Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1935 (82. Jahrgang),
Januar-März und Juli-September: gefunden im Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek (Westhafen),
April-Juni und Oktober-Dezember: gefunden im Geheimen Staatsarchiv (Berlin-Dahlem)



Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Januar 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

Ahrensfelde. Der Trupp 1 des SA.-Sturmes 34/208 veranstaltete einen Kameradschaftsabend im Sturmlokal. Im festlich geschmückten Saal herrschte unter den Kameraden guter Gemeinschaftsgeist. Nach humoristischen Vorträgen erfolgte die Ausgabe der von den Kameraden gespendeten Liebesgaben. Bei flotten Märschen und Musikstücken blieben alle Kameraden frohe Stunden vereint. Auch die geladenen Gäste konnten nicht umhin, den guten Kameradschaftsgeist lobend hervorzuheben.

Ahrensfelde. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung führte am 1. Weihnachtsfeiertag einen Kameradschaftsabend im Lokal des Pg. D. durch. Nach der Begrüßungsansprache durch Ortsgruppenamtsleiter Pg. H. folgte ein gut gespieltes Theaterstück "Zu Weihnachten im Arrest". Der BDM. half durch Tänze und Spiele den Abend verschönen. Froher Kameradschaftsgeist hielt alle Teilnehmer bis zur Polizeistunde zusammen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Blumberg. Ortsbauernführer Pg. W. G. hatte die Bauern zu einer Sitzung eingeladen, um die 10 Gebote der Erzeugungsschlacht mit ihnen zu besprechen. Ueber die Notwendigkeit der Produktionssteigerung waren alle einig, doch wurde vor einseitigen Experimenten gewarnt. Pg. P. hat vor einem Jahre eine Zahlstelle einer Bank in Blumberg eröffnet. Ausgehend von der Pflicht, jeden Pfennig der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen, erklärte Pg. P. in seinem kurzen Vortrage die Vorteile eines Bankkontos. Durch die neuen strengen Bankgesetze ist auch die Sicherheit des eingelegten Geldes garantiert. - Pg. G. ermahnte die Mitglieder zur pünktlichen Bezahlung der Milchausgleichspfennige. Ungerechtigkeiten sollen durch monatliche Angaben der Milcherträge beseitigt werden. Wegen des Baues der Reichsautobahn geben verschiedene Besitzer größere Landstücke ab. Die Erbhofbauern werden darauf hingewiesen, daß sie dafür anderes Land bekommen. - Die Siedler brachten nun ihre Klagen gegen die Siedlungsgesellschaft vor. Unter der marxistischen Regierung hat man nichtexistenzfähige Siedlerstellen geschaffen. Die kleineren Siedler kommen bei der geringen Morgenzahl und dem teilweise schlechten Boden (man hat ihnen abgeholzte Waldstücke, die man früher als nicht anbaufähig aufgeforstet hat, als Ackerland zugeteilt) nicht zurecht. Der Ortsbauernführer versprach, soweit es möglich ist, zu helfen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 3. Januar 1935, Amtliche Bekanntmachungen des Kreises Niederbarnim

Bekanntmachung
Zu verkaufen: Eine Jagdflinte und eine goldene Herrenuhr mit goldener Kette.
Angebote, evtl. nach vorheriger Besichtigung im Gemeindebüro, bitte ich bis zum 10. Januar bei mir abzugeben.
Hönow, den 2. Januar 1935
Der Gemeindeschulze


Niederbarnimer Kreisblatt, 3. Januar 1935, Niederbarnimer Süd-Anzeiger / Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Bevölkerungsbewegung. Im vergangenen Jahre fanden 22 Eheschließungen statt. Geburten sind 32 zu verzeichnen, Im Gegensatz dazu eine sehr geringe Zahl von Todesfällen, nämlich nur 6. Die Einwohnerzahl betrug am 10. Oktober 1604.


Niederbarnimer Kreisblatt, 5. Januar 1935

Der Ring der Reichsautobahnen um Berlin
190 Kilometer Umgehungsstrecke / Im Norden und Osten folgt sie der Weichbildgrenze Berlins / 200 neue Brücken bis einen Kilometer Länge

Das Januarheft der Zeitschrift "Die Autobahn" widmet einen erheblichen Teil seines Inhalts dem Problem "Großstädte und Auto" und beschäftigt sich dabei auch eingehend mit dem Ring von Reichsautobahnen, der Berlin umschließen wird. Den Aufsätzen des W. H. Blöcker, geschäftsführendem Vorstand der "Gezuvor" (Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen) entnehmen wir die nachfolgenden Ausführungen.

Im Gesamtbild des deutschen Reichsautobahnnetzes ist die Reichshauptstadt nur anscheinend ein Mittelpunkt, von dem 8 Reichsautobahnlinien ausgehen. In Wirklichkeit ist Berlin zwar ein Gebiet, daß einerseits günstig an die Reichsautobahnen angeschlossen werden muß, andererseits aber für den durchgehenden Nord-Süd-, West-Ost- und Diagonalverkehr kein Hindernis bedeuten darf. Bei der Planung galt es also, unter Berücksichtigung eines guten Anschlusses der Vier-Millionen-Stadt für die großen Fernverbindungen keinen Mittelpunkt zu schaffen, sondern einen

ungehinderten Durchgangsverkehr nach allen Richtungen

zu ermöglichen. Bei der Vorplanung der Linienführung waren ausschlaggebend die bisherige und künftige Bedeutung der Wirtschaftsräume, Siedlungen und Siedlungsvorhaben, der zweckmäßige Anschluß und die Kreuzung der anderen Verkehrswege, ein günstiger Anschluß der Industriereviere und die Erschließung neuer Gebiete.

Für den Autobahnring um Berlin sind eine große Anzahl von Trassen untersucht worden. Das Ergebnis führte zu dem Vorschlag einer Linienführung, die im weiten Umkreis um den Stadtkern herum im Norden, Osten und Westen ungefähr der Weichbildgrenze Groß-Berlins folgt und im Südwesten und Süden die Orte Werder, Caputh, Potsdam und Nowawes und die nördlichen Teile des Kreises Teltow ungefähr bis zur Höhe von Königswusterhausen mit zu umschließen. Die ganze Strecke des Berliner Rings beträgt etwa 190 Kilometer. Die Wahl der Linienführung auf einzelnen Streckenteilen, so im Osten bei Kalkberge und Königswusterhausen, im Westen bei Phöben und Marquardt und im Nordwesten bei Hennigsdorf, war durch die geologischen Verhältnisse nicht ganz einfach.

Der Reichsautobahnring erfordert eine

große Anzahl von Bauwerken.

Viele Wasserläufe sind zu überbrücken, so besonders im Westen der Plessower See und der kleine Zernsee und im Osten bei Königswusterhausen und Kalkberge. Weitere Bauwerke bedingen die Kreuzungen mit der Reichsbahn. Im ganzen entstehen auf dem Berliner Ring an den Kreuzungspunkten mit der Reichsbahn 18 Bauwerke, von denen das Bauwerk bei Staaken das größte sein wird.

Der nach langen Verhandlungen nunmehr endgültig beschlossene Ring zeigt einen wohltuend einfachen Fluß. Gleich günstig für den Fahrer, der an Berlin vorbeistrebt, wie für den Berliner selbst. Nicht leicht war es, die Interessen von Potsdam, das mit in den Berliner Ring eingeschlossen ist, zu wahren. Während die anderen Großstädte Deutschlands im allgemeinen von einer, zwei oder drei Autobahnlinien berührt werden, laufen in Berlin, dem Herzen des Reiches, nicht weniger als

acht Linien aus allen Teilen Deutschlands

strahlenförmig zusammen. Es sind dies die Strecken Hamburg-Berlin, Rostock-Berlin, Stettin-Berlin, Frankfurt a. O.-Berlin, Breslau-Berlin, Dresden-Berlin, Halle-Leipzig-Berlin und Hannover-Berlin. Eine Zusammenfassung dieser Linien ist nur durch die Anordnung eines besonderen Verteilers wie ihn der Berliner Ring darstellt, möglich. Dieser Ring gibt dem Durchgangsverkehr die Möglichkeit zur schnellen Weiterfahrt, ohne das überlastete Straßennetz der Stadt Berlin selbst zu beanspruchen. Der Berliner Ring wird mindestens 150 bis 250 Brücken aufweisen, unter denen mehrere Bauwerke über 1 Kilometer Länge erreichen werden.

Die Bauarbeiten am Berliner Ring, die auch im Hinblick auf die Entlastung des Berliner Arbeitsmarktes von größter Bedeutung sind, wurden im Juli vorigen Jahres in Angriff genommen und zwar zugleich am Ostabschnitt, der gegen Jahresschluß auf der ganzen Strecke

von Blumberg bis zur Abzweigung der Frankfurter Linie

im Bau war; auf dem Westabschnitt sind die Entwurfsarbeiten soweit gediehen, daß im Frühjahr die Bauarbeiten in vollem Umfange aufgenommen werden können. Auf der Nord- und Südstrecke sind die Bauarbeiten zunächst noch zurückgestellt. Während die ersten Teilstrecken des Ringes im Osten bereits im Jahre 1936 fahrbereit sein werden, wird die vollkommene Schließung des Berliner Ringes noch einige Jahre auf sich warten lassen. Ist der Ring aber geschlossen, so kann der Verkehr des großen deutschen Autobahnnetzes zur Reichshauptstadt hineinfluten und gleichzeitig aus der Reichshauptsstadt in das Reich zurückströmen. Für das Gesamtstraßennetz Berlins wird dieser Zeitpunkt eine entscheidende Wende bedeuten.


Niederbarnimer Kreisblatt, 10. Januar 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der Krieger- und Landwehrverein hielt beim Kameraden Müller die Jahresversammlung ab. Der Vereinsführer, Kamerad Alfred Krüger, beglückwünschte zunächst alle Kameraden zum Jahreswechsel und gedachte dann der Kameraden, die im vergangenen Jahr zur großen Armee abberufen worden sind. Nach Ernennung des Beirats, wurde der Kassenbericht erstattet und die geübte Sparsamkeit dankbar anerkannt. Danach erfolgte die Aufnahme 5 neuer Mitglieder.


