Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1930 (77. Jahrgang),
gefunden im Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek (Westhafen)



Niederbarnimer Kreisblatt, 23. Januar 1930, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Blumberg. Die freiwillige Feuerwehr hielt ihre Hauptversammlung im Vereinslokal Otte ab. Die einzelnen Punkte wurden schnell erledigt. Eine Erhöhung des Beitrages wurde abgelehnt ...

Blumberg. Der Kriegerverein feiert am 1. Juni das Fest des 50jährigen Bestehens ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 6. Februar 1930, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Feuer brach heute nacht kurz nach 12 Uhr in einer mit Gerstenstroh gefüllten Scheune des Rittergutes Blumberg aus. Die Scheune wurde durch den Brand vollständig eingeäschert. Erschienen waren die Feuerwehren von Blumberg, Ahrensfelde, Eiche und Krummensee. Das schnelle Eingreifen der auswärtigen Wehren, besonders der aus Ahrensfelde und Eiche, muß lobend anerkannt werden. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. Man vermutet Brandstiftung. Der geldliche Schaden ist durch Versicherung gedeckt, der volkswirtschaftliche Schaden, der in der Vernichtung der gefüllten Scheune liegt, läßt sich natürlich nicht decken.


Niederbarnimer Kreisblatt, 9. Februar 1930, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Vor dem Lichtenberger Amtsgericht hatte sich am 6. Februar der ehemalige Posthelfer J. zu verantworten, der bei der Postagentur Blumberg Unterschlagungen und Urkundenfälschungen begangen hatte. Das Urteil lautete auf 1 Jahr Zuchthaus und 50 Mark Geldstrafe, im Nichteintreibungsfalle für je 10 Mark 5 Tage Zuchthaus.


Niederbarnimer Kreisblatt, 19. Februar 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Eine mutige Rettungstat in Mehrow.
Fünf Knaben eingebrochen und gerettet.
Alles rühmt in diesen Tagen die mutige Rettungstat des Willi Binder. Dieser hat mit Unterstützung seines Freundes Erich Drews vier Mitschüler unter eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet.
Am Sonnabend nachmittag --- doch mag Willi Binder, der den Einwohnern allabendlich das "Niederbarnimer Kreisblatt" ins Haus bringt, selbst berichten:

"Am Sonnabend zwischen 1/2 3 - 3 Uhr brachen 5 Knaben auf dem Dorfteich in Mehrow ein. Einer (Drews) konnte sich selbst retten, die anderen vier lagen bis an den Hals im Wasser. Als Erich Drews und ich den H. St. als ersten herausholen wollten, brach ich auch ein. H. St. konnte sich mit den Händen aufs Eis stützen und ich schob ihn heraus. Drews zog an den Händen: Einer war gerettet. Erich Drews holte schnell eine Leiter und gab sie mir. Ich legte die Leiter vor H. K. und dieser kletterte auf die Leiter. Nun zogen wir, Erich und ich, die Leiter heraus, und Erich brachte den Geretteten vom Eise. Dann machten wir eine Kette, um die übrigen Verunglückten aus dem Wasser zu ziehen. Es gelang, aber die dünne Eisdecke brach erneut! Wieder lagen die beiden im Wasser, und auch ich fiel hinein. Ich konnte hinausklettern, und wir wiederholten das Rettungswerk in derselben Weise. Es wollte nicht gelingen. Dann brachte man mir eine Leiter. Die Verunglückten ergriffen die Leiter, beim Herausziehen aber stießen sie mit der Brust gegen die Eisdecke. Meine Bemühungen blieben erfolglos. Jetzt reichte man mir eine Stange. Diese legte ich über das Loch im Eise und rief: "Erwin, hinter Dir liegt die Stange, faß an!" Er tat es; ich hob die Stange hoch, drehte sie und setzte ihn aufs Eis. - Nun war der letzte Schüler noch zu retten. Das ging nicht leicht. Er hatte seine Mütze über den Kopf gezogen und kannte nichts sehen. Ich rief ihm zu: "Heinz, greif mit einer Hand um dich; wenn Du die Stange hast, rufe ich: halt fest!" Es dauerte nicht lange, da hatte er die Stange gefaßt. Als ich ihn aus dem Wasser hatte, konnte er nicht mehr stehen. Ich legte ihn auf die Leiter und zog ihn ans Ufer." - Soweit Willi Binder!

