Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1924 (71. Jahrgang),
gefunden im Geheimen Staatsarchiv (Berlin-Dahlem)

[2] Ergänzung anhand der im „Zentrum für Berlin-Studien“ der Zentral- und Landesbibliothek Berlin
auf Mikrofilm vorliegenden Ausgabe (Juli 2017).



Dienstag, den 1. Januar 1924 (Nr. 1), Aus dem Kreise Nieder-Barnim und Groß-Berlin

Niederbarnimer Kreisblatt / Bernauer Zeitung und Märkische Rundschau
Preis pro Woche: ...
bei Abholung: 70 Goldpfennig / bei Zustellung: 75 Goldpfennig / Einzelpreis: 15 Goldpfennig
Seit 1923 extra Beilage: „Aus dem Kreise Niederbarnim“
Amtlicher Dollarkurs am 1. Januar: 4,2 Billionen


Dienstag, den 8. Januar 1924 (Nr. 6), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 10. Januar 1924 nachmittags 5 Uhr im „Schwarzen Adler“ hierselbst eine Vereinssitzung ab. ...


Freitag, den 11. Januar 1924 (Nr. 9), Aus dem Kreise Niederbarnim / Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung.
Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Zum Schutze gegen die Tollwut wird ... folgendes bestimmt: § 1. In den Ortschaften Krummensee, Seefeld, Löhme, Blumberg, Mehrow, Seeberg und Altlandsberg einschließlich ihrer Gemarkungen sind sämtliche Hunde ... festzulegen (anzuketten oder einzusperren). ...
Berlin, den 8. Januar 1924.
Der Landrat des Kreises Niederbarnim. [2]


Sonntag, den 13. Januar 1924 (Nr. 11), Anzeigen

Ferkel 8 Wo alt, und Läuferschweine verkauft Eckelt. Lindenberg.
Telef. Weißensee 3295.


Mittwoch, den 16. Januar 1924 (Nr. 13), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Bekanntmachung.
Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche wird hierdurch ... folgendes bestimmt:
Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche auf dem Rittergut Blumberg wird aus dem Rittergut Blumberg ein Sperrbezirk gebildet. ...
Berlin, den 12. Januar 1924.
Landrat des Kreises Niederbarnim. [2]


Mittwoch, den 16. Januar 1924 (Nr. 13), Vermischtes / Sport, gekürzt

Der Anschluß des Bernauer Telefonnetzes an Berlin macht sich in Handel und Wandel als ein immer drängenderes Erfordernis bemerkbar. ... Sollte der Plan zur Verwirklichung kommen, so ist ein bedeutender Schritt in der Entwicklung unseres Gemeinwesens getan. [2]

Automobilrennen auf dem Wannsee. Zu dem vom Gau I (Brandenburg) des A.D.A.C. vorgesehenen Eisrennens für Automobile auf dem Wannsee sind bereits zahlreiche Meldungen eingelaufen. ... [2]


Donnerstag, den 17. Januar 1924 (Nr. 14), Aus dem Kreise Niederbarnim

Personalnachweisungen.
Bestätigt: der Müllergeselle Friedrich Graß in Lindenberg als Amtsgehilfe und zugleich als 2. Gemeindediener und Nachtwächter der Gemeinde Lindenberg.[2]


Sonntag, den 20. Januar 1924 (Nr. 17), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Von seinem eigenen Gespann überfahren wurde hier am Donnerstag vormittag der Landwirt Wilhelm, als er Holz mit seinem Fuhrwerk aus der Heide holen wollte.


Dienstag, den 16. Januar 1924 (Nr. 18), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Frei werdende Anstalten in der Provinz Brandenburg.
Infolge der Verkleinerung der Provinz Brandenburg durch die Ausgemeindung ihrer Vorortkreise nach Groß-Berlin ist der Brandenburgische Provinzialverband gezwungen, seine für eine Bevölkerung von fast 4 Millionen berechneten, musterhaft angelegten Anstalten „abzubauen“. Insbesondere sieht sich jetzt die Provinz gezwungen, die Brandenburgische Idiotenanstalt in Lübben und die Landesirrenanstalt in Teupitz zu schließen, um Betriebskosten zu sparen. ... [2]


Sonnabend, den 26. Januar 1924 (Nr. 22), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Eine Hochzeit mit Hindernissen fand dieser Tage hier statt. Zur festgesetzten Eheschließung war das auswärtige Aufgebot noch nicht eingetroffen, desto prompter war aber die Hochzeitsgesellschaft da. Da nun der Braten auch auf dem Tisch stand, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, Telegramme losgelassen usw. In später Stunde abends nach 6 Uhr fand dann die standesamtliche Eheschließung statt, noch später die Trauung. Der verspätete Hochzeitsschmauß soll trotzdem geschmeckt haben.


Dienstag, den 29. Januar 1924 (Nr. 24), Anzeigen

Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief am 25. des Mts. nach kurzer Krankheit zu Bernau meine innig geliebte Frau, die treusorgende Mutter meiner Kinder, Gertrud Kunze geb. Gohla im Alter von 34 Jahren.
Mehrow b. Ahrensfelde, den 26.1.24.
Im Namen der Trauernden Theodor Kunze, Förster.
Die Beerdigung findet am 29. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt. [2]


Dienstag, den 29. Januar 1924 (Nr. 24), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Ein Kellerbrand entstand in den frühen Morgenstunden in der Berliner Allee (Verlag des Niederbarnimer Anzeigers). Die sofort herbeigerufene Feuerwehr und einige zur Arbeit gehende Einwohner löschten den Brand in kurzer Zeit.


Donnerstag, den 31. Januar 1924 (Nr. 26), Aus dem Kreise Niederbarnim

Lindenberg. Zwei ungetreue Dienstboten, der Kutscher Otto B. und das Dienstmädchen Margarete A., entwendeten ihrer Dienstherrschaft in deren Abwesenheit am 26. Januar ein Herrenfahrrad und verschiedene andere Gegenstände. Die A., die von B. wohl als Mitfahrer auf dem Rade mit­genommen worden ist, besorgte zur allgemeinen Magenstärkung noch eine Speckseite von 12 Pfund und eine Bratwurst von 1½ Pfund. Hoffentlich wird man des Diebespaares bald habhaft werden, damit sie sich dann hinter „schwedischen Gardinen“ über Zunahme ihrer körperlichen Fülle infolge Vertilgen des Specks und der Wurst freuen können.


Donnerstag, den 7. Februar 1924 (Nr. 32), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Ein schrecklicher Anblick bot sich am letzten Montag früh denjenigen hiesigen Einwohnern, die nach Berlin fuhren. Hinter Kaulsdorf warf sich dicht am Friedhof ein Lebensmüder auf die Schienen und ließ sich vom Vorortzug so unglücklich überfahren, daß, als der Zug vollständig über ihn hinweggefahren war, der Körper buchstäblich in zwei Teile gerädert war. Die Personalien wurden von der nächsten Blockstation festgestellt.


Freitag, den 8. Februar 1924 (Nr. 33), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Unsere Heide reizt nicht nur Schönheitsbedürftige, die unseren Wald bewundern wollen, sondern auch Leute, denen das Holz so lieb und wert ist, daß sie es ohne Berechtigung in mehr oder weniger großen Posten mitnehmen müssen. So gelang es unserer rührigen Polizei mit den beiden Landjägern drei Leutchen festzustellen und ihnen soviel Holz abzunehmen, daß unsere Volksküche für die nächste Zeit ausreichend mit Brennstoff versorgt ist. Das Nachspiel dürfte für das Kleeblatt recht bitter sein.


Dienstag, den 12. Februar 1924 (Nr. 36), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Schadenfeuer brach Sonnabend früh bei dem Landwirt Fritz Jürgen, Klosterstraße, in der letzten Morgenstunde aus. Der Brand konnte nach kurzer Zeit gelöscht werden.

Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 14. Februar 1924 nachmittags 5 Uhr, im „Schwarzen Adler“ hierselbst eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: ... 6. Wird durch Auseinanderwerfen der Maulwurfshügel das Wachstum der Gräser infolge der Bodendurchlüftung hervorgerufen, oder ist es ratsam, den Maulwurf zu vertilgen? Welches ist das geeignetste Mittel hierzu? Ref. Herr Herm. Hammann, ...


Dienstag, den 19. Februar 1924 (Nr. 42), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Ein durchgehendes Krummenseer Gespann hätte in den späten Nachmittags­stunden des Freitag leicht größeres Unglück anrichten können. Durch ein nachfolgendes Fuhrwerk scheute der vorgespannte Schimmel und raste mit den zwei Insassen, die beide machtlos waren, die Berliner Straße entlang, alles vor ihm her flüchtend, und landete wenige Zentimeter vor der Schaufensterscheibe des Tischlermeisters Schmidt. Mit ganz geringem Schaden kam der Besitzer, Wagen und das Pferd davon.

Lindenberg. Eine recht amüsante Ueberraschung, die alle Lachmuskeln in Bewegung gebracht haben dürfte, wurde dem hiesigen Gesangsverein in der Uebungsstunde am vergangenen Donnerstag im Vereinslokal beschert. Beim eifrigen Gesang wird plötzlich die Tür des Uebungs­zimmers geöffnet und siehe da, stolz wie ein Spanier erscheint der Vorsitzende des Vereins, mit Holzpantoffeln angetan auf einem Pferde und reitet zu seinen Mitgliedern und Sangesbrüdern heran, um einen schönen guten Abend zu wünschen und den Gesang ausnahmsweise an diesem Abend aus höherer Position mitanzuhören.
Der fröhliche Vergnügungsritt im Vereinszimmer sollte aber für den Besitzer des Pferdes, einem Händler aus Berlin-Weißensee, noch einen üblen Abschluß nehmen. Das Pferd, das nachher noch zirka 2 Stunden im Zimmer blieb, wurde dann wieder aus der Stube herausgeschafft und an den Wagen gespannt, da der Besitzer nach Hause zu fahren beabsichtigte. Nach dem Anspannen begab sich der Besitzer, der sich bereits in sehr animierter Stimmung befand, nochmals in das Lokal und ließ sein Fuhrwerk unbeaufsichtigt stehen. Das Pferd, dem die nächtliche Kälte gegenüber der Zimmerwärme wohl kalte Füße verschafft hatte, machte sich ohne seinen Herrn auf den Weg und lief im schlanken Trabe davon. Der Besitzer machte sich nun auf eigene Füße, denen aber keine gute Standfestigkeit mehr zu eigen war, zur Wiedererlangung seines verlorenen Gespannes auf. Ob er es wiedergefunden hat?


Donnerstag, den 21. Februar 1924 (Nr. 21), Aus dem Kreise Niederbarnim

Hönow. Sämtliche Hühner gestohlen und im Stalle abgeschlachtet wurden in einer der letzten Nächte dem Landwirt Richard Döberitz hierselbst. Der von den Dieben ebenfalls mitgenommene Hofhund kam am nächsten Tage zurück. [2]


Sonntag, den 24. Februar 1924 (Nr. 47), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Langfinger treiben seit einiger Zeit wieder in unserer Stadt ihr Unwesen. Sie haben in einem Falle vor einiger Zeit beim Ausräumen einer Bodenkammer die ganze Wäsche mitgenommen und bei der anderen Gelegenheit den Kohlenvorrat im Keller so erheblich erleichtert, daß fast der ganze Heizvorrat sich „verflüchtigt“ hatte. Also müssen wir, wie es die Berliner seit Jahr und Tag gewohnt sind, auch mehr auf gut verschlossene Böden und Keller achten.

Alt-Landsberg. Einbrüche auf dem Eise kommen trotz aller Mahnungen zur Vorsicht immer wieder vor. So brach hinter dem Schützenhaus auf den überschwemmten Amtswiesen vor einigen Tagen der Schulknabe K. bis an den Hals ein und konnte nur mit großer Mühe von den hinzukommenden Neugierigen aus dem unfreiwilligen Bade herauskommen und mit triefenden Kleidern nach Hause pilgern. Deshalb sollten die Eltern ihre Kinder zur Vorsicht ermahnen!


Dienstag, den 26. Februar 1924 (Nr. 48), Aus dem Kreise Niederbarnim

[Lindenberg am 26.2.24 erstmals unter „Amtsbezirk Lindenberg“, bisher „Amtsbezirk Malchow“]

Lindenberg. Schwer verunglückt ist am Freitag letzter Woche ein Pferd, das der Mühlenbesitzer Pach erst kürzlich erworben hatte. Beim Anspannen des Tieres schlug dieses gegen den hinterstehenden Wagen aus und lief, nun noch mehr erschreckt und aufgeregt, direkt auf die im Betrieb befindliche Mühle zu. Der Wagen wurde von den Flügeln der Mühle ergriffen, zwei Rungen vom Wagen abgerissen, desgleichen brachen zwei Flügel der Mühle ab. Splitter der Windmühlen­flügel, die tief in das Fleisch des Tieres eindrangen, verursachten diesem derartige Schmerzen, daß es, ehe noch der anspannende Kutscher recht zur Besinnung gekommen war, im rasenden Tempo gegen Malchow zulief. Kurz hinter Malchow verwickelte sich das Pferd dann in seinem Geschirr und stürzte. Von hier aus mußte es zur Operation in die tierärztliche Hochschule nach Berlin gebracht werden. [2]


Mittwoch, den 27. Februar 1924 (Nr. 49), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Die Generalversammlung des hiesigen Vaterländischen Frauenvereins fand am Donnerstag nachmittags im Schützenhause statt und war sehr zahlreich besucht; es waren 260 Mitglieder anwesend. ... Gesangsvorträge wurden geboten von Fräulein Palm, Frau Dr. Mohr und Fräulein Köppen. Alle Damen boten ihr bestes, die mit tiefer Empfindung vorgetragenen Lieder erhöhten die festliche Stimmung in ganz besonderer Weise. Den Schluß machte ein heiteres Stück „3 Tanten auf einmal“, bei welchem sich 4 junge Damen in den Dienst der Sache gestellt hatten und sehr reichlichen Beifall fanden.


Donnerstag, den 28. Februar 1924 (Nr. 50), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Eine Zigeunerbande, welche unsere Stadt durchzog, beging in Wesendahl einen Hühnerdiebstahl. Unsere Polizei wurde benachrichtigt und eine gründliche Durchsuchung der Wagen brachte die gestohlenen Hühner zutage. Die Spitzbuben wurden hierauf dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis überliefert.


Freitag, den 29. Februar 1924 (Nr. 51), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Alt-Landsberg. Als Preis für den elektrischen Lichtstrom wird vom 1. März 1924 ab vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung 0,35 Goldmark für 1 Kilowattstunde erhoben. ... Auswärtige Abnehmer haben einen Zuschlag von 20% zu zahlen. ... [2]

Lindenberg. Die Freiwillige Feuerwehr feierte am Sonnabend voriger Woche im Lokal von Reiche ihr 11 jähriges Bestehen. Den ergangenen Einladungen war zahlreich entsprochen worden. Nach einer einleitenden Musik und einem gut gesprochenen Prolog durch Frl. K. Bader erfolgte die Begrüßung der Gäste durch den 1. Brandmeister Herrn T. Gathow im rechten kameradschaftlichen, der Feuerwehr entsprechenden Sinne. Die dann von den Kameraden der Wehr dargestellten lebenden Bilder, die darauffolgenden humoristischen Vorträge durch den Kameraden Haase ernteten gebührenden Beifall. Das Theaterstück „Papas Sommerreise“, von den Mitwirkenden mit viel Talent gespielt, dürfte den Gästen, nach dem Beifall zu urteilen, gute Unterhaltung geboten haben. Darauf hielt der Tanz alles noch in fröhlicher Stimmung lange beisammen. Alles in allem, ein wohlgelungenes Fest, auf das alle Teilnehmer in rechter Freude zurückblicken können. Die Musik der Bucher Feuerwehrkapelle entsprach allerdings diesmal nicht ganz, im Konzert und auch in der Tanzmusik, den Erwartungen. Hoffen wir deshalb, daß sie beim nächsten Feuerwehrfest diese kleine Scharte wieder auswetzt.


Freitag, den 29. Februar 1924 (Nr. 51), Anzeigen, gekürzt

Unsere Autolinien. ...
Um ... voll auf der Höhe der modernen Zeit zu sein, haben wir unser Verbreitungsgebiet mit einem Kraftwagennetz überzogen, das es uns ermöglicht, unsern Lesen ihr Blatt - auch in den dem Verlagsort Oranienburg weit entfernten Gemeinden - noch am Nachmittag des Escheinungstages und damit im Durchschnitt 18 Stunden früher als bisher zu liefern.
Nachfolgend eine Zusammenstellung der einzelnen Ortschaften in der Reihenfolge, wie sie von unseren Kraftwagen berührt werden:
  1. Nordring
    ... Liebenwalde ...
  2. Mittelring
    ... Bernau ...
  3. Südring
    Börnicke, Willmersdorf, Weesow, Werneuchen, Seefeld, Löhme, Krummensee, Alt-Landsberg, Seeberg, Hönow, Mehrow, Ahrensfelde, Falkenberg, Wartenberg, Malchow, Lindenberg, Schwanebeck, Birkholz, Blumberg.
In diesen Orten - mit Oranienburg 58 an der Zahl - wird unsere Zeitung täglich nachmittags unmittelbar nach dem Druck den Lesern zugestellt. Und das für nur 1,50 Mark im Monat März! [2]


Sonnabend, den 1. März 1924 (Nr. 52), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Die hiesige Schule beging, nachdem in unserm sonst so stillen Orte am 19. Januar d. Js. durch den neugegründeten Landwehrverein eine würdig und stimmungsvoll verlaufene Reichs­gründungsfeier stattgefunden hatte, am letzten Sonnabend von 7 Uhr ab einen Elternabend. Da die Mehrower Schulfeste schon von früher her einen guten Klang haben, so war nicht nur die Bewohnerschaft des Ortes vollzählig zur Stelle, sondern auch viele auswärtige Gäste ehrten die Schule durch ihren Besuch. Der Meißnersche Saal konnte die Menge der Erwachsenen nicht fassen, sodaß viele mit dem Nebenraum zufrieden sein mußten. In seiner kernigen, zu Herzen gehenden Festrede zeigte Lehrer Weier die Notwendigkeit des Zusammenarbeitens von Schule und Elternhaus zum Segen für die Jugend. Auf die allgemeine politische und wirtschaftliche Not des deutschen Volkes hinweisend, sagte der Redner, daß Deutschlands Jugend das einzige Mittel sei, um in der Zukunft aus dieser Not herauszukommen, und deshalb bat er die Eltern eindringlich, Schulter an Schulter mit der Schule für eine christliche und nationale Erziehung der Jugend zu sorgen. Die ernste Stimmung im Saal und der brausende Beifall am Schluß der Rede zeigten, daß die Worte richtig verstanden waren.
In der Festfolge wechselten im ersten Teil zeitgemäße Gedichte und Gesänge miteinander ab. Dann gingen die beiden Einakter „Wir sind Deutschlands Jugend“ und „Der Trommeljunge von Dennewitz“ über die Bühne. Der Glanzpunkt des Festes war ein lebendes Bild, die Germania als Sieges- und Friedensgöttin darstellend. Die Vorträge, wie auch die Vorführungen waren glücklich gewählt und fesselten durch ihre meisterhafte Ausführung bis zur letzten Minute. Alle Festteilnehmer waren von dem Gehörten und Gesehenen voll befriedigt, und oft hörte man die Bemerkung: warum wird das nicht überall so gemacht!


Sonntag, den 2. März 1924 (Nr. 53), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. In das Handelsregister eingetragen wurde die Firma Otto Hörnicke, Seefeld, deren Inhaber der Händler Otto Hörnicke in Seefeld ist, welcher Produktenhandel betreibt. [2]


Dienstag, den 4. März 1924 (Nr. 54), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Unser Männer-Turnverein 1860 (E.V.) beginnt voraussichtlich am Mittwoch, den 5. März, abends 8 Uhr, im Vereinslokal „Schützenhaus“ mit seinen regelmäßigen Turnabenden ...

Alt-Landsberg. Die Diebstähle im hiesigen Stadtwalde haben jetzt einen Umfang angenommen, wie er bisher noch nicht dagewesen ist. Besonders günstig für die Langfinger ist der Umstand, daß z. Zt. die Abgabe des Haushaltsbrennholzes erfolgt und somit geschlagenes Holz in größeren Mengen vorhanden ist.
Nicht wenig enttäuscht sind daher die Empfänger, die, nachdem sie ihre Holznummer eingelöst haben und ihr Holz aus dem Walde entnehmen wollen, feststellen müssen, daß ihnen die Arbeit des Abfahrens schon erleichtert oder sogar ganz abgenommen worden ist. Die Forstbeamten und Waldläufer, welche den Wald zu allen Tageszeiten durchstreifen, sind kaum in der Lage, diesem Treiben ein Ende zu bereiten, da die Größe des Reviers nicht alle Stellen gleichzeitig übersehen läßt. Hoffentlich gelingt es aber, die vielen unberechtigten Holzentnehmer unschädlich zu machen.


Dienstag, den 4. März 1924 (Nr. 54), Aus dem Kreise Niederbarnim

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Kreise erloschen ist, hebe ich meine viehseuchen­polizeiliche Anordnung vom 8. Oktober v. Js. - Tgb. Nr. I 10/2156 - auf.
Berlin, den 29. Februar 1924.
Der Landrat.


Mittwoch, den 5. März 1924 (Nr. 55), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Die hiesige Ortsgruppe des Gewerbebundes Brandenburg hält nächsten Freitag abend im Saale des Herrn Lindenberg eine Versammlung ab, in welcher der Syndikus des Bundes, Herr Zimmermann, einen Vortrag über „Aktuelle Steuerfragen“ halten wird.

Ahrensfelde. Der hiesige Turnverein feierte kürzlich sein diesjähriges Wintervergnügen in einer recht würdigen und deutschen Weise. Es war eine Veranstaltung, die in sich abgeschlossenen Festfolge und Vorführung, wie sie bisher nach einhelligem Urteil im Orte und der Umgebung nicht dargeboten wurde. Die turnerischen Vorführungen der jugendlichen Turner unter Herrn Willi Jauert, der reizende Reigen der kleinen Turnerinnen unter Frl. Grete Kahlow zeigten, was in der Ahrensfelder Jugend nunmehr steckt. Als durchaus künstlerisch und geradezu erhebend waren die von Herrn Lehrer M. zusammengestellten lebenden Bilder mit Gedicht- und Gesangbegleitung zu bezeichnen. Es sprudelte aus den lebenden Bildern „Brüder reicht die Hand zum Bunde“ und „Barbarossas Gefangenschaft und Befreiung durch Siegfried und Gudrun“ eine Sprache, die jeder verstand und anerkannte. In der bekannten und bewährten volkstümlichen Art und Weise begrüßte in herziger Weise der Vorsitzende Oberst d. R. a. D. Marquard die überaus zahlreich erschienenen Gäste und hatte zum Grundton seiner wiederum markigen und anziehenden, ehrlichen Rede den Gedanken: „Brüder reicht die Hand zum Bunde und alle deutschen Brüder werden frei!“. Brausender Beifall zeigte, daß sowohl Rede wie Darbietungen was „Rechtens und was uns not tut“ waren. Hoffentlich findet der Abend in seinen Darbietungen, die dem Wohle des Vaterlandes und des gesamten deutschen Volkes dienen, Nachahmer.

Ahrensfelde. Mitglieder von der Zunft der Langfinger statteten in der Nacht vom 28. zum 29. Februar unserm Orte einen Besuch ab, wobei sie durch die Aufmerksamkeit der Ortswache nicht ganz auf ihre Rechnung kamen. Der Wächter Döberitz bemerkte nämlich, wie um 2 Uhr nachts 3 unheimliche Gesellen den Ort passierten. Ihre Spur verlor sich am Schulgrundstück. Nachdem D. seine beiden Kameraden von der freiwilligen Ortswache „herausgepfiffen“ hatte, wurde das Schulgehöft abgesucht und man überraschte zwei der Einbrecher im Keller des Herrn Hauptlehrers Lehmann beim Abschlachten der Hühner. Drei derselben waren bereits geköpft und wenige Minuten später wäre der ganze Hühnerbestand erledigt gewesen. Daß man es mit Spezialisten auf diesem Gebiet zu tun hatte, zeigten die Innenwände der Rucksäcke, die schon Blutspuren und Federnreste aus früheren Transporten aufwiesen. Schade nur, daß der dritte Genosse, der sicherlich Schmiere gestanden hat, entkommen ist. Die beiden Gefaßten werden sicherlich noch oft an den unsanften Empfang vor dem Keller im Schulhause zurückdenken. Zur weiteren Versorgung ohne Hühnerbrühe hat man die beiden „Unschuldigen“ dem Gerichtsgefängnis in Weißensee übergeben.


Mittwoch, den 5. März 1924 (Nr. 55), Anzeigen

Rheinisch-Westfäl. Hengst
Fuchs, angekört, mit Abstammungspapieren deckt fremde Stuten.
Deckzeit: 12-2 Uhr mittags. Deckgeld: 20 M. G. Grün, Gutsbesitzer,
Blumberg, Bez. Potsdam. Telefon Bernau 195. [2]


Donnerstag, den 6. März 1924 (Nr. 56), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt [2]

Bekanntmachung.
Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
... Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Alt-Landsberg wird aus der Bernauer Straße in Alt-Landsberg ein Sperrbezirk gebildet. ...
Berlin, den 4. März 1924.
Der Landrat des Kreises Niederbarnim. [2]

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche auf dem Rittergut Blumberg erloschen ist, hebe ich meine viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 4. Januar d. Js. ... auf.
Berlin, den 4. März 1924.
Der Landrat des Kreises Niederbarnim. [2]


Donnerstag, den 6. März 1924 (Nr. 56), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Beim Holzfällen verunglückt ist am Sonnabend, den 1. März der Arbeiter Paul Schlutt aus der Klosterstraße in der Stadtforst dadurch, daß ein schwerer Ast ihm auf das rechte Knie fiel. Er wurde sofort von der Arbeit in seine Wohnung transportiert, wo ein Kniegelenkerguß festgestellt wurde.

Alt-Landsberg. Der Radfahrerverein „Normannia“ veranstaltete im Schützenhause hierselbst am Sonnabend ein Bockbierfest. Der mit Wacholder geschmückte Saal wies zwei Lauben auf, in denen Bockwürste und Getränke verabfolgt wurden. Höchst amüsant wirkte ein Langohrgespann, welches durch den Saal kutschierte. Etwa um die Mitternachtsstunde bot sich noch dadurch eine Überraschung, daß aus dem benachbarten „Hotel Friedrichslust“, woselbst der Männergesangs­verein einen Maskenball feierte, kostümiert ein Bärenführer mit seinem zottigen Begleiter eintraf. Durch einige nette Vorträge wurde für gute Unterhaltung gesorgt.

Alt-Landsberg. Recht durstige Gemüter hat der lange Winter und die herrschende Grippe herangebildet. Die üblichen Folgen machten sich in der Nacht vom 2. zum 3. d. Mts. wiederholt bemerkbar und störten manchen Einwohner im friedlichen Schlaf. Den Nachtwachtbeamten erst konnte es gelingen, die Ruhe wieder herzustellen. Leider sind im „Café zur Stadt Alt-Landsberg“ auch Sachbeschädigungen im Verlaufe friedlicher Unterhaltungen entstanden.


Donnerstag, den 6. März 1924 (Nr. 56), Anzeigen

Bekanntmachung.
Unter dem Klauenviehbestande des Landwirts Karl Lindenberg zu Hönow ist die Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden.
Neuenhagen (Ostbahn), den 4. März 1924.
Der Amtsvorsteher. Köseling. [2]


Freitag, den 7. März 1924 (Nr. 57), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Bekanntmachung.
Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche wird hierdurch auf Grund der §§ ... folgendes bestimmt: Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Ahrensfelde wird aus der Gemeinde Ahrensfelde ein Sperrbezirk gebildet. Im Bereich dieses Sperrbezirkes gelten die in §§ 162 und 164 der Viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 1. Mai 1912 aufgeführten Schutzmaßregeln.
Zuwiderhandlungen gegen die angeordneten Schutzmaßregeln unterliegen den Strafvorschriften der §§ 74-76 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909.
Berlin, den 4. März 1924.
Der Landrat des Kreises Niederbarnim, Schlemminger.


Freitag, den 7. März 1924 (Nr. 57), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Alt-Landsberg. Unser Ortsteil Amtsfreiheit gleicht bei dem jetzt eingetretenen Tauwetter einem geradezu undurchdringlichem Moraste. Da bisher jegliche feste Gehbahn fehlt, sinkt der Fuß desjenigen, der notwendigerweise seinen Weg über die Amtsfreiheit nehmen muß, bis fast an die Knöchel im weichen Boden ein. ...

Lindenberg. Ohnmächtig zusammengebrochen ist am Dienstag vormittag in der Wartenberger Straße der Chauffeur Otto Krüger aus Magdeburg. Nach längerem Bemühen gelang es, ihn wieder ins Bewußtsein zurückzurufen. Krüger, der vollständig ohne Geldmittel war und in seine Heimat zurückzukehren gedachte, konnte durch eine schnell veranstaltete Sammlung bei den Umstehenden ein kleiner Reisebetrag eingehändigt werden.


Sonnabend, den 8. März 1924 (Nr. 58), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Tagung des Kreiswirtschaftsverbandes Niederbarnim.
Donnerstag nachmittag um 2 Uhr hielt der Kreiswirtschaftsverband zu Berlin seine ordentliche Mitgliederversammlung ab, die den großen Saal bis auf den letzten Platz gefüllt hatte.
In Vertretung des erkrankten 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Schrader - Alt-Landsberg, eröffnete Herr Wendlandt - Lindenberg die Tagung ... Als Mitglieder in die Landwirtschaftskammer wurden daraufhin einstimmig gewählt die Herren Grün - Blumberg, Gatow [!] - Lindenberg und Heuser - Zehlendorf. ... Im Anschluß hieran stellte sich der eben gewählte Herr Gatow der Versammlung vor und entwickelte dabei sein Programm, das vor allem in der Sorge für den Ausbau der landwirtschaftlichen Lehranstalten für die männliche und weibliche Jugend besteht. ... [2]

Hönow. Der hiesige Landwehrverein hielt am Mittwoch im Kam. Scharnyschen Gasthof seine zahlreich besuchte Märzsitzung ab. Mit einem Gedenken an die letzten Toten vom Toten Mann und einer Mahnung aus der Kriegerzeitung zur Pflege des Preußengeistes wurde die Sitzung eingeleitet. ... [Danach] hielt der Vorsitzende Kam. Meyer seinen angekündigten Vortrag über Preußens Wiedergeburt 1806-1813. Nicht in der Wiedergabe mehr oder weniger bekannter geschichtlicher Tatsachen lag die Eigenart des Vortrages, sondern in der Art, die staatlichen und völkischen Geschehnisse und Ereignisse im Spiegel unserer Ortsgeschichte aufzufangen. Der Vortrag ward beifällig aufgenommen und der Wunsch geäußert, ähnliche Vorträge oder Vorlesungen aus unserer Ortsgeschichte zu halten. (Wir machen schon heute darauf aufmerksam, daß die nächste Nummer unserer Heimatbeilage entsprechendes Material über Hönow enthalten wird. D. Schriftltg.) [2]


Sonntag, den 9. März 1924 (Nr. 59)

Um die Sommerzeit bei den Alliierten.
London, 8. März.
Gestern ist die englisch-französisch-belgische Konferenz über eine gemeinsame Regelung der diesjährigen Einführung der Sommerzeit eröffnet worden. Nach dem französischen Gesetz vom 24. März 1923 müssen die Uhren am letzten Sonnabend im März, d. h. heuer am 29., um eine Stunde vorgestellt werden. Die belgische Regierung hat diese Regelung angenommen, während England ein späteres Datum wünscht. [2]


Sonntag, den 9. März 1924 (Nr. 59), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Der Naturmensch Gustav Nagel aus Arendsee i.d. Altmark hielt am 6. März im Saale des Gasthofes Unterlauf vor gut gefülltem Hause einen Vortrag. Nagel ist 1874 geboren und führt wie er sagt, seit nunmehr 30 Jahren ein naturgemäßes Leben. Er trägt nur die aller­notwendigste Kleidung, lebt von Obst, Früchten, Gemüse und Fett, vermeidet aber Fleisch, Alkohol und Nikotin. ...


Sonntag, den 9. März 1924 (Nr. 59), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. In das Handelsregister A des hiesigen Amtsgerichts eingetragen wurde unter Nr. 128 die Firma Johannes Palm, Alt-Landsberg, und als Inhaber Fuhrunternehmer und Produkten­händler Johannes Palm in Alt-Landsberg. Als nicht eingetragen wird bekannt gemacht, daß das Geschäft Produktenhandel betreibt. [2]


Mittwoch, den 12. März 1924 (Nr. 61), Anzeigen

Rheinisch-belgischer Hengst
Fuchs, angekört, mit Abstammungspapieren deckt fremde Stuten. Deckzeit: 12-2 Uhr mittags. Deckgeld: 20 M.
G. Grün, Gutsbesitzer, Blumberg, Bez. Potsdam. Telefon Bernau 195. [2]


Mittwoch, den 5. März 1924 (Nr. 61), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Für die Wiedereinführung der Sommerzeit. Der Architektenverein zu Berlin wendet sich an alle, denen Wirtschaft und Volkswohl am Herzen liegt, mit der Aufforderung: Schafft uns die Sommerzeit! ... Was sich im Kriege so gut bewährt hat und was alle anderen Länder inzwischen eingeführt haben, muß heute bei uns in der Zeit wirtschaftlichen Tiefstandes erst recht gehen. [2]


Mittwoch, den 12. März 1924 (Nr. 61), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Ahrensfelde. In der Form eines Volksliederabends beging nunmehr auch die hiesige Schule ihren seit langer Zeit vorgesehenen Familienabend am 8. März. Und das war einmal ein genußreicher Abend! Der große Dubicksche Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und mit „Stehplätzle“ bis in die nächsten Zimmer hinein mußten sich viele Gäste begnügen. Das Wort vom „stürmischen Beifall“ von Anfang bis Ende des Abends kann auch von diesem Ahrensfelder Abend wiederum ehrlich ausgesprochen werden. Es war ein Abend wie solche ganz Deutschland allewege zur sittlichen Erneuerung und Ertüchtigung gebraucht. Nachdem Herr Hauptlehrer Lehmann durch seine Schüler mit dem Gesang „Aus der Jugendzeit“ den Abend eröffnet hatte, begrüßte derselbe als Leiter der Schule die Gäste und sprach über „Das Volkslied“. Ja, mögen die Worte des Redners: „Das deutsche Volkslied muß das sogenannte Tingeltangellied, das leider auch aus deutschem Munde erklingt, verdrängen“, allseitig fruchtbaren Boden finden. ... Lasset uns sorgen, daß die schulentlassene Jugend nicht ihre eigenen Wege geht, sondern sich der Obhut und Pflege erfahrener, gutdenkender, ernster, deutscher Erzieher unterstellt. Auch Ihr, die ihr keine Kinder zur Dorfschule schickt, habt ein Herz und offene Beutel für diese Schule! Nebenbei bemerkt, es ist sehr erwünscht, wenn derartige Veranstaltungen nicht durch das Geräusch der im Nebenraum zechenden Gäste gestört werden.