Niederbarnimer Kreisblatt, 11. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Bücherei. Seit dem 21. März besteht in Blumberg eine Volksbücherei. Am Montag war eine Sitzung des Kuratoriums zwecks Erstattung des Jahresberichtes. Ausgeliehen waren seit Bestehen 365 Bände, das sind 220 Prozent. Trotz der geringen Leihgebühr von 5 Pf je Buch betragen die Einnahmen 23,80 RM. Diesen stehen nur 0,25 Pf. Ausgaben gegenüber. Es wurde beschlossen, für 40 RM. neue Bücher zu beschaffen. 20 RM. davon gibt die Gemeinde zu. Die Bücherei wird also den Wunsch nach neuer Lektüre befriedigen können. Die Benutzung ist nur zu empfehlen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 12. Januar 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Luftschutzlehrgang. Am Montag beginnt wieder ein Luftschutzkursus. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen, welche bis jetzt noch nicht an einem derartigen Lehrgang teilgenommen haben, werden ersucht, sich zu beteiligen. Der Kursus dauert 5 Abende und findet jeden Montag, abends 8 Uhr im Parteilokal Müller statt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 12. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Blumberg. Tagung des NSLB. Die Ortsgruppe Blumberg des NSLB. hielt ihre Tagung im Parteilokal ab. Da die Ortsgruppe in der Volkskundearbeit steht, brachte Pg. S. Volkskundliches aus Blumberg. Der Vortrag begann mit der Besichtigung der Kirche. Nach der Kirchenbesichtigung erzählte der Vortragende noch manches aus der Geschichte des Ortes und von den Besitzern des Rittergutes Blumberg. Für die nächste Sitzung am 8. Februar werden die Berufskameraden gebeten, die Flurnamen ihrer Gemeinde zu sammeln, desgleichen noch vorhandene Gebräuche festzustellen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 12. Januar 1935, Amtliche Bekanntmachungen des Kreises Niederbarnim

Bekanntmachung
Säuglingsfürsorge und Mütterberatung
am Montag den 14. Januar 1935 nachmittags 3-4 Uhr, in der alten Schulklasse.
Hönow, den 11. Januar 1935
Der Gemeindeschulze


Niederbarnimer Kreisblatt, 17. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Autounfall. Auf der Straße Blumberg-Ahrensfelde kam infolge Glätte ein Berliner Wagen ins Schleudern und schlug gegen einen Baum. Trotzdem der Wagen vollständig eingedrückt wurde, kamen die Insassen ohne Verletzungen davon.


Niederbarnimer Kreisblatt, 17. Januar 1935, anonymisiert

Süd-Niederbarnim dankt den Brüdern an der Saar
[zum Ergebnis der Saarabstimmung zur Rückgliederung des Saargebietes]
Eindrucksvolle Kundgebung an allen Orten
...
In Blumberg versammelten sich die Volksgenossen auf dem Berliner Platz, wo Ortsgruppenleiter L. sich mit einer Ansprache an die Blumberger wandte. Im Anschluß an seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen setzte sich ein großer Fackelzug in Bewegung, der unter Vorantritt des Spielmannszuges durch das Dorf marschierte. Nach strammen Vorbeimarsch am Gefallenen-Denkmal löste sich der Zug auf dem Schulplatz auf. Ein Dankgottesdienst in der Kirche bildete den würdigen Ausklang der Feier.
...

Niederbarnimer Kreisblatt, 18. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt, anonymisiert

Blumberg. Monatsversammlung der DAF. Die Deutsche Arbeitsfront hielt im Lokal Ebel ihre Monatsversammlung ab. ... Zum Ortswart der NSG. "Kraft durch Freude" wurde Pg. P. S. bestimmt. Pg. S. erklärte in kurzen Worten diese segensreiche Einrichtung. Am 30. Januar findet abends 8 Uhr im Saal von Max Otte die Fahnenweihe sowie ein deutscher Abend der hiesigen DAF.-Ortsgruppe statt. Der Kreisamtsleiter der DAF., Prochnow, wird die Fahnenweihe vornehmen. Zum Fahnenträger wurde Pg. E. B. bestimmt.
...

Niederbarnimer Kreisblatt, 21. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Autounfall. Infolge Glätte kam in der Kurve am Schloßpark ein von Seefeld kommender Dreiradlieferwagen ins Schleudern. Er kippte um, und der Inhalt des Wagenkastens ergoß sich auf die Straße. Da der Wagen Heringe, Rollmöpse usw. in Schüsseln enthielt, die beim Unfall in Scherben gingen, hat der Besitzer beträchtlichen Schaden erlitten.

Blumberg. Wasserrohrbruch im unbewohntem Haus: Am Freitag wurde die Feuerwehr zur Elisenauer Siedlung gerufen. Ein Haus in der Börnicker Straße ist zurzeit unbewohnt. Infolge der Kälte platze ein Wasserrohr. Der Schaden wurde erst entdeckt, als der Nachbar das Wasser aus dem Hause laufen sah. die Feuerwehr mußte den Keller leerpumpen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 23. Januar 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Eiche. Das Stiftungsfest des Landwehrvereins Eiche bot diesmal ein besonders gelungenes Programm. Nach der Begrüßungsansprache des Vereinsleiters folgte ein Prolog: "Ein Mahnaufruf Friedrichs des Großen an das deutsche Volk". Hierauf sang Franz Pesalla rheinische Lieder. Die Soubrette Käte Selna und der Komiker Curt Henning lösten wahre Lachsalven aus, ebenso der Sketch "Wir zahlen keine Miete". Allseitig war das Urteil: "Einen so gemütlichen Abend haben wir lange nicht gehabt!"


Niederbarnimer Kreisblatt, 25. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die nächste Ortsgruppenversammlung findet am Sonnabend den 26. Januar bei Nitze statt. - Das für so den 26. Januar gemeldete Wintervergnügen des Kriegervereins ist verlegt worden. Der neue Termin steht noch nicht fest.


Niederbarnimer Kreisblatt, 26. Januar 1935, Amtliche Bekanntmachungen des Kreises Niederbarnim, gekürzt

Jahresjagdscheine
Gemäß den Ausführungsbestimmungen zum § 29 des Preuß. Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 ... gebe ich nachstehend die Namen der Inhaber der im November und Dezember 1934 ausgestellten Jagdscheine [397-461] bekannt::

401. Kuhlwein von Rathenow, Karl Heinz, Mehrow
430. Kuhlwein von Rathenow, Karl-Heinz, Mehrow [nochmal!]


Niederbarnimer Kreisblatt, 28. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Blumberg. Ortsgruppenversammlung der NSDAP. Ortsgruppenleiter Pg. G. L. eröffnete die Sitzung und beklagte den immer noch ungenügenden Besuch der Versammlungen. Eine ganze Anzahl neuer Mitgliedskarten und ein Mitgliedsbuch wurden verteilt und die Mitglieder auf den Führer verpflichtet. Zur Pressefrage stellte Pg. L. mit Bedauern fest, daß die NS. Presse sogar von Parteigenossen zu wenig gelesen wird. In den nächsten Tagen wird eine neue Werbeaktion einsetzen. - Da noch nicht alle Frauen der Parteigenossen der NS. Frauenschaft angehören, bittet der Ortsgruppenleiter, daß die noch fehlenden bald ihren Eintritt erklären. Zur Ausbildung der Amtswalter sprach Pg. W.; am 1. und 20. Februar sind die nächsten Schulungsabende der Amtswalter. Nach Verlesung der wichtigsten Gaubefehle gab Pg. G. W. die neuen Beitragssätze bekannt. Der Beauftragte für das WHW., Pg. L., ging mit den Kritikastern ins Gericht, die das WHW. ausnützen und dann noch nörgeln. Was im WHW. geleistet wird, zeigten die Zahlen, die uns Pg. L. nannte. Frau Pgn. L. bat um Beachtung der Sprechzeiten im WHW. am Freitag von 3 bis 5 Uhr, da sie jetzt durch die Antragsteller zu allen möglichen Zeiten gestört wird. Auf den "Deutschen Abend" des Stützpunktes Löhme und auf die Fahnenweihe der DAF am Mittwoch den 30. Januar bei Otte wird hingewiesen. Da die Zeit schon weit fortgeschritten war, konnte Pg. S. seinen Vortrag über die Geschichte des Hakenkreuzes nur sehr kurz fassen. Mit dem Wunsche, daß dieses Zeichen uns zum vollen Siege führen möge, schloß der Vortragende seine Ausführungen.

Blumberg. Morgen abend spricht im Rahmen des Schulungslehrganges der Ortsgruppe Blumberg des RLV. die einzige Referentin im Präsidium, Frau von Willich. Da die Vortragende besonders die Bedeutung der Frau im Luftschutz behandeln wird, werden alle Frauen und Mädchen zum Vortrag eingeladen. Eintritt frei. Beginn 8 Uhr bei Nitze.


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. Januar 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Mehrow. Unsere Freiwillige Feuerwehr feierte ihr erstes Stiftungsfest. Die Kameraden der Wehr mit ihren Angehörigen, Abordnungen der Nachbarwehren und Einwohnern unserer Gemeinde waren zahlreich vertreten. Außerdem waren der Ehrenbrandmeister Schäfer und Vertreter der Ortsbehörden erschienen. Nach einem von Frau Pose vorgetragenen Prolog begrüßte Brandmeister Müller die Kameraden und Gäste. Danach schilderte Kam. Schäfer die Gründung und Entwicklung der Wehr bis zum heutigen Tage. Dann folgten Theaterstücke und etliche Kouplets. Auch wurde eine sehr gut gestiftete Tombola verlost. Ein gemütlicher Tanz hielt die Festteilnehmer in froher Geselligkeit noch einige Stunden beisammen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 30. Januar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg [?]. Nachtübung der Hitler-Jugend! Um die vom Winterschlafe verrosteten Knochen wieder zu ölen, veranstaltete die Gefolgschaft 1/II/196 der HJ. eine Nachtübung. Angetreten 22 Uhr in Blumberg, Abmarsch 22.30 Uhr. über Krummensee, Seefeld und Löhme führte der Angriffsweg, um Löhme, das vom Gegner besetzt war, einzunehmen. Pünktlich trafen die Angreifer ein, und der Kampf tobte in den Straßen Löhmes und entschied sich zugunsten der angreifenden Partei, die in der übermacht war. Die Führer verbrachten des Rest der Nacht auf einem Strohlager in Blumberg und nahmen am nächsten Morgen an einer Führertagung des Unterbannes II/196 teil.


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Februar 1935, gekürzt

Arbeitsreiche Feuerwehr-Dienstversammlung
Die neue Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren.

Der Landrat des Kreises Niederbarnim hatte für die Ortspolizeibehörden und Feuerwehren des Kreises eine Feuerwehr-Dienstversammlung auf Dienstag den 29. Januar im Sitzungssaal des Landratsamtes anberaumt. ... Von besonderer Bedeutung war die Teilnahme des Provinzialfeuerwehrführers, des Landesbranddirektors Gaedicke, und seines Adjutanten, des Branddirektors Lehmann. Aus dem Landratsamte waren erschienen Landrat Dr. M. Weiß, sein Stellvertreter, Regierungsrat Jacobi, der Feuerwehrdezernent, Regierungsassessor Dr. Zenke, Kreisbrandinspektor Graß, der Vertreter der Kreisdirektion der Feuersozietät, Rentsch, und der Gendarmerieinspektor Hinzmann.

