Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1937 (84. Jahrgang),
gefunden im Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek (Westhafen)



Niederbarnimer Kreisblatt, 14. Januar 1937, Oranienburger Generalanzeiger, gekürzt

Die Feuerwehrführer Niederbarnims ehren ihren ausscheidenden Vorgesetzten
Tagung im Landratsamte und Kameradschaftsabend in den Germaniasälen in Berlin

Zu der Tagung der Feuerwehrführer aus dem ganzen Kreise Niederbarnim am Dienstag nachmittag im Landratsamt waren sämtliche Ortspolizeibehörden, Ortsbehörden und Ortsfeuerwehrführer geladen und persönlich erschienen oder vertreten, insgesamt mit Gästen 220 Personen. Die sachlichen Verhandlungspunkte wurden rasch und mühelos erledigt; war doch der eigentliche Zweck der Zusammenkunft, den am 1. April wegen Erreichung der Altersgrenze ausscheidenden Kreisfeuerwehrführer Graß kameradschaftlich zu ehren.
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Der Dezernent für das Feuerlöschwesen des Kreises, Regierungsassessor Stier, appellierte an die Wehrführer, bereit zu sein, alles einzusetzen für Staat und Bewegung und sprach dann über das gute Zusammenarbeiten der Feuerwehr mit dem Luftschutz im Kreise Niederbarnim; auch der örtliche Luftschutz untersteht dem Ortspolizeiverwalter. Das gute Verhältnis zwischen beiden Organisationen ist dem Kreisluftschutzführer Schulz aus Birkenwerder mit zu verdanken, der als Gast anwesend war. Auch Jugendwehren sollen in Niederbarnim aufgestellt werden. Da es aber für solche noch an Versicherungsschutz fehlt, sind einstweilen nur Vorarbeiten möglich. Luftschutzführer Schulz unterstrich die Worte des Feuerlöschdezernenten über das gute Zusammenwirken von Feuerwehr und Luftschutz im Kreise Niederbarnim. Das gleiche gilt für das Rote Kreuz, was Kam. Graß ebenfalls betonte. Zu einigen organisatorischen und feuerwehrtechnischen Fragen nahmen noch Kreisfeuerwehrführer Graß und Hauptbrandmeister Lubnow kurz Stellung.

Landrat Dr. Weiß sprach nach Abschluß dieser Verhandlungspunkte in aller Form dem Kreisfeuerwehrführer Graß seinen und der Kreisverwaltung Dank aus, weil unter Graß´ Leitung und durch sein Verdienst der Kreis Niederbarnim eine mustergültige Feuerwehr besitze. Seit 30 Jahren, so sagte Dr. Weiß, ist Kamerad Graß Feuerwehrmann, seit 15 Jahren steht er an der Spitze der Feuerwehren unseres Kreises und hat unermüdlich deren Schlagkraft auf die Höhe gebracht und darauf erhalten. Seine Arbeit war aufgebaut auf Kameradschaft und auf dem Vertrauen aller Dienststellen. Wir bedauern, daß Graß nach den gesetzlichen Bestimmungen aus seinem Amt scheiden wird. Der Kreisausschuß wird in seiner nächsten Sitzung den Nachfolger bestellen und bekanntgeben. ...

