Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1931 (78. Jahrgang),
gefunden im Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek (Westhafen)



Niederbarnimer Kreisblatt, 20. Januar 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg hat unserer Gemeinde für den Brandmeister Grothe einen Führerhelm geschenkt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 25. Januar 1931, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Bumberg. Aus der Untersuchungshaft wurde die Hausangestellte Gertrud L. dem Richter in Altlandsberg vorgeführt. Frl. L. stand bei Frau Grün in Blumberg in Dienst und zeigte einen starken Drang, viel Geld in die Finger zu bekommen. ...
Wegen Diebstahls wurde die Anklagte zu einer Woche und wegen Betruges in zwei Fällen zu je 10 Tagen Gefängnis verurteilt. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 7. Februar 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Mehrow. Das Schöffengericht Berlin-Lichtenberg verhandelte am Donnerstag gegen die beiden Nationalsozialisten Günz und Schnack.
Beide werden von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, sich des Vergehens gegen § 5, Absatz 2 des Republikschutzgesetzes schuldig gemacht zu haben, indem sie am 4. Mai 1930 in Mehrow ein Hindenburg-Bild auf einen Ast aufgespießt und dann die Bildstellen, die die Augen darstellten, durchstießen und das Bild nach Zerknüllung anbrannten.
Die der Partei angehörenden Zeugen erklärten, sich an den Vorgang nicht mehr besinnen zu können. Drei Kinder schilderten dagegen eingehend den Vorfall. Der Staatsanwaltschaftsrat betonte in seinen Ausführungen, daß wohl selten der Reichspräsident und mit ihm der ganze Staat so beschimpft worden sei, wie durch diese abscheuliche Handlung.
Das Gericht sprach die Angeklagten frei und legte die Kosten der Staatskasse auf, da, wie es in der Urteilsbegündung heist, obwohl hier eine schmähliche Beschimpfung des Reichspräsidenten vorläge, es in der Beweisaufnahme nicht gelungen sei, die Angeklagten der Täterschaft oder Mittäterschaft zu überführen. Die Verhandlung dauerte über acht Stunden.


Niederbarnimer Kreisblatt, 18. Februar 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der DTV Felsing veranstaltete am Sonnabend einen Maskenball, der sehr gut besucht war. 72 Masken stellten sich den Preisrichtern vor. Es wurden drei gute Preise verteilt. -
Die Schülerabteilung unternahm mit der Schülerabteilung von Jahn*Weißensee am Sonntag eine Schnitzeljagd. Sieger blieb Ahrensfelde.
Die erste Schülerhandballmannschaft spielte an Sonntag, übrigens zum ersten Male, gegen eine fremde Mannschaft (Jahn*Weißensee 2.) und gewann 6:0.


Niederbarnimer Kreisblatt, 24. Februar 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Die Maul- und Klauenseuche ist hier auf dem Gehöft des Landwirts Baak ausgebrochen. Infolgedessen wird aus dem Gemeindebezirk Ahrensfelde ein Sperrbezirk gebildet, in dem die bekannten Schutzvorschriften gelten. Im weiteren Umkreis unseres Ortes gelten die etwas erleichterten Sperrvorschriften.


Niederbarnimer Kreisblatt, 11. März 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Der DTV Felsing nahm am Sonntag mit zwei Männerriegen am Musterriegen-Wetturnen des Gaues Brandenburg im Deutschen Turnerbund teil. 110 Riegen stellten sich den Kampfrichtern. 700 Gäste sahen dem Turnen zu. ...

Ahrensfelde. Der Männer-Gesangsverein "Frohsinn" feierte am Sonntag sein 42. Stiftungsfest. Leider ließ der Besuch etwas zu wünschen übrig. Der 1. Vorsitzende konnte die Männergesangsvereine von Mahrzahn und Falkenberg begrüßen. Nachdem die Vereine ihre Lieder gesungen hatten, folgte ein Sologesang von Jauert. Es gab reichen Beifall. Den Abschluß bildeten zwei Lieder, die gemeinsam gesungen wurden. Es folgte nun der Tanz.


Niederbarnimer Kreisblatt, 21. März 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der Gau Brandenburg im deutschen Turnerbund führte am Sonntag im Grunewald einen Waldlauf durch. Für die Männer war ein Lauf von 7 Kilometer und die Jungmannen von 5 km ausgeschrieben.
Bei dem Lauf der Männer konnten die Turner E. Wegener und R. Jauert zusammen als erste das Ziel erreichen. Damit hat der DTV Felsing bewiesen, daß er nicht nur im Geräte-Wetturnen Erfolge erzielt, sondern auch im Laufen.
Die erste Handballmannschaft der Schüler fuhr nach Berlin-Hohenschönhausen, um dort ein Spiel auszutragen. Die Gegenmannschaft trat leider nicht an. Das nächste Spiel findet am 2. Osterfeiertag in Ahrensfelde statt. Auch die Männermannschaft wird zum ersten Male einen Gegner erhalten. Am 22. April findet das nächste Zusammenturnen des 1. Bezirks in Ahrensfelde statt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 5. April 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der Amtsdiener Wilhelm Lindemann konnte am 1. April 1931 auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. In geistiger Frische versieht der 71jährige Jubilar heute noch seinen Posten bei der Amtsverwaltung Ahrensfelde. Im Namen des Amtsausschusses dankte Amtsvorsteher Wegener den Jubilar für seine pflichttreuen Dienste und sprach die Hoffnung aus, daß er noch recht lange seinen Posten weiter versehe. Im Namen des Amtsausschusses wurde dem Jubilar ein Geldgeschenk überreicht. Desgleichen überreichte der Amtsvorsteher ein Anerkennungsschreiben des Landrats. Die Gemeindevorsteher von Eiche, Mehrow und Ahrensfelde übermittelten dem Jubilar die herzlichsten Glück- und Segenswünsche und sprachen im Namen der Gemeinden ihren Dank aus.


Niederbarnimer Kreisblatt, 17. April 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Die Handballmannschaft des DTV "Felsing" spielte an Sonntag gegen den DTV Theodor Körner, Berlin. Berlin gewann das Spiel mit 6:4. ...
Um 20 Uhr hielt der Verein "Felsing" seine Monatsversammlung im Lokal von Dubik ab. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 23. April 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Aus Anlaß des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche auf dem Gehöft des Schlächtermeisters August Friedrich in Ahrensfelde ist zum Schutz gegen die Seuche aus dem Gemeidebezirk Ahrensfelde ein Schutzbezirk gebildet.