... Bei der Besprechung der neuen Dienstvorschrift, die jetzt überall eingeführt ist, wurden die Fragen der Sicherheitswachen bei Kostümfesten, das Auftreten der Feuerwehrkapellen und die Grußpflicht berührt. Wichtig sind, so wurde des weiteren hervorgehoben, die Sicherungsmaßnahmen für den Straßenverkehr bei Bränden und Alarmübungen, die grundsätzlich Sache der Polizei sind, bei denen aber die Feuerwehr mitwirkt. Zu dem Punkte der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Gendarmerie nahm auch der Gendarmerieinspektor das Wort, der Teilnahme der Feuerwehr an polizeilichen Dienstversammlungen wünschte. Von Bedeutung war noch der Hinweis auf die Sicherstellung der Löschwasserversorgung, d.h. auf den Schutz der Hydranten, Feuerlöschbrunnen und Brunnenständer der Zisternen gegen Frostgefahr, sowie auf die Pflege der Feuerwehrgeräte im Winterhalbjahr. Die Schaffung ausreichender, von der Ortswasserleitung unabhängiger Löschwasserstellen gehört zu den vordringlichen Aufgaben der Feuerwehren.

... Zu den Richtlinien für die Aufstellung des Haushaltsplanes der örtlichen Feuerwehrabteilungen innerhalb des Gemeindehaushaltsplanes verbreitet sich Regierungsrat Jacobi über die Aufbringung der Mittel zur Finanzierung des Feuerlöschwesens, und schlug vor, in den einzelnen größeren Gemeinden Fördervereinigungen zu bilden, die dann einen Teil der Gelder aufzubringen hätten. Im übrigen hat in den Haushaltsplänen Sparsamkeit zu herrschen, wenngleich die erforderlichen Geräte zu beschaffen sind. Verfügungen des Regierungspräsidenten über die Normung im Feuerwehrwesen, die auch im Kreise Niederbarnim weitergeführt wird, sowie über die Prüfung der örtlichen Wehren durch den Provinzial- oder Kreisfeuerwehrführer wurden bekanntgegeben. Der Provinzialfeuerwehrführer erklärte dazu, daß er überall dort wo es nottue, selbst nach dem Rechten sehen werde. Feuerwehrführer kann nur der werden, der die vorgeschriebene Prüfung in Bahrensdorf bestanden hat. Auch die Feuerwehrgasschutzlehrgänge bei der Auer-Gesellschaft in Oranienburg werden fortgesetzt.

Das Verhältnis der Feuerwehr zur SA und SS ist noch nicht völlig geklärt; die Klärung wird im Zuge es Neuaufbaues der SA. erfolgen. ...

Provinzialfeuerwehrführer Gaedicke faßte zum Schluß das Ergebnis der einzelnen Punkte der Tagesordnung zusammen und erläuterte es an Hand seiner Kenntnisse und Erfahrungen. Er betonte die neue Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen, wies auf die Zusammenarbeit der Feuerwehr mit dem Arbeitsdienst hin und verlangte, daß die Wehren überall die ihnen zukommende Stellung behaupten sollten. Innerhalb der Wehren gelte es, den Geist der Kameradschaft zu pflegen. Ein Wort des Dankes an alle Erschienenen und Mitarbeiter fand dann Regierungsrat Jacobi, der auch noch einmal auf die günstigen Ergebnisse der Besichtigungen und Uebungen im Kreise Niederbarnim hinwies. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Februar 1935, Altlandsberg

Propst Lörzer weiht die neue Glocke
Altlandsberg, 2. Februar. Zur Glockenweihe unserer Schloßkirche wird der Propst unserer Kurmark, Loerze selbst herkommen und die Weihe vollziehen. Es werden nochmals sämtliche Einwohner zur Teilnahme an diesem denkwürdigen Ereignis eingeladen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Februar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Verleihung von Ehrenkreuzen. Nachdem der Amtsvorsteher Fischer schon vor einiger Zeit sein Ehrenkreuz empfangen hat, konnten gestern die ersten 38 Ehrenkreuze, darunter 3 für Kriegsteilnehmer, die übrigen für Frontkämpfer an Blumberger Einwohner verteilt werden.

Blumberg. Zum Schulungsabend der RLB. waren außer den Kursusteilnehmern zahlreiche Gäste erschienen. Besonders die Frauen waren auch aus den Nachbardörfern gekommen, denn es sollte Frau von Willich über "Die Frau im Luftschutz" sprechen. Leider war die Rednerin erkrankt. Die Anwesenden kamen jedoch trotzdem auf ihre Kosten, denn die Reichsluftschutzschule hatte Vg. Wunner entsandt, der die Zuhörerinnen so zu packen wußte, daß wohl niemand enttäuscht nach Hause ging. Ausgehend von der Notwendigkeit und Möglichkeit wirksamen Luftschutzes behandelte der Redner die besonderen Aufgaben der Frau auf diesem Gebiet. Fragen aus dem Zuhörerkreis bewiesen die Notwendigkeit der Ausbildung der Frau. Da gerade auf dem Lande noch viele Fragen zu klären sind, will die Ortsgruppe ein Preisausschreiben veranstalten, um aus der Praxis Vorschläge über Luftschutz zu erhalten, die dann dem Präsidium zugeleitet werden sollen.

Blumberg. Lautsprecherwagen des Reichsnährstandes. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde die Bevölkerung auf den Berliner Platz gelockt. Ein Lautsprecherwagen des Reichsnährstandes brachte Reden zur Erzeugungsschlacht, untermischt mit Gesängen und aufklärenden Zwiegesprächen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 5. Februar 1935, gekürzt

Ausbau des Sanitätswesens im Niederbarnim
Organisation ähnlich der Feuerwehr / Jeder Amtsbezirk soll eine Kolonne haben / Wünsche und Klagen
...

Niederbarnimer Kreisblatt, 5. Februar 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Eiche. Nach einjährigem Bestehen beging die Freiwillige Feuerwehr ihr Stiftungsfest, bei dem der zahlreiche Besuch zeigte, welches Interesse alle hiesigen Kreise der Feuerwehr entgegenbringen. Nachdem Brandmeister Seelisch die Anwesenden begrüßt hatte, überreichte er dem Ausbildner [!] der Wehr, Oberbrandmeister Schäfer, als Zeichen der Anerkennung eine Ehrenurkunde und ein gerahmtes Gruppenbild sämtlicher Mitglieder der Wehr. Kamerad Lindemann sprach den Prolog. Die beiden Einakter "Die Zukunftsfeuerwehr" und "Ede und Lude bei der Feuerwehr" fanden allseitigen Beifall. Der darauf folgende Ball sorgte für weitere frohe Stimmung. Auch die hier übliche Verlosung von gestifteten Gegenständen fehlte nicht.


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. Februar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Einbrecher am Werk!
Nachts stahl ein Einbrecher aus dem Stall des Siedlers Müller ein Rad. Er fuhr bis zum Bahnhof. Dort brach er einen verschlossenen Stall des Bahnbeamten Jacob auf und entwendete auch hier ein Rad. Das zuerst gestohlene Fahrrad ließ er, weil das zweite besser war, im Graben liegen. Es konnte dem bestohlenen Siedler zurückgegeben werden. In derselben Nacht wurde auch im Bahnhofslokal eingebrochen und Rauchwaren und Spirituosen erbeutet. Man nimmt an, daß es sich um denselben Einbrecher handelt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 14. Februar 1935, Amtsbezirk, gekürzt

Eine neue Ferngesprächsart
R-Gespräche
...

Niederbarnimer Kreisblatt, 15. Februar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Verpflichtung der Amtswalter im RLB. Zum Schluß des zuende gehenden Lehrganges des RLB. fand die feierliche Verpflichtung und Vereidigung der Luftschutzhauswarte, Blockwarte und übrigen Amtswalter des RLB. statt. Erschienen waren dazu Vertreter aller Formationen im Orte. Nach dem Einzug der Fahnen und dem Gesang des Chorals "Ein feste Burg" sprach Pastor Heinzel über die religiöse Pflicht, sich dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen. Amtsvorsteher Fischer zeigte die nationale Pflicht zur Verteidigung und nahm die Verpflichtung vor. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 20. Februar 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Eine Filmvorführung der Landesfilmstelle der NSDAP. fand am Montag statt. Es wurden folgende Filme gespielt. "Unser Führer" und "Tannenberg". Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.

Ahrensfelde. Eine Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr fand am Sonnabend im Lokal Müller statt. Nach Erledigung der einzelnen Punkte erstattete Oberbrandmeister Krüger Bericht über die im Landratsamt am 29. Januar stattgefundene Dienstversammlung. Er hob besonders die Theatersicherheitswachen, Grußpflicht gegenüber der Polizei und Unterstützung des Luftschutzes hervor. Unfallrentenempfänger und Kriegsbeschädigte sind als Feuerwehrmänner aufzunehmen, ganz besonders wird Wert auf die Teilnahme an den in Oranienburg stattfindenden Gasschutzlehrgängen gelegt. Nach der Dienstversammlung fand noch eine Instruktionsstunde statt. Brandmeister Grube instruierte über die Gefahren der Elektrizität bei der Feuerbekämpfung.

Ahrensfelde. Die Freiwillige Feuerwehr, stellte sich am Sonntag in den Dienst der Winterhilfe und sammelte Eintopfgerichtspenden. Es wurden 114,90 RM einkassiert.


Niederbarnimer Kreisblatt, 20. Februar 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Blumberg. Februarsitzung des NSLB. Der NSLB. hielt seine Februarsitzung bei Nitz[e] ab. Nachdem eingangs der Amtsleiter die letzten Gaubefehle vorgelesen und die Kurmarkbücher verteilt hatte, berichteten die Amtswalter von der letzten Gautagung in Berlin. Danach sprach Pg. W. - Lindenberg über "Geopolitik". Er setzte auseinander, was Geopolitik ist, nämlich die Lehre von der Erdgebundenheit politischer Vorgänge, und erörterte die Notwendigkeit des geopolitischen Unterrichts in der Oberstufe der Volksschule. Damit soll kein neues Fach einziehen, sondern es wird nur die geopolitische Durchdringung des Erdkunde- und Geschichtsunterrichts gefordert. Letzter Sinn aller geopolitischer Arbeit ist die Erziehung zum Heldischen, zum vorwärtsdringenden Raumwissen, zum nationalen Bewußtsein und zur völkischen Dienstbereitschaft. Daran schloß sich die Erörterung einiger geopolitischer Fragen [an]. Im Anschluß an den 30. Januar läßt sich aufweisen, welche Hindernisse uns die Natur allein bereitete auf unserem Weg zur Reichseinheit, wie Frankreich und England von dem Aufbau ihres Landes begünstigt sind und früher zur Reichseinheit kamen. Die Folge unserer staatlichen Zersplitterung haben wir im Laufe der Entwicklung mehr als einmal gespürt. Wenn das die Kinder erkennen, dann ist es nur ein kleiner Schritt zu dem unbedingten Wollen, die uns vom Führer erkämpfte Reichseinheit zu bewahren und ihm zu folgen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 25. Februar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Zur Vereidigung in den Pharussälen mußten aus dem Bereich unserer Ortsgruppe nach Berlin von der PO. 8, von der DAF. 8, von der NSV. 2, von der NS. Frauenschaft 2 und vom BDM. 2, also 22 Amtsleiter und Amtsleiterinnen. - Die für Mittwoch den 27. Februar angesetzte Ortsgruppensitzung fällt wegen der Saarfeier am Freitag aus.