In einem Saale der Germaniasäle in der Chausseestraße trafen sich dann die Tagungsteilnehmer bei einem kameradschaftlichen Schoppen, bei dem es noch eine kleine Ovation für den Kameraden Graß gab. Es sprach Assessor Stier, und Kamerad Doßke, Bernau, brachte den Feurwehrsalamander aus. Zu den Klängen eines Flügels, den bald dieser, bald jener Feuerwehrmann "bediente", sang man gemeinschaftliche Lieder, bis es Zeit war, nach Hause zu fahren. Tagung und Kameradschaftsabend haben ein ansprechendes Bild von der Verbundenheit unserer Feuerwehren untereinander gegeben. So wird es auch in Zukunft bleiben.
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Zur Bestallung eines neuen Kreisfeuerwehrführers ist folgendes zu sagen: Im Kreise Niederbarnim bestand Personalunion zwischen dem Kreisfeuerwehrführer, früher Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes genannt, und dem Feuerwehraufsichtsbeamten des Landratsamtes, der zugleich Sachbearbeiter für das Feuerlöschwesen ist und früher Kreisbrandmeister oder Kreisbrandinspektor genannt wurde. Der Kreisfeuerwehrführer wird als solcher vom Landrat bestimmt nach Anhörung des Provinzialfeuerwehrführers und des Führerrates des Kreisfeuerwehrverbandes: der Feuerwehraufsichtsbeamte wird, nachdem der Kreisausschuß zugestimmt hat, vom Landrat bestellt. Er ist Beamter der Kreisverwaltung. Die Personalunion zwischen den beiden Aemtern, die sich trefflich bewährt hat, wird beibehalten. Die erforderliche Fühlungnahme zwischen allen in Frage kommenden Instanzen und auch mit der Kreisleitung der NSDAP. über die Person des neuen Kreisfeuerwehrführers ist erfolgt und hat Einigung auf einen Kameraden ergeben. ...


Niederbarnimer Kreisblatt, 1. April 1937, gekürzt

Wilhelm Graß nahm Abschied - Max Lubnow stellt sich vor
als Kreisfeuerwehrführer in Niederbarnim
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Niederbarnimer Kreisblatt, 3. April 1937

Niederbarnim im Berliner Autobahnring
187 Kilometer rings um die Reichshauptstadt / 1940 fertiggestellt / Schwanebeck und Rüdersdorf eingeschlossen

"Die Straße", herausgegeben vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, beschäftigt sich im zweiten Märzheft in mehreren Abhandlungen mit dem großen Reichsautobahn-Ring, der die Reichshauptstadt in drei Jahren völlig umschließen wird.
Nicht weniger als sechs große Linien der Reichsautobahnen wachsen auf Berlin zu. Da ist es eine der wichtigsten Aufgaben, dafür zu sorgen, daß der Kraftverkehr von der Reichsautobahn auf dem schnellsten Wege in die Stadt hinein und von der Stadt ebenso rasch und mühelos zur Autobahn hinaus gelangt. Zugleich aber ist dafür zu sorgen, daß der Kraftverkehr, dessen Ziel oder Ausgangspunkt nicht Berlin ist, auf der Reichsautobahn ohne nennenswerten Zeitverlust am Weichbild der Stadt vorbeikommt. Die Lösung dieses Problems ist die Vereinigung der sechs auf Berlin zustrebenden Reichsautobahnlinien in einem sogenannten Berliner Ring.

Es ist ein ellipsenartiges Gebilde, dessen Durchmesser ungefähr 60 Kilometer, dessen kleinster ungefähr 35 Kilometer und dessen Länge nicht weniger als 187 Kilometer beträgt. Die Linienführung des Berliner Rings liegt überall fest. Ende Mai 1937 werden rund 35 Kilometer, am Ende diesen Jahres rund 85 Kilometer, Ende 1938 rund 133 Kilometer und voraussichtlich Ende 1940 der gesamte Ring befahrbar sein.

Linien in Trompeten- oder Muschelform

Welches Ausmaß an Planung und Arbeit das erfordert, zeigen schon wenige Zahlen: 6 Autobahnlinien werden in Form einer Trompete oder Muschel, deren längste Ausdehnung rund 1 Kilometer beträgt, an den Ring angeschlossen. 19 Ausfallstraßen werden mit großräumigen Anschlußstellen versehen. 30 Durchlässe und 167 Verkehrswege, darunter 16 Wasserstraßen, 18 Eisenbahnlinien, 6 Autobahnlinien, 8 Reichsstraßen, 37 Landstraßen 1. Ordnung, 45 Landstraßen 2. Ordnung und 37 sonstige Verkehrswege werden unter- oder überführt. Darunter sind zwei große Talbrücken, die eine Länge von ungefähr 100 und 700 Meter haben. Fast 8 Millionen Kubikmeter Erde werden bewegt und 1500000 Tonnen Zuschlagstoffe an Zement, Kies und Splitt herangeschafft, um 3500000 Kubikmeter Fahrbahndecke einschließlich Seitenstreifen herzustellen.
Der Ring wurde mit größter Sorgfalt trassiert, um landschaftlich, geologisch und siedlungspolitisch die besten Lösungen zu finden. Jede verkehrsmäßig bedeutsame Straße ist unmittelbar an den Ring angebunden. Weitere Anschlußstellen sind leicht möglich.

