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Kreis=Blatt des Nieder=Barnimschen Kreises Wöchentlich erscheint eine Nummer, die Freitag abends ausgegeben wird. Der Preis beträgt vierteljährlich, incl. Zustellungssteuer, 11 Sgr.; durch ein Königl. Post-Amt bezogen, 13 1/2 Sgr. Inserate werden die gewöhnlich gespaltene Druckzeile mit 1 Sgr. berechnet und in der Expedition, Breite Straße Nr. 25., angenommen; Abonnements eben dort oder bei den Königl. Post=Aemtern. Verantw. Redacteur: C. Kühn - Verlag C. Kühn & Söhne in Berlin, Breite Str. Nr. 25 Druck von M. Moeser und Kühn in Berlin. |
Da der frühere Reichthum an Blutegeln im diesseitigen Regierungsbezirke seit Jahren beträchtlich abgenommen hat, und der Grund dieser bedauernswerthen Thatsache hauptsächlich in dem maaßlos betriebenen Blutegelfang durch Unbefugte zu suchen ist, so machen wir darauf aufmerksam, daß das unbefugte Fangen von Blutegeln in fremden Gewässern ebenso strafbar ist, wie jede andere Entwendung von Sachen, die nicht unter besonderer Aufsicht und Verwahrung gehalten werden können. ...
Bekanntmachung. Mit Bezug auf §. 15. der Bestimmungen über das Verfahren bei Einberufung der Reserve= und Landwehrmannschaften vom 26. October 1850 ... wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß im hiesigen Kreise die Gesuche der nachstehend verzeichneten [insgesamt 44] Mannschaften um einstweilige Zurückstellung für den Fall einer Mobilmachung in der Sitzung am 21. und 22. d. M. als begründet erachtet worden sind.
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Nachdem die Königl. Regierung über die Reklamation entschieden hat, welche von den Aeltesten einzelner, in den Städten des Kreises zur Zeit schon bestehender Juden=Genossenschaften, sowie von einzelnen jüdischen Einwohnern des Kreises gegen den, in Gemäßheit des §. 35. des Gesetzes über die Verhältnisse der Juden vom 23. Juli 1847 - Gesetz=Samml. für 1847, Seite 270. - entworfenen Plan zur Bildung ordentlicher Synagogen=Verbände in dem letztren angebracht worden sind, gestaltet sich dieser Plan in der Art, welche die Anlage A. speziell ersichtlich macht. ... A. Plan über die Bildung der jüdischen Synagogen=Gemeinden im Nieder=Barnimer Kreise. 1. Kreis. 2. Jetzt vorhandene Synagogen. 3. Hauptort der zu bildenden Synagogen=Gemeinde. Umfang der neuzubildenden Synagogen=Gemeinde. 4. Dieselbe soll bestehen aus den Juden in den nachbenannten Ortschaften. 5. Kreis, in welchem diese Ortschaften (Kolonne 4.) belegen sind. 6. Zahl der jüdischen Einwohner. 7. Zahl der stimmfähigen Mitgl. in d. ganz. Gem. 8. Zahl der Vorstands=Mitglieder. 9. Zahl der Repräsentanten. 10. Zahl der Stellvertreter. 11. Entfernung der einzelnen Ortschaften (Kolonne 4.) vom Orte der Synagoge (Kolonne 3.). 12. Nächste Synagoge im Kreise. 13. Entfernung derselben.
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Ereignisse im Kreise und dessen nächster Umgebung. Nach der Verordnung der Königlichen Regierung zu Potsdam vom 31. October v. J. dürfen die Sensen nur in hölzernen Scheiden oder in einer andern gehörig verdeckenden Weise getragen werden, und ziehen Uebertretungen dieser Anordnung Geldbuße bis zu fünf Thalern und im Unvermögensfalle verhältnismäßige Freiheitsstrafe nach sich. |
Bekanntmachung. Die unterm 15. April pr. an sämmtliche Ortspolizeibehörden des Kreises wegen des Nachtwächterwesens auf dem platten Lande erlassene Circular-Verfügung, welche wörtlich lautet: Ein großes Hinderniß einer tüchtigen Polizeipflege auf dem platten Lande waren bisher die Nachtwächter. Diese meist von den Gemeinden angestellten Personen sind bei sehr karger Besoldung vielfach sehr wenig qualificirt und thun selten ihre Schuldigkeit. Es ist vorgekommen, daß bestrafte oder unter Polizeiaufsicht stehende oder körperlich zu solchem Dienst völlig unfähige Individuen mit diesem Amte betraut worden sind. Dies war insofern möglich, als dieselben einer höheren Bestätigung nicht bedurften. Dabei fehlte es auch, wenn Pflichtwidrigkeiten der Nachtwächter vorkamen, an einem gesetzlichen Anhalt zu ihrer Bestrafung, weil ein besonderes Strafgesetz dafür nicht bestand, und man Disziplinarstrafen wie bei Beamten auf sie nicht glaubte anwenden zu können. Allen diesen Uebelständen ist jetzt durch folgende Bestimmungen der Königlichen Regierung eine erwünschte Abhülfe geworden: 1) Die Nachtwächter sind als mittelbare Staatsbeamte anzusehen und unterleigen also den Bestimmungen des 28. Titels des Strafgesetzbuches ... 2) Sie sind nach §. 4. des Gesetzes vom 11. März 1850 (Ges.=S. S. 265) durch die Ortspolizeibehörde jedesmal dem Landrath zur Bestätigung zu präsentiren. 3) Sie sollen mit einer schriftlichen Dienstinstruction versehen werden, welche die Orts=Polizei=Behörde unter Zuziehung des Gemeindevorstandes und mit Berücksichtigung der Verhältnisse jedes Ortes entwirft. Sämmtliche Wohllöbliche Ortspolizeibehörden ersuche ich daher hierdurch ganz ergebenst, sich fortan genau nach diesen Bestimmungen zu achten und danach die Wohldenselben Gemeindevorstände mit Anweisung zu versehen. Bevor die zu diesem Amte gewählten Personen mir zur Bestätigung präsentirt werden, ist ihre polizeiliche Zuverlässigkeit und sonstige Qualifikation gewissenhaft zu prüfen, und falls das zu geringe Einkommen der Stelle der Erlangung geeigneter Individuen für dieselbe entgegenstehen sollte, die betreffende Gemeinde mit Rücksicht auf §. 3 des Gesetzes vom 11. März 1850 zu deren auskömmlichen Dotierung nöthigenfalls zwangsweise anzuhalten. Alle vorstehenden Bestimmungen sind natürlich auch auf die gegenwärtig im Amte befindlichen Nachtwächter anzuwenden und entweder die letzteren oder im Falle ihrer Untauglichkeit die an ihrer Stelle zu Ernennenden mir binnen spätestens 8 Wochen zu Bestätigung zu präsentiren. Schließlich bemerke ich ergebenst, daß auf diejenigen größeren Güter, welche einen eigenen Nachtwächter haben und also in dieser Hinsicht einen Communalverband für sich bilden, der vorstehende Erlaß ebenfalls Anwendung findet, mithin diese Nachtwächter auch zu präsentiren sind. Es ist daher auch für jedes Dorf, in welchem ein größeres Gut sich befindet, falls nicht für das letztere ein besonderer Nachtwächter präsentirt wird, ausdrücklich anzuzeigen, daß der Gemeinde=Nachtwächter den Dienst für dasselbe mit versieht. Der gegenwärtige Erlaß ist wie alle dergleichen diesseitigen Erlasse sorgfältig aufzubewahren.
wird hierduch zur genauesten Nachachtung mit dem Bemerken in Erinnerung gebracht, daß nur die sub 2. vorgeschriebene Präsentation und diesseitige Bestätigung der Nachtwächters fortan fortfällt, dagegen die desfällige Prüfung und Bestätigung Seitens der Orts=Polizei=Behörde gewissenhaft und unter genauer Beachtung der Bestimmungen über die Qualifikation und das Einkommen der Nachtwächter zu bewirken ist. Zugleich wird den Ortsvorständen und Gensdarmen wiederholt die genaue Controllirung der Nachtwächter zur Pflicht gemacht.
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Bekanntmachung. Der Bauer Fielitz zu Krummensee beabsichtigt auf seiner Feldmark am Wege nach Blumberg einen massiven Ziegel=Brennofen zu errichten. Im Auftrage der Königlichen Regierung zu Potsdam bringen wir dies Vorhaben ... mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntniß, etwaige Einwendungen binnen vier Wochen präklusivischer Frist bei uns anzubringen. ...
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Bekanntmachung. Nachdem der hiesige Kreistag ..., für die in Folge Ablaufs ihrer Wahlperiode und sonst ausgeschiedenen Distrikts=Feuer=Lösch=Kommissarien und deren Stellvertreter anderweite Wahlen getroffen, ... bringe ich hierduch zur allgemeinen Kenntniß der Kreis-Bewohner, in welche Feuer=Lösch=Distrikte der ganze Kreis eingetheilt, und wer für jeden Distrikt der Feuer=Lösch=Kommissarius resp. dessen Stellvertreter ist. Bezirk des Feuer=Lösch=Distrikts. [insgesamt 10 Bezirke] Derselbe begreift folgende Ortschaften des Kreises. IV. Hönow, Krummensee, Alt=Landsberg nebst Etablissiments, Neuenhagen, Seeberg. [Feuer=Lösch=Kommissarius:] Oberamtmann Lütke zu Alt=Landsberg. [stellvertretender Feuer=Lösch=Kommissarius:] Gutsbesitzer Gründler zu Hönow. V. Ahrensfelde, Birkholz, Blumberg, Börnicke, Eiche, Elisenau, Falkenberg, Löhme, Mehrow, Seefeld, Zepernick. [Feuer=Lösch=Kommissarius:] Amtmann Jungk zu Blumberg. [stellvertretender Feuer=Lösch=Kommissarius:] Amtmann Budde zu Löhme. ...
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Regulativ für die Erhebung des Einzugsgeldes, der Hausstands- und der Hausstandsergänzungssteuer in Bernau ... |
Die Orts=Polizei=Obrigkeiten auf dem platten Lande des Kreises, d.h. also die Königlichen Aemter, Dominien ec., sind heute von mir angewiesen worden, nicht bloß bei schweren Vergehen wie Todtschlag, Brandstiftung ec., sondern namentlich auch bei Diebstählen, die in ihrem Bezirk verübt worden, sich sofort nach erhaltener Nachricht an Ort und Stelle zu begeben, um daselbst die nöthige polizeiliche Untersuchung vorzunehmen. ...
Seit einiger Zeit hat sich auf dem platten Lande der Mißbrauch eingeschlichen, daß bei besonderen Gelegenheiten, namentlich zur Feier des Ernte- und Fastnachts=Festes, die Tanzmusik in den Krügen über das gesetzliche Maaß eines Abends hinaus und sogar bis zur Dauer von 2 Tagen und Nächten ausgedehnt wird. Es hat dies begreiflicherweise nicht nur die übelsten Folgen für die Sittlichkeit, da bei einer so ungemessenen Ausdehnung des Vergnügens zuletzt Ausbrüche der Rohheit nicht zu vermeiden sind und namentlich auch die Dorfjugend mit Versäumung der Schule meistentheils während der ganzen Dauer der Belustigungen sich an dem Anblick derselben zu weiden pflegt, sondern es führt dies auch die empfindlichsten Störungen der Arbeit herbei, der die durch das Uebermaaß des Genusses ganz verwilderten jungen Leute auch noch in den nächsten Tagen nachher so gut wie entzogen werden. Es sehen deshalb auch alle ordentlichen Wirthe dies Treiben mit großem Mißfallen mit an, ohne ihm indeß wehren zu können, so lange die Polizei=Behörden selbst demselben nachsehen. Ich sehe mich daher veranlaßt, die Königl. Rent= und Domainen=Aemter, die Forst= und Oeconomie=Deputation, das Königl. Domainen=Polizeiamt Mühlenhof und das Königl. Berg=Amt Rüdersdorf ganz ergebenst darauf aufmerksam zu machen, daß auch die Feier solcher Hauptfeste niemals das Maß Eines Nachmittags oder Abends überschritten und dabei nach §. 4 des Publicandi vom 4. Februar 1834, Amtsblatt S. 40, höchstens eine Verlängerung von einigen Stunden über die sogenannte Polizeistunde von 10 Uhr Abends im Winter und 11 Uhr Abends im Sommer hinaus eintreten darf. Wohldenselben muß ich es daher zu dringenden Pflicht machen, über diese Grenzen hinaus niemals die übrigens stets schriftlich auszufertigende Tanzmusik=Erlaubniß zu ertheilen, dabei stets Anfangs= und Endstunde genau zu bezeichnen und sodann auch die genaue Innehaltung der letzteren mit Sorgfalt zu kontrolliren, etwanige Ueberschreitungen aber nach §. 6 a. a. O. unnachsichtig zu ahnden.
Vorstehender Erlaß wird mit Hinweisung auf die Bekanntmachungen im 22. Stück des diesjährigen Amtsblatts Seite 194. und folgende wegen Heilighaltung der Sonntage, sowie vom 30. August 1845, 18. Juni 1847 und 4. August 1851 ... und auf meine, sämmtlichen Orts=Polizei=Obrigkeiten des Kreises durch Circular mitgetheilte Königliche Regierungs=Circular=Verfügung vom 4. September 1853 (I. 251. Sept.) wonach die Orts=Polizei=Behörden zu Tanzlustbarkeiten an Sonnabend Abenden ohne meine ausdrückliche Genehmigung überhaupt keine Erlaubniß mehr ertheilen dürfen, zur strengen Beobachtung Seitens der sämmtlichen Orts=Polizei=Obrigkeiten des Kreises hierdurch erneuert.
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Steckbrief. Die unverehelichte Auguste Henseler, gebürtig aus Dabeland in Mecklenburg=Strelitz, hat den Dienst bei der Bauerwittwe Müller in Ahrensfelde ohne gesetzlichen Grund verlassen und treibt sich wahrscheinlich vagabondirend umher. Es werden alle Civil= und Militair=Behörden ergebenst ersucht, auf die unverehelichte Henseler zu vigiliren, sie im Betretungsfalle zu verhaften und an uns abliefern zu lassen. Außerdem wird jeder, welcher von dem Aufenthalt der Henseler Kenntnis hat, aufgefordert, davon unverzüglich Anzeige zu machen. Signalement der Henseler: Religion: evangelisch; Alter: 20 Jahre; Statur: mittelmäßig; Augen: blau; Nase und Mund: gewöhnlich: Haare: blond. Besondere Merkmale: Sommersprossen im Gesicht.
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Nach der Schlußbestimmung des § 51. des sanitäts=polizeilichen Regulativs vom 8. August 1835 (Gesetz=Sammlung pag. 256) sind alle zur bürgerlichen Praxis gehörig approbirte Aerzte und Wundaerzte, denen die Einimpfung der Schutzpocken erlaubt ist, verpflichtet, über die in ihrer Privat=Praxis vorgenommenen Impfungen genaue namentliche Listen zu führen und selbige vierteljährlich an die Polizei=Behörde des Angehörigkeits= oder Wohnortes des Impflinges einzusenden. ...
Bekanntmachung. Der Vorstand des Vereins zur Beförderung des Seidenbaus in der Mark Brandenburg hat eine neue Auflage der im Jahre 1850 von ihm herausgegebenen "Kurzen Anleitung zur Erziehung und Pflege des Maulbeerbaumes und zum Seidenbau" in Druck ... erscheinen lassen. ... [es folgt ein Auszug daraus] |
Bekanntmachung. Diejenigen Orts=Polizei=Behörden des Kreises, welche die Uebersicht von den Resultaten des Seidenbaus und der Maulbeerbaumzucht für das verflossene Jahr noch nicht eingereicht haben, werden aufgefordert, jene binnen längstens 8 Tagen mir vorzulegen, oder aber in gleicher Zeit Vaklat=Anzeige zu erstatten.
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Nachweisung der Schiedsmannbezirke im Nieder=Barnimer Kreise.
Bekanntmachung. Im Verfolg meiner Kreisblatt=Bekanntmachungen vom 22. Juli und 20. September v. J., die Neubildung der jüdischen Synagogen-Gemeinden ... betreffend, bringe ich hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß ... von den stimmberechtigten Mitgliedern der neugebildeten Synagogen=Gemeinden vollzogenen Repräsentanten= und Repräsentanten=Stellvertreter=Wahlen auf nachbenannte jüdische Kreis=Einwohner gefallen sind: 1. Im Synagogen=Gemeinde=Bezirk Alt=Landsberg A. Die Repräsentantenwahlen auf [insgesamt 9]: ... 7) Schnittwaarenhändler Salomon Barkowsky zu Hönow. 9) Handelsmann Adolph Goldberg zu Ahrensfelde. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bockverkauf. Nach nunmehr erfolgter Klassifizirung der Jährlingsböcke der hiesigen Stammherde, stehen solche und ein kleiner Rest von Zeitböcken täglich hier zur Auswahl bereit. Dominium Blumberg bei Berlin, den 30. Januar 1855. |
Bekanntmachung. Nach der von der Königl. Ober=Post=Direction zu Potsdam neuerlich getroffenen Einrichtung erfolgt die Bestellung der Briefe und sonstigen Postsachen in den Landbezirken der nachbenannten [insgesamt 11] Königl. Postexpeditionen des diesseitigen Kreises fortan regelmäßig täglich, mit Ausnahme des Sonntags, durch Landbriefträger und zwar: ... II. Im Bezirk der Postexpedition Bernau, welche folgende Ortschaften umfaßt: Bernauer Stadtförsterei, Birkbusch, Birkholz, Blumberg, Börnicke, Buch Rittergut und Dorf, Buch Forsthaus, Büchlein, Elisenau, Malzmühle, Schmetzdorf, Schönow, Schwanebeck, Thärsfelde, Woltersdorf und Zepernick ... XI. Im Bezirk der Postexpedition Alt=Landsberg, welche folgende Ortschaften umfaßt: Bruchmühle, Eggersdorf, Elisenhof, Fredersdorf, Hönow, Neu-Hönow, Hohenfließ, Krummensee, Alt=Landsberger Forsthaus, Mehrow, Neue Mühle, Neuenhagen, Petershagen, Radebrück, Seeberg, Neues Vorwerk bei Alt=Landsberg und Wolfshagen. ...
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Auf dem bei Alt=Landsberg belegenen Rittergute Bollensdorf stehen 6 Schock junge und kräftige Pflanzbirken zum Verkauf. Aecht Nürnberger und Culmbacher Bier liefere 15 Flaschen á 1 Thlr. frei ins Haus. Dameß. Neue Königstraße Nr. 47 [Bernau ?] Bekanntmachung. Am Dienstag, den 27. v. M. ist der Knabe Carl Görni aus Dahlwitz gebürtig, 12 1/2 Jahre alt, von sehr untersetzter Statur, mit blauen Augen, hellblonden Haaren, bekleidet mit dunkelblaugrauer Jacke u. Hosen von baumwollenen Bieber, in Pantienen, ohne Mütze, das Hemde gezeichnet F. R. H., aus dem Falkenberger Rettungshause entlaufen. Alle Ortsbehörden werden ersucht, ihn im Betretungsfalle an das Rettungshaus zurückzuschicken. Dominium Blumberg, den 8. März 1855. |
Windmühlen=Anlage. Der Bauer Großkreuz zu Krummensee beabsichtigt auf seiner nordwestlich von diesem Orte am Wege nach Hoenow gelegenen Feldmark eine Bockwindmühle zu errichten. ...
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Verzeichniß der Wahlmänner der ländlichen Ortschaften des Kreises, welche zur Neuwahl der Schiedsmänner und Schiedsmann=Stellvertreter im Niederbarnimer Kreise neuernannt sind, mit Angabe der Schiedsmann=Wahltermine, in welchen die gedachten Neuwahlen durch die Wahlmänner zu vollziehen sind. Schiedsmanns=Bezirke.
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Bekanntmachung. Der 17 1/2 Jahr alte Dienstjunge Friedrich Flöricke, von schlanker Gestalt, blonden Haaren, blauen Augen und blasser Gesichtsfarbe, hat sich am 8. d. M. heimlich aus seinem Dienste beim Kossäthen Keisdorff in dem zum hiesigen Polizei=Bezirk gehörigen Dorf Eiche entfernt, und ist derselbe verdächtigt, sich eines Diebstahls schuldig gemacht zu haben. Sämmtliche Polizei=Behörden werden ergebenst ersucht, auf den Flöricke vigiliren, ihn im Betretungsfalle verhaften und mittels Transports hierher senden zu wollen. Bekleidet war der Flöricke mit braunem Tuchrock, blauen Parchenthosen, grau gestreifter Plüschweste, schwarzer Tuchmütze mit Schirm und neuen Stiefeln.
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Bekanntmachung. Der Bauer Gathow zu Lindenberg beabsichtigt einen Ziegelbrenn=Ofen auf seinem Grundstück zu Lindenberg anzulegen. ... Berlin, den 15. September 1855. Königl. Domainen=Polizei=Amt Mühlenhof. |
Am Montag den 5. November c., nachmittags 3 Uhr, sollen in Ahrensfelde beim Milchpächter Hrn. Haase: gute Kleidungsstücke und 1 Koffer versteigert werden. Ohm, Königl. Kreisger.-Auct.=Commissarius. |
Bekanntmachung. Bei einem Diebstahl an Kartoffeln auf der Blumberger Feldmark am 31. October d. J. Morgens gegen 3 Uhr betroffen, haben die Diebe, vermuthlich 4 an der Zahl, die Flucht ergreifend folgende Gegenstände zurückgelassen: 1) ein Fuhrwerk, nämlich einen Bretterwagen, wie ihn die Victualienhändler in Berlin zu führen pflegen, mit einem Pferde bespannt, welches Wallach, schwarzbraun mit kleinem Stern, etwa 15 Jahre alt, spatlahm ist und auf dem linken Vorderfuß den Stollschwamm hat, 2) eine wollene rothgestreifte Pferdedecke, 3) einen Kober mit einer Tabackspfeife und 3 Schnapsflaschen, 4) einen Spaten. Wer über die Eigenthümer dieser Gegenstände oder die Person der Diebe Auskunft geben kann, wird aufgefordert, hiervon sofort mir entweder unmittelbar oder durch Vermittelung der nächsten Polizeibehörde Anzeige zu machen. Die dadurch etwa entstehenden Kosten werden erstattet.
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Bekanntmachung. Die wegebaupflichtigen Gutsherrschaften und Gemeinden fordere ich ... wiederholentlich und dringend auf, für die Bepflanzung der öffentlichen Wege in diesem Frühjahr zu sorgen, da in dieser Beziehung immer viel zu wenig gethan ist. Andrerseits scheint die Vorschrift des Publicandi der Königl. Regierung vom 9. Februar 1836, wonach bestehende Baum=Alleen an öffentlichen Wegen nur im Falle nachgewiesener Nothwendigkeit und nie ohne vorher einzuholende schriftliche Erlaubnis des Landraths ganz oder teilweise abgehauen werden dürfen, gar nicht mehr beachtet zu werden. Ich bringe sie daher hierdurch mit dem Bemerken in Erinnerung, daß ich die Erlaubniß nur dann ertheilen kann, wenn außer der nachgewiesenen Nothwendigkeit, in den Zwischenräumen der alten Bäume bereits neue gepflanzt und in gutem Wachsthum begriffen sind, und würde Gutsobrigkeiten und Dorfgerichte, die gegen vorstehende Bestimmungen stoßen sollten, in 10 bis 20 Thlr. Strafe zu nehmen genöthigt sein. Ebenso mache ich dieselben auch für die endliche Bepflanzung aller öffentlichen Wege, sowie auch für deren vorschriftsmäßige Instandsetzung, für die ebenfalls noch lange nicht genug geschehen ist, nach Maßgabe meines, eingangs erwähnten Erlasses vom 24. October 1854, verantwortlich.
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Bestimmungsgemäß soll jede selbständige Wohnstätte mit einer polizeilichen Haus= oder Hofnummer versehen sein. Nichtsdestoweniger hat sich gezeigt, daß dies namentlich bei den in Folge stattgehabter Dismembrationen und neuer Ansiedlungen entstandenen Wohnstätten und Wohnplätzen in den Dörfern selbst, wie auch in deren Feldmarken, vielfach nicht der Fall ist, weil die Grundsätze, nach welchen die auf Kosten des Besitzers des betreffenden Etablissiments event. von Polizei Wegen zu bewirkende Nummerirung der Etablissiments zu geschehen hat, den meisten Orts= und Orts=Polizei=Behörden nicht gegenwärtig sind. Ich mache deshalb hierdurch bekannt, daß hierin folgendergestalt zu verfahren ist: Ein Grundstück, welches durch Abzweigung von einer anderen, mit einer eigenen Haus= oder Hofnummer versehenen, selbständigen Grundbesitzung entstanden ist, erhält, sofern es zwischen zwei nummerirten Grundstücken belegen ist, neben der Polizei=Nummer des Stammgrundstücks die zusätzliche Buchstaben=Bezeichnung A, also beispielsweise 18 und daneben a oder 18a und wenn es mehrere sind, werden die folgenden mit 18b, 18c bezeichnet. Wenn die neu entstandenen, noch nicht nummerirten Stellen aber außerhalb der Dorflage im Anschluß an dieselbe oder mehr oder weniger entfernt davon in der Feldmark des Ortes belegen sind, so müssen sie mit derjenigen polizeilichen Hausnummer versehen werden, welche auf die letzte der bereits bestehenden Hausnummern des Ortes folgt. Die hiernach von den Orts=Polizei=Behörden zu bestimmenden Hausnummern müssen die Besitzer der damit zu bezeichnenden Grundstücke entweder auf einem Anschlage von Blech, oder mit schwarzer Oelfarbe auf weißem Grunde an dem Hauptgebäude des betreffenden Grundstücks und zwar an einer in die Augen fallenden Stelle, am Besten und der Regel nach oberhalb der Haupteingangsthür sichtbar anbringen lassen. Die Orts=Polizei=Behörden veranlasse ich, überall, wo die Nummerirung nach den obenbezeichneten Grundsätzen noch nicht vorhanden ist, eine solche streng durchzuführen und die etwa dagegen sich sträubenden Hausbesitzer durch polizeiliche Zwangsmaaßregeln hierzu anzuhalten.
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Die Polizei=Obrigkeiten und Ortsbehörden der nachbenannten Ortschaften: Ahrensfelde, ..., Blumberg, ..., Eiche, ..., Lindenberg, ..., Mehrow, ... werden hierdurch davon in Kenntniß gesetzt, daß die Schul=Inspection über die Schulen an diesen Ortschaften seit dem 1. Mai d. J. vom Herrn Superintendenten Kümmel zu Schönerlinde, auf den neu ernannten Schul=Inspector Herrn Prediger Hohnhorst zu Lindenberg übergegangen ist.
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Bekanntmachung. Wegen der in Krummensee vorzunehmenden Dammarbeiten ist die Passage in diesem Ort am Ausgang nach Seefeld gesperrt.
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Bekanntmachung. In der Nacht vom 29. zum 30. October cr. sind aus dem Fremdenzimmer des Gastwirths Springer zu Ahrensfelde, durch Oeffnung mittels Nachschlüssels, folgende Gegenstände entwendet worden, als: 1) ein neuer schwarzer Herren=Tuchrock, etwa 12 Thlr. an Werth, 2) eine neue Weste von schwarz gepreßten Sammet, mindestens 5 Thlr. an Werth, 3) ein braunes Tibeth=Kleid, 4) ein rotkarirtes halbwollenes Kleid, 5) ein großes schwarzes Umschlagetuch, etwa 10 Thlr. werth, 6) zwei kleine schwarze gewirkte Tücher, 7) ein weißes gewirktes Tuch, 8) ein weißer Damen=Swahl, endlich 9) 12 Ellen weißbunten Kattun. Der Verdacht der Thäterschaft fällt auf einen unbekannten Mann, der angeblich aus Pommern sein will, und mit einem abgetragenen Tuchrock von schwarzblauer Farbe, weißen leinenen Hosen und Mütze ohne Schirm bekleidet ist. Indem das Publicum vor dem Ankauf des gestohlenen Guts gewarnt wird, muß zugleich erwartet werden, daß der etwaige Verkäufer desselben sofort vor die zuständigen Polizei=Behörden zur Vernehmung gebracht und dem unterzeichneten Amte seiner Zeit Mittheilung gemacht werde.
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Den geehrten Vieh=Besitzern erlaube ich mir die ergebene Anzeige zu machen, daß ich in nächsten Zeit meinen Wohnsitz in Alt=Landsberg nehmen werde. Königl. preuß. Kreis=Thier Arzt. A. Bachmann. |
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Bekanntmachung. Der Gutsbesitzer Dreyer Bürckner zu Marzahn beabsichtigt auf seinem Ackerplan, circa 47 Ruthen von seinem daselbst an der von Berlin nach Alt=Landsberg führenden Chaussee belegenen neu erbauten Gehöft bereits befindlichen Erdziegelofen, zur gewerbsmäßigen Anfertigung von Ziegeln einzurichten. ...
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Kartoffel=Verkauf. Auf dem Dominio Blumberg liegt noch eine Quantität sächsischer Zwiebel=Kartoffeln zur Saat sortiert, die sich neben dem Anbau verschiedener Sorten durch Ergiebigkeit, Mehlreichthum, guten Geschmack und fast vollständige Widerstandsfähigkeit gegen die Krankheit bewährt haben, und können davon in beliebigen Quantitäten á 15 Thlr. pro Wispel abgelassen werden. Auch eine gute Sorte frühe rothe Kartoffeln sind á Wispel für 13 Thlr. ebendaselbst verkäuflich. |
Bekanntmachung. In Bezug auf das bevorstehende Herbstmanöver mache ich noch darauf aufmerksam, daß vorfallende Flurbeschädigungen von den betreffenden Grundbesitzern sofort dem Schulzen anzumelden und von diesem ohne Verzug mir schriftlich anzuzeigen sind. Die Abschätzung derselben wird gleich nach beendigter Uebung unter meiner Leitung stattfinden.
Polizei=Verordnung. Auf Grund des §. 5 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850, verordnen wir hierdurch nach Berathung mit den Gemeinde=Vorständen, für den Umfang unseres Amtsbezirks was folgt: §. 1. Diejenigen Personen, welche sich des Abends nach 10 Uhr rottenweise, singend und tobend auf der Straße aufhalten, werden das erste mal mit 24 Stunden, im Wiederholungsfalle mit 3 Tagen Gefängnis bestraft. §. 2. Die Dorfgerichte und Nachtwächter, sowie die Dienstherrschaften werden hierdurch aufgefordert, streng darauf zu halten, daß vorstehende Verordnung beachtet werde und Diejenigen hierher anzuzeigen, welche derselben zuwider handeln.
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Mit Bezug auf die Kreisblatt=Bekanntmachungen vom 25. August 1854 ... und vom 29. December 1856 ... bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die von nun ab bis auf weiteres fungirenden Districts=Feuer=Lösch=Commissarien des Kreises [insgesamt 10] und deren Stellvertreter folgende sind: Im I. District: Der Wirthschafts-Inspector und Polizei=Verwalter Herr Muihr zu Marzahn. Stellvertreter desselben ist: Der Gutsbesitzer Herr Dreyer=Bürckner zu Marzahn. Im V. District: Der Rittergutsbesitzer Herr Heyse auf Mehrow. Stellvertreter desselben ist: Der Wirthschafts=Inspector und Polizei=Verwalter Herr Lehmann zu Blumberg. Diesen Feuer=Lösch=Commissarien und Stellvertretern ist vorkommenden falls willfährige Folge zu leisten.
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... Im Verfolg jener [vom 21. März 1853] Circular-Verfügung mache ich nun die Wege=Districts=Eintheilung mit Angabe der jetzigen Districts=Commissarien nachstehend bekannt, ... VI. Colonie Neu-Hönow, Krummensee, Mehrow, Eiche, Ahrensfelde, Blumberg, Loehme, Seefeld. Oestlich grenzt der Ober=Barnim'sche Kreis an. Der derzeitige Wege=Districts=Commissarius ist Hr. Ober=Amtmann Lüdke zu Amt Alt=Landsberg |
Aufruf zur Hülfe für Mainz. Das große Unglück, welches das Auffliegen eines Pulvermagazins der Bundesfestung Mainz über diese Stadt gebracht hat, fordert allgemeine lebhafte Theilnahme, ...
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Holz=Auction. In dem Forstrevier des Dominium Mehrow soll am Dienstag, den 26. Januar, Vormittags von 9 Uhr ab, eine Quantität Holz öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden, nämlich: 1) Kiefern-Bauholz, 2) Birken-Nutzholz, 3) Kiefern= und Birken=Klafterholz. Die Hölzer können vom Freitag, den 22. d. Mts. ab besehen werden und sind mit den Nummern bezeichnet, unter welchen sie in der Auction vorkommen. Dominium Mehrow, den 15. Januar 1858. Heyse. |
Mit Bezug auf meine Kreisblatt=Bekanntmachung vom 4. December v. J. in No. 50 des Kreisblatts [betrifft Explosionsunglück in Mainz] veröffentliche ich hierdurch, daß für die Verunglückten in Mainz die nachstehend verzeichneten Gaben bei der Kreiskasse eingegangen sind. ...
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Bekanntmachung. Im Verfolg meines Kreisblatt-Erlasses vom 10. d. Mts in No. 20 des Kreisblattes, bringe ich nachstehend den speziellen Geschäftsplan für die bevorstehende General=Kirchen= und Schul=Visitation zur öffentlichen Kenntniß, ...
Geschäfts-Plan für die General=Kirchen= und Schul=Visitation in der Synode Berlin-Land im Jahre 1858. Die General=Visitations=Commission besteht aus folgenden Mitgliedern: A. Geistliche Mitglieder. 1. Präses: General=Superintendent der Kurmark Dr. Hoffmann. 2. Consistorial=Rath Fournier aus Berlin. 3. Hof= und Dom=Prediger von Hengstenberg aus Berlin. 4. Prediger Kirschstein aus Wupperfeld. 5. Superintendent Kümmel aus Schönerlinde. 6. Superintendent Poppenburg aus Brüssow. 7. Superintendent Raabe aus Crölpa. B. Weltliche Mitglieder. 1. Se. exc. Graf von Voß - Buch, Wirkl. Geheimer Rath und Consistorial=Präsident zu Berlin. 2. Herr Landrath Scharnweber auf Hohen=Schönhausen. 3. Rittergutsbesitzer von Treskow auf Dahlwitz. 4. Major von Beltheim auf Schönfließ. 5. Landrath Wilckens auf Staffelde. 21. Juni (Montag) ... 30. Juni (Mittwoch) ... 16. Juli |
Auction. Im Schulzen=Amt zu Ahrensfelde sollen am 2 December cr., nachmittags 2 Uhr, Kleidungsstücke, Leinen und Leinenzeug und 1 Kasten verkauft werden. Ohm, Königl. Kreisgerichts=Auctions=Commissarius. |
Der Thierarzt I. Klasse W. Rothhardt beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß er seinen jetzigen Wohnsitz im Laufe dieses Monats in hiesiger Stadt genommen hat. Alt=Landsberg, im November 1858. |
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Holz=Auction. Mittwoch, den 19. Jan c. von Vormittags 10 Uhr an sollen in der hiesigen Forst circa 100 Klafter kiefern und birken Kloben= und Knüppelholz, 50 Klafter Stubben, 200 Stück Bauholz und birken Nutzholz gegen gleich baare Zahlung meistbietend verkauft werden. Mehrow, den 10. Januar 1859. Heyse. Freiwilliger Verkauf. Ich beabsichtige mein zu Ahrensfelde bei Berlin an der Chaussee gelegenes, 1 1/2 Ml. von Berlin entferntes Bauerngut, mit einem Areal von ca. 268 Morgen, darunter 29 Morgen Wiese, 20 Morgen Heide, mit dem vorhandenen lebenden und todten Inventar wegen anhaltender Krankheit aus freier Hand zu verkaufen. Das Nähere bei der Besitzerin. Wittwe Möser in Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Mit Bezug auf §. 15. der Bestimmung über das Verfahren bei Einberufung der Reserve- und Landwehrmannschaften ... wird hierdurch veröffentlicht, daß im diesseitigen Kreise die Gesuche der nachstehend verzeichneten [insgesamt 109] Mannschaften um einstweilige Zurückstellung im Fall einer Mobilmachung in der Sitzung vom heutigen Tage als begründet erachtet worden sind:
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Bekanntmachung. Se. Königliche Hoheit der Prinz=Regent haben die Mobilmachung von 6 Armee=Corps, darunter das 3. und des Garde=Corps befohlen. ... Zugleich ergeht an alle augenblicklich außer Controlle stehenden Mannschaften des beurlaubten Standes hierdurch die Aufforderung, sich unverweilt bei der Landwehrbehörde des jetzigen Aufenthaltsortes zu melden.
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Bekanntmachung. Auf dem Rittergute Mehrow hat sich ein hechtgrauer Windhund angefunden und ist gegen Erstattung der Kosten von dem Eigenthümer in Empfang zu nehmen. Mehrow, den 8. November 1859. Heyse. |
Bekanntmachung. Mit Bezug auf §. 15. der Bestimmung über das Verfahren bei Einberufung der Reserve- und Landwehrmannschaften ... wird hierdurch veröffentlicht, daß im diesseitigen Kreise die Gesuche der nachstehend [insgesamt 86] verzeichneten Mannschaften um einstweilige Zurückstellung im Fall einer Mobilmachung in der Sitzung vom heutigen Tage als begründet erachtet worden sind:
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Nach erfolgter Demobilmachung der Artillerie bin ich mit dem heutigen Tage in meinen früheren Wirkungskreis zurückgekehrt. W. Rothhardt, Tierarzt I. Klasse. |
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Holz=Auction. Dienstag den 1 Januar c., von Vormittags 10 Uhr ab, sollen in der hiesigen Forst circa 60 Klafter Kloben, 20 Klafter Knüppel, 100 Klafter Reisholz, 50 Klafter Stubben, auch Bau- und Nutzholz öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden. Mehrow, den 9. Januar 1860. Heyse. |
Bekanntmachung. Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Nieder=Barnimer Kreise pro 1860. I. Alt=Landsberg, im Heinrich Bohneschen Gasthause. b) am 17. März früh 7 Uhr Eiche mit Hellersdorf, ..., Hönow, ..., Krummensee, ..., Mehrow, ... IV. Bernau, auf dem Rathause. b) am 27. März, früh 7 Uhr Ahrensfelde, ..., Blumberg, ..., Lindenberg, ... |
Jahres=Bericht des Oekonomen=Vereins der Provinz Brandenburg pro 1859.
Der Vorstand. gez. Dr. Thaer. Jungk. Muhr. Krause. Lehmann. | |||||||||||||||||||
Daß ich mich in Alt=Landsberg als practischer Wundarzt und Geburtshelfer niedergelassen habe, mache ich hierdurch ergebenst bekannt. Dr. Guericke. |
Bekanntmachung. Mit Bezug auf §. 15. der Bestimmung über das Verfahren bei Einberufung der Reserve- und Landwehrmannschaften ... wird hierdurch veröffentlicht, daß im diesseitigen Kreise die Gesuche der nachstehend verzeichneten [insgesamt 98] Mannschaften um einstweilige Zurückstellung im Fall einer Mobilmachung in der Sitzung vom heutigen Tage als begründet erachtet worden sind:
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Bekanntmachung. ... Zusammenstellung der Dienstverpflichtung.
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Dem Kossäthen August Meißner in Mehrow sind am 17. d. Mts., Nachmittags, 6 spanische Hammel abhanden gekommen und bittet um Angabe, wo sich dieselben angefunden haben. |
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Es hat Gott gefallen, König Friedrich Wilhelm den Vierten von Preußen von dieser Erde abzuberufen. ... |
Die Pockenkrankheit. Im preußischen Staate zeigte im Jahre 1859 eine sehr erhebliche Abnahme gegen das vorhergegangene Jahr. Die letztere beträgt beinahe die Hälfte: 16,035 gegen 30,843 Erkrankungs= und 1371 gegen 2789 Todesfälle. In der Provinz Brandenburg grassierten die Pocken das ganze Jahr hindurch, in Berlin sich dem Erlöschen hinneigend, im Regierungs=Bezirk Potsdam in geringerem Umfange, im Regierungs=Bezirk Frankfurt aber vonn ausgeprägterem epidemischem Character als im Jahre 1858. ...
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Bekanntmachung. Das nach den festgesetzten Klassensteuer= ... Zu= und Abgangslisten ... berichtigte Soll der von den diesseitigen Ortschaften des platten Landes pro 1860 aufzubringenden Landarmensteuer stellt sich bei den einzelnen Ortschaften folgendermaßen:
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Bekanntmachung. ... mache ich ... hiermit bekannt, daß folgende [44] Personen der hiesigen Synagogen=Gemeinde [bei der Wahl am 28. d. Mts.] wahlberechtigt sind: ... 41. Feldberg, Ahrensfelde. ... Alt=Landsberg, den 11. März 1861. Im Auftrage der Königl. Regierung zu Potsdam. Der Bürgermeister. Maß. |
Am 8. Juni d. J. hat sich ein schwarzer Hund mit weißer Kehle, der wahrscheinlich einem Viehtreiber entlaufen sein wird, bei dem Lehnschulzen Gahtow in Lindenberg eingefunden. Der sich legitimierende Eigenthümer kann diesen Hund gegen Erstattung der Futter= und Insertionskosten bei dem Herrn Gahtow in Empfang nehmen. |
Bekanntmachung. Der Mühlenmeister Wilhelm Bautz zu Ahrensfelde beabsichtigt auf seinem, in der Feldmark Ahrensfelde belegenen Ackerplane, anstelle seiner durch Sturm umgestürzten Bockwindmühle, eine neue Bockwindmühle mit zwei Mahlgängen und einem Reinigungsgange zu erbauen. Die neue Mühle soll auf der rechten Seite der von Berlin nach Freienwalde a. O. führenden Chaussee, 12 5/6 Ruthen von dieser, und 31 2/3 Ruthen vom Dorfe Ahrensfelde errichtet werden. ... Berlin, den 17. Juli 1861. Königliches Domainen=Polizei=Amt Mühlenhoff. [!] |
Bekanntmachung. Der zum Waffengebrauch berechtigte für die Gräflich von Arnimschen Güter Blumberg mit Elisenau, Falkenberg und Hellersdorf wie auch für die gepachtete Jagd auf Birkholzer Dominial= und Eicher=Gemeinde=Terrain angestellte vereidete Förster Fr. Wilhelm Walter, trägt als Abzeichen einen broncierten preußischen Adler mit ausgebreiteten Flügeln an der Dienstmütze, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Dominium Blumberg, den 16. September 1861. |
Flotten=Sammlung. In einer gestern hier abgehaltenen Versammlung sind sofort an einmaligen und laufenden Beiträgen für die Preußische Flotte zum Schutze Deutschlands 114 Thlr. gezeichnet und als Mitglieder des Comité's zur ferneren Betreibung von Sammlungen gewählt die Herren Bohne, Posthalter zu Alt=Landsberg, Engels, Kreisrichter daselbst, Huthke, Amtmann zu Wesendahl. Herrschner, Oberamtmann zu Buchholz, Heyse, Rittergutsbesitzer zu Mehrow, Maß, Bürgermeister zu Alt=Landsberg, Pfeffer, Dr. med. u. pract. Arzt daselbst, E. Wilhelm, Rathmann u. Böttchermeister daselbst, welche zur Empfangnahme von Beiträgen bereit sind. Alt=Landsberg, den 24. September 1861. Das Flotten-Comite für Alt=Landsberg und dessen Umgebung. |
Bekanntmachung. Nachdem mir nunmehr die sämmtlichen Urwahl=Protokolle eingereicht sind, bringe ich die nachfolgenden Nachweisungen der [insgesamt 256] Wahlmänner ...
Berlin, den 23. November 1861. Der Wahl=Kommissarius, Kgl. Landrath des Nieder=Barnim=Kreises. Scharnweber. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Holz=Auction. Am Donnerstage den 16. Januar, Vormittags 10 Uhr, wird in der Mehrower Gutsforst, gegen gleich baare Bezahlung, Brennholz, Birken Nutzholz und auch Kiefern Bauholz an den Meistbietenden versteigert. Heyse. |
Bekanntmachung. Nach Vorschrift des §. 19 des Wahl=Reglements vom 4. October v. J. bringe ich die Nachweisung der am 28. hujus zur Abgeordnetenwahl am 6. k. Mts. gewählten [insgesamt 273] Wahlmänner ...:
[Ober=Barnim: 245 Wahlmänner] hierdurch zur öffentl. Kenntniß. Berlin, den 30. April 1862. Der Wahl=Kommissarius, Landrath Scharnweber. |
Bekanntmachung. Mit Bezug auf §. 15. der Bestimmung über das Verfahren bei Einberufung der Reserve- und Landwehrmannschaften ... wird hierdurch veröffentlicht, daß im diesseitigen Kreise die Gesuche der nachstehend verzeichneten [insgesamt 10] Mannschaften um einstweilige Zurückstellung im Fall einer Mobilmachung in der Sitzung vom heutigen Tage als begründet erachtet worden sind:
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Bekanntmachung. Die Herbstübungen des Garde=Corps werden in der Zeit vom 18. bis 20. d. Mts. in der Gegend von Schildow und Franz. Buchholz, und in der Zeit vom 25. bis 27. d. Mts. in der Gegend von Weißensee und Blumberg stattfinden. Die Ortsbehörden dieser und aller dazwischen, sowie in der Umgegend belegenen Ortschaften haben dies sofort zur Kenntniß der Grundbesitzer im Orte zu bringen und dieselben aufzufordern, zur Erstattung etwaiger Entschädigungs Ansprüche diejenigen Felder, welche noch bestellt sind, und möglichst nicht betreten werden sollen, abzuwiepen und jede vorfallende Beschädigung an Feldfrüchten sofort dem Ortsvorstande anzuzeigen. Die Ortsbehörden haben mir sogleich nach beendeter Uebung unverzüglich eine Zusammenstellung der vorgekommenen und angemeldeten Beschädigungen unter näherer Beschreibung der Lage der betreffenden Felder einzureichen. Die Einquartierungsordre's sind den Ortsbehörden bereits zugegangen. Wenn danach einzelne Orte stark bequartirt worden sind, so ist dies nicht zu vermeiden gewesen. Da die Bequartirung sich jedoch nur auf 2 Tage erstreckt, und keine Verpflegung gegeben werden braucht, so hoffe ich, daß die Ortsbehörden, wie dies bisher stets der Fall gewesen und anerkannt worden ist, auch dieses Mal solche Einrichtungen treffen werden, daß begründete Beschwerden vermieden werden. Berlin, den 11. August 1862. Der Kreis=Landrath. Scharnweber. |
Bekanntmachung. Das von den Truppen des Garde=Corps in den Nächten ... benutzte Lagerstroh soll jedesmal nach aufgehobenem Bivouacq ... Morgens um 9 Uhr mit den verbliebenen Beständen an Holz an Ort und Stelle meistbietend verkauft werden. Berlin, den 9. August 1862. Intendantur des Garde=Corps. |
Im Dorfe Malchow ist ein Beutel mit Geld gefunden worden. Näheres auf dem Rittergute daselbst. |
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Bekanntmachung. Die portofreien Sendungen der Magisträte, Gutsobrigkeiten und Ortsvorstände dürfen nur dann als solche von den Postanstalten anerkannt werden, wenn sie mit dem Dienstsiegel verschlossen sind, und der Inhaber der Polizei, oder der Polizei-Verwalter oder der Dorfschulze oder ein sonstiger Gemeinde-Beamte den Vermerk über die Portofreiheit, seinen Namen und amtlichen Character eigenhändig hinzugefügt hat. ... Berlin, den 13. Februar 1863. Der Kreis=Landrath. Scharnweber. Bekanntmachung. Die Gensdarmen Domke zu Alt Landsberg, Krebs zu Vogelsdorf und Hoffmann zu Bernau sind zur Verstärkung der Gendarmerie nach der Provinz Posen commandirt worden und es sind deshalb die Bezirke der Gensdarmen des Kreises anderweit wie folgt regulirt. I. Es erhalten von dem Bezirke ... 2. des Gensdarmen Domke: a. Mählich zu Bernau: Löhme, Seefeld, Blumberg. b. Pomme zu Berlin: Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Marzahn und Wartenberg. c. Dilthey zu Alt Landsberg: die Stadt, Amt und Amtsfreiheit allein, Neu Hönow, Krummensee, Mehrow, Hönow. ... Berlin, den 18. Februar 1863. Der Kreis-Landrath. Scharnweber. Bekanntmachung. In der Nacht vom 12. zum 13. d. Mts. ist dem Dominio Blumberg ein vor dem Dorfe, unfern der nach Berlin führenden Kunststraße stehender Wagen ohne Leitern mit Vierspann entwendet worden. Der Wagen ist ein großer Arbeitswagen mit hölzernen Axen, kurzen hölzernen Schenkeln, mit Schrauben, kann nicht groß gemacht werden, und ist früher blau angestrichen gewesen, woran noch Spuren hin und wieder sichtbar. Demjenigen, der zur Wiedererlangung des Wagens verhilft und den Entwender desselben so nachweiset, daß er zur Untersuchung und Bestrafung gezogen werden kann, wird eine Belohnung von 15 Thlr. zugesichert. Dominium Blumberg, den 14. Februar 1863. |
Bekanntmachung. Das nach den festgesetzten Klassensteuer= ... Zu= und Abgangslisten ... berichtigte Soll der von den diesseitigen Ortschaften des platten Landes pro 1862 aufzubringenden Landarmensteuer stellt sich bei den einzelnen Ortschaften folgendermaßen:
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Freiwillige Subhastation. Das den Erben des Halbbauers Gottfried Adler gehörige, in dem Dorfe Blumberg gelegene, im Hypthekenbuche dieses Ortes Band III No. 82 pag. 33 verzeichnete Halb-Bauerngut, wozu eine Haus- und Hofstelle nebst dahinter belegenen Garten, zusammen 2 Morgen 108 [Quadrat-] Rth. enthaltend, und circa 114 Morgen Land gehören, abgeschätzt mit Ausschluß des beweglichen Inventars auf 7145 Thlr., und mit Einschluß der vorhandenen Saat-, Futter- und Düngerbestände auf 7427 Thlr., zufolge der nebst den Kaufbedingungen in unserem ersten Bureau einzusehenden Taxe, soll am 21. März 1863, Vormittags 11 Uhr an ordentlicher Gerichtsstelle im Wege der freiwilligen Subhastation meistbietend verkauft werden. Alt Landsberg, den 28. Februar 1863. Königl. Kreisgerichts-Deputation. |
Bekanntmachung. Durch meine Kreisblatt-Bekanntmachung vom 21. October pr. habe ich die Ortsbehörden dieses Kreises bereits davon benachrichtigt, daß nächstens die ... vorgeschriebene Revision sämmtlicher Gebäude=Versicherungen auf dem platten Lande auch im diesseitigen Kreis zur Ausführung kommen soll. ... Der Feuer=Societäts=Director und Königliche Landrath des Nieder=Barnimer Kreises. Scharnweber. Uebersicht der Behufs Ausführung einer allgemeinen Gebäudetax-Revision im Nieder=Barnimer Kreise gebildeten [40] Revisions=Bezirke und der dafür bestimmten Revisoren.
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Bekanntmachung. Das in neuerer Zeit in den Handel gekommene, ins Besondere aus America importierte Petroleum, oder Steinöl, auch Erdöl, rock-oil, earth-oil, coal-oil genannte, ist vermöge seines reichen Gehalts von flüchtigen Kohlenwasserstoffen von außerordentlicher Entzündbarkeit und steht in dieser Beziehung selbst in raffiniertem Zustande, dem stärksten Alkohol nicht nach. Die Gefährlichkeit wird dadurch erhöht, daß es specifisch leichter, als Wasser ist, also auf dem Wasser schwimmt und wenn es brennt, durch Wasser nicht gelöscht werden kann. Zur Verhütung dieser Gefahr wird ... hiermit angeordnet: ... Potsdam, den 22. Januar 1863. Königliche Regierung, Abtheilung des Innern. |
Die Pockenkrankheit hat im Jahre 1861 im Allgemeinen eine etwas größere Ausdehnung gefunden als im Vorjahre. Die Epidemie, welche 1859 die Provinz Preußen nach einer fast neunjährigen Pause zu überziehen begann, hat an Ausdehnung zugenommen und, wie es scheint, ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. ... Es ergeben sich hiernach für den ganzen Staat: 14,066 an den Pocken Erkrankte, 1,640 an den Pocken Gestorbene, was einer Mortalität von 11 pCt. ergiebt. ... Fast die Hälfte aller Erkrankungen und mehr als die Hälfte der Todesfälle kommen auf die Provinz Preußen. ... Die nachstehende Tabelle giebt eine Uebersicht der in den einzelnen Provinzen an den Pocken Erkrankten und Gestorbenen während der letzten 5 Jahre.
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Bekanntmachung. Es hat sich ein schwarzer Hütshund angefunden, auch ist auf der Chaussee nach Hellersdorf zu, eine Spannkette gefunden. Die Eigenthümer können diese Gegenstände gegen Erlegung der Kosten beim Unterzeichneten in Empfang nehmen. Hönow, den 18. März 1863. Der Schulze, Schmidt. |
Am Sonnabend Abend bis zum Montag Mittag ist mir von meinem Acker ein Patent-Pflug mit Vorhang gestohlen worden. Wer mir den Thäter so nachweist, daß ich denselben gerichtlich belangen kann, erhält 2 Thlr. Belohnung.
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Bekanntmachung. [betrifft Spenden für Veteranen anläßl. der am 17. März veranstaltenen Feiern für die Kriegsveteranen von 1813-1815] ... An freiwilligen Beiträgen, die theils unter die Veteranen des Ortes vertheilt, theils den Festkomités zur allgemeinen Vertheilung überwiesen sind, sind soweit mir mitgeteilt worden eingegangen, von:
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Bekanntmachung. Der Bauergutsbesitzer Techow zu Lindenberg beabsichtigt auf seinem Vol. I. fol. 185 Nr. 24 im Hypothekenbuche von Lindenberg verzeichneten Bauerngute und zwar auf einem 48 1/2 Mrg. großen zwischen der Weißensee-Bernau'er Chaussee und dem von Lindenberg nach Carow führenden Wege belegenen Ackerplane 2130' vom Dorfe, 50 Ruthen von dem Ackerplane des Schulzen Gatow, 13 Ruthen von dem des Bauers Riehle, 100 Ruthen von der Weißensee'er Chaussee und 47 Ruthen von dem Carow'er Wege entfernt, einen Ziegelbrennofen zu errichten. Nach Vorschrift des §. 3 des Gesetzes vom 1. Juli 1861 (Gesetz-Sammlung S. 750) wird dieses Vorhaben mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntniß gebracht, etwaige Einwendungen dagegen binnen 14 Tagen bei der Polizei-Obrigkeit, dem Königlichen Domainan-Polizei-Amt Mühlenhof hierselbst, woselbst auch die Zeichnungen und Beschreibungen zur Ansicht ausliegen, anzubringen. Diese Frist ist für alle Einwendungen nicht privatrechtlicher Natur präclusivisch. Blumberg, den 21. April 1863. Königl. Landrath Nieder-Barnimer Kreises. Scharnweber. |
Bekanntmachung. Es ist zur Verpachtung der Kirschen an den Bäumen unserer Chaussee ein Termin am Donnerstag den 11. d. M., Nachmittags 3 Uhr im Strehlowschen Gasthofe anberaumt, wozu Pachtlustige eingeladen und die Bedingung und Termin bekannt gemacht werden. Bernau, den 5. Juni 1863. Die Directionder Bernau=Weißensee Chaussee=Gesellschaft. Wartenberg. |
... einstweilige Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung [insgesamt 89]:
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Kehr-Bezirks-Eintheilung des Nieder-Barnimer Kreises.
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Mein hierselbst belegenes Wohnhaus, bestehend in 2 Stuben, 2 Kammern, 1 Küche, geräumiger Stallung, Hofraum und Garten, für jedes Geschäft und jede Profession passend, will ich aus freier Hand verkaufen. Ahrensfelde b. Berlin, den 29. Juni 1863. W. Baatz [Bautz], Mühlenbesitzer. |
Der Mühlenbesitzer Bautz zu Ahrensfelde bei Berlin beabsichtigt sein, an der Freienwalder Chaussee gelegenes Haus, aus freier Hand zu verkaufen. Es besteht aus 2 Stuben, Kammern, Küche, Garten und geräumigen Stallungen, und paßt somit für Gewerbetreibende und Professionisten. |
Bekanntmachung. Der unterzeichnete Kreisdeputirte hat vom heutigen Tage ab die Vertretung des beurlaubten Herrn Landraths Scharnweber übernommen, ... C. v. Treskow. Kreis=Deputirter. Bekanntmachung. Die unverehelichte Auguste Marie Schmidt von hier, ein der Prostitution und Arbeitsscheu im hohen Grade ergebenes Subject, ist unterm 13. Juli cr. von der Polizei=Verwaltung zu Straußberg hierher gewiesen, bis jetzt aber nicht eingetroffen, weshalb wir hierdurch auf dieselbe aufmerksam machen. Bernau, den 17. Juli 1863. Die Polizei=Verwaltung. Lange, Bürgermeister. Signalement: Familienname: Schmidt, Vorname: Auguste Marie, Geburts= und Aufenthaltsort: Bernau, Religion: evangelisch, Alter: 24 Jahre, Größe: 5' 4", Haare: blond, Stirn: frei, Augenbrauen: blond, Augen: grau, Nase: dick, Mund: groß, Zähne: vollständig, Kinn: rund, Gesichtsbildung: regelmäßig, Gesichsfarbe: frisch, Gestalt: schlank, Sprache: deutsch, besondere Kennzeichen: keine. |
Mühlenmeister Bautz zu Ahrensfelde ist willens sein Haus aus freier Hand zu verkaufen, bestehend aus 2 Stuben Küche und Kammern nebst Garten und geräumigen Stallungen, passend für jeden Gewerbetreibenden 1 1/2 Meilen von Berlin an der Freienwalder Chaussee. |
Bekanntmachung. In der Nacht vom 29. zum 30. d. Mts. ist bei dem Gastwirth Gathow zu Lindenberg ein Einbruch verübt und sind aus dem Hause desselben folgende theils dem p. Gathow, theils einem von demselben beherbergten Uhrmacher folgende Gegenstände gestohlen: 1 grauer Sommerrock, 1 schwarze Tuchmütze, 300 Cigarren mit Schachtel, 1 Pfund Lichte, 1 Brod, 1 Flasche mit feinem Himbeer, ferner 1 Reisetasche mit Handwerkszeug für Uhrmacher, enthaltend: 3 Zangen, 1 Hammer, 3 Bürsten, 1 Feil-Kloben, verschiedene Feilen, eine neusilberne Büchse etwa 5 Zoll lang mit 1 Dutzend Feilen 1 Pappschachtel mit mehreren Dutzend Uhrschlüsseln, Zeiger, Ketten, 2 kleine Flaschen, wovon eine mit Oel, die andere mit Löthwasser angefüllt war. Wer über dir Thäter Auskunft zu geben vermag, wolle sich schleunigst entweder direkt bei der Königlichen Staatsanwaltschaft des Kreisgerichts oder bei dem unterzeichneten Amte zur Vernehmung einfinden. Vor dem Ankauf des gestohlenen Gutes wird gewarnt. Berlin, den 31. Juli 1863. Königliches Domainen Polizei=Amt Mühlenhof. (v.c.) Franz. Bekanntmachung. Am Donnerstag den 30. v. Mts., Nachmittags, ist der 12 Jahre alte Knabe Carl Hoffmann, mit einem andern Knaben aus dem hiesigen Rettungshause nach Blumberg entsandt und aus Furcht vor Strafe wegen eines Vergehens, nicht wieder in dasselbe zurückgekehrt. ... Dominium Falkenberg bei Berlin, den 4. August 1863. |
Bekanntmachung. Nach Vorschrift ... bringe ich die Nachweisungen der vom 20. d. M. zur Abgeordnetenwahl am 28. d. M. gewählten Wahlmänner ... zur öffentlichen Kenntniß. II. Keis Nieder=Barnim [insgesamt 269]
Der Wahl-Commissarius, Königl. Landrath Nieder=Barnimer Kreises. Scharnweber. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Am 14. d. M. hat sich bei dem Schulzen Kirschbaum zu Eiche ein großer, schwarzer Hund angefunden, dem Anschein nach ein Neufundländer. Der sich legitimierende Eigenthümer kann ihn bei Erstattung der Futterkosten wieder zurücknehmen. Eiche, den 20. October 1863. Kirschbaum, Schulze. |
Bekanntmachung für das correspondirende Publicum. Bei sämmtlichen Post=Aemtern und Post=Expeditionen I. Klasse im diesseitigen Ober=Post=Directions=Bezirke ist die Einrichtung getroffen worden, daß die Orts=Briefträger einen bestimmten Vorrath von Freimarken und Franco=Couverts auf den Bestellungsgängen mit sich führen, um davon, auf Nachfrage der Correspondenten, sofort die verlangten Quantitäten gegen Erstattung des Werthes, ohne Nebenkosten, soweit der jedesmalige Bestand reicht, abzulassen. Potsdam, den 29. October 1863. Der Ober=Post=Director. (gez.) Balde. |
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Einige ordentliche und rüstige Arbeiter-Familien finden als herrschaftliche Tagelöhner ein Unterkommen auf dem Dominio Blumberg bei Bernau. |
Bekanntmachung. In Folge der Mobilmachung der 6. Division und eines Theiles des Garde=Corps ist aus dem diesseitigen Kreise und zwar von den zur Ersatz=Reserve bestätigten Mannschaften ein Theil der für die Handwerker=Abtheilungen der Ersatz=Bataillone erforderlichen Schuhmacher und Schneider zu gestellen. ... Berlin, den 20. Januar 1864. Der Kreis=Landrath. Scharnweber. |
Verzeichniß der [insgesamt 39] Mitglieder der Synagogen-Gemeinde zu Alt-Landsberg.
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... einstweilige Zurückstellungen im Falle der Mobilmachung [insgesamt 163]:
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Bekanntmachung. Als Hebammen sind von der Königlichen Regierung unterm 27. v. Mts. approbirt und heute vereidigt worden: was ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringe. Berlin, den 30. März 1864. Der Kreis-Landrath. Scharnweber. Bekanntmachung. Die Dominien ersuche ich, mir jedes Mal Anzeige zu erstatten, wenn im Orte oder auf dem Gute Dampfkessel dauernd außer Betrieb gesetzt werden. Berlin, den 29. März 1864. Der Kreis=Landrath. Scharnweber. |
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Auszug aus der Verlustliste des combinirten preußischen Armee=Corps und der demselben attachirten Garde=Truppen bei Erstürmung der Düppeler Befestigungen für den Niederbarnimer Kreis. ... |
Mühlenmeister Bautz in Ahrensfelde beabsichtigt sein Haus, bestehend aus 2 Stuben und Küche nebst Garten und geräumiger Stallung, aus freier Hand zu verkaufen. Dasselbe liegt 1 1/2 Meilen von Berlin an der Freienwalder Chaussee. |
In Folge höherer Bestimmung erscheint vom 1. October cr. ab das Nieder-Barnimer Kreisblatt in einer Provinzialstadt des Kreises und zwar in Bernau, im Verlage des Herrn C. F. Pilger. Die Abonnements=Bedingungen und Insertions=Preise verbleiben dieselben wie bisher und werden Bestellungen sowohl bei allen Postämtern als auch bei dem neuen Herrn Verleger angenommen. Wir können diese Anzeige nicht schließen, ohne den geehrten Interessenten dieses Blattes ein Wort des Abschieds zu widmen. Seit dem 1. Juli 1854, also länger als 10 Jahre ist es unser Bestreben gewesen, ... Berlin, den 30. September 1864. Die Redaktion des Nieder=Barnimschen Kreisblattes. Oleon Kühn Bekanntmachung. Das Kreisblatt wird von jetzt ab im Verlag des Herrn Buchdruckerei-Besitzers Pilger zu Bernau herausgegeben. Es wird nunmehr wöchentlich zwei mal, des Mittwochs und des Sonnabends erscheinen und so zeitig zur Post gegeben werden, daß es bei den meisten Postanstalten schon am Vormittag dieser Tage, im Uebrigen aber spätestens des folgenden Tages in Empfang genommen werden kann. Die Versendung erfolgt künftig nicht mehr unter Kreuzcouvert, sondern in derselben Weise wie die der Gesetz=Sammlung und des Amtsblattes und ist das Kreisblatt in gleicher Weise von der nächsten Postanstalt zu beziehen. Die Aufnahme aller Bekanntmachungen und Inserate wird ebenso zeitig wie bisher erfolgen. Die Behörden und die Herren Beamten des Kreises wollen die Requisitionen um Aufnahme von Bekanntmachungen ec. direct an die Kreisblatt=Redaction zu Bernau richten. Inserate können in J. M. Spaeths Buchhandlung hierselbst, Königstraße 44 (dem Königlichen Stadtgericht gegenüber) abgegeben werden. Berlin, den 28. September 1864. Der Kreis-Landrath. Scharnweber. [Impressum letzmals:] Verantwortlicher Redacteur C. Kühn - Verlag von C. Kühn & Söhne in Berlin, Breite Straße 25 Druck von E. Kühn in Berlin, Kronenstraße 33 |
Kreis=Blatt des Nieder=Barnimschen Kreises. Wöchentlich erscheinen zwei Nummern, die Mittwochs und Sonnabends früh in Bernau ausgegeben werden. Abonnement vierteljährlich 10 Sgr. Bestellungen nehmen alle Postanstalten, in Berlin J. M. Spaeth's Buchhandl., Königstr. 44, an. Anzeigen für die nächste Nummer müssen spätestens bis Dienstag und Freitag früh 9 Uhr eingesandt werden. Die Spaltzeile oder deren Raum kostet das erste Mal 1 sgr. 3 pf., jedes folgende Mal 1 sgr. Verantwortlicher Redacteur: C. F. Pilger |
Bekanntmachung. Die Ortsbehörden des Kreises fordere ich hierdurch auf, die einmalige jährliche Collecte für die beiden Rettungs=Häuser zu Falkenberg und Rüdersdorf in Ihren Ortschaften jetzt wieder schleunigst zu veranstalten und die gesammelten Beiträge binnen spätestens vier Wochen an die Kreiskasse abzuführen. ... Berlin, den 7. October 1864. Der Kreis-Landrath Scharnweber. |
Am Montag, den 17. d. Mts. sind dem Bauer Gahtow aus Lindenberg 7 Schafe, 6 Hammel und 1 Mutterschaf entlaufen. Die 6 Hammel ungezeichnet, das Mutterschaf L H gezeichnet. Der ehrliche Finder wird gebeten, dem Eigenthümer davon Kenntniß zu geben. |
Um Irrungen zu vermeiden, meinen geehrten Kunden zur ergebenen Anzeige, daß seit einigen Tagen die hiesige Stadtuhr unzuverlässig und nach Berliner Zeit heute, den 5. d. um 30 Minuten vorgegangen ist. Trosse, Uhrmacher. |
Bekanntmachung. Der glorreiche Krieg gegen Dänemark ist beendigt. Ein ehrenvoller Frieden ist ihm gefolgt. ... Gott walte ferner gnädig über Preußen. Berlin, den 7. December 1864. Wilhelm. |
Bekanntmachung betreffs die Barnimer Zeitung. Durch unvorhergesehenen betrübende Störungen in unserem Verhältnisse zu dem von uns contractlich verpflichteten Drucker und Verleger der "Barnimer Zeitung", die uns genötigt haben, im Interesse der Sache unsere bisherigen Beziehungen zu demselben zu lösen, sind wir veranlaßt worden, das Erscheinen unserer Zeitung auf kurze Zeit hinauszuschieben. ... Den Zeitpunkt des Erscheinens werden wir rechtzeitig bekannt machen. Straußberg, den 28. December 1864. Das Redactions-Comité der Barnimer Zeitung. |
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Barnimer Zeitung. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 28. v. Mts. zeigen wir hierdurch ergebenst an, daß die "Barnimer Zeitung" nunmehr vom 24. d. Mts. ab regelmäßig wöchentlich zweimal, Dienstags und Freitags, im Verlage des Buchdruckereibesitzers Herrn Cohn zu Freienwalde a. O. erscheinen wird. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 8 Sgr. 6 Pf., durch die Post bezogen 9 Sgr. 3 Pf. Straußberg, den 18. Januar 1865. Das Redactions-Comité der Barnimer Zeitung. |
Nachweisung der vom 1. Januar 1865 [an] von dem Nieder=Barnimer Kreise zu entrichtenden Grundsteuer.
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12 Kartoffelsäcke, gezeichnet Carl Altmann, Bernau. sind zwischen Lindenberg und Bernau verloren gegengen. Der ehrliche Finder erhält eine angemessene Belohnung. |
Bekanntmachung. Der Rittergbesitzer Hosemann auf Börnicke beabsichtigt auf seinem Rittergute, hinter dem bei dem Gehöfte belegenen Garten, zwischen dem letzteren und dem dortigen alten Erdziegelofen, 120 Fuß von diesem und 460 Fuß von der dem Garten zunächst stehenden Scheune entfernt, einen neuen überwölbten Ziegelofen zu errichten. ... Berlin, den 20. März 1865. Der Kreis-Landrath Scharnweber. |
Vom 3. April wohne ich im Altmann'schen Hause am Mühlenthore. [Bernau] August Wünsche, Blutegelsammler. |
Bekanntmachung. Nothwendiger Verkauf. Schuldenhalber. Königl. Kreisgerichts=Commission Bernau den 4. April 1865. Das zum Nachlasse des Rentiers Carl Friedrich Otto gehörige, im Dorfe Lindenberg belegene, im Hypothekenbuche vom Dorfe Lindenberg Vol. I. No. 4 pag. 25 verzeichnete Bauerngut, abgeschätzt auf 6130 Thlr. 13 Sgr., 8 Pfg. zufolge der nebst Hypothekenscheine in unserem Bureau einzusehenden Taxe soll am 19. October 1865, Vormittags 11 Uhr an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Gläubiger, welche wegen einer aus dem Hypothekenbuche nicht ersichtlichen Realforderung aus den Kaufgeldern Befriedigung suchen, haben ihren Anspruch bei dem Subhastationsgerichte anzumelden. |
Es soll im Dorfe Lindenberg am 24. April c. Nachmittags 3 Uhr der Nachlaß des verstorbenen Gutsbesitzers Otto, bestehend aus verschiedenen Mannskleidungsgegenständen, 2 Gewehren und 1 Taschenuhr öffentlich meistbietend verkauft werden. Kauflustige können sich in der Otteschen Wohnung hierselbst einfinden. Lindenberg, den 17. April 1865. Gahtow, Schulze. |
Leihbücherei von C. F. Pilger [Bernau] Lesegebühren:
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Bekanntmachung. Im Auftrage der Königlichen Regierung hierselbst wird das unterzeichnete Haupt=Amt in seinem Geschäftslocale die auf der Berlin=Freienwalder Kunststraße belegene Chausseegeld=Hebestelle zu Weißensee am Dienstag, den 11. Juli 1865, Vorm. 10 Uhr mit Vorbehalt des höheren Zuschlages zum 1. Oct. in Pacht ausbieten. Nur als dispositionsfähig sich ausweisende Personen, welche vorher mindestens 500 Thlr. baar oder in annehmbaren Staatspapieren bei uns zur Sicherung ihres Gebotes niedergelegt haben, werden zum Bieten zugelassen. Die Pachtbedingungen sind von heute ab während der Dienststunden in unserer Registratur einzusehen. Potsdam, den 12. Juni 1865. Königliches Haupt=Steuer=Amt. |
Bekanntmachung. Das Polizei=Präsidium hierselbst hat mich ersucht, zu veranlassen, daß in den an das Weichbild der Stadt Berlin angrenzenden Ortschaften bei Benennung von Straßen solche Namen vermieden werden, welche bereits in Berlin als Straßennamen vorhanden sind. Da übereinstimmende Namen in der näheren Umgegend allerdings zu Verwechslungen führen und den Verkehr erschweren, so wollen die Polizei-Obrigkeiten in vorstehendem Sinne in Zukunft verfahren. Berlin, den 1. Juli 1865. Der Kreis-Landrath Scharnweber. |
Bekanntmachung. In Folge der anhaltenden, ganz ungewöhnlichen und außerordentlichen Dürre während der letztverflossenen Monate haben sowohl in den Königlichen Forsten als in Communal= und Privatwaldungen wiederholt zum Theil bedeutende Waldbrände stattgefunden. Wir nehmen hieraus Veranlassung, die zur Verhütung solcher gemeinschädlichen Ereignisse bestehenden Vorschriften von Neuem allgemein in Erinnerung zu bringen und den sämmtlichen Polizeibehörden sowohl, als dem gesammten Publikum die genaueste Beachtung der zur Vorbeugung von Waldbränden erlassenen Anordnungen zur besonderen Pflicht zu machen. ... Bezirks-Polizei-Veordnung Hülfeleistung bei Waldbränden ... §. 1. Sobald in einem Forst ... ein Waldbrand entsteht, sind die Umwohner im Umkreise von einer und einer halben Meile von der Brandstätte gehalten, sofort ... Hülfe zu leisten. §. 2. Es muß in Eile der vierte Theil der männlichen, arbeitsfähigen Bewohner der verpflichteten Gemeinde zur Hülfe auf die Brandstelle abgesendet werden. §. 3. Die Hülfsmannschaften haben sich sämmtlich mit Spaten, ein Theil derselben auch mit Feuerhaken und Aexten oder Beilen zu versehen. §. 4. Die abgesendete Hülfsmannschaft steht unter Aufsicht und Aufführung ihres Ortsschulzen ... §. 5. Bei der Ankunft auf der Brandstelle muß sich der Anführer jeder Hülfsmannschaft sofort bei demjenigen melden, welcher die Löscharbeiten leitet, ... §. 6. Wer vorstehenden Anordnungen nicht entspricht, wird mit Geldstrafe bis zu 10 Thalern oder verhältnißmäßiger Gefängnisstrafe belegt. Potsdam, den 19. August 1865. Königliche Regierung, Abtheilung des Innern |
... einstweilige Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung [insgesamt 123]:
Berlin, den 5. Juli 1865. Der Kreis-Landrath Scharnweber. |
Ein Hammel ist gefunden worden: Auskunft ertheilt der Unterzeichnete. Mehrow, den 30. Juli 1865. Müller, Schulze. Mehrere Arbeiter für Erd=Accord=Arbeit verlangt Otto in Lindenberg. |
Nachweisung der [insgesamt 25] Schiedsmann=Bezirke im Nieder=Barnimer Kreise No. der einzelnen Bezirke, Namen der dazu gehörenden Ortschaften Seelenzahl derselben / Anzahl der danach zu ernennenden Orts= oder Gemeindewähler
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Erst bei Ablieferung der von mir angefertigten photographischen Bilder bitte ich um Zahlung, und kostet das Dutzend
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Ein brauner Hühnerhund mit Abzeichen, ein Halsband mit Steuermarke um, hat sich angefunden. Mehrow bei Alt-Landsberg. Schröder, Lehrer. |
100,000 Stück gut gebrannte Mauersteine stehen auf meiner Ziegelei in Lindenberg billig zum Verkauf. Lindenberg bei Berlin, im October 1865. L. Wolfgram. |
Ich beabsichtige einen Theil meines in Lindenberg bei Berlin gelegenen Grundstücks von 130 Morgen Land nebst Gehöft sofort einzeln oder im Ganzen zu verkaufen. Kauflustige wollen sich gefälligst direkt wenden an L. Wolfgram. Lindenberg. Die Herren Ortsvorsteher werden ergebenst ersucht, obige Bekanntmachung in ihren Gemeinden zu veröffentlichen. |
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Aufgebot von gefundenen Schaafen. Am 13. August 1865 sind im Stalle des Gastwirths Flöricke zu Lindenberg von einem unbekannten Handelsmann (Treiber) 55 Schaafe zurückgelassen worden. Da der Eigenthümer der herrenlosen gefundenen Schaafe nicht hat ermittelt werden können, so sind dieses 55 Schaafe öffentlich meistbietend gerichtlich versteigert worden und ist der Auctions=Erlös von 145 Thlr. 13 Sgr. 10 Pf. zu unserem Depositorium eingezahlt. Die unbekannten Eigenthümer der 55 Schaafe werden hierdurch aufgefordert, binnen 3 Monaten, spätestens in dem am 28. März 1866, Vormittags 10 Uhr anstehenden Termine ihre Eigenthumsansprüche nachzuweisen, widrigenfalls sie solcher für verlustig erklärt und der Auctions=Erlös nach Abzug der Kosten der Armenkasse oder dem Fiscus wird zugesprochen werden. Bernau, den 16. November 1865. Königliche Kreisgerichts=Commission. |
Nachweisung an welchem Tage eines jeden Monats die Ortschaften des Niederbarnimer Kreises ihre monatliche Steuer abzuführen haben.
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Ein Kindermädchen wird verlangt bei Ferd. Jahn in Mehrow bei Alt=Landsberg. |
Bekanntmachung. In der Nacht vom 21. zum 22. d. Mts. ist von dem Seegerschen Gehöfte in Lindenberg ein zur 4ten Garde=Proviant=Colonne gehöriges Pferd, dunkelbraune Stute mit Stern, 3 Zoll groß, entlaufen. Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, fordere ich die Ortsbehörden auf, mir sofort Anzeige zu erstatten, wenn über den Verbleib etwas bekannt oder sonst eine Spur dieses Pferdes ermittelt wird. Berlin, den 23. Mai 1866. Der Kreis-Landrath Scharnweber. |
Auf der hiesigen Feldmark sind in vorigen Woche zwei Wagen-Vorhänge gefunden worden, der rechtmäßige Eigenthümer kann diese hierselbst in Empfang nehmen. Blumberg. Der Orts=Vorstand. |
... einstweilige Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung:
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2 Knechte, 1 zu Pferde, 1 zu Ochsen, können sich bei mir bald oder zum 1. Juli melden. von Groeling zu Lindenberg. |
Bekanntmachung. ... bringe ich die Nachweise der am 25. d. Mts. zur Abgeordnetenwahl am 3. Juli cr. gewählten Wahlmänner ... [insgesamt 290 für den Kreis Nieder-Barnim] Berlin, den 28. Juni 1866. Der Wahlcommissarius, Königlicher Landrath. Scharnweber.
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Ein Knecht und ein Arbeitsmann kann sich bei mir melden. Lindenberg, den 7. Juli 1866. v. Groeling Die Kirschallee auf meinem Gut ist bald zu verpachten. Lindenberg, den 7. Juli 1866. v. Groeling |
Auszug aus der sechsten und siebenten Verlustliste der Armee für den Niederbarnimer Kreis 1. Garde=Dragoner=Regiment Gefecht bei Problus und Lubnow am 3. Juli 1866 ..., 2) Dragoner August Steuer aus Blumberg. Leicht verwundet. Lanzenstich. Feldlazareth. ... Bekanntmachung. Die längs Chausseen und anderen Landstraßen geführten Telegraphen-Leitungen sind häufig der muthwilligen Beschädigung, namentlich durch Zertrümmern der Isolatoren mittels Steinwürfe etc. ausgesetzt. Da durch diesen Unfug die Benutzung der Telegraphen=Anstalten verhindert oder gestört wird, so machen wir hierdurch ... auf die festgesetzten Strafen aufmerksam. Gleichzeitig bemerken wir hierbei, daß Demjenigen, welcher die Thäter ... derart zur Anzeige bringt, daß die Thäter zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden können, Prämien bis zur Höhe von 5 Thalern in jedem einzelnen Falle gezahlt werde. Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches lauten: §. 296. Wer gegen eine Telegraphen=Anstalt des Staates oder einer Eisenbahn=Gesellschaft vorsätzlich Handlungen verübt, welche die Benutzung dieser Anstalt zu ihren Zwecken verhindern oder stören, wird mit Gefängnis zwischen drei Monaten und drei Jahren bestraft. ... §. 297. Ist in Folge der vorsätzlich verhinderten oder gestörten Benutzung der Telegraphen=Anstalten ein Mensch am Körper oder an der Gesundheit geschädigt worden, so trifft den Schuldigen Zuchthaus bis zu zehn Jahren, oder wenn ein Mensch das Leben verloren hat, Zuchthaus von zehn bis zwanzig Jahren. ... Berlin, den 7. Juli 1866. Königl. Telegraphen=Direction. |
Milch-Verpachtung. Ordentliche, kautionsfähige Milchpächter finden Pachtung auf dem Dominium Blumberg bei Bernau. Einen probirten Hansenschen Kartoffelgraber und eine gebrauchte Kartoffel-Sortirmaschine sucht von Groeling zu Lindenberg bei Berlin. |
Auf ca. 100 Wispel Speise=Kartoffel, die ich bis gegen Mitte October vom 15. September ab entweder hier zur Disposition stellen, oder nach Berlin liefern kann, sehe ich Offerten entgegen. von Groeling, Gutsbesitzer zu Lindenberg bei Berlin. |
Ein zuverlässiges Kindermädchen wird gesucht bei von Groeling in Lindenberg bei Berlin. |
Zum 1. Januar suche ich zwei unverheirathete Leute zu den Pferden, von denen der eine neben der Acker=Arbeit Kutscherdienste mit zu übernehmen hat; desgl. ein zweites Mädchen in die Küche. von Groeling Gutsbesitzer zu Lindenberg. |
Der "Märkische Bote" hat den Zweck, die Provinz Brandenburg geschäftlich enger zu verbinden, öffentliche Angelegenheiten zu besprechen, Gutes zu fördern und Uebelstände zu beseitigen. ... Der "Märkische Bote" erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend für den vierteljährlichen Abonnementspreis von nur 9 Sgr. 3 Pf. ... Die Expedition des Märkischen Boten. |
Bekanntmachung. Da sich in der Umgegend von Berlin wiederholt der Tollwuth verdächtige Hunde gezeigt haben, so ist es erforderlich, daß in den im Umkreise von 3 Meilen von Berlin belegenen Ortschaften die Hunde auf 6 Wochen angelegt werden. ... Berlin, den 15. November 1866. Der Kreis-Landrath Scharnweber. |
Gute schwarze Dinte empfiehlt C.F.Pilger. [Bernau] |
Am 13. d. Mts. hat sich hierselbst eine weiße Hündin (Windhund) mit einer blauen wollenen Schnur um den Hals, angefunden. Der sich legitimierende Eigenthümer kann dieselbe gegen Erstattung der Futterkosten in Empfang nehmen. Eiche bei Berlin, den 15. December 1866. Der Ortsvorstand. Kirschbaum, Schulze. |
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Wahlbezirks-Eintheilung des Niederbarnimschen Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage des Norddeutschen Bundes
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Bekanntmachung. Behufs Ermittelung des Ergebnisses der am 12. d. M. stattgefundenen Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Niederbarnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungsbezirkes Potsdam für den Reichstag des Norddeutschen Bundes sind heute ... die Unterzeichneten zusammengetreten und haben Folgendes festgestellt: Nach den Wahllisten waren 17,237 stimmberechtigte Wähler vorhanden. ... Von den 10,074 Stimmzetteln waren ... 10,011 Stimmzettel für gültig erklärt. ... Von den gültigen Stimmen sind gefallen:
Nach diesem Ergebnis ist der Kreisdeputirte C. von Treskow auf Friedrichsfelde mit absoluter Mehrheit gewählt ... Berlin, den 16. Februar 1867 Der Wahl=Commissarius, Königlicher Landrath Scharnweber. ... | ||||||||||||||
Bekanntmachung ... pro 1866 aufzubringende Landarmensteuer...:
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Am 23. d. M. ist in der hiesigen Dorfstraße ein graues Paket mit Kinder=Kleidung gefunden worden; der rechtmäßige Eigenthümer kann dasselbe zurückerhalten von dem Ortsvorstand. |
Kaff, der Ctr. zu 10 Sgr. ist zu verkaufen bei v. Gröling in Lindenberg. |
Hierdurch warne ich jedermann, meiner Frau irgend etwas an Geld oder Geldeswerth zu leihen, insofern ich für nichts aufkomme. Bernau. Ferdinand Herzug jun., Webermeister. |
Ich warne hierdurch Jedermann, meiner Frau Geld oder Werthsachen auf meinen Namen anzuvertrauen, da ich für nichts aufkomme. Der Arbeitsmann Carl Wegener. |
Weißkohl=, Rothkohl=, Wirsingkohl=, Kohlrabi=, Sellerie=, Porre=, auch Blumenpflanzen verkauft Otto in Lindenberg. |
50,000 Stück gut gebrannter Mauersteine stehen auf meiner Ziegelei in Lindenberg bei Berlin billig zu verkaufen. Lindenberg bei Berlin. L. Wolfgramm. Die Kirschenallee auf meinem Gute ist zu verpachten. Angebote nimmt entgegen v. Gröling in Lindenberg. |
Der Bauergutsbesitzer Ludwig Gathow zu Lindenberg ist in Stelle des Bauergutsbesitzers Kersten zum Gerichtsmann daselbst bestellt worden. Berlin, den 5. Juli 1867. Königliches Domainen=Polizei=Amt Mühlenhof. |
Hierdurch warne ich Jedermann, meiner Frau irgend etwas an Geld oder Geldeswerth zu borgen, da ich für nichts aufkomme. August Tölk, Webermeister in Hohen=Neuendorf bei Oranienburg. |
Bekanntmachung. Berlin, den 11. August 1867 Zu Feuer=Lösch=Commissarien und deren Stellvertretern sind von dem Kreistage gewählt und von der Königlichen Regierung bestätigt worden: Für den V. Bezirk: Commissarius. Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow Stellvertreter. Amtmann Lehmann zu Blumberg Zu No. V gehören folgende Ortschaften: Ahrensfelde, Birkholz, Börnicke, Eiche, Blumberg, Falkenberg, Löhme, Mehrow, Seefelde [!], Zepernick. Für den IX. Bezirk: Commissarius. Rittergutsbesitzer Simon auf Malchow Stellvertreter. Oberinspektor Segnitz zu Blankenfelde zu No. IX gehören folgende Ortschaften: ..., Lindenberg, ... [nachfolgend Auszug aus der Feuer= und Polizei=Ordnung vom 11. October 1847] |
Bekanntmachung. ... bringe ich die Nachweisung der am 30. v. Mts. zur Abgeordneten=Wahl am 7. November cr. gewählten Wahlmänner der Kreise Nieder= und Oberbarnim hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Berlin, den 1. November 1867. Der Wahlcommissarius, Königlicher Landrath Scharnweber. I. Kreis Nieder=Barnim. [insgesamt 289 Wahlmänner]
II. Kreis Ober-Barnim. [insgesamt 254 Wahlmänner] |
Colporteure werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Kalender des Lahrer hinkenden Boten leicht in großen Parthien abgesetzt werden kann. |
Mauersteine, geschlämmt und ungeschlämmt, stehen auf meiner Ziegelei zu verkaufen, und wollen sich Käufer gefälligst direkt an mich wenden. Lindenberg, den 6. December 1867. L. Wolfgram, Ziegeleibesitzer. |
Die nächste Nummer dieses Blattes wird des Weihnachtsfestes wegen erst am Sonnabend Abend ausgegeben werden. Da mit derselben das gegenwärtige Quartal schließt, so laden wir zu recht zahlreichem Abonnement auf das unter dem Titel Niederbarnimer Kreisblatt weiter erscheinende amtliche Organ ganz ergebenst ein und hoffen, durch Aufnahme einer Erzählung sowie des Wichtigsten aus dem politischen Bereich und der Vorkommnisse im kleineren Kreise, je nachdem es der uns bisweilen karg zugemessene Raum gestattet, dasselbe mit dem Privat=Verkehr in engere Verbindung treten zu sehen. Das Kreisblatt erscheint auch fernerhin wöchentlich 2mal, Mittwochs und Sonnabends, und kostet durch die Post bezogen 1/4jährl 12 Sgr., 3 Pfg., Bei der Expedition 10 Sgr. ... Die Redaction |
Da mit dieser Nummer das Quartal schließt, so laden wir zu recht zahlreichem Abonnement auf das unter dem Titel Niederbarnimer Kreisblatt weiter erscheinende amtliche Organ ganz ergebenst ein ... ... |
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Bekanntmachung. Berlin, den 26. December 1867. In Folge Allerhöchster Cabinetts-Ordre vom 17. September d. J. tritt am 1. Januar 1868 eine neue Landwehr=Bezirks=Eintheilung in Kraft. Danach bilden fortan die Kreise Ober= und Nieder=Barnim einen Landwehr=Bataillons=Bezirk für sich und zwar den des 1. Bataillons 7. Brandenburgischen Landwehr=Regiments No. 60 mit dem Sitze des Stabsquartiers und Bataillons=Commandow in Neustadt=Eberswalde. Das Bataillon wird aus 5 Compagnien bestehen, von denen 2 auf dem Ober= und 3 auf den Nieder=Barnimer Kreis fallen, und die wie folgt vertheilt sind: 1. Compagnie Wrietzen, 2. Compagnie Neustadt=Ebw., 3. Compagnie Alt=Landsberg, 4. Compagnie Bernau und 5. Compagnie Liebenwalde. Welche Ortschaften zu den 3 Compagnien des diesseitigen Kreises gehören, ergibt sich aus dem nachfolgenden Tableau. ... [Lindenberg fehlt] Der Kreis=Landrath Scharnweber. Ortschafts=Liste 3. Compagnie, 1. Bataillons (Neustadt=Ebw.) 7. Brandenburgisches Landwehr=Regiments No. 60 Compagnie=Bezirks=Standort Alt=Landsberg. ...; Eiche; ...; Hönow; Hellersdorf; ...; Mehrow mit Gut; ... 4. Compagnie, 1. Bataillons (Neustadt=Ebw.) 7. Brandenburgisches Landwehr=Regiments No. 60 Compagnie=Bezirks=Standort Bernau. Ahrensfelde; ...; Blumberg mit Gut; ...; Malchow mit Gut; Mahrzahn [!] mit Birknersfelde [!]; ... |
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Steckbrief. Gegen den unten näher bezeichneten Dienstknecht Herrmann Bree aus Bredereiche ist die gerichtliche Haft wegen eines im Juni d. J. zu Stolpe verübten Diebstahls beschlossen worden. Seine Verhaftung hat nicht ausgeführt werden können, weil sein gegenwärtiger Aufenthalt, nicht zu ermitteln ist. Ein Jeder, welcher von dem Aufenthalte des c. Bree Kenntniß hat, wird aufgefordert, davon der nächsten Gerichts- oder Polizei=Behörde Anzeige zu machen. Gleichzeitig werden alle Civil= und Militair=Behörden des In= und Auslandes dienstergebenst ersucht, auf den c. Bree zu achten, im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern mittels Transports an die hiesige Gefängniß=Inspection abzuliefern. Oranienburg, den 20. December 1867. Königl. Kreisgerichts=Deputation Signalement. Der Dienstknecht Herrmann Bree ist 22 Jahre alt, hat blonde Haare, braune Augen, und ist von mittlerer Gestalt. |
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Geschichten, die großen Werth haben, enthält der Kalender Lahrer Hinkender Bote, so: Das stählerne Herz. ... Der Lahrer hinkender Bote ist bei allen Buchhändlern und Buchbindern zu haben. ... |
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Die Einnahme der drei Hebestellen unsrer Chaussee und zwar der zu Marzahn und Radebrück mit je zweimeiliger und der zu Seefeld mit einmeiliger Hebung werden mit dem 1. April 1868 pachtfrei. Zum Zwecke der anderweitigen Verpachtung haben wir einen Termin auf den 17. Januar 1868, Mittags 12 Uhr im Fritz Bohnschen Gasthause hierselbst anberaumt. ... Alt=Landsberg, den 28. December 1867. Das Directorium der Berlin=Prötzeler Chaussee=Actien=Gesellschaft. |
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Subhastations=Patent. Theilungs halber. Freiwillige Subhastation. Das zum Nachlaß des Kossäthen und Garnwebermeisters Friedrich Wilhelm Strauß jetzt dessem Erben gehörige, im Dorfe Lindenberg belegene, im Hypothekenbuche von Lindenberg Band I No. I, Blatt 1 verzeichnete Kossäthengrundstück nebst Zubehör, abgeschätzt ohne Wirthschafts=Inventar auf 3400 Thaler, soll am an hiesiger Gerichtsstelle öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. Taxe und Hypothekenschein, sowie die Verkaufsbedingungen, sind in unserem Büreau einzusehen. Bernau, den 24. December 1867. Königliche Kreisgerichts=Commission. Nutzholz=Verkauf. Auf hiesigem Rittergute sind eine Partie Elsen=Nutzholtz=Enden, 5 bis 9 Zoll stark, 6 bis 12 Fuß lang, verkäuflich. Bewerbungen und Preisgebote werden auf dem Gutshofe entgegen genommen. Dominium Blumberg, im Januar 1868. |
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Gut gewonnenes Gemenge=Futterstroh, 12 Ctr. mit 8 Thlr., verkauft v. Gröling Lindenberg, den 18. Januar 1868. |
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Bekanntmachung. Die auf Donnerstag den 30. Januar d. J., im Schulzenamte zu Lindenberg angesetzte Auction wird hierdurch aufgehoben. Berlin, den 22. Januar 1868. Drömer, Executor. |
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Ein ziemlich großer Hund, schwarz und weiß gefleckt, hat sich in der Pfarre zu Blumberg angefunden. Eigenthümer melde sich daselbst. |
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Bernau, den 1. Februar 1868 Bekanntmachung. Das Abraupen der Obstbäume muß in diesem Jahre bis zum 1. April cr. bewirkt werden. Die Besitzer von Obstbaumanlagen werden hierzu mit dem Bemerken aufgefordert, daß die Unterlassung dieser polizeilichen Anordnung ... mit einer Geldstrafe bis zu 20 Thlr., und im Unvermögensfalle mit verhältnißmäßiger Gefängnißstrafe geahndet wird. Die Polizei=Verwaltung. Der Magistrat. Lange. |
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Bekanntmachung. Der von mir verbreitete bedeutende Diebstahl von Staatspapieren ist durch Wiederfinden in den Acten erledigt und nehme meinen ausgeprochenen Verdacht hiermit zurück. Pfarre zu Lindenberg. 3 Thaler Belohnung! sichere ich demjenigen zu, welcher mir Auskunft darüber ertheilen kann, wer meinen Patent=Pflug von der Blumberger Feldmark am 19. o. 20. d. M. gestohlen hat. Bauergutsbesitzer August Giese in Blumberg. |
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Berlin, den 28. Februar 1868. Bekanntmachung. Das nach den festgesetzten Zu= und Abgangslisten, sowie den eingereichten Inexigibilitäts=Nachweisungen berichtigte Soll des von den Ortschaften des platten Landes diesseitigen Kreises pro 1867 aufzubringende Land=Armen=Geldes stellt sich nach den einzelnen Ortschaften folgendermaßen:
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Zwei verheiratete Arbeitsleute mit guten Zeugnissen können sich bei mir melden. Lindenberg, den 5. März 1868. L. Wolfgram |
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Bekanntmachung. Wegen der im Monate April cr. stattfindenden Auszahlung der auf Grunde des §2 des Gesetzes vom 21. März 1861 festgesetzten Grundsteuer=Entschädigungen werden die Zahlungstage zur Ablieferung der Steuern c. pro April cr. wie folgt festgesetzt:
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Kräftige Gemüsepflanzen von Weiß=, Braun=, Wirsingkohl und Kohlrabi sind zu haben bei Otto in Lindenberg. |
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70 Stück Pappel=Nutzenden sind auf meinem Gute in Lindenberg zu verkaufen. v. Gröling |
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Berlin, den 9. Juni 1868. Bekanntmachung. Der Forstschutz über den, der Gemeinde Ahrensfelde gehörigen Wald ist dem Förster Walter und dem Hilfsjäger Poetsch zu Blumberg übertragen, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Die Ortsbehörden der umliegenden Ortschaften wollen dies in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen. Der Kreis=Landrath, Geheime Regierungs=Rath. Scharnweber. |
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Berlin, 9. Juli 1868. Bekanntmachung. ... daß die Gesuche der nachstehend verzeichneten Mannschaften aus dem Niederbarnimer Kreise um einstweilige Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung in der Sitzung vom 29. Mai cr. als begründet erachtet und die Berücksichtigten hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt worden sind. Der Kreis=Landrath, Geheime Regierungs=Rath. Scharnweber.