Blumberg. Horst-Wessel-Gedenkstunde. Revolution! so leuchtete es in großen Buchstaben von der Bühne, dröhnte es aus den Trommeln, klang es aus den Sprechchören der HJ., die zu einer Feierstunde in den Nitzeschen Saale eingeladen hatte. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 28. Februar 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Feier des 1. März. Die Leiter der NSDAP. sowie der angeschlossenen Verbände und Vereine hatten bei Nitze eine Zusammenkunft, um über die Ausgestaltung des 1. März zu beraten. Es wurde beschlossen, den Fackelzug nach den Ansprachen aus Saarbrücken, die die Verbände in den Lokalen gemeinsam hören, zu legen. Der Zug löst sich am Bahnhof auf, wo ein Feuer abgebrannt wird. Die Verbände versammeln sich um 7,45 Uhr in ihren Lokalen; Volksgenossen, die kein Radiogerät besitzen, können dort die Rede gleichfalls hören. Um Beteiligung aller Volksgenossen am Fackelzug wird gebeten.

Blumberg. Endgültige Auseinandersetzung zwischen Gemeinde und Siedlungsgesellschaft. Am Dienstag fand eine wichtige Sitzung im Gemeindedienstzimmer statt. Vertreter des Kulturamtes, der Siedlungsgesellschaft, der Gemeinde, Kirche und Schule, sowie der Kirche Börnicke waren erschienen zwecks Uebergabe der Dotation im Leistungsbescheid als Entschädigung für die öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen, die der Siedlungsgesellschaft durch Aufsiedlung des Gutes der Gemeinde gegenüber entstanden sind.


Niederbarnimer Kreisblatt, 4. März 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Mehrow. In körperlicher und geistiger Frische feiert heute die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Göbel, ihren 90. Geburtstag. Wir gratulieren recht herzlich.


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. März 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Kreisleiter Heermann spricht! Die für Donnerstag den 24. März festgesetzte Amtsleitersitzung findet erst am Freitag, den 15. März statt. Die Monatsversammlung der DAF. am Freitag den 15. März fällt aus, ebenso die für Sonnabend den 16. März festgesetzte Sitzung des Reichsnährstandes, die auf den nächsten Sonnabend, den 23. März verlegt ist. Am Dienstag den 19. März, abends 8 Uhr, ist im Lokal Nitze eine Sitzung der PO. und aller angeschlossenen Organisationen. Es spricht Kreisleiter Heermann.


Niederbarnimer Kreisblatt, 16. März 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Gemeinderatssitzung. An Donnerstag fand im Gemeindezimmer eine Sitzung der Gemeinderäte statt. Eine reichhaltige Tagesordnung wurde durchgearbeitet. 1. Punkt: Vorbesprechung der Haushaltssatzung nebst Anlagen für das Rechnungsjahr 1935. Der Haushalt stellt sich trotz der Erwerblosen etwas günstiger, ein Zeichen, daß sich die Besserung der Wirtschaftslage auch in der Gemeinde auszuwirken beginnt. 2. Bekanntgabe der Ergebnisse in der endgültigen Auseinandersetzung mit der Gemeinnützigen Treuhandsiedlungsgesellschaft. Die Gemeinde erhält nach dem Leistungsbescheid die Schloßmeisterei, ein Arbeiterhaus, auf dem Gut gelegen, als Armenhaus, ein Gelände an der Birkholzer Grenze zum Sportplatz mit Sand- und Kiesgrube und eine Barentschädigung für Gemeinde und Schule. 3. Besprechung über die Verwertung des vorhin genannten Meistereigrundstückes. Es ist geplant, in diesem Grundstück Räume für die Feuerwehr, Durchwanderer, Raum für den Leichenwagen und einen Sezierraum zu schaffen. Im Wohnhaus sollen außerdem die Amts- und Gemeindebüroräume eingerichtet werden. 4. Die Biersteuerverordnung wurde verlängert, der alte Satz wurde beibehalten. 5. Schaffung von Reklameflächen. Die Gemeinde wird 4 große Flächen freigeben, die von den Geschäftsleuten usw. unentgeltlich genutzt werden können. 6. 2 Siedler der Schloßparksiedlung erhalten den Vorrang für eine erste Hypothek von der Gemeinde eingeräumt. 7. Der Gemeindeschulze beschloß, daß die Angestellten der Gemeindeverwaltung auf Anregung der Aufsichtsbehörde durch Eingruppierung in das Beamtenbesoldungsgesetz ihre Bezüge erhalten.


Niederbarnimer Kreisblatt, 18. März 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Blumberg. Sitzung der Amtsleiter und Warte der PO. Am Freitag waren die Amtsleiter und Zellen- und Bockwarte zu einer Besprechung im Parteilokal Nitze versammelt. Nach der Regelung der kassentechnischen Fragen wurde die Heldenehrung am Sonntag besprochen. Ueber Pressefragen berichtete Pg. S., der eine neue Werbeaktion für die NS. Presse beginnen will. Der stellvertretende Ortsgruppenleiter Pg. G. L. spricht sein Befremden darüber aus, daß selbst von Parteigenossen nicht allgemein die NS. Presse gelesen wird, und verlangt von allen Unterstützung in der Verbreitung der NS. Presse. Die Lieferung der Schulungsbriefe erfolgt sehr unregelmäßig, doch soll in der nächsten Zeit eine Besserung eintreten. Nachdem Pg. W. noch wichtige Gaubefehle verlesen hatte, schloß Pg. L. die Sitzung.


Niederbarnimer Kreisblatt, 19. März 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Ahrensfelde. Der Eintopfsonntag brachte ein Sammelergebnis von 123,65 RM. Die Sammlung erfolgte durch die SA., der Betrag ist um 9,- RM höher als im vorigen Monat.


Niederbarnimer Kreisblatt, 21. März 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Tagung der Bezirksbauernschaft. Der Kreisbauernführer hat die Bauern des Bezirks Bernau zum kommenden Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, nach Blumberg, Gasthaus Ebel, zu einer Tagung eingeladen. Es sprechen: Fachlehrer Hoppenstedt - Luisenhof über Saatenpflege und Saatgutauswahl, Fachlehrer Ehrhardt - Luisenhof über Siedlungsfragen und Assessor Meier - Bode von der Hauptgenossenschaft Kurmark über Beizmittel (mit Film). Die Tagesordnung verspricht eine interessante Sitzung, so daß jedem Bauer der Besuch zu empfehlen ist.


Niederbarnimer Kreisblatt, 22. März 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Blumberg. Sitzung der NS. Frauenschaft. Die NS. Frauenschaft hält am kommenden Dienstag, abends 8 Uhr, im Lokal Nitze eine Versammlung ab. Es spricht Frau F. über "Die Frau im nationalsozialistischen Staate". Frauen und Mädchen sind zu diesem Vortrage herzlich eingeladen.

Blumberg. Umbettung. Gestern vormittag fand in feierlicher Form die letzte Umbettung aus der ehemaligen gräflichen Gruft unserer alten Kirche statt. Die letzten Särge wurden gemeinsam in einer Gruft beigesetzt. In den fünf Särgen ruhen die Mitglieder der von Arnim'schen Familie, die früher Besitzer des Gutes Blumberg war. Georg Friedrich, Graf v. Arnim-Zichow, gest. 1881, Friedrich Adolf, Graf v. Arnim-Blumberg, gest. 1871, Friedrich Ludwig, Graf v. Arnim, gest. 1866, Sophie Amalie, Gräfin v. Arnim, gest. 1855, und Antoinette Florentine Amalie Clara, Gräfin v. Arnim, gest. 1846. Auch das Denkmal im Schloßpark, das einem Grafen v. Arnim-Suckow gesetzt worden war, der hier in den Befreiungskriegen 1813 in einem Gefecht gefallen ist, soll einen anderen Platz erhalten. Da der Schloßpark jetzt im Besitz der Siedlungsgesellschaft ist, will man das Denkmal auf dem alten Friedhof aufstellen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 25. März 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Tagung der Berzirksbauernschaft Bernau
Blumberg, 25. März.
Die Tagung der Bezirksbauernschaft am Sonnabend stand im Zeichen der Erzeugungsschlacht. Bezirksbauernführer W. - Lindenberg betonte in seinen einleitenden Worten die Pflicht des Bauern, den Führer in seiner Erzeugungsschlacht zu unterstützen, da der Führer dem Bauern durch die Marktregelung Sicherheit geschaffen habe. Fachlehrer Hoppenstedt - Luisenhof sprach über "Saatenpflege und Saatgutauswahl". Die politische Lage zwingt uns dazu, die Nahrungsfreiheit zu gewinnen. Darum ist die bisher vernachlässigte Grünlandpflege besonders wichtig, da das Grünland uns die Futtermittel gibt, die wir vom Ausland nicht mehr erhalten. Auch auf den Anbau von Flachs, Mohn (für Siedler), Süßlupine und Mais wies der Redner hin und gab Winke für den richtigen Anbau. Fachlehrer Ehrhardt sprach über Siedlungsfragen. Die Rentenhöhe ist für die Siedlerstellen herabgesetzt worden. Diese Rente muß aber gezahlt werden. Das wird den meisten Siedlern sehr schwer fallen. Von den Siedlerberatern und der bäuerlichen Werkschule wird der Siedler zwar unterstützt, aber die Verantwortung für seine Wirtschaft trägt jeder Siedler selbst. Daher muß sich jeder Klarheit darüber verschaffen. An einem ausführlichen Beispiel zeigte der Redner eine Betriebsdurchrechnung. Diese ist unbedingt nötig, damit der Bauer weiß, wo er seinen Betrieb ändern kann. Mit einem Appell an die Siedler und Bauern, sich gegenseitig zu helfen, da beide an gesunden Siedlungsverhältnissen interessiert sind, schloß der Vortragende.