Alle Eltern aber mögen zwischen den Zeilen lesen, in welch entsetzlicher Lage die Verunglückten und der Retter sich befanden. Denk dem mutigen Jungen für seine Tat. Großen Anteil an dem Rettungswerk hat auch Erich Drews.


Niederbarnimer Kreisblatt, 1. April 1930, Amtsbezirk Blumberg

Gegen einen Baum gefahren
In der Nacht zum Sonntag ereignete sich in der Nähe ven Blumberg ein schweres Autounglück. Eine mit 5 Personen besetzte Zyklonette raste in der Dunkelheit gegen einen Baum und stürzte um.
In der Zyklonette, die die Nummer I A 70188 trägt, saßen der Händler Walter Menzel aus der Roelckestraße 175 in Weißensee, der das Auto offenbar gesteuert hat, Fritz Ribbe aus der Berliner Straße 73 in Hohenschönhausen und drei Schwestern, Erna, Hertha und Frieda Affeldt, die in der Palisadenstraße 78 in Berlin wohnen. Die Gesellschaft war auf der Rückfahrt nach Berlin. Die Straße war trocken.
Nicht weit von Blumberg, in nächster Nähe der Försterei, ist der Kraftwagen dann in einer ziemlich scharfen Kurve, in der die mit Kopfsteinen gepflasterte Straße leicht abschüssig ist, gegen einen Baum gerast. Der Anprall war so heftig, daß die Zyklonette umkippte. Insassen eines anderen Autos, das kurz darauf die Unglückstelle passierte, sahen den Wagen und die Verletzten in der Dunkelheit am Chausseerand liegen. Sie holten schleunigst Hilfe herbei, doch kam bei einem der Verletzten, dem Händler Werner Menzel aus Weißensee, jede Hilfe zu spät. Inzwischen war auch ein Rettungswagen und ein Arzt an der Unglückstelle erschienen. Fritz Ribbe und die drei Schwestern Affeldt wurden dann ins Krankenhaus gebracht. Während Frieda Affeldt dort bald darauf starb, sind die Verletzungen ihrer beiden Schwestern und Fritz Ribbes, soweit sich das bis jetzt übersehen läßt, nicht lebensgefährlich. Erna Affeldt hat einen Schlüsselbeinbruch, Hertha Affeldt Fleischwunden und Fritz Ribbe einen Schädelbruch erlitten.
Die Ursache des Unglücks ließ sich bis jetzt noch nicht einwandfrei feststellen. Anzunehmen ist jedoch, daß das dreirädrige Auto in der scharfen Kurve so stark ins Schleudern geraten ist, daß der Fahrer die Herrschaft über den Wagen verloren hat. Am Sonntag vormittag fand an der Unglücksstelle ein Lokaltermin statt, an dem Beamte der Landjägerei und der Gerichtsbehörden aus Altlandsberg teilnahmen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 10. Mai 1930, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Blumberg. Vor dem Jugendschöffengericht in Bernau stand am letzten Mittwoch der sechzehnjährige Melker Richard K., der auf dem Rittergut Blumberg beschäftigt ist. ...
Der junge Pseudotiroler also war angeklagt, weil er auf seinem Fahrrade abends ohne Laterne durch Blumberg gefahren war und dabei zwei Passanten umgefahren und verletzt hatte.
Der Junge sah sein Unrecht ein ...
Das Jugendgericht sah daher, obgleich es den jungen Melker für schuldig erklärte, sogar von einer Erziehungsmaßnahme ab, ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 15. Mai 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Mehrow. Eine unglaubliche Ausschreitung ließ sich, wie uns nachträglich gemeldet wird, die Abteilung Sturm 5 Horst Wessel der NSDAP. aus Berlin am vorletzten Sonntag zu Schulden kommen.
Nach einem Werbemarsch von Ahrensfelde nach Mehrow sollen die Leute aus dem Saale des Gastwirts Herrmann Meißner das Bild unseres Reichspräsidenten, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg entfernt haben und nagelten es im Garten an einen Baum. Darauf wurden die Augen auf diesen Bilde ausgestochen und unter den Rufen: Nieder mit dem Verräter! sollte es verbrannt werden. Als das Bild nicht gleich Feuer fing, wurden noch unflätige Bemerkungen gemacht. Dieser Fall ist auch dadurch nicht aus der Welt zu schaffen, daß ein Mitglied der NSDAP. aus Mehrow dem Gastwirt Meißner ein neues Bild unseres Reichspräsidenten überbrachte.