Die Osttangente durchläuft Niederbarnim

Der jetzt im Werden befindliche Ring wird in vier großen Abschnitten gebaut, die ihrer Lage nach Ost-, Süd-, West- und Nordtangente genannt werden. Als erster Bauabschnitt wurde die Osttangente in Angriff genommen. Sie ist rund 41 Kilometer lang und verläuft im Osten der Stadt am äußersten Rande der vorstädtischen Siedlung. Sie beginnt südlich des Ortes Schwanebeck im Nordosten Berlins, verläuft zunächst südöstlich und schwenkt bei dem Talübergang bei Rüdersdorf in südlicher Richtung ein. Kurz nach Ueberschreitung des Oder-Spree-Kanals verläßt die Abzweigung nach Frankfurt (Oder) den Ring, der von hier ab mit seiner Südtangente nach Westen führt. Die in der Osttangenten gekreuzten Reichsbahnstrecken werden von der Reichsautobahn sämtlich unterfahren. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß hier zum ersten Male das Verfahren der Moorsprengung für Dammschüttungen mit gutem Erfolg angewandt wurde. Zum Anschluß des dichten Landstraßennetzes und der von Berlin ausstrahlenden Ausfallstraßen sind an der Osttangente fünf Anschlußstellen vorgesehen. Die Osttangente wird in ihrem ersten Teil bis zum Heidereuter See im Frühjahr und in ihrer ganzen Länge gegen Ende des Jahres 1937 dem Verkehr übergeben werden.

Die Südtangente verläuft in fast gerader Linie von Ferch bis zu der Anschlußstelle Frankfurt (Oder), östlich von Niederlehme. Ihr kommt eine besondere Bedeutung zu, denn sie dient der durchgehenden Verbindung Westdeutschland - Hannover - Berlin - Grenzmark bzw. Schlesien.
Die Westtangente des Berliner Ringes erhält ihr Gepräge in hohem Maße durch das von ihr durchzogene Gebiet der westlichen Seenplatte bei Potsdam und Werder.

Rastplätze in Urstromtälern

Weit verbreitet ist die Vorstellung, in der Mark Brandenburg fehlten Fernblicke und Geländeübersichten auf Grund natürlicher Höhenunterschiede, oder sie seien doch wenigstens selten. Wer den Ring der Reichsautobahn um Berlin fährt, wird eines Besseren belehrt. Die Reichsautobahn quert Höhen und Tiefen des Urstromtales, und so entsteht ein Wechsel in der Höhenführung der Straßenkrone. Daraus ergibt sich eine Richtlinie für Lage und Anordnung der Rastplätze. Zum Parken werden die Wagen vorschriftsmäßig von der Fahrbahn abgeleitet. Der Rastplatz öffnet sich frei in den anschließenden Wald, der auf den Anhöhen ausschließlich aus Kiefern besteht. Zwischen solchen Rastplätzen, die um der Ausblicke und der Uebersicht über die Landschaft willen ausgewählt sind, liegen in den weiten Waldgebieten, an kleinen Fenns, Lagerwiesen, die als Rastplätze geradezu einladen.


Niederbarnimer Kreisblatt, 3. Mai 1937, gekürzt

Günstige Entwicklung des MEW.
Stromabsatz war 1936 doppelt so hoch wie 1933
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Niederbarnimer Kreisblatt, 6. Mai 1937, gekürzt

Der größte und modernste Flughafen der Welt
Tempelhof Ende 1938 betriebsfertig
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Niederbarnimer Kreisblatt, 10. Mai 1937, gekürzt

Polizeifunk auf der Landstraße
Bedeutsame Neuerung bei der motorisierten Gendarmerie
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Niederbarnimer Kreisblatt, 12. Mai 1937, Oranienburger General-Anzeiger, gekürzt