Niederbarnimer Kreisblatt, 23. April 1931, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Blumberg. Ein festlicher Tag war auf dem Rittergut der 19. April. 124 der dort beschäftigten Deputanten erhielten für Treue Dienste eine wohlverdiente Auszeichnung durch die Landwirtschaftskammer. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. April 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Die Turner vom DTV "Felsing" nahmen am Sonntag an den Waldläufen im Grunewald teil. Als erster lief Turnbr. Erich Wegener und als zweiter Turnbr. Rich. Jauert durchs Ziel. Großes Erstaunen der Zuschauer über diese Leistung eines kleinen Landvereins. Schließlich gelang es dem Verein auch noch, durch Turnbr. Willi Jauert, der als 11. durch das Ziel lief, den 1. Mannschaftspreis zu gewinnen. Turnbr. Rud. Meißner lief als 14. durch das Ziel. Das nächste größere Turnen findet am 10. Mai in Weißensee statt. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 3. Mai 1931, Amtsbezirk Blumberg

Graf Arnim gestorben
Blumberg, 2. Mai. Deutschlands Sport hat wieder einen seiner größten Förderer verloren: den Grafen Arnim*Muskau, der am Donnerstag früh infolge einer Nieren- und Gehirnblutung nach mehrwöchiger Krankheit im Sanatorium Bühlerhöhe bei Baden-Baden starb. Graf Arnim wurde an 31. März 1873 geboren, ist also nur 56 Jahre alt geworden.
Graf Arnims sportliches Interesse konzentrierte sich zuerst auf den Automobilsport, dem er seit seinem Eintritt in den A. v. D. am 1. Februar 1904 stets ein eifriger Förderer war. Schon zwei Jahre später, am 26. März 1906, wurde Graf Arnim in den Repräsentanten-Ausschuß gewählt, 1907 in das Kaiserpreis-Kommitee. In den drei folgenden Jahren war Graf Arnim Mitglied des Arbeitsausschusses und der ersten drei Prinz-Heinrich-Fahrten. Kurz nach Beendigung des Krieges wählte man Graf Arnim zum Vizepräsidenten des A. v. D., am 13. November 1923 zum Präsidenten und wenig später sogar zum Vizepräsidenten des internationalen Verbandes, der Association Internationale des Clubs Automobile Reconnus. Am 26. Mai 1929 legte Graf Arnim sein Amt als Präsident des A. v. D., der ihm außerordentlich viel verdankt, nieder.
Aber auch dem deutschen Pferdesport war Graf Arnim ein Pionier. 1908 wurde er Mitglied des Union-Klubs, dem er seit 1923 als Präsident vorstand, nachdem er schon 1914 in den Repräsentanten-Ausschuß gewählt worden war. Seine Mitgliedschaft erstreckte sich auch auf den Berliner Reiter-Verein und auf die Oberste Rennsport-Behörde. Vor dem Kriege besaß Graf Arnim selbst einen Rennstall unter dem Namen Gestüt Blumberg.


Niederbarnimer Kreisblatt, 6. Mai 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Die 1. Handballmannschaft vom DTV Felsing spielte am Sonntag gegen den DTV Schlageter*Berlin. Ahrensfelde gewann mit 11:2, nachdem das Spiel in der Halbzeit 9:1 gestanden hatte.


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. Mai 1931, Amtsbezirk Blumberg

Beisetzung des Grafen von Arnim.
Blumberg, 7. Mai. Am Dienstag nachmittag fand in Muskau die Beisetzung des so plötzlich verstorbenen Grafen von Arnim statt. Zu den Festlichkeiten hatte sich, wie zu erwarten stand, eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden. Das sonst so ruhige Parkstädtchen war wie verwandelt, und die Polizei wurde des Autoverkehrs kaum Herr.
Am Montag abend hatte für die nächsten Angehörigen eine Trauerfeier im Schlosse stattgefunden. Anschließend war der Sarg nach der Stadtkirche überführt worden, wo am Dienstag vormittag der Besuch für die Bevölkerung freigegeben war. Zur Trauerfeier selbst war das Kirchenschiff dicht von Leidtragenden besetzt. Geh. Konsistorialrat Schulz*Breslau hielt die Trauerrede.
Inzwischen hatten sich die Abordnungen der zahllosen Vereine im Park aufgestellt. Nach der Trauerfeier wurde der Sarg aus der Kirche getragen. Vor dem Leichenwagen schritten die gräfl. Forstbeamten, dahinter wurde, gesattelt und gezäumt, das Leibroß des Verstorbenen geführt, das ihn schon im Felde begleitet hatte. Es folgte die gräfliche Familie mit den nächsten Verwandten, dem Großherzog von Hessen und dem Grafen Dohna*Schlobitten. Der Kronprinz hatte, da er in Italien weilt, einen Sohn als Vertreter entsandt; ferner bemerkte man den ägyptischen Gesandten und viele hohe und höchste Offiziere. Acht Geistliche aus den Kirchen, in denen der Graf Patron war, schritten im Zuge mit.
Ueber die Schloßrampe ging der endlose Zug, dann durch den Blauen Garten, über die Doppelbrücke und über den Viadukt zum Mausoleum. Hier hielt Superintendent May*Muskau die Grabrede, und am Schluß rief jeder der acht Geistlichen einen Segensspruch über die Gruft.
Die Artillerie der Schützengilde hatte, während der Zug sich durch den Park bewegte, den Trauersalut von dem die Häuser überragenden Hochpark aus geschossen. Während nun der Sarg sich in die Tiefe senkte, spielte die Kapelle die schlichte, ergreifende Weise vom guten Kameraden. Die Jägerei blies das wunderbare Jagdsignal "Jagd vorbei", und der Kriegerverein Muskau schoß drei Ehrensalven über das Grab. Zum Schluß spielte auf den früher geäußerten Wunsch des Verstorbenen hin die Regimentsmusik den Parademarsch des Garde-Kavallerie-Regiments. Dann ging das Trauergefolge auseinander.


Niederbarnimer Kreisblatt, 9. Mai 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Seinen 80. Geburtstag beging am letzten Sonnabend der ehemalige Gastwirt Wilhelm Hase sen. in großer Frische. Das seit dem Jahre 1858 im Besitz der Familie befindliche Lokal wurde von dem Jubilar im Jahre 1867 übernommen und bis zum Jahre 1922, als es sein Sohn Wilhelm übernahm, in vorbildlicher Weise geführt.
Die 55jährige Tätigkeit als Gastwirt hat die Kraft dieses echten deutschen Mannes nicht gebrochen. Heute noch arbeitet er Tag für Tag mit seiner ebenfalls noch sehr rüstigen Gattin auf seiner Parzelle. Wegen der großen Beliebtheit, der sich Herr Hase in der ganzen Umgegend erfreut, hatte sich eine große Anzahl von Gratulanten eingefunden. Durch den Reiterverein Ahrensfelde, dessen 25jähriges Bestehen er als 75jähriger hoch zu Roß mitfeierte, den Gastwirteverein Ahrensfelde und Umgegend, sowie die Freiwillige Feuerwehr Ahrensfelde wurde der Jubilar durch Ueberreichung von Andenken geehrt. Die am Abend stattfindende Feier, bei der in gewohnter Weise die Becher geschwungen und geleert wurden, nahm einen frohen und ungetrübten Verlauf.