Donnerstag, den 13. März 1924 (Nr. 62), Aus und für Oranienburg, gekürzt

Mit der Einführung der Sommerzeit beschäftigte sich das Preußische Staatsministerium in seiner Montagssitzung. Es wurde beschlossen, an das Reich mit dem Antrag heranzutreten, für das Sommerhalbjahr 1924 die Sommerzeit einzuführen. ... Hierbei sei bemerkt, daß Frankreich und Belgien, die bei den deutschen Kohlenlieferungen lange nicht solchen Grund zur Sparsamkeit mit Kohle haben, wie wir, die Sommerzeit bereits am 29. März einführen, während ihnen England am 12. April folgt. [2]


Donnerstag, den 13. März 1924 (Nr. 62), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (A.D.A.C.), Gruppe Berlin, veranstaltete am letzten Sonntag sein diesjähriges Anfahren, und zwar ging die Fahrt nach Buckow in der Märkischen Schweiz. Zahlreiche Gefährte und Motorräder kamen durch unsere Stadt. Man sah unter den Wagen alle führenden Marken; an Motorrädern waren neben bekannten Modellen auch eine bedeutende Anzahl neuerer, noch wenig bekannter Typen zu beobachten. Auf der Rückkehr wurde im hiesigen Schützenhause eine kurze Rast gemacht.

Lindenberg. Feueralarm brachte Dienstag morgen gegen 7½ Uhr die Einwohner in Aufregung. Die Windmühle des Mühlenbesitzers Pach stand in Flammen, und diese fanden bis zum Eintreffen der Feuerwehr genügend Nahrung in den in der Mühle befindlichen Mehl- und Kornvorräten. Das Feuer entstand durch unvorsichtiges Hantieren des Müllerlehrlings beim Anwärmen des in der Mühle befindlichen Motors mit der Lötlampe. Die hiesige Feuerwehr war ebensowenig wie die noch inzwischen von Weißensee, Malchow, Wartenberg und Blankenburg erschienenen Wehren in der Lage, noch irgend etwas zu retten, da die Bekämpfung des Brandes durch vollständigen Wassermangel fast unmöglich gemacht wurde. Die Mühle ist deshalb bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Gegen 11 Uhr konnten die auswärtigen Wehren wieder abrücken, da eine Gefahr für die umliegenden Gebäude nicht mehr bestand. Die Aufräumungsarbeiten, die von der hiesigen Wehr ausgeführt wurden, dauerten bis in den späten Nachmittag hinein, Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Lindenberg. Einen bedauerlichen Unglücksfall erlitt die 8jährige Schülerin Elli Koch auf dem Wege zur Schule. An der Ecke Dorf- und Schulstraße lief sie vor das Fahrrad der Frau Malermeister Koch und der rechte Fuß wurde ihr überfahren. Der sofort herbeigerufenen Arzt stellte einen komplizierten Knochenbruch fest.

Lindenberg. Sein 46jähriges Stiftungsfest feierte am Sonnabend der hiesige Gesangverein „Lyra“ bei Schumann. Die gütige Mitwirkung des Komponisten Herrn Willy Rosenthal - Berlin, der sich mit einem gut besetzten Orchester freundlichst zur Verfügung gestellt hatte, verhalf dem Fest zu einem vollen Erfolg. Das Programm bot einen rechten Kunstgenuß, sodaß Herrn Rosenthal ein gebührender Beifall von den zahlreichen Gästen für seine Darbietungen gezollt wurde. Der Gesangverein, der nach Begrüßung der Festteilnehmer durch den 1. Vorsitzenden, Herrn R. Gahtow 2, seine Weisen gut zu Gehör brachte, erntete ebenfalls reichen Beifall. Weitere Orchesterstücke, gesangliche Vorträge und das gut gespielte Theaterstück „Aureliens Jugendliebe“, das den Darstellern allerseits Anerkennung brachte und den Gästen des öfteren herzhaftes Lachen abzwang, bildeten den Schluß des Programms.
Ein vollbesetztes Orchester forderte dann zum Tanz, der alles noch lange in friede- und harmonievoller Stimmung zusammenhielt. Ein wohlgelungenes Fest in allen Einzelheiten, das den Teilnehmern noch in recht langer Erinnerung bleiben wird.

Hönow. Den Abschluß der Wintervergnügen der hiesigen Ortsvereine bildete der Ball des Radfahrervereins Germania, der am Sonnabend bei Scharny stattfand. Drei flott gespielte Theateraufführungen, die Verlosung einer Bananentraube und die Auszeichnung zweier Mitglieder für zehnjährige Mitgliedschaft zum Verein brachten in das Vergnügen reiche Abwechselung, das durch die Innehaltung der Polizeistunde allzu frühen Abschluß fand.


Sonnabend, den 15. März 1924 (Nr. 64), Aus dem Kreise Niederbarnim

Hönow. Die Räucherkammer des Maurerpoliers Kasper, die in dem zur Wirtschaft des Landwirts H. Henze gehörigen Nebengebäude liegt, brannte am Dienstag vollständig aus. Die hiesige Feuer­spritze und die sehr schnell aus Mahlsdorf herbeigeeilte Feuerwehr traten nicht mehr in Tätigkeit.


Sonntag, den 16. März 1924 (Nr. 65), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Ueber die Unsitte, unsere Anlagen zu ruinieren, wurde in der Stadtverordneten­versammlung vom Magistratstische aus lebhafte Klage geführt. Es gehe nicht, daß unsere Anlagen als Fahrwege für schwer beladene Handwagen, Fahr- und Motorräder usw., sowie im Winter als Rodelbahnen benutzt werden. Durch die vielseitig beladenen Handwagen, welche Holz, Dung, Jauche usw. mit sich führen, wird der aufgeweichte Boden unpassierbar, durch das Rodeln im Winter und das Umhertreiben unserer Jugend werden Bäume und Sträucher derart beschädigt, daß es viel Zeit und Geld kostet, zum Frühjahr alles wieder schön zu machen und es wurde mit Recht darauf hingewiesen, daß Schule und Haus, Vereine und Behörden immer wieder darauf achten sollen, daß unsere Anlagen das bleiben, wofür sie bestimmt sind: Ein Ruheplatz für Alte, Gebrechliche und Schönheitsdurstige.

Lindenberg. Zwei Schweine wurden dem Gutsbesitzer R. Gahtow 1 in der Nacht zum 13. März gestohlen. Die Tiere sind direkt an Ort und Stelle abgeschlachtet worden. Sofort eingeleitete Nachforschungen haben bisher noch nicht zur Ermittlung der Täter geführt.

Kreis Oberbarnim. / Hohenstein. Eine längere Störung in der Beleuchtung fand hier durch Unvorsichtigkeit beim Umlegen eines Straßenbaumes am Montag abend statt. Der große Baum fiel in die Ortsleitung. Sämtliche Isolatoren an den nächsten Masten und angrenzenden Häusern wurden herausgerissen, beim Schmiedemeister Hoffmann sogar der halbe Hausgiebel mit umgelegt. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. [2]


Dienstag, den 18. März 1924 (Nr. 66), Titelseite

Explosion im Altlandsberger Elektrizitätswerk
Alt-Landsberg, 17. März. Im hiesigen städtischen Elektrizitätswerk ereignete sich am Sonntag nachmittag 6 Uhr eine Motorenexplosion. Von einem Zweizylinder-Dieselmotor der Lincke-Hoffmannswerke in Breslau, der bis dahin gut gearbeitet hatte, explodierte unter lautem, weithin hörbaren Krach der eine Zylinder. Die Wandungen desselben zerbrachen, und die schweren Eisenteile wurden im Werk umhergeschleudert. Der Materialschaden ist bedeutend. Vom Personal des Werkes ist glücklicherweise niemand verletzt. Ueber die Ursache der Explosion des Motors, der seit 1913 in Betrieb ist, konnte noch nichts Genaueres festgestellt werden. Eine Unterbrechung der Stromzufuhr tritt nicht ein, da das Werk durch Inbetriebnahme einer anderen Maschine allen Anforderungen genügen kann. [2]


Mittwoch, den 19. März 1924 (Nr. 67), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Der Landwehrverein Alt-Landsberg (gegr. 1862) beschloß in seinen beiden letzten Sitzungen, die infolge der Geldentwertungen leider wertlos gewordene Sterbekasse aufzuheben. Um den Angehörigen von Vereinskameraden beim Ableben eines Mitgliedes aber eine entsprechende Beihilfe gewähren zu können, wurde eine Begräbniskasse gegründet, an der jedes Mitglied des Landwehrvereins teilnehmen kann, das einen einmaligen Beitrag von einer Mark entrichtet und sich verpflichtet, beim Ableben eines Kameraden eine Umlage von 50 Pfennig zu zahlen. Das auszuzahlende Begräbnisgeld wurde vom Vorstand, der diese Wohlfahrtseinrichtung verwaltet, auf 50 Mark festgesetzt. Die einzuzahlenden Summen sind wertbeständig anzulegen und sollen ebenfalls wertbeständig in Goldmark ausgezahlt werden. -
Am Mittwoch, den 19. März 1924, wird im Vereinslokal Lindenberg eine Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Vereinskameraden eingeweiht werden. Gleichzeitig findet die Aufnahme neuer Mitglieder und eine musikalische Abendunterhaltung statt.


Donnerstag, den 20. März 1924 (Nr. 68), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Ahrensfelde. Unsere tüchtige und stramme freiwillige Feuerwehr hatte am 15. März Freunde und Gönner ihrer Sache zu ihrem 13. Stiftungsfest eingeladen. Zahlreich war die Anzahl der Erschienenen. Nach Begrüßung der Gäste durch den stets rührigen und vorbildlichen Brandmeister der Wehr, Herrn Langmann, wurde ein Prolog zu Gehör gebracht, dessen Worte wohl nicht allein hinzunehmen, sondern zu beherzigen wären. Großer Beifall gebührt der „Theatergesellschaft“, die wahrlich in nicht besserer Art, sei es in der Auswahl des Theaterstückes, noch in der Ausführung desselben, für fröhliche Stimmung hätte sorgen können und den Zuschauern in der über zwei Stunden dauernden Aufführung: „Die neuen Reichen“ den „Höhenrekordhimmel“ dieser Menschen sehr geschickt und naturgetreu zu schildern wußte. ... Unterhaltungsmusik und ein Tänzchen hielten die Teilnehmer bis 2 Uhr zusammen. Es ist sehr zu begrüßen und anzuerkennen, daß die Feuerwehr auch bei dieser Veranstaltung nach dem Wahlspruch „dem Nächsten zur Wehr“ das Vergnügen nicht über die Polizeistunde hinaus verlängerte mit Rücksicht auf den augenblicklichen Notstand und der deutschen Brüder im Osten, Westen und in der Pfalz. Dieses sollte bei allen Vereinsvergnügungen Selbstverständlichkeit sein.


Freitag, den 21. März 1924 (Nr. 69), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Alt-Landsberg. In der bereits gemeldeten Explosion eines Dieselmotors im städtischen Elektrizitätswerk ist noch zu bemerken, daß auf Veranlassung des zuständigen Magistrats-Dezernenten eine Besichtigung durch einen Sachverständigen, Herrn Geheimrat Professor Dr. Romberg von der technischen Hochschule Charlottenburg, stattgefunden hat. Hierbei wurde von diesem festgestellt, daß es sich nicht um eine eigentliche Explosion im Zylinder gehandelt hat, sondern daß als Ursache des Unglücks ein Bruch des Pleuellagers, wahrscheinlich infolge Brechen eines Zapfens, angesehen werden muß. Irgendwelche Schuld liegt nicht vor. ... Der Motor sollte in einigen Tagen verkauft werden. Nun ist er nur noch als Schrott zu verwenden. [2]

Alt-Landsberg. Die Turnplatzfrage unseres M. T. V. bildete in der letzten Versammlung des Vereins die Veranlassung zu einer längeren Debatte. ... Der jetzt vom Turnverein benutzte Platz ist diesem nur im Wege eines Pachtvertrages überlassen, welcher noch ca. 2½ Jahre läuft. Vornehmste und auch dringendste Aufgabe des Vereins ist es, sich einen eigenen Platz zu sichern. ... Um den heutigen sportlichen Verhältnissen, welche viele Neuerungen erfahren haben, Rechnung tragen zu können, muß natürlich auch der Platz entsprechend hergerichtet werden. Neuerungen können aber nur auf einem eigenen Platz zur Ausführung gelangen, damit die damit verbundenen Mühen, welche wegen Geldmangel nur von den eigenen Mitgliedern vorgenommen werden können, auch durch jahrelange Inanspruchnahme genutzt werden können. ...[2]

Lindenberg. Vermißt wird seit dem 11. März 1924 der in Neu-Buch wohnhaft gewesene Mechaniker Paul Oppel, geboren am 5.3.1893 in Berlin. Oppel ist zuletzt am 12.3. in Berlin-Buch in völlig verstörtem Zustande gesehen worden. Es wird deshalb angenommen, daß er sich ein Leid zugefügt hat. Oppel ist ca. 1,55 bis 1,60 Meter groß, Gesicht länglich. Bekleidet war er mit braunem Winterpaletot, blauer Tuchmütze und schwarzen Schnürstiefeln. Zweckdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Amtsverwaltung entgegen.


Sonnabend, den 22. März 1924 (Nr. 70), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Altlandsberg. Der Athletenklub „Hellas“, welcher hier im vorigen Jahre ins Leben gerufen wurde und erst seit kurzem in die Öffentlichkeit getreten ist, hat am Sonntag gegen den Sportverein „Eiche“, Herzfelde, einen Ringkampf ausgetragen. ...


Sonntag, den 23. März 1924 (Nr. 71), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Bekanntmachung betr. Landwirtschaftskammerwahlen.
Gemäß § 22 der Wahlordnung für die Landwirtschaftskammern ... wird nachstehend der für die Wahl zur Landwirtschaftskammer der Provinz Brandenburg am 30. März d. Js. im Wahlbezirk Niederbarnim zugelassene Wahlvorschlag bekanntgegeben:
Wahlvorschlag „Wilhelm Grün“.
Bewerber: Wilhelm Grün, Amtsvorsteher a.D., Landwirt, Blumberg, ... Rudolf Gathow, Landwirt, Lindenberg, ... Da für den Wahlbezirk Niederbarnim nur der vorstehend veröffentlichte Wahlvorschlag eingegangen und zugelassen ist, so gelten die darin aufgeführten Bewerber der Reihe nach als gewählt. ...
Berlin, den 22. März 1924.
Der Wahlkommissar. Schlemminger, Landrat. [2]

Lindenberg. Den Abschluß der Stiftungs- und Winterfeste bildete die Feier des 10jährigen Bestehens der hiesigen Frauenhilfe am Sonntag den 16. März im Lokal des Herrn Reiche. An sechs langen Kaffeetafeln wurde den Gästen Platz geboten. Die Zahl der Erschienenen war groß: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Feier eröffnete Herr Pfarrer Schacht durch eine Ansprache. Danach begrüßte Frau Schacht als Vorsitzende der Frauenhilfe die auswärtigen und hiesigen Gäste. Herr Pfarrer Dr. Kraetschel, der Mitbegründer der hiesigen Frauenhilfe, ergriff dann das Wort und entbot zugleich im Namen des Kreisverbandes seine Glückwünsche. In seinen Schlußworten forderte er auf, weiter zu arbeiten und zu werben für die Frauenhilfe. Einige anschließende Musikstücke, Gedicht und Theaterstücke boten ein abwechslungsreiches Programm. Die sich anschließende Kaffeetafel, während welcher Lose zu einer Lotterie verkauft wurden, gestaltete das Fest zu einem gemütlichen Familienabend. ...


Sonntag, den 23. März 1924 (Nr. 71), Anzeigen

Lehrling zum 1. April gesucht.
Albert Bader, Klempnermeister, Lindenberg bei Berlin. [2]

Ferkel und Läufer-Schweine verkauft
Reicke. Lindenberg. [2]


Sonntag, den 23. März 1924 (Nr. 71), Beilage „Unsere Heimat“ Nr. 6, gekürzt

Alte Hönower Familien.
Von O. Meyer - Hönow.
Ueber unsere ältesten Familiennamen, die schon vor 1800 im Dorf vorkamen, sollen diese Zeilen, veranlaßt durch einen ähnlichen Artikel der Heimatzeitung, Aufschluß geben. Eine der ältesten, über die Besitzverhältnisse, Namen und Abgaben der damaligen Hüfner unterrichtende Urkunde für unser Dorf ist das „Register vom Eigentum Barnem de 1471“. In diesem wichtigen Schriftstücke ist noch keiner der jetzigen Familiennamen oder auch nur ein ähnlicher enthalten. Erst in dem „Hans von Arnims Haus erpgedings Brieff“ von 1537 wird als zinspflichtig Jacob Dobritz genannt, der „jerlich“ XXII gl. Zins zu zahlen hatte. Da in nun folgenden Personenverzeichnissen. z.B. 1574, 1652, 1683, 1696, 1744, 1796 usw. der Name Döberitz stets wiederkehrt, oft sogar in einem Schriftstücke mehrmals, gehört diese Familie zu den wenigen, die auch nach den schrecklichen Wirren des 30jährigen Krieges (1618-48), als unser Dorf nach kirchenbuchlichen Aufzeichnungen wüste lag und seine Felder mit wildem Holze bewachsen waren, zur heimatlichen Scholle zurückkehrten. Somit ist der Name Döberitz der älteste dörfliche Familienname und kann, urkundlich nachweisbar, auf beinahe 400 Jahre Vergangenheit zurückschauen. Etwas jüngeren Datums iat der Familienname Hörnicke für unser Dorf. In den mir zur Verfügung gestandenen Akten tritt er urkundlich 1574 im Erbregister des Amtes Rüdersdorf vom Jahre 1574 (neben den Döberitz) auf, und zwar wird ein Torbann und Jacob Hornicke genannt. Von diesem Jahre an läßt er sich nun bis zur Gegenwart verfolgen. Sein nachweisbares Alter ist jetzt 350 Jahre. Gleich nach dem 30jährigen Kriege 1652 finden sich in einem Verzeichnis der Bauern und Kossäten im Niederbarnim'schen Kreise der Name Bugge vor, und zwar Jürgen Bugge. Da mir in einer 30 Jahre späteren Urkunde der Name Bugge fehlt und erst wieder 1696 auftritt, so steht nicht unbedingt fest, ob der jetzige Name Bugge auf jenen Namen zurückzuführen ist. Ich nehme es aber als höchst wahrscheinlich an. Seit 1696 tritt er bis zur Jetztzeit ununterbrochen auf. Im Schwerinschen Hausbuche von 1683 findet sich der Name Kirschbaum das erste Mal Erwähnung und läßt sich bis zum heutigen Tage weiter verfolgen. In einem Revisionsbericht vom Jahre 1696 kommt der Name Henze als neuer neben den oben genannten vor. Im folgenden Jahrhundert werden hier heimisch die Damilien Schmidt, Richter, Gathow, Seeger. Ein gewisser Martin Richter verheiratet sich um 1705 mit einer Dorothea Oswalts (ausgestorbene Familie) und dieser Familienname läßt sich auf über 200 Jahre zurückführen. Nach unserm Kirchenbuche stirbt 1735 des neuen Krügers Christophs Schmidts Ehefrau. In dieser Mitteilung tritt der Name Schmidt urkundlich das erste Mal in die Dorfgeschichte und diese Familie erfreut sich beinahe 200 Jahre lang einer ununterbrochenen Ortsangehörigkeit. Seit 1745 kommt der Name Gathow in den Kirchenbüchern und Akten vor, nämlich im genannten Jahre heiratete der aus Lindenberg gebürtige Bauernsohn des Schulzen Peter Bräkes einzige Tochter und übernahm später 1750 das Schulzenamt. 1773 verheiratet sich nach unserem Kirchenbuch der Canonier Seeger Von diesem Jahre an kehrt der Familienname Seeger regelmäßig wieder. Von den jüngeren, auch schon über drei Generationen hier wohnenden Familien seien genannt Weigel, Mette, Schubert. [2]


Dienstag, den 25. März 1924 (Nr. 72), Aus dem Kreise Niederbarnim

Blumberg. Der Landbund-Reiterverein Blumberg hielt am 18. März eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, am 6. Juli ein großes Reit- und Fahrturnier abzuhalten. Nach Zusage der bereits eingeladenen gleichberechtigten Vereine verspricht die Veranstaltung, zu der seitens der hiesigen Vereine vollständig neuartige Darbietungen in der Reit- und Fahrschule gebracht werden, einen guten Erfolg.


Mittwoch, den 26. März 1924 (Nr. 73), Titelseite

Sommerzeit im besetzten Gebiet.
Berlin, 25. März.
Im besetzten Gebiet wird die westeuropäische Sommerzeit in der Nacht vom 29. zum 30. März eingeführt und zwar durch den Wegfall der 24. Stunde; d.h. die Uhren des besetzten Gebietes werden von 11 Uhr auf 12 Uhr gestellt. Damit wird eine Uebereinstimmung mit der mittel­europäischen Zeit des unbesetzten Gebietes erreicht. [2]


Mittwoch, den 26. März 1924 (Nr. 73), Aus dem Kreise Niederbarnim

Lindenberg. Die Theatertruppe des „Direktors Bäntsch“, auch unter dem anziehenden Namen „Artistenloge Berlin“, brachte hier am Sonntag im Lokale von Reiche die dreiaktige Operette „Das Prachtmädel“ zur Aufführung. Besuch der Vorstellung schwach; niemand hat etwas versäumt, der nicht dagewesen ist. Die Versprechungen in einer vor längerem erfolgten Unterredung mit Direktor Bäntsch, „wir reden nicht viel, wir arbeiten“, brachte das Gegenteil. Gesprochen wurde genug, bald viel zu viel, sodaß man sich aus dem Stück, auch beim dritten Akt, noch nicht in die ganze Aufführung hineinversetzen konnte. Bereits nach dem ersten Akt konnte man gelangweilte und genügend enttäuschte Gesichter beobachten. Die schauspielerische Leistung ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Spielte ein Darsteller noch ganz gut, so leistete sich der nächste um so mehr! Die gesamte Aufführung - ein glänzender Mißerfolg. Hätte der angesagte, der Aufführung folgende Tanz nicht noch alles gehalten, so hätten die Schauspieler schon beim zweiten Akt vor leeren Stühlen ihr „Prachtmädel“ weiter mimen müssen.


Mittwoch, den 26. März 1924 (Nr. 73), Anzeigen

Lehrling zum 1. April gesucht.
Albert Bader, Klempnermeister, Lindenberg bei Berlin. [2]

Tischlerlehrling zum 1. April bei freier Station stellt ein Otto Schmidt, Tischlermeister, Altlandsberg am Markt. [2]


Freitag, den 28. März 1924 (Nr. 75), Aus dem Kreise Niederbarnim

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Ahrensfelde erloschen ist, hebe ich meine viehseuchen­polizeiliche Anordnung vom 4. d. M. - Tgb.Nr. I 10/430 - auf.
Berlin, den 25. März 1924.
Der Landrat.


Freitag, den 28. März 1924 (Nr. 75), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Der gemischte Chor hielt am Dienstag seine erste Uebungsstunde im „Deutschen Hause“ ab. Seit sehr langer Zeit konnten die Gesangsfreunde mal wieder Lungengymnastik üben. ... Die Uebungsstunden finden weiter jeden Dienstag um 8½ Uhr abends statt. [2]

Lindenberg. Die hiesige Ortsgruppe der deutschnationalen Volkspartei veranstaltet am nächsten Sonntag eine öffentliche Volksversammlung, die zu den kommenden Wahlen Stellung nehmen wird. Wir verweisen auf das heutige Inserat.


Freitag, den 28. März 1924 (Nr. 75), Kreis Oberbarnim, gekürzt

Werneuchen. Eine vielbesprochene Diebstahl- und Hehlersache kam in der letzten Sitzung des Amtsgerichts Alt-Landsberg zur Erledigung, die weite Kreise in Werneuchen und Umgegend seit längerer Zeit beschäftigt hat. Seit Jahr und Tag hatten die Angeklagten Pardeick, Schüttler, Müller, Mahlitz gestohlen, was nicht niet- und nagelfest war und zum Teil beim Gastwirt Strache verkauft, sodaß das Gericht den letzteren als Hehler ansah. ...


Freitag, den 28. März 1924 (Nr. 75), Anzeigen

Einfache Stütze oder sauberes, ehrliches Dienstmädchen für sofort odeer 15./4. verlangt
Frau Dr. Mohr, Altlandsberg, Poststr. 14. [2]

Statt Karten. Am 25. März, nachmittags 5 Uhr, verschied nach Gottes unerforschlichem Ratschluß nach längerem Leiden im Kreiskrankenhause zu Bernau meine geliebte Frau, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin u. Tante Frau Anna Wegener geb. Giese im 51. Lebensjahre.
Mit der Bitte um stille Teilnahme zeigt dies hierdurch schmerzerfüllt an Im Namen der trauernden Hinterbliebenen August Wegener.
Ahrensfelde, den 26. März 1924
Die Beerdigung findet am Sonnabend, d, 29. März nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause aus statt. [2]

Deutschnat. Volkspartei, Ortsgruppe Lindenberg.
Sonntag den 30. März, nachmittags 3½ Uhr:
Oeffentliche Volksversammlung im Saale des Herrn Reiche.
Es ladet alle Wähler ein
Der Ortsausschuß.


Sonntag, den 30. März 1924 (Nr. 77), Aus dem Kreise Niederbarnim

Auf die Ortspolizeiverordnung über die Ausführung der Bauordnung für die Städte im Regierungs­bezirk Potsdam für den Stadtbezirk Altlandsberg vom heutigen Tage wird hiermit hingewiesen. Der Wortlaut der Polizeiverordnung ist öffentlich angeschlagen und wird im Niederbarnimer Anzeiger bekannt gemacht.
Altlandsberg, den 25. März 1924.
Die Polizeiverwaltung. Schwarzburger. [2]


Mittwoch, den 2. April 1924 (Nr. 79), Titelseite

Die Entschädigung für die „Lusitania“.
London, 1. April.
Macdonald erklärte gestern im Unterhause, daß die Vereinigten Staaten als Entschädigung für die Torpedierung der „Lusitania“ (die bekanntlich entgegen dem Völkerrecht große Mengen Munition an Bord hatte und infolgedessen nach Warnung zu recht torpediert worden ist D. Red.), von Deutschland einen Betrag von 22600000 Dollar beanspruche.[2]


Mittwoch, den 2. April 1924 (Nr. 79), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Wegen der schon wiederholt berichteten Kindesunterschiebung fand am 29. März auf Veranlassung des Polizei-Präsidiums Berlin eine Haussuchung in der Wohnung der Frau Bandelow statt, die aber keine wesentlichen Einzelheiten zu Tage förderte. Ausweise, die auf die Identität des hier geborenen Kindes schließen lassen konnten, wurden nicht vorgefunden. Der vermeintliche Vater des Kindes war ebenfalls zugegen. Er will z. Zt. des ganzen Vorganges in der Tat lange Zeit auf Reisen gewesen sein, sodaß die B. dadurch eine Geburt vortäuschen konnte. Immerhin ein sehr naiver Fall, denn der Leichtgläubige bekam erst jetzt die genügende Aufklärung, daß es sich unmöglich um sein Kind handeln kann, welches auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee zur letzten Ruhe gebettet wurde ...

Hönow. Den Auftakt der Wahlbewegung für unser Dorf bildete die von den Deutschnationalen bei Seeger abgehaltene Versammlung, in der Rektor Thürling Bl.-Lichtenberg über die kommenden Wahlen sprach. ... Die dem Vortrage anschließende Besprechung eröffnete Herr Meyer - Hönow ... Herr Fischer - Mahlsdorf sprach über das Verhältnis der einberufenden Partei zu den andern. ... Eine von deutschem, versöhnlichen Geiste getragene Versammlung , der man einen stärkeren Besuch gewünscht hätte.


Donnerstag, den 3. April 1924 (Nr. 80), Aus dem Kreise Niederbarnim

Die Leiter der Feuerwehren im Kreise seien auf die heutige Bekanntmachung des Herrn Landrats hingewiesen, wonach Herr Kreisbrandmeister Graß jetzt jeden Mittwoch im Kreishause in Feuerwehrangelegenheiten zu sprechen ist. [2]

Lindenberg. Durch die Aufmerksamkeit des hiesigen Oberlandjägers gelang es, wie wir erst jetzt erfahren, am 25. März vormittags in Malchow im Beisein des zuständigen Schupobeamten zwei verdächtige Radfahrer zu stellen. Die genauere Durchsuchung der Rucksäcke förderte zwei neue Kutschgeschirre hervor. Nach längerem Bemühen konnte der Oberlandjäger Pöschel von hier die beiden Festgenommenen, die als Arbeiter Wilhelm R. und Schlosser Otto G. aus Neuhütte bei Eberswalde festgestellt wurden, zu einem Geständnis bewegen. Sie gaben an, die Geschirre der Firma Jakobi & Henning, Weilaer Mühle bei Eberswalde, entwendet zu haben.

Lindenberg. Die von der Deutschnationalen Volkspartei am letzten Sonntag einberufene Volksversammlung konnte nicht abgehalten werden, da der Referent, Reichstagsabgeordneter Krüger-Hoppenrade, wegen Krankheit am Erscheinen gehindert war.


Freitag, den 4. April 1924 (Nr. 81), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Unsere Langbeine lassen in diesem Jahre recht lange auf sich warten. Während in der Umgegend vielfach das Eintreffen der allgemein beliebten Vögel freudig durch die Presse begrüßt wird, will es scheinen, als wenn unser Städtchen in diesem Jahre nicht von seinen Sommer­gästen, welche sonst stets pünktlicher und oft eine Woche früher einzutreffen pflegten, aufgesucht wird. Den Fröschen - soweit sie bereits „aufgetaut“ sind - wird dies natürlich zur größten Freude gereichen. [2]

Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag den 10. April 1924, nachmittags 6 Uhr im „Schwarzen Adler“, hierselbst, eine Vereinssitzung ab. Auf der Tagesordnung befinden sich folgende Punkte: 1. Verlesung des letzten Sitzungsberichtes. - 2. Schriftsachen, Mitteilungen usw. - 3. Nach welchen Gesichtspunkten soll die diesjährige Frühjahrsbestellung erfolgen? Ref. Herr Herm. Hammann. - 4. Die Pferdezucht unter Berücksichtigung der hiesigen Verhältnisse. Ref. Landwirtschaftskammer, Pferdezuchtabteilung. - 5. Die Bekämpfung der im Acker ruhenden Vogelwicke. Ref. Herr Arthur Wegener. - 6. Ist es angebracht, einen Kartoffelbearbeitungspflug „System Schurig“ hier einzuführen? Ref. Herr Aug. Ebel. - 7. Verschiedenes. - 8. Einziehung rückständiger Beiträge. - 9. Fragekasten.


Sonnabend, den 5. April 1924 (Nr. 82), Anzeigen

Statt Karten!
Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden beim Hinscheiden meiner geliebten Frau Anna Wegener geb. Giese sagen wir allen Verwandten und Bekannten, sowie Herrn Pastor Benecke für die trostreichen Worte am Grabe der Entschlafenen unsern herzlichen Dank. Insbesondere dem Gesangverein „Frohsinn“ für den erhebenden Gesang herzlichen Dank.
Ahrensfelde, den 3. April 1924.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen August Wegener. [2]


Sonnabend, den 5. April 1924 (Nr. 82), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Bekanntmachung.
Vom 1. April d. Js. ab ist der Kreisbrandmeister des Kreises Niederbarnim, Herr Graß, an jedem Mittwoch, erstmalig am 2. April 1924, während der Dienststunden von 8 Uhr vorm. bis 4 Uhr nachm. im Kreishause zwecks Erledigung von Rücksprachen in Feuerwehrangelegenheiten mit den Amts- und Gemeindevorstehern anwesend. Der Aufenthalt ist beim Hausmeister zu erfragen.
Veröffentlicht: Berlin, den 29. März 1924.
Der Landrat des Kreises Niederbarnim. [2]

Alt-Landsberg. Der Handwerks- und Gewerbebund hielt am Mittwoch im Lokale Franz Unterlauf eine Versammlung ab. Leider war trotz der wichtigen Tagesordnung nur reichlich die Hälfte der Mitglieder erschienen. In der Hauptsache wurde zu den kommenden Gemeindewahlen Stellung genommen, was eigentlich dazu hätte bewegen müssen, daß alle Mitglieder erschienen wären. ... [2]

Hönow. Auch die Aprilsitzung des Landwehrvereins bei Kam. Hörnicke war so zahlreich besucht, wie die ersten drei des neuen Vereinsjahres. Der Vorsitzende Kam. Meyer eröffnete die Sitzung mit einem Gedenken an Bismarcks 109. Geburtstag. ... Es wurde ferner beschlossen, am Sonntag, den 27. April ein großes Volkskonzert auf der Dorfaue mit anschließendem Kränzchen bei Seeger abzuhalten. ... [2]

Hönow. Die Einsegnung der Konfirmanden, 7 Mädchen und 3 Knaben, findet Sonntag den 6. April vormittags 10 Uhr in hiesiger Kirche statt. [2]

Hönow. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung vom 28. März die Wahlzeit für den 4. Mai auf die Zeit von 10 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags einstimmig festgesetzt. [2]


Sonntag, den 6. April 1924 (Nr. 83), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Einen Aufklärungsvortrag über wirtschaftliche und politische Zeitfragen hielt am Donnerstag abend Herr Schulrat Hoppe-Charlottenburg auf Wunsch aus der Gemeinde im Meißnerschen Saale, hierselbst, in einer fast zweistündigen Rede. Da Herr Schulrat Hoppe uns schon von früher her als gediegener Volksredner bekannt war, so hatte die Einladung zu der Versammlung auch einen recht zahlreichen Zuhörerkreis zusammengebracht. Sogar aus den Nachbarorten Ahrensfelde-Eiche und Hönow waren viele Herren zu der Versammlung erschienen. In seinem Vortrag „Unser Geld“ ging der Redner von der Entstehung des Geldes als Zahlungsmittel unter den Kulturvölkern aus, sprach vom Grund und der Bedeutung unseres hochwertigen Geldes in der Vorkriegszeit und leitete dann über zu den Ursachen und den verheerenden Wirkungen des Verfalls unserer alten Währung für das gesamte Wirtschaftsleben unseres Volkes.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen sprach der Vortragende dann über die Stabilisierung unserer Währung durch die Einrichtung und Fundierung der Rentenbank, welche das neue Geld, die Rentenmark, herausgibt und wodurch dem bisherigen Inflationsschwindel endlich Halt geboten wurde. Die von der bisherigen Reichsregierung in Aussicht genommene Einrichtung einer Geldnotenbank bedeutet nach Ansicht des Vortragenden den Uebergang des deutschen Volkes aus den Ketten des Schanddokuments von Versailles in die Klauen des internationalen Großkapitals. Mit wenig hoffnungsvollen Ausblicken in die Zukunft unseres Volkes, wenn dieses sich nicht bald auf sich selbst besinne und diese seine Umstellung am 4. Mai bei der Reichstagswahl zum Ausdruck bringe, schloß der Redner seine überaus wirkungsvollen, von echt deutschem Geiste getragenen Ausführungen unter allseitigen kräftigen Beifallskundgebungen der Zuhörer. Aus Mangel an Zeit und um den tiefen Eindruck des Gehörten nicht abzuschwächen, wurde von einer Debatte abgesehen. Nach dem Gesange der Strophen „Deutschland, Deutschland über alles“ und „Einigkeit und Recht und Freiheit“ usw. schloß der Versammlungsleiter, Herr Lehrer Weier, um 10 Uhr die Versammlung.
Wie bekannt wird, hat sich nach Schluß der Versammlung noch eine überaus rege Debatte zwischen deutschnational und deutschvölkisch gerichteten Herren der Versammlung entwickelt. Von den Anhängern der republikanischen Auffassung und ihren benachbarten Freunden hat sich niemand gemeldet. Wünschenswert wäre es, wenn auch in andern Ortschaften statt der unfruchtbaren parteipolitischen Haarspaltereien und Zankereien derartige Aufklärungsvorträge wie hier dem Volke geboten würden. Die Masse sehnt sich nach Licht und Wahrheit und darum getrost der Zukunft entgegen. Es muß doch Frühling werden!