Arbeit und Leistung unserer Feuerwehr
Aus dem Bericht über das Feuerlöschwesen im Kreise Niederbarnim für die Zeit vom 1. April 1936 bis zum 31. März 1937
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Es bestanden in den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises Niederbarnim am 1. Juni 1936 85 freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2137 aktiven Mitgliedern ...
und am 1. Januar 1937 85 freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2131 ... aktiven Mitgliedern.
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Die Löschwasserversorgung haben nachgenannte Gemeinden verbessert ...
... durch den Bau einer Löschwasserzisterne vom 70 Kubikmetern Inhalt: Blumberg, Liebenwalde und Schmachtenhagen
... durch den Bau eines Feuerlöschteiches: Lindenberg (Ortsteil Klarahöh). ...
Einen neuen Feuerwehrgeräteraum hat die Gemeinde Ahrensfelde geschaffen.
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Niederbarnimer Kreisblatt, 5. Juni 1937, gekürzt

Die "Osttangende" von Buch bis Erkner
Erster Teilabschnitt des Berliner Reichsautobahnringes

Nach kanpp 2 1/2 jähriger Bauzeit ist soeben der erste große Teilabschnitt des Berliner Ringes der Reichsautobahn fertiggestellt worden, um bereits heute 14 Uhr offiziell dem Verkehr übergeben zu werden. Diese sog. Osttangente, die etwa von Buch bis Erkner reicht, hat eine Länge von 29 Kilometer. Sie vermittelt durch die kühne, großzügige Anlage, durch die klar gegliederte, künstlerisch der Landschaft angepaßte Linienführung nachhaltige Eindrücke und gibt einen Begriff von den gewaltigen Gesamtausmaßen des Berliner Autobahnringes, der im Jahre 1940 vollendet sein und die Reichshauptstadt in 30 bis 40 Kilometer Entfernung von Stadtmitte als riesiger 195 Kilometer langer Gürtel umschließen wird.

Vertreter der Presse hatten am Freitag Gelegenheit, die Osttangente erstmalig zu befahren. Sie führt durch ein charakteristisches, malerisches Stück märkischer Landschaft. In reicher Abwechslung Felder und Wiesen, Laub- und Nadelwald, weite Lichtungen, stille Haine, verträumte Seen und Gewässer; zwischendurch immer wieder die roten Giebel und Türme märkischer Städte und Siedlungen. 38 große Bauwerke mußten errichtet werden, um die Durchführung dieser herrlichen Autostraße und die Ueberschneidung der sie kreuzenden zahlreichen anderen Verkehrswege zu ermöglichen. Darunter neben dem gigantischen Doppelviadukt, der die Talsohle in Rüdersdorf in einer Länge von rund 1000 Metern und einer Höhe bis zu 21 Metern überbrückt, 15 Ueberführungen, 11 Unterführungen, 5 Gewölbedurchlässe und ein Kreuzungsbauwerk Autobahn über Autobahn.

Das "Stettiner Dreieck".

Den Beginn der Osttangente bildet die Anschlußstelle Weißensee - Bernau-Süd, die als Kopf der Strecke Berlin-Stettin bereits seit April v. J. in Betrieb ist. Der Stettin-Verkehr benutzt zunächst noch ein Kilometer lang den Berliner Ring, um sich dann, nach Norden abzweigend, in dem sog. Stettiner Dreieck von der Osttangente zu trennen. Dieses Dreieck, auch Muschel oder Trompete genannt, ist die erste Lösung solcher Art für die Abzweigung einer Autobahn von der anderen, durch die eine kreuzungsfreie Fahrt für alle Richtungen ermöglicht wird. Allerdings hat der Autofahrer in einer recht scharfen überhöhten Kurve erheblich das Fahrtempo zu vermindern, und zwar auf etwa 30 Kilometer.

Die Osttangente unterfährt dann die Wriezener Bahnstrecke und kreuzt bei Blumberg die Reichsstraße 158, die mit der Anschlußstelle Weißensee - Werneuchen an die Autobahn angeschlossen ist. Nach Ueberquerung von zwei kleineren Moortälern kommen wir zur Anschlußstelle Lichtenberg-Nord - Altlandsberg, die bei Seeberg zu einer Provinzstraße erster Ordnung führt. In der Nähe von Neuenhagen wird die Reichsbahnstrecke Berlin - Strausberg unterfahren.