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. Mai 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Der Deutsche Turnbund "Felsing" beteiligte sich an Sonntag mit 50 Jugendlichen am Jugendtreffen des 1. Bezirkes des Gaues Brandenburg des Deutschen Turnerbundes. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, ca. 13. Mai 1931, Amtsbezirk Blumberg

Wegen Mangels an Beweisen
Blumberg, 11. Mai. Die Arbeiter Matysiak und Mania aus Berlin standen unter der Anklage der Wilddieberei. Sie sollen am 26. August v. J. bei Blumberg in der beim alten Bernauer Weg gelegenen Waldung ein Reh geschossen haben. An jenem Tage hörte der Heger Wolf auf seinem Dienstgang einen Schuß und sah, wie in einiger Entfernung zwei Männer aus dem Walde auf die Straße bogen. Er fand in der Nähe der Stelle, wo er die beiden gesehen hatte, wohlversteckt ein erlegtes Reh liegen. Förster und Landjäger wurden ins Bild gesetzt und man traf Anstalten, die Wilddiebe zu fangen.
Am 29. August sah man an der Stelle, wo das Reh geschossen worden war, zwei Männer lagern, die Rucksäcke trugen. Man bemächtigte sich ihrer und brachte sie nach Bernau zur Polizeiwache, wo man ihre Personalien feststellte und bei ihnen einen zusammengelegten geladenen Tesching mit Schalldämpfer fand. Diese Gegenstände wurden samt der beiden Rucksäcke beschlagnahmt. Die Säcke wurden zur Untersuchung eingesandt, und die wissenschaftlichen Sachverständigen sagten aus, daß darin Haare von Hasen und Rehen jüngerer und älterer Herkunft, sowie Blutflecke von Hasen und Kaninchen und von Rehen oder Hirschen sich befanden. Alles das deutete darauf hin, daß man es mit gewerbsmäßigen Wilddieben zu tun hatte.
Die Beiden bestreiten aber jede Schuld. Sie wollen sich auf einem Spaziergang befunden haben. Mit dem Tesching wollten sie Schießübungen veranstalten. Das Gericht kam, da beiden nichts nachzuweisen war, zu einem Freispruch.


Niederbarnimer Kreisblatt, 23. Juni 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Wegen Ausführung von Neuschüttungsarbeiten wird hiermit die Steinbahn der Provinzialchaussee Berlin-Schwedt von Station 14.030 bis 16.800 zwischen Ahrensfelde und Blumberg und von Station 20.800 bis 22.650 zwischen Blumberg und Seefeld vom 22. Juni 1931 bis einschließlich 1. August 1931 jeweils auf einer Länge von 300 Meter für den Gesamtverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über den Sommerweg umgeleitet; jedoch ist an den Baustellen Vorsicht geboten.


Niederbarnimer Kreisblatt, 1. Juli 1931, Amtsbezirk Blumberg

Das Gut als Siedlung ?
Blumberg, 30. Juni. Das dem kürzlich verstorbenen Grafen Arnim *Muskau gehörende Rittergut Blumberg ist, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, durch Verkauf in den Besitz einer Berliner Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft übergegangen. Rittergut Blumberg mit seinen rund 5000 Morgen ist eines der größten Güter der Mark.
Die Berliner Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft hat das Gut mit Schloß und allem lebendem und totem Inventar erworben. Der Kaufpreis ist noch nicht bekannt. Man spricht in unterrichteten Kreisen von 1.700.000 RM. Jedenfalls steht fest, daß nach Ansicht von Sachverständigen der Preis in keinem Verhältnis zu dem ausgezeichneten Zustand des Gutes steht. Die neue Besitzerin beabsichtigt, den zu Blumberg gehörenden Grund und Boden in kleinere Siedlerstellen aufzuteilen, deren Größenverhältnisse noch festgesetzt werden sollen. Die Auflassung wird in wenigen Tagen erfolgen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 3. Juli 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Zu dem von uns mitgeteilten Verkauf des Gutes können wir heute berichten, daß die Gemeinnützige Siedlungs-Treuhand-Gesellschaft m. b. H. als Käufer aufgetreten ist. Die Gesellschaft besteht seit 1920 und ist unter Beteiligung der Gemeinnützigen Siedlungs-Gesellschaft Eden bei Oranienburg gegründet worden. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß eine spekulative Ausnutzung des Bodens ausgeschlossen ist. Die Treuhandgesellschaft hat ähnliche Anlagen, wie sie für Blumberg vorgesehen sind, bereits bei Bärenklau (Rittergut Lüdersdorf) und bei Magdeburg errichtet.

Blumberg. Die Landfeuersozietät der Provinz Brandenburg hat der Freiwilligen Feuerwehr Blumberg 20 Meter B-Schlauch als Geschenk überwiesen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. Juli 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Das Rittergut Blumberg ist, wie wir schon kurz berichtet haben, durch die Gemeinnützige Siedlungstreuhandgesellschaft m. b. H. in Berlin W 15 von dem später verstorbenen Eigentümer, Graf v. Arnim, zu Siedlungszwecken erworben worden. Die Deutsche Siedlungsbank gewährt zu dem Ankauf des Gutes einen Zwischenkredit, wie er in allen anderen Siedlungssachen gewährt wird.
Die Besiedlung des Gutes wird zunächst in einer Weise erfolgen, daß 8 Landarbeiterstellen von 2 Morgen Größe, 74 Landstellen von 8 bis 16 Morgen Größe und 23 bäuerliche Stellen zu rund 30 bis 35 Morgen Größe ausgelegt werden. Außerdem kommt auch noch die Auslegung von zwei größeren bäuerlichen Stellen in Frage. Durch Umbau vorhandener Wohn- bzw. Wirtschaftsgebäude werden die Gehöfte für 11 Landstellen und 7 bäuerliche Stellen geschaffen werden. Im übrigen werden die erforderlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude neu errichtet werden.


Niederbarnimer Kreisblatt, 28. Juli 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg, 27. Juli
Ein Landjäger überfallen.
In Ausübung seines Dienstes überfallen wurde am Sonnabend abend der hier stationierte Landjäger Hirsch, der noch nicht lange im Amte ist. Er befand sich am Sonnabend auf einer Streife, und zwar da sein ebenfalls in Blumberg stationierter Kollege in Urlaub ist, allein.
Von Buch her in Richtung Seefeld fuhr eine Radfahrerkolonne von etwa 16 Teilnehmern, aber nur das erste Rad war beleuchtet. Der Landjäger schritt pflichtgemäß dagegen ein, und im Handumdrehen stürzten sich die Radfahrer auf den Beamten, rissen ihn zu Boden und schlugen auf ihn ein. Ehe der überwältigte Beamte etwas unternehmen konnte, schwangen sich die Leute auf ihre Räder und rasten davon. Hirsch mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.