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Berlin, den 11. August 1868. Bekanntmachung. In Folge der Erkrankung des Gendarmen Domke zu Alt=Landsberg und seiner dadurch nothwendig gewordenen Vertretung werden folgende Anordnungen getroffen: Es erhalten 1) der Gendarm Dilthey: Eiche, Hönow, Amtsfreiheit Alt=Landsberg und Neuhönow, Krummensee und Mehrow; 2) der Gendarm Mählisch: Blumberg, Löhme, Seefeld; 3) der Gendarm Elbers: Falkenberg, Wartenberg, Ahrensfelde, Malchow und Lindenberg; 4) der Gendarm Pompe: Biesdorf, Caulsdorf, Cöpenicker Etablissiments, Marzahn und Hellersdorf; 5) der Gendarm Kunkel: Reinickendorf, Lübars und Schildow; 6) der Gendarm Schulz: Birkenwerder, Bergfelde und Summt; 7) der Gendarm Geuder: Schönow und Schmetzdorf; 8) der Gendarm Grätz: Bollensdorf, Fredersdorf, Petershagen, und Eggersdorf. Die vorstehende Bestimmung enthält zugleich die einstweilige Abnahme der genannten Ortschaften von den früheren Patrouillienbezirken der resp. anderen Gendarmen. Die betreffenden Gendarmen haben sich hiernach zu richten. Der Kreis=Landrath. I.V. Der Kreis=Deputirte v. Knobelsdorff. |
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Berlin, den 7. September 1868. Bekanntmachung. Nachdem der Gendarm Domke zu Alt=Landsberg wieder hergestellt ist, werden die in Folge dessen Erkrankung durch Kreisblatt=Bekanntmachung vom 5. d. M. (Stück 64) getroffene Anordnungen zurückgenommen und treten die sämmtlichen Gendarmen in ihre früheren Patrouillien=Bezirke wieder ein. Der Kreis=Landrath. I.V. Der Kreis=Deputirte. von Knobelsdorff. |
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Berlin, den 18. September 1868. Behufs Neuwahl von Schiedsmännern und deren Stellvertretern muß eine Neuwahl der Ortswähler in allen Gemeinden des Kreises stattfinden. Zu wählen sind in Ortschaften von 1 bis 200 Seelen ein Wahlmann, von mehr als 200 bis 400 Seelen zwei, von mehr als 400 bis 600 Seelen drei Wahlmänner u.s.f. von jeden folgenden 1 bis 200 Seelen immer noch ein Wahlmann. Die Zahl der Wahlmänner für jeden Ort ergiebt die nachfolgend abgedruckte Nachweisung. ... Der Kreis=Landrath, Geheimer Regierungs=Rath, Scharnweber. Verzeichnis der Zahl der Wahlmänner Ahrensfelde: 3, Blumberg: 4, Eiche: 2, Lindenberg: 4, Mehrow: 1 |
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Auf dem Wege von Bernau nach Blumberg ist ein grauer Plan und ein dunkelgrüner Mantel verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselben gegen gute Belohnung abzugeben beim Cossäth Gottlieb Wilke in Blumberg. |
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Bekanntmachung. Im Auftrage der Königlichen Regierung hierselbst wird das unterzeichnete Haupt=Amt in seinem Geschäftslocale die an der Berlin=Danziger Kunststraße belegene Chausseegeld=Hebestelle zu Blumberg am Montag, den 7. December cr., Vormittags 10 Uhr mit Vorbehalt des höheren Zuschlages zum 2. Januar f. Js. in Pacht ausbieten. Nur als dispositionsfähig sich ausweisende Personen, welche vorher mindestens 180 Thlr. in baar oder in annehmbaren Staatspapieren bei uns zur Sicherung ihres Gebotes niedergelegt haben, werden zum Bieten zugelassen. Die Pachtbedingungen sind von heute ab während der Dienststunden in unserer Registratur einzusehen. Potsdam, den 17. November 1868. Königliches Haupt=Steuer=Amt. |
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Der Lahrer Hinkende Bote für 1869 ist erschienen und bei allen Buchhändlern und Buchbindern vorräthig. Preis 4 sgr. In Bernau bei C. F. Pilger. |
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Eine Parterre=Wohnung, bestehend aus 2 Stuben, Kammer, Küche nebst Zubehör, ist am 1. Januar 1869, auch sofort, zu vermiethen. Diese Wohnung paßt sehr gut für Handwerker und Geschäftsleute. Otto in Lindenberg |
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Mauersteine, gut gebrannt (geschlämmt und ungeschlämmt), stehen auf meiner Ziegelei in Lindenberg preiswürdig zum Verkauf. Lindenberg, im December 1868. L. Wolfgram. Ein Arbeitsmann, mit guten Attesten versehen, der vollständig mit der Landwirthschaft betraut ist und mit Pferden umzugehen weiß, findet bei freier Wohnung zum 2. April 1869 ein Unterkommen bei L. Wolfgram in Lindenberg bei Berlin. |
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Bekanntmachung. Im Auftrage der Königlichen Regierung hierselbst wird das unterzeichnete Haupt=Amt in seinem Geschäftslocale die auf der Berlin-Danziger Kunststraße belegene Chausseegeld=Hebestelle zu Wartenberg am Dienstag, den 19. Januar k. Js. Vormittags 10 Uhr mit Vorbehalt des höheren Zuschlages zum 1. April k. J. in Pacht ausbieten. Nur als dispositionsfähig sich ausweisende Personen, welche vorher mindestens 236 Thlr. in baar oder in annehmbaren Staatspapieren bei uns zur Sicherung ihres Gebotes niedergelegt haben, werden zum Bieten zugelassen. Die Pachtbedingungen sind von heute ab während der Dienststunden in unserer Registratur einzusehen. Potsdam, den 21. December 1868. Königliches Haupt=Steuer=Amt. Ein Arbeitsmann, mit guten Attesten versehen, der vollständig mit der Landwirthschaft betraut ist und mit Pferden umzugehen weiß, findet bei freier Wohnung zum 2. April 1869 ein Unterkommen bei L. Wolfgram in Lindenberg bei Berlin. |
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Bekanntmachung. Zum Neubau der Kirche zu Marzahn sollen folgende Baumaterialien angeliefert werden: ... Berlin, den 21. Januar 1869. Der Königliche Bau=Inspector, Bürkner. |
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Nachweisung der ländlichen Schiedsmannbezirke im Niederbarnimer Kreise und der stattfindenden Neuwahlen von Schiedsmännern resp. deren Stellvertretern. No. des Schiedsmann-Bezirkes Namen der dazu gehörigen Ortschaften Ort, in welchem die Wahl stattfindet Namen der ernannten Wahlcommissarien Anzahl der zu wählenden Schiedsmänner resp. Stellvertreter Namen der zur Theilnahme an den Wahlen berechtigten Herren Gutsbesitzer resp. Stellvertreter [Schiedsmannbezirk:] IX. [Ortschaften:] Mehrow, Löhme, Seefeld, Krummensee, Blumberg mit Elisenau [Wahlort:] Blumberg [Wahlcommissarius:] Amtmann Lehmann [Anzahl:] 2 Stellv. [Wahlberechtigte Gutsbesitzer:] Der Rittergutsbesitzer Heise auf Mehrow und Kgl. Rittmeister Graf v. Arnim resp. sein Vertreter, und der Kgl. Domainenbeamte Schmidt zu Löhme [Schiedsmannbezirk:] X. [Ortschaften:] Schönow, ..., Lindenberg, ... [Wahlort:] Buch [Wahlcommissarius:] Se. Excellenz der General der Infanterie Gr. v. Voß=Buch. [Anzahl:] 1 Schiedsm., 2 Stellv. [Wahlberechtigte Gutsbesitzer:] ... [Schiedsmannbezirk:] XXV. [Ortschaften:] Ahrensfelde, Malchow, Marzahn, Wartenberg, Falkenberg, Eiche und Hellersdorf, Weißensee, Hoh.-Schönhausen [Wahlort:] Falkenberg [Wahlcommissarius:] Amtmann Jungk [Anzahl:] 1 Schiedsm., 2 Stellv. [Wahlberechtigte Gutsbesitzer:] Die Besitzer der Rittergüter Malchow, Wartenberg, Falkenberg, Hellersdorf, Weißensee und Hohen-Schönhausen, resp. die Pächter oder die Administratoren derselben |
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Bernau, den 12. Februar 1869. Bekanntmachung. Das Abraupen der Obstbäume muß in diesem Jahre bis zum 1. April cr. bewirkt werden. Die Besitzer von Obstbaumanlagen werden hierzu mit dem Bemerken aufgefordert, daß die Unterlassung dieser polizeilichen Anordnung ... mit einer Geldstrafe bis zu 20 Thlr., und im Unvermögensfalle mit verhältnißmäßiger Gefängnißstrafe geahndet wird. Die Polizei=Verwaltung. Lange. |
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Das nach den festgesetzten Zu= und Abgangslisten, sowie den eingereichten Inexigibilitäts=Nachweisungen berichtigte Soll des von den Ortschaften des platten Landes diesseitigen Kreises pro 1867 aufzubringende Landarmengeldes stellt sich nach den einzelnen Ortschaften folgendermaßen:
Königl. Landrath Niederbarnimer Kreises, Geheimer Regierungs=Rath. Scharnweber. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
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2 Arbeitsleute, am liebsten verheirathete, erhalten auf meinem Gute dauernde Arbeit. Dieselben müssen sich hier im Dorfe einmiethen. Lindenberg, den 4. März 1869. von Gröling. |
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Berlin, den 27. April 1869. Bekanntmachung. Nachstehender Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Niederbarnimer Kreise pro 1869 ... III. zu Bernau im Rathause a) am Montag, den 7. Juni cr.: Ahrensfelde, Blumberg, ..., Lindenberg, ... b) am Dienstag, den 8. Juni cr.: ... c) am Mittwoch, den 9. Juni cr.: ..., Eiche mit Hellersdorf, ..., Mehrow, ... ... Der Königliche Landrath, Geheimer Regierungs=Rath. Scharnweber. |
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Kirschen=Verpachtung. Auf den Chaussee=Strecken 1) von Gehrenberge bis Schwanebeck 2) von Lindenberg bis Malchow 3) von Malchow bis Weißensee sollen die Kirschen meistbietend verpachtet werden und ist ein Termin am Dienstag, den 15. d. Mts., Vormittags 10 Uhr im Strehblowschen Gasthofe anberaumt. Die näheren Bedingungen werden im Termine bekannt gegeben. Bernau, den 6. Juni 1869. Die Direction der Bernau=Weißenseer Chaussee=Gesellschaft. Wartenberg. |
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Berlin, den 5. Juli 1869. Bekanntmachung. ... daß die Gesuche der nachstehend verzeichneten Mannschaften aus dem Niederbarnimer Kreise um einstweilige Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung ... als begründet erachtet und die Berücksichtigten ... zurückgestellt worden sind. Der Königliche Landrath, Geheimer Regierungs=Rath. Scharnweber.
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Bekanntmachung. Am 13. August d. Js. Vormittags 10 Uhr sollen im Hause des Schmiedemeisters Friedrich Finke zu Eiche verschiedene Möbel, Haus= und Ackergeräthschaften öffentlich an den Meistbietenden gegen sofortige Zahlung verkauft werden. Alt=Landsberg, den 28. Juli 1869. Königliche Kreisgerichts=Deputation. |
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Bekanntmachung. Im Auftrage der Königlichen Regierung hierselbst wird das unterzeichnete Haupt=Amt in seinem Geschäftslocale die auf der Berlin-Danziger Kunststraße belegene Chausseegeld=Hebestelle in Blumberg am Donnerstag, den 21. October cr. Vormittags 10 Uhr mit Vorbehalt des höheren Zuschlages zum 2. Januar 1870 in Pacht ausbieten. Nur als dispositionsfähig sich ausweisende Personen, welche vorher mindestens 167 Thlr. in baar oder in annehmbaren Staatspapieren bei uns zur Sicherung ihres Gebotes niedergelegt haben, werden zum Bieten zugelassen. Die Pachtbedingungen sind von heute ab während der Dienststunden in unserer Registratur einzusehen. Potsdam, den 18. September 1869. Königliches Haupt=Steuer=Amt. |
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Eine Forderung auf den Ziegeleibesitzer L. Wolfgram in Lindenberg ist zu verkaufen. Näheres in der Expd. d. Bl. |
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Ein Kraft= und Stoffmittel kein Arznei= oder Reizmittel Dr. Kochss Mannbarkeits=Substanz *) In Flaschen zu 1, 1 1/3 und 1 1/2 Thlr. Nur direkt unter Zusicherung strengster Discretion, zu beziehen durch Dr. Koch, Berlin, Belle-Alliance-Straße Nr. 4. ... *) Beweis über Tausend gekräftigt. |
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Bekanntmachung. Am Freitag, den 5. November d. Js., Vormittags 11 Uhr sollen auf dem Grundstück des Schmiedemeisters Friedrich Finke zu Eiche verschiedene Möbel, Haus= und Ackergeräthschaften öffentlich an den Meistbietenden gegen sofortige Bezahlung verkauft werden. Alt=Landsberg, den 18. October 1869. Königliche Kreisgerichts=Deputation. |
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Mein zu Lindenberg bei Berlin belegenes Gehöft, nebst dem dahinter liegenden Obst= und Gemüsegarten bin ich willens, aus freier Hand zu verkaufen. Käufer wollen sich gefälligst direct, oder in francirten Briefen an mich wenden. Lindenberg, im November 1869 L. Wolfgram |
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Denjenigen Frauen, welche es bei ihren allabendlichen Zusammenkünften nicht unterlassen können, über die Verhältnisse eines jungen Mannes mit größtem Zungenschlag unglimpflich zu kannegießen, wird zum neuen Jahr eine entsprechende Verstärkung ihrer Mitgliederzahl gewünscht! - Schreibgebühren fallen weg, nur loser Mund Bedingung. Der Vorstand 207. In der zum Rittergut Blumberg gehörigen Schloßmeierei findet ein ordentliches, kräftiges Mädchen zu Neujahr noch Dienst. |
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Auf meinem Gut ist zu verkaufen: Roggen-Tangstroh mit 9 Thl. pro 1200 Pfd. Lindenberg bei Berlin. von Gröling. |
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Bernau, den 19. Januar 1870. Es sind in neuerer Zeit einige Erkrankungen an den Pocken vorgekommen, welche nicht sogleich zu unserer Kenntniß gelangt sind. Es werden deshalb die bezüglichen Bestimmungen zur genauen Beachtung nachstehend in Erinnerung gebracht: Anzeige an die Polizeibehörde. §. 44. Jeder Fall von Erkrankungen an den Pocken ist, bei Vermeidung einer Geldstrafe von 2 bis 5 Thlrn. oder 3- bis 8-tägigem Gefängniß, der Polizeibehörde anzuzeigen. Absonderung der Pockenkranken. §. 45. Bleibt der Pockenkranke in seiner Wohnung, so findet die Isolirung desselben oder die Bezeichnung der Wohnung mittels einer Tafel statt. Eine Vernachlässigung der desfalligen Vorschriften zieht die [in] §. 26. angedrohten Strafen nach sich. (2 bis 10 Thlr. oder 3- bis 14tägige Gefängnißstrafe.) Desinfection. §. 47. Hinsichtlich der Desinfection wird im Falle erfolgter Genesung eines Pockenkranken auf §. 19. verwiesen, ... Verfahren bei den Varioliden. §. 49. Sämmtliche, die ächten [!] Menschenpocken betreffenden sanitätspolizeiliche[n] Anordnungen sind auch bei den sogenannten Varioliden oder modificirten Menschenpocken zu befolgen. Die Polizei-Verwaltung. |
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8-10 Wispel Futterkohlrüben á Wispel 7 Thlr. sind abzugeben bei Otto in Lindenberg. |
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Vor Kurzem ward ein junger Herr, der ohne Erlaubniß seiner Braut einem Maskenball in B. beiwohnte, durch einen Abschiedsbrief tief verwundet, was wir hiermit zur Warnung aller jungen Herren mittheilen. D.K. |
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Bekanntmachung. Am Freitag, den 4. März d. J., Mittags 12 Uhr sollen im Schulzenamte zu Eiche 47 Scheffel 12 Metzen Roggen öffentlich an den Meistbietenden gegen sofortige Bezahlung verkauft werden. Alt-Landsberg, den 17. Februar 1870. Königliche Kreisgerichts-Deputation. |
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Berlin, den 18. Februar 1870. ... Soll des von den Ortschaften des platten Landes diesseitigen Kreises pro 1869 aufzubringenden Landarmengeldes ...:
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Für Geschlechtsleidende! Lebenspillen (auch Elixir) gegen geschwächte Mannbarkeit, 2 Thaler. 1/2 Dosis 1 Thaler. Geschlechtskrankheiten, Pollutionen, Bleichsucht, weißen Fluß heilt rasch und sicher Dr. A. Lohrengel in Leipzig. |
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Bernau. Am Sonntag den 27. v. M. Abends gegen 10 Uhr wurde nach Berlin zu ein starker Feuerschein bemerkt. Eingezogene Erkundigungen führten nach Lindenberg, woselbst das Wächterhaus niederbrannte. Es verlautet, daß der Wächter, welcher noch in tiefem Schlafe lag, nur mit Mühe dem schrecklichen Feuertode entging, nachdem er bedeutende Beschädigungen erhalten. |
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Die Mitglieder der [Bernauer] Stadtverordneten-Versammlung werden davon in Kenntniß gesetzt, daß in der am Dienstag, den 12. April d. J. Nachmittags 3 1/4 Uhr stattfindenden Sitzung folgende Gegenstände zur Berathung und Beschlußfassung kommen werden: ... 3) Mittheilung des Magistrats, betreffend den Verkauf der Pappeln am Neustädter und Blumberger Wege und Wiederbepflanzung derselben. ... |
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Berliner Hagel- Assecuranz-Gesellschaft von 1832 ... Die Unterzeichneten empfehlen sich zur Vermittelung von Versicherungen und stehen mit Antrags-Formularen sowie mit jeder beliebigen näheren Auskunft stets zu Dienst. ... Wilh. Krüger in Blumberg ... |
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Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Niederbarnimer Kreise pro 1870 I. zu Alt-Landsberg im Schützenhause ... II. zu Oranienburg im Bredereck'schen Gasthofe ... III. zu Bernau im Rathhause [!] a) am Montag, den 23. Mai cr., früh 6 1/2 Uhr: Ahrensfelde, Blumberg, Lindenberg, ... b) am Dienstag, den 24. Mai cr., früh 6 1/2 Uhr: Mehrow, ... c) am Mittwoch, den 25. Mai cr., früh 6 1/2 Uhr: Eiche und Hellersdorf, ... |
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Ein tüchtiger, brauchbarer Pferdeknecht, dem man Fuhrwerk nach Berlin anvertrauen kann, findet sofort Unterkommen bei hohem Lohn. Bauerngutsbes. Grün in Blumberg. |
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Berlin, den 7. Juni 1870. ... Einstweilige Zurückstellung für den Fall einer Mobilmachung ... A. Hinter den letzten Jahrgang der Reserve zurückgestellt [insgesamt 8] 1. Gustav Albrecht Ahrensfelde Kavallerie-Reservist. B. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt [insgesamt 54] 12. Friedrich Keisdorf Blumberg Landwehr-Infanterist, Gefreiter 32. Friedrich Wilhelm Bolle Lindenberg Landwehr-Infanterist. |
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Die in der Hitze gegen den Arbeiter Gauger ausgestoßene Beleidigung nehme ich hiermit reuevoll zurück. Lindenberg, den 18. Juni 1870. Schmidt. |
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Eine Anzahl Arbeiter mit Spaten finden bei mir jetzt noch Beschäftigung. Lindenberg bei Berlin. v. Gröling. |
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Ich beabsichtige die Kirschen des meine Feldmark durchschneidenden Blumberger Weges - vom Birkholz-Wartenberger Wege bis zum Dorf Lindenberg - zu verpachten. Die Bäume sind voll. Pachtlustige wollen sich bald an mich wenden. Lindenberg. v. Gröling. |
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Zwei brauchbare Arbeitspferde sind billig zu verkaufen bei Lichtenberger in Ahrensfelde. |
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Bernau, Sonntag, den 24. Juli 1870. Allerhöchster Erlaß vom 21. Juli 1870, betreffend die Abhaltung eines außerordentlichen Bettages [anläßlich des Kriegsbeginns] am 27. Juli d.J. ... Wilhelm. |
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Für Kartoffel-Händler. Frühkartoffeln (weiße fleischige Lübbenauer) sind auf meinem Gute zu haben. Der Wispel 2 Thlr. unter dem Berliner Marktpreise. Lindenberg bei Berlin. v. Gröling. |
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Ein ordentlicher Arbeitsmann findet bei mir dauernde Beschäftigung bei den Pferden. Lindenberg, v. Gröling. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 8. September 1870. Es ist auch in Friedrichsfelde und Buch die Rinderpest ausgebrochen. Beide Ortschaften sind gesperrt. ... Der Königliche-Landrath, Geheimer Regierungs-Rath. Scharnweber Anordnungen der Königl. Regierung, den Ausbruch der Rinderpest betreffend. ... |
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Berlin, den 11. September 1870. Bekanntmachung. Rindfleisch und Kalbfleisch darf in Berlin fortan nur eingeführt werden, wenn zugleich ein Attest der betreffenden Ortsbehörde beigebracht wird, daß der Ort, woher das Fleisch stammt, von der Rinderpest frei ist. Rindvieh darf nur auf den Steuerstraßen für Berlin ein- und ausgeführt werden. Die Ortsbehörden haben dies bekannt zu machen und Atteste der vorgedachten Art, im Falle die daran geknüpfte Voraussetzung erfüllt ist, zu ertheilen. Der Königliche Land-Rath, Geheimer Regierung-Rath. Scharnweber. |
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Auszug aus den amtlichen Verlustlisten für den Niederbarnimer Kreis. Schlacht bei Vionville und Rezounville am 16. August 1870 5. Brandenburgisches Infanterie-Regiment No. 48, 5. Compagnie. Reservist Johann Friedrich Huwe aus Blumberg. Todt, Granatschuß durch die Brust. |
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Auszug aus den amtlichen Verlustlisten für den Niederbarnimer Kreis. Schlacht bei Vionville am 16. August 1870 3. Brandenburgisches Infanterie-Regiment No. 20, 9. Compagnie. Füsilier August Schleusener aus Elisenau. Leicht verwundet, Schuß durch den Oberarm. Gefecht bei Gravelotte am 18. August 1870 7. Brandenburgisches Infanterie-Regiment No. 60, 2. Compagnie. Musketier Wilh. Fiebig aus Eiche. Verwundung unbekannt. |
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Auszug aus den amtlichen Verlustlisten für den Niederbarnimer Kreis. Gefecht bei Verneville am 18. August 1870 Holsteinisches Infanterie-Regiment No. 85, 5. Compagnie. Gefreite[r] Otto Karl Gustav Rose aus Blumberg. Leicht verwundet. Lazareth Verneville. Gefecht bei Gorze am 16. August 1870 Leib-Grenadier-Regiment (1. Brandenburg.) No. 8, 11. Copmpagnie. Füsilier Joh. Carl Aug. Huhn aus Blumberg. Schwer verw. Schuß in die Schulter. Lazareth Gorze. Schlacht bei Vionville am 16. August 1870 3. Brandenburgisches Infanterie-Regiment No. 20, 10. Compagnie. Füsilier Wilhelm Baurath aus Lindenberg bei Berlin. Todt. |
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Futterkartoffeln sind zu haben, der Wispel mit 6 Thlr. loco Lindenberg. v. Gröling. |
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Nachtrag zu den Verlust-Listen für den Niederbarnimer Kreis 7. Brandenburgisches Infanterie-Regiment No. 60, 2. Compagnie. Musketier Wilhelm Fiebig aus Eiche. Verwundung unbekannt. Reserve-Lazareth in Moabit |
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Seidenwicklerinnen auf große und kleine Maschinen finden dauernde und gute Beschäftigung in der Fabrik von C. Kemritz Arbeiter auf seidenen Plüsch finden dauernde und gute Beschäftigung bei C. Kemritz. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 11. November 1870. Nach Vorschrift ... des Reglements vom 10. Juli d. J. über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten wird das nachfolgende Verzeichnis der Wahlmänner der Kreise Ober- und Nieder-Barnim zur Abgeordneten-Wahl am 16. d. Mts. hiermit veröffentlicht. Diese beginnt Morgens 10 Uhr in der großen Stadtkirche zu Bernau.
[insgesamt: 307 für Nieder-Barnim, 264 für Ober-Barnim] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Einen Webergesellen auf Satin verlangt Utech, Breitestraße 289/90. [Bernau] Einen Webergesellen auf Double verlangt Bader. [Bernau] |
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Ein Arbeiter auf Seide findet dauernde Beschäftigung bei Osner, Seidenwirkermeister. |
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Bekanntmachung. Behufs Ermittelung des Ergebnisses der am 3. d. Mts. stattgefundenen Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Nieder-Barnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungs-Bezirkes Potsdam für den Deutschen Reichstag sind heute ... die Unterzeichneten zusammengetreten und haben Folgendes festgestellt: ... 7118 Stimmzettel für gültig erklärt. ... Von den gültigen Stimmen sind gefallen
Berlin, den 7. März 1871 Der Wahl-Commissarius, Königlicher Landrath, Geheime Regierungs=Rath Scharnweber. ... |
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3 Arbeiter-Familien werden sogleich oder zu Johanni gesucht auf dem Gute Hönow bei Alt-Landsberg. |
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Auf meiner Ziegelei suche ich sofort einen Ziegler, der das Brennen der Steine mit Kohlen gut versteht. Lindenberg bei Berlin. Wolfgram. |
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Der Erweiterungsbau der Scheune auf dem Schulhofe zu Hönow, veranschlagt zu 250 Rthlr., soll im Wege der öffentlichen Minuslication verdungen werden und ist dazu ein Termin auf Montag, den 31. d. M., Vormittags 10 Uhr hier im Amtsbureau anberaumt. ... Alt-Landsberg, den 18. Juli 1871 Königliches Domainen=Polizei=Amt. |
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Nachruf. Am 5. d. Mts. starb zu Pankow der Mitbegründer des Falkenberger Rettungshauses, das hochbetagte und durch lange Jahre bewährte Mitglied des unterzeichneten Curatorii, Herr Amtmann Luther. ... Das Curatorium des Rettungshauses zu Falkenberg |
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Meine am Blumberger Wege belegenen Wordländer bin ich Willens Umstände halber mit einem Drittheil Anzahlung zu verkaufen. A. Kühn, Brüderstraße 104. |
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50-60,000 Stck. Mauersteine, sowie mehrere Ruthen Feldsteine stehen wegen Verkauf der Ziegelei, das Tausend Mauersteine zu 8, 9 und 10 Thlr., zum Verkauf, bei größeren Parthien billiger. Lindenberg, im November 1971. Wolfgram. |
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Gute schwarze Dinte ... empfiehlt C. F. Pilger. |
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Die Volkszählung von 1871 betreffend Am 1. December des laufenden Jahres wird in Deutschen Reiche eine allgemeine Volkszählung stattfinden. Das hierbei zur Anwendung kommende Verfahren, die sogenannte 'Zählerkarten- Methode' ist sowohl für die Behörden, wie für die Bevölkerung neu und eigenthümlich ... |
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25 Thaler, in Worten fünfundzwanzig Thaler zahle ich demjenigen, welcher mir den Dieb, der meine Kartoffel= und Kohlrüben=Miethen auf dem Felde (am Blumberger Wege) in diesen Tagen bestohlen hat, so nachweist, dass ich dessen gerichtliche Bestrafung bewirken kann. Lindenberg. v. Gröling. |
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Freireligiöser Verein. Am Sonntag, den 10. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr im Schützenhause: Ueber die sozialistischen Lehren Jesu. Der Vorstand. |
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Ein verheirateter Arbeitsmann, der mit Pferden umzugehen versteht, findet bei freier Wohnung und gutem Deputat zum 1. Januar 1872 dauernde Beschäftigung beim Gutsbesitzer Franz Otto in Lindenberg bei Berlin Ein gutes Zugpferd für 40 Thaler, ein gutes Zug- und Reitpferd für 60 Thlr. sind zu verkaufen beim Bauern Lichtenberger in Ahrensfelde. |
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Ein ordentliches Mädchen, das im Hause und mit Melken Bescheid weiß, wird zum 1. April gesucht. Lohn 36 Thlr. Wo, sagt die Exped. d. Bl. |
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Ein tüchtiger Wirthschafts=Meier findet am 2. April d. J. eine Stellung auf dem Rittergute Falkenberg bei Berlin Gehalt mit Tantiême über 100 Thaler und Deputat. Näheres in Falkenberg auf dem Gute. |
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25 Thaler Fünfundzwanzig Thaler zahle [ich] Demjenigen, welcher mir Personen, welche auf der Malchower Feldmark die Jagd widerrechtlich ausüben, so bezeichnet, daß dieselben zur gerichtlichen Bestrafung gezogen werden können. H. Simon, Rittergutsbesitzer in Malchow. Einen Webergesellen auf Wellington und einen Spuler verlangt Herrm. Richter, Bahnhofstr. [Bernau] |
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Impf-Anzeige. Von Donnerstag, den 1. Februar c. an werde ich jeden Donnerstag von 11-12 Uhr die Schutzpocken in meiner Wohnung impfen. Dr. Bekel. |
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Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen in Nieberbarnimschen Kreise pro 1872 ... I. zu Alt-Landsberg im Schützenhause II. zu Oranienburg im Bredereckschen Gasthofe III. zu Bernau im Rathause a) am Freitag, den 8. März cr. früh 7 Uhr: Ahrensfelde b) am Sonnabend, den 9. März ...: Mehrow c) am Montag, den 11. März ...: ... d) am Dienstag, den 12. März ...: Blumberg, Eiche und Hellersdorf, Lindenberg |
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Die Zusammenstellung der Volkszählungs-Resultate vom 1. December 1871 ergiebt für den Kreis Niederbarnim
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Ein kräftiger Bursche kann die Gemüse- und Blumen-Gärtnerei gründlich erlernen durch den Kunstgärtner Mattescheck in Lindenberg beim Gutsbesitzer Otto. |
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100 Ctr. Roggen= & Haferkaff, á Ctr. 7 1/2 Sgr., sind zu verkaufen bei Otto in Lindenberg. Ein Bursche, der Lust hat die Gemüse= und Blumengärtnerei zu erlernen, findet sofort eine Stelle beim Kunstgärtner Mattescheck. In Lindenberg beim Gutsbesitzer Otto. |
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Tableau für die Abhaltung der Pferdemusterungen im Niederbarnimer Kreise Name des Gestellungsorts und des Civil-Kommissars Tag und Stunde der Gestellung, Name der Orte, welche Pferde zu gestellen haben Klosterfelde, Kreisschulze Springer aus Ruhlsdorf Schönfließ, Rittergutsbes. Baron von Veltheim Falkenberg, Amtmann Jungk aus Falkenberg Dahlwitz, Rittergutsbes. von Treskow auf Dahlwitz |
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Bekanntmachung. Berlin, den 20. April 1872. Mit Bezugnahme auf § 5. der mittels Allerhöchster Cabinets=Ordre vom 5. October 1867 genehmigten Bestimmungen über die Classifizierung der Reserve- und Landwehr-Mannschaften rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse und im Verfolg meiner Bekanntmachung vom 2. Februar d. J. (Kreisblatt No. 12) wird hiermit veröffentlicht, dass die Gesuche der nachstehend verzeichneten Mannschaften aus dem Niederbarnimer Kreise um einstweilige Zurückstellung für den Fall einer Mobilmachung in der Sitzung am 14. März c. als begründet erachtet und die Berücksichtigten, wie unten näher ersichtlich gemacht, zurückgestellt worden sind. Die übrigen um Zurückstellung vorstellig gewordenen, hierunter aber nicht genannten Reserve= und Landwehr=Männer sind mit ihren desfalligen Gesuchen abgewiesen. Der Kreis=Landrath, Geheime Regierungs=Rath Scharnweber.
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Nachweisung der [insgesamt 33] ländlichen Schiedsmann=Bezirke im Niederbarnimer Kreise Und der stattfindenden Neuwahlen von Schiedsmännern resp. deren Stellvertretern No. der Schiedsmanns=Bezirke. / Namen der dazu gehörigen Ortschaften Ort, in welchem die Wahl stattfindet Namen der ernannten Wahlcommissarien Anzahl der zu wählenden Schiedsmänner und Stellvertreter Namen der zur Theilnahme an den Wahlen berechtigten Herren Gutsbesitzer resp. Stellvertreter [Schiedsmann-Bezirk:] IX. / Mehrow, Löhme, Seefeld, Krummensee, Blumberg mit Elisenau [Wahlort:] Blumberg [Wahlcommissarius:] Amtmann Lehmann zu Blumberg [Zu wählen:] 2 Stellvertreter [Wahlberechtigte Gutsbesitzer:] Ritterguts=Besitzer Heise zu Mehrow, Königl. Rittmeister Graf von Arnim resp. sein Stellvertreter und der Königl. Domainen=Beamte Schmidt zu Löhme [Schiedsmann-Bezirk:] X. / ... Lindenberg ... [Wahlort:] Börnicke [Wahlcommissarius:] Rittergutsbesitzer Hosemann zu Börnicke ... [Schiedsmann-Bezirk:] XXXII. / Ahrensfelde, Marzahn, Wartenberg, Falkenberg, Eiche, Hellersdorf [Wahlort:] Falkenberg Amtmann Jungk zu Falkenberg [Zu wählen:] 1 Schiedsmänner, 2 Stellvertreter [Wahlberechtigte Gutsbesitzer:] Die Besitzer der Rittergüter Wartenberg, Falkenberg und Hellersdorf resp. die Pächter oder Administratoren derselben |
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Ein Knabe, der Lust hat Kegel aufzusetzen, kann sich melden bei R. Kemritz. |
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Concert=Anzeige Am Sonntag, den 9. Juni a. c., Nachmittags von 4 Uhr ab findet in der Schlosskirche zu Alt-Landsberg ein geistliches Concert statt. Der Ertrag desselben ist zur Errichtung eines Denkmals für die gefallenen Helden bestimmt. Billets à 10 Sgr. sind zu haben in der Post sowie bei den Kaufleuten Hrn. H. Brädickow und G. Senske. Alt-Landsberg, den 1. Juni 1872. |
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6-8 Ziegelei=Arbeiter finden bei gutem Accordlohn dauernde Beschäftigung beim Gutsbesitzer Franz Otto in Lindenberg. |
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Bekanntmachung. Der Ziegeleibesitzer Franz Otto und der Halbbauer August Rühl zu Lindenberg beabsichtigen auf dem, dem Ersteren gehörigen. Vol. I. Fol. 24. No. 4 des Hypothekenbuches von Lindenberg verzeichneten und an der Bernauer Chaussee gelegenen Ackerplan einen Ziegelofen zu errichten. ... Berlin, den 27. Juli 1872. Der Kreis=Landrath, Geheime Regierungs=Rath. Scharnweber. |
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Auf dem Dominium Hohen=Schönhausen ist die vollständige Brennerei=Einrichtung sofort zu verkaufen. Näheres beim Wirtschaftsinspector Griep daselbst. |
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Zwei Arbeiter=Familien können sofort oder Michaeli, bei freier Wohnung und gutem Deputat, Arbeit erhalten bei Franz Otto in Lindenberg. Einen Webergesellen auf Tücher verlangt Ritter, Breitestraße 289/90. [Bernau] Ein Spuler auf Wolle wird verlangt Brüderstr. 86, 1 Treppe. [Bernau] |
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Ein kleiner schwarzer Hund (Affenpinscher), Ohren und Schwanz nicht gestutzt, Bart und Pfoten haasenfarbig , auf den Namen Lutz hörend, ist mir am Sonntag, den 15. d. Mts. Entlaufen. Der Wiederbringer erhält eine Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Blumberg, 17. Septmbr. [!] 1872. Fr. Juert. Schmiede-Meister. |
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Bekanntmachung. Im Auftrage der Königlichen Regierung hierselbst wird das unterzeichnete Haupt=Amt in seinem Geschäftslocale die auf der Berlin=Danziger Kunststraße belegene Chausseegeld=Hebestelle zu Blumberg am Montag, den 21. Oct. d. Js. Vormittags 10 Uhr, mit Vorbehalt des höheren Zuschlages zum 2. Januar k. Js. in Pacht ausbieten. Nur als dispositionsfähig sich ausweisende Personen, welche vorher mindestens 149 Thlr. baar oder in annehmbaren Staatspapieren bei uns zur Sicherung ihres Gebotes niedergelegt haben, werden zum Bieten zugelassen. Die Pachtbedingungen sind von heute ab während der Dienststunden in unserer Registratur einzusehen. Potsdam, den 25. September 1872 Königliches Haupt=Steuer=Amt. |
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Es hat sich hier ein großer gelber Hund angefunden. Derselbe ist gegen Erstattung der Futter- und Insertionskosten in Empfang zu nehmen. Ahrensfelde, 12. Januar 1873. Der Orts=Vorstand. Wegener. |
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Alt-Landsberg. Im Saale des Deutschen Hauses, bei Herrn Bohne: Dienstag, den 11. Februar, Abends 7 1/2 Uhr Lehrreiche und höchst interessante Vorstellung aus dem Gebiete der Physik, der Optik und der Farbenmagie, zum Besten eines Fonds zur Errichtung eines Denkmals für unsere im Kriege 1870-71 gebliebenen Heldensöhne, gegeben von Herrn Harnecker aus Wriezen. |
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Zwei Arbeiterfamilien erhalten am 1. April bei freier Wohnung und gutem Deputat dauernde Arbeit beim Gutsbesitzer Otto in Lindenberg. |
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Ich nehme hiermit die ehrenrührige Beleidigung, welche ich gegen den Kossäth Gottlieb Bader zu Lindenberg ausgesagt habe, zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Rogge. Ein Grundstück mit Haus und 3 1/2 Morgen Garten und Wiese in Eiche bei Berlin, soll erbtheilungshalber verkauft werden. Näheres beim Ackerbürger C. [?] Haase in Bernau a. Markt. |
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Um Irrthümern zu begegnen, erkläre ich, dass ich der "Rogge" nicht bin, welcher den Kossäth Bader in Lindenberg beleidigt hat. Bernau, A. Rogge, Seidenwirkermeister. |
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Vom 19., Mittwoch, zum 20., Donnerstag Nacht sind 4 Geschirre aus meinem Stall gestohlen worden, darunter drei Kutschgeschirre. 5 Thaler Demjenigen, welcher mir nachweist, wer sie gestohlen, 25 Thaler Demjenigen, der mir die Geschirre wieder verschafft. Lindenberg bei Berlin. von Gröling. |
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Auf der Berlin-Prötzeler Chaussee, zwischen Marzahn und Hönow ist am 11. d. M. 1 Sack, enthaltend 2 Ctr. weißen Kleesamen, gefunden. Der sich legithimierende Eigenthümer erhält denselben zurück beim Bauergutsbesitzer Rauch in Hönow bei Alt-Landsberg. Der Ortsvorstand. Schmidt. |
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Blumberg. (zur Nachahmung.) Hier starb vor Kurzem die Frau eines in dürftigen Verhältnissen lebenden Arbeitsmannes und hinterließ ihrem Manne vier kleine Kinder. Um der augenblicklichen Noth abzuhelfen, veranstaltete der Ortsvorstand eine Hauscollecte, die einen verhältnismäßig recht reichlichen Ertrag zur Folge hatte. ... |
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Bekanntmachung. ... Verzeichniß der [insgesamt 37] wahlberechtigten Mitglieder der Synagogen-Gemeinde ... Alt-Landsberg, den 8. März 1873. Der Bürgermeister. Matz ... 1) Salomon Borkowsky in Alt-Landsberg 13) Mendel Lewi in Lindenberg 35) Feldberg in Ahrensfelde |
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Berlin, 22. März 1873. ... einstweilige Zurückstellung für den Fall einer Mobilmachung ...
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Eiche. Wie in vielen Landdistricten, so macht sich auch in unserem Dorfe ein besonderer Mangel an Arbeitskräften bemerkbar. Während die Mehrzahl der besitzenden Klasse vieler umliegender Ortschaften bereits längere Zeit vielfach die Hülfe der sogenannten Tagelöhner zu beanspruchen hatte, befanden sich die sämmtlichen hier ansässigen Grundbesitzer bis zur letzten Jahreswende in dem vollständigen Besitze des zum Betrieb der Wirthschaft erforderlichen Dienstpersonals. Ohne Zweifel eine rücksichtlich der Nähe der Residenz zu ihrer Zeit gewiß seltene Ausnahme, die wohl einzig und allein durch die Eigenthümlichkeit der örtlichen Verhältnisse zu motiviren sein dürfte. - In Folge der angedeuteten Erscheinung entschied sich, bezüglich dauernder Förderung des örtlichen Wohles, eine Anzahl Besitzer für die Einführung der gebräuchlichsten landwirtschaftlichen Maschinen. Mit der Ausführung des wegen seiner Wichtigkeit in mancher Beziehung hier allgemeines Interesse erregenden Beschlusses, wurde kürzlich der Anfang gemacht, indem in den letzten Tagen der vergangenen Woche die Aufstellung der ersten Dreschmaschine in unserem Dorfe auf dem R...-schen Bauerngute statt fand. Bereits einige Zeit früher wurden drei Roßwerke für Hächsel- und Dreschmaschine eingebracht. |
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Berlin, den 14. März 1873. Das nach den festgesetzten Zu- und Abgangslisten, sowie den eingereichten Inexigibilitäts-Nachweisungen berichtigte Soll des von den Ortschaften des platten Landes diesseitigen Kreises pro 1873 aufzubringenden Landarmengeldes stellt sich für die einzelnen Ortschaften folgendermaßen:
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Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft von 1872 ... Die Unterzeichneten empfehlen sich zur Vermittelung ..., in Blumberg Herr W. Krüger, ... |
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Verzeichniß I Der zum Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibende und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abtheilung A. Grundbesitzer.
Verzeichniß III der Landgemeinden im Kreise Niederbarnim Zivil-Einwohnerzahl nach der Zählung vom 1. Dezbr. 1871. (Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner)
Nachweisung der Bevölkerung des Kreises Niederbarnim
Auszug aus der Kreisordnung ... Verzeichniß IV der [insgesamt 15] Wahlbezirke für die Landgemeinden und die zum Wahlverbande derselben gehörigen selbständigen Gutsbezirke, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer aus dem Kreise Niederbarnim.
Berlin, den 9. April 1873 Königlicher Landrath Niederbarnimer Kreises, Geheimer Regierungs-Rath. Scharnweber. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Vom 15. Mai bis 15. Juni ist der Weg von Birkholz nach Schwanebeck für Fuhrwerk gesperrt. Der Ortsvorstand. |
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100,000 Mauersteine sind billig zu verkaufen bei Franz Otto in Lindenberg. |
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100 Thaler Belohnung Sonntag, den 20. April d. J. Nachmittags nach 5 Uhr, verschwand die 2 1/2 Jahr alte Tochter des Kutschers Langewisch, Joachimstraße 19 hier, von der Straße vor der Wohnung ihrer Eltern, wo sie gespielt hatte. Am 23. April wurde die Leiche des Kindes auf der Feldmark von Weißensee bei Berlin aufgefunden, und ergab sich, dass das Kind mittels eines Stiches in den Hals getödtet ward, nachdem es zuvor geschlechtlich gemißbraucht worden. ... Berlin, den 10. Mai 1873. Königliches Polizei-Präsidium. (gez.) von Madai. Leipziger Feuer=Versicherungs=Anstalt, gegründet 1819 versichert Gebäude, Mobiliar, Erndte [!], Vieh etc. zu billigen, festen Prämien gegen Feuersgefahr und Explosion. Versicherungen vermitteln ..., Blumberg: W. Krüger, ... |
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Futterkartoffeln sind von meinem Gute in Lindenberg für 11 Thlr. pr. Wispel abzuholen. v. Gröling. |
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Futter=Kartoffeln, 11 Thlr. pro Wispel, Streu=Stroh, 7 Thlr. pro 12 Ctr. auf meinem Gute in Lindenberg abzuholen. v. Gröling. |
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Lindenberg. Die Luftschifffahrt des Aeronauten Sivel aus Berlin am Montag Abend erreichte hier ihr Ziel in einem Getreidefelde, in dem, da der Anker nicht gleich fasste, nicht unbedeutender Schaden angerichtet wurde. Mit Hilfe hinzugekommener Landleute wurde der Ballon endlich bewältigt und geborgen, nicht ohne einen großen Riß davongetragen zu haben. |
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Blumberg. Wie mit geringen Mitteln bei vereinten Kräften recht erfreuliche Resultate erzielt werden können, davon liefert Folgendes einen Beweis: Im Jahre 1862 wurde hierselbst ein Landwehr-Unterstützungs-Verein gegründet. Die Zahl der Mitglieder betrug anfangs 20, stieg jedoch in den folgenden Jahren bis auf 50. Der monatliche Beitrag betrug 2 Sgr. Dagegen zahlte der Verein bei Todesfällen an die Hinterbliebenen 10 Thlr. und in Krankheitsfällen monatlich 1 Thlr. Nach Verlauf von 10 Jahren hat sich das Vereinsvermögen auf 500 Thlr. angesammelt, und sollen von nun ab 15 Thlr. Sterbegeld und 2 Thlr. Krankenunterstützung monatlich gezahlt werden. Wenn auch Zweifel an der Nützlichkeit solcher Vereinigungen jetzt kaum noch laut werden, so scheint es doch an der rechten Würdigung der Sache noch zu mangeln. Ein viel größerer Segen würde daraus erwachsen, wenn die Betheiligung eine mehr allgemeine wäre, wenn insonderheit die besitzenden Klassen sich dafür interessierten. Nicht nur, dass die Hülfsbedürftigen noch kräftiger unterstützt werden könnten und weniger Almosen nöthig hätten, auch für unsere heutigen socialen Verhältnisse dürften sie ein Band werden, um die leider so sehr entfremdeten Gesellschaftsklassen zu einen und zusammenzuhalten. |
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Montag, den 7. d. M. hat sich hier ein fremdes Schaf angefunden mit Zeichen und Nummer im rechten Ohr, C. M., und Zeichen auf dem Rücken. Meldungen beim Schäfer auf Rittergut Hellersdorf. |
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Tagesbericht Aus dem Kreise. Im Kreise sollen folgende [insgesamt 51] Amtsbezirke in Aussicht genommen sein: ... 15) Neuenhagen, Seeberg und Hönow 16) Königl. Domaine Alt-Landsberg mit den Colonien Amtsfreiheit, Neuhönow und Radebrück 17) Krummensee, Seefeld und Löhme 18) Börnicke 19) Blumberg 20) Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf 21) Marzahn und Hohen-Schönhausen 22) Falkenberg und Wartenberg 23) Malchow, Karow und Lindenberg ... |
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Einige rüstige ordentliche Arbeiter-Familien finden zum 1. Oct c. Unterkommen und Beschäftigung auf dem Rittergute Blumberg bei Bernau. |
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Ahrensfelde. Im Wahlbezirk VI, der die Ortschaften Neuenhagen, Seeberg, Hönow, Krummensee, Löhme, Seefeldt [!], Börnicke, Blumberg, Mehrow, Ahrensfelde und Eiche umfasst, ist der Bauergutsbesitzer und Ortsschulze Herr Springer in Seefeldt zum Kreistagsabgeordneten gewählt worden. |
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Die Erben des hier verstorbenen Büdners Beerbaum beabsichtigen das von demselben nachgelassenen Grundstück, bestehend in einem massiven Hause nebst kleinem Gärtchen, aus freier Hand zu verkaufen. Näheres beim jetzigen Bewohner des Hauses, Arbeitsmann Giese in Blumberg. Blumberg, den 24. August 1873. |
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Verpestete Luft. Die Berliner fliehen aufs Land, um frische Luft zu genießen - wenn letztere nur immer recht genießbar wäre! - Oft ist sie viel schlechter, als in der Stadt selbst. Man sehe sich nur auf der Feldmark um. - Was die Latrinenwagen des Nachts aus Berlin holen, wird am Tage hier ausgebreitet und bleibt oft Tage lang liegen, ehe es untergepflügt wird. Dadurch wird die Luft verpestet, und nicht die Sommergäste allein sind zu bedauern, sondern wir Landbewohner auch. Häufig geschieht es auch noch, dass die Bauern die liebenswürdige Gewohnheit haben, die entleerten Wagen den Tag über auf der Dorfstraße stehen zu lassen, so daß also auch im Dorfe selbst schlechte Luft ist. Eine sorgfältigere Ueberwachung der Ortspolizei könnte hier wohl Abhülfe schaffen. |
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Mehrow. Begünstigt von dem angenehmsten Wetter, verlief die am 2. September cr. veranstaltete Sedanfeier in schönster Weise. Punkt 2 Uhr Nachmittags hatten sich die Schulen der Parochie Ahrensfelde unter specieller Leitung ihrer Lehrer und in Begleitung zahlreicher Gemeindeglieder vor dem hiesigen Schulhause eingefunden. Nachdem die Jugend auf einem freien Platze Aufstellung genommen, wurde unter dem jauchzenden Jubel der Menge und dem Klange patriotischer Lieder, sowie Trommelschlag, der gemeinsame Marsch nach der etwa 8 Minuten entfernten "Sedanwiese" angetreten. Dort angekommen gruppirte [!] sich die Schuljugend um das, durch die herrschaftlichen Wirtschaftsbeamten mit patriotischer Bereitwilligkeit hergestellte, mit Kränzen, Guirlanden und Fahnen festlich geschmückte Hauptzelt, in dem zumeist alle Damen und auch viele Herren Platz fanden. Nach Absingung des Verses "Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut etc." hielt ein Lehrer unter Verlesung des 27. Psalmes ein kurzes Eingangsgebet, während ein anderer mit zu Grunde gelegtem Text "Der Herr hat Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich", die Festrede vollzog, in welcher die betreffenden geschichtlichen Momente hervorgehoben wurden. Gehoben durch Einlegung geistlicher und patriotischer Lieder, endete die Feier mit dem Schlußgebet eines Lehrers. Die noch übrige Zeit des Tages wurde durch allerhand Kurzweil ausgefüllt. Zur allgemeinen Freude und Belustigung für Jung und Alt waren auf dem, für die Abhaltung eines Volksfestes in jeder Beziehung wohl geeigneten und von der Gutsherrschaft gern hergegebenen Platze Kletterstangen, Springbänke u. dgl. m. errichtet, welche besonders von den Knaben mit großer Lust unter Einnahme der Gewinne besetzt wurden. Einer besonderen Anerkennung hatten sich auch die Spiele der Kinder zu erfreuen, wozu nicht nur die Lehrer, sondern auch einzelne Damen Anleitung gaben. Und da durch Austheilung von Prämien jeder Art an alle Kinder das Interesse derselben an der Sache stets rege blieb, so herrschten Frohsinn und Heiterkeit bis zu Ende. Doch nicht nur allein für die Unterhaltung war Sorge getragen, sondern auch auf Befriedigung leiblicher Bedürfnisse der Schuljugend war Bedacht genommen und wurde jedes Kind mit Kaffee und Kuchen hinreichend bewirthet. Auch Bier bot sich den Erwachsenen zur Labung dar. Die im Spiele eintretenden Pausen wurden mit Gesang, Hochrufe[n] auf den Kaiser und das Heer ausgefüllt. Es wurde auch dabei anerkennend der freundlichen Geber gedacht, die durch Geldbeiträge nicht bloß die Feier in dieser Ausdehnung ermöglicht, sondern auch durch Vorbild und Beispiel an diesem Tage dazu beigetragen hätten, patriotischen Geist und Sinn in den Kinderherzen zu pflegen und befördern zu helfen. - Die Schuljugend aus dem Nachbardorfe Eiche, welche unter Führung ihres Lehrers während der Festfeier eintraf und daran Theil nahm, wurde freudig begrüßt und aufgenommen. Nur wurde allseitig bedauert, dass die Angehörigen derselben die Festfreude der Kinder nicht miterlebten. Durch ein, zur höchsten Lust und Freude der Kinder wie auch der Erwachsenen, abgebranntes Feuerwerk wurde das Fest beschlossen und unter fröhlichem Gesange die Heimreise angetreten. |
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Gemäß der Vorschrift in § 113. der Kreis-Ordnung vom 13. December 1872 bringe ich nachstehend die Namen der Herren Kreistags-Abgeordneten zur öffentlichen Kenntniß: A) Wahlverband der größeren Grundbesitzer 1) Rittergutsbesitzer und Königl. Rittmeister Graf v. Arnim zu Blumberg (Charlottenburg) 2) Gutsbesitzer Buchholz zu Neuenhagen 3) Rittergutsbesitzer Heyse zu Mehrow 4) Rittergutsbesitzer Hosemann zu Börnicke 5) Rittergutsbesitzer Kelch zu Bollensdorf 6) Rittergutsbesitzer und Kreisdeputirter Baron v. Knobelsdorf zu Schöneiche ... Berlin, den 22. September 1873. Der Königliche=Landrath, Geheime Regierungs=Rath. Scharnweber. |
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Die Saat-Kartoffeln des Gutsbesitzers Herrn v. Groeling zu Lindenberg (Sortimente der neuesten amerikanischen Züchtungen aller Länder) wurden auf der Wiener Welt-Ausstellung mit der Verdienstmedaille prämiert. |
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3 kleine Schweine sind Mittwoch gegen Abend abhanden gekommen. Der Wiederfinder erhält eine angemessene Belohnung bei Franz Otto zu Lindenberg. |
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Bekanntmachung. Am Donnerstag, den 30. d. Mts., Vormittags von 9 Uhr ab sollen auf der Chausseestrecke von Schwanebeck bis Lindenberg 100 Stück Pappeln gegen gleich baare Bezahlung öffentlich meistbietend verkauft werden. Die Verkaufs-Bedingungen werden im Termine bekannt gemacht. Der Versammlungsort ist jenseits des Dorfes Schwanebeck. Bernau, den 20. October 1873 Das Directorium der Bernau=Weißenseeer [!] Chaussee=Gesellschaft. Richter. Kalbe. Wiese. |
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Bekanntmachung. An dem Stallgebäude auf dem Pfarrgehöft zu Ahrensfelde sollen im nächsten Frühjahr mehrere Reparaturen, veranschlagt auf 75 Thlr., zur Ausführung gebracht und an einen qualificirten selbständigen Gewerbetreibenden im Wege der Submission vergeben werden. ... Berlin, den 10. November 1873. Königliches Domainen-Polizei-Amt Mühlenhof. |
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Der nach der Kreisordnung vom 13. December pr. gewählte Kreistag Niederbarnimer Kreises hielt am 2. d. Mts. in Berlin seine erste Sitzung. ... Der Vorschlag des Vorsitzenden, der Berathung das von ihm entworfene und höheren Orts geprüfte Tableau der [insgesamt 51] Amtsbezirke, wonach auch die Verhandlung mit den Betheiligten stattgefunden habe, zu Grunde zu legen, wurde ohne jeden Widerspruch von der Versammlung einstimmig angenommen. Dieses Tableau ist folgendes: ... 17. Krummensee, Seefeld und Löhme 18. Börnicke 19. Blumberg 20. Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf 21. Marzahn und Hohen-Schönhausen 22. Falkenberg und Wartenberg 23. Malchow, Karow und Lindenberg ... |
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Wahlbezirks-Eintheilung des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage No. des Wahlbezirkes [insgesamt 120 + 6 in Städten] Bestandtheile des Wahlbezirkes Wahllokal und in zusammenhängenden Bezirken Angabe des Ortes Name des Wahlvortstehers / Name des Stellvertreters des Wahlvorstehers
Berlin, den 24. December 1873. Der Kreis=Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber. | |||||||||||||||||||||||||
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Mehrow. Daß manche Ortschaften so gar wenig auf Verbesserung ihrer Dorfstraßen verwenden, ist überhaupt, wie besonders im Interesse des Verkehrs sehr zu beklagen. - Unser kleines Dörfchen hat in Gemeinschaft mit dem Dominium und Letzteres besonders hierin schon Bedeutendes geleistet. Nicht blos hat es seine Dorfstraße gepflastert, sondern auch nach Ahrensfelde ganz, nach Krummensee und Alt-Landsberg zu ein Stück Weg chaussiert und außerdem auch noch Lehm-Chausseen angelegt. Der frühere grundlose Sumpf ist somit im Allgemeinen verschwunden. - Recht lebhaft an diesen wird man erinnert, wenn man bei diesjährigem weichen Winter von hier nach Blumberg wandert oder fährt. Nicht allein ist das Hinkommen mit großen Schwierigkeiten zu bewerkstelligen, sondern es ist das Passiren [!] kleiner Gassen, wie solche sich in der früheren Stadt befinden, für Fußgänger ohne lange Stiefel fast eine Unmöglichkeit. Selbst Fuhrwerke können stecken bleiben. - Wie leicht wäre es für diese große und reiche Commune zur Verschönerung des Dorfes, wie zur Erleichterung des Verkehrs von und nach Außen, wie im Innern selbst, die Dorfstraßen mit einem schönen Pflaster zu belegen! - Möchte diese Erinnerung zur Erreichung dieses Zweckes beitragen. |
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Bekanntmachung. Das ... Soll des ... pro 1873 aufzubringenden Landarmengeldes ...:
Im laufenden Jahre wird, wie ich nochmals bemerke, das Landarmengeld nicht erhoben. Der Kreis-Landrath. I.V. Der Kreis-Deputirte v. Knobelsdorff. | ||||||||||||||||||||||||||||
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Frühe Rosenkartoffeln, á Ctr. 1 2/3 Thlr. u. frühe Lübbenauer, á Ctr. 1 Thlr. verkauft noch größere Posten Franz Otto in Lindenberg; auch sind noch 100 Mille Mauersteine daselbst zu haben. |
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Berlin, den 10. März 1874. Mit Bezug auf die Bestimmungen in § 125 der Kreisordnung vom 13. December 1872 mache ich hierdurch bekannt, daß auf dem am 6. d. M. abgehaltenen Kreistage folgende Gegenstände zur Berathung und Beschlußfassung gekommen sind: ... 2. Bei Bildung der Amtsausschüsse sollen die betreffenden Gemeinde- und Gutsbezirke in folgender Weise vertreten werden: ...
a) Von den ... aus der Staatskasse überwiesenen 9554 Thlr. werden pro 1874 für die Amtsverwaltung 7000 Thlr. ausgesetzt. b) Von diesen 7000 Thlr. wird der Betrag von 1000 Thlr. gleichmäßig für sämmtliche Amtsbezirke zur unentgeldlichen Lieferung der in den Amtsverwaltungen vorkommenden Drucksachen ... verwendet. c) der übrige Betrag von 6000 Thlr. wird auf die Amtsbezirke mit folgenden Beträgen [in Thlr.] verteilt: Lichtenberg: 300, Stralau: 120, Friedrichsfelde: 120, Bießdorf: 60, Dahlwitz: 80, Cöpenick Forst: 60, Rüdersdorf Forst: 275, Rehfelde: 100, Herzfelde: 200, Rüdersdorf: 450, Taßdorf: 225, Fredersdorf: 120, Neuenhagen: 60, Löhme: 40, Börnicke: 15, Blumberg: 30, Ahrensfelde: 80, Hohen-Schönhausen: 90, Falkenberg: 30, Malchow: 60, Weißensee: 100, Pankow: 220, Fr.-Buchholz: 250, Buch: 75, Schönerlinde: 250, Blankenfelde: 75, Hermsdorf: 150, Tegel: 250, Heiligensee: 30, Schönfließ: 50, Mühlenbeck: 120, Birkenwerder: 180, Sachsenhausen: 300, Freienhagen: 80, Zehlendorf: 140, Wandlitz: 240, Lanke: 200, Biesenthal Forst: 140, Zerpenschleuse: 200, Liebenwalde Forst: 25, Hammer: 150, Gr.-Schönebeck: 200, Pechteich: 30, Gr.-Schönebeck Forst: 30. ... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ein ordentliches Mädchen findet eine gute Schlafstelle bei Kosse, Tuchmacherstr. 184 [in Bernau] |
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Hönow bei Alt-Landsberg, den 26. März. In der Nacht von vorgestern zu gestern sind 4 Brunnenmacher, Schulz, Trennert, Keseler und Wilhelm Behring - sämtlich aus Werneuchen - welche hier bei dem Gutsbesitzer Lorenz beschäftigt waren, durch Kohlendunst vergiftet worden. Den Bemühungen des noch rechtzeitig erschienenen Dr. Rudolphi aus Alt-Landsberg gelang es, drei derselben vom Tode zu retten, bei Behring hingegen blieben alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. Derselbe starb nach wenigen Stunden, und ist die Leiche nach Werneuchen geschafft worden. Schuld an dem Unglück soll die Arbeitersfrau Domke sein, welche den Ofen des Schlafzimmers zu früh geschlossen hat. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. |
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... Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Niederbarnimer Kreise pro 1874 ...: III. zu Bernau im Rathhause a) am Donnerstag, den 30. April cr. früh um 8 Uhr: Ahrensfelde, ... b) am Freitag, den 1. Mai cr. früh um 8 Uhr: Mehrow, ... c) am Sonnabend, den 2. Mai cr. früh um 8 Uhr: ... d) am Montag, den 4. Mai cr. früh um 8 Uhr: Blumberg, Eiche und Hellersdorf, Lindenberg, ... |
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Ein Geselle auf breiten Seehund wird verlangt bei Fritze, im Kemritzschen Hause im Angergang. [Bernau] |
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Nach den uns zugegangenen Mittheilungen sind zu Gemeindevorstehern gewählt: in Hönow: Kossäth Hörnicke in Ahrensfelde: Schulze Wegener in Lindenberg: Schulze Bolle in Mehrow: Schulze Meißner |
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Im Kreise werden 21 Gensd'armen neu angestellt werden. ... [u.a. in Lindenberg] Vom 1. Mai cr. ab tritt in dem gegenwärtig zum Landbestellbezirke der Post-Expedition No. 47 (Weißensee) gehörigen Orte Lindenberg eine Post-Agentur in Wirksamkeit, welche die Bezeichnung "Post-Agentur Nr. 56" Lindenberg bei Berlin N.O. führen wird. Zwischen Berlin und dieser Post-Anstalt besteht eine tägliche einmalige Güterpost. |
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Ein Webergeselle auf Satin wird verlangt bei Gustav Schnierbs, Weinberg. [Bernau] Futterkartoffeln sind auf meinem Gute in Lindenberg für 9 Thaler der Wispel bei Abholung zu verkaufen. von Gröling. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 5. Mai 1874 Die nachstehend aufgeführten [21] Ortschaften sind am Schlusse des Jahres 1873 an Landarmensteuer rückständig geblieben: ... 7) Lindenberg: 7 Thlr. 17 Sgr. 4 Pf. ... Die Herren Ortsvorsteher veranlasse ich hiermit, für die Berichtigung der Reste innerhalb 8 Tagen durch die Ortssteuererheber Sorge zu tragen, andernfalls die Einziehung im Wege der Execution erfolgen muß. Gleichzeitig fordere ich nachstehende [46] Gemeinden auf, die daneben verzeichneten, im Jahre 1873 zuviel abgelieferten Landarmenbeiträge gegen auf die Niederbarnimer Kreis-Kommunal-Kasse lautende Quittungen schleunigst zu erheben oder bei Ablieferung der Steuer in Anrechnung zu bringen. ... 10) Eiche:: - Thlr. 18 Sgr. 4 Pf. ... Der Kreis-Landrath, Geheimer Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Meine vor Bernau liegende Bockwindmühle nebst neuem massiven Wohnhaus und Stallung beabsichtige ich veränderungshalber sofort oder bis 1. October zu verkaufen. G. Stoph, Mühlenmeister. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 23. Mai 1874 In Gemäßheit des §. 185 der Kreisordnung vom 13. December 1872 ist nunmehr durch den Herrn Oberpräsidenten in der Beilage zu dem am 22. Mai cr. Herausgegebenen 21. Stück des diesjährigen Amtsblattes die Bekanntmachung über die erfolgte Bildung der Amtsbezirke und die Ernennung der Amtsvorsteher und Stellvertreter im Nieder-Barnimer Kreise erfolgt. Indem ich diese Bekanntmachung nachfolgend zur öffentlichen Kenntnis bringe, bemerke ich, daß dieselbe nach §. 4 der Verordnung vom 28. März 1811 (Ges.-Samml. S. 165) mit dem achten Tage nach Ausgabe des betreffenden Amtsblatts-Stücks - wobei der Tag der Ausgabe mit einzurechnen ist - gesetzliche Wirksamkeit erlangt und demnach mit dem Beginn des 29. Mai cr. die rücksichtlich der örtlichen Polizei-Verwaltung bisher bestandenen Vorschriften außer Kraft treten. Mit diesem Tage geht die Verwaltung der örtlichen Polizei und der sonstigen öffentlichen Angelegenheiten des Amtes nach näherer Vorschrift der Kreisordnung auf die Herren Amtsvorsteher über. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Nachdem die Bildung der [insgesamt 50] Amtsbezirke im Kreise Nieder-Barnim durch den Herrn Minister des Innern ... erfolgt ist, auch die Ernennung der Amtsvorsteher und der Stellvertreter derselben ... stattgefunden hat, wird ... der nachstehende Nachweis zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Potsdam, den 12. Mai 1874 Der Königl. Ober-Präsident der Provinz Brandenburg. Wirkliche Geheime Rath von Jagow.
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Ein tragisches Nachspiel zu dem am 21. d. M. auf dem Elsholz'schen Kossäthenhofe zu Marzahn ausgebrochenen Feuers entwickelte sich gegen Abend desselbigen Tages eine blutige Schlägerei, bei der, wie von verschiedener Seite versichert wird, selbst das Messer eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Eine Thatsache, die in ihren Folgen um so beklagenswerter ist, daß abgesehen von dem sich immermehr verbreitenden demoralisierenden Einfluß der Messeraffairen - die Excesse hauptsächlich von Einwohnern des betreffenden Ortes ausgingen. Am übelsten bei dieser Rauferei ist die Dorfschaft Eiche gefahren. Es sind hier ca. 4 bis 5 Fälle von Verletzungen an Löschmannschaften zu constatiren, die je nach ihrer Art und Lage einen mehr oder weniger gefährlichen Character an sich tragen. Selbst ältere Männer, die als friedliebende Einwohner bekannt, sind nicht ohne Contusionen davongekommen. Allem Anschein nach war der Streit kein zufälliger, sondern ein planmäßig gesuchter, in dem die Häupter der activen Parthei trotz ihres physischen Sieges über den mehr als zehnmal kleineren Feind leider des Kampfes Preis - "des Lorbeers" - verlustig gingen. Ohne Zweifel eine Niederlage, wenngleich nur eine moralische. ... In der bekannten Marzahner Prügel-Affaire wurden am dritten Pfingstfeiertage die gemißhandelten Eicher Löschungsmannschaften von dem Herrn Amtmann Muhr aus Hellersdorf zu Protocoll genommen und beschlossen, der Staatsanwaltschaft die Sache zur weiteren Verfolgung zu übergeben. In der That ein Entschluß, der seines Zweckes nur zu loben ist, um bei diesem Falle einmal ein Exampel zu statuiren, das Excesse ähnlicher Art in Zukunft verhüten dürfte. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 31. Mai 1874 Die Patrouillen-Bezirke der Gendarmen werden wie folgt eingetheilt. Es erhalten: ...
Der Königliche Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Bericht über den Kreistag des Niederbarnimer Kreises am 9. Juni c. ... zu 8. Zu Mitgliedern der Einkommensteuer-Einschätzungs-Commission und zu Stellvertretern wurden durch Acclamation ohne Widerspruch gewählt: Zu Mitgliedern [insgesamt 6]: ... Zu Stellvertretern [insgesamt 6]: 1. der Rittergutsbesitzer Heyse zu Mehrow ... Uebersicht der behufs Ausführung einer allgemeinen Gebäude-Revision im Niederbarnimer Kreise gebildeten [45] Revisions-Bezirke und der dafür bestimmten Revisoren
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Von dem Ortsvorstande zu Marzahn geht uns folgendes Schreiben zu: "Zu dem, im nichtamtlichen Theil des Niederbarnimer Kreisblattes vom 30. Mai cr. stehenden Inserat über die Marzahner Prügel-Affaire bei dem am 21. desselben Monats stattgehabten Brande auf dem Elsholzschen Bauerngute daselbst diene dem, genanntes Blatt lesenden Publikum Nachstehendes zum besseren Verständniß, resp. zur richtigen Beurtheilung und Würdigung vorgenannten Artikels: Der Wahrheit zur Ehre wird constatirt, daß sich leider am 21. Mai, Abends zwischen 9 und 10 Uhr eine hartnäckige Schlägerei am Ausgang des Dorfes auf der nach Landsberg führenden Chaussee entwickelte zwischen Löschmannschaften mehrerer benachbarter Ortschaften, unter ihnen auch Marzahner. ... Es ist keinem ehrsamen Einwohner des Dorfes Marzahn eingefallen, an der Rauferei irgend einen activen Antheil zu nehmen, und wenn oben gesagt war, daß auch Marzahner unter der Raufgesellschaft waren, so gilt das von fremden hier im Dienste und Tagelohn stehenden, aber nicht ansässigen Personen. ... Wenn nun die Mannschaft von Eiche am übelsten gefahren ist, so ist das eigentlich nicht zu verwundern; denn man könnte hier sagen: "Böse Saat trägt böse Früchte", und "Wie die Thaten, so der Lohn." Stundenlang vor der Schlägerei hat sich die Mehrzahl der Mannschaften genannten Ortes im Gasthause aufgehalten und hier gütlich gethan im bairischen Bier und - Spiritus mit Kümmel. Welche Wirkungen aber solche Erquickungen hervorgerufen haben, das können mehrere Einwohner Marzahn's bezeugen, welche diese Leute in ihrem Gebahren und den allgemein ausgestoßenen Drohungen beobachtet haben. Freilich mag der Mensch in einem solchen unzurechnungsfähigen Zustande nicht wissen, was er redet und thut. Jedenfalls sieht er seine eigenen Thaten im rosigen Lichte; die Thaten Anderer aber sind für ihn mit der schwärzesten Farbe gestrichen. Sollten jene "älteren friedliebenden Männer", welche auch Contusionen davon getragen haben, wirklich so friedliebend sein, wie gerühmt wird? - Man sollte doch dann auch glauben müssen, daß sie den Ort der Rauferei gemieden und sich auf ihren Posten, zu ihren Feuergeräthschaften zurückgezogen hätten, falls sie Löschmannschaften waren; im andern Falle gilt von ihnen das Wort: "Wer sich muthwillig in Gefahr begibt, kommt darin um." - Was aber ihre gerühmte Friedliebe betrifft, so richten wir an die Betreffenden das Wort: "Sage mir, mit wem Du umgehst, so sage ich Dir, wer Du bist." Der Einsender des erwähnten Inserats sagt: "Allem Anschein nach war also der Streit kein zufälliger, sondern ein planmäßig gesuchter". Wir stimmen ihm hierin vollkommen bei, nur mit dem Unterschiede, daß das Suchen nach einem Streitmotive nicht auf der Seite der Marzahner, sondern auf entgegengesetzter Seite geschah; denn die nach dem übermäßigen Trinken ausgestoßenen Drohungen der Löschmannschaften, wie auch das keineswegs unvorsichtige , sondern geradezu muthwillige Benetzen anständiger und ruhiger Bewohner des Ortes mit dem wirkenden Strahl der Feuerspritze, und noch manche andere Chicane, wo es des Einschreitens und der Zurechtweisung bedurfte, gaben hinreichend Zeugniß von dem aufgeregten und erhitzten Geblüt und somit auch von der Wahrheit unserer vorhin ausgesprochenen Behauptung. Die phrasenhafte moralische Niederlage, deren der Einsender erwähnt, dürfte somit sich jedenfalls mit der physischen vereinigen und beide dieselbe Parthei treffen. Wenn Einsender als Nutzanwendung die Fabel vom Wolf, Fuchs und Kranich heranzieht, so gewinnt die Sache beinahe den Anschein, als kämen manche Ortschaften nur an Brandstätten aus eigennützigen Motiven, statt aus theilnehmender, helfender Liebe, wie es Christenmenschen geziemet. Wir aber denken, es heißt dabei: "Was Du willst, daß Dir die Leute thun sollen, das thue Du ihnen auch." Heichelt man aber bei solchen Liebesthaten nach dem besonderen Lohne, dann strebe man darnach, sich des Lohnes würdig zu machen, der von Seiten des Königlichen Landrathsamtes zur Prämiirung [!] festgesetzt ist, das ist dann wenigstens noch Loyalität. Zu solcher Würdigkeit gehört freilich ein anderer Eifer als der, den eine benachbarte Gemeinde dadurch entwickelte, daß sie mit zwei Pferden vor der Spritze im langsamen Trabe den Sommerweg der Chaussee daher gefahren kam, als bereits durch die eigene mit Lebensgefahr verbundene Bravour der Marzahner Einwohnerschaft das unglückselige Element besiegt und auf seinen Heerd [!] beschränkt war. ... Es ist hier wohl auch am Orte, daß die Gemeinde Marzahn der Wahrheit zur Ehre nun auch den irrigen Zeitungsberichten entgegen tritt: den vereinten Anstrengungen benachbarter Ortschaften sei es gelungen, des Feuers Herr zu werden, ehe es sich weiter als auf die Elsholz'sche Scheune erstreckte. - Die Humanität der Gemeinde Marzahn hat den freilich falschen Ruhm der Zeitungen ihren Nachbarn gönnen wollen und darum bisher geschwiegen, wird aber durch das fragliche Inserat gleichsam herausgefordert, mit der Wahrheit an die Öffentlichkeit zu treten: Nicht fremde Hilfe ist es für diesmal gewesen, sondern einzig und allein die fast übermenschliche Kraftanstrengung der vom Unglück heimgesuchten Gemeinde, wodurch das tobende Element besiegt worden ist. ... Die Einwohner Marzahns." |
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Schuhmacher auf Damenarbeit verlangt Klatt, Angergang im Bredereck'schen Hause. [Bernau] |
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Von dem Ortsvorstande zu Eiche wird uns folgendes Schreiben zugesandt: Als Erwiderung auf die am 17. d. M. im Niederbarnimer Kreisbl. erfolgte Gegenschrift betreffend den am 30. Mai cr. erstatteten Bericht über die am Tage des Brandunglücks im Dorfe Marzahn ausgebrochene Prügel-Affaire, möge vorbehaltlich der späteren Veröffentlichung des gerichtlichen Erkenntnisses, als erste und letzte Antwort Folgendes dienen: ... Wie schwer die Contusionen in vielen Fällen waren, wollen die geehrten Leser daraus schließen, daß selbst heute noch der Schuhmachergeselle W. an den ihm mit einem scharfen Instrumente beigebrachten Kopfwunden zu leiden hat, während der Knecht K. an den Folgen der Mißhandlung lange Zeit Patient war und erst seit Kurzem den freien Gebrauch seiner Sprache wieder erlangte. Außer den speciell angeführten Fällen von Verletzungen sind deren noch an 9 Löschmannschaften zu constatiren. ... Um so mehr sehen wir uns, der Wahrheit zur Ehre, durch die Macht der Umstände getrieben, unter Hinweis auf die in Zukunft über diesen Fall von competenter Behörde getroffene Entscheidung - gegen die uns von Seiten der Marzahner Einwohnerschaft gemachten Beschuldigungen entschieden zu protestieren, indem wir erklären: 1) daß die Einsetzung des betreffenden Inserates keineswegs, wie die Gegenseite glaubt, ohne gründliche, gewissenhafte Information des wirklichen Thathergangs erfolgte. ... 2) daß der über den Verlauf der Rauferei erfolgte Bericht durchaus nicht, wie die Marzahner Einwohnerschaft annimmt, die leichtsinnige Aeußerung eines Einzelnen, sondern die besondere ausdrückliche Meinung aller Löschmannschaften, resp. der ganzen Gemeinde war; 3) daß das Verhalten der Einwohnerschaft Marzahn's zu der Schlägerei keineswegs durch das Auftreten einer Persönlichkeit zu charakterisiren ist. Es könnte dieser Vorfall höchstens ein treffendes Beispiel für das Wort bieten: "Wer sich in Gefahr begiebt, kann umkommen." Wir meinen, daß 10 bis 12 feindliche Fäuste den Arbeiter W. genug bearbeitet hatten, als ihn die energische Intervention des hiesigen Gemeindevorstehers K. aus den Händen seiner Angreifer befreite. ... 4) daß die Klassification der Einwohner in Besitzende und Nichtbesitzende unsere Behauptung hinsichtlich der Anstiftung des Excesses nicht aufhebt. Sind etwa die im Orte sich aufhaltenden Arbeiter und Dienstboten keine Marzahner, oder gehören diese einem anderen Continent an? ... Es soll uns herzlich freuen, wenn sich bei der gerichtlichen Untersuchung herausstellt, daß es keinem ehrsamen Einwohner des Dorfes M. eingefallen, an der Rauferei irgend welchen activen Antheil zu nehmen." 5) daß die den Eicher Löschmannschaften zugeführten Verwundungen nicht, wie irrthümlicherweise angegeben, eine Folge des Genusses spriritiöser [!] Getränke ec. sondern einzig und allein die sichtbaren Spuren strafbarer Handlungen durch Menschenhand sind, daß unser Ort allerdings keine Engel, aber lauter mit Vernunft begabte Wesen besitzt, folglicherweise auch die Löschmannschaften dieser Kategorie von Menschen angehören müssen. ... 6) daß das Suchen nach einem Streitmotive nicht auf Seiten der Eicher gelegen, widerlegt sich von selbst, wenn man bedenkt, daß es mehr als lächerlich wäre, wenn ein Häuflein von 13 Mann gegen eine ganze Dorfschaft in's Feld rücken wollte. Zum anderen sei bemerkt, daß alle Spritzen, außer der von Schönhausen und Eiche bereits vor der Schlägerei heimgekehrt waren. 7) daß die Einwohner Marzahn's unseres Wissens nicht die Authorisation besitzen, neue Fahrreglements zu geben. Wenn die Verdienste der Eicher Spritze im Protokoll besonders anerkannt und sie, als die erste an Ort und Stelle, die höchste Prämie erhielt, so sind das wohl die besten Beweise für die Entkräftung jener Beschuldigungen, wobei es natürlich ganz gleichgültig sein kann, ob die nach neuester Bauart construirte Spritze mit 2 oder 3 Pferden bespannt war; 8) daß der Sinn der von uns gemachten Nutzanwendung entschieden verdreht worden. ... - Wir sind durchaus keine Egoisten, am allerwenigsten haben wir für die dem Orte geleisteten Dienste speciellen Dank beansprucht. Mit Freuden gönnen wir Ihnen den Ruhm des Tages, wenngleich wir nicht umhin können, zu bemerken, "daß Eigenlob hinkt, aber fremdes Lob klingt;" "Das Werk lobt den Meister." Die Großthaten der Marzahner würden trotz der irrigen Zeitungsnachrichten ans Tageslicht gekommen sein; 9) daß unser Inserat nur gegen die Schuldigen und Messerhelden gerichtet war. ... ... Die Einwohner von Eiche. |
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Berlin, den 27. Juni 1874 Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf die §§ 23 und 186 der Kreisordnung vom 13. December 1872 bringe ich nachfolgend das Verzeichniß der vom 1. Juli d. J. fungirenden Gemeinde-Vorsteher sowie unter Bezugnahme auf § 31 I.c dasjenige der Guts-Vorsteher mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß die amtlichen Schriftstücke fortan mit der Bezeichnung für Gemeindebezirke "Gemeinde-Vorstand" beziehungsweise "Gemeinde-Vorsteher" und für Gutsbezirke "Guts-Vorsteher" zu versehen sind. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.
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Bekanntmachung. Bernau, den 8. Juli 1874 Nach der im Niederbarnimer Kreisblatt Stück 51 enthaltenen Anweisung des Königl. Landraths, Herrn Geheimen Regierungs-Rath Scharnweber, vom 1. Juli d. Js. sollen auf Grund des in Nr. 45 des Kreisblattes publicirten Kreistagsbeschlusses, nach Wegfall des bisher gezahlten Landarmengeldes, zu Kreiszwecken 2 Monatsraten der Einkommen- und Klassensteuer und eine Monatsrate der Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer aufgebracht werden. ... Der Magistrat. |
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Bekanntmachung. Tableau der [insgesamt 11] Schornsteinfeger-Kehrbezirke des Kreises Niederbarnim VII. Kehrbezirk. Kehrmeister: Schornsteinfeger-Meister Dümmet zu Bernau 1. Stadt Bernau, ..., 14. Lindenberg, 15. Mühlenbeck mit Gut VIII. Kehrbezirk. Kehrmeister: Schornsteinfeger-Meister Kielblock zu Alt-Landsberg 1. Stadt Alt-Landsberg mit Amt, ..., 5. Blumberg mit Rittergut, 6. Ahrensfelde, 7. Eiche, 8. Mehrow, ..., 23. Eggersdorf Bekanntmachung. Berlin, den 2. Juli 1874 Die Bauer-Wittwe Fielitz in Krummensee beabsichtigt auf ihrem, westlich von Krummensee am Wege von dort nach Blumberg belegenen, im Grundbuche von Krummensee Band I. No. II. Seite 11 verzeichneten Grundtücke einen Erdziegelofen zu errichten. ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Die bevölkertste Stadt der Erde ist London mit 3,254,260 Einwohnern. Dann folgt Sutschen in China mit 2,000,000, Paris mit 1.851,792, New-York incl. Vorstädte mit 1,444,234 und Peking mit 1,300,000 Einwohnern. |
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... einstweilige Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung ...: B) Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt [insgesamt 100]
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Einen Arbeiter auf Wellington verlangt Heinrich Menzel. [Bernau] |
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Blumberg. (Orig.=Corr.) Ein recht beklagenswerthes Unglück setzte am 31. Juli eine hiesige Familie in tiefe Trauer. Das zweijährige, liebliche Söhnchen des Schneidermeisters H. spielt auf dem Hofe an einem Haufen Bausand, als ein mit Steinen schwer beladener Wagen in den Hof fährt. Das Kind, dem, wenn es ruhig sitzen geblieben wäre, nichts geschehen konnte, will der vermeintlichen Gefahr ausweichen, in der Verwirrung läuft es derselben entgegen und geräth unter die Pferde. Ein Aufhalten des Wagens ist des abschüssigen Terrains wegen nicht möglich, und das Rad geht dem Knaben so unglücklich über Hals und Brust, daß der augenblickliche Tod die Folge ist. Den Führer des Wagens dürfte keine Schuld treffen. |
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Lindenberg. Ein Vorfall, welcher als solches sich wohl oft wiederholt, aber in seinen Motiven als große Seltenheit dasteht, hat sich jüngst hier zugetragen. Die Frau eines hiesigen Maurers, welche erst seit Ostern glücklich verheirathet ist und von ihrem Manne fast auf die [!] Hände getragen wurde, konnte ihr Glück nicht ertragen: sie versuchte zweimal, ihrem Leben eine [!] Ende zu machen. Zuerst wollte sie sich erhängen. Dabei gestört suchte sie sich zu ertränken. Als sie auch von diesem Vorhaben zurückgehalten wurde, vergiftete sie sich mit von Streichhölzern abgekratzem Phosphor. Unter schrecklichen Qualen gab sie ihren Geist auf. Der Grund ihres Lebensüberdrusses war "eine nicht zu bezähmende Sehnsucht nach ihrer Herrschaft," der sie vor ihrer Verheirathung über 10 Jahre treu gedient hatte. - Gewiß ein seltenes Motiv zum Selbstmord. (Oran.=Ztg.) |
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Mehrow. im August 1874 (Orig.=Corr.). Am 10. August c. wurden wir in unserm sonst stillen Dörfchen in große Angst und Aufregung versetzt. Es war Mittag, etwa 1 Uhr, als mit einem Male der Aufschrei Feuer! Feuer! ertönte und die Sturmglocke die Wahrheit dieses Rufes bestätigte. Eine dicke, schwarze Rauchwolke zeigte uns den Herd des Feuers. Auf eine bis jetzt noch nicht ermittelte Weise war auf dem Thürling'schen Bauerngute in einem an der Scheune befindlichen Wagenschauer Feuer ausgebrochen, und dasselbe griff, begünstigt durch die Windrichtung, so wie feuergefährliche Strohbedachung sämmtlicher Gebäude so schnell um sich, daß in ca. 8 Minuten das ganze Gehöft in lichten Flammen stand. Zum Retten war wenig Zeit, und es verbrannten 8 Stück Rindvieh, 35 Schafe und 4 Schweine. Mobiliar wurde sehr wenig gerettet. Leider blieb das Feuer nicht auf diesem Gehöft. Sehr bald wurde das sehr nahestehende zwar massive herrschaftliche Schäferhaus, dessen Bewohner sich beim Herausbringen ihrer Habseligkeiten zuletzt durch die Giebelfenster retten mußten, von den Flammen ergriffen und in Asche gelegt. Auch hier verbrannten außer vielem Haus- und Wirthschaftsgeräth 3 Ziegen. Dem weiteren Vordringen des Feuers nach dieser Seite wurde durch herbeieilende Feuerspritzen Einhalt gethan und so das Dominium geschützt. Nach einer anderen Richtung hin aber suchte sich das Feuer Nahrung. Flugfeuer zündete jenseits der Dorfstraße und des Pfuhles, ca. 150 Schritt entfernt, das mit Stroh gedeckte Haus und den Stall des Büdners Klemmstein und ging dann die Flamme auf das nahe strohgedeckte, von 4 Familien bewonte herrschaftliche Arbeitshaus über. In kurzer Zeit waren auch sie ein Raub der Flammen und mit knapper Noth retteten die Inwohner etwas von ihrer Habe. Da indessen 18 Ortschaften mit ihren Spritzen herbeigeeilt waren, so wurde das Feuer auf diesen Brandstätten gefesselt und gedämpft. Groß ist aber der angerichtete Schaden. Sieben Familien, ihrer Habe fast ganz, oder zumeist beraubt, sind obdachlos. Darunter 3 Arbeiterfamilien, die nicht gegen Feuerschaden versichert sind und dadurch einen herben Verlust zu bestehen haben und der Zukunft traurig entgegensehen. Nicht minder drückend ist die augenblickliche Lage des Thürlings, da er das Ackergeräth, sämmtliche Wagen, das Saatkorn und Futter für sein Vieh verloren hat. Wenn man bedenkt, daß er erst im Juni cr. durch Hagelschlag erheblichen Schaden hatte, so möchte man sagen, daß dies des Unglücks zuviel sei. - *) Nun Gott der Herr wird allen Unglücklichen helfen. Er wolle die Herzen ihrer reicheren und glücklicheren Mitmenschen lenken, daß sie die augenblicklich größere Noth durch Gaben der Liebe mildern. Anzuerkennen ist noch die thatkräftige Hilfe beim Retten der Habe der hier beschäftigten fremden Handwerker, so wie auch die Thätigkeit, Ausdauer und Ruhe der betreffenden Spritzenmannschaften, die den ruhigen und umsichtigen Anordnungen des Feuerlösch=Commissarius, der Gemeindevorsteher und Gensd'armen willig und ruhig nachkamen. Wir haben somit glücklicher Weise, trotz der Menge der Mannschaften, nicht von Prügel-Affairen zu berichten, wie solche jüngst bei kleinerem Feuer und geringerer Anzahl von Leuten in einem Nachbardorfe vorkam und worüber leider der Federkampf in diesem Blatte noch nicht zum Schweigen gekommen ist. *) Mit Rücksicht hierauf ist die Redaction d. Bl. gern bereit, milde Gaben zur Weiterbeförderung an den Orts-Vorstand zu Mehrow in Empfang zu nehmen. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 27. August 1874. Die diesjährigen Herbstmanöver des Garde-Corps finden in der Zeit vom 4. bis 18. September cr. in einem Terrain statt, welches westlich von der Linie Berlin-Tegel-Heiligensee-Hennigsdorf-Cremmen, und östlich von der Linie Berlin-Alt=Landsberg-Straußberg begrenzt ist, und innerhalb dieser Linien den ganzen nördlich von Berlin belegenen Theil des Kreises in sich faßt. ... Der Kreis-Landrath. I.V. Kaehne, Königl. Kreis-Secretair. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 26. August 1874. Nach dem Gesetze vom 9. März d. Js. erfolgt vom 1. October d. Js. ab die Beurkundung der Geburten, Heirathen und Sterbefälle ausschließlich durch die vom Staate bestellten Standesbeamten. Die Abgrenzung der Standesamtbezirke und die erfolgte Ernennung der Standesbeamten wird in den nächsten Tagen publicirt werden. Aus dem Gesetze vom 9. März cr. mache ich auf die nachstehenden Vorschriften hierdurch aufmerksam. I. Die Geburten betreffend. Jede Geburt eines Kindes ist innerhalb einer Woche dem Standes-Beamten des Bezirks, in welchem die Niederkunft stattgefunden hat, anzuzeigen. ... II. Die Heirathen betreffend. Eine bürgerlich gültige Ehe kann nur in der durch das Gesetz vom 9. März cr. vorgeschriebenen Form geschlossen werden. Die religiösen Feierlichkeiten einer Eheschließung dürfen erst nach Schließung der Ehe vor dem Standesbeamten stattfinden. Für den Abschluß der Ehe ist der Standesbeamte zuständig, in dessen Bezirk einer der Verlobten seinen Wohnsitz hat oder sich gewöhnlich aufhält. ... III. Die Sterbefälle betreffend. Jeder Sterbefall ist spätestens am nächstfolgenden Tage dem Standesbeamten des Bezirks, in welchem der Tod erfolgt ist, anzuzeigen. ... Ohne Genehmigung der Ortspolizei-Behörde darf keine Beerdigung vor der Eintragung des Sterbefalles in das Sterberegister stattfinden. IV. Allgemeine Bestimmungen Wer den vorgeschriebenen Anzeigepflichten nicht nachkommt, wird mit Geldstrafe bis zu Einhundertfünfzig Mark (50 Thaler) oder mit Haft bestraft. ... Der Kreis-Landrath. I.V. Kaehne, Königl. Kreis-Secretair. Bekanntmachung. Die Feuer- und Löschordnung für das platte Land vom 11. October 1847 (Amtsbl. S. 395) macht im §. 73 die Polizeibehörden dafür verantwortlich, daß die nöthigen Löschgeräthschaften fortwährend in gutem Stande erhalten werden und verpflichtet im §. 74 die Ortspolizeibehörden, mindestens alle zwei Jahre eine Visitation sämmtlicher Feuerlöschgeräthe, sowie eine Probe der fahrbaren Feuerspritzen vorzunehmen. Diese Bestimmungen erscheinen, wie mehrfach gemachte Erfahrungen ergeben haben, nicht ausreichend, und verordnen wir deshalb ...: daß in allen im diesseitigen Verwaltungsbezirke belegenen Ortschaften des platten Landes alljährlich mindestens zwei Mal eine Spritzen-Probe unter Leitung der Ortspolizeiobrigkeit und mit Zuziehung der Dorfgerichte Statt zu finden hat, deren Ergebniß regelmäßig dem Kreislandrathe durch die Ortspolizei-Behörde schriftlich anzuzeigen ist, und daß der Spritzenmreister, namentlich nach jedesmaliger Benutzung der Spritzen sich davon zu überzeugen, beziehungsweise dafür Sorge zu tragen hat, daß letztere sich jeder Zeit in einem durchaus brauchbaren Zustande befindet (§. 43 der Feuer-Lösch-Ordnung). Die Nichtbeachtung dieser Anordnungen zieht eine Geldstrafe bis zu 10 Thlrn. event. verhältnißmäßige Gefängnißstrafe nach sich. Potsdam, den 7. April 1865. Königliche Reg. Abtheilung des Innern. Vorstehende Regierungs-Verordnung wird hierdurch mit dem Ersuchen zur Kenntniß der Herren Amtsvorsteher des Kreises gebracht, zur Ausführung der Verordnung das Weitere zu veranlassen und mir bis zum 1. Juni und 1. November jeden Jahres über den Ausfall der in den Monaten Mai und October abzuhaltenden Spritzen-Proben Bericht zu erstatten. Berlin, den 20. August 1874. Der Kreis-Landrath. I.V. Kaehne, Königl. Kreis-Secretair. |
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Bekanntmachung. Fünf Thaler Belohnung In der Nacht vom 26. zum 27. d. M. sind dem Herrn Superrintendent Siegel zu Biesdorf bei Berlin von der Bleiche folgende Gegenstände gestohlen worden: 12 Frauenhemden, ... 8 Oberhemden, ... 3 weiße baumwollene Herren-Unterjacken, 2 Herren-Nachthemden, gez. J.L. 10 Herren-Nachthemden, gez. S. 4 Kinder-Hemden ... Biesdorf, den 27. August 1874 Der Amtsvorsteher-Stellvertreter. Schrobsdorff. |
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Die von dem Veteranen- und Kriegerverein [Bernau] veranstaltete Sedan-Feier findet am 6. September in Jonas' Restaurant [in Bernau] statt. Der Vorstand. Jonas' Restaurant. Mittwoch, den 2. September c., Abends von 8 Uhr ab findet zur Feier der Wiedervereinigung Deutschlands Tanz-Kränzchen statt, wozu ergebenst einladet W. Jonas [Bernau] |
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Plan über die Abgrenzung der [insgesamt 59] Standesamtbezirke im Kreis Nieder-Barnim und über die ernannten Standesbeamten und deren Stellvertreter No. und Namen der Standesamtbezirke Bestandtheile derselben Stand und Namen a) des Standesbeamten b) des Stellvertreters c) eines etwaigen zweiten Stellvertreters Wohnort derselben 25. Blumberg Blumberg, Amtsbezirk Nr. XIX, bestehend aus dem Gmbz. und Gtsbz. Blumberg a) Amts- und Gutsvorsteher Lehmann / Blumberg. b) Amts-Vorsteher-Stellvertreter Hiller / do. 26. Mehrow 1. Mehrow, Gm.- und Gtsbz. 2. Ahrensfelde, Gmbz. a) Amts- und Guts-Vorsteher Heyse / Mehrow. b) Gemeinde-Vorsteher Meißner / do. c) Amts-Vorsteher-Stellvertreter Mehr / Hellersdorf. 27. Eiche 1. Eiche, Gmbz. 2. Hellersdorf, Gtsbz. a) Guts-Vorsteher Muhr / Hellersdorf. b) Gemeinde-Vorsteher Kirschbaum / Eiche. 30. Malchow Malchow, Amtsbezirk Nr. XXIII 1. Malchow, Gmbz. und Gtsbz. 2. Karow, Gmbz. 3. Lindenberg, Gmbz. a) Amts- und Guts-Vorsteher Simon / Malchow. b) Amts-Vorsteher-Stellvertreter Dickmann / do. c) Gemeinde-Vorsteher Silberberg / do. |
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Die bei Schwanebeck stehende Bockwindmühle soll aus freier Hand verkauft werden. Reflektanten wollen sich gefl. melden bei Julius Bader daselbst. Bescheidene Anfrage: Welches Menschenkind, und wär's auch ein Gelehrter, hat allezeit gleichen Geruch? |
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Lichtenberg, den 10. October 1874. Die Bildung einer Provinz Berlin aus der Stadt Berlin und der näheren Umgebung wird jetzt wiederum in allen Berliner Zeitungen verhandelt. Wenn wir alle Nachrichten zusammenfassen, so soll es sich um ein Project handeln, die collegialische Verfassung der Königlichen Aufsichtsbehörde zu beseitigen und Berlin mit allen Ortschaften des ein- bis zweimeiligen Umkreises unter einen besonderen Beamten zu stellen, der die Befugnisse eines Ober-Präsidenten erhält. ... In der Umgebung bleibt jede Gemeinde für sich selbständig und hat für ihre Communal-, Schul- und sonst Bedürfnisse, Armen- und Krankenpflege, Pflasterung u. s. w. wie früher so auch künftig ganz allein zu sorgen. Die Anlage der Kanäle und Wasserleitungen wird Sache der Provinz. ... |
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Nachweisung der Ortschaften und Wohnplätze des Kreises Niederbarnim, der Communalbezirke, Poststationen, Amtsbezirke, Amtsvorsteher, ... |
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Ahrensfelde, 15. October 1874. Das Referat über die Lehrer-Versammlung in Berlin in Nr. 80 des Kreisblattes bedarf insofern der thatsächlichen Berichtigung, als es heißen muß: "die Gemeinde Lichtenberg will die Zulage der ersten Lehrerstelle, welche nach Verfügung der königl. Regierung nöthig ist, in Rücksicht auf das Gehalt des Amtsschreibers bis zu 140 Thalern erhöhen. Der Schulvorstand zu Ahrensfelde hat bei der königl. Regierung die Erhöhung des Schulgeldes beantragt, was nach Verhältniß der Kinderzahl 40 bis 50 Thaler pro anno Zulage ergeben würde." |
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Bekanntmachung. Die Einnahmen der 5 Hebestellen unserer Chaussee und zwar der zu Prötzel, Seeberg, Marzahn und Lichtenberg mit 1meiliger und der zu Radebrück mit 2meiliger Hebungs-Befugniß sollen vom 1. Januar 1875 ab anderweitig verpachtet werden. Hierzu steht ein Termin auf den 29. October c., Vormittag 11 Uhr im Rathause hierselbst an, zu welchem Pachtliebhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß nur solche Peronen zum Bieten zugelassen werden können, welche vorher eine Caution von 450 Mark in baar oder in preußischen Staatspapieren deponiert haben. Die Bedingungen können täglich bei unseren Vorsitzenden, Bürgermeister Matz hierselbst, eingesehen werden. Alt-Landsberg, den 15. October 1874. Das Directorium der Berlin-Prötzeler Chaussee-Actien-Gesellschaft. |
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Bekanntmachung. Am Sonntag, den 8. d. Mts., Vormittags, ist ein Pferd, braune Stute, circa 3-4 Zoll groß, zwischen Lindenberg und Malchow, im Chausseegraben liegend, gefunden worden. Der Eigenthümer kann dasselbe gegen Erstattung der entstandenen Kosten bei dem Unterzeichneten in Empfang nehmen. Malchow, den 9. November 1874. Der Amtsvorsteher. Simon. |
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Ein scheußliches Verbrechen ist im Dorfe Lichtenberg verübt worden. In der Nacht zum Donnerstag wurden, wie die "St. Z." meldet, Gräber von kleinen Mädchen auf dem Gemeinde-Kirchhof zu Lichtenberg geöffnet; Die Leichen wurden aus den Särgen gerissen und lagen auf dem Kirchhof. Der Thäter ist bis jetzt noch nicht ermittelt. Ob das Verbrechen des Leichenraubens begangen worden ist, weiß man noch nicht. |
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Einen Gesellen auf Tücher verlangt Menzel, Lohmühlenweg. [Bernau] |
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Blumberg. Oeffentliche Anerkennung verdient die Thatsache, daß die hiesige Gemeinde das Einkommen ihrer 2. Lehrerstelle ohne besondere Weitläufigkeiten um 92 Thaler erhöht hat. Es wird dieser Betrag durch Schulgelderhöhung auf 5 Sgr. monatlich pro Kind aufgebracht. Zu wünschen wäre, daß ein solches Vorgehen aller Orten Nachahmung fände. Nichts ist einfacher, die Lage der Lehrer wirklich und wesentlich zu verbessern. Kein vernünftiger Mensch, auch unter der ärmeren Klasse, kann sich darüber wundern, wenn die Kosten für den Unterricht seiner Kinder steigen in einer Zeit, wo der Preis sämmtlicher Lebensbedürfnisse so enorm in die Höhe geht. 3 Sgr. 4 Pf. ist doch ein Spottgeld! ... |
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Blumberg. Der hiesigen Gemeinde ist es vergönnt worden, am 20. November eine Feier der allerseltensten Art zu begehen, ... Der Bauernaltsitzer Gottfried Ebel und seine Ehefrau, geb. Juest haben am 20. November des in Preußens Geschichte denkwürdigen Jahres 1814 in hiesiger Kirche den Bund für's Leben geschlossen. ... |
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Bekanntmachung. Berlin, den 4. December 1874. Nachstehende Ortsbehörden: die Gutsvorstände über: ..., Blumberg, Ahrensfelde, ..., Mehrow, ...; die Gemeindevorstände zu: ... sind noch mit dem Berichte über den Ausfall der für die Schullehrer=Wittwen und -Waisen abzuhaltenden Collecte im Rückstande, und werden dieselben hierduch an die Erledigung binnen längstens 3 Tagen erinnert. Der Königliche Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber. |
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Bekanntmachung. Weißensee, den 16. December 1874 Auf der Chaussee zwischen Blumberg und Ahrensfelde ist ein Sack mit Glaubersalz gefunden worden; der sich legitimierende Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der entstandenen Kosten in Empfang nehmen. Näheres im Amts-Büreau zu Weißensee. Der Amtsvorsteher. Wöltge. |
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Bekanntmachung. Der Bauergutsbesitzer Carl Parnemann zu Cladow kaufte am 1. December 1874 auf dem hiesigen Pferdemarkte eine dänische Rappstute ohne Abzeichen, 6-7 Jahre alt, mit sehr lang gelockter Mähne und lang gelocktem Schweif, ungefähr 5 Fuß groß, besonders breiter Lage und flachem Kreuz. Der Verkäufer, angebliche Bauer August Schiele aus Ahrensfelde bei Berlin, von untersetzter Statur und einige 20 Jahre alt, ist wegen Krankheit des Pferdes zur Zurücknahme desselben aufgefordert, jedoch in dem von ihm angegebenen Wohnorte nicht ermittelt worden. Ein Jeder, welcher über die Person des Verkäufers nähere Auskunft zu geben vermag, wird zur unverzüglichen Anzeige davon hiermit aufgefordert und ist für die Ermittelung desselben eine Belohnung von 50 Thalern ausgesetzt. Das Pferd befindet sich bei der Direction der Königlichen Thierarztschule zu Berlin in Behandlung und kann dort zur etwaigen Recherche besichtigt werden. Spandau, den 4. Januar 1875. Der Staats-Anwalt. |
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Die Gräberschändung, welche kürzlich auf dem Kirchhofe zu Lichtenberg in so bestialischer Weise verübt worden ist, hat bisher zu weitläufigen Recherchen Veranlassung gegeben, die jedoch leider zu keinem Resultat geführt haben. Zwei verdächtige Personen sind verhaftet und zur Untersuchung gezogen, jedoch bereits wieder aus der Haft entlassen worden. Der eine ist, wie sich herausgestellt, ein Idiot, der andere, ein Strolch, der sich auf dem Kirchhofe herumgetrieben hatte; gegen beide hat indeß ein Beweis nicht erbracht werden können. |
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Weißensee. In vorgestriger Nacht wurde die hiesige Kirche bestohlen. Die Diebe waren durch ein Fenster, das sie zerbrochen, eingestiegen und hatten sich eines Grabkreuzes als Leiter bedient, um zu demselben zu gelangen. Gestohlen haben sie nur die Altardecke. ... Unmittelbar an derselben [Kirche] und zwar sich an diese anschließend ist ein Gewölbe, ein Erbbegräbniß. Doch führt keine Thür von der Kirche aus in dasselbe, sondern es hat einen, natürlich allezeit fest verschlossenen Zugang von außen. Auch dieses Gewölbe war von den Dieben erbrochen und die darin befindlichen Särge waren gewaltsamerweise geöffnet und nach Kostbarkeiten durchsucht. Auch hier waren ihre Bemühungen ohne Erfolg gewesen, ... |
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Eine Wohnung von Stube, Kammer und Küche ist zum 1. April zu vermiethen bei Müller auf den Weinbergen. [Bernau] |
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Einen Spuler auf halben oder ganzen Tag verlangt Grieben, Brüderstraße 292. [Bernau] Arbeiter auf Satin und halbwollenen Double werden verlangt. Zu erfragen bei A. Eger. [Bernau] |
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Berlin, den 5. Februar 1875. Bekanntmachung. Die Gemeinde Lindenberg hat auf Grund des §. 8 des Gesetzes vom 14. April 1856 die Bildung einer gewählten Gemeinde-Vertretung in Stelle der Gemeinde-Versammlung beschlossen und ist das darüber beschlossene Statut heute von uns bestätigt. Dies wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Der Kreis-Ausschuß. I.V. v. Knobelsdorf |
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Nachweisung des vollen und berichtigten Klassensteuer-Jahres-Solls des Kreises Niederbarnim pro 1875.