Hammer. Seltene Gäste sind seit einigen Tagen auf unsern entfernter gelegenen Aeckern an­zutreffen. Vier Trappen (zur Familie der Hühnerstelzvögel gehörend), werden manchen Landmann schon in Erstaunen versetzt haben, wenn sie in gehöriger Entfernung gravitätisch dahinspazieren. Versucht man sich ihnen zu nähern, so entpuppen sie sich als gewandte Läufer, die auch ein flinker Hund schwerlich einzuholen vermöchte. Die langen starken Beine sind wohl öfter ihre Lebensretter als die kurzen abgerundeten Flügel, die den scheuen Vogel nur zu einem mittelmäßigen Flieger machen. Die Nahrung der Trappe, die bis zu 15 Kilogramm schwer werden kann, ähnelt der des Rebhuhns, mit dem sie außer dem kurzen und kräftigen Schnabel auch in der Farbe des Gefieders Aehnlichkeit aufweist. Der bräunliche Rücken ist mit vielen schwarzen Punkten und Flecken übersät, während Kopf, Hals und Unterseite heller gefärbt sind. Das Männchen kennzeichnet ein Kehlbart, aus langen, zerschlissenen Federn bestehend. - Die Trappe ist hier bei uns zu Hause; denn stille, ebene Gegenden Europas und Mittelasiens, die die Umschau durch nichts beschränken, bergen ihre Nistplätze, die sie meist im hohen Getreide anlegt, wobei sie Büsche und andere verdächtige Verstecke sorgfältig vermeidet. - Der Unverstand des Wesens, das sich das höchststehende nennt, hat auch die Trappe, wie so manch andere Tiergattung, fast ausgerottet. In England findet man sie heute nur noch in Vogelsammlungen. Alle Versuche, die Trappe auf die Dauer zu zähmen und in Haustiere umzuwandeln, sind übrigens bis heute gescheitert. [2]


Sonntag, den 6. April 1924 (Nr. 83), Anzeigen

Sohn achtbarer Eltern, der das Bäckerhandwerk erlernen will,
sucht Bäckermeister August Zybell. Blumberg [2]


Mittwoch, den 9. April 1924 (Nr. 85), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Der vom Landwehrverein veranstaltete Werbeabend zwecks Errichtung einer Gedenktafel für die im Kriege gefallenen in der Stadtkirche hatte einen vollen Erfolg. ... Um das Gedächtnis an die sämtlichen Gefallenen der Stadt und des Stadtbezirks zu ehren, sollten an geweihter Stätte in ehernen Lettern die Namen der Nachwelt überliefert werden. ... Weitere Spenden nimmt der Kassierer, Kamerad Lindenberg, dankbar entgegen.


Donnerstag, den 10. April 1924 (Nr. 86), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Unser Marktplatz ist nun wieder ganz der Tummelplatz der Jugend geworden. Ihrem fröhlichen, ungezwungenen Treiben kann sie sich hier ganz hingeben, da der Platz dem Fuhrwerks- und Radfahrerverkehr entzogen ist. Aber es sind doch nicht die genügenden Sicherheitsmaßnahmen vorhanden, um dafür Gewähr zu bieten, daß unsere Kinder von dem Verkehr und seinen oftmals großen Gefahren völlig verschont bleiben. Schon der über die Mitte des Marktplatzes führende gepflasterte Fahrdamm kann den spielenden Kindern leicht zum Verhängnis werden, da zum größten Teil dieser, nicht aber die zu beiden Längsseiten laufenden Straßenzüge für den Verkehr benutzt wird. Es bleibt daher zu wünschen, daß wenigstens bei Neupflasterung der gesamten Straßen dieser Fahrdamm gänzlich dem Verkehr entzogen wird. [2]

Alt-Landsberg. Der 1. Renntag in Strausberg, begleitet von außergewöhnlich gutem Wetter brachte wieder den gewöhnlichen Durchgangsverkehr, welcher vom vorigen Jahre noch gut in Erinnerung ist. Die Straßen, welche an den Sonntagen keinen starken Verkehr aufweisen, wurden fast ausschließlich durch den Kraftwagenverkehr belebt. Man konnte Kraftwagen vom Omnibus bis zum eleganten Luxusauto beobachten. Ebenfalls hatte das schöne Wetter und die herrliche Umgebung Strausbergs viele Motorradfahrer aus der Großstadt hinausgelockt. ... [2]

Lindenberg. Ihrem Leben durch Ertränken ein Ende zu machen versuchte Sonntag vormittag eine Patientin der 3. Irrenanstalt Berlin-Buch in dem auf den Ländereien des Landwirts Lehmann gelegenen Pfuhl nahe der Kolonie Neu-Buch. Einwohner von Neu-Buch, die den Vorgang beobachtet hatten, eilten sofort herbei, und es gelang, die Lebensmüde dem nassen Element wieder zu entreißen. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg. Das Motiv zur Tat ist nicht bekannt.


Freitag, den 11. April 1924 (Nr. 87), Anzeigen, gekürzt

Ich habe mich in Alt-Landsberg, Bernauer Str. 16, part. als prakt. Zahnarzt niedergelassen. ...
H. Richter, prakt. Zahnarzt. [2]


Sonntag, den 13. April 1924 (Nr. 99), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Ein folgenschweres Verkehrsunglück ereignete sich gestern mittag gegen 12 Uhr auf der Strausberger Chaussee unweit Altlandsberg. ... R. [der Einfahrer eines Aga-Wagens aus Tempelhof] befand sich auf der Fahrt von Strausberg, als ihm von Altlandsberg her ein Möbelwagen entgegen kam. ... Jedenfalls bog der dem Wagen statt rechts, links aus. In demselben Augenblick wollte ein Personenauto, das von Alt-Landsberg kam, den Möbelwagen überholen. Dieser Kraftwagen überholte nun aber auch falsch, also statt links rechts, wie also anzunehmen auch wegen Platzmangels. Beide Fahrer konnten sich vorher micht gewahren und fuhren nun mit voller Kraft aufeinander, ... [2]


Mittwoch, den 16. April 1924 (Nr. 91), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Blumberg. Die deutschnationale Volkspartei hielt hier eine von Freunden und Gegnern der Partei gut besuchte öffentliche Wahlversammlung ab. Der Referent, Herr Studienrat Färber aus Karlshorst, sprach über das Thema „Die Reichstagswahl 1924, Eine Schicksalswende!“ ... Die sich anschließende Aussprache wurde in der Hauptsache von zwei auswärtigen Herren bestritten, die Vertreter der U.S.P.D. und K.P.D. waren, denen man aber zugestehen muß, daß sie ihre Ausführungen in ruhiger und gemäßigter Weise brachten.

Blumberg. Am Palmsonntag hielt die kommunistische Partei im Lokale des Herrn Ganzow eine öffentliche Versammlung ab.

Blumberg. Die Osterferien haben in der hiesigen Gemeinde am heutigen Dienstag begonnen. Unterrichtsbeginn ist am 28. April morgens 7 Uhr.

Hönow. In zwei Versammlungen beschäftigte man sich am vergangenen Sonntag mit den kommenden Gemeindewahlen. Die Kleinbürger und Arbeiter hatten um 4 Uhr nachmittags zu Scharny ihre Wähler gerufen. Die schwach besuchte Versammlung stellte nach Berichterstattung des G.-V. H. Schmidt ihre Abgeordneten auf. ... Abends um 8 Uhr fand eine stärker besuchte öffentliche Versammlung bei Seeger statt. Der Einberufer und Leiter, der Schöffe Meyer, sprach in einstündigem Vortrage über die bevorstehenden Gemeindewahlen. ... [2]


Donnerstag, den 17. April 1924 (Nr. 92), Anzeigen

Am Montag abend verschied plötzlich und unerwartet infolge Herzschlag unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Rentier August Baurath im 55. Lebensjahre.
Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an
Die trauernden Hinterbliebenen Albert Baurath u. Frau, Fritz Baurath u. Frau,
Lindenberg, 15. April 1924.
Die Beerdigung findet Freitag, den 18. April, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. [2]

3 Futterschweine stehen zum Verkauf. Hartmann, Blumberg. [2]


Freitag, den 18. April 1924 (Nr. 93), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg, 17. April.
Schöffengerichtssitzung vom 15. April 1924.
Bei dem Landwirt Henze in Hönow wurden im Winter 1920/21 2 Zentner Roggen aus der Scheune gestohlen. Der Tat überführt wurden die damals bei ihm beschäftigten Arbeiter Aug. L. und Franz M.; den Roggen verkauften sie an den Stellmacher Sch., der zum Kauf nicht berechtigt war. L. und M. wurden zu einer Geldstrafe von 100 M. verurteilt. Die Strafe des L. gilt durch die verbüßte Untersuchungshaft als erledigt. Sch. erhielt wegen Hehlerei 150 M. Geldstrafe. [2]


Freitag, den 18. April 1924 (Nr. 93), Anzeigen

Lindenberg.
Am 2. Osterfeiertag: Große Tanzmusik wozu freundl. einladet Paul Reiche, Gastwirt. [2]

Ahrensfelde.
2. Osterfeiertag Große Tanzmusik
Hierzu ladet freundlichst ein Wilhelm Dubick, Gastwirt. [2]

Für die vielen Gratulationen zur Einsegnung unseres Sohnes Fritz sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank.
Blumberg, den 16. April 1924. Oskar Ladentin und Frau. [2]

Suche Pony-Achswagen zu kaufen. Walter Schultze, Lindenberg. [2]


Sonntag, den 20. April 1924 (Nr. 94), Aus dem Kreise Niederbarnim

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Hönow erloschen ist, hebe ich meine viehseuchen­polizeiliche Anordnung vom 4. März 1924 ... auf.
Berlin, den 16. April 1924. Der Landrat. [2]

Grundsteinlegung für das Gefallenen-Denkmal in Neuenhagen.
Gestern fand auf dem Wilhelmsplatz unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde die feierliche Grundsteinlegung für die im Weltkrieg gefallenen Krieger statt. ... [2]


Mittwoch, den 23. April 1924 (Nr. 95), Anzeigen

Entlaufen sind mir am 17.4. 2 graue Schäferhunde (Hund und Hündin).
Willi Kirschbaum, Landwirt, Hönow. [2]

Statt besonderer Anzeige!
Am 1. Feiertag entschlief nach langem schweren Leiden unser lieber guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Mühlenmeister Pach im 71. Lebensjahre.
Dies zeigt an im Namen der trauernden Hinterbliebenen Otto Pach.
Lindenberg, den 20. April 1924. ... [2]


Mittwoch, den 23. April 1924 (Nr. 95), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Zur Gemeindevertreterwahl wurde hier als einziger Wahlvorschlag eine Einheitsliste eingebracht, in welcher sämtliche am Orte vorhandenen Berufsstände vertreten sind.

Mehrow. Sonnenwendfeier und Fahnenweihe. Der hiesige, vor einem Jahr gegründete Turnverein „Hindenburg“ hat sich in seiner außerordentlichen Versammlung am 12. d. M. entschlossen, die diesjährige Sonnenwendfeier für den diesseitigen Bezirk des Deutschen Turnerbundes am Abend des 5. Juli zu veranstalten. Anschließend an diese altdeutsche Sitte soll dann in derselben Nacht die turnerische Uebung „Kampf um den Stab“ durchgeführt werden. Hoffentlich wird, da man trotz Falb und Gen. immer noch nicht Herr des Wetters geworden ist, der Jupiter pluvius utonaus Einsehen haben und nicht die Feier und das Feuer in Wasser und Wohlgefallen auflösen.

Blumberg. Zur Gemeindevertreterwahl sind drei Wahlvorschläge eingegangen. Zu den beiden Parteien, die sich bisher die Sitze in der Gemeindevertretung teilen, ist noch in letzter Stunde die Deutschvölkische Freiheitspartei getreten. Die einzelnen Listen und ihre Kandidaten lauten:
  1. Deutschnationale Volkspartei:
    1. Bauerngutsbesitzer Franz Kieckebusch sen., 2. Bauerngutsbesitzer Wilh. Grün, 3. Maurer- und Zimmermeister Albert Weidelt, 4. Bauerngutsbesitzer August Keisdorf, 5. Landwirt Friedrich Adler, 6. Bauerngutsbesitzer Adolf Ebel, 7. Handelsmann Hermann Vetter, 8. Bauerngutsbesitzer Gustav Grün, 9. Landwirt Gustav Adler, 10. Gastwirt Gustav Ebel, 11. Bauerngutsbesitzer Gustav Ebel, 12. Bauerngutsbesitzer Willi Grün, 13. Landwirt Friedrich Gathow.
  2. Vereinigte Sozialdemokratische Partei:
    1. Adolf Flöricke, Zimmerer, 2. Hermann Baak, Schmied, 3. Hermann Halpape, Arbeiter, 4. Fritz Vetter, Zimmerer, 5. Gustav Flöricke, Zimmerer, 6. Adolf Lehmann, Bäcker, 7. August Ryback, Zimmerer, 8. Gust. Beerbaum, Maurer, 9. Adolf Jänicke, Schrankenwärter, 10. Leo Schröder, Arbeiter, 11. Ernst Lehmann, Maurer, 12. Albert Bugdahn, Landarbeiter,
  3. Deutschvölkische Freiheitspartei:
    1. Fritz Töpffer [ff], Landwirt, 2. Rudolf Meyer, Schuhmachermeister, 3. Willi Kahlow, Landwirt, 4. Willi Schöne, Stellmachermeister, 5. Richard Gathow I, Landwirt, 6. Fritz Gröpler, Schuhmachermeister, 7., Adolf Bade, Landwirt, 8. Adolf Ebel, Kaufmann.


Donnerstag, den 24. April 1924 (Nr. 96), Anzeigen

Kartoffellegemaschine „Plantektor“, 2 Reihen, 22 Zoll, und Kultivator, 9zink, radspurarbeitend, verkauft F. Weber, Schmiedemeister, Lindenberg bei Berlin. [2]

Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen hiermit herzlichsten Dank..
Lindenberg b. Berlin, im April 1924.
Georg Wilke und Frau Else geb. Steeger. [2]


Donnerstag, den 24. April 1924 (Nr. 96), Aus dem Kreise Niederbarnim

Hönow. Ein schönes Beispiel kameradschaftlichen Geistes bietet der Landwehr-Verein seinen Kameraden durch Einrichtung einer Begräbniskasse. ... Die Mitgliedschaft in dieser Kasse ist Pflicht für jeden Kameraden. Auch vom Beitrag befreite Mitglieder sind zur Zahlung der Beiträge an diese Kasse verpflichtet. Jedes Mitglied zahlt als Eintritt 0,50 M., der monatliche Beitrag beträgt 0,25 M. ... Das für Sonntag, den 27. April vom Verein geplante Volkskonzert muß besonderer Umstände wegen ausfallen. [2]

Hönow. Der Wahlausschuß ist wie folgt gebildet: Als Vorsteher Herr Gemeindevorsteher Kirschbaum, Stellvertreter Schöffe Hörnicke. Beisitzer: Meyer, H. Schmidt, Kasper, P. Döberitz, A. Neumann, A. Mette; Vertreter: W. Richter, R. Müller, R. Schmidt, W. Ramm, H. Mette, H. Felgentreu. [2]


Sonnabend, den 26. April 1924 (Nr. 98), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Infolge eines Hufschlages mußte am Dienstag nachmittag der Landarbeiter Barer ins hiesige Krankenhaus eingeliefert werden. B. hatte zur Mittagszeit seine Pferde auf dem zur Gemeinde gehörigen Teile Neuvorwerk ausgespannt. In dem fremden Stall aber waren die Pferde unruhig und schlugen gegeneinander aus. Ein unglücklicher Schlag traf B. gegen den Unterleib, so daß Krankenhausaufnahme notwendig wurde. Das Befinden des Verletzten ist, wie wir hören, zufriedenstellend.

Blumberg. In drei Lager geteilt hat man sich in unserer Gemeinde für die Gemeindevertreterwahl. Die deutschnationale Volkspartei stellt als Spitzenkandidaten den Bauerngutsbesitzer Franz Kieckebusch sen. auf. Führer der Vereinigten S.P.D. ist der Zimmerer Adolf Flöricke und als Erster der Deutschvölkischen Freiheitspartei ist der Landwirt Fritz Töpffer genannt.


Sonnabend, den 26. April 1924 (Nr. 98), Anzeigen

Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie Herrn Pastor Schacht für die trost­spendenden Worte und dem Männergesangverein „Lyra“, Lindenberg, für den erhebenden Gesang während der Trauerfeier unsern aufrichtigsten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Fritz Baurath u. Frau, Albert Baurath u. Frau.
Lindenberg bei Berlin. [2]


Sonntag, den 27. April 1924 (Nr. 99), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Im Kreise Niederbarnim besteht ein Revisionsverband für Blitzableiter, der s. Zt. im Interesse von Besitzern von Blitzschutzanlagen gegründet worden ist. Interessenten wird auf Erfordern nähere Auskunft im Magistratsgeschäftszimmer erteilt.

Hoppegarten. Die tierärztliche Behandlung der kleinen Haustiere wie Hunde, Schafe, Ziegen, Hühner usw. findet, worauf nochmals hingewiesen sei, im Union-Gestüt statt.[2]


Sonntag, den 27. April 1924 (Nr. 99), Anzeigen

Für die liebevolle Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Vaters, der Mühlenmeisters Wilhelm Pach sprechen wir auf diesem Wege allen Verwandten und Bekannten, der Müllerinnung Bernau und Berlin, sowie Herrn Pastor Schacht für die trostreichen Worte am Grabe unsern herzlichsten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen, Otto Pach.
Lindenberg, den 26. April 1924. [2]


Dienstag, den 29. April 1924 (Nr. 100), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Ein eigenartiges Verkehrsbild in unseren Straßen bieten zur Zeit die Transporte der großen schweren Masten für die elektrische Leitung von der Ueberlandzentrale, die in ihrer Linie Blumberg-Strausberg auch unsere Feldmark schneidet. Seit längerer Zeit schon lagerten diese Masten in kleineren Stücken am Kleinbahnhof und einigen anderen Stellen. Jetzt sollen sie an ihre endgültigen Bestimmungsorte geschafft werden. Der Transport eines 21 Meter langen, 90 Zentner schweren eisernen Trägers durch die Straßen der Stadt wurde fast zu einem Verkehrshindernis, weil es nur mit Hilfe eines Umweges und unter Benutzung eines Teiles des Bürgersteiges in der Klosterstraße gelang, den eisernen Riesen seinem Bestimmungsorte zuzuführen. Der Bürgersteig hat dabei unter der schweren Last sichtbar gelitten.

Mehrow. Fahnenweihe. Den Bemühungen des sehr eifrigen Vorsitzenden des hiesigen Turnvereins „Hindenburg“, Turnbruder Schwarz, ist es gelungen, trotz der finanziellen Schwäche seiner Vereinsmitglieder und seiner Vereinskasse, schon nach einem Jahr eine Fahnenweihe im Verein vornehmen zu können, welche im Anschluß an die schon erwähnte Sonnenwendfeier am Sonntag, den 6. Juli d. Js., hier im Orte vollzogen werden soll. Hoffentlich erlebt unser Ort auch bald die Freude, daß der hiesige Landwehrverein, der mit dem Turnverein zu gleicher Zeit das Licht der Welt erblickte, eine rechte deutsche Fahne als sein Eigentum weihen kann, die dann an allen Schicksalstagen des Vereins diesem als heeres Wahrzeichen voranflattern soll.


Dienstag, den 29. April 1924 (Nr. 100), Anzeigen

Für die zur Taufe und Konfirmation erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen herzlichen Dank! Else Goldmann nebst Eltern.
Lindenberg, den 25. April 1924. [2]


Mittwoch, den 30. April 1924 (Nr. 101), Amtlicher Teil, gekürzt

Bekanntmachung, betr. Wahlen zum Reichstag
Abgrenzung und Zusammensetzung der Stimmbezirke für die am 4. Mai 1924 stattfindende Reichstagswahl.
lfd. Nr. des Stimmbezirkes, Bestandteile des Stimmbezirkes
  • Wahllokal und in zusammengesetzten Gebieten zugleich Ort desselben
  • Name des Abstimmungsvorstehers
  • Name des Stellvertreters
222, Ahrensfelde
  • Lokal v. Wilh. Hase, Ahrensfelde, Dorfstraße 24
  • Amts- und Gemeindevorsteher Krüger, Ahrensfelde
  • Landwirt Richard Müller, Ahrensfelde
230, Blumberg, Gemeinde und Gut
  • Gemeindedienstzimmer in Blumberg
  • Gem.-Vorst. Georg Juert, Blumberg
  • Schöffe August Ebel
239, Eiche
  • Gasthaus Seelisch
  • Gem.-Vorst. Möser
  • Lehrer Hilscher
262, Lindenberg mit den Ausbauten Clarahöh und Mühle
  • Lokal von Schumann
  • Gem.-Vorst. Kirschbaum
  • Schöffe Gathow [th]
266, Mehrow, Gemeinde und Gut mit Vorwerk Trappenfelde
  • Gasthof von Herm. Meißner
  • Gem.-Vorst. Meißner, Mehrow
  • Schöffe Gustav Wegener


Mittwoch, den 30. April 1924 (Nr. 101), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Neuenhagen. Eine eigenartige Liebhaberei betreibt hier ein Einwohner unseres Ortes, der in der Nähe des Bahnhofs wohnt. Besagter Herr ist anscheinend ein begeisterter Anhänger der Nacktkultur und liebt es daher, am Tage in seiner Wohnung stets im Adamskostüm herumzulaufen. Das wäre ja schließlich seine eigene Angelegenheit und man würde auch kein Wort darüber verlieren, wenn er diesen interessanten Sport für sich allein betreiben würde. Aber erscheint auch andere Leute davon überzeugen zu wollen, denn man sieht ihn oft am Fenster und kann so seinen wundervollen Körper bewundern. ... [2]

Hönow. Durch den Wahlausschuß ist für die Gemeindevertreterwahl von 2 eingegangenen Wahlvorschlägen einer als gültig zugelassen worden. Er trägt das Kennwort „Einheitsliste“ und enthält als Bewerber folgende Namen: 1. Adolf Döberitz, Landwirt; 2. Carl Lindenberg, Landwirt; 3. Hermann Schmidt, Schlosser; 4. Gustav Mette, Mühlenmeister; 5. Adolf Neumann, Ingenieur; 6. Heinrich Scheffler; Stellmacher; 7. Richard Schmidt I, Landwirt; 8. Albert Hering, Arbeiter; 9. Richard Zakouril, Schuhmacher. Die Wahl findet im A. Hörnickschen Gasthofe mit landrätlicher Genehmigung von 10 Uhr vorm. bis 5 Uhr nachm. statt. [2]


Donnerstag, den 1. Mai 1924 (Nr. 102), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg, 30. April
Schöffengerichtssitzung vom 29. April 1924.
Ein Angeklagter Döring ist am 14.12.1923 dabei betroffen worden, als er aus der Schonung der Blumberger Forst mittels einer Säge Weihnachtsbäume entwendete. Er wurde wegen Uebertretung des Feld- und Forstpolizeigesetzes zu 40 G.-M. Geldstrafe verurteilt. -
Drei Angeklagte aus Berlin ... hatten sich ebenfalls wegen Diebstahls aus der Blumberger Forst zu verantworten. Sie sollen diese am 10. Dezember 1923 entwendet haben und wurden an diesem Tage in Ahrensfelde gestellt. ... [2]


Freitag, den 2. Mai 1924 (Nr. 103), Anzeigen

3 Läuferschweine und Absatzferkel verkauft Eckelt, Lindenberg, Clarahöh.[2]


Sonntag, den 4. Mai 1924 (Nr. 105), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Der 2. Mai brachte hier die Arbeitsruhe aller Arbeiter der Gutsverwaltung Amt Alt-Landsberg mit sich. Abends fand im Hotel „Friedrichslust“ die Maifeier statt. [2]

Hönow. Die kirchliche Gemeindevertretung, die am letzten Freitag im Gemeindebüro tagte und zu der 12 Vertreter erschienen waren, nahm zunächst Ergänzungswahlen vor. Zum Patronatsältesten wurde der Landwirt H. Hörnicke, in den Gemeindekirchenrat der Bäckermeister A. Mette, in die kirchliche Gemeindevertretung die Herren A. Döberitz, A. Kirschbaum, R. Schmidt 9 und G. Mette durch Zuruf gewählt. Die Erhebung einer Kirchensteuer für 1924 im Betrage von 10 v. H. der Einkommensteuer war einstimmig beschlossen. [2]


Dienstag, den 6. Mai 1924 (Nr.106), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Unsere Stadt verlassen hat mit dem vergangenen Sonnabend der Teil 2 des hiesigen Katasteramtes. Zu ihm gehören sämtliche Ortschaften der Amtsgerichtsbezirke Strausberg und Kalkberge mit Ausnahme von Vogelsdorf-Gemeinde und -Gut, welche dem hier verbleibenden Teil 1 des Katasteramtes Alt-Landsberg zugeteilt sind. Es gehören also zum hiesigen Katasteramt sämtliche Ortschaften des Amtsgerichtsbezirks Alt-Landsberg. [2]

Hönow. Ueber wirtschaftliche Gegenwartsfragen sprach am Freitag abend Herr Schulrat Hoppe - Berlin auf Veranlassung des hiesigen Landwehr-Vereins im dichtgefüllten Saale bei Seeger. ... [2]

Wahlergebnisse aus dem Kreise. Reichstagswahl.
  1. Deutschnationale Volkspartei 19003
  2. Deutsch-Demokratische Partei 3857
  3. U.S.P.D. 13705
  4. Kommunisten 11911
  5. deutsch-soziale Partei 1863
  6. deutsche Volkspartei 5360
  7. deutschvölkische Freiheitspartei 3985
  8. Wirtschaftspartei d. deutsch. Mittelst. 2521
  9. Häußer-Bund 121
  10. Deutsche Zentrumspartei 1190
  11. Sozialistischer Bund 337
  12. Unabhängige Sozialdem. Partei 2172
  13. Polnische Volkspartei 63
  14. Republikanische Partei Deutschlands 258
  15. deutsche Arbeitnehmer-Partei 312
  16. Nationalliberale Vereinigung 830
  17. Nationale Freiheitspartei 99
ungültig 1090
Ahrensfelde. Dn. 82, Dem. 9, Soz. 59, Kom. 23, D. Soz. 10, D. Vp. 69, D. Völk. 63, Wirtsch. 14, Zentr. 2, Soz. Bd. 1, Unabh. 8, Arbeitn. 2, Nationall. 3
Mehrow. Dn. 76, Dem. 3, Soz. 5, Kom. 6, D. Soz. 1, D. Vp. 5, D. Völk. 64, Wirtsch. 1, Zentr. 1, Unabh. 1, N. Freih. 2, ungültig 4


Mittwoch, den 7. Mai 1924 (Nr. 107), Aus dem Kreise Niederbarnim

Blumberg. Ein Großfeuer ist in der heutigen Nacht um ¾2 Uhr im Sägewerk des Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt ausgebrochen. Der Brand kam im Sägewerk aus, woraus man schließt, daß Brandstiftung vorliegt. Das Feuer breitete sich mit großer Geschwindigkeit aus, und alle der Holzbearbeitung dienenden Maschinen fielen ihm zum Opfer. Die im Freien lagernden Holzvorräte konnten in der Hauptsache geschützt werden. Die sofort herbeigeeilte Freiwillige Feuerwehr unseres Ortes hatte bei der Ausbreitung des Feuers einen sehr schweren Stand. Sie wurde jedoch in den Löscharbeiten durch zahlreiche andere Wehren, darunter die Wehren aus Ahrensfelde, Eiche, Seefeld, Falkenberg und Bernau unterstützt, die z.T. durch die amtliche Telephonleitung der Bahn von dem Brande benachrichtigt worden waren. Die Hohenschönhausener Motorspritze wurde auch erwartet, traf jedoch nichtmehr ein. Den vereinigten Bemühungen der Feuerwehren gelang es, die in der Nähe liegenden Stallgebäude und Wohnhäuser zu schützen. Ein Teil der Wehren konnte dann gegen Morgen, als die Hauptgefahr beseitigt war, wieder abrücken. Unsere eigene Wehr, war in den Vormittagsstunden noch mit den Lösch- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Als ein besonderer Glücksumstand ist es zu bezeichnen, daß es gestern verhältnismäßig stark geregnet hatte, denn bei trockener Witterung hätte der gefährliche Brand möglicherweise viel weiter um sich gegriffen und auch die Gebäude in der Nachbarschaft vernichtet.


Donnerstag, den 8. Mai 1924 (Nr. 108), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Alt-Landsberg, 7. Mai.
Schöffengerichtssitzung vom 6. Mai 1924.
Einen Diebstahl hatte der schon vorbestrafte Kutscher Margull, Berlin, bei seinem früheren Arbeitgeber Ebel - Blumberg ausgeführt. Er hatte sich einen Sack Hafer versteckt und diesen später verkauft. Weiter hat er auf dem Felde beim Abfahren von Kartoffeln solche vom Wagen verkauft. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von insgesamt 100 Goldmark. [2]

Alt-Landsberg. Schaukochen unter Verwendung von Gasfeuerung findet am Donnerstag, den 8. Mai, abends 7½ Uhr im großen Saale des Hotels „Friedrichslust“ statt. Die Vorführung, an der jedermann unentgeltlich teilnehmen kann, wird von den Berliner Städtischen Gaswerken A. G. veranstaltet. Zweck ist, wie schon früher angedeutet, der Betrieb von Gaskochapparaten und die Belieferung mit Gas in kleineren Mengen. ... [2]

Blumberg. In Ergänzung unseres Berichtes über den Brand bei Herrn Maurer- und Zimmermeister Albert Weidelt erfahren wir noch, daß, als gegen 2 Uhr der Feueralarm ertönte, schon ein großer Schuppen, in dem Bauholz, Kohlen und Zement lagerten, in hellen Flammen stand. Obwohl die Wehr bald zur Stelle war, war vom Schuppen und den in ihm lagernden Vorräten nichts mehr zu retten. Auch der Maschinenraum brannte vollständig aus.


Sonnabend, den 10. Mai 1924 (Nr. 110), gekürzt

„Die Hölle.“
Ein ehemaliger deutscher Kriegsgefangener, der in St. Martin de Ré gesessen hat, schildert die fürchterlichen Verhältnisse des dortigen Zuchthauses wie folgt: Unmittelbar am Meer, an dem der Küste zugewandten Ufer der langgestreckten Insel, liegt die Zitadelle von St. Martin de Ré. Inmitten der Wälle ein kahler Hof, umgeben von öden, kasernenartigen Gebäuden; alles in der fahlen Farbe des Seesandes, sodaß die Augen schmerzten, wenn die Sonne darauf brannte. Das war das Kriegsgefangenenlager. ... [2]


Sonntag, den 11. Mai 1924 (Nr. 111), Anzeigen

Zur Vornahme von Neu- bezw. Umpflasterungsarbeiten wird die Chaussee Malchow-Lindenberg (Berlin-Stettin) von km 10,4 u. km 11,3 im Einvernehmen mit dem Herrn Polizeipräsidenten vom 15. d. M. auf die Dauer von etwa 10 Wochen für jeden Fahrzeugverkehr gesperrt. Der Fahrverkehr von Lindenberg und den dahinterliegenden Ortschaften nach Malchow bezw. Weißensee hat während dieser Zeit von Lindenberg über Wartenberg bezw. die Falkenberger Straße zu erfolgen.
Berlin-Weißensee, den 6. Mai 1924.
Bezirksamt Weißensee. [2]

Danksagung.
Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Besonders danken wir der Bäcker-Zwangsinnung Berlin-Weißensee, dem Kriegerverein Lindenberg für die Beteiligung, dem Gesangverein „Lyra“, Lindenberg für den erhebenden Gesang, Herrn Pastor Schacht für die trostreichen Worte, desgleichen für die reichlichen Kranzspenden.
Lindenberg, 10. Mai 1924.
Im Namen der Hinterbliebenen Frau Anna Dünnbier geb. Riesenberg. [2]


Sonntag, den 11. Mai 1924 (Nr. 111), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Zwei japanische Geschäftsreisende besuchen heute unsere Stadt, um Tassen, Armbänder, Vasen und andere echt japanischen Artikel zu verkaufen.


Dienstag, den 13. Mai 1924 (Nr. 112), Aus dem Kreise Niederbarnim

Lindenberg. Die Wahl zur Gemeindevertretung ergab für die bürgerliche Vereinigung 7 Sitze, für die Arbeitervereinigung 4 Sitze und für die Kolonie 1 Sitz. Nach der Reihenfolge der Benennungen auf den Wahlvorschlägen sind hiernach als gewählt zu betrachten: Vom Wahlvorschlag 1: Fritz Gahtow [ht], Landwirt, Richard Dünnbier, Bäckermeister, Rudolf Gahtow 1, Landwirt, Friedrich Baurath, Landwirt, Georg Kirschbaum, Landwirt, Ernst Koch, Landwirt, Wilhelm Albrecht, Zimmerpolier. Von Wahlvorschlag 2: Wilhelm Weigelt, Arbeiter, Albert Puttin, Arbeiter, Ottro Agurzky, Arbeiter, Otto Günther, Zimmermann. Vom Wahlvorschlag 3: Alfred Garbuzinski, Kaufmann.

Lindenberg. Von einem Ansturm auf Zuweisung einer Wohnung im Gemeindehause, die durch den Tod der bisherigen Inhaberin frei wird, dürfte der hiesige Gemeindevorstand ein Lied singen können. Ist die Leiche noch nicht mal der Erde übergeben, da setzt schon von den verschiedensten Stellen Nachfrage ein, wer wohl nun sich glücklich als Besitzer dieser Wohnung preisen kann. Soweit bekannt, dürften alle diejenigen, die den erbitterten Kampf um die Wohnung führen, wenig Aussicht haben, diese zugewiesen zu erhalten, da die Gemeinde, wie bisher üblich, die Wohnung ihrem derzeitigen Hüter der Nachtruhe bereitstellen wird.

Lindenberg. In völlig geisteskrankem Zustand wurde am Freitag voriger Woche der Schlächter Alban Engel hier aufgegriffen. Ueber Herkunft und Geburt war von Engel keine Angabe zu erlangen. Da er auch keine Ausweispapiere besaß, schwebt über seine Person bisher völliges Dunkel. Der angebliche Engel ist vorläufig der 3. Irrenanstalt in Berlin-Buch zugeführt. Entsprechende Mitteilungen, die über Engel Aufschluß geben, nimmt die hiesige Amtsverwaltung entgegen.