Niederbarnimer Kreisblatt, 31. Juli 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der Reiterverein hält sein diesjähriges Bauernwettrennen am Sonntag den 16. August ab. Das reichhaltige Programm besteht wiederum in der Hauptsache aus geschlossenen Flachrennen und Trabfahren, denen offene Rennen angeschlossen sind. Benachbarte Brudervereine haben ihr Erscheinen bereits zugesagt. Eine ganz besondere Zugnummer wird das Verlosungsrennen werden, in dem man einen richtigen Hoppegartener Vollblüter - wenn es Fortuna will - gewinnen kann. Die Verhandlungen über den Ankauf sind bereits eingeleitet. Darum halte sich jeder, der einmal Rennpferdebesitzer werden will, den 16. August für Ahrensfelde frei, vielleicht geht sein Wunsch in Erfüllung!


Niederbarnimer Kreisblatt, 31. Juli 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die Leiche eines Mannes wurde am Sonnabend nachmittag vom Chausseearbeiter Mildschlag aus Werneuchen links von der Chaussee Blumberg-Ahrensfelde, im sogen. Rehahn, aufgefunden. Sie hing ungefähr 30 Meter von der Chaussee entfernt an einem Baum und verbreitete einen starken Verwesungsgeruch, der zur Auffindung führte. Die Feststellung der Personalien des Toten war etwas schwierig, da keine Personalien bei ihm vorgefunden wurden. Anhand eines Briefes, den man in der Mütze aufstöberte, konnte der Arbeitgeber ermittelt werden.
Am Dienstag vormittag kamen der Schwager und der Arbeitgeber nach hier, um die Identität der Leiche festzustellen. Beide erkannten in dem Toten den 31 Jahre alten Kutscher Willi Linke aus Berlin-Heinersdorf, der bei dem Kaufmann Beetz beschäftigt war und sich am 9. Juli d. J. von seiner Arbeitsstelle entfernt [hat] und seitdem spurlos verschwunden war. Es liegt zweifellos Freitod vor, denn L. hatte schon einmal einen Selbstmordversuch unternommen, der aber daran scheiterte, daß die Schnur riß.


Niederbarnimer Kreisblatt, 9. August 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Ein zweites Ereignis wird zum Bauernwettreiten am 16. August gemeldet:
Der Weltboxmeister Max Schmeling, den enge freundschaftliche Bande mit einem Mitglied des Vereins verbinden, hat seine Einladung zu dem Tage erhalten, und sein Erscheinen zugesagt. Der Verein wird daraufhin ein Schmeling-Rennen durchführen, nach dem "Max" selbst dem Sieger den Ehrenpreis überreichen wird. Sodann kann berichtet werden, daß Herr Priemer den 5jährigen Vollblüter - einen braunen Wallach - Seppel von Dolomit von Trainer C. Feller in Hoppegarten erworben hat, der zunächst ein Rennen bestreiten wird und dann zur Verlosung kommt. Jeder achte auf die Anzeige in den nächsten Tagen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 11. August 1931, gekürzt

Volksentscheid gescheitert!
Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis betrug die Zahl der Stimmberechtigten zum Volksentscheid 26 553 837 (einschließlich Stimmscheine). Abgegeben wurden 9 793 603 Ja-Stimmen, 389 244 Nein-Stimmen und 243 329 ungültige Stimmen, zusammen 10 426 176. Zur Ablösung des Landtages wären 13 276 919 Ja-Stimmen notwendig gewesen.

Ahrensfelde: 327 Ja, 13 Nein, 6 ungültig, wahlberechtigt: 755, [Wahlbeteiligung:] 43 %
Mehrow: 60 Ja, 6 Nein, 13 ungültig, wahlberechtigt: 198, [Wahlbeteiligung:] 34%


Niederbarnimer Kreisblatt, 16. August 1931, Anzeigenseite "Bernau und Umgebung"

Am Sonntag den 16. August
Großes Ahrensfelder Bauernwettreiten
10 Rennen: Flachrennen, Trabfahren, offene Rennen (Meldungen dazu noch auf der Bahn), ein Verlosungsrennen. Zur Verlosung kommt der 5jährige Vollblüter Seppl. Lose dazu 50 Pf. (auf der Bahn zu haben).
Beginn des Rennens 3 Uhr. Eintritt 1,- RM
Wagen frei. Programm 10 Pf.
Nach dem Rennen: Großer Reiterball mit Preisverteilung
zu zahlreich[em] Besuch ladet sehr ergebenst ein
Reiterverein Ahrensfelde b. Bln.


Niederbarnimer Kreisblatt, 18. August 1931, gekürzt

Unsere Reiter auf der Kampfbahn.
Reiterfest in Ahrensfelde ...
Der Reiterverein Ahrensfelde und Umgebung hatte am gestrigen Sonntag sein 31. Bauernrennen. Sorgenvoll schauten nach dem Mittagessen die Teilnehmer, Gäste und Anhänger des Pferdesports nach dem Himmel, an dem eine pechschwarze Wolkenwand langsam, aber sicher herangeschlichen kam, und jeder hatte den sehnlichsten Wunsch, daß die ganze Veranstaltung nicht ins Wasser fallen möge. Abgesehen von einigen Güssen, die allerdings auch nicht von Pappe waren, ging alles noch gut. Trotz Donnergrollen wickelten sich die einzelnen Rennen hintereinander und ohne Unfälle ab. Und trotz der vielen Veranstaltungen, die sich in der letzten Zeit in der Umgebung abgespielt haben, hatten sich so viel Freunde des Vereins eingefunden, daß man mit dem Besuch recht zufrieden sein konnte. Max Schmeling, der Boxerkönig, der vom Verein eingeladen worden war und auch zugesagt haben soll, war natürlich nicht erschienen, so daß ein Schmelingrennen also nicht zur Durchführung kam. Während der ganzen Veranstaltung konzertierte die Stadtkapelle Liebisch - Bernau und wartete mit schneidigen Märschen auf.
Die Sensation des Nachmittags war die Verlosung eines fünfjährigen Vollblüters von der Rennbahn Hoppegarten, "Sepp von Dolomit", der auch bei mehreren Rennen Proben seiner Schnelligkeit gab und dafür mit seinem Reiter Albrecht brausenden Beifall einheimste. Mäuschenstill wurde es in dem Augenblick auf der Rennbahn, als ein kleines Mädchen mit verbundenen Augen das Gewinnerlos zog. Jeder Losinhaber drückte heimlich beide Daumen, in der Hoffnung, durch wenige Mark Rennpferdbesitzer zu werden. Und dem kleinen Mann an der Barriere, der die beiden letzten Lose ahnungslos aus der Kiste gekauft hatte, dem Schlächtermeister Richard Bergemann aus Seefeld, hatte Fortuna zugelächelt. Für eine Mark wurde er Besitzer des wertvollen Tieres.
Im Mittelpunkt der Rennen stand der "Große Preis von Ahrensfelde". Ziel- und Bahnrichter hatten ihre Mühe, jedem gerecht zu werden. Alles in allem: Es wurde viel geboten und jeder ist auf seine Kosten gekommen, auch die nicht gern gesehenen Zaungäste. Nach dem Einzug ins Dorf ging es dann in zwei Lokale, wo die Siegerverkündigung und Preisverleihung stattfand, und sich jung und alt beim Sommernachtsball tüchtig amüsierte. Es folgen die Ergebnisse der einzelnen Rennen: ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 19. August 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Die Jahnwettkämpfe des Gaues Brandenburg (Deutscher Turnerbund) fanden am Sonntag im Grunewald statt. Der DTV "Felsing" beteiligte sich ebenfalls daran. Beim 3000-Meter-Lauf für Männer konnte sich Erich Wegener an die Spitze setzen, bis ihm kurz vor dem Ziele infolge schlechten Endspurtes der 1. Preis genommen wurde. Er belegte den 2. Platz mit 9:57 Minuten vor Reichswehr- und Klasseläufern. Richard Jauert belegte den 3. Platz mit 10:2 Minuten. Gustav Rosinski lief als 8., Willi Jauert als 12. und R. Meißner als 13. durch das Ziel. Beim Staffellauf versagten die Ahrensfelder Jungmannen. Aus den drei Kämpfen der Jugendlichen gingen Albert Wegener mit dem 14. Preis (70 P.) und Günther Maaß mit dem 17. Preis (60 P.) hervor.


