Berliner Lokal-Anzeiger
21. Biesdorf
  1. Niederbarnimer Kreisblatt
  2. Berliner Lokal-Anzeiger
Berlin, den 6. Juli 1908.
Der Königliche Landrat, Graf von Roedern.


Mittwoch, den 22. Juli 1908 (Nr. 87), Amtlicher Teil

Personal-Chronik.
Bestätigt:
Der Förster Joseph Schaupp als Feld- und Forsthüter für die Gemarkung der Gemeinde Hönow.


Freitag, den 31. Juli 1908 (Nr. 91), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Folgende Personen sind in den einzelnen Gemeinden des Kreises zu Vertrauensmännern der Land-Feuersozietät der Provinz Brandenburg bestellt worden:
  1. Ahrensfelde: Amtssekretär Anton Lutz
  2. Blumberg: Ortssteuererheber Johannes Hoy
  3. Eiche: Gemeinde-Vorsteher Klus
  4. Hönow: Gemeinde-Vorsteh. Kirschbaum
  5. Lindenberg: Ortssteuererheber August Puhlmann
  6. Mehrow: Gem.-Vorst. Ernst Meißner
Berlin, den 28. Juli 1908.
Der Kreisdirektor, Graf von Roedern.


Sonntag, den 2. August 1908 (Nr. 92), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Nachstehende Personen sind als vereidete Bauschätzer der Land-Feuersozietät der Provinz Brandenburg im hiesigen Kreise tätig: ...
  1. Fritz Schulz; Baumeister; Biesdorf bei Berlin
  2. Weidelt; Maurermeister; Blumberg (Bezirk Potsdam)


Mittwoch, den 5. August 1908 (Nr. 93), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. Der Reiterverein hat als Termin für sein diesjähriges Rennen den 9. August cr. bestimmt. Am Sonntag fand Probereiten statt. Es laufen über 20 Pferde, darunter viel vorzügliches neues Material.


Freitag, den 7. August 1908 (Nr. 94), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

Personal-Chronik.
Bestätigt: ...;
der frühere Nachtschutzmann Robert Gruschwitz als Nachtwächter der Gemeinde Mahlsdorf.


Sonntag, den 9. August 1908 (Nr. 95, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) Das diesjährige Bauernwettreiten, das am morgigen Sonntag stattfindet, wird seinen Vorgängern nichts nachgeben. Es finden 8 einzelne Rennen statt, darunter ein Hindernisrennen. Für Rennpferde, überhaupt für fremde Pferde, sind zwei offene Rennen vorgesehen. Der Besuch des Rennens ist jedem zu empfehlen.


Sonntag, den 9. August 1908 (Nr. 95, Beilage), Anzeigen

Ahrensfelde.
Sonntag, den 9. August, 3½ Uhr nachmittags: --- Grosses --- Bauern-Wettreiten
5 Flachrennen, 1 Hindernisrennen, 2 offene Rennen
--- nach dem Rennen in beiden Lokalen: --- Grosser Ball.
Der Reiterverein.


Mittwoch, den 12. August 1908 (Nr. 96), Kreis-Nachrichten, gekürzt

Ahrensfelde. (O.-B.) Das Bauernwettreiten am Sonntag hatte sich eines Massenbesuchs zu erfreuen, der alle früheren Rennen bei weitem in den Schatten stellte. Man schätzt die Zahl der Besucher auf weit über 3000. Die ganze Veranstaltung verlief ohne ernstere Unfälle. Es fanden 7 Rennen statt. Im ganzen liefen 23 Pferde. ... Es fand nur ein offenes Rennen statt und liefen in demselben 3 Pferde. Sieger wurde Mützel - Marzahn gegen Ehrhardt - Marzahn und Hannemann - Alt-Glienicke. Nach dem Rennen fand in beiden Lokalen des Orts großer Sommernachtsball statt.


Freitag, den 14. August 1908 (Nr. 97), Amtlicher Teil, gekürzt

Personal-Chronik.
Bestätigt: ...; Der Kossät Hermann Hönicke zu Hönow zum Gemeindeschöffen der Gemeinde Hönow vom 20. August 1908 ab.


Freitag, den 21. August 1908 (Nr. 100), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

Personal-Chronik
Bestätigt: ...; der Landwirt Karl Grunow als Ortssteuererheber der Gemeinde Biesdorf.