Mittwoch, den 14. Mai 1924 (Nr. 113), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 22. Mai 1924, nachmittags 7 Uhr, im „Schwarzen Adler“ hierselbst eine Vereinssitzung ab. ...


Freitag, den 16. Mai 1924 (Nr. 115), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Eine außerordentliche Ehrung ist Herrn Superintendenten Bäthge zuteil geworden. er ist bekanntlich Präses der Brandenburgischen Provinzialsynode. Für seine Arbeit und seine Verdienste bei der Leitung der Synode ernannte ihn die theologische Fakultät der Universität Berlin zum Dr. theol. ehrenhalber. ...[2]


Sonnabend, den 17. Mai 1924 (Nr. 116), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Die Verpachtung der Wiesenparzellen an der städtischen Kläranlage und an der Bleiche soll am Sonntag, den 18. Mai d. Js., vormittags 8 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend gegen Barzahlung für dieses Jahr erfolgen. Der Zuschlag wird nur erteilt an Kleinviehhalter, die im Gebiet der Altstadt wohnen. [2]


Donnerstag, den 22. Mai 1924 (Nr. 120), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg, 21. Mai.
Schöffengerichtssitzung vom 20. Mai 1924.
Der Melker Süß, bei Herrn Hörnicke - Hönow in Stellung, hatte diesem im August v. Js. aus dem eigenen Bett ein Kopfkissen entwendet und einem Freund, der sich verheiraten wollte, verkauft. Er war hierzu von dem Abnehmer überredet worden. Nachdem er damals seine Stellung verlassen hatte, ist er jetzt wieder seit längerer Zeit bei Herrn H. tätig, auch ist das Kissen zurückgeschafft worden. Während der Amtsanwalt eine Geldstrafe von 30 Goldmark beantragte, legte ihm das Gericht eine solche von 20 Goldmark auf. [2]

Lindenberg. Eine merkwürdige Straßenneupflasterung wird augenblicklich unweit unseres Dorfes auf der von Malchow nach hier führenden Chaussee betrieben. Dort hat die Stadt Berlin einen Teil des Pflasters aufgerissen und fast die ganze Straßenbreite einschl. des Sommerweges mit neuem Steinmaterial beschüttet, so daß es selbst einem Fußgänger schwer wird, die Straße zu benutzen. Für Wagen ist es ganz unmöglich. Sonst ist man gewohnt, daß bei solchen Arbeiten wenigstens der Sommerweg freigelassen wird. Die Stadt Berlin braucht diese Rücksicht anscheinend nicht zu nehmen.


Sonntag, den 25. Mai 1924 (Nr. 123), Aus dem Kreise Niederbarnim

Hönow. Einbruch. Nachdem erst am 10. d. Mts. Spitzbuben das Haus des Ingenieurs Beger heimgesucht, stahlen vermutlich dieselben Einbrecher in der Nacht zum 22. Mai aus dem verschlossenen Stallgebäude des benachbarten Ingenieurs A. Neumann 2 Herren- und ein Damenfahrrad. Die Räder sind mit den Schildern Brennabor bezw. Brennabor-Spezial versehen. Das eine, ein gut erhaltenes Herrenrad, hat auf dem Hinterrad Michelin-Mantel. Angaben, die zur Ermittelung der Täter führen können, nimmt der Gemeindevorsteher mit Dank entgegen. [2]


Mittwoch, den 28. Mai 1924 (Nr. 125), Titelseite

Ein politischer Mord bei Dahlwitz.
Berlin, 27. Mai.
In dem als Treskow-Wäldchen bekannten Teile des Forstes südlich der Chaussee Dahlwitz-Mahlsdorf wurde gestern die Leiche eines Schülers gefunden. Die Augen waren mit einem Tuch verbunden, der Kopf wies anscheinend eine Schußverletzung auf. Auf der Brust des Toten war ein Zettel befestigt, der in ungelenken Zügen die Worte zeigte: „Tod dem Verschißten! Das Exekutivkomitee der K. P. D. Erledigt am 26.5.24.“. Die Polizei ermittelte, daß es sich um den 15jährigen Schüler Günther Beyer handelt, dessen Vater Stadtobersekretär ist. Die äußeren Umstände lassen auf politische Motive bei diesem Morde schließen. Ueber die Täter ist noch nichts bekannt. [2]


Mittwoch, den 28. Mai 1924 (Nr. 125), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Ein unfreiwilliges Moorbad hat gestern nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr ein Einwohner aus Krummensee hinter den Viehställen der Domäne Alt-Landsberg in dem Graben genommen, der von den Amtswiesen in den Karpfenteich fließt; früher war dieser Graben vom Steg durch ein Geländer abgetrennt, um Passanten vor Unfällen zu schützen. Dieser Schutz ist seit längerer Zeit nicht mehr zu finden, obwohl der Fußweg an dieser Stelle schon sehr ausgetreten ist. Hierdurch kam der unfreiwillige Badegast mit seinem Rade zu Fall und stürzte damit in den 1,70 Meter tiefen Graben. Hiesige Einwohner, die gerade des Weges kamen, konnten dem Unglück­lichen die nötige Hilfe angedeihen lassen. ... [2]

Hönow. Der verdienstvolle ehemalige Gardeschützen-Kommandeur, der jetzige Generalmajor a. D. und 2. Vorsitzende des Gardeschützenbundes B. v. Gélieu, vollendete am 24. Mai sein 60. Lebensjahr. Die Feier dieses Tages stand für ihn und seine Familie im Zeichen vieler und wohlverdienter Ehrungen. Nachdem am Sonnabend der 1. Vorsitzende des Schützenbundes, S. Exz. General d. Inf. a. D. v. Winkler mit einer Anordnung von Offizieren seinem Kameraden die Wünsche der Verbände übermittelte, überbrachten am Sonntag die Abordnungen der Krieger­vereine Melln und Hönow und der Verein ehem. Gardeschützen Berlin mit etwa 70 Mitgliedern ihrem hochverehrten Führer und Ehrenmitgliede neben sinnreichen, geschmackvollen Geschenken die Glückwünsche ihrer Vereine. Deutsche, kernige Reden, Austausch alter, lieber Erinnerungen und Gesänge beliebter Soldatenlieder beseelten die fröhliche, ehrende Feier. Dem allseitig geschätzten und beliebten Offizier, aber auch allen Teilnehmern, wird diese Feier noch lange im Gedächtnis nachklingen. [2]

Hönow Nach kurzem Krankenlager starb am Sonntag, den 25.5. in einem Berliner Krankenhause der Altsitzer, frühere Kossätengutsbesitzer August Schmidt im 67. Jahre. 25 Jahre, von 1894 bis 1919 hat er der hiesigen Gemeindevertretung angehört und seine Kraft dem Wohle der Gemeinde gewidmet. Am Donnerstag nachm. wird er in Hönow beerdigt. [2]


Donnerstag, den 29. Mai 1924 (Nr. 126), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Hönow. Eine stramme Sitzung von vierstündiger Dauer hielt die neue Gemeindevertretung am Montag, den 26.5., abends 8 Uhr bei Hörnicke ab. ... Man einigte sich ... wieder auf einen Wahlvorschlag und es wurden einstimmig durch Zuruf vorgeschlagen als Gemeindevorsteher der bisherige: F. Kirschbaum, seit 1904 Gemeindevorsteher, und als Schöffen die bisherigen, nämlich Landwirt H. Hörnicke und Lehrer O. Meyer. Die schriftliche Wahl für den Schöffenstellvertreter fiel auf den Landwirt Rich. Döberitz. ... [2]


Sonnabend, den 31. Mai 1924 (Nr. 127), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Altlandsberg, 30. Mai
Schöffengerichtssitzung am 27. Mai 1924.
Wegen Viehaufkaufs ohne Erlaubnisschein für das Jahr 1924 war der Schlächtermeister Henze aus Neuenhagen zur Anzeige gebracht worden. ... Derselben Straftat hatte sich der Händler Schmidt aus Berlin schuldig gemacht. Er hatt in Blumberg unerlaubt Metalle aufgekauft und wurde nun zu 20 Gm. Geldstrafe verurteilt.
Die Arbeiter Joseph Duray und Joseph Wilma aus Berlin wurden im Dezember v. J. zwischen Blumberg und Ahrensfelde mit 13 geschlachteten Hühnern betroffen, die sie im Rucksack im Walde gefunden haben wollten. Am gleichen Tage war ebenfalls ein Hühnerdieb gefaßt worden, der 15 Hühner bei sich hatte. Es konnte festgestellt werden, daß einem Besitzer aus Sternebeck bei Tiefensee an diesem Tage 28 Hühner gestohlen waren. Der Amtsanwalt beantragte für beide je 4 Monate Gefängnis. Da jedoch nicht genau festgestellt werden konnte, daß die Genannten die Hühner dem Besitzer unmittelbar gestohlen hatte, wurden beide zu je 2 Wochen Gefängnis verurteilt. ...[2]


Sonntag, den 1. Juni 1924 (Nr. 128), Titelseite

Ein Skandal!
Freitag nachmittag ist ein Ereignis eingetreten, das ... bisher noch niemals, auch nicht in den schwierigsten Kriegs- und Nachkriegszeiten festzustellen war: wir waren nicht in der Lage, unsere Zeitung herauszubringen! Wir haben uns unseren Lesern gegenüber dafür zu entschuldigen, aber diese Entschuldigung wird zugleich eine Anklage sein. Angeklagt wird das Elektrizitäts- und Wasserwerk oder, was mit anderen Worten dasselbe heißt, das Märkische Elektrizitätswerk.
Wir haben vor einigen Tagen schon einmal auf den kläglichen Zustand hinweisen müssen, daß die Stromstörungen bei Gewitter wieder einsetzen. Man konnte bei den letzten Gewittern mehrfach beobachten, daß der Strom fortblieb. Gestern entwickelte sich das, was bisher immer nur andeutungsweise der Fall gewesen war, zur Katastrophe.
Um 1.55 Uhr nachmittags setzte der Strom zum ersten Mal aus, die Störung war um 2.10 Uhr - anscheinend durch Benutzung einer Reserveleitung - wieder behoben. Um 2.25 Uhr aber wurde durch Blitzschlag auch diese Leitung außer Betrieb gesetzt, und auch noch eine dritte fiel dem Gewitter zum Opfer. So lagen also die beiden Leitungen von Heegermühle über Schöpfurth und über Prenden still, und auch die Hennigsdorfer Reserve war unbrauchbar. Damit war die gesamte auf den Strom des M. E. W. angewiesene Industrie an diesen Strecken zur Untätigkeit verurteilt. ... Dieser Zustand ist, wenn er sich nun - woran wir gar nicht zweifeln - einbürgern sollte, gelinde gesagt ein Skandal, der zum Himmel schreit. ... [2]


Sonntag, den 1. Juni 1924 (Nr. 128), Aus dem Kreise Niederbarnim

Bekanntmachung.
Die Provinzialchaussee Berlin-Schwedt zwischen Ahrensfelde und Blumberg und zwischen Blumberg und Seefeld ist nach Beendigung der Neuschüttungsarbeiten für den Verkehr wieder in vollem Umfange freigegeben.
Berlin, den 28. Mai 1924.
Der Landrat.


Dienstag, den 3. Juni 1924 (Nr. 129), Kreis Oberbarnim, gekürzt

Werneuchen. Die Reste eines menschlichen Körpers, dem der Kopf fehlte, fanden Waldarbeiter in der Forst von Hirschfelde. In den Kleidern steckte fast nur noch Knochen. Einzelne Glieder und kleine Ueberbleibsel der Eingeweide lagen in der Nähe verstreut umher. Allem Anschein nach haben Wildschweine den Körper angefressen. Die Taschen der Kleider waren nach außen gekehrt und leer. Aus der Kleidung, einem graugrün gemischten Anzug und schwarzen Schnürschuhen mit Gummiabsätzen, ist zu schließen, daß ihr Träger bessergestellten Kreisen angehört hat. Der Tote muß ein mittelgroßer, kräftiger Mann gewesen sein. Im Frühjahr 1923 hatten Arbeiter, die in der Nähe der Forst pflügten, hierbei einen menschlichen Kopf gefunden, an dem noch einige Fleischteile saßen. Die Leute hatten bis jetzt diesen Fund verschwiegen, weil sie „keine Scherereien“ haben wollten, und pflügten den Kopf noch tiefer unter. So blieb das Verbrechen, das wahrscheinlich schon im Sommer 1922 verübt worden ist, weiter ein Jahr lang verborgen. Wie der Kopf vom Rumpfe abgetrennt worden ist, läßt sich heute nicht mehr feststellen. ... Es besteht die Vermutung, daß das Opfer des Verbrechens ein Gutskäufer ist, der ... von dem Mörder unter falschen Vorspiegelungen in den Wald gelockt wurde. ... [2]


Dienstag, den 3. Juni 1924 (Nr. 129), Anzeigen

Danksagung.
Für die liebevolle Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Tochter und Schwester Else sagen wir unsern herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pastor Schacht für die trostreichen Worte am Sarge des Entschlafenen und für die zahlreichen Kranzspenden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie August Heinicke.
Lindenberg, im Mai 1924.[2]


Mittwoch, den 4. Juni 1924 (Nr. 130), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Eine erhebende, eindrucksvolle Feier war das 1. Stiftungsfest des Landwehr-Vereins, verbunden mit der Übergabe einer Fahne an den vor Jahresfrist gegründeten Verein. Nachdem schon vormittags an geweihter Stätte des Tages und der gefallenen Heimatsöhne in würdiger Weise gedacht war, versammelte sich nachmittags bei herrlichstem Wetter im schön geschmückten Festsaale bei Zielisch der Verein zum Abholen der verhüllten Fahne, die im Festzuge zum Festplatze gebracht wurde, unterwegs vom Turnerverein stramm begrüßt.
Mit dem Deutschenliede „Wir treten ...“ ward der Festakt eröffnet. Der Vorsitzende, Herr Weier, begrüßte herzlich die Festteilnehmer und widmete den Paten seines Vereins, den aus Hönow erschienenen Kameraden Meyer und R. Schmidt-Ziethen, sowie der teilnehmenden Jugend besondere Worte. Herr Meyer-Hönow erwiderte in überzeugungstreuer, aus deutscher Brust klingender Rede. Die Fest- und Übergaberede hielt dann Herr Weier. Er leitete seine schöne, deutsche, aus dem Herzen kommende und zu Herzen gehende Ansprache mit einem Gedenken der deutschen Not ein. Er führte dann die Zuhörer im Geiste mit der ruhmvollen Armee über die Großschlachtfelder und endete mit heißen Wünschen für unser bedrängtes Volk und Vaterland. „Deutschland über alles, und im Unglück nun erst recht“!
Denselben guten Eindruck hinterließ auch die Uebergabe der Fahne vom aufgelösten V.R.S. an den Landwehr-Verein. Der Kameradenmarsch in Trauerweise ward das „Vergiß-mein-nicht“ für die gefallenen Dorfkämpfer. Gute, stimmungsvolle Kinderchöre, Vorführungen des Turnvereins Hindenburg, die von Schwung und gutem Geist im Verein zeugten, Konzertstücke, umrahmten und verschönten die Feier. Dann zeigte der Verein die enthüllte Fahne im Festzuge seinen Dorfeingesessenen.
Das Abbringen der Fahne und ein strammer Gruppenvorbeimarsch beendeten die Nachmittagsfeier, an die sich am Abend der übliche Ball anschloß. Es war eine wohlgelungene, abgeschlossenen Feier, durchglüht von echt deutschem Geiste, an die die Festteilnehmer noch lange denken werden und für die man Herrn Weier und seinen Mitarbeitern ganz besonderen Dank zollen muß.
Aber etwas fiel den Außenstehenden doch auf. Waren denn alle deutschen Männer und Frauen aus Mehrow beteiligt? Man vermißte wenigstens solche, deren Besuch sicher erwartet werden durfte. Oder war ihnen diese erhabene Feier zu gering?

Hönow. Der hoch mit Preßstroh beladene Wagen des Fouragehändlers Joseph Sperlich aus Berlin kippte am Montag vormittag vor Scharny und begrub unter sich den neben dem Wagen gehenden Besitzer. Hilfsbereite Männer befreiten ihn aus seiner Lage. Er kam mit dem bloßen Schrecken davon.


Freitag, den 6. Juni 1924 (Nr. 132), Amtlicher Teil

Bekanntmachung.
Die Kreisstraße von Lindenberg nach Schwanebeck wird vom 4. bis 30. Juni d. J. wegen Neuschüttens der Steinbahn für Fuhrwerke gesperrt.
Berlin, den 31. Mai 1924.
Der Landrat.


Freitag, den 6. Juni 1924 (Nr. 132), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, am Sonntag, den 17. August sein diesjähriges Rennen abzuhalten. Erfreulicherweise hat sich in den letzten Sitzungen eine Anzahl neue Mitglieder zur Aufnahme gemeldet, welche dem Verein mit gutem Pferdematerial zur Verfügung stehen. Auf vielseitigen Wunsch wird auch in diesem Jahre wieder hauptsächlich Wert auf Galopprennen gelegt werden.

Lindenberg. Die neugewählten Gemeindevertreter traten am 3. Juni zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Sitzung eröffnete Herr Gemeindevorsteher Kirschbaum mit herzlichen Begrüßungsworten und sprach dabei die Hoffnung aus, daß die Vertretung zum Allgemeinwohl wirken und bei den Beratungen sich von sachlichen, unserer Gemeinde zum Segen gereichenden Motiven leiten lassen möge. ...


Sonnabend, den 7. Juni 1924 (Nr. 133), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Hönow. Eine Protestversammlung gegen den neuen Tarif der Gebührenabrechnung der St. B. E. Werke hielt die Ortsgruppe des Landbundes am Dienstag abend bei Hörnicke ab. ...[2]

Hönow. Der Landwehr-Verein hielt Mittwoch abend bei Scharny seine Junisitzung mit einer bisher noch nicht erreichten Besucherzahl ab. Dem vom Vorstand ausgearbeiteten Entwurf für die Begräbniskasse stimmte die zahlreiche Versammlung einmütig zu. ... Es wurde eine Denkmals­kommission gebildet, die den Gedanken einer Abänderung und Verschönerung unseres Gedenk­steines auf der Dorfaue weiter verfolgen soll. ... [2]

Hönow. Mitglieder der Mordkommission in der Günther Beyerschen Mordaffäre weilten Mittwoch ... in unserem Dorfe, um im hiesigen Haussee nach einem Revolver des L., den er hier beim Baden versenkt haben soll, zu tauchen und zu fischen. Die Nachforschungen verliefen ergebnislos. [2]


Mittwoch, den 11. Juni 1924 (Nr. 135), Anzeigen

Reparaturen, Neueindeckungen an Pappdächern vermittels Herreschen
Dichtungsfaser u. Faseranstrichmasse, seit 40 Jahren glänzend bewährt, billig - schnell - gut.
Oskar Schulz, Blumberg, Bez. Potsdam. [2]


Mittwoch, den 11. Juni 1924 (Nr. 135), Aus dem Kreise Niederbarnim

Lindenberg. Eine Gemeindevertretersitzung findet am Donnerstag, den 12. Juni, abends 8 Uhr, im Gasthof von Schumann statt. Tagesordnung (Oeffentliche Sitzung): 1. Wahl der Schöffen, 2. Wahl des Gemeindevorstehers, 3. Verschiedenes. Anschließend erfolgt eine nichtöffentliche Sitzung.


Donnerstag, den 12. Juni 1924 (Nr. 136), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. „Das Unglück schreitet schnell.“ Diese harte Wahrheit bestätigte sich auch wieder in der Nacht zum ersten Pfingstfeiertag in der Familie des hiesigen Brennermeisters Ziersch, in der letzterer fast ein Opfer seines Berufes geworden wäre. Um auch einen freien Feiertag zu haben, arbeitete Z. mit seinen Leuten die Nacht hindurch in seinem Brennereibetriebe. Er hatte die Henze mit Mais füllen lassen. Nach ordnungsmäßigem Verschließen dieses starken eisernen Behälters setzte Z. die mehrere Zentner fassende Maismenge unter starken Wasserdampf, um sie zum Kochen zu bringen. Kaum hatte er sich jedoch wenige Schritte von dem Apparat entfernt, als eine fürchterliche Detonation entstand. Der Verschlußdeckel der Henze war abgesprengt und mit einem kanonenschußartigen Knall schoß der Dampf und die kochende Maismasse von innen gegen das Dach des Brennereigebäudes, warf in einem Umfange von 1½-2 m die Dachsteine in hohem Bogen auf den Gutshof und stürzte dann selbst als glühende Lavamasse nach. Ein Teil dieser kochenden Maische stürzte nach der Seite und begrub Z. unter sich. An Kopf, Armen und Oberkörper entsetzlich verbrüht, trafen ihn seine Arbeiter, die auf seine Hilferufe herbeieilten, auf der Treppe an. Wäre er im Moment der Explosion dem Apparat näher gewesen, so wäre er sicherlich sofort eine Leiche gewesen. Da bei dem Unglück Herrn Ziersch ein Selbstverschulden nicht trifft und der unglückliche Vorgang nur auf einen alten Materialfehler in der Verschlußvorrichtung der Henze zu suchen ist, so findet der Verunglückte auf seinem Schmerzenslager allgemein aufrichtige Teilnahme. Alle Bekannten und Freunde wünschen ihm eine baldige und gute Heilung.

Hönow. Die Jugendwanderung unserer Kinder nach dem Harz hat unter Führung des Herrn Lehrer Meyer am heutigen Mittwoch begonnen. Der erste Tag bringt die Reisenden nach Wernigerode. Von hier aus sollen in 6tägiger Wanderung die Hauptsehenswürdigkeiten besichtigt werden. [2]

Hönow. Der Lehrer Lübke scheidet mit dem 1.7.1924 infolge des Abbaugesetzes nach mehr als 35jähriger segensreicher Tätigkeit am hiesigen Orte aus seiner Amtstätigkeit aus. Wir wünschen ihm den wohlverdienten langen Lebensabend.

Hönow. Der überaus starke Autoverkehr während des Hoppegartener Rennens am 2. Feiertage führte zu einem Zusammenstoß zweier Autos auf der Mahlsdorfer Chaussee, der noch ziemlich glimpflich ablief. Der stets hilfsbereite Oberheilgehilfe Richter leistete die erste Hilfe. [2]


Sonntag, den 15. Juni 1924 (Nr. 139), Aus dem Kreise Niederbarnim

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Lanke, Schönow, Mehrow, Stolzenhagen, Stolpe, Bernau und Schmachtenhaen erloschen ist, hebe ich meine diesbezüglichen viehseuchenpolizeilichen Anordnungen auf.
Berlin, den 13. Juni 1924.
Der Landrat des Kreises Niederbarnim.[2]


Sonntag, den 15. Juni 1924 (Nr. 139), Aus dem Kreise Niederbarnim

Blumberg. Unsere neugewählte Gemeindevertretung trat am vergangenen Donnerstag zum ersten Male zusammen. Sie befaßte sich mit der Wahl des Gemeindevorstehers und der Schöffen. Gemeindevorsteher wurde der bisherige Gemeindesekretär Richard Noack. Gemeindeschöffen wurden die Herren: Töpffer, August Ebel und Vetter.[2]


Sonntag, den 15. Juni 1924 (Nr. 139), Anzeigen

Maurergesellen einige Bauarbeiter u. Zimmergesellen stellt ein A. Weidelt, Blumberg. [2]

Kohlrübenpflanzen gibt ab. Eckelt, Lindenberg. [2]


Dienstag, den 17. Juni 1924 (Nr. 140), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Hönow. Die Obduktion der vor kurzem im Hechtsee gefundenen Kindesleiche hat zur wesentlichen Aufklärung des Falles nicht beigetragen. Die Leiche befand sich in einem Zustande, daß eine geregelte Sektion nicht mehr möglich war. Das Geschlecht des Kindes war nicht mehr erkennbar (anscheinend männlich). Wahrscheinlich ist das Kind tot geboren oder an Lebensschwäche gestorben. Die Leiche wurde zur Beerdigung freigegeben. ... [2]

Hönow. An ihre Heimatzeitung haben die Harzreisenden aus unserer Schule auch vom sagenumwobenen Brocken her gedacht, indem sie vom Brockenhotel aus an das „Niederbarnimer Kreisblatt“ deutsche Grüße gesandt haben. Die Karte, für die wir uns auf diesem Wege bestens bedanken, trägt die Unterschriften Meyer, Lilli Schmidt, Bernhard Schmidt, Willi Mette, Edith Neumann, Herbert-Bruno Döberitz, Paul Scharny, Fritz Henze, Willi Schmidt, Erwin Gathow. [2]


Sonnabend, den 21. Juni 1924 (Nr. 144), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Alt-Landsberg. Die Arbeiten an der Ueberlandzentrale schreiten in schnellem Tempo vorwärts. Von Neuhönow bis zur Blumberger Grenze sind auf der Altlandsberger Feldmark die großen Masten aufgerichtet. Sie passen sich gut in das Landschaftsbild ein und wirken nirgends störend.

Alt-Landsberg. Der gestrige Jahrmarkt war endlich einmal von gutem Wetter begünstigt. Leider hatten die Mißerfolge der letzten Märkte nur wenige Geschäftsleute bewegen können, den Weg hierher zu machen. Es waren nur etwa 20 Stände vertreten. ... Hauptsächlich waren Verkaufsstände mit Bekleidungsstücken, Wäsche und Pantoffeln vorhanden. Ferner waren Luxusgegenstände, Lederwaren, Feuerzeuge und nicht zum wenigsten zur Freude für die Jugend die Zuckerbuden vertreten. ... [2]

Mehrow. Der „Stahlhelm“ (Bund der Frontkämpfer), der hier im Kreise sich mächtig ausbreitet und immer mehr vaterländisch gesinnte Leute um sich schart, hat auch hier im Orte Fuß gefaßt. Es wurde in dieser Woche hier eine Ortsgruppe gebildet.


Sonntag, den 22. Juni 1924 (Nr. 145), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Bernau. Als äußerst gefährliche Handelsleute entpuppten sich zwei Chinesen, die in den letzten Tagen in der Stadt ihr Unwesen trieben und gestern, dank der Wachsamkeit unserer Polizei, verhaftet wurden. Wie schon an verschiedenen anderen Orten zogen sie auch hier von Haus zu Haus und boten angeblich echte chinesische Erzeugnisse in Tee, Schmucksachen, Zigarettenspitzen usw. an, obwohl die Waren, wie sie bei der Verhaftung selbst zugeben mußten, größtenteils deutschen Ursprungs waren. ... [2]

Alt-Landsberg. Das Fronleichnamsfest wurde auch hier von der kath. Gemeinde würdig begangen. Der Gottesdienst wurde abends in den Seeberger Fichten veranstaltet, woselbst dazu ein Altar hergerichtet war. Die Feier machte in der heiligen Waldesstille einen ergreifenden Eindruck. [2]

Alt-Landsberg. Der Jahrmarktstag oder besser die Jahrmarktsnacht blieb leider für einige Geschäftsleute nicht ohne Folgen. Die Hitze schaffte durstige Kehlen und mitunter wird ja mehr getrunken, als der Durst es erfordert. Aus diesem Grunde kam es auf der Berliner Chaussee mehrmals zwischen halbwüchsigen jungen Burschen zu Plänkeleien ... [2]


Dienstag, den 24. Juni 1924 (Nr. 146), Anzeigen

Alt-Landsberg.
In unser Handelsregister A ist heute unter Nr. 133 die Firma Kurt Redlich, Blumberg, und als Inhaber Kurt Redlich eingetragen. Als nicht eingetragen wird bekannt gemacht, daß das Geschäft Produktenhandel betreibt.
Altlandsberg, den 18. Juni 1924.
Amtsgericht. [2]


Dienstag, den 24. Juni 1924 (Nr. 146), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Alt-Landsberg. Montageball. Die bei den Montagearbeiten zur Ueberlandzentrale beschäftigten Angestellten und Arbeiter hatten am Sonnabend zu einem Ball im Hotel Friedrichslust eingeladen; die Alt-Landsberger waren der Einladung gern gefolgt. [2]

Alt-Landsberg. Achtung! Selbstschüsse! Beim Kontrollieren der Selbstschußanlagen verunglückte am Sonnabend ein Angestellter der Obstplantage Seeberg. Er erlitt Verletzungen an der Hand und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. [2]

Alt-Landsberg. Ein Einbruchsdiebstahl schwerster Art wurde in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag im hiesigen Forsthause ausgeführt. Während sich Herr Stadtförster Ischinsky auf einem Dienstgang im Walde befand, ging man daran, seiner Wohnung einen Besuch abzustatten. ... [2]


Mittwoch, den 25. Juni 1924 (Nr. 147), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Ahrensfelde. Feststimmung herrschte am letzten Sonntag in unserm festlich geschmückten Ort. Der hiesige Männergesangsverein „Frohsinn“ hatte die Freude und Ehre, den Gesangverein des „Sängerbundes an der Wriezener Bahn“, zu dem er auch gehört, zum diesjährigen Bundesfest die gastliche Stätte zu bereiten. - Nach dem Empfang auf dem Bahnhof und der Geleitung der erschienenen Vereine in das Vereinslokal des Sangesbruders Dubitz [tz!, vermutlich Dubick] fand die Probe der Massenchöre unter Leitung des Dirigenten des Ortsvereins statt. Im Anschluß daran reihte sich die stattliche Sängerschar mit ihren Bannern zum fröhlichen Festzug durch den Ort, um dann den friedlichen Sängerwettstreit im schattigen Garten des genannten Gasthofes zu beginnen. Leider war der kalte, starke Wind den Sängern nicht günstig, sodaß von manchem Lied die zarteren Stellen zum großen Teil verloren gingen. ... Jeder der 7 Vereine, die sich am Gesange beteiligten, leistete, was in seinen Kräften stand. Besonders anerkennend zu erwähnen sind die beiden größten Vereine des Bundes, der Verein „Eintracht“ aus Hohenschönhausen und der Männergesangverein Werneuchen. ...


Freitag, den 27. Juni 1924 (Nr. 149), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Lindenberg. Eine Gemeindevertretersitzung fand am 24. Juni statt. Sämtliche Gemeindevertreter waren anwesend, ein Zuhörer hatte sich eingefunden. ...

Hönow. Zwei Ruhrkinder sind zum längeren Erholungsurlaub aus Lüdenscheid hier eingetroffen und haben bei den ihnen befreundeten Familien R. Müller und R. Schmidt Unterkunft gefunden. [2]


Dienstag, den 1. Juli 1924 (Nr. 152), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Altlandsberg. Auf die heutige Einladung des landwirtschaftlichen Vereins Alt-Landsberg und Um­gebung zur Besichtigung des Mustergutes Luisenhof bei Oranienburg verweisen wir besonders. [2]

Altlandsberg. Der Landwehrverein hielt am Sonnabend seine letzte Sitzung ab. An ihr nahmen nur etwa 20 Kameraden teil. Der Vorsitzende berichtete über briefliche Eingänge und die Vorarbeiten zur Errichtung einer Gedenktafel. Der Kalkstein aus Rüdersdorf soll nach Mitteilung von Fachleuten als Material für die Tafel nicht in Frage kommen können, weil sich Buchstaben in ihn schlecht hineinhauen lassen. ... [2]


Mittwoch, den 2. Juli 1924 (Nr. 153), Anzeigen

Zwei 9 Wochen alte Schäferhunde verkauft G. Hagert, Lindenberg b. Berlin. [2]


Donnerstag, den 3. Juli 1924 (Nr. 154), Aus dem Kreise Niederbarnim

Altlandsberg, 2. Juli.
Schöffengerichtssitzung am 1. Juli 1924.
Wegen verleumderischer Beleidigung des Inhalts, sie hätten ihren Prozeß gegen die Gemeinde Eiche nicht verloren, wenn diese das Gericht nicht gespickt hätte, und wegen diese Ausgaben sei kein Geld in der Gemeindekasse, ist die Witwe K. aus Eiche angeklagt. Dem Antrage des Amtsanwalts entsprechend erfolgt Verurteilung zu 50 Goldmark. [2]


Freitag, den 4. Juli 1924 (Nr. 154), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Alt-Landsberg. Landwehrverein. Die Jungsturmabteilung 76 Berlin hat für den an Sonnabend bei unterlauf stattfindenden vaterländischen Abend ein gutes Programm aufgestellt. Da eventuelle Ueberschüsse dem Denkmalfonds zugeführt werden, ist den Veranstaltern ein volles Haus zu wünschen. [2]

Alt-Landsberg. Der Reiterverein Alt-Landsberg und Umgebung veranstaltet am 13. Juli hierselbst ein Reit- und Fahrturnier. ... Der Festplatz befindet sich wieder an der Buchholzer Chaussee. [2]


Dienstag, den 8. Juli 1924 (Nr. 158), Anzeigen

Alt-Landsberg.
In unser Handelsregister A ist heute unter Nr. 135 Die Firma August Hartmann, Blumberg, und als Inhaber Landwirt August Hartmann in Blumberg eingetragen. Als nicht eingetragen wird bekannt gemacht, daß das Geschäft Produktenhandel betreibt.
Altlandsberg, den 2. Juli 1924.
Das Amtsgericht. [2]

Werneuchen (Oberbarnim). Eine Ortsgruppe des „Stahlhelm“ ist hier vor einiger Zeit gegründet worden. Zahlreiche nationalgesinnte Leute haben sich bereits als Mitglieder gemeldet, so daß die Gruppe bald über eine gute Stärke verfügen wird. [2]


Mittwoch, den 9. Juli 1924 (Nr. 159), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Hönow. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich Montag nachmittag gegen 3 Uhr in der etwa 300 Meter östlich des Dorfes liegenden scharfen Kurve. Der dem Kaufmann Thaler aus Berlin, Inhaber der „Akademischen Bierhallen“, gehörende kaum eine Woche lang gefahrene Brennabor­wagen scheint in der Kurve durch den Fahrer zu stark gebremst worden zu sein. Dadurch geriet der Wagen in den Sommerweg, das eine Hinterrad setzte auf dem Absatz auf, drückte die Felge ein und der Wagen schleuderte. Dabei wurde er gegen einen starken Chausseebaum geworfen und der Hinterwagen vollständig zertrümmert. ... Es ist dies wohl bereits der fünfte Autounfall, der sich an dieser Stelle ereignet hat. [2]

Hönow. Infolge des Abbaugesetzes trat am 1. Juli nach 35jähriger Amtstätigkeit am hiesigen Orte und mehr als 40jähriger Amtstätigkeit der Lehrer Herr Otto Lübke in den wohlverdienten Ruhestand. Der letzte Schultag war ein Ehrentag für ihn. Im maien- und blumengeschmückten Schulzimmer feierten sonntäglich gekleidete Schüler und Schülerinnen den Abschied. Schulrat Hoppe und Lehrer Meyer widmeten im Beisein des Schul- und Gemeindevorstandes ehrende und dankende Worte. Tränende Kinderaugen zollten Dank und Liebe. - Zu einem Volks- und Heimatfest aber gestaltete sich im Rahmen eines Kinderfestes die vom Schulvorstand geleitete Feier am letzten Sonnabend. Der Nachmittag galt den Kindern. Der Festumzug der Kleinen bot ein ein farben­prächiges Bild. ... Abends ½8 Uhr füllte sich dicht der Seegersche Saal. Am rosengeschmückten Ehrentisch saß der Gefeierte mit seiner Familie. ... Lehrer Andrae aus Seeberg sprach im Auftrag des Lehrervereins a. d. Ostbahn aus tiefem Herzen zum scheidenden Freunde, Pfarrer Benecke aus Ahrensfelde zu seinem Mitarbeiter. ... Die zweite Lehrerstelle ist wegen geringerer Schülerzahl von der Regierung nicht besetzt worden. Die Schule wird nun von Lehrer Meyer allein verwaltet.