Hier mußte die Eisenbahnlinie um etwa 3 Meter gehoben werden, da die Autostraße infolge der ungünstigen Vorflutverhältnisse nicht tiefer in das Gelände eingeschnitten werden konnte. Bei Vogelsdorf wird dann in einem spitzen Winkel die Reichsstraße 1, Berlin - Ostpreußen gekreuzt, wo gleichzeitig durch die Anschlußstelle Lichtenberg-Süd - Müncheberg Gelegenheit zur Auffahrt auf die Autobahn gegeben ist. Bald erreichen wir das westliche Siedungsgebiet der Gemeinde Rüdersdorf und damit den einzigartigen Doppelviadukt, der auf 15 mächtigen mit Klinkern verblendeten Betonpfeilern die Talsohle überbrückt. Es handelt sich hier um ein

Meisterwerk deutscher Brückenbaukunst

da u. a. der riesige in Lichtbogenschweißung hergestellte Ueberbau bisher in der ganzen Welt kein Gegenstück hat. Von einem in unmittelbarer Nähe der Brückeneinfahrt angelegten Rastplatz aus genießt man einen herrlichen Blick in das idyllisch gelegene Tal.

Nach Süden zu geht es weiter durch die ausgedehnten Waldungen der Staatsforsten Rüdersdorf und Erkner den Kranichbergen bei Woltersdorf entgegen, die östlich umfahren werden. Hier mußte auf rund 1500 Meter Länge mit einer Steigung 1:40 ein Höhenunterschied von 37 Metern bewältigt werden. Nach Ueberquerung der Straßen Erkner - Grünheide und Erkner - Gottesbrück findet die Autobahn schließlich am Weidereutersee [!] mit der Anschlußstelle Oberschöneweide - Grünheide ihr vorläufiges Ende.

Gleichzeitig mit Eröffnung der Strecke wird an der Anschlußstelle Weißensee - Bernau-Süd eine der ersten Tankstellen dem Betrieb übergeben, wie sie in gleicher Form und nach dem neuesten Erfahrungsstand der Technik eingerichtet, noch in diesem Jahr in großer Zahl an den fertigen Reichsautobahnen gebaut werden. Diese Tankstelle hat übrigens, wie in Zukunft auch alle anderen längs des Autobahnringes, unmittelbaren Anschluß an das Berliner Fernsprechnetz.


Niederbarnimer Kreisblatt, 9. Juni 1937, Amtliche Bekanntmachungen des Kreises Niederbarnim, gekürzt

Musterung und Aushebung 1937
zugleich Erstellungsaufforderung
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Musterungs- und Aushebungsort: Dahlwitz-Hoppegarten, "Rennbahn-Restaurant", Rennbahn
I. Musterung der Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915, 1916 und 1917
d) am 28. Juni 1937, 7.00 Uhr (vorm.) von Mehrow, Seeberg, Bruchmühle, Eggersdorf, Hönow
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Musterungs- und Aushebungsort: Bernau, "Elysium", Hussitenstr. 8
I. Musterung der Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915, 1916 und 1917
b) am 1. Juli 1937, 7.00 Uhr (vorm.) von Zepernick, Lindenberg, Schönow, Blumberg
c) am 2. Juli 1937, 7.00 Uhr (vorm.) von Börnicke, Lanke, Schwanebeck, Löhme, Lobetal, Ahrensfelde, Krummensee, Seefeld, Eiche, Birkholz


Niederbarnimer Kreisblatt, 21. Juli 1937, Oranienburger General-Anzeiger, gekürzt

Niederbarnims neue Fahne
Die Geschichte unseres Kreiswappens
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Niederbarnimer Kreisblatt, 31. Juli 1937, gekürzt

Blitzschlag in den Bernauer Pulverturm
Das Storchennest zertrümmert / Ein anständiger Sachschaden
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Niederbarnimer Kreisblatt, 20. Oktober 1937, gekürzt

Siedlerauswahl nach neuen, vereinfachten Grundsätzen
Ueberprüfung nur noch in mündl. Beratung / Beurteilung nicht nach finanzpolitischen Gesichtspunkten
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Niederbarnimer Kreisblatt, 29. Oktober 1937, gekürzt