Sonntag, den 30. August 1908 (Nr. 104), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Auf dem Gelände des Ostkirchhofes zu Ahrensfelde, am Lindenberger Weg, wird beabsichtigt, vom 31. d. Mts. ab, ca. 8 Tage lang, Unkraut zu verbrennen.
Vorstehendes wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Ahrensfelde, den 29. August 1908.
Der Amts-Vorsteher.


Mittwoch, den 2. September 1908 (Nr. 105), Amtlicher Teil

Personal-Chronik.
Bestätigt: der Militäranwärter Gustav Gutenmorgen als Nachtwächter, Hilfs-Polizeisergeant und Hilfs-Vollziehungsbeamter in Friedrichshagen.


Freitag, den 4. September 1908 (Nr. 106), Kreis-Nachrichten

Blumberg. Am kommenden Sonntag, den 6. September, werden die Turnvereine Berlins und Umgebung, welche dem Gau Brandenburg des Deutschen Turnerbundes angehören, ein Kriegs­spiel, genannt „Kampf um den Stab“, in dem Rehhahn zwischen Blumberg und Ahrensfelde zum Austrag bringen. Dieses Spiel, welches alljährlich zur Feier des Sedantages veranstaltet wird, soll den Turnern Gelegenheit geben, sich zu marsch- und kampfestüchtigen Männern heranzubilden. Schon am Sonnabend werden verschiedene Vereine sich auf den Weg machen, um das Kampf­gelände näher kennen zu lernen und durch Absenden von Streifscharen dem Feind den Kampf zu erschweren.


Mittwoch, den 9. September 1908 (Nr. 108, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) „Der Kampf um den Stab“, ein Kriegsspiel, welches der Deutsche Turnerbund eingeführt hat, wurde am letzten Sonntag zur Entscheidung gebracht. Nicht weniger denn 32 Vereine waren in einer Gesamtstärke von 350-400 Turnern dazu ins Feld gezogen. Das Kampfgelände war der Rehhahn, ein kleines Gehölz an der Chaussee von Blumberg nach Ahrensfelde. Morgens um 6 Uhr nahmen die beiden Parteien Aufstellung und zwar die Nordpartei (rote Binde und schwarze Stäbe), unter dem Kommando des Bezirksturnwarts Hintringer an der Stettiner Bahn, und die Südpartei (gelbe Binde und weiße Stäbe), unter dem Befehl des stellvertretenden Gauturnwartes Heintze an der Ostbahn. Ein Detachement von 75-100 Radfahrern war zur Aufklärung des Geländes auf beide Parteien verteilt. Den Sieg errang die Nordpartei mit 47 weißen eroberten Stäben gegenüber 14 schwarzen verloren gegangenen Stäben. Nach Beendigung des Kampfes ordneten sich die Turner zum Einzuge nach Ahrensfelde. Gegen ¼5 Uhr nachmittags langte der Festzug auf dem Kirchplatz an. Nachdem der Gauturnwart Annußat den Sieg der Nordpartei proklamiert hatte, wurden gemeinsam zwei Strophen von „Es braust ein Ruf wie Donnerhall“ gesungen. Der Gauvertreter (Gauvorsitzende) W. Hermann - Berlin hielt darauf die Sedan-Festrede. Mit einem dreifachen Gut Heil auf Kaiser und Reich schloß er seine Ausführungen. Mit dem Gesang der 1. und 3. Strophe von „Deutschland, Deutschland über alles“ war die Feier auf dem Festplatz beendigt und marschierten die Vereine darauf nach dem Vereinslokal, wo noch ein Kränzchen die Turner vereinigte.