Niederbarnimer Kreisblatt, 11. September 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der DTV "Felsing" hielt zum ersten Male ein Jugendfest, verbunden mit den Reichsjugendwettkämpfen ab. Obwohl kein gutes Wetter herrschte, konnte man die Wettkämpfe am Vormittag reibungslos erledigen. 80 Jugendliche rangen um die Preise. Pünktlich 2 Uhr nachmittags begann der Umzug durch das Dorf. Er hinterlies einen guten Eindruck. Nach der Rückkehr wandelte sich das Gesicht der Kleinen in großes Staunen. Lange weißgedeckte Tafeln waren mit Kuchen und Kaffee hergerichtet, und zwischen den Tafeln sah man die Turnerinnen mit weißen Schürzen, um nach dem Rechten zu sehen. Die Teilnehmer ließen sich Kuchen und Kaffee gut schmecken.
Dann setzten die Spiele sowie das Turnen ein. Als Abschluß bekam man gute Freiübungen zu sehen. Jugendturnwart W. Jauert verkündete dann die Sieger. Eine Ansprache des Dietwarts G. Jauert beschloß den ersten Teil des Festes. Dann konnten die Kleinen tanzen, bis zum Fackelzug geblasen wurde. Der Fackelzug beendete das Fest für die Kinder, während die Aelteren noch gemütlich ein paar Stunden zusammen waren. Am gleichen Tage sandte der Verein seine Läufer nach Charlottenburg, wo sie an dem 3000-Meter-Lauf teilnahmen. Als Zweiter lief R. Jauert und als Dritter E. Wegener durch das Ziel.


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. September 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Einen Strafbescheid über 3000 Mark erhielt der Administrator Gustav Köhn, der beschuldigt wird, im Jahre 1930 etwa 39 ausländische Arbeiter ohne Genehmigung des Landesarbeitsamtes beschäftigt zu haben. Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Altlandsberg, in der zwei Sachverständige ihre Gutachten abgaben, nahm längere Zeit in Anspruch. Fest steht, daß tatsächlich 12 ausländische Arbeiter ohne Genehmigung beschäftigt waren. Es wurde aber auch weiter bekundet, daß der Vorschnitter, der die Arbeiter warb, mehrfach aufgefordert worden ist, nur inländische Arbeiter zu verpflichten. Der als Sachverständiger vernommene Dr. Schröder - Altlandsberg bekundete, daß Köhn alles unternommen hat, um die Erfüllung seiner Rechtspflichten zu gewährleisten. Das Gericht ersah eine strafbare Handlung als nicht vorhanden und sprach den Angeklagten auf Kosten der Staatskasse frei.


Niederbarnimer Kreisblatt, 15. September 1931, Aus Groß-Berlin

Ausschreitungen am Kurfürstendamm.
Anläßlich des hohen jüdischen Feiertages kam es am Sonnabend abend zu größeren nationalsozialistischen Kundgebungsversuchen am Kurfürstendamm. Dort hatten sich etwa 1000 Nationalsozialisten zusammengerottet und belästigten die jüdisch aussehenden Passanten. Gegen 21 Uhr drang ein größerer Trupp von Nationalsozialisten in das Café Reimann, Kurfürstendamm 35, ein, die den Vorgarten demolierten und einige Fensterscheiben einwarfen. Ein großes Polizeiaufgebot mit mehreren Ueberfallwagen rückte an und zerstreute die Demonstranten. Gegen 22.30 Uhr waren die Unruhen beendet. Insgesamt wurden etwa 39 Nationalsozialisten zwangsgestellt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 24. September 1931, gekürzt

Gefängnis im Kurfürstendamm-Prozeß.
SA-Führer Graf Helldorf und Stabsführer Ernst als Zeugen.
Der Staatsanwalt verlangte Zuchthaus.
TU. Berlin, 23. September
Im Kurfürstendammprozeß wurden am Dienstag nachmittag die Zeugen Graf Helldorf und Ernst vernommen. Der Stabsleiter Ernst gab zu, an einer Autofahrt in den Abendstunden des 12. September beteiligt gewesen zu sein, stellte jedoch in Abrede, daß die Kundgebungen in irgend einer Weise von höherer Stelle gelenkt worden seien. Es habe sich lediglich um eine Dienstfahrt gehandelt. Von dem Auto, in dem der Graf Helldorf und er gesessen habe, sei die Parole "Treffpunkt Gedächtniskirche" nicht ausgegeben worden. Ernst sagte ferner aus, daß Dr. Göbbels an dem fraglichen Abend nicht in Berlin anwesend war. Graf Helldorf, der oberste SA.-Führer von Berlin, erklärte ebenfalls, daß es sich um eine Kontrollfahrt gehandelt habe. Polizeimajor Wecke habe ihm am Kurfürstendamm zugerufen:
"Graf Helldorf, was haben Sie mir für eine Schweinerei eingebrockt?"
worauf er geantwortet habe, daß er mit der ganzen Sache nichts zu tun habe. An der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche habe er versucht, die SA.-Leute fortzuschicken. Er nehme an, daß irgend welche Parolen von dritter Seite ausgegeben worden seien, um die NSDAP. zu belasten. Man sei sich darüber klar, daß sich in den Reihen der SA. eine Anzahl Spitzel befänden, die für die Kommunisten, das Reichsbanner oder auch für die Behörden arbeiteten. Sowohl Graf Helldorf als auch Stabsleiter Ernst wurden wegen dringenden Verdachts der Mittäterschaft nicht vereidigt.
Am Abend wurden von Staatsanwaltschaftsrat Schade zum Teil sehr schwere Strafen beantragt. ...