Die folgende Besprechung zeigte wieder die besonders in Blumberg so scharf hervortretenden Siedlernöte. Pg. L., der als Leiter des WHW. die Verhältnisse in der Siedlung gut kennt, deutete einen Weg an, auf dem vielleicht ein Teil der Siedlerstellen existenzfähig werden könnte. Assessor Meier - Bode sprach über Schädlingsbekämpfung. An Hand zahlreicher Lichtbilder zeigte der Redner die Krankheiten unserer wichtigsten Kulturpflanzen und gab die Mängel zu ihrer Bekämpfung an. Erschreckend hoch sind die Schäden, die Krankheiten und tierische Schädlinge anrichten, und jeder ist verpflichtet, die Mittel, die uns die Wissenschaft gegeben hat, gegen diese Krankheiten anzuwenden. Durch seine Art des Vortrages und seine drastischen Vergleiche wußte der Vortragende trotz der vorgerückten Zeit die Zuhörer in seinem Bann zu halten, und reicher Beifall lohnte die klaren Ausführungen. In der Besprechung wurde noch besonders auf die Gefährlichkeit des Kornkäfers hingewiesen, der auch im Kreise Niederbarnim schon aufgetreten ist. Um 9,30 Uhr wurde die lange, aber nicht langweilige Sitzung geschlossen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 27. März 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

Ahrensfelde. Ein Elternabend der Schule fand am Sonnabend im Lokal des Pg. D. statt, das bis auf den letzten Platz gefüllt war. In der Begrüßungsrede hieß Lehrer Lüsch besonders die Saardeutschen herzlich willkommen. Ortsgruppenleiter Pg. R. K. sprach am Schluß der Veranstaltung den beiden Lehrern sowie der Lehrerin seinen Dank aus für das gute Gelingen und für die geleistete Arbeit.

Ahrensfelde. Zu einer eindrucksvollen Begrüßungsfeier der sieben Saardeutschen, die zu einem 14tägigen Erholungsurlaub im Ort weilen, versammelten sich am Sonntag abend die Parteigenossen, Vereinsführer und Volksgenossen im Parteilokal. Ortsgruppenleiter Pg. R. K. hieß die Saardeutschen herzlich willkommen. Es sprach dann der Gemeindeschulze und Ortsamtsleiter der NSV. Pg. H.. Nach gemeinsamem Gesang des Saarliedes folgten Begrüßungsansprachen des Truppführers des SA.-Reitersturmes Pg. A., der die Saarländer zu dem am Sonnabend stattfindenden Kameradschaftsabend einlud, des Vereinsführers des Krieger- und Landwehrvereins Pg. A. K., des Oberbrandmeisters der Freiwilligen Feuerwehr, der Führerin des BDM. und des Kulturwarts Pg. J., der als Dietwart des Turnvereins "Felsing" sprach. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes ergriff der Saardeutsche Vg. Michel das Wort und sprach über die Erlebnisse unter der Fremdherrschaft und über die Zeit des Abstimmungskampfes. Anschließend blieben alle bei frohem Tanze vereint.


Niederbarnimer Kreisblatt, 28. März 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die NS. Frauenschaft hatte Frauen und Mädchen zu einem Vortrag von Frau Franke - Eden eingeladen, die als Thema die Frage stellte: "Wie soll die Frau sein, um mitzubauen am Dritten Reich?". Sie gab einleitend eine Schilderung des Erlebens der Tage von Nürnberg und hob in ihrem Vortrag hervor, daß die deutsche Frau eine Mutter sein soll. Wenn sie keine Mutter sein kann, soll sie eine mütterliche Frau sein.

Blumberg. Entlassungen aus der Schule. Morgen werden aus der Blumberger Schule 16 Kinder entlassen: 8 Knaben und 8 Mädchen. Aus der Elisenauer Siedlungsschule werden 7 Kinder entlassen, 4 Knaben und 3 Mädchen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. März 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

Ahrensfelde. Unsere im Ort weilenden Saardeutschen besichtigten am Mittwoch das Schiffshebewerk in Niederfinow unter Führung des Ortsgruppenleiters Pg. K.. Freundlicherweise hatten die Vgg. D. und W. ihre Kraftwagen zur Verfügung gestellt. Das Schiffshebewerk fand bei den Saardeutschen große Bewunderung. Anschließend wurde in Bad Freienwalde Kaffee getrunken. Zufällig trafen die Saarurlauber zu ihrer großen Freude dort noch Saarurlauber aus ihrer Ortschaft. - Die politischen Leiter waren am Mittwoch abend im Parteilokal zu einem Schulungsabend versammelt. Nach Beendigung des Schulungsabends blieb man noch mit den Saardeutschen, die inzwischen von der Besichtigungsfahrt des Schiffshebewerks zurückgekehrt waren, zusammen.

Ahrensfelde. Da das Winterhilfswerk 1934/35 mit dem 31. März abschließt, findet am kommenden Sonntag eine Pfundsammlung statt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 29. März 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierte der Rentenempfänger Heinrich Garz mit seiner Ehefrau Ida geb. Thieme. Um 9 Uhr brachte Pastor Heinzel mit seinen Konfirmanden seine Glückwünsche dar. Um 11 Uhr übergab der Gemeindeschulze dem Jubelpaar das Geschenk der Reichsregierung und überbrachte die Glückwünsche des Landrats und der Gemeinde. Nachmittags um 3 Uhr war die Einsegnung in der Kirche.


Niederbarnimer Kreisblatt, Montag, den 8. April 1935 (Nr. 83), Anzeigen

Habe laufend Ferkel, Pölke u. Futterschweine abzugeben.
Fritz Lenz, Blumberg, Berliner Platz


Niederbarnimer Kreisblatt, Montag, den 29. April 1935 (Nr. 99), Niederbarnimer Süd-Anzeiger

*ie Blumberg. Die Feier des 1. Mai wird in folgender Form vor sich gehen: 9.30 Uhr Antreten der Gliederungen der Partei, der Verbände und Vereine in der Bahnhofstraße. Spitze Berliner Platz. Der Umzug endet auf dem Schulplatz. Dort werden BDM. und HJ. Tänze, Lieder und Sprechchöre unter dem Maibaum zeigen. der Zug löst sich dann auf, damit jeder die Uebertragung vom Tempelhofer Feld hören kann. Am Abend ist Tanz in allen drei Sälen. - Für die Ausschmückung der Häuser steht am 30.4. von 4 Uhr ab auf dem Meiereihof Birkengrün zur Verfügung.

y Lindenberg. Personalnachrichten: Zum Oberwachtmeister befördert wurde der Wachtmeister der LPG. Göring Leopold Bauer jun.

y Lindenberg. Für die kurze Zeit bis zum Semesterbeginn hospitierte mit Erlaubnis des Schulrates an unserer Schule der stud. paed. Schwarzenstein von der Frankfurter Pädagogischen Akademie.

y Lindenberg. Der Vortrag des Gendarmerie-Hauptwachtmeisters Schadewald über die neue Verkehrsordnung war nur schwach besucht, was im Hinblick auf die Wichtigkeit zu bedauern ist, denn nun ist auch der Fußgänger eingespannt und nicht mehr bevorrechtet. Wer der Unterweisung fern blieb, hat nun die Möglichkeit, praktisch die neue Straßenordnung zu erlernen, wenn er sie übertritt. Die Ausrede des Nichtkennens gibt es nun nicht mehr. - Anschließend gab der Bürgermeister bekannt, daß der Landrat des Kreises am 14. Mai um 8 Uhr bei Petschel seinen Afrikavortrag hält. Anschließend läuft der Heimatfilm.

Kirchliche Nachrichten [gekürzt]:
Mittwoch 1. Mai 1935 Evangelischer Gottesdienst:
Blumberg: 7,30 Uhr Gottesdienst


Niederbarnimer Kreisblatt, Montag, den 13. Mai 1935 (Nr. 110), Anzeigen

Nachruf
Am Freitag den 10. Mai 1935 starb unser hochverehrter Chef, der General-Konsul
Herr Paul von Mendelsohn-Bartholdy ...
Die Arbeiter und Angestellten des Rittergutes Börnicke


Niederbarnimer Kreisblatt, 2. Juli 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

Blumberg. Ortsgruppensitzung. Vor der Versammlungssperre hatte der Ortsgruppenleiter die Parteigenossen noch einmal zusammengerufen. Pg. S. verlas aus dem Buche Dr. Goebbels "Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" eine Auswahl von Aufzeichnungen, die den Kampf der Partei vom 1. Januar 32 bis 29. Januar 33 (Machtübernahme) zeigte. Auf die Pflicht der Parteigenossen, die NS. Presse zu lesen und zu unterstützen, wurde wieder eindringlich hingewiesen. ... Pg. P. S. und der Ortswart der NS. Gemeinschaft "Kraft durch Freude", teilte[n] mit, daß die Karten für die meisten Reisen ausverkauft seien; für noch mögliche Reisefahrten werden Anmeldungen weiterhin angenommen. Auch sprach Pg. S. über das Gesellenwandern und die Aufgaben des Wanderwartes, zu dem Pg. K. bestimmt ist. Erst in zwölfter Stunde wurde die Sitzung geschlossen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 3. Juli 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Das Sommerfest der Kriegerkameradschaft konnte in diesem Jahre leider nicht in der üblichen Form gefeiert werden, da durch den Bau der Autobahn der Schießstand der Kameradschaft abgebrochen worden war. Da ein neuer Schießstand noch nicht erstellt ist, mußte das Schießen mit der Luftbüchse im Otteschen Garten stattfinden. Begonnen wurde das Fest mit einem Umzug durch das Dorf. Kreisführer Ewig - Weißensee weihte die neue Kyffhäuserfahne. Am Abend spielte die Kapelle zum Tanze auf. Trotz der Hitze war der Saal gedrängt voll.


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. Juli 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Die Arbeiter der Baustelle Mehrow-Blumberg der Reichsautobahn hatten am Sonnabend einen Kameradschaftsabend im Paradiesgarten in Berlin-Biesdorf. Mit den Ueberschüssen der Kantine und einer Spende der ausführenden Firma wurde es ermöglicht, den dort beschäftigten Kameraden Getränke und einen kleinen Imbiß zur Verfügung zu stellen. Bauführer Kindscher hielt eine kurze Rede. Als Vertreter der ausführenden Firma war Baumeister Rath anwesend. Während im Saal eine flotte Musik den Arbeitern und ihren Angehörigen zum Tanz aufspielte, wurden in der Kegelbahn recht ansehnliche Gewinne ausgekegelt. Sehr viel Vergnügen machte die Versteigerung eines Schaflammes, wobei ein Preis erzielt wurde, wie ihn sich jeder Schafzüchter wünscht. Alles verlief in bester Harmonie; und sicher hat dieser Abend dazu beigetragen, die Kameraden und ihre Angehörigen noch näher zu bringen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 11. Juli 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt im Lokal Brabender ihre Monatsversammlung ab. Pg. H. gab nach Erledigung von Tagesfragen einige Punkte über den am 4. August in Potsdam stattfindenden Bezirkstag bekannt. Kamerad S. gab einen Bericht von seiner Fahrt mit der NSG. "Kraft durch Freude" an den Rhein. Pg. H. gab Bericht von dem in Guben stattgefundenen Gautag und schloß die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Die nächste Versammlung findet Ende August statt. Ein kameradschaftliches Beisammensein beschloß den Abend.