Hönow. (O.-B.) Eine Hexengeschichte aus dem Jahre 1670. Nach einer alten Chronik fuhr, wie Geheimrat Friedel mitteilt, anno 1670 ein Bauer aus Hönow, oder wie man damals schrieb: Hönau, mit einer Ladung Gerste gegen Mittag aus Berlin. Vor der Stadt blieben die Pferde auf der Brücke stehen und waren weder mit Worten noch mit der Peitsche von der Stelle zu bewegen. Plötzlich sah der Bauer auf seinem Wagen ein häßliches altes Weib sitzen; das sagte: „Warum siehst du dich so lange um? Fahre fort, denn ich bin müde und bin dir lange nachgeeilt.“ Der Bauer antwortete: „Soll ich dich auch noch mitnehmen? Du siehst doch, daß die Pferde schon so nicht fort wollen!“ Das Weib entgegnete: „Gib mir die Peitsche, ich will sie schon fortbringen.“ Der Bauer wollte aber ohne die Hexe weiterfahren und begann zu singen: „Eine feste Burg ist unser Gott“, um sie zu vertreiben. Sie aber lästerte Gott und Jesum Christum, wollte auch ihn dazu verleiten und bot ihm einen ganzen Scheffel voll Geld. Da sagte der Bauer: „Willst du fahren, so fahre mit in Jesu Namen.“ Das konnte die Hexe nicht ertragen; sie verschwand, und der Bauer konnte nun seinen Weg fortsetzen.


Mittwoch, den 16. September 1908 (Nr. 111), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Im Monat August 1908 sind ... nachfolgende Jagdscheine erteilt worden.
Nr. 343 ab 17.8. Hase, Wilhelm; Gastwirt; Ahrensfelde
Nr. 461 ab 26.8. Ebel, August; Bauerngutsbesitzer; Blumberg


Mittwoch, den 16. September 1908 (Nr. 111, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) 186 Beerdigungen fanden in den ersten zehn Wochen auf dem Berliner Zentralfriedhof hierselbst statt. Es wurden von der Samaritergemeinde 21 Erwachsene, 4 große und 74 kleine Kinder, zusammen 99 Leichen, von der Lazarusgemeinde 13 Erwachsene, 3 große Kinder und 71 kleine Kinder, zusammen 87 Leichen beerdigt. Die Höchstzahl der Beerdigungen an einem Tage betrug acht. An drei Tagen fanden keine Beerdigungen statt. Fast alle Tage war ein Geistlicher, abwechselnd von „Samariter“ und „Lazarus“ zur Einsegnung der Leichen anwesend.

Ahrensfelde. (O.-B.) Ein großer Drahtdiebstahl wurde auf dem Berliner Zentralfriedhof hierselbst ausgeführt, indem drei Rollen verzinktes Drahtgeflecht (jede Rolle 25 m Länge, 2 m Höhe, 60 kg Gewicht) und 400 m verzinkter Draht, zu einem Ringe von 75 cm Durchmesser und 28 kg Gewicht vereinigt, entwendet wurden. Der Wert beträgt für das Geflecht 84 M. und für den Draht 12 M. Der Schaden trifft die Firma Carl Lerm & Gebr. Ludewig in Tempelhof-Berlin, welche den Zaun aufstellt. Die zuständigen Polizeiorgane sind von dem Diebstahl benachrichtigt worden und wird nach den Dieben eifrig gefahndet.


Mittwoch, den 23. September 1908 (Nr. 114, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. (O.-B.) In besonderer Weise feierte der hiesige Krieger- und Landwehr-Verein am Sonntag den Geburtstag der Kronprinzessin. Die Kameraden versammelten sich um 3 Uhr nachmittags und marschierten unter Vorantritt der Trompeter der 5. Eskadron der Ziethen-Husaren, welche gerade hier im Quartier waren, nach dem Schießstand. Kamerad Lehrer Grohmann wies auf die Bedeutung des Tages, den Geburtstag der Kronprinzessin, die die dazu berufen ist, dereinst die Kaiserin des Deutschen Reiches zu werden, hin. Mit einem Hoch auf den Kaiser und die Kronprinzessin schloß er seine Ausführungen. Zur Erinnerung an die schöne Feier, welche Zeugnis von echter Kameradschaft ablegte, wurden einige photographische Aufnahmen gemacht.


Mittwoch, den 7. Oktober 1908 (Nr. 120, Beilage), Kreis-Nachrichten

Blumberg. Das Spielen mit einem Tesching hat am Sonntag vormittag in der Bahnhofstraße einen schweren Unfall herbeigeführt. Der soeben konfirmierte 14jährige Knabe Fritz Adler legte die geladene Schußwaffe auf einen Stein. Als der 12jährige Sohn Otto des Bahnhofsvorstehers Sill hinzukam, nahm dieser den Tesching an sich und zielte in scherzhafter Weise auf Adler. Er kam hierbei dem Abzug zu nahe, die Waffe entlud sich und die Kugel bohrte sich tief in die Brust des 14jährigen Knaben, der zunächst einem Werneuchener Arzt, und später, da dieser die Kugel nicht zu entfernen vermochte, einem Berliner Krankenhaus zugeführt werden mußte. Die Verletzung ist eine schwere, da auch die Lunge getroffen worden ist.