Donnerstag, den 10. Juli 1924 (Nr. 160), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Sonnenwendferier und Fahnenweihe! Zu einer großartigen, eindrucksvollen Kundgebung für den völkischen Gedanken gestaltete sich die Sonnenwendfeier, die am letzten Sonnabend abend für den 1. Bezirk des Turngaues Brandenburg am hiesigen Wendsee [d] abgehalten wurde. Nach Tausenden zählte die Menge der Teilnehmer, die aus allen umliegenden Ortschaften zusammen­geströmt war. Hell loderte nicht nur die Flamme des mächtigen Holzstoßes zum nächtlichen sternenklaren Himmel empor, sondern viel höher und heller noch stieg die Flamme der Begeisterung vom Feuer der Liebe und Treue zum deutschen Volk und Vaterland in Wort und Lied zu Walhalla auf, als der Gauobmann Turnbruder Dombrowsky-Charlottenburg seine Feuerrede gehalten hatte. Nachdem noch mehrere Gebräuche unserer Altvordern bei ihrer Sonnenwendfeier nachgeahmt und sogar die alten Besen, die auch im letzten Jahr im deutschen Volk wieder schlechten Dienst verrichtet und die Strohpuppe, das Bild des leeren, strohernen Zeitgeistes, der Vernichtung durch das Feuer übergeben worden waren, kehrten alle deutschfühlenden Teilnehmer mit dem Wunsche heim: „Heilige Flamme, glüh, glüh und verlösche nie fürs Vaterland“. -
Eine würdige Fortsetzung der völkischen Sonnenwendfeier war die Fahnenweihe des jungen Turnervereins Hindenburg am Sonntag, den 6. d. Mts. Das ganze Dorf prangte im Schmuck der alten deutschen Farben und mancher hat sich unbewußt und gegen seinen Willen von diesen Zeichen deutscher Macht und Größe bücken müssen. Als Festplatz war von der Gutsherrschaft der neue Park in hochherziger Weise zur Verfügung gestellt worden. Da unser Ort durch die Sonnenwendfeier eine starke Einquartierung bekommen hatte, so fand am Sonntag früh 6 Uhr das „große Wecken“ statt.
Um 9 Uhr traten die Turner und Turnerinnen zu Wettkämpfen an, wobei sich zeigte, daß unser junger Ortsverein schon gute Fortschritte gemacht hat. Nachmittags um 3 Uhr marschierte der imposante Festzug, bei dem 8 fremde Turnervereine und unser Landwehrverein mit Fahnen antraten, unter fliegendem Spiel zum Festplatz. Nach dem gemeinsamen Gesang „Wir treten an zum Beten“ sprach Frl. Anna Stemmler laut und ausdrucksvoll den Festvorspruch. Hierauf begrüßte der Vereinsditwart [i], Turnbruder Weier, die Festversammlung. Er dankte der anwesenden Gutsherrschaft, Herrn und Frau Bothe, für die dem Verein gestiftete Fahne.
Mit einer Mahnung an die Turner, ihren Vereinsbestrebungen treuzubleiben, schloß der Redner mit einem dreifachen „Gut Heil!“ auf die deutschvölkischen Turner. Hierauf hielt der Gauobmann, Turnbruder Dombrowsky, die Fest- und Weiherede, die in ihrer ruhigen, schlichten und eindrucks­vollen Art die Feststimmung auf die Höhe brachte. Nachdem auch noch der Bez.-Ditwart, Turnbruder Marquardt-Ahrensfelde über die Ziele der völkische Turnervereine: Rassenreinheit, Volksreinheit und Geistesfreiheit, gesprochen hatte, wurde von Frl. Minna Maute-Mehrow für die Jungfrauen des Ortes mit einem recht sinnigen Spruch ein Fahnenband überreicht. Hierauf erfolgte die Uebergabe der Fahnennägel an den Täufling.
Nach dem üblichen Festumzug zeigten die Heimischen, wie auch die fremden Turner ihre Leistungen in Freiübungen, am Reck und am Barren. Um 7 Uhr hatte der Festakt sein Ende erreicht und die Fahnen wurden abgebracht, worauf dann der übliche Tanz in beiden Festlokalen einsetzte. Auch diese Feier kann als wohlgelungen und recht stimmungsvoll bezeichnet werden, wofür dem Vereinsleiter, Turnbruder Schwarz, und seinen treuen Mitarbeitern der Dank des Vereins und des ganzen Dorfes gebührt.


Sonnabend, den 12. Juli 1924 (Nr. 162), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Zur Sonnenwendfeier wäre noch zu ergänzen, daß zu dem Gelingen dieser Feier vorallem der Bezirksdietwart Trbdr. Marquardt „D. Tv. Felsing“ Ahrensfelde, der die ganze Feier gestaltet und geleitet hatte, beigetragen hat. Er gedachte auch in kernigen Worten der gefallenen Helden und huldigte denselben durch Hineinwerfen eines Eichenkranzes in die heilige Glut. Seine völkische Begrüßung und Ermahnung zum Festhalten am deu Vaterlande im reinen uneigennützigen Gebaren, brachte manches Herz in Wallung. Auch hatten die Jugendabteilungen des Turnvereins „Felsing“ Ahrensfelde durch ihre Darbietungen von Naturliedern (Abendliedern) und die Jungmannen dieses Vereins durch Aufsagen trefflicher Sprüche für deutsche Stimmung gesorgt. Die Milde und die Kraft hatten sich hier gepaart.


Mittwoch, den 16. Juli 1924 (Nr. 165), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Altlandsberg. Das Reit- und Fahrturnier der Landbund-Reitervereins fand am Sonntag hier statt. Um 1½ Uhr wurde geschlossen von Kohl, Friedrichslust, abmarschiert; drei Feuerwehrkapellen und als alter Bekannter der Altlandsberger von früheren Jahren her, der ehemalige Kesselpauker Sambo von den Potsdamer Gardehusaren, stellten sie Marsch- und Platzmusik. ... Der Landbund-Reiterverein Blumberg brachte darauf eine Fahrschule „Zweie-lang“ zur Vorführung, die mit Beifall aufgenommen wurde. ... Nun folgte die in geschichtlichen Uniformen gerittene Fridericus-Quadrille seitens des Landbund-Reitervereins Blumberg. Sie erntete reichen Beifall und lohnte das Publikum damit die fleißige Arbeit, die in der Einübung dieser Quadrille für Mann und Roß nötig gewesen war. ... Für Getränke auf dem Platze hatte Herr Lindenberg gesorgt. Leider hatte er, obwohl an drei Stellen ausgeschenkt wurde, doch nicht mit dem Riesendurst aller Festteilnehmer gerechnet. Freilich war auch die Hitze geradezu ungewöhnlich. ... Besonderer Dank gebührt den Herren des Preisrichterkollegiums, Herrn v. Rohrscheidt-Garzen, Herrn E. Priemer-Ahrensfelde und Herrn Major Schrader-Strausberg. Am Abend fand im Schützenhaus die Preisverleihung statt; der anschließende Ball hielt alt und jung noch lange fröhlich beisammen. ... [2]


Donnerstag, den 17. Juli 1924 (Nr. 166), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg, 16. Juli 1924.
Schöffengerichtssitzung am 15. Juli 1924.
Der wegen Diebstahls - er soll dem Landwirt Ebel in Blumberg 4 Saateggen gestohlen haben - angeklagte Werkzeugschlosser Manske aus Berlin ist trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Gemäß dem Antrag des Amtsanwalts soll der Angeklagte in Untersuchungshaft genommen werden. ... Der Fischereipächter Spalk aus Neukölln hatte im Blacksee bei Trappenfelde gefischt, ohne im Besitz eines Fischereischeins zu sein. Er wurde zu 30 Mark ev. 3 Tagen Haft verurteilt. - Der Kaufmann Schulz aus Mahlsdorf hatte in Hönow etwa 30 Zentner Kartoffeln aufgekauft, ohne im Besitze des hierzu erforderlichen Handelserlaubnisscheins zu sein. Er gab das zu und erklärte, in Unkenntnis gehandelt zu haben. ... [2]

Die freiwillige Feuerwehr begeht am 19. u. 20. d. M. ihr 35jähriges Stiftungsfest. ... [2]

Für den Bau eines Missionshauses in Mahlsdorf warb am Sonntag in unserer Stadt eine Sekte, die singend die Straßen durchzog und Missionsblätter verteilte. - Auch eine Stahlhelmgruppe fand sich an diesem Tage ein und machte durch Gesang Propaganda. [2]


Freitag, den 18. Juli 1924 (Nr. 167), Anzeigen

Die Kirschbaum-Verpachtung des Rittergutes Birkholz (Post Blumberg) findet am Sonnabend de 19. Juli, vormittags 11 Uhr im Gutsbüro öffentlich gegen Meistgebot statt.
Die Gutsverwaltung. [2]

Herstellung von Reichs-Telegraphenanlagen. Bei dem Postamt in Hoppegarten bei Berlin liegt ein Plan aus über die Auslegung von Erdkabeln in verschiedenen Straßen daselbst.
Berlin O 17, 11.7.24.
Telegraphenbauamt. [2]


Sonnabend, den 19. Juli 1924 (Nr. 168), Amtlicher Teil

Personalnachweisung.
Bestätigt: Der Lehrer Max Hilscher als Schöffe, der Landwirt Fritz Klus, der Landwirt Julius Bredereck als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Eiche.


Sonnabend, den 19. Juli 1924 (Nr. 168), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Blumberg. Der hiesige Landbund-Reiterverein hielt auch in diesem Jahr wieder sein Reit- und Fahrturnier ab. Durch die freundliche Mitwirkung der benachbarten Reitervereine in Alt-Landsberg, Schwanebeck, Lindenberg und Bernau gelang es, das Fest ganz besonders aus­zugestalten. Nach um 2 Uhr ritten die Vereine unter Führung der Musikkapelle zum Festplatz hinaus. Die großen Erwartungen, mit denen man den einzelnen Wettkämpfen entgegensah, hatten eine große Schar Schaulustiger hinausgelockt. Den Glanzpunkt des Tages bildete die Fridericus-Quadrille des Blumberger Reitervereins. Erinnerte sie uns doch an die einstige Größe und Macht unseres Vaterlandes. ...

Hönow. Hätte uns nicht einer unserer Jüngsten geraten, am Vorabend unseres Ausfluges in den eigenen Strumpf zu lachen, ich glaube, wir hätten nicht das Prachtwetter gehabt, das eben zu einem Schulausfluge und einer Heimatwanderung gehört, wie es unsere Schule hatte, als sie am letzten Mittwoch mit 51 Kindern und 18 Erwachsenen in die Müggelberge wanderte, um der fleißigen Arbeit des letzten Vierteljahres einen schönen, würdigen Abschluß zu geben. Bis zum Bahnhof Mahlsdorf mußten wir laufen,. Hier nahmen uns zwei besonders bestellte elektrische Wagen auf, die uns über Cöpenick nach Wendenschloß führten. Hier wartete bereits das gemietete Motorboot. ... Aus dem Ueberschuß unseres letzten Kinderfestes konnten vielen Kindern kinderreicher Familien die baren Auslagen für die Fahrt ersetzt werden. Es ist erfreulich, wie seit einiger Zeit doch der Heimatgedanke als Tat sich auswirkt. In vier Wochen eine Ferienreise in den Harz, ein heimatliches Kinderfest und ein heimatkundlicher Schulausflug sind dafür schöne Beweise. Als nächste Veranstaltung ist eine Sonntagswanderung der jugendlichen Turner in die Märkische Schweiz in Aussicht genommen. [2]


Sonntag, den 20. Juli 1924 (Nr. 169), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

„Rund um Bernau“. Nach langer Zeit findet am 3. August erstmalig wieder ein großes Rennen des hiesigen „Radfahrervereins 93“ statt. Unter dem Titel „Rund um Bernau“ wird auf einer 90-Kilometer-Strecke um den „Eugen-Garbaty-Pokal“ gekämpft werden. ... Der Start erfolgt morgens um 7 Uhr in Bernau am Kilometerstein 0,4 an der Schönower Chaussee. Passiert werden auf der Fahrt: Schönow, Schönwalde, Basdorf, Wandlitz, Uetzdorf, Lanke, Biesenthal, Sydow, Tempel­felde, Schönfeld, Weesow, Werneuchen (Kartenabwurfkontrolle), Seefeld, Blumberg, Birkholz, Schwanebeck, Buch, Schönerlinde, Schönwalde, Schönow und Bernau. ... [2]


Dienstag, den 22. Juli 1924 (Nr. 170), Kurze Nachrichten

Sonntag sprang in Berlin ein Straßenbahnwagen an der Ecke Friedrich- und Oranienburger Str. in voller Fahrt aus dem Gleise und fuhr über den Bürgersteig in einen Friseurladen hinein. Dabei stießen zwei Automobile mit dem Straßenbahnwagen zusammen. Menschenleben sind glücklicher­weise nicht zu beklagen. [2]


Dienstag, den 22. Juli 1924 (Nr. 170), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg. Das 35jährige Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr wurde am Sonnabend mit einem Zapfenstreich und Fackelzug durch die Stadt eingeleitet. Nach Ankunft des Zuges im Schützenhaus fand hier ein Kommers statt, an dem auch Angehörige und Freunde von Mitgliedern der Wehr teilnahmen. ... Die Feuerwehrkapelle spielte eifrig, doch sollte sie sich an schwierigere Sachen, wie z. B. die Ouvertüre von „Orpheus in der Unterwelt“, nicht heranwagen. ... Am Sonntag nachmittag 2 Uhr traten sämtliche Kameraden auf dem Marktplatz an. Mitglieder der städtischen Körperschaften und ihre Damen, die sich im Rathause aufhielten, wurden in Empfang genommen, danach auch die auswärtigen Gäste und nun marschierte man nach kurzem Umzuge nach dem Schützenhaus. ... Nun wurde der Nachmittag durch das Konzert der gesamten Feuerwehrkapelle ausgefüllt, bis man sich um 7 Uhr zum Einmarsch sammelte, der teilweise recht „schlangenförmig“ vor sich ging. Ist es doch auch im Schützenhaus nicht versäumt worden, auch des wackeren Berufs zu gedenken und die in den verschiedenen Kehlen „ausgebrochenen Brände“ zu löschen. Von 8 Uhr ab fand in den Sälen vom Schützenhaus, Hotel Friedrichslust und Unterlauf Ball statt, der die ganze Veranstaltung bestens beschloß. [2]

Der Sportclub „Hellas“-Alt-Landsberg begeht am 27. Juli sein 1. Stiftungsfest. ... [2]


Donnerstag, den 24. Juli 1924 (Nr. 172), Anzeigen

Ein brauner Jagdhund ist hier als zugelaufen gemeldet worden.
Lindenberg, den 21. Juli 1924.
Der Amtsvorsteher. [2]


Sonntag, den 27. Juli 1924 (Nr. 175), Anzeigen

Unser lieber Kamerad, der Altsitzer August Flöricke wurde zur großen Armee abberufen. Kerndeutsch, bescheiden und stets hilfsbereit, so lebt er in unserem Gedächtnis weiter. Ruhe sanft!
Hönow, 27. Juli 1924.
Landwehr-Verein Hönow. Meyer. [2]

Maler-Gehilfen verlangt R. Koch, Lindenberg. [2]


Mittwoch, den 30. Juli 1924 (Nr. 177), Anzeigen

Das hervorragend gute Braun- und Weißbier (Jungbier) der Bergschloßbrauerei A.-G., Berlin S 59 bringe ich regelmäßig im Auto zum Verkauf und bitte um gütigen Zuspruch.
Wilh. Janetzky, Neukölln, Weisestr. 7
Donnerstag: Oranienburg, Liebenwalde und Umgegend * Freitag: Werneuchen und Umgegend * Montag: Alt-Landsberg, Strausberg u. Umg. [2]


Donnerstag, den 31. Juli 1924 (Nr. 178), Anzeigen

Warne hiermit jedermann, meinem Ehemann Hermann Bürger etwas zu borgen, da ich für seine Schulden nicht aufkomme.
Frau Marie Bürger, Lindenberg. [2]


Donnerstag, den 31. Juli 1924 (Nr. 178), Aus dem Kreise Niederbarnim

Lindenberg. Eine Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen findet am kommenden Sonntag, vormittags 10¾ Uhr in der hiesigen Kirche statt. Nach dem Gottesdienst folgt noch eine kurze Feier am Kriegerdenkmal, die durch einige darzubringende Lieder des Gesangsvereins „Lyra“ verschönt wird. Von seiten des Gemeindevorstandes erfolgt sodann eine Kranzniederlegung. Anschließend eine stille Andacht von 2 Minuten und allgemeiner Schlußgesang. Die gesamten Einwohner sind zu der Feier herzlichst eingeladen.


Freitag, den 1. August 1924 (Nr. 179), Anzeigen

Verkaufe einen gut erhaltenen 3 zölligen Achswagen.
Reinhold Weißleder, Ahrensfelde. [2]


Freitag, den 1. August 1924 (Nr. 179), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Eine echte Heldengedächtnisfeier veranstaltet am kommenden Sonntag der „Stahlhelm“ der gesamten Mark Brandenburg in unserm Orte, eine Feier, die sicher einen Riesenbesuch aufweisen wird. Viele Privatpersonen, meistens alte Frontoffiziere, sind gleichfalls eingeladen. Anschließend an die Feier findet ein kameradschaftliches Beisammensein statt. -
Die Kontrolle ist sehr streng, und zur Teilnahme am Fest sind nur die mit schriftlicher Einladung versehenen Personen berechtigt. Wir werden über die Veranstaltung berichten.


Sonnabend, den 2. August 1924 (Nr. 180), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

Hönow. ... Zur Herstellung eines Bürgersteiges wird von den an die Chaussee Hönow-Mahlsdorf grenzenden Siedlern pro lfd. Meter 15 Mark sichergestellt, von den 50 Prozent in bar an die Gemeindekasse abzuführen, 50 Prozent hypothekarisch eingetragen werden. ... [2]

Hönow. Todesopfer des Autounglücks. Wie wir erst jetzt erfahren, ist der bei dem letzen Autounglück auf der Berliner Chaussee verunglückte Kaufmann Thalert, Berlin, der Inhaber der „Akadem. Bierhallen“, seinen so harmlos aussehenden Verletzungen erlegen. [2]

Hönow. Daß man auch in unserm Ort sein Rad nicht unbeobachtet vor der Tür stehen lassen darf, beweist der Fahrraddiebstahl am letzten Mittwoch vor dem Gemeindebüro.


Mittwoch, den 6. August 1924 (Nr. 183), Aus dem Kreise Niederbarnim

Mehrow. Eine große nationale Kundgebung ist vorüber! Die Leitung des „Stahlhelm“ hatte auf Einladung des Rittergutsbesitzers v. [!] Bothe hin am Sonntag ihre Mannen nach dem idyllisch gelegenen Mehrow hinberufen. Hunderte und Aberhunderte von Frontkämpfern und Jungstahlhelmleuten waren dem Aufruf gefolgt. Der größte Teil der Mannschaften kam bereits Sonnabend abends an und bezog Scheunenquartier in Hönow und Trappenfelde.
Am nächsten Morgen wurde in aller Frühe geweckt und nach Empfang von Kaffee und Verpflegung (Brot und Wurst) fand eine große Geländeübung zwischen Alt-Landsberg und Mehrow statt. Nach mehrstündigem Kampfe sammelten sich beide Parteien friedlich im Vorwerk Trappenfelde, und nun gings mit Musik nach Mehrow zurück, wo in einer großen, festlich hergerichteten Feldscheune Mittagessen eingenommen wurde. Es gab ein richtiges Soldatenfutter aus der Feldküche: Erbsen mit Fleisch. Während der Mahlzeit und hernach sorgte die 10 Mann starke Stahlhelmkapelle für unterhaltende Musik. Allmählich hatten sich noch viele eingeladene Gäste eingefunden, so daß die Feldscheune und der umliegende Park von Menschen überfüllt war.
Um 3½ Uhr etwa fand der Kernpunkt der Veranstaltung, der Feldgottesdienst, statt. Herr Pastor Ließ aus Tasdorf hielt die Predigt und legte seinen Worten den Bibelspruch aus Joh. 15, 13 zugrunde: „Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde.“ Mit dem gemeinsamen Gesange „Wir treten zum Beten“ und einem Gebet schloß die kurze ergreifende Feier. – Nun folgten ein paar Stunden geselligen Beisammenseins. Musik, Gesang und Spiele im Freien sorgten für die nötige Unterhaltung. Die Stimmung wurde immer lustiger, da auch für kühlenden Trank gesorgt war. Dabei wurde aber nicht vergessen, auf den Gastgeber Both[e] ein dreifaches „Front-Heil“ auszurufen. –
Da platzte in all den fröhlichen Trubel plötzlich die Nachricht, daß die Kommunisten in Ahrensfelde mehrere Stahlhelmleute überfallen hätten. In einigen Minuten stand ein Lastauto mit etwa 20 Frontkämpfern zur Abfahrt bereit, um den bedrängten Kameraden zu Hilfe zu eilen. In schneller Fahrt ging es nach Ahrensfelde; jedoch erwies sich ein Eingreifen nicht mehr als notwendig, da die Polizei bereits Ruhe gestiftet hatte. Also fuhr man wieder zu den anderen Kameraden zurück. – Gegen 7 Uhr begann der Abmarsch. Mit einem kräftigen „Front-Heil“ trennten sich die einzelnen Gruppen und fuhren oder marschierten ihrem Heimatorte zu.

Hönow. Der Landwehr-Verein hielt ausnahmsweise diesmal seine Monatssitzung bei Kam. Grun, Mahlsdorf ab, die wider Erwarten und trotz Gegenpropaganda doch noch von 19 Kameraden besucht war. ... [2]


Donnerstag, den 7. August 1924 (Nr. 184), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Bekanntmachung.
Auf Grund des §4 der von dem Herrn Regierungspräsidenten in Potsdam unterm 29. Juni 1921 erlassenen Polizeiverordnung, betr. die Körung der Ziegenböcke (Körordnung) , ..., setze ich hiermit für meinen Kreis folgende Körtermine fest:
...
3. Körtag, Freitag, den 22. August 1924
10. Körung: 11 Uhr vormittags in Hönow vor dem Gemeindebüro für die Gemeinde Hönow
11. Körung: 12 Uhr mittags in Mehrow (Lokal Zielisch) für die Ortschaften Mehrow, Eiche und Blumberg
12. Körung: 12.30 Uhr nachmittags in Ahrensfelde (vor dem Gemeindebüro) für die Gemeinde Ahrensfelde
...

Donnerstag, den 7. August 1924 (Nr. 184), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg, 6. August.
Schöffengerichtssitzung am 5. August 1924.
Der Arbeiter Max Sindeck aus Berlin hatte s. Zt. aus der Blumberger Forst zwei Weihnachtsbäume entwendet. Er erhielt eine Geldstrafe von 10 Mark.

Ahrensfelde. Von einem schweren Unfall wurde am Dienstag früh gegen 7 Uhr der 54jährige Landwirt Gruber aus unserer Gemeinde betroffen. Er wollte auf seinem mit Schafen beladenen Wagen zwischen den Stationen Ahrensfelde und Blumberg einen Uebergang kreuzen, wurde aber dabei von einem herannahenden Personenzug, dessen Warnungssignal der schwerhörige Mann wahrscheinlich nicht wahrgenommen hatte, angefahren. Der Wagen wurde eine Strecke weit mitgeschleift und umgerissen. Gruber wurde bei dem Anprall herausgeschleudert; er erlitt eine erhebliche Kopfwunde und eine schwere Beinverletzung. Nach Anlegung von Notverbänden wurde er nach seiner Wohnung gebracht. Die auf dem Wagen befindlichen Schafe, etwa sechs bis acht Stück, sind sämtlich getötet worden. Der Bahnübergang, auf dem der Unfall passierte, wird als sehr gefährlich und unübersichtliche Stelle geschildert, an der schon öfters Unfälle sich ereignet haben.


Freitag, den 8. August 1924 (Nr. 185), Aus dem Kreise Niederbarnim

Ahrensfelde. Zu dem schweren Unfall des hiesigen Landwirts Gruber, über den wir gestern schon berichteten, wird uns von dem Sohn des Verunglückten mitgeteilt, daß sein Vater nicht schwerhörig ist und daß er auch nicht schlecht sehen kann. Der Verunglückte habe sich im Gegenteil vorher noch bemüht, eine Uebersicht über das Bahngleis zu gewinnen, woran aber die hohen Bäume hinderten. Der schwer zu Schaden gekommene Mann ist übrigens gleich nach Anlegung des Notverbandes in das Krankenhaus Bernau übergeführt worden, wo ihm infolge doppelten Schienenbein- und Wadenbruchs der Fuß abgenommen werden mußte. Dieser entsetzliche Unglücksfall hat wieder einmal gezeigt, wie dringend notwendig es ist, daß die Eisenbahn sämtliche Ueberführungen mit mehr Sicherheitsvorrichtungen ausstattet. Gerade an dieser Stelle sind nun, wie wir bereits erwähnten, nachgerade genug schwere Unfälle passiert.


Sonnabend, den 9. August 1924 (Nr. 186), Aus dem Kreise Niederbarnim

Hönow. Den folgenden Sonntag beginnt in unserer Kirche der Gottesdienst um 11 Uhr. In diesem wird Herr Lehrer Meyer seine Kirchenprobe vor der Kirchengemeinde in Form eines Lese­gottesdienstes halten. Die Schule beginnt wieder am nächsten Montag, früh um 7 Uhr. [2]


Sonntag, den 10. August 1924 (Nr. 187), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Bernau, 9. August.
Die Einweihung der elektrischen Vorort-Schnellbahn.
Eine der bedeutendsten und größten Errungenschaften auf dem Gebiete der Technik für die deutsche Reichseisenbahn verwertet, ist gestern nachmittag der Oeffentlichkeit übergeben worden: Bernau ist mit Berlin durch eine elektrische Vorort-Schnellbahn verbunden! ... [2]


Dienstag, den 12. August 1924 (Nr. 188), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Altlandsberg. Von der kommunistischen Partei war am Sonnabend im Hotel Friedrichslust eine öffentliche Volksversammlung einberufen worden, die einmal unter einer großen Unpünktlichkeit, wie sie jetzt überhaupt bei allen Versammlungen festzustellen ist, litt. Vor etwa 40 Teilnehmern begann der Redner gegen 9 Uhr mit seinem Vortrage über den „Stahlhelm“ und die von ihm ausgehende Gefahr für die arbeitende Bevölkerung. An Hand von Beispielen versuchte er nachzuweisen, daß die Entstehung der Stahlhelmorganisation auf eine Rechtspolitik zurück­zuführen ist und gegebenenfalls auch für das Kapital eintritt. ... [2]

Hönow. Der hiesige Landwehrverein hielt am vergangenen Freitag abend auf der Dorfaue eine außerordentliche Versammlung ab, um zur Platzfrage für die Aufstellung des Denkmals an Ort und Stelle Stellung zu nehmen. Gegen 30 Kameraden hatten sich eingefunden. Die Meinungen gingen zunächst stark auseinander. Der Kernpunkt war nämlich die Verrückung oder eventl. Kassierung der Transformatorensäule, die die Sicht des Gedenksteines bisher stark behindert. Nach langem Hin und Her, nach gründlicher Beleuchtung von allen Seiten faßte dann der Verein mit überwiegender Mehrheit einen Kompromißbeschluß, das Denkmal auf der Platzstelle des Gedenksteines aufzubauen und dahin zu wirken, daß die störende Säule in absehbarer Zeit seitlich versetzt werden soll. Die Vorarbeiten für die Aufstellung des Denkmals sind dank der Umsicht und des Interesses der Bauleitung unter dem Kam. Wilhelm Richter in vollem Gange. Durch Anfuhr und Lieferung von Steinen, Kies, Kalk und Zement seitens vieler Kameraden wird dem Bau eine rührende Anteilnahme entgegengebracht. Herr Prof. Janesch-Berlin, der Schöpfer des Gardeschützen-Denkmals in Lichterfelde, hat den Verein in hochherziger Weise beraten. Der Direktion der B. E.-Werke gebührt für das Entgegenkommen bisher herzlichster Dank.


Donnerstag, den 14. August 1924 (Nr. 190), Aus dem Kreise Niederbarnim

Altlandsberg. Der beim Landbundreiterfest Niederbarnim am 5. Juli hier verunglückte Landwirt Koch aus Lindenberg konnte jetzt aus dem Kreiskrankenhause entlassen werden. Der Zustand läßt jedoch noch sehr zu wünschen übrig, denn leider wird in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen sein, daß Herr K. wieder in den Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gelangt.


Donnerstag, den 14. August 1924 (Nr. 190), Anzeigen

Ahrensfelde. Sonntag, den 17. August, nachm. 3 Uhr
Großes Bauernwettreiten
1 Trabfahren, 8 geschlossene Rennen / 1 offenes Rennen, 1 offenes Trabfahren
Person 1.- Mark, Wagen 2.- Mark.
Der Reiterverein. [2]


Freitag, den 15. August 1924 (Nr. 191), Anzeigen

Drei angefütterte Schweine verkauft Knappe, Lindenberg. [2]

Eine wichtige Neuerung für das wirtschaftliche Leben des Kreises Niederbarnim, insbesondere für die vier Städte Oranienburg, Bernau, Liebenwalde und Altlandsberg liegt in einer Einrichtung, die der Verlag unseres Blattes zum 1. Sept. trifft. Von diesem Tage ab wird ein
Paket-Schnelldienst des Niederbarnimer Kreisblatts
eingerichtet, der es den Geschäftsleuten ermöglicht, Warenlieferungen mit Hilfe unserer Zeitungs­kraftwagen auf schnellstem Wege an die Landkundschaft zu befördern, andererseits die Land­bevölkerung in die Lage versetzt, ihre Erzeugnisse in gewissen Gewichtsgrenzen in die Nachbar­orte und die Städte zu schaffen.
Nähere Mitteilungen über diese Neueinrichtung folgen in den nächsten Tagen. [2]


Sonntag, den 17. August 1924 (Nr. 193), Aus dem Kreise Niederbarnim

Hönow. Das Erntefest wird am Sonntag, den 31. August und an dem darauffolgenden Montag in unserem Orte in der üblichen Weise durch Umzug mit der Erntekrone durchs Dorf und Tanz in beiden Sälen gefeiert werden. [2]


Donnerstag, den 21. August 1924 (Nr. 196), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg, den 20. August
Schöffengerichtssitzung am 19. August 1924.
Beim Diebstahl (Loslösen von Eggen) war in Blumberg der Werkzeugschlosser Albert Manske aus Berlin ertappt worden. Der Angeklagte, der gerade eine andere Gefängnisstrafe absitzt, wurde erneut zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. [2]

Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein hielt am vergangenen Sonntag sein allbekanntes und beliebtes Bauernrennen ab. Nicht nur der ganze Ort war auf den Beinen, sondern auch von nah und fern waren Schaulustige und Sportliebende in großer Zahl herbeigeeilt. So herrschte, wie immer an diesem Festtage, ein sehr reges Leben und Treiben im Ort wie auch auf der Rennbahn. Nicht ohne Befriedigung brauchten die Besucher die Rennbahn zu verlassen, gab es doch in den einzelnen Rennen recht heiße Kämpfe um den Siegerkranz zu schauen und wurden doch gute Zeiten erzielt. Das ist umso anerkennenswerter, als es sich um Pferde handelt, die nicht für den Rennsport, sondern für schwere Ackerarbeit gehalten werden. Imposant zu schauen war der übliche Festzug durch den Ort nach Beendigung der Rennen. Flotte Musikweisen begleiteten die stattliche Reiterschar, stolz voran die sieghaften Reiter und Pferde. Letztere mit dem Siegerkranz geschmückt. Des Festes zweiter Teil war der Gemütlichkeit gewidmet, und die ist, wie immer, zu ihrem vollen Recht gekommen, so daß auch die Mitglieder des Reitervereins mit Befriedigung auf das Fest zurückblicken können.


Freitag, den 22. August 1924 (Nr. 197), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Alt-Landsberg, den 21. August. Die Kleinbahn-Erneuerungen sind jetzt fast völlig durchgeführt worden. Nachdem anfänglich nur das Dienstgebäude einen neuen Anstrich bekommen hatte, ist nunmehr auch der Lokomotiv-Schuppen auf gleiche Art erneuert worden und auch der Lagerschuppen geht seiner Vollendung entgegen ...

Ein Typhusfall wird aus Buchholz, Kreis Oberbarnim, bekannt. Der Kranke wurde zwecks Weiterbehandlung dem hiesigen Kreiskrankenhause zugeführt.

Seeberg. Einen Ausbau der Kleinbahn in der Nähe unseres Ortes beabsichtigt die Kleinbahn­verwaltung. Es ist projektiert, an der Obstplantage eine Haltestelle einzurichten, da sich hierfür ein Bedürfnis bemerkbar gemacht hat. Diese Einrichtung kann man nur begrüßen, weil dadurch die hiesigen Einwohner bessere Gelegenheit haben, unserer Kleinbahn zu benutzen. Der größte Verkehr entwickelt sich eigentlich durch den katholischen Gottesdienst in der Obstplantage (Antoniushof), zu welchem zeitweise über 100 Besucher durch die Kleinbahn kommen. [2]


Sonntag, den 24. August 1924 (Nr. 199), Aus dem Kreise Niederbarnim

Hönow. Mit starker Einquartierung wird unser Ort am 4. und 5. und 9. September belegt werden. Die Truppen nehmen an einer großen Parade teil, die am 9. September auf der Straße Strausberg-Klosterdorf vor dem Chef der Reichswehr stattfindet. [2]

Hönow. Die kirchlichen Körperschaften beschäftigten sich in der letzten Sitzung am Donnerstag im Gemeindebüro mit dem Haushaltungsplan für 1924. Es wurden als Kirchensteuer 10% vom Einkommen beschlossen. Der Antrag auf Ablösung der Küsterdienste vom Lehreramt fand einstimmige Annahme. [2]

Hönow. Der Bau unseres Denkmals auf der Dorfaue schreitet rüstig vorwärts. Der Eifer und die Umsicht der bauenden Kameraden erweckt allseitige Bewunderung, aber auch der Teilnahme vieler Kameraden gebührt innigster Dank. Auf einen Irrtum sei hier zur Klärung hingewiesen. Der Ge­denkstein ist seinerzeit nicht der Gemeinde, sondern nur dem Schutze der Gemeinde übergeben. [2]

Hönow. Der Gottesdienst beginnt am kommenden Sonntag morgens um ½9 Uhr. [2]


Sonntag, den 24. August 1924 (Nr. 199), Anzeigen

Lindenberg bei Berlin. Sonntag, den 31. August 1924.
Großes Bauern-Wettreiten
10 geschlossene Galopprennen / 1 offenes Trabfahren / 1 offenes Galopprennen.
Ausmarsch 2 Uhr nachm. Näheres siehe Programme. [2]


Mittwoch, den 27. August 1924 (Nr. 201), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Bei Stadtfeueralarm ist nach einer amtlichen Bekanntmachung jeder Besitzer von zwei und mehr Pferden verpflichtet, sich sofort mit zwei Pferden an der Wasserschöpfstelle am Strausberger Tor einzufinden. Bei Waldbränden in der Stadtforst haben die Pferdebesitzer einen zum Transport von Mannschaften geeigneten Wagen am Strausberger Tor bereitzustellen.