Niederbarnimer Kreisblatt, 20. Mai 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Das Fest der goldenen Hochzeit begehen Pfarrer i. R. Gustav Hinz und seine Gattin Helene, geb. Hahn, wohnhaft in Charlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 89, am 20. Mai. Beide erfreuen sich trotz des hohen Alters (78 bzw. 72 Jahre) körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische.
Pfarrer Hinz wurde 1905 von Culm a. W., wo er in anstrengender Tätigkeit 12 Jahre amtiert hatte, durch den Oberkirchenrat nach Ahrensfelde bei Berlin berufen. Seit Oktober 1908 wirkte er in Buchholz-Zauche bei Beelitz (Mark) unter Verehrung und Liebe seiner Gemeinde bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand, der nach 46jähriger Amtstätigkeit am 1. Oktober 1924 erfolgte. Seine erste Gemeinde Miswalde (Ostpreußen) erbat ihn 1880 durch ein Gesuch an Kaiser Wilhelm I. als ihren Seelsorger nach Befreiung vom Militärdienste. 1884 wurde er von der Gemeinde Oliva bei Danzig einstimmig gewählt. 1893 berief in das Königliche Konsistorium nach Culm (Weichsel). Dem Jubelpaare herzlichen Glückwunsch!


Niederbarnimer Kreisblatt, 20. Mai 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Mehrow. über die Zerstörung des Hindenburgbildes, worüber wir kürzlich berichteten, veröffentlicht die NSDAP. jetzt ihre Darstellung, in der es heißt:
Die Ermittlungen haben ergeben, daß die Vorfälle sich erst abspielten, als die Berliner SA.-Abteilung bereits geschlossen abmarschiert war. Neugierige, die sich angesammelt hatten, vielleicht auch Provokateure, sollen dann das Bild, das übrigens kein gerahmtes Porträt, sondern nur ein Plakat war, von der Wand abgenommen und durch ein Fenster an einen Baumzweig gehängt haben, von dem es nachher herunterfiel.
Die NSDAP. hat mit dem Vorfall nichts zu tun und verurteilte ihn, da die Partei ihren Kampf gegen ein System und nicht gegen Bilder führt. Da sich der Vorfall jedoch in Anschluß an eine Parteiveranstaltung ereignete, hat der veranstaltende Ortsgruppenführer sich veranlaßt gesehen, dem Wirt das Bild zu ersetzen, obwohl Nationalsozialisten als Täter nicht in Frage kommen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 27. Mai 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Mehrow. Eine öffentliche Belobigung finden wir im Amtsblatt der Preußischen Regierung in Potsdam vom 24. Mai 1930. Sie hat folgenden Wortlaut:
"Der Schüler Erich Drews aus Mehrow, Kreis Niederbarnim, hat am 15.2.1930 zusammen mit dem Schüler Willi Binder ebenda vier Schulkameraden vom Tode des Ertrinkens gerettet. Ich bringe diese mutige und entschlossene Tat hiermit lobend zur öffentlichen Kenntnis.
Potsdam, 15.5.1930, Der Regierungspräsident."