In jeder Gemeinde eine Volksbücherei!
Planmäßiger und einheitlicher Aufbau des Volksbüchereiwesens / Ein Erlaß zur Woche des deutschen Buches

... Die Unterhaltung einer Volksbücherei von angemessener Leistungsfähigkeit ... ist ein wesentlicher Bestandteil der Kultur- und Bildungsaufgaben der Gemeinden. Daher ist anzustreben, daß in jeder Gemeinde von 500 Einwohnern an eine Volksbücherei vorhanden ist, die einen Kernbestand ausgewählten Schrifttums enthält, dessen Umfang von 250 Büchern an mit der Ortsgröße steigt.
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Niederbarnimer Kreisblatt, 29. November 1937, gekürzt

NS.-Bezirkstagung in Blumberg
Der Kreisleiter über Madeirafahrt und Sonthofen / Die Kreisfrauenschaftsleiterin über Frauenschaft und Frauenwerk

Die Kreisleitung der NSDAP. des Kreises Niederbarnim hatte die Ortsgruppen des Bezirkes III der Kreisorganisation zu einer Tagung am Sonntag nach Blumberg befohlen. Um 11 Uhr zogen die Teilnehmer der Bezirkstagung in Stärke von 185 uniformierten Politischen Leitern sowie etwa ebenso vielen SA.-Männern und 50 Hitlerjungen mit den Fahnen der Bewegung, aber leider ohne Musikkapelle durch den Ort und marschierten zum Schluß an Kreisleiter Heermann und Obersturmbannführer Heidmann, dem Führer der SA.-Standarte 207, vorbei. Dann machte machte man Mittagspause, um sich gegen 13 Uhr im Tagungslokal einzufinden, dessen großer Saal samt den Toilettenräumen einer Anpassung an die Richtlinien der NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" über Verschönerung der Versammlungsstätten auf dem Dorfe arg bedarf. ... Sämtliche Ortsgruppen und Stützpunkte des dritten Bezirkes hatten ihre Vertretungen entsandt, und zwar waren erschienen: Ahrensfelde mit 15, Bernau mit 54, Birkholz mit 4, Blumberg mit 22, Börnicke mit 3, Eiche mit 6, Lanke mit 12, Lindenberg mit 6, Löhme mit 2, Mehrow mit 2, Prenden mit 4, Schönerlinde mit 12, Schönow mit 9, Schönwalde mit 10, Schwanebeck mit 20, Seefeld mit 5, Sophienstädt mit 1 und Zepernick mit 66 Politischen Leitern. Dazu kamen 39 Mitglieder des Kreisstabes, so daß man in einer Stärke von 289 Personen, zu denen einige Gäste traten, tagte.
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Frau Daßler [Kreisfrauenschaftsleiterin Pgn. Elsa Daßler - Oranienburg] zählte dann die Abteilungen der Frauenschaft mit ihren Spezialaufgaben auf ... Der Hilfsdienst kann in Niederbarnim auf 1295 ausgebildete Frauen für Feuerwehr und Luftschutz hinweisen, auf 800 Samariterinnen und auf 2- bis 3000 Mitarbeiterinnen für die NSV. Die Abteilung Kultur, Erziehung und Schulung hat 43 Frauen in diesen Fächern ausbilden lassen und 1218 Kinder für die Kindergruppe der Frauenschaft geworben. 175 junge Mädchen und Frauen arbeiten in der Jugendgruppe der Frauenschaft, eine Zahl die bedeutend vergrößert werden muß. Im Kreise Niederbarnim zählt die NS.-Frauenschaft 80 Ortsgruppen. Frau Daßler schloß mit einem Appell zur Mitarbeit und Werbung und zur Arbeit der Frauen für Volk und Jugend. Pg. Heermann bemerkte dazu, die Jugendgruppen müßten durch tüchtige Mädel aus dem BDM., die das 18. Lebensjahr überschritten, ergänzt und lebendig gestaltet werden. Die Verstärkung der Roten Kreuzes durch Frauen und Mädchen aber sei eine der dringlichsten Frauenaufgaben.
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Niederbarnimer Kreisblatt, 17. Dezember 1937, gekürzt