[Anmerkung: Die richtige Schreibweise wäre "Graf Helldorff" (mit doppeltem "f") - hier wird die im Original verwandte Schreibweise benutzt]

Niederbarnimer Kreisblatt, 27. September 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Nach längerer Pause wird die Männermannschaft des DTV "Felsing" nun wieder in Tätigkeit treten. Es sind in letzter Zeit neue Mitglieder aufgenommen worden, so daß die Mannschaft verstärkt werden konnte. Am Sonntag wird um 3 Uhr ein Freundschaftsspiel gegen Weißensee ausgetragen.

Ahrensfelde. Gegen ein unbeleuchtetes Fuhrwerk fuhr auf der Landstraße Falkenberg - Ahrensfelde gestern abend ein Motorrad. Bei dem Zusammenstoß wurden der Führer des Motorrades, der Hauptmann a. D. Max v. Kreckwitz, und seine Schwester Erika, die auf dem Soziussitz saß, beide in Berlin, Bülowstraße 106, wohnhaft, zu Boden geschleudert. Während v. Kreckwitz mit leichten Kopfverletzungen davonkam, trug seine Schwester einen Rippenbruch davon und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Das Motorrad wurde schwer beschädigt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 30. September 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der DTV. "Felsing" trug am Sonntag gegen den DTV "Jahn", Weißensee ein Handballspiel aus und gewann überrascht 7:2. Die neuaufgestellte Mannschaft des hiesigen Vereins hat die Feuerprobe bestanden. Es traten folgende Spieler gegen Weißensee an: H. Grothe, A. Krüger, E. Anklam, E. Maaß, R. Jauert, E. Wegener, W. Maier, R. Reinicke, A. Wegener, H. Krosinske, P. Wagner.


Niederbarnimer Kreisblatt, 1. Oktober 1931

Prozeß gegen Graf Helldorf vertagt.
GR. Berlin, 30. September
Graf Helldorf, der Führer der Berliner SA. und der Stabsleiter der SA. Brandenburg, Ernst, die sich am Dienstag vor dem Schöffengericht Charlottenburg wegen der bekannten Vorkommnisse am Kurfürstendamm verantworten sollten, werden auch am Dienstag wieder nicht vor Gericht erscheinen, da der Termin erneut aufgehoben worden ist. Ein neuer Termin ist zunächst für den 2. Oktober anberaumt, es ist aber noch sehr fraglich, ob an diesem Tage verhandelt wird. Es sollen nämlich in den nächsten Tagen Beratungen darüber gepflogen werden, ob es nicht ratsamer wäre, die Angelegenheit im ordentlichen Gerichtsverfahren vor einem erweiterten Schöffengericht zu verhandeln.


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Oktober 1931

Haftbefehl gegen Helldorf und Ernst.
GR. Berlin, 1. Oktober
Graf Helldorf und Stabsleiter Ernst wurden am Dienstag nachmittag dem Vernehmungsrichter vorgeführt, der gegen beide nach kurzer Vernehmung wegen Verdunkelungsgefahr und Fluchtverdacht Haftbefehl erließ. Graf Helldorf und Ernst werden nun endgültig am 9. Oktober im ordentlichen Verfahren vor dem Schöffengericht Charlottenburg abgeurteilt werden. Als Verteidiger stehen ihnen zur Seite der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Frank Il, Dr. Sack und Dr. Triebel.
Der Jungstahlhelmführer Dipl.-Ingenieur Brandt, der sich vor dem Schnellschöffengericht mit 33 weiteren Angeklagten zu verantworten hatte und gegen den das Verfahren abgetrennt wurde, um es auf den ordentlichen Gerichtsweg hinüber zu leiten, wird nun auch am gleichen Tage gemeinsam mit Helldorf und Ernst auf der Anklagebank sitzen. Als Verteidiger des Diplom-Ingenieurs Brandt hat sich neben Rechtsanwalt Dr. Köppen der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Everling gemeldet.


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. Oktober 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Vor zahlreichen Zuschauern und schönstem Wetter trug der DTV "Felsing" am Sonntag sein erstes Verbandshandballspiel aus. Die Schüler traten um 2 Uhr gegen Willmersdorf an. Gespielt wurde unentschieden 3:3. Pünktlich 3 Uhr erschien Felsings Männermannschaft in der neuen grün-weißen Kleidung, bald darauf auch Weißensee. Bereits in der ersten Minute brachte A. Wegener Ahrensfelde in Führung, schon in der 4. Minute erfolgte das zweite Tor durch K. Reinicke. Im Laufe des Spiels konnte Ahrensfelde 9 Tore und Weißensee 6 Tore erzielen. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 10. Oktober 1931, gekürzt

Graf Helldorf vor Gericht.
Ablehnungsantrag der Verteidigung gegen zwei Berufsrichter und einen Schöffen.
TU. Berlin, 9. Oktober
Anläßlich der bekannten Ausschreitungen am Kurfürstendamm gegen Juden und jüdisch aussehende Personen begann heute der sogenannte zweite Kurfürstendammprozeß. Angeklagt sind wegen schweren Landfriedensbruchs und Rädelsführerschaft der Jungstahlhelmführer Brandt, der Führer der Berliner SA., Graf Helldorf, und der Kaufmann Ernst, der Stabsleiter der SA. Brandenburg. ...
Rechtsanwalt Frank Il, der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete, beantragte für die Verteidigung die Ablehnung des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektors Schmitz, und des Beisitzers des Gerichts, Amtsgerichtsrat Dr. Thiemann, wegen Besorgnis der Befangenheit. Die Angeklagten müßten annehmen, daß das Gericht durch die Urteile des ersten Prozesses bereits gebunden sei und daher sein eigenes Urteil vorweggenommen habe. Der Verteidiger Dr. Everling lehnte außerdem einen der beiden Schöffen, den Kaufmann Stark, wegen Besorgnis der Befangenheit ab, da dieser dem Augenschein nach der jüdischen Rasse angehöre und in diesem Falle als Partei zu betrachten sei.
Der Prozeß wurde bis Sonnabend vormittag vertagt, damit die beiden betroffenen Berufsrichter und der Schöffe Gelegenheit haben, gegen die Ablehnungsanträge ausführlich Stellung zu nehmen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. Oktober 1931