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. Mai 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Der Deutsche Turnerverein "Felsing" beteiligte sich am Sonntag an Jugendtreffen in Weißensee mit 27 Schülern, 15 Schülerinnen und 5 Jungmannen. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. Mai 1930, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Blumberg. Der Kriegerverein kann in diesem Jahr auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum soll am 31. Mai und 1. Juni in entsprechender Weise gefeiert werden. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Juni 1930, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Blumberg. Gastwirte Achtung! Der Autoschlosser Böse aus Berlin, der in seinem Kraftwagen nach Hause fahren wollte, wurde am Donnerstag nachmittag auf der Chaussee zwischen Seefeld und Blumberg, am sogenannten Dudel, von einem ihm entgegenkommenden Kraftwagen angefahren, auf die Straße geschleudert und schwer verletzt. Der Führer des Kraftwagens, der das Unglück dadurch verschuldete, ließ den Verunglückten unbeachtet liegen und jagte mit hoher Geschwindigkeit davon. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 9. Juli 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Mehrow. Die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr ist, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, dem Schüler Willi Binder, den Austräger des Niederbarnimer Kreisblattes, vom Preußischen Staatsministerium verliehen worden. Damit hat die mutige Tat des tapferen Jungen, der bekanntlich vier Schüler vom Tode des Ertrinkens gerettet hat, auch nach außen hin ihre Anerkennung gefunden.


Niederbarnimer Kreisblatt, 30. Juli 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Der Reiter-Verein "Frisch auf" Ahrensfelde feierte am Sonntag sein 8. Stiftungsfest, verbunden mit Bannerweihe. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 1. August 1930, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Blumberg. Das Fahrrad gestohlen wurde am Dienstag dem Gutsbesitzer Gustav Grün. Er hatte es an seiner in der Nähe des Schloßparks gelegenen Feldscheune niedergelegt. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 6. September 1930, Amtliche Beilage, gekürzt

Bekanntmachung betreffend Wahlen zum Reichstag am 14. Sept. 1930
Abgrenzung und Zusammensetzung der Stimmbezirke des Kreises Niederbarnim für die am 14. September stattfindende Reichstagswahl.

Nr. des Stimmbezirks: 88
Bestandteile des Stimmbezirks: Mehrow, Gemeinde
Wahllokal: Gastwirtschaft Meißner
Name des Abstimmungsvorstehers: Gemeindevorsteher Meißner
Name des Stellvertreters: Büdner Wegner


Niederbarnimer Kreisblatt, ca. 16. September 1930,, gekürzt

Ergebnisse der Reichstagswahl am 14.9.1930
Wahlergebnisse im Kreis Niederbarnim:
SPD. 27203, Dnat. 11289, Zentr. 1935, KPD. 25263, DVP. 3532, Staatsp. 3587, Wirtsch.Partei 5389, Nation.-Sozial. 17163, Landvolk 1926, Konserv. 364,
Christl.-Soz. 1196, USPD 236
Wahlergebnisse in Mehrow:
Soz. 56, Dnat. 16, Zentr, 1, Komm. 39, Staatsp. 1, Wirtschp. 2, Natsoz. 42, Kons. 4,
Christl.-soz. 3


Niederbarnimer Kreisblatt, 28. Oktober 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der neue Feuerlöschbrunnen wurde am 21. Oktober durch Amtmann Siebert von der Feuersozietät abgenommen. Der 48 Meter tiefe Brunnen kostet 2000 Mark. Er gab 900 Liter in der Minute. Anwesend war der Kreisbrandinspektor Gratz, Inspektor Wilhelm, Gemeindevorsteher Haase, der 1. Brandmeister Krüger, der Amtsvorsteher Wegener sowie Mitglieder der Feuerwehr und der Gemeindevertretung. Brandmeister Krüger erhielt einen Führerhelm von der Feuersozietät als Geschenk überwiesen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. Oktober 1930, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Einen schweren Unfall erlitt am Freitag der beim MEW. beschäftigte Arbeiter Hans Deckelmann. D. war mit einem Kollegen mit der Prüfung der Isolatoren der Ueberlandleitung beim Dorfe Buchholz am Mast 31 beschäftigt, zu welchem Zweck Deckelmann auf den Mast gestiegen war. Er muß nun mit der Prüfstange der Hochspannungsleitung zu nahe gekommen sein, denn plötzlich erhielt er einen elektrischen Schlag und fiel herunter. Da er sich angeseilt hatte, schwebte er zwischen Himmel und Erde. Von seinem Kollegen wurde er befreit und zur Erde geschafft. Mit erheblichen Brandwunden brachte man ihn ins Krankenhaus. Deckelmann liegt mit schweren Verbrennungen an der linken Hand und am rechten Fuß sowie mit Brandwunden am Körper darnieder.