Donnerstag, den 28. August 1924 (Nr. 202), Aus dem Kreise Niederbarnim

Alt-Landsberg. Beim Vogelschießen in Werneuchen war auch die hiesige Schützengilde vertreten. Den Kameraden F. Kerstan und O. Müller gelang es, je einen Silberpreis zu erkämpfen. Kam. Revers gab die Würde des Vogelkönigs ab, sein auf die Vogelscheibe abgegebener Schuß war aber dennoch der technisch Beste. Vogelkönig wurde Kam. Haase-Werneuchen. Der Besuch in Werneuchen anläßlich dieses Festes war so groß, wie in den letzten 10 Jahren nicht zu verzeichnen gewesen ist. [2]

Börnicke. Ein großes Sommerfest, verbunden mit leichtathletischen Wettkämpfen, veranstaltet am kommenden Sonntag der „Sportverein 23 Börnicke“. Nachmittags um 2 Uhr beginnen die Lang­streckenläufe. Hierzu hat eine Anzahl Einwohner unseres Ortes wertvolle Preise gestiftet. Ferner hat Herr Gastwirt G. Lange einen Wanderpreis gestiftet. Meldungen werden für die Langstrecken­läufe noch von Herrn Dörr, hierselbst, entgegengenommen. [2]

Neuenhagen. Die Schülerwettkämpfe der „Schulen an der Ostbahn“ fanden hier am letzten Sonnabend, vormittags 8 Uhr statt. Auf dem modern angelegten Sportplatz zu Neuenhagen versammelten sich die Schulen aus Alt-Landsberg, Bollensdorf, Dahlwitz, Eggersdorf, Fredersdorf, Hönow, Neuenhagen, Petershagen, Seeberg und Vogelsdorf. Der Knaben-Vierkampf wie der Mädchen-Dreikampf und die Wanderstafette zeugten von eifriger turnerischer Arbeit in den heimatlichen Schulen. ... Stafette kleinerer Schulen: 1. Sieger: Hönow ...
Als Auszeichnungen wurden bei den Mannschaftskämpfen Ehrenurkunden, für die besten Einzelleistungen Eichenkränze überreicht. Außerdem gehen den besten Mannschaften die Ehrenurkunden des Reichspräsidenten zu. [2]

Seeberg. Das Erntefest, welches am Sonntag hier gefeiert wurde, erfreute sich einer regen Beteiligung. Mit Musik zog man durch das Dorf, holte vom Gemeindeoberhaupt den Erntekranz ab und begab sich dann zum Dorfkrug, um hier den Hauptteil des Festes zu begehen. Die Gestaltung desselben war, wie auch in früheren Jahren vortrefflich, und in Anbetracht dieser Tatsache hatten sich auch wieder viele Gäste der näheren Umgebung eingefunden. [2]


Freitag, den 29. August 1924 (Nr. 203), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

Personalnachweisung.
Bestätigt: ... Landwirt Gustav Wegener als Schöffe, Bahnarbeiter Friedrich Schwarz zum Schöffenstellvertreter der Gemeinde Mehrow. ... Lehrer Gottlieb Lehmann als Schöffe, Gärtnerei­besitzer Otto Neumann als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Ahrensfelde. [2]


Sonntag, den 31. August 1924 (Nr. 205), Aus dem Kreise Niederbarnim

Seeberg. Einquartierung erhält unser Ort zum Herbstmanöver von verschiedenen Formationen. Für den 2. September nachmittags bis 3.9. früh sind 1 Unteroffizier, 9 Mannschaften und 5 Pferde der 3. Preußischen Fahrabteilung aus Berlin-Lankwitz mit Verpflegung angemeldet. - Am 4. und 5.9. bezieht die 4. Eskadron des Reiterregiments Nr. 7 in Stärke von 4 Offizieren, 15 Unteroffizieren, 106 Mannschaften und 96 Pferden Quartier. Die Unterkunft ist mit Verpflegung (ohne Futter). - Am 8. und 9. [?] endlich kommt die 3. Batterie der 1. Abteilung des 3. Preußischen Artillerie-Regiments in Stärke von 5 Offizieren, 15 Unteroffizieren, 58 Mannschaften, 6 schweren Zugpferden, 34 leichten Zugpferden und 26 Reitpferden und bezieht Quartier ohne Verpflegung. [2]

Hönow. Eine alte Polizeiverordnung brigt der Gemeindevorsteher jetzt durch Zettelumlauf in Erinnerung. Danach ist es verboten, Federvieh auf der Dorfstraße zu belassen. Es wäre zu begrüßen, wenn diese Verordnung energisch durchgesetzt würde, um die Anlagen am Denkmal zu erhalten. [2]

Hönow. Das 7. Preuß. Reiter-Regiment mit seiner 2. Eskadron und einem Zuge der 4. in Stärke von 5 Offizieren, 20 Unteroffizieren, 96 Mannschaften und 128 Pferden bezieht am 4. und 5. September in unserm Ort Quartier. Die Verpflegung wird durch die Quartiergeber erbeten. Für Pferde wird Futter vom Regiment mitgenommen. [2]

Hönow. Der evangelische Gottesdienst beginnt am nächsten Sonntag um 11 Uhr. - Die Gemeindevorsteherwahl findet am 8. Sept. statt. - Gleichfalls sei nochmals auf das am 31.8. und 1.9. stattfindende Erntefest hingewiesen. [2]

Lindenberg. Tödlich verunglückt ist am Freitag nachmittag der Bäckermeister Steeger von hier. St. war mit einer Kohlenladung zu einem anderen Besitzer unterwegs. Kurz vor der Schmiede scheute das Pferd plötzlich aus unaufgeklärter Ursache und ging mit dem Wagen durch. Dabei wurde Steeger heruntergeschleudert und zur Seite gedrückt, so daß der Wagen über ihn hinwegging. Dadurch wurden ihm beide Oberschenkel gebrochen; außerdem machten sich schwere innere Verletzungen bemerkbar. Schnell herbeigerufene ärztliche Hilfe war aber leider schon vergebens. Nach wenigen Stunden starb der Bedauernswerte an seinen schweren Verletzungen.


Sonntag, den 31. August 1924 (Nr. 205), Anzeigen

Lokomobile, fahrbar, Fabrikat Clayton u. Shuttleworth, mit guten Papieren, 17,60 qm Heizfläche, 6 Atm., welche noch im Betrieb besichtigt werden kann, weg. Anschaffung einer stärker. für 2500 M. zu verkaufen.
Rittergut Mehrow, Post Ahrensfelde, Berlin. [2]

Am Donnerstag, den 28. d. M., abends 1/2 6 Uhr entschlief plötzlich durch schweren Unglücksfall mein lieber Mann, unser treusorgender Vater und Schwiegervater, der
Bäckermeister August Steeger im 59. Lebensjahre.
Die zeigen in tiefer Trauer an Marie Steeger als Frau, Else Wilke, geb. Steeger als Tochter, Georg Wilke als Schwiegersohn.
Lindenberg b. Bernau, den 29. August 1924.
Die Beerdigung findet am Montag, den 1. September, ... ½3 Uhr, vom Trauerhause aus statt. [2]


Sonntag, den 31. August 1924 (Nr. 205), Beilage, gekürzt

1. Beilage: Karte „Der Paket-Schnelldienst des Niederbarnimer Kreisblattes“
[u.a. Blumberg-Mehrow-Hönow, nicht Ahrensfelde-Mehrow!]
Stadtring
Sachsenhausen - Friedrichsthal - Oranienburg-Eden - Germendorf - Borgsdorf - Birkenwerder - Bergfelde - Schönfließ - Schildow - Mühlenbeck - Summt - Zühlsdorf - Wensickendorf
Nordring
Sachsenhausen - Nassenheide - Teschendorf - Löwenberg - Liebenberg - Falkenthal - Neuholland - Liebenwalde - Hammer - Groß-Schönebeck - Klandorf - Zerpenschleuse - Marienwerder - Ruhlsdorf - Prenden - Lanke - Uetzdorf
Mittelring
Schmachtenhagen - Zehlendorf - Stolzenhagen - Klosterfelde - Basdorf - Schönwalde - Schönow - Bernau - Zepernick - Birkholz - Blumberg - Ahrensfelde - Falkenberg - Wartenberg - Malchow - Lindenberg - Schwanebeck - Buch - Schönerlinde
Annahmestellen des Paket-Schnelldienstes:
  • Blumberg: Gustav Ebel, Gastwirt, Berliner Platz
  • Ahrensfelde: Theodor Jauert, Kaufmann, Dorfstr. 58
  • Lindenberg: Karl Korkow, Gastwirt, Dorfstr 29
    Südring
    Wandlitz - Bernau - Börnicke - Willmersdorf - Weesow - Werneuchen - Löhme - Seefeld - Krummensee - Alt-Landsberg - Bruchmühle - Eggersdorf - Petershagen - Fredersdorf - Tasdorf - Neu-Vogelsdorf - Alt-Vogelsdorf - Neuenhagen - Hönow - Mehrow
    Annahmestellen des Paket-Schnelldienstes:
  • Hönow: W. Schmidt, Kaufmann, Dorfstr. 16
  • Mehrow: Reinhold Roth, Filialleiter des Rittergutes Mehrow


  • Dienstag, den 2. September 1924 (Nr. 206), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Hönow. Nochmalige Einquartierung am 9. September wird unsere Gemeinde bekommen. Es werden ohne Verpflegung für Mann und Pferd hier folgende Formationen untergebracht: Stab 1 A.-R. 2, mit 10 Offizieren, 11 Unteroffizieren, 43 Mannschaften und 49 Pferden. Ferner 2. Batterie mit 7 Offizieren, 26 Unteroffizieren, 18 Mannschaften und 87 Pferden. Die Quartiermacher treffen zwei Tage vorher hier ein. Die Einwohner werden um Bereitstellung der Quartiere gebeten. [2]


    Donnerstag, den 4. September 1924 (Nr. 208), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Alt-Landsberg, 3. September.
    Schöffengerichtssitzung am 2. September 1924.
    Der Arbeiter Johann Willenberg aus Blumberg erhielt eine Geldstrafe von 100 M., weil er vom Gute etwa vier Zentner Hafer entwendet hatte. - Aus der Untersuchungshaft wurde der Arbeiter Max Illmer aus Berlin vorgeführt, der im August in Hönow ein altes Fahrrad gestohlen hatte. Er wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt. [2]

    Ahrensfelde. Sportliche Wettkämpfe fanden am 2. September, einst dem deutschen Volke ein so wichtiger und bedeutungsvoller Tag, im Walde von Ahrensfelde statt. Die Schulen von Ahrensfelde, Eiche, Mehrow, Blumberg, Lindenberg, Schwanebeck, Birkholz, Seefeld, Löhme und Krummensee, zehn an der Zahl, hatten sich hier zum fröhlichen Wettkampf in Sprung, Lauf und Wurf zusammengefunden. Die Knaben, eingeteilt in Schüler über und unter 12 Jahre, taten mit großem Eifer ihr Bestes, so daß die Kampfrichter verschiedentlich erst nach wiederholter Uebung der Auserlesenen das Urteil fällen konnten. Die Mädchen konnten leider, der vorgerückten Zeit wegen, ihre Kräfte nur noch im Lauf messen. Ein stolzes Schmunzeln konnte man bei der Bekanntgabe der Sieger auf den Gesichtern derselben beobachten. Der Siegerpreis besteht in von der Regierung gestifteten Diplomen.
    Zur Unterhaltung sang die erste Klasse der Ahrensfelder Schule vier dreistimmige Lieder und die Mädchen derselben Klasse führten zum Schluß einen Reigen auf. Als ältester Lehrer der anwesenden Schulen hielt der Hauptlehrer Lehmann von Ahrensfelde eine kurze Ansprache, die mit einem Hoch auf das geknechtete, aber desto mehr geliebte Deutschland schloß, worauf das Deutschlandlied begeistert von allen gesungen wurde. Der anwesende Kreisschulinspektor, Herr Schulrat Hoppe, stattete den Dank ab an alle Mitwirkenden.
    Für das Gelingen dieser Veranstaltung hat sich besonders Herr Lehrer Marquardt von hier verdient gemacht, der auch die Leitung hatte. Die jungen Herzen, die einst Deutschlands Zukunft formen helfen sollen, traten zwar ermüdet, aber doch mit zufriedenem, fröhlichen Sinn um 2 Uhr den Heimweg an, die meisten sicher sich freuend auf das Zusammentreffen im nächsten Jahr.


    Freitag, den 5. September 1924 (Nr. 209), Anzeigen

    Danksagung!
    Allen denen, welche unseren teuren Entschlafenen zur letzten Ruhestätte geleiteten, insbesondere dem Herrn Prediger Schacht für die uns erquickenden trostreichen Worte am Grabe, wie auch im Gotteshause, sowie für die reichen Kranzspenden, sagen wir hierdurch unsern tiefgefühltesten Dank. Dank auch dem Krieger- und Landwehrverein für die dem Verstorbenen erwiesene letzte Ehre und dem Gesang-Verein für den erhebenden Gesang!
    Lindenberg, den 1. Septbr. 1924.
    Die trauernde Witwe Marie Steeger nebst Tochter und Schwiegersohn. [2]


    Freitag, den 5. September 1924 (Nr. 209), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Als Abschluß von Uebungen des Reichsheeres in der Neumark findet am 9.9. hart östlich Strausbergs eine Parade vor dem Chef der Heeresleitung statt.
    Beginn zwischen 11 Uhr vormittags und 12 Uhr mittags.
    Zur Deckung von Unkosten für Flurschäden usw. verkauft die Stadt Strausberg am Paradeplatz Karten für Kraftwagen und Pferdewagen. Der Vorverkauf für diese Karten beginnt am 3.9. beim Magistrat Strausberg und der Theaterkasse der Kommandantur Berlin.
    Der Landrat. [2]


    Sonnabend, den 6. September 1924 (Nr. 210), Anzeigen

    Blumberg.
    Sonntag, d. 7. u. Montag, d. 8. Septbr.: Großes Erntefest
    Umzug nach ländlicher Sitte 2 Uhr nachm.
    Hierzu laden freundlichst ein. Das Komitee. / M. Otte, Gastwirt. [2]


    Sonnabend, den 6. September 1924 (Nr. 210), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Personalnachweisung.
    Bestätigt: ... - Kaufmann Paul Dornwirth als Schöffe der Gemeinde Ahrensfelde. - ... [2]


    Sonntag, den 7. September 1924 (Nr. 211), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Lindenberg. Sein zweites Bauernwettreiten hielt der hiesige Reiterverein am letzten Sonntag ab. Das regnerische Wetter des Vormittags hat allerdings viel dazu beigetragen, daß der Besuch nicht dementsprechend war, wie von der Festleitung erhofft worden ist. Um 2 Uhr erfolgte der Ausmarsch der stattlichen Zahl der Reiter zum Rennplatz; voran ein Bläserkorps zu Pferde. Die Reitervereine von Blumberg, Schwanebeck und Blankenburg nahmen als Gäste teil. ... Der Preisverteilung folgte ein gemütlicher Ball, der alles bis zum Eintritt der Polizeistunde in gemütlicher Stimmung zusammenhielt. [2]


    Sonntag, den 7. September 1924 (Nr. 211), Anzeigen

    Lindenberg.
    Am Sonntag, den 14. und Montag, den 15. September 1924: Großes Erntefest nach ländlicher Sitte, wozu freundlichst einladen die Gastwirte P. Reiche / G. Schumann. [2]

    Zu verkaufen: 1 Küchenspind, 1 Küchenrahmen, 1 scharfer Wachhund
    Wils, Lindenberg. [2]


    Dienstag, den 9. September 1924 (Nr. 212), Anzeigen

    Petkuser Saatroggen, erste Absaat, hat abzugeben Paul Lindemann, Eiche bei Berlin. [2]


    Dienstag, den 9. September 1924 (Nr. 212), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Alt-Landsberg. Die klassische Fernradfahrt „Rund um Berlin“, die am 7. September ausgetragen wurde, hatte, wie alljährlich, so auch diesmal zahlreiche Alt-Landsberger auf die Beine gebracht. An den großen Kurven an der Amtsfreiheit, an der Ecke der Bernauer- und Strausbergerstraße, sowie an dem Ausgang der Stadt auf der Landstraße nach Fredersdorf hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Die Fahrer hatten ein tadelloses Sportwetter. Unsere Straßen in der Stadt waren in trockenem Zustande; die eben fertiggestellte Neupflasterung der Strausberger Straße wurde allgemein als sehr angenehm empfunden. ... [2]


    Donnerstag, den 11. September 1924 (Nr. 214), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

    Hönow. Die letzte Gemeindevertretersitzung war am Montag bei Seeger. In ihr wurde der langjährige Gemeindevorsteher Herr Friedrich Kirschbaum einstimmig wiedergewählt. Durch einstimmigen Beschluß wurde ferner der Etat für 1924 in Einnahme und Ausgabe auf 17500 Goldmark festgesetzt.

    Hönow. Der hiesige Landwehr-Verein beruft seine Mitglieder zu Donnerstag, abends 8 Uhr zu einer kurzen, außerordentlichen Sitzung bei Hörnicke ein, um Stellung zu einer Einladung nach Neuenhagen zu nehmen.

    Die Reichswehrparade bei Straußberg.
    Zum erstenmal nach einem Zeitraum von elf Jahren - die letzte Parade auf dem Tempelhofer Feld wurde im Herbst 1913 abgehalten - bot sich der Berliner Bevölkerung am gestrigen Dienstag wieder die Gelegenheit, Zeuge einer großen Truppenschau zu sein. Der Schauplatz der diesjährigen Herbstparade der Reichswehr war nicht der traditionelle Paradegrund des Tempelhofer Feldes, sondern ein Gelände nahe Strausberg, in dessen Umgebung die Truppen zum Manöver zusammen­gezogen waren. ... Die Truppen, die sich noch in den Vormittagsstunden im Gefecht befunden hatten, waren in der Nähe des Gutes Klosterdorf zusammengezogen worden. An der Chaussee von Strausberg nach Klosterdorf versammelte sich gegenüber den Tribünen die Generalität, ferner die Militärattachés Mexikos, Japans und Schwedens. ...
    Unter den Klängen der alten preußischen Parademärsche defilierten die Truppen in vorzüglicher Haltung, von der Zuschauermenge, unter der sich zahllose alte Offiziere und Soldaten befanden, stürmisch begrüßt. ... Im ganzen nahmen ungefähr 10000 Mann an dem Vorbeimarsch teil, dessen guter Eindruck auch durch den strömenden Regen nicht beeinträchtigt wurde. [2]


    Sonnabend, den 13. September 1924 (Nr. 216), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

    Elektrischer Vollbetrieb Bernau-Berlin ab 1. Oktober.
    Nachdem der teilwiese elektrische Betrieb auf unserer Vorortstrecke nach Berlin seit dem 10. August in Betrieb ist, der Vollbetrieb infolge des Wagenmangels noch nicht aufgenommen werden konnte, steht nunmehr zu erwarten, daß der Dampfbetrieb durch die elektrische Verkehrsform am 1. Oktober endgültig abgelöst wird. Die Fabrikation der Wagen ist in den letzten Wochen außer­ordentlich gefördert worden, so daß in etwa 14 Tagen genügend elektrische Züge vorhanden sein werden. ... [2]

    Seeberg. Einquartierung erhielt auch unser Ort nach Schluß des sich bis Strausberg hinziehenden Manövers. Von früh an war die Chaussee, die durch unsern Ort führt, von Automobilen belebt und nach Schluß der Parade kam kurz hinter den zurückkehrenden Autos unsere Einquartierung, die 3. Batterie des Feldartillerieregiments Nr. 3. Bereitwillig wurden von den Einwohnern Unterkünfte und Stallungen zur Verfügung gestellt und trotzdem die Einquartierung ohne Verpflegung aufzunehmen war, doch überall reichlich verpflegt. Ein gemütliches Beisammensein beim Glase Bier und Tanz hielt Einwohner und Quartiergäste noch lange im Gasthofe zusammen. Der Führer, Herr Major Kunze, sprach dem Gemeindevorsteher, Herrn Münchehof, den Dank der Offiziere und Mannschaften für die gute Aufnahme und Verpflegung aus. [2]


    Sonntag, den 14. September 1924 (Nr. 217), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

    Blumberg. Die Gemeindevertretersitzung am 10. d. Mts. befaßte sich mit der Neuwahl des Gemeinde-Vorstehers. Von den 12 anwesenden Gemeindevertretern stimmten 6 für Herrn Gemeindesekretär Noack, 4 für Herrn Amtsvorsteher Weidelt, 2 gaben leere Zettel ab. Herr Noack ist somit zum Gemeinde-Vorsteher gewählt.

    Hönow. Der Gottesdienst beginnt am nächsten Sonntag um ½9 Uhr morgens. [2]

    Hönow. Der Landwehr-Verein hatte seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Sitzung auf Donnerstag abend eingeladen. Es galt, Stellung zur Einladung nach Neuenhagen, zur Einweihung des dortigen Denkmals für die Gefallenen zu nehmen. Der Verein beschloß, aus besonderen Gründen sich als Verein nicht an der Feier zu beteiligen und empfiehlt seinen Kameraden eine starke persönliche Beteiligung. - Betreffs Versetzung der Transformatorensäule vor dem Denkmal nimmt die Versammlung Kenntnis von dem hochherzigen Angebot der Städtischen Elektrizitäts­werke und erteilt dem Gesamtvorstande die Vollmacht, mit der Direktion die Vorarbeiten einzuleiten. Der Verein soll Hilfskräfte zur Verfügung stellen. Die Arbeiten sollen kostenlos geleistet werden. Als Standort der Säule ist der Platz am Spritzenhaus an der hinteren Dorfstraße in Aussicht genommen. Es ist zugesichert, daß während der Arbeiten die Stromentnahme nicht gestört wird. ... [2]


    Dienstag, den 16. September 1924 (Nr. 218), Anzeigen

    Lindenberg.
    Die Kirchensteuern werden vom 18. bis 20. September 1924 durch den Amtsgehilfen Graß von den Lohnsteuerpflichtigen eingezogen. Näheres siehe Aushängekästen.
    Der Gemeindekirchenrat. Schacht. [2]

    Vereinigung Deutscher Kriegsbeschädigter, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebener, Ortsgruppe Bernau.
    Dienstag den 16.9., abends 8 Uhr, Monatsversammlung. bei Bölker.
    Der Vorstand. [2]

    Akkordbuddler und Tagelöhner bei hohem Lohn verlangt
    Ernst Wilhelm Seeberg b. Altlandsb. [2]

    1 Drillmaschine (Saxonia), 2 Meter 15 Reihen, 1 Kultivator, 9 zink. Radspur,
    1 Dreischarpflug verkauft Fritz Weber, Schmiedemeister, Lindenberg. [2]


    Dienstag, den 16. September 1924 (Nr. 218), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Amtsbezirk Neuenhagen.
    Einweihung des Kriegerdenkmals in Neuenhagen.
    In schlichter und würdiger Weise beging die Gemeinde Neuenhagen gestern die Einweihung des Ehrenmals für die im Weltkriege Gefallenen. ... eine drückende Stimmung lag tagelang vorher in vielen Gemütern, hervorgerufen durch das Verbot der öffentlichen Fahnenenthüllung. Erst kurz vor der Feier machte der persönlich anwesende Landrat Schlemminger das Verbot rückgängig. Leider kam dieser Beschluß für viele zu spät, da die rechtsgesinnten Kreise aus diesem Grunde bereits ihre Mitglieder aufgefordert hatten, sich nicht an der Einweihung zu beteiligen. ... Als dann die riesige Hülle fiel, schauten alle Augen auf das prächtige Ehrenmal. Auf drei großen Tafeln stehen die Namen der gefallenen Helden zum dauernden Gedächtnis. Ueber hundert Namen sind eingezeichnet, darunter auch eine Frau: Schwester Dora Liesegang, die auch ein Opfer des Krieges geworden ist. ... [2]


    Mittwoch, den 17. September 1924 (Nr. 219), Anzeigen

    Statt Karten.
    Nach langem, schweren Leiden verschied heute früh ½4 Uhr meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter Minna Ebel geb. Lorenz im 65. Lebensjahre.
    In tiefer Trauer: Friedrich Ebel, Emma Wendland geb. Ebel, Adolf Wendland.
    Lindenberg, den 14. September 1924.
    Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. d. M., ... 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. [2]


    Mittwoch, den 17. September 1924 (Nr. 219), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Personalnachweisung.
    Bestätigt: ... Landwirt Paul Haase als Gemeindevorsteher der Gemeinde Ahrensfelde.[2]

    Alt-Landsberg, 16. September.
    Der Männer-Chor Altlandsberg nahm am Sonntag an dem 31jährigen Stiftungsfeste des Männer-Gesangvereins Dahlwitz teil. ...[2]


    Donnerstag, den 18. September 1924 (Nr. 220), Anzeigen

    Teichschlamm, nahe an der Landsberger Chaussee. Fuhre 0,50 Mk., verkauft
    Gutsverwaltung Berlin-Falkenberg, Post Hohenschönhausen. [2]

    Verkaufe flottes Reitpferd, 10jähr. Fuchsstute, 1,75 m hoch, f. 250 M. oder tausche gegen Leichtmotorrad, evtl. Zuzahlung.
    Erich Zybell, Blumberg. [2]


    Freitag, den 19. September 1924 (Nr. 221), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Lindenberg. Die Gemeindevertretung wählte in der Sitzung am 16. September Herrn Kirschbaum zum Gemeinde-Vertreter einstimmig wieder.


    Sonntag, den 21. September 1924 (Nr. 223), Kirchliche Nachrichten

    Katholischer Gottesdienst.
    Seeberg: Vorm. 9½ Uhr Gottesdienst in der Kapelle der Obstplantage Seeberg anläßlich des 700jährigen Jubiläums des Heiligen Franziskus. [2]


    Sonntag, den 21. September 1924 (Nr. 223), Anzeigen

    Danksagung.
    Für die uns in so überaus reichem Maße erwiesene Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Ent­schlafenen sagen wir hiermit unsern innigsten Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Schacht für die tröstenden Worte und der Frauenhilfe Lindenberg für die uns erwiesene Aufmerksamkeit.
    Lindenberg, den 17. September 1924.
    Friedrich Ebel und Kinder. [2]

    Daimler-Benzol-Lokomobile
    20 PS., fahrbar, verkauft Weidner. z. zt. Altlandsberg zum Volksfest. [2]


    Dienstag, den 23. September 1924 (Nr. 224), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Personalnachweisung.
    Bestätigt: ..., der Lehrer Gustav Weier als Schöffe der Landgemeinde Mehrow.


    Mittwoch, den 24. September 1924 (Nr. 225), Anzeigen

    Für alle an unseren Autolinien liegenden Ortschaften!
    Schnell, sicher und Billig werden Ihnen alle Waren durch den Paket-Schnelldienst des Niederbarnimer Kreisblatt täglich geliefert.
    Unsere Kraftwagen verkehren:
    Stadtring: Sachsenhausen-Chaussee - Friedrichsthal - Oranienburg-Eden - Germendorf - Borgsdorf-Haltestelle - Borgsdorf-Dorf - Pinnow - Birkenwerder - Bergfelde - Schönfließ - Schildow - Mühlenbeck - Summt - Zühlsdorf - Wensickendorf
    Nordring: Sachsenhausen-Dorf - Nassenheide - Teschendorf - Löwenberg - Linde - Neu-Löwenberg - Liebenberg - Falkenthal - Neuholland - Liebenwalde - Hammer - Groß-Schönebeck - Klandorf - Zerpenschleuse - marienwerder - Ruhlsdorf - Prenden - Lanke - Uetzdorf
    Mittelring: Schmachtenhagen - Zehlendorf - Stolzenhagen - Klosterfelde - Basdorf - Schönwalde - Schönow - Bernau - Zepernick - Birkholz - Blumberg - Ahrensfelde - Falkenberg - Wartenberg - Malchow - Lindenberg - Schwanebeck - Buch - Schönerlinde
    Südring: Wandlitz - Bernau - Börnicke - Willmersdorf - Weesow - Werneuchen - Löhme - Seefeld - Krummensee - Alt-Landsberg - Bruchmühle - Eggersdorf - Petershagen - Fredersdorf - Tasdorf - Neu-Vogelsdorf - Alt-Vogelsdorf - Neuenhagen - Hönow - Mehrow
    Für die Beförderung nach den vorstehend verzeichneten Orten werden nur die niedrigen Postgebührensätze in Anrechnung gebracht / Nähere Auskünfte bei unseren Geschäftsstellen.


    Donnerstag, den 25. September 1924 (Nr. 226), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Alt-Landsberg, 24. September.
    Schöffengerichtssitzung am 23. September 1924.
    Der Arbeiter Wolff aus Hönow hatte am 30. Juni 1924 aus einer Schußwaffe, welche er unbefugt führte, mehrmals Schüsse abgegeben, ohne dabei einen Zweck zu verfolgen. Er wurde zu 20 Goldmark Gelstrafe und 54 Tagen Gefängnis wegen unerlaubten Waffentragens und wegen der durch das Abgeben von Schüssen begangenen Uebertretung zu 6 Mark Goldstrafe evtl. 2 Tagen Haft bestraft. ...[2]


    Donnerstag, den 25. September 1924 (Nr. 226), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Benutzen Sie bei ihren Einkäufen in den Städten des Kreises Niederbarnim und bei allen Sendungen den Paket-Schnelldienst des Niederbarnimer Kreisblattes.
    In jeder Ausgabestelle unserer Autolinien werden Pakete zur Beförderung angenommen.
    Schnell, sicher und billig! [2]

    3 Futterschweine verkauft H. Zybell, Blumberg. [2]


    Freitag, den 26. September 1924 (Nr. 227), Anzeigen

    Es hat Gott dem Herrn gefallen, heute morgen 3½ Uhr nach langem, schweren, in Geduld ertragenen Leiden unsere herzensgute Mutter, Groß- und Urgroßmutter, die Altsitzerin
    Frau Auguste Lehmann geb. Seeger im 79. Lebensjahre zu sich zu rufen.
    Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme schmerzerfüllt an Witwe Emilie Lehmann nebst Kindern, Familie Karl Wegemund, Familie Karl Gahtow, Witwe Mathilde Möricke nebst Kindern, Familie Albert Lehmann, Familie Wilhelm Lehmann, Familie Wilhelm Knape.
    Lindenberg, Schönow, Berlin-Weißensee, den 25. September 1924.
    Die Beisetzung findet am Sonntag, den 28. d. Mts., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt.


    Sonntag, den 28. September 1924 Beilage "Unsere Heimat" Nr. 19

    Neue Braunkohlenvorkommen in der Mark Brandenburg.
    Die Mutungen auf Braunkohle dehnen sich in der Provinz Brandenburg nach Westen und Norden aus. Die Braunkohlenfunde häufen sich in den Kreisen Ober- und Niederbarnim und nähern sich damit immer mehr der Reichshauptstadt. In den Kreisen Ober- und Niederbarnim sind in den letzten Wochen 17 Bergwerkseigentümer verliehen worden: Der Hugo Stinnes-Riebeck-Montan- und Oelwerke Aktiengesellschaft in Halle ..., „Bernau V und VI“ in den Gemeindebezirken Bernau, Rüdnitz, Wilmersdorf und Ladeburg, „Schlageter“ im Gemeindebezirk Bernau und Börnicke, ... [2]


    Dienstag, den 30. September 1924 (Nr. 230), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Blumberg. Das Fest der goldenen Hochzeit begeht am morgigen Dienstag der Kossäte und jetzige Altsitzer Wilhelm Gatow [t] hierselbst mit seiner Ehefrau Johanna. Der Jubilar ist 75 Jahre, seine Jubelbraut 76 Jahre alt; beide sind gesund und munter. Herzliche Glückwünsche!


    Donnerstag, den 2. Oktober 1924 (Nr. 232), Anzeigen

    Arbeiter für Kartoffel- und Rübenernte (Akkordarbeit) stellt ein
    Rittergut Mehrow b. Ahrensfelde-Berlin. [2]

    Ackerwagen (Kastenwagen) 4" kauft Rittergut Mehrow b. Ahrensfelde-Berlin. [2]


    Freitag, den 3. Oktober 1924 (Nr. 233), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Ahrensfelde. In der Gemeindevertretersitzung am 26. September 1924 waren alle Mitglieder bis auf G. Wegener und Köppe erschienen. Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte der erste Schöffe den neu gewählten Gemeindevorsteher Herrn Landwirt Paul Hase. Es erfolgte dann die Verpflichtung des zweiten Schöffen Herrn P. Dornwirth (Soz.) durch den Gemeindevorsteher. Als nächster Punkt der Tagesordnung wurde die Mietung von Büroräumen für den neuen Herrn Gemeindevorsteher verhandelt. Dieser wurde ermächtigt, zu diesem Zwecke bei Herrn Gastwirt Dubick zwei Zimmer zu mieten.
    Im Verlauf der sich daran anschließenden Aussprache bezeichnete es Herr Dornwith (Soz.) als unverantwortlich, daß der bisherige Gemeindevorsteher Krüger die durch die Zusammenlegung des Gemeinde- und Amtsbüros freigewordenen Räume im Hause Dorfstr 49 s. Zt. dem Herrn Dr. Ebeling zur Verfügung gestellt hat. Herr Alfred Krüger als Mitglied der Wohnungskommission wies diesen Vorwurf als völlig grundlos ganz entschieden zurück. Er bemerkte, daß die Räume nach Verlegung des Gemeindebüros leer standen. Als selbständige Wohnung kamen sie nicht in Frage. Der einzige Reflektant außer Herrn Dr. E. war Herr Köppe, welcher damals gern die in seinem Hause wohnende Wittwe H. lossein wollte. Diesem Wunsche konnte natürlich nicht stattgegeben werden. Herr Dr. Ebeling aber, dessen Wohnung für einen Arzt völlig unzulänglich ist, hatte ein moralisches Recht auf Zuweisung der beiden Räume. Schließlich ist ja doch die ganze Gemeinde daran interessiert, einen tüchtigen Arzt im Dorfe zu haben und zu halten. ...