Prozeß gegen Helldorf vertagt.
Die Berufungsrichter wegen Befangenheit abgelehnt.
TU. Berlin, 12. Oktober 1931
Die Verteidiger im Kurfürstendammprozeß gegen Graf Helldorf und Genossen hatten den Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. Schmitz, und den Beisitzer, Landgerichtsrat Thiemann, sowie den Schöffen Stark wegen Befangenheit abgelehnt. Die Beschlußkammer beim Landgericht III unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Friedmann hat diese Ablehnungsgesuche jetzt für begründet erachtet. Als neuer Gerichtsvorsitzender wurde Landgerichtsdirektor Burczek bestellt.
Nach Verlesung der Begründung des Beschlusses teilte der Vorsitzende des Schöffengerichtes Charlottenburg, Landgerichtsdirektor Dr. Burczek, mit, daß der Prozeß auf unbestimmte Zeit vertagt werden müsse, da ihm und dem beisitzenden Richter, Gerichtsassessor Boschan, genügend Zeit zur Verfügung stehen müsse, um sich in die Akten einzuarbeiten. Die Verhandlung wurde darauf geschlossen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 14. Oktober 1931, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Verfehlungen eines Gemeindesekretärs.
... Gemeindevorsteher Noack gab der Gemeindevertretung bekannt, daß der Gemeindesekretär Wilhelm Balzer sich durch Fälschung der Unterschrift des Amts- und Gemeindevorstehers und Mißbrauch des Dienstsiegels von zwei Bankhäusern Darlehen in Höhe von 1800 und 600 Reichsmark verschafft hat. B. wurde von der Gemeinde sofort fristlos entlassen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 15. Oktober 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Die Gemeinde kann die Steuern senken! Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer Sitzung am 9. Oktober mit der Fortsetzung der Besprechung des neuen Haushaltsplans. Die von nationalsozialistischer Seite angeregte Einforderung der Lohnsteuersumme von der Stadt Berlin hatte ein für die Gemeinde äußerst erfreuliches Ergebnis. Durch diese Einnahme erübrigte sich eine neue Belastung der Steuerzahler, so daß man von der Erhebung der Bürger- und Biersteuer absehen konnte, ja, es ergab sich sogar die in heutiger Zeit wohl seltene Tatsache, daß man die Gewerbesteuer von 300 auf 200 v. H. für das neue Haushaltsjahr ermäßigen konnte.


Niederbarnimer Kreisblatt, 16. Oktober 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Die erste Männermannschaft des D.T.V. "Felsing" trug am Sonntag ihr zweites Verbandsspiel aus. Die Zuschauer erlebten ein ansprechendes Spiel zwischen "Schlageter" Berlin und "Felsing" Ahrensfelde. Das Treffen endete mit einem 4:2-Sieg für Ahrensfelde. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 23. Oktober 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Die Handballmannschaften des D.T.V. Felsing tragen am Sonntag, dem 23. Oktober ihr drittes Verbandsspiel aus. Die Schüler spielen um 2 Uhr gegen Weißensee, die Männer um 3 Uhr gegen Theodor Körner - Berlin, die zweite Männermannschaft trägt gegen die erste Männermannschaft um 4 Uhr ein Uebungsspiel aus.


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. Oktober 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Ganz überraschend gewann die Schülermannschaft des DTV. "Felsing" gegen Weißensee mit 2:0, Halbzeit 0:0. Die erste Männermannschaft gewann kampflos gegen Körner - Berlin. Im Gästespiel gewann Ahrensfelde gegen "Körner" Berlin 8:2 (3:1).


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. November 1931, gekürzt

Die Strafanträge im Helldorf-Prozeß.
Urteilsspruch heute abend.
g Berlin, 7. November
Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen Graf Helldorf und dessen Stabschef Ernst wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenkampf drei Jahre Gefängnis und wegen öffentlicher Beleidigung 300 M Geldstrafe, ersatzweise 30 Tage Gefängnis. ....
Die Staatsanwaltschaft beantragte ferner, daß den durch Graf Helldorf und Ernst beleidigten Kaufleuten Deterding und Simons die Befugnis ausgesprochen werden soll, das wegen öffentlicher Beleidigung ausgesprochene Urteil einigen Berliner Zeitungen auf Kosten der Verurteilten öffentlich bekannt zu machen.
Das Urteil ist frühestens heute abend zu erwarten.


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. November 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Zwei Verbandshandballspiele werden am Sonntag hier ausgetragen. Um 10 Uhr spielen die Schüler gegen Charlottenburg und um 11 Uhr die Männer gegen Eberswalde. Die II. Männerelf spielt in Weißensee um 3 Uhr.


Niederbarnimer Kreisblatt, 10. November 1931, gekürzt

Das Urteil im Helldorf-Prozeß.
Graf Helldorf zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
gr Berlin, 9. November
Das Schöffengericht Charlottenburg verkündete am Sonnabend nachmittag folgendes Urteil: Graf Helldorf und dessen Stabschef Ernst werden wegen einfachen Landfriedensbruchs zu sechs Monaten Gefängnis, wegen Beleidigung zu 100 Mark Geldstrafe, ersatzweise 10 Tagen Gefängnis verurteilt. ...
Nach der kurzen Urteilsbegründung des Vorsitzenden beschloß das Gericht auf Antrag der Verteidigung, Graf Helldorf, dessen Stabschef Ernst und den Jungstahlhelmführer Brandt, die sich bisher in Untersuchungshaft befanden, aus der Untersuchungshaft zu entlassen und den Haftbefehl aufzuheben. In der Urteilsbegründung sagte das Gericht, daß es nicht zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß die Kundgebungen an den Tagen vorher von langer Hand vorbereitet und organisiert worden seien. Daß der Plan von Graf Helldorf ausgegangen sei, habe das Gericht nicht angenommen und deshalb auch keine Rädelsführerschaft festgestellt. Nach der Reichsgerichtsjudikatur dürfte niemand in eine zusammengerottete Menge gehen, auch wenn er die Absicht habe, daraus Leute herauszuziehen. Da das aber durch die Verurteilten versucht worden und geschehen sei, habe das Gericht Graf Helldorf, Ernst, Brandt, Damerow und Schulz wegen einfachen Landfriedensbruchs verurteilen müssen.
Die Staatsanwaltschaft hat bei dem Landgericht III Berufung gegen das Urteil im Helldorf-Prozeß eingelegt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. November 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Die Verbandsspiele im Handball am Sonntag endeten mit einem Sieg für Ahrensfelde. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 20. November 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ben Akiba ist ein Lügner!
Ahrensfelde 19. November
Noch nie wurde ein Handballspiel so haushoch gewonnen wie das am Sonntag. Ahrensfelde spielte gegen Armin - Berlin und konnte nicht weniger als 35 mal (!) das Leder einsenden. 20 Tore brachte A. Wegener, 12 K. Reinicke, je eins W. Maier, G. Kosinske und G. Maaß. Der Torwart von Ahrensfelde hat bei dem Spiel überhaupt nichts zu tun gehabt. Die Turner von Ahrensfelde haben den Beweis erbracht, daß Ben Akiba ein Lügner ist, denn soetwas ist wirklich noch nicht dagewesen!