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Einen Sohn rechtlicher Eltern, welcher Lust hat die Wind= & Wassermüllerei zu erlernen, verlangt Mühlenbesitzer Braedikow, Alt-Landsberg. |
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Bekanntmachung. Am Dienstag, den 23. d. Mts. Vormittags 9 Uhr sollen an hiesiger Gerichtsstelle verschiedene Kleidungsstücke, ein vollständiges Bett mit Bezügen und andere Geräthschaften öffentlich an den Meistbietenden gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden. Alt-Landsberg, den 9. März 1875. Königl. Kreisgerichts-Deputation. |
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Für die Königl. Domäne Löhme mit Krummensee wird ein tüchtiger Kammerjäger zu engagieren gesucht, und wollen Reflectanten sich ebendaselbst beim Amtmann Schmidt melden. |
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... Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Niederbarnimer Kreise pro 1875 ... I. zu Alt-Landsberg im Schützenhause am Freitag, den 16. April cr: ..., Eiche und Hellersdorf, ..., Hönow, Mehrow, ... IV. zu Bernau im Britzkow'schen Gasthofe am Mittwoch, den 5. Mai cr.: Ahrensfelde, ..., Blumberg, ... Lindenberg, ... |
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Die Gräberschändung auf dem Kirchhofe zu Lichtenberg, die im Sommer vorigen Jahres so großes Aufsehen erregte und die deshalb eingeleitete gerichtliche Untersuchung hat leider nur dahingeführt, daß der Thäter zwar ermittelt ist, indessen eine Bestrafung desselben nicht hat erfolgen können. Derselbe ist ein junger geistesschwacher Mensch, der das Verbrechen auch eingestanden hat. ... |
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Marzahn. Am Freitag den 2. d. M. wurde unser Dorf von einem schweren Brandunglücke heimgesucht. Nachts zwischen 1 und 2 Uhr erscholl plötzlich der Feuerruf des Wächters, und im Nu loderten auch schon aus einer ganzen Reihe von Gehöften die Flammen empor. 7 Scheunen, 2 Ställe und 1 Remise waren binnen 1 1/2 Stunden niedergebrannt. Die beschädigten Besitzer, darunter der Ortsschulze Dubick, dem 1 Scheune und eine Remise zerstört wurde, sind sämmtlichst versichert. ... - Aus den Nachbarorten waren, von dem weithin sichtbaren Feuerscheine aufgeschreckt, ebenfalls zahlreiche Mannschaften mit Spritzen und Wasserwagen erschienen; nur der Feuerlösch-Commissarius fehlte und sein Stellvertreter ließ sich nicht blicken, was allgemeinen Unwillen hervorrief. |
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Seidenbau Die günstigen Verhältnisse für den Seidenbau, welche sich in den letzten beiden Jahren vielfach gezeigt haben, lassen die Hoffnung nicht unbegründet erscheinen, daß die Gefahren und Schäden, unter welchen der Seidenbau so lange gelitten, künftig nicht wieder hervortreten werden und daß daher wieder die Zeit eines lohnenden Betriebes für diesen Industriezweig anbrechen wird. ... Potsdam, den 6. April 1875 Der Vorstand des Vereins zur Beförderung des Seidenbaues in der Provinz Brandenburg. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 20. April 1875. Nach dem Reichsgesetze vom 8. April 1874 soll jedes Kind vor dem Ablaufe des auf sein Geburtsjahr folgenden Kalenderjahres und jeder Zögling einer öffentlichen Lehranstalt oder Privatschule mit Ausnahme der Sonntags- und Abendschulen innerhalb eines Jahres, in welchem der Zögling das zwölfte Lebensjahr zurücklegt, der Impfung mit Schutzpocken unterzogen werden. Diese Impfung wird von dem Bezirks-Impfarzte unentgeltlich vorgenommen. ... Der Kreis-Landrath. I.V. v. Knobelsdorff. Tableau der [insgesamt 16] Impfbezirke und der Bezirks-Impfärzte des Kreises Nieder-Barnim Impfbezirk No. 1 Kreisphysicus und Medicinal-Rath Dr. Wolff zu Berlin a) Amtsbezirk Falkenberg Nr. XXII, bestehend aus: Falkenberg, Wartenberg b) Amtsbezirk Malchow Nr. XXIII, bestehend aus: Malchow, Karow, Lindenberg ... Impfbezirk Nr. 4 Pract. Arzt Dr. Bekel zu Bernau a) Amtsbezirk Buch Nr. XXVII, ... b) Amtsbezirk Blumberg Nr. XIX, bestehend aus: Blumberg Impfbezirk Nr. 12 Pract. Arzt Dr. Rudolphi zu Alt-Landsberg a) Stadtbezirk Alt-Landsberg b) Amtsbezirk Alt-Landsberg Nr. XVI, ... c) Amtsbezirk Ahrensfelde Nr. XX, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf ... |
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Bekanntmachung. Berlin, den 3. Mai 1875. Der Unteroffizier Otto Karl Gustav Rose von der 7. Compagnie des Holsteinschen Infanterie-Regiments Nr. 85, 2. Bataillon zu Neumünster, welcher aus Blumberg gebürtig ist, hat sich am 25. v. M., Vormittags 11 Uhr von seinem Truppentheil entfernt und ist noch nicht wieder zurückgekehrt. Die Polizei- und Ortsbehörden, sowie die Gendarmen des Kreises werden hierdurch angewiesen, auf den c. Rose zu achten, ihn im Betretungsfalle festzunehmen und mir von dem Geschehen sofort Anzeige zu machen. Das Signalement erfolgt nachstehend. Der Kreis-Landrath. I.V. v. Knobelsdorff Personenbeschreibung des c. Rose: Familienname: Rose. Vorname: Otto Karl Gustav. Geburtsort: Blumberg. Aufenthaltsort: Neumünster. Religion: evangelisch. Alter: 25 Jahre 11 Monate. Größe: 1,68 m. Augen: blau. Stirn: frei. Mund: gewöhnlich. Bart: Schnurbart. Zähne: gesund. Kinn: rund. Gesichtsbildung: rund. Gesichtsfarbe: blaß. Gestalt: schlank. Sprache: hoch und plattdeutsch. Besondere Kennzeichen: keine. Bekleidung: Tuchhose, Waffenrock, Extramütze mit Schirm, Halsbinde, Extra-Leibriemen mit Extra-Seitengewehr. |
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Bekanntmachung. An der hiesigen Stadtschule wird am 1. Juli cr. die achte Lehrerstelle mit einem Einkommen von 750 Mark jährlich vacant. Bewerber wollen sich binnen vier Wochen unter Vorlegung ihrer Atteste bei uns melden. Alt-Landsberg, den 1. Mai 1875. Der Magistrat. Personal-Chronik. Der Amts-Vorsteher Simon zu Malchow ist auf unbestimmte Zeit verreist und wird während seiner Abwesenheit durch den Herrn Amts-Vorsteher-Stellvertreter Dickmann vertreten sein. |
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Auf dem Kreistage des Niederbarnimer Kreises am 14. Mai cr. waren 33 Kreistags-Abgeordnete anwesend, nämlich: 1) Der Vorsitzende, zugleich Kreistags-Abgeordnete Geheime Regierungs- und Landrath Scharnweber, 5) Der Major Graf von Arnim-Zichow auf Blumberg, 9) der Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow, ... |
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Ist es erlaubt, daß hiesige Kirchenbesucher, deren Stühle nicht die letzten sind, während des ganzen Gottesdienstes, also auch während der Predigt stehen und so allen hinter ihnen Sitzenden die Aussicht auf den Prediger versperren? Wollen die Herren stehen, so mögen sie hinter die letzte Stuhlreihe treten, nicht aber Anderen zumuthen, daß sie den Rücken des Vordermannes bewundern sollen. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um die Rücksicht, die man seinen Mitchristen schuldig ist, geltend zu lassen. |
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Auction. Am 28. Mai d. J., Nachmittags 2 Uhr soll hier eine alte Feuerspritze öffentlich versteigert werden. Mehrow bei Alt-Landsberg. Der Gemeindevorstand. |
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National-Dampfschiff-Compagnie. Von Stettin nach New York jeden Mittwoch 30 Thlr. C. Messing. Stettin. |
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Auf dem Gute Hönow wird zum 2. October 1875 ein verheiratheter Kuhmeier bei gutem Lohn und Deputat gesucht. Näheres beim Herrn selbst. |
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Personal-Chronik. Dem Herrn Bürgermeister Matz zu Alt-Landsberg wird für die Zeit der gleichzeitigen Behinderung des Amtsvorstehers Heyse und des Stellvertreters Muhr die Verwaltung der Amtsvorsteher-Geschäfte für den Amtsbezirk Ahrensfelde übertragen. |
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Nachweisung der den Amtsbezirken des Kreises Niederbarnim pro 1875 aus Kreisfonds gewährten Dotationen (in Mark): ..., Blumberg: 90, Ahrensfelde: 240, ..., Malchow: 180, ... |
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Verhandelt Berlin, den 1. September 1875. Zu dem heutigen Kreistage des Niederbarnimer Kreises sind die sämmtlichen Kreistags-Mitglieder ... eingeladen. ... Erschienen waren folgende [insgesamt 28] Mitglieder: 1) ... Scharnweber, 6) Der Rittergutsbesitzer Simon auf Malchow, 8) Der Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow, Durch Acclamation ohne Widerspruch wurden gewählt in die Einkommensteuer-Einschätzungs-Commission: ... und zu Stellvertretern: ..., Der Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow, ... |
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Ein junger Mensch, der mit Pferden gut Bescheid weiß und die Beackerung versteht, wird sofort verlangt bei C. Rodolph in Lindenberg bei Berlin. |
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Personal-Chronik. Der Rittergutsbesitzer Heyse zu Mehrow hat nach Beendigung seines Urlaubs die Verwaltung des Amtsbezirkes Ahrensfelde wieder übernommen. |
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Bekanntmachung. Dienstag, den 28. September ist ein Paar ganz neue Stiefel auf der Chaussee zwischen Falkenberg und Ahrensfelde gefunden worden. Der Eigenthümer kann solche gegen Erstattung des Finderlohnes und der Insertionskosten in Empfang nehmen. Falkenberg, den 9. October 1875. Der Amtsvorsteher. Jungk. |
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Ein dunkelblauer Winterüberzieher (Flocconè), mit Sammetkragen und rothen Taschen, ist am Sonntag Nacht zwischen Lindenberg und Malchow verloren worden. Der Finder wird ersucht, denselben gegen Belohnung beim Gastwirth Herrn Flörecke [!] in Lindenberg abzugeben. |
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Wesen und Bedeutung der Volks- und Gewerbezählung am 1. December d. J. ... Es lebten in Preußen Ende 1810 4,708,410 Bewohner Ende 1820 11,272,482 " Ende 1830 12,988,172 " Ende 1840 14,928,501 " Ende 1850 16,608,039 " Ende 1860 18,262,623 " Ende 1870 24,497,086 " Ende 1871 24,643,623 " |
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Hoenow. Dieses in der Verkehrs-Entwicklung immer mehr zunehmende Dorf hat seither beklagen müssen, nicht einmal eine Thurmuhr zu besitzen. Die früher vorhanden gewesene Uhr, von der das Ziffernblatt in einem höchst verwetterten Zustande noch am Thurm befindlich ist, mag bereits seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr gangbar sein. Diese Calamität konnte die Gemeinde nun nicht mehr über's Herz bringen und hat deshalb nach vorher in Anspruch genommener Vermittelung des Herrn Amtsvorstehers zu Neuenhagen in ihrer Gemeinde-Versammlung am 1. d. M. einstimmig beschlossen, eine Thurmuhr mit 3 Ziffernblätter[n], nach allen Richtungen hin sichtbar, anzuschaffen. Wir wollen diesen Gemeinsinn der Gemeinde nun lobend anerkennen und zur Nachahmung empfehlen, und wünschen, daß dieselbe sich auch den sonstigen communalen Neuerungen auf dem Gebiete der Gegenwart anschließen möge. - In dieser Versammlung ist auch der Gemeinde-Vorsteher Hoernicke als Ortssteuererheber wieder gewählt worden. Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß am 11. bis 14. d. M. die bekannten Sternschnuppennächte eintreten. |
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Die Lieferung des etatsmäßigen Meßkorns an die geistlichen Institute für das Jahr 1875 soll Sonnabend, den 20. und Sonnabend, den 27. November d. J. jedesmal von 2 bis 4 Uhr Nachmittags im hiesigen Rathause stattfinden. Die lieferungspflichtigen Grundbesitzer werden aufgefordert, die Ablieferung in guter Waare an den bezeichneten Tagen zu bewirken. Restanten haben das zu liefernde Quantum nach dem höchsten Martini-Marktpreise zu bezahlen. Bernau, den 5. November 1875. Der Gemeinde-Kirchenrath. |
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Der Lahrer hinkende Bote pro 1876 ist erschienen und vorräthig in Bernau bei C. F. Pilger. |
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Blumberg. Der hiesige Ort ist von zwei Feuersbrünsten heimgesucht, die weniger durch ihren Umfang, als die begleitenden eigenthümlichen Umstände bemerkenswert sind. Am Abend des 17. d. M. um 7 Uhr brannte die noch in Folge Einfahrens einer Miethe bis unter das Dach mit Getreide gefüllte Scheune eines hiesigen Bauernhofes. Glücklicher Weise kam der Wind sehr günstig, so daß für Nachbargebäude kaum eine Gefahr vorhanden war. - Nachdem die Löschmannschaften die Nacht hindurch thätig gewesen, und die auswärtigen Spritzen zum größten Theil entlassen, bricht am Morgen des 18. d. M. gegen 8 Uhr plötzlich die Flamme mit voller Gewalt aus dem zu demselben Gehöft gehörigen alten Wohnhause mit daran gebauten Stallungen. Trotzdem Spritzen und Mannschaften in Menge zur Stelle waren, konnte an Löschen nicht mehr gedacht werden; ja es war nicht einmal möglich, die drei Pferde eines Handelsmannes, der das Haus bewohnte, zu retten. Das Beklagenswerte ist, daß diesem letzten Brande auch ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Knecht Carl Wille, aus Beiersdorf gebürtig, ging etwa 3/4 Stunden vor Ausbruch des Feuers in das Gebäude, wie man vermuthete, um zu schlafen. Da niemand ihn während des Brandes bemerkt hatte, so blieben nur zwei Möglichkeiten, entweder er war der Brandstifter und hatte sich heimlich entfernt; oder er war in den Flammen umgekommen. Der arme Mensch hat seine Rechtfertigung von dem auf ihn ruhenden Verdacht theuer bezahlen müssen. Beim Aufräumen fand man seinen schrecklich verstümmelten Leichnam an der Stelle, wo sein Bett gestanden. Die Annahme, er sei vielleicht mit Pfeife oder Cigarre unvorsichtig umgegangen, widerlegt sich dadurch, daß er kein Raucher war. Die Entstehungsursache der beiden so kurz aufeinander folgenden Brände insonderheit des letzten, ist mithin in vollständiges Dunkel gehüllt. |
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Sicherste Abhülfe der Trunksucht gewährt trotz aller Concurrenz und Anfeindung, mein unfehlbares Mittel, welches auch ohne Wissen des Trinkers angewandt werden kann. Tausende von Anerkennungsschreiben liegen vor. Man wende sich vertrauensvoll an W. Schmidt, Berlin, Dresdener S 30, II Tr. r. |
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Mehrow. Von den sich mehrenden Diebstählen der Umgebung ein Beispiel. Während die Familienmitglieder und das Gesinde des hiesigen Gemeindevorstehers am 12. d. M. Nachmittags im Hauskeller beschäftigt waren, um Kartoffeln einzusacken und nur mehrere kleinere Kinder im Hinterzimmer sich spielend beschäftigten, steigt ein Dieb durch's Fenster des nach der Straße zu gelegenen Vorderzimmers, entwendet aus einem Koffer, in welchem zufällig der Schlüssel steckt, eine Summe Geldes von ca. 30 Thlr. und verläßt auf demselben Wege das Haus, ohne gesehen zu werden. - Wenn man erwägt, daß die That gegen 4 Uhr Nachmittags verrichtet worden, in welcher Zeit die Nachbarhöfe und auch die Dorfstraße belebt waren, wenn man ferner erwägt, daß die spielenden Kinder, welche sogar ein Klappern im Wohnzimmer gehört haben, dicht neben dem Orte der That sich befanden, so muß man über die Frechheit des Diebes staunen. Zwar ist ein verdächtiger Bettler, der Nachmittags dort angesprochen hatte, eingebracht worden; doch fand man bei ihm kein Geld. Hierbei sei auf einen Menschen aufmerksam gemacht, der gelegentlich Diebstähle ausführt, während er Heiraths-Anträge macht. Nachdem er dies in den Nachbardörfern theils mit, theils ohne Erfolg ausgeführt hatte, wendete er sich auch hier an einen Arbeiter, hielt um dessen in Berlin dienende Tochter, die er zu kennen vorgab an, während er sich für einen Maurerpolier ausgab, der in Weißensee ein eigenes Haus habe und nur eine tüchtige Frau suche. Sein Antrag wurde zurückgewiesen, und weil er nicht allein im Zimmer gelassen worden ist, so ging er auch ohne Diebstahl ab. Leider ist er aber auch entkommen. Es soll dieser Mensch ziemlich anständig gekleidet und mit einer runden Pelzmütze bedeckt gewesen sein. Gewiß ist es eine und dieselbe Persönlichkeit, die hier und anderen Ortes dieses Geschäft betrieb, darum sei hiermit vor derselben gewarnt. |
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Bekanntmachung. In der General-Versammlung der Actionaire der Berlin-Prötzeler Chaussee-Actien-Gesellschaft vom 22. d. M., worin über die Auflösung der Gesellschaft Beschluß gefaßt werden sollte, waren nicht, wie dies der §. 22 des Statuts vom 11. August 1852 vorschreibt, 2/3 der sämmtlichen Actien vertreten. Es wird deshalb eine neue General-Versammlung auf den 16. December d. J., Vormittags 11 Uhr im Gasthause zum Deutschen Hause hierselbst anberaumt, in welcher über die Auflösung der Gesellschaft zum 1. April 1876 unbedingt und definitiv von der Stimmenmehrheit der Anwesenden entschieden werden soll. Die Herren Actionaire werden hierdurch eingeladen. Alt-Landsberg, den 23. November 1875. Das Directorium der Berlin-Prötzeler-Chaussee-Actien-Gesellschaft. |
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Hönow. Der am 27. November hierselbst verübte Diebstahl ist ebenso von einem wunderbaren Märchen umgeben, wie fast alle in letzter Zeit vorgekommenen Diebstähle. In dem Wohnhause des Schmiedemeisters Rudolph hierselbst befindet sich eine Dachkammer, in welcher die beiden Gesellen und der Lehrbursche schlafen. Der Treppenaufgang zu der Letzteren befindet sich im Hausflur unmittelbar dicht neben der Küche und wird der Eingang nur vom Haus aus genommen. Der Dieb, welcher auch seinen Eingang von hier aus hat nehmen müssen, scheint sich weniger um die Unsicherheit und den Gedanken, er könne wohl durch Angehörige des Rudolph und dessen Personal, welches aus- und eingeht, überrascht werden, gekümmert zu haben, wenigstens ist dies anzunehmen, da er mit aller Seelentruhe die an der Wand gehangenen Kleidungsstücke der Gesellen von denen des Lehrjungen gesondert und mitgenommen, dagegen dem Letzteren, um jedenfalls seine Humanität und sein Menschlichkeitsgefühl zu beweisen, die Sachen belassen hat. Seinen Ausgang hat er jedenfalls wieder von dort nehmen müssen, wo er hereingekommen ist, wobei ihm der beträchtliche Theil der gestohlenen Sachen, welche er doch offen auf dem Arm hat tragen müssen, sowie auch ein mit solchen gefüllter Koffer durchaus nicht hinderlich erschienen ist. Den Letzteren hat man des Tages darauf in einem Walde beim Dorfe leer gefunden. Dem Thäter will man bereits auf der Spur sein. |
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>>>Aechte Biere, <<< als: Erlanger, Culmbacher, Kitzinger und Wiener Märzen-Lagerbier empfiehlt Carl Barth. [Bernau] |
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Blumberg. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wurden 150 Tannenzöpfe in der Blumberger Forst gestohlen, womit die Diebe glücklich entkamen und es wagten, vom Freitag zum Sonnabend nochmal einen Besuch abzustatten; dieselben wurden aber abgefaßt und ist der angerichtete Schaden auf 600 Thlr. taxiert. |
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Männer-Gesang-Vereins- Theater. Britzkow's Salon. Am 1. Weihnachtsfeiertag kommen zur Aufführung: Billets á 5 Sgr. (nummeriert) sind von heute ab bei Herrn C. Hochmuth, zu 2 1/2 Sgr. bei den Herren F. Buhle sowie beim Unterzeichneten und Abends von 7 Uhr ab an der Kasse zu haben. Anfang 8 Uhr. W. Kraft Auf der Chaussee von Berlin nach Bernau ist einem Lehrling ein Hundertmarkschein verloren gegangen. Der ehrliche Finder erhält eine Belohnung von 15 Mark beim Seilermeister Behrendt in Bernau. Meinen Freunden und Kunden empfehle ich zum Feste eine reelle, gute und dabei billige Cigarre. E. Seidel Blumberg. Wagen-Verkauf. Eine recht gut erhaltene, solide gebaute, bequeme, ganz geschlossene Chaise steht zu zeitgemäßem Preise bei dem Administrator Lehmann in Blumberg, event. vom 5. Januar ab beim Sattlermeister Herrn Melhorn, Markgrafenstraße 15 in Berlin zum Verkauf. |
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Zum Weihnachtsfest: >>>Aechte Biere, <<< Culmbacher, Erlanger, Wiener Märzen, Kitzinger, Weizenbier bei Carl Barth. [Bernau] |
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Niederbarnimer Kreisblatt, Bernau Erscheint Mittwochs und Sonnabends früh in Bernau Abonnement pro Quartal 1 M. 50 Pf. durch die Post bezogen 1 M. 90 Pf., durch den Postboten in's Haus gebracht 2 M. 15 Pf. Mit verbindlicher Publikationskraft der amtlichen Bekanntmachungen der Kreisbehörden und der städtischen Behörden zu Bernau sowie der Polizei-Verordnungen für den Kreis und die sämmtlichen Amtsbezirke, städtischen und ländlichen Gemeinde- und Gutsbezirke. Redacteur: Carl Pilger |
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Bekanntmachung. Behufs Neuwahl von Schiedsmännern und deren Stellvertretern muß eine Neuwahl der Ortswähler in allen ländlichen Gemeinden des Kreises stattfinden. Zu wählen sind in Ortschaften von 1 bis 200 Seelen 1 Wahlmann, von mehr als 200 bis 400 Seelen 2, von mehr als 400 bis 600 drei Wahlmänner u.s.f. von jeden folgenden 1 bis 200 Seelen immer noch ein Wahlmann. Zur Theilnahme an der Wahl sind berechtigt alle angesessenen Grundbesitzer, welche sich im Vollgenusse der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. ... Berlin, den 3. Januar 1876 Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Nachrichten des Königlichen Standesamts b) zu Mehrow pro December 1875 Geburten: 6. December. Kuhmeister Friedrich Sander zu Mehrow 1 Sohn. 12. [December] dem Milchkühler Julius Döring zu Mehrow 1 Tochter. 22. [December] dem Bauer Carl Haase zu Ahrensfelde 1 Sohn. Eheschließungen: 26. [December] Arbeiter Carl Friedrich Ernst Kühn hier mit Johanne Christine Kleinert hier. Sterbefälle: 21. [December] Albert Carl Friedrich Hase, Mehrow. 6 T. alt, Sohn des Gastwirthes Wilhelm Hase zu Ahrensfelde Es sind im Standesamt Mehrow im Jahre 1875 geboren: 33 Kinder, gestorben: 21 Personen, die Ehe haben geschlossen: 6 Paare. |
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Bernau. Es wird häufig der Versuch gemacht, die Eisenbahn als blinder Passagier zu benutzen. Das Directorium der Berlin-Stettiner Eisenbahn bringt seit kurzem alle die Fälle, wo Passagiere ohne Billet in dem Coupee betroffen werden und dabei auf eine unredliche Absicht geschlossen werden darf, zur Kenntniß des Staatsanwalts. In dem ersten derartigen Falle ist der betreffende Passagier jetzt wegen versuchten Betruges zu einer vierwöchigen Gefängnißstrafe verurteilt worden. |
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Berlin, den 8. Januar 1876. Ein großer Theil der Guts- und Gemeindevorsteher ist trotz meiner Kreisblatt-Bekanntmachungen vom 7. September, 23. November und 11. December 1875 immer noch mit der Berichterstattung über den Ausfall der im vorigen Jahre abgehaltenen Collecte zum Besten der Schullehrer-Wittwen- und Waisen-Unterstützungskasse im Rückstande. Es ergeht deshalb die wiederholte und dringende Aufforderung zur unverzüglichen Erledigung dieser Angelegenheit, widrigenfalls ich mit Strafverfügungen vorgehen werde. Falls die Collecte keinen Ertrag gehabt hat, ist Vacat-Anzeige zu erstatten. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Auf meinem Gute in Lindenberg stehen zum Verkauf: 1 Paar Wagenpferde und 1 gut erhaltener Verdeckwagen. F.v. Gröling |
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Personal=Chronik. Der bisherige Gutsvorsteher für den Gutsbezirk Blumberg ist von dort verzogen und hat in Folge dessen sein Amt niedergelegt. An Stelle desselben ist der Rentmeister Altenburg zu Blumberg zum Gutsvorsteher ernannt worden. Bekanntmachung. Die Einnahmen der 5 Hebestellen unserer Chaussee und zwar der zu Proetzel, Seeberg, Marzahn und Lichtenberg mit je einmeiliger, und der zu Radebrück mit einer zweimeiligen Hebungs-Befugniß, sollen vom 1. April 1876 ab anderweitig verpachtet werden. ... [Termin: 16. Februar, Caution: 450 Mark] Alt-Landsberg, den 28. Januar 1876. Das Directorium der Berlin-Prötzeler Chaussee-Actien-Gesellschaft. |
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Bekanntmachung. Die Lieferungen und Arbeiten zur Umpflasterung der Berlin=Schwedter Chaussee in Dorfe Blumberg sollen im Wege der Submission vergeben werden und sind bezügliche Offerten bis zum Sonnabend, den 19. Februar d. Js. bei Unterzeichnetem einzureichen, woselbst zuvor Kostenvoranschlag etc. eingesehen werden kann. Berlin SO., den 28. Januar 1876, Elisabethufer 32. Der Bau-Inspektor, Koppen. |
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Nachweisung des vollen und berichtigten Klassensteuer-Jahres-Solls des Kreises Nieder=Barnim pro 1876.
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Verwaltungs-Bericht des Kreis-Ausschusses des Kreises Nieder-Barnim für das Jahr 1875. [Seite 7] Uebersicht der Geschäfte des Kreis-Ausschusses pro 1875. [Seite 8] Uebersicht der Geschäfte der Standesämter im Kreise Nieder-Barnim für das Jahr 1875.
[Seite 9] Uebersicht der Geschäftsthätigkeit der [insgesamt 4] städtischen Polizei-Verwaltungen und der [insgesamt 50] Amtsverwaltungen, sowie der Kosten der Amts- und Gemeindeverwaltungen im Nieder-Barnimer Kreise für das Jahr 1875. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Nachrichten des Königlichen Standesamts e) zu Mehrow Eheschließungen: 9. Januar. Arbeiter Friedrich Gottlieb Neumann mit Auguste Wilhelmine Münnich zu Ahrensfelde. 30. [Januar] Arbeiter Friedrich Wilhelm Wandrei mit Auguste Caroline Schröder. Geburten: 2. Januar der unehelichen Auguste Wilhelmine Pose zu Mehrow ein Sohn. 28. [Januar] dem Arbeiter Carl Frenz zu Mehrow ein Sohn. |
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Bekanntmachung. Berlin, dem 24. Februar 1876. Der Gutsbesitzer Julius Lichtenberger zu Ahrensfelde beabsichtigt auf seinem in Ahrensfelde belegenen und im Grundbuche dieses Ortes sub fol. 37 No. 10 verzeichneten Grundstück einen Ziegelbrennofen zu errichten. ... Königlicher Landrath Niederbarnimer Kreises. I.V. Der Kreisdeputierte von Knobelsdorff. |
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Auf dem Gute Hoenow bei Alt-Landsberg wird zum 2. April cr. ein Hofmeier bei gutem Lohn und Deputat gesucht. Näheres auf Hoenow daselbst. |
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Nachweisung der ländlichen Schiedsmannbezirke im Niederbarnimer Kreise und der stattfindenden Neuwahlen von Schiedsmännern resp. deren Stellvertreter. No. der [insgesamt 37] Schiedsmannsbezirke, Namen der dazu gehörigen Ortschaften Ort, in welchem die Wahl stattfindet Namen der ernannten Wahlcommissarien Anzahl der zu wählenden Schiedsmänner und Stellvertreter Namen der zur Teilnahme berechtigten Gutsbesitzer resp. Stellvertreter IX. Börnicke, Dorf u. Gut; Löhme, Dorf und Amt; Seefeldt [!], Krummensee, Blumberg mit Elisenau Blumberg, Amtsbureau Amtsvorsteher Lehmann zu Blumberg Der erste Stellvertreter Königl. Major Graf von Arnim resp. sein Vertreter und der Königliche Oberamtmann Schmidt zu Löhme, Rittergutsbesitzer Hosemann zu Börnicke XXXII. Ahrensfelde, Mehrow, Marzahn, Wartenberg, Falkenberg, Eiche, Hellersdorf Falkenberg, Amtsbureau Amtsvorsteher Amtmann Jungk zu Falkenberg 1 Schiedsmann, 2 Stellvertreter Die Besitzer der Rittergüter Wartenberg, Falkenberg und Hellersdorf resp. die Pächter oder Administratoren derselben und der Rittergutsbesitzer Heyse zu Mehrow XXXV. Lindenberg, Malchow, Karow Malchow, Amtsbureau Amtsvorsteher Rittergutsbesitzer Simon zu Malchow 1 Schiedsmann, 2 Stellvertreter Rittergutsbesitzer Simon zu Malchow |
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Personal-Chronik. Der Rentmeister Altenburg zu Blumberg ist an Stelle des von dort verzogenen Amtsvorstehers und Standesbeamten Lehmann zum Amtsvorsteher und Standesbeamten des Amts- und Standesamtsbezirks Blumberg ernannt worden. |
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Werneuchen. Wie wir hören erhält Werneuchen vom 1. April cr. ein allseits gewünschtes Personenfuhrwerk, und wird dadurch den Verkehr zwischen Berlin und Werneuchen wesentlich erleichtert werden. (Siehe heutiges Inserat) |
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Werneuchen. Bekanntmachung. Vom 1 April cr. wird Unterzeichneter ein Personen=Fuhrwerk von Werneuchen nach Berlin einlegen und zwar Montag, Donnerstag und Sonnabend. Abfahrt von Werneuchen: Schwarzer Adler, Morgens 5 Uhr Abfahrt von Berlin: Rother Löwe, Neue Königstraße, Nachmittags 5 Uhr. Hin- und Zurückfahrt: 1 Mk. 75 Pfg., einzelne Fahrt: 1 Mk., und bittet Unterzeichneter dieses Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. Werneuchen, 20. März 1876. Achtungsvoll Krohe, Fuhrherr. |
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Blumberg. Trauriges Ende eines Unglücklichen. Am 15. d. M. früh bemerkten hiesige Einwohner an der Chaussee nach Berlin einen Menschen, dessen ganzes Treiben auf gestörtes Geistesvermögen schließen ließ. So hatte er sich zum Theil seiner Kleidung entledigt und suchte und grub mit den Händen im Chausseegraben umher, vergeblich seinen dort ertrunkenen Onkel zu retten. - Am Nachmittag desselben Tages irrte er auf dem Felde zwischen Blumberg und Mehrow in der Gegend des sogenannten Wuhlgrabens umher, auch hier einen Ertrunkenen suchend. Dabei tief im Wasser stehend, war er von einem in der Nähe beschäftigten Arbeiter durchaus nicht zu bewegen, dasselbe zu verlassen. Auf erfolgte Anzeige bei dem hiesigen Gemeindevorsteher, wurde von demselben Anstalt getroffen, den Unglücklichen in Sicherheit zu bringen. Die Hülfe kam leider doch zu spät. Man fand ihn auf der Grabenböschung, den Kopf nach dem Wasser zu liegend, vollständig erstarrt. Die sofort angestellten Belebungsversuche bewiesen zwar, das der Tod noch nicht eingetreten; doch als man ihn zu Wagen nach dem hiesigen Dominium geschafft, hatte man es bald nur noch mit einer Leiche zu thun. - Nach den bei dem Beklagenswerthen gefundenen Papieren soll es ein Arbeiter aus Schlesien sein. |
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Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1876 I. Zu Alt-Landsberg im Schützenhause Am Mittwoch, den 19. April cr, früh 8 Uhr: ..., Eiche und Hellersdorf, ..., Mehrow, ... IV. Zu Bernau im Britzkow'schen Gasthofe Am Freitag, den 5. Mai, früh 8 Uhr: ..., Elisenau Am Montag, den 8. Mai, früh 8 Uhr: Ahrensfelde, ..., Blumberg, ..., Lindenberg |
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Berlin, den 3. März 1876. Die diesjährigen Frühjahrs-Kontroll-Versammlungen des 1. Bataillons (Neustadt-Ebw.) 7. Brandenburgischen Landwehr-Regiments No. 60 sollen stattfinden I. Im Bezirk der 3. Compagnie: Am 7. April cr. 9 Uhr morgens in Alt-Landsberg, ... II. Im Bezirk der 4. Compagnie: Am 5. April ... in Bernau (Stadt und Landbezirk), ... III. Im Bezirk der 5. Compagnie: Am 3. April ... in Oranienburg, ... Der Kreis-Landrath. I.V. Der Kreis-Deputirte von Knobelsdorff. |
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Blumberg. Das Kaiserschießen hätte in unserm Ort beinahe ein Opfer gefordert, indem ein Arbeiter durch einen Streifschuß am Halse verletzt wurde. |
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Berlin, den 13. April 1876. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf den wiederholt durch das Kreisblatt bekannt gemachten Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen mache ich bekannt, daß die Musterung in Bernau nicht im Britzkow'schen Gasthofe, sondern im Siech'schen Restaurationslokale stattfinden wird. Der Kreis-Landrath. I.V. von Knobelsdorff. |
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Hönow. Von den hier an Typhus erkrankten 11 (nicht 20 oder 25) Personen sind 5 verstorben. Merkwürdig ist, daß die Krankheit bei allen 11 Personen fast gleichmäßig auftrat. - Herr Dr. Rudolphi zu Alt-Landsberg gibt sich indeß alle erdenkliche Mühe, die übrigen Erkrankten dem Leben zu erhalten und leisten auch die vom Landrathsamte abgesandten Krankenpflegerinnen die besten Dienste. |
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Hönow. Von dem Herrn Kreis-Physikus ist an Ort und Stelle festgestellt, daß der in unserem Orte ausgebrochene Typhus der Exanthematische Typhus (Fleckfieber) ist. Es ist festgestellt, daß die Brunnen gutes und reines Grundwasser geben, die Abtrittsgruben gemauert und über 15 Schritte von den Brunnen entfernt sind und in Hönow in keiner Weise Zustände herrschen, die den Ausbruch des Typhus begünstigen könnten. Die Quelle der Epidemie ist mit Sicherheit auf folgenden Vorfall zurückgeführt. Am 18. März wurden auf einer Feldziegelei in einer Erdhöhle zwei obdachlose Menschen aus Berlin gefunden, von denen der Eine in der Nacht verstorben war und der Andere mit Frostbeulen an den Füßen lebhaft zitterte. Der Kranke fand Aufnahme in dem Hinze'schen Gasthof und wurde dort bis zum 27. März verpflegt; an diesem Tage erfolgte seine Ueberführung in die Landarmenanstalt in Strausberg. Am 29. März erkrankten drei Personen im Hinze'schen Gasthause, ... Am meisten charakteristisch ist die Erkrankung des Herrn Kreisrichters Emminghans zu Alt=Landsberg. Derselbe hat die Leiche des Verstorbenen besichtigt und den Kranken im Hinze'schen Gasthofe vernommen. ... |
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Berlin, den 18. April 1876. Die königliche Staats-Regierung hat dem Hohen Hause der Abgeordneten wiederum einen Gesetzentwurf, betreffend die Verfassung und Verwaltung der Provinz Berlin, zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung vorgelegt. Dieser Entwurf betrifft auch das Interesse des Niederbarnimer Kreises in so hervorragendem Maaße [!], daß wir, ... uns für verpflichtet erachtet haben, dem Gegenstande ebenfalls wieder unsere Aufmerksamkeit zuzuwenden. ... Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim von Knobelsdorff. C. von Treskow. Matz. Kahlbaum. Schultze. Springer. an das Hohe Haus der Abgeordneten |
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Für die Schloßmeierei Blumberg werden gesucht: Zum 1. October d. Js. ein cautionsfähiger Milchpächter und zum 1. Juli d. J. ein tüchtiger Meier. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 4. Mai 1876. In Marzahn hat sich ein der Tollwuth verdächtiger Hund gezeigt, daselbst ein Kind und mehrere Hunde gebissen und dann seinen Weg nach Ahrensfelde, Eiche u. Hellersdorf genommen. Nach Vorschrift der Regierungs-Verordnung ... verordne ich deshalb, daß alle Hunde in Marzahn, Hellersdorf, Ahrensfelde, Eiche, Mehrow, Hönow, Seeberg, Biesdorf, Hoh.-Schönhausen, Falkenberg, Wartenberg, Blumberg und Lindenberg sechs Wochen hindurch an die Kette zu legen oder einzusperren und zu beobachten sind; ... Der Kreis=Landrath. I.V.: von Knobelsdorff |
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Verzeichniß I der zum Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abtheilung A Grundbesitzer [insgesamt 59]
Verzeichniß II der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörenden Besitzer selbständiger Güter und wahlberechtigten Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abtheilung A: [insgesamt 9] Abtheilung B: [insgesamt 7] Verzeichniß III der [insgesamt 111] Landgemeinden im Kreise Niederbarnim
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Tableau der Impfbezirke und der Bezirks-Impfärzte des Niederbarnimer Kreises Impfbezirk No. 1: Kreis-Physikus, Sanitätsrath Dr. Böhr zu Berlin a. Amtsbezirk Falkenberg Nr. XXII, bestehend aus: Falkenberg, Wartenberg b. Amtsbezirk Malchow Nr. XXIII, bestehend aus: Malchow, Karow, Lindenberg c. Amtsbezirk Blankenfelde ... d. Amtsbezirk Frz. Buchholz [teilweise] e. Amtsbezirk Hermsdorf f. Amtsbezirk Weißensee Impfbezirk No. 2: Practischer Arzt Dr. Levin zu Lichtenberg Impfbezirk No. 3: Practischer Arzt Dr. Bollert zu Rummelsburger Waisenhaus Impfbezirk No. 4: Practischer Arzt Dr. Simonsohn zu Friedrichsfelde Impfbezirk No. 5: Practischer Arzt Dr. Hartung zu Friedrichshagen Impfbezirk No. 6: Knappschafts-Arzt, pract. Arzt Dr. Haebler zu Kalkb. Rüdersdorf Impfbezirk No. 7: Knappschafts-Arzt, pract. Arzt Dr. Pfeffer zu Rüdersdorf Impfbezirk No. 8: Practischer Arzt Dr. Rudolphi zu Alt-Landsberg a. Stadtbezirk Alt-Landsberg b. Amtsbezirk Alt-Landsberg Amt Nr. XVI c. Amtsbezirk Ahrensfelde Nr. XX, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf d. Amtsbezirk Neuenhagen e. Amtsbezirk Löhme f. Amtsbezirk Fredersdorf Impfbezirk No. 9: Sanitätsrath, pract. Arzt Dr. Pollnow, pract. Arzt Dr. Bekel, beide zu Bernau Impfbezirk No. 10: Praktischer Arzt Dr. Bekel zu Bernau a. Amtsbezirk Buch b. Amtsbezirk Bernau Nr. XIX, bestehend aus: Bernau Impfbezirk No. 11: Sanitätsrath, pract. Arzt Dr. Pollnow zu Bernau a. Amtsbezirk Lanke b. Amtsbezirk Wandlitz c. Amtsbezirk Börnicke Impfbezirk No. 12: Practischer Arzt, Wundarzt Wallmann zu Frz.-Buchholz Impfbezirk No. 13: Practischer Arzt Dr. Mendel zu Pankow Impfbezirk No. 14: Practischer Arzt Dr. Hadlich zu Pankow Impfbezirk No. 15: Gewerkschaftsarzt Dr. Weinwerg zu Tegel Impfbezirk No. 16: Pract. Arzt Dr. Hornig, Pract. Arzt Dr. v. d. Herberg, beide zu Oranienburg Impfbezirk No. 17: Practischer Arzt Dr. Hornig zu Oranienburg Impfbezirk No. 18: Pract. A. Dr. v. d. Herberg zu Oranienburg Impfbezirk No. 19: Wundarzt Uttech zu Liebenwalde |
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Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1876 ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. Name des Amtsbezirkes [insgesamt 50] Stand, Name und Wohnort der Schiedsmänner 19. Blumberg 1. Rittergutsbesitzer Hosemann zu Börnicke, 2. Oberamtmann Schmidt zu Löhme, 3. Bauergutsbesitzer und Gemeinde-Vorsteher Grün zu Blumberg 4. Bauergutsbesitzer Juert zu Blumberg 5. Gemeinde-Vorsteher Springer zu Seefeld 20. Ahrensfelde 1. Amtmann Muhr zu Hellersdorf 2. Gemeinde-Vorsteher Meißner zu Mehrow 3. Gemeinde-Vorsteher Wegener zu Ahrensfelde 4. Gemeinde-Vorsteher Lindemann zu Eiche 5. Bauergutsbesitzer, Gemeinde-Vorsteher a.d. Kirschbaum daselbst 6. Gutsbesitzer Lichtenberger zu Ahrensfelde 23. Malchow 1. Kreisschulze Krüger zu Blankenburg 2. Amtmann Jungck zu Falkenberg 3. Bauer und Ziegeleibesitzer Kerkow zu Karow 4. Gemeinde-Vorsteher Bolle zu Lindenberg 5. Gemeinde-Vorsteher Gericke zu Karow 6. Gemeinde-Vorsteher Silberberg zu Malchow Berlin, den 3. Mai 1876. Der Kreis-Ausschuß. Scharnweber. C.v.Treskow. von Knobelsdorff. Kahlbaum. Schultze. |
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Berlin, den 9. Juni 1876. Diejenigen Herren Amtsvorsteher des Kreises, welche noch nicht über den Ausfall der ersten diesjährigen Spritzenprobe berichtet haben, werden an die baldige Erstattung dieses Berichts unter Bezugnahme auf die Kreisblatt-Bekanntmachung vom 20. August 1874 (Nr. 67a) erinnert. Der Kreis-Landrath I.V.: von Knobelsdorff |
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Zur gefälligen Beachtung! Bei dem fortwährenden Steigen unserer Abonnentenzahl sehen wir uns veranlaßt, den seit längerer Zeit vielfach an uns herangetragenen Forderungen nachzukommen, sowohl unser Niederbarnimer Kreisblatt als auch sämmtliche in unserm Verlage erscheinenden Zeitschriften vom 1. Juli ab wöchentlich dreimal (Dienstags, Donnerstags, Sonnabends) auszugeben. Der Abbonnementpreis bleibt derselbe, jedoch wird in den Fällen, wo die Post die Uebermittelung nicht besorgt, in den resp. Ortschaften 10 Pfg. Bringerlohn pro Quartal erhoben werden. ...
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Werneuchen. Sonntag, den 2. Juli feiert der hiesige Turnverein unter Betheiligung mehrerer auswärtiger Turnvereine im Gamengrund sein Stiftungsfest. Auch die beiden hiesigen Gesangsvereine werden sich ebenfalls anschließen und es wird gewiß im Fall gutes Wetter ist, Freunde aus der Umgebung herbeilocken. |
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Trunksucht beseitige ich sicher, und zwar sofort, mit auch ohne Wissen, so daß es dem Kranken völlig zum Ekel wird. Dank= und Anerkennungsschreiben liegen vor. Th. Konetzky. Droguenhandlung in Stettin, Preußen. |
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Alt-Landsberg. Ein ordentlicher Arbeiter mit guten Zeugnissen kann als Postillon eintreten beim Posthalter Hugo Bohne in Alt-Landsberg. |
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Lindenberg. In Gegenwart zahlreicher Besucher von nah und fern wurde am 1. August die neue Kartoffel-Ernte-Maschine von Carl Gülisch in Stettin auf dem Kartoffelfelde des Herrn von Gröling probirt. Der Versuch fiel zur Zufriedenheit aus. - Obgleich das Kartoffelkraut noch grün war, also erschwerende Umstände obwalteten, wurden die Kartoffeln rein herausgehoben und in eine Reihe hinter der Maschine abgelegt. Besonders hervorzuheben ist, daß die Kartoffeln ganz rein von Erde und in keiner Weise verletzt waren. Wenige Menschen rafften mit Leichtigkeit die dicht zusammenliegenden Kartoffeln auf. |
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Seefeldt bei Werneuchen. Bei der am 24. Aug. d. Js. eröffneten Jagd hat der Gutsbesitzer Kirschbaum-Doß das gewiß auf unseren nördlichen Jagdgründen seltene Vergnügen, in einem in der hiesigen Feldmark liegenden Birkenwäldchen einen Cacadu zu schießen. ... Dem früheren Besitzer (resp. Herrn) dieses Deserteurs sei hierdurch mitgetheilt, daß sich derselbe bei dem Gutsbesitzer Herrn Kirschbaum-Doß in Seefeldt, analog den Verhältnissen ganz wohl befindet und ihn von denselben reclamieren kann. Der glückliche Schütze hat den Ausreißer so gelinde als möglich bestraft, indem er ihm nur den rechten Flügel zerschossen hat. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 4. September 1876. In Verfolg meiner Kreisblatt-Bekanntmachungen ... betreffend das Kenntlichmachen der vorzugsweise zu schonenden Ländereien durch Warnungszeichen und die event. vorkommenden Flurschäden bringe ich hierdurch zur Kenntniß der betreffenden Ortsbehörden, daß das Corps-Manöver des 3. Armee=Corps: ihren Verlauf nehmen werden. Am 12. September bivouakiert [!] das Armee=Corps nach Schluß des Manövers, und zwar voraussichtlich Der Kreis=Landrath, Geheime Regierungs=Rath. Scharnweber. |
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Verzeichniß IV der [insgesamt 15] Wahlbezirke für die Landgemeinden und die zum Wahlverbande derselben gehörigen selbständigen Gutsbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer aus dem Kreise Niederbarnim, mit Angabe der Zahl der von jedem Wahlbezirk zu wählenden Abgeordneten und der Wahlorte ... VI. Wahlbezirk: a) Gemeindebezirke: 1. Neuenhagen, 2. Seeberg, 3. Hönow, 4. Löhme, 5. Seefeld, 6. Krummensee, 7. Börnicke, 8. Blumberg, 9. Mehrow, 10. Ahrensfelde, 11. Eiche [zu wählen:] 1 Kreistags-Abgeordneter. [Wahlort:] Bernau VII. Wahlbezirk: a) Gemeindebezirke: ... 5. Lindenberg, ... ... Einwohnerzahl der Wahlbezirke und der zu derselben gehörigen Gemeinde- und Gutsbezirke: VI. ..., Blumberg: 739, Mehrow: 108, Ahrensfelde: 433, Eiche: 255 VII. ..., Lindenberg: 769 ... |
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Blumberg. Den hiesigen Bewohnern sind in den letzten Tagen musikalische Genüsse vergönnt gewesen, wie solche wahrscheinlich, solange der Ort existiert, denselben noch nicht geboten worden. Außer den am 6. bis incl. 11. d. M. an jedem Nachmittage vortrefflich executirten Concerten, aufgeführt von den Kapellen des 20. resp. 8. Inf.-Reg. fanden am Freitag d. 8. und So d. 10. die Generalproben zu dem in Berlin vor Sr. Majestät zur Aufführung kommenden großen Zapfenstreich statt und zwar unter der Leitung des durch seinen Düppelmarsch zuerst bekanntgewordenen Musikdirectors Piefke. Die gewaltige und großartige Wirkung einer solchen Musik läßt sich ermessen, wenn man bedenkt, daß 16 Musikchöre sowie sämtliche Tambours und Spielleute des 3. Armee=Corps zusammengezogen waren, mithin etwa 100 Instrumente ihre so verschiedenartigen Töne in schönster Harmonie erklingen ließen; ... |
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Bekanntmachung. ... Verzeichniß der [insgesamt 280] Wahlmänner der für die Abgeordneten-Wahl zu einem Wahlbezirke vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim ... [zur] Wahl der Abgeordneten am Freitag, den 27. October ... in der Stadtkirche zu Bernau
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Berlin, 3. November 1876. Diejenigen Herren Amtsvorsteher des Kreises, welche noch nicht über den Ausfall der zweiten diesjährigen Spritzenprobe berichtet haben, werden an die baldige Erstattung dieses Berichtes ... erinnert. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierung-Rath. Scharnweber. |
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... einstweilige Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung: A. Hinter den letzten Jahrgang der Reserve zurückgestellt: [1...15] 4. Adolf Schubert, Hönow, Reserve=Cavallerist B. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt: [1...93] 30. Gustav Albrecht, Ahrensfelde, Landwehr-Dragoner |
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Blumberg. Am 5. d. M. starb hierselbst in seinem 90. Lebensjahre der Bauer-Altsitzer, frühere Gerichtsmann. Kirchen- und Schulvorsteher Gottfried Ebel. Durch seine bevorzugte und einflußreiche Stellung in hiesiger Gemeinde, durch ausgebreitete Familienverbindungen hier und auswärts sowohl wie durch sein hohes Alter und der mannigfachen, meist glücklichen Lebensschicksale ist er in weitern Kreisen bekannt geworden, und dürfte die Mittheilung seines Todes ein allgemeines Interesse finden. War es ihm doch vergönnt im November 1874 seine diamantene Hochzeit im Kreise einer zahlreichen Kinder-, Enkel- und Enkelkinderschaar zu feiern. Von da an fingen die bis dahin frischen Kräfte merklich an zu schwinden. Auch mußte er in dieser Zeit noch einen Enkel als jungen Bauernhofsbesitzer und Familienvater sowie eine Enkelin als 10jähriges Mädchen vor sich zu Grabe tragen sehen. Bei alledem und trotz täglich zunehmender großer Gebrechlichkeit blieben ihm seine stets bewährte Gemüthsruhe und sein starkes Gottvertrauen bis zu dem Augenblick, in welchem ein Blutsturz seinem reichen Leben ein Ende machte. Seine 62 Jahre mit ihm vereint gewesene 86jährige treue Gefährtin überlebte ihn. - Friede seiner Asche! |
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Bernau. Die Mortabilitäts-Statistik des Kreises weist, wie überall, eine Zunahme der Sterblichkeit nach. Es starben nämlich von 1000 Menschen im Jahre 1862 - 23,47; 1863 - 24,60; 1864 - 25,65; 1865 - 27,84; 1866 - (Cholerajahr) 30,36; 1867 - 24,45; 1868 - 29,61; 1869 - 25,36; 1870 - 27,28; 1871 - 29,88; 1872 - 31,28; 1873 - 30,79; 1874 - 30,29; 1875 - 34,18. ... Die Sterblichkeit ist in den einzelnen Theilen des Kreises sehr verschieden. Am geringsten ist sie und folglich den besten Gesundheitszustand hat die Stadt Alt-Landsberg. Dort starben 1875 von 1000 Menschen nur 21. Fast gleich günstig ist die Umgegend: Woltersdorf, Rehfelde, Zinndorf, Werder, Fredersdorf, Mehrow, Krummensee, Blumberg, Löhme, Seefeld, Börnicke mit 22 Sterbefällen auf 1000 Einwohner. ... |
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Einladung zum Abonnement auf das Niederbarnimer Kreisblatt Mit der heutigen Nummer beginnt ein neues Abonnement auf das dreimal wöchentlich erscheinende Niederbarnimer Kreisblatt nebst Illustriertem Unterhaltungsblatt. Wir bitten unsere geehrten auswärtigen Leser ergebenst, die Pränumeration gefälligst schleunigst bei den Kaiserlichen Post-Anstalten oder den Landbriefträgern oder unseren Agenten veranlassen zu wollen, damit die ersten Nummern gleich den folgenden prompt übermittelt werden können. ... Das Niederbarnimer Kreisblatt erscheint ferner in besonderer Ausgabe unter dem Titel Biesenthaler Wochenblatt, ... Werneuchener Wochenblatt, ... Zeitung für Weißensee, ... Zeitung für Rüdersdorf und Herzfelde, ... Wochenblatt für Alt-Landsberg und Umgegend, Agentur: bei Herrn Buchbindermeister M. Windelband in Alt-Landsberg ... |
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Ein großer starker schwarzgrauer, anscheinend Zieh- oder Fleischer-Hund hat sich angefunden und kann gegen Erstattung der Insertions- und Futterkosten abgeholt werden beim Kossäth Adler in Lindenberg. |
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Bekanntmachung. Behufs Ermittelung des Ergebnisses der am 10. d. Mts. stattgehabten Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Nieder-Barnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungsbezirkes Potsdam für den deutschen Reichstag sind heute ... die Unterzeichneten zusammengetreten und haben Folgendes festgestellt: Von den abgegebenen ... Stimmzetteln waren von den Wahlvorständen 95 Stimmzettel für ungültig und 13,638 Stimmzettel für gültig erklärt. Die absolute Majorität beträgt also 6820 Stimmen. Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf: 1) Korvetten-Kapitain z. D. v. St. Paul zu Berlin: 6196 2) Dr. Mendel, Kreistagsabgeordneter, practicirender Arzt zu Pankow: 4533 3) Zimmerer Finn zu Berlin: 2855 ... 23) Landrath, Geheimer Rath Scharnweber: 1 Nach diesem Ergebniß hat keiner der Gewählten die absolute Majorität erhalten, und kommen in Gemäßheit des §. 30 des Wahl-Reglements vom 28. Mai 1870 1) der Korvetten-Kapitain z. D. von St. Paul zu Berlin und 2) der Dr. Mendel zu Pankow, als diejenigen Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, auf die engere Wahl, was wir hierdurch zu öffentlichen Kenntniß bringen. Berlin, den 14. Januar 1877. Der Wahl-Commissarius, Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath, Scharnweber. |
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Mehrow. Von den 61 hiesigen Wählern gaben 48 ihre Stimmen, und zwar sämtlich für Herrn von St. Paul ab. |
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Bekanntmachung. Bernau, den 15. Januar 1877. Da bei der am 10. d. Monats stattgefundenen Wahl zum Deutschen Reichstage eine absolute Stimmenmehrheit sich nicht herausgestellt hat, muß ... eine engere Wahl stattfinden. ... Zur Vornahme der engeren Wahl ist seitens des Herrn Wahlcommissarius ein Termin auf Donnerstag, den 25. Januar d. J. angesetzt worden. ... Der Magistrat [von Bernau] |
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Niederbarnim. Bekanntmachung. Berlin, den 23. Januar 1877. Auch in diesem Jahre ist höheren Orts ein Fonds zur Disposition gestellt, aus welchem Bau-Prämien zur Herstellung feuersicherer Bedachungen an Mitglieder der Kurmärkischen Land-Feuer-Societät gewährt werden sollen. Jedoch darf in keinem Falle über den Betrag von Einer Mark pro [Quadrat] Meter Grundfläche des umzudeckenden Gebäudes herausgegangen werden. Diejenigen Gebäudebesitzer aus dem Verbande der Land-Feuer-Societät, welche auf eine solche Beihülfe reflectiren, wollen schleunigst, spätestens aber bis zum 10. Februar cr. ihre desfalligen Gesuche an mich einreichen. Jedem Gesuche ist eine von dem zuständigen Gemeinde- oder Guts-Vorstande ausgefertigte Bescheinigung beizufügen, aus welcher hervorgeht, zu welcher Zeit und in welcher Form das nach der Benutzungsart (ob Wohnhaus, Stall u. s. w.), Größe (Länge und Breite), Kataster-Nummer und Versicherungssumme genau zu bezeichnende Gebäude umgedeckt werden soll. Für bereits fertiggestellte feuersichere Bedachungen können Prämien nicht gewährt werden. Der Kreis-Feuer-Societäts-Director. Geheimer Regierungs- und Landrath, Scharnweber. |
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Bernau. Von der am 25. d. M. erfolgten engeren Wahl liegen Berichte vor, wonach Stimmen erhielten in:
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Bekanntmachung. Berlin, den 29. Januar 1877. ... Ermittelung des Ergebnisses der ... am 15. huj. [!] stattgehabten engeren Wahl ... eines Abgeordneten des aus dem Kreise Nieder-Barnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungsbezirkes Potsdam für den Deutschen Reichstag ... ... Die Zahl der stimmberechtigten Wähler beträgt 25,107. Von den abgegebenen 14,947 Stimmen waren von den Wahlvorständen 79 Stimmen für ungültig und 14,868 Stimmen für gültig erklärt. Die absolute Majorität beträgt also 7,435 Stimmen. Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf: 1. den Dr. Mendel, Kreistags-Abgeordneten, practicirenden Arzt zu Pankow 8,258 Stimmen, 2. den Korvetten-Kapitain z. D. von St. Paul zu Berlin 6,610 Stimmen. Nach diesem Ergebniß ist der practicirende Arzt Dr. Mendel zu Pankow mit absoluter Majorität gewählt ... Der Wahl-Commissarius Königlicher Landrath, Geheime Regierungs-Rath, Scharnweber. |
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Bekanntmachung. Unser von der Chaussee, südlich nach dem Krummensee an der Blumberger Grenze führende Weg, ist jedem Unbefugten bei 15 Mark Strafe verboten. Die Parzellen-Besitzer. |
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Templin, den 24. Januar. 1877. Polizei-Verordnung. Auf Grund des §. 5 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 und des §. 78 der Kreisordnung vom 13. December 1872 verordne ich unter Zustimmung des Kreis-Ausschusses für den Umfang des Kreises was folgt: §. 1 Alle Lastfuhrwerke, sie mögen beladen oder unbeladen sein, müssen, sobald sie auf öffentlichen Wegen außerhalb des Bezirks des Wohnortes ihres Besitzers fahren, am Hintertheile des Wagens in deutlich erkennbarer Weise den Namen und Wohnort des Besitzers oder den Namen des betreffenden Gutes mit Nummer tragen. §, 2 Alle Fuhrwerke sind während der Nachtfahrten auf Chausseen am Vordertheile des Wagens mit einer hellbrennenden Laterne zu versehen, nur die mit Langholz beladenen Wagen müssen diese Laterne an einer der Rungen des Hinterwagens befestigt haben. ... Der Landrath H. v. Arnim [in Templin] |
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Billige Pferde und Wagen stehen zum Verkauf auf dem Mühlengrundstück zu Lindenberg. |
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Blumberg. (Leichenfund) Am 17. d. Mts. Nachmittags ist bei einer in der hiesigen Gräfllich von Arnim'schen Forst abgehaltenen Fuchsjagd in einem ganz abgelegenen Theile am Fuße eines Baumes ein halbverwester und dadurch zur Unkenntlichkeit entstellter Leichnam aufgefunden worden. Nach der Kleidung war der Verstorbene männlichen Geschlechts. Die Fleischtheile des Körpers, sowie die inneren Theile waren bereits von den Würmern total zerfressen, der Schädel völlig kahl. Ueber die Person des Unglücklichen, der jedenfalls durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht hat, läßt sich somit nichts feststellen. Die vorgefundenen Kleidungsstücke bestanden in einer schwarz-seidenen Mütze, einem Jaquet und einer Weste von braungestreiftem baumwollenen Stoffe, einem Paar ledern Stiefeln und einem Paar Beinkleidern, deren Farbe und Stoff nicht mehr zu erkennen war. Außerdem fand man bei der Leiche ein weiß-leinenes Taschentuch, roth gezeichnet mit S. W. 11. - Für die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordes durch Erhängen spricht vor Allem der Umstand, daß um den Hals der Leiche noch eine Schlinge von einer starken Uhrschnur sich befand, deren übrigerer Theil von einem Baumaste ungefähr 10 Fuß über der Stelle, wo der Leichnam lag, herabhing. Es ist anzunehmen, daß die Last des Körpers und der Einfluß der Witterung die Schnur mürbe gemacht haben und diese in Folge dessen gerissen ist, so daß der Leichnam zur Erde fallen mußte. Wie lange er hier gelegen, wird wohl unaufgeklärt bleiben. Viele Monate sind es jedenfalls. |
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Aufgefundener Leichnam. Am 17. Februar cr. ist in der Gräflich von Arnim'schen Forst, im sogenannten Rohahn [!] unweit Blumberg ein unbekannter männlicher Leichnam, dessen Fleischtheile und das Innere des Körpers bereits von Würmern verzehrt und um dessen Hals eine Schlinge von einer starken hanfenen Uhrschnur befindlich, am Stamm einer Birke liegend gefunden worden. Der Leichnam, 187 Ctmtr. lang war bekleidet mit Jacket und Weste von brauner Farbe, schwarz-seidener Mütze, rindsledernen Stiefeln, wogegen Stoff und Farbe der Beinkleider nicht mehr erkenntlich waren. Ein weißbaumwollenes Taschentuch, anscheinend "S.W." roth gezeichnet, ward noch bei der Leiche vorgefunden. Alle, welche über die Person des Entleibten Auskunft zu geben vermögen, werden ersucht, darüber gef. hierher Mittheilung zu machen. Blumberg, den 8. März 1877. Der Amtsvorstand. |
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Der R. F. Daubitz'sche Magenbitter, zubereitet von dem Apotheker R. F. Daubitz, Berlin, Neuenburgerstr. 28, á Fl. 1 Mk., hat seine große Bedeutung und außerordentliche Verbreitung als unentbehrliches Hausmittel nicht öffentlichen Anpreisungen, sondern seinem inneren Werth, konstatirt durch zahlreiche wissenschaftlich begründete Gutachten Sachverständiger, und Anerkennungsschreiben vieler Tausender, denen er ausgezeichnete Dienste leistete, zu verdanken. ... F. J. Daubitz'scher Magenbitter ist echt zu haben bei: Herrn C.F.W. Düring in Bernau, Herrn H. Barnmann in Oranienburg, Herrn L. Böhm in Alt-Landsberg, Herrn A. Ströhmann in Lindenberg. |
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Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1877 ... I. zu Alt-Landsberg im Schützenhause Am Montag, den 9. April cr. früh 8 Uhr ... Eiche und Hellersdorf, ... Mehrow, ... II. zu Friedrichsberg, im Beck'schen Restaurations-Lokal, Frankfurter Chaussee No. 8 ... III. Zu Oranienburg im Bredereck'schen Gasthofe IV. Zu Bernau im Siech'schen Restaurations-Locale Am Freitag, den 27. April cr. früh 8 Uhr: ... Elisenau ... Am Montag, den 30. April cr.: Ahrensfelde, Birkholz, Blumberg, Lindenberg |
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Bekanntmachung. Berlin, den 21. März 1877. In Gemäßheit des §. 5 meiner Amtsblatt-Bekanntmachung vom 25. Februar 1876, betreffend die Vorschriften zur Ausführung des §. 60 des Viehseuchen-Gesetzes vom 25. Juni 1875, und unter Bezugnahme auf meine Amtsblatt-Bekanntmachung vom heutigen Tage benachrichtige ich Euer ec. ergebenst, daß die am 1. November v. J. ausgeführte Zählung der abgabepflichtigen Pferde und Rinder für den diesseitigen Provinzial-Verband eine Summe von 225,322 resp. 615,058 ergeben hat und daß für das Jahr 1876 Entschädigung zu leisten war für auf polizeiliche Anordnung getödtete 195 rotzkranke Pferde und 323 mit der Lungenseuche behaftete Stück Rindvieh ... Summa 46,044 M. 82 Pf. resp. 64,608 M. 38 Pf. Zur Deckung dieser Beträge sind aufzubringen pro Pferd 21 Pf. und pro Stück Rindvieh 11 Pf., überhaupt also 47,329 M 16 Pf. resp. 67,683 M. 37 Pf. Der Mehrbetrag gegen obige Bedarfssumme ... wird bei dem Ausschreiben für das Jahr 1877 vorweg in Anrechnung gebracht werden. Euer Wohlgeboren ersuche ich nun, unter Anschluß der hier ausgefertigten Repartition für den dortigen Kreis, wegen möglichst schleuniger Einziehung der Abgabe und Abführung derselben an die Landes-Haupt-Kasse nunmehr das Weitere gefälligst veranlassen zu wollen. Der Landes-Director, von Lewetzow. Nachweis der im Kreis Nieder-Barnim am 1. November 1876 vorhanden gewesenen Pferde- und Rindviehbestände und Repartition der für das Jahr 1876 ausgeschriebenen Abgabe zur Deckung der Erntschädigungen für Pferde und Rindvieh, sowie der Verwaltungskosten.
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Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft ... Die Unterzeichneten empfehlen sich zur Vermittelung von Versicherungen und stehen mit Antrags-Formularen, sowie mit jeder beliebigen näheren Auskunft stets zu Diensten. Kreis Niederbarnim: ... Eiche, Ernst Hindenberg, Mühlenbesitzer ... |
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Am 19. d. M. ist hier ein Sack mit Mais gefunden worden. Der Eigenthümer kann gegen Erstattung der Kosten solchen hier in Empfang nehmen. Ahrensfelde, den 20. April 1877. Der Gemeinde-Vorstand. Wegener. |
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Bekanntmachung. Auf dem Wege von hier nach Krummensee ist ein >> Milchfaß << gefunden worden. Dasselbe kann von dem sich legitimierenden Eigenthümer gegen Erstattung der Kosten bei dem Arbeitsmann Wiese in Empfang genommen werden. Mehrow, den 29. April 1877. Gemeinde-Vorsteher. Meissner. |
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Lindenberg (versuchte Brandstiftung). Am 27. v. M., Abends gegen 9 Uhr wurde auf dem Wirthschaftsgehöft des Kossäthen Hager hierselbst unter dem Strohdache eines alten Pferdestalles, welcher mit dem Wohnhause in Verbindung steht, Feuer entdeckt. Dasselbe ist offenbar dort angelegt worden, denn der Stall ist nur niedrig und das Dach mit der Hand zu erreichen. Zum Glück ist durch die rechtzeitige Entdeckung die schändliche Absicht des Thäters ermittelt worden. Auf seine Entdeckung hat Herr Hager eine Belohnung von 100 Mark gesetzt, doch ist es bis jetzt, trotz allseitiger Bemühungen, nicht gelungen, auch nur die leiseste Spur des Schurken zu ermitteln. |
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Blumberg. Der Lehrer Weitling, welcher fast ein halbes Menschenleben die hiesige Cantor- und erste Lehrerstelle verwaltete, ist jetzt in den wohlverdienten Ruhestand getreten und wird in Zukunft seinen Wohnsitz in Cremmen nehmen, wo sein Sohn Cantor ist und wohin ihn noch andere verwandtschaftliche Verhältnisse ziehen. Wir wollen hierbei bemerken, daß die erste Lehrerstelle durch die Emeritirung des Herrn W. in ihrem Einkommen nicht geschmälert wird, denn nach einer vor Kurzem erlassenen Regierungsverfügung muß in Zukunft die dem Emeriten zukommende Pension von der Schulgemeinde aufgebracht werden. |
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Alt-Landsberg. Unterzeichneter zeigt hierdurch höflichst an, daß er sein Domicil von Neu-Trebbin nach Alt-Landsberg verlegt und seine Thätigkeit als Arzt, Wundarzt & Accoucheur daselbst am 19. Mai eröffnet hat. Dr. med. G. Friedewald, pr. Arzt, Alt-Landsberg, bei Herrn Schmiedemeister J. Boehne. |
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Niederbarnim. Bekanntmachung. Berlin, den 23. Mai 1877. Unter Bezugnahme auf §. 17 der Controll-Ordnung vom 28. September 1875, betreffend die Klassification der Reserve- und Landwehrmannschaften, rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse, wird hierdurch veröffentlicht, daß die Gesuche der nachstehend verzeichneten Mannschaften aus dem Niederbarnimer Kreise um einstweilige Zurückstellung für den Fall einer Mobilmachung in der Sitzung am 2. d. M. als begründet erachtet und die Berücksichtigten, wie unten näher ersichtlich gemacht, hinter den letzten Jahrgang der Reserve oder der Landwehr zurückgestellt worden sind. ... A. Hinter den letzten Jahrgang der Reserve zurückgestellt: [10] ... B. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt: [112] 27. Gustav Albrecht, Ahrensfelde, Landwehr-Cavallerist. 50. Carl Schley, Lindenberg, Reserve-Infanterist. 51. Carl Hagert, do., do. 52. Ludwig Baurath, Lindenberg, Landwehr-Infanterist. |
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Mehrow. Der am Sonntag, den 27. cr. in der Hasenheide bei Berlin aufgestiegene Luftballon des Herrn Securius "Deutsches Reich" ist um 1/2 8 Uhr Abends in der Nähe unseres Dorfes, hart an der Grenze der herrschaftlichen Feldmark auf einem Blumberger Kleeacker gelandet. Die Landung ging glücklich von Statten. |
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Alt-Landsberg. Aerztliche Bekanntmachung. Unterzeichneter zeigt hierdurch ergebenst an, daß er vom 16. d. Mts. bis Ende September, an jedem Sonnabend, Nachmittags 3-5 Uhr in seiner Wohnung (Kirchstr. 94 bei Herrn Wittkopp) impfen werde. Dr. med. Friedewald, pract. Arzt. etc. in Alt-Landsberg. Sprechstunden Morgens bis 1/2 9, Nachm. 3-4 Uhr |
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Ich wohne jetzt bei Herrn Grosskreuz, in der Wohnung des Herrn Dr. Rudolphi. Alt-Landsberg. Dr. Massmann, Arzt. |
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Bekanntmachung. Unter den Schafen des Rittergutes Blumberg und des Vorwerkes Elisenau sind die natürlichen Pocken ausgebrochen. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 27. Juli 1877. Für die normalspurigen Eisenbahnen von untergeordneter Bedeutung, zu welchen auch die den Kreis durchschneidende Berliner Nordbahn gehört, findet eine neue, von den bisher allgemein giltigen [!] Grundsätzen des Bahnpolizei-Reglements vom 4. Januar 1875 sehr erheblich abweichende Sicherheitsverordnung Anwendung. Es ist danach nothwendig, daß nur mit äußerster Vorsicht in der Nähe verkehrt, und eine ganz besondere Aufmerksamkeit beim Ueberschreiten der Bahn beobachtet wird. Denn 1) gilt als Regel, daß die Uebergänge der in gleicher Ebene über die Bahn führenden Wege gänzlich ohne Verschluß und ohne Bewachung bleiben. ... 2) Sobald sich ein Zug (oder eine Locomotive) nähert, müssen Fuhrwerke, Reiter, Treiber von Viehherden und Führer von Lastthieren an den Warnungstafeln, die in angemessener Entfernung an den Bahnübergängen aufgestellt sind, halten. 3) Die größte zulässige Fahrgeschwindigkeit für Züge, sowohl wie für leerfahrende Locomotiven beträgt 30 Kilometer pro Stunde; ... ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath, Scharnweber. |
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Todes- und Erkrankungs-Statistik des Kreises Niederbarnim pro 2. Quartal 1877. Nach Mittheilungen der 59 Standesämter und von 21 Ärzten des Kreises zusammengestellt durch Sanitätsrath Dr. Boehr, Kreisphysikus des Kreises Niederbarnim. Präsumptive Einwohnerzahl des Kreises: 125,681 auf 31 [Quadrat-] Meilen. Zahl der Todesfälle: 883 inkl. Todtgeburten Zahl der Todtgeburten: 64. Zahl der Lebendgeborenen: 1267. - Sterbeziffer 28,10 inkl. Todtgeburten, 26,06 ohne Todtgeburten - Zahl der Erkrankt-Gemeldeten: 2636
gestorben: 819, 64 (todtgeboren) 1267 Lebendgeboren
(*) Scharlach-Epidemie im Mai und Juni in Alt-Landsberg, Diphteritis in Alt-Landsberg. Große Masern-Epidemie im Mai in Mehrow (35 Fälle), Typhus in Alt-Landsberg. [Von den 171 Masern-Erkrankungen 33 Alt-Landsberg und Umg., 83 Rüdersdorf und Umg.] [Von den 66 Scharlach-Erkrankungen 10 Alt-Landsberg und Umg., 18 Rüdersdorf und Umg.] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Lindenberg, den 26. August (Feuer). Gestern Abend 11 1/2 Uhr brach auf dem Mühlengrundstücke des Herrn Rulemann Hientzsch hierselbst Feuer aus, wodurch Scheune und Stall in Asche gelegt wurden. Der Schaden trifft die Preußische Versicherungs-Gesellschaft. Der Besitzer wohnt in Berlin, Brunnenstraße Nr. 16. Ueber die Entstehungsart des Brandes ist noch nichts ermittelt. Spritzen und Wasserwagen hatten die Gemeinden Wartenberg, Schwanebeck, Carow, Malchow, Ahrensfelde, Falkenberg und Buch zur Hilfeleistung hierher gesandt. |
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Hönow. Der Bauergutsbesitzer und Schöffe Ferdinand Gathow hier ist am 2. d. M., Nachmittags 4 Uhr in seinem Kuhstalle erhängt aufgefunden [worden]. Es soll festgestellt sein, das c. Gathow in einem Anfall von Geistesstörung, die bei ihm schon vorher verspürt worden ist, sich selbst entleibt hat. Gathow zählte zu den angesehensten Einwohnern, er lebte durchaus sorgenfrei und die Kunde von seinem Selbstmord erregte die Gemüther allgemein. Weißensee. Heute, 4. September, hat Sr. Königl. Hoheit, Prinz Wilhelm, der älteste Sohn des Kronprinzen, im Hause des Herrn Director Feldtmann, als Offizier das erste Quartier genommen. |
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Dom. Blumberg verkauft zur Saat Propsteier und Pirnaer Roggen, sowie gelben Blumberger Weizen. |
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Bekanntmachung. Zwei, dem Bauer Lehmann zu Ahrensfelde gehörige Pferde sind wegen Rotzkrankheit getödtet worden. Die übrigen Pferde stehen unter polizeilicher Observation und ist über das eine die Stallsperre, über die übrigen die Feldmarksperre verhängt. Mehrow, den 8. September 1877. Der Amtsvorsteher, Heyse. |
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Weißensee. Die Männer im feurigen Ofen producirten sich am Donnerstag Abend vor einem geladenen Publikum im Schloßrestaurant Weißensee und beabsichtigen heute ihre Kopie des alttestamentlichen Wunders öffentlich zu wiederholen. Nahe dem See war ein Ofen aufgestellt und derartig geheizt, daß sämmtliche 4 Wände in feuriger Röthe erglühten. - Niemand vermochte es vor Hitze im Umkreise von 20 Schritt auszuhalten. Mit dem Glockenschlag Sieben erschienen, à la Prinz von Arkadien gekleidet, drei Herren aus Weißensee, öffneten vor den Augen des Publikums das gluthspeiende Ungeheuer und begaben sich kecken Muthes durch die Flammen in das Innere. Länger als 5 Minuten brachten sie inmitten der Gluth zu und präsentirten sich dann den erstaunten Zuschauern noch in völlig ungeröstetem Zustande. (Berl. Brg.-Ztg.) |
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Bekanntmachung. Der Knecht Johann Ernst Jänick, geboren am 19. November 1847 zu Beitsch, Kreis Guben, hat seinen Dienst bei dem Bauerngutsbesitzer Julius Heese in Biesdorf am 9. Juli d. J. ohne gesetzlichen Grund heimlich verlassen. Es wird gebeten, den Aufenthalt des c. Jänick hierher schleunigst mitzutheilen. Der letzte Aufenthaltsort des c. Jänick war in Ahrensfelde. Biesdorf, den 2. October 1877. Der Amts-Vorsteher, Baron von Rüxleben. |
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Bekanntmachung. Die Pockenseuche unter den Schafen des Rittergutes Blumberg und des Vorwerkes Elisenau ist erloschen. Blumberg, den 9. October 1877. Der Amtsvorsteher. |
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Montag, den 19. November cr., Vormittags von 9 1/2 Uhr ab soll in Blumberg bei Bernau eine vollständige Gasthofs-Einrichtung, bestehend aus: 2 Billards mit Marmorplatte, Tische, hochlehnige Rohrstühle, Repositorium, 2 Pasch Kegeln, 12 Bockholz-Kugeln, 1300 gebrauchte, große und kleine Bierkruken, 4 Stand neue Betten, 1 Mahagonie-Sopha, Spiegel, Tische und sonst dazugehörige Utensilien öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung aus freier Hand verkauft werden. F. Hennig. |
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Blumberg. In der hiesigen Gräflich v. Arnimschen Forst, und zwar in dem sogenannten Gürgenbusch, wurde am 24. November der Leichnam eines unbekannten, anscheinend in den dreißiger Jahren stehenden Mannes aufgefunden. Die ganz durchnäßte Kleidung des Unbekannten war äußerst ärmlich und sehr unsauber. Mord oder Selbstmord scheint nicht vorzuliegen, vielmehr läßt sich annehmen, daß der Tod in Folge von Erschöpfung eingetreten ist. |
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Todes- und Erkrankungs-Statistik des Kreises Niederbarnim pro III. Quartal 1877. ... Einwohnerzahl des Kreises: 126948 auf 31 [Quadrat] Meilen Zahl der Todesfälle 1183 incl. Todtgeburten. Zahl der Todtgeburten 49. Zahl der Lebendgeborenen 1368. Sterbeziffer 317,27 pro Mille incl. Todtgeborene, 35,73 ohne Todtgeborene. Zahl der Erkrankt-Gemeldeten: 2915 ... Resümirende Bemerkungen: Ich mache auf die excessiv hohe Kindersterblichkeit aufmerksam, die der des III. Quartals nur wenig nachsteht. Schwer wiegt die Thatsache, daß fast der 3. Theil der hohen Gesamtleichenzahl (29,40 %) auf die ganz unbestimmten Todesangaben "Krämpfe und Zahnkrämpfe" (192 Kinder) und "Lebensschwäche und Abzehrung" (141 Kinder) kommt. Die meisten dieser Kinder scheinen ohne jede ärztliche Behandlung zu sterben. An specifischen Sommer-Erkrankungen zeigt das III. Quartal: 182 Todesfälle / 405 Erkrankungen an Brechdurchfall 94 Todesfälle / 526 Erkrankungen an Darmkatarrh und Durchfall 40 Todesfälle / 168 Erkrankungen an Ruhr zus. 316 specifische Sommertodesfälle / 1099 " Sommer-Erkrankungen |
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Verhandelt. Berlin, den 24. November 1877. [Kreistag des Niederbarnimer Kreises] ... Anwesend waren [insgesamt 40]: 1. Königl. Oberst-Lieutenant und Flügel-Adjutant, Rittergutsbesitzer von Arnim-Zichow auf Blumberg 7. Rittergutsbesitzer Heyse zu Mehrow 13. Rittergutsbesitzer und Kreis-Deputirter, Baron von Knobelsdorff zu Schöneiche 14. Gutsbesitzer Lorenz zu Hönow |
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Mehrow, den 15. December 1877. Die Rotzkrankheit unter den Pferden des Bauern Lehmann zu Ahrensfelde ist erloschen. Der Amts-Vorsteher, gez.: Heyse. |
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Ahrensfelde. An Stelle des im Juli d. Js. plötzlich verstorbenen Predigers Harmuth wurde nach der Verordnung vom Jahre 1874 von den wahlberechtigten Gemeindeorganen der Gemeinden zu Ahrensfelde und Hönow unter Leitung des Herrn Superintendenten Siegel zu Biesdorf am 19. d. Mts. mit 2/3 der Stimmen der Prediger Uhlmann zu Reichenwalde bei Storkow von den einige 50 betragenden Bewerbern zum Prediger hierselbst erwählt. |
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Bekanntmachung. Am Dienstag, den 26. Februar d. J., sollen im Blumberger Revier öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden: 1. in Neuensee 39 Schock Kiefern Rüststangen, 386 Meter " Reiser. 2. beim Forsthause und im Park zu Blumberg, 70 Stück Akazien Nutzenden, 15 " Elsen Nutzenden. Die Auction beginnt Vormittags 9 Uhr im Neuensee und werden Kauflustige hierzu eingeladen. Der Rentmeister. Altenburg. |
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Bekanntmachung. Bernau, den 21. Februar 1878. Das Abraupen der Obstbäume muß bis zum 1. April ordnungsmäßig bewirkt sein. Den Besitzern von Obstbäumen und Baumanlagen wird die vorstehende Bestimmung mit dem Bemerken in Erinnerung gebracht, daß das ungenügende oder gänzlich unterlassene Abraupen ... mit Geldstrafe bis zu 60 M. oder Haft bis zu 14 Tagen bestraft wird. ... Die Localbesichtigung wird sofort nach dem 1. April cr. vorgenommen und etwaige Contraventionen streng bestraft werden. Die Polizei-Verwaltung. |
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Bekanntmachung. Blumberg, den 23. Februar 1878. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh zu Hof-Blumberg ist erloschen, dagegen unter dem Rindvieh des Dorfes Blumberg neu ausgebrochen. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Bekanntmachung. Blumberg, den 8. März 1878. Die Maul- und Klauenseuche im Dorfe Blumberg ist erloschen. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 28. März 1878. Die Gemeinde- resp. Gutsvorstände des Kreises werden hierdurch aufgefordert, unverzüglich alle etwa vorhandenen Quittungen über gelieferte Marschfourage, geleistetes Naturalquartier und gestellten Vorspann spätestens bis zum 6. April zur Liquidation einzureichen. Verspätete Einsendungen können erst nach längerer Zeit berücksichtigt werden. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 25. Februar 1878. ... benachrichtige ich ergebenst, daß die am 1. November v. J. stattgefundene Zählung der abgabepflichtigen Pferde und Rinder für den diesseitigen Provinzial-Verband 223286 resp. 604350 ergeben hat und daß für das Jahr 1877 Entschädigung zu leisten war für 162 auf polizeiliche Anordnung getödtete rotzkranke Pferde und 207 mit der Lungenseuche behaftet gewesene Rinder. ... Für 18676 haben die Beiträge pro Pferd auf 21 Pf. und pro Rind auf 11 Pf. sich gestellt. Der Landes-Director. von Lewetzow. Bekanntmachung. Berlin, den 20. März 1878. ... Die ländlichen Gemeinde- und Guts-Vorstände des Kreises, ... fordere ich hierdurch auf, ... die auf ihre Bezirke entfallenden Beiträge von den Zahlungspflichtigen mit 16 Pf. pro Pferd 7 Pf. pro Stück Rindvieh schleunigst zu erheben und an die diesseitige Kreiskasse abzuführen. ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Nachweisung der im Kreise Nieder-Barnim am 1. November 1877 vorhanden gewesenen Pferde- und Rindvieh-Bestände und Repartition der für das Jahr 1877 ausgeschriebenen Abgabe zur Deckung der Entschädigungen für Pferde und Rindvieh, sowie der Verwaltungskosten.
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Verhandelt [Kreistag] Berlin, 29. December 1878 [!] ... 2. zu Mitgliedern der Einkommensteuer-Einschätzungs-Commission wurden durch Acclamation gewählt: 1. der Kreisdeputirte v. Knobelsdorff. ... [insgesamt 6] zu Stellvertretern: 1. der Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow ... [insgesamt 6] |
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Tableau für die Abhaltung der Pferde-Musterung im Niederbarnimer Kreise im Jahre 1878 Namen des Gestellungsortes und des mich evtl. vertretenden Civil-Commissarius Tag und Stunde der Gestellung Namen der Ortschaften, welche Pferde zu gestellen haben Bemerkungen. II. Alt-Landsberg, Rittergutsbesitzer Buchholtz-Neuenhagen b) Donnerstag, den 9. Mai, Vormittags 8 Uhr Hönow, Krummensee, Fredersdorf, Petershagen, Eggersdorf, Mehrow Stellen zu dieser Zeit die erste Hälfte ihrer sämmtlichen Pferde f) Freitag, den 10. Mai, Vormittags 8 Uhr dieselben wie vorstehend ad II. b) ... die andere Hälfte III. Falkenberg, Amtmann Jungck zu Falkenberg a) Sonnabend, den 11. Mai, Vormittags 7 Uhr Falkenberg, Wartenberg, Ahrensfelde Stellen zu dieser Zeit ihre sämtlichen Pferde d) Sonnabend, den 11. Mai, Vormittags 10 Uhr Lindenberg Stellen zu dieser Zeit ihre sämtlichen Pferde e) Montag, den 13. Mai, Vormittags 7 Uhr Blumberg, Eiche, Biesdorf Stellen zu dieser Zeit die erste Hälfte ihrer sämmtlichen Pferde f) Dienstag, den 14. Mai, Vormittags 7 Uhr ad III e) ... die andere Hälfte |
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Nachweisung des vollen und berichtigten Klassensteuer-Jahres-Soll des Kreises Niederbarnim pro 1878/79
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Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft von 1832 Die Unterzeichneten empfehlen sich zur Vermittlung von Versicherungen und stehen mit Antrags-Formularen, sowie mit jeder beliebigen näheren Auskunft stets zu Dienst. Im Kreise Nieder-Barnim: ... E. Hindenberg, Mühlenbesitzer, Eiche ... |
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Bekanntmachung. Der Weg von Seefeld nach Krummensee wird behufs seiner Chaussirung vom 29. April an bis nach Beendigung der Arbeiten für Fuhrwerk und Reiter gesperrt. Der Amts-Vorsteher. Schmidt. |
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Verzeichnis von den beim Abschluß des Rechnungsjahres 1877//78 sich herausgestellten Ueberzahlungen an directen Staatssteuern [in M., Pf.]