    Freitag, den 3. Oktober 1924 (Nr. 233), Anzeigen

    Statt Karten.
    Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesene Aufmerksamkeit sagen wir Ihnen hiermit unsern herzlichsten Dank.
    Erich Steeger u. Frau Gertrud geb. Höhne.
    Lindenberg b. Berlin. [2]


    Dienstag, den 7. Oktober 1924 (Nr. 236), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Mehrow. Die Wahl eines Vorstehers für die hiesige Gemeinde fand am Freitag, den 3. Oktober d. J. durch die Schöffen und Gemeindevertreter, welche vollzählig zur Stelle waren, statt. Gewählt wurde einstimmig der bisherige Gemeindevorsteher, Herr Landwirt Ernst Meißner. Mit Rücksicht auf seinen vierwöchigen Kuraufenthalt in Bad Salzbrunn fand diese Wahl, die sonst im hiesigen Kreise bereits bis zum 10. September erledigt sein sollen, erst jetzt statt. Herr Meißner hat schon vor dem Kriege eine 9jährige Amtsperiode als Gemeindevorsteher hinter sich, mußte dann aber eines schweren und langwierigen Leidens wegen dieses Amt für einige Jahre niederlegen. 1920 wurde Herr Meißner wieder gewählt und er hat das Gemeindeschiff durch die gewaltige Papier- und Geldflut der Inflationszeit glücklich hindurchgeführt, so daß er das Vertrauen der Gemeinde in unbeschränktem Maße besitzt. Wir gratulieren ihm zu seiner Wiederwahl und wünschen ihm für sein Leiden schnelle und gründliche Besserung! Das Dorfparlament setzt sich nunmehr aus folgenden Herren zusammen: Gemeindevorsteher Herr E. Meißner, 1. Schöffe Herr Lehrer Weier, 2. Schöffe Herr Landwirt Wegener, dazu als Gemeindevertreter die Herren Thürlings [!], Brederecke, Zinn, Schwarz, Raetz, Lindemann, Glase, Mante. Allen ein herzliches Glückauf! für ihre Arbeit zum Wohle der Gemeinde!

    Mehrow. Die hiesigen Gutsarbeiter und Schnitter feierten am vergangenen Sonnabend, den 4. Oktober, nach der schweren und glücklich beendeten Erntearbeit im Gasthause Zielisch ein Erntefest unter sich. - Mit dem alten Brauch ist hier gebrochen.

    Mehrow. Ein Unglücksfall von unabsehbaren Folgen ereignete sich am letzten Mittwoch früh auf dem hiesigen Rittergut. Als die Gutsleute, meist Frauen, junge Leute und Schulkinder auf einem offenen Leiterwagen nach dem Vorwerk Trappenfelde zum Kartoffelroden gefahren wurden, brach an einer abschüssigen Stelle der Chaussee plötzlich der eine Leiterbaum und ziemlich die ganze Besatzung des Wagens stürzte rücklings und kopfüber zwischen die Räder des Wagens, wobei es nicht nur Nervenerschütterungen, Druck- und Stoßwunden am Körper, sondern auch tiefe Fleischwunden, Sehnenzerrungen und einen Beinbruch gab. Wenn es dem Kutscher nicht gelungen wäre, die Pferde so schnell zum Stehen zu bringen und die Räder vollends über den Menschen­knäuel hinweg gegangen wären, dann hätte der Unfall unheilbare Folgen nach sich gezogen. Dieser Vorfall zeigt einmal wieder, daß es sehr unvorsichtig ist, eine größere Menschenmenge, besonders Kinder, auf einem Wagen mit Sprossenleitern zu transportieren, zumal dann, wenn letztere schon altersschwach und morsch sind.


    Donnerstag, den 9. Oktober 1924 (Nr. 238), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Mehrow. Eine eindrucksvolle Hindenburgfeier beging am 1. Oktober der hiesige Turnverein, der den Namen dieses großen Deutschen trägt, im Anschluß an seine Oktoberversammlung im Lokal des Turnbruders Meißner. An einer mit Laubgewinden festlich geschmückten Staffelei war das Bild des 77jährigen Geburtstagskindes angebracht. Der Vereinsvorsitzende, Turnbruder Schwarz, eröffnete um ½9 Uhr die Versammlung, begrüßte die Anwesenden und wies in kurzen, treffenden Worten auf die hohe Bedeutung der diesmaligen Monatsversammlung hin.
    Nach dem gemeinsamen Gesang eines Turnerliedes erteilte der Vorsitzende dem Vereinsditwart [!] das Wort zum Festvortrag. Derselbe knüpfte seine Ausführungen an das Wort an „Große Zeiten, große Männer“ und entwickelte seinen Zuhörern ein Lebensbild des Nationalhelden Hindenburg. Im Augenblick, als die Glückwünsche für den Gefeierten in ein Hoch ausklangen, erstrahlte dessen Bild in farbenprächtiger Beleuchtung. Der Schriftwart, Turnb. Berndt, verlas nun ein Glückwunsch­schreiben an den großen Paten unseres Vereins, welches mit Begeisterung aufgenommen wurde.
    Nachdem noch mehrere geschäftliche Sachen erledigt und der Vorsitzende ernste, eindringliche Worte an die Vereinsmitglieder gerichtet hatte, blieb die Versammlung noch bis 11 Uhr in gemütlicher Fidelitas zusammen.

    Mehrow. Der hiesige Landwehrverein hält am kommenden Sonnabend, den 11. d. M, von abends 8 Uhr ab, seine Oktober-Versammlung bei Kamerad Raetz ab, auf welcher Kamerad Knauth seine Beobachtungen als Krieger in Mazedonien über dieses Land und sein Volk in einem Vortrage zu Gehör bringen wird. Es werden schon heute alle Kameraden auf diesen interessanten Abend hingewiesen, und sollten sich die Damen der Kameraden auch für diesen belehrenden Vortrag interessieren, so sind sie herzlichen willkommen. Allen Kameraden aber gilt der Weckruf: „Beginnt bei der jetzt einsetzenden kalten Jahreszeit nicht den Winterschlaf des Vereinslebens, sondern seid stets pünktlich und vollzählig zur Stelle!“

    Hönow. Seine silberne Hochzeit feierte am 1. Oktober Herr Marehn. Ueber 30 Jahre wirkte er in Treue an seiner Arbeitsstätte auf dem Dottischen Gute. Herzliche Wünsche nachträglich! [2]

    Hönow. Aus Schweidnitz ist von der 2. Batterie 3. (Preuß.) Artl.-Regt. an die Gemeindeverwaltung folgendes Dankschreiben eingegangen: „Die Batterie erlaubt sich, der Gemeindeverwaltung den herzlichsten Dank für die in Hönow bei allen Teilen der Bevölkerung gefundene Gastfreundschaft auszusprechen. Die Batterie hofft, daß auch die Gemeinde stets gern an die Einquartierung 1924 zurückdenken wird.“

    Hönow. Das letzte Fahrrad ist dem Ingenieur Neumann in der Nacht vom 5. zum 6. Oktober aus seinem verschlossenen Wohnhause entwendet worden. Vor nicht allzu langer Zeit sind ihm erst drei Fahrräder gestohlen. Die Diebe müssen mit den Örtlichkeiten genau Bescheid wissen.


    Freitag, den 10. Oktober 1924 (Nr. 239), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Bekanntmachung.
    An Stelle des Herrn Medizinalrates Dr. Schulz ist der Medizinalrat Dr. Hartwich zum Kreisarzt für den Kreis Niederbarnim ernannt worden.
    Die Amtsräume des Kreisarztes befinden sich im Landratsamt, Berlin NW 40, Friedrich-Karl-Ufer 5. Die Sprechstunden finden wochentags vormittags von 8-10 Uhr statt.
    Berlin, den 4. Oktober 1924.
    Der Landrat. [2]

    Personalnachweisung.
    Bestätigt: ..., der Landwirt Friedrich Kirschbaum als Gemeindevorsteher der Gemeinde Hönow, ...


    Freitag, den 10. Oktober 1924 (Nr. 239), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Alt-Landsberg, 9. Oktober.
    Schöffengerichtssitzung am 7. Oktober 1924.
    Wegen Vergehens gegen die Hundesperre hatten sich der Milchhändler Tappe und Arbeiter Wendt, beide aus Blumberg zu verantworten, die ihre Hunde frei umherlaufen ließen. T. war dies nicht bewußt, da der Hund nicht durch sein Verschulden fortlief. T. erhielt eine Geldstrafe von 10 Goldmark, W. eine solche von 15 Goldmark. [2]

    Ahrensfelde. Diebstahl und Einbruchdiebstahl. Nachdem unser Ort längere Zeit hindurch von Dieben und Einbrechern, diesen unliebsamen Gästen, verschont blieb, sind jetzt in Kürze doch wieder zwei dieser unangenehmen Besuche vorgekommen. Einem Schulknaben vom hiesigen Bahnhof wurde sein Fahrrad entwendet, während er einen Augenblick in den Laden des Kaufmanns Jauert trat, um einige Besorgungen zu machen und das Rad währenddessen an der belebten Straße unbeachtet stehen ließ. Da durch die Polizei alle im Frage kommenden Straßen, auf denen der Dieb etwa nach Berlin zu entschlüpfen versuchen könnte, sofort unter Beobachtung genommen wurden, gelang es auch einem Bahnbediensteten an einem Bahnübergang zwischen Ahrensfelde und Marzahn den Dieb festzunehmen. In dem Augenblick, als sie beide einem in voller Fahrt heranbrausenden Auto ausweichen mußten, wich aber der Verhaftete gleich so stark nach der Seite, daß er nachher im Dunkel des Abends nicht mehr zu sehen war. Man hatte nun wohl das Rad wieder aber der Dieb - na, „es wäre so schön gewesen“. - In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch besuchten Einbrecher das Wohnhaus des Landwirtes und Gemüsebauers R. Schmidt von hier. Die Gesellen stiegen in den Hauskeller und verschafften sich von hier aus auf ganz raffinierte Weise den Eingang in das gute Zimmer, von wo aus sie ein nagelneues Zweirad und einen neuen Herrenanzug, in welchem eine Brieftasche mit Inhalt und Militärpapiere steckte, mitgehen ließen. Nach Zurücklassung der diesen Besuchern eigenen Visitenkarten entfernten sie sich unbemerkt und werden wahrscheinlich auch dem Auge des Gesetzes durch die Lappen gehen, weil sie, wie festgestellt, auf Lappen gegangen sind. Die Einbrecher konnten so unbemerkt arbeiten, weil Herr Schmidt gerade in dieser Woche nach Berlin zur Halle gefahren ist und seine übrigen Familienangehörigen in einem Zimmer nach der Hofseite schliefen. Da mit Eintritt der langen und dunklen Winternächte eine Wiederholung derartiger Besuche zu befürchten ist, so wäre eine Wiederaufnahme der freiwilligen Ortswache durch die Ortsbewohner sehr angebracht.


    Sonnabend, den 11. Oktober 1924 (Nr. 240), Anzeigen

    Statt Karten.
    Anläßlich unserer silbernen Hochzeit danken wir allen Gratulanten sowie dem Gesangverein Lyra, Lindenberg, recht herzlich.
    Karl Krüger nebst Frau.
    Lindenberg, im Oktober 1924. [2]

    Auf diesem Wege sagen wir allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank für die uns zu unserer Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten.
    Leopold Bauer, Lehrer, u. Frau Louise, geb. von Franz.
    Lindenberg b. Berlin. [2]


    Sonntag, 12. Oktober 1924 (Nr. 241), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Hönow. Auf ein soeben vollendetes Werk, die Versetzung der Transformatorensäule, kann der Landwehr-Verein mit Stolz zurückblicken. Nun ist damit ein schöner Platz vor dem Gefallenen-Denkmal geschaffen und schon von weitem ist es sichtbar. Herzlichen Dank allen, die die Leitung in der Ausführung dieses Plans unterstützt. Besonderer Dank aber der Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke, die in hochherziger Weise weitestgehendes Entgegenkommen gezeigt, das geradezu Verwunderung herauslockt. Recht herzlichen Dank auf diesem Wege Herrn Schaltmeister Bauer und seinen treuen Gehilfen aus Blumberg. [2]


    Sonntag, 12. Oktober 1924 (Nr. 241), Anzeigen

    Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die herrlichen Kranzspenden beim Heimgange meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Anna Jacobs geb. Fischer sprechen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unsern herzlichsten Dank aus.
    Fritz Jacobs und Kinder.
    Blumberg, Bez. Potsd., Oktober 24 [2]


    Dienstag, 14. Oktober 1924 (Nr. 242), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Blumberg. Die hiesige große Schneidemühle des Herrn Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt, die im Frühjahr einem großen Brand zum Opfer fiel, ist jetzt wieder vollständig aufgebaut und neu in Betrieb genommen. Ein neuer Beweis deutscher Tatkraft! Wir verweisen auf das Inserat in der heutigen Nummer.


    Dienstag, 14. Oktober 1924 (Nr. 242), Anzeigen

    Der geehrten Kundschaft zur Nachricht, daß meine im Frühjahr abgebrannte Schneidemühle nebst Holzbearbeitungsfabrik vollständig wieder aufgebaut und in Betrieb ist.
    Albert Weidelt, Maurer- und Zimmermeister. Blumberg.


    Mittwoch, 15. Oktober 1924 (Nr. 243), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Personalnachweisung. Bestätigt: ..., der Landwirt Ernst Meißner als Gemeindevorsteher der Gemeinde Mehrow. [2]


    Freitag, den 24. Oktober 1924 (Nr. 251), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Personalnachweisung.
    Bestätigt: ..., der Landwirt Richard Möser als Gemeindevorsteher der Gemeinde Eche. [2]


    Freitag, den 24. Oktober 1924 (Nr. 251), Anzeigen

    Jugendliche Arbeiterinnen und Arbeiter bis zu 18 Jahren stellt ein.
    Feuerwerkerei Malchow. [2]


    Sonntag, den 26. Oktober 1924 (Nr. 253), Anzeigen

    Scharfer Wachhund zu kaufen gesucht. Braune kleine Teckelhündin zu verkaufen.
    A. Neumann, Hönow.[2]


    Sonntag, den 26. Oktober 1924 (Nr. 253), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
    Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche wird hierdurch ... folgendes bestimmt: Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche wird aus dem Gehöft des Arbeiters Kiehnke in Ahrensfelde, Hauptstraße 52, ein Sperrbezirk gebildet. ...
    Berlin, den 24. Oktober 1924.
    Der Landrat. [2]


    Dienstag, den 28. Oktober 1924 (Nr. 254), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

    Alt-Landsberg. Die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne vom „Roten Kreuz“ begeht, wie auch schon bereits mitgeteilt, am kommenden Sonnabend die Feier ihres 20jährigen Stiftungsfestes im Hotel Friedrichslust. ...

    Alt-Landsberg. Der Autounfall, der sich am Donnerstag abend ereignete, hat nun leider auch ein Todesopfer gefordert. Seinen inneren Verletzungen erlag am Sonnabend im hiesigen Kreis­krankenhause der in Berlin wohnhafte 30 Jahre alte Autoreparaturwerkmeister Richard Bauhof.

    Blumberg. Einer gerissenen Schwindlerin wurde von der hiesigen Landjägerei das Handwerk gelegt. Die Arbeiterin Gertrud Lubowski aus Berlin-Schöneberg ging hier von Haus zu Haus, um Spenden für die Waisen gefallener Krieger zu sammeln. Sie fügte einer amtlich zugelassenen Liste Einlagen bei, welche sorgfältig eingeklebt, dieser den Anschein eines zusammenhängenden Ganzen gab. Nach beendeter Tour wurden die Einlagen entfernt und erneuert, während die eingesammelten alten Beträge in ihre eigene Tasche wanderten. Sogar Behörden hatten sich täuschen lassen und der L. in der gefälschten Liste ihr Siegel beigedrückt. Es ist nur der Aufmerksamkeit eines Streif[en]beamten zu danken, daß diesem schändlichen Treiben endlich Einhalt geboten wurde. Um wieviel die armen Waisenkinder geschädigt sein mögen erhellt daraus, daß der Gaunerin bei ihrer Festnahme 63 R.-M. abgenommen werden konnten, was wahrscheinlich eine Tageseinnahme darstellt. Die Landjäger Abteilung in Blumberg bittet um Nachricht, falls die L. auch an anderen Orten aufgetreten ist. Die Gaunerin ist 37 Jahre alt und war besonders an einem hellblauen Tuchmantel mit breitem grauen Krimmebesatz erkenntlich. -
    Ein zweiter Schwindler entkam leider. Er trommelte die Leute des Dorfes in einer Gastwirtschaft zusammen, um sie zum Beitritt zu einem Verein aufzufordern, dessen Ziel es sei, dem alten Papiergeld wieder zu seinem ursprünglichen Werte zu verhelfen. Nachdem dieser tüchtige Geschäftsmann die Aufnahmebeträge von 10 Mark pro Person kassiert hatte, verschwand er und dürfte die ganze Angelegenheit für ihn hiermit erledigt sein. Die Bevölkerung sei auch vor diesem Manne gewarnt und veranlasse seine Festnahme.


    Mittwoch, den 29. Oktober 1924 (Nr. 255), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Geheimnisse der Nacht über dem Kreise Niederbarnim.
    Im Auto durch nächtliches Dunkel ... Hunderte von Metern weit schießt der helle Lichtkegel der großen Scheinwerfer die Flucht der Baumreihen auf der Chaussee entlang, die uns über Lindenberg und Schwanebeck nach Bernau zuführt ... Plötzlich, magisch angezogen finden die Blicke in dem unendlichen Meere der helleuchtenden Sterne einen winzigen roten Punkt, der wie eine Feuerkugel, ständig wachsend, rottierend [!] und mir rasender Geschwindigkeit durch die Luft dahinschießt. ... Da wird plötzlich ein zweites Licht sichtbar, in grüner Farbe, das das Rätselhafte der Erscheinung noch erhöht, als im nächsten Augenblick ein strahlend heller Lichtkegel von riesenhaften Ausmaßen sich über das Sternenfirmament wirft und kilometerweit das gespenstige Dunkel erhellt ... Motorbrummen wird aus geringer Höhe bemerkbar und - das Rätsel ist gelöst: ein Flugzeug im nächtlichen Dunkel über uns! ...
    Langsam aber wendet der Lichtschein sich westwärts ... Das Flugzeug steuert wohlbehalten dem Landungsplatze auf dem Tempelhofer Felde zu. ...
    Was mag der kühne Pilot dort oben wohl empfinden, wenn er so Tag für Tag nächtlicherweise von Stettin nach Berlin über unserem lieben Kreise Niederbarnim dahinfliegt? [2]

    Hönow. Eine gemeinsame Sitzung werden der Gemeindevorstand, Gemeindekirchenrat und Schulvorstand am kommenden Donnerstag, nachm. ½4 Uhr, im Gemeindebüro abhalten, um die Vorschläge betr. Neufestsetzung der Stelleneinkünfte der hiesigen Lehrerstelle zu beschließen. [2]

    Hönow. Das Reformationsfest begeht unsere Gemeinde am kommenden Sonntag durch einen Festgottesdienst in der Kirche, und zwar beginnt derselbe um 8 Uhr vormittags. [2]


    Donnerstag, den 30. Oktober 1924 (Nr. 256), Anzeigen

    Ahrensfelde. Jagdhündin angefunden. Gegen Erstattung der Unkosten abzuholen.
    Ahrensfelde, den 28. Oktober 1924.
    Amtsvorsteher. [2]


    Freitag, den 31. Oktober 1924 (Nr. 257), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Blumberg. Ein tragisches Geschick ereilte den Lehrer Giesecke, der am 1. Oktober von hier nach Fichtenau bei Klein-Schönebeck versetzt worden war. Er hat aber dort seinen Dienst nur zwei Tage versehen können. Bald nach Dienstantritt meldete er sich krank und es machte sich seine Ueberführung nach dem Krankenhause notwendig. Dort mußte eine Operation vorgenommen werden. Jetzt ist die Nachricht eingetroffen, daß der Patient verstorben ist. Die Beerdigung fand auf dem Alten Jakobikirchhofe in Neukölln statt. Der Verstorbene stand im 46. Lebensjahre.


    Sonnabend, den 1. November 1924 (Nr. 258), Anzeigen

    Statt Karten.
    Für die uns zu unserer Vermählung übersandten Glückwünsche und Geschenke sagen wir alle Freunden und Bekannten unsern herzlichsten Dank.
    Lindenberg, im Okt. 1924
    Georg Münchhagen u. Frau Olga geb. Haase. [2]


    Sonntag, den 2. November 1924 (Nr. 259), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 13. November 1924, nachmittags 5½ Uhr im Schwarzen Adler, hierselbst, seine Vereinssitzung ab. ...


    Dienstag, den 4. November 1924 (Nr. 260), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

    Alt-Landsberg. Das 20jährige Stiftungsfest der Freiwilligen Sanitätskolonne wies am Sonnabend eine rege Anteilnahme der Einwohnerschaft auf. ... [2]

    Seeberg. Ein neues Autounglück ereignete sich am Sonnabend nachmittag auf der Chaussee von Hönow nach Seeberg. Ein Probewagen, der die Strecke in übergroßer Geschwindigkeit abfuhr, überschlug sich kurz vor unserem Dorfe, als er einem Fuhrwerk ausweichen wollte. Der Führer des Wagens wurde herausgeschleudert, kam jedoch ohne Verletzungen davon, da er auf weichen Sandboden fiel. Der Wagen selbst war so beschädigt, daß er die Fahrt nicht fortsetzen konnte. [2]


    Mittwoch, den 5. November 1924 (Nr. 261), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Lindenberg.
    Die Scheune des Schwiegersohnes angezündet.
    Selbstmord des Brandstifters.
    Brandstiftung und Selbstmord verübte gestern nachmittag in einem Anfall geistiger Umnachtung der hier ansässige Karl Heinicke, der bei seinem Schwiegersohne in der Dorfstraße 77 wohnt. H., der als sehr leicht erregbarer Mensch bekannt war und der mit seiner Frau und mit seinen Kindern oft in Unfrieden lebte, hatte sich in unbewußten Anwandlungen schon verschiedentlich an seinen Angehörigen vergriffen, so daß er vor Jahresfrist in die Landesirrenanstalt Eberswalde eingeliefert werden mußte. Auf seine besonderen Bitten hin sahen sich die Angehörigen dann veranlaßt, ihn von dort wieder nach Hause zu holen.
    Der alte Zustand stellte sich jedoch bald wieder ein und man mußte im Kreise der Familie erneut eine Ueberführung in eine Anstalt erwägen. H. hatte nun gestern wieder seine Frau und seine Kinder mit dem Revolver bedroht, den er sich auf unerklärliche Art und Weise zu verschaffen gewußt hatte.
    Als dann die Frau um 2 Uhr nachmittags nach ihrem Manne sehen wollte, fand sie die Scheune des Schwiegersohnes in hellen Flammen stehend vor. Mit lauten Hilferufen stürzte sie in das Haus zurück, wurde aber, bevor sie dieses erreichen konnte, von dem Manne, der die Scheune in Brand gesetzt hatte, mit dem Revolver beschossen, ohne glücklicherweise getroffen zu werden [!]. Während sich die Leute, darunter auch die Angehörigen, mit dem Feuer beschäftigten, begab sich H. in seine Wohnung, schloß sich in sein Zimmer ein und richtete die Waffe gegen sich selbst. Als man nach dem lauten Knall des Schusses die Tür des Zimmers gewaltsam öffnete, fand man den Bedauernswerten in seinem Blute liegend tot vor. Er hatte sich eine Kugel durch den Kopf geschossen, die sofort den Tod herbeiführte. Die Scheune des Schwiegersohnes des H., des Kossäten Georg Hagert, brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder.
    Die hiesige Wehr war sofort nach der Meldung des Brandes zur Stelle, konnte jedoch zur Rettung der brennenden Scheune nichts mehr tun, sondern mußte sich darauf beschränken, die Nachbargebäude zu schützen. Auch die Nachbarwehren aus Wartenberg, Malchow, Karow und Falkenberg waren bald zur Stelle und konnten tatkräftig in die Abwehrarbeit mit eingreifen. Nach etwa einstündiger angestrengter Arbeit war man des verheerenden Elementes Herr geworden.

    Lindenberg. Ein noch glücklich verlaufenes Autounglück ereignete sich gestern vormittag vor dem Grundstück Dorfstraße 48. Ein Auto fuhr in den Chausseegraben und riß die Brücke, die das Gehöft mit der Chaussee verbindet, auf. Ein Mitfahrer flog aus dem Wagen heraus, aber ohne ernstlich Schaden zu nehmen. Das Auto wurde dann mit eigener Kraft aus dem Chausseegraben geholt und konnte seine Fahrt fortsetzen.


    Donnerstag, den 6. November 1924 (Nr. 262), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Alt-Landsberg, 5. November.
    Schöffengerichtssitzung vom 4. November 1924.
    Der praktische Arzt Dr. Sch., Werneuchen hatte am 24.6.1924 den Bürgersteig in Werneuchen befahren, ohne dazu befugt zu sein. Hierbei wurde er vom Landjäger Kramer betroffen. Da es bereits dunkel war, blendete ihn der Beamte mit einer Blendlaterne ins Gesicht, um festzustellen, wer der Fahrer sei. Es kam hierbei zu einer Auseinandersetzung und Dr. Sch. sagte zu dem Beamten, er solle lieber nach Hühnerdiebstählen Umschau halten. Weiter bediente er sich der Aeußerungen „Kamel“ und „niederträchtiges Luder“. Der Beschuldigte führte nun an, daß das Pflaster sehr schlecht sei und er einen dringenden Krankenbesuch zu erledigen hatte und schon abgehetzt von seiner Tour gekommen sei. Wegen Beamtenbeleidigung wurde er gemäß dem Antrag des Amtsanwalts zu einer Geldstrafe von 300 Mark verurteilt, evtl. 20 Tage Gefängnis. Außerdem wurde der Gegenpartei die Befugnis zur einmaligen Veröffentlichung im Werneuchen-Anzeiger zugesprochen. [2]

    Mehrow. Die hiesige freiwillige Ortswache, die über ein Jahr wirkungsvoll ausgeübt wurde, schlief im Sommer infolge von Interesselosigkeit ein. Die raffinierten Einbruchsdiebstähle, die in mehreren der umliegenden Ortschaften in letzter Zeit vorgekommen sind, haben die Hausväter der hiesigen Gemeinde wieder auf den Damm gefordert und haben die alte freiwillige Ortswache wieder aufleben lassen. Leider muß noch bei mehreren Interessenten in dieser Sache ein sehr bedauerlicher Mangel an Gemeingeist festgestellt werden, da sie sich ohne Grund von der Wache ausgeschlossen haben, trotzdem sie auch Haus und Hof, Hab und Gut gegen Raub und Diebstahl zu schützen haben. Es sind nicht etwa Leute, die wegen hohen Alters den warmen Bettzipfel der weniger angenehmen Nachtwache vorziehen, sondern es sind junge, gesunde Männer, die aus reiner Bequemlichkeit sich von der allgemein als notwendig anerkannten Einrichtung ausgeschlossen haben. Lieb Vaterland, kannst ruhig sein! - Es mag ja auch der eine oder andere dieser Außenseiter das Bibelwort für sich als Entschuldigung gelten lassen: „Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen!“ Wir wünschen diesen Schläfern angenehme Nachtruhe. Hoffentlich werden sie nicht durch diejenigen, deren nächtliche Besuche im Orte durchaus nicht angenehm sind, belehrt, daß es bei dem gemeinnützigen Unternehmen auch auf ihre Mitarbeit ankommt!


    Freitag, den 7. November 1924 (Nr. 263), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

    Ahrensfelde. Der Deutsche Turn-Verein „Felsing“ hält am Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr, im Vereinsheim W. Dubick ein Winterfest ab. Eingeleitet wird dasselbe mit turnerischen Vorführungen aller Abteilungen. Hervorgehoben sei der Fahnenreigen der Jungmädchen sowie die Stabübungen der Jungen. Alle Gönner der deutschen Turnsache sind herzlichst eingeladen. Sicher werden sie einen angenehmen Abend in der Mitte des rührigen Vereiens verleben.

    Mehrow. Der hiesige Landwehrverein hielt am letzten Sonnabend bei Kamerad Meißner seine November-Versammlung ab. Der für diesen Abend angesetzte Vortrag „Das Verfassungswesen im deutschen Reiche“ wurde von der Tagesordnung abgesetzt, weil der Landbund, Ortsgruppe Mehrow, zu der die meisten Landwehrkameraden gehören, an demselben Abend auch eine Besprechung abhielt. Die Vorbesprechungen über ein in Aussicht genommenes Wintervergnügen kamen dahin zusammen, daß dasselbe am 17. Januar n. Js. bei Kamerad Meißner stattfinden solle. Ferner wurde beschlossen, daß die säumigen Vereinsmitglieder fortan den Grund ihres Fernbleibens von der Versammlung dem Vorstand mitteilen sollen, andernfalls sie einen Monatsbeitrag als Strafe in die Vereinskasse zahlen.

    Blumberg. Eine durchaus ungewöhnliche Jagdbeute machten hier am gestrigen Mittwoch zwei Jägersleute. Sie hatten sich einen vor ihnen aufgehenden Hasen als Ziel ausgesucht, legten an, gaben Feuer und - o Graus -, anstatt Meister Lampe zu treffen, schossen sie einem Pferd, das gerade auf dem Felde einen Pflug zog, in die Beine. Das Tier stürzte natürlich sofort zu Boden und mußte abgestochen werden. Den „freudigen“ Schreck, den die Jäger bekamen, als sie statt der kleinen Beute in Gestalt des Hasen ein Pferd zur Strecke brachten, kann man sich denken. Sie werden an dem Schadenersatz ziemlich lange zu knabbern haben. ...


    Sonnabend, den 8. November 1924 (Nr. 264), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Hönow. Versammlung des Landwehrvereins. Die letzten acht Wochen, in denen der hiesige Landwehrverein keine ordentliche Sitzung abhielt, sind wohl vielen recht lang geworden und so erklärt sich auch der starke Besuch, den die Novembersitzung bei dem Kam. Hörnicke am letzten Mittwoch mit etwa 40 Kameraden aufzuweisen hatte. ... Nach pünktlicher Eröffnung der Sitzung gab der erste Vorsitzende, Lehrer Meyer, eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen bekannt und gedachte besonders zu seinem heutigen Geburtstage des abwesenden Kameraden A. Mette und rühmte dessen große Verdienste um den Verein. ... Zuerst wurden Denkmalsangelegenheiten besprochen und die üblichen Vereinsformalitäten erledigt. Dann fand der beliebte und lange erwartete Kriegerkalender ... reißende Abnahme. Anfang Januar wird voraussichtlich das Wintervergnügen gefeiert werden. ... Der Kamerad W. Richter berichtete dann in längere temperamentvollen Ausführungen über seine persönlichen Eindrücke bei der Denkmalsweihe für die Gefallenen seines Regiments in Prenzlau. ... Der späte Schluß der Sitzung hinderte nicht, dem schönen Abend auch den feucht-fröhlichen Abschluß zu geben. [2]


    Sonnabend, den 8. November 1924 (Nr. 264), Anzeigen

    Zeitungsausträger für Lindenberg und Falkenberg stellt ein; Meldungen durch unsere Geschäftsstellen oder unsere Kraftwagenführer erbeten.
    Niederbarnimer Kreisblatt. [2]

    Neuenhagen.
    Die Gemeinde stellt einen zweiten Nachtwächter ein.
    Schriftliche Bewerbungsgesuche umgehend erbeten.
    Neuenhagen, den 5. November 1924.
    Der Gemeindevorsteher Thormann. [2]


    Sonntag, den 9. November 1924 (Nr. 265), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Altlandsberg. Unser Ortsname wird immer noch in 2 Worten geschrieben, obwohl bereits der Minister des Innern in der Verfügung vom 6.10.10 und auch der Regierungspräsident nach der Verfügung vom 12.8.21 die Schreibweise in einem Wort gutgeheißen hatten. Wir selbst haben leider diese Sünde begangen, doch soll es künftig nicht mehr vorkommen. Zu wünschen wäre aber nun, daß auch die Behörden in Altlandsberg endlich die alten Stempel Alt-Landsberg ausmerzen, denn als Behörde soll man dem Publikum, welches Verfügungen höher geordneter Behörden nicht kennen kann, mit gutem Beispiele vorangehen.[2]

    Kirchliche Nachrichten.
    Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 9. November.
    Antoniushof Seeberg. (Obstplantage Seeberg): ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Im Laufe des Tages folgen zwei religiöse Vorträge.
    Gegen 4 Uhr nachmittags theophorische Prozession nach dem Walde. [2]


    Mittwoch, den 12. November 1924 (Nr. 267), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Bekanntmachung.
    Dem Trichinenschauer Rudolf Krüger in Ahrensfelde habe ich unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs die Trichinenschau in den Ortschaften Eiche und Mehrow übertragen.
    Berlin, den 6. November 1924.
    Der Landrat. [2]

    Altlandsberg. Die freie Bäckerinnung Altlandsberg und Umgegend hält am Mittwoch, den 12. Nov., in den Festräumen der Konditorei Geier in Neuenhagen ein Innungsvergnügen ab. Der Ueberschuß soll zur Beschaffung einer Fahne Verwendung finden, welche die Bäckerinnung trotz ihres langjährigen Bestehens noch nicht besitzt. [2]

    Blumberg. Der Jagdunfall, von dem wir in Nr. 263 uns Blattes berichteten, hat sich nach eingehender Erkundigung doch wesentlich anders abgespielt, als wir ursprünglich mitteilten. Zunächst hat es sich nicht auf der hiesigen Feldmark, sondern bei Ahrensfelde zugetragen. Der bewußte Hase lief auch nicht in Richtung auf das pflügende Gespann. Vielmehr scheute das Pferd bei dem Knall und geriet dabei in den Pflug. Hierbei schnitt es sich die Sehnen an den Beinen durch und mußte infolgedessen getötet werden. Die Sache entbehrt also durchaus des humoristischen Beigeschmacks, den man ihr nach der ersten Schilderung abgewinnen konnte.