Niederbarnimer Kreisblatt, 27. November 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Ein Freundschaftsspiel zwischen Weißensee 3 und Ahrensfelde 1 fand am Sonnabend auf unserem Sportplatz statt. Weißensee ging in der ersten Halbzeit leicht in Führung. In der zweiten Halbzeit war Ahrensfelde überlegen und gewann mit 8:3 Toren. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Dezember 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Die Schlachtvieh- und Fleischbeschau im Beschaubezirk Ahrensfelde, umfassend die Gemeinden Ahrensfelde, Mehrow, Eiche und Blumberg sowie die Fleischerei Puhlmann in Lindenberg, ist unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs mit Wirkung vom 1.12. d.J. dem prakt. Tierarzt Dr. med. vet. E. Riedel in Berlin-Hohenschönhausen, Berliner Str. 33-34, übertragen worden. - Verpflichtet wurde der Gemeindevorsteher Ernst Meißner in Mehrow als Schiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannbezirk 33, umfassend die Gemeinden Ahrensfelde, Eiche und Mehrow, für eine vom 16. November 1931 an laufende 3jährige Amtsdauer.


Niederbarnimer Kreisblatt, 3. Dezember 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Eine Auto-Zubringerlinie für die Wriezener Bahn. Gerade jetzt, wo die BVG ihren Betrieb abdrosselt, beabsichtigt ein Privatunternehmer, am Rande Groß-Berlins eine Autobuslinie einzurichten, eine dringend notwendige Querverbindung im äußersten Nordosten Berlins und in den Niederbarnimer Vororten. Die Linie soll ihren Anfang nehmen in Berlin-Falkenberg, dem Endhaltepunkt der Autobuslinie A 40, Ahrensfelde und die bei Eiche gelegenen großen Siedlungen erschließen. Als Ziel ist Berlin-Marzahn gedacht, wo sich die Endhaltestelle der Autobuslinie A 37 befindet. Für die Wriezener Bahn bedeutet die geplante Autobusverbindung eine unmittelbare Zubringerlinie.
Die Landwirtschaftskammer hat bereits die geplante Verkehrsverbesserung im Interesse der ländlichen Siedlungen begrüßt, und auch der Niederbarnimer Landbund fördert den Plan nach Kräften. Die Linie würde nicht nur für die Geschäftsleute und Ansiedler, sondern auch für die Berliner Wintersportler von Bedeutung sein, da die Orte an der Wriezener Bahn viele Gelegenheit zum Wintersport bieten.


Niederbarnimer Kreisblatt, 11. Dezember 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Ein schönes Turnerfest, so recht im Jahn'schen Geiste, feierte der Dt. Tv. "Felsing" mit Unterstützung des M. G. V. "Frohsinn" in seinem Verbandsheim. Einen so großen Erfolg haben wahrscheinlich auch die so rührigen Vereinsführer nicht erwartet. Beim Einmarsch der Abteilungen unter Führung der einheitlich gekleideten Musikabteilung war der Saal bereits überfüllt. Nach dem vom M. G. V. "Frohsinn" gut zum Vortrag gebrachten "Deutschen Lied" sprach der Dietwart über die Aufgaben und Ziele des Vereins. Seinem Rufe: "Her zu uns" sollte wirklich Folge geleistet werden, denn sowohl in turnerischer Betätigung wie beim Handballspiel ist dieser kleine Landverein im Gau Brandenburg des deutschen Turnerbundes erfolgreich tätig.
Ein Bühnenspiel: "Das ganze Deutschland soll es sein", in dem nach dramatischen Schilderungen der Not der deutschen Jugend das Gelöbnis zur Treue zum Volk und Vaterland abgelegt wird, fand starken Beifall. Als der M. G. V. "Frohsinn" kräftig das "Niederländische Dankgebet", unterstützt durch das Orchester, ausklingen ließ zum "Herr, mach uns frei!", durchbrauste der Jubel der Festteilnehmer den Saal. Auch die turnerischen Vorführungen, besonders die Barrenriege der Männer, lösten Beifall aus. Lange hielten alle Festteilnehmer - wirklich mal für wenige Sunden befreit von des Alltags schweren Sorgen - bei frohem Tanze auf.


Niederbarnimer Kreisblatt, 19. Dezember 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Das erste Rückspiel Ahrensfelde gegen "Theodor Körner" - Berlin im Handball fand am Sonntag in Ahrensfelde statt. Das Spiel gewann Ahrensfelde 12:1. Die Männermannschaft von Ahrensfelde steht bis jetzt in der Gruppe 3 b bei 8 Spielen mit 16 Punkten an der Spitze. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 23. Dezember 1931, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die Erwerbslosensiedlung wurde am Sonntag im Beisein des Landrates eingeweiht. Zu diesem Zweck war die Scheune eines Bauernhauses mit Tannengrün und den Reichsfarben ausgeschmückt. Landrat Schlemminger betonte in seiner Rede, daß sich mit diesem Versuch ein Vorgang von großer wirtschaftlicher Bedeutung abspiele. Gelinge den Blumberger Siedlern ihre schwere Aufgabe, dann ist bewiesen, daß dieser Weg zur Wiedereinführung von vielen zehntausend Erwerbslosen in den Produktionsprozeß gangbar ist. An die schlichte Feierlichkeit schloß sich eine Besichtigung der Siedlungsblöcke [an], zu denen noch rund 60 Heimstätten kommen werden.


Niederbarnimer Kreisblatt, 25. Dezember 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Das schwerste Spiel gegen Oberschöneweide am Sonntag wurde von Ahrensfelde 3:1 gewonnen. Bis zur Halbzeit stand das Spiel 2:1. Viel zum Sieg trug der Torsteher bei, der gut auf dem Posten war. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 31. Dezember 1931, Amtsbezirk Ahrensfelde, gekürzt

Ahrensfelde. Den heimischen Handballspielern ist es am Donnerstag gelungen, den Gegner "Wanderlust" Hohenschönhausen mit 5:3 Toren zu schlagen. Gegen dieselbe Mannschaft verlor im Frühjahr Ahrensfelde 0:19. In der Verbandsserie spielt Hohenschönhausen zwei Klassen höher. Trotzdem gewannen die Felsingspieler. ...


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