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Bekanntmachung. Bernau, den 9. Mai 1878. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Herr Sanitätsrath Dr. Pollnow an jedem Montag und der Herrr Dr. Bekel an jedem Donnerstag, von 11 Uhr Vormittags und zwar vom 13. d. Mts. ab die Impfung der impfpflichtigen Kinder vornehmen wird. Die Eltern der impfpflichtigen Kinder werden deshalb hiermit aufgefordert, ihre bisher noch nicht geimpften Kinder den Herren Impfärzten bei Vermeidung der gesetzlichen Bestrafung zu gestellen. ... Die Polizei-Verwaltung. |
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Bericht über die Kreistags-Sitzung am 13. Mai 1878 ... Anwesend waren sämmtliche Kreistags-Abgeordneten, mit Ausnahme der Herren die theils durch Dienstgeschäfte, theils in Folge Gebrauches einer Kur am Erscheinen behindert waren und ihr Ausbleiben ausdrücklich entschuldigt hatten. ... |
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Todes- und Erkrankten-Statistik für den Gesamtkreis Niederbarnim pro IV. Quartal 1877 Präsumptive Einwohnerzahl des Bezirkes: 128316 auf 31 [Quadrat-] Meilen Zahl der Todesfälle im IV. Quartal 1877: 717, Zahl der Todtgeburten: 49; 766 incl. Todtgeb.; Zahl der Lebendgeb.: 1434, Sterbeziffer des IV. Quartals 1877: 23,87 p.M. incl., 22,35 excl. Todtgeb. Zahl der Erkrankt-Gemeldeten: 1769. Bemerkungen über Epidemien ... Masern im Decbr. in Alt-Landsberg Diphteritis in Rüdersdorf im Octbr. ... Viel Syphilis in der Strafanstalt zu Plötzensee ... ... |
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Am Dienstag, den 18. Juni d. J., Vormittags 9 Uhr sollen an hiesiger Gerichtsstelle circa 11 Centner unbrauchbarer Acten, worunter sich mehrere Zentner zum Einstampfen befinden, unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen meistbietend verkauft werden. Alt-Landsberg, den 28. Mai 1878. Königl. Kreisgerichts-Deputation |
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Bekanntmachung. In der Nacht vom 1. zum 2. d. M. ist eine, vom hiesigen Gutsvorstande am Ende des Dorfes nach Weißensee zu gesetzte Warnungstafel gestohlen worden. Für Ermittelung Desjenigen, welcher dies Bubenstück verübt hat, werden Fünfzig Mark Belohnung gezahlt, sobald dessen gerichtliche Bestrafung erfolgt. Malchow, den 4. Juni 1878. Der Amtsvorsteher. |
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Blumberg. (Postagentur.) Nachdem im Februar d. J. die Postsendungen für und von Blumberg gezählt worden sind, hielt es die Kaiserliche Ober-Postdirektion zu Potsdam für zweckmäßig, hier eine Postagentur zu errichten. Zum Agenten ist der Lehrer Tuchnitz gewählt und bestätigt worden. Um die Post annehmen zu können, war es nöthig, daß die Dienstwohnung des Herrn Tuchnitz erst dazu eingerichtet werden mußte: nachdem dies im vergangenen Monat geschehen, konnte mit dem 1. Juni die Post eröffnet werden. Zu diesem Zwecke begab sich am 31. Mai der Postmeister Herr Klabunde aus Bernau nach Blumberg, um an Ort und Stelle noch einmal Tuchnitz protokollarisch zu vernehmen und zu vereiden. - Blumberg bekommt seine Postsendungen täglich einmal von Bernau durch einen Boten, der 9 Uhr 20 Minuten in Blumberg eintreffen muß und 5 Uhr 30 Minuten wieder entlassen wird. Die Dienst- oder Annahmestunden sind an Wochentagen von 9-12 Uhr Vormittags und von 3 1/2 - 5 1/2 Uhr Nachmittags. Sendungen an Briefen, Packeten und Geld werden, wie in anderen Postämtern, in der hier angegebenen Zeit angenommen. - Da Blumberg ziemlich 1200 Einwohner hat, so ist anzunehmen, daß sich die neue Postagentur sehr gut bewerthen wird. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 6. Juni 1878. Nachdem der practische Arzt Dr. Hartung zu Friedrichsfelde ... der practische Arzt Dr. Maßmann zu Alt-Landsberg, bisheriger Impfarzt des Impfbezirks Nr. 8 der practische Arzt Dr. Weinberg zu Tegel, verzogen sind, haben wir ... überwiesen: ... den Impfbezirk Nr. 8 dem practischen Arzt Herrn Dr. Heimann zu Alt-Landsberg. ... Der Kreis-Ausschuß. Scharnweber. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 16. Juni 1878. Am 5. Februar cr. sind auf der Landstraße von Blumberg nach Birkholz von ruchloser Hand 31 Stück junge erst im Frühjahr vorigen Jahres gepflanzte Kastanienbäume abgebrochen [worden]. Als Thäter ist der Knecht Karowsky ermittelt, der demnächst auch für die ruchlose That unterm 6. März cr. von der Königlichen Kreisgerichts-Deputation zu Alt-Landsberg zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt ist. Die Ermittelung und Ergreifung des Thäters ist hauptsächlich den rastlosen und umsichtigen Bemühungen des Amtsdieners Steuer zu Blumberg zu verdanken, welcher den Verdächtigen zwei Tage lang verfolgt hatte. Wir haben dem c. Steuer daher in Anerkennung des von ihm bewiesenen Eifers eine Prämie von 30 M. bewilligt, und indem wir dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen, bemerken wir, daß wir Jedem, welcher einen Baumfrevler so zur Anzeige bringt, daß seine gerichtliche Bestrafung erfolgen kann, in Zukunft eine angemessene Prämie zahlen werden. Der Kreis-Ausschuß. Scharnweber. |
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Blumberg. Ein hochgelehrter Herr in Berlin hielt vor einigen Tagen seine Candidatenrede als Reichstags-Abgeordneter; natürlich gehörte er der Berliner Fortschrittspartei an und leistete das Nöthige in bekannter Berliner Bescheidenheit. Er besprach das Programm der Socialdemokratie, fand es auffallend gemäßigt, meinte aber doch; damit ließen sich wohl Bauern, aber nicht Berliner Wähler bethören. ... Der Berliner Fortschrittspartei wäre etwas mehr gesunder Bauern-Verstand und weniger Eitelkeit sehr zu wünschen. ... |
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Bekanntmachung. Wir suchen einen tüchtigen Aufseher, der im Stande ist, fehlerfrei zu schreiben und Bücher zu führen. Gehalt 900 Mark pro anno. Die Anstellung geschieht auf dreimonatige Kündigung. Civilversorgungsberechtigte Personen erhalten den Vorzug. Schriftliche Meldungen unter Beifügung der Zeugnisse und eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes nehmen wir bis zum 25. Juli cr. entgegen. Strausberg, den 26. Juni 1878. Inspection der Landarmen= und Corrigenden=Anstalt. Salchert, Director. Soeben erschien in L. Körner's Verlag, Berlin, Friedrichstraße 235: Rettung von Trunksucht und Beseitigung ihrer schrecklichen Folgen. Ein Wort zur Warnung und Beruhigung aller derjenigen, welche von diesem Laster geheilt und wieder in sichern Besitz von Gesundheit gelangen wollen. >>> Preis 50 Pf. <<< Gegen Einsendung dieses Betrages in Briefmarken wird dieses Werkchen Jedem franco zugesandt. Gestern (Mittwoch) Abend ist mir aus meinem Stalle ein schwarz und weiß geflecktes, großes Schwein entlaufen. Wer darüber Auskunft zu geben vermag, wird gebeten, sich bei mir zu melden. Lindenberg, den 11. Juli 1878. Carl Schlei. |
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Alt-Landsberg. Ich warne einen Jeden, meinem Manne Conrad Frandorf auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme. Marie Frandorf, geb. Judis. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 15. Juli 1878. Verordnung. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen ec., verordnen auf Grund der Bestimmungen im §. 14 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reichs, was folgt: Die Wahlen zum Reichstag sind am 30. Juli 1878 vorzunehmen. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. Gegeben Berlin, den 11. Juni [!] 1878. Im Allerhöchstem Auftrage Sr. Majestät des Kaisers. (L.S.) Friedrich Wilhelm, Kronprinz. Fürst von Bismarck. Vorstehende Verordnung wird in Gemäßheit des §. 8 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 hiermit noch besonders publicirt. Die Wahl beginnt am Dienstag, den 30. Juli cr., Vormittags 10 Uhr und wird an diesem Tage, Nachmittags 6 Uhr geschlossen. ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Wahlbezirks-Eintheilung des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage. No. des Wahlbezirkes [insgesamt 133] / Bestandteile des Wahlbezirkes 2. Ahrensfelde 12. Blumberg, Dorf und Gut 24. Eiche 59. Lindenberg 67. Mehrow, Dorf und Gut |
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Bernau, den 20. Juli. In unserem Nachbarstädtchen Werneuchen ist eine mit der dortigen Postanstalt verbundene Telegraphen-Station mit Fernsprecher eingerichtet worden und heute dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Die Weitergabe aller nach dem genannten Orte gerichteten und dort aufgegebenen Telegramme vermittelt das hiesige Postamt. |
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Wahl=Aufruf. Unter Bezugnahme auf die Reichstags-Wahlbesprechung in dem Ewest'schen Saale am 22. d. M. erlaubt sich das unterzeichnete Comité sämmtliche conservative und gemäßigt=liberale Wähler hierselbst dringend zu ersuchen, am 30. d. M. bei der Reichstags Wahl ihre Stimme für den Herrn Amtmann Jungck zu Falkenberg abzugeben. Bernau, 25. Juli 1878. Das Wahl=Comité. ... Wahl=Aufruf. Die unterzeichneten Comité-Mitglieder erlauben sich hierdurch sämmtliche liberalen Wähler Bernau's und Umgegend aufzufordern, mit allen Kräften sich an der am 30. Juni d. J. stattfindenden Reichstagswahl zu betheiligen. ... Nur einem Mann hat die liberale Partei im Kreis Nieder-Barnim, welcher dieselbe im im Reichstage treu und ehrlich vertreten wird und dieser ist Herr Dr. Mendel in Pankow, darum säume Niemand und gebe jeder liberale Wähler am 30. d. Mts. dem Dr. Mendel in Pankow seine Stimme. Das liberale Wahl=Comité ... |
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Mehrow. Von 63 Wählern der Liste war einer verzogen und 53 hatten gewählt und zwar: 50 für Herrn Amtmann Jungck und 3 für Herrn Dr. Mendel. |
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Bekanntmachung. ... Behufs Ermittelung des Ergebnisses der am 30. v. M. stattgehabten Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Nieder-Barnim bestehenden VI. Wahlkreises des Regierungsbezirks Potsdam für den Deutschen Reichstag sind heute ... die Unterzeichneten zusammengetreten und haben Folgendes festgestellt:
Der Wahl-Commissarius, Königlicher Geheimer Regierungs- und Landrath, Scharnweber. ... Den Termin für die engere Wahl setze ich auf Dienstag, den 13. August d. Js. hierdurch fest. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Bekanntmachung. Berlin, den 3. August 1878. Für folgende in der amtlichen Beilage zu Nr. 82 des Kreisblattes unter den nachstehenden Nummern verzeichneten Wahlbezirke sind für die am Dienstag, den 13. August d. J. stattfindende engere Wahl zum Deutschen Reichstage anderweitige Wahllocale bezw. Wahlvorsteher-Stellvertreter bestimmt worden: Nr. 12, Blumberg. Wahllokal: Zimmer der 1. Schulklasse zu Blumberg ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bekanntmachung. ... Namentliche Liste der im Jahre 1878 klassificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften B. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt:
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Blumberg. (Wahlergebnis). Amtmann Jungck 157 Stimmen; Dr. Mendel 6; ungültig 1 Stimme. Mehrow. (Wahlresultat). Von den 57 abgegebenen Stimmen fielen 51 auf Herrn Amtmann Jungck und 6 auf Herrn Dr. Mendel. |
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Bekanntmachung. ... Die Zahl der stimmberechtigten Wähler beträgt 26334. Von den abgegebenen 15370 Stimmen waren von den Wahlvorständen 71 Stimmzettel für ungültig und 15299 " für gültig erklärt. Die absolute Mehrheit beträgt also 7650 Stimmen. Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf: 1. den Kreistags-Abgeordneten Dr. Mendel zu Pankow 8144 Stimmen, 2. den Amtmann Jungck zu Falkenberg 7155 Stimmen. Nach diesem Ergebnis ist der Kreistags-Abgeordnete Dr. Mendel zu Pankow mit absoluter Majorität gewählt und demgemäß nach §. 28 des Wahlreglements als Abgeordneter des eingangs gedachten Wahlkreises proclamirt worden, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen. Berlin, den 17. August 1878. Der Wahl-Commissarius. Kgl. Geheime Regierungs- und Landrath. Scharnweber. ... |
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Blumberg. Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August: Erntefest, wozu ergebenst einladet C. Hamann. |
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Bekanntmachung. Auf dem Pfarrgehöft zu Lindenberg, Kreis Niederbarnim, sollen folgende Bauarbeiten zur Ausführung kommen: 1) ein Stallgebäude, nebst einer Umschließung des Wirthschaftshofes, veranschlagt auf 9200 M. resp. 710 M., dessen Ausführung sofort erfolgen muß; 2) eine Scheune, veranschlagt auf 6500 M., welche erst im nächsten Frühjahr ausgeführt werden soll. Qualificirte selbständige Gewerbetreibende wollen versiegelte und unterschriebene Offerten auf alle Arbeiten zusammen, welche die Angebote gegen den Kostenvoranschlag nach vollen Prozenten ausdrücken, mit der ausdrücklichen Erklärung versehen, daß Reflectant die dem Verfahren zu Grunde liegenden allgemeinen und besonderen Bedingungen als rechtsverbindlich anerkennt mit der Aufschrift "Pfarrbau Lindenberg" bis Freitag, den 6. September cr., Vormittags 10 1/2 Uhr hierher einreichen. Angebote, welche dem Obigen nicht entsprechen, können ausgeschlossen werden, während Nachgebote unberücksichtigt bleiben. Bedingungen, Zeichnungen und Kostenanschläge liegen an jedem Wochentage Vormittags im diesseitigen Bureau, S. W. Barutherstr Nr. 11, 2 Treppen, zur Einsicht aus, auch können Reflectanten auf ihre Kosten Copien davon erhalten. Berlin, den 24. August 1878. Königl. Domainen-Amt Mühlenhof. Dominium Blumberg bei Bernau offerirt Probsteier u. Pirnaer Saatroggen, 150 Mark per 2000 Pfund. |
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Blumberg. (Sedanfeier.) Um der Freude über die Wiedergenesung Sr. Majestät des Kaisers Ausdruck zu geben, war von dem hiesigen Landwehrverein eine größere und umfangreichere Feier wie sonst üblich, veranstaltet worden. Da der Vorsteher des Vereins zugleich 1. Lehrer im Dorfe ist, so ließ sich leicht ein Arrangement treffen, wodurch Verein und Schule, sowie das Ganze gewinnen mußte. Mit einem Musikchor an der Spitze marschirte [!] die Schuljugend unter Führung ihrer Lehrer nach dem mit schattigen Eichen bestandenen Festplatze unweit des Dorfes. Gesang und Spiel, sowie Vertheilung von allerhand nützlichen und interessanten Sachen als Gewinne und Prämien füllten die Zeit bis zur Verabreichung von Kaffee und Kuchen aus. Um 4 Uhr traf der Verein auf dem Festplatze ein und fand jetzt die eigentliche Schulfeier inmitten einer großen Zahl der Dorfbewohner statt. So war es 6 Uhr geworden, und ein ganz imposanter Zug bewegte sich ins Dorf zurück, nach dem Festsaale des Vereins. Nachdem die Kinder hier noch das alte Arndtlied: "Was ist des Deutschen Vaterland?" gesungen, wurden sie vorläufig entlassen. Bald jedoch waren sie wieder zur Stelle und vertrieben sich die Zeit mit allerlei Kurzweil, Spiel und Tanz bis zum Dunkelwerden. Um 8 Uhr trat man zu einem neuen gemeinschaftlichen Zuge durchs Dorf an; die Knaben trugen Stocklaternen und die Musik spielte den Zapfenstreich. Vor den Schulhäusern hielt der Zug, um der Abbrennung eines kleinen Feuerwerks beizuwohnen; während dessen sah man in beiden Schulhäusern unter Blumen und Blattpflanzen schön aufgestellt die erleuchteten Büsten des Kaisers. Das Lied: "Nun danket alle Gott" beschloß um 9 Uhr die gemeinsame Feier, die Kinder wurden entlassen und der Verein zog in den Festsaal zurück. Der Vorsteher, an die Schulfeier anknüpfend, wies hier noch auf die schändlichen Attentate gegen das Leben des Kaisers hin und forderte die Mitglieder zu verdoppelter Treue gegen den Landesvater, sowie dazu auf, nach Kräften mitzuhelfen, damit die böse Saat, deren Früchte man jetzt mit Entsetzen kennen gelernt, wieder vernichtet und ausgerottet werde. Zuletzt machte er den Vorschlag, Sr. Majestät dem Kaiser zu seiner Wiedergenesung ein Glückwunsch-Telegramm zu übersenden. Mit großer Begeisterung wurde dieser Vorschlag angenommen und ins Werk gesetzt. Jetzt hatten sich auch die Frauen und erwachsenen Familienglieder der Vereinsgenossen eingefunden und ein gemüthlicher Tanz beschloß den frohen Tag. |
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Kinder, d. i. Berlin Schule bes. soll. find. gute Pension Köthenerstr. 31. Näh. b. Hrn, Henning das. |
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Bekanntmachung. Kreis-Polizei-Verordnung [Leichenschau] ... §1 Nach jedem Todesfall und vor der Beerdigung muß eine Leichenschau stattfinden. Der Zweck derselben ist die unzweifelhafte Feststellung des wirklichen Todes und die möglichst zuverlässige Ermittelung der Todesursachen, sowie die Beantwortung der sonst zu stellenden Fragen zum Vortheil der öffentlichen Gesundheitspflege. Außerdem soll die Leichenschau zur Entdeckung von gewaltsamen und rechtswidrigen Todesarten mitwirken. Keine Beerdigung darf ohne vorherige Ausfüllung eines dem beifolgenden Formular A. entsprechenden Leichenschauscheines stattfinden. ... Berlin, den 6. September 1878. Der Königliche Landrath Niederbarnimer Kreises, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Instruktion für die nicht ärztlichen Leichenbeschauer im Kreise Niederbarnim ... A. Belehrung über die unsicheren, die wahrscheinlichen und die unzweifelhaften Zeichen des Todes ... B. Belehrung der Leichenbeschauer über die Angabe der Todesarten ... C. Belehrung über das Verhalten der Leichenbeschauer bei Todesfällen an ansteckenden Krankheiten ... D. Belehrung der Leichenbeschauer über ihre Pflichten bei dem Verdacht gewaltsamer Todesarten ... Berlin, den 6. September 1878. Der Königl. Kreisphysikus des Kreises Niederbarnim. Sanitätsrath Dr. Boehr. |
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Alt-Landsberg. Nachdem seitens der Justiz-Verwaltung auch die Stadt Alt-Landsberg mit einem Amtsgericht bedacht worden ist, möchte es wohl die nächste Aufgabe der städtischen Behörden sein, sich dieser Wohlthat gegenüber dadurch dankbar zu bezeigen, daß sie die bessernde Hand an ihre Schulen legen. ... Ahrensfelde. (Verspätet). Bei den so sehr verbreiteten sozialistischen Bestrebungen und ihren bedauerlichen Folgen ist die Thatsache erfreulich, daß sich andererseits Vereine bilden, welche jenen Tendenzen entgegen arbeiten, indem sie Liebe zum Vaterland und dem angestammten Herrscherhause zu erhalten und zu befestigen, sich zur Aufgabe gemacht haben. Es sind dies namentlich die Krieger- und Landwehr-Vereine. Ein solcher hat sich für Ahrensfelde und Umgegend auch in diesem Jahre in unserem Dorfe gebildet, und zählt zur Zeit in der Kürze seines Bestehens schon 42 Mitglieder, welche sich gewissermaßen militärisch equipirt haben, da sie sämmtlich eine graue, grün eingefaßte, kleidsame Joppe und Kopfbedeckung von gleicher Farbe und Verbrämung tragen. Da die höchsten patriotischen Hauptfeste dieses Vereins der Geburtstag des Kaisers und das Sedanfest sind, so war von demselben für dieses Jahr die Feier des letzteren beschlossen. Wegen bedeutender Einquartierung von Militair am 2. September wurde die Feier auf den 2. September cr. vertagt. Zugleich sollte an diesem Tage die Weihe der aus Mitteln des Vereins beschafften neuen Fahne stattfinden. Zu diesem Zwecke war auf dem freien Platze vor der Kirche des Dorfes eine mit Blumengeflecht versehene Tribüne gebaut, welche im Fahnenschmuck prangte. Vor dieser hatten sich um 2 Uhr die Krieger im Waffenschmuck aufgestellt. Zwölf Ehren-Jungfrauen, geführt von einem Musikchor, überbrachten die verhüllte Fahne und wurde dieselbe den Kriegern von einer der Ehren-Jungfrauen unter Vortrag eines Gedichts übergeben. ... Sodann betrat der Geistliche, Herr Prediger Uhlmann, die Tribüne und hielt die Festrede. ... Nachdem nun noch "die Wacht am Rhein" und "Heil Dir im Siegerkranz" gesungen war, wurde unter Musikbegleitung, die Fahne vorauf, ein Zug durch das Dorf gemacht. Hieran schloß sich zur Freude aller Gäste und Zuschauer ein durch die Krieger auf dem Felde unweit des Dorfes ausgeführtes kleines Manöver, indem sich ein Theil der Mannschaften beritten machte und die Kavallerie darstellte. Attaquen der Letzteren und Sturmläufe, sowie Vertheidigung von befestigten Punkten der Infanterie wurden unter Belustigung der Zuschauer mit und ohne Erfolg ausgeführt. Parademarsch der Krieger beendete diesen kriegerischen Act und reihte sich daran eine aus einzelnen Mannschaften recht gut ausgeführte Turnvorstellung an Reck und Sprungkasten. In feierlichem Zuge wurde jetzt die Fahne an ihre Aufbewahrungsstätte gebracht und war somit der Tag zur Neige gegangen. Um 1/2 9 Uhr fand abermals unter Beleuchtung von Ballons ein Zug der Krieger durch das Dorf statt, welcher mit Zapfenstreich und drei abgegebenen Gewehrsalven endete. Ein Ball, der die Festtheilnehmer im Festlokale unter heiterer Stimmung vereinigte und dieselben bis zum Morgen zusammenhielt, beschloß dieses herrliche, vom besten Wetter begünstigte Fest. Möchte der Zweck des Vereins: "Kameradschaftliche Vereinigung, Werkung und Pflege patriotischer Gesinnung und Beistand der Mitglieder untereinander mit Rath und That", sich recht bewahrheiten. |
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Einen Webergesellen auf Maschine verlangt Reichelt, Grünstraße Nr. 195. [in Bernau] |
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Bernau. ... Vor Kurzem ist ein mit etwa 800 Poststücken beladener Eisenbahn-Postwagen dadurch ein Raub der Flammen geworden, daß ein wahrscheinlich mit Feuerwerkskörpern gefüllt gewesenes Paket ohne bekannte Veranlassung unterwegs explodirt ist und das Feuer sich ebenso schnell als unaufhaltsam über die ganze Postladung verbreitet hat. ... |
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Von Blumberg bis zum Ladeburger Weg habe ich gestern Abend ein Pferde-Halfter mit Kette verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe beim Zimmermann C. Schreiber abzugeben. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 24. October 1878. Diejenigen Herren Amtsvorsteher des Kreises, welche noch nicht über den Ausfall der zweiten diesjährigen Spritzenprobe berichtet haben, werden an die baldige Erstattung dieses Berichts unter Bezugnahme auf die Kreisblatt-Bekanntmachung vom 20. August 1874 (Nr. 27) erinnert. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Am Dienstag, den 19. November 1878, Nachmittags 12 1/2 Uhr sollen in der Wohnung des Gutsbesitzers Gröling zu Lindenberg verschiedene Möbel und eine Petroleum-Kochmaschine öffentlich meistbietend, gegen sofortige Bezahlung, verkauft werden. Bernau, den 9. November 1878. Königl. Kreisgerichts=Commission. |
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Bernau. Falsche goldene Fünf-Markstücke mit badischem Gepräge und der Jahreszahl 1877 sind neuerdings im Umlauf gesetzt worden. Wie es scheint, haben die Fälscher ganz dünne Goldplättchen geprägt und dann mit Blei ausgefüllt, weshalb diese gefälschten Münzen so weich sind, daß Nadeleindrücke ganz leicht bemerklich sind. |
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Subhastations=Patent. Das dem Gutsbesitzer Friedrich von Gröling gehörige, in Lindenberg belegene, im Grundbuch von diesem Orte Band I. Blatt Nr. 15 verzeichnete Bauergut nebst Zubehör soll an hiesiger Gerichtsstelle den 9. Januar 1879, Vormittags 10 Uhr im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags den 10. Januar 1879, Vormittags 10 Uhr verkündet werden. Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grundsteuer bei einem derselben unterliegenden Gesammt-Flächenmaß von 65 Hectaren 38 Aren 40 [Quadrat-] Mtr. mit einem Reinertrag von 582 Thalern und zur Gebäudesteuer mit einem jährlichen Nutzungswerth von 360 Mark veranschlagt. Auszüge aus den Steuerrollen, Grundbuchblatt, etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück betreffende Nachweisungen und besondere Kaufbedingungen sind in unserem Bureau einzusehen. Alle Diejenigen, welche Eigenthum oder anderweite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung ins Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetragene Realrechte geltend zu machen haben, werden aufgefordert, dieselben zur Vermeidung der Präklusion spätestens im Versteigerungstermin anzumelden. Bernau, den 14. November 1878. Königl. Kreisgerichts-Commission. Der Subhastations-Richter. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 9. December 1878 In Blumberg ist die Rinderpest ausgebrochen. Nach §. 17 der revidirten Instruction vom 9. Juni 1873 zu dem Gesetze vom 7. April 1869 - Maßregeln gegen die Rinderpest - betreffend, werden im Umkreise von 21 Kilometer vom Seuchenorte ... untersagt: Die Abhaltung von Viehmärkten, Veranlassungen zu größeren Ansammlungen von Menschen und Thieren, der Handel und der Transport von Rindvieh, Rauchfutter, Streumaterialien und Dünger, ohne besondere Erlaubnisscheine der Orts-Polizeibehörde. Das nöthige Vieh zum Fleischconsum darf nur unter Aufsicht der mit der Veterinairpolizei betrauten Behörden gekauft werden. ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Personal-Chronik. Der Bauergutsbesitzer Gustav Fielitz zu Krummensee ist zum Gemeinde-Vorsteher und der Bauergutsbesitzer August Sommer ebendaselbst zum Schöffen der Gemeinde Krummensee gewählt, bestätigt und vereidigt worden. |
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Einladung zum Abonnement auf das Niederbarnimer Kreisblatt Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf das dreimal wöchentlich erscheinende Niedebarnimer Kreisblatt nebst Illustrirtem Unterhaltungsblatt. ... Das Niederbarnimer Kreisblatt erscheint ferner in besonderer Ausgabe unter dem Titel: Biesenthaler Wochenblatt ... Werneuchener Wochenblatt ... Zeitung für Weißensee ... Zeitung für Rüdersdorf und Herzfelde ... Wochenblatt für Alt-Landsberg und Umgegend Neues Wochenblatt für Groß-Schönebeck, Zerpenschleuse und Umgegend ... Bernau. Haupt-Expedition. |
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Bernau. Gewerbetreibende und Geschäftsleute dürfen gut thun, daran zu denken, daß mit dem 31. December d. J. alle aus dem Jahre 1876 herrührenden Forderungen an Lohn und für geleistete Arbeiten verjähren. Deshalb muß spätestens an diesem Tage die Klage eingereicht oder wenigstens zur Unterbrechung der Verjährung mit dem Antrage angemeldet werden, zur vollständigen Begründung derselben eine Frist zu gewähren. |
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Blumberg. Die Rinderpest ist nunmehr, Gott sei Dank, in unserem Ort erloschen. Am 31. December des alten Jahres ist die Sperre der Gehöfte und des Ortes aufgehoben und das Militair hat seine Posten einziehen können. Zunächst sind wir zwar noch der Einschränkung unterworfen, daß neuer Ankauf oder Verkauf von Vieh in den nächsten drei Wochen nicht stattfinden darf, im Ganzen sind wir jedoch gnädig davongekommen, daß die Seuche auf die beiden ersten Gehöfte beschränkt geblieben ist. Wir danken dies dem energischen und prompten Eingreifen des Herrn Landraths und der Willigkeit, mit der das hiesige Publikum bei eindringlicher aber doch theilnehmender Vorstellung der Gefahren auf die allerdings harten Maßregeln eingegangen ist. Ebenso gebühret dem Militair der wärmste Dank und wir hoffen, daß es mit seiner Aufnahme ebenso zufrieden ist, wie wir mit seinen Leistungen und seinem willfährigen Entgegenkommen. Möge Gott Blumberg vor ähnlicher Heimsuchung bewahren. Ein freundliches Gedenken auch noch für den vom Landrathsamte eingesetzten Orts-Commissar Herrn Barth, für den Herrn Kreisthierarzt Eggeling und für den Herrn Thierarzt Petsch aus Alt-Landsberg. Sämmtliche Herren haben mit großer Aufopferung geholfen, die Gefahr zu überwinden. Leider hat ein Soldat des Wachtcommandos, der wohl nicht die kräftigste Natur hatte, hier sein Leben beschließen müssen. |
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Blumberg. (verspätet) Am ersten Weihnachtsfeiertage fand hierselbst die Einweihung der im Laufe des Sommers und Herbstes zum größten Theil auf Kosten des Herrn Patrons und dessen Familienmitgliedern renovierten Kirche statt. Dieselbe, aus einem älteren und neueren Theil bestehend, ersterer wahrscheinlich im 14., letzterer im 16. Jahrhundert im gothischen Styl erbaut, hatte im Laufe der Zeit mancherlei Veränderungen erfahren, die freilich nicht immer dem ursprünglichen Baustyl entsprachen. Bei der nun unter Leitung des Herrn Baumeister Kühne ausgeführten Renovation ist alles Störende beseitigt und der Spitzboden wieder überall zur Geltung gekommen. Die Malerei, eine Nachahmung der Nicolaikirche in Berlin und von demselben Meister ausgeführt, ist einfach und würdig. Eine besondere Zierde bilden die aus Sandstein verfertigte monumentale Kanzel und ein eben solcher Taufstein. Auch die früher ganz unbedeutende Orgel ist vergrößert und in entsprechender Weise aufgestellt. Der großartige Prospekt füllt die ganze Breite der Kirche aus. Einen vorzüglichen Eindruck machen die Fenster. Sie sind ganz aus farbigem Glase mit Bleieinfassung hergestellt. Drei neue Kronleuchter erhellen bei Abendgottesdiensten den schönen Raum. Sehr werthvolle alte Gemälde, Portraits früherer Besitzer von Blumberg, sowie zwei alte Banner aus der Zeit des 30 jährigen Krieges schmücken die Wände. Von Seiten der Gemeinde, die sich außer den zahlreichen Fuhren, die sie geleistet, auch noch in anderer Weise betheiligen wollte, ist eine sehr schöne Gedenktafel für die im Kriege Gebliebenen und eine werthvolle Altar- und Kanzelbekleidung geschenkt worden. - So ist denn ein Gotteshaus entstanden, wie es deren auf dem Lande nicht viele geben dürfte. Wie lieblich ist Deine Wohnung, Herr Zebaoth! so können wir jetzt in Wahrheit sprechen. Möge denn auch diese liebliche Gotteswohnung an den Tagen des Herrn recht viele Gäste zu Lob und Anbetung in sich versammeln. |
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Bekanntmachung. Schluß der kleinen Jagd. Auf Grund des § 2. des Gesetzes über die Schonzeit des Wildes vom 26. Februar 1870 in Verbindung mit dem § 94. des Zuständigkeitsgesetzes vom 26. Juli 1876 wird die Jagd auf Hasen, Auer-, Birk- und Fasanenhennen, Haselwild und Wachteln innerhalb des Regierungs-Bezirks Potsdam mit Ablauf des Sonnabend, den 18. Januar 1879 geschlossen, was wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringen. Potsdam, den 23. December 1878. Der Bezirksrath. Bekanntmachung. Bernau, den 2. Januar 1879. Die im Jahre 1879 an durchmarschierende Truppen zu verabreichende Fourage an Hafer, Heu und Stroh soll an den Mindestfordernden ausgegeben werden. Hierzu steht ein Termin auf Sonnabend, den 18. Januar 1879 Vormittags 11 Uhr im Magistrats-Bureau an, zu welchem Uebernehmungslustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die Lieferungs-Bedingungen im Termin bekannt gemacht werden sollen. Der Magistrat. [von Bernau] |
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Subhastations-Patent. Das dem Gutsbesitzer Friedrich von Gröling gehörige, in Lindenberg belegene, im Grundbuch von diesem Orte Band I, Blatt Nr. 15 verzeichnete Bauergut nebst Zubehör soll an hiesiger Gerichtsstelle den 10. Februar 1879, Vormittags 10 Uhr im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags den 11. Februar 1879, Vormittags 10 Uhr verkündet werden. ... Bernau, den 11. Januar 1879. Königliche Kreisgerichts-Commission. Der Subhastations-Richter. |
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Nachruf! Durch den gestern Abend erfolgten Tod des Kreisphysikus Herrn Sanitätsrath Dr. Boehr hat der Niederbarnimer Kreis einen tiefschmerzlichen, schwer zu ersetzenden Verlust erlitten. Obwohl er erst seit 3 Jahren als diesseitiger Kreisphysikus thätig, hat er es in dieser kurzen Zeit verstanden, sich um die öffentliche Gesundheitspflege die allergrößten Verdienste zu erwerben und in dieser Richtung ganz neue, höchst segensreiche Einrichtungen theils ins Leben gerufen, theils den Grundstein dazu gelegt. Seinen überzeugungstreuen und gehaltvollen Ausführungen folgte die Kreis-Vertretung willig und ertheilte ihm einstimmig ihre dazu erforderliche Unterstützung unter freudiger Anerkennung seines Strebens. Insbesondere hat er sich durch die auf seine Anregung und auf der Grundlage seiner meisterhaften Ausarbeitungen erlassenen Kreis-Polizei-Verordnung über die obligatorische Leichenschau ein bleibendes Denkmal gesetzt. Er lebte nur für das öffentliche Wohl und die Wissenschaft und hat vielleicht durch seinen Feuereifer und die übermäßigen Anstrengungen, die er sich zumuthete, den Keim zu seinem Tode gelegt. Ein nicht geringer Verdienst war es auch, daß er die sonst isolirt stehenden Herren Aerzte des Kreises zu gemeinsamen Wirken in einem Vereine verband, dessen belebender Mittelpunkt er bis zuletzt geblieben ist. ... Berlin, den 22. Januar 1879. Der Kreis-Ausschuß des Niederbarnimer Kreises. Scharnweber, Landrath. v. Knobelsdorff. v. Treskow-Friedrichsfelde Matz. Richter. Schultze. Springer. |
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Die Pest in Rußland. Mitten in den politischen Wirren, deren Tummelplatz das mächtige Czarenreich geworden ist, tritt ein unheimlicher Feind, der schon öfter seinen verwüstenden Raubzug durch Europa gehalten - die schwarze Pest. ... |
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Bekanntmachung. Berlin, den 5. Februar 1879. Die gemäß Circular-Verfügung des Kreis-Ausschusses vom 23. März 1877 von den Herren Standesbeamten dem Kreisphysikus einzureichenden Zählkarten über Todesstatistik, sowie die zufolge meiner Kreispolizei-Verordnung vom 6. September 1878 von den Polizei-Behörde dem Kreisphysikus einzusendenden Leichenschauscheine sind während der durch den Tod des Herrn Sanitätsraths Dr. Boehr eingetretenen Vakanz des Kreisphysikats bis auf weiteres dem Kreiswundarzt Herrn Dr. Maßmann zu Liebenwalde zuzustellen. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Ersuchen um Strafvollstreckung. Der Maurer Johann Friedrich Wilhelm Kerkow und dessen Ehefrau Sophie Elisabeth geb. Stürzel, zuletzt in Lindenberg wohnhaft, jetzt angeblich in Rehnt in Mecklenburg-Schwerin sich aufhaltend, sind durch unser Erkenntniß vom 7. November 1878 rechtskräftig wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs und zwar ein Jeder zu einer Woche Gefängniß verurtheilt worden. Es wird ersucht, an dem p. Kerkow und dessen Ehefrau im Betretungsfalle das Urtheil zu vollstrecken und uns zu den Acten Nr. 212 von 1878 zu benachrichtigen. Alt-Landsberg, den 31. Januar 1879. Königliche Kreisgerichts-Deputation. |
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Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1879 I. Alt-Landsberg, im Schützenhause Am Mittwoch, den 16. April cr: ... Eiche mit Hellersdorf, ..., Mehrow, ... II. Lichtenberg-Friedrichsberg im Spitzig'schen Restaurationslokal, Frankfurter Chaussee Nr. 3 ... III. Liebenwalde a. H. im Rossow'schen Gasthofe ... IV. Oranienburg, im Bredereck'schen Gasthofe ... V. Bernau, im Siech'schen Restaurationslokal am Freitag, den 2. Mai cr: ..., Lindenberg am Sonnabend, den 3. Mai cr: ..., Elisenau am Montag, den 5. Mai cr: Ahrensfelde, Blumberg, ... |
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Nachweisung des vollen und berichtigten Klasensteuer-Jahres-Solls des Kreises Niederbarnim pro 1879/80.
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Bekanntmachung. Die Dorfstraße in Blumberg zwischen der Kirche und dem Schloß ist bis zum 21. d. Mts. für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Für die Passage nach Krummensee, Alt-Landsberg und Mehrow ist die Hinterstraße und die Straße bei den Schulen zu benutzen. Blumberg, den 14. Mai 1879. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Die Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft von 1832 ... Zur Vermittelung von Versicherungen bei der Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft von 1832 empfehlen sich die Unterzeichneten, welche auch mit Antrags-Formularen, sowie mit jeder näheren Auskunft zu Dienst stehen. ... Ernst Hindenberg, Eiche ... |
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Bekanntmachung. In Ausführung der Polizei-Verordnung vom 18. April cr. sind von mir zu Fleischbeschauern für den Amtsbezirk Blumberg der Barbier Henneberg und der Rentier Adler widerruflich bestellt und verpflichtet worden. Blumberg, den 25. April 1879. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 29. April 1879. Die folgenden Impfbezirke werden in Zukunft aus den nachstehenden Impfstationen gebildet und den dabei genannten Impfärzten übertragen: Impfbezirk Nr. 1: Der Königl. Kreis-Physikus des Kreises Niederbarnim 1. Falkenberg, 2. Wartenberg, 3. Malchow, 4. Karow, 5. Lindenberg, 6. Heinersdorf, 7. Blankenburg, 8. Dalldorf, 9. Hermsdorf, 10. Weißensee, 11. Tegel, 12. Heiligensee Impfbezirk Nr. 13: Praktischer Arzt Dr. Ringk zu Nieder-Schönhausen Impfbezirk Nr. 15: Anstaltsarzt Dr. Helwing zu Plötzensee. ... Der Kreis-Ausschuß. Scharnweber. |
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Namentliche Liste der im Jahre 1879 klassificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften
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Blumberg, 7. Juni. Durch ein trauriges Drama wurden die Bewohner des hiesigen Ortes heute in Bewegung und Aufruhr versetzt. Die Frau des Milchfahrers Peckmann hatte mit ihren beiden Kindern von 2 1/2 resp. 1/2 Jahr in der Mittagsstunde ihre Wohnung unter der Aeußerung verlassen, sich das Leben nehmen zu wollen. Die Angehörigen hielten das für eine leere Drohung und gaben nichts darauf. - Es war jedoch bitterer Ernst gewesen. In der vierten Stunde Nachmittags fand man sie in einem ganz seichten Wassertümpel unweit des Dorfes auf dem Rücken liegend, die beiden Kinder fest in den Armen haltend, alle drei als Leichen. Eheliche Zerwürfnisse sind allem Vermuthen nach das Motiv der unseligen That gewesen. |
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Ahrensfelde. Am 11. Juni wurde hier die goldene Hochzeit Sr. Majestät des Kaisers und I. Majestät der Kaiserin durch den Kriegerverein für Ahrensfelde und Umgegend auf folgende Weise gefeiert: Nachmittags 5 Uhr traten die in Ahrensfelde wohnenden Kameraden auf dem Appellplatze bei der Friedenseiche an und marschierten dann mit Musik und Fahne zu den in Mehrow wohnenden Kameraden, um daselbst diesen hohen Tag durch Concert und Festzug in würdiger Weise zu feiern. Vor dem Dorfe Mehrow angekommen, rangirten sich sogleich die dort wohnenden Kameraden ein. Die Schule, geführt durch Herrn Lehrer Schröder, empfing den Verein mit einem dreifachen Hurrah und schloß sich dann dem nach dem Lokale des Herrn Zielisch sich in Bewegung setzenden Festzuge mit eigenen Fahnen an. Nach Abspielung einiger Concertstücke und patriotischer Lieder wurde nach dem Gutshofe des Amtsvorstehers, Herrn Amtmann Heise, marschirt. Daselbst wurden einige National-Lieder gespielt und am Ende des Dorfes einige Salven abgefeuert. Darauf trat dann der Verein den Rückmarsch nach Ahrensfelde an und begann in dem vielbesagten Dorfe den großen Zapfenstreich, welcher mit einem dreifachen stürmischen Hurrah auf das hohe Jubelpaar und mit dem Liede "Nun danket alle Gott" endete. Daran schloß sich ein Ball, welcher die Kameraden bis zum frühen Morgen in fröhlicher Stimmung beisammen hielt. |
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Heilanstalt für arme Augenkranke aus der Provinz Brandenburg zu Berlin. Vom 7. Juli an sind wieder acht Freistellen an arme Augenkranke zu vergeben. Die Besetzung der Freistellen erfolgt nach der Reihe der persönlichen Anmeldungen, welche täglich von 10-2 Uhr entgegennimmt Der dirigirende Arzt. Luisenstraße 41 Dr. Katz, Augenarzt. |
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Bekanntmachung. Der Herr Kreis-Physikus Dr. Fuhrmann hat mir mitgeteilt, daß er für amtliche Zwecke täglich Morgens zwischen 8 und 9 Uhr sicher zu sprechen sei. Für die Sprechstunde am Nachmittage zwischen 3 und 4 Uhr ist diese Sicherheit nicht vorhanden, da in diese Zeit auswärtige Reisen und gerichtliche Obductions-Termine fallen können. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Bekanntmachung. Bernau, den 21. Juli 1879. Nachstehende Kreis-Polizei-Verordnung. ... wird ... für den Umkreis des Kreises Nieder-Barnim folgendes verordnet: § 1. Alle Familienhäuser, Haus- und Gastwirthe und Medizinalpersonen sind verpflichtet, von den in ihrer Familie, ihrem Hause oder ihrer Praxis vorkommenden Erkrankungen an Diphteritis der Polizei-Behörde (städt. Polizei-Verwaltung oder Amts-Vorsteher) ungesäumt schriftlich oder mündlich Anzeige zu machen. § 2. Die Nichtbefolgung dieser Vorschrift wird mit einer Polizeistrafe bis zum Betrage von 9 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft geahndet. ... Berlin, den 18. Juli 1879. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Die Polizei-Verwaltung. I.V.: W. Hörnicke |
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Bekanntmachung. Nachstehendes Regulativ über Erhebung von Abgaben von öffentlichen Lustbarkeiten im Gemeindebezirke Lindenberg § 1. Zum Besten der Gemeinde-Armenkasse werden die im Gemeindebezirk Lindenberg stattfindenden öffentlichen Lustbarkeiten, als Tanzvergnügungen, Theateraufführungen, Schaustellungen aller Art (Schaubuden, gymnastische, magische und optische Vorstellungen, Abrennen [!] von Feuerwerken), öffentlichen Concerte, Bolzenschießen, sogenanntes Hammelschießen, Würfelspiel, Caroussel und ähnliche Belustigungen, gleichviel, ob dieselben im Freien oder in öffentlichen Localen stattfinden, fortan besteuert. § 2. Die Steuer beträgt für jede Lustbarkeit (§ 1.) "1 Mark" pro Tag oder Abend; für Würfelspiel um geringfügige Waaren an kleinen Tischen wird pro Tisch und Tag oder Abend "50 Pfennige", wenn der Tisch oder die Bude weniger als 3 Meter Länge hat, gesteuert; hat dieselbe dagegen mehr als 3 Meter Länge, so beträgt die Steuer pro Tag oder Abend 1 Mark. § 3. Die betreffende Abgabe ist vor Beginn der Lustbarkeit, Schaustellung, Ausspielung oder Aufstellung der betreffenden Bude an die Gemeindekasse zu zahlen. § 4. Zur Zahlung der Abgabe ist der betreffende Unternehmer, oder, wo ein solcher nicht vorhanden ist, der Inhaber des betreffenden Lokals oder der Bude, welche aufgestellt werden soll, verpflichtet. § 5. Öffentliche Schaustellungen, bei denen ein höheres Interesse der Kunst oder Wissenschaft obwaltet, oder die ausschließlich oder vorzugsweise zur Belehrung dienen, oder die zu wohlthätigen Zwecken veranstaltet werden, bleiben unbesteuert. § 6. Auf Privat-Lustbarkeiten findet das Regulativ keine Anwendung. § 7. Ob eine öffentliche Lustbarkeit nach § 1, oder eine Schaustellung nach § 5, oder eine Privat-Lustbarkeit nach § 6 vorliegt, entscheidet in streitigen Fällen der Gemeinde-Vorstand. § 8. Vorstehendes Regulativ tritt sofort nach Bestätigung derselben durch den Kreis-Ausschuß in Kraft. Ausgefertigt auf Grund des Beschlusses der stimmberechtigten Gemeinde-Versammlung zu Lindenberg vom 16. Mai 1879. Lindenberg, den 21. Mai 1879. Der Gemeinde-Vorstand. W. Lehmann, Koch, Salemann. ist durch uns von Aufsichtswegen bestätigt worden. Berlin, den 12. Juli 1879. Der Kreis-Ausschuß. Scharnweber. |
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Niederbarnim. Bekanntmachung. Berlin, den 8. August 1879. Für die Zeit der gleichzeitigen Behinderung des Herrn Amtsvorstehers Heyse zu Mehrow und seines Stellvertreters, des Herrn Amtmanns Muhr zu Hellersdorf ist der Herr Bürgermeister Matz zu Alt-Landsberg mit der einstweiligen Wahrnehmung der Geschäfte des Amtsvorstehers des Amtsbezirkes Ahrensfelde beauftragt worden. Namens des Kreis-Ausschusses: Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Lindenberg. Sonntag, den 24. d. M.,von Nachmittags 3 Uhr ab im neu gebohnten [!] Saale: Grosse Tanzmusik, ausgeführt von der Liebisch-schen Capelle aus Bernau, wozu ergebenst einladet A. Bolle, Gastwirth. 1 starker Einspänner-Arbeitswagen ist zu verkaufen bei A. Henning in Lindenberg. Werneuchen. Eine gut erhaltene Bockwindmühle ist wegen andern unternehmens preiswerth zu verkaufen beim Mühlenmeister A. Knappe. |
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Verhandelt. [Kreistagssitzung] Berlin, den 5. Juli 1879. ... anwesend sind folgende 35 Kreistags-Abeordnete 1. Geheimer Regierungs- und Landrath Scharnweber, Vorsitzender ... 13. Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow 14. Gutsbesitzer Lorenz zu Hönow 15. Gemeinde-Vorsteher Springer zu Seefeld 16. Bürgermeister Matz zu Alt-Landsberg 17. Rittergutsbesitzer Hosemann auf Börnicke 18. Rittergutsbesitzer Simon auf Malchow ... es fehlen: ... der Rittergutsbesitzer Major Graf von Arnim auf Blumberg, die verreist sind. Auf Grund des § 1. der Schiedsmannordnung vom 29. März 1879 beschloß der Kreistag, das platte Land des Kreises in folgende [71] Schiedsmann-Bezirke einzutheilen: ... 32. Gemeinde und Gut Blumberg 33. Gemeinde und Gut Mehrow, sowie Ahrensfelde 34. Gemeinde Marzahn, Gut Hellersdorf und Gemeinde Eiche 56. Gemeinde Lindenberg Zu Schiedsmännern und deren Stellvertretern wurden darauf vom Kreistag für die zusammengesetzten Schiedsmannsbezirke und zwar ohne Widerspruch durch Acclamation gewählt: 32. Noack, August, Gutsbesitzer in Blumberg. / Jaert, Friedr., Schmiedemstr. in Blumberg. 33. Lichtenberger, Bauergutsbesitzer, Ahrensfelde. / Wegener, Gemeinde-Vorsteher, Ahrensfelde. 34. Dubick, Gustav, Bauergutsbesitzer, Marzahn. / Schönnagel, Bauergutsbesitzer, Marzahn. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 26. April 1879. ... veröffentliche ich nachstehend eine Uebersicht über die Abgrenzung der Wahlbezirke und die Zahl der von jedem zu wählenden Wahlmänner. ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber.
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Ahrensfelde. Am Montag, den 1. September wurde hier von der Schule unter Leitung des Pastors Herrn Uhlmann und des Lehrers Herrn Domak der Sedantag durch Ausmarsch nach dem Festplatze, Speisung, Austheilung von Geschenken an alle Kinder und Fackelzug unter reger Betheiligung der Gemeinde gefeiert. Am 2. September feierte der hiesige Krieger-Verein die Schlacht von Sedan durch einen Gottesdienst, wobei Herr Pastor Uhlmann eine ergreifende Rede hielt über den Text: "Der Herr hat Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich". Nach Beendigung desselben Festzug durch das festlich geschmückte Dorf, sodann folgte eine Turnübung nach militairischen Stil; hieran schloß sich eine Felddienst-Übung. Gegen 7 Uhr war Einmarsch und Speisung, woran sich um 1/2 9 Uhr großer Zapfenstreich schloß; derselbe wurde noch Seitens des Publikums durch Illumination, Feuerwerk und Fackelzug erhöht. Nach Beendigung desselben wurde der Festplatz mit bengalischen Flammen erleuchtet. Mit einem Ball, welcher die Kameraden lange fröhlich zusammen hielt, endete die schöne Feier. |
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Lindenberg. Sonntag u. Montag, d. 14. u. 15. September: Große Einweihung meines neuen Saales wozu einladet C. Gathow, Restaurateur. |
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Weißensee. Durch Explosion einer Petroleumlampe wurde am Sonntag Abend kurz nach Beendigung des Feuerwerkes im Schloßpark zu Weißensee eine sog. Silberbude in Brand gesetzt. Das Feuer griff mit so großer Schnelligkeit um sich, daß die in der Bude stehende, am 5. d. M. von einem Kinde entbundene Verkäuferin, Frau D., nur mit Mühe und brennenden Kleidern aus den Flammen springen konnte. Auch eine neben der brennenden Silberbude befindliche Pfefferkuchenbude ist ein Raub der Flammen geworden. Weiteres Unheil wurde jedoch verhindert. Wenn bedacht wird, daß in dieser Budenreihe sich ein Athelier für Schnellphotographie, in der massenhaft Schießpulver lagert, befindet, auch viele Feuerwerkskörper sich im Schloßpaarke befinden, so ist die schnelle Hülfe nicht genug zu loben. |
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Verzeichniß I. der zum Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Nieder-Barnim Abtheilung A. Grundbesitzer. [insgesamt 55]
Abtheilung B. Gewerbetreibende. ... Verzeichniß II der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörenden Besitzer selbständiger Güter und wahlberechtigten Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Nieder-Barnim Abtheilung A. [insgesamt 9] Abtheilung B. [insgesamt 4] Verzeichniß III der Landgemeinden im Kreise Nieder-Barnim
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Bekanntmachung. Berlin, den 2. October 1879. Gemäß § 26 des Reglements vom 11. Juli 1879 über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten bringe ich hiermit das nachstehende Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgeordneten-Wahl zu einem Wahlbezirke vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß die Wahl der Abgeordneten am Dienstag, den 7. October, Vormittags 10 1/2 Uhr, in der großen Stadtkirche zu Bernau stattfindet. ... Der Wahl-Commissarius, Königliche Landrath Niederbarnimer Kreises, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgeordnetenwahl zu einem Wahlkreise vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim I. Kreis Niederbarnim [insgesamt 393, Ober-Barnim: insgesamt 278]
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Personal-Chronik. An Stelle des Bauergutsbesitzers Grün ist, da eine Wahl nicht zustande gekommen, einstweilen der Oeconom Wilhelm Grün zu Blumberg zum Gemeinde-Vorsteher dieser Gemeinde commissarisch bestellt worden. |
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Lindenberg, Sonntag, den 26. d. M., von Nachmittags 3 Uhr ab: Große Tanzmusik, ausgeführt von der Liebisch'schen Capelle zu Bernau, wozu ergebenst einladet A. Bolle, Gastwirth. |
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Lindenberg. Am 1. November cr. feierte der hiesige Männer-Gesangverein in dem festlich geschmückten Saale des Herrn Gathow das Stiftungsfest seines einjährigen Bestehens. Zu demselben waren, einschließlich des Gesangvereins aus Blumberg, über 200 Personen eingeladen. Es gelangten Concertstücke, ausgeführt von der Capelle des Herrn Gerstenberg, unter Abwechselung von Gesangsvorträgen, zur Aufführung. Hieran schloß sich ein Ball. Wir können nicht unterlassen, an dieser Stelle Herrn Gerstenberg für die brillante Leistung seiner Capelle unsere wärmste Anerkennung auszusprechen und den Wunsch zu äußern, daß ihm recht oft Gelegenheit geboten werde, sie in dieser Weise zu zeigen. g. |
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Donnerstag, den 27. November 1879, Vormittags von 9 Uhr ab läßt der Unterzeichnete in seiner Behausung nachfolgende Gegenstände umzugshalber meistbietend versteigern: 1 großer Kastenwagen, Pflüge, Eggen, Möbel, Kochgeräthschaften u.s.w. Lindenberg, den 21. November 1879. W. Vogt, Mühlenmeister. |
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Holz-Auction. Am Montag, d. 5. Januar 1880, Vormittags 10 Uhr sollen im Haamann'schen Gasthofe zu Blumberg folgende Brennhölzer und Stangen in kleinen Loosen:
Der Rentmeister. Altenburg. Wesow. Dem Männer-Gesangverein zu Lindenberg sagen wir für den freundlichen Besuch und den dadurch herbeigeführten genußreichen Abend hiermit unsern besten Dank. Mehrere Wesower. | |||||||||||||||||||||
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Blumenberg. [!] Bei den am 4. d. Mts. hier stattgehabten kirchlichen Wahlen ist in den Gemeinde-Kirchenrath wieder gewählt worden: der Bauergutsbesitzer Gottlieb Grün; neu gewählt ist: der Maurer und Büdner Friedrich Adler. Als Gemeinde-Vertreter sind wiedergewählt: der Bauergutsbesitzer Friedr. Grün, der Halbbauer Wilhelm Keisdorf, der Halbbauer Friedr. Keisdorf, der Bauergutsbesitzer Gottlieb Hecht, Forstaufseher Adler und Kossäth August Adler; neugewählt: Mühlenmeister Juert, der aus dem Gemeinde-Kirchenrath ausschied. - Der bei Gelegenheit der im vorigen Jahre stattgehabten Renovierung unserer Kirche durch einen neuen ersetzte Taufstein, dessen Alter sich auf wohl dreihundert Jahre belaufen mag und dessen oberer Rand mit einer werthvollen getriebenen Zinkarbeit geziert ist, wird auf Antrag des Gewerbemuseums zu Berlin diesem zur Conservirung und Aufstellung überwiesen werden. |
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Blumberg. In dem Referat in Nr. 3 ist unter den wiedergewählten Gemeindevertretern versehentlich der Forstaufseher Adler aufgeführt worden, welcher gar nicht ausgeloost war. Wiedergewählt ist vielmehr der Schlächter Hamman. |
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Lindenberg. Freitag, den 16. d. M. veranstaltete der Gesangverein hier ein Musik- und Gesang-Concert zum Besten der Nothleidenden in Ober-Schlesien. Das Unternehmen fand bei dem hiesigen Publikum rege Betheiligung. Auch nach auswärts waren vom Vereine aus Einladungen ergangen, jedoch war von dorther Niemand erschienen. Allein Herr Rittergutsbesitzer und Amtsvorsteher Simon-Malchow hat 10 M. und dessen Stellvertreter, Herr Steinbrück, 3 M. eingesandt. Auch von hier sind von Nichterschienenen dem Verein kleine Spenden zugegangen. Herr Gerstenberg, dessen 21 Mann starke Capelle die in der That sehr schöne Musik zur Aufführung brachte, hat ebenfalls für die Nothleidenden etwas gethan, indem er seine Ansprüche für die Musik ermäßigte. Es ergab dieses Unternehmen einen Reinertrag von 60 M., welche an Se. Excellenz den Herrn Ober-Präsidenten der Provinz Schlesien abgeführt sind. G. |
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Blumberg. 9. Februar. Wie nach anderen Orten ist nunmehr auch die hiesige Schule von Seiten des Dr. G. Wenker zu Marburg in Hessen die Aufforderung ergangen, behufs Ausarbeitung von jeden Schulort berücksichtigenden Dialectkarten ganz Deutschlands, die auf einem Formular gestellten Fragen zu beantworten und zugleich eine Uebersetzung einiger bestimmter hochdeutscher Sätzchen in die ortsübliche Mundart anzufertigen. Herr Dr. Wenker hofft auf eine recht gewissenhafte Unterstützung durch die Herren Lehrer bei seinem schwierigen mühsamen Werke - er wird über 36,000 Uebersetzungen zu verarbeiten haben -, von welchem sowohl in sprachlicher wie in geschichtlicher Hinsicht gleich wichtige Ergebnisse für die deutsche Wirtschaft zu erwarten sind. In der Rheinprovinz, nördlich der Mosel, ist das mühevolle Unternehmen unter allseitiger Betheiligung der Herren Lehrer bereits mit bestem Erfolge durchgeführt worden. |
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Bekanntmachung. Die hiesige achte Lehrerstelle, mit welcher ein jährliches Einkommen von 900 Mark verbunden ist, wird durch Versetzung des bisherigen Inhabers der Stelle zum 1. April vacant. Wir fordern qualificirte Bewerber auf, sich um diese Stelle binnen vier Wochen unter Vorlegung ihrer Zeugnisse bei uns zu melden. Alt-Landsberg, den 31. Januar 1880. Der Magistrat. Matz. |
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Ein zweispänniger Wagen ist zu verkaufen bei Wittwe Grothe in Blumberg |
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Blumberg. Am Sonntag den 22. d. Mts. beging der hiesige Gesangverein "Hoffnung" unter Mitwirkung des Lindenberger Männer-Gesangvereins und der Liebischschen Kapelle aus Bernau in dem reichgeschmückten Saale des Hamman'schen Gasthofes durch Concert und Ball die Feier seines ersten Stiftungsfestes. Die Gesangaufführungen des Blumberger Vereins zeigten auf das Deutlichste, wie viel geleistet zu werden vermag, wenn Lust und Liebe zur Sache nicht fehlen. Bedenkt man, daß der Verein erst seit Jahresfrist besteht und ihm fast durchweg nur Mitglieder angehören, die Musik früher nicht geübt haben, so kann man nur seine vollste Anerkennung über die Exactheit des Vortrages und den Wohlklang der Stimmen aussprechen, welche Vorzüge zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigen. ... Ein Ball, dessen Zwischenpausen noch einige Gesänge des Blumberger und Lindenberger Vereins ausfüllten, schloß sich an das Concert an. |
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Alt-Landsberg. Nothwendiger Verkauf. Das der in Liquidation befindlichen Firma gehörige Gut- und Fabrik-Etablissement Bruch-Mühle bei Alt-Landsberg. enth. Strickgarn - Spinnerei, Mehl- und Schneide-Mühle, schönes neues Wohnhaus, 20 Pferde Wasserkraft, Areal ca. 300 Morgen, soll mit sämmtlichem todten und leb. Inventar, Maschinen etc. an den Meistbietenden verkauft werden. Besichtigung jederzeit gestattet, und werden Gebote bis zum 15. März durch den unterzeichneten Liquidator entgegen genommen. John Voorgang. Ruleman Hientzsch. Berlin N., Brunnenstraße 16, offerirt aus seiner Special-Cultur: Krup-(Staude-) Bohnen in 18 der neuesten und bewährtesten Sorten, Sechswochenkartoffeln, lange, Schneeflocke billigst und garantirt rein bei meinem Gärtner Pollitz in Lindenberg zu haben. |
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Blumberg. In dem Referat in voriger Nummer sind durch Schuld des Abschreibers leider einige Worte versehentlich fortgeblieben. Es muß daselbst, Zeile 24 von oben heißen: "Vor dem Schlußliede wandte sich der erste Herr Dirigent des Blumberger Vereins, unter dessen - sowie des heute nicht thätigen, zweiten Dirigenten trefflicher Leistung der Verein wohl lediglich seine schon jetzt so hübschen Erfolge verdankt ... u.s.w." Referent bedauert den Wegfall dieser Zeile auf das Lebhafteste, da ihm die verdienstvolle Thätigkeit des zweiten Herrn Dirigenten durchaus nicht unbekannt ist. |
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Blumberg. Unter "Eingesandt" wird in der No. 28 d. Bl. versucht, den letzten Alt-Landsberger Vieh- und Pferdemarkt in einem anderen Lichte darzustellen als dies in einem Artikel in No. 24 d. Bl. geschehen ist. Die geehrten Leser werden aber gefunden haben, daß der letztere nur die Wahrheit von dem bestätigt, was die Besucher der Alt-Landsberger Märkte in den letzten 10-15 Jahren stets wahrnehmen mußten, nämlich: daß die Viehmärkte dieses Städtchens nur in dem Kalender verzeichnet standen. Mögen doch die Alt-Landsberger Hand an's Herz legen und sich fragen, ob es wirklich rathsam ist, noch ferner mit solchen Versuchen anzutreten und durch philosophische Stilistik bestehende Thatsachen einfach vergessen zu machen. ... |
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Weiße Lupinen pr. Ctr. 7 Mark verkauft Lichtenberger in Ahrensfelde. |
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Hönow. Se. Excellenz der Herr Generalpostmeister Dr. Stephan hat mittelst [!] hohen Rescripts vom 9. März cr. bestimmt, daß in hiesigen Orte eine Postagentur mit Fernsprechbetrieb ab Neuenhagen eingerichtet werde. Unsere Postanstalt erhält selbstredend Verbindung mit dem Kaiserl. Postamte in Neuenhagen; Das Dorf Mehrow, wie wir, scheiden somit von dem Bestellbezirk Alt-Landsberg aus. |
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Blumberg. 22. März. Am Palm-Sonntage fand hierselbst die Confirmation von 29 Kindern von hier, Eiche und Hellersdorf statt, welcher sich die gemeinsame Feier des heiligen Abendmahles anschloß. - Die sonst übliche Feier des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers von Seiten des hiesigen Landwehr-Vereins fiel in diesem Jahre aus, vornehmlich wohl in Rücksicht auf den in der Familie des Patrons vor Kurzem stattgehabten Trauerfalls. Am 12. d. M. ist bekanntlich die einzige Tochter des Herrn Grafen von Arnim-Zichow, die junge Gräfin zu Stollberg-Roßla, im 21. Lebensjahre in Roßla verschieden. Ueber die daselbst am 15. März stattgefundene Trauerfeierlichkeiten, denen als Vertreter des Kaisers und Kronprinzen der Vizekanzler, Graf Otto zu Stollberg-Wernigerode beiwohnte, bringt die in Halle erscheinende "Saale-Zeitung" aus Roßla folgenden Bericht: ... |
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Bekanntmachung. Der Klempnermeister Hermann Kranz hierselbst ist zum öffentlichen Fleischbeschauer für den Amtsbezirk Blumberg ernannt worden. Blumberg, den 27. März 1880. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Blumberg. Die Nummern 11 u. 12 der "Deutschen Lesehalle", Sonntagsbeilage zum "Berliner Tageblatt" enthalten einen interessanten Art von Johannes Bloch über "Platt Land bei Berlin", welcher einen wertvollen Beitrag zur Geschichte unseres Dorfes Blumberg bildet: ... [langer Artikel, u.a. mit Personen-Beschreibung von Canitz] |
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Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen ...
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Marzahn. (Ein Raubanfall) In der Nacht vom 27. zum 28. d. Mts. ist gegen den Schlächtermeister Oppermann hierselbst auf dem Wege von Mehrow nach der Berlin-Prötzeler Chaussee ein Raubanfall verübt worden. Oppermann wurde etwa 400 Schritte hinter Mehrow von 2 Männern angegriffen, von denen ihn einer sofort zu Boden schlug. Der Aufforderung derselben, sein Geld herzugeben, mußte O. schließlich nachkommen. Dasselbe bestand etwa in 2 Mark, womit die Räuber aber nicht zufrieden gestellt werden konnten. Obgleich O. versicherte, nicht mehr Geld bei sich zu haben, schenkten dieselben diesen Worten jedoch keinen Glauben, warfen ihn von Neuem zu Boden und bemächtigten sich nun seiner Uhr mit Kette und Medaillon, welche sie ihm mit Gewalt entrissen. O. wurde so auf dem Wege bis kurz vor der Berlin-Prötzeler Chaussee unter fortwährenden Mißhandlungen von den Räubern verfolgt. Erst hier verließen sie ihn und fast bewußtlos schleppte sich O. nach Hause. Derselbe liegt krank darnieder. Einen ziehmlich handfesten Rohrstock, welchen O. bei sich führte, haben die Räuber auf ihr Opfer buchstäblich in Fasern zerschlagen. Daß O. mit dem Leben davon gekommen, ist zu bewundern. Dem durch seine Umsicht bekannten Gendarm Münter aus Alt-Landsberg haben wir es zu danken, daß die Räuber bereits am dritten Tage ermittelt wurden und zur Haft gebracht werden konnten. Es sind dies die Knechte Liepmann und Buchwaldt zu Mehrow. Bei der vorgenommenen Haussuchung wurde bei einem derselben Uhr, Kette und Medaillon des O. vorgefunden. Gegenüber diesen Beweismitteln gelang es dem Gensdarm [!] Münter, Beide zu einem offenen Geständnis zu bringen. Dieselben befinden sich bereits im Untersuchungsgefängniß des Königl. Amtsgerichts zu Alt-Landsberg. |
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Samen-Handlung in Lindenberg. Gemüse- und Rübensamen ist in bester keimfähiger Waare zu haben. In einigen Wochen auch Gemüsepflanzen. Ruleman Hientzsch. |
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Verzeichniß der Steuerbezirke des Kreises Niederbarnim und deren Vertheilung auf die Kataster-Aemter Berlin III. und Berlin IV.
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Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft von 1832 ... Zur Vermittelung von Versicherungen empfehlen sich: ..., Ernst Hindenberg, Eiche. ... |
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Alt-Landsberg. Abschied!! Allen Freunden in Alt-Landsberg und Umgegend, bei denen persönl. Abschied mir nicht vergönnt war, empfehle ich mich hierdurch bestens. Dr. Friedewald, pr. Arzt. Berlin W., Blumenthalstr. 9. |
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Bernau. In Bezug auf den in Nr. 39 d. Bl. erwähnten Raubanfall gehen uns aus Mehrow folgende Berichtigungen zu: "Zeit der That war nicht die Nacht vom 27. zum 28. März cr., sondern die Nacht vom 21. zum 22. März d. J. Verübt ist dieselbe nicht bei Mehrow, sondern von hier aus hinter Eiche, zwischen diesem Orte und Marzahn. Thäter waren nicht Knechte aus Mehrow, sondern aus Eiche, Menschen, die nicht aus Mehrow stammen, auch nie hier gedient haben, wie auch Eiche nicht ihre Heimath ist. Buchwald ist schon oft wegen Uebertretungen und Vergehen durch Polizei-Behörden mit Geld- und Haftstrafen bedacht worden und war am Tage nach dem Verbrechen, ehe er als Thäter bekannt worden war, wegen verübten nächtlichen Unfugs zur Instrafnahme angezeigt, während der andere, der übrigens nicht Liepmann, sondern Liebner heißen soll, einen bisher unbescholtenen Lebenswandel geführt hat, und jedenfalls Opfer der Verführung geworden ist. |
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Bekanntmachung. Der Weg von Mehrow nach Ahrensfelde ist bis zur Beendigung der angefangenen Neu-Chaussierung gesperrt. Mehrow, den 19. April 1880. Der Amts-Vorsteher. Heyse |
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Bekanntmachung. Berlin, den 17. April 1880. Auf Grund der Bekanntmachung des Herrn Finanz-Ministers vom 25. März cr. (Gesetz-Sammlung Seite 213), betreffend das Ergebniß der Klassensteuer-Veranlagung für das Rechnungsjahr 1. April 1880|81, wird von letzterer Steuer ebenfalls wie für das verflossenen Jahr 1879|80 nur 2 Mark 88 Pfg. auf je 3 Mark der veranlagten Jahressteuer erhoben. Das berichtigte Jahres-Soll für den Kreis Nieder-Barnim ist demnach auf 208451 Mark 52 Pfg. festgestellt worden und ergibt die nachstehende Zusammenstellung den Jahresbetrag jedes einzelnen Steuerbezirks. ... Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Nachweisung des vollen und berichtigten Klassensteuer-Jahres-Solls des Kreises Niederbarnim pro 1880|81.
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Blumberg. Am Sonntag, den 18. April, dem Jahrestag der Erstürmung der Düppeler Schanzen, fand hierselbst die Fahnenweihe des neu gebildeten Krieger-Vereins statt. Von den Jungfrauen des Ortes, welche als Ehrendamen hierzu eingeladen waren, hatten sich etwa 20 eingefunden. Um 2 Uhr wurden diese von ihrem Versammlungsorte aus von einem Mitgliede des Vereins mit Musik zum Hauptmann geführt, um die Fahne abzuholen und begaben sich alsdann, die Fahne in ihrer Mitte, unter Führung des Hauptmanns nach dem Festplatze, wo der Verein bereits Aufstellung genommen hatte. Die Feier nahm ihren Anfang mit Absingung des ersten Verses aus dem Choral: "Ein feste Burg ist unser Gott"; hierauf nahm von einer mit Fahnen umsteckten Tribüne Herr Pastor Blasche das Wort, um in warmen Worten die Bedeutung des Tages und den Zweck des Vereins zu schildern, und hat wohl Jeder der Anwesenden den Eindruck bekommen, daß die Worte des Redners vortrefflich geeignet waren, die Liebe zu Kaiser und Vaterland zu fördern. In dem Augenblick der eigentlichen Weihe wurde die Fahne ihrer Umhüllung entledigt, damit sie sich entfalten konnte, und unter dem Salutieren des Vereins von den Ehrenjungfrauen dem Verein mit folgendem Spruch überreicht: "Ihr Männer nehmt aus unsrer Hand "Das Banner edlen Friedens; "Mit Gott für Fürst und Vaterland, "Geleit es Euch hinieden!" Zum Schluß wurde ein Vers aus dem Choral "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" gesungen. Hierauf hielt der Commandirende des Vereins eine Ansprache an die Kameraden und brachte ein Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus, worauf die Nationalhymne gesungen wurde. - Eine zahlreiche, aus unserem Dorfe und aus der Nachbarschaft zusammengeströmte Menge wohnte der Feier bei, und insbesondere hatte der Kriegerverein in Ahrensfelde dem hiesigen durch eine zahlreiche Deputation zu Fuß und zu Pferde seine kameradschaftlichen Grüße überbracht. Auch der Herr Amtsvorsteher war als Vertreter des Herrn Grafen von Arnim zugegen. Nunmehr hielt der Verein unter Vorantritt der Ehrendamen einen Umzug durch das Dorf, nach dessen Beendigung von der Liebisch'schen Musikkapelle aus Bernau im Vereinslokal ein sehr wohl gelungenes Konzert gegeben wurde. Den Schluß des Tages bildete um 9 Uhr Abends ein Zapfenstreich, wobei der Verein mit den Ehrendamen vor der Wohnung des Herrn Pastors Aufstellung nahm, um seinen Dank für die liebevolle Mitwirkung auszusprechen. Nach Beendigung des Zapfenstreiches marschierte der Verein nach dem schön decorirten Saale zurück, woselbst alsdann ein Ball den Verein und die übrigen Festtheilnehmer bis tief in die Nacht zusammenhielt. |
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In Blumberg sind zwei gute Wohnungen zu vermiethen. Näheres beim Gastwirth Herrn Hecht. |
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Einen Gesellen auf Plüsch und einen Lehrling verlangt Otto Hopfe, Seidenwirkermeister, Weinbergstraße bei Knöschke. [in Bernau] |
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Ein Webergeselle auf Tritt-Kammstoff wird verlangt bei Bannert. [in Bernau] Einen Arbeiter auf Velpel oder Glatt verlangt H. Grothe, Berlinerstraße 143. [in Bernau] |
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Einen Arbeiter auf Velpel oder Maschinen-Plüsch verlangt C. Schulze, Hohesteinstraße 39. [in Bernau] |
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Zum bevorstehenden Pfingstfeste empfehle ich mein reichhaltiges Lager in Sonnen- und Regenschirmen. A. Pfau. [in Bernau] |
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Weißensee. Eins der verabscheuungswürdigsten Verbrechen, bei dem wahrscheinlich der Aberglaube eine Rolle spielt, nämlich Leichenschändung in zwei Fällen, ist in der Nacht zum Dienstag auf dem neuen Kirchhof bei Weißensee verübt worden. In jener Nacht sind dort zwei Gräber, das eines Erwachsenen und das eines Kindes, aufgegraben, die Särge herausgehoben, geöffnet und die Leichen herausgenommen worden. Beide Leichen wurden neben den Särgen und mit geöffneten Brusthöhlen gefunden. Aus der des Kindes fehlten das Herz und einige andere Organe, die von dem abergläubigen Volke als "sympathetische" Mittel" bezeichnet werden. Von den Leichenräubern ist bis jetzt leider noch keine Spur ermittelt worden. (Ztg. f. N.-B.) |
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Tableau der [insgesamt 20] Impfbezirke und der Bezirks-Impfärzte des Niederbarnimer Kreises. Impfbezirk Nr. 1: Kreis-Physikus pract. Arzt Dr. Fuhrmann zu Berlin a. Amtsbezirk Falkenberg Nr. XXII, bestehend aus: Falkenberg, Wartenberg b. Amtsbezirk Malchow Nr. XXIII, bestehend aus: Malchow, Karow, Lindenberg c. von dem Amtsbezirk Frz. Buch Nr. XXVI: Heinersdorf, Blankenburg Impfbezirk Nr. 9: Pract. Arzt Dr. Heimann zu Alt-Landsberg. a. Stadtbezirk Alt-Landsberg b. Amtsbezirk Alt-Landsberg-Amt Nr. XVI, bestehend aus: Amt Alt-Landsberg ... c. Amtsbezirk Ahrensfelde Nr. XX, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche u. Hellersdorf d. Amtsbezirk Neuenhagen Nr. XV, bestehend aus Neuenhagen, Seeberg, Hönow e. Amtsbezirk Löhme XVII, bestehend aus Löhme, Seefeld, Krummensee f. Amtsbezirk Fredersdorf XIV, bestehend aus Bollensdorf, Fredersdorf, Vogelsdorf, Petershagen und Eggersdorf Impfbezirk Nr. 11: Pract. Arzt Dr. Bekel zu Bernau. a. Amtsbezirk Buch XXVII, bestehend aus Buch, Schwanebeck, Birkholz, Zepernick, Schönow, Schmetzdorf b. Amtsbezirk Blumberg XIX, bestehend aus Blumberg Aufgestellt auf Grund des § 6 des Reichsgesetzes vom 8. April 1874 und § 7 des Preußischen Gesetzes vom 12. April 1875. Berlin, den 20. Mai 1880. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim. Scharnweber. |
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Die Chaussee von Seefeld bis Alt-Landsberg über Krummensee ist vom Montag, den 31. Mai bis auf weiteres gesperrt, da die Dorfstraße in Krummensee gepflastert werden soll. Krummensee, den 28. Mai 1880. Der Bau-Inspector. I.A. Banduhn. |
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Lindenberg. Im Saale des Gastwirths Herrn Gathow. Sonntag, den 6. Juni: Grosses Concert von der Kapelle des Stadtmusikus C. Gerstenberg. Nach dem Concert: Tanz-Kränzchen. Anfang 8. Uhr. C. Gathow. Einen Webergesellen auf Maschine verlangt C. Bader, Roßstraße 280. [in Bernau] Ein ordentliches Mädchen, welches die Putzarbeit erlernen will, kann sich melden bei Alt-Landsberg. Th. Kindler. |
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Die von uns unter dem 24. März cr. gegen den Arbeiter Hermann Köppen aus Lindenberg, zuletzt in Pankow erlassene offene Strafvollstreckungs-Requisition ist erledigt. Alt-Landsberg, den 3. Juni 1880. Königliches Amtsgericht. |
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Weber auf Satin und 12 schäft. Double werden bei hohem Lohn verlangt. Näheres bei Gräser, Berlinerstraße 135. [in Bernau] |
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Namentliche Liste der im Jahre 1880 classificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften
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Eiche. In diesem Blatte wurde seiner Zeit von dem Straßenraub berichtet, den die Knechte Julius Liebner und Julius Buchwald von hier gegen den Schlächtermeister Oppermann zu Marzahn verübt haben. Diese Untersuchung hat nunmehr vor dem Königlichen Schwurgericht des Landgerichts II zu Berlin ihren Abschluß gefunden. Jeder der beiden Angeklagten wurde in der Sitzung am 22. d. M. mit 5 Jahren Zuchthaus bestraft, auch der Verlust der Ehrenrechte auf gleiche Dauer ausgesprochen. Als Belastungszeugen waren zu der Sitzung geladen der Gendarm Münter, welchem seiner Zeit die Ermittelung der Räuber gelang, der Schlächtermeister Oppermann aus Marzahn und der hiesige Nachtwächter. - Möge Mancher aus diesem Fall eine Warnung vor solchen gemeingefährlichen Unternehmungen schöpfen. Lindenberg. Am 21. d. M. wurde durch den Arbeiter H. zur Anzeige gebracht, daß auf der Behr'schen Ziegelei sich eine Leiche befinde, und zwar sei es der Arbeiter Pomrenke. Bei näherer Besichtigung ergab es sich, daß der Tod des P. durch Anwendung eines stumpfen Instrumentes am Hinterkopfe herbeigeführt worden ist. Der That verdächtig ist merkwürdigerweise der Anzeigende selbst; Dieser, sowie der Erschlagene sollen dem Trunke ergeben gewesen sein und vermuthet man, daß sich in Folge dessen zwischen Beiden ein Streit entsponnen habe. H. ist verhaftet und die Untersuchung gegen ihn eingeleitet. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 25. Mai 1880. Auf Grund des § 57 der Kreisordnung hat der Kreis-Ausschuß beschlossen, an Stelle des aus dem Bezirke verziehenden Oeconomie-Raths Jungck und des Oeconomen Jungck die Stellvertretung für den Amts-Vorsteher des Amtsbezirks Falkenberg einstweilen dem Amts-Vorsteher Feldtmann zu Weißensee zu übertragen. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim. Scharnweber. |
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Bernau. Für den telegraphischen Verkehr mit Orten des platten Landes ist vom 1. Juli die Bestimmung in Kraft getreten, daß die Bestellung der Telegramme mittels der expressen Boten ohne Unterschied der Entfernung gegen Entrichtung einer festen Gebühr von 80 Pf. bewirkt wird, wenn der Aufgeber die Gebühr vorausbezahlt. Es läßt sich erwarten, daß die bisherigen Klagen über die Erschwernisse des telegraphischen Verkehres mit den Landorten sich hiernach nicht mehr wiederholen werden. |
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Hönow. Am Sonntag, den 4. d. M. ist der Klemnpnergeselle Friedrich Wilhelm Becker aus Berlin beim Kahnfahren auf hiesiger [!] See ertrunken. Er fiel, wie die polizeilichen Feststellungen ergeben haben, durch leichtfertige Manipulation, die er auf dem Kahn ausführen wollte, aus dem Letzteren heraus und den übrigen beiden Insassen, welche des Kahnfahrens unkundig waren, gelang es nicht, den im Ertrinken Begriffenen trotz seiner Hülferufe zu retten. Die Beerdigung ist im Beisein mehrerer Brüder und einer großen Anzahl Verwandte am 7. d. M. auf dem hiesigen Kirchhofe erfolgt. |
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Lindenberg. Wir wünschen unserm Freund Albert Kieselack zu seinem 28. Wiegenfeste ein donnerndes Lebehoch, daß das ganze Schlachthaus wackelt. Mehrere Freunde. L. A. F. |
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Blumberg, 12. Juli. Welche Fortschritte in letzterer Zeit unser hiesiger Gesang-Verein "Hoffnung" unter der tüchtigen Leitung seiner Dirigenten gemacht hat, zeigte sich am gestrigen Sonntag, wo derselbe unter Mitwirkung der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau im hiesigen Haamann'schen Gasthof ein Concert gab. Der Vortrag der gewählten Lieder war zum größten Theile ein recht befriedigender. Die Liebisch'sche Kapelle bewährte auch dies Mal ihren guten Ruf. Ein Tanzvergnügen schloß sich dem Konzert an. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 15. Juli 1880 Auf eine weitere sechsjährige Amtsperiode sind von dem Herrn Ober-Präsidenten für nachstehende Amtsbezirke die daneben verzeichneten Amtsvorsteher und Stellvertreter ernannt worden.
Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. | |||||||||||||
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Bernau. Zur Nachachtung. Der § 44 des Feld- und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 lautet: "Wer in der Haide oder im Walde brennende oder glimmende Gegenstände, als Cigarren, Streichhölzer oder dergl. fortwirft, wird mit Geldstrafe bis zu fünfzig Mark oder Haft bis zu 14 Tagen bestraft. ... |
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Eiche. Wir haben wiederum einmal Gelegenheit gehabt, die in der That bewundernswerthe Umsicht und Energie des Gendarm Münter zu bewundern. Am 17. Juli cr. wurden dem Gastwirth G. hierselbst in seiner Abwesenheit von seinem Dienstmädchen Auguste Jahn verschiedene Sachen, darunter ein werthvolles Kleid entwendet. Der Verdacht des Diebstahls lenkte sich insofern sogleich auf die Jahn, als sie sich aus dem Dienst heimlich entfernt hatte und nicht zurückkehrte. Es wurde ermittelt, daß sie nach Berlin gegangen und dort Fruchtstraße 20 in Dienst getreten sei. Münter begab sich nach Berlin und zu dem Polizeirevier 45, wo ihm jedoch der Herr Polizeilieutenant erklärte, daß die Haussuchung und die Verhaftung der Jahn nur auf dem bestehenden Instanzenwege geschehen könne. Münter beruhigte sich jedoch hierbei nicht. Er begab sich zu einem Criminalbeamten, der ihm auch seine Hilfe zusagte. Während Münter in einer, Fruchtstraße 20 vis-á-vis gelegenen Restauration mit dem Bestohlenen die Ankunft des Criminalbeamten erwarteten, bemerkten sie die Jahn, die schon eine der gestohlenen Jacken trug, aus dem qu. Hause herauskommen. Man kann sich die zuversichtliche Freude des Münter und des Bestohlenen ob diesen seltsamen Glückes denken. Inzwischen war denn auch der Criminalbeamte angelangt, dieser faßte Posto auf der Straße und erwartete die Ankunft der Jahn, die wie bestimmt ermittelt worden, in dem bezeichneten Hause in Dienst stand. Endlich nach mehreren Stunden kommt die Jahn an, bei sich eine Last Sachen tragend. Und worin bestanden die letzteren? Es waren die sämmtlichen gestohlenen Sachen, die sie bei einer Freundin in der Seidelstraße untergebracht hatte. Nicht wenig war die Jahn erstaunt, als sie den durch seine Herkulesgestalt ihr wohlbekannten Gendarm Münter und ihren Dienstherrn vor sich sah. Nunmehr wurde sie zum nicht geringen Erstaunen des Herrn Polizeilieutenants zur Haft gebracht. |
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Lindenberg. Sonntag, den 22. August: Grosses Tanz-Kränzchen, wozu einladet A. Bolle, Restaurateur. Anfang 5 Uhr. |
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Bernau. Nach einer Verfügung des landwirthsch. Ministers an die Provinzial-Regierungen ist auch nach dem neuen Feld- und Forstpolizeigesetz das Sammeln von Kräutern, Beeren und Pilzen in den Staatsforsten unentgeltlich und ohne Lösung eines Erlaubnißscheines wie bisher bis auf Weiteres gestattet. |
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Hönow. Der erst vor Kurzem hierselbst gegründete Gesangverein, beging am 21. d. M. seine erste Festlichkeit. Er hat es unter der tüchtigen Leitung seines Dirigenten, Herrn Stadtmusikus Terbeck zu Alt-Landsberg bereits zu recht erstaunenswerthen Leistungen gebracht. Die vorgetragenen Gesangspiecen fanden den ungetheilten Beifall der Besucher. Durch Beschluß des Vereins wurde dem letzteren der Name "Eintracht" beigelegt und hatte der Herr Inspector Neumann hierselbst die bezügliche Proclamation übernommen. ... |
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Blumberg, 30. August. Am gestrigen Sonntage fand hierselbst die diesjährige Feier des Sedantages statt. Nachdem sich um 2 Uhr Nachmittags die Schulkinder und die Mitglieder des Landwehr-Vereins auf dem Platze vor den beiden Schulgebäuden versammelt hatten, setzte sich der Zug unter Vorantritt des Musikkorps und im Schmuck zahlreicher Fahnen und bekränzter Flaggen nach dem Festplatz am Ausgang des Dorfes "unter den Eichen" in Bewegung, wo sich die Kinderwelt zunächst mit allerlei Spielen vergnügte. Hierauf fand der eigentliche Festakt statt, welcher mit einem Choral eröffnet wurde, worauf der Herr Lehrer und Vorsitzende des Landwehr-Vereins den Versammelten in einer Ansprache die Bedeutung des Sedanfestes vor Augen führte. ... Fröhliches Spielen und Plaudern hielt die Festgesellschaft sodann bis gegen Abend zusammen, wo der feierliche Rückmarsch ins Dorf erfolgte. Nach 8 Uhr fand hierauf Zapfenstreich und Umzug der Kinder mit Stocklaternen und Lampions statt, was einen allerliebsten Anblick bot. Den Beschluß des wohlgelungenen und von dem schönsten Wetter begünstigten Festes machte für die Kinder ein von kundiger Hand abgebranntes Feuerwerk, während die Mitglieder des Landwehr-Vereins und ihre Angehörigen ein Ball im Saale des Hamannschen Gasthofes noch bis zum frühen Morgen zusammen hielt. |
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Gustav Ewald, Cüstrin, Fabrik für Feuerlöschgeräthschaften, liefert Saug- und Druckspritzen nach den neuesten und bewährtesten Constructionen; vorzugsweise empfehle ich meine Saug- und Druckspritzen mit liegenden Cylindern und Kegelventilen: dieselben besitzen eine sehr hohe Leistungsfähigkeit und sind unempfindlich gegen Frost und schlammiges Wasser. Garantie 5 Jahre. Zeichnungen, Beschreibungen und Preiscourante gratis und franko. |
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Weißensee. Der Bär, welchen die Amtsverwaltung in Obhut hat und der kürzlich erst den Beamten des Landgerichts II. gefährlich zu werden drohte, so daß der verhaftete Eigenthümer desselben wieder entlassen werden mußte, fällt jener jetzt sehr zur Last. Der entlassene Bärenführer, an dem Meister Braun mit so treuer Liebe hing, daß er wegen der unfreiwilligen Trennung von demselben in Wuthausbrüche verfiel, scheint weniger Liebe zu seinem Begleiter zu empfinden, denn er hat es vorgezogen, sich heimlich aus Weißensee zu entfernen und nicht erst die bevorstehende Gerichtsverhandlung und das ihm drohende Gefängniß abzuwarten. Petz hat sich inzwischen an seine neue Umgebung gewöhnt und erträgt nun auch seinerseits mit stoischer Ruhe die Trennung. Da die Gemeinde sich bisher nicht im Besitze eines Thierparks befindet, so fragt es sich, welches Schicksal dem Bären bevorsteht; es ist endlich beschlossen worden, ihn öffentlich meistbietend zu verkaufen. Die Bärenauction wird nächstens anberaumt werden. |
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Ahrensfelde. Am 5. d. M. fand die Feier des Sedantages durch den hiesigen Kriegerverein statt, nachdem schon am 2. die Schule denselben festlich begangen hatte. Es hatten sich dazu Mitglieder der Krieger-Vereine von Blumberg und Marzahn eingefunden, um an der Feier Theil zu nehmen. Nach dem durch den Herrn Pastor Uhlemann [!] in einer am Nachmittage abgehaltenen Predigt auf die Bedeutung des Tages hingewiesen und zur Treue gegen Kaiser und Reich ermahnt war, fanden vor dem Orte Manöver derartig statt, daß die Kavalleristen zu Pferde und die Infanteristen zu Fuß solche ausführten. Obwohl die Hitze eine tropische war, hatten sich doch viele Zuschauer von fern und nah eingefunden, die mit großem Interesse den Uebungen folgten, die erst spät ihr Ende fanden. - Durch Versehen eines Kriegers, der den Ladestock in den Gewehrlauf gesteckt hatte, wurde ein Krieger, zum Glück nur leicht, verwundet. Bei dem sich hieran schließenden Festessen nebst Ball ging es im Allgemeinen recht gemüthlich zu. Zu beklagen war, daß in Folge einer Differenz zwischen einem Nichtmitgliede von außerhalb und dem Hauptmann des Vereins, auch der Rittmeister das kameradschaftliche Verhältniß zum Vorgesetzten vergaß, so daß der Hauptmann denselben handgreiflich über seine Pflichten belehren mußte und ihm die Seite des Waffenrockes, woran sich die Orden befanden, herabriß. Es sollte doch Jeder, selbst in animirter Stimmung, immer dessen eingedenk sein, daß nur Einigkeit stark macht, und daß nur gegenseitige Achtung die Freude erhöht. |
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Ahrensfelde. Zur Berichtigung des Artikels in Nr. 107 d. Bl., betreffend die hiesige Sedanfeier, diene Folgendes: Der Kriegerverein Ahrensfelde besitzt keinen Rittmeister, sondern die Mitglieder stehen sich im Range alle gleich. Was das Herabreißen der Orden seitens des Vorgesetzten betrifft, so ist dieses nicht ganz richtig. Der Vorsitzende wurde von einem Mitgliede von hinten angegriffen, und es ist möglich, daß hierbei der Angreifende seine Orden verloren hat. |
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Berlin, den 5. November 1880. Bekanntmachung, die diesjährige Volkszählung betreffend. Nach den Beschlüssen des Bundesraths des Deutschen Reiches wird am 1. December d. Js. eine allgemeine Volkszählung im ganzen Deutschen Reiche stattfinden. ... Von jeder Person ist, soweit als zutreffend, zu ermitteln und zu verzeichnen: 1. Vor- und Familienname. 2. Das Geschlecht. 3. Das Alter. 4. Der Geburtsort. 5. Der Wohnort. 6. Der Aufenthalt. 7. Die Staatsangehörigkeit. 8. Das Religions-Bekenntniß. 9. Der Familienstand. 10. Die Stellung zum Haushaltungs-Vorstande. 11. Etwaige die Bildungs- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Körper- und Geistesmängel. 12. Der Erwerbs- oder Berufszweig. 13. u. 14. Die sociale Stellung im Beruf oder Gewerbe. 15. Das Militair-Verhältniß. ... |
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Bernau. Nach Artikel 48 der Reichsverfassung soll das Telegraphenwesen für den ganzen Umfang des deutschen Bundes als einheitliche Staatsverkehrsanstalt eingerichtet werden. Unter den Begriff der Telegraphen im Sinne jener Bestimmung fallen auch die Fernsprech-(Telefon-)Anlagen. Es kann daher nach einem Circularrescript des Ministers des Innern vom 27. d. M. der Einrichtung und dem Betriebe von Fernsprech-(Telefon-)Verbindungen durch Andere als die Reichs-Telegraphen-Verwaltungen oder Diejenigen, welchen das Anlegen und der Betrieb von Telegraphenlinien für bestimmte Strecken gestattet ist, im polizeilichen Wege entgegen getreten werden. |
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Dr. med Prenzel, pract. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer Alt-Landsberg. Wohnung: Apotheke. |
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Bernau. In einem Erlaß des Eisenbahn-Ministers Maybach vom 1. No d. J. wird angeordnet, daß thunlichst für die durchgehenden Personenzüge auf längeren Routen Frauen-Coupés 4. Classe in zweckmäßiger Weise hergestellt und äußerlich als solche kenntlich gemacht werden, da sich dort, wo solche bereits bestehen, diese Einrichtung im Allgemeinen wohl bewährt und den Interessen des Publikums dienlich gezeigt hat. |
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Eiche. In der Schöffengerichtssitzung zu Alt-Landsberg am 1. December gelangte auch die Anklage gegen den Bauergutsbesitzer B. und die Kossäthensöhne G. und O. und W. L. hierselbst wegen körperlicher Mißhandlung der Bauerssöhne G. und W. K. zu Hönow zur Verhandlung. Die ganze Affaire, sie sich s. Z. im G.'schen Gasthofe hierselbst zugetragen, hatte allgemeine Entrüstung hervorgerufen. Die letztere theilte dann auch der Staatsanwalt in seinem Plaidoyer, indem er gegen jeden der Angeklagten eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten beantragte. Die Angeklagten vertheidigte der Justizrath D. aus Berlin. Derselbe suchte die ganze Affaire als eine harmlose darzustellen, indem er davon ausging, daß die Angeklagten durch den Genuß von Getränken angeregt gewesen seien und die That daher als keine geplante, sondern als eine zufällige angesehen werden müsse. Das Schöffengericht erkannte denn auch gegen jeden der Angeklagten auf eine Geldbuße von 100 Mark und gemeinschaftliche Tragung der Kosten. - Hoffentlich wird dieses Beispiel Manchen, die sich bei ähnlichen Gelegenheiten durch ihre Rauflust zu Vergehen verleiten lassen, eine Warnung sein. |
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Verhandelt [Kreistag] Berlin, den 31. März 1880 [!] ... Nach Schluß der Discussion beschloß der Kreistag mit 34 gegen 4 Stimmen, den Protest des Directors Riese gegen die Wahl des Grafen von Arnim-Ziechow auf Blumberg zurückzuweisen und die Wahl für gültig zu erklären. Dasselbe geschah hinsichtlich der Wahl des Gutsbesitzers Buchholz zu Neuenhagen " Rittergutbesitzers Heyse zu Mehrow " " Hosemann zu Börnicke " " Simon zu Malchow " " Grafen Voß auf Buch " Gutsbesitzers Oppenheim zu Rüdersdorf " " Lorenz zu Hönow " " d'Heureuse zu Schmetzdorf Die Abgeordneten, deren Wahl angefochten, hatten sich bei der sie betreffenden Abstimmung enthalten. Einstimmig wurden die Wahlen im Verbande der Städte ... [und] der Landgemeinden ... für gültig erklärt. ... |
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Papier-Düten, Schreibmaterialien etc. empfiehlt Otto Arendt, Erberswalde. |
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Beschluß. Gegen den Dienstknecht Wilhelm Binder, früher zu Blumberg, sodann in Ahrensfelde im Dienst, - jetzt ohne Domicil - wird die Untersuchungshaft wegen vorsätzlicher Körperverletzung beschlossen. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Amtsgerichts-Gefängniß zu Alt-Landsberg abzuliefern. Alt-Landsberg, den 24. November 1880 Königliches Amtsgericht. |
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Alt-Landsberg. Unterzeichneter wohnt jetzt im Hause des Hrn. Schlossermeisters Vierkorn, Bernauer Straße. Dr. med. Prengel, pract. Arzt. |
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Der Landwirthschaftliche Verein für Bernau und Umgegend hält seine Sitzung am Mittwoch, den 12. Januar cr. Nachmittags 4 1/2 Uhr, Restaurant "Kaisergarten" zu Bernau. Gäste dürfen eingeführt werden und sind willkommen, Der Vorstand. Beim Ochsengespann verlangt sogleich 1 Jungen W. Grün, Blumberg. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 4. Januar 1881. Diejenigen Herren Amts-Vorsteher und städtischen Polizei-Verwaltungen, welche meine Verfügung vom 19. August v. Js., L. 14289, betreffend die Zwangserziehung verwahrloster Kinder, bisher nicht erledigt haben, werden ersucht, dies bis längstens zum 20. dieses Monats nachzuholen. Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Bekanntmachung. An 5. d. Mts. ist auf der Feldmark Hönow in einer unweit des Mehrow - Alt-Landsberger Weges gelegenen Kiefern-Schonung die Leiche eines unbekannten Mannes gefunden worden. Der letztere ist etwa Mitte der 40 er Jahre, ca. 5 Fuß 3 Zoll groß, hat röthliches Haar und rothen Vollbart und war bekleidet mit einem blaugestreiften Hemd (Militairhemd), hellen Buckskinhosen, schwarzem Tuchrock, dunkler Plüschweste, blauen Strümpfen, schwarzem Filzhut und Holzpantoffeln. Es gilt als zweifellos, daß der Unbekannte sich an der Stelle, wo er gelegen, zum Schlaf niedergelegt hat und hierbei erfroren ist. Um gefällige Auskunft über die Person des Verstorbenen wird ersucht. Neuenhagen a. der Ostbahn, den 6. Januar 1881. Der Amtsvorsteher. |
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Holz-Auction in Blumberg. Am Donnerstag, den 13. Januar d. J., Vormittags 10 Uhr sollen im Hecht'chen Gasthofe hierselbst vom frischen Holz-Einschlage in den Elisenauer Bergen 800 Meter kienen Knüppel, 800 Meter kienen Reiser, 300 Stück Rückstangen, gegen gleich baare Bezahlung öffentlich meistbietend versteigert werden. Der Rentmeister. Altenburg. |
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Bekanntmachung. In der Nacht vom 16. zum 17. Januar cr. ist dem Arbeitsmann Gollnau auf Dominium Hellersdorf ein fettes Schwein aus verschlossenem Stalle gestohlen worden. Die Diebe, den Fußspuren nach 3, haben das Schwein hinter eine ca. 300 Schritte vom Ort stehende Kornmiethe geführt, geschlachtet und ausgeweidet und haben dann dasselbe tragend, auf der Berlin-Prötzeler Chaussee in Richtung Berlin eingeschlagen. Es wird um Mittheilung gebeten, falls über den Verbleib des Schweines oder über die Person der Diebe etwas bekannt sein sollte. Mehrow, den 22. Januar 1881. Der Amtsvorsteher. Heyse. |
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Eine Kornreinigungsmaschine hat zu verkaufen Noack, Blumberg. 2 Arbeitspferde hat zu verkaufen Noack, Blumberg. Lindenberg. Sonntag, den 30. Januar: Große Tanzmusik wozu einladet A. Bolle, Restaurateur. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 27. Januar 1881. Das Königliche Finanz-Ministerium hat durch Erlaß vom 26. October v. Js. genehmigt, daß für die nachbenannten Gemeinden resp. Gutsbezirke: Ahrensfelde, Gemeinde, Lindenberg, Gemeinde, ... vom 1. Apr d. Js. ab eine dreimonatliche ... Erhebung der directen Staatssteuern ... eingeführt werde. Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Holz-Verkauf. Dienstag, den 8. Februar 1881 Vormittags 10 Uhr sollen in der hiesigen Forst: 200 Meter kiefern Kloben, 100 Meter kiefern Reisig, gegen gleich baare Zahlung meistbietend verkauft werden. Mehrow, den 1. Februar 1881. Die Guts-Verwaltung. |
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Bekanntmachung. In der Nacht vom 5. zum 6. d. Mts. sind mittels Einbruchs aus der Wohnung des Kossäthen Martin Wenzel hierselbst folgende Gegenstände gestohlen worden: 4 Bettüberzüge (rothcarrirt), 3 dergleichen (brauncarrirt), 2 dergleichen (blaucarrirt), 9 weißleinene Bettlaken, 1 1/2 Dutzend neue leinene Handtücher, 1 Dutzend leinene Handtücher (schon gebraucht), 4 weißleinene Tischtücher, 1 neues Frauenhemde, 1 Paar ziemlich neue langschäftige rindlederne Stiefeln, 1 Dragonerrock ohne Knöpfe, 13 Brat- u. Fleischwürste nebst einem blaugestreiften Leinwandbeutel. (Die Wäsche sämmtlich ungezeichnet.) Indem ich vor Ankauf dieser Sachen warne, ersuche ich, Wahrnehmungen, welche zur Ermittelung der Sachen und Diebe führen können, mir oder der nächsten Polizei-Behörde mitzutheilen. Blumberg. den 8. Februar 1881. Der Amtsvorsteher. Altenburg. |
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Eisenblech-Dächer von verzinktem Eisenblech, ohne Schaalung [!], direkt auf die Sparren gedeckt, empfehlen als feuersicherste, leichteste, billigste und dauerhafteste Dächer W. Kranz, Lichtenberg, H. Kranz, Lindenberg. |
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Mehrow. Bezugnehmend auf die amtliche Bekanntmachung in Nr. 10 dieses Blattes, betreffend den frechen Schweinediebstahl in Hellersdorf, kann hierdurch mitgetheilt werden, daß nach amtlicher Mittheilung des Herrn Gensdarm Münter zu Alt-Landsberg, welcher die ersten Recherchen in dieser Angelegenheit unternahm, die Diebe ermittelt und festgenommen sind. Es sind die Arbeiter Schöpel, Vater und Sohn, und der Bürstenhändler Göhmert zu Friedrichsberg. Der umsichtigen und ausdauernden Energie der dortigen Gendarmerie ist die Auffindung resp. Festnahme der Diebe zu danken. Man fand bei den Dieben zwar nicht mehr - wie zu erwarten war - das ganze Schwein, wohl aber noch einige Stücke Fleisch mit Haaren resp. Borsten, sowie einiges Schmalz. Das Schwein war bekanntlich zwar geschlachtet, aber unabgebrüht weggeschaft worden. Die Diebe werden nun zwar der gerechten Strafe nicht entgehen; möchte aber auch dem armen Bestohlenen Ersatz für seinen bedeutenden Schaden werden. Da dies das einzige Schwein war, was er für seine Hauswirthschaft schlachten wollte, so ist der Verlust um so empfindlicher, als ihm das Fleisch und Schmalz Zubiß auf eine lange Zeit des Jahres gewesen wäre, zumal das Schwein einen Werth von etwa 120 Mark hatte. |
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Saatkartoffeln, Sechswochen, Nieren echt, Schneeflocke, echt, Staude-Bohnen, in 30er beste Sorten, empfiehlt billigst Rulemann Hientzsch, Lindenberg u. Berlin N., Brunnenstr. 16. |
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Blumberg. 21. Februar. ... Dr. Luther sprach: Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr ein Leben lang! - Nun, unsere Blumberger sind dann keine Narren, das zeigte sich auf's Deutlichste am gestr. Sonntag, wo der Blumberger Männer-Gesangverein "Hoffnung" unter Mitwirkung des Hönower Gesangvereins "Eintracht" und der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau die Feier seines zweijährigen Bestehens durch ein Concert in dem reichgeschmückten Saale des Hamman'schen Gasthofes vor einer zahlreichen geladenen Zuhörerschaft beging. ... |
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Nachstehender Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1881 wird hierdurch bekannt gemacht: I. Alt-Landsberg, im Schützenhause. Am Mittwoch, den 20. April cr., früh 8 Uhr: Eiche mit Hellersdorf, Mehrow, ... V. Bernau, im früher Siesch'schen, jetzt Jusewski'schen Restaurant Am Freitag, den 6. Mai cr., früh 8 Uhr: Lindenberg, ... Am Montag, den 9. Mai cr., früh 8 Uhr: Ahrensfelde, Blumberg mit Eliseneau |
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Saatgerste verkauft W. Grün, Blumberg. |
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Nachweisung des vollen und zu erhebenden Klassensteuer-Jahressolls des Kreises Niederbarnim pro 1881/82
[insgesamt 157 Ortschaften, Mehrow nicht nach Dorf und Gut unterschieden] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Saat-Kartoffeln, Daber'sche und Lübbenauer, hat noch einige Wispel billig abzugeben Hientzsch, Lindenberg. Lindenberg. Sonntag, den 8. Mai cr.: Große Tanzmusik, wozu einladet A. Bolle, Restaurateur. |
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Blumberg. 5. Mai. In diesen Tagen ist der Platz vor den hiesigen beiden Schulhäusern mit zahlreichen Bäumen besetzt worden, wodurch derselbe schon jetzt ein hübscheres Ansehen gewonnen hat und später unserem Dorfe gewiß zu ganz besonderer Zierde gereichen wird. - Der nach Ostern begonnene Neubau der Spitze unseres Kirchthurmes schreitet rüstig fort. Derselbe wird noch einen eigenartigen Schmuck dadurch erhalten, daß einige Bestandtheile der vor Kurzem in Spandau abgebrochenen uralten Thürme Verwendung finden. - Die Baulust hier ist in diesem Jahre womöglich noch größer, als im vorigen. Unter Anderem führt der Gastwirth Herr Hamman am "Markte" ein neues stattliches Gasthofgebäude auf. -n. |
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Blumberg. 9. Mai. Beim Abbruch des alten Hamman'schen Gasthofes hierselbst wurden unterhalb des Feuerheerdes die Ueberreste eines Menschen aufgefunden. Man vermuthet, daß dieselben einem französischen Officier angehören, welcher, wie sich die bekannten ältesten Leute dieses Mal noch erinnern wollen, zur Zeit, als die Franzosen in der Mark hausten, auf nicht aufgeklärte Weise hier seinen Tod gefunden haben soll. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 13. Mai 1881. Das in Nr. 58 des Kreisblattes pro 1880 veröffentlichte Tableau der Impfbezirke und der Bezirks-Impfärzte des Niederbarnimer Kreises bleibt pro 1881 in Wirksamkeit bis auf die nachfolgende Abänderung: ... Impfbezirk Nr. 22. Bezirks-Impfarzt, pract. Arzt Dr. Prengel zu Alt-Landsberg. a) Amtsbezirk Ahrensfelde, bestehend aus Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf. b) vom Amtsbezirk Neuenhagen: Seeberg und Hönow. c) Amtsbezirk Löhme, bestehend aus Löhme, Seefeld, Krummensee. Die vorstehenden Ortschaften werden hierdurch von dem Impfbezirk Nr. 9 (Dr. Heimann - Alt-Landsberg) abgetrennt. Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
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Blumberg. 23. Mai. Der Bau des oberen Theiles unseres Kirchthurmes schreitet rüstig vorwärts und hat man von den ihn umgebenden Gerüsten einen herrlichen Blick auf die umliegenden Ortschaften bis nach Berlin hin, dessen Straßenzüge sich bei klarem Wetter deutlich erkennen lassen. Auch unser Ort selbst nimmt sich, von dieser Höhe aus gesehen, geradezu reizend aus, und herrscht allseitig der Wunsch, daß ein Photograph diese Gelegenheit benutzen und einige Ansichten Blumberg's aus dieser Perspektive aufnehmen möchte, was freilich bald geschehen müßte, da die festen Gerüste demnächst abgenommen werden. Auf guten Absatz der Ansichten ist sicher zu rechnen. -n. |
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Mit Bezug auf die Verfügung der Königlichen Regierung, Abtheilung für directe Steuern, Domainen und Forsten zu Potsdam vom 15. März 1881 werden in Nachstehendem die festgesetzten Steuer-Ablieferungstage der einzelnen Erhebungsbezirke mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß die Steuern derjenigen Hebebezirke, deren Ablieferungstage auf einen Sonn- oder Feiertag fallen, an dem vorangehenden Werktage zur unterzeichnenden Kasse abzuliefern sind. ... Berlin, den 26. Mai 1881. Königliche Nieder-Barnimer Kreis-Kasse. Braun.