Der zweitausendste Kilometer
Festakt auf der Reichsautobahn bei Erkner
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Erkner, 17. Dezember
Heute vormittag wurden im Reich an sechs verschiedenen Stellen zugleich, und zwar im Ruhrgebiet, bei Kassel, Gera, Köln, Stuttgart und am Berliner Ring fertiggestellte Abschnitte der Reichsautobahn in einer Gesamtlänge von 218 Kilometern in Betrieb genommen. Den Mittelpunkt der feierlichen Eröffnung bildete ein Festakt an der Auffahrt Erkner-Grünheide an der Osttangente des Berliner Ringes, der hier den Anschluß an die Reichsautobahn von Berlin nach Frankfurt a. Oder herstellt. Durch Rundfunk wurde diese Feier an die übrigen fünf Baustellen im Reich übertragen.
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In eine weiße Schneedecke gehüllt, liegt das märkische Land beiderseits des Autobahnringes zwischen den Gemeinden des Kreises Niederbarnim, Erkner und Grünheide und an der Strecke der neuen Reichautobahn Berlin - Erkner - Fürstenwalde. An der Stelle, wo die neue Linie, die nach Frankfurt/Oder führt, von dem Berliner Autobahnring abzweigt, hat heute vormittag gegen 11 Uhr ein feierlicher verkehrspolitischer Akt inmitten der Schneelandschaft auf dem Gebiet der Gemeinde Grünheide stattgefunden. Es galt die Verkehrsübergabe der neuen Strecke Erkner - Fürstenwalde wie auch von fünf weiteren Teilstrecken der Reichsautobahn in verschiedenen Gauen des Reiches, womit das Bauziel des Jahres 1937, 2000 Kilometer Reichsautobahn, erreicht ist. ...
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Zahlreich war die Schar der Ehrengäste, die zu diesem Ereignis eingeladen war. Man sah als Vertreter des Reichsverkehrsministers den General der Panzertruppen Lutz, ferner höhere Offiziere der Wehrmacht und der Polizei, höhere Führer der SA., des NSKK., des NSFK. und der SS, darunter Obergruppenführer und Gruppenführer, wie Graf Helldorf und v. Jagow, und Brigadeführer Schormann. Den Reichsarbeitsdienst vertrat Generalarbeitsführer Dr. Decker. Die Gauleitung Kurmark war vertreten durch den stellvertretenden Gauleiter Wegener und die Gauamtsleiter Scherer und Schneider.

An bekannten Persönlichkeiten aus unserem Kreise Niederbarnim sah man Kreisleiter Heermann, Landrat Dr. Weiß, den Standartenführer 207 Obersturmbannführer Heidmann, die Vertreter der Ortsgruppen bzw. Gemeinden Erkner, Grünheide, Rüdersdorf, Hoppegarten, Birkenwerder und Hohen Neuendorf. Den Absperrdienst nahm die Gendarmerie des Kreises Niederbarnim vor. ...
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Mit dem heutigen Tage sind 2026 Kilometer in Betrieb. 600 Kilometer sind zur Zeit noch im Bau, und 1000 sollen im Lauf des nächsten Jahres fertiggestellt werden, darunter die Verbindung von der Ostsee bis zur österreichischen Grenze, die auch durch unseren Kreis Niederbarnim führt. ...

Mit erhobener Stimme übergab dann Dr. Todt "Im Auftrag des Führers im vierten Jahr nach dem ersten Spatenstich den 2000. Kilometer dem Verkehr und dem deutschen Volke" und zugleich als Weihnachtsgeschenk dem Führer.
Dann sprach zu den versammelten Parteigenossen und Volksgenossen Gauleiter Stürtz. "Heute ist für den Gau Kurmark ein doppelter Freudentag: wegen der programmgemäßen Uebergabe des vollendeten Bauabschnittes der Reichsautobahn und weil nunmehr die künftige Hauptstadt des Gaues, Frankfurt/Oder, eine geschlossene Autobahnverbindung mit der Hauptstadt des Reiches besitzt. ..."
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Von der neuen Strecke liegen etwa drei bis vier Kilometer innerhalb des Gebietes des Kreises Niederbarnim. Diese Kreisstrecke reicht bis zum Ufer der alten Spree, von wo aus die Brücke in den Nachbarkreis den Verkehr weiterleitet.