Niederbarnimer Kreisblatt, 11. Juli 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Das Ergebnis der Musterung der Jahrgänge 1914 und 1915, die gestern in Altlandsberg stattfand, war sehr günstig. Von den Stellungspflichtigen war nur einer untauglich.

Blumberg. Einen Autobahnhof zweiter Klasse wird, wie jetzt feststeht, Blumberg erhalten. Der Teil der alten Chaussee, der durch den Bau der Reichsautobahn und der Umgehungsstraße aus dem Verkehr ausgeschaltet worden war, soll nun als Zufahrtsstraße zur Autobahn dienen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 19. Juli 1935

Rücktritt des Berliner Polizeipräsidenten
Graf Helldorf vorläufig mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt

Berlin, 19. Juli
Der Polizeipräsident von Berlin, Konteradmiral a.D. von Levetzow, hat den Reichs- und preußischen Minister des Innern, Dr. Frick, um Enthebung von seinem Amt gebeten. Der Reichs- und preußischen Minister des Innern hat bis zur endgültigen Genehmigung durch den Führer und Reichskanzler den Polizeipräsidenten v. Levetzow von seinen Dienstgeschäften entbunden und mit ihrer vorläufigen Wahrnehmung mit sofortiger Wirkung den Polizeipräsidenten von Potsdam, SA-Gruppenführer Graf Helldorf, betraut.

In Verfolg dieser Neuernennung fand Freitag mittag eine Besprechung statt, an der mit Reichsminister Gauleiter Dr. Goebbels, der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert, Generalleutnant der Landespolizei, Daluege, der stellvertretende Gauleiter Görlitzer, Polizeipräsident SA.-Gruppenführer Helldorf und SA.-Gruppenführer Uhland teilnahmen. In dieser Besprechung wurden die Richtlinien festgelegt, nach denen in Zukunft in planvoller Zusammenarbeit zwischen politischer Gauleitung, SA.-Führung, Polizei und Stadtverwaltung der Kampf um die Säuberung der Reichshauptstadt vom kommunistischen Zersetzungsversuchen, reaktionären Treibereien und bolschewistisch-jüdische Anmaßung weitergeführt werden soll. Die Besprechung ergab eine vollkommene Uebereinstimmung, die die Gewähr bieten wird, daß auch in Zukunft der Charakter der Reichshauptstadt als einer durch die NSDAP. eroberten deutschen und nationalsozialistischen Stadt, die dieses Reiches und Volkes würdig ist, in vollem Umfange gewahrt bleibt. Partei, Polizei und Verwaltung werden es als ihre Ehrenpflicht ansehen, in Eintracht zusammenzuwirken, diesem großen Zweck zu dienen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 22. Juli 1935

Graf Helldorf [!] über seine Aufgaben und Ziele
Eine Unterredung mit dem neuen Polizeipräsidenten von Berlin

Berlin, 21. Juli
Am Tage seines Amtsantrittes gab der neue Polizeipräsident der Reichshauptstadt, Graf Helldorf, einem Mitarbeiter des "Völkischen Beobachter" Gelegenheit zu einer Unterredung.

Zunächst über die Judenbekämpfung befragt, erklärte Graf Helldorf: "Es ist klar zu erkennen, daß gewisse jüdische Kreise wieder Morgenluft wittern, daß sie in der Oeffentlichkeit durch herausforderndes Auftreten und anmaßendes Benehmen auffallen und in vieler Beziehung das ihnen in unserem Lande gewährte Gastrecht mißbrauchen.
Aber meine Berufung zum Polizeipräsidenten der Reichshauptstadt stellt mir neben der Bekämpfung gewisser jüdisch-intellektueller Kreise auch die Aufgabe, gegen kommunistische und reaktionäre Kreise einzuschreiten und auch das Treiben des politischen Katholizismus in mancher Beziehung gegenüberzutreten.
Die Grundlage meiner Arbeit auf allen Gebieten ist in der Hauptsache darauf gerichtet, zwischen dem Polizeipräsidenten, der Gauleitung und der Verwaltung der Stadt Berlin eine einwandfreie und klare Zusammenarbeit herbeizuführen. Es ist nicht möglich, in der Reichshauptstadt, die der Nationalsozialismus erobert hat, in der der Führer der Nation arbeitet, wo sämtliche Ministerien ihren Sitz haben, anders zu arbeiten als in engster Fühlung mit den zuständigen Parteidienststellen, also besonders der Berliner Gauleitung.!
Zur Frage der öffentlichen Sicherheit führte Graf Helldorf u.a. aus, es sei ja allgemein bekannt, daß das Verbrechertum in Berlin seit der Machtübernahme durch einschneidende und scharfe Maßnahmen sehr stark zurückgegangen ist, und große Teile der berufsmäßigen Verbrecherwelt hinter Schloß und Riegel gebracht werden konnten. Wenn auch die Reichshauptstadt und ihre Vororte Ruhe hätten vor allem Unterweltsgesindel, und wenn die Einwohnerschaft auch mit Fug und Recht das energische Durchgreifen der Polizei in den vergangenen zweieinhalb Jahren dankbar und freudig anerkenne, so mache sich, wenn auch nicht in allzu großem Maße, in der Verbrecherwelt immerhin wieder ein gewisses Anschwellen dunkler Tätigkeit bemerkbar. Graf Helldorf hat auch hier die Absicht, ohne jede Rücksicht durchzugreifen. Er wird mit größter Strenge und schärfsten Mitteln gegen die letzten Reste von Unterwelttum und Ringvereinen vorgehen, um sie schließlich vollkommen auszurotten.


Niederbarnimer Kreisblatt, 22. Juli 1935

Die SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg an Graf Helldorf
Berlin, 20. Juli
Der Führer der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg, i.V. Gruppenführer Uhland, richtete an den Polizeipräsidenten, SA.-Gruppenführer Graf Helldorf, folgendes Schreiben:

Die SA. Berlin beglückwünscht Sie zu ihrer neuen Aufgabe.
Die mit Reichsminister Dr. Goebbels stattgehabte Besprechung gibt der SA. die Gewähr, daß sie in Zukunft mehr wie bisher Mitträger des Kampfes um die Säuberung der Reichshauptsstadt sein wird. Die SA. wird sich dieser Aufgabe gewachsen zeigen. Wilde Einzelunternehmungen, wie sie in letzter Zeit von SA.-feindlichen Elementen aufzuziehen versucht wurden, wird die SA.-Führung rücksichtslos unterbinden.
Die SA. grüßt den Polizeipräsidenten von Berlin, SA.-Gruppenführer Graf Helldorf.
Heil Hitler!
Der Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg
I.V.: Uhland, Gruppenführer


Niederbarnimer Kreisblatt, 22. Juli 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Brandstiftungung als Racheakt.
Ahrensfelde, 22. Juli
Anfang März d. J. war die Scheune des Bauern W. in Ahrensfelde in Flammen aufgegangen. Als Täterin wurde die 30jährige Ella Bollmow ermittelt, die als Hausangestellte im Orte tätig war.

In der Verhandlung vor dem Berliner Landgericht war sie geständig. Sie gab an, sich an dem Bauern habe rächen zu wollen. Wie sich herausstellte, handele es sich um Phantastereien. Der ärztliche Sachverständige bezeichnete die Angeklagte als schwere Psychopathin, die für ihr gefährliches Treiben nicht mehr verantwortlich zu machen ist. Das Gericht sprach die Angeklagte unter Zubilligung des Paragraphen 51 frei, ordnete aber ihre Ueberweisung in eine Heil- und Pflegeanstalt an, damit die Oeffentlichkeit vor dieser triebhaften und unberechenbaren Kranken geschützt ist.


Niederbarnimer Kreisblatt, 24. Juli 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

Eiche. Die nächste Mitgliederversammlung der NSDAP. findet am Donnerstag, 1. August, abends 8 Uhr, im Parteilokal Seelisch statt.


Niederbarnimer Kreisblatt, 25. Juli 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt im Lokal Brabender die Juli-Monatsversammlung ab. Ortgruppenleiter Pg. H. eröffnete die gut besuchte Versammlung. Nach Erledigung von Tagesfragen erfolgte die Verteilung der Plaketten für den am 4. August in Potsdam stattfindenden Bezirkstag. Pg. H. schloß die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Mit einem Kameradschaftsabend, an dem auch die Frauen der Teilnehmer erschienen waren, ging der Abend bei Tanz und Gesang zu Ende.


Niederbarnimer Kreisblatt, 26. Juli 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Der gemeinschaftliche Jagdbezirk 2 der Gemeinde ist an den Regierungsbaumeister a.D. Peter Klein - Berlin ab 1. August auf 9 Jahre 8 Monate verpachtet worden.


Niederbarnimer Kreisblatt, 31. Juli 1935, gekürzt

Ueberführung der Landespolizei in das Heer
...

Niederbarnimer Kreisblatt, 31. Juli 1935, Amtsbezirk Blumberg

NSV.-Reichsschule Blumberg
Bevorstehende Eröffnung durch Alfred Rosenberg

Blumberg 31.Juli
In Anwesenheit führender Männer der Bewegung wird der Beauftragte des Führers für die geistige und weltanschauliche Erziehung des deutschen Volkes, Reichsleiter Pg. Alfred Rosenberg, die NSV.-Reichsschule in Blumberg voraussichtlich Mitte August feierlich einweihen. Der für die NSV. ernannte Reichsschulungsbeauftragte, Gauleiter Pg. Meierhofer, der als führender Leiter der Reichsführerschule Bernau vielen Niederbarnimern bekannt ist, ist zum Leiter der neuen NSV.-Reichsschule Blumberg ernannt worden.


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. August 1935, Amtsbezirk Blumberg, gekürzt

Blumberg. Eine Amtsleitersitzung der PO. fand am Sonnabend abend statt. Nach Nürnberg werden vier Parteigenossen fahren. Wichtige Rundschreiben wurden verlesen und die Organisation für die Schulung der Politischen Leiter besprochen.