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Bekanntmachung. Der Weg von Carow nach Lindenberg ist wegen Umbau der Brücke auf hiesiger Feldmark für Fuhrwerk und Reiter vom 7. Juni d. J. ab bis zur Fertigstellung der Brücke und Pflasterung gesperrt. Lindenberg, den 2. Juni 1881. Der Gemeinde-Vorsteher. Lehmann. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 8. Juni 1881. Da der practische Arzt Dr. Heymann zu Alt-Landsberg die Geschäfte als Bezirks-Impfarzt des Impfbezirks Nr. 9 niedergelegt hat, so wird dieser Bezirk pro 1881 dem practischen Arzt Dr. Prengel zu Alt-Landsberg übertragen. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim. Scharnweber |
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Bekanntmachung. Unter den Pferden der Schloß-Meierei Blumberg ist die Rotzkrankheit ausgebrochen. Blumberg, den 13. Juni 1881. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh der Schloß-Meierei Blumberg ist die Maulseuche [!] ausgebrochen. Blumberg, den 15. Juni 1881. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Bekanntmachung. ... Namentliche Liste der im Jahre 1881 classificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften. C. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt.
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Eine Partie Stroh hat abzugeben Gottfr. Ebel, Blumberg. Dominium Blumberg sucht sofort oder zum 1. Juli d. Js. ein Stubenmädchen. |
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Zur Geschichte einiger Ortschaften des Kreises Niederbarnim 4. Ahrensfelde ... |
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Zur Geschichte einiger Ortschaften im Kreise Niederbarnim 5. Mehrow Im Anfange des 14. Jahrhunderts besaß dieses, 1 1/2 Meilen nordöstlich von Berlin und 1 Meile westlich von Alt-Landsberg belegene Dorf ein Alverich v. Schneitlingen als Ritterlehn, nach dessen Tode der Markgraf Ludwig im Jahre 1327 einen Bürger Steinicke [!], gen. von Zehlendorf, mit Hebungen belehnte (Riedel XI, 305). Andere Hebungen an Pacht und Zins von 4 Hufen erwarb ein Berliner Bürger Tyle Bruck 1344, zur Schenkung für einen Altar zu Berlin (Gercken, Cod. VI, 442. Riedel, 307). Wer damals Gutsherr geworden, ist nirgends erwähnt. Erst das Landbuch giebt hierüber (S. 64, Nr. 6), wie über die Verhältnisse des Dorfes Auskunft, indem es sagt: "Mere" hat 52 Hufen, wovon 4 dem Pfarrer und 1 der Kirche gehören. Der Schulze (später 4 Lehnhufen) giebt 1 Talent (für das Lehnpferd), die übrigen Hufen geben Pacht, Zins und Bede. Es waren 5 Kossäthen vorhanden, von denen 2 der Kirche und 3 dem (Gutsherrn) Johannis von Wyningen zinsten; der Krug gab 6 Schillinge und eine Hufe. Von diesen Abgaben erhob: einer Namens Palmdach den Zins von 14 Hufen, ein Altar in Bernau 3 Talente vom Zinse und v. Wyningen die Bede, der auch die höhere Gerichtsbarkeit und den Wagendienst hatte. Nach einer Urkunde von 1438 waren nun zwar die Gevetter Rathenow im Besitz von Hebungen, Gericht, Kirchlehe [!], Diensten und Rauchhühnern und hatten somit die gutsherrlichen Rechte (Riedel XI, 343), allein dies muß nur vorübergehend gewesen sein, denn nach dem Schoßkataster von 1450 befand sich der Kurfürst im Besitz des Dorfes (Landbuch 276, 3), von welchem er 1467 einen Heintze Hobeck, der zu Schöneiche angesessen war, mit der Hälfte belehnte. Wer die andere Hälfte des Dorfes damals im Besitz hatte, ist nicht anzugeben. Beide Antheile gelangten hierauf aber an die Familie von Britzke zu Britz in [!] Teltow, welche solche bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts inne hatten. Von einem Rittergute oder ritterfreien Hufen findet sich bis 1617 keine Spur, sondern erst das Schoßkataster von 1624 erwähnt, daß Alexander v. Britzke (bei Eickstedt 362 Heine v. B. genannt) einen Bauernhof mit 4 Hufen ausgekauft und freigewilligt erhalten habe (Fidicin 86). Außer diesem Bauernhofe gehörte dem v. Britzke auch der Lehnschulzenhof, welchen schon 1454 Georg Borßellitz oder Borsewitz ausgekauft und einem Bürger Heinrich Krewitz zu Berlin, dieser aber an die v. Britzke veräußert hatte. 1624 waren 3 Kossäthen und 8 Hüfner mit 43 Pachthufen. Im Jahre 1716 wurde mit diesem Rittergute, wie es nunmehr genannt wurde und dessen Areal in neuerer Zeit durch den ferneren Auskauf von Bauerngütern noch vergrößert ward, der Kammerdiener Thomas Streit belehnt, nach dessen Tode es auf seinen Stiefsohn, den Hofrath Philipp [!] Franz Laging und 1726 auf dessen Wittwe, 1750 auf den Amtsrath Peckel [!], 1764 auf den Kriegs-Commissarius Lehr, 1773 auf die Kriegsrath Oland'schen Eheleute, 1782 auf die Oberhofmeisterin Oranie Luise von Keith, geb. Freiin von Keyphausen, sodann auf den Kammerherrn Freiherrn von Keith, hiernächst 1816 auf den Gutsbesitzer und endlich auf den Gutsbesitzer Martin Heyse überging. s-n. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh der Schloß-Meierei Blumberg, sowie die Rotzkrankheit unter den Pferden daselbst ist erloschen. Blumberg, den 11. Juli 1881. Der Amts-Vorsteher. Altenburg. |
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Blumberg. Die tropische Hitze, welche seit einigen Tagen herrschte, hat hier ein Opfer gefordert und zwei Familien in tiefe Trauer versetzt. Der Gastwirth Hecht von hier, welcher am 19. d. Mts. seiner Beschäftigung auf dem Felde oblag, fiel plötzlich, vom Sonnenstich befallen, um und verstarb nach wenigen Minuten. Ein Arbeiter, welcher ebenfalls vom Sonnenstich befallen ist, liegt noch krank darnieder und soll sehr wenig Hoffnung vorhanden sein, ihn am Leben zu erhalten. |
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Zur Geschichte einiger Ortschaften des Kreises Niederbarnim 7. Lindenberg ... |
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Auf dem hiesigen Dominium hat sich ein Schaf angefunden, welches gegen Erstattung der Insertionsgebühren und Futterkosten in Empfang genommen werden kann. Mehrow, den 24. Juli 1881. Der Amtsvorsteher. |
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Lindenberg. Sonntag, den 21. August 1881: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet Gathow, Restaurateur. |
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Am letzten Sonntag wurde mir im Hamann'schen Lokale zu Blumberg mein Hut verwechselt. Ich bitte, denselben mir umzutauschen. Adolf Müller, Steinmetz, Bernau |
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Bekanntmachung. Wie mir von den Herren Impfärzten mitgetheilt, sind, obgleich die Impfzeit beinahe vorüber ist, dennoch eine große Zahl Impfpflichtiger noch nicht vorgestellt worden. Unter Verweisung auf unsere Bekanntmachung vom 24. Mai cr. machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß die Nichtbefolgung der gegebenen Vorschriften strenge Bestrafung zur Folge hat. Bernau, den 29. August 1881. Die Polizei-Verwaltung. |
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Lindenberg. Sonntag, den 4. September 1881: Große Tanzmusik, wozu einladet A. Bolle, Restaurateur. |
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Für Kriegervereine liefert zum Prämienschießen leihweise Hinterladerbüchsen nebst Munition (Metallpatronen) zu billigen Preisen Central-Waffen-Depot, Berlin Centrum, Gipsstraße 26. |
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Ein Mädchen für Alles wird zum 1. October verlangt bei A. Rinel, Pankow. Ein Mädchen für Alles (Lohn 90 Mark) wird zum 1. October verlangt von A. Wiedemann, Alt-Landsberg. |
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Subhastations-Patent. Das dem verstorbenen Arbeiter Gottlieb Kosch zu Blumberg resp. dessen Erben gehörige, zu Blumberg belegene, im Grundbuch von diesem Orte Band I., Nr. 21 verzeichnete Grundstück nebst Zubehör soll den 27. September 1881, Vormittags 9 Uhr an hiesiger Gerichtsstelle im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags den 27. September 1881, Mittags 12 Uhr an hiesiger Gerichtsstelle verkündet werden. Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grundsteuer, bei einem derselben unterliegenden Gesammt-Flächenmaß von 4 a 66 qm mit einem Reinertrag von 0,26 Thlr. und zur Gebäudesteuer mit einem jährlichen Nutzungswerth von 56 Mark veranlagt. ... Alt-Landsberg, den 27. Juli 1881. Königliches Amtsgericht. |
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Lindenberg bei Berlin. Am 8. September constatirte der amtliche Fleischbeschauer H. Oxner Trichinen in einem von ihm untersuchten Schlachtschweine. Blumberg. Aus C. F. Pilger's Buchdruckerei (L. Röther) in Bernau ist soeben unter dem Titel "Nachrichten über das Dorf und Gut Blumberg im Kr. Nieder-Barnim und die damals und jetzt dazu gehörigen Ortschaften" eine Geschichte unseres Dorfes hervorgegangen. Die kleine Schrift zerfällt in vier Theile, von denen der erste eine Biographie des märkischen Staatsmannes und Dichters von Kanitz [!], Blumberg's berühmtesten Besitzers, enthält, der zweite die Geschichte Blumberg's selbst, der dritte Kirche, Pfarre und Schule behandelt und der vierte Einiges über die Ortschaften Eiche, Hellersdorf, Elisenau. Falkenberg und Dahlwitz mittheilt. Die Kirche von Blumberg ist bekanntlich reich an Ahnenbildern und sonstigen Denkmalen aus früherer Zeit. |
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Ein seht guter Einspänner-Wagen steht zum Verkauf. Näheres ertheilt Gastwirth Hammann, Blumberg. |
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Theater in Bernau (im Saale des Elysium) Neu einstudiert: Weibertränen wirken auf Christen, Juden, Heiden und Türken. Lustspiel in 1 Akt von A. Winterfeld. |
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Theater in Bernau (im Saale des Elysium) Freitag, den 7. October 1881: Zum Benefiz für Herrn Hans Knapp. Neu einstudiert! Zum ersten Male! Von Sieben die Häßlichste. Lustspiel in 3 Akten und einem Vorspiel. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 11. October 1881. Nachstehende Verordnung Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden, Deutscher Kaiser, König von Preußen ec. verordnen auf Grund der Bestimmung im § 14. des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reiches, was folgt: Die Wahlen zum Reichstage sind am 27. October1881 vorzunehmen. Urkundlich unter unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. Gegeben Berlin, den 31. August 1881. Wilhelm. Fürst von Bismarck. wird ... hiermit noch besonders publicirt. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Wahlbezirks-Eintheilung des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage
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Futter-Runkeln täglich zu kaufen bei Lichtenberger in Ahrensfelde. Auf den Rieselfeldern: 18 Mark p. 24 Scheffel |
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Jeden Posten Brennerei-Kartoffeln kauft das Dominium Mehrow bei Berlin. |
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Bernau. Wir bringen nachstehend aus den einzelnen Ortschaften die uns bis jetzt zugegangenen Nachrichten über das Ergebniß der Reichstagswahl am 27. October cr.
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Jagd-Verpachtung. Die hiesige Jagd soll, da der bisherige Pächter, Herr Graf von Arnim - Blumberg, verstorben ist, anderweitig verpachtet werden. Dieselbe umfaßt ein Areal von ca. 3900 Morgen, incl. der Forst. Der hiesige Ort liegt ca. 1 1/2 Meilen von Berlin, unmittelbar an der Berlin-Stettiner Chaussee. Die Jagd ist bisher sehr geschont. Hierzu steht ein Termin auf Mittwoch, den 16. November cr. Vormittags 11 Uhr im hiesigen Gasthofe an, wozu Jagdliebhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die näheren Bedingungen im Termin bekannt gemacht werden. Ahrensfelde bei Berlin, 7. November 1881. Der Gemeinde-Vorsteher, Haase. |
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Todesfälle an Infektions-Krankheiten im Kreise Niederbarnim im Monat October 1881 Masern: -, Scharlach: 7, Diph. und Croups: 17, Scharlach und Diph.: 4, Unterleibstyphus: 2, Ruhr: -, Kindbettfieber: 1 |
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Mittwoch, den 9. November ist auf dem Wege von der Hirschfelder Forst bis Blumberg eine Axt, gez. H.H., verloren worden. Gegen gute Belohnung abzugeben bei Wittwe Hecht, Bernau. |
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Der Lahrer Hinkende Bote, Jahrgang 1882, ist wieder erschienen. Er ist ganz der alte, vieler empfehlender Worte wird er bei den Freunden echt populärer Lectüre darum nicht bedürfen. (Neue Frankfurter Presse) Vorräthig á 50 Pf bei L. Röther in Bernau. |
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Bekanntmachung. Mittels Einbruchs sind dem Gastwirth W. Giese zu Eiche in der Nacht vom 25. d. M. aus dem verschlossenen Ladentischkasten 5 Billardbälle, darunter 3 sogen. Wasser-Bälle, die Ladenkasse von ca. 2 Mr. und 3 Dtzd. Cigarren gestohlen worden. Indem vor Ankauf qu. Bälle gewarnt wird, ersuche ich, den Dieb im Betretungsfalle festnehmen und Anzeige erstatten zu wollen. Mehrow, den 28. November 1881. Der Amts-Vorsteher. |
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Der Lahrer Hinkende Bote ist erschienen. Eines weiteren Hinweises auf diesen Kalender, den wir auch im fernsten Westen Amerika's bei den deutschen Ansiedlern stets gefunden haben, bedarf es wahrlich nicht. (Norddeutsche allg. Zeitung) ... |
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Holz-Auction. Am Montag, den 12. December cr. von Vormittags 10 Uhr ab sollen in der Ahrensfelder Kirchenheide an Ort und Stelle, wo die Birkholzer und Lindenberger Wege sich kreuzen, 18 rm Kloben, 15 rm Knüppel, 37 rm Stubben und 140 rm Reiser Kiefernholz meistbietend verkauft werden. Die Bedingungen des Verkaufs werden im Termin bekannt gemacht. Ahrensfelde, den 5. December 1881. Der Gemeindekirchenrath. Uhlmann, P. |
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Bekanntmachung. Berlin, den 12. December 1881. Diejenigen Herren Bezirks-Impfärzte, welche noch mit Einreichung der Uebersichten über das Ergebniß der diesjährigen Impfungen im Rückstande sind, ersuche ich, mir die qu. Uebersichten, nebst der gesammelten Impflisten bis spätestens den 20. d. Mts. bestimmt einzureichen. Der Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber. |
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Todesfälle an Infektions-Krankheiten im Kreise Niederbarnim im Monat November 1881. Masern: -, Scharlach: 13, Diph. und Croups: 12, Scharlach und Diph.: 6, Unterleibstyphus: 1, Ruhr: 1, Kindbettfieber: 2 |
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Die ganze Haltung des Kalenders (Lahrer Hinkender Bote) ist eine echte und freisinnige und dazu maßvolle und in jedem braven Hause und Herzen einen wohltuenden Eindruck zurücklassend, wie der ist, den wir empfinden, wenn wir so glücklich waren, eine Stunde mit einem Biedermanne von echtem Schrot und Korn zugebracht zu haben. (Heidelbg. Ztg.) ... |
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Das populärste Weihnachtsgeschenk ist immer der Kalender, der ja in keinem Hause fehlen darf. Unter den Volkskalendern verdient vor allen der Lahrer Hinkende Bote genannt zu werden. (Ueber Land und Leute) ... |
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Bekanntmachung. Berlin, den 12. December 1881. Nachdem der Provinzialrath der Provinz Brandenburg in Uebereinstimmung mit dem § 64 der Provinzial-Ordnung vom 29. Juni 1875 ... die Revision und endgültige Feststellung der von dem Herrn Minister des Innern ... in den Kreisen des Regierungsbezirks Potsdam gebildeten Amtsbezirke vorgenommen hat, ... wird das definitive Tableau der [insgesamt 50] Amtsbezirke des Kreises Niederbarnim hierdurch nachstehend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber.
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Auf Grund des §. 1 der Polizei-Verordnung vom 20. August 1857 (Amtsblatt Seite 332) habe ich zu Bezirks-Kehrmeistern ernannt: ... 9. für den Bezirk IX. Alt-Landsberg: den Schornsteinfegermeister Kielblock daselbst. Tableau der Schornsteinfeger-Kehrbezirke des Kreises Nieder-Barnim
Berlin, den 19. December 1881. Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der "Lahrer Hinkende Bote" ist wieder da, ein guter alter Bekannter! Man weiß ja seine feine Art, wie er Ernstes und Unterhaltendes, nützliche Mittheilungen und lustige Geschichten im bunten Kranze bringt. So ist auch der neue Jahrgang 1882. Man blättert und liest mit Behagen darin und findet auf jeder Seite, was einen ergötzt und interessiert. (Pfälzischer Kurier) ... |
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Blumberg. Dem Bauergutsbesitzer Gottfried Ebel wurde am 3. Weihnachtsfeiertag Nachmittags gegen 1 Uhr ein seltsamer Besuch abgestattet. Ein Rehbock kam nämlich im wilden Laufe auf dessen Hof gesprengt. Nachdem er mit dem Kopfe gegen die Wand eines Gebäudes gelaufen, verkroch er sich in einem offen stehenden Holzschuppen des Gehöfts, von wo das am ganzen Leibe zitternde, fast atemlose, sonst aber gesunde Thier abgeführt und in einen leeren Stall gesperrt wurde, woselbst er sich noch jetzt befindet. Obwohl der p. Ebel es an nichts fehlen läßt, den seltsamen Gast auf's Beste zu bewirthen, so lehnt er doch jede Freundlichkeit seines Wirthes bescheiden ab; ihm scheint nichts lieber zu sein, als die Freiheit, denn voltigirend probt er die Festigkeit der Wände und mißt die Höhe des hoch an der Decke befindlichen Fensters. Alles aber nützt ihm nichts, er wird seiner Entlassung oder Erlösung ruhig harren müssen. |
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Personal-Chronik. Der Schornsteinfegermeister Gustav Kielblock zu Lichtenberg ist zum Obermeister der Schornsteinfegermeister im Niederbarnimer Kreise und der Schornsteinfegermeister Illhardt zu Nieder-Schönhausen zum Obermeister-Stellvertreter gewählt und bestätigt. |
Ein gutes Arbeits-Pferd, dunkelbrauner Wallach, ein- und zweispännig gefahren, hat preiswerth zu verkaufen Noack in Blumberg. |
Neuenhagen. Vom 1. Februar d. J. wird die Botenpost zwischen Neuenhagen und Hönow statt einmal täglich, täglich zweimal verkehren und folgenden geänderten Gang erhalten: I. Post Von Neuenhagen 7 Uhr 30 Minuten Vormittags In Hönow 8 Uhr 40 Minuten Von Hönow 12 Uhr - Minuten Mittags In Neuenhagen 1 Uhr 10 Minuten Nachmittags II. Post Von Neuenhagen 4 Uhr - Minuten Nachmittags In Hönow 5 Uhr 10 Minuten Von Hönow 7 Uhr - Minuten Abends In Neuenhagen 8 Uhr 10 Minuten |
Lindenberg. Donnerstag, den 2. Februar, Großer Maskenball (Anfang 7 Uhr), wozu ergebenst einladet C. Gathow, Restaurateur. Eine reichhaltige Maskengarderobe trifft am Dienstag ein. |
Marzahn bei Friedrichsfelde. Der hiesige Kriegerverein gedenkt am Sonntag, den 26. Februar 1882 das Fest seiner Fahnenweihe zu feiern ... |
Anzeige! Den geehrten Viehbesitzern der dem Pflicht- und Bannrecht der Abdeckerei zu Straußberg unterworfenen Dörfer und Dominien zeige ich hiermit ergebenst an, daß ich die bisher Ernst Krenz'sche Scharfrichterei in Strausberg übernommen habe. - Indem ich darauf aufmerksam mache, daß die Besitzer von incurablen und verrecktem Vieh gehalten sind, solches an mich abzuliefern, sichere ich Demjenigen eine Belohnung von 20 Mark zu, der mir Personen nachweist, welche ihr der Abdeckerei verfallenes Vieh verwerthen oder vergraben. Gleichzeitig zeige ich an, daß ich für ausrangirte Pferde, welche sich zum Schlachten eignen, den höchsten Berliner Preis zahle. Straußberg, den 16. Februar 1882. F. Triebel, Scharfrichterei-Besitzer. |
Blumberg. Sein drittes Stiftungsfest feierte am verflossenen Sonntag der hiesige Gesangverein unter Mitwirkung der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau. In bekannter annerkennenswerther Weise wurden eine Reihe Lieder ernsten und heiteren Genre`s vorgetragen; Herr Liebisch trug eine Original-Cavatine von Hasselmann auf dem Piston vor. Den zweiten Theil des Festes bildete ein Ball, welcher die Mitglieder des Vereins und ihre Gäste bis zum frühen Morgen in heiterer Laune zusammenhielt. |
Marzahn bei Friedrichsfelde. Wegen eines plötzlich aufgetretenen sehr schweren Krankheitsfalles in unmittelbarer Nähe des Festlokals hat der hiesige Kriegerberein beschlossen, das Fest seiner Fahnenweihe auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Weitere Bekanntmachungen über die Feier erfolgen in diesem Blatte. Der Vorsitzende H. Böttcher. |
Ostfriesische Kälber von den Domänen Löhme, Krummensee und Hönow hat stets abzugeben Hamann, Blumberg. |
Einen Webergesellen auf Seehund verlangt J. Klein, [Bernau] Brüderstraße 82. |
Saatkartoffeln: 50 Ctr. Sechswochen-Kartoffeln, 150 Ctr. Rosen-Kartoffeln bei Carl Haase, Ahrensfelde. Täglich Futter-Runkeln, per Ctr. 90 Pf., bei Lichtenberger, Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Der von uns unter dem 24. November 1880 hinter den Dienstknecht Wilhelm Binder, früher zu Blumberg, erlassene Steckbrief ist durch dessen Einlieferung erledigt. Alt-Landsberg, den 10. März 1882. Königliches Amtsgericht. |
Einen grauen Zucht-Bullen Holländer Race, hat zu verkaufen Töpffer jun., Blumberg. |
Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1882. I. Alt-Landsberg, im Schützenhause Am Mittwoch, den 12. April cr., aus den Ortschaften Bollensdorf, Eiche mit Hellersdorf, Fredersdorf, Hönow, Krummensee, Alt-Landsberg, Stadt, Alt-Landsberg, Amt, Mehrow, Neuenhagen, Dorf und Gut, Seeberg. V. Bernau, im Jusewski'schen Restaurant Am Freitag, den 28. April cr., aus den Ortschaften ..., Lindenberg, ... Am Montag, den 1. Mai cr., aus den Ortschaften Ahrensfelde, Blumberg und Elisenau, ... |
Täglich Futter-Runkeln, pro Centner 65 Pf., bei Lichtenberger, Ahrensfelde. |
Personal-Chronik. An Stelle des verzogenen Actuars Hiller ist der Amtssecretair Maever zu Blumberg zum Standesbeamten-Stellvertreter für den Bezirk Blumberg ernannt und vereidigt worden. |
Hönow. Am Charfreitag ist hierselbst mit Pferd und Wagen ein Ehepaar aus Neu-Weißensee angehalten worden, welches, wie die Untersuchungen ergeben, schon seit Monaten in einem großen Theil des Niederbarnimer Kreises das Diebeshandwerk betrieben hat. An dem gedachten Tage Abends brachte der Chausseegeldeinnehmer Erhardt aus Marzahn nach hier die Mittheilung, daß ein näher beschriebenes Fuhrwerk, welches den Verdacht an den zahlreichen Kartoffeldiebstählen der Umgegend auf sich gelenkt und sich schon lange der besonderen Achtsamkeit der polizeilichen Organe erfreut, die dortige Hebestelle passirt und die Chaussee nach Hönow zu gefahren ist. Dem Fuhrwerk wurde nachgespürt und bei den verschiedenen Kartoffelmiethen auf hiesiger Feldmark Wachen aufgestellt. ... |
Bernau. Wie verlautet, sollen dem Comité zur Hussitenfeier nunmehr Nachrichten zugegangen sein, daß Sr. Majestät der Kaiser, sowie Sr. Kaiserl. Kgl. Hoheit der Kronprinz dem Fest am 15. Mai hierselbst beiwohnen werden. |
Todesfälle an Infektions-Krankheiten im Kreis Niederbarnim im Monat März 1882. |
Bernau. Nach dem Schreiben des Kgl. Hofmarschallamtes vom 8. d. Mts. haben Sr. Kais. Kgl. Hoheit der Kronprinz nunmehr die bestimmte Absicht geäußert, der Feier in Bernau am 15. d. Mts. persönlich beizuwohnen. |
Ein alter noch sehr gut erhaltener Federwagen mit freien Axen und Verdeck, geeignet als Gärtnerwagen, auch Milchwagen, steht zum Verkauf bei dem Schmiedemeister Albrecht Ahrensfelde bei Berlin. Zwei Fenster, schönste Gegend, Berlinerstraße 1 Treppe, sind zum Hussitenfest zu vermiethen. Näheres bei der Exped. des Niederb. Kreisblatts. |
Etat für den Kreis Nieder-Barnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1882 bis dahin 1883. Einnahmen. Kapitel V. Von den Chausseen. Titel II. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück
Ausgaben. Kapitel VII. Für Chausseen und Wege. Titel III. Für die Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück (Berlin-Prötzel)
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Ein zuverlässiger Arbeitsmann findet sogleich Wohnung und Arbeit bei Fr. Grün, Blumberg. Einen unverheiratheter Kuhfütterer verlangt sogleich Fr. Grün, Blumberg. |
Die Rieselfelder bei Berlin. Die von zahlreichen Gemeinden der Umgegend von Berlin erhobenen Beschwerden über die Rieselfelder sind jüngst von einer Commission untersucht worden, welche von Vertretern des Landwirthschaftlichen und des Cultusministeriums und der Ministerien des Innern und der öffentlichen Arbeiten bestand. ... Nach dem Urtheil der Commission ist der gegenwärtige Zustand der Berieselung der Güter Falkenberg und Bürknersfelde im Kreis Nieder-Barnim ein unhaltbarer. Die dortigen Berieselungsanlagen sollen nach Angaben des Magistrats die auf täglich ungefähr 20600 cbm berechneten Canalwasser aus den Radialsystemen IV und V (mit etwa 500 000 Einwohnern) sowie aus dem städtischen Viehhofe aufnehmen. Nun aber beträgt das Areal der Güter 800 ha, wovon nur 300 ha zu Rieselanlagen aptirt sind. Für je 250 Personen ist aber 1 ha Rieselfläche erforderlich, mithin müßten nicht 300, sondern 2000 ha Rieselfelder aptirt sein. Wenn trotzdem täglich 20600 cbm auf die aptirten 300 ha der Güter Falkenberg und Bürknersfelde abgelassen werden, so unterliegt es keinem Zweifel, daß die städtischen Verwaltung hier in nicht zu rechtfertigender Weise vorgegangen ist. Die dortigen Zustände geben daher auch zu ernsten Bedenken Veranlassung. Viele Grundstücke sind überschwemmt, am 25. hat dort ein Dammbruch stattgefunden, welcher ungereinigtes Canalwasser auf die angrenzenden Ländereien verbreitete. Vornehmlich fehlt es an einer genügenden Entwässerung durch Gräben, welche das abfließende Wasser in Wasserläufe überführen. ... |
Blumberg, den 9. Juni. Heute Nachmittag gegen 5 Uhr entstand in dem Wohngebäuden des Kossäthen Wegener hierselbst ein Feuer, bei welchem das Haus völlig niederbrannte. |
Namentliche Liste der im Jahre 1882 classificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften. C. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt
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Ein verheirateter Kutscher mit guten Zeugnissen wird zum 1. Juli verlangt auf Rittergut Hellersdorf bei Caulsdorf. Seehundweber, bei ganz hohem Lohn und dauernder Beschäftigung werden verlangt. Ketten vorräthig bei Güthling. [Bernau] |
Blumberg. Sein zwanzigjähriges Bestehen feierte am Sonntag der hiesige Landwehr-Verein, womit auch zugleich ein Kinderfest für die Schuljugend verbunden war. Um zwei Uhr Nachmittags versammelte sich die letztere auf dem Platz vor den Schulhäusern, der Verein zog heran, holte die Fahne von dem Vorsitzenden, Herrn Lehrer Ewest, ab und dann ging's in langem Zuge unter Vorantritt eines Musikcorps durch die Straßen des Dorfs auf den Festplatz an der "Schleuße". Hier hielt der Vorsitzende die Festrede, ... Es war im Juli 1862, als eine Anzahl Blumberger Wehrmänner den Gedanken faßte, zur Unterstützung bedürftiger Kameraden bei Krankheits- und Sterbefällen einen Verein zu bilden, der dann auch wirklich in's Leben gerufen wurde. Derselbe wird gebildet von Männern aus der Reserve, der Landwehr und solchen, die Soldat gewesen sind und sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden, von denen jeder einen jährlichen Beitrag von drei Mark, monatlich also 25 Pf. entrichtet. Doch werden auch Personen, die nicht Soldat gewesen sind, als Ehrenmitglied in den Verein aufgenommen. Gegenwärtig zählt er 79 Mitglieder; im Ganzen sind während der Dauer seinen zwanzigjährigen Bestehens 111 Personen in ihn aufgenommen worden, von denen 15 verstarben. Seit 1862 sind gezahlt: an Sterbegeld 510 Mark, an Krankengeld 798 Mark 75 Pf.; die sonstigen Ausgaben betrugen 455 Mark, die Gesamtausgabe also 1763 Mark 75 Pf.; wogegen die Einnahme sich auf 3100 Mark stellt. Der Verein befindet sich jetzt im Besitz eines Vermögens von 2750 Mark, ... Ein Hoch auf Sr. Maj. den Kaiser schloß die Rede, worauf die Kapelle wieder mehrere Stücke spielte, während die Kinder sich an allerlei Spielen ergötzten; dann erquickten sie sich an Kaffee und Kuchen. Um 6 Uhr folgte der Rückmarsch in's Dorf nach dem Hammann'schen [!] Gasthof, in dessen mit Guirlanden und Fahnen hübsch geschmückten Saal zunächst die Schuljugend Tänzchen machte. Später fand Zapfenstreich und Fackelzug durch's Dorf statt, woran sich ein Feuerwerk anschloß. Mit einem Ball, welcher die Mitglieder des Vereins und ihre Angehörigen bis zum frühen Morgen zusammenhielt, schloß die wohlgelungene, von schönstem Wetter begünstigte Feier ... |
Blumberg. Zu dem am Sonntag, den 9. Juli 1882, stattfindenden Gesangsfest des Gesangvereins "Hoffnung" wird hierdurch freundlichst eingeladen. Seehund-Weber, Lohn pro Meter 2,20 M., erhalten dauerhaft Beschäftigung bei Frau Richter. [Bernau] Auch gebe Blätter und Ruthen zu. |
Straßen-Polizei-Verordnung für den Amtsbezirk Ahrensfelde. Auf Grund des § 5 des Gesetzes vom 11. März 1850 über die Polizeiverwaltung und des § 62 der Kreisordnung vom 13. December 1872, wird unter Zustimmung des Amtsausschusses für den Umfang des Amtsbezirk Ahrensfelde verordnet, was folgt: § 1. Das Fahren, Reiten und Viehtreiben außerhalb der zum genannten Gebrauch bestimmten Straßen, also auf Fußwegen, öffentlichen Plätzen (Dorffreiheit) und Baumanlagen wird hiermit untersagt. § 2. Das Lagern von Hölzern und anderen Materialien und Gegenständen, das Bearbeiten von Bau- und Nutzhölzern auf Straßen, Fußsteigen und Plätzen ist ohne polizeiliche Genehmigung nicht gestattet. § 3. Uebertretungen dieser Polizei-Verordnung werden, so weit nicht die Bestimmungen des Reichsstrafgesetzbuches zur Anwendung kommen, mit Geldstrafe bis zu 9 Mark event. verhältnißmäßiger Haft bestraft. Mehrow, den 15. Juni 1882. Der Amts-Vorsteher. |
Ein tüchtiger Ackerknecht oder ein unverheirateter Arbeitsmann wird verlangt bei Carl Hammann, Gastwirth in Blumberg. |
Bernau. Nach dem Jagdschongesetz dürfen im Monat August geschossen werden: Männliches Roth- und Damwild [!], Rehböcke, Enten, Trappen, Schnepfen, Sumpf- und Wasservögel excl. Gänse und Reiher. Dagegen sind mit der Jagd zu verschonen: Elchwild, weibl. Roth- und Damwild, Wildkälber, Nicken, Rehkälber, Dachse, Auer-, Birk- und Fasanenhähne und Hennen, Rebhühner, Haselwild, Wachteln und Hasen. |
Illuminations-Lampen empfiehlt zu billigen Preisen L. Röther in Bernau. Lindenberg. Sonntag, den 13. und Montag, den 14. August: Große Erntefest-Musik wozu ergebenst einladet A. Bolle, Restaurateur. |
Die Milch der Schloßmeierei soll am 1. October anderweitig verpachtet werden. Pachtbewerber wollen sich melden beim Secretair Engel in Schloß Blumberg. |
Verzeichniß I der zum Wahlverband der größeren Grundbesitzer gehörigen Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Nieder-Barnim. Abtheilung A. Grundbesitzer
Verzeichniß III der Landgemeinden im Kreise Nieder-Barnim. Civil-Einwohner, Zahl nach der Zählung am 1. December 1880. Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner
Berlin, den 28. Juli 1882. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim. Scharnweber. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Täglich Heu, pro Centner 2 Mark 50 Pf., bei Lichtenberger in Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Auf dem Kreistage am 30. März d. Js. sind zu Taxatoren bezw. Mitgliedern der im Falle einer Mobilmachung im Kreise zusammentretenden Pferde-Aushebungs und Musterungs-Commissionen gewählt worden und zwar auf 6 Jahre: Für den Pferde-Musterungsbezirk Falkenberg Zu Mitgliedern: Zu Stellvertretern: Der Kreis-Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
Personal-Chronik. Der Administrator Johannes Ziegner in Blumberg ist als Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Blumberg bestätigt worden. |
Bergmann's Sommersprossen-Seife zum vollständigen Entfernen der Sommersprossen empfing á Stück 60 Pf. (!) J.G. Thiel [Bernau] Blumberg. Sonntag, den 27. und Montag, den 28. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet C. Hamann. [!] |
Ziegelei-Geräthschaften: Gute Rosten u. s. w. billig bei Lichtenberger in Ahrensfelde. |
Lindenberg. Sonntag, den 3. September: Große Tanzmusik im neu gemalten Saale, wozu einladet C. Gathow, Gastwirth. |
Shlipse und Cravatten empfing in großer Auswahl zu billigen Preisen ... |
Blumberg. Am Sedantage ertrank beim Baden seines Pferdes im hiesigen Dorfpfuhl der fahrende Landbriefträger L. auf unerklärliche Weise in dem ganz flachen Wasser des Pfuhles. Obwohl erst seit kurzem in hiesiger Gegend, hatte sich der etwa sechzigjährige Verunglückte bei den Bewohnern der Dörfer Börnicke, Seefeld und Blumberg, welche er auf seiner Tour von Bernau aus berührte, allseitige Beliebtheit erworben und ist die Theilnahme an seinem traurigen Ende daher auch eine allgemeine. |
Entlaufen ein junger Hühnerhund, weiß und gelb gefleckt, mit zwei Drüsen am Hals, und ist gegen gute Belohnung abzug bei W. Hase, Ahrensfelde. Etwa 100 Liter Milch sind vom 1. October ab zu verpachten in Mehrow bei Brederecke. |
Blumberg, 5. September. Heute Nachmittag fand hier die Beerdigung des verunglückten, übrigens erst 51 Jahre alt gewesenen Landbriefträgers Linde statt. Welche Beliebtheit sich der Verstoß in der kurzen Zeit, während welcher er sich in hiesiger Gegend befunden, erworben hatte, ersieht man aus dem zahlreichen Trauergefolge. Aus Bernau hatten sich der Herr Postmeister Klabunde und einer der Herren Secretäre, sowie die Amtskollegen des Verewigten zur Bestattung eingefunden. Blumberg, 5. September. Gestern wurde in einem in unserer Feldmark belegenen Gewässer die Leiche einer Dienstmagd aufgefunden, welche seit Sonntag vor acht Tagen verschwunden gewesen war. Dieselbe hatte die Absicht kundgegeben, sich das Leben nehmen zu wollen. |
Ein Sohn achtbarer Eltern, welcher Lust hat, die Schuhmacherei zu erlernen, kann sich melden beim Schuhmachermeister Chr. Klebsch, Blumberg. |
Schwedischer Saat-Weizen, 1881, aus Schweden bezogen, unübertroffen im Körner-Ertrag, pro Centner 10 Mark, bei Lichtenberger in Ahrensfelde. Täglich Heu pro Ctr. 2 Mark 50 Pf., Streustroh, pro Ctr. 1 M., bei Lichtenberger in Ahrensfelde. |
Für Kartoffelbuddler zahlt den größten Preis, und wollen sich >>Arbeiter<< hierzu melden auf Rittergut Mehrow. |
10 Personen als gute Ochsenpflüger werden gesucht auf Rittergut Mehrow. |
Für die Schloßmeierei wird sofort ein erster und zu Neujahr noch ein zweiter Knecht gesucht. Das Nähere ist zu erfragen beim Meier Freimund in Blumberg. Einen Decker für Stroh und Rohrdächer verlangt alsbald Dom. Berghof bei Rüdersdorf. |
Ein großer bleigrauer Ziehhund mit weißer Kehle und weißer Schwanzspitze, auf den Namen "Leo" hörend, ist mir entlaufen. Sollte derselbe sich bei Jemand befinden, so wird gebeten, denselben gegen Vergütung abzuliefern bei Gustav Bade, Blumberg. |
Aus der Geschichte einiger Ortschaften im Kreise Niederbarnim 18. Blumberg ... Friedrich Nicolai in seiner "Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam ec.", 3. Auflage 1766, III. Band, page 1064 ... Über den "Burgwall von Blumberg" finden sich in der Zeitschrift für Ethnologie 1876, Bd. VIII, Verhandl. S. 152, Mittheilungen. |
Bernau, den 19. October. In dem heutigen Wahltermin wurden folgende Wahlmänner gewählt: ... Bernau. Das Wahlergebnis stellt sich in Berücksichtigung der Unbestimmtheit der Parteistellung einzelner Wahlmänner im Großen und Ganzen wie folgt: Aus den Wahlbezirken des Nieder-Barnimer Kreises sind uns folgenden Zahlen mitgetheilt: |
Bekanntmachung. ... bringe ich ... zur öffentlichen Kenntniß, daß die Wahl der Abgeordneten [zum Hause der Abgeordneten] am Donnerstag, den 26. October von Vormittags 10 Uhr ab in der großen Stadtkirche zu Bernau stattfindet. ... Der Wahl-Commissarius, Königlicher Landrat Niederbarnimer Kreises, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgeordnetenwahl zu einem Wahlbezirk vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim.
II. Kreis Ober-Barnim [insgesamt 290] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ahrensfelde. Sonntag, den 4. November, von Abends 7 1/2 Uhr ab Großes Concert, ausgeführt von der Liebisch'schen Capelle aus Bernau. Hierzu ladet freundlichst ein W. Hase, Gastwirth. |
Blumberg. Am 15. d. Mts. fand der amtliche Fleischbeschauer Herr Henneberg in einem frisch geschlachteten Schweine eine größere Anzahl Trichinen. |
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Blumberg. Zum Besten der Ueberschwemmten in den Rheingegenden fand am Nachmittag des Sylvester-Sonntags hier ein Concert statt, ausgeführt von dem hiesigen Gesangverein "Hoffnung" und der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau. Das Concert war erfreulicher Weise recht zahlreich besucht und ergab den schönen Reinertrag von 116 Mark 16 Pf. - Im verflossenen Jahre wurden in dieser Gemeinde geboren: 32 Kinder, getauft: 28, getraut: 5 Paare, es starben: 21 Personen. - In Schwanebeck brannte am 30. v. Mts. auf dem Kirschbaum'schen Gehöft eine mit Getreide und Stroh gefüllte Scheune nieder. |
Holz-Auction in Mehrow. Am Montag, den 8. Jan. 1883, Vorm. 10 Uhr sollen in der zum Rittergute Mehrow gehörigen Forst nachstehende Nutz- und Brennhölzer unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend gegen baare Bezahlung verkauft werden. Mehrow, den 2. Januar 1883. Der Rittergutsbesitzer. M. Heyse. Es werden verkauft:
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Blumberg. Die am 10. d. Mts. stattgehabte Viehzählung hat für die hiesige Landgemeinde folgendes Resultat ergeben: In 84 der überhaupt vorhandenen 85 Wohnhäuser findet sich Viehstand, und zwar beläuft sich die Zahl der Viehbesitzenden Haushaltungen auf 158. Die Zahl der Pferde beträgt 185, des Rindviehs 354, der Schafe 53, der Schweine 167, der Ziegen 145, der Bienenstöcke 44. Maulthiere und Esel gibt es in Blumberg nicht. |
Lindenberg. Wohlthätigkeits-Concert. Der Männergesang-Verein beabsichtigt am Montag, den 22. Januar ein Concert unter Mitwirkung der Kapelle das Stadt-Musikdirektors Gerstenberg aus Bernau zum Besten für die Ueberschwemmten am Rhein im Saale des Herrn Bolle hierselbst zu veranstalten. Mildthätige Herzen werden hierzu freundlichst eingeladen. Anfang Abends 6 Uhr. Nach dem Concert Tanzkränzchen. Der Vorstand. Holz-Auction in Mehrow. Am Montag, den 22. Januar 1883, Vormittags 10 Uhr sollen in der Forst zu Mehrow nachstehende Hölzer öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen verkauft werden. Es kommen zum Verkauf:
M. Heyse, Rittergutsbesitzer. |
Krummensee. In voriger Woche brachen hier zwei Kinder durch's Eis und ertranken. |
Ahrensfelde. Sonnabend, den 27. Januar 1883, von Abends 7 Uhr ab: Großer Maskenball wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. Eine reichhaltige Maskengarderobe trifft am Freitag bei mir ein. |
Blumberg. Der bei dem vom hiesigen Gesangverein "Hoffnung" am Sylvester-Sonntage zum Besten der Ueberschwemmten am Rhein veranstalteten Concert gesammelte Betrag, welcher sich in Folge einiger noch nachträglich gezahlten Beiträge auf die erfreuliche Summe von 121 Mark 90 Pfennige gestellt hatte, ist demnächst von unserem Herrn Gemeinde-Vorsteher nach Ludwigshafen am Rhein an das "Central-Hilfs-Comité" auf dem Stadthause ... gesandt worden. ... |
Blumberg. Am Montag, den 14. Januar, fand hier ein Knecht seinen plötzlichen Tod, indem die Pferde des von ihm geleiteten Wagens durchgingen und der Knecht in Folge dessen herabgeschleudert wurde, worauf ihm die über ihn weggehenden Räder die Hirnschale zerschmetterten. |
Holz-Auction. Am Montag, den 5. Februar 1883, sollen in der Forst zu Mehrow nachstehende Hölzer öffentlich meistbietend verkauft werden:
Der Rittergutsbesitzer M. Heyse. |
Holzverkauf in Blumberg. Am Freitag, den 9. Februar cr., Vormittags 10 Uhr sollen im Hecht'schen Gasthofe hierselbst vom diesjährigen Einschlage in den Elisenauer Bergen folgende Hölzer meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden:
Der Rentmeister. Altenburg. Lehrlings-Gesuch. Zum 1. März cr. findet ein Schmiede- und ein Stellmacher-Lehrling auf Rittergut Mehrow freundliche Aufnahme; dieselben müssen gesund und kräftig sein. Rittergut Mehrow, 3. Februar 1883. Der Inspektor. |
Blumberg. Sein Stiftungsfest beging am Sonnabend, den 10. Februar, der hiesige Männer-Gesangverein "Hoffnung" durch Concert, Festessen und Ball im Hamann'schen Gasthof. Der Verein besteht nun seit vier Jahren, seine Mitgliederzahl ist erfreulicher Weise immer größer geworden und haben die von dem Verein veranstalteten Concerte den Bewohnern unseres Ortes schon so manche frohe Stunde bereitet. Auch das Concert am Sonnabend war recht zahlreich besucht und erfreute sich Jeder an den prächtigen Liedern, welche der Verein "Hoffnung" und der Gesangverein "Concordia" aus Marzahn vortrugen, wie auch an den anmuthigen Weisen der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau. In etwas gestört wurde die Festesfreude dadurch, daß in dem Garten der Müller'schen Wirthschaft während des Concertes eine Strohmiete niederbrannte; glücklicher Weise war der Stand derselben so und die Richtung des Windes eine solche, daß weitere Gefahr nicht zu befürchten war und das Feuer auch nicht weiter um sich griff. Nach dem Concert fand ein gemeinsames Mahl statt, woran sich ein Ball anschloß, welcher die Festtheilnehmer noch lange beisammen hielt. |
Holz-Auction. Am Donnerstag, den 20. Februar 1883, sollen in der Forst zu Mehrow nachstehende Hölzer gegen baare Zahlung verkauft werden:
Der Rittergutsbesitzer. M. Heyse. Lindenberg. Freitag, den 16. Februar 1883: Großer Maskenball, wozu ergebenst einladet Gathow, Rastaurater. Eine reichhaltige Maskengarderobe trifft Donnerstag, den 15. Februar ein. |
Blumberg. Am Mittwoch wurden wir schon wieder durch den Ruf "Feuer!" erschreckt. Es brannte in der Scheune des Schlächtermeisters Töpfer und fand man beim Eindringen in dieselbe an einer Stelle, wo Stroh sonst nicht lagert, ein einzelnes, senkrecht aufgestelltes Strohbund brennend vor, so daß böswillige Brandstiftung, vielleicht aus Rachsucht, wohl zweifellos ist. Glücklicherweise konnte das Feuer schnell gelöscht werden, da sonst wegen der dicht dabei befindlichen noch unausgedroschenen Kornvorräthe und der nahe stehenden, noch mit Stroh gedeckten Gebäude leicht größeres Unglück hätte entstehen können. Am Donnerstag wurde sodann auf der Schwelle des Ladens ein Drohbrief gefunden. Die erforderlichen Recherchen sind eingeleitet. |
Holz-Verkauf. Am Montag, den 26. Februar cr., Vormittags 10 Uhr sollen im Hecht'schen Gasthofe in Blumberg
Blumberg, den 19. Februar 1883. Der Rentmeister Altenburg. Ein Lehrling wird zu Ostern verlangt beim Schmiedemeister Noack in Lindenberg. |
Holz-Auction. Am Montag, den 5. März d. Js., Vormittags 10 Uhr sollen in der Forst zu Mehrow nachstehende Brennhölzer meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden:
Der Rittergutsbesitzer M. Heyse. |
Auction. Montag, den 12. März 1883, von Vormittags 10 Uhr ab, sollen im Gasthofe des Herrn Haase [!] in Ahrensfelde Acker- und Wirthschaftsgeräte, schwere und leichte Wagen, schwaches Bauholz und Schaalbretter öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden. Ahrensfelde, den 4. März 1883. Lichtenberger. |
Holz-Auction. Am Montag, den 19. März cr., sollen in der Forst zu Mehrow nachstehende Hölzer öffentlich gegen baare Zahlung verkauft werden:
Der Rittergutsbesitzer M. Heyse. |
Hönow. In Folge des unter den hiesigen Einwohnern allgemein zum Ausdruck gekommenen Wunsches hat in unserer Gemeinde eine Sammlung zum Gunsten der Ueberschwemmten in den Rheinlanden stattgefunden, die einen Erlös von 225 Mark ergeben hatte. ... |
Geschäfts-Plan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1883. I. Alt-Landsberg, im Schützenhause 1. Am Freitag, den 15. April cr., die Ortschaften: Bollensdorf, Eiche mit Hellersdorf, Fredersdorf, Hönow, Krummensee, Alt-Landsberg (Stadt), Alt-Landsberg (Amt), Mehrow, Neuenhagen (Dorf und Gut), Seeberg. VII. Bernau, im Richter'schen Restaurant. 1. Am Mittwoch, den 2. Mai cr., die Ortschaften: ..., Lindenberg, ... 2. Am Freitag, den 4. Mai cr., die Ortschaften: Ahrensfelde, Arendsee, Blumberg mit Elisenau, Börnicke, Lanke mit Uetzdorf und Neudörfchen, Löhme, Prenden, Seefeld, Sophienstädt, Wandlitz, Zepernick. |
Holz-Auction. Am Montag, den 2. April d. Js., sollen in der Forst zu Mehrow nachstehende Hölzer öffentlich gegen baare Zahlung verkauft werden:
Mehrow, den 21. März 1883. M. Heyse, Rittergutsbesitzer. |
Hönow. Am 11. d. Mts. wurde unmittelbar bei unserem Orte an der Berlin-Prötzeler Chaussee die Leiche eines Mannes gefunden. Nach den bei der Leiche vorgefundenen Legitimationspapieren ist der Mann der Kalkbrenner Gustav Gantzer aus Ketzin; nach einer Bescheinigung der Polizei-Verwaltung zu Ketzin war er früher Kalkbrennereibesitzer. Gantzer ist am 9. April cr. aus der Landarmen-Anstalt zu Strausberg entlassen worden, wo er wegen Bettelns detinirt war, und war am Tage vor dem Auffinden der Leiche bereits in angetrunkenem Zustande auf der Chaussee in der Nähe unseres Ortes gesehen worden. |
Die Eule, ein nützlicher Vogel. ... Darum Schutz und Schirm den nützlichen Eulen! Blumberg. H. Sundelin. |
Etat für den Kreis Nieder-Barnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1883 bis dahin 1884. Einnahmen. Kapitel V. Von den Chausseen. Titel I. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück. Chausseegeld: 11700 Mark (Vorjahr: 11700) Sonstige Einnahmen: 750 Mark (Vorjahr: 500) Die Hebestellen sind vom 1. April 1883 ab auf 1 Jahr wie folgt verpachtet: Lichtenberg 5520 M., Marzahn 3600 M., Seeberg 1550 M., Radebrück 2060 M. Von letzterer gebührt die Hälfte der Einnahmen dem Kreise Oberbarnim. Ausgaben. Kapitel VII. Für Chausseen und Wege. Titel II. Für die Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück (Berlin-Prötzel). Summa: 14440 Mark (Vorjahr: 12860) Für eine neue Decklage zwischen Marzahn und Hönow werden 300 M. [?] auf den Reservetitel übernommen. |
Bekanntmachung. Donnerstag, den 24. d. Mts., hat sich der an zeitiger Geistesstörung leidende Arbeiter Friedrich Lindemann von hier entfernt, ohne wiedergekehrt zu sein. Derselbe ist 58 Jahre alt, untersetzt, hat graues Haar, eben solchen, vielleicht seit 5 Tagen nicht rasierten Bart. Bekleidet war er mit alter grauer Arbeitshose, dunkler Weste, 2 Unterjacken (grün und blau), baumwollenem Shawl, blauen Strümpfen, Holzpantinen und schwarzem runden Hut. Alle Behörden werden ergebenst ersucht, ihn im Betretungsfalle festnehmen, nach hier senden, oder über seinen Verbleib Anzeige machen zu wollen. Mehrow, den 27. Mai 1883. Der Amtsvorsteher. |
Personal-Chronik. Der Bürgermeister Bredow in Alt-Landsberg ist zum Amtsanwalt bei dem Königlichen Amtsgerichte daselbst ernannt worden. |
Blumberg. Naturfreunden dürfte es nicht uninterressant sein, zu hören, daß im hiesigen Schloßpark sowohl die in hiesiger Gegend nicht häufig zu findenden Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum) wie auch die sonst meist ausgerottete, von früherer Kultur noch herrührende wilde oder Waldtulpe (Tulipa silvestris) gegenwärtig in zahlreichen Exemplaren in voller Blühte steht. |
Personal-Chronik Es sind vereidigt bezw. anderweitig verpflichtet worden:
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Prima americ. Closetpapier 10 Pack (ca. 10 000 Blatt) für 5,50 Mk. franco. Deutschösterreich. Postgebiet gegen Nachnahme. C. von Korff & Co., Berlin SW. Stottern beseitigt nach einer bewährten Methode C. Lenz, gepr. Taubs.-Lehrer, Bernau, Berlinerstraße Nr. 149, |
Alt-Landsberg. Am Sonntag, den 10. d. Mts., Abends 6 Uhr fand die Beerdigung des in weiten Kreisen bekannten Fabrikbesitzers C.G. Bohm in Fredersdorf statt. ... |
Personal-Chronik. Der Bauerngutsbesitzer Julius Lindemann in Eiche ist als Gemeindevorsteher der Gemeinde Eiche gewählt und bestätigt worden. |
Namentliche Liste der im Jahre 1883 classificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften.
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Blumberg, 2. Juli. Frohes Leben herrschte am letzten Sonntag in unserem Orte. Der Landwehr-Verein feierte unter Theilnahme der Schuljugend sein einundzwanzigstes Stiftungsfest. Es ist dieser Tag immer für Viele ein Tag großer Freude. Die Männer, welche den Verein bilden, um ihren Mitgliedern in Erkrankungs- und deren Hinterbliebenen in Todesfällen eine Unterstützung zu Theil werden zu lassen, sind dann alle in Kameradschaft und Freundschaft einmal bei einander und genießen nach oft harter Arbeit Tag für Tag auch einmal mit Frau und Kind die Freuden geselligen Zusammenseins, - und die Schuljugend freut sich schon wochenlang vorher auf das Fest und noch lange danach bildet es den Gegenstand ihrer Gespräche. Eine schöne, von prächtigen Eichen beschattete grüne Fläche am Ausgang des Dorfes nach Mehrow zu bildet den Platz, auf welchem diese Feste gefeiert werden, und eine stattliche Versammlung war es, die am Sonntag hier weilte. ... der Vorsitzende des Vereins, Herr Lehrer Ewest hielt die mit viel Beifall aufgenommene Rede ... Diesem geistigen folgte der leibliche Genuß: für die Erwachsenen war es der Gerstensaft, für die Kinder Kaffee und Kuchen, der sie bei der herrschenden tropischen Hitze erquickte. Unter heiteren Gesprächen blieb man bis gegen Abend zusammen, wo der Rückmarsch in's Dorf erfolgte. Im fröhlichen Reigen zeigten hier im Saale des Hamann'schen Gasthofes die Kinder ihre Kunst auch auf diesem Gebiete, bis sie den Erwachsenen den Platz räumen mußten und einen Fackelzug durch den Ort unternahmen. Die Vereinsmitglieder und ihre Angehörigen aber blieben noch lange bei frohem Tanze und Unterhaltung beisammen. |
Personal-Chronik. An Stelle des pensionirten Rentmeisters Altenburg zu Blumberg ist der Amtsvorsteher Ziegner zum Standesbeamten des Standesamtsbezirkes Blumberg ernannt worden. |
Bekanntmachung. An der Kirche zu Lindenberg sollen im laufenden Jahre verschiedene Reparaturen ausgeführt werden. Der Kostenanschlag ist auf 566 Mark excl. der Hand- und Spanndienste und der Holzkosten festgesetzt. Qualifizirte selbständige Gewerbetreibende wollen Offerten, welche die Angebote gegen obige Summe in vollen Prozenten ausdrücken, verschlossen mit der Aufschrift "Kirchenbau Lindenberg" bis Freitag, den 13. d. Mts., Mittags 12 Uhr hierher einreichen, um welche Zeit sodann die Eröffnung der eingegangenen Offerten erfolgt. Bedingungen etc. liegen in hiesigen Bureau - SW. Brauherstraße 11, I Treppe - während der Woche vom 9. bis zum obigen Tage Vormittags zur Einsicht aus. Berlin, den 5. Juli 1883. Königl. Domainen-Amt Mühlenhof. |
Blumberg. Gesang verschönt das Leben, Gesang erfreut das Herz, das empfanden wieder einmal recht Viele am vorigen Sonntag, an welchem der hiesige Männer-Gesangsverein "Hoffnung" im Saale des Herrn Hamann ein Concert gab. Die Leistungen des Vereins im Gesange werden immer zufriedenstellender und bieten somit die von demselben veranstalteten Concerte einen wirklichen Genuß. |
Erklärung. Die gegen Fräulein Hedwig Kunstmann ausgesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Lindenberg. August Seeger. |
Blumberg. Sonntag, 19. und Montag, 20. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet C. Hamann, Gastwirth. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 2. und Montag, den 3. September: Großes Erntefest nach alter ländlicher Sitte, wozu freundlichst einladet W. Haase, Gastwirth. |
Lindenberg. Sonntag, den 2. September (Sedanfeier): Große Tanzmusik. Montag, den 3. September: Tanzkränzchen, wozu ergebenst einladet A. Bolle, Restaurateur. |
Umzugshalber wünsche baldigst zu verkaufen: 1 gut erhaltenes Nußbaum-Pianino, 1 großer Bettkasten von Bettlänge zum Auseinandernehmen, 1 Vorratskasten mit 6 Kasten, 1 Eichen Fleischfaß zu 2 Schweinen, 1 Gesindebett, diverse Tische. Hof Blumberg, den 18. September 1883. Altenburg, Rentmeister. |
Lindenberg. Zur Einweihung meines neuerbauten Restaurants findet Sonntag, den 21. October Große Tanzmusik statt, wozu ergebenst einladet Gathow, Restaurateur. |
Ahrensfelde. Die Lutherfeier wird auch für die hiesige Gemeinde ein unvergeßlicher Tag bleiben. Unter Vorantritt der Musik, welche den Choral "Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" spielte, begab sich der Festzug von der Schule nach dem Gotteshause. Außer den Vorständen in der Gemeinde, Kirche und Schule, nahmen auch viele Gemeindemitglieder daran theil. Nachdem der Lehrer die Kinder auf die Bedeutung des Tages, Luthes Verdienste um Kirche, Schule, Sprache u. s. w. hingewiesen, hielt zum Schluß Herr Pastor Uhlmann das Schlußgebet. Die Gemeinde begab sich nun zum Kirchplatze, um eine Luthereiche zu pflanzen. Der Herr Pastor sprach markige, erhebende Worte und mahnte, fest zu stehen in allen Stürmen in dem Glauben, für den unsere Väter gestritten haben. Vor und nach der Rede wurden Strophen aus dem Lutherliede gesungen. Am Nachmittag wurden die Kinder mit Kaffee und Kuchen bewirthet und am Abend in der festlich geschmückten Kirche eine liturgische Andacht gehalten. |
Berlin (Unglücksfall bei der Lutherfeier). Ein höchst betrübender Vorfall ereignete sich leider heute Vormittag vor der Eingangsthür der Marienkirche am Neuen Markt. Gerade in dem Moment, als die letzten Schulkinder die genannte Kirche betreten hatten, fiel von einer schwindelnden Höhe und zwar von dem obersten Kirchthurmfenster, ... ein schwerer Eisenstab zur Erde, der eine vor der Thür stehende Frau mit einer derartigen Wucht auf den Kopf traf, daß diese unter starkem Blutverlust ohnmächtig zusammenbrach. ... Die Verunglückte ist noch lebend in die Wohnung des ... Dr. Wohl gebracht worden, der ihr die erste ärztliche Hilfe brachte, aber noch bevor der Krankenwagen zur Stelle war, gab sie ihren Geist auf. ... Das Herabfallen des Eisenstabes ist dadurch herbeigeführt, daß die daselbst beschäftigten Glockenläuter sich gegen das Kirchhurmfenster legten, um den Zug der Schulkinder mit anzusehen, das Mauerwerk ist begreiflicherweise schon sehr morsch, das Stück brach aus demselben heraus und das Unglück war geschehen. Eine große Blutlache kennzeichnete die Unglücksstelle. |
Hönow. Der hiesige Fleischbeschauer Richter hat am 20. d. Mts. bei der mikroskopischen Untersuchung ein stark mit Trichinen durchsetztes Schwein gefunden. Es ist dies seither der erste Fall, obgleich hierselbst bereits über 800 Schweine untersucht worden sind. Das trichinenhaltige Schwein ist auf polizeiliche Anordnung vernichtet worden. |
Personal-Chronik. Nach dem Tode des Rittergutsbesitzers Heyse auf Mehrow hat der Amtmann Muhr zu Hellersdorf die Geschäfte als Amtsvorsteher des Amtsbezirks Ahrensfelde übernommen. |
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Bekanntmachung. Die städtischen Behörden haben beschlossen, vom 1. Januar 1884 ab ihre amtlichen Bekanntmachungen und Verordnungen durch das in Bernau erscheinende Alt-Landsberger Wochenblatt zu veröffentlichen. ... Alt-Landsberg, 31. December 1883. Der Bürgermeister und die Polizei-Verwaltung. Bredow. |
Personal-Chronik. Es sind gewählt und eidlich verpflichtet worden: Bezirk 32: Kaufmann Gustav Bade in Blumberg als Schiedsmann, Schlächtermeister Gustav Hamann in Blumberg als Schiedsmann-Stellvertreter. ... Der interim. Fußgendarm Voigt, stationirt in Bernau, ist zum wirklichen Fußgendarm bestätigt worden. |
Personal-Chronik. Der Bauergutsbesitzer Ferdinand Döberitz in Hönow ist als Schöffe der Gemeinde Hönow gewählt und vereidigt worden. |
Eiche. Am Donnerstag, den 7. Februar 1884, von Abends 6 Uhr ab: Großer Maskenball, wozu ergebenst einladet: Gustav Seelisen, Gastwirth. Billets sind vorher bei mir oder Abends an der Kasse zu haben. Eine reichhaltige Maskengarderobe trifft am 6. Februar bei mir ein. Lindenberg. Am Donnerstag, den 7. Februar 1884: Großer Maskenball, wozu ergebenst einladet August Bolle, Gastwirth. Eine reichhaltige Maskengarderobe trifft am 6. Februar ein. |
Das Gut Mehrow wünscht gute Kartoffeln zu kaufen. Krüger. |
Eine Arbeiterfamilie findet zum 1. April cr. Wohnung und Arbeit bei Fr. Grün in Blumberg. |
Holz-Auction. Am Montag, den 25. d. Mts., Vormittags von 19 1/2 Uhr ab, sollen aus den Elisenauer Bergen:
Blumberg, den 19. Februar 1884. Die Gräfl. von Arnim'sche Forstverwaltung. Ziegner. |
Das Gut Mehrow wünscht Brennerei-Kartoffeln zu kaufen. Krüger. |
Einen größeren Posten 6-Wochen-Kartoffeln (Nieren-) hat abzulassen W. Hase, Ahrensfelde. |
Rieselgut Falkenberg verkauft den Ctr. Runkeln loco mit 65 Pf., bei Abnahme von 100 Ctr. mit 60 Pf. |
Auf dem Hofe zu Mehrow ist eine größere Quantität Weiden, die sich für Korbmacher eignen, zu verkaufen. Krüger. |
Bekanntmachung. Das Fahren, Reiten, Viehtreiben und Karren, sowie das lose Mitführen von Hunden über das Amtsgehöft ist bei drei Mark Geldstrafe, im Unvermögensfalle verhältnismäßiger Haft verboten. Alt-Landsberg, den 14. März 1884. Der substituirte Amtsvorsteher. Schmidt. |
Wegen Aufgabe meiner Gastwirthschaft beabsichtige ich sämmtliches Inventar, bestehend in: 1 Billard nebst Zubehör, Tischen, Stühlen, diversen Hängelampen, 1 Straßenlaterne, 5 Krippen, 4 Spielen Kegeln nebst Kugeln und Tafeln, 1 eichenen Garderobenspind, 1 Küchenspind, Gläsern, Flaschen, Bierzobern, Bierhähnen. Mätzen, 2 zinnernen Schenken, 4 Stand Betten, 3 Wagen u. s. w. sofort und aus freier Hand zu verkaufen. Ww. Hecht, Blumberg bei Bernau. |
Personal-Chronik. Der Rieselmeister Albert Witzke in Gut Malchow, August Block in Gut Wartenberg und Ernst Feltner in Blankenburg sind als Feldhüter bestätigt worden. Der Büdner Wilhelm Wegener in Eiche ist als Amts- und Polizeidiener des Amtsbezirks Ahrensfelde bestätigt worden. |
Personal-Chronik. Der Sequestor Bernhard Krüger in Mehrow ist als Gutsvorsteher-Stellvertreter des selbstständigen Gutsbezirks Mehrow bestätigt worden. |
Geschäfts-Plan zur Musterung der Militairangehörigen pro 1884. I. Alt-Landsberg im Schützenhause Am Sonnabend, den 3. Mai cr., die Ortschaften: Bollensdorf, Eiche mit Hellersdorf, Fredersdorf, Hönow, Krummensee, Alt-Landsberg (Stadt), Alt-Landsberg (Amt), Mehrow, Neuenhagen (Dorf und Gut), Seeberg VII. Bernau, im Richter'schen Restaurant 1. Am Sonnabend, den 24. Mai cr., die Ortschaften: ..., Lindenberg, ... 2. Am Montag, den 26. Mai cr., die Ortschaften: Ahrensfelde, Arendsee, Blumberg mit Elisenau, Börnicke, Lanke mit Uetzdorf und Neudörfchen, Löhme, Prenden, Seefeld, Sophienstädt, Wandlitz, Zepernick |
Personal-Chronik. An Stelle des verzogenen Amtssecretair Rücker ist der Amssecretair Nürnberg zu Blumberg zum stellvertretenden Standesbeamten des Standesamtsbezirks Blumberg ernannt worden. |
Tableau für die Abhaltung der Pferde-Musterung im Niederbarnimer Kreise im Jahre 1884. Name des Gestellungsortes und des mich [Scharnweber] eventuell, vertretenden Civil-Commissarius, Tag und Stunde der Gestellung, Namen der Ortschaften, welche die Pferde vorzuführen haben I. Alt-Landsberg, Oberamtmann Schrader, Alt-Landsberg Dienstag, den 6. Mai, Vormittags 8 Uhr: Hönow, Krummensee, Fredersdorf, Petershagen, Eggersdorf, Mehrow III. Falkenberg, Amtmann Muhr-Hellersdorf Montag, den 12. Mai, Vormittags 7 Uhr: Falkenberg, Wartenberg, Ahrensfelde Montag, den 12. Mai, Vormittags 8 Uhr: Marzahn, Hellersdorf, Heinersdorf Montag, den 12. Mai, Vormittags 9 Uhr: Malchow, Hohen-Schönhausen Montag, den 12. Mai, Vormittags 10 Uhr: Lindenberg, Karow Dienstag, den 13. Mai, Vormittags 7 Uhr: Blumberg, Eiche, Biesdorf |
Personal-Chronik. Der pensionierte Eisenbahnschaffner Ludwig Althoff in Hönow ist als Feldhüter der Gemeinde Hönow bestätigt worden. |
Bekanntmachung. Als vermuthlich gestohlen, sind hier eine neue Kartätsche und ein Damenkorb abgegeben. Die rechtmäßigen Eigenthümer wollen sich bei dem Unterzeichneten melden. Blumberg, den 27. Mai 1884. Der Amtsvorsteher. Ziegner. |
Tableau der Impfbezirke und der Bezirksimpfärzte des Kreises Niederbarnim für das Jahr 1884. Impfbezirk Nr. 1: Kreis-Physikus Dr. Fuhrmann zu Berlin a. Amtsbezirk Falkenberg, bestehend aus: Falkenberg, Wartenberg b. Amtsbezirk Malchow, bestehend aus Malchow, Carow, Lindenberg c. Von dem Amtsbezirke Blankenfelde: Blankenfelde und Rosenthal Impfbezirk Nr. 10: Pract. Arzt Dr. Liedke zu Alt-Landsberg a. Stadtbezirk Alt-Landsberg b. Amtsbezirk Alt-Landsberg, bestehend aus: Amt Alt-Landsberg, ... c. Amtsbezirk Ahrensfelde, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche u. Hellersdorf d. Amtsbezirk Neuenhagen, bestehend aus: Neuenhagen, Seeberg, Hönow e. Amtsbezirk Löhme, bestehend aus Löhme, Seefeld, Krummensee Impfbezirk Nr. 12: Pract. Arzt Dr. Bekel zu Bernau a. Amtsbezirk Buch, bestehend aus: Buch, Schwanebeck, Birkholz, Zepernick b. Amtsbezirk Börnicke, bestehend aus: Börnicke c. Amtsbezirk Blumberg, bestehend aus: Blumberg Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim Scharnweber. von Knobelsdorff. Springer. Richter. Witte. Oppenheim. Otto. |
Roggenstroh und eine noch gut erhaltene Dachrinne hat zu verkaufen Gottfried Ebel, Blumberg. |
Alte Balken, ca. 20 Stück, 24/26 cm stark, 9,50 m lang, hat preiswerth abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde. |
Börnicke. Die hiesiges Kirche, welche noch aus der Zeit vor der Reformation stammt und einen Chorraum mit prachtvollem Gewölbe besitzt, hat im vorigen Herbste der Architekt Prüfer aus Berlin vollständig stylgerecht renovirt und der Patron Herr Rittergutsbesitzer Simon hat Taufstein und Orgel dazu geschenkt. Am 29. Juni wurde in diesem alten, ehrwürdigen Kirchlein ein Missionsfest gefeiert. ... Dem Ortsgeistlichen Herrn Bublitz, welcher die Feier veranstaltet hatte, zollt gewiß die ganze Festversammlung ihren Dank. ... |
Auf der Schloßmeierei sind zum 1. October cr. täglich 120-150 Liter Milch zu verpachten. Näheres Schloß Blumberg beim Secretair Engel. |
Bekanntmachung. In der Nacht vom 24. zum 25. d. M. ist in der hiesigen Stadt einen herrenlose, schwarze Kuh angehalten und eingestallt worden. Der rechtmäßige Eigenthümer wird hiermit aufgefordert, seine Eigenthums-Ansprüche binnen drei Monaten bei der hiesigen Polizei-Verwaltung geltend zu machen. Alt-Landsberg, den 26. Juli 1884. Die Polizei-Verwaltung. Bredow. |
Lindenberg. Sonntag, den 10. und Montag, den 11. August: Große Erntefest-Musik, wozu ergebenst einladet A. Bolle, Restaurateur. |
Auf der Gräflich von Arnim'schen Schloßmeierei zu Blumberg sind ab 1. October cr. ab täglich 120 bis 150 Liter Milch zu verpachten. Engel, Secretair. Ahrensfelde. Sonntag, den 17. und Montag, den 18. August Großes Erntefest, wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. |
Etat für den Kreis Nieder-Barnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1884 bis dahin 1885. Einnahmen. Kapitel V. Von den Chausseen. Titel I. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück Chausseegeld: 13582,50 Mark (Vorjahr: 11700,00 Mark) Sonstige Einnahmen: 750,00 Mark (Vorjahr: 750,00 Mark) Die Hebestellen sind vom 1. April 1884 ab auf 1 Jahr wie folgt verpachtet: Lichtenberg 7065 M., Marzahn 4200 M., Seeberg 1550 M., Radebrück 1655 M. Von letzterer gebührt die Hälfte der Einnahmen dem Kreise Oberbarnim. Ausgaben. Kapitel VII. Für Chausseen und Wege. Titel III. Für die Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück (Berlin-Prötzel) Summa: 30030 Mark (Vorjahr: 14440 Mark) Der ungemein ungünstige Winter erfordert auch da die Neuschüttung, wo sie sonst erst ein Jahr später in Aussicht zu nehmen gewesen wäre, namentlich weil die Chaussee eine Package von Kalksteinen hat, die bei nachhaltiger Nässe keinen Widerstand leistet. Es sind deshalb im Jahre 1884 - 6817 m neue Decklage mit einem Zuschuß von 1284 cbm Steinen mit einem Kostenaufwande von 15416 Mark 75 Pf auszuführen und die übrigen Strecken sehr gründlich zu repariren. Titel IX Für die Chaussee Neuenhagen-Hönow-Mehrow [erstmals erwähnt] 1. Gehalt für den Aufseher: --- 2. Für die Beschaffung von Chaussee-Baumaterial: 234 Mark 3. Für die Unterhaltung der Chaussee-Anlagen: 966 Mark 4. Unterhalt der Gebäude: --- 5. Verwaltungs- und Recepturkosten der örtlichen Organe: 40 Mark Summe: 1240 Mark Die Chaussee ist 5640 m lang. Die Aufseher-Geschäfte werden von den unter Tit. III [Berlin-Prötzel] und V [Bernau- Alt-Landsberg- Neuenhagen] aufgeführten Aufsehern mit wahrgenommen. |
Eine Kornreinigungsmühle hat zu verkaufen August Ebel in Blumberg. Ahrensfelde. Sonntag, den 17. und Montag, den 18. August: Großes Erntefest, wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. |
Namentliche Liste der im Jahre 1884 klassificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften.