Niederbarnimer Kreisblatt, 9. November 1930, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die Freiwillige Feuerwehr beging kürzlich die Feier ihres 29jährigen Bestehens. Aus Anlaß dieses Tages war die Tagung des 4. Bezirks von Kreis Niederbarnim nach Blumberg einberufen. Die Wehren von Bernau, Ahrensfelde, Lindenberg, Zepernick und Schönow waren vertreten.
Durch die schwere Erkrankung des Bezirksvorsitzenden Behrendt wurde die Wahl eines Stellvertreters nötig. Gewählt wurde Schäfer.
Nach der Verteilung der Kreisbrandberichte wurde der Brandmeistertag, in Verbindung mit dem 20. Stiftungsfest der Ahrensfelder Wehr, für Januar 1931 nach Ahrensfelde gelegt.
Der Brandursachenfeststellung soll erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt werden. Das Feuermeldesystem soll noch besser ausgebaut werden. Die von der Wehr Schönow entworfenen 10 Gebote für das Meldewesen sind als gut erkannt worden. Eine interessante Aussprache beschäftigte sich mit den sogenannten Zubringersystem. Durch dieses System soll eine erhöhte Strahlwirkung erreicht werden. Die Versuche sind noch nicht abgeschlossen.
Die Amtsbezeichnung Brandinspektor fällt in Zukunft fort. Es gibt nur Branddirektoren, Oberbrandmeister, 1. Brandmeister, stellv. Brandmeister. Bei dieser Gelegenheit werden Vetter*Blumberg und Schildke*Schönow zu Oberbrandmeistern vorgeschlagen. Die Amtsvorsteher Noack und Stroemann gaben sofort die Bestätigung.
Als nächster Tagungsort wurde Lanke bestimmt. Mit dem Dank an alle schloß der Bezirksvorsitzende die Tagung.
Der Abend sah alle Festteilnehmer bei fröhlichem Tanze im Lokal Otte vereint. Oberbrandmeister Vetter überreichte die Ehrenauszeichnungen. Es wurden ausgezeichnet: Oskar Ladenthin für 25jährige Mitgliedschaft, Otto Knabe für 20jährige Mitgliedschaft und Richard Ebel, Georg Zybell, Hermann Stahn und Fritz Ulfert für 10jährige Mitgliedschaft, der stellvertretende Brandmeister Grothe wurde zum 1. Brandmeister ernannt. Kreisbrandinspektor Gratz wandte sich nun noch in einer markigen Rede an die Festteilnehmer. Er bat, jede Parteipolitik von den Wehren fernzuhalten. Die Wehren stehen im Dienste wahrer Nächstenliebe, sie sind Schutz für Alle und Jeden. Der dritte Vers des Deutschlandliedes schloß die eindrucksvolle Feier.


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. November 1930, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg hat der Freiwilligen Feuerwehr Blumberg 20 Meter B-Schläuche und dem 1. Brandmeister und Oberführer Vetter einen Brandmeisterhelm als Geschenk überreicht.


Niederbarnimer Kreisblatt, 4. Dezember 1930, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Die Feuersozietät der Porvinz Brandenburg hat der Gemeinde zum Bau eines Feuerlöschbrunnens einen Zuschuß von 250 Mark in bar sowie einen Feuerlöschbrunnenständer und ein Brunnenanschlußstück gewährt. Der Brunnen hat über 2000 Mark gekostet.


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