Niederbarnimer Kreisblatt, 17. Dezember 1937, gekürzt

Das Weihnachtsgeschenk der Reichsautobahn-Arbeiter
Berlin, 17. Dezember
Der Generalinspektor für das deutsche Straßenbauwesen Dr. Todt sprach anläßlich der Einweihung des 2000. Kilometers am Donnerstag vor Vertretern der deutschen Presse über die bisher geleistete Arbeit und zeigte die für das nächste Jahr vorgesehenen weiteren Bauaufgaben. Die Fertigstellung von 2000 Kilometern Reichsautobahn bedeutet, daß ein Viertel des ursprünglich vorgesehenen Grundnetzes dem Verkehr zur Verfügung gestellt wird. 2000 Kilometer Autobahn stellen die Arbeit von rund 250000 Volksgenossen in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren dar. ...
Im Laufe des Jahres 1937 sind 1000 Kilometer dem Verkehr übergeben worden, das bedeutet, daß an 300 Arbeitstagen dieses Jahres pro Tag ungefähr drei Kilometer Reichsautobahnen fertiggestellt wurden. ... Fertiggestellt sind jetzt die Bahnen zwischen Leipzig und Nürnberg mit 260 Kilometern, zwischen Berlin und Hannover mit 240 Kilometern und zwischen Gießen und Karlsruhe mit rund 200 Kilometern. ...
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Dr. Todt beschäftigte sich im weiteren mit der Wirtschaftlichkeit der Reichsautobahnen. Wir haben, so erklärte er, den Verkehr auf den Autobahnen von Anfang an genau beobachtet und haben Meßwerkzeuge und Meßfahrzeuge hinausgeschickt, um genau festzustellen, welche Vorteile die Autobahnen dem Kraftverkehr gegenüber dem Fahren auf der alten Straße bringt. ... Ueber die Ergebnisse dieser Versuche machte Dr. Todt nähere Mitteilungen. So brauchte ein 3,2-Liter-Mercedes-Wagen auf der alten Reichsstraße bei einer Höchstgeschwindigkeit von 71 Kilometer 17 Liter Benzin pro 100 Kilometer; bei einer Versuchsfahrt auf der Autobahnstrecke von Nauheim nach Bruchsal brauchte derselbe Wagen für dasselbe Verkehrsziel bei einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 Kilometer nur elf Liter Benzin auf 100 Kilometer. Der Benzinverbrauch geht also auf der Reichsautobahn bei mäßig schneller Fahrt gegenüber dem Fahren auf den alten Straßen von 17 auf 11 Liter zurück, bei kleineren Wagen ist die Ersparnis etwas niedriger. Im großen und ganzen liegt die Betriebsstoffersparnis auf der Autobahn zwischen 30 und 40 v.H. gegenüber den alten Straßen.
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Niederbarnimer Kreisblatt, 21. Dezember 1937, gekürzt

Unsere Freiwilligen Feuerwehren - Hilfskorps der Polizei
Brandschäden um ein Sechstel zurückgegangen / Neue Aufgaben des Feuerlöschwesens
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Bei den anerkannten oder neu geschaffenen Organen bleibe nur noch die Frage, ob ihr Bestehen auch notwendig ist, wenn im Ernstfalle die ganze Nation in einer einzigen klaren Zielsetzung in geschlossener Abwehrbereitschaft dazustehen hat.
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Dann schildert der General [Daluege] die Erhebung der freiwillige Feuerwehren zum Hilfskorps der Polizei im nationalsozialistischen Staat, der den Begriff Feuerlöschpolizei schuf.
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Die neuen Aufgaben der Feuerlöschpolizei, deren Umfang noch nicht abgesehen werden könne, lägen vorallem in der notwendigen Abwehrbereitschaft für den Kriegsfall. Ein schon häufig erprobtes Millionenheer freiwilliger Helfer sei dazu erforderlich.


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