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Blumberg. Sonntag, den 14. und Montag, den 25. August: Großes Erntefest, wozu ergebenst einladet C. Hamann, Gastwirth. |
Einen Lehrling verlangt H. Kanz, Klempnermeister in Lindenberg. |
Auf der Gräflich von Arnim'schen Schloßmeierei Blumberg wird zum 1. October cr. ein Federviehmädchen verlangt. Engel, Secretair. |
Bekanntmachung. Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntniß, daß der Arbeiter A. S. zu L. laut Erkenntniß des Königlichen Landgerichts II hier vom 18. Juli 1884 wegen Sachbeschädigung (Abbrechen von 16 jungen Alleebäumen) unter Auferlegung der Kosten mit neun Monaten Gefängniß bestraft worden ist. Demjenigen, der den Thäter ermittelt und zur Anzeige gebracht hat, ist eine entsprechende Prämie gewährt worden Eine gleiche Prämie wird Jedem gewährt werden, der Baumfrevel mit dem Erfolge zur Anzeige bringt, daß eine Bestrafung erfolgt. Berlin, den 20. September 1884. Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. |
Zwei Dienstmädchen verlangt zum 2. Januar k. Js. Fr. Grün, Blumberg. |
Blumberg. In meinem neuerbauten, dekorirten Restaurant und Saal findet Sonntag, den 12. October 1884 Große Einweihung statt. Musik wird ausgeführt von der Kapelle des Stadtmusikdirectors Herrn C. Gerstenberg aus Bernau. Es ladet ergebenst dazu ein W Müller, Restaurateur. |
Blumberg bei Bernau, den 25. September 1884. Heute feierte der erste Lehrer Herr Ewest hierselbst das Fest seiner silbernen Hochzeit, sowie seiner hiesigen 25-jährigen Amtsthätigkeit. Die Gemeinde benutzte diese Gelegenheit, um zu zeigen, daß Dankbarkeit und Anerkennung in Blumberg noch eine Stätte haben. ... [langer Artikel] |
Im Namen des Königs! In der Privatklagesache des Kaufmanns Carl Gaßmann zu Blumberg gegen den Seilermeister Freitag zu Blumberg wegen Beleidigung, hat das Königliche Schöffengericht zu Alt-Landsberg in der Sitzung am 24. September 1884 für recht erkannt: daß der Seilermeister Carl Freitag zu Blumberg der öffentlichen Beleidigung des Kaufmanns Gaßmann schuldig und deshalb zu verurtheilen zu 1 (einer) Woche Gefängniß, dem Beleidigten, Kaufmann Gaßmann zu Blumberg auch die Befugniß auszusprechen, den Tenor des Erkenntnisses einmal auf Kosten des Angeklagten binnen 4 Wochen nach der Rechtskraft des Urtheils Im Niederbarnimer Kreisblatt bekannt machen zu lassen, Angeklagter auch die Kosten des Verfahrens zu tragen gehalten. Von Rechts Wegen Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Alt-Landsberg, den 10. October 1884. Wipperhausen, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. |
Blumberg. Am Donnerstag, den 16. d. Mts. fand hier eine allgemeine Wählerversammlung für Blumberg und die umliegenden Ortschaften statt. Die Versammlung war zahlreich besucht und wurde um 1/2 8 Uhr durch den Vorsitzenden mit einem dreimaligen Hoch auf unseren allverehrten Kaiser eröffnet. Der Vorsitzende wies sodann darauf hin, daß es sich in dieser Versammlung nicht um Agitationen handle, da diese für unsere patriotische Landbevölkerung überflüssig, sondern nur um eine Aufklärung über die politische Lage handle. Hierauf hielt Herr Pastor Steuer aus Zinndorf einen etwa zweistündigen packenden Vortrag, welcher hier im Auszug folgt: ... (Lebhafter Beifall) Der Vorsitzende sagt dem Redner im Namen der Versammlung seinen Dank und eröffnet die Diskussion. ... Blumberg. Sonntag, den 26. October cr. wird in unserm Orte eine Verbandsversammlung der militairischen Vereine des 1. Bezirks, Berlin und Umgegend, abgehalten werden. In dieser Versammlung wird die Lage und Bedeutung des Kriegervereinswesens der Jetztzeit vom Verbands-Vorstand zum Vortrag kommen. Alle Vereine, die dem heutigen Kriegerbunde angehören und auch die, welche dem Bunde noch nicht beigetreten sind, werden ersucht, dieser Versammlung mit beiwohnen zu wollen. |
Das Rittergut Mehrow verkauft von jetzt ab Zuckerrüben in größeren und kleineren Quantitäten. |
Bernau. Wahl-Resultat bei der Reichstagswahl am 28. October 1884, soweit es uns bis jetzt bekannt geworden:
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Bernau. Zu den in voriger Nummer enthaltenen Wahl-Resultaten ... bringen wir zur Ergänzung noch folgende:
Lindenberg. In unserem Orte hat der Candidat der Conservativen, Herr Lohren 79 Stimmen erhalten, wogegen es der Candidat der Freisinnigen, Herr Knörcke nur auf 53 Stimmen zu bringen vermochte. Diese Abstimmung zeigt einen erheblichen Fortschritt der conservativen Sache seit der Reichstagswahl 1881, wo sich hier 55 conservative und 49 fortschrittliche Wähler gegenüberstanden. Zu dem diesmaligen günstigen Resultat hat nicht zum wenigsten der Umstand beigetragen, daß Herr Knörcke am Tage vor der Wahl hier sprach und durch seine Rede sich ein scharfer Gegensatz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hindurchzog. Unsern Arbeitgebern liegt das Wohl ihrer Arbeiter am Herzen, sie konnten und durften keinen Gegensatz dagegen aufkommen lassen und Herr Knörcke hätte noch viel weniger Stimmen bekommen, wenn die Arbeiter auf den Berliner Rieselfeldern nicht mit Stimmzetteln für Herrn Knörcke reichlich versehen gewesen wären. | ||||||||||||
Bekanntmachung. Behufs Ermittelung des Ergebnisses der am 28. v. Mts. stattgehabten Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Niederbarnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungs-Bezirks Potsdam für den deutschen Reichstag sind heute ... die Unterzeichneten zusammengetreten und haben folgendes festgestellt: Von den abgegebenen 17793 Stimmen waren von den Wahlvorständen Die absolute Majorität beträgt also 8851 Stimmen. Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf:
Nach diesem Ergebnis hat keiner der Gewählten die absolute Majoriät erhalten und kommen ... 1) der Landtagsabgeordnete Lohren zu Potsdam 2) der Landtagsabgeordnete Knörcke zu Berlin ... auf die engere Wahl, was wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringen. Berlin, den 3. November 1884 Der Wahl-Commissarius Königlicher Geheimer Regierungs- und Landrath Scharnweber. ... Bekanntmachung. ... Den Termin für die engere Wahl setze ich auf Freitag, den 7. November d. Js. hierdurch fest. ... Der Landrath, Geheimer Regierungs-Rath Scharnweber | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Blumberg. Sonntag, den 9. November 1884: Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet C. Hamann, Gastwirth. |
In der Stichwahl für den Abgeordneten des Kreises zum Deutschen Reichstage am 7. d. Mts. ist der bisherige Reichstagsabgeordnete Lohren mit 9854 Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkandidat Knörcke erhielt 9549 Stimmen. ... In Bernau stimmten ... in der Hauptwahl 66 Procent, in der Stichwahl ... 80 Procent. ... In den kleineren Ortschaften stimmten 95 und selbst bis zu 99 Procent. |
Ahrensfelde. Es kann sich bei den geringen Kosten nur empfehlen, Schweinefleisch, welches nicht öffentlich verkauft wird, auf Trichinen untersuchen zu lassen. Vor einigen Tagen erkrankte hier plötzlich die Familie des Stellmachermeisters Krüger; sofort lenkte sich die Aufmerksamkeit auf den Genuß des eingeschlachteten und nicht untersuchten Schweinefleisches und ist nachträglich seitens der amtlichen Fleischbeschauer Herren Westphal-Falkenberg und Adler-Ahrensfelde als trichinenhaltig constatirt. |
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Zwei Arbeiterfamilien finden zum 1. April cr. Wohnung und Arbeit bei Fr. Grün, Blumberg. |
Holz-Auction. Am Mittwoch, den 14. d. Mts. sollen im Forstrevier Blumberg von 9 Uhr Vormittags bis 11 Uhr im Jürgenbusch am Blumberg-Birkholzer Wege circa 150 Meter Durchforstungsknüppel, von 11 Uhr Vormittags ab auf dem Schlage im Jagen Rehan unmittelbar an der Berliner Chaussee
Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Blumberg, den 6. Januar 1885. Die Forst-Verwaltung Ziegner. |
Ein keiner, grauer Hund mit weißen Ringen im Halsbande hat sich bei mir angefunden. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Insertionsgebühr und Futterkosten in Empfang nehmen bei Hagert in Lindenberg bei Berlin. |
Ahrensfelde. Freitag, den 23. Januar 1885, von Abends 7 Uhr ab: Großer Maskenball, wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. Maskengarderobe trifft am Mittwoch vorher bei mir ein. |
Eine Wohnung, bestehend aus 2 Stuben, Kammer, Küche, Stallung und Kellerei, passend für Milchpächter oder Geschäftsleute, ist zu vermieten bei August Adler in Ahrensfelde. |
Lindenberg. Sonnabend, den 31. d. Mts.: Großer Maskenball, wozu ergebenst einladet L. Gathow. |
Blumberg. Freitag, den 30. d. Mts.: Großer Maskenball, wozu ergebenst einladet W. Müller. Für reichhaltige Maskengarderobe wird gesorgt. |
Einen Pferdeknecht verlangt sogleich oder später W. Grün, Blumberg. |
Alt-Landsberg. Empfehle meinen elegant ausgestatteten Leichenwagen bei vorkommenden Fällen zur gefälligen Benutzung. Ich verleihe denselben nach allen umliegenden Ortschaften. Alt-Landsberg, im Februar 1885. Franz Glade. |
Holz-Auction. Am Freitag, den 6. März cr., Vormittags von 9 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg im Jagen Rehan auf dem Schlage unmittelbar an der Berliner Chaussee
Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Blumberg, den 27. Februar 1885. Die Forst-Verwaltung. Ziegner. |
Einen größeren Posten 6 Wochen-Kartoffeln hat abzugeben W. Hase, Gastwirth. Ahrensfelde. |
Personal-Chronik. Der Bauerngutsbesitzer Heinrich Dubick in Mahlsdorf ist als Gemeindevorsteher und der Ackerwirth Carl Haase in Mahlsdorf als Schöffe der Gemeinde Mahlsdorf wiedergewählt und bestätigt worden. |
Geschäfts-Plan zur Musterung der Militairangehörigen pro 1885. I. Alt-Landsberg, im Schützenhause 1. Am Dienstag den 28 April cr., die Ortschaften: ..., Eiche mit Hellersdorf, Mehrow VII. Bernau im Richter'schen Restaurant 1. Am Dienstag, den 19. Mai cr., die Ortschaften: ..., Lindenberg 2. Am Mittwoch, den 20. Mai cr., die Ortschaften: Ahrensfelde, ..., Blumberg mit Elisenau |
Bekanntmachung. Die diesjährigen Frühjahrs-Controlversammlungen im Bezirk der 4. Compagnie des 1. Bataillons (Bernau) 4. Brandenburgischen Landwehr-Regiments Nr. 24. finden wie folgt statt: Am 17. April 1885, Vormittags 9 1/2 Uhr in Marzahn für die Ortschaften: Marzahn, Ahrensfelde, Falkenberg, Hohen-Schönhausen und Wartenberg Am 18. April 1885, Vormittags 9 Uhr in Bernau für die Ortschaften: Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Lanke, Wandlitz, Baßdorf, Blumberg Gut und Dorf, Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg |
Frühe weiße runde Saatkartoffeln (sog. Falkenberger) á Centner 2 Mark empfiehlt W. Grün, Blumberg. |
1200 Ctr. gute Runkelrüben hat preiswerth zu verkaufen Wilh. Krüger, Ahrensfelde. |
Geschäfts-Anzeige. Den geehrten Herrschaften Blumberg's und der Umgegend zur Nachricht, daß ich von Rüdnitz nach Blumberg in das Haus des Gastwirths Hamann verzogen bin. Um geneigtes Wohlwollen bittet Achtungsvoll Otto Dobbert, Schuhmachermeister. |
Eine frischmilchende Kuh ohne Kalb steht zum Verkauf bei Carl Baurath in Lindenberg. |
Bekanntmachung. Mit Geldstrafe bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, wer im Walde brennende oder glimmende Gegenstände fallen läßt, fortwirft oder unvorsichtig handhabt. Bernau, den 7. Mai 1885. Die Polizei-Verwaltung, Paetzold. |
Blumberg. Am Sonntag nach Pfingsten soll hier ein Missionsfest stattfinden. |
Bekanntmachung. Das unbefugte Betreten der Stadtmauer ist bei Strafe verboten. Bernau, den 9. Mai 1885. Die Polizei-Verwaltung, Pätzold. |
Blumberg. Am ersten Feiertage um 7 3/4 Uhr landete hier glücklich der Luftschiffer Luttermann, der in der Charlottenburger "Flora" mit seinem Rotateur aufgestiegen war. |
Etat für den Kreis Nieder-Barnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1885 bis dahin 1886. Einnahmen. Kapitel V. Von den Chausseen. Titel II. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück Chausseegeld: 12600 Mark (Vorjahr: 13582 Mark) Sonstige Einnahmen: 130 Mark (Vorjahr: 130 Mark) Die Chausseegeld-Hebestellen sind pro 1885/86 wie folgt verpachtet: Lichtenberg 5850 M., Marzahn 4326 M., Seeberg 1596,60 M, Radebrück 1655 M. Von letzterer gebührt die Hälfte der Einnahmen dem Kreise Oberbarnim. Titel VIII. Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow Sonstige Einnahmen: 10 Mark (Vorjahr: 10 Mark) Ausgaben. Kapitel VII. Für Chausseen und Wege. Titel III. Für die Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück (Berlin-Prötzel) Gehalt für 2 Aufseher á 900 M. und für den Chaussee-Aufseher zunächst Berlin ein Wohnungsgeldzuschuß von 150 M.. für den anderen ein solcher von 100 M.: 2050 Mark (Vorjahr: 2050 Mark) Für die Beschaffung von Chaussee-Baumaterial: 10407 Mark 30 Pf. (Vorjahr: 12639 Mark) Für die Unterhaltung der Chaussee-Anlagen: 11292 Mark 70 Pf. (Vorjahr: 14611 Mark) Unterhaltung der Gebäude: 300 Mark (Vorjahr: 250 Mark) Verwaltungs- und Receptur-Kosten der örtlichen Organe: 480 Mark (Vorjahr: 480 Mark) Summa Titel III: 24530 Mark (Vorjahr: 30030 Mark) Es sind 2647 m neue Decklage erforderlich. Das Pflaster dieser Chaussee innerhalb der Stadt Alt-Landsberg, soweit solches der Kreis zu unterhalten hat, ist von runden Steinen hergestellt und sehr mangelhaft. Eine Umlegung dieses Pflasters ist dringend nothwendig. Der Kreis hat für den durchgehenden Verkehr zu sorgen und wird für letzteren eine Breite von 6 m genügen. Die durch den Localverkehr erforderlich werdende größere Breite der Straße (8 1/2 m), sowie die Anordnung von Borsteinschichten und Trottoiren ist auf Kosten der Stadt-Commune bezw. der Adjacenten herzustellen. Die Kosten dieser Pflasterung, soweit sie den Kreis betreffen, belaufen sich auf 6000 M. Titel IX. Für die Chaussee Neuenhagen-Hönow-Mehrow Gehalt für einen Aufseher: - Für die Beschaffung von Chaussee-Baumaterialien: 238 Mark (Vorjahr: 234 Mark) Für die Unterhaltung der Chaussee-Anlagen: 1762 Mark (Vorjahr: 966 Mark) Unterhaltung der Gebäude: - Verwaltungs- und Receptur-Kosten der örtlichen Organe: 40 Mark (Vorjahr: 40 Mark) Summa Titel IX: 2040 Mark (Vorjahr: 1240 Mark) Die Chaussee ist 6584 m lang. Die Aufseher-Geschäfte werden von den unter Tit. III. und V. [Bernau- Alt-Landsberg -Neuenhagen...] aufgeführten Aufsehern mit wahrgenommen. |
Tableau der Impfbezirke und Bezirksimpfärzte des Kreises Niederbarnim für das Jahr 1885. Impfbezirk No. 1.: Kreis-Physikus Dr. Fuhrmann zu Berlin. a. Amtsbezirk Falkenberg, bestehend aus Falkenberg, Wartenberg b. Amtsbezirk Malchow, bestehend aus: Malchow, Carow, Lindenberg c. Von dem Amtsbezirk Blankenfelde: Blankenfelde und Rosenthal Impfbezirk No. 10.: Practischer Arzt Dr. Liebke zu Alt-Landsberg. a. Stadtbezirk Alt-Landsberg b. Amtsbezirk Alt-Landsberg ... c. Amtsbezirk Ahrensfelde, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche, Hellersdorf d. Amtsbezirk Neuenhagen, bestehend aus: Neuenhagen, Seeberg, Hönow e. Amtsbezirk Löhme, bestehend aus: Löhme, Seefeld, Krummensee Impfbezirk No. 11.: a. Amtsbezirk Buch ... b. Amtsbezirk Börnicke ... c. Amtsbezirk Blumberg, bestehend aus: Blumberg |
Zur Geschichte einiger Ortschaften im Kreise Niedebarnim: 22. Hönow ... Die Kirche, die schon im vierzehnten Jahrhundert bestand, war in katholischer Zeit Mutterkirche von Tasdorf, erster evangelischer Geistlicher Michel Schoran; Seit Ende des vorigen oder Anfang diesen Jahrhunderts wurde sie Filiale von Ahrensfelde. ... |
Hönow. Ein hoher und seltener Besuch wurde am Mittwoch, den 3. d. Mts., Nachmittags unserem Orte zu theil. An diesem Tage hatte Sr. Excellenz der Herr Kriegsminister Bonsart von Schellendorf mit seiner Gemahlin eine Spazierfahrt nach hier unternommen. Zur Erklärung dieses hohen Besuches wollen wir hinzufügen, daß der Herr Kriegsminister eine Tochter des Prinzlichen Geheimen Hofkammer-Raths Schmidt, welcher in den Jahren 1839 bis 1854 das Gut Hönow besessen, zur Gattin hat. Von den ältesten Einwohnern hier, wissen sich namentlich zwei Wittwen im Alter von 82 und 83 Jahren, die damals in der herrschaftlichen Haushaltung in Arbeit standen, noch genau zu erinnern, wie der Herr Kriegsminister - zu jener Zeit als junger Officier - seiner jetzigen Gemahlin den Hof machte und viel hierselbst verkehrt hat. Das Erste war dann auch, daß Sr. Excellenz, welcher mit seiner Gemahlin bei dem jetzigen Besitzer des Gutes, Herrn Dotti abgestiegen war, Mutter Brederecken und Mutter Prillwitzen - so heißen die beiden Wittwen - zu sich rufen ließ, sich mit ihnen auf das freundschaftlichste unterhielt und nach Beendigung der Unterhaltung jede mit einem angemessenen Geldgeschenk entließ. Die Freude der alten Mütterchen ob der ihr wiederfahrenden Ehre ist unbeschreiblich gewesen. |
Meine holländer Windmühle mit Land, Wohnung, Stallung ec. ist zum 1. Juli d. Js. zu verpachten. Wissmann, Holländer b. Hoppegarten a. d. Ostbahn. 100 000 starke Pflanzen von Kohlrüben, Porré und Sellerie offerirt billigst R. Hientzsch, Gärtnerei in Lindenberg. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 5. Juli findet die Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins statt, wozu ergebenst einladen Die Gastwirthe. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. |
Ca. 100 Liter Milch täglich sind zu verpachten bei Carl Baurath, Lindenberg. 180 bis 200 Liter Milch sind zum 1. October 1885 zu verpachten bei Gebrüder Ebel in Lindenberg b. Berlin. |
Jagd-Verpachtung. Die Jagd der hiesigen Gemeinde soll auf 6 Jahre, vom 24. August cr. ab am 13. Juli d. Js., Nachmittags 4 Uhr im Zielisch'schen Gasthofe hierselbst öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Verpachtungstermine bekannt gemacht werden. Mehrow, den 5. Juli 1855. Der Gemeinde-Vorstand. |
Bekanntmachung. Als Vorstand der Ortskrankenkasse für den Amtsbezirk Ahrensfelde sind gewählt worden: Von den Arbeitgebern: Die Herren Bauerngutsbesitzer Lehmann und Hoppe zu Ahrensfelde, Thürling zu Mehrow, Bredereck zu Eiche. Von den Kassenmitgliedern: die Herren Maurer Wilhelm (?) Meißner und August Wegener, Zimmermann Wilhelm Wegener, Arbeiter Ludwig Ulfert zu Ahrensfelde, Meier August Lindenberg zu Mehrow, Meier Wilhelm Wegener, Arbeiter Christian Wegener zu Eiche, Arbeiter August Hoffmann zu Hellersdorf. Der Vorstand hat zum Vorsitzenden: Herrn Bauerngutsbesitzer Julius Lehmann, zum Stellvertreter: Herrn Maurer August Wegener, zum Schriftführer: Herrn Bauerngutsbesitzer Carl Hoppe, zum Rechnungs- und Kassenführer: Herrn Post-Agenten Julius Krüger gewählt. Die Kasse ist mit dem 1. Juli 1885 in Wirksamkeit getreten, und haben daher die Anmeldungen nunmehr schleunigst zu geschehen. Folgende Herren, welche zu diesem Zwecke die nöthigen Formulare in Händen haben, haben sich bereit erklärt, die An- und Abmeldungen entgegenzunehmen: 1. Herr Amtsvorsteher Muhr in Hellersdorf, 2. " Post-Agent Krüger in Ahrensfelde, 3. " Bauerngutsbesitzer Bredereck in Eiche, 4. " Gemeinde-Vorsteher Thürling in Mehrow, 5. " Wirtschaftsmeier Lindenberg in Mehrow. Bei den vorgenannten Herren haben auch die Krankheitsanmeldungen zu geschehen. Als Kassenärzte fungiren: - Herr Dr. Goldberg zu Weißensee, - " Dr. Simonssohn zu Friedrichsfelde, - " Dr. Liedtke zu Alt-Landsberg. Arznei liefern für die Mitglieder der Kasse die Herren Apothekenbesitzer Dr. Halberstadt zu Weißensee, Roth zu Friedrichsfelde, Vahl zu Alt-Landsberg. Die Kassenbeiträge werden zweiwöchentlich von dem Kassenbothen Wegener abgeholt. Ahrensfelde, den 9. Juli 1885. Der Vorstand der Ortskrankenkasse für den Amtsbezirk Ahrensfelde. Lehmann. |
Ein neuer Federwagen mit Verdeck (auf freien Axen) steht billig zum Verkauf beim Schmiedemeister Schmöker in Ahrensfelde. |
Namentliche Liste der im Jahre 1885 klassificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften
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Lindenberg. Sonntag, d. 9. und Montag, d. 10. August große Erntefest-Musik wozu ergebenst einladet Louis Gathow, Gastwirth. |
Verzeichniß I der zum Wahlverband der größeren Grundbesitzer gehörigen Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Nieder-Barnim. Abtheilung A. Grundbesitzer Zuname, Vorname; Stand oder Gewerbe; Wohnort Jahresbetrag d. wirklichen bezw. fingirten Grundsteuer / Gebäudesteuer in der Gemarkung bezw. dem Grundsteuer-Erhebungs-Bezirke. 2. Stadtgemeinde Berlin 5. Graf von Arnim, Hermann; Standesherr, Rittergutsbesitzer; Muskau 6. Graf von Voß, Ferdinand; Königlicher Major und Kammerherr, Rittergutsbesitzer; Buch 16. Kur- und Neumärkische Ritterschl. Darlehnskasse; Berlin W., Wilhelmsplatz 6 20. Graf von Arnim-Boitzenburg, Adolf; Oberpräsident a.D.; Boitzenburg 23. Dotti, George Leopold; Rittergutsbesitzer; Berlin, Neustädtische Kirchstraße 11 24. Dotti, Friedrich Anton; Gutsbesitzer; Hönow 68. Grün sen., Friedrich Wilhelm; Gutsbesitzer; Blumberg Verzeichniß III der Landgemeinden im Kreise Nieder-Barnim. Civil-Einwohner, Zahl nach der Zählung am 1. December 1880. Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner
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Von jetzt ab sind die bekannten holländer Kälber auf dem Dominien Löhme und Krummensee zu haben. Näheres daselbst und beim Schlächtermeister Hammann [!] in Blumberg. |
Bekanntmachung. Aus den statistischen Aufzeichnungen deutscher öffentlicher Feuerversicherungsanstalten geht hervor, daß seit 30 Jahren eine stetige Zunahme der Blitzschläge auf Gebäude in Deutschland stattgefunden hat. ... auf das Drei- bis Vierfache. Diese besorgliche Thatsache ... hat indessen die öffentliche Aufmerksamkeit mehr als bisher dem Blitzableiter, als dem einzigen Schutzmittel gegen die Gefahr zugewandt. Wir machen deshalb auf die erschienene Schrift "der Blitzableiter von O. Tiemann", welche bei uns zur Einsicht ausliegt, aufmerksam. Bernau, den 4. August 1885. Der Magistrat, Pätzold. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 16. und Montag, den 17. August: Großes Erntefest, wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. Blumberg. Sonntag, den 16. und Montag, den 17. August: Großes Erntefest. wozu ergebenst einladet W. Müller, Gastwirth. |
Todesfälle an Infektions-Krankheiten im Kreise Niederbarnim im Monat Juli 1885 |
Ein Jagdhund, weiß mit braunen Flecken, hat sich am 15 d. Mts. bei mir angefunden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann denselben bei mir abholen. H. Oxner, Lindenberg. |
Personal-Chronik. Der Administrator Bernhard Krüger zu Mehrow ist zum Standesbeamten des Standesamtbezirkes Mehrow ernannt und vereidigt worden. |
Kartoffel-Säcke, 100 Stück, gut erhalten, á 55 Pf., offerirt Gabriel, Obergärtner, Lindenberg. Ein guter Hofhund (Ulmer Race), auch Ziehhund ist preiswert zu verkaufen beim Schlächtermeister Friedrich in Ahrensfelde bei Berlin. |
Bekanntmachung. Die Anfertigung der Armensärge soll an den Mindestfordernden vergeben werden ... Alt-Landsberg, den 10. September 1885. Der Magistrat, Bredow. |
Blumberg. Umzugshalber beabsichtige ich bis zum ersten October d. Js. meinen Bienenstand, aus 10 Körben und 10 Kasten bestehend, zu verkaufen. Wittwe L. Walter. |
Bekanntmachung. Indem ich die Uebersicht über die Abgrenzung der Wahlbezirke und die Zahl der von jedem derselben zu wählenden Wahlmänner hierdurch veröffentliche, bringe ich zur allgemeinen Kenntniß, daß der Herr Minister des Innern auf Grund der §§ 17 und 28 der Verordnung über die Ausführung der Wahl zum Haus der Abgeordneten vom 30. Mai 1849 - Gesetz-Sammlung Seite 205 - den Tag der Wahl der Wahlmänner auf den 29. October 1885 und den Tag der Wahl der Abgeordneten auf den 5. November 1885 festgesetzt hat. Berlin, den 6. October 1885. Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. No., Urwahlbezirk, Seelenzahl, Anzahl der zu wählenden Wahlmänner (in Summa, in Kl. III, II, I)
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Personen-Omnibus zwischen Blumberg und Berlin. Von Sonnabend, den 17. October cr. ab beabsichtige ich eine tägliche Fahrgelegenheit zwischen Blumberg und Berlin einzurichten. Der Omnibus fährt früh 7 Uhr von hier ab und trifft um 9 Uhr im Städtischen Ordonanzhause in Berlin ein; Rückfahrt von dort Nachmittags 5 Uhr. Ich bitte das geehrte Publikum, mich bei diesem Unternehmen, zu dem ich von vielen Seiten veranlaßt worden bin. durch rege Benutzung des Fuhrwerks gütigst zu unterstützen. C. Grassmann in Blumberg. Blumberg. Sonntag, den 18. d. Mts. Große Tanzmusik wozu ergebenst einladet H. Kranz, Gastwirth. |
Elegante Wagen, verdeckte, sowie offene, verschiedener Facons hält stets vorräthig Franz Glade, Alt-Landsberg. Alte Wagen werden bei sauberer Lackierung billig restaurirt. |
Personal-Chronik. Der Wirthschaftsinspektor Louis Löschke zu Hellersdorf ist zum Stellvertreter des Standesbeamten für den 27. Bezirk "Eiche" ernannt und als solcher vereidigt worden. |
Bekanntmachung. Gemäß $ des Reglements ... über die Ausführung der Wahlen zum Haus der Abgeordneten bringe ich das nachstehende Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgeordnetenwahl zu einem Wahlkreise vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß die Wahl der Abgeordneten am Donnerstag, den 5. November cr. von Vormittags 10 Uhr ab in der großen Stadtkirche zu Bernau stattfindet. ... Der Wahl-Commissarius, Königliche Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber. Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgeordnetenwahl zu einem Wahlkreise vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim. 1. Kreis Niederbarnim [insgesamt: 473]
2. Kreis Oberbarnim [insgesamt: 292] |
Die Obstbaumschule in Lindenberg offerirt Rosen und Obstbäume in den vom Pomologen-Verein empfohlenen Sorten in tragbaren, selten schönen Stämmen, welche auf den Ausstellungen zu Eberswalde und Berlin mit der silbernen Medaille prämiirt [!] wurden, billigst Rulemann Hientzsch. Mitglied des deutschen Pomlogen-Vereins. |
Alt-Landsberg. Kaum hatten sich die Gemüther nach dem Brande am 11. d. M. beruhigt, da brach am 16. d. M, Mittags um 1 Uhr von Neuem Feuer in hiesiger Stadt aus. Es brannte ein Scheunen- und Stallgebäude des Mühlenbesitzers Naubauer am Blumberger Wege. Das Feuer, jedenfalls durch Unvorsichtigkeit ausgelöst, griff so schnell um sich, daß das Vieh nur mit Mühe gerettet werden konnte. ... Die Spritzen von Krummensee, Wegendorf, Seeberg und Neuenhagen waren zur Hülfe herbeigeeilt und auch beim Löschwerk in Thätigkeit. |
Bekanntmachung. Zu Kreistags-Abgeordneten sind gewählt worden: A. im Wahlverbande der Landgemeinden: a) für die Wahlperiode 1886/91: [insgesamt 9] 3. Gemeinde-Vorsteher Hörnicke zu Hönow 9. Geheime Regierungs- und Landrath Scharnweber zu Berlin |
Todesfälle an Infektions-Krankheiten im Kreis Niederbarnim im Monat November 1885. |
2 Knechte verlangt zum 1. Januar Blumberg. Fr. Grün. Ein Grundstück, bestehend aus Wohnhaus, Scheune und Stallung und einem ca. 5 Morgen großen Garten, zur Gärtnerei oder zu Baustellen passend, hat zu verkaufen Blumberg. Fr. Grün. Eine Arbeiter-Familie nimmt zum 1. April in Wohnung und Arbeit Blumberg. Fr. Grün. |
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Holz-Auction. Am Donnerstag, den 14. Januar cr., von Vormittags 9 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg. im Jagen Jürgenbusch am Blumberg-Birkholzer Wege
öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden. Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Blumberg, den 6. Januar 1886. Die Forstverwaltung. Ziegner. |
Zwei gut erhaltene Arbeitswagen stehen zum Verkauf bei C. Grassmann, Blumberg. |
Blumberg. Sonntag, den 24. d. M., großer Masken-Ball wozu ergebenst einladet H. Kanz, Gastwirth. Elegante Masken-Garderobe trifft schon am 23. d. Mts. ein. |
Holz-Auction, Am Freitag, den 22. Januar cr. von Vormittags 9 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg im Jagen Rehan (!), an der Berlin-Freienwalder Chaussee birken und kiefern Nutzholz:
Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Blumberg, den 16. Januar 1886. Die Forstverwaltung. Ziegner. Zwei gut erhaltene Arbeitswagen stehen zum Verkauf bei G. Grassmann, Blumberg. Eine starke Ulmer Dogge (sehr guter Hofhund) hat zu verkaufen Schlächtermeister Hammann [!] Blumberg bei Bernau |
Bekanntmachung. Zum öffentlichen Verkaufe von 108 Stück Schwarz- und Spitz-Pappeln ec. an der Berlin-Schwedter Chaussee und zwar von Stat. 22,1 bis Stat. 24,9 (zwischen Blumberg und Seefeld) ist ein Termin auf Freitag, den 29. Januar 1886, Vormittags 11 Uhr anberaumt. Kauflustige werden mit dem Bemerken hierzu eingeladen, daß die speciellen Bedingungen im Termine bekannt gemacht werden sollen. Der Termin beginnt in Station 22,1 bei Blumberg. Berlin, den 1. Januar 1886. Die Chaussee-Verwaltung. |
Ahrensfelde. Am Montag, den 1. Februar d. Js. findet bei mir großer Masken-Ball statt, wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. Die Masken-Garderobe trifft Tags zuvor ein. |
Holz-Auction, Am Mittwoch, den 3 Februar cr., von Vormittags 9 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg, im Jagen Rehan, an der Berlin-Freienwalder Chaussee
Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Blumberg, den 27. Januar 1886. Die Forstverwaltung. Ziegner. |
Eine frischmilchende Kuh nebst Kalb steht zum Verkauf bei Bader in Lindenberg. |
Ein kleiner grauer Hund mit schwarzer Schnauze und Marke Nr. 290, Neu-Weißensee am Halsband, hat sich am 20. d. Mts. angefunden. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Kosten abholen bei Adolf Salemann, Milchpächter in Lindenberg. |
Holz-Auction. Am Freitag, den 5. März cr. von Vormittags 1/2 9 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg, im Jagen Elisenau am Blumberg-Elisenauer Wege
Auch sollen 50 Schock Bohnenstangen, welche im Rehan [!] liegen und vorher besichtigt werden können, zum Verkauf kommen. Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Blumberg, den 20. Februar 1886. Die Forstverwaltung. Ziegner. Danksagung. Für die zahlreiche Theilnahme bei der Beerdigung unseres entschlafenen Kindes Frieda Noack sagen wir den lieben Freunden, sowie dem Herrn Pastor Blasche für die trostreichen Worte hiermit unsern besten Dank. Blumberg, den 28. Februar 1886. Die Familie Noack Ein Grundstück, massiv, gute Lage, für jedes Geschäft sich eignend, ist sofort für 7800 Mark zu verkaufen. Näheres bei L. Münchhagen in Lindenberg. |
Ahrensfelde. Wie wichtig es ist, daß Schweine auf Trichinen untersucht werden, beweist wieder der Fall, daß der Fleischbeschauer Adler zu Ahrensfelde in einem 120 Kilo schweren Schweine des Pfarrackerpächters W. Haase daselbst Trichinen vorgefunden hat. Das Schwein ist bei der Casseler Gesellschaft versichert. |
Personal-Chronik. Der Sergeant Benke vom 1. Garde-Dragoner-Regiment ist als interimistischer berittener Gendarm in Alt-Landsberg stationirt worden. |
Holz-Auction. Am Mittwoch, den 24. März cr., von Vormittags 1/2 9 Uhr ab sollen im Gasthof des Herrn Kranz hierselbst
Das Holz kann vorher besichtigt werden. Blumberg, den 16. März 1886. Die Forstverwaltung. Ziegner. |
Personal-Chronik. Der Pfarrer Eduard Adalbert Alexander Hosemann in Biesdorf ist zum Superintendenten der Diözese Berlin Land I ernannt worden. |
Etat für den Kreis Nieder-Barnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1886 bis dahin 1887. A. Laufende Einnahmen Kapitel V., Von den Chausseen Titel II., Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück 1. Chausseegeld 13520 Mark 18 Pf. (Vorjahr: 12600 Mark) 2. Sonstige Einnahmen: 800 Mark (Vorjahr: 750 Mark) Die Hebestellen... Lichtenberg 6500 M., Marzahn 4455,78 M., Seefeld 1644,40 M., Radebrück 1840 M.; von letzterer gebührt die Hälfte der Einnahmen dem Kreise Oberbarnim. Titel VIII., Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow 1. Sonstige Einnahmen: 10 Mark (Vorjahr: 10 Mark) A. Laufende Ausgaben Kapitel VI., Für Chausseen und Wege Titel III., Für die Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück 1. Gehalt für 2 Aufseher á 900 M. und für den Chaussee-Aufseher zunächst Berlin ein Wohnungszuschuß von 150 M., für den anderen ein solcher von 100 M.: 2050 Mark (Vorjahr: 2050) 2. Für Beschaffung von Chaussee-Baumaterial: 12017,50 Mark (Vorjahr: 10407,30) 3. Für die Unterhaltung der Chaussee-Anlagen: 11782,50 Mark (Vorjahr: 11292,70) 4. Unterhaltung der Gebäude: 200 Mark (Vorjahr: 300) 5. Verwaltung- und Recepturkosten der örtlichen Organe: 480 Mark (Vorjahr: 480) Summa: 26530 Mark (Vorjahr: 24530) zu 2.) Neue Decklage auf 3259 lfd. m und außerdem Weiterführung der Neupflasterung in der Stadt Alt-Landsberg ... Titel IX., Für die Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow 1. Gehalt für einen Aufseher (Vorjahr: -) 2. Für Beschaffung von Chaussee-Baumaterial: 537 Mark (Vorjahr: 238) 3. Für die Unterhaltung der Chaussee-Anlagen: 1463 Mark (Vorjahr: 1762) 4. Unterhaltung der Gebäude: - (Vorjahr: -) 5. Verwaltung- und Recepturkosten der örtlichen Organe: 40 Mark (Vorjahr: 40) Summa: 2040 Mark (Vorjahr: 2040) Die Chaussee ist 6584 m lang. zu 1.) Die Aufseher-Geschäfte werden von den unter Tit. III. und V. [Bernau- Alt-Landsberg -Neuenhagen...] aufgeführten Aufsehern mit wahrgenommen. |
Ein Knecht, mit guten Zeugnissen versehen, findet als zweiter Knecht Dienst bei Thürling in Mehrow. |
Ein Küchenmädchen für's Land wird sofort oder zum 15. Mai verlangt auf Dom. Hönow. |
Blumberg. Bei der diesjährigen Mastvieh-Ausstellung auf den Central-Viehhof der Stadt Berlin am 5. und 6. Mai cr. wurde dem Bauerngutsbesitzer Herrn A. Noack hierselbst, Mitglied des Landwirtschaftlichen Vereins zu Bernau, für seine in Abtheilung VI. ausgestellte Kuh "Clara", grau mit weiß, holländer Race, 7 Jahre alt, der erste Preis mit 200 Mk. von der Jury zuerkannt. Es ist dieses umsomehr anzuerkennen, als in derselben Abtheilung Herr Noack der einzige Kleingrundbesitzer war ... Im Ganzen waren von 144 Ausstellern zusammen 1133 Thiere ausgestellt und zwar 357 Stück Rindvieh, 118 Stück Schafe und 215 Stück Schweine. |
Tableau der Impfbezirke und Bezirksimpfärzte des Kreises Niederbarnim für das Jahr 1886. Impfbezirk No. 1.: Kreiswundarzt Dr. Häbler. a) Amtsbezirk Falkenberg ... b) Amtsbezirk Malchow, bestehend aus: ..., Lindenberg, ... c) Amtsbezirk Blankenfelde ... Impfbezirk No. 10.: Pract. Arzt Dr. Liedke zu Alt-Landsberg. a) Stadtbezirk Alt-Landsberg b) Amtsbezirk Alt-Landsberg ... c) Amtsbezirk Ahrensfelde, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche, Hellersdorf d) Amtsbezirk Neuenhagen ... e) Amtsbezirk Löhme ... Impfbezirk No. 12.: Pract. Arzt Dr. Bekel zu Bernau. a) Amtsbezirk Buch ... b) Amtsbezirk Börnicke ... c) Amtsbezirk Blumberg, bestehend aus: Blumberg |
Blumberg. Am Sonntag, den 21. d. M.: Großes Concert der Nordamerik. Neger- Jubiläum-Quartett-Sänger Clifton. |
Tüchtige Maurer finden dauernde Beschäftigung bei G. Weidelt, Bauunternehmer. Blumberg. |
Bekanntmachung. Nach Ablauf der zweiten sechsjährigen Amtsperiode sind für eine weitere Amtsdauer, welche mit dem 20. d. Mts. ihren Anfang nimmt, von dem Herrn Oberpräsidenten wieder ernannt worden: a) Zu Amtsvorstehern 6) für den Amtsbezirk Löhme: Königlicher Oberamtmann Schmidt zu Löhme Ferner sind neu ernannt worden b) Zu Amtsvorsteher-Stellvertretern: 5) Für den Amtsbezirk Ahrensfelde: Administrator Krüger zu Mehrow Berlin, den 26. Mai 1886. Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath. Scharnweber |
Eine Wohnung mit Laden (Keller, Stallung und Hofraum) hat zum 1. October zu vermiethen. Blumberg. Fr. Grün. |
Personal-Chronik. Der Kossäth Karl Hörnicke in Hönow ist als Gemeindevorsteher und der Kossäth Wilhelm Schmidt daselbst zum Schöffen der Gemeinde Hönow gewählt und bestätigt bzw. vereidigt worden. |
Bekanntmachung. Die Sperrung des Weges von Eiche nach Ahrensfelde und von Eiche nach Mehrow wird hiermit aufgehoben. Eiche, den 11. Juni 1886. Der Gemeinde-Vorstand. Lindemann. |
Für die Schloßmeierei Blumberg wird ein verheiratheter tüchtiger Meier gesucht, Näheres beim Secretair Engel zu erfragen. |
Namentliche Liste der im Jahre 188 klassificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften.
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Personal-Chronik. Es sind vereidigt bezw. anderweitig verpflichtet worden: Bezirk 33. Als Schiedsmann: Bauerngutsbesitzer Karl Haase in Ahrensfelde Als Schiedsmann-Stellvertreter: Bauerngutsbesitzer Julius Lehmann in Ahrensfelde Bezirk 56. Als Schiedsmann: Halbbauer Karl Baurath in Lindenberg Als Schiedsmann-Stellvertreter: Bauerngutsbesitzer Wilhelm Bolle in Lindenberg Personal-Chronik. der Halbbauer Carl Baurath in Lindenberg ist als Schöffe der Gemeinde Lindenberg gewählt und bestätigt worden. |
Milch-Verpachtung. Für das Quantum Milch von täglich 600 Liter, welche bis zum 1. October d. J. 17 hintereinander folgende Jahre an ein und denselben Pächter verpachtet gewesen sind, wird zum 1. October cr. ein anderer Pächter gesucht. Hierauf Reflectirende wollen sich bei dem Unterzeichneten melden. August Bredereke [!], Bauerngutsbesitzer, Eiche. |
Personal-Chronik. Der Kossäth Wilhelm Gathow, Halbbauer August Ebel und Bauerngutsbesitzer August Noack in Blumberg sind als Schöffen der Gemeinde Blumberg gewählt und bestätigt worden. |
Auf dem Rittergut Mehrow bei Hönow stehen von jetzt ab einjährige reinblütige Rambouillet und South-down Böcke, sowie einjährige Kreuzungs-Böcke von Rambouillet und South-down zum Verkauf. Durch starke Figuren und Wollreichthum zeichnen sich die Thiere aus. Milch-Verpachtung. 120 bis 150 Liter Milch täglich mit Wohnung zum 1. Oct. d. J. zu verpachten beim Bauerngutsbesitzer Carl Gathow, Lindenberg. |
Dem Schlächtermstr. Herrn Albert Kieselack in Lindenberg zu seinem 34. Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß ganz Lindenberg wackelt und die Schafköpfe im Schlachthaus tanzen. Ein Freund aus der Ferne. A.P. |
Milch-Verpachtung. 130 bis 160 Liter Milch täglich mit Wohnung zum 1. Oct. d. J. zu verpachten beim Gemeinde-Vorsteher Kirschbaum in Lindenberg. |
Ein Knecht wird zum sofort Antritt gesucht. Blumberg, Schloßmeierei. |
Bekanntmachung. Auf Antrag des Amtsausschusses wird hierdurch verordnet, daß den Drehorgel- und Harmonikaspielern ec. im Amtsbezirk Blumberg von jetzt ab das Spielen nur des Dienstags erlaubt werden soll. Blumberg, den 14. Juli 1886. Der Amtsvorsteher. Ziegner. |
Milchverpachtung. Ein Quantum Milch, täglich circa 700 bis 800 Liter, ist vom 1. Oct d. J. ab zu verpachten. L. Westphahl, Blumberg (Mark.) |
Ahrensfelde. Sonntag, den 15. und Montag, den 16. August: Großes Erntefest wozu freundlichst einladet W. Haase, Gastwirth. |
Lindenberg. Sonntag, 15. u. Montag, 16. August: Große Erntefest-Musik, wozu freundlichst einladet A. Bolle, Gastwirth. |
Personal-Chronik. Der Amtssecretair Willy Säger zu Blumberg ist zum Standesbeamten-Stellvertreter für den Standesamts-Bezirk Blumberg ernannt worden. |
Ein noch gut erhaltener verdeckter Federwagen und ein >>> Achswagen <<< stehen zum Verkauf beim Milchpächter Haase in Lindenberg. Weber auf schmalen Seehund werden verlangt, Näheres bei C. Volkmann, Wallstraße 11. [Bernau] Blumberg. Sonntag, den 22. und Montag, den 23. August: Großes Erntefest, wozu ergebenst einladet W. Müller, Gastwirth. |
Blumberg. Sonntag, den 22. und Montag, den 23. August: Großes Erntefest, wozu ergebenst einladet H. Krenz, Gastwirth. |
Personal-Chronik. An Stelle des verzogenen Standesbeamten-Stellvertreters Löschke zu Hellersdorf ist der Wirthschafts-Inspektor Steldt zu Hellersdorf zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Bezirk Eiche ernannt worden. |
Die von mir ausgesprochene Beleidigung gegen den Arbeiter Kaufmann in Blumberg nehme ich hierdurch zurück. Blumberg, den 27. August 1886. Caroline Schilling. |
Ich bin von meiner Reise zurückgekehrt. Dr. Bekel. |
Weißensee. Eine Sekundärbahn mit Anschluß an die Stadt- und Ringbahn, welche von Weißensee über Falkenberg, Blumberg und Seefeld nach Werneuchen führen soll, ist zur Zeit Gegenstand eingehender Berathungen. Das Baukapital beträgt eine Million Mk, wovon 700,000 Mk. schon gezeichnet sind. Später soll die Strecke bis Freienwalde verlängert werden. Zur Ausführung ist die Firma Bachstein und Donath gewonnen. |
Bernau. In den Ortschaften an der Freienwalder Chaussee von Falkenberg bis Werneuchen herrscht jetzt eine nicht geringe Aufregung in Folge eines Eisenbahn-Projectes, nach welchem, wie wir bereits in voriger Nummer kurz gemeldet, durch eine Gesellschaft eine Sekundärbahn von Berlin zunächst bis nach Werneuchen gebaut werden soll. Die Absicht geht dahin, die Bahn auf der Chaussee entlang zu führen, nur bei Blumberg würde sie seitwärts vorbeigehen müssen, da die Chaussee in dem Dorfe zu kurze Wendungen macht. In der Gegend von Wartenberg soll sie die Chaussee verlassen und über Hohen-Schönhausen durch die Landsberger Allee nach dem Städtischen Viehhof führen. Das Anlage-Kapital würde sich auf diese Weise ziemlich billig stellen und soll nur 1 Mill. Mark betragen. Hiervon übernehmen die Unternehmer die Hälfte und die andere Hälfte soll durch Ausgabe von Actien aufgebracht werden. Am 26. v. M. hat in Werneuchen eine Versammlung der Betheiligten stattgefunden, in welcher die Vorschläge des Bauunternehmers im Allgemeinen angenommen sind. Wenn das Ganze vorläufig auch nur Project ist, so liegt die Ausführung doch nicht im Bereiche der Unmöglichkeit. Eine Hauptbedingung wird ja das Einverständniß der Chaussee-Verwaltung sein; die übrigen Schwierigkeiten sind leichter zu beseitigen. Mit der Aufbringung resp. Zeichnung der 500000 Mark zweifelt man nicht und dürfte auf diese Weise, was Verkehrsmittel anlangt, dem so stiefmütterlich bedachten Landstrich an der Freienwalder Chaussee entlang auch die Wohlthat einer Bahnverbindung zu Theil werden. |
Blumberg. Am Dienstag fand hierselbst eine Sitzung des für den Bahnbau Berlin-Werneuchen gebildeten Comitees statt. Der Vorsitzende desselben, Herr Bürgermeister Lamprecht aus Werneuchen, entwickelte den mitanwesenden Gästen die Gründe für die Nothwendigkeit und Nützlichkeit dieses Baues. Insonderheit hob er hervor, wie gerade die Ortschaften an und in der Nähe der Freienwalder Chaussee in die üble Lage versetzt seien, die Nachtheile der Nähe Berlins, auf welches sämmtliche Landwirthe doch angewiesen seien, voll und ganz zu empfinden, ohne die Vortheile, welche die Großstadt bietet, recht ausnützen zu können. Die in der Nähe der Hauptstadt noch immer üblichen hohen Löhne in Verbindung mit den im Verhältniß zu den billigen Getreidepreisen übermäßig hohen Transportkosten der ländlichen Produkte würden die Landwirthe auf die Dauer nicht ertragen können; entweder müßten sie versuchen, die Löhne herabzudrücken, was gerade hier seine besonderen socialen Gefahren im Gefolge haben könnte, oder den bisherigen intensiven Betrieb der Landwirthschaft einschränken, um Arbeitskräfte zu ersparen, d. h. mit anderen Worten, den Krebsgang gehen. Durch den Bau der projectirten Bahn glaubt man dieser Calamität vorbeugen zu können. - Nach diesen Mittheilungen wurden die Entwürfe zu den Gesuchen um Genehmigung zu den Vorarbeiten des Baues an die competenten Behörden vorgelesen und von den Comiteemitgliedern unterzeichnet. Als einen wesentlichen Schritt vorwärts zum Gelingen des Unternehmens muß es betrachtet werden, daß auch der Berliner Magistrat einen Bevollmächtigten beauftragt hatte, als Comiteemitglied die Sache fördern zu helfen. Die Bahn soll übrigens nicht, wie in einer früheren Nummer dieses Blattes mitgetheilt war, auf der Chaussee, sondern daneben gebaut [werden]. Auch soll es keine schmal- sondern eine normal-spurige werden. - Eingeleitet wäre die Sache nun, wünschen wir guten Erfolg zunächst bei den hohen Behörden. In der Folge dürften dann aber bloße Wünsche nicht viel nützen, wenn nicht die That hinzukommt. Die That der Besitzer, deren Grundstücke gebraucht werden, nicht übermäßige Preise zu verlangen und die Willigkeit der Gemeinden, ein Opfer zu bringen, wo es sich um das Wohl, wenn auch nicht immer des Einzelnen, sondern des Ganzen handelt. Blumberg. (eingesandt) Ohne Frage ist der Festbericht in der Nr. 106 d. Bl. über die Sadanfeier in Mahlsdorf warmen Interesses gelesen worden. Wer sollte sich nicht freuen, wenn so die Kleinen herangezogen werden zu solchen Festen der Großen, um durch den Augenschein zu lernen, wie man seinen Kaiser ehrt und sein Vaterland liebt. Der Berichterstatter nennt das mit Recht eine patriotische That nur irrt derselbe, wenn er glaubt, daß solche That in der Umgegend etwas Neues und Besonderes ist. Gerade so wie das Fest in Mahlsdorf in diesem Jahre, ist dasselbe, solange es ein Sedanfest gibt, in Blumberg auch gefeiert worden, nur mit dem Unterschiede, daß nicht der Krieger-Verein, der erst neueren Datums ist, sondern der schon lange bestehende Landwehr-Verein seine Feste in Gemeinschaft mit der Schule gefeiert. In diesem Jahre wählte man dazu den 100. Todestag Friedrich des Großen, um der Jugend es vorzuleben, wie man auch die großen Männer und Helden der Vergangenheit ehrt. |
Probsteier Saatroggen, erste Ernte von Originalsaat, hat zu verkaufen A. Grün, Blumberg. Bekanntmachung. Sonntag, den 26. September, ... findet im Local des Herrn Hase [!] eine General-Versammlung der Ortskrankenkasse für den Amtsbezirk Ahrensfelde statt. Tages-Ordnung: Beschlußfassung über die Erweiterung der Ortskrankenkasse, auf die im § 1 des Gesetzes über die Ausdehnung der Unfall- und Krankenversicherung vom 28. Mai 1885 (Reichs-Gesetz-Blatt Seite 159) unter Nr. 2 bis 5 bezeichneten Gewerbe und Betriebe, sowie anderer Besprechungen mehr. Der Vorstand. Fleischflechsen, anerkannt bestes und billigstes Hundefutter, verkauft a Ctr. 7 Mark. Die Scharfrichterei Bernau. Am 2. October treffen 50 Knechte und ebensoviele Mädchen für Stadt und Land bei mir ein. Frau Lina Ludwig, Gesinde-Vermietherin, Berlin, Gartenstraße 166. |
Ein kräftiger Lehrling wird zum 1. Januar 1887 verlangt bei Carl Freidel, Schuhmachermeister, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft wird derjenige bestraft, welcher ohne polizeiliche Erlaubniß an bewohnten oder von Menschen besuchten Orten mit Feuergewehr oder anderen Schießwerkzeugen schießt oder Feuerwerkskörper abbrennt. Bernau, den 21. September 1886. Die Polizei-Verwaltung. Paetzold. [Bernau] |
Personal-Chronik. Die Rieselmeister ... in Falkenberg, Grabenmeister Ludwig Ulfert, Rieselwärter Wilhelm Dupont in Ahrensfelde, Grabenmeister Ferdinand Ridbach, Rieselwärter Carl Giese, Carl Schneider in Eiche, ... und Rieselwärter Wilhelm Wandrei in Mehrow sind als Feldhüter bestätigt worden. |
Bekanntmachung. Der Barbiergehülfe Eduard Henneberg hierselbst ist für den Amtsbezirk Blumberg zum 2. Fleischbeschauer bestellt und verpflichtet worden. Blumberg, den 2. October 1886. Der Amtsvorsteher. Ziegner. |
Für die Schloßmeierei Blumberg wird zum 2. Januar 1887 ein Knecht gesucht. |
Brennerei-Kartoffeln kauft Dominium Mehrow. |
Ortskrankenkasse für den Amtsbezirk Ahrensfelde. Am Sonntag, den 28. November cr., Nachmittags 4 Uhr findet im Hase'schen Local hierselbst eine Generalversammlung statt, wozu sämmtliche stimmberechtigten Kassenmitglieder und deren Arbeitgeber hiermit eingeladen werden. Tages-Ordnung: Wahl von drei Kassenrevisoren zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres 1886 und verschiedene Besprechungen. Der Vorstand. Lehmann. |
Obstbaum- und Rosenschule "Clarahöh" in Lindenberg empfiehlt ihre auf allen Ausstellungen prämirten Obstbäume, Rosen, Beerenobst in besten Sorten zu billigen Preisen. Bei größeren Bestellungen im Herbst liefere [ich] frei Haus und lasse die Bäume kostenfrei durch meinen Obergärtner pflanzen. Rulemann Hientzsch |
Blumberg. Ein Selbstmord, der durch eigenthümliche Charakterwidersprüche besonders bemerkenswerth ist, hat sich hier vor einigen Tagen ereignet. Eine auf einem hiesigen Bauerngut bedienstete Magd hatte schon seit längerer Zeit mit einem gleichfalls im Orte bediensteten Knecht ein Liebesverhältniß unterhalten, das seit kurzem dadurch einen bösen Riß bekommen, daß der Knecht seine Herzallerliebste gründlich durchgeprügelt hatte und sie in Folge dessen nichts mehr von ihm wissen wollte. Trotzdem er sich also nichts weniger als zärtlich betragen, konnte er sich doch in den Gedanken nicht finden, daß er sein Mädel lassen müsse, und ließ sich aller Abweisungen ungeachtet die Mühe nicht verdrießen, sie wieder zu versöhnen. So kam er am 22. d. Mts. wieder nach dem Gehöft, wo sie diente, erfuhr dort aber sowohl von dem Mädchen wie auch von deren Dienstherrn die ganz entschiedene Weisung, sich nicht wieder auf dem Hofe sehen zu lassen. Diese strenge Ordre machte auf den Abgewiesenen einen weit tieferen Eindruck, als man seiner früheren Handlungsweise nach dem Mädchen gegenüber auch nur entfernt hätte muthmaßen können. Er ging rasch fort, zog dann zu Hause seinen Sonntagsanzug an, schrieb seinem Mädel einen Abschiedsbrief auf ewig, und wenige Minuten darauf hing er schon im Garten seines Dienstherrn als Leiche an einem Baum. (Stb.-Ztg.) |
Ahrensfelde. Montag, den 13. December, von Abends 7 Uhr ab Großes Streich-Concert, ausgeführt von der ganzen Liebisch'schen Capelle aus Bernau, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. |
Weißensee. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich dieser Tage hier ereignet. Ein etwa 18jähriges Mädchen wurde von den Flügeln der dortigen Schwedler'schen Windmühle erfaßt und derart verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Ob Selbstmord oder Fahrlässigkeit vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden, ... Sollte es sich nicht empfehlen, im Umkreise von Windmühlen, die in bewohnter und verkehrsreicher Gegend liegen, Zäune zu ziehen, um ähnliche Unglücksfälle zu verhüten. |
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15000 Mark werden gegen sichere Hypothek von dem Vorstande des Falkenberger Rettungshauses zu verleihen gewünscht. Näheres durch Pastor Blasche in Blumberg. |
Ahrensfelde. Sonnabend, 29. d. Mts. Großer Maskenball, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. Schloßmeierei Blumberg stehen 2 alte Arbeitspferde zum Verkauf. |
Lindenberg. Sonnabend, den 5. Februar: Großer Maskenball wozu ergebenst einladet L. Gathow, Gastwirth. |
Bernau. Bei der am 21. Februar stattgefundenen Abgeordnetenwahl für den Reichstag haben Stimmen erhalten:
Der bisherige Reichtags-Abgeordnete Herr Lohren ist somit mit großer Majorität wiedergewählt. Wahl-Ergebnisse
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Bernau. Das in der vorigen Nummer enthaltene Wahlergebnis berichtigt sich wie folgt:
Verzeichniß der Stimmenverhältnisse ...
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2 frischmilchende Kühe mit Kälber, echte Holländer, stehen zum Verkauf bei Thürling in Mehrow. |
Entlaufen ein Jagdhund, braun, glatthaarig, Vorderpfoten weiß mit braunen Tupfen, auf den Namen "Nero" hörend. Gegen Belohnung abzugeben auf Rittergut Hellersdorf. |
Ein großer, gelber Hund mit weißer Brust und weißen Füßen ist entlaufen. Gegen Belohnung abzugeben bei A. Gathow, Lindenberg. Einen großen Posten Sechswochen-Kartoffeln hat zu verkaufen. W. Hase, Gastwirth. Ahrensfelde |
Personal-Chronik. Der Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün in Blumberg ist als Gemeindevorsteher der Gemeinde Blumberg wiedergewählt und bestätigt worden. |
Eine tüchtige Drescherfamilie, womöglich mit Drittgänger, findet zum 1. April Wohnung und Arbeit auf Rittergut Hellersdorf. |
Zwei frischmilchende und zwei hochtragende Kühe stehen zum Verkauf bei Thürling in Mehrow. |
500 Ctr. Rosenkartoffeln zur Saat hat zu verkaufen Carl Haase, Bauergutsbesitzer in Ahrensfelde. |
200 Ctr. Rosenkartoffeln zur Saat hat zu verkaufen Carl Haase, Bauergutsbesitzer in Ahrensfelde. |
General-Versammlung der Ortskrankenkasse für den Amtsbezirk Ahrensfelde findet am Sonnabend, den 30. April Abends 8 Uhr im Haase'schen Gasthof zu Ahrensfelde statt. Tages-Ordnung: 1. Abnahme der Jahres-Rechnung 2. Sonstige Kassen-Angelegenheiten Der Vorstand. Lehmann. |
Winter- und Sommerstroh hat noch zu verkaufen Heinrich Ebel II., Blumberg. |
Ein Knabe, welcher Lust hat, Schlächter zu werden, kann in die Lehre treten bei W. Mittelstädt, Schlächtermstr., Blumberg. |
Bekanntmachung. Da der Weg von Blumberg nach Krummensee gründlich ausgebessert wird, lange Strecken hoch abgerundet werden, auch stellenweise Boden angefahren wird, so ist der Weg jetzt für Fuhrwerk gänzlich unpassirbar, und werden die Adjacenten den Weg über Seefeld-Krummensee wählen müssen. Noack. |
Alt-Landsberg. Unter großartiger Betheiligung feierte am 19. d. M. der hiesige Landwehr-Verein das Fest seines 25jährigen Bestehens. ... |
Ein Knecht wird verlangt beim Gastwirth L. Gathow, Lindenberg. |
Milchverpachtung! 11 bis 120 Liter Milch täglich nebst g. Wohnung und Stallung sind vom 1. Oct d. J. ab zu verpachten. Zu erfragen beim Gastwirth Gathow, Lindenberg. |
Blumberg. Sonntag, den 10. Juli cr. feiert der hiesige Kriegerverein sein erstes Sommerfest im Blumberger Wald, verbunden mit Scheibenschießen und sonstigen Volksbelustigungen, wie Würfeln und Tanz, welches im Walde stattfindet. Hierzu werden Gäste ergebenst eingeladen. Der Vorstand. |
Blumberg. Sonntag, den 10. Juli cr. feiert der hiesige Kriegerverein sein erstes Sommerfest. Abmarsch vom Schönfeld'schen Local zum Festplatz Nachmittags 3 Uhr. Musik von der Liebisch'schen Capelle. Gesangvereine und Freunde sind hierzu freundlichst willkommen. Der Vorstand. |
Große Auction. Das bisher dem Bauergutsbesitzer Carl Wegener in Ahrensfelde, jetzt mir gehörige lebende und todte Inventar, bestehend aus: 6 sehr guten Pferden, 6 Kühen, 3 Jungvieh, 2 Bullen, 3 Schweinen, 1 Dresch- und Häckselmaschine mit Roßwerk, 1 Nähmaschine, 2 Rübenschneidemaschine, 2 neuen Jauchefässern, 1 Kornreinigungsmaschine (ganz neu), 9 sehr guten, fast neuen Wagen, Grubber und Krümmer, 1 Jagdschlitten und 1 ganz neuen Blockschlitten, sowie sonstigen Ackergeräthschaften, soll Donnerstag, den 14. Juli d. J. öffentlich meistbietend gegen baare Bezahlung verkauft werden, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden. Die Auction findet auf dem Wegener'schen Gehöft in Ahrensfelde statt. Ahrensfelde, im Juli 1887. Der Kaufmann M. Jacoby aus Marzahn. |
Ein neuer Federwagen mit Verdeck steht billig zum Verkauf beim Schmiedemeister Schmöker in Ahrensfelde bei Berlin. |
Ein Mikroskop, fast neu, welches 53 Mark gekostet hat, ist für 25 Mark zu verkaufen. Näheres bei H. Oxner, Lindenberg. |
Lindenberg. Sonntag, den 14. und Montag, den 15. August: Erntefest-Musik, wozu ergebenst einladet L. Gahtow [!], Gastwirth. |
Die Auswanderungssucht. Seit dem Jahre 1881, wo die Zahl der aus Deutschland Ausgewanderten ihren Höhepunkt erreichte - sie betrug in jenem Jahre 210547 -, ist die Auswanderung in stetigem Rückgange gewesen; Im vorigen Jahre belief sie sich nur noch auf 79157 Personen. Indeß, schon seit dem October vorigen Jahres hat sich ... wieder ein leichtes Anwachsen bemerkbar gemacht. ..., während die erste Hälfte des Jahres 1886 im Ganzen 40597 deutsche Auswanderer aufwies, sind für die erste Hälfte 1887 im ganzen 57181 Auswanderer zu verzeichnen gewesen. ... |
Ahrensfelde. Sonntag, den 21. und Montag, den 22. August: Großes Erntefest wozu ergebenst einladet W. Haase, Gastwirth. |
Marzahn. Am Sonntag, den 28. August, Nachmittags 3 Uhr Großes Bauernwettreiten (5 Rennen, 3 geschlossene u. 2 offene) Es laden ergebenst ein Die Gastwirthe H. Groh, F. Drenske |
Blumberg. Sonntag, den 4. und Montag, den 5. September: Großes Erntefest wozu ergebenst einladet Gastwirth im Deutschen Hause. |
Dominium Hönow sucht zum 1. October 2-3 Drescherfamilien, 1 ordentlichen Stalljungen bei den Kutschpferden und 1 Viehmädchen bei hohem Gehalt. F. Dotti |
Obstverpachtung. Die Pflaumen meines 5 Morgen großen Gartens will ich sofort verpachten. Fr. Grün, Blumberg. Ein ordentliches Dienstmädchen für Haus- und Landarbeit verlangt sofort G. Bade, Blumberg. |
Eine frischmilchende Kuh mit und ohne Kalb steht zum Verkauf bei Thürling in Mehrow. Ein grauer Jagdhund, 1 1/2 J alt, ist zu verkaufen beim Gärtner und Jäger Glase in Mehrow. |
Das Rittergut Mehrow b. Hönow sucht zum 1. April 1888 einen Vorschnitter mit 12 Parsch kräftigen Arbeitern. |
Bekanntmachung. An Stelle des verstorbenen Barbiergehülfen Eduard Henneberg ist der Barbier Oswald Starke hierselbst für den Amtsbezirk Blumberg zum zweiten Fleischbeschauer bestellt und verpflichtet worden. Blumberg, den 21. October 1887. Der Amtsvorsteher. Ziegner. |
Personal-Chronik. Der Barbier Hermann Grünwald in Lindenberg ist als Leichenbeschauer der Gemeinden Lindenberg und Carow bestellt und vereidigt worden. |
Dom. Blumberg sucht zu sofortigem Antritt einen zuverlässigen Kutscher und ein Mädchen. |
Bernau. Für den zum Abbruch verkauften, 23 m langen Stadtmauer-Theil am Königs-Thor beim "Elysium" ist ... ein annehmbarer Preis erzielt worden. ... Meistbietender blieb der Maurermeister Herr J. Klement mit einem Gebote von 221 Mk. incl. Schuttabfuhr ... |
Lindenberg. Unter sonderbaren Umständen wurde dieser Tage in der Nähe des städtischen Rieselgutes Falkenberg auf Lindenberger Feldmark ein Erfrorener aufgefunden. Derselbe, in den 30er Jahren stehend, scheint geisteskrank gewesen und in Folge einer vollständigen Entblößung von sämmtlichen Kleidungsstücken, die zerstreut um ihn herumlagen, erfroren zu sein. |
Weißensee. Hier ist in der Nacht zu Sonnabend ein an der Königs-Chaussee, gegenüber dem Schlosse gelegenes, erst vor einigen Tagen eingedachtes vierstöckiges Hintergebäude mit lautem Getöse völlig in sich selbst zusammengestürzt. Der während der Nacht niedergegangene Regen hatte den Bau vollständig "aus dem Leim" gelöst: jetzt bezeichnet nur noch ein wüster Haufen von Steinen und Balken die Stätte. |
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Schöffengerichtssitzung zu Alt-Landsberg am 4. Januar 1888. 8) Die Dienstmagd Auguste F. zu Hönow klagt gegen den Knecht St. daselbst wegen Beleidigung. Dem Herrn Vorsitzenden gelingt es, die Sache gütlich auszugleichen, worauf unter allgemeiner Heiterkeit die streitbare Klägerin Ihrem Gegner in die Arme sinkt und die Versöhnung coram publico mit einem Kusse besiegelt. |
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Ein Treibhaus, massiv, Holzverband, enthaltend ca. 30 Mille Mauersteine, zum Abbruch verkäuflich Dom. Hellersdorf bei Kaulsdorf. |
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Bekanntmachung. Der Schlächtermeister Robert Döpke hierselbst beabsichtigt auf dem zu Neu-Weißensee belegenen, im Grundbuche Band 18 Blatt 511 verzeichneten Grundstücke eine Darmschleimerei zu errichten. ... |
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Ein brauner Jagdhund hat sich angefunden. Derselbe kann gegen Erstattung der Unkosten abgeholt werden. Eiche, den 16. Februar 1888. Der Gemeindevorstand. Lindemann. Jagdhund, braun, Vorderpfoten weiß mit braunen Tupfen, auf den Namen "Nero" hörend, ist entlaufen. Wiederbringer erhält Belohnung auf Rittergut [!] Hellersdorf bei Kaulsdorf. Ahrensfelde. Sonnabend, den 4. Februar 1888 von Abends 7 Uhr ab: Großer Maskenball wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. Maskengarderobe trifft Freitag vorher ein. |
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Kaiser Wilhelm - todt. Kaiser Wilhelm, unser guter edler Kaiser ist nicht mehr, ... |
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Kaiser und König Friedrich III. In Folge Ablebens weiland Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm I. ist die Preußische Krone und damit nach Artikel 11 der Reichsverfassung die deutsche Kaiserwürde auf den einzigen Sohn übergegangen. Derselbe hat als Friedrich III. den Thron bestiegen. ... |
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Die Bestattungsfeierlichkeit für Seine in Gott ruhende Majestät Wilhelm I., Deutschen Kaiser und Königs von Preußen am 16. März in Berlin. ... |
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Schleunige Hilfe thut Noth! Furchtbare elementare Ereignisse haben in einzelnen Landestheilen Vernichtung, Entsetzen und Elend verbreitet. Die ersten Zeitungsnachrichten über die Hochfluthen in den Elbe-, Weichsel-, Nogat-, Warthe- und Oderniederungen ließen kaum die Größe des Unglücks ahnen, ... ... Möge jeder sein Scherflein beitragen, um den Unglücklichen rasch zu helfen,. ... Beiträge nimmt die Kreiscommunalkasse zu Berlin, Kochstraße 24, und die Expedition dieses Blattes entgegen. |
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500 Ctnr. Rosenkartoffeln zur Saat hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde. Ein rother Hund hat sich angefunden und kann gegen Erstattung der Futterkosten abgeholt werden beim Schäfer Wolf in Birkholz. Ein hellrother Hofhund, auf den Namen "Feldmann" hörend, ist abhanden gekommen. Der Wiederbringer erhält eine Belohnung bei W. Müller in Mehrow. |
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Blumberg. Am Sonntag fand im Gasthof zum Deutschen Hause hierselbst eine von dem hiesigen Krieger-Verein arrangierte Theater-Vorstellung nebst Concert von der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau zum Besten der Ueberschwemmten statt. Die Betheiligung war sowohl von hier als auch aus den Ortschaften Ahrensfelde und Seefeld eine recht rege, so daß eine Einnahme von 104,25 Mk erzielt wurde, welcher Betrag der Kreis-Communal-Kasse in Berlin zur weiteren Beförderung überwiesen worden ist. |
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100 bis 120 Ltr. Milch nebst Wohnung sind vom 1. October ab zu verpachten. Näheres beim Gastwirth Gathow in Lindenberg bei Berlin. |
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Bekanntmachung. Wegen Vornahme einer Reparatur der Seegraben-Brücke wird der Weg von hier nach Mehrow vom 7. Juni cr. ab auf 8 Tage für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Alt-Landsberg, den 4. Juni 1888. Die Polizei-Verwaltung. |
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Bernau. Am Mittwoch, den 6. Juni cr. fand hierselbst auf Veranlassung des hiesigen landwirthschaftlichen Vereins die zweite Districts-Thierschau für die Kreise Niederbarnim, Oberbarnim und Teltow statt. A. Von den 1200 Mk. Geldprämien für Pferde erhielten ... B. Bei Rindvieh wurden verteilt 1500 Mk. Prämien. Es erhielten a) für Jungvieh, 1 Jahr bis 1 3/4 Jahr alt. II. Preis = 50 Mk. Rittergut Blumberg b) für Fersen, 1 3/4 Jahr bis 2 1/2 Jahr alt. II. Preis = 60 Mk. Bauergutsbesitzer Lehmann - Ahrensfelde. c) für Kühe III. Preis = 50 Mk. Rittergut Börnicke, Silberne Medaille für Gesammtleistung Rittergut Blumberg d) für Bullen I. Preis = 120 Mk. Rittergut Blumberg C. für Schafe II. Preis = 30 Mk. Rittergut Blumberg D. Kälber unter 1 Jahr alt E. Für Schweine F. Federvieh II. Preis = 10 Mk. Gemeinde-Vorsteher Grün - Blumberg für Hühner |
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Bekanntmachung. Der königliche Dulder hat vollendet. Nach Gottes Rathschluß ist Seine Majestät der Kaiser und König Friedrich, unser Allergnädigster Herr, nach langem, schweren, mit bewundernswerter Standhaftigkeit und Ergebung in den göttlichen Willen getragenen Leiden heute kurz nach 11 Uhr Vormittags zur ewigen Ruhe eingegangen. Tief betrauern das Königliche Haus und unser in so kurzer Zeit zum zweiten Male verwaistes Volk den allzufrühen Hintritt des vielgeliebten Herrschers. Berlin, den 13. Juni 1888. Das Staats-Ministerium. |
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Heil unserm Kaiserpaare! Kaiserin Auguste Victoria, Kaiser Wilhelm II. |
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Personal-Chronik. Der Inspector Wolff in Hellersdorf ist zum Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Hellersdorf bestellt und bestätigt worden. |
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Personal-Chronik. Mit der einstweiligen Wahrnehmung des Amtes des Amtsvorstehers des Amtsbezirks Mehrow ist nach dem Abzuge des bisherigen Amtsvorstehers Muhr von Hellersdorf der Amtsvorsteher-Stellvertreter Krüger zu Mehrow beauftragt worden. Der Amtssecretair Klockow zu Hellersdorf ist vom Herrn Ober-Präsidenten zum Standesbeamten-Stellvertreter für den Standesamts-Bezirk Eiche ernannt worden. |
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Personal-Chronik. Der Schäfer Friedrich Zinn in Mehrow ist als Amtsdiener und Vollziehungsbeamter des Amtsbezirks Ahrensfelde bestätigt worden. |
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Schloßmeierei Blumberg sucht zum sofortigen Eintritt einen Knecht. |
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Schöffengerichtssitzung zu Alt-Landsberg. am 27. Juni 1888. Als Vorsitzender fungirte Herr Amtsrichter Dr. Loewy; als Schöffen die Herren: Obersteiger Dietrich - Kalkb.-Rüdersdorf und Bauergutsbesitzer Noack - Blumberg. ... |
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Bekanntmachung. Mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft wird bestraft, wer ohne polizeiliche Erlaubniß an bewohnten oder von Menschen besuchten Orten mit Feuergewehr oder anderem Schießwerkzeuge schießt oder Feuerwerkskörper abbrennt. Bernau, den 17. Juli 1888. Die Polizei-Verwaltung, Paetzold. |
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Bekanntmachung. Durch Beschluß des Sections-Vorstandes II. der Nordöstlichen Bauwerks-Berufsgenossenschaft ist der Kreis Niederbarnim neuerdings in drei Vertrauensmänner-Bezirke getheilt worden. Es gehören: Zum Bezirke I. : die Städte Bernau, Liebenwalde und Oranienburg; die Amtsbezirke ... Zum Bezirke II. : die Stadt Alt-Landsberg; die Amtsbezirke ... Zum Bezirke III. : die Amtsbezirke ... Blumberg, Ahrensfelde, ... |
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Bei meiner Ausreise nach Australien sage ich allen lieben Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl. Caroline Ebel. Doppelkalesche, gut erhalten, für den Preis von 450 Mark zu verkaufen. Eckelt, Berlin, Landsberger Allee 144. Dominium Blumberg sucht zum sofortigen Antritt einen Schäferknecht. |
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Für die Schloßmeierei Blumberg werden gesucht: 1 Knecht zum 1. November cr. und 2 Mägde zum 1. Januar 1889. Ahrensfelde. Sonntag, den 26. und Montag, den 27. d. Mts.: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. Lindenberg. Sonntag, den 26. und Montag, den 27. August: Große Erntefest-Musik, wozu ergebenst einladet A. Bolle, Gastwirth. Der seit 10 Jahren hier wohnhaft gewesene Klempnermeister ist verzogen und deshalb Ersatz Bedürfniß. Passende Wohnung vorhanden. Blumberg. Der Gemeindevorsteher. |
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Bekanntmachung. Die Aufstellung des zum 5. und 7. September nach Blumberg und Mühlenbeck beorderten Vorspanns findet an folgenden Plätzen statt: in Blumberg der von Berlin diesseits des Dorfes Blumberg linker Hand hart an der Berlin-Schwedter Chaussee - gegenüber dem ehemaligen Chausseehause - gelegene Platz in Mühlenbeck ein dem Rittergutsbesitzer Besckow gehöriges Stoppelfeld, ... Berlin, den 1. September 1888. Der Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber. |
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Lindenberg. (Dir. Mitth.) Auch in diesem Jahre wurde, wie alljährlich, von dem Kriegerverein und den Schulen unseres Ortes das Sedanfest gefeiert. Da dieser Tag auf einen Sonntag fiel, war die Betheiligung der Bewohner des Ortes eine allseitige. Am Vormittage nahm der Kriegerverein am Gottesdienst theil. Um 2 Uhr Nachmittags begab sich der Kriegerverein unter Vorantritt der Musik von dem Versammlungsorte nach dem Schulhause, woselbst die festlich geschmückten Schüler sämmtlicher Klassen Aufstellung genommen hatten. Von dort aus nahm der Festzug seinen Weg nach einer nahe beim Dorfe gelegenen Wiese, auf welcher der Festplatz durch Stangen, mit Guirlanden und Fähnchen versehen, abgegrenzt war. Hier wurden die ersten beiden Strophen des Liedes "Nun danket alle Gott" gesungen, worauf Herr Pastor Braun die Festrede hielt. ... Nachdem dann sämmtliche Schüler durch die Coulanz des Herrn Gemeindevorstehers Kirschbaum und der Herren Gemeindevertreter unseres Ortes mit Kuchen und Kaffee regalirt worden waren, gingen die Schüler unter Führung ihrer Lehrer zum Spiel über. ... Für die Unterhaltung der Erwachsenen sorgte in ausgiebigster weise Herr Musikdirektor Gerstenberg, welcher unter schattigen Bäumen mit seiner Kapelle concertirte. ... Mit einem Hoch der Gemeinde auf die Lehrer endete die Feier. - Wie in vielen Orten auf dem Lande, so dient auch hier in Ermangelung eines Gefängnisses das Spritzenhaus zur vorläufigen Aufnahme von Arrestanten. Am 2. September, Abends hatte der im Ort stationirte Gensdarm einen Landstreicher wegen Bettelns in dieses provisorische Gefängnis gesperrt. Am andern Morgen bemerkten nun Knaben der ersten Klasse, welche um 1/2 6 Uhr in die Schule gehen, daß sich einige Steine des Daches von dem der Schule vis-a-vis gelegenen Spritzenhause anfingen zu heben und in der entstandenen Oeffnung struppiges Haar sichtbar wurde, ein Kopf sich durch die engen Latten hindurchdrängte und der übrige Mensch nachfolgte. Ein Sprung - und das inhaftirt gewesene Individuum hatte die goldene Freiheit wiedergewonnen und eilte schleunigst von dannen. Als der Mann des Gesetzes später das Thor des qu. Gefängnisses öffnete, fand er dasselbe natürlich leer. |
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Blumberg. Sonntag, den 9. und Montag, den 10. September: Großes Erntefest wozu ergebenst einladet W. Müller, Gasthof zum weißen Schwan. |
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Blumberg. (Dir. Mitth.) Am vergangenen Sonntag und Montag wurde hierselbst, durch ziemlich warmes und klares Wetter begünstigt, das Erntefest nach althergebrachter Sitte gefeiert und verlief dasselbe in bester Ordnung und ohne Störung. Viele Berliner und andere Fremde waren, wie alljährlich, auch in diesem Jahre zu diesem Feste hierher gekommen, so daß die beiden Gasthöfe vollständig überfüllt waren. Die Gastwirthe, sowie die nach hier gekommenen Budenbesitzer machten gute Geschäfte. Vor ungefähr acht Tagen entfernte sich der beim Tischlermeister Hellwig hierselbst in Lehre stehende Lehrling Wilhelm Noack aus Blumberg und ist bis heute noch nicht zurückgekehrt. ... Da der p. Noack früher schon Zeichen von Geistesgestörtheit gezeigt hat, so ist nicht ausgeschlossen, daß er sich in einem solchen Anfall ein Leid zugefügt hat. |
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50 gut ausgefleischte Märzschafe stehen in Mehrow zum Verkauf. Krüger. |
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Bekanntmachung. Der Tischlermeister August Wegener hierselbst ist für den Amtsbezirk Blumberg zum zweiten Fleischbeschauer bestellt und verpflichtet worden. Blumberg, den 28. November 1888. Der Amtsvorsteher. |
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Holz-Auction. Am Freitag, den 11. Jan. 1889, von Vormittags 9 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg am Blumberg-Schwanebecker Wege an Ort und Stelle
Blumberg, den 5. Januar 1889. Die Forst-Verwaltung. Ziegner. Die Beleidigung, welche ich dem Gasthofsbesitzer Wilhelm Hase in seinem Lokale zugefügt habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Ahrensfelde, den 6. Januar 1889. August Jauert, Schuhmachermeister u. Kaufmann. |
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Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die in Ahrensfelde vorgekommenen Masern-Erkrankungen wird für den Gemeindebezirk Ahrensfelde auf Grund der §§ 9, 41 und 59 des Regulativs für das bei ansteckenden Krankheiten zu beobachtende Verfahren vom 8. August 1835 - Gesetz-Sammlung Seite 240 - die allgemeine Anzeigepflicht hiermit meinerseits unter Androhung der gesetzlichen Strafen angeordnet. Es besteht diese Anzeigepflicht, wie ich noch besonders bemerke, darin, daß alle Familienhäupter, Haus- und Gastwirthe, sowie Medicinalpersonen schuldig sind, von den in ihrer Familie, ihrem Hause und ihrer Praxis vorkommenden Fällen der Masern-Krankheit dem Herrn Amtsvorsteher-Stellvertreter in Mehrow ungesäumt schriftlich oder mündlich Anzeige zu erstatten. Berlin, den 9. Januar 1889. Der Landrath, Geheimer Regierungsrath. Scharnweber. |
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Bekanntmachung. Der Stellmachermeister Johann Kieschewsky in Blumberg beabsichtigt auf seinem zu Blumberg belegenen, im Grundbuche Band II Blatt 59 verzeichneten Grundstücke ein Schlachthaus zu errichten. Nach Vorschrift ... wird dieses Unternehmen mit der Aufforderung zur Kenntniß gebracht, etwaige Einwendungen gegen diese Anlage binnen 14 Tagen bei dem unterzeichneten Amtsvorsteher ... anzubringen. ... Blumberg, den 21. Januar 1889. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
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30 M. Belohnung. In der Nacht vom 16. zum 17. Januar cr. sind in der Blumberger Forst, in der Nähe der Ahrensfelder Grenze zwei Eichen abgesägt und entwendet worden und zwar mittels Einspänners. Die eine Eiche hatte einen Durchmesser von 12, die andere einen solchen von 13 Zoll und wurden dieselben, um die Fortschaffung zu erleichtern, in 2 resp. 3 Stücke geschnitten. Derjenige, welcher dem Gutsvorstande zu Blumberg den Verbleib der Eichen so nachweisen kann, daß der Thäter zur Bestrafung gezogen werden kann, erhält obige Belohnung, Blumberg, den 18. Januar 1889. Der Gutsvorsteher. Ziegner. |
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Ahrensfelde. Sonnabend, 9. Febr., von Abends 7 Uhr ab: Grosser Maskenball wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. Eine reichhaltige Masken-Garderobe trifft vorher ein. |
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Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung meines theuren Vaters, des Lehrers Forberg zu Hönow, sage ich im Namen der Hinterbliebenen ... meinen tiefgefühlten Dank. Hönow, den 5. Februar 1889. Der trauernde Sohn. A. Forberg. Holz- Auction. Am Montag, den 11. Februar 1889, von Vormittags 10 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg am Blumberg-Schwanebecker Wege an Ort und Stelle
Blumberg, den 6. Februar 1889. Die Forst-Verwaltung. |
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Blumberg. Direct aus dem Zeugenstand verhaftet wurden die Dienstknechte Aug. Schulze und Gustav Vetter von hier unter dem dringenden Verdachte, einen Meineid geleistet zu haben; ebenso wurde sofort unter dem Verdachte der Anstiftung hierzu der Dienstknecht Heinrich Scheil in Untersuchungshaft genommen. Letzterer befand sich im November v. J. in dem Bolle'schen Tanzlocale in Lindenberg und rempelte hier wiederholt den Bauergutsbesitzersohn Albert Rühle an, worauf dieser ihm eine Ohrfeige gab. Sofort zog Scheil ein Küchenmesser und versetzte dem Rühle verschiedene Stiche in den Kopf, daß das Blut hoch aufspritze. Unter den Anwesenden rief Schulze, welcher von dem Blute besudelt wurde: "Der sticht ja mit dem Messer", worauf Vetter rief: "Nehmt ihm doch das Messer weg.". Beide bestätigten auch ihre Aeußerung in der Voruntersuchung. Nichts desto weniger ließen sie sich zur Haupt-Verhandlung, welche dieser Tage vor dem Schöffengericht am Amtsgericht II. gegen den Scheil wegen Körperverletzung anstand, als Entlasstungszeugen laden und bekundeten hier auf das Bestimmteste, bemerkt zu haben, daß Scheile [!] kein Messer in der Hand gehabt habe. Ihre Vereidigung war vorläufig ausgesetzt worden und machte sie der Vorsitzende wiederholt auf die Widersprüche mit ihren früheren Aussagen aufmerksam. Umsonst! Selbst als sie nachträglich vereidigt werden sollten, und der Vorsitzende sie nochmals eindringlich vor einem Meineide verwarnte, hielten sie ihre Aussage aufrecht. Dem Vorsitzenden wurde es schwer, die jungen Leute meineidig zu machen und gab ihnen noch zehn Minuten Bedenkzeit, in dem er so lange die Verhandlung aussetzte. Doch alles vergeblich. Als der Gerichtshof wieder zurückkehrte, leisteten sie den Eid auf die gemachte Aussage und wurde nun sofort ihre Verhaftung beschlossen, ebenso die des Scheil wegen dringenden Verdachts der Anstiftung. Außerdem wurde Letzterer wegen Körperverletzung zu 6 Monaten Gefängniß verurteilt. |
Eine Arbeiterfamilie nimmt zum 1. April d. Js.in Wohnung und Arbeit A. Grün, Blumberg. |
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Blumberg. Sonntag, den 24. d. Mts. Großer Wiener Maskenball wozu freundlichst einladet W. Müller. "Deutsches Haus." |
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Geschäfts-Plan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1889 I. Alt-Landsberg im Schützenhause 3. Am Sonnabend, den 16. März cr. die Ortschaften: Eiche mit Hellersdorf, Krummensee, Alt-Landsberg (Amt), Lichtenow, Mehrow, Neuenhagen (Dorf und Gut), Petershagen, Seeberg, Vogelsdorf, Werder, Zinndorf VII. Bernau im Richter'schen Restaurant. 1. Am Sonnabend, den 13. April cr. die Ortschaften: Basdorf, Birkholz, Buch, Buchhorst, Karow, Lindenberg, Mühlenbeck, Schönerlinde, Schönow 4. Am Mittwoch, den 17. April cr. die Ortschaften: Ahrensfelde, Ahrendsee [!], Blumberg mit Elisenau, Börnicke, Lanke mit Uetzdorf und Neudörfchen, Löhme, Prenden, Seefeld, Sophienstädt, Wandlitz, Zepernick Berlin, den 18. Februar 1889. Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Aushebungsbezirkes Niederbarnim. Geheime Regierungs- und Landrath. Scharnweber. |
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Bekanntmachung. Nachdem die Masern-Epidemie in Ahrensfelde erloschen ist, wird die meinerseits mittels Bekanntmachung vom 9. Januar d. J. - Kreisblatt Nr. 6 - für den Umfang der Gemeinde Ahrensfelde angeordnete allgemeine Anzeigepflicht hiermit aufgehoben. Berlin, den 21. Februar 1889. Der Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber. |
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Nachweisung der Frühjahrs-Kontrol-Versammlungen 1889 im 3., 4. und 5. Kompagnie-Bezirk Compagnie. Ort, Tag , Stunde der Versammlung Bezeichnung der Mannschaften, welche zur Versammlung zu erscheinen haben 3. Alt-Landsberg 5./4. 4 Uhr Nachmittags. Aus den Jahrgang 1876 bis 1888 die Reservisten und Wehrleute I. Aufgebots aller Waffengattungen, die Dispositionsurlauber, die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften und die Garnisondienstfähigen, somit die sämtlichen Ersatz-Reservisten, ausgenommen diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1.4. bis 30. 9. 1877 und diejenigen 4jährigen Freiwilligen der Cavallerie, welche in der Zeit vom 1.4. bis 30.9.79 eingetreten sind. 4. Bernau, Landbezirk. 17./4. 3 Uhr Nachmittags. [wie oben] |
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Bekanntmachung. Zur Erleichterung des Geschäftsbetriebes bei dem Königlichen Erbschafts-Steuer-Amt hat der Herr Provincial-Steuer-Director gebeten, daß die Herren Standesbeamten vom 1. April d. Js. ab auf den dem Erbschafts-Steuer-Amt vierteljährlich einzureichenden Todtenlisten oder Vacat-Anzeigen neben der namentlichen Bezeichnung des Standesamtsbezirkes noch die in der nachfolgenden Zusammenstellung für jeden Standesamtsbezirk festgestellte Geschäftsnummer der gedachten Behörde vermerken möchten. Die Herren Standesbeamten ersuche ich, diesem Wunsche gefälligst Folge zu geben.
Der Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber. |
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Kreistag am 22. September 1888. [!] Tagesordnung: 1) Bildung der Kreistags-Wahlbezirke für den Wahlverband der Landgemeinden ... 2) Vervollständigung der Nachweisung der zu Amtsvorstehern geeigneten Personen. ... Zur Tagesordnung No. 2 In die Vorschlagsliste der zu Amtsvorstehern geeigneten Personen wurden aufgenommen: Für den Amtsbezirk Mehrow: Der Inspector Wolff zu Hellersdorf Der Gutsbesitzer Meißner zu Mehrow ... |
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Personal-Chronik. Der Bauer Julius Lindemann in Eiche ist zum Gemeinde-Vorsteher der Gemeinde Eiche gewählt und bestätigt worden. |
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Baupolizeiliche Bestimmung für Straßen und Plätze, die dem öffentlichen Verkehre und deren Anbau dienen sollen. ... |
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Blumberg. Mit dem Schluß des Etatsjahres 1888/89 legte der hiesige Steuererheber, Schmiedemeister Friedr. Juert, sein Amt nieder, welches er 25 Jahre auf das gewissenhafteste verwaltet hat. - Als ein Zeichen der Anerkennung verehrte ihm die Gemeinde eine werthvolle Stutzuhr. |
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General-Versammlung der Ortskrankenkasse des Amtsbezirks Ahrensfelde. Sonntag, den 5. Mai, Nachmittags 4 Uhr im Saale des Herrn Hase, zu welcher hiermit eingeladen wird. Tagesordnung: I. Neuwahl des Vorsitzenden, sowie Schriftführers und vier Vorstandsmitgliedern. II. Abnahme der Jahresrechnung pro 1888 bis 89 und Berichterstattung der Revisionscommission. III. Verschiedenes. Der Vorstand. J. Lehmann. Heiraths-Gesuch. Ein Wittwer ohne Kinder, in den 40er Jahren, mit 500 Thlr. Vermögen, wünscht sich zu verheirathen. Aeltere Damen, auch Wittwen mit Geschäft oder kleiner Landwirthschaft, in welcher derselbe mit thätig sein kann, wollen bitte ihre Adressen unter Angabe ihrer Verhältnisse unter N. 4 an Herrn Schmidt, Berlin, Grüner Weg 2 einsenden. |
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Tableau der Impfbezirke und der Bezirksimpfärzte des Kreises Nieder-Barnim für das Jahr 1889. Impfbezirk No. 11: Pract. Arzt Dr. Liedke zu Alt-Landsberg. a. Stadtbezirk Alt-Landsberg b. Amtsbezirk Alt-Landsberg, ... c. Amtsbezirk Ahrensfelde, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche, Hellersdorf d. Amtsbezirk Neuenhagen, ... e. Amtsbezirk Löhme, ... Impfbezirk No. 13: Pract. Arzt Dr. Wetzstein zu Bernau. a. Amtsbezirk Buch, ... b. Amtsbezirk Börnicke, ... c. Amtsbezirk Blumberg, bestehend aus Blumberg |
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Bekanntmachung. Als gefunden ist bei mir eine Pferdedecke abgegeben worden. Der Verlierer wird hiermit aufgefordert, sich binnen 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Rechte auf dem Amtsbureau zu melden. Blumberg, den 1. Mai 1889. Der Amtsvorsteher. Ziegner. Personal-Chronik. Der Herr Ober-Präsident hat nach Ablauf der sechsjährigen Amtsperiode den Director Feldtmann zu Neu-Weißensee und den Administrator Ziegner zu Blumberg auf eine weitere sechsjährige Amtsdauer zu Amtsvorstehern des Amtsbezirks Weißensee bezw. Blumberg ernannt. |
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Gegen 200 Centner Futter-Kartoffeln, welche sich auch gut zu Brennerei-Kartoffeln eignen, sind zu verkaufen bei Thürling in Mehrow. |
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Dreirad, fast neu, ist billig zu verkaufen bei Klockow, Mehrow bei Neuenhagen a.O. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh und den Schafen des Rieselgutes Hellersdorf ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 14. Mai 1889. Der Amts-Vorsteher. |
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Personal-Chronik. Der Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Ahrensfelde, Herr Administrator Krüger zu Mehrow, ist vom 19. d. Mts. ab auf vier Wochen beurlaubt. Mit seiner Stellvertretung in den Amtsgeschäften ist der Herr Amtsvorsteher Jungck zu Hohen-Schönhausen betraut worden. |
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Bekanntmachung. Der Theil des Blumberg-Bernauer Weges von dem Wege nach Blumberg-Hof bis zum Wege nach Elisenau wird wegen Chaussirungsarbeiten bis auf Weiteres für Fuhrwerke gesperrt. Blumberg, den 8. Juni 1889. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
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Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf § 123 ad 7 der Deutschen Wehrordnung vom 25. November 1888, betreffend die Zurückstellung der Reserve- und Landwehr- pp. Mannschaften, rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse, bringe ich nachstehendes Verzeichniß derjenigen Personen zur öffentlichen Kenntniß, welche aus dem Kreise Niederbarnim für das Jahr 1889 hinter den letzten Jahrgang der Ersatz-Reserve bezw. der Reserve und der Landwehr (Seewehr) ersten und zweiten Aufgebots, sowie der Landsturmpflichtigen des ersten und zweiten Aufgebots, zurückgestellt worden sind. Die übrigen um Zurückstellung vorstellig gewordenen, hierunter aber nicht aufgeführten Personen sind mit ihren Gesuchen zurückgewiesen. Berlin, den 6. Juni 1889. Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Aushebungsbezirkes Nieder-Barnim Geheimer Regierungs- und Landrath. Scharnweber.
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh und Schafen des Rieselgutes Hellersdorf ist erloschen. Mehrow, den 15. Juni 1889. Der Amts-Vorsteher. |
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Personal-Chronik. Der Herr Ober-Präsident hat den bisherigen Amtsvorsteher-Stellvertreter, Administrator Krüger zu Mehrow zum Amtsvorsteher und den Gemeinde-Vorsteher Haase zu Ahrensfelde zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Ahrensfelde, ... bestellt. |
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Ein Fohlen (14 Wochen alt) steht zum Verkauf bei L. Münchhagen in Lindenberg. |
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Bekanntmachung. Da die Chaussirungsarbeiten auf dem Blumberg-Bernauer Wege beendet sind, ist dieser wieder fahrbar. Blumberg, den 25. Juni 1889. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
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Personal-Chronik. Der bisherige Hülfsprediger Bartholomäus Gustav Adolph Benecke in Lichtenberg, Diözese Berlin-Land I, ist zum Pfarrer der Parochie Schwanebeck, Diözese Berlin-Land II, bestellt worden. |
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Etat für den Kreis Nieder-Barnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1889 bis dahin 1890. A. Laufende Einnahmen Kapitel V. Von den Chausseen Titel II. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück, Alt-Landsberg - Tasdorf (Berlin-Prötzel) 1. Chausseegeld: 14633,38 (Vorjahr: 13827,11 M.) 2. sonst Einnahmen: 1500,00 M (Vorjahr: 1000 M.) nach dreijährigem Durchschnitt Die Hebestelle Hönow, welche an Stelle der früheren Hebestelle Seeberg getreten ist, wird administrirt und erhebt zugleich das Chausseegeld für die Chaussee Neuenhagen-Hönow-Mehrow. Der Ertrag wird auf 2500 M. angenommen. Titel VIII. Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow 1. Chausseegeld: - (Vorjahr: 600 M.) 2. sonst. Einnahmen: - (Vorjahr: -) Die Einnahmen der Chausseegeldhebestelle Hönow sind bei Titel II Pos. 1 nachgewiesen. B. Ausgaben Kapitel VII. Für Chausseen und Wege Titel IX. Chaussee Neuenhagen - Hönow -Mehrow (Die Chaussee ist 6584 Meter lang) 1. Gehalt für den Aufseher: - (Vorjahr: -) 2. Für Beschaffung von Chaussee-Baumaterial: 1069 M. (Vorjahr: 456 M.) Es sollen 98 cbm Steine und 140 cbm Kies und Sand neu beschafft werden. 3. Für die Unterhaltung der Chausseeanlagen: 931 M.(Vorjahr: 1044 M.) 4. Für Unterhaltung der Gebäude: - (Vorjahr: -) 5. Verwaltungs- und Recepturkosten der örtlichen Organe: 40 M. (Vorjahr: 4 M.) Summa Titel IX: 2040 M. (Vorjahr: 1540 M.) |
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Bekanntmachung. Als Taxatoren bezw. Mitglieder sowie deren Stellvertreter der im Falle einer Mobilmachung im Kreise zusammentretenden Pferdeaushebungs- und -Musterungs-Commission fungiren: Für den Pferde-Aushebungsbezirk Berlin I. Taxatoren: Gemeinde-Vorsteher Dubick - Marzahn, Hörnicke - Hönow. Für den Pferde-Aushebungsbezirk Falkenberg Mitglieder: Administrator Dr. Trommer - Falkenberg, Amts-Vorsteher Ziegner - Blumberg, Gemeinde-Vorsteher Bausdorf - Kaulsdorf Stellvertreter: Administrator Voigt - Kaulsdorf, Gemeinde-Vorsteher Pahl - Friedrichsfelde, Haase - Ahrensfelde Für den Pferde-Aushebungsbezirk Bernau Mitglieder: Rittergutsbesitzer Simon - Börnicke, Gemeinde-Vorsteher Schindler - Schwanebeck, Oberförster Kauffmann - Lanke Stellvertreter: Ackerbürger Wilh. de Martincourt - Bernau, Gutsbesitzer Kirschbaum - Lindeberg, Ackerbürger Julius Sourell - Bernau |
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Blumberg. Sonntag, den 11. und Montag, den 12. August: Grosses Ernte-Fest wozu freundlichst einladet W. Müller, Deutsches Haus |
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Lindenberg. Am Sonntag, den 11, und Montag, den 12. August: Große Erntefest-Musik, wozu ergebenst einladet L. Gathow, Gastwirth. |
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Lindenberg. Sonntag, den 11. August: Große Tanzmusik, wozu einladet A. Bolle, Gastwirth. |
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Ahrensfelde. Sonntag, den 18. u. Montag, den 19. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet W. Haase, Gastwirth. |
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Personal-Chronik. Der Herr Ober-Präsident hat den Gutsvorsteher-Stellvertreter, Inspector Wolff zu Hellersdorf zum Standesbeamten des Standesamtsbezirks Eiche bestellt. |
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Bekanntmachung. Unter den Kühen des Bauergutsbesitzers Julius Lehmann zu Ahrensfelde ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 15. October 1889. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Bekanntmachung. Nach § 9 des Gesetzes, betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23. Juni 1880 ist der Besitzer von Hausthieren verpflichtet, von dem Ausbruche der nachbenannten Seuchen 1. Milzbrand, 2. Tollwuth, 3. Rotz (Wurm) der Pferde, Esel, Maulthiere und Maulesel, 4. Maul- und Klauenseuche, 5. Pockenseuche der Schafe, 6. Lungenseuche der Pferde und der Bläschenausschlag der Pferde und des Rindviehs, 7. Räude der Pferde, Esel, Maulthiere, Maulesel und der Schafe unter seinem Viehbestande und von allen verdächtigen Erscheinungen bei demselben, welche den Ausbruch einer solchen befürchten lassen, sofort der Polizeibehörde Anzeige zu machen, auch das Thier von Orten, an welchen die Gefahr der Ansteckung fremder Thiere besteht, fern zu halten. ... Wegen der zur Zeit im Kreise unter dem Rindvieh und den Schweinen herrschenden Maul- und Klauenseuche bringe ich die vorstehenden gesetzlichen Bestimmungen hierdurch in Erinnerung ... Berlin, den 22. October 1889. Der Landrath, Geheime Regierungsrath. Scharnweber. |
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Blumberg. Ein glücklicherweise seltener Krankheitsfall, der sogenannte Hundewurm - eine Bandwurmart echinococcus - ist hier selbst bei einem 13jährigen Mädchen aufgetreten. Eine mehr und mehr bemerkbare Geschwulst in der Lebergegend wurde von Professor v. Bergmann als die genannte Krankheit erkannt und durch zweimalige Operation beseitigt. Die weitere Behandlung und Heilung ist bisher günstig verlaufen, so daß die Wiederherstellung der Patientin in Aussicht steht. Läßt sich auch die Art und Weise der Uebertragung des Hundewurmes auf den Menschen nicht mit völliger Sicherheit nachweisen, so ist die Annahme, daß das Lecken der Hunde die Ursache ist, doch die nächstliegende, und sollte dieser Fall eine erneute Mahnung sein, die so nahe Berührung der Kinder mit Hunden auf keinen Fall zu dulden. |
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Für Korbmacher. Feinste Flechtweiden (grün) zu haben auf der Weidenplantage "Clarahöh" in Lindenberg. Obergärtner Gabriel. |
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Nachweisung der Herbst-Controlversammlungen 1880 In Marzahn am 4. November, Vormittags 9 Uhr: aus den Jahrgang 1882-89 die Reservisten aller Waffengattungen, die Dispositions-Urlauber und die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften und die Garnisondienstfähigen aus den Ortschaften Eiche, Hellersdorf, Marzahn, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde, Falkenberg und Wartenberg In Alt-Landsberg am 4. November, Nachmittags 2 Uhr: ... Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg, Mehrow, Neuenhagen, Krummensee, Seeberg |
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Bekanntmachung. In der Nacht vom 24. zum 25. d. Mts. hat sich auf dem Gute Hellersdorf eine rothbunte Kuh (Färse), 2 bis 3 Jahr alt, angefunden. Der sich legitimierende Eigenthümer kann dieselbe gegen Erstattung der entstandenen Kosten in Empfang nehmen. Mehrow, den 28. October 1889. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Schloßmeierei Blumberg sucht zu Neujahr eine Magd. |
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Bekanntmachung. Die unter dem Rindvieh des Bauerngutsbesitzers Lehmann zu Ahrensfelde ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen. Mehrow, den 2. December 1889. Der Amts-Vorsteher. |
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Malchow (verspätet eingesandt). Am Sonnabend, den 30. November feierte der hiesige Gesangverein "Immergrün" im festlich geschmückten Barthel'schen Locale sein 5. Stiftungsfest, wozu auch der Gesangverein "Frohsinn" zu Ahrensfelde eingeladen und erschienen war. ... |
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Alt-Landsberg. Unsere Stadt hat jetzt eine freiwillige Feuerwehr. Dieselbe besteht aus 40 Mann und ist von dem Oberfeuerwehrmann Krause aus Berlin ausgebildet. Sie ist vollständig uniformiert, besitzt eine neue Saug- und Druckspritze von Ewald - Cüstrin und einen nach Berliner Muster erbauten Uebungsturm. Am 14. d. M. fand die Schluß-Uebung und Vorstellung der Wehr statt, ... |
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Bekanntmachung. Mit dem 31. December d. Js. wird für Bahnhof Weißensee die bahnamtliche Abfuhr von Fracht- und Eilstückgut, welche dem Rollfuhrunternehmer Julius Schumacher in Berlin versuchsweise übertragen war, wieder eingestellt. Berlin, im December 1889. Königliches Eisenbahn-Betriebsamt. (Stadt- und Ringbahn.) |
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Holz-Auction. Am Mittwoch, d. 15. Januar cr. von Vormittags 9 Uhr ab sollen im Forstrevier Blumberg im Jagen Rehan [!], an der Berlin-Schwedter Chaussee
Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gemacht. Blumberg, den 7. Januar 1890. Die Forst-Verwaltung. Ziegner. |
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Holz-Verkauf. Montag, den 20. Januar 1890 sollen im Ufstall [!] auf meinem Grundstück zu Seefeld
Johann Ebel, Blumberg. |
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Ahrensfelde. Am Sonnabend, den 8. Februar, abends von 7 Uhr ab: Großer Maskenball, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. Die Masken-Garderobe trifft vorher ein. |
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Wahlbezirks-Eintheilung des Nieder-Barnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage am 20. Februar 1890.
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Wahl-Ergebnisse des Kreises Nieder-Barnim
Im Ganzen haben erhalten:
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Bekanntmachung. ... Von den abgegebenen 29642 Stimmen waren von den Wahlvorständen 128 Stimmen für ungültig und 29514 Stimmen für gültig erklärt. Die absolute Mehrheit beträgt also 14758 Stimmen Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf:
Der Wahlcommissarius, Geheime Regierungs- und Landrath. Scharnweber. | ||||||||||||||||
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Geschäfts-Plan zur Musterung ... I. Alt-Landsberg im Schützenhaus 3. Am Sonntag, den 15. März cr. die Ortschaften: Eiche mit Hellersdorf, Krummensee, Alt-Landsberg (Amt), Lichtenow, Mehrow, Neuenhagen, (Dorf und Gut), Petershagen, Seeberg, Vogelsdorf, Werder, Zinndorf. VII. Bernau im Richter'schen Restaurant 2. Am Sonntag, den 26. April cr. die Ortschaften: Ahrensfelde, Ahrendsee, Blumberg mit Elisenau, Börnicke, Lanke mit Uetzdorf und Neudörfchen, Löhme, Prenden, Seefeld, Sophienstädt, Wandlitz, Zepernick |
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An die Wähler von Nieder-Barnim Mitbürger! Der 1. März ruft Euch zur engeren Wahl zwischen Lohren und Stadthagen. ... Wer will, daß Christentum, Monarchie und Vaterland unserem theuren Deutschen Volke erhalten bleiben, der wählt: Landtagsabgeordneten Lohren zu Berlin. [Stadthagen: Sozialdemokrat, Lohren seit 9 Jahren im Reichstag] |
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Wahl-Ergebnis [Stichwahl]
Bernau. Der Sieg ist in der Stichwahl dem Candidaten der Socialdemokratie, Rechtsanwalt Arthur Stadthagen zu Berlin mit 15411 Stimmen zugefallen; während der bisherige Reichstags-Abgeordnete Lohren nur 15025 Stimmen erhielt. ... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Uebersicht der Frühjahrs-Kontrol-Versammlungen für 1890 im Landwehrbezirk Bernau Kompagniegebiet Oranienburg / Meldeamt Lichtenberg: Marzahn, 9./4. 9 Uhr Vormittags. [Aus den Ortschaften:] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Marzahn, Hohen-Schönhausen und Wartenberg Alt-Landsberg, 9./4. 2 Uhr Nachmittags. [Aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg, Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg Bernau I. Landbezirk ohne Krummensee, 23./24. 3 Uhr Nachmittags. Orte wie bisher |
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Saatkartoffeln der drei bewährtesten Sorten für den Berliner Markt: Magnum Bonum, Sechswochen-, Maikönigin empfiehlt Obergärtner Gabriel, Lindenberg. Einen großen Posten Rosenkartoffeln zur Saat hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde. Schloßmeierei Blumberg sucht für sofort oder auch später eine Arbeiterfamilie. |
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Einen größeren Posten Sechswochenkartoffeln (reine Saat) hat zu billigen Preisen abzugeben W. Hase, Ahrensfelde. Für Korbmacher. Feinste Flechtweiden (grün) auf der Weidenplantage "Clarahöh", Lindenberg. Obergärtner Gabriel. |
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Tableau der Impfbezirke und der Bezirksimpfärzte des Kreises Niederbarnim für das Jahr 1890 Impfbezirk Nr. 11: Pract. Arzt Dr. Liedke zu Alt-Landsberg. Impfbezirk Nr. 13: Pract. Arzt Dr. Wetzstein zu Bernau |
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Werde Privat-Impfungen mit frischer Kuhlymphe bei Erst- und Wieder-Impflingen an jedem Sonntag (Nachmittags 3 Uhr) des Monats Juni vornehmen. Dr. Rehfeld, pract. Arzt, Ahrensfelde. |
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Bekanntmachung. Wegen Pflasterung des sogenannten Schleusenberges in Blumberg wird dieser Theil des Blumberg-Mehrower Weges bis auf Weiteres gesperrt. Blumberg, den 24. Mai 1890. Der Amts-Vorsteher. Personal-Chronik. Der Amts-Vorsteher und Standesbeamte Krüger zu Mehrow ist auf 4 Wochen beurlaubt. Seine Vertretung als Amts-Vorsteher des Amtsbezirks Ahrensfelde hat der Gemeinde-Vorsteher Haase zu Ahrensfelde und als Standesbeamter des Standesamtsbezirks Mehrow der Kossäth Meißner [?] zu Mehrow übernommen. |
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Verwaltungs-Bericht für das Jahr 1889 ... Kreis-Chausseen. 8. Neuenhagen-Hönow-Mehrower Chaussee = 6584 m lang. Auf dieser Chaussee sind neue Decklagen noch nicht hergestellt worden, wohl aber mußte das Pflaster derselben in Hönow an einzelnen Stellen umgelegt werden. Bei 676 qm Pflasterarbeiten sind 13 cbm Pflastersteine, 12 cbm Kies und 30 cbm Sand verwendet worden. ... Die Baumbepflanzung auf dieser Chaussee wurde in Stand gehalten durch Pflanzen von 72 neuen Obstbäumen, Setzen von ca. 240 Stück Pfählen und ordnungsgemäßen Beschneiden pp. der älteren wild ausgewachsenen Bäume. ... Personenwechsel. Zu Amtsvorstehern sind neu ernannt: für den Amtsbezirk Ahrensfelde der Administrator Krüger zu Mehrow, welcher das Amt seit dem Fortzuge des bisherigen Amtsvorstehers, Rittergutsbesitzer Muhr, zu Hellersdorf, interimistisch verwaltet; Zu Amtsvorsteher-Stellvertretern sind neu ernannt: für den Amtsbezirk Ahrensfelde der Gemeindevorsteher Haase zu Ahrensfelde für den zum Amtsvorsteher ernannten Administrator Krüger zu Mehrow; Zu Standesbeamten sind neu bestellt: für den Standesamtbezirk Eiche der Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf für den verzogenen Rittergutsbesitzer Muhr; Zu Standesbeamten-Stellvertretern sind neu bestellt: für den Standesamtbezirk Eiche der Hofinspektor Harras zu Hellersdorf für den verzogenen Amtssekretär Klockow; |
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Bekanntmachung. ... bringe ich nachstehend das Verzeichniß derjenigen Personen zur öffentlichen Kenntniß, welche aus dem Kreise Niederbarnim für das Jahr 1890 hinter den letzten Jahrgang der Ersatz-Reserve bezw. der Reserve und der Landwehr (Seewehr) ersten und zweiten Aufgebots, sowie der Landsturmpflichtigen des ersten und zweiten Aufgebots zurückgestellt sind. ... Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Aushebungsbezirkes Nieder-Barnim. Geheime Regierungs- und Landrath. Scharnweber.