Blumberg. Gründung einer Brennereigenossenschaft. Am Freitag abend versammelten sich die Landwirtschaft betreibenden Siedler Blumbergs zwecks Gründung einer Brennereigenossenschaft bei Nitze. Der stellvertretende Leiter des Kulturamtes, Dr. Thürling, leitete die Tagung. Die Siedlungsgesellschaft wurde durch Regierungsrat Krüger vertreten; als Vertreter der Gutsverwaltung war Administrator Busse anwesend; ferner hatten sich Vertreter und Sachverständige des Brennerei-, Siedlungs- und Genossenschaftswesens eingefunden. Die Verhandlungen gestalteten sich schwierig; die Siedler sind durch Erfahrungen mißtrauisch geworden und verlangten Klarheit über die Lage der Brennerei. Dort sind verschiedene Reparaturen und Neuanschaffungen nötig, um den Betrieb zu modernisieren und das Kontingent von 120000 Litern brennen zu können. Durch Einbau eiserner Bottiche und Umstellung auf Steinkohlenheizung kann nach Ansicht der Sachverständigen die Wirtschaftlichkeit zugunsten der Siedler um 5 Prozent erhöht werden. Die Siedlungsgesellschaft will aber das Geld zu dieser Umstellung nicht geben. Um eine Verhandlungsgrundlage zu schaffen, wurde erst die Genossenschaft gegründet; 28 Siedler gaben ihre Unterschrift. Die Genossenschaftsanteile wurden mit 1 RM für 50 Liter Brennrecht festgesetzt. Die wichtigsten Teile der Satzungen wurden besprochen. In den Vorstand wurden die Siedler Johann Müller, Möricke und Blücher, in den Aufsichtsrat die Siedler Kreis, Stark und Zirzow gewählt. Da die Zeit drängt, sollen die Verhandlungen mit dem Vorstand zum Abschluß gebracht werden.


Niederbarnimer Kreisblatt, 8. August 1935, Titelseite

Stahlhelm-Auflösung für Berlin-Brandenburg
Die Landesverbände Pommern und Ostmark gleichfalls verboten
Auch in diesem Falle staatsfeindliche Einstellung der Grund

Berlin, 8. August
Wie die Geheime Staatspolizei mitteilt, sind die Landesverbände Berlin-Brandenburg, Pommern und Ostmark des NSDFB. (Stahlhelm) einschließlich aller Untergliederungen auf Grund des §1 der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit §14 des Polizeiverwaltungsgesetzes mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Zugleich wurde das Vermögen der genannten Landesverbände und ihrer Gliederungen vorläufig beschlagnahmt.
...
Auch im Kreise Niederbarnim wurden heute vormittag in allen Orten, in denen Stahlhelm-Ortsgruppen bestanden, Haussuchungen nach Waffen und schriftlichem Material durchgeführt. Das Vermögen der Ortsgruppen wurde beschlagnahmt. Die Aktion, die von den örtlichen Polizeibehörden durchgeführt wurde, ist, soweit bisher bekannt, überall ohne Zwischenfälle verlaufen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 9. August 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

Ahrensfelde. Die Landesfilmstelle der NSDAP. führte am Mittwoch abend im Parteilokal den Film "Rakoczy-Marsch" vor. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt; alle Besucher waren von dem Film begeistert. der Filmwart, Pg. S., schloß den Abend mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer.


Niederbarnimer Kreisblatt, 12. August 1935, Amtsbezirk Blumberg

Blumberg. Straßenkontrolle. Die motorisierte Straßenpolizei prüfte gestern vormittag die Fahrzeuge. Noch immer müssen zahlreiche Verstöße gegen die Vorschriften festgestellt werden; an den Motorrädern waren vielfach die Beleuchtung, an den Fahrrädern die Rückstrahler und Klingeln nicht in Ordnung. Trotz der Strafen und Belehrungen lassen es immer noch viele Wegebenutzer "darauf ankommen".


Niederbarnimer Kreisblatt, 13. August 1935, Amtliche Bekanntmachungen des Kreises Niederbarnim

Bekanntmachung
Am 15. August sind an die Gemeindekasse zu entrichten:
  • Staatliche Grundvermögenssteuer für August
  • Gemeindesteuer für August
  • Hauszinssteuer für August
  • Gewerbesteuer II/35
  • Bürgersteuer 1.7. bis 30.9.
  • Fremdschulgeld.
    Nach dem 15. August verbleibende Reste werden im Verwaltungszwangsverfahren unter Berechnung von Säumniszuschlägen und Mahngebühren, die nach den gesetzlichen Bestimmungen erhoben werden müssen, eingezogen.
    Hönow, den 12. August 1935
    Der Bürgermeister


  • Niederbarnimer Kreisblatt, 13. August 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

    Ahrensfelde. Gestohlen wurde einem im Fuhrgeschäft Weißleder beschäftigten Arbeiter ein Motorrad, das er leichtsinnigerweise in einem unverschlossenen Schuppen untergestellt hatte. Die Diebe sind aber nicht weit mit ihrer Beute gekommen. Eine Panne zwang sie, das Motorrad in einer Getreidemiete zurückzulassen, wo es von Polizeibeamten aufgefunden wurde.

    Ahrensfelde. Betriebsführer und Gefolgschaft der Gemüsegärtnerei Richard Baack unternahmen am Sonnabend eine Autofahrt nach dem Schiffshebewerk bei Niederfinow. Nach der Besichtigung des Werkes fand eine gemeinsame Kaffeetafel statt. Die Fahrt ging dann weiter über Oderberg nach Bad Freienwalde, wo man nach dem Abendessen beim Tanz noch einige Stunden in froher Kameradschaft erlebte.

    Ahrensfelde. Einen Kameradschaftsabend veranstaltete der Gutspächter Würts mit seinen Gefolgschaftsmitgliedern im Lokale Krösler. Beim Tanz froh vereint blieben alle Teilnehmer bis zum Eintritt der Polizeistunde zusammen.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 14. August 1935, gekürzt

    Riesige Moorsprengungen an der Reichsautobahn Berlin-Frankfurt a.O.
    Ein neues Verfahren verbilligt die Kosten um ein Mehrfaches
    ...

    Niederbarnimer Kreisblatt, 17. August 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

    Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt nach den Ferien ihre Monatsversammlung im Parteilokal ab. Ortsgruppenleiter, Pg. R. K., begrüßte die erschienenen Parteigenossen und gab parteiamtliche Anordnungen sowie die Namen der aus der Partei ausgeschlossenen Mitglieder bekannt. Am Reichsparteitag nehmen 6 Parteigenossen teil. Für vier BdM-Mädels wurden Patenschaften übernommen, da diese nicht in der Lage sind, ihre Beiträge zu zahlen. Kulturamtsleiter Pg. J. sprach zur Judenfrage. Ein Stürmerkasten wird in den nächsten Tagen angebracht werden. Für den aus dem Ort verziehenden Kassenleiter der NSV, Pg. S., wurde Pg. L. D. eingesetzt. Besonders wurde auf die Notwendigkeit, das "Niederbarnimer Kreisblatt" und die "NS. Nachrichten" zu lesen und zu vertreiben, hingewiesen. Nachträglich wurde des Geburtstages unseres Kreisleiters gedacht. Nach dem Singen einiger Kampflieder schloß der Ortsgruppenleiter mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer die Versammlung.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 20. August 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

    Mehrow. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, ihre Unterstützungsanträge, auch wenn die Mitgliedsbücher zur Umschreibung eingesandt sind, unter Einhaltung siebentägiger Karenzzeit unverzüglich bei der zuständigen Ortsgruppe zu stellen.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 2. September 1935, Amtsbezirk Blumberg

    Feuer in der Gutssiedlung Blumberg
    Blumberg, 2. September
    Feueralarm rief unsere Wehr in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag um Mitternacht zum Gut Blumberg, wo Stallung und Scheune des Siedlers O. brannten. Außer der Ortswehr waren die Wehren von Birkholz, Ahrensfelde, Mehrow, Schwanebeck, Seefeld, Eiche, Löhme, Hönow, Lindenberg und Krummensee mit drei Motorspritzen und einigen Handdruckspritzen erschienen. Glücklicherweise war kein Wind, sonst hätte der Brand noch viel mehr Schaden angerichtet. Durch Wassermangel war die Bekämpfung sehr schwierig, der Hydrant der Wasserleitung reichte nicht aus, so daß die Blumberger Besitzer aus dem Dorfteich 51 Wasserwagen zur Brandstelle brachten. Außer Stallung und Scheune verbrannten die Hühner, landwirtschaftliche Maschinen, rund 40 Zentner Getreide, das am Tage vorher ausgedroschen war, und das Stroh. Die Entstehungsursache ist noch nicht geklärt.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 4. September 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

    Ahrensfelde. Autoausflug der Kriegerkameradschaft. Von herrlichem Wetter begünstigt, unternahmen die Mitglieder der Kriegerkameradschaft mit ihren Frauen am Sonntag eine gemeinsame Autofahrt nach einigen schönen Punkten unserer Mark. Zunächst führte der Weg nach Bad Freienwalde. Zwei Stunden war Gelegenheit geboten, sich an den Schönheiten der Umgebung zu erfreuen. Weiter ging es nach Wriezen zum Gasthaus "Zum Kronprinzen von Preussen", wo alle bei freundlicher Bewirtung ein gutes Mittagessen erhielten. Neu gestärkt ging es weiter nach Bukow, dem beliebten Ausflugsziel der Mark, und für einige Stunden wurde in diesem idyllisch gelegenen Ort - an einem wunderschönen See, eingebettet in mit Wald bestandenen Bergen - haltgemacht. Ueber Strausberg ging die Fahrt dem Heimatort wieder zu.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 4. September 1935, Amtsbezirk Blumberg

    Blumberg. Der Landrat des Kreises Niederbarnim, Dr. M. Weiß, besichtigte am Sonntag mittag die Brandstätte in der Siedlung "Gut Blumberg" (über den Brand berichteten wir am Montag) und stellte hier durch Vernehmungen fest, daß bedauerlicherweise eine Verzögerung in der Alarmierung dadurch entstanden ist, daß der einzige in der Nähe befindliche Telephonapparat nicht erreichbar war, weil der Besitzer, Administrator Busse, nicht anwesend war. Ferner hatte sich herausgestellt, daß die Wasserversorgung wohl für den normalen Verbrauch der Siedler genügt, keinesfalls aber bei Brandgefahr. Es wird dafür gesorgt werden, daß die beiden Mängel sobald als möglich abgestellt werden.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 9. September 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

    Ahrensfelde. Ein Kraftwagenunfall ereignete sich am Dorfeingang an der Chaussee nach Blumberg. Durch einen Reifendefekt des rechten Hinterrades verlor der Fahrer eines Berliner Personenwagens die Gewalt über sein Fahrzeug und fuhr an einen Baum, wodurch das Auto stark beschädigt wurde. Ein Insasse wurde durch Glassplitter verletzt und von dem benachrichtigten Arzt verbunden.