Sonntag, den 25. Oktober 1908 (Nr. 128), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Goldene Brosche gefunden zwischen Birkholz und der Bernauerstraße.
Amts-Vorsteher in Blumberg.


Mittwoch, den 4. November 1908 (Nr. 132, Beilage), Kreis-Nachrichten

Weißensee. (O.-B.) Als Prachtstraße soll die Lichtenbergerstraße bei der Gleisverlegung der Neuen Straßenbahn Weißensee-Lichtenberg ausgebaut werden. Die Mittel zur Regulierung hat bereits der Kreis bewilligt.


Mittwoch, den 11. November 1908 (Nr. 135), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Silberne Zylinderuhr in der Nähe des hiesigen Forsthauses gefunden.
Blumberg, den 7. November 1908.
Der Amts-Vorsteher.


Freitag, den 13. November 1908 (Nr. 136, Beilage), Kreis-Nachrichten

Ahrensfelde. Der Bahnhof Ahrensfelde (Friedhof), an der Strecke Berlin-Schles. Bahnhof (Wriezener Bahnsteig)-Werneuchen gelegen, wird am nächsten Montag, den 16. d. Mts., zunächst in provisorischer Ausführung, für den Personen und Leichenverkehr eröffnet werden. Die Leichenbeförderung erstreckt sich ausschließlich auf den Ahrensfelder Friedhof. Auf dem neuen Bahnhof werden zum Einsteigen halten: von Berlin die Züge 685 (Nachzug), 687, 689 und 689 (Nachzug), von Werneuchen die Züge 690 (Vorzug), 690, 692 und 694.


Freitag, den 4. Dezember 1908 (Nr. 145, Beilage), Kreis-Nachrichten

Blumberg. Die diesmalige Verpachtung der ca. 5200 Morgen großen Gemeindejagd hat ein Höchstgebot von 5800 M., welches die Kommerzienräte Simon und Man[n]heimer aus Berlin abgaben, gezeitigt. Bei der letzten Verpachtung wurden nur 3000 M. erzielt.


Sonntag, den 20. Dezember 1908 (Nr. 152), Amtlicher Teil, gekürzt [1]

Personal-Chronik
Bestätigt: ...; der Arbeiter Paul Lehmphul in Biesdorf als Nachtwächter, Gemeindediener und Vollziehungsbeamter ebendaselbst.


Sonntag, den 20. Dezember 1908 (Nr. 152, 1. Beilage), Kreis-Nachrichten

Hönow. Bei der Donnerstag hierselbst abgehaltenen Amtsjagd wurden 284 Hasen, 6 Rehe und 1 Kaninchen geschossen.


Mittwoch, den 23. Dezember 1908 (Nr. 153), Amtlicher Teil [1]

Personal-Chronik.
Bestätigt: ...; der Arbeiter Ferdinand Matthes in Lindenberg als Nachtwächter, Gemeindediener und Vollziehungsbeamter ebendaselbst.


Freitag, den 25. Dezember 1908 (Nr. 154), Anzeigen

Nachruf.
Am 23. Dezember, früh ½4 Uhr starb infolge eines Schlaganfalles der 1. Vorsitzende des landwirtschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend, Herr Administrator Carl Peters.
Fast 25 Jahre hat der Verstorbene in seltener Pflichttreue und hingebender Liebe den Verein geleitet. In dem Bestreben, ihn und die Landwirtschaft nach besten Kräften zu heben, kannte er keine Arbeitsmüdigkeit. Durchdrungen von echt patriotischem Geiste und kernig deutscher Gesinnung, war er streng gegen sich selbst, doch freundlich gegen jeden und allezeit gern mit Rat und Tat zur Hilfe bereit. Sein Andenken wird im Verein dauernd erhalten bleiben. Er ruhe sanft!
Im Namen des landwirtschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend:
W. Grün, II. Vorsitzender.


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