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In letzter Zeit sind Eisenbahnschaffner bestraft worden, weil sie geduldet hatten, daß in den Eisenbahnwagen Drehorgel bzw. Harmonika gespielt worden ist. Das reisende Publikum soll durch derartige Musik nicht belästigt werden. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Bauergutsbesitzers Wilhelm Bolle in Lindenberg ist erloschen. Malchow, den 13. Juni 1890. Der Amts-Vorsteher. Spinola. |
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Alt-Landsberg. Die Geistesumnachtung eines Amtsrichters hat hier in allen Kreisen die tiefste Teilnahme erregt. Es handelt sich um den Amtsrichter Schmidt, ... Vor zwei Jahren war er bereits aus Landsberg auf geheimnisvolle Weise verschwunden; er irrte damals geistig krank in Berlin umher und wurde nach einer Anstalt gebracht, ... Der Patient ist inzwischen einem geeigneten Krankenhaus übergeben. |
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Ein zuverlässiger Knecht findet bei hohem Lohn Stellung bei Thürling in Mehrow. |
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Personal-Chronik. Der Herr Amtsvorsteher Krüger zu Mehrow hat nach seiner Rückkehr von der Urlaubsreise die Amtsgeschäfte wieder übernommen. |
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Ein gutes kräftiges Arbeitspferd, nur für das Land passend, ist sofort billig zu verkaufen bei Obergärtner Gabriel, Lindenberg. |
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Bekanntmachung. Bei zwei Pferden des Kossäthen August Haase zu Ahrensfelde ist die Rotzkrankheit festgestellt und sind dieselben heute getödtet Mehrow, den 4. Juli 1890. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Weißensee. Der am Dienstag Nachmittag in Schloß Weißensee aufsteigende Luftschiffer L. war bereits vor einer zahlreichen Volksmenge haushoch emporgestiegen, und es handelte sich nun darum, nach Oeffnung des Ventils mittels des Fallschirmes wieder zur Erde zu gelangen. Hierbei wiederfuhr ihm das Unglück, daß er sich in der Leine vergriff, den Fallschirm verfehlte und aus einer Höhe von 30 Metern zur Erde herabstürzte. Der Bedauernswerthe wurde sofort nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshain überführt, wo schwere innere Verletzungen und bedenkliche Constusionen am Rückgrat festgestellt wurden. |
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Bekanntmachung. Aus der Matzdorff'schen Irrenanstalt ist heute Mittag zwischen 12 und 12 1/2 Uhr der Geisteskranke, Gemeindeschullehrer Taeger ... entwichen. ... Bernau, den 6. August 1890. Die Polizei-Verwaltung, Paetzold. Bekanntmachung. Unter den Kühen des Dom. Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 5. August 1890. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Ahrensfelde. Sonntag, den 24. u. Montag, den 25. August: Grosses Erntefest wozu ergebenst einladet W. Hase, Gastwirth. |
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Lindenberg. Sonntag, den 24. u. Montag, den 25. August: Grosse Erntefestmusik wozu ergebenst einladet A. Bolle, Gastwirth. |
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Blumberg. Sonntag, den 24. u. Montag, den 25. d. Mts. findet bei mir Grosses Erntefest statt, wozu ergebenst einladet W. Müller, Gastwirth z. weißen Schwan. Lindenberg. Sonntag, den 24. u. Montag, den 25. August: Grosse Erntefestmusik wozu ergebenst einladet L. Gathow, Gastwirth. |
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Marzahn. Eine dem Bauergutsbesitzer Schönnagel hierselbst gehörige Sau hat am Sonnabend 5 Ferkel zur Welt gebracht, von denen eins 2 Köpfe, 3 Ohren und 6 Füße hat. Das Thier hat noch 1 1/2 Stunde nach der Geburt gelebt. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche zu Dom. Mehrow ist erloschen. Mehrow, den 30. August 1890. Der Amts-Vorsteher. |
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Danksagung. Für die zahlreiche Theilnahme und Blumenspenden bei der Beerdigung unserer innigst geliebten Tochter und Schwester Elise Müller sagen wir allen Verwandten und Freunden, insbesondere dem Herrn Pastor Blasche für seine trostreichen Worte am Sarge und Grabe, sowie Herrn Musikdirector Alb. Liebisch unsern tiefgefühlten Dank. Blumberg, den 8. October 1890. Die trauernden Hinterbliebenen. |
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Uebersicht der diesjährigen Herbst-Kontrol-Versammlungen im Landwehrbezirk Bernau. Marzahn, 6.11. 9 Uhr Vorm., Eiche, Hellersdorf, Marzahn, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde, Falkenberg, Wartenberg Alt-Landsberg, 6.11. 2 Uhr Nachm., Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee, Seeberg Bernau, Landbezirk, 15.11. 3 Uhr Nachm., Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Dorf und Gut), Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg |
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Für Korbmacher. Feinste Flechtweiden (grün) auf der Weidenplantage "Clarahöh" Lindenberg. Obergärtner Gabriel. Qualität hochfein. Meine Bindeweide wurde auf allen Ausstellungen mit ersten Preisen prämirt. Berlin 1890: Staatspreis. |
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Bekanntmachung. Am 25. October cr. ist auf der Chaussee zwischen Falkenberg und Ahrensfelde eine Cylinderuhr mit Kapsel gefunden worden. Der sich legitimirende Eigenthümer kann dieselbe gegen Kostenerstattung in Empfang nehmen. Mehrow, den 28. October 1890. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Am 6. d. Mts. ist von Berlin nach Blumberg ein Packet verloren worden. Der Finder erhält eine Belohnung. A. Westphal, Handelsmann, Blumberg. |
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Bekanntmachung. So lange der von Elisenau nach Börnicke führende Weg wegen des tiefen Schnees unpassierbar ist, haben Fuhrwerke, Reiter und Fußgänger den Acker auf der nördlichen Seite dieses Weges zu benutzen. Es ist daselbst durch den Verkehr schon ein für jeden gut passirbarer Weg entstanden. Blumberg, den 21. Januar 1891. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
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Der obere Theil eines Glockengeläuts mit Haarschweif ist am Mittwoch Abend zwischen Lindenberg und Schwanebeck verloren worden. Gegen Belohnung abzugeben beim Gastwirth Gahtow, Lindenberg. |
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Einen größeren Posten Eßkartoffeln und 600 Centner Brennereikartoffeln hat abzugeben W. Thürling in Mehrow b. Hönow. |
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Bekanntmachung. Nachdem am 1. October 1890 eine Neueintheilung der [sieben] Vertrauensmännerbezirke der nordöstlichen Baugewerks=Berufsgenossenschaft (Section II) im Kreise Niederbarnim stattgefunden hat, bringe ich ... nachstehend die jetzige Bezirkseintheilung, sowie die Namen der betreffenden Vertrauensmänner und Beauftragten zur Kenntniß der Ortspolizei-Behörden und betheiligen Betriebsunternehmer des Kreises. Es gehören zum Bezirk V.: die Amtsbezirke: Biesdorf, Ober-Schöneweide, Blumberg, Ahrensfelde, Hohen-Schönhausen, Falkenberg, Malchow, Weißensee, Pankow, Franz.-Buchholz, Blankenfelde Es fungiren für den Bezirk V.: als Vertrauensmann: Zimmermeister Schreiber in Falkenberg bei Weißensee; als Vertreter: Bauunternehmer Möser in Weißensee; Berlin, den 10. Februar 1891. Der Landrath, Geheime Regierungsrath Scharnweber. |
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Personal-Chronik. Der Schneidermeister Wilhelm Lindemann zu Mehrow ist als Amtsdiener des Amtsbezirks Ahrensfelde bestätigt worden. |
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Rosenkartoffeln (rein zur Saat) hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde. |
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Plan für Abhaltung der Frühjahrs-Controllversammlungen. 1891. Kreis Niederbarnim Marzahn, 1.4. 9 Uhr V., Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Marzahn, Hohen-Schönhausen und Wartenberg. Alt-Landsberg, 1.4. 3 Uhr N., Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee, Seeberg. Bernau (Landbezirk), 20.4. 11 Uhr V., Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg, Gut und Dorf Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg. |
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Die Beleidigung, die ich dem Schneidermeister Otto Haase zugefügt habe, ist unwahr; ich nehme dieselbe hiermit zurück und erkläre Herrn Haase für einen Ehrenmann. Blumberg, den 18. März 1891. Auguste Blankenburg. |
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Eine Wohnung, passend für einen Handelsmann oder auch für zwei Arbeiterfamilien, zum 1. Juli zu vermieten. Bade, Blumberg. |
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Tableau der [acht] Impfbezirke und der Bezirksimpfärzte des Kreises Niederbarnim für das Jahr 1891. Impfbezirk IV.: Pract. Arzt Dr. Liedke zu Alt-Landsberg. a. Stadtbezirk Alt-Landsberg. b. Amtsbezirk Löhme. c. " Blumberg, d. " Ahrensfelde, e. " Neuenhagen, f. " Fredersdorf, g. " Dahlwitz, h. " Amt Alt-Landsberg, mit den Impfstationen: Alt-Landsberg, Löhme, Seefeld, Krummensee, Blumberg, Mehrow, Ahrensfelde, Eiche, Hellersdorf, Neuenhagen, Seeberg, Hönow, Fredersdorf, Bollensdorf, Vogelsdorf, Petershagen, Eggersdorf, Dahlwitz. Impfbezirk VIII.: Kreis-Physikus Dr. Philipp zu Berlin. a. Amtsbezirk Lichtenberg b. " Stralau-Rummelsburg, c. " Neu-Weißensee, d. " Friedrichsfelde, e. " Falkenberg, f. " Malchow, g. " Biesdorf, h. " Hohen-Schönhausen, mit den Impfstationen: Lichtenberg, Stralau, Rummelsburg, Weißensee, Friedrichsfelde, Falkenberg, Wartenberg, Malchow, Carow, Lindenberg, Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn Berlin, den 1. Mai 1891. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim. |
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Bekanntmachung. Auf dem Dominium Hellersdorf ist die Lungenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 29. Mai 1891. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Bekanntmachung. Die von Blumberg nach Krummensee führende Straße ist vom erstgenannten Orte bis an die, die genannte Straße durchkreuzende Kirschallee wegen vorzunehmender Pflasterungsarbeiten vom 9. d. Mts. ab gesperrt. Der Verkehr zwischen den genannten Orten hat durch die, die Schwedter Chaussee mit der Krummensee'er Straße verbindende Kirschallee oder über Seefeld stattzufinden. Blumberg, den 6. Juni 1891. Der Amts-Vorsteher. I.V.: Grün |
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Bernau. Die Sonnenfinsterniß hat Sonnabend programmgemäß stattgefunden, aber - wir haben nichts davon gesehen. ... |
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Nachweisung der [zwölf] Vertrauensmännerbezirke der Section 20 (Kreis Niederbarnim) der brandenburgischen landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft. Bezirk IV.: Stadtbezirk Alt-Landsberg, Amtsbezirke Fredersdorf, Neuenhagen, Amt Alt-Landsberg, Löhme, Blumberg und Börnicke. Vertrauensmann: Gutsbesitzer Springer zu Seefeld. Stellvertreter: Gutsbesitzer Kirschbaum-Doß zu Seefeld. Bezirk V.: Amtsbezirke Weißensee, Pankow, Franz.-Buchholz, Malchow, Falkenberg, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde und Buch. Vertrauensmann: Gemeinde-Vorsteher Moldenhauer zu Nieder-Schönhausen. Stellvertreter: Schöffe Meißner zu Weißensee. |
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Blumberg. Der hiesige Krieger-Verein feiert am Sonntag, den 5. Juli sein diesjähriges Sommerfest, verbunden mit Schießen und Tanz, im Walde, wozu freundlichst einladet W. Müller, im Deutschen Hause. |
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Bernau. Am Donnerstag, den 2. d. Mts. tagte hierselbst im Schützenhause der landwirthschaftliche Verein für Bernau und Umgegend. In Folge der noch nicht beendeten Heuernte war die Versammlung nur schwach besucht. ... Die erfolgte Zettelabstimmung ergab die fast einstimmige Aufnahme der Herren Dr. Matzdorff, Arzt in Bernau, Adolf Juert, Bauergutsbesitzer in Blumberg, ... und Carl Bolle, Bauergutsbesitzer in Lindenberg. ... |
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Nachweisung der den nachgenannten Einwohnern des Niederbarnimer Kreises auf Grund des § 157 des Reichsgesetztes vom 22. Juni 1889, betr. die Invaliditäts- und Altersversicherung, seit dem Inkrafttreten desselben bis jetzt bewilligten Altersrenten.
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Ein Hammel ist abhanden gekommen. Wiederbringer erhält eine gute Belohnung. Wilhelm Mittelstädt, Blumberg. |
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Ahrensfelde. Am Sonntag, den 23. u. Montag, den 24. August: Großes Erntefest wozu freundlichst einladet W. Haase, Gastwirth. |
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Ein Grundstück in Marzahn bei Berlin, bestehend aus 1 massiven Wohnhause nebst Stall, Keller und Garten und 7 Morgen gutem Acker, an der Berlin-Landsberger Chaussee gelegen, erbschaftshalber sofort zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt H. Böttcher, Lindenberg bei Berlin. |
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Lindenberg. Sonntag, den 30. und Montag, den 31. August: Große Erntefest-Musik wozu ergebenst einladen L. Gathow, Gastwirth [und] Aug. Bolle, Gastwirth. |
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Blumberg. Am Sonntag, den 6. u. Montag, den 7. September findet hierselbst das Erntefest statt, wozu freundlichst einladet W. Müller, Deutsches Haus. Blumberg. Am Sonntag, den 6. September: Grosses Erntefest, wozu ergebenst einladet W. Müller, Gastwirth zum weißen Schwan. |
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Tableau zur Abhaltung der Herbst-Kontrol-Versammlungen im Kreise Niederbarnim für 1891. Marzahn, 2.11. 9 Uhr V., Eiche, Hellersdorf, Marzahn, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde, Falkenberg und Wartenberg. Alt-Landsberg, 2.11. 2 Uhr N., Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee, Seeberg. Bernau, Landbezirk, 12.11. 11 Uhr V., Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut u Dorf), Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg. |
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Personal-Chronik. Der Arbeiter Julius Habermann zu Lindenberg ist als Nachtwächter der Gemeinde Lindenberg vom 1. Januar 1892 ab bestätigt worden. |
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Ortskrankenkasse für den Amtsbezirk Ahrensfelde. Am Sonntag, 22. November cr., Nachmittags 3 Uhr findet im Hase'schen Locale hierselbst eine ordentliche General-Versammlung statt, wozu sämmtliche stimmberechtigten Kassenmitglieder und deren Arbeitgeber eingeladen werden. Tages-Ordnung: 1. Wahl dreier Kassenrevisoren zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres 1891. 2. Wahl zweier Vorstandsmitglieder. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Lehmann 1 Arbeitspferd, weil überzählig, ist sofort zu verkaufen bei Obergärtner Gabriel in Lindenberg. |
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Bericht über die Sitzung des landwirthschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend am 18. Nov. 1891. (Schluß) ... Wie hat sich der Landwirth bei der Einschätzung nach dem neuen Einkommensteuergesetz zu verhalten und welche Punkte kommen bei Feststellung des Einkommens besonders in Betracht? Der Referent Herr Grün - Blumberg hält die genaue Beantwortung dieser Frage zur Zeit noch für sehr schwierig, da die Gemeindevorsteher wohl angewiesen sind, die Aufstellung der Voreinschätzungslisten zu besorgen, über die Einschätzung selbst aber nicht hinreichende Anweisung erhalten haben ... Diesem Referate folgte eine lange Besprechung, an der sich besonders die Herren Haase - Ahrensfelde, Altmann - Carlslust, Förster Schulze - Börnicke und W. de Martincourt - Bernau beteiligten. ... |
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Bekanntmachung. Als gefunden sind hier abgegeben zwei auf den Namen Tausendfreund lautende Quittungskarten. Die sich genügend legitimierenden Verlierer können dieselben beim Unterzeichneten in Empfang nehmen. Blumberg, den 25. November 1891. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
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Ahrensfelde. Am Mittwoch, den 2. December, von Abends 7 1/2 Uhr ab: großes Streich-Concert und Tanzkränzchen, ausgeführt von der ganzen Liebisch'schen Capelle aus Bernau. Entrée á Person 50 Pf. Hierzu ladet freundlichst ein W. Hase, Gastwirth. |
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Blumberg. (O.-C.) Ein frecher Raubanfall beunruhigt hier die Gemüther. Am Donnerstag, den 3. d. Mts., Abends zwischen 11 und 12 Uhr wurde auf der Chaussee kurz vor Ahrensfelde ein Handelsmann aus Werneuchen, nachdem durch Losschrauben einer Achsmutter der Wagen zu Fall und zum Stehen gebracht, zu Boden geschlagen und fürchterlich zugerichtet, so daß er bewußtlos liegen blieb; ebenso wurde die mit auf dem Wagen befindliche Frau stark mißhandelt und des Geldes beraubt. Letztere schleppte sich bis Ahrensfelde und holte Hülfe herbei. Man trug den Verletzten in ein Haus, wo ihm die höchstgefährlichen Kopfwunden von Herrn Dr. Rehfeld in Ahrensfelde zusammengenäht und verbunden wurden. Am Tage darauf ist der Verwundete nach Werneuchen transportirt worden. Dieselben Wegelagerer haben höchst wahrscheinlich an demselben Abend eine Stunde früher einen Raubanfall an einem anderen Handelsmann in der Nähe von Blumberg versucht. Durch die Schnelligkeit seines Pferdes ist der Mann gerettet worden und mit blutigem Kopfe davon gekommen. |
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Alt-Landsberg. Herrn Amtsrichter Schmidt hierselbst ist die nachgesuchte Dienstentlassung ertheilt. |
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Seefeld. Am Sonntag Abend ist die Scheune des Predigers hierselbst total niedergebrannt. Zur Hilfeleistung waren Spritzen aus Alt-Landsberg, Krummensee, Werneuchen, Löhme, Weesow und Blumberg herbeigeeilt. Die Scheune ist an drei hiesige Einwohner, von denen nur einer versichert ist, verpachtet. |
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Blumberg. Endlich scheint man den Wegelagerer, der vor einigen Wochen den Ueberfall auf den Handelsmann Matthes aus Werneuchen und einen Schönfelder auf der Königschaussee zwischen Blumberg und Ahrensfelde ausführte, erwischt zu haben. Dieses Verbrechens dringend verdächtigt wurde am Sonnabend ein Mann aus Weißensee in demselben Augenblicke in Blumberg verhaftet, als er versuchte, vergrabenes Geld, ca. 130 Mk., auszubuddeln. Der Mann giebt an, sich 200 Mk. erspart zu haben und will für das an dieser Summe fehlende Geld sich einen Anzug gekauft haben. Den alten Anzug und den Ueberzieher hat er fortgeworfen. - Die Matthesschen Eheleute befinden sich jetzt wieder einigermaßen wohl. Der Umbau der hiesigen Kirche soll im Einzelnen in Subhastation vergeben werden. ... Seefeld, den 23. December 1891. Der Gemeinde-Kirchenrath. Oehme. |
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Ferkel stehen zum Verkauf bei Wendt, Helenenau bei Börnicke. |
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Erscheint Mittwochs, Freitags und Sonntags. Abonnement Ausgabe mit illustriertem Unterhaltungsblatt pro Quartal 1 Mk. 60 Pf., durch die Post bezogen 2 Mk. Ausgabe ohne illustriertes Unterhaltungsblatt durch die Post bezogen 1 Mk. 50 Pf. Mit verbindlicher Publikationskraft der amtlichen Bekanntmachungen der Kreisbehörden und der städtischen Behörden zu Bernau, sowie der Polizei-Verordnungen für den Kreis und die sämtlichen Amtsbezirke, städtischen und ländlichen Gemeinde- und Gutsbezirke. Redakteur: Rudolf Paepke |
Nachweisung der den nachgenannten Einwohnern des Niederbarnimer Kreises auf Grund des § 157 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung, seit dem 1. Juli v. Js. bis jetzt bewilligten Altersrenten. [Jahresrenten !]
Personal-Chronik Die Gemeinde Hönow hat den Schmiedemeister Gustav Sommer daselbst zum Wägemeister und den Stellmachermeister Hermann Busse zum Stellvertreter bestellt. | |||||||||||||||||||||||||
Mehrow. Vorige Woche sind auf dem hiesigen Amte mehrere Säcke Kartoffeln gestohlen worden. Bis jetzt ist es nicht gelungen, den Dieb zu ermitteln. |
Holz-Auction. Am Dienstag, den 19. Januar 1892, Vormittags von 9 Uhr ab sollen hierselbst im "Gasthof zum deutschen Hause" nachstehende Durchforstungshölzer öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden:
Blumberg, den 11. Januar 1892. Die Forstverwaltung. Ziegner. Runkelrüben, sowie gutes Haferstroh verkauft Heinrich Ebel, Blumberg. |
Frauen und Jungfrauen benutzt bei Eurer Toilette ausschließlich Doering's Seife mit der Eule, sie vermittelt und conserviert Schönheit und jugendfrisches Aussehen. Sie ist die beste Seife der Welt. Preis 40 Pfg. |
Danksagung. Für die Beweise der Liebe und Verehrung bei der Beerdigung des Halbbauers Carl Lindenberg, insbesondere aber dem Herrn Prediger Benecke aus Schwanebeck für die tröstenden Worte am Grabe sagen wir hiermit unsern herzlichsten Dank. Eiche, den 21. Januar 1892. Die trauernden Hinterbliebenen. |
Ahrensfelde. Ein bedenkliches Rencontre mit einem Wilddiebe hatte der berittene Gensdarm Stelling an einem der letzten Tage in der Ahrensfelder Haide. Der Beamte überraschte den Schlächtergesellen Albert Puttlitz aus Ahrensfelde, der als Wilderer berüchtigt ist, auf dem Anstande. Als der Wilderer den Gensdarmen sah, riß er blitzschnell sein Doppelgewehr an die Backe. Der Gensdarm hatte jedoch seinen Karabiner noch um eine Sekunde früher angelegt und rief: "Gewehr weg, oder ich schieße!". Der Wilderer ließ die Flinte fallen und wurde verhaftet. Beide Läufe waren mit Schrot "Nr. Null-Null" geladen und mit Zündhütchen versehen. Der rechte Hahn war bereits gespannt, so daß es der Gensdarm nur seiner Schnelligkeit zu danken hat, daß er nicht auf der Stelle erschossen worden ist. Bei dem Wilderer wurden auch zwei Säcke gefunden, in denen sich Blutspuren und Rehhaare befanden. Er gestand, daß er Tags vorher einen Rehbock geschossen habe. Gegen ihn ist bereits die Untersuchung wegen Widerstandes gegen einen Forstschutzbeamten eingeleitet worden. (B. N. N.) |
Holz-Auction. Am Freitag, den 29. Januar d. J. von Vormittags 9 Uhr ab sollen hierselbst im "Gasthof zum Schwan" nachstehende Hölzer öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden:
Die Hölzer können vorher besichtigt werden. Blumberg, den 23. Januar 1892. Die Forstverwaltung. |
Bekanntmachung. Der Zieglermeister Dürre beabsichtigt auf dem zu Blumberg belegenen, im Grundbuche der Rittergüter Band 1. Nr. 3 Blatt 53 verzeichneten Grundstücke einen Ziegelofen zu errichten. ... Blumberg, den 28. Januar 1892. Der Amtsvorsteher. Ziegner |
Bernau. Im Monat Februar dürfen geschossen werden: Männliches Roth- und Dammwild, Rehböcke, Enten, Birk-, Auer und Fasanenhähne, Sumpf- und Wasservögel, Trappen. ... |
Nachweisung derjenigen Personen, welche ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können: Amtsbezirk Ahrensfelde: - Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf - Ortsvorsteher Haase zu Ahrensfelde - Ortsvorsteher Lindemann zu Eiche Amtsbezirk Blumberg - Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg - Bauerngutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg - Bauerngutsbesitzer August Noack zu Blumberg - Bauerngutsbesitzer Gottlieb Hecht zu Blumberg |
Blumberg. Den sämmtlichen Blumbergern, welche wegen schweren Landfriedensbruches und gemeinschaftlicher Körperverletzung, begangen am Tage der Reichstagswahl vor zwei Jahren an Berliner Socialdemokraten, unter Anklage gestanden, ist jetzt von dem königlichen Landgericht II, Strafkammer I, die Mittheilung zugegangen, daß sie auf Antrag der Staatsanwaltschaft außer Verfolgung gesetzt und das Hauptverfahren nicht eröffnet wird. Die Kosten des Verfahrens fallen der Staatskasse zur Last. |
Berlin. In Folge einer Wette, welche dahin ging, daß es in Berlin Straßen gäbe, welche mehr Restaurationen, Schankwirthschaften und dergl. aufweisen als Hausnummern, wurde von den Parteien festgestellt, daß die Friedrichstraße, die bekanntlich 251 Häuser umfaßt, nicht weniger als 257 concessionierte Ausschankstätten zählt, also 6 mehr, als nöthig war, um die Wette zu gewinnen. Selbstverständlich haben die Contrahenten diese Bierreise nur von außen zurückgelegt. |
Bekanntmachung. Auf dem Rittergute Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Mehrow, den 8. April 1892. Der Amts-Vorsteher |
Bekanntmachung. Auf Anordnung der Herren Minister des Innern und des Krieges wird im laufenden Jahre zur Erhaltung der Uebersicht der militärischen Brauchbarkeit des Pferdebestandes eine allgemeine Bemusterung sämmtlicher Pferde abgehalten. Für den Niederbarnimer Kreis findet diese Bemusterung in der Zeit vom 7. Mai bis einschließlich den 9. Juni d. Js. statt. Das nachfolge Tableau ergiebt, an welchem Tage und Orte und zu welcher Stunde die Pferdebesitzer jedes Ortes ihre Pferde der Musterungs-Commission vorzuführen haben. Tableau für die Abhaltung der Pferdemusterung im Niederbarnimer Kreise im Jahre 1892: Name des Gestellungsortes: Alt-Landsberg Tag und Stunde der Gestellung / Name der Ortschaften, welche die Pferde vorzuführen haben: a) Montag, den 16. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr und Dienstag, den 17. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr Krummensee, Gemeinde; Alt-Landsberg, Stadt; Alt-Landsberg Amt, Gut; Neuenhagen, Gemeinde und Gut; Seeberg, Gemeinde. b) Montag, den 16. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr und Dienstag, den 17. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr Eggersdorf, Gemeinde; Fredersdorf, Gemeinde und Gut; Hönow, Gemeinde; Mehrow, Gemeinde und Gut; Petershagen, Gemeinde; Seefeld, Gemeinde; Vogelsdorf, Gemeinde und Gut. Name des Gestellungsortes: Falkenberg Tag und Stunde der Gestellung / Name der Ortschaften, welche die Pferde vorzuführen haben: a) Mittwoch, den 18. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr und Donnerstag, den 19. Mai, vormittags 8 1/2 Uhr Ahrensfelde, Gemeinde; Eiche, Gemeinde; Falkenberg, Gemeinde und Gut; Marzahn, Gemeinde; Hohen-Schönhausen, Gemeinde und Gut; Wartenberg, Gemeinde und Gut. b) Mittwoch, den 18. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr und Donnerstag, den 19. Mai, vormittags 9 1/2 Uhr Blumberg, Gemeinde und Gut; Friedrichsfelde, Gemeinde und Gut. [Da das "Tableau" ganz gut zeigt, welche Gemeinden damals zum Kreis Niederbarnim gehörten, soll es hier nochmal in voller Länge, aber ohne die Datumsangaben wiedergegeben werden:] * Lichtenberg: Lichtenberg (Gemeinde und Gut), Boxhagen-Rummelsburg (Gemeinde), Stralau (Gemeinde) * Dahlwitz: Biesdorf (Gemeinde und Gut), Bollensdorf (Gemeinde und Gut), Dahlwitz (Gemeinde, Gut mit Hoppegarten), Mahlsdorf (Gemeinde und Gut), Münchehofe (Gemeinde), Berghof (Gut), Cöpenick (Forst, Gut mit Ober-Schöneweide), Friedrichshagen (Gemeinde), Hellersdorf (Gut), Kaulsdorf (Gemeinde), Rahnsdorf (Gemeinde und Gut), Klein-Schönebeck (Gemeinde), Schöneiche (Gemeinde und Gut) * Tasdorf: Erkner (Gemeinde), Hennickendorf (Gemeinde), Herzfelde (Gemeinde), Rüdersdorf (Gemeinde), Kalkberge-Rüdersdorf (Gemeinde), Rüdersdorf Forst (Gut), Tasdorf (Gemeinde und Gut), Woltersdorf (Gemeinde), Kagel (Gemeinde), Kienbaum (Gemeinde), Lichtenow (Gemeinde), Rehfelde (Gemeinde), Spreeau (Gemeinde), Werlsee (Gemeinde), Werder (Gemeinde), Zinndorf (Gemeinde) * Alt-Landsberg: Krummensee (Gemeinde), Alt-Landsberg (Stadt), Altlandsberg Amt (Gut), Neuenhagen (Gemeinde und Gut), Seeberg (Gemeinde), Eggersdorf (Gemeinde), Fredersdorf (Gemeinde und Gut), Hönow (Gemeinde), Mehrow (Gemeinde und Gut), Petershagen (Gemeinde), Seefeld (Gemeinde), Vogelsdorf (Gemeinde und Gut) * Falkenberg: Ahrensfelde (Gemeinde), Eiche (Gemeinde), Falkenberg (Gemeinde und Gut), Marzahn (Gemeinde), Hohen-Schönhausen (Gemeinde und Gut), Wartenberg (Gemeinde und Gut), Blumberg (Gemeinde und Gut), Friedrichsfelde (Gemeinde und Gut) * Neu-Weißensee: Neu-Weißensee (Gemeinde), Malchow (Gemeinde und Gut), Weißensee (Gemeinde) * Pankow: Heinersdorf (Gemeinde), Pankow (Gemeinde), Nieder-Schönhausen (Gemeinde und Gut), Schönholz (Gut), Reinickendorf (Gemeinde) * Bernau: Bernau (Stadt), Birkholz (Gemeinde), Börnicke (Gemeinde und Gut), Schmetzdorf (Gut), Schönow (Gemeinde), Lanke (Gemeinde und Gut), Lindenberg (Gemeinde), Löhme (Gemeinde und Gut), Schwanebeck (Gemeinde), Uetzdorf (Gut), Zepernick (Gemeinde) * Schönerlinde: Birkholz (Gut), Buch (Gemeinde und Gut), Buchhorst (Gut), Mühlenbeck (Gemeinde und Gut), Mühlenbeck Jagdschloß (Gut), Schönerlinde (Gemeinde), Schönwalde (Gemeinde), Schönwalde Forst (Gut), Basdorf (Gemeinde), Blankenburg (Gemeinde und Gut), Blankenfelde (Gemeinde und Gut), Franz.-Buchholz (Gemeinde), Carow (Gemeinde), Zühlsdorf (Gemeinde) * Schönfließ: Bergfelde (Gemeinde), Glienicke (Gemeinde), Hermsdorf (Gemeinde und Gut), Lübars (Gemeinde), Hohen-Neuendorf (Gemeinde), Schildow (Gemeinde), Schönfließ (Gemeinde und Gut), Stolpe (Gemeinde und Gut), Summt (Gut), Dalldorf (Gemeinde), Heiligensee (Gemeinde), Rosenthal (Gemeinde und Gut), Tegel (Gemeinde), Tegel Schloß (Gut), Tegel Forst mit Jungfernheide (Gut), Plötzensee (Gut) * Oranienburg: Friedenthal (Gut), Germendorf (Gemeinde), Havelhausen (Gut), Lehnitz (Gut), Oranienburg (Stadt), Oranienburg Amt (Gut), Oranienburg Forst (Gut), Sachsenhausen (Gemeinde), Bernöwe (Gemeinde), Birkenwerder (Gemeinde), Borgsdorf (Gemeinde), Freienhagen (Gemeinde und Gut), Friedrichsthal (Gemeinde und Gut), Friedrichsthaler Glashütte (Gut), Malz (Gemeinde), Nassenheide (Gemeinde), Schmachtenhagen (Gemeinde), Zehlendorf (Gemeinde und Gut) * Klosterfelde: Arendsee (Gut), Klosterfelde (Gemeinde), Neudörfchen (Gut), Stolzenhagen (Gemeinde), Wandlitz (Gemeinde), Zerpenschleuse (Gemeinde und Gut), Berg (Gemeinde), Kienitz (Gemeinde), Biesenthal Forst (Gut), Eichhorst (Gemeinde), Klandorf (Gemeinde), Marienwerder (Gemeinde), Pechteich (Forst und Gut), Prenden (Gemeinde und Gut), Ruhlsdorf (Gemeinde), Sophienstädt (Gemeinde), Wensickendorf (Gemeinde) * Liebenwalde: Groß-Böhmerheide (Gut), Hammer (Gemeinde), Liebenwalde (Stadt), Liebenwalde Amt mit Hammer (Amt und Gut), Liebenwalde Forst (Gut), Kreuzbruch (Gemeinde), Liebenthal (Gemeinde), Neu-Holland (Gemeinde), Neu-Holland Forst (Gut), Schluft (Gemeinde), Groß-Schönebeck (Gemeinde), Groß-Schönebeck Forst (Gut) |
In dieser und der nächsten Woche findet auf Veranlassung des Königl. Consistoriums, wie schon einmal vor 2 Jahren, in der Superintendentur Berlin-Land I. ein von den Herren Pastoren Neumann in Wormlage und Richter in Rheinsberg ausgeführte Missionspredigtreise statt, um in den Gemeinden das Interesse an der christlichen Missionsthätigkeit zu beleben und von den Erfolgen derselben zu berichten. ... Während z. B. von der Bevölkerung Englands für diesen Zweck jährlich durchschnittlich 59 Pf. beigesteuert werden, belaufen sich die Missionsausgaben Deutschlands, in derselben Weise berechnet, auf etwa 9 Pfennige. - Gleich den die Arbeit treibenden Missionsgesellschaften sind daher die kirchlichen Behörden darauf bedacht, durch derartige Predigtreisen das Verständnis für diese Sache nach Möglichkeit zu fördern. Die gegenwärtige, welche zehn Parochien der Superintendentur umfassen soll, wird vom 19.-29. d. Mts. dauern und sind dabei folgende Gottesdienste in Aussicht genommen: ... Freitag, den 20., ... Abends 7 Uhr in Ahrensfelde; Sonntag, den 22., ... 3 Uhr in Blumberg mit einer sich daran anschließenden Nachfeier im Freien, Montag, den 23. Nachm. 3 Uhr in Hönow, ... - Möchten viele die ihnen hierdurch gebotene Gelegenheit, sich für einen der edelsten Zwecke nicht bloß christlicher Liebesthätigkeit, sondern auch allgemeiner Menschenliebe und patriotischen Sinnes erwärmen zu lassen, benutzen, und der Erfolg den mit dieser Inswerksetzung einer solchen Predigtreise verbundenen Mühen und der darauf verwendeten Arbeit entsprechen. |
Tabelle über Beginn und Ende der Arbeitszeiten und der Pausen für Knaben und junge Leute. Junge Leute Knaben, I. Abtheilung Knaben, II. Abtheilung Bekanntmachung. Auf dem städtischen Rieselgute Hellersdorf ist unter dem Rindviehbestande die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 22. Mai 1892. Der Amtsvorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Unter den Rindvieh des Dominium Blumberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und wird deshalb diese Ortschaft gegen das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen gesperrt. Blumberg, den 23. Mai 1892. Der Amtsvorsteher. I.V.: Grün. |
Vertrauensmännerbezirke der Section 20 (Kreis Niederbarnim) der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Bezirk V. Amtsbezirke: Weißensee, Pankow, Franz.-Buchholz, Malchow, Falkenberg, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde und Buch Vertrauensmann: Schöffe Meißner zu Weißensee Stellvertreter: Landwirh und Fabrikant Wilhelm Schleinitz zu Weißensee Berlin, 16. Mai 1892. Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses des Kreises Niederbarnim. Königlicher Landrath von Waldow |
Bernau. Das 8. Gesangsfest des Sängerbundes "Teutonia" verlief am Sonntag, den 26. Juni, wiederum von gutem Wetter begünstigt, in schönster Weise ... |
Übersicht der Vertrauensmännerbezirke, sowie der Vertrauens- und Ersatzmänner der Versicherungs-Anstalt der Provinz Brandenburg für den Kreis Niederbarnim Lfd. Nr. 7. Vertrauensmänner-Bezirk: Ahrensfelde Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Arbeitgeber: a) Vertrauensmann: August Müller, Bauerngutsbesitzer, Ahrensfelde b) Ersatzmann: Carl Wegener, Bauerngutsbesitzer, Ahrensfelde Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Versicherten: a) Vertrauensmann: Carl Wegener [!], Arbeiter, Ahrensfelde b) Ersatzmann: Wilhelm Jahn, Arbeiter, Ahrensfelde Lfd. Nr. 97. Vertrauensmänner-Bezirk: Gemeinde u. Gut Mehrow Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Arbeitgeber: a) Vertrauensmann: Bernhard Krüger, Gutsverwalter, Mehrow (Gut) b) Ersatzmann: Wilhelm Thürling, Bauerngutsbesitzer, Mehrow (Gemeinde) Name, Stand und Wohnort der Vertrauensmänner aus dem Stande der Versicherten: a) Vertrauensmann: August Lindenberg, Meier, Mehrow (Gut) b) Ersatzmann: Carl Schulze, Arbeiter, Mehrow (Gemeinde) |
Dürfen Restaurateure an Sonntagen Cigarren verkaufen, während die Cigarrenhandlungen geschlossen sind ? Ein Restaurateur, so meint die Deutsche Tabackszeitung, darf einem Gaste eine Cigarre verkaufen, hat aber darauf zu achten, daß er dieselbe auch noch im Local anzündet; ... |
Blumberg. Am Sonntag feierte der Gesangsverein "Hoffnung" im hiesigen Schloßpark das alljährliche Sommerfest, zu dem Gesangsvereine aus Kaulsdorf, Mahrzahn, Ahrensfelde, Hönow und Mehrow und außerdem viele Einwohner der umliegenden Ortschaften erschienen waren. Am Nachmittag wechselten Gesangs- und Musikvorträge ab. Bei dem Einmarsch wurde vor dem Schlosse Halt gemacht und der Frau Gräfin eine Ovation dargebracht, welche dafür ihren Dank aussprach. Sodann begann um 9 Uhr der das Fest beschließende Ball. Weißensee. Einen plötzlichen Tod fand am Sonntag nachmittag ein junger Posthilfsbote aus Weißensee. Er befand sich im Sternecker'schen Etablissiment und nahm als Zweiter auf einem sogenannten Wasserveloziped Platz, indem er sich hinten darauf stellte. Plötzlich fiel er herab und war auch sofort im See ertrunken, so daß ihm keine Hilfe gebracht werden konnte. |
Bekanntmachung. Es wird hiermit Folgendes zur öffentlichen Kenntnis gebracht: Jeder übernachtende Fremde ist der Ortpolizeibehörde am Abend zu melden. Die Meldung hat Morgens 8 Uhr zu erfolgen, wenn der Zugereiste erst nach 7 Uhr abends eingetroffen ist. Bei der Meldung ist anzugeben, woher der Fremde zugereist ist. Die Ortseinwohner machen wir mit dieser Vorschrift bekannt und fordern zur pünktlichen Erfüllung derselben auf. Die Inhaber der Gasthöfe sind ganz besonders zur pünktlichen Meldung und gründlichen Desinfizierung ihrer Räume verpflichtet. Wir verweisen hierbei auf § 327 des Strafgesetzbuches, wonach die wissentliche Verletzung der Absperrungs- und Aufsichtsmaßregeln zur Verhütung des Einführens oder Verbreitens einer ansteckenden Krankheit mit Gefängniß bis zu 2 Jahren bestraft wird. Bernau, den 2. September 1892. Der Magistrat. Paetzold. Bekanntmachung. Die Cholera hat im Inlande bereits eine größere Verbreitung gefunden und auch in Berlin ist bereits ein Erkrankungsfall an asiatischer Cholera festgestellt worden. An alle Familienhäupter, Haus- und Gastwirthe und Medicinalpersonen ergeht deshalb auf Grund der §§ 9 und 25 der sanitätspolizeilichen Vorschriften vom 8. August 1835 die bestimmte Aufforderung, jeden Cholera-Erkrankungsfall und ebenso jeden, der Cholera nur verdächtigen Erkrankungsfall stets ohne den geringsten Verzug der unterzeichneten Ortspolizeibehörde zu melden. ... Bernau, den 2. September 1892. Die Polizei-Verwaltung. Paetzold. Bekanntmachung. Am 1. d. Mts. ist in einem zum hiesigen Rittergute gehörigen Sumpf ein Stier gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer wird hiermit aufgefordert, seine Rechte binnen 3 Monaten geltend zu machen. Mehrow, den 3. September 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Bauern Gottlieb Giese zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 9. September 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Unter den Rindvieh- und Schweinebestande des Bauern Fritz Möser zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 10. September 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Unter den Rindvieh des Kossäthen Carl Hamann zu Blumberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und die Gehöftsperre angeordnet. Blumberg, den 10. September 1892. Der Amts-Vorsteher |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Bauern A. Krüger in Ahrensfelde ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 15. September 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Am 12. d. Mts. ist in Ahrensfelde eine Damen-Handtasche gefunden worden. Der Verlierer wird hierdurch aufgefordert, seine Eigenthumsansprüche binnen drei Monaten geltend zu machen. Mehrow, den 15. September 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Bauern Aug. Bredereck in Eiche ist erloschen. Mehrow, den 16. September 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Tableau für die Herbst-Controllversammlungen 1892 im Kreise Niederbarnim Ort, in welchem die Versammlung abgehalten wird: Marzahn Tag: 1.11.92, Stunde: 9 Uhr Vorm. Bezeichnung der Mannschaften, welche zu erscheinen haben: Die Reservisten, die Dispositionsurlauber, die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften und die Halbinvaliden der Jahrgänge 1885 bis 1892 aus: Eiche, Hellersdorf, Marzahn, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde, Falkenberg und Wartenberg Ort, in welchem die Versammlung abgehalten wird: Alt-Landsberg Tag: 1.11.92, Stunde: 2 Uhr Nachm. Bezeichnung der Mannschaften, welche zu erscheinen haben: Desgleichen aus: Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg Ort, in welchem die Versammlung abgehalten wird: Bernau (Landbezirk) Tag: 10.11.92, Stunde: 12 Uhr Mitt. Bezeichnung der Mannschaften, welche zu erscheinen haben: Desgleichen aus: Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Dorf und Gut), Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg Berlin, den 14. September 1892. Königliches Bezirks-Commando Bernau |
Bekanntmachung. Unter den Rindviehbeständen des Bauern A. Klus und der Halbbauer-Wittwe Lindenberg in Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 30. September 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Ackerbürgers Wilhelm Keisdorf in Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 2. October 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Ochsenbestande des Rieselgutes Hellersdorf ist erloschen und die Sperre aufgehoben. Mehrow, den 3. October 1892. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Blumberg. (O.-B.) Vor einigen Tagen fand man in der herrschaftlichen Forst hierselbst die fast schon verweste Leiche eines Mannes, der sich erhängt und später zur Erde gefallen war. Der Todte ist ein Arbeiter aus Wartenberg, der schon seit dem Mai d. J. vermißt worden. Arbeitsgeräthe sowie ein Kober lagen bei der Leiche, auch etwas Geld wurde bei derselben gefunden. Merkwürdiger Weise war die Leiche sonst unversehrt, und ist anzunehmen, daß sie noch nicht lange an der Erde gelegen und daß das Handwerkzeug, Hut und Kober Füchse und Vögel bisher ferngehalten. - Es ist das seit Kurzem der zweite derartige Fall hierselbst. Vor einigen Wochen erhängte sich ein hiesiger Arbeiter in einem Gebüsch in der Nähe des Parkes. Der Mann war ein fleißiger Arbeiter in den besten Jahren, hatte zwar eine ziemlich starke Familie, lebte jedoch in ganz geordneten, nicht dürftigen Verhältnissen. Als Grund für den unglückseligen Schritt nimmt man eine ererbte Anlage an, sein Großvater hat auf dieselbe Weise geendet. |
Bekanntmachung betreffend anderweitige Festsetzung des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tagearbeiter Gemäß II Nr. 6 der ministeriellen Anweisung zur Ausführung des Krankenversicherungsgesetzes vom 10. Juli 1892 ... bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß als Geldbetrag für den ortsüblichen Tagelohn gewöhnlicher Tagearbeiter die bisher gültige Festsetzung vom 1. Januar 1893 ab folgende Abänderung erleidet: Kreis Niederbarnim: 1. für die Gemeinde und Gutsbezirke der Amtsbezirke Lichtenberg, Stralau, Rummelsburg, Weißensee, Pankow und Reinickendorf: 2. für die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezike Friedrichsfelde, Ober-Schöneweide, Cöpenick-Forst, Biesdorf, Dahlwitz, Friedrichshagen, Nieder-Schönhausen, Blankenfelde, Französisch-Buchholz, Dalldorf und Tegel: 3. für die Städte Bernau, Oranienburg, Liebenwalde und Alt-Landsberg und die Gemeindebezirke Sachsenhausen, Schönerlinde und Neuhollend, sowie den Gutsbezirk Amt Oranienburg: 4. für den übrigen Theil des Kreises: Diese Festsetzung gilt vorbehaltlich eines durch die Verhältnisse etwa schon früher gebotenen Revision bezw. Abänderung vorläufig bis zum letzten December 1902. Potsdam, den 28. September 1892. Der Regierungs-Präsident. |
Blumberg: Am Donnerstag, den 20. d. M. verstarb hierselbst einer der zuverlässigsten, fleißigsten und treuesten Arbeiter, H. Dahle, im Alter von 36 Jahren eines plötzlichen Todes. ... |
Malchow. Am Freitag wurde vor dem Schwurgericht II zu Berlin gegen den Dienstknecht Rohr von hier verhandelt. Derselbe hatte am Abend des 14. August d. Js., als er mit seiner Braut und deren Freundin aus einer Versammlung nach Hause ging, einen Wortwechsel mit dem Dienstknecht Priebe, der seine Braut durch unpassende Redensarten beleidigte und schließlich umarmen wollte. Priebe folgte den dreien auf dem Heimwege und stellte sich dem Rohr in den Weg. Die Mädchen entflohen und Rohr, in der Meinung, daß sein Gegner zum Messer greife, brachte diesem mit seinem Taschenmesser einen Stich in die Brust bei, wodurch er schwer verletzt zusammenbrach und bald darauf verstarb. Rohr behauptete, in der Nothwehr gehandelt zu haben und da Priebe ein Mensch war, der wegen Körperverletzung bereits dreimal und zwar zu zwei Monaten, 1 Jahr und 2 Jahren Gefängniß vorbestraft gewesen, so nahmen die Geschworenen an, daß Rohr in der Furcht gehandelt und billigten ihm mildernde Umstände zu, worauf der Gerichtshof auf 2 Jahre Gefängniß erkannte. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Der 31. October wurde im hiesigen Dorfe festlich begangen und gestaltete sich besonders für die Kinder zu einem Freudenfest. Nachdem der Tag durch das Läuten der Glocken von 12 bis 1 Uhr Mittags geweiht war, zogen die Schulkinder in Begleitung ihres Lehrers, sowie der Kirchen- und Schulvorsteher nach dem inmitten des Dorfes gelegenen Festplatz, auf welchem im Jahre 1883 zur 400jährigen Jubelfeier Dr. Martin Luthers von einem hiesigen Freunde der Reformation, dem Altsitzer und Kirchenältesten Herrn Junghanß eine Eiche gepflanzt wurde. Dort hatte sich schon ein größeres Publikum aus Mitgliedern des Dorfes eingefunden, und nach dem Choral "Ein' feste Burg ist unser Gott" hielt Herr Lehrer Strobach nun eine Ansprache, in welcher er, auf die Bedeutung des Tages hinweisend, Luther als Reformator, als Christ und als echt deutschen Mann feierte. Hieran schließend trugen die Kinder Gedichte aus Luthers Leben und Lehre vor. Danach wurden die Kinder im Saale des Herrn Hase mit Kaffee und Kuchen bewirthet und blieben mit ihren Eltern bei fröhlichem Spiel und Tanz bis zum Abend vereint. Herr Junghanß hatte sich ein Vergnügen daraus gemacht, auch den Kirchen-, Schul- und Ortsvorstand und deren Frauen mit Kaffee und Kuchen zu traktieren. Zum Schluß brachten die Kinder ein begeistertes Hoch auf den Veranstalter des Festes aus, wofür derselbe freudig dankte. |
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Bekanntmachung. Am 8. Januar cr. ist auf der Dorfstraße in Ahrensfelde eine Pferdedecke gefunden worden. Der Eigenthümer wird hiermit aufgefordert, sich binnen 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Rechte auf dem hiesigen Amtsbureau zu melden. Mehrow, den 11. Januar 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1893 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes zur Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können.
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Eine Wohnung, 2 Stuben, Küche, Kammer, Keller und Bodenraum, sowie Stallung, passend für einen Handelsmann, ist zum 1. April 1893 zu vermiethen. Zu erfragen Deutsches Haus, Blumberg. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Bauerngutsbesitzers Georg Juert und des Kossäth Fritz Töpfer zu Blumberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, und die Gehöftsperre angeordnet. Blumberg, den 20. Januar 1893. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Kossäthen Wilhelm Flöricke zu Blumberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und deshalb die Gehöftsperre angeordnet. Blumberg, den 23. Januar 1893. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Bauern Friedrich Brederecke zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 23. Januar 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Bekanntmachung. Da in mehreren Gehöften der Gemeinde Blumberg die Maul- und Klauenseuche herrscht, verhänge ich hiermit die Ortssperre für das Dorf Blumberg. Blumberg, den 26. Januar 1893. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
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Blumberg. (O.-C.) Der Kriegerverein des hiesigen Ortes hat es sich in diesem Jahre nicht nehmen lassen, Kaisers Geburtstag nach althergebrachter Art zu feiern. Unser Dorf hatte ein prächtiges Festkleid angelegt, und war es namentlich das Vereinslocal "zum Deutschen Hause" des Herrn Gastwirths Müller, das, prächtig mit Guirlanden umzogen, einen schönen Eindruck machte. Reichhaltig war das Programm, das der Kriegerverein zu der Feier entworfen hatte. Um 1/2 4 Uhr marschirte der Verein mit Musik nach der Wohnung des Hauptmannes des Vereins, den Kameraden Gathow, um die Fahne abzuholen und veranstaltete hierauf einen Umzug durch das Dorf. Den Glanzpunkt des Festes aber bildete die am Abend stattgehabte Feier, bestehend in Concert, Theater und Ball. ... Reicher Beifall lohnte nach jedem Stück die Mitwirkenden. Hierauf hielt Kamerad Raetz eine kernige Ansprache, der Liebe und Treue des Volkes zu unserem Kaiser gedenkend, und hieran anschließend brachte Kamerad Dupont den Toast auf se. Majestät den Kaiser aus, worauf von sämmtlichen Anwesenden stehend die Nationalhymne gesungen wurde. ... |
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Holz-Auction Dienstag, den 21. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr findet im Gasthaus "Deutsches Haus" zu Blumberg der meistbietende Verkauf nachstehender Nutz- und Brennhölzer statt:
Blumberg, den 13. Februar 1893. Die Forstverwaltung. |
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Tableau für die Frühjahrs-Controlversammlungen 1893 im Kreise Niederbarnim. Meldeamt Ort, Tag, Stunde der Versammlung Bezeichnung der Mannschaften, welche zu erscheinen haben Hauptmeldeamt Berlin Alt-Landsberg 5. April Nachm. 3 Uhr: Aus den Jahrgängen 1880 bis 1892 die Reservisten und Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffengattungen, die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften und die Garnisondienstfähigen, sowie sämmtliche Ersatzreservisten Bernau (Landbezirk) 25. April Mittags 12 Uhr: Aus den Jahrgängen 1880 bis 1892 die Mannschaften aller Waffengattungen der Reserve, die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften, die Dispositionsurlauber, die Landwehrleute I. Aufgebots und die Ersatzreservisten aus: Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg, Dorf und Gut, Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Rittergutes Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 23. Februar 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Holz-Auction. Freitag, den 3. März cr., Vormittags 9 Uhr findet im Gasthof "Zum Schwan" zu Blumberg der meistbietende Verkauf nachstehender Nutz- und Brennhölzer statt:
Blumberg, den 23. Februar 1893. Die Forst-Verwaltung. |
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Ein Sohn anständiger Eltern, welcher Lust hat, die Gärtnerei zu erlernen, kann sich sofort melden bei W. Charon, Blumberg. Runkelrüben, Roggen- und Gerstenstroh (Krummdrusch) verkauft Noack, Blumberg. |
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Rüben á Centner 75 Pfg. verkauft H. Ebel, Blumberg. Rüben á Centner 75 Pfg. verkauft G. Grün, Blumberg. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Bauerngutsbesitzers August Klus zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Mehrow, den 10. März 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Bauerngutsbesitzers Friedrich Brederecke aus Eiche ist erloschen. Mehrow, den 13. März 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Arbeiter zum Mergelkarren verlangt Aug. Ebel II., Blumberg. Für die bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters, des Bauerngutsbesitzers Daniel Koch von allen Seiten bewiesene herzliche Theilnahme, für die zahlreichen Kranzspenden, sowie insbesondere dem Herrn Pastor Braun zu Lindenberg für die trostreichen Worte am Grabe des Entschlafenen sagen wir tiefgefühltesten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Lindenberg, den 14. März 1893. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Blumberg ist erloschen und wird deshalb die Ortssperre aufgehoben. Blumberg, den 15. März 1893. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Rittergutes Mehrow ist erloschen und wird hiermit die angeordnete Sperre aufgehoben. Mehrow, den 22. März 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Personal-Chronik. Der Bauergutsbesitzer Carl Baurath ist als Gemeinde-Vorsteher und der Bauergutsbesitzer Carl August Wilke als Schöffe der Gemeinde Lindenberg bestätigt worden. |
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Personal-Chronik. Der bisherige Gemeinde-Vorsteher der Gemeinde Blumberg, Bauerngutsbesitzer Wilhelm Grün, ist auf eine weitere sechsjährige Amtsdauer bestätigt worden. |
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Die bei der Beerdigung unseres Sohnes Adolf uns in so reichem Maße bewiesene Theilnahme hat unserm Herzen recht wohlgethan und sprechen wir dafür, sowie für die reichen Kranzspenden, ferner dem Herrn Pastor Blasche für die tröstenden Worte und dem Gesangverein "Hoffnung" und seinem Dirigenten Herrn Lehrer Ewest hiermit unsern innigsten Dank aus. Blumberg, den 5. April 1893. Wilh. Keisdorf und Frau. |
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Einen ordentlichen Schäferknecht sucht Dom. Blumberg. |
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Bekanntmachung. ... [Zurückstellungen] ... Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Aushebungsbezirkes Nieder-Barnim. von Waldow, Landrath.
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Bauern August Klus zu Eiche ist erloschen. Mehrow, den 8. Mai 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Ein neues, elegantes Break, sechssitzig, Halbpatent, mit u. ohne Verdeck, sowie ein 2 1/2 zölliger neuer Arbeitswagen stehen zum Verkauf beim Schmiedemeister Schmöcker in Ahrensfelde. |
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Verwaltungsbericht für das Jahr 1892 Kreis-Chausseen 8. Neuenhagen-Hönow-Mehrower Chaussee. Diese Chaussee ist 6584 m lang und wird in ganzer Länge vom Kreis unterhalten. Von Stat. 0,1 - 1,1 = 1000 m Länge, ist eine neue Schüttung ausgeführt worden, wobei 309 cbm Steine und 50 " Kies verwendet worden sind. Die Restschüttung von Station 1,1 - 2,5 = 1400 m lang, soll sofort nach Eintritt geeigneter Witterung ausgeführt werden, wobei die vorhandenen 416 cbm Chaussierungssteine Verwendung finden werden. ... Größere Arbeiten sind an der Chaussee nicht vorgekommen, abgesehen davon, daß 61 Stück Alleebäume nachgepflanzt werden mußten. Für diese Chausseeunterhaltung sind bis jetzt verausgabt 4358 M. 48 Pf. ... Personenwechsel. Zu Standesbeamten-Stellvertretern sind neu bestellt: ... für den Standesamtbezirk Blumberg: der Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg (neu), der Amtssecretair Thurmann zu Blumberg für den verzogenen Amtssecretair Saeger.
Etat für den Kreis Nieder-Barnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1893 bis dahin 1894 Ausgaben Kapitel VII. Für Chaussee und Wege Titel IX. Für die Chaussee Neuenhagen-Hönow-Mehrow
[Erläuterung zu Position 2:] es werden erforderlich 70 cbm Steine, 100 cbm Kies und Sand | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bekanntmachung. Die Straße von Blumberg nach Börnicke von erstgenanntem Ort bis an die Forst, ist wegen stattfindender Pflasterungsarbeiten für Fuhrwerke bis auf Weiteres gesperrt. Blumberg, den 26. Mai 1893. Der Amts-Vorsteher. I. V.: Grün |
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Nachstehende Verordnung:
Berlin, den 27. Mai 1893. Der Landrath. von Waldow. Wahlbezirks-Eintheilung des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage am 15. Juni 1893.
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Ahrensfelde. (O.-C.) In der Nacht vom 3. zum 4. d. Mts. hat ein Dieb bei Herrn Gastwirth Hase einen Besuch abgestattet, weil er sicher ein Gelüst nach der schönen Einnahme des vorherigen Abends hatte. Derselbe ist durch's Fenster gestiegen, hat das Geldfach im Büffet erbrochen, aber nur einige Pfennige darin vorgefunden, denn die Kasse war schon in Sicherheit gebracht, wie es jeden Abend vorm Schlafengehen geschieht. Der Dieb hat dann eine Anzahl Cigarren entwendet und auch die elfenbeinernen Billardbälle mitgenommen. Von dem Dieb fehlt bis jetzt jede Spur. |
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Blumberg. Am Sonntag, den 18. Juni 1893 feiert der hiesige "Krieger-Verein" sein diesjähriges Sommerfest im Walde, verbunden mit Schießen und Tanz, wozu ergebenst einladet Wilhelm Müller I., Deutsches Haus. |
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Wahl-Ergebnisse des Kreises Nieder-Barnim
Wie bereits durch Extrablatt mitgetheilt haben im Ganzen erhalten:
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Bekanntmachung. ... Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Nieder-Barnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungsbezirks Potsdam ... Von den abgegebenen 34953 Stimmen waren nach den Wahlvorständen
Von den für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf:
Bekanntmachung. ... Auf die engere Wahl kommen ... der Professor Dr. Irmer zu Berlin und der Stadtverordnete Arthur Stadthagen zu Berlin. Den Termin für die engere Wahl setze ich auf Sonnabend, den 24. Juni d. Js. hierdurch fest. ... Berlin, den 19. Juni 1893. Der Wahlcommissarius, Landrath von Waldow. |
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Nachweisung der bei der Niederbarnimer Kreis-Sparkasse am Schlusse des Jahres 1892 beruhenden Einlagen und der davon für das abgelaufene Jahr zu zahlenden Zinsen. [letzte Seite:] Das Lokal der Sparkasse befindet sich in Berlin, Kochstraße Nr. 24 und ist an jedem Wochentage von 8 Uhr Morgens bis 1 Uhr Mittags geöffnet. Außerdem werden Einzahlungen angenommen [1...18]: 17) in Blumberg bei Herrn Lehrer Ewest. Geschäftszeit: Wochentäglich während der üblichen Geschäftsstunden. Berlin, den 31. Juni 1893. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Niederbarnim. Die Kreis-Sparkasse. ... |
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Ergebniß der Stichwahl im Kreise Nieder-Barnim
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Bekanntmachung. Auf der Dorfstraße in Eiche sind 2 neue Strohhüte gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann sich binnen längstens 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Ansprüche im hiesigen Amtsbureau melden. Mehrow, den 29. Juni 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Eine Arbeiterfamilie erhält zum 1. Oct d. Js. Wohnung und Arbeit bei A. Grün, Blumberg. Die Beleidigung, welche ich gegen Frau Schäfer ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre dieselbe für eine ehrenhafte Frau. Lindenberg, den 4. Juli 1893. G. Baumgard. |
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Nachweisung der den genannten Einwohnern ... im verflossenen Halbjahr bewilligten Renten.
Berlin, den 4. Juli 1893. Der Landrath. von Waldow. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Einen neuen 3 zölligen Arbeitswagen ohne Kasten hat zum Verkauf Grün, Schmiedemstr., Blumberg. Auf der Chaussee von hier nach Schwanebeck ist ein Wagenreifen gefunden worden. Der sich legitimierende Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Insertionskosten in Empfang nehmen bei Ww. Lehmann, Lindenberg. |
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Alt-Landsberg, 24. Juli. Zur Prüfung der Zweckmäßigkeit des Rauchhelms, den die hiesige freiwillige Feuerwehr schon seit Jahresfrist besitzt, waren gestern 11 Mitglieder der Bernauer freiwilligen Feuerwehr, darunter deren Oberführer, Herr Lotterie-Collecteur Lück, hier anwesend. Die Stadt Bernau will, wie wir erfahren, der dortigen Wehr einen Rauchhelm schenken, nur ist man noch nicht einig, welcher der verschiedenen Constructionen man den Vorzug geben soll. - Unsere jetzt 40 Mann zählende Wehr war zur Probe fast vollzählig erschienen. Letztere wurde wieder, wie eine frühere, in dem für diesen Zweck sich außergerwöhnlich gut eignenden, am Mehrower Wege belegenen Thürling'schen Keller vorgenommen. Man hatte in demselben Sägespäne und Lumpen, beides mit Steinöl und Thran getränkt, zusammengelegt und bald entwickelte sich in dem fast luftdicht verschlossenen Gewölbe nach der Entzündung des Hereingebrachten ein Qualm und Geruch, wie er bei einem Schadensfeuer auch nicht annähernd vorkommen dürfte. ... Darauf gingen noch mehr Feuerwehrleute mit dem Rauchhelm in den Keller; einer von ihnen hielt es 5 Minuten 20 Sek. aus. Damit dürfte wohl wiederum bewiesen sein, daß der Rauchhelm unserer Wehr seinen Zweck erfüllt. ... |
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Personal-Chronik. Der Sattlermeister Eduard Prietzel zu Blumberg ist als Schiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannbezirk Nr. 32, bestehend aus Gemeinde und Gut Blumberg, bestätigt worden. |
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Bekanntmachung. Invaliditäts- und Altersversicherung. In den nachstehend verzeichneten Vertrauensmännerbezirken ist folgender Personenwechsel eingetreten: Es sind neu bestellt worden: A. Aus dem Stande der Arbeitgeber: Im Vertrauensmännerbezirk Nr. 7, Gemeinde Ahrensfelde: Bauerngutsbesitzer Franz Brunow daselbst zum Vertrauensmann an Stelle des Bauerngutsbesitzers August Müller daselbst. Berlin, den 5. August 1893. Der Landrath. I.V.: Graf v. Pilati, Regierungs-Assessor. |
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Blumberg. Sonntag, den 20. und Montag, den 21. August findet das diesjährige Erntefest statt, wozu ergebenst einladet Wilh. Müller I, Deutsches Haus Lindenberg. Am Sonntag, den 20. und Montag, den 21. August 1893: große Erntefest-Musik. Hierzu laden freundlichst ein Die Gastwirthe A. Bolle, H. Huwe Ahrensfelde. Am Sonntag, den 20. und Montag, den 21. d. M.: Großes Erntefest, zu welchem auch der große Pariser Tanzplatz aufgestellt ist. Hierzu ladet freundlichst ein W. Hase, Gastwirth. |
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Alt-Landsberg. Die am Montag Mittag stattgefundene gerichtsärztliche Untersuchung des von der Dienstmagd Z. hierselbst unehelich geborenen, im Abort vorgefundenen Kindes soll ergeben haben, daß das Kind gelebt hat, Jauche schluckte und an Erstickung gestorben ist. Die Z. hat übrigens nicht in die Untersuchungshaft überführt werden können, da sie sehr leidend geworden ist. Sie befindet sich im Hause ihres Dienstherrn. |
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Mehrow. (O.-C.) Seit einigen Wochen werden hierselbst Bohrungen unternommen zur Untersuchung des Bodens auf Braunkohlen; bis jetzt sind zwei Bohrlöcher, das erste 50 m tief, gemacht worden. Es sind auch kleine Stücke Braunkohlen gefunden worden, und sollen daher noch an 40 solcher Bohrlöcher gemacht werden. Unser Dorf kann also vielleicht auch noch eine große Zukunft haben. |
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1 Arbeitspferd, weil überzählig, sofort billig zu verkaufen bei Gabriel, Obergärtner, Lindenberg. |
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Personal-Chronik. Der Herr Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat den bisherigen Amtsvorsteher-Stellvertreter Dubick zu Marzahn zum Amtsvorsteher des Amtsbezirks XXI Hohen-Schönhausen auf die Dauer von 6 Jahren ernannt. |
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Entwurf für die Herbst-Controlversammlungen für 1893 im Landwehrbezirk Bernau Controlbezirk, Controlplatz, Tag / Stunde der Versammlung, Verzeichnis der Mannschaften, welche zur Versammlung zu erscheinen haben Hauptmeldeamt Berlin Marzahn 2.11.93. 9 Uhr V. Die Reservisten, die Dispositions-Urlauber, die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften und die Halbinvaliden der Jahrgänge 1886 bis 1893 aus: Eiche, Hellersdorf, Marzahn, Hoh.-Schönhausen, Ahrensfelde, Falkenberg und Wartenberg Alt-Landsberg 2.11.93. 2 Uhr N. Desgleichen die Mannschaften aus: Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg Bernau (Landbezirk) 11.11.93. 9 Uhr V. ... Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut u. Dorf), Birkholz, Schwanebeck und Lindenberg |
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Personal-Chronik. Es sind:
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Hönow. (O.-C.) Der nasse Herbst dieses Jahres ist für die Landwirthschaft von großem Vortheil. Besonders gut sind die Futterrüben gerathen, welche auf den Rieselfeldern eine erstaunliche Größe erreicht haben. Man findet dort Rüben von 40-50 cm Länge und 20 cm Durchmesser. Das Gewicht einer beträgt 20 bis 25 Pfund. So findet der Landmann hierin einen Ersatz für die schlechte Heuernte. |
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Bekanntmachung. ... Wahl der Abgeordneten [zum Hause der Abgeordneten] am Dienstag, den 7. November d. J. von Vormittags 10 Uhr ab in der großen Stadtkirche zu Bernau Verzeichnis der Wahlmänner der für die Abgeordnetenwahl zu einem Wahlbezirke vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim.
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Bekanntmachung. Als gefunden ist hier eine Taschenuhr mit halber Kapsel abgegeben worden. Der Verlierer wird aufgefordert, seine Ansprüche binnen 3 Monaten im hiesigen Amtsbureau geltend zu machen. Blumberg, den 18. November 1893. Der Amtsvorsteher. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Kossäthen August Lindenberg zu Eiche ist erloschen. Mehrow, den 8. December 1893. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
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Eine Arbeiterfamilie erhält zu Neujahr oder zum 1. April 1894 Wohnung und Arbeit bei A. Grün, Blumberg. |
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Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1894 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. [Amtsbezirk] 19. Blumberg 1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. " August Noack zu Blumberg 4. " Gottlieb Hecht zu Blumberg [Amtsbezirk] 20. Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. " Lindemann zu Eiche [Amtsbezirk] 23. Malchow 3. Gemeindevorsteher Kirschbaum zu Lindenberg 4. Schöffe Carl Gahtow (!) zu Lindenberg |
Holzverkauf. Am Donnerstag, den 11. d. M., Vormittags von 10 Uhr ab werde ich in meiner Heide am Wege von Blumberg nach Börnicke folgendes Brennholz meistbietend gegen Baarzahlung verkaufen:
G. Bade. |
Holzverkauf. Im Gasthofe "Zum Deutschen Hause". Am Dienstag, den 23. d. M. Vormittags 10 Uhr werde ich aus meiner Forst folgende Brenn- und Nutzhölzer meistbietend verkaufen:
G. Bade. Holz-Auction. Donnerstag, den 25. Januar 1894, Vormittags 9 Uhr findet im Gasthof "Zum Schwan" zu Blumberg der freihändige Verkauf von
Das Holz steht im Jürgenbusch an dem Blumberg-Schwanebecker Wege und kann nach Meldung beim Revierförster Herrn Petow besichtigt werden. Blumberg, den 18. Januar 1894. Die Gräflich Arnim'sche Forst-Verwaltung. |
Bekanntmachung. Auf der Chaussee in Ahrensfelde ist gestern Vormittag einem Ahrensfelder Büdner ein Pferd zugelaufen. Der rechtmäßige Eigenthümer dieses Pferdes kann sich binnen längstens 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Rechte im hiesigen Amts-Vorsteher-Amte melden. Mehrow bei Hönow, 19. Januar 1894. Der Amts-Vorsteher Krüger. |
Alt-Landsberg. Total heruntergebrannt ist in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag das an der Chaussee von hier nach Strausberg belegene Gasthaus "Zum hohen Fließ", gen. "Hungriger Wolf". Die Wirthschaftsgebäude blieben erhalten. Hülfe war nur aus Eggersdorf erschienen. (Ndb. Anz.) |
In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ist mir ein großer gelbgrauer >>>Hund<<< etwas langhaarig, auf den Namen "Graumann" hörend, abhanden gekommen. Wiederbringer erhält gute Belohnung bei Ww. Lehmann, Lindenberg. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 4. Februar 1894: Großer Wiener Maskenball, zu welchem freundlichst einladet Hermann Huwe, Gastwirth. |
Bekanntmachung. Die in Nr. 9 des Niederbarnimer Kreisblattes vom 21. v. Mts. erlassene Bekanntmachung vom 19. v. Mts., betreffend das in Ahrensfelde zugelaufene Pferd, wird hiermit, da dasselbe minderwerthig ist und auf die Zeit von 3 Monaten die Futterkosten nicht trägt, mit dem Bemerken widerrufen, daß, wenn der Eigenthümer des Thieres binnen 8 Tagen seine Ansprüche im diesseitigen Amts-Vorsteher-Amte nicht geltend macht, das Pferd öffentlich meistbietend verkauft werden wird. Mehrow bei Hönow, den 7. Februar 1894. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Holz-Auction. Mittwoch, den 21. Februar 1894, Vormittags 9 Uhr findet im Gasthofe zum deutschen Haus zu Blumberg der freihändige Verkauf nachbenannter Hölzer gegen Baarzahlung statt.
Blumberg, den 14. Februar 1894. Die Gräflich Arnim'sche Forst-Verwaltung. |
Bekanntmachung. Auf dem Gutshofe zu Wuhlgarten ist ein Hund (Dogge) angefunden. Der Eigenthümer wird hiermit aufgefordert, sich zur Geltendmachung seiner Rechte binnen 3 Monaten auf dem hiesigen Amtsbureau zu melden. Mehrow, den 16. Februar 1894. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Sämmtliche Sämereien empfiehlt in bester Qualität die Handelsgärtnerei und Samenhandlung von W. Charon, Blumberg. |
Holz-Auction. Am Freitag, den 9. März 1894, Vormittags 9 Uhr findet der freihändige Verkauf nachbenannter Hölzer gegen Baarzahlung an Ort und Stelle statt:
Das Holz steht im Jürgenbusch, im Park und an der Schafwäsche und kann nach Meldung beim Revierförster Herrn Petow besichtigt werden. Blumberg, den 3. März 1894. Die Gräflich Arnim'sche Forst-Verwaltung. Rüben verkauft G. Grün, Blumberg |
Ahrensfelde. (O.E.) Am Mittwoch feierte unser Gesangverein "Frohsinn" unter lebhafter Betheiligung der Einwohner von Ahrensfelde und Umgegend im Gasthause des Herrn Hase sein fünftes Stiftungsfest. Wurde dieser Tag schon alljährlich mit besonderen Veranstaltungen festlich begangen und gleichsam als Uebergangszeichen der mußenreichen Winterszeit zu der Wiederaufnahme der landwirthschaftlichen Thätigkeit angesehen, so lag in diesem Jahre, wo unser Verein auf ein Lustrum seines erfolgreichen Bestehens zurückblickt, hierin ein ganz besonderer Grund zu einer würdigen Feier. Und in der That verlief das Sangesfest in schönster Harmonie. Die Festräume des Herrn Hase, welche einige überaus geschmackvolle, dem Zweck des Tages entsprechende Ausschmückungen erfahren und das Ansehen eines kleinen Theatersaales angenommen hatten, konnten kaum die Zahl der herbeigeströmten Gäste fassen. Außer dem sehr sorgfältig einstudirten Sangesprogramm, an dem sich auch die geladenen Gesangsvereine von Hönow und Hohenschönhausen, alle drei unter Leitung der jeweiligen Herren Lehrer, mit gleichem Erfolge und zur allseitigen Annerkennung betheiligten, kamen mehrere Einzelvorträge humoristischer Art zum Vortrage, welche Stürme von Heiterkeit entfesselten. Nachdem der officielle Theil um 10 Uhr seinen Abschluß gefunden und man sich darauf bei einem solennen Festessen an Speise und Trank weidlich gestärkt hatte, trat das schon mit Sehnsucht begehrte Tanzvergnügen in seine Rechte, und tapfer und unermüdlich ward nach den lieblichen Klängen der Bernauer Kapelle des Herrn Liebisch bis zum frühen Morgen das Tanzbein geschwungen. |
Ich nehme die Beleidigung gegen den Handelsmann August Ebel in Blumberg zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Wilhelm Giese, Handelsmann. Ein Lehrling, der das Barbiergeschäft erlernen will, wird zu Ostern verlangt. Zirbel, Ahrensfelde bei Berlin. |
Saatkartoffel-Offerte. Reichskanzler, beste, reichtragendste Winterkartoffel für die Mark Brandenburg (statt Daber), á Ctr. 5 Mk., Magnum onum á Ctr. 3 Mk., Lübbenauer á Ctr. 3 Mk. Ruleman Hientsch, Lindenberg. |
Alt-Landsberg. In recht beklagenswerther Weise ist vor den Augen seines Vaters der älteste Sohn Arthur des hier wohnhaften Weißbierbrauerei-Besitzers Winkelmann am 19. d. M. Vormittags 10 Uhr zu Schaden gekommen. Der junge Mann war nämlich zur Zeit bei der Braupfanne beschäftigt, kam dabei durch einen unglücklichen Zufall ins Rutschen und fiel mit dem Unterkörper in die siedende Masse. Trotzdem der Vater des Verunglückten, sowie auch der gleichfalls in der Nähe befindliche Braumeister sofort zur Stelle kamen und den Verunglückten aus seiner schrecklichen Lage befreiten, so ist doch der Zustand desselben sehr besorgniserregend, da er am Unterkörper und an den Händen schwer verletzt worden ist. (Stb.-Ztg.) |
Plan für die Abhaltung der Frühjahrs-Control-Versammlungen 1894 im Kreise Niederbarnim Lfd. Nr. Ort / Tag / Stunde der Versammlung Bezeichnung der Mannschaften, welche zur Versammlung zu erscheinen haben: Kategorie / Jahresklasse, Aus den Ortschaften 1. Marzahn (Gasthof Drenske). / 10. April / 8 V. Sämmtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial-Truppen. Sämmtliche Ersatz-Reservisten / 1893 bis 1881 [bezw.] 1894 bis 1881 Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Marzahn und Wartenberg 2. Alt-Landsberg (Marktplatz). / 10. April / 2 N. Desgl. Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt- und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee u. Seeberg 34. Bernau, Land (Schützenhaus-Garten). / 18. April / 2 N. Desgl. Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut u. Dorf), Birkholz, Schwanebeck u. Lindenberg |
Alt-Landsberg. Mit der Vermessung bezüglich der projectirten Linie Bahnhof Fredersdorf - Alt-Landsberg ist am Bahnhof begonnen worden. |
Rüben á Ctr. 25 Pf., verkauft H. Ebel, Blumberg. 2 Schäferknechte werden verlangt auf Dom. Blumberg. |
Personal-Chronik. Der Fleischbeschauer Friedrich Dubick ist als Steuererheber der Gemeinde Marzahn bestätigt worden. |
Einen Milchkühlapparat hat zu verkaufen Aug. Ebel II, Blumberg. Ein Kleinknecht wird bei gutem Lohn verlangt bei F. Ebel, Lindenberg. Danksagung. Meine beiden Füße strotzten voll Krampfadergeschwüren, die Schmerzen waren schrecklich, 13 Jahre habe ich sie ertragen müssen, bis ich durch einen Patienten auf J. Mittag, Berlin, Lietzmannstr. 6 aufmerksam wurde, wo ich in ca. 4 Wochen gänzlich geheilt bin. Ich empfehle herzlichst jedem ähnlich Leidenden diese Kur. F.a.: Schmidt, Blumberg. |
Personal-Chronik. Der Bauergutsbesitzer August Klus ist als Gemeinde-Vertreter der Gemeinde Eiche bestätigt worden. |
Hönow. (O.E.) Eine eigene Berühmtheit hat unser Ort seit einigen Jahren durch die in unserer Heide stattfindenden Krähenjagden bekommen. Während die Jäger im Interesse der Jagd die Krähen zu vermindern suchen, kommt ihnen hierin eine Privatjagd zu Hilfe. In jetziger Jahreszeit kommen an jedem Sonntag und Feiertag Arbeiter aus Berlin, Friedrichsfelde, Weißensee und Landsberg nach der Heide zwischen Hönow und Eiche schon morgens um 3 Uhr zu Wagen oder zu Fuß angereist und es entwickelt sich ein wahres Krähenfest. Die hohen, schlanken Stämme werden erklettert, auch wohl die Nester mit langen Haken, die sich ein jeder mitbringt, heruntergezogen. Die jungen Krähen werden nun gefangen und in Säcke gesteckt. Es sollen dieselben einen guten Braten geben. Nun ist diese Jagd aber nicht ganz ungefährlich und ist schon einige Male Unglück vorgekommen. Einige Waghalsige schwingen sich geschickt von Krone zu Krone. Wer da nicht sehr geschickt ist, kann leicht herabstürzen. Besonders gemüthlich gestaltet sich dann die Rückfahrt, wobei eine große Korbflasche mit Branntwein die Runde macht; und kommt dann erst die Krähenfeststimmung zur rechten Geltung. Aus diesen Jagden erwachsen den Besitzern der Heide mancherlei Schaden, denn oft werden junge Stämme abgebrochen, Feuer angemacht und dergleichen mehr, und ist dadurch die Gegenwart eines Gendarmen nothwendig geworden. Die Vertilgung der Krähen wird nun allerdings gern gesehen, denn diese sind eine große Plage für unsere Gegend. Ihre Zahl steigt in die Tausend. Sie fressen die jungen Saaten ab, ziehen die gelegten Kartoffeln wieder heraus und fressen die Keime. Besonders schaden sie den jungen Hasen, auch holen sie mit großer Dreistigkeit Küchlein und junge Gänse vom Hofe. Es sollen sich diese Vögel durch Abholzen großer Heiden in der Nähe von Berlin nach hier gezogen haben und scheint auch die Nähe des Rieselfeldes diese Aasvögel anzulocken. Trotz aller Verfolgung ist ihre Zahl nicht wesentlich gemildert worden. |
Tableau der Impfbezirke und der Bezirksimpfärzte des Kreises Niederbarnim für das Jahr 1894. Impfbezirk IV.: Pract. Arzt Dr. Crusius zu Alt-Landsberg a) Stadtbezirk Alt-Landsberg b) Amtsbezirk Löhme c) " Blumberg d) " Ahrensfelde e) " Neuenhagen f) " Amt Alt-Landsberg g) " Fredersdorf h) " Dahlwitz |
Kalkberge-Rüdersdorf. Der Bergsturz hatte hierselbst am Freitag zahlreiche Zuschauer angelockt. Es waren etwa 10 Eingänge in den gegen 40 Meter hohen Felsen gearbeitet, in denen sog. Zeitzünder (geklöppelte Schnüre, welche inwendig Pulver enthalten) mit drei Minuten Brenndauer gelegt waren. Gegen 4 Uhr sah man an den Eingängen der Höhlen deutlich einige Lichter aufflammen, dann deckte sich - wie ein Schleier - ein schwacher Pulverrauch über die Eingänge und die Bergleute mußten sich im Sturmschritt entfernen. Da krachte auch schon der erste Schuß, in immer rascherer Folge kamen etwa 30 Schläge nach. Aber nur ein minutenlanger, ununterbrochener Donner, tiefe Risse zeigten sich in der Felswand, die plötzlich wankte. Laut prasselnd stürzten wohl 10000 Kubikmeter thurmhoch herunter, bis endlich statt des fortdauernden Donners nur noch einzelne Schläge hörbar wurden. Nach fünf Minuten war die Sprengung vollendet und die 40 bis 50000 Kubikmeter Kalksteine lagen unten. Die Sprengstelle war etwa 50 Meter breit und gegen 40 Meter hoch; es wurden aber 20 bis 25 Meter weit vom Felsen abgesprengt. Die Sprengung gelang vollkommen. |
Für die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Vaters, des Bauergutsbesitzers Gottlieb Hecht, sowie für die reichen Kranzspenden sprechen wir hiermit unsern innigsten Dank aus. Blumberg, den 25. Mai 1894. Die trauernden Hinterbliebenen: Ww. Hecht nebst Kindern. |
Bekanntmachung. Die Kirschen an den Bäumen der Berlin-Prötzeler Chaussee von Stat. 20,3 bis 22,3 und von 27,1 bis 30,8 und aus den Bäumen der Neuenhagen-Mehrower Chaussee von Stat. 0,0-6,5 sollen am Mittwoch, den 6. Juni 1894, Nachmittags 5 Uhr im "Schützenhause" zu Alt-Landsberg meistbietend verpachtet werden. Die Chaussee-Verwaltung. |
Marzahn. Sonntag, den 24. Juni feiert der Gesangverein "Harmonie" im Locale des Herrn Groh das Fest seiner Fahnenweihe (Anfang Nachmittags 2 Uhr) und ladet hierzu ergebenst ein. Der Vorstand. |
Bekanntmachung. Das Obst (Aepfel und Kirschen) aus den Bäumen an der Chaussee von Berlin bis Hönow, Station 4,0-10,6 und von 11,3 bis 16,7 soll am Donnerstag, den 21. Juni cr. Nachmittags 4 Uhr im Gasthause des Herrn Drenske in Marzahn öffentlich meistbietend verpachtet werden. Berlin, den 13. Juni 1894. Die Chaussee-Verwaltung. Ahrensfelde. Am Sonntag, den 10. Juni, von Nachmittags 4 Uhr an Gr. Doppel-Concert (auf dem Festplatz) ausgeführt von der Liebisch'schen Capelle, Gesangverein "Deutsche Eiche" zu Bernau und Gesangverein "Kaiserblume" zu Mehrow. Entrée á Person 50 Pfg. Nach dem Concert Tanzkränzchen, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. |
Blumberg. Am Sonntag, den 24. Juni feiert der hiesige Krieger-Verein sein diesjähriges Sommerfest im Walde, verbunden mit Schießen und Tanz, wozu ergebenst einladet W. Müller, Deutsches Haus. |
Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf ... bringe ich nachstehend das Verzeichnis derjenigen Personen zur öffentlichen Kenntnis, welche aus dem Kreis Niederbarnim für das Mobilmachungsjahr 1894/95 hinter den letzten Jahrgang der Landwehr 2. Aufgebots, sowie der Landsturmpflichtigen des 1. und 2. Aufgebotes zurückgestellt worden sind. Alle übrigen, um Zurückstellung vorstellig gewordenen, hierunter aber nicht aufgeführten Personen sind mit ihren Gesuchen zurückgewiesen. Berlin, den 23. Juni 1894. Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commision des Aushebungsbezirks Niederbarnim von Waldow, Landrath.
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Bauerngutsbesitzers Adolf Thürling zu Mehrow ist die Rothlaufseuche ausgebrochen. Die Rothlaufseuche unter dem Schweinebestande des Büdners Karl Vetter zu Ahrensfelde ist erloschen. Mehrow, den 29. Juni 1894. Der Amts-Vorsteher Krüger. | ||||||||||||||||
Danksagung. Für die am 30. v. M. bei dem Begräbniß meines so plötzlich gestorbenen lieben Mannes, unsers guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters, des Altsitzers Aug. Rühle bewiesene große Theilnahme sagen wir Allen, insbesondere für die vielen Kranzspenden, sowie auch dem Gesang-Verein "Lyra" unsern herzlichsten und innigsten Dank. Lindenberg, den 30. Juni 1894. Die trauernde Gattin nebst Kindern. |
Bekanntmachung. Dem Kossäthen Wilhelm Schmöcker und dem Milchpächter Hermann Schulz zu Ahrensfelde ist je ein Schwein an der Rothlaufseuche gefallen. Mehrow, den 5. Juli 1894. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
3 Accord-Mäher, welche den Roggen gleich in Mandeln stellen, werden bei hohem Lohn sofort verlangt bei Albert Rühle, Lindenberg. Vorschriftsmäßige Nachtwächter-Hörner hält vorräthig Pomm Nachflg., Berlin, Landsbergerstraße 72 Musikinstrumentenfabrik. |
Blumberg. Am Sonntag Nachmittag ertrank beim Baden in dem zwischen hier und Krummensee belegenen Pfühlen der älteste, 17 Jahre alte Sohn des Kossäthen Gathow hierselbst. Er war mit mehreren Altersgenossen gegangen und erhitzt in's Wasser gesprungen, worin er sofort unterging. Der Schmerz der Eltern ist unbeschreiblich. (N.A.) |
Alt-Landsberg. Der hiesige Turnverein feiert am Sonntag sein 31. Stiftungsfest. |
Alt-Landsberg. Ein ganz entsetzliches Unwetter hat gestern den ganzen nördlichen Theil der Mark Brandenburg heimgesucht und unendlichen Schaden angerichtet, es ist eine vergrößerte Auflage jenes Unwetters, das vor wenigen Wochen in unserer Gegend herrschte. Mit kollossaler Schnelligkeit zogen die unheimlich aussehenden Wolkenballen herauf, begleitet von einem orkanartigen Sturme, der den herniedergießenden Regen und den bis über nußgroßen Hagelstücken doppelte Kraft verlieh. Unsere Umgegend hat übrigens nur die Ausläufer des Unwetters gehabt, das Centrum desselben ist über die Gegend Oranienburg-Bernau-Bad Freienwalde a.O. gezogen. Bei den Eisenbahnzügen wurde an mehreren Wagen die Decke beschädigt, ferner sind durch den Hagel sämmtliche Fenster an der dem Unwetter ausgesetzten rechten Seite zertrümmert worden. Durch die Glasspplitter wurden einzelne Fahrgäste verwundet ... Abgesehen von diversen abgebrochenen Bäumen und Baumästen und abgesehen von der unendlichen Menge von Obst, das abgeschlagen wurde, hat der Blitz auch mehrere Male eingeschlagen. In Neu-Hönow tödtete er eine Ziege des Gastwirths Hetzer und setzte zugleich eine Luke des Stallgebäudes in Brand. Ein anderer Schlag, der jedenfalls auf eine im Freien stehende Leitungsstange niedergegangen war, suchte und fand seinen Weg nach unserm Postamt. Wie durch ein Wunder ist unser Postvorsteher Daehnert einer Verletzung durch die electrische Entladung entgangen, denn wenige Minuten vorher hatte er seinen Platz in der Nähe der einmündenden Drähte verlassen. Trotzdem erhielt sowohl er wie mehrere andere Postbeamte nicht unbedeutende electrische Schläge. Ein dritter electrischer Schlag hat die Stange vor der Lindhorst'schen Scheune an der Straußberger Chaussee getroffen, die die Drähte der Telephonleitung Berlin-Königsberg trägt. Der Strahl hat ein Stück Holz vom oberen Ende der Stange abgerissen und ist dann auf die Leitung nach unserer Stadt zu übergegangen. Die nächste Stange hat er ohne Seitensprünge passiert, bei der folgenden hat es ihm jedenfalls der zum Geradehalten derselben angebrachte Draht angethan, denn auch diese Stange ist (wohl durch einen Blitztheil) beschädigt worden. Der andere Theil hat seinen Weg auf der Leitung fortgesetzt; das dadurch verursachte Geräusch ist von mehreren Einwohnern gehört worden. Ob der Blitz noch bis Berlin gekommen ist oder sich inzwischen "verkrümelt" hat, wissen wir nicht. - Über das Unwetter schreibt man uns ferner: Werneuchen. Das Gewitter am Dienstag Nachmittag mit Orkan hat in der Umgegend großen Schaden angerichtet. Obst ist wenig an den Bäumen hängen geblieben. Von Wesow aus fuhr ein Wagen nach Bernau, wurde aber gleich von dem Unwetter überrascht, so daß derselbe vom Sturm umgeworfen und alles daran zerbrochen wurde; ... In der Gegend von Heckelberg hat es noch schlimmer gehaust. Es war furchtbares Hagelwetter, viele Fenster sind eingeschlagen; es fielen Schloßen wie Hühnereier groß, die wie Kugeln durch die Verdeckwagen schlugen. Auf der Freienwalder Chaussee wurden große Heufuhren umgestürzt, ebenso Alleebäume, und in der Forst soll großer Schaden angerichtet worden sein. In Tempelfelde hat der Sturm die Mühle umgeworfen. ... |
Heirath. Für meinen Neffen, 29 Jahre alt, evang., ehrenwerther Charakter, aus achtbarer Familie, Inhaber eines alten rentablen Geschäfts mit gutem Einkommen und in geordneten Verhältnissen, dem es an passender Damenbekanntschaft fehlt, suche ich eine Lebensgefährtin passenden Alters mit etwas Vermögen ... |
Bernau. Unsere freiwillige Feuerwehr feierte am vergangenen Sonnabend in hergebrachter Weise ihr 12jähriges Stiftungsfest durch Ausmarsch, Concert, Commers und Ball im Schützenhause. Die Zahl der Mitglieder hat sich seit dem letzten Stiftungsfeste bedeutend vermehrt und beträgt jetzt ca. 80. Oberführer der Wehr ist seit dem 3. Januar d. J. der Fabrikbesitzer, Herr Premierlieutenant Jasper. |
Verzeichniß I der zum Wahlverband der größeren ländlichen Grundbesitzer gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim. Abtheilung A. Grundbesitzer.
Verzeichniß III der Landgemeinden im Kreise Niederbarnim. Laufende No. Namen der Gemeinden. Civil-Einwohner-Zahl nach der Zählung vom 1. December 1890. Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner.