    Ahrensfelde. Vom Landgericht in Berlin wurde der Handwerksgehilfe Kurt K. aus Hoheneiche wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem sechsjährigen Mädchen, zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

    Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt ihre Monatsversammlung im Lokal von Fischer ab. Die gut besuchte Versammlung wurde vom Ortsgruppenleiter Pg. H. eröffnet, und nach Erledigung von Tagesfragen wurden 3 Mitglieder aufgenommen. Pg. H. schilderte nochmals den Bezirkstag in Potsdam. Es wurde ferner darauf hingewiesen, daß alle Ahrensfelder Frontkämpfer der NSKOV. beitreten können. Die nächste Zusammenkunft findet am 20. September, 20,30 Uhr im Lokale des Kameraden M. statt. Nach den Gesang einiger Lieder wurde die Versammlung in der üblichen Weise beschlossen.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 11. September 1935, Amtsbezirk Blumberg, anonymisiert

    Blumberg. Die Ortsgruppe Blumberg der NSG. "Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonntag den 22. September 1935 eine Autosonderfahrt nach Fürstenberg in Mecklenburg. Die Fahrt geht dann über Lychen, Templin zur Schorfheide zurück nach Blumberg. Anmeldungen nehmen der Ortswart Pg. P. S., Pg. P., Wanderwart K. und alle Blockwarte der NSDAP. und Arbeitsfront entgegen. Auch nicht den NS. Gliederungen angehörige Volksgenossen können an der Fahrt teilnehmen.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 17. September 1935, Amtsbezirk Blumberg

    Tödlicher Unfall
    Blumberg, 17. September
    Tödlich verunglückte am Sonntag in der Mittagsstunde am Forsthaus am Dorfausgang nach Ahrensfelde ein Radfahrer M. aus Berlin. Der Radfahrer wurde von einem Auto überholt, dessen Führer ein Bekannter aus derselben Straße war. Er rief dem Fahrer etwas zu. Dabei muß dieser ins Wanken gekommen und gestürzt sein. Als das Auto hielt, lag der Radfahrer am Boden. Der Arzt stellte einen Schädelbruch fest und ließ den Verunglückten ins Bernauer Krankenhaus bringen. Dort ist er gestorben. Da der Verunglückte am Rad Bretter befestigt hatte, ist anzunehmen, daß er dadurch in der Beherrschung des Rades behindert war.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 20. September 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

    Eiche. Die NS. Frauenschaft hielt am Mittwoch eine Mitgliederversammlung im Parteilokal Seelisch ab. Die Frauenschaftsleiterin gab bekannt, daß ab 1.10. d. J. Mitglieder in die NS. Frauenschaft nicht mehr aufgenommen werden und forderte alle Frauenschaftsmitglieder zu einer letztmaligen Mitgliederwerbung auf. Nachdem das Frauenschaftslied gesungen und das Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht war, wurde die Versammlung geschlossen.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 21. September 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde

    Eiche. Die NS. Frauenschaft war am Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengerufen worden. Es wurde jedem Mitglied zur Pflicht gemacht, jetzt besonders nachhaltig für die Frauenschaft zu werben, damit noch vor Toresschluß recht viele Frauen ihren Beitritt erklären. Jede Frau sollte mindestens ein neues Mitglied werden. Gleichzeitig wurde nachdrücklich für die Aufnahme von Ferienkindern geworben. - Am Sonntag gelangt im Jägerheim durch die NSDAP. der Film "Der alte und der junge König" zur Aufführung.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 24. September 1935, Amtsbezirk Blumberg

    Blumberg. Sitzung der Spar- und Darlehnskasse. Der Vorstand der Spar- und Darlehnsgenossenschaft der Blumberger Bauernsiedler hatte die Genossen zu einer außerordentlichen Generalversammlung ins Ottesche Lokal zusammengerufen. Laut Anordnung des Prov.-Verbandes ländlicher Genossenschaften wurden die Satzungen geändert und der Jahresabschluß 1934 nachträglich genehmigt. Der Bericht über die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres zeigte, daß sich die Genossenschaft in günstiger Entwicklung befindet.

    Blumberg. Wandertag. Die Oberklassen der Schulen Blumberg und Elisenau benutzten den Wandertag zu einer Fahrt nach Tempelhof zum Flughafen. Nach einem Fußmarsch nach Falkenberg ging es mit dem Autobus weiter, den die BVG zuvorkommenderweise bis zum Flughafen durchleitete, so daß das Umsteigen mit 62 Kindern wegfiel. Der rege Betrieb auf dem Flughafen wurde mit großer Anteilnahme verfolgt. Leider scheiterte das Fliegen an den hohen Kosten, sonst hätten die meisten Kinder gern einen Flug mitgemacht. Erst um 2 Uhr trennten sich die Kinder vom Flughafen.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 25. September 1935, Amtsbezirk Blumberg

    Blumberg. Vorbereitung zum Erntedankfest. Ortsgruppenleiter und Ortsbauernführer hatten am Montag alle Leiter und Vorstände sämtlicher Formationen und Vereine zu einer Besprechung eingeladen. Das Programm der Feier wurde besprochen und in großen Zügen festgelegt. Da auch die Reichsschule der NSV. mit allen Kursusteilnehmern dankenswerterweise sich an der Ausgestaltung des Festes beteiligen wird, so ist mit einer eindrucksvollen Feier zu rechnen. Die ausführliche Festfolge wird noch bekanntgegeben.

    Blumberg. Aufhebung der Straßensperre. Da die Erdarbeiten der Umgehungsstraße um Blumberg von der Bahnhofstraße bis zum Kietz so weit gefördert sind, daß die Feldbahn den Verkehr in der Bahnhofstraße nicht mehr gefährdet, ist heute die Sperrung der Bahnhofstraße aufgehoben worden.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 27. September 1935, Amtsbezirk Ahrensfelde, anonymisiert

    Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt im Lokal des Pg. D. eine Ortsgruppenversammlung verbunden mit einer Werbung für die NS. Frauenschaft ab. Ortsgruppenleiter Pg. R. K. eröffnete die Versammlung und nach erfolgter Begrüßung wurde das Erntedankfest besprochen. Er erteilte dann der Leiterin der NS. Frauenschaft das Wort, die werbend für den Eintritt in die Frauenorganisation des Führers sprach. Den wichtigsten Teil der Versammlung bildete die Rede des Pg. G. von der Reichsführerschule der NSV. in Blumberg, der markig und wuchtig die Aufgaben der NSV. und besonders im Winterhilfswerk umriß. Ortsgruppenführer Pg. K. schloß nach einem scharfen Appell zum Eintritt in die NS. Frauenschaft, worauf 12 Aufnahmen stattfanden, die Versammlung mit dem üblichen Gruß an den Führer.

    Ahrensfelde. Die Kriegerkameradschaft veranstaltet am Sonntag von 1 bis 5 Uhr nachmittags auf den Schießständen ein Preisschießen, woran sich alle schießlustigen Volksgenossen und Volksgenossinnen beteiligen können. Der Reinertrag dieser Veranstaltung wird der hiesigen Ortsgruppe der NSV. überwiesen. In Anbetracht dieses gemeinnützigen Zwecks wird um rege Beteiligung gebeten.


    Niederbarnimer Kreisblatt, 30. September 1935, Amtsbezirk Blumberg

    Blumberg. Tagung der Junglehrerarbeitsgemeinschaft. Mitte vergangener Woche tagten in der Blumberger Schule 28 Junglehrer und Junglehrerinnen des Schulkreises Niederbarnim-Süd unter der Leitung des Schulrates Wolff - Berlin. Nachdem die Lehrer der Schule in drei Stunden praktische Schularbeit gezeigt hatten, wurde die Kirche besichtigt, die wertvolle Bilder aus der Geschichte des Ortes zeigt. Nach der Rückkehr aus der Kirche erwartete die Tagungsteilnehmer ein einfaches Mittagessen in der einen ausgeräumten Schulklasse. Von 2 bis 4 Uhr fanden theoretische Besprechungen statt. Anschließend wurde eine Besichtigung der Reichsschule der NSV. vorgenommen. Leider nötigte das schlechte Wetter die Teilnehmer, von denen manche einen weiten Weg mit dem Rade zurückgelegt hatten, zum schnellen Aufbruch, sonst wären sie noch gern in zwangloser Unterhaltung zusammen geblieben.


    Niederbarnimer Kreisblatt, Sonnabend/Sonntag den 26./27. Oktober 1935 (Nr. 251), Titelseite, gekürzt

    Reichsautobahn bis Joachimsthal im Frühjahr
    ... Danach wird bis zu Beginn des Frühjahres der Verkehr auf den Autobahnstrecken Berlin - Joachimsthal, ... aufgenommen werden. ...


    Niederbarnimer Kreisblatt, Montag, den 28. Oktober 1935 (Nr. 252), gekürzt

    Schulungsstunde im Kreis-Krieger-Verband Niederbarnim
    "Felsenfest steht die Zukunft des Kyffhäuserbundes"

    Der Kreiskriegerverband Niederbarnim im Landesverbande Berlin-Brandenburg des Deutschen Reichskriegerbundes "Kyffhäuser" hat Winterschulungsstunden eingerichtet. Eine Feierstunde echten Kameradschafts- und Soldatengeistes war es überdies. ...
    Der Saal des Kriegervereinshauses in der Chausseestraße zu Berlin war von den Delegierten der einzelnen Kameradschaften des Kreises Niederbarnim recht gut besetzt.; Leider fehlten bei Schlußappell die Vertreter der Kameradschaften Basdorf, Borgsdorf. Eiche, Kagel, Kienbaum, Lanke, Mehrow, Prenden, Stolzenhagen und Zinndorf. ...
    Dann wurden nach einigen schießtechnischen Ausführungen des Kreisschießwartes die Ehrenurkunden für das Kleinkaliberschießen in den Kameradschaften verteilt. Die Meistermannschaften des Kreiskriegerverbandes sind in der ersten Klasse Birkenwerder, in der zweiten Ahrensfelde und in der dritten Woltersdorf ...


    Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 8. November 1935 (Nr. 262), gekürzt

    Auflösung des NSDFB. (Stahlhelm)
    Die Mitgliedersperre der NSDAP. ist für alle Stahlhelmer aufgehoben
    ...
    Um jenen Mitgliedern des Stahlhelm, die nicht den Willen zur politischen Tätigkeit oder Mitarbeit in sich empfinden, die Möglichkeit einer Fortführung der Pflege ihrer soldatischen Erinnerungen zu geben, empfehle ich den Eintritt in den Kyffhäuserbund. ...
    gez.: Adolf Hitler


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