    Hönow. Der deutsche Turn-Verein Hönow hielt am vergangenen Sonnabend bei Hörnicke eine Versammlung ab, die selbst leider nicht einmal von allen aktiven Turnern besucht war. Gegenstand der Tagesordnung war die Besprechung über das voraussichtlich am 13. Dezember stattfindende Vereinsvergnügen. [2]


    Donnerstag, den 13. November 1924 (Nr. 268), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Altlandsberg, 12. November.
    Schöffengerichtssitzung vom 11. November 1924.
    Des Diebstahls beschuldigt war die Arbeiterin Frau Hulda R., Gut Blumberg, mitangeklagt wegen Hehlerei war der Arbeiter Ferdinand März, Bln.-Weißensee. Frau R. hatte auf dem Gute das Federvieh zu füttern und bekam hierfür ihr bestimmtes Quantum Hafer zugemessen. Im Sommer wurde der genannte März am Bahnhof Blumberg mit 1½ Zentner Hafer betroffen. Er gab an, den Hafer von Frau R. gekauft zu haben. Frau R. gab den Verkauf zu, auch, daß sie den Hafer nach und nach von dem ihr zur Fütterung anvertrauten, entnommen habe. Man vermutete aber Diebstahl, weil es sich um größere Mengen handelte. Nach der sogleich nach dieser Feststellung vor­genommenen Haussuchung wurden bei ihr noch weitere 1½ Zentner Hafer vorgefunden. Sie gab an, die Zurückbehaltung und den Verkauf aus Not vorgenommen zu haben. Der Verdienst ihres Mannes, der ebenfalls auf dem Gute als Arbeiter tätig ist, beträgt nur etwas über 13 M. (!) pro Woche. Den Hauptverdienst machen hiervon noch die Naturalien aus, so daß ein Barverdienst von 3-4 M. (!!) zur Auszahlung gelangt. März will von dem unrechtmäßigen Erwerb des Hafers nichts gewußt haben. ... Das Gericht verurteilte Frau R. zu zwei Wochen Gefängnis mit dreijähriger Bewährungsfrist, M. erhielt eine Gefängnisstrafe von einem Monat, es soll nachgeprüft werden, ob ihm eine Bewährungsfrist zuzubilligen ist.
    Vorgeführt wurde der Arbeiter Max J., Blumberg, früher Amtsfreiheit, aus der Untersuchungshaft. Im Sommer hatte er dem Milchkühler Tappe-Blumberg, bei dem er sich aushilfsweise in Arbeit befand, eine Geige, eine Taschenlampe und auch Geld entwendet. Er gibt an, die Gegenstände nur in Gebrauch genommen zu haben, die er dann auf Anfordern wieder zurückgegeben hätte. Der Besitzer war aber über den Verbleib gar nicht unterrichtet. Der Amtsanwalt beantragte einen Monat Gefängnis, das Gericht erkannte ebenso. [2]


    Donnerstag, den 13. November 1924 (Nr. 268), Anzeigen

    Heute verschied sanft nach langem mit Geduld getragenen Leiden meine inniggeliebte Frau, Tochter, Schwester und Schwägerin Frieda Münchhagen geb. Neeger im 30. Lebensjahre.
    Lindenberg, den 11. Nov. 1924.
    In tiefer Trauer
    Willi Münchhagen, Ww. Marie Neeger, Erich Neeger, Gertrud Neeger, geb. Höhne.
    Die Beerdigung findet am Freitag, den 14. November, nachm. 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. [2]


    Freitag, den 14. November 1924 (Nr. 269), Anzeigen [offenbar Korektur]

    Heute verschied sanft nach langem mit Geduld getragenen Leiden meine inniggeliebte Frau, Tochter, Schwester und Schwägerin Frieda Münchhagen geb. Steeger im 30. Lebensjahre.
    Lindenberg, den 11. Nov. 1924.
    In tiefer Trauer
    Willi Münchhagen, Ww. Marie Steeger, Erich Steeger, Gertrud Steeger, geb. Höhne.
    Die Beerdigung findet am Freitag, den 14. November, nachm. 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. [2]


    Sonnabend, den 15. November 1924 (Nr. 270), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Blumberg. Die Einweihung des Denkmals soll nunmehr am kommenden Sonntag vor sich gehen, nachdem bereits im September d. Js. die Grundsteinlegung stattgefunden hat. An der Aufbringung der Kosten beteiligten sich sämtliche Kreise der Bevölkerung, ohne Unterschied des Standes oder der politischen Parteistellung. Ein Zeichen, daß der Gemeinschaftssinn und der innere Kontakt in unserer Gemeinde durchaus vorhanden sind. Ein ganz besonderes Verdienst gebührt dem Vorstande des Kriegervereins, Herrn Aug. Keisdorf, welcher sich seit Jahren in vorbildlicher Weise um das Zustandekommen dieser guten Sache bemühte. Neben vielen anderen Personen, die der Vollendung dieses Werkes mit Eifer zustrebten, seien Herr Zimmermann Weidelt und die Fechtmeister des Kriegervereins erwähnt.


    Sonntag, den 16. November 1924 (Nr. 271), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Hönow. Gemeindevertretersitzung am vergangenen Donnerstag bei Scharny. ... 3. Die Miete für die vom Lehrer i. R. Lübke genutzte Dienstwohnung wurde nach den gesetzlichen Bestimmungen von einer Friedensmiete von 449 M. ab 1. Oktober 1924 festgestellt. 4. Der Antrag betr. die Anschaffung einer neuen Schulfahne wurde vom Antragsteller bis auf weiteres zurückgezogen. ... 6. Verschiedenes: a) die bisher von Herrn H. Schmidt in der Glücksburg bewohnte Wohnung soll den Wohnungssuchenden angeboten werden. b) der Sommerweg von der Eichener Dorfstraße wird demnächst ausgebessert werden. c) Die Wahlen am 7. Dezember finden im Seegerschen Gasthofe statt. Als Wahlzeit soll die Zeit von 10 Uhr vorm. bis 5 Uhr nachm. beantragt werden. Den Wahlvorstand bilden Gemeindevertreter Kirschbaum und erster Schöffe Hörnicke als Wahlvorsteher bzw. Stellvertreter, Gemeindevertreter Neumann als Schriftführer, Gemeinde­vertreter Meyer, A. Döberitz, R. Schmidt I, Zakouril, H. Schmidt und Scheffler als Beisitzer bzw. Stellvertreter. ... [2]


    Dienstag, den 18. November 1924 (Nr. 272), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Altlandsberg. Die Kreisdampfwalze wird am 18. November d. Js. von Hoppegarten nach Neuenhagen-Altlandsberg übergeführt und wird dort drei Tage in Betrieb sein. ... [2]


    Mittwoch, den 19. November 1924 (Nr. 273), Anzeigen, gekürzt

    Unser Paket-Schnelldienst hat jetzt zu der bisher bekannten Linienführung noch eine Erweiterung erfahren. Er erstreckt sich neuerdings auch über einen Teil des Kreises Ruppin. ... [2]


    Mittwoch, den 19. November 1924 (Nr. 273), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Altlandsberg, 18. November.
    Schöffengerichtssitzung vom 18. November.
    Der Kraftwagenführer Fechner hat sich der Uebertretung der Kraftfahr-Polizeiordnung schuldig gemacht. Er hat an einem Renntage am 6.5.1924 die gefährliche Straßenkrümmung Neuenhagen-Hönow ohne Warnungszeichen passiert. Die Strafverfügung, wogegen er Einspruch erhoben hatte, lautete über 5 Goldmark. Das Gericht hielt diese Strafe aber nicht für ausreichend und erhöhte dieselbe auf 30 Goldmark evtl. drei Tage Haft. [2]

    Blumberg. Die Einweihung des Kriegerdenkmals fand am Sonntag unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und der am Orte bestehenden Vereine statt. Selbst Graf v. Arnim hatte es sich nicht nehmen lassen, eigens zu diesem Zwecke nach Blumberg zu kommen. Nachdem die Vereine in geschlossenem Zuge mit Musik angerückt waren und am Denkmal Aufstellung genommen hatten, eröffnete ein gut geführter mehrstimmiger Kinderchor die würdevolle Feier.
    Zwei Prologe wurden von Frl. Frieda Ebel und Lieschen Keisdorf gesprochen. Die Gesangvereine „Sangeslust“ und „Hoffnung“ gaben ihr Bestes, um den durch Herrn Pfarrer Ramin geleiteten Festgottesdienst zu unterstützen. Der Gemeindevorsteher Herr Richard Noack hielt die Weiherede, während das Denkmal von den umhüllenden Plänen [!] frei wurde. Auf mächtigem Unterbau, der mit Findlingen umgeben ist, erhebt sich eine von grauen Granitblöcken eingefaßte Pyramide.
    Zwei Granittafeln bewahren die Namen von 54 Helden, während das eiserne Kreuz aus gleichem Stein auf einem aus Tafeln und Blöcken bestehenden Kopfstück dem Ganzen einen ernsten Abschluß gibt. Nachdem Herr August Keisdorf als Sprecher des Denkmalsausschusses das Denkmal der Gemeinde übergeben hatte, wurden zahlreiche Kränze, u. a. auch von Herrn Grafen v. Arnim, an dem Ehrenmal niedergelegt. Mit dem gemeinschaftlich gesungenen Niederländischen Dankgebet schloß die Feier, die eine erhabene Ehrung für unsere Gefallenen darstellte. Graf v. Arnim richtete einige markante Worte an den Kriegerverein und ließ diesen auf Wunsch auch noch vorbeidefilieren.
    Der reizend gewählte Platz des Denkmals auf dem Friedhofe neben der 700 Jahre alten Kirche war liebevoll geschmückt. Besonderer Dank hierfür gebührt den Herren Gärtnern Fischer und Steinfurt. - „Fridericus Rex“, den der Kriegerverein um 6 Uhr abends im Film vorführte, sah, wie immer, ein ausverkauftes Haus.

    Lindenberg. Ein frecher Einbruchsdiebstahl ist hier in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in der Wartenberger Straße 4 bei dem Rohrleger Hermann Habermann verübt worden. Die Familie, Herr Habermann, Frau, Sohn und eine Schwester weilten auf einem Ball, welchen der hiesige Arbeiterverein veranstaltet hatte. Als das Konzert um 11 Uhr beendet war, begaben sich der Sohn und die Schwester nach Hause. Eine zerschlagene Fensterscheibe deutete auf einen Einbruch hin. Der Sohn holte seinen Vater und einige handfeste Männer aus dem Lokal zu Hilfe: der Dieb hatte jedoch schon das Weite gesucht. Es wurde festgestellt, daß eine goldene Damenuhr mit Kette, ein Gummimantel, je ein Paar neuer Herren- und Damenstiefel und ein Paar Ledergamaschen fehlten. Die Wäsche und die Betten waren umgewühlt und lagen in der Wohnung verstreut. Außer 5 Mark ist dem Einbrecher kein Bargeld in die Hände gefallen. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur.


    Freitag, den 21. November 1924 (Nr. 274), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Ahrensfelde. Auf zum Turnerfest! lautete am Sonnabend die Parole. Der Deutsche Turnverein „Felsing“ hatte alle Gönner und Freunde zu seinem Winterfeste eingeladen. Der gefüllte Saal zeugte von dem Interesse, das die Einwohnerschaft an der körperlichen Ausbildung ihrer Jugend hat. Der Festabend wurde mit dem Fahneneinmarsch eröffnet. Kräftige Jünglingsgestalten führten die Vereinsfahne unter den Klängen des „Fridericus Rex“ ein. Sodann zeigten in bunter Abwechslung die Männer, Jungmannen, Schüler und Schülerinnen ihre turnerischen Künste. Schöne Walzermelodien begleiteten die strammen Uebungen der Männerabteilung am Barren und Reck, die gut zu gefallen wußten. Reichen Beifall erntete die Schülerabteilung mit ihren Freiübungen, sowie die Schülerinnen mit einem Fahnenreigen unter der Leitung des Turnvaters Willi Jauert. Ein kurzer Einakter „Der Mann seiner Frau“ gab dem Festabend sein Ende. Das flottgespielte Stück erregte bei den Zuschauern großen Lacherfolg. Dann spielte die Kapelle Liebisch, Bernau, den Festteilnehmern zum frohen Tanze auf. Hoffentlich hat die Veranstaltung dazu beigetragen, dem Verein Gönner und Freunde zuzuführen; denn unser bedrängtes Vaterland braucht zielbewußte, körperlich sowie geistig gestählte Männer.


    Sonnabend, den 22. November 1924 (Nr. 275), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Bekanntmachung.
    Das Märkische Elektrizitätswerk Aktiengesellschaft, Berlin, beabsichtigt, die vorhandene Hochvoltleitung Steinfurth-Liebenwalde durch eine neue Leitung zu ersetzen. ... [2]


    Sonntag, den 23. November 1924 (Nr. 276), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Mehrow. Ein sehr frecher und gemeiner Einbruchdiebstahl wurde trotz Wache in der sehr dunklen Nacht vom Bußtag zum darauffolgenden Tage auf dem hiesigen Rittergut ausgeführt, indem Verbrecher ein großes Loch in die Steinwand des Schweinestalles auf dem Müllerschen Gehöft meißelten und dort zwei ausgewachsene Zuchtsauen abschlachteten und mitnahmen. - Aus demselben Stall wurden vor 1½ Jahren dem jetzigen Gutsgärtner, Herrn Villbrandt, auch zwei Schweine von je 2 Zentner gestohlen; nur gingen die Diebe damals durch die verschlossene Tür, während sie diesmal die Wand erbrachen.
    Die Spur der Diebe wurde jetzt sogleich nach Bekanntwerden des Verbrechens von den zuständigen Landjägern aufgenommen und bis auf die Eicher Feldmark verfolgt, wo man auch einen Teil des Schweinefleisches in einem Haufen Kartoffelkraut versteckt fand. Landjäger Hennig-Eiche und Förster Kunze-Mehrow legten sich am Abend in der Nähe der Fundstelle auf die Lauer.
    Die Verbrecher, die wohl den Wunsch hatten, auch den Rest des so schönen und billigen Schweinefleisches rechtzeitig in ihren Gewahrsam zu bringen, ließen nicht lange auf sich warten. Doch „Zwischen Lipp und Kelches Rand schwebt des Schicksals dunkle Hand.“ Gerade als einer der Diebe herantreten und „sein Eigentum“ einladen wollte, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht und die Mündung eines Armeerevolvers war auf ihn gerichtet. „Ach wie ist's möglich dann usw.“ dachte Herr Hennig. Leider kam der zweite Strolch, der sich in respektvoller Entfernung gehalten hatte, trotz mehrerer Schüsse des Herrn Kunze in der Dunkelheit fort.
    Der Gefaßte ist, wie üblich, von dem Entwichenen, den er nicht kennt, verführt worden und bei dem Diebstahl selbst nicht dabei gewesen. Trotzdem fand er als erster mit tadelloser Sicherheit das versteckte Fleisch. Er soll jedoch der Polizei schon als Mitglied einer ihr wohlbekannten Sippe in den Akten stehen. Hoffentlich gelingt es der Polizei auch, die Helfershelfer dieses Banditen bald zu fassen.
    Die ganze Ausführung dieses Verbrechens deutet in ihrer auffallenden Aehnlichkeit mit den hier schon mehrfach vorgekommenen Schweinediebstählen darauf hin, daß man es mit denselben Spezialisten auf diesem Gebiet zu tun hat und daß Individien [!] dabei sind, die ganz genaue Ortskenntnis besitzen. Um so größer ist jetzt die Freude im Orte, daß man dieser Schweinemarder endlich habhaft geworden ist, und sie für einige Zeit sicher hinter Schloß und Riegel weiß.
    Was sagen nun die Vertrauensseligen im Orte, die eine Wache nicht mehr für nötig hielten und schon wieder im Zeitalter der absoluten nächtlichen Sicherheit zu leben glaubten? Hoffentlich wird nun der Brunnen zugedeckt, nachdem das Kind hineingefallen ist.


    Dienstag, den 25. November 1924 (Nr. 277), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Bekanntmachung.
    Die über den Gutsbezirk Blumberg (ausschließlich des Vorwerks Elisenau) anläßlich des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche verhängte Sperre wird hiermit auf den Gemeindebezirk Blumberg ausgedehnt.
    Berlin, den 14. November 1924.
    Der Landrat. [2]


    Mittwoch, den 26. November 1924 (Nr. 278), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Altlandsberg. Ein Kriegerdenkmal beabsichtigt, wie wir hören, der Landwehrverein auf dem Kirchplatze zu errichten. Die Kosten hierfür werden sich natürlich ziemlich hoch stellen. Wie verlautet, muß schon für den in Aussicht genommene Entwurf allein ein Kostenaufwand von 600-800 Mark erfolgen. ...[2]


    Donnerstag, den 27. November 1924 (Nr. 279) , Aus dem Kreise Niederbarnim

    Altlandsberg, den 26. November.
    Schöffengerichtssitzung vom 25. November 1924.
    Der Schlächter und Kraftwagenführer Fritz Hahn [?], Hohenschönhausen, gegen den schon einmal verhandelt wurde, erhielt eine Geldstrafe von 30 M, evtl. 1 Tag Haft, weil er am 28. Juli 1924 in Seefeld auf Anruf eines Landjägers nicht anhielt.
    Der Arbeiter Ernst R. aus Blumberg hatte den Eisenbahnbeamten Löffler, ebenda, durch verschiedene Aeußerungen beleidigt. Er gibt an, betrunken gewesen zu sein und will sich auf beleidigende Aeußerungen nicht besinnen können. Das Gericht erkannte entsprechend dem Antrage des Amtsanwalts auf 100 M. Geldstrafe. [2]


    Mittwoch, den 3. Dezember 1924 (Nr. 272), Anzeigen

    Die von mir geäußerte Beleidigung gegen Herrn Gustav Schuhmann nebst Frau nehme ich hiermit mit Bedauern zurück.
    Gustav Speckner, Lindenberg. [2]


    Freitag, den 5. Dezember 1924 (Nr. 274), Aus dem Kreise Niederbarnim, teilw. gekürzt

    Altlandsberg, 4. Dezember.
    Schöffengerichtssitzung vom 2. Dezember 1924.
    Angeklagt war der Milchkühler August Trappe vom Rittergut Blumberg und der Strafgefangene Max Judel. J. hatte bekanntlich vor einiger Zeit auf die Anzeige des T. hin eine Gefängnisstrafe wegen Diebstahls erhalten. Von J. aus war eine Anzeige erstattet worden, daß er auf Veranlassung des T. vom Rittergut Blumberg von einem Stapel Bretter für diesen entwendet hatte. Tappe bestreitet jede Schuld. Eine vorgenommene Haussuchung hatte aber belastendes Material zutage gefördert und wurden diese Bretter beschlagnahmt. ... [2]

    Hönow. Die Deutschnationale Volkspartei hält am Freitag, abends 8 Uhr, bei Seeger eine öffentliche Wahlversammlung ab, zu der alle Männer und Frauen eingeladen sind. Herr Kenter-Mahlsdorf wird über die bevorstehenden Wahlen sprechen. [2]

    Hönow. Vielfachen Wünschen trägt der einstimmige Beschluß der kirchlichen Körperschaften vom 29.11. Rechnung, wonach der mittlere Teil unseres Dorffriedhofes jetzt in Ordnung gebracht wird. Die nötigen Arbeitskräfte werden in dankenswerter Weise von den hiesigen Besitzern unentgeltlich zur Verfügung gestellt. [2]


    Sonnabend, den 6. Dezember 1924 (Nr. 287), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Hönow. Landwehr-Vereinssitzung. Obwohl viele Kameraden vom Krankenbett aus ihr Fernbleiben entschuldigten, waren doch noch 37 Mitglieder zur Dezembersitzung, der letzten Monatssitzung zu Seeger gekommen. Verschiedene mehrstimmige Kinderchöre, das Wesen unsers schönen Volksliedes zeigend, führten den kameradschaftlichen Abend ein. Der Vorsitzende gedachte der in Trauer versetzten Kameraden der Familie Kirschbaum und ermahnte dann zur Ausübung des Wahlrechts. ... Die nächste Sitzung im Januar ist die Generalversammlung und findet satzungsgemäß bei Hörnicke statt. ... [2]


    Sonntag, den 7. Dezember 1924 (Nr. 288), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Personalnachweisung.
    Bestätigt: der Landwirt Georg Kirschbaum als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Lindenberg.

    Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 11. Dezember 1924, nachm. 5½ Uhr, im Schwarzen Adler hierselbst, eine Vereins-Sitzung ab. ... [2]


    Sonntag, den 7. Dezember 1924 (Nr. 288), Anzeigen

    Junge Dackelhunde sind sof. abzugeben von Weier in Mehrow, Post Ahrensfelde. [2]


    Sonntag, den 7. Dezember 1924 (Nr. 288), Unsere Heimat (Nr. 24)

    Das erste Opfer des Befreiungskrieges 1813 zwischen Seefeld und Blumberg.
    Otto von Arnim ...
    Auf dem Friedhof in Werneuchen ruht Leutnant Otto von Arnim aus dem Hause Suckow, der als erster Preuße im Befreiungskriege 1813 den Heldentod erlitt. v. Arnim hatte den Feldzug 1806 als Kornet mitgemacht; ein glühender deutscher Patriot, trat er nach dem Friedensschlusse von Tilsit ins österreichische Heer und focht bei Aspern mit. 1812 nahm er russische Kriegsdienste und kam als Kosakenoffizier unter Oberst Tettenborn in die Mark. Hier traf ihn, bei einem Spähritt auf der Höhe zwischen Seefeld und Blumberg, in der Nacht zum 18. Februar eine feindliche Kugel. Die Leiche wurde völlig entkleidet gefunden, nach Werneuchen gebracht und dort bestattet. Die Grab­stelle war lange Jahre hindurch mit einem Holzgitter eingefriedet. Später ist vom Urgroßvater des Gefallenen, Majoratsherrn von Arnim auf Suckow, gemeinsam mit dem Werneuchener Verschöne­rungsverein ein ungekünsteltes Naturdenkmal errichtet worden, das mit Findlingen aus von Arnims Heimat umgeben ist. Ausgeführt ist die Anlage durch den Bildhauer Fürstenberg-Werneuchen.
    In der vortrefflichen Weiherede hob der Bürgermeister, Hauptmann Heggemann, hervor, daß ein Leutnant von Blumberg bisher als erstes Opfer der Befreiungskriege gegolten habe. Dies besage irrtümlich auch das Denkmal, das ihm in Berlin errichtet sei. v. Blumberg, der ebenfalls zur Tettenbornschen Truppe gehörte, ist aber erst am 20. Februar 1813 beim Ansturm der Russen auf Berlin gefallen. - Ein schönes Zeugnis für den jungen Leutnant von Arnim - er starb, erst 25 Jahre alt - gab sein Oberst Tettenborn in einem Briefe an Freiherrn von Stein: „Sehr bedaure ich, daß Herr von Arnim gefallen ist. Ich war mit ihm sehr zufrieden; er starb den Heldentod.“ [2]


    Sonntag, den 7. Dezember 1924 (Nr. 288), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Wahlergebnis aus dem Kreise [Reichstagswahl]
    • Ahrensfelde: S.P.D. 109, Dn. 116, Komm. 25, D.V. 65, Nat.Soz. 24, Dem. 9, Wirtsch. 12, Dt.soz. 4, F.F.F 1.
    • Blumberg: S.P.D. 233, Dn. 308, Ztr. 10, Komm. 47, D.V. 47, Nat.Soz. 18, Dem. 10, Wirtsch. 10, Dt.soz. 4, U.S.P.D. 2.
    • Eiche: S.P.D. 11, Dn. 87, Ztr. 1, Komm. 7, D.V. 4, Nat.Soz. 1, Wirtsch. 5.
    • Hönow: S.P.D. 52, Dn. 148, Ztr. 6, Komm. 45, D.V. 15, Nat.Soz. 8, Dem. 13, Wirtsch. 16, Häusser 1, Ungültig 12.
    • Lindenberg: S.P.D. 133, Dn. 179, Ztr. 4, Komm. 71, D.V. 15, Nat.Soz. 6, Dem. 20, Wirtsch. 70, Dt.soz. 6, U.S.P.D. 3, Wiederaufbau 2, Dt. Aufw. 1, Ungültig 3.
    • Mehrow: S.P.D. 4, Dn. 103, Komm. 11, D.V. 7, Nat.Soz. 36, Dem. 2, Wirtsch. 5, Dt.soz. 1, Ungültig 4.
    Abkürzungen der Parteibezeichnungen [Auswahl]:
    Sozialdemokratische Partei Deutschlands: S.P.D.
    Deutschnationale Volkspartei: Dn.
    Deutsche Zentrumspartei: Ztr.
    Kommunisten: Komm.
    Deutsche Volkspartei: D.V.
    Nationalsozialistische Freiheitsbewegung: Nat.Soz.
    Deutsche Demokratische Partei: Dem.
    Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes: Wirtsch.
    Deutsch-soziale Partei und Reichsbund für Aufwertung: Dt.soz.
    Häusser-Bund: Häusser.
    Unabhängige sozialdemokratische Partei Deutschlands: U.S.P.D.
    Deutsche Aufwertungs- und Aufbaupartei: Aufw.
    Freiwirtschaftsbund FFF: FFF.
    Aufwertungs- und Wiederaufbaupartei: Wiederaufbau. [2]


    Donnerstag, den 11. Dezember 1924 (Nr. 291), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Altlandsberg, den 10. Dezember.
    Schöffengerichtssitzung vom 9. Dezember.
    Vorgeführt wurde aus der Untersuchung der Melker Rettinger vom Rittergut Mehrow. Am 20. November war er mit dem Sohne des Arbeiters Ziegelmann in Streit geraten, der in Tätlichkeiten ausartete. Dabei stieß R. seinem Gegner mit einem Dunggabelstiel vor den Kopf, so daß Z. umfiel. Der Vater des Z. eilte nun seinem Sohne zu Hilfe und soll den R. - nach R's Angaben ebenfalls mit einer Forke geschlagen haben. Schließlich wurden die Kämpfer getrennt. Nach einigen Mnuten vernahm man einen Schrei und Zeugen bekunden, daß R. den Vater des Z. hinterrücks mit der Dunggabel über den Kopf geschlagen habe. Z. brach bewußtlos zusammen. Daraufhin wurde R. verhaftet. Das Urteil lautete für beide Fälle auf fünf Monate und eine Woche Gefängnis wegen Körperverletzung. [2]


    Sonnabend, den 13. Dezember 1924 (Nr. 293), Anzeigen

    Verkaufe: Junge Schäferhunde, prima Stammbaum, 2 weiße Wyandottes-Hähne 24 R.-B.
    Büttner, Ahrensfelde-Friedhof. [2]


    Sonntag, den 14. Dezember 1924 (Nr. 294), Anzeigen

    Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die reichen Kranzspenden anläßlich des Hinscheidens unserer lieben Entschlafenen, sprechen wir allen Verwandten und Bekannten tiefgefühlten Dank aus; besonderen Dank Herrn Pfarrer Schacht für die trostreichen Worte.
    Lindenberg, 12. Dezember 1924.
    Emil Puhlmann nebst Kindern. [2]


    Donnerstag, den 18. Dezember 1924 (Nr. 297), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Altlandsberg, den 17. Dezember.
    Schöffengerichtssitzung vom 16. Dezember.
    Wegen Passierens einer scharfen Kurve ohne Signal in Eiche, hatte der Kraftwagenführer Gust. Lorenz, Berlin-Britz, vom Amtsvorstand Ahrensfelde eine Strafverfügung erhalten, wogegen er gerichtliche Entscheidung beantragt hatte. Er und der Mitfahrer bestreiten das. Zeugen bestätigen jedoch die Uebertretung. Der Amtsanwalt beantragte 60 Mark Geldstrafe oder 12 Tage Haft, des Gericht erkannte auf 50 Mark Geldstrafe oder 10 Tage Haft. [2]


    Freitag, den 19. Dezember 1924 (Nr. 298), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Blumberg. Ein Weihnachtskrippenspiel, ein altdeutsches Christgeburtspiel wurde am letzten Sonntag, abends um 8 Uhr in der hiesigen Kirche aufgeführt. Darsteller waren 28 Mitglieder der Pankower Jugendbewegung, die vielseitig vertreten war durch stattliche Gestalten, auch mancherlei Mittelgrößen und einigen noch Jüngeren, sowie einer Reihe Mädchen mit heller Stimme. Auf dem freien Platz unter der Kanzel, in der Mitte der Kirche, wo der 12 Meter lange Altarraum in das Kirchenschiff übergeht, entwickelten sich die vielen anschaulichen Bilder: ...
    Zwischendurch klangen auch öfter kraftvoll Orgel und Gemeindelied bei schnell aufstrahlendem Licht der elektrischen Kronen, um alsbald dem Kerzenglanz von Bethlehem zu weichen, der in der wieder verdunkelten Kirche von unsichtbar aufgestellten Lichtreihen auf die wuchtigen Gewölbe fiel. Der Blumberger Reiterverein mit Herrn Töpffer an der Spitze hatte im Sommer die Aufführung von Schillers Wallenstein zu Berlin-Pankow durch sein Erscheinen mit Mann und Roß verschönt. Jetzt ernteten wir im Krippenspiel den Dank der lieben fleißigen Pankower Jugend. Die 50 Pf. Eintritt zur Deckung der Unkosten werden niemand zu teuer gewesen sein, sonst wären nicht zum Schluß noch Gaben gespendet [worden] für Arme und Alte in Berlin-Pankow, die diese brave Jugend ihnen zum Fest bescheren möchte. - Hoffentlich gelingt ihr auch zu eigener Freude ihr Christspiel am 4. Advent, 21.12.24, in der Hoffnungskirche in Pankow.


    Sonnabend, den 20. Dezember 1924 (Nr. 299), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Hönow. Einen Unterhaltungsabend veranstaltet am 3. Feiertag unsere Schule. Drei Aufführungen: „Wir Sechse kommen durch die Welt“, „Weihnachtsmann in Nöten“ und „Der dicke Weihnachts­mond“ finden sich unter den Darbietungen. Der Zweck der Veranstaltung ist, einen Fonds für die Glockenanschaffung zu bilden und die Schülerbücherei zu ergänzen. [2]


    Mittwoch, den 24. Dezember 1924 (Nr. 302), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Ahrensfelde. Einen durchschlagenden Erfolg hatte die hiesige Schule mit der Christfeier, zu der sie am vergangenen Sonnabend eingeladen hatte und wozu die Gemeindemitglieder so zahlreich erschienen waren, daß der große Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. ... Unter den kleineren Darbietungen, die allgemein reichen Beifall einbrachten. ist besonders eine sehr schlichte, einfache Kinderpredigt zu erwähnen, welche die Vorführungen schloß mit der Mahnung, am Fest der Liebe auch die Werke der Liebe am Menschen und Tieren nicht zu vergessen. ... Wie innerlich angeregt die Besucher des Abends waren, hörte man aus den vollen Tönen, mit denen die alte Weihnachts­weise zum Schluß gemeinsam gesungen wurde: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit.“ [2]

    Lindenberg. Die evangelische Frauenhilfe veranstaltete am Sonntag abend um 7 Uhr ihre Weihnachtsfeier im Lokale von Reiche in Gestalt eines Familienabends. Der weihnachtlich geschmückte Saal mit zwei brennenden Weihnachtbäumen zu beiden Seiten der Bühne war schon vor der festgesetzten Zeit dicht gefüllt. Nach dem gemeinsamen Gesang „O du fröhliche“ und nach einer kurzen Ansprache des Ortspfarrers wurden zunächst lebende Bilder aus der Weihnachts­geschichte stimmungsvoll dargestellt. ... Zuletzt kam zur größten Freude aller Kinder der Weihnachtsmann und ließ jedes Kind in den Krabbelsack greifen, um sich ein Päckchen mit Spielsachen oder nützlichen und süßen Dingen zu fischen. ... [2]


    Donnerstag, den 25. Dezember 1924 (Nr. 303), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Bekanntmachung.
    Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Blumberg und Wandlitz erloschen ist, hebe ich meine entsprechenden viehseuchenpolizeilichen Anordnungen auf.
    Berlin, den 22. Dezember 1924.
    Der Landrat. [2]

    Altlandsberg, den 24. Dezember.
    Schöffengerichtssitzung vom 23. Dezember. Wegen Beleidigung angeklagt war die Ehefrau Martha D. aus Blumberg. Die Jungen derselben sollen sich in einer Nußbaumallee Nüsse aufgesammelt haben. Als nun ein Polizeibeamter die Jungen zur Rede stellte und dabei anfaßte, regte sich Frau D. darüber so auf, daß sie sich deswegen in Beleidigungen erging, die sich gegen ein Fräulein Fehlow richteten und in einem anderen Falle gegen einen Herrn Wenzel. Es kam zu einem Vergleich. Frau D. nahm die Beleidigungen zurück und trägt die Kosten des Verfahrens. Soweit Übertretung in Frage kam, erfolgte Freisprechung auf Kosten der Staatskasse. [2]

    Hönow. Aus 114 Hasen besteht das Ergebnis der von dem Gutsbesitzer Bothe-Mehrow am letzten Sonnabend auf der hiesigen Feldmark veranstalteten Treibjagd. [2]


    Sonntag, den 28. Dezember 1924 (Nr. 304), Aus dem Kreise Niederbarnim

    Lindenberg. Einen tödlichen Motorradunfall erlitt am ersten Feiertag der Kaufmann Bruno Stege aus Lichtenberg. Er fuhr mit einem geliehenen Motorrad von Buch nach Lindenberg. Auf dem Rücksitz des Rades hatte eine Mitfahrerin Platz genommen. Kurz vor Lindenberg stieß das Rad gegen eine Bordschwelle. Stege und seine Begleiterin wurden auf die Straße geschleudert und mußten schwer verletzt in das Genesungsheim Buch gebracht werden. Dort ist Stege kurze Zeit darauf gestorben. An dem Aufkommen seiner Begleiterin, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte, wird gezweifelt.


    Dienstag, den 30. Dezember 1924 (Nr. 305), Aus dem Kreise Niederbarnim, gekürzt

    Ahrensfelde. Die hiesigen Armen und Bedürftigen sind von unserer Gemeinde zum Weihnachtsfeste ebenfalls reich bedacht worden. Auch der Frauenhilfsverein hat sich der Armen in herzlicher Weise angenommen. Es wurde den Bedürftigen alles mögliche für den täglichen Bedarf geschenkt. Von der Gemeinde hatte es sich Gemeindevertreter Döring angelegen sein lassen, die zur Verfügung stehenden Waren nach der Bedürftigkeit zu verteilen, während die Geschenke des Frauenhilfsvereins durch Frau Pastor Benicke [!] zur Verteilung gelangten. ...

    Lindenberg. Ein schwerer Motorradunfall mit tödlichem Ausgange ereignete sich hier am 1. Feiertag. Der hiesige Landwirtssohn Alwin Lehmann machte am ersten Feiertag mit seinem Freund Bruno Steeger eine Motorradfahrt nach Buch. Dort verlebten sie in einem Lokal einen vergnügten Abend. Gegen Mitternacht rüsteten sich die Freunde zur Heimfahrt. Bruno Steeger, welcher noch unerfahren im Motorradfahren ist, nahm sich das Rad ohne Herrn Lehmanns Einwilligung, überredete noch ein junges Mädchen von Lindenberg zur Mitfahrt und so fuhr er mit ihr die Straße nach Schönerlinde heraus. Nach kurzer Zeit kam ein Auto des Weges von Schönerlinde und brachte den Bescheid, daß nicht weit von Buch ein Herr und eine Dame im bewustlosen Zustande auf der Straße lägen. Sofort begaben sich die Gäste aus dem Lokal zur Unfallstelle. Die Polizei war auch zur Stelle und sorgte für die Ueberführung der Verunglückten nach dem Genesungsheim Buch. Steeger starb bald darauf infolge eines Schädelbruchs. Das Mädchen hat ein Auge verloren und innere Verletzungen erlitten, welche so schwer sind, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. [2]

    Lindenberg. Eine Treibjagd veranstaltete am 20. d. M. der hiesige Jagdpächter Schmidt aus Pankow, wozu etwa 50 Jagdherren, meist von hier, und 50 Ehrentreiber, alles hiesige Besitzer, geladen waren. Um 9 Uhr wurde die Jagd eröffnet und dauerte bis 4 Uhr nachmittags. Es wurden 179 Hasen geschossen und Herr Gutsbesitzer Adolf Wendland erlegte einen stattlichen Fuchs. Jagdkönig wurde Herr Albert Salzmann von hier. Er hatte die stattliche Zahl von 10 Hasen erlegt. Trotz des guten Erfolges von 179 Hasen sind in der Feldmark noch mindestens 500 Morgen liegen geblieben, welche nicht bejagd wurden. Nach der anstrengenden Jagd lud Herr Schmidt sämtliche Jagdteilnehmer, Schützen sowohl wie Ehrentreiber, zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Der Jagdkönig prangte mit seiner schönen Kette, welche von Herrn Schmidt für den besten Schützen gestiftet wurde. Nachdem das schöne Eisbein mit dem größten Appetit verzehrt war und die nötigen Getränke dazu das ihrige getan hatten, kam es dann zu einem sehr gemütlichen Abend, den ein Komiker sowie der Humorist Herr Haase so verschönten, daß das gemütliche Jagdfest erst nach Mitternacht zu Ende ging. [2]


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