Berlin, den 19. Juli 1894. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Niederbarnim. gez. von Waldow. von Veltheim. Witte. Springer. Wernike. Feldtmann. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Blumberg. Am Sonntag, den 26. u. Montag, den 27. August8 findet bei mir Großes Erntefest statt, wozu ergebenst einladet W. Müller, Gastwirth z. Deutschen Kaiser. |
Blumberg. Wegen des ungünstigen Wetters wird das für Sonntag, den 26. d. Mts. angekündigte >>Erntefest<< bis auf weiteres aufgehoben. W. Müller, Gastwirth z. Deutschen Kaiser. Ahrensfelde. Am Sonntag, den 26. u. Montag, den 27. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. Lindenberg. Am Sonntag, den 26. u. Montag, den 27. August: Große Erntefest-Musik, wozu ganz ergebenst einladen Die Gastwirthe A. Bolle, H. Huwe |
Hönow, 5. September. (O.-E.) Die Bewohner hiesiger Gegend hatten heute Vormittag ein schönes Schauspiel. Es wurde nämlich zwischen Hönow und Alt-Landsberg nördlich von Seeberg ein Brigademanöver vom Generalmajor und Commandeur der X. Brigade Herrn Bock von Wülfingen abgehalten. Frühmorgens bis 9 Uhr hielten die Herrn Officiere am Ende Hönow's eine Vorberathung ab. Dann zog um 9 Uhr das Infanterie-Regiment und mehrere Batterien auf Seeberg zu und nahmen dann, eine Schlucht durchziehend, auf den Hügeln nördlich von Seeberg Aufstellung. Der Feind hatte seine Stellung bei Alt-Landsberg. Nachdem die Artillerie den Kampf eröffnet hatte, rückte die Infanterie in Schützenketten gegen Alt-Landsberg vor, wo sich dann ein heftiges Infanteriegefecht entwickelte. Um 1/2 12 Uhr versammelten sich dann nördlich von Seeberg die Herren Officiere und zogen die Truppen um 1 Uhr wieder in die Quartiere. |
Bekanntmachung. Ein Schwein des Bauergutsbesitzers Hagert zu Lindenberg ist an der Rothlaufseuche verendet. Malchow, den 5. September 1894. Der Amts-Vorsteher. |
Hönow, den 17. September. (O.-E.) Das große Manöver zwischen Werneuchen, Krummensee und Wegendorf hatte wohl viele Tausende von Menschen in jene Gegenden geführt. Denn das Dorf Krummensee war nach dem Rückzuge so voll Militair und Publikum, daß, wie man sagt, kein Apfel zur Erde fallen konnte. Interessant war besonders der Rückmarsch der Truppen, welche dann bei Mehrow, Ahrensfelde und Eiche Nothquartiere und Biwak bezogen. Da lohten dann Abends ringsum die Wachtfeuer, die Soldaten kochten ihr schmackhaftes Mahl und vertrieben sich die Zeit mit den üblichen Manöverscherzen und Kriegsgesängen. Um 9 Uhr war Zapfenstreich. Schon an frühen Morgen des 17. September brachen die diesseitigen Truppen auf und nahmen nordöstlich von Mehrow Aufstellung. Der Feind kam von Alt-Landsberg und Krummensee in große Colonnen herangezogen und begann schon um 7 Uhr das Gefecht. Da beide Heere auf Anhöhen standen und sich das Treffen im Thal ereignete, so bot sich hier ein großartiges Manöverbild. Auch bildeten die Truppen ein großes Schlachtviereck. Die Stellung diesseits war eine so auffallend günstige, daß der Feind zurückgeschlagen worden wäre. Das Geschütz- und Gewehrfeuer war sehr heftig. Besonders prächtig war der Durchzug der Truppen durch Hönow mit voller Regimentsmusik. |
Plan für die Abhaltung der Herbst-Control-Versammlungen 1894 in dem Kreise Niederbarnim. 1. Marzahn (Gasthof Drenske) 6.11.94, 9 Uhr Vorm. Sämmtliche Reserviste der Garde- und Provinzialtruppen [Jahrgang:] 1894-87 [Aus den Ortschaften:] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn und Wartenberg 2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 6.11.04, 2 Uhr Nachm. desgl. [Jahrgang:] 1894-87 [Aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg 19. Bernau (Land) (Schützenhaus-Garten) 15.11.94, 11 1/2 Uhr Vorm. desgl. [Jahrgang:] 1894-87 [Aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld. (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg und Helenenau |
Alt-Landsberg. In der letzten Stadtverordneten Versammlung wurde beschlossen, vorläufig von einer weiteren Berathung der Bahnangelegenheit Alt-Landsberg - Bahnhof Fredersdorf abzusehen. Begründet wurde der Beschluß damit, daß die Sache noch nicht eilig sei, und man weitere Zeit zur Ueberlegung brauche. ... |
Bernau. Die Beisetzung unseres früheren Landraths, Geheimen Regierungsraths Scharnweber hat am 30. October unter zahlreicher Betheiligung auf dem Matthäikirchhofe in Berlin stattgefunden. |
Hönow. (O.-E.) Die Bauernaltsitzer Friedrich Schmidt'schen Eheleute hierselbst werden am 23. Januar 1895 ihre goldene Hochzeit feiern. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt. Mehrow, den 22. November 1894. Der Amts-Vorsteher Krüger. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestand des Rieselgutes Hellersdorf ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt. Mehrow, den 27. November 1894. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Bekanntmachung. Auf der Chaussee von Ahrensfelde nach Falkenberg ist eine eiserne Wagenbremse gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann sich binnen längstens 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Ansprüche im hiesigen Amtsbureau melden. Mehrow, den 28. November 1894. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Lindenberg. Großes Ausschieben Am Sonntag, den 9. d. Mts. werden bei mir folgende Gegenstände auf dem Billard ausgeschoben: 1) ein preußisches Reit- und Wagenpferd, 2) eine Kiste gute Cuba-Cigarren, 3) eine große Preßwurst, 4) eine Schlackwurst. á Loos 50 Pf. Hierzu ladet ganz ergebenst ein W. Lehmann, Gastwirth. |
Lindenberg. (O.-E.) Am 26. d. Mts. feiert das früher Nachtwächter Heinike'sche Ehepaar hierselbst das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Ehemann steht bereits im 80., die Frau im 79. Lebensjahre und befinden sich beide trotz des hohen Alters noch ziemlich wohl. |
Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist erloschen. Die Guts- und Ortssperre wird hierdurch aufgehoben. Mehrow, den 18. December 1894. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Solide Capitalisten mache ich ergebenst darauf aufmerksam, daß meine Geschäftsfreunde, soweit sie lediglich die von mir als unbedingt sicher empfohlenen Papiere gekauft haben, seit 1882 vor Enttäuschungen bewahrt geblieben sind. Robert Springsklee, Berlin N., Friedrichstraße 122 B. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Rieselgutes Hellersdorf ist erloschen. Die Guts- und Ortssperre wird hierdurch aufgehoben. Mehrow, den 1. Januar 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Alt-Landsberg. Noch einmal flackert die Hoffnung für eine Bahnverbindung auf! Sieben unserer Stadtverordneten, also die Mehrheit, haben schriftlich den Antrag auf baldige Anberaumung einer Stadtverordnetensitzung gestellt zum Zwecke der Berathung des Baues einer Bahn nach Bahnhof Neuenhagen. Wir wollen ... uns mit dem Hinzufügen begnügen, daß ... fast Einhelligkeit über die Nothwendigkeit des Baues einer Bahn jetzt herrscht und daß man Bahnhof Neuenhagen als Einmündungspunkt wünscht mit Rücksicht auf eine nur noch nach Berlin hin mögliche Erweiterung des hiesigen Amtsbezirks. (N.A.) |
Hönow. (O.-E.) In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag ist ein frecher Diebstahl hierselbst ausgeführt worden. An das Gehöft des Kossäthengutbesitzers W. Bugge, welcher dicht an dem nach Neuenhagen führenden Wege liegt, sind die Diebe mit einem Schlitten herangefahren, haben das hintere Thor erbrochen, und nachdem sie den Hund durch Füttern beruhigt, ein junges Schwein im Stalle geschlachtet und gestohlen. Zu ihrem Braten haben die Diebe auch gleich Brennholz aus der Nähe mitgenommen. ... |
Alt-Landsberg. Da von den verschiedenen Plänen, unsere Stadt durch eine Eisenbahn mit Berlin zu verbinden, keiner Aussicht auf Erfüllung hat, so hat neuerdings die Mehrheit der Stadtverordneten den Bau einer Eisenbahn nach Neuenhagen beantragt, um durch Anschluß an die Ostbahn eine Verbindung mit Berlin zu erreichen. Wie der "N.A." mittheilt, würde eine Kleinbahn mit 75 Centimetern Spurweite von hier nach Bahnhof Neuenhagen einschließlich Landerwerbung etwa 120-125000 Mk. kosten. ... |
Hönow, 24. Januar (O.-E.) Gestern wurde hierselbst das schöne Fest der goldenen Hochzeit von dem Kirchenältesten, ehemaligen Ortsvorsteher Herrn Friedrich Schmidt und seiner Ehefrau Caroline geb. Döberitz gefeiert. ... |
Alt-Landsberg. Die Bahnangelegenheit ist fürs erste wieder einmal zu Grabe getragen. Der Magistrat hat es mit Stimmengleichheit abgelehnt, dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung seine Zustimmung zu geben. Die betheiligten Stadtverordneten wollen erfreulicher Weise die Sache trotzdem nicht ruhen lassen. (N.A.) |
Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1895 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. [Amtsbezirk] 19. Blumberg 1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg [Amtsbezirk] 20. Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche [Amtsbezirk] 23. Malchow 3. Gemeindevorsteher Kirschbaum zu Lindenberg 4. Schöffe Carl Gathow zu Lindenberg |
Geschäfts-Plan zur Musterung der Militair-Angehörigen im Kreise Niederbarnim pro 1895. VI. Bernau im Richter'schen Restaurant 2. Am Freitag, den 22. März 1895. Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: ..., Ahrensfelde, ... und zwar der im Jahre 1873 und früher Geborenen, Blumberg (Gemeinde und Gut), ... VII. Alt-Landsberg im Schiering'schen Restaurant "Zum Deutschen Hause" 2. Am Mittwoch, den 27. März 1895. Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: ..., Eiche, ..., Mehrow (Gemeinde und Gut) |
Runkelrüben, à Ctr. 75 Pf., verkauft A. Noack, Blumberg |
Die Beleidigung gegen den Bauergutsbesitzer Wilhelm Giese zu Blumberg nehme ich hiermit zurück. W. Wenzel. |
Blumberg. (O.-E.) Ein Schlachten wars, nicht eine Schlacht zu nennen! So könnte man ausrufen bei dem fürchterlichen Gemetzel, daß sich hier am Sonntag Abend im Gasthof zum "Deutschen Hause" abgespielt. Der Wirth hatte rechtzeitig Feierabend geboten; Eine Anzahl Knechte verließen das Local nicht, es kam zum Streit, und bald war eine Schlägerei im Gange, bei welcher Biergläser und Messer die Hauptrolle spielten. Das Blut floß in Wirklichkeit in Strömen. Dem Amtsdiener riß man den Degen von der Seite und dem Gemeindevorsteher das Zeug vom Leibe, ein ganz unbetheiligter hiesiger Besitzer erhielt einen so fürchterlichen Schlag mit dem Bierglas ins Gesicht, daß er zur Erde stürzte und das Auge noch in größter Gefahr schwebt. Die Haupthelden, Knechte von auswärts, sind am folgenden Tage ins Gerichts-Gefängnis abgeführt, bis auf einen jedoch schon wieder vorläufig entlassen. Bei solchen unerhörten Vorkommnissen könnte man wirklich bedauern, daß die einzig wirksame Strafe für solche Rohheiten in unserem Gesetzescodex keinen Platz mehr hat. Was sagen solche Raufbolde nach einigen Wochen Gefängnißstrafe! - Vor Kurzem ist hier ein anderer Fall vorgekommen, der noch mehr zu ernstem Nachdenken Anlaß giebt. Beim Spiel auf dem Eise schlug ein Schulknabe einen anderen mit einem sogenannten Todtschläger ein tiefes Loch in den Kopf, so daß er zusammenbrach und längere Zeit krank war. Solch böse Frucht kann doch nur eine Folge laxer Zucht in Haus und Schule sein, so sagt man mit Recht. Letzterer sind freilich die Hände so gebunden, daß sie in dieser Hinsicht nicht mehr viel ausrichten kann. Wird in der Schule einmal ernstlich gezüchtigt, so daß vielleicht ein paar braune Streifen zurückbleiben, dann erhebt sich ein großes Geschrei und Polizei und Staatsanwaltschaft werden gegen den bösen Lehrer zur Hülfe gerufen. |
Einen Gesellen auf Satin verlangt Meissner, Berlinerstr. 114 [Bernau] |
Holz-Auction. Am Donnerstag, den 7. März d. Js. von Vormittags 9 Uhr ab findet im Gasthof "Zum Deutschen Hause" zu Blumberg der freihändige Verkauf nachbenannter Nutz- und Brennhölzer aus diesjährigem Einschlage meistbietend gegen Baarzahlung statt:
Blumberg, den 26. Februar 1895. Die Gräfl. Arnim'sche Forstverwaltung. Runkelrüben, à Ctr. 75 Pf., mit bequemer Abfahrt unmittelbar am Dorfe hat zu verkaufen Bade, Blumberg. |
Bekanntmachung. Auf dem Dominium Blumberg ist eine Kuh an Milzbrand verendet. Blumberg, den 28. Februar 1895. Der Amts-Vorsteher. |
Sämmtliche Sämereien, sowie sämmtliche Blumen- u. Gemüsepflanzen, Runkelrübenkerne (echte Eckendorfer Riesen-Walzen) empfiehlt en gros und en detail die Handelsgärtnerei und Samenhandlung von W. Charon, Blumberg. Obst-Baumschule "Clarahöh" Obstbäume und Obststräucher als: Stachel-, Johannis-, Himbeeren und Weinstöcke, empfiehlt in den besten Sorten .... R. Hientzsch, Lindenberg. Baumschulbesitzer und Mitglied des deutsch. Pomologen-Vereins. |
Blumberg. Hier ist seit dem 1. März ein Fußgendarm stationirt. Es ist ein Herr Brechtke, der direct vom 2. Garde-Regiment gekommen ist. Derselbe hat die Ortschaften Seefeld, Löhme, Birkholz, Ahrensfelde und Mehrow zu seinem Bezirk und muß außerdem dreimal monatlich nach Falkenberg. |
100 Ctr. Rosenkartoffeln hat abzugeben August Haase, Ahrensfelde bei Berlin. |
800 Centner Rosenkartoffeln (rein, zur Saat), à Ctr. 3 Mk., hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde. |
Plan für die Abhaltung der Frühjahrs-Controll-Versammlungen 1895 im Kreise Niederbarnim. 1. Marzahn (Gasthof Drenske) 6.4.1895, 8 [Uhr] V. Sämmtliche Reservisten u. Wehrleute der Garde- und Provinzialtruppen. Sämmtliche Ersatzreservist. [Jahresklasse:] 1894-1882 [aus den Ortschaften:]Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg, Wuhlgarten 2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 6.4.1895, 2 [Uhr] N. Desgl. [aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee u. Seeberg 34. Bernau, Landbez. (Schützenhausgarten) 26.4.1895 8 [Uhr] V. Desgl. [aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg und Helenenau |
400 Centner Rosenkartoffeln (rein zur Saat), à Ctr. 3 Mk. hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde. |
Vertheilungsplan über Beiträge, welche ... von den Schulverbänden für die öffentlichen Volksschulen und für die der Ruhegehaltskasse angeschlossenen öffentlichen nicht staatlichen mittleren Schulen an die Lehrer-Ruhegehaltskasse des Regierungsbezirkes Potsdam für die Zeit vom 1. April 1895 bis 31. März 1896 zu zahlen sind. Der Bedarf berechnet sich wie folgt: Ruhegehälter abzüglich der gesetzlichen Staatsbeiträge pp. nach dem Stande vom 1. October 1894: 226 356,01 Mk. Renumeration des Kassenanwalts 600,- Mk. Zusammen ... 226 956,01 Mk. Hiernach sind von den Schulverbänden pp. für die öffentlichen Volksschulen zu zahlen: Laufende No. Bezeichnung des Schulverbandes - Standort Gesammtsumme des ruhegehaltsberechtigten Diensteinkommens von den Stellen der einzelnen Schulverbände nach Abzug von 800 Mk. für jede Stelle und Abrundung dieser Summe auf volle Hundert gemäß § 7. [Mk.] Höhe der von den einzelnen Schulverbänden für das Rechnungsjahr 1895/96 zu zahlenden Beiträge
Potsdam, den 9. März 1895. Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande der Epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten bei Biesdorf ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt. Mehrow, den 26. März 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Einen Milchkühl-Apparat, fast neu, hat preiswerth zu verkaufen Aug. Ebel II, Blumberg. Einige Fuhren Kaff hat zu verkaufen Gustav Grün, Blumberg. |
50 ctr. gute Rosenkartoffeln hat abzugeben Brunow, Bauergutsbesitzer. Ahrensfelde |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Der Ort wird deshalb gegen den Durchtrieb von Rindvieh, Schafen und Schweinen gesperrt. Mehrow, den 17. April 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Es sind noch ca. 400 Centner Runkelrüben abzugeben bei Gebrüder Ebel, Lindenberg bei Berlin. |
Radfahrsport! >>Großes Lager von Adler-Rädern,<< erstklassiges, deutsches Fabrikat, auch billigere Fabrikate von 150 Mk. an, neu unter Garantie, sowie sämmtliche Zubehörtheile. Auch auf Theilzahlung. Preisliste gratis und franco. E. Hindenberg, Werneuchen. |
Bekanntmachung. Die Maul- und Klauensuche unter dem Rindviehbestand der epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten ist erloschen. Die Ortssperre wird hierdurch aufgehoben. Mehrow, den 1. Mai 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg am 1. Mai 1895. Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: 9) Eine böse Sorte von Knechten hatte der Bauergutsbesitzer L. zu Eiche. Dieselben waren so frech und anmaßend, daß der Dienstherr sich kaum etwas zu sagen getraute. Als er dies dennoch that, schlugen die beiden Knechte mit Knüppeln auf ihn ein und er mußte in das Haus flüchten. Dies führte zur Verhaftung der beiden Leute und auf erhobene Anklage wird jeder von ihnen heute zu 4 Monaten und 1 Woche Gefängniß verurtheilt. |
Bekanntmachung. Die Maul- und Klauensuche unter dem Rindviehbestand des Rittergutes Mehrow ist erloschen. Die Ortssperre wird hierdurch aufgehoben. Mehrow, den 8. Mai 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Personal-Chronik. Die Amts-Vorsteher Ziegner-Blumberg, Krüger-Mehrow, Feldtmann-Neu-Weißensee, Seeger-Zerpenschleuse und die Amts-Vorsteher-Stellvertreter Haase-Ahrensfelde und Borchert-Malchow sind als solche auf die Dauer von 6 Jahren wiederernannt. |
Alt-Landsberg. Am Sonntag, den 19. Mai, nachm. 2 Uhr findet hierselbst die Versammlung des Unterverbandes der freiwilligen Feuerwehren des Kreises Niederbarnim statt. ... |
Alt-Landsberg. Die hiesige Schützengilde feiert am 9. bis 11. Juni cr. ihr 50jähriges Bestehen. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 9. Juni findet das große Sommerfest des Gesang-Vereins "Sängerlust", unter Mitwirkung von 4 Vereinen und der Liebisch'schen Capelle statt, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. |
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Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr II. Aufgebots zurückgestellt:
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Die Kirschennutzung auf den Chaussee-Strecken Seeberg- Alt-Landsberg - Hohefließ, Neuenhagen - Hönow - Mehrow soll am Sonnabend, den 15. Juni d. js. Nachmittags 5 Uhr im Welle'schen Gasthause hierselbst verpachtet werden, und lade ich Pachtlustige hierzu ein. Alt-Landsberg, den 12. Juni 1895. Die Chaussee-Commission. Bredow. |
Bekanntmachung. Das Schwein des Arbeiters Wilhelm Wilke in Lindenberg ist an der Rothlaufseuche verendet. Mehrow, den 12. Juni 1895. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Zwei der Bauerwittwe Lenz gehörige Schweine sind an Rothlaufseuche verendet. Marzahn, den 17. Juni 1895. Der Amts-Vorsteher. Dubick. Bekanntmachung. Auf dem Wege durch die Bauernhaide [ai!] nach Krummensee ist am Sonntag, den 16. Juni cr., Abends gegen 1/2 10 Uhr von dem Gärtner Glase zu Mehrow ein Hammel gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann sich binnen längstens 3 Monaten zur Geltendmachung seiner Rechte im hiesigen Amtsbureau melden. Mehrow bei Hönow, den 17. Juni 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Allen guten Freunden und Bekannten für die Theilnahme bei dem Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes und unseres guten Vaters, dem Krieger-Verein, dem Gesang-Verein und allen Gemeindemitgliedern, welche ihm das Geleit zur letzten Ruhestätte gaben, sowie dem Herrn Pastor Braun für den uns gespendeten Trost sagen wir unsern tiefgefühlten Dank. Lindenberg, den 21. Juni 1895. Im Namen der Hinterbliebenen. Ww. Andrae. |
Bekanntmachung. Hier hat sich ein junger Hühnerhund angefunden (etwas langhaarig, schwarz und weiß melirt, kleine weiße Stirn und Blesse). Der betr. Besitzer kann denselben bei dem unterzeichneten Amtsvorsteher abholen. Amt Blumberg, den 3. Juli 1895. Der Amts-Vorsteher. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 7. Juli cr.: Einweihung meines neugemalten >>> Saales, <<< verbunden mit großer Tanzmusik, wozu freundlichst einladet H. Huwe, Gastwirth. |
Alt-Landsberg. Ein colossaler Feuerschein in östlicher Richtung verursachte am Sonntag Abend gleich nach 11 Uhr Feueralarm in unserer Stadt. Auch unsere Freiwillige Feuerwehr wollte ausrücken, hatte jedoch keinen Vorspann. Die Landspritze eilte zur Brandstätte. Es sind durch das Feuer auf dem Buchholzer Amte eine 250 Fuß lange Lehmfachwerkscheune mit 3 Thoren und ein Kohlenschuppen vollständig eingeäschert worden; halb verbrannt ferner ein neuer massiver 200 Fuß langer Stall. ... |
Alt-Landsberg. Eine hocherfreute Nachricht geht uns bezüglich der Ostbahn zu. Danach ist für den Vorortverkehr der Ostbahn die Einführung des Stunden-Verkehrs in Aussicht genommen und zwar zum 1. October d. Js. ... |
Bekanntmachung. Ein dem Bäckermeister Albert Zinn zu Ahrensfelde gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Mehrow, den 29. Juli 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 4. August cr. Großes Sommerfest des Gesang-Vereins "Frohsinn", wozu freundlichst einladet Der Vorstand. |
Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg am 7. August 1895. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Bauunternehmer Zimmermann - Werneuchen und Herr Uhrmacher Schulze - Kalkberge-Rüdersdorf. Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow. Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: 11) Der Knecht Robert H. zu Mehrow hat gegen einen polizeilichen Strafbefehl über 10 Mk. wegen groben Unfugs Widerspruch erhoben, aber ohne Erfolg; denn da der Zeuge eidlich bestätigt, daß H. sich an dem Unfuge betheiligt hat, so wird der Widerspruch kostenpflichtig abgewiesen. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 18. und Montag, den 19. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet W. Hase, Gastwirth. |
Bekanntmachung. Gebührenordnung für die Beaufsichtigung von Musikaufführungen, Schaustellungen, theatralischen Vorstellungen und sonstigen Lustbarkeiten im Amtsbezirk Blumberg. Auf Grund des § 6 des Communalabgabengesetzes vom 11. Juli 1893 ... wird für den Amtsbezirk Blumberg die nachstehende Gebührenordnung erlassen: ...
Blumberg, den 18. Juli 1895. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 18. und Montag, den 19. August cr. findet bei mir das diesjährige Erntefest statt, wozu ergebenst einladet W. Barthel, Gastwirth. |
Alt-Landsberg. Am Sonnabend Morgen rückte ein Russe aus dem hiesigen Gefängniß aus. Derselbe saß hier in Untersuchungshaft, weil er in Herzfelde einen andern Ziegeleiarbeiter derart auf einen Arm schlug, daß der verletzte Körpertheil amputirt werden mußte. |
Lindenberg. Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August: Großes Erntefest (auch Umzug). Hierzu laden ganz ergebenst ein Die Gastwirthe: A. Bolle, H. Huwe |
Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg am 21. August 1895. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Schochew, später Herr Gerichts-Assessor Daniel. Schöffen: Herr Bauunternehmer Zimmermann - Werneuchen und Herr Uhrmacher Schulze - Kalkberge-Rüdersdorf. Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow. Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: 4) Ein eigenthümlicher Betrugsfall lag gegen die beiden Knechte Hermann H. und Richard O. zu Eiche vor. Dieselben waren vom Amts-Vorsteher in je 10 Mk. Strafe genommen. Als der Amtsdiener die Strafe beitreiben wollte, erklärten beide, sie hätten kein Geld und wurde in Folge dessen die Haftstrafe vollstreckt. Nachher stellte sich jedoch heraus, daß jeder der Knechte ein ansehnliches Sparkassen-Guthaben besaß. Der Gerichtshof sah in dem Verhalten der Angeklagten keinen Betrug und gelangte zur Freisprechung. |
300 Mark Belohnung erhält Derjenige, der mir den Thäter, welcher in letzter Zeit auf meinem Gehöft wiederholt Brandstiftung verübt hat, so nachweist, daß derselbe gerichtlich belangt werden kann Carl Gathow, Lindenberg. |
Alt-Landsberg. Das Gewitter am Sonnabend, das mehrere außerordentlich schwere Schläge aufwies, hat in uns Umgegend auch leider ein Menschenleben gefordert. Eine Frau Dumcke aus Hirschfelde befand sich bei der Feldarbeit und wurde von einem Blitzstrahl, der direct auf ihren Kopf ging, auf der Stelle getödtet. Die Leiche war ganz schwarz gebrannt, als man sie nach der Wohnung brachte. |
Bekanntmachung. Ein Schwein des Arbeiters Gustav Göritz zu Hellersdorf ist an Rothlauf verendet. Mehrow, den 27. August 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Bekanntmachung. Ein Schwein des Halbbauern Friedrich Ebel zu Lindenberg ist an Rothlauf verendet. Malchow, den 30. August 1895. Der Amts-Vorsteher. |
Radfahrsport! Großes Lager von Adlerrädern, ... Einen größeren Posten Brennabor-Räder mit gutem Pneumatic verkaufe ich so lange der Vorrath reicht, für 185 Mk. das Stück per Casse unter einjähriger schriftlicher Garantie. Preisliste gratis und franco. E. Hindenberg, Werneuchen. |
Neuenhagen. Am vergangenen Montag wurde hier in feierlicher Weise ein Denkmal enthüllt, welches Herr Schloßbesitzer Dotti selbst entworfen und modelliert hat. ... (Stb. Ztg.) |
Bekanntmachung. Ein der Epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Mehrow, den 6. September 1895. Der Amts-Vorsteher. Krüger. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1895 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 12. September 1895. Der Landrath, von Waldow.
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Einen Schäferknecht verlangt sogleich Dom. Blumberg. |
Bekanntmachung. Auf dem Dominium Blumberg ist eine Kuh an Lungenseuche verendet. Blumberg, den 10. October 1895. Der Amts-Vorsteher. |
Plan für die Abhaltung der Herbst-Controll-Versammlungen 1895 in dem Kreise Niederbarnim 1. Marzahn (Gasthaus Drenske) 11.11.95 9 Uhr Vormittags Sämmtliche Reservisten der Garde- und Provinzialtruppen, [Jahrgangsklasse] 1895-88 aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg, Wuhlgarten 2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 11.11.95 2 Uhr Nachmittags Desgl. [aus den Ortschaften:] Bollendorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg 19. Bernau Land (Schützenhaus-Garten) 21.11.95 11 1/2 Uhr Vormittags Desgl. [aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg und Helenenau |
Alt-Landsberg. Der hier am 23. d. M. stattgehabte Jahrmarkt ist leider nicht ohne Messerstecherei verlaufen. Im Unterlaufschen Tanzsaale kam es zwischen Hiesigen und Eggersdorfern zu Reibereien, wobei ein Eggersdorfer Schlächtergeselle drei Messerstiche erhielt. Kaum war dieser Streit beendet, so hieb ein Eggersdorfer von neuem auf einen hiesigen Schuhmachermeister, der sich vorher bemüht hatte, den Streit zu schlichten und zum nach Hause gehen wollte, mehrere Male ein, damit eine Keilerei entfachend, die Herr Gendarm Hempel nur dadurch bewältigen konnte, daß er blank zog. |
Bekanntmachung. Im Monat October sind von mir nachstehende Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 5. November 1895. Der Landrath, von Waldow.
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Bekanntmachung. Polizei-Verordnung über den Handel mit Giften. ... |
Personal-Chronik. Der Administrator Petersen zu Friedrichsfelde ist als Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow bestätigt worden. |
Ahrensfelde. Wegen thätlicher Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bedrohung wurde am 16. d. Mts. der Dienstknecht Hermann Semmlack von hier vor der 1. Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt: Der Dienstknecht G. Grube erhielt einen Verweis. |
Hönow. (O.-E.) Die Bauernaltsitzer Friedrich Schmidt'schen Eheleute hierselbst werden am 23. Januar 1895 (!) ihre goldene Hochzeit feiern. |
Bekanntmachung. Unter den Kühen des Kossäthen Wilhelm Grunow zu Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 24. November 1895. Der Amts-Vosteher-Stellvertreter. Haase. |
Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die unter dem Rindviehbestande des Kossäthen Wilhelm Grunow zu Eiche ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche wird die Ortschaft Eiche und deren Feldmark gegen das Durchtreiben von Rindvieh und Schweinen gesperrt. Ahrensfelde, den 27. November 1895. Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. Haase. |
Bericht über die Sitzung des landwirtschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend ... Zur Prämiirung (!) wurden 17 Dienstboten, 8 Knechte und 9 Mägde bestimmt. Sämmtliche 17 Dienstboten sollen zum ersten Male prämiirt werden und sind mindestens seit dem 1. Januar 1891 bei derselben Dienstherrschaft. Es sind dieses A Knechte: 2. Gustav Wegener, aus Ahrensfelde gebürtig, seit 1. April 1890 bei Bauer Carl Hoppe in Ahrensfelde 4. Gustav Scholz aus Wirschwitz, Kreis Glogau gebürtig, 5 Jahre beim Bauer Baurath zu Lindenberg 7. Hermann Baak, aus Krummensee gebürtig, vom 26. October 1890 ab im Dienst beim Kaufmann und Eigenthümer Baade zu Blumberg B Mägde: 2. Auguste Müller aus Blumberg beim Rentier Westphal in Berlin 4. Anna Noack aus Schwiebus, im Dienste bei Frd. Ebel zu Lindenberg Außer dem Ehrendiplom soll jeder Dienstbote eine Prämie von 15 Mk. baar erhalten. ... |
Bekanntmachung. Ein großer, junger gelber Hund hat sich angefunden. Der rechtmäßige Besitzer kann seine Ansprüche auf den Hund binnen 14 Tagen gegen Erstattung der gesetzlichen Futter- und Insertionskosten geltend machen. Ahrensfelde, den 3. December 1895. Der Amtsvorsteher-Stellvertreter. |
Bekanntmachung. Bei einem dem Lehrer Schröder zu Mehrow gehörigen Schweine sind bei der Untersuchung Trichinen gefunden. Die Untersuchung ist durch den amtlichen Fleischbeschauer, den Schuhmachermeister August Gröpler zu Eiche, ausgeführt. Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. Haase. |
Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg am 4. December 1895 Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Gemeinde-Vorsteher Schrock - Werder und Herr Stellmachermeister Loewicke - Rüdersdorf, Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: 8) Eine umfangreiche Schlägerei in Blumberg am 10. Februar d. Js. bildete den Gegenstand der nächsten Verhandlung. Die meisten Angeklagten sind bereits verurtheilt. Heute hat sich noch einer der Anführer, der Arbeiter Friedrich M., der erst jetzt ermittelt ist, wegen Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstandes und Beleidigung zu verantworten. Ihm werden 3 Monate Gefängniß zudictirt. 11) Am 6. Oct. d. J. benahmen sich die Knechte Wilhelm B. und Adam St. zu Eiche bei einer Tanzmusik so ungebührlich, daß sie aus dem Locale gewiesen werden mußten. Sie gingen jedoch nicht, so daß der anwesende Gendarm einschreiten mußte. Diesem leisteten sie Widerstand und beleidigten ihn. Jeder der Radaubrüder erhält dafür 24 Tage Gefängniß. |
Bekanntmachung. Eine dunkelgraue Pferdedecke mit rothen und blauen Streifen ist in Ahrensfelde gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann dieselbe gegen Erstattung der Unkosten zurückerhalten. Ahrensfelde, den 11. December 1895. Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. Haase. |
Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg am 11. December 1895. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Gemeinde-Vorsteher Schrock-Werder und Herr Stellmachermeister Loewicke-Rüdersdorf, Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow. Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: 6) Die beiden Knechte Wilhelm L. und Otto B. zu Eiche waren am 15. October cr. sehr auffällig gegen ihren Dienstherrn, so daß dieser den Wilhelm L. - den Anstifter - sofort entließ. In Folge dessen kamen beide Knechte in die Wohnung des Dienstherrn und machten Scandal. Mehreren Aufforderungen zum Verlassen der Wohnung folgten die Knechte nicht; Wilhelm L. schlug sogar mit der Faust auf seinen Dienstherrn ein. Auf erhobene Anklage wird L. zu 40 Mk. Geldstrafe ev. 8 Tage Gefängniß verurtheilt, B. dagegen mangels Beweises freigesprochen. |
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Personal-Chronik. An Stelle des verstorbenen Amts-Vorstehers Krüger ist der bisherige Amts-Vorsteher-Stellvertreter, Gutsbesitzer Haase zum Amts-Vorsteher und der Administrator Petersen zu Mehrow zum Amts-Vorsteher-Stellvertreter des 20. Amtsbezirks Ahrensfelde ernannt worden. |
Ein Kindermädchen wird verlangt bei Heinrich Ebel, Blumberg. |
Nachweisung derjenigen Personen, welche ... auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. [Amtsbezirk] 19. Blumberg 1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. " August Noack zu Blumberg 4. " Georg Juert zu Blumberg [Amtsbezirk] 20. Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. " Lindemann zu Eiche [Amtsbezirk] 23. Malchow 3. Gemeindevorsteher Kirschbaum zu Lindenberg 4. Schöffe Carl Gahtow (!) zu Lindenberg |
Bekanntmachung. Im Monat December 1895 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 6. Januar 1896. Der Landrath, von Waldow.
Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Eiche erloschen, wird die angeordnete Orts- und Gehöftssperre hierdurch aufgehoben. Ahrensfelde, den 10. Januar 1896. Der Amts-Vorsteher. Personal-Chronik. An Stelle des verstorbenen Standesbeamten Krüger ist der Amts-Vorsteher Haase zu Ahrensfelde zum Standesbeamten für den 26. Bezirk Marzahn bestellt worden. |
Bekanntmachung. Der Jagdpächter der Blumberger Gemeinde, Herr Müller - Berlin, Greifswalderstraße 9, hat die Erlaubniß erhalten, auf seinem Jagdrevier Gift gegen Füchse und ähnliches Raubzeug zu legen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Blumberg, den 15. Januar 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 26. Januar findet bei mir Großer Maskenball statt. Anfang 7 Uhr. Hierzu ladet ganz ergebenst ein H. Huwe, Gastwirth. |
In der Anstalt Wuhlgarten bei Biesdorf ist ein Zehnmarkstück gefunden worden. Die Direction. A. Hebold. |
Personal-Chronik. Der Lehngutsbesitzer Carl Gahtow zu Lindenberg ist als Schöffe daselbst wieder bestätigt worden. |
Runkelrüben à Ctr. 65 Pfg., verkauft A. Noack, Blumberg. |
Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg am 5. Februar 1896. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Mühlenbesitzer Großkreuz - Seeberg und Herr Rathmann Kirschbaum - Werneuchen, Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow. Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: 3) Der Schlächtermeister Gustav L. zu Blumberg ist beschuldigt, am 2. December v. J. ein von ihm geschlachtetes Schwein in ärgernißerregender Weise boshaft gequält zu haben. Da die Zeugen nichts Belastendes bekunden können und auch der geladene Sachverständige sein Gutachten dahin abgiebt, daß L. beim Schlachten durchaus correct verfahren ist, so spricht der Gerichtshof den Angeklagten frei. |
Rüben verkauft Gustav Grün, Blumberg. Runkelrüben à Ctr. 5 Pfg., verkauft A. Noack, Blumberg. |
Ahrensfelde. (O.-E.) Am 6. d. M. feierte der Gesang-Verein "Sängerlust" im Saale des Herrn Hase hierselbst unter Mitwirkung der Vereine von Blankenburg, Hohen-Schönhausen und Marzahn und der Liebischschen Capelle aus Bernau sein 1. Stiftungsfest. Das Fest wurde mit einer kurzen Ansprache, welche mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser schloß, von dem Vorsitzenden Herrn Lusche eröffnet. Nach Schluß des Concerts blieben sämmtliche Theilnehmer bis zum frühen Morgen gemüthlich beisammen. |
Lindenberg. Sonntag, den 1. d. M. findet bei mir großer Maskenball statt, wozu ergebenst einladet August Bolle, Gastwirth. |
Eine ordentl. Arbeiterfamilie erhält zum 1. April cr. Wohnung und Arbeit bei Aug. Grün, Blumberg. |
Alt-Landsberg. Unsere städtische Bahnangelegenheit kam nach der Stadtverordneten-Versammlung am Mittwoch zur Sprache. Auch die Münchener Gesellschaft hält eine Kleinbahn von hier zur Ostbahn für rentabel, zieht jedoch der Fredersdorfer Linie eine solche über Dorf Neuenhagen (mit Benutzung des Chausseegrabens und der Dorfstraße) nach Bahnhof Neuenhagen oder Hoppegarten vor. Mit letzterem, nach unserer Meinung zweckmäßigsten Mündungspunkt sind wir wieder annähernd beim ersten Project angelangt. Hoppegarten ist jetzt um so mehr diskutabel, als von privater Seite dort die Anlegung eines Tunnels unter den Geleisen beabsichtigt wird. (N.A.) |
Bekanntmachung. Als gefunden sind auf dem hiesigen Amtsbureau abgegeben: ein Wagenschütz, ein Vorlegering mit Haken, drei Schlüssel an einem Lederriemen, eine defecte Brosche, ein Packet Hosenschnallen, ein Packet Lampendocht. Die Verlierer werden hierdurch aufgefordert, sich binnen drei Monaten zur Geltendmachung ihrer Rechte zu melden. Blumberg, den 20. Februar 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Schöffengerichts-Sitzung zu Alt-Landsberg am 11. März 1896. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Hirsch, Schöffen: Herr Amtmann Spitzner - Werneuchen und Herr Gutsbesitzer Schreiber - Seefeld, Amtsanwalt: Herr Bürgermeister Bredow. Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: 11) Am 1. November 1894 (!) wurde der Kaufmann Michaelis R. aus Berlin in Blumberg beim Hausiren mit fertigen Hosenkleidern betroffen. Da er ohne Wandergewerbeschein war, so erfolgte Anzeige und daraufhin Verurtheilung zu 96 Mk. Geldstrafe ev. 8 Tagen Haft. |
Bekanntmachung. Vier Schweine des Bauergutsbesitzers Fritz Möser zu Eiche sind an der Schweineseuche (Schweinepest) krepirt. Die Gehöftssperre ist angeordnet Ahrensfelde, den 18. März 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein ca. 7m langes eisernes Rohr ist im hiesigen Dorfe gefunden worden. Dasselbe ist gegen Erstattung der Unkosten bei dem Unterzeichneten in Empfang zu nehmen. Lindenberg, den 17. März 1896. Der Gemeinde-Vorsteher. Baurath. |
Auf der Schloßmeierei Blumberg wird sofort ein Mädchen verlangt. |
Bekanntmachung. Die Schweinseuche (Schweinepest) auf dem Gehöft des Bauergutbesitzers Fritz Möser zu Eiche ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben. Ahrensfelde, den 25. März 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Als gefunden ist ein Kober mit Eßwaaren und einem Messer abgegeben worden. Der Verlierer wird hiermit aufgefordert, sich binnen 14 Tagen zur Geltendmachung seiner Rechte auf dem Amts-Bureau zu melden. Ahrensfelde, den 27. März 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Vertheilungsplan über Beiträge, welche ... von den Schulverbänden für die öffentlichen Volksschulen und für die der Ruhegehaltskasse angeschlossenen öffentlichen nicht staatlichen mittleren Schulen an die Lehrer-Ruhegehaltskasse des Regierungsbezirkes Potsdam für die Zeit vom 1. April 1896 bis 31. März 1897 zu zahlen sind. Laufende No. Bezeichnung des Schulverbandes - Standort Gesammtsumme des ruhegehaltsberechtigten Diensteinkommens von den Stellen der einzelnen Schulverbände nach Abzug von 800 Mk. für jede Stelle und Abrundung dieser Summe auf volle Hundert gemäß § 7. [Mk.] Höhe der von den einzelnen Schulverbänden für das Rechnungsjahr 1896/97 zu zahlenden Beiträge
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Bekanntmachung. Auf der Feldmark des Rittergutes Mehrow soll in der Zeit vom 13. bis 20. April d. J. Unkraut verbrannt werden. Zur Vermeidung unnöthigen Feuerlärmes wird solches hierdurch bekannt gemacht. Ahrensfelde, den 7. April 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Ahrensfelde. (O.-E.). Professor Paul Händler hat für die hiesige Kirche ein Altarbild gemalt, in dessen Schmuck sie sich der Gemeinde am Osterfeste zeigte. Die stark lebensgroße Figur des vom fernen Grabe herkommenden Heilandes mit der auf die Brust gelegten einen Hand, den emporgehobenen Schwurfingern der andern und den fest und lebendig strahlenden Augen veranschaulicht der gläubigen Gemeinde das majestätische Wort: "Ich bin die Auferstehung und das Leben". Die in weiße Gewandung gehüllte Gestalt des Auferstandenen ist umfluthet von der feierlichen Pracht des glühenden Morgenrothes. Das Ganze bestätigt die bekannte Meisterschaft des Künstlers, der mit einem strengen Idealismus der Formen die leuchtende klare Farbe zu verbinden und damit das tiefe Bedürfniß der Gemeinde zur Erbauung zu befriedigen. Wir beglückwünschen die Gemeinde zu dieser Ostergabe, mit welcher sie ihrem Gotteshause einen Schmuck von hohem bleibenden Werthe beschafft hat. |
Bekanntmachung. Die über das Gut Blumberg mit Elisenau wegen Lungenseuche verhängte Sperre ist aufgehoben. Blumberg, den 10. April 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Verhandelt [im Kreistag] Berlin, den 30. März 1896. Anwesende: Vorsitzender Landrath von Waldow Kreistags-Abgeordnete: 5. Amts-Vorsteher Dubick-Marzahn 10. Gemeinde-Vorsteher Hörnicke-Hönow Etat ... vom 1. April 1896 bis dahin 1897 Einnahmen. Kapitel V. Von den Chausseen Titel II. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück, Alt-Landsberg - Tasdorf (Berlin-Prötzel) 1. Chausseegeld: 12607,60 (Vorjahr: 14577,60) 2. Sonstige Einnahmen: 2300,00 (2300,00) Ausgaben. Kapitel VII. Für Chausseen und Wege Titel IX. Für die Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow 1. Gehalt für 1 Aufseher: - 2. Für Beschaffung von Chausseebaumaterial: 2165,60 (Vorjahr: 4954,80) Es werden erforderlich 12 cbm [?] Steine und 154 cbm Kies, Sand und Lehm 3. Für Unterhaltung der Chausseeanlagen: 2034,40 (1444,20) 1050 lfd. m neue Decklage, 340 qm Umlegung des Steinplasters 4. Für die Unterhaltung der Gebäude: - 5. Verwaltungs- und Recepturkosten der örtlichen Organe: 100 (100) |
Bekanntmachung. Impfbezirkseintheilung im Kreise Niederbarnim für das Jahr 1896 Impfbezirk IV.: Prakt. Arzt Dr. Crusius zu Alt-Landsberg a) Stadtbezirk Alt-Landsberg b) Amts-Bezirk Löhme c) Amts-Bezirk Blumberg d) Amts-Bezirk Ahrensfelde e) Amts-Bezirk Neuenhagen f) Amt Alt-Landsberg g) Amts-Bezirk Fredersdorf h) Amts-Bezirk Dahlwitz |
Alt-Landsberg. In der am Dienstag stattgehabten Stadtverordneten-Sitzung wurde als Anfangsgehalt des neuen Bürgermeisters 1650 Mk baar festgesetzt. (Das Gehalt des verstorbenen Bürgermeisters als solcher betrug 2200 Mk. baar, dazu 285 Mk. für Wohnung, 165 Mk. für Holz ec.). Hoffentlich wird diese Mindernormirung nicht Ursache, dass ein Minderqualificirter das Amt erhält; ... |
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Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr II. Aufgebots zurückgestellt: 1. Ebel, Heinrich; Blumberg; Musketier 2. Giese, Wilhelm; Blumberg; Garde-Dragoner 3. Gahtow, Friedrich; Blumberg; Musketier 4. Haase, Wilhelm; Blumberg; Gefreiter 5. Kickebusch, Franz; Blumberg; Unterofficier |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 31. Mai feiert der Gesangverein "Sängerlust" sein diesjähriges ** Sommerfest ** unter gütiger Mitwirkung der Vereine "Deutsche Eiche", Hohen-Schönhausen, "Kaiserblume", Mehrow, "Einigkeit", Krummensee, und der Liebisch'schen Capelle zu Bernau, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. Grosses Sommerfest des Gesang-Vereins "Frohsinn" zu Ahrensfelde am Sonntag, dem 31. Mai im Garten des Herrn Giese zu Eiche unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine "Concordia", Marzahn, "Eintracht", Hohen-Schönhausen, "Einigkeit" (gem. Chor), Seeberg und der Liebisch'schen Capelle zu Bernau, wozu ergebenst einladet Der Vorstand. |
Bekanntmachung. Ein dem Büdner Leo Göbel zu Mehrow gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 30. Mai 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Alt-Landsberg. Die Königliche Regierung hat das baare Gehalt für den hier neu anzustellenden Bürgermeistermeisters auf 2250 Mark festgesetzt, d. h. um 600 Mk. höher als von der Stadtvertretung beschlossen worden war. |
Blumberg. (O.-E.) Wie eine Gemeinde ihren Geistlichen ehrt! Am 14. Juni war die 25jährigen Amtsthätigkeit des hiesigen Herrn Pastors Blasche abgelaufen. Ganz im Geheimen war in der Gemeinde beschlossen worden, diesen Tag nicht stillschweigend vorübergehen zu lassen. Von freiwilligen Sammlern wurden reichliche Mittel zwecks einer Ueberraschung und Anerkennung für den Jubilar zusammengebracht; auch die Confirmanden hatten unter sich gesammelt. Der Tag verlief nun in folgender Weise: Frühmorgens 6 1/2 Uhr weckte die erste Schulklasse ihren Pastor mit der Motette "Danket dem Herrn!" und die Confirmanden überreichten alsdann eine kleine Uhr für den Schreibtisch, deren Gehäuse die Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche darstellt. - Während der Jubilar in der Filiale Eiche den Gottesdienst abhielt, schmückte man hier die Kirche reichlich mit Guirlanden und Blumen, so daß dem Gefeierten beim Eintritt in dieselbe vor Rührung die Stimme versagte. Aus den Dankesworten, die er nachher von der Kanzel an die zahlreich versammelte Gemeinde richtete, ging hervor, daß die Absicht, ihn zu überraschen, vollständig gelungen war. Jedoch sollte die Hauptsache erst noch kommen, denn nach Beendigung des Gottesdienstes überreichte man dem Herrn Pastor vor versammelter Gemeinde mit warmen dankenden und ehrenden, von dem stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeinde-Kirchenrathes gesprochenen Worten eine wertvolle Lutherstatuette mit Ständer, gleichzeitig eine Adresse in schwarzer Sammetmappe. Die Gefühle des Jubilars an diesem Tage versuchte der hiesige Gesang-Verein in dem vierstimmig gesungenen Liede "Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren!" zum Ausdruck zu bringen. Die Überraschungen für den Gefeierten sollten aber damit noch nicht ihr Ende erreicht haben. Die benachbarten Mitbrüder, die ihn sämmtlich als Freund verehren, überreichten ihm am Nachmittag bei einer von befreundeter Seite hierselbst veranstalteten Familienfeier einen segnenden Christus in Elfenbein. - Das ganze ist gewiß ein schönes Zeugniß für den Gefeierten und für die Feiernden. |
Alt-Landsberg. Unsere Stadtverordneten haben am Sonnabend beschlossen, auf den Beschluß bezügl. des Bürgermeistergehaltes (1650 Mk. außer Wohnung und Holz) bestehen zu bleiben gegen die Verfügung des Regierungspräsidenten, welcher die Gewährung eines Gehaltes von 2250 Mk. ... |
Nachruf! Am 11. d. Mts. verstarb nach schweren Leiden unser Vorsitzender, der Amts-Vorsteher Ludwig Dubick. Der Verstorbene hat durch seine Treue und umsichtige Amtsführung, als auch durch seine persönliche Liebenswürdigkeit im Verkehr mit Jedermann die Achtung und das Vertrauen des Amtsbezirkes bis zu seinem Tode im reichsten Masse genossen. Wir empfinden schmerzlich seinen Heimgang und wird ihm über das Grab hinaus ein dauerndes Andenken bewahrt bleiben. Hohen-Schönhausen - Marzahn, den 14. Juli 1896. Die Mitglieder des Amts-Ausschusses. Bekanntmachung. Dem Arbeiter Wolter zu Hellersdorf ist am 12. Juli d. Js. ein Schwein an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 13. Juli 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Ahrensfelde, 18. Juli (O.-E.) Gestern Nachmittag entluden sich über unserer Ortschaft verschiedene schwere Gewitter. Ein Blitzstrahl fuhr in den Schweinestall des Bäckermeisters Junghans, zerschlug dem einen Schwein das Rückgrat und verletzte noch zwei andere Schweine. Auf dem Felde wurden eine dem Gutsbesitzer Carl Haase und eine dem Bauergutbesitzer Wilhelm Krüger gehörige Roggenmandel vom Blitz total vernichtet. Alt-Landsberg. Mehrere sehr heftige Gewitter zogen am Freitag über unsere Gegend hinweg, den so sehr ersehnten Regen bringend. Ein ganz eigenartig hell klingender Schlag nahm seinen Weg in eine auf der Krummenseer Feldmark stehende Roggenmandel, diese in Flammen setzend - in der daneben stehenden hockten die Arbeiter des Feldes! Ein anderer Blitzstrahl fuhr in den Thurm der Buchholzer Kirche, zündete aber nicht, sondern soll nur fast alle Fenster des Gotteshauses zertrümmert haben. (N.A) |
Blumberg. (O.-E.) Erfolglos war die Berufung des Arbeiters Friedrich Wilhelm Tarrach, welche derselbe gegen das Urtheil des Schöffengerichts zu Alt-Landsberg eingelegt hatte. Letzteres stellte fest, daß T. in der Nacht vom 10. zum 11. October v. Js. zweien seiner früheren Mitknechte bei dem Besitzer Wilhelm Ebel hierselbst verschiedene Kleidungsstücke entwendet hatte, und verurtheilte ihn dieserhalb zu 4 Wochen Gefängniß. T. legte gegen dieses Erkenntniß Berufung ein, indem er vor der 1. Ferienkammer des Landgerichts II zu Berlin den Diebstahl in Abrede stellte. Der Gerichtshof hielt jedoch nach dem Ergebniß der erneuten Beweisaufnahme die Feststellung des ersten Richters für zutreffend und verwarf die Berufung. |
Personal-Chronik. ... für den Schiedsmannbezirk Nr. 32, bestehend aus Gemeinde und Gut Blumberg, ist der Sattlermeister Eduard Prietzel zu Blumberg als Schiedsmann-Stellvertreter, ... auf eine weitere dreijährige Amtsperiode verpflichtet worden. |
Alt-Landsberg. Am 30. v. Mts. ist die Antwort der Regierung bezüglich des Bürgermeistergehaltes eingetroffen. Die Regierung ist nur soweit den Beschlüssen der hiesigen Stadtvertretung entgegengekommen, als sie ihre Forderung von 2250 auf 2000 Mk. ermäßigte. Die Stadtvertretung will bekanntlich nur 1650 Mk. bewilligen. Am Mittwoch wird sich unsere Stadtverordneten-Versammlung mit der Sache beschäftigen. |
Alt-Landsberg. In der am Mittwoch stattgehabten Stadtverordneten-Sitzung wurde u.a. das Schreiben der Regierung verlesen. Der Regierungs-Präsident verfügt darin die Einstellung von 2000 Mk. in den Etat der Stadt als Baargehalt des anzustellenden Bürgermeisters. |
Bekanntmachung. Im Monat Juli 1896 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 6. August 1896 Der Landrath, I.V. von Veltheim, Kreisdeputirter.
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Ahrensfelde. Sonntag, den 16., und Montag, den 17. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladet W. Hase [!], Gastwirth. |
Alt-Landsberg. Eine Sache, die die Radfahrerkreise unserer Gegend lebhaft beschäftigt, ist in der letzten Schöffengerichtssitzung zum Austrage gekommen. Am 17. Mai d. Js. hielten nämlich die Radfahrer von Dorf Herzfelde bei Kalkberge-Rüdersdorf unter Musikbegleitung einen Umzug durch ihren Ort und passirten bei dieser Gelegenheit ein Haus, aus welchem sich ein Trauerzug in Bewegung setzte. Demzufolge erhielten die Betreffenden von der Ortspolizeibehörde ein Strafmandat, gegen welches sie Widerspruch erhoben. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht verneinten die Angeklagten entschieden, vor dem Passiren des Hauses schon den Trauerzug bemerkt zu haben und es erfolgte daher Freisprechung. |
Lindenberg. Sonntag, den 23. und Montag, den 24. August: Großes Erntefest, wozu freundlichst einladen die Gastwirthe Herm. Huwe, A. Bolle. |
Personal-Chronik. Der Bauergutsbesitzer Wilhelm Kirschbaum zu Hönow ist als Schöffe dieser Gemeinde bestätigt worden. |
Bekanntmachung. Ein dem Arbeiter Sezikorski zu Hellersdorf gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 1. September 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Als gefunden ist in Ahrensfelde abgegeben worden: dunkler Stoff zur Herrenweste oder Knabenhose. Ahrensfelde, den 2. September 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Alt-Landsberg. 115 Bewerbungen für den hiesigen Bürgermeisterposten sind eingegangen, und zwar von 42 Bureau-Vorstehern und Secretairen, 22 Bureauassistenten, 16 Bürgermeistern, 12 Kassenrendanten, 7 Referendaren, 6 Lieutenants a. D., 2 Hauptleuten a. D., 1 Oberstlieutenant, 1 Rittmeister, 1 Feldwebel, 2 Rittergutsbesitzern, 1 geheimen Rechnungsrath, 1 Gerichtsactuar a. D., 1 Kaufmann. Der älteste von den Bewerbern ist 62 Jahre alt, der jüngste 24 Jahre. ... |
Bekanntmachung. Ein dem Arbeiter Friedrich Meißner zu Ahrensfelde gehöriges Schwein ist heute an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 4. September 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1896 sind von mir nachbezeichnete [262] Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 2. September 1896. Der Landrath, von Waldow.
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Lindenberg. (O.-E.) Ein eigenthümlicher Fall von Hausfriedensbruch beschäftigte vor kurzem die 1. Ferienkammer des Landgerichts II zu Berlin. Der Büdner Wolter in Lindenberg hat eine Schwester des ebenda wohnenden Arbeiters August Waldow zur Frau. Das Einvernehmen zwischen den Wolter'schen Eheleuten scheint kein besonders gutes zu sein. Der Ehemann soll von der Landwirthschaft nicht viel verstehen, auch mehrere Tage sich außerhalb der Wohnung aufgehalten und dadurch seine Wirthschaft arg vernachlässigt haben. Die Ehefrau bat deshalb öfter den Bruder, zu ihr zu kommen und ihr bei der Arbeit zu helfen, wozu Waldow auch stets bereit war. Wolter mochte jedoch von den Besuchen des Schwagers nichts wissen und forderte daher den letzteren auf, sein Haus nicht mehr zu betreten, und als Waldow diesem Ersuchen nicht nachkam, wandte sich Wolter an den Orts-Vorsteher und untersagte in dessen Gegenwart dem Schwager ein für alle Mal das Betreten seines Grundstücks. Waldow beachtete jedoch dieses Verbot nicht, kam vielmehr auf Ersuchen der Schwester bald darauf wieder auf das Gehöft und verweilte sogar die Nacht über dort. Auch später wiederholte Waldow seine Besuche und nunmehr stellte Wolter gegen den Schwager Strafantrag wegen Hausfriedensbruch. ... [Wolter hat in der ersten Instanz gewonnen, in der zweiten aber verloren] |
Bekanntmachung. Als gefunden ist in Ahrensfelde abgegeben worden: ein Portemonnaie mit 1 Mk. 80 Pfg. und 1 Uhrschlüssel Inhalt. Ahrensfelde, den 25. September 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Alt-Landsberg. In hiesiger Stadt wird immer von Neuem das Gerücht colportirt, wegen der häufigen Ueberschreitung der Königschaussee bei der jetzt abgesteckten Trace der Berlin-Wriezener Bahn werde eine neue Linie für diese Bahn ausgearbeitet, wonach diese nahe an Alt-Landsberg vorbei über Wegendorf führen werde. Diese Annahme dürfte absolut unwahrscheinlich sein. Nicht allein, daß sich in Werneuchen bereits ein Bauunternehmer eingemiethet hat - es ist auch, wie wir aus verläßlicher Quelle erfahren, an die Gemeinden Blumberg, Seefeld u.s.w. das Ersuchen ergangen, nach beiden Seiten je drei Meter vom Mittelpunkt der gekennzeichneten projectirten Baulinie alles Feld unbestellt zu lassen. (N.A.) |
Alt-Landsberg. Am Mittwoch wird hierselbst die Bürgermeisterwahl vollzogen werden. |
Bekanntmachung. Als gefunden im Verwaltungsgebäude der Epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten sind in Ahrensfelde abgegeben worden: ein Fingerreif mit blauem Stein und ein paar gelbe baumwollene Damenhandschuhe. Ahrensfelde, den 5. October 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Alt-Landsberg. In der am Mittwoch stattgehabten Stadtverordneten-Sitzung ist der Bürgermeister Zimmermann aus Jerichow, Provinz Sachsen, mit 7 gegen 5 Stimmen zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt worden. |
Alt-Landsberg. Unser neugewählter Bürgermeister heißt nicht Zimmermann, wie wir mittheilten, sondern Ziemann. |
Dom. Blumberg sucht einen nüchternen, zuverlässigen * Kuhmeier. * |
Plan für die Abhaltung der Herbst-Control-Versammlungen 1896 in dem Kreise Niederbarnim Lfd. No. Ort, Tag, Stunde der Versammlung Bezeichnung der Mannschaften, welche zur Versammlung zu erscheinen haben. (Kategorie, Jahresklasse, Aus den Ortschaften) 1. Marzahn (Gasthof Drenske) 17.11.1896, 9 Uhr Vorm. Sämmtliche Reservisten der Garde- und Provinzial-Truppen 1896-1889 Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg und Wuhlgarten 22. Bernau, Land (Schützenhausgarten) 28.11.1896, 9 Uhr Vorm. desgl. 1896-1889 Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Helenenau, Gut Börnicke und Thärfelde (!) |
Bekanntmachung. Ein dem Brennmeister Hermann Stolzenberg zu Mehrow gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 29. October 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Weißensee. Inmitten der Amtsausübung dahingeschieden ist am Sonntag Nachmittags 4 1/2 Uhr der Prediger an der katholischen Gemeinde hierselbst, Pczyniczeski. Der katholische Arbeiter-Verein beging am Sonntag seine Bannerweihe. Die Feier fand in der Kapelle in der Friedrichstraße hierselbst statt. Unmittelbar darauf vollzog der genannte Geistliche noch eine Kindtaufe, um sich alsdann sofort nach Schloß Weißensee zu begeben, wo er noch einmal den Verein in einer Ansprache begrüßen wollte. Er stand an der Thür des Saales, um den Festzug zu erwarten; als etwa die Hälfte der Vereinsbrüder den Saal betreten, sank er plötzlich zu Boden, von einem Herzschlage getroffen. ... |
Bekanntmachung. Im Monat October 1896 sind von mir nachbezeichnetete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 3. November 1896. Der Landrath, von Waldow.
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Auf Meierei Blumberg finden >> 2 Knechte << zu Neujahr Dienst. |
Personal-Chronik. Der Bauergutsbesitzer Gustav Fielitz ist als Gemeinde-Vorsteher und der Bauergutsbesitzer August Sommer als Schöffe der Gemeinde Krummensee wiederbestätigt worden. |
Alt-Landsberg. Die Königliche Regierung hat den städtischen Behörden mitgetheilt, daß die Wahl des Bürgermeisters Ziemann aus Jerichow zum Bürgermeister unserer Stadt bestätigt ist. Voraussichtlich wird Herr Ziemann Anfang December nach hier übersiedeln. (Niederb. Anz.) |
Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh der Bauerngutsbesitzer Hübner und Salemann zu Lindenberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Auf Grund des § 64 der Bundesinstruction zur Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes vom 27. Juni 1895 wird hiermit für die Ortschaft Lindenberg die Ortssperre angeordnet und das Treiben von Rindvieh durch den Seuchenort und dessen Feldmark verboten. Berlin, den 24. November 1896. Der Landrath. von Waldow. |
Bericht über die Sitzung des landwirthschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend am Mittwoch, den 25. November 1896. ... zur Prämiirung wurden folgende 7 Knechte und 11 Mägde bestimmt: ... 3. Hermann Schultze beim Lehngutsbesitzer Herrn Gathow - Lindenberg. 8. Magd Auguste Halfpap beim Gemeinde-Vorsteher Herrn Müller - Ahrensfelde. 11. Johanna Meier beim Kossäthen Herrn Bredereck - Blumberg. |
Bekanntmachung. Der Schlächtermeister August Grube zu Ahrensfelde beabsichtigt, auf dem zu Ahrensfelde belegenen, im Grundbuche Band 24 Blatt 19 verzeichneten Grundstücke eine Schlächterei zu errichten. Nach Vorschrift der §§ 16 und 17 der Gewerbeordnung ... wird dieses Vorhaben mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntniß gebracht, etwaige Einwendungen dagegen binnen 14 Tagen im Amts-Vorsteher-Amte hierselbst, wo auch die Zeichnungen und Beschreibungen zur Einsicht ausliegen, schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf der Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden. Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen findet vor dem unterzeichneten Amts-Vorsteher am Donnerstag, den 21. December cr., Vormittags 10 Uhr im Amtsbureau hierselbst ein Termin statt, in welchem im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Die Gestellung von Zeugen und Sachverständigen, welche vernommen werden sollen, ist Sache der Partei, welche die Vernehmung beantragt. Ahrensfelde, den 1. December 1896. Der Amts-Vorsteher. Haase. |
Bekanntmachung. Ein weiß- und schwarzgefleckter Hund hat sich in Mehrow angefunden. Meldungen im Amtsbureau zu Ahrensfelde. Ahrensfelde, den 4. December 1896. Der Amts-Vorsteher. |
Alt-Landsberg. Zur Feier der Einführung des Bürgermeisters Ziemann wird am Sonnabend, den 12. d. Mts. im Hotel zum Deutschen Hause ein Festessen stattfinden. |
Weißensee. An Stelle des verstorbenen Curatus Przyniczynski ist der bisherige Caplan in Oppeln, Dr. Stephan, als Curatus von Weißensee ernannt worden. |
Alt-Landsberg. Am Sonnabend, den 12. d. M. fand hier zu Ehren des Bürgermeisters Ziemann im Deutschen Hause ein Festessen von ca. 75 Gedecken statt, an dem sich außer den Spitzen der Behörden die hiesige Bürgerschaft sehr zahlreich betheiligte. ... |
Bekanntmachung. Des Königs Majestät haben mittels Allerhöchster Ordre vom 11. November d. Js. dem Polizei-Sergeanten (Marktmeister) Franz Kindler zu Alt-Landsberg, welcher am 1. Januar k. Js. in den Ruhestand treten wird, das Allgemeine Ehrenzeichen in Gold zu verleihen geruht. Berlin, den 15. December 1896. Der Landrath. von Waldow. |
Alt-Landsberg. Am Sonntag fand die Einweihung der renovirten reformirten Schloßkirche unter großer Betheiligung der Mitglieder beider hiesigen Gemeinden statt. ... Alt-Landsberg. Zur Bequemlichkeit ihrer Kundschaft hat die hiesige Adlerapotheke vorerst in den Ortschaften Dahlwitz, Hoppegarten und Neuenhagen Receptkasten angebracht, die täglich durch einen mit Veloziped ausgerüsteten Boten geleert werden, der die angefertigten Medikamente ebenso schnell wieder dem Auftraggeber zustellt. |
Birkholz. (O.-B.) Am vierten Advent wurde die im Innern ausgebaute hiesige Kirche eingeweiht. Unser Gotteshaus ist eines der ältesten in der Gegend und ist, wie nur wenige, im gothischen Stil erbaut und mit den schönsten Kreuzgewölben geschmückt. ... |
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Dom. Mehrow sucht zum 1. April 1897 einige ordentliche Drescherfamilien und Deputatknechte mit Hofgängern. |
Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter den Rindviehbeständen der Bauerngutsbesitzer August Hübner, Wilhelm Salemann und Carl Gathow zu Lindenberg ist erloschen. Machow, den 7. Januar 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1897 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. 19. [Amtsbezirk] Blumberg 1. Administrator Johannes Ziegner zu Bumberg 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg 20. [Amtsbezirk] Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche 28. [Amtsbezirk] Malchow 3. Bauergutsbesitzer Kirschbaum zu Lindenberg 4. Schöffe Carl Gahtow [!] zu Lindenberg |
Bekanntmachung. Im Monat December 1896 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 5. Januar 1897. Der Landrath, von Waldow.
Bekanntmachung. Dem Pächter der Blumberger Gemeinde-Jagd, Herr Georg Müller aus Berlin, ist die Erlaubniß ertheilt, auf seinem Jagd-Terrain Gift gegen Raubzeug zu legen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Blumberg, den 12. Januar 1896. Der Amts-Vorsteher. Personal-Chronik. Der Gutsbesitzer Gustav Dubick ist als Gemeinde-Vorsteher der Gemeinde Marzahn bestätigt worden. |
Personal-Chronik. Der Arbeiter Carl Schulze ist als Nachtwächter für Gemeinde und Gut Mehrow bestätigt. |
Lindenberg. Sonntag, den 31. Januar: Großer Maskenball, wozu freundlichst einladet H. Huwe, Gastwirth. |
Lindenberg. Sonntag, den 14. Februar cr.: Grosser Maskenball. Hierzu ladet ergebenst ein Aug. Bolle, Gastwirth. |
Bekanntmachung. Im Monat Januar 1897 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 9. Februar 1897. Der Landrath, von Waldow.
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Personal-Chronik. Der Arbeiter Carl Schulte ist als Nachtwächter für Gemeinde und Gut Mehrow bestätigt worden. |
Bekanntmachung. Ich mache darauf aufmerksam, daß das Königliche Standesamt für den Standesamtsbezirk Mehrow sich z.Z. in Ahrensfelde befindet und daher alle Schreiben pp. für dies Standesamt an "das Königliche Standesamt zu Ahrensfelde bei Berlin" zu richten sind. Berlin, den 22. Februar 1897. Der Landrath. von Waldow. |
Rüben verkauft Gustav Grün, Blumberg. 100 Centner Rosen-Kartoffeln, rein, zur Saat, hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde bei Berlin. |
Neu-Weißense. Der hiesige Verein der Grundbesitzer hat eine Agitationsschrift "Zum neuen Berlin-Stettiner Kanal" veröffentlicht, die sich mit der Hauptfrage über die Richtung des neuen Kanals beschäftigt ... Dieser neue Großschiffahrts-Kanal soll oberhalb Schwedt, etwa bei Stützkow, in die Oder einmünden, seinen Lauf über Stolpe, Stolzenhagen, Lunow ... bis Hohensaaten nehmen und ... westlich via Oderberg ins Land gehen. ... von hier aus scheint es aber erstrebenswerther, den Großschiffahrts-Kanal mit einmaliger Durchkreuzung des Finow-Kanals ... von Eberswalde aus direct südwestlich via Bernau auf Berlin zu führen und bei Rummelsburg in die Spree zu leiten. ... |
Plan zur Abhaltung der Frühjahrs-Control-Versammlungen 1897 1. Marzahn (Gasthof Drenske) 7.4.1897 9 V. Sämmtliche Reservisten u. Wehrleute der Garde- und Provinzial-Truppen, Sämmtliche Ersatzreserv. 1896-1884, [aus den Ortschaften:] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg und Wuhlgarten 2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 7.4.1897 3 N. Desgl. 1896-1890, [aus:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt- und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg 41. Bernau, Land (Schützenhaus-Garten) 29.4.1897 2 N. Desgl. 1896-1884, [aus:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Helenenau, Gut Börnicke und Thärfelde. |
Schwanebeck. (O.-B.) Am Montag sind die von Alt-Reichskanzler Fürsten Bismarck geschenkten Eichen für die Gemeinden Schwanebeck und Birkholz aus dem Sachsenwalde hier angekommen. Beide sehen frisch und kräftig aus und sollen am 22. März als Kaisereichen gepflanzt werden. |
Rüben verkauft Gustav Grün, Blumberg. |
Bekanntmachung. Impfbezirkseintheilung im Kreise Niederbarnim für das Jahr 1897 Impfbezirk IV.: Prakt. Arzt Dr. Liedtke zu Alt-Landsberg Stadtbezirk Alt-Landsberg, Amtsbezirk Löhme, Amtsbezirk Blumberg, Amtsbezirk Ahrensfelde, Amtsbezirk Neuenhagen, Amt Alt-Landsberg, Amtsbezirk Fredersdorf, Amtsbezirk Dahlwitz. |
Kalkberge-Rüdersdorf. Schwer verunglückt ist am vorigen Dienstag der Bergarbeiter Julius Ast in dem neuen Bruch in der Nähe der Kalköfen. Ein leerer Wagen der Seilbahn hatte sich von der Kette losgelöst und raste nun die steile Bahn hinab, unten entgleisend und seinen Weg weiter gegen einen Schuppen nehmend. Von den Arbeitern, die sofort gewarnt worden waren und sich flüchteten, lief der A. nun gerade dahin, wo auch der entgleiste Wagen seinen unberechenbaren Weg fortsetzte, und so kam es, daß der Unglückliche von letzterem so an die Wand gepreßt wurde, daß ihm der Kopf gespalten ist. An dem Aufkommen des Ast wird gezweifelt. |
Lebensbäume (Thuja) sowie Buchsbaum verkauft Dom. Mehrow bei Hönow. 4-500 Centner Rosenkartoffeln, rein zur Saat, hat abzugeben August Müller, Ahrensfelde bei Berlin. 1000 Centner Rosen-Kartoffeln, rein, zur Saat, hat abzugeben Carl Haase, Ahrensfelde bei Berlin. |
Gute Dabersche Ess- u. Saat-Kartoffeln, sowie Imperator- und Rosen-Kartoffeln hat abzugeben Ad. Thürling in Mehrow. |
Rüben, à Centner 65 Pfg., verkauft Gustav Grün, Blumberg. |
Etat für den Kreis Niederbarnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1897 bis dahin 1898. Einnahmen. Kapitel V. Von den Chausseen. Titel II. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück, Alt-Landsberg - Tasdorf (Berlin-Prötzel) 1. Chausseegeld: 12977,60 (Vorjahr: 12607,60) 2. Sonstige Einnahmen: 2300,00 (Vorjahr: 2300,00) Pachterträgnis der Hebestellen: ... Hönow (mehr 370 M.) 4280,- M. Ausgaben. Kapitel VII. Für Chausseen und Wege Die hier zur Berechnung kommenden Chausseen haben, soweit sie vom Kreise zu unterhalten sind, folgende Längen. 8. Neuenhagen Hönow - Mehrow 6584 m Zus. 276 914 m Titel IX. Für die Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow 1. Gehalt für Chausseeaufseher: - 2. Für Beschaffung von Chausseebaumaterialien: 1500,20 (Vorjahr: 2165,60) 3. Für Unterhaltung der Chausseeanlagen: 2219,80 (Vorjahr: 2034,40) 4. Für Unterhaltung der Gebäude pp.: 180 (Vorjahr: -) 5. Verwaltungs- und Recepturkosten: 100 (Vorjahr: 100) Gesammtbetrag Titel IX: 4000 (Vorjahr: 4300) Es werden erforderlich 137 cbm Steine, 86 cbm Kies und Sand, 1184 m neue Decklage. Erläuterungen: 10. Für den Wiederaufbau der theils gepflasterten und theils chaussirten Straße von Mehrow nach Ahrensfelde für 2240 lfd. m à 2 M. 4480 M. Diese alte Verbindungsstraße des Ortes Mehrow mit der Provinzial-Chaussee Berlin-Schwedt ist von Gemeinde und Gut Mehrow unter Antheilnahme der Gemeinde Ahrensfelde und mit einer Kreisbeihülfe chaussirt und streckenweise gepflastert. Sie ist seit Jahr und Tag gänzlich zerfahren und muß nothwendig ausgebaut werden. Die Kosten dieses Ausbaues und einer nothwendigen Verbreiterung werden sich auf 13000 M. stellen. |
Verwaltungsbericht für das Jahr 1896. Kreis-Chausseen / Die Unterhaltung ... Auf der Chaussee von Malchow nach Lindenberg ist bei einem üblichen Herstellungsverfahren ein Kleinpflaster von größeren Steinen ausgeführt, welches allerdings theurer ist, aber auch dementsprechend dauerhafter sein wird. Weitere Versuche sollen in den nächsten Jahren vorgenommen werden. ... Lfd. No. 8 Bezeichnung der Chaussee: Neuenhagen-Mehrow Ganze Länge der Chaussee: 6584 m Vom Kreise werden unterhalten: 6584 m Neuschüttungen sind ausgeführt: 1050 m Hierbei sind verwendet: Steine cbm 262, Kies cbm 40 Pflasterungen sind ausgeführt qm: 77 ... Am Chausseehaus Hönow ist ein Bretterschuppen für den Schneepflug erbaut. Personenwechsel. ... Zu Standesbeamten sind neu bestellt: für den Standesamtsbezirk Mehrow: Der Amtssecretair Lutz zu Mehrow zum 2. Stellvertreter Berlin, den 20. März 1897. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Niederbarnim. von Waldow ... |
Tableau für die Abhaltung der Pferdemusterung im Niederbarnimer Kreise im Jahre 1897. Name des Gestellungsortes Tag und Stunde der Gestellung Name er Ortschaften, welche die Pferde vorzuführen haben V. Falkenberg. Mittwoch, den 26. Mai, Vormittags 9 Uhr Ahrensfelde, Gemeinde; Eiche, Gemeinde, Falkenberg, Gemeinde und Gut; Wartenberg, Gemeinde und Gut Stellen zu dieser Zeit ihre sämmtlichen Pferde XIII. Alt-Landsberg, Platz Amtsfreiheit. Sonnabend, den 5. Juni, Vormittags 9 Uhr ... Hönow, Gemeinde; ...; Mehrow, Gemeinde und Gut; ... XV. Blumberg. Dienstag, den 8. Juni, Nachmittags 12 1/2 Uhr Blumberg, Gemeinde und Gut; Löhme, Gemeinde und Gut; Seefeld, Gemeinde |
Dom. Blumberg hat noch Kartoffeln abzugeben: Athene, Aspasia und gelbfleischige sächsische Zwiebeln. |
Ein Streicher wird verlangt. Ziegelei Blumberg. |
Bekanntmachung. Im Monat April sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 3. Mai 1897. Der Landrath. von Waldow.
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Bekanntmachung. Der Weg von Mehrow nach Alt-Landsberg bis zur Hönower Grenze ist wegen Neuchaussirung für die Zeit vom 1. bis 30. Juni d. Js. für den Wagenverkehr gesperrt. Ahrensfelde, den 1. Juni 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Der Weg von Falkenberg nach Hellersdorf ist wegen vorzunehmender Eisenbahnbauarbeiten auf der Strecke von Falkenberg nach der Alt-Landsberger Chaussee für Lastfuhrwerke bis zum 30. Juni cr. gesperrt. Falkenberg, den 4. Juni 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Jagd-Verpachtung. Die hiesige Gemeindejagd, welche ca. 600 Morgen groß ist und in 2 getrennten Parzellen liegt, soll vom 24. August d. J. ab auf sechs Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden und ist dazu Termin auf Freitag, den 18. Juni cr., Nachmittags 4 Uhr im hiesigen Bolle'schen Gasthofe angesetzt. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht. Mehrow, den 29. Mai 1897. Der Gemeinde-Vorstand. |
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Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr I. Aufgebots zurückgestellt: 2. Henze, Hermann; Hönow; Dragoner Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr II. Aufgebots zurückgestellt: 1. Giese, Wilhelm; Blumberg; Garde-Dragoner |
Maurergesellen und Arbeiter verlangt Weidelt, Blumberg. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 20. Juni, von Nachmittags 3 Uhr ab feiert der Gesang-Verein "Sängerlust" großes Sommerfest im Locale des Herrn Hase [!] und auf dem großen Festplatz unter gütiger Mitwirkung der Gesang-Vereine "Bleibtreu" zu Berlin, "Edelweiß" zu Falkenberg, "Harmonie" zu Marzahn, "Kaiserblume" zu Mehrow und der Capelle des Herrn Liebisch zu Bernau. Nach dem Concert Tanz im Saale und auf dem Pariser Tanzplatz, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. Ein großer grau und schwarz gefleckter Hund mit abgestutzten Ohren ist entlaufen. Gegen Belohnung abzugeben bei Carl Seeger, Lindenberg. Ein großer grau und weiß gefleckter Hund hat sich angefunden. Gegen Erstattung der Unkosten abzuholen bei Graab, Zepernick. |
Bekanntmachung. Ein Schwein des Arbeiters Carl Wesenberg hierselbst ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 29. Juli 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Vertheilungsplan über Beiträge, welche ... von den Schulverbänden für die öffentlichen Volksschulen und für die der Ruhegehaltskasse angeschlossenen öffentlichen nicht staatlichen mittleren Schulen an die Lehrer-Ruhegehaltskasse des Regierungsbezirkes Potsdam für die Zeit vom 1. April 1896 bis 31. März 1897 zu zahlen sind. Laufende No. Bezeichnung des Schulverbandes - Standort Gesammtsumme des ruhegehaltsberechtigten Diensteinkommens von den Stellen der einzelnen Schulverbände nach Abzug von 800 Mk. für jede Stelle und Abrundung dieser Summe auf volle Hundert gemäß § 7. Höhe der von den einzelnen Schulverbänden für das Rechnungsjahr 1897/98 zu zahlenden Beiträge [Mk.] 5. Ahrensfelde 1000 / 80 14. Blumberg 1400 / 112 25. Eiche 800 / 64 45. Hönow 600 / 48 58. Lindenberg 1300 / 104 66. Mehrow 1000 / 80 Potsdam, den 21. Juni 1897. Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen= und Schulwesen. |
Bekanntmachung. Ein Schwein des Büdners Gustav Wegener zu Mehrow ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 8. Juli 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Auf der Dorfstraße in Blumberg ist ein W. D. 2 gezeichneter Eimer, wie ihn die Fuhrleute unter ihrem Wagen oft mit sich führen, gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann ihn gegen Erstattung der Insertionsgebühr in Empfang nehmen. Blumberg, den 8. Juli 1897. Der Amts-Vorsteher. Ziegner. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 25. Juli findet die Einweihung meines neu gebauten und neu decorirten Saales durch große Tanzmusik statt. Hierzu ladet ganz ergebenst ein A. Bolle, Gastwirth. |
Bekanntmachung. Ein Hund (schwarzer Pudel) hat sich in Ahrensfelde angefunden. Meldungen im Amtsbureau zu Ahrensfelde. Ahrensfelde, den 27. Juli 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Schwarzer Wallach als überzählig preiswerth zu verkaufen bei Hientzsch, in Lindenberg. Ein tüchtiges, ordentliches Hausmädchen verlangt zum 1. October Grün, Schmiedemeister, Blumberg. |
Bernau. Für das Manöver der 9. Infanteriebrigade ist die Gegend zwischen Bernau und Alt-Landsberg, für die 10. und 75. Infanteriebrigade die Gegend zwischen Wriezen und Liebenwalde in Aussicht genommen. |
Alt-Landsberg. In der hier am Montag stattgehabten Stadtverordneten-Versammlung ist nun endgültig entschieden worden, daß Alt-Landsberg Bahn erhält. Da sich die Gemeinde und das Rittergut Neuenhagen sehr neutral verhalten haben, wird dieselbe nach Hoppegarten ... gebaut. Die Strecke wird 6.3 km lang und außer dem Grunderwerb 200000 Mk. kosten. ... |
Die Beleidigung, die ich der Frau G. Grün zugefügt habe, nehme ich hierdurch zurück. Frau A. Grassmann, Blumberg. Einen Bäckerlehrling verlangt A. Steeger, Bäckermeister, Lindenberg. |
Lindenberg. Sonntag, den 15. und Mo, den 16. August findet grosse Erntefestmusik statt, wozu freundlichst einladen H. Bolle, H. Huwe, Gastwirthe. |
Bekanntmachung. Im Monat Juli 1897 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 4. August 1897. Der Landrath, I.V.: Dr. Krummacher, Regierungs-Assessor.
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Verzeichniß I der zum Wahlverband der größeren ländlichen Grundbesitzer gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim. Abtheilung A. Grundbesitzer. 2. Stadtgemeinde Berlin 6. Graf von Arnim, Traugott Hermann, Kaiserlicher Legationsrath a. D., Rittergutsbesitzer, Muskau 14. Graf von Voß, Georg, Majoratsherr, Buch u.a. 24. Kur- u. Neumärkische Ritterschaftliche Darlehns-Kasse Berlin, Wilhelmplatz 6 Verzeichniß III der Landgemeinden im Kreise Niederbarnim. Laufende No. Namen der Gemeinden. Civil-Einwohner-Zahl nach der Zählung vom 2. December 1895. Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner.
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Bekanntmachung. Der Weg zwischen Blumberg und Lindenberg ist wegen des Eisenbahnbaues bis auf weiteres gänzlich gesperrt. Blumberg, den 25. August 1897 Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1897 sind von mir nachbezeichnete [361] Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 1. September. Der Landrath, von Waldow
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Bernau. ... - Die Stadt hat in der Bahnhofstraße zur Gewinnung von Trinkwasser ein jetzt schon 78 Meter tiefes Brunnenloch bohren lassen. Der Bohrer förderte zuletzt stark braunkohlenhaltige Schichten zu Tage ... |
Bekanntmachung. Beim Bäckermeister August Zybell in Blumberg hat sich ein großer gelber Hund mit weißer Kehle angefunden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann ihn gegen Erstattung der Futter- und Insertionskosten bei demselben abholen. Blumberg, den 25. September 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Neu-Weißensee. Die feierliche Enthüllung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals hat am Sonntag Nachmittags um 3 Uhr hierselbst stattgefunden. Unser Ort hat aus Anlaß der Feier reichen Fahnen- und Guirlandenschmuck angelegt und ganz besonders festlich war der Denkmalsplatz - der Antonplatz - ausgeschmückt. ... |
Für Dominium Blumberg und Elisenau werden Kartoffelbuddler gesucht. |
Alt-Landsberg. Auf Antrag des Magistrats bewilligte die Stadtverordneten-Versammlung am Dienstag zum Bahnbau Alt-Landsberg - Hoppegarten weitere 15000 Mark, so daß die Stadt jetzt 65000 Mark baar und den Grunderwerb, zusammen ca. 100000 Mk., aufzubringen haben wird. (N.A.) |
Bekanntmachung. Der Blumberg-Börnicker Weg ist bis auf Weiteres wegen des Eisenbahnbaus gesperrt. Blumberg, den 4. October 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung, Ein dem Bauergutsbesitzer Fritz Möser zu Eiche gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 8. October 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Lindenberg. (O.-B.) Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte am Sonnabend die erste Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin gegen die Dienstmagd Antonie Noack, welche beschuldigt war, ihr neugeborenes Kind fahrlässiger Weise getödtet zu haben. Nach Anhörung der medizinischen Sachverständigen Dr. med. Pfleger und Kreis-Physikus Dr. Elten fällte der Gerichtshof das auf Freisprechung lautende Urtheil. |
Bekanntmachung. Im Monat September 1897 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 4. October 1897. Der Landrath, I. V.: Oppenheim, Kreisdeputirter.
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Bekanntmachung. Ein dem Gärtner Emil Zimmerling in Mehrow gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 19. October 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 7. d. Mts. findet die Einweihung meines neuerbauten Saales statt, wozu freundlichst einladet G. Kahlow. |
Bekanntmachung. Ein in letzter Zeit vorgekommener Fall von Rothlaufseuche veranlaßt mich, auf das Lorenz'sche Verfahren, Impfung der Schweine mit der vom Obermedizinalrath Dr. Lorenz erfundenen Lymphe aufmerksam zu machen. Die Lorenz'sche Erfindung ist von größter Bedeutung; sie ermöglicht es, Verluste an Rothlauf gänzlich zu vermeiden. Die Ausführung der Impfung darf nur durch approbirte Tierärzte erfolgen. Neuenhagen, den 2. November 1897. Der Amts-Vorsteher. Dotti. |
Bekanntmachung. Im Monat October 1897 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 10. November 1897. Der Landrath, I.V. Dr. Krummacher, Regierungs-Assessor.
Bekanntmachung. Die Sperrung des Weges zwischen Blumberg und Lindenberg ist hiermit aufgehoben. Blumberg, den 8. November 1897. Der Amts-Vorsteher. Bekanntmachung. Die Jagdpächter der Blumberger Gemeindejagd beabsichtigen auf ihrem Jagdterrain Gift gegen Raubzeug zu legen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Blumberg, den 10. November 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Bernau. Ein gewaltiger Feuerschein in südlicher Richtung gab am Montag Abend kurz nach 8 Uhr Veranlassung zur Alarmirung der hiesigen freiwilligen Feuerwehr. Letztere rückte alsbald aus, und zwar nach Lindenberg, woselbst die Scheune des Bauerngutsbesitzers Seeger in Flammen stand. Die Wehr konnte jedoch hier nicht mehr in Thätigkeit treten, da der Brand bei ihrem Eintreffen so ziemlich bewältigt war. Gegen 11 Uhr kehrten die Mannschaften wieder zurück. Bald nachdem wurde ein zweiter Feuerschein bemerkt, welcher von einem Schadenfeuer auf dem Heinicke'schen Gehöft, ebenfalls in Lindenberg, herrührte. Die hiesige Feuerwehr rückte zu diesem Brande nicht aus. |
Ein Arbeitspferd hat zu verkaufen Gustav Grün, Blumberg. Ahrensfelde. Am Donnerstag. den 18. November 1897, von Abends 7 Uhr ab großes Streich-Concert, ausgeführt von der ganzen Liebisch'schen Capelle, wozu freundlichst einladet Alb. Liebisch (Musikdirector), W. Hase (Gastwirth). |
Bernau. Ueber die schon in voriger Nummer erwähnten Brände in Lindenberg schreibt man uns von dort folgendes: Am Montag Abend suchte ein wüthendes Schadenfeuer unser Dorf heim. Kurz vor 8 Uhr erscholl Feueralarm im Dorfe. Es brannte eine mit Erntevorräthen dicht gefüllte Scheune des Bauerngutsbesiters Seeger. Sofort eilten die benachbarten Spritzen und Wehren herbei, so daß bald ca. 10 Spritzen an der Brandstelle waren. Allein die Hilfe war vergebens, man mußte sich blos darauf beschränken, die benachbarten Gebäude vor dem verheerenden Element zu bewahren. Darum rückte auch schon die größte Zahl der Spritzen wieder um 1/2 10 Uhr in ihre Quartiere ab. Der größte Theil begab sich nun in die Gasthäuser, um die überstandene Arbeit und Sorge beim Glase Bier zu vergessen. Da plötzlich ertönte gegen 11 Uhr noch einmal der Schreckensruf "Feuer". Frevelhafte Hand hatte die Scheune des Kossäthen August Heinicke in Brand gesetzt. Man eilte sofort herbei und rettete das Vieh und sonstige Wirthschaftssachen, da auch der Stall und das Wohnhaus bedroht waren. Abermals mußten die braven Mannschaften an die Arbeit gehen, und ihren Bemühungen gelang es, das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken. Stall und Scheune waren allerdings nicht mehr zu retten. Glücklicherweise waren die von dem Brandunglück betroffenen versichert; die Berlinische Feuer=Versicherungsanstalt und die Land=Feuer=Societät haben den Schaden zu decken. |
Bericht über die Sitzung des landwirthschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend am Donnerstag, den 11. November 1897 (Schluß). ... Punkt 7 der Tagesordnung. Bericht der Herren A. Ebel II zu Blumberg und Kerkow zu Rüdnitz über die im letzten Jahre gemachten Erträge von den im Vorjahre mit künstlichen Düngemitteln bestellten Probeparzellen, findet kurz dahin seine Erledigung, daß Herr Ebel II mittheilt, daß diejenigen Parzellen, die im Vorjahre mit Kalk abgedüngt seien, im ganzen bessere Erträge geleistet haben als die ohne Kalkdüngung; ... |
Zum 1. Januar 1898 finden noch zwei Arbeiterfamilien Arbeit und Wohnung auf dem Dom. Hönow. |
Bekanntmachung. Der Weg von Bernau nach Blumberg ist des Eisenbahnbaues wegen bis auf Weiteres gesperrt. Blumberg, den 19. November 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Zu [insgesamt 10] Kreistagsabgeordneten für die Wahlperiode 1. Januar 1898 bis 31. December 1903 sind im Wahlverbande der Landgemeinden gewählt worden: 3. Der Gemeindevorsteher Hörnicke zu Hönow (Wahlbezirk VI) Berlin, den 24. November 1897. Der Landrath. von Waldow. |
Zum Ansetzen von Blutegeln empfiehlt sich W. Wünsche, Hohesteinstr. 26. [Bernau] |
Auf Dom. Blumberg findet ein älterer, unverheiratheter, zuverlässiger, nüchterner Kutscher sofort Stellung. |
Bekanntmachung. Dem Jagdpächter der Hellersdorfer Gutsjagd, Herrn F. Kleemann aus Rummelsburg bei Berlin, ist die Erlaubniß ertheilt, zur Vertilgung des Raubzeuges auf der Feldmark Hellersdorf Gift zu legen. Ahrensfelde, den 20. December 1897. Der Amts-Vorsteher. |
Ahrensfelde. Am 2. Weihnachtsfeiertage: Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirth. |
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Bekanntmachung. Am 27. December d. Js. ist aus dem Amtslocal des Amts-Vorstehers zu Ahrensfelde von einem 18- bis 20jährigen unbekannten Manne, welcher sich im Besitze einer zerrissenen Alters- und Invaliditäts-Aufrechnungsbescheinigung befand und die Ausfertigung einer neuen Quittungskarte beantragen wollte, das mit preußischem Adler und der Umschrift "Amt Ahrensfelde, Kr. Nieder-Barnim" versehene Amtssiegel entwendet worden. Die Ortspolizeibehörden und Gendarmen des Kreises werden ersucht, auf den Thäter zu fahnden, ihn im Betretungsfalle festzunehmen und an das zuständige Amtsgericht zur strafrechtlichen Verfolgung abzuliefern, mir aber davon Mittheilung zu machen. Berlin, den 31. December 1897. Der Landrath, von Waldow. Bekanntmachung. Die Sperrung des Blumberg-Bernauer Weges wird hiermit aufgehoben. Blumberg, den 31. December 1897. Der Amts-Vorsteher. Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh der epileptischen Anstalt zu Wuhlgarten ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 1. Januar 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Nachweisung. derjenigen Personen, welche im Jahre 1897 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend die Ausführung des Reichsgesetztes über die Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen vom 12. März 1881, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. 19. [Amtsbezirk] Blumberg 1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg 20. [Amtsbezirk] Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche |
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Lindenberg. (O.-B.) Die Hoffnung auf Ruhe vor den Brandstiftungen im neuen Jahre hat sich als eine trügerische erwiesen. Am Dienstag Abend 3/4 9 Uhr wurden die hiesigen Einwohner schon wieder durch Feuerlärm aufgeschreckt. Es brannte eine zur Bauer Saalemann'schen Wirthschaft gehörige Strohdachscheune. Da in Folge des Mondscheins und des Nebels wenig von dem Feuerschein in der Umgebung zu sehen war, so wurden die benachbarten Spritzen sofort telephonisch um Hilfe angerufen. Bald darauf trafen dann auch die Spritzen von Malchow und Wartenberg an der Brandstelle ein. Allein an Rettung war nicht mehr zu denken. Die Scheune mitsamt den Erntevorräthen wurde ein Raub der Flammen. Wie die früheren Brände, so ist auch dieser auf Brandstiftung zurückzuführen. |
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Bekanntmachung. Im Monat December 1897 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 4. Januar 1898. Der Landrath, von Waldow.
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Rieselgutes Hellersdorf ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 8. Januar 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Ahrensfelde. Am Sonntag, den 16. d. Mts.: Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirth. |
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Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Altsitzers Wilhelm Bolle sagen wir ... tiefgefühltesten Dank. Lindenberg, den 13. Januar 1898. Die trauernden Hinterbliebenen. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Rittergutes Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 18. Januar 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Geschäfts-Plan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1898. I. Alt-Landsberg im Restaurant "Zum Deutschen Hause" 1. Am Mittwoch, den 23. März 1898. Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Eiche, Hellersdorf, Hönow, Krummensee, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Seeberg, Werder 2. Am Donnerstag, den 24. März 1898. ...: Blumberg, ... |
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Bekanntmachung. Im Monat Januar 1898 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 2. Februar 1898. Der Landrath, von Waldow.
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Lindenberg. (O.B.) Nachdem wir hier nun einen Monat lang vor Schadenfeuer bewahrt geblieben sind, hat am Mittwoch wieder ruchlose Hand Brandstiftung versucht. Abends um 1/2 9 Uhr bemerkte nämlich der Kossäth Carl Heinicke, daß es in seiner Scheune zu brennen anfing. Seinem schnellen Eingreifen gelang es nur noch mit Mühe, das Feuer zu löschen. Der Brandstifter hatte vom Garten aus das Brett von einem Scheunenfenster herabgerissen und durch die Oeffnung ein Bund Stroh gesteckt. Es ist als ein großes Glück anzusehen, daß das Feuer sogleich bemerkt wurde, da bei dem herrschenden starken Sturme das Feuer große Ausdehnung hätte gewinnen können. - Am Donnerstag fand eine Auction des Wirthschaftsinventars des Schlächters Puhlmann statt, der unter der Anklage der vorsätzlichen Brandstiftung sich in Untersuchungshaft in Moabit befindet. [Artikel wird später dementiert] |
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Hönow, 7. Februar. Gestern Nacht brannte die Scheune des Bauern Gathow total nieder. Als muthmaßliche Brandstifter sind der hiesige Sattlermeister mit seinen beiden Söhnen verhaftet und ins Untersuchungsgefängniß nach Alt-Landsberg eingeliefert worden. (N. A.) |
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Verzeichniß der Wahlmänner der für die nothwendig gewordene Ersatzwahl [am Dienstag, den 15. Februar Vormittags 10 Uhr in der großen Stadtkirche zu Bernau] eines Abgeordneten zu einem Wahlbezirke vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim. 1. Kreis Nieder-Barnim
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Die in Nr. 16 unseres Blattes unter Lindenberg enthaltene Notiz beruht, wie uns der betr. Berichterstatter mittheilt, auf einem Irrthum. Der Einsender des Berichts war nach seiner Angabe falsch unterrichtet worden. |
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Ahrensfelde. Sonntag, den 20. d. M.: Großer Wiener Maskenball, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirth. |
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Bekanntmachung. Gefunden auf der Dorfstraße in Ahrensfelde eine lederne Pferdedecke. Der rechtmäßige Eigenthümer wird aufgefordert, seine Rechte innerhalb 3 Monaten beim Unterzeichneten geltend zu machen. Ahrensfelde, den 26. Februar 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Bernau. Mit der commissarischen Verwaltung des Niederbarnimer Landrathsamtes ist der Rittergutsbesitzer, Regierungsassessor Herr von Treskow auf Friedrichsfelde vom Herrn Minister des Innern betraut worden. - Das Abschiedsessen für den bisherigen Landrath, Herrn Oberpräsidialrath von Waldow wird jedenfalls am Freitag, den 18. d. Mts. im Kaiserhof zu Berlin stattfinden. |
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Plan für die Abhaltung der Frühjahrs-Controll-Versammlungen 1898 in dem Kreise Niederbarnim. Verzeichnis der Mannschaften, welche zur Versammlung zu erscheinen haben 1. Marzahn (Gasthof Drenske) 6.4.1898 9 Uhr V. Sämmtl. Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial-Truppen. Sämmtliche Ersatzreserv. [Jahresklasse:] 1897-1891 [Aus den Ortschaften:] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg u. Wuhlgarten 2. Marzahn (Gasthof Drenske) 6.4.1898 2 Uhr N. Desgl. [Jahresklasse:] 1890-1885 [Aus den Ortschaften:] Desgl. 3. Alt-Landsberg (Marktplatz) 7.4.1898 9 Uhr V. Desgl. [Jahresklasse:] 1897-1891 [Aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt- und Amtsbezirk), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee, Seeberg 4. Alt-Landsberg (Marktplatz) 7.4.1898 2 Uhr N. Desgl. [Jahresklasse:] 1890-1895 47. Bernau Land (Schützenhaus-Garten) 30.4.1898 9 Uhr V. Desgl. [Jahresklasse:] 1897-1885 [Aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Helenenau, Gut Börnicke und Thärfelde |
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Dom. Blumberg sucht zum 1. April ein älteres Stubenmädchen und einen älteren, unverheiratheten nüchternen Kutscher. |
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Bekanntmachung. Der Bauergutsbesitzer Carl Hagert ist als stellvertretender Schöffe der Gemeinde Lindenberg wieder bestätigt worden. ... |
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Ahrensfelde. Am 2. Osterfeiertag findet bei mir große Tanzmusik statt, wozu freundlichst einladet G. Kahlow. Gastwirth. |
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Bekanntmachung. Impfbezirkseintheilung im Kreise Niederbarnim für das Jahr 1898. Impfbezirk IV: Prakt. Arzt Dr. Crusius zu Alt-Landsberg. a) Stadtbezirk Alt-Landsberg, b)...h) Amtsbezirk Löhme, Blumberg, Ahrensfelde, Neuenhagen, Amt Alt-Landsberg, Fredersdorf, Dahlwitz |
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Bekanntmachung. ...; Der Kossäth Wilhelm Keisdorf zu Eiche ist als stellvertretender Schöffe dieser Gemeinde wieder bestätigt worden. ... |
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Alt-Landsberg. Dem Vernehmen nach ist die Concession zum Bau der Kleinbahn Alt-Landsberg - Hoppegarten seitens des Herrn Regierungspräsidenten nunmehr ertheilt worden. Um eine Beschleunigung der noch nothwendigen Formalitäten herbeizuführen, ist eine aus Herrn Bürgermeister Ziemann und Herrn Stadtverordneten-Vorsteher Wilhelm bestehende Deputation gewählt worden. (N. A.) |
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Bekanntmachung. Ein schwarzer langhaariger Spitzhund und ein schwarzgrauer Wolfsspitzhund, letzterer mit dem Zeichen 1897/1898 23348 versehen, haben sich in Ahrensfelde angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 21. April 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Der Büdner Reinhold Roth zu Mehrow ist als stellvertretender Schöffe dieser Gemeinde wieder bestätigt worden. |
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Ahrensfelde. Die feierliche Eröffnung der neuen Bahnlinie Lichtenberg - Friedrichsfelde - Werneuchen erfolgte am Sonntag früh mit dem fahrplanmäßigen Zuge 4,44 ab Friedrichsfelde. In dem aus 5 Wagen bestehenden, mit Guirlanden reich geschmückten Zuge hatten einige höhere Betriebsbeamte Platz genommen. An den einzelnen Bahnhöfen hatten sich Hunderte von Neugierigen eingefunden, die den einlaufenden Zug stets mit brausenden Hochrufen begrüßten. Auch unser Ort hatte sich zur Feier gerüstet. Schon am frühen Morgen wurde das Dorf durch Weckruf alarmirt, gegen 5 Uhr früh zog Alt und Jung unter klingendem Spiel der Kapelle des Herrn Liebisch nach dem neuen Bahnhof. Bei der Ankunft des Zuges wurde derselbe mit Musik und einem donnernden Hurrah empfangen und darauf das ganze Zugpersonal mit Getränken freigiebig bewirthet, was dankend anerkannt wurde. Dann setzte sich der Zug, in welchem der Herr Amtsvorsteher, der Gemeinde-Vorstand und viele Dorfbewohner Platz genommen, mit Musik nach dem Endpunkt Werneuchen in Bewegung. ... Bei der Rückkehr sprach Herr Amtsvorsteher Haase dem Gemeinde-Vorstand und der Gemeinde-Vertretung auf dem hiesigen Bahnhof für ihr mühevolles Wirken seinen Dank aus. Nachmittags fand im Garten des Herrn Gastwirth Haase Concert und Abends Ball statt. ... - Die Züge, für welche die Fernverkehrstaxe Giltigkeit [!] hat, fahren von einem neu angelegten Bahnsteig des Vorortbahnhofs Lichtenberg-Friedrichsfelde ab. Zu bemerken ist, daß auf den Stationen der neuen Bahnlinie die Perronsperre nicht eingeführt ist. Der einzige fortwährend hin- und herfahrende Zug wird von einem Zugführer und zwei Schaffnern begleitet. - Die neue Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Werneuchen umfaßt bekanntlich im Ganzen sechs Stationen. Zunächst erreicht man den städtischen Centralfriedhof Friedrichsfelde, die erste eigentliche Kirchhofsstation, die als solche auf den Eisenbahnfahrplänen fungirt. Die beiden folgenden Stationen sind Marzahn und Ahrensfelde, zwei alte, aus dem 14. Jahrhundert stammende märkische Dörfer. Zwischen beiden Stationen liegt abseits vom Schienenwege das städtische Rieselgut Falkenberg. Schon im 14. Jahrhundert gehörte das Dorf wie heute der Stadt Berlin. Im Jahre 1791 kaufte die Majorin v. Humboldt geb. Colomb das Gut von der Stadt, und vor wenigen Jahren kaufte es die letztere wiederum zu Rieselzwecken. Ungleich interessanter als die vorhergehenden ist die dritte Station der neuen Bahnstrecke, Blumberg. Das stattliche Gut mit herrlichem, weit ausgedenten Park und dem von Schinkel erbauten Schloß befindet sich seit dem Jahre 1846 im Besitz der Grafen von Arnim, die es damals für 146000 Thlr. kauften. Blumberg war ehemals ein Städtchen und macht noch heute in seiner ganzen Anlage und Ausdehnung diesen Eindruck; die Verwüstungen des 30jährigen Krieges verwandelten den einst befestigten Ort in ein Dorf. In der alten Kirche, die noch aus der Zeit der Bischöfe von Brandenburg, welchen Blumberg angehörte, stammt, befindet sich u. a. das Bild des als Staatsmann und Dichter gleich berühmten Freiherrn Ludwig von Canitz, der 1654 in Blumberg geboren wurde. Kirche und Park sind auf vorherige Anfrage den Besuchern zugänglich. Das kleine märkische Dorf Seefeld ist die folgende Station. Das Dorf war im Jahre 1663, als es Otto von Schwerin von den Krummensee'schen Gläubigern erwarb, so heruntergekommen, daß von ihm der Chronist zu melden wußte, daß "außer dem Pfarrer kaum noch ein Mensch zu finden war." Hinter Seefeld überschreitet die Bahn die Grenze zwischen den Kreisen Nieder- und Oberbarnim und erreicht nach einer Fahrt von fünfviertel Stunden die Endstation Werneuchen, ein freundliches Städtchen, am meisten bekannt durch den Dichter Schmidt von Werneuchen, der dort als Pfarrer von 1779 bis zu seinem am 26. April 1838 erfolgten Tode lebte und durch Goethe's persiflirendes Gedicht "Musen und Grazien in der Mark" in der Literaturgeschichte einen Namen erhielt. Werneuchen wird dem Naturfreunde und Geschichtsforscher mancherlei Anregung bieten, wie überhaupt die Eröffnung der neuen Bahnstrecke von allen Freunden der Natur und der Märkischen Heimath mit großer Freude begrüßt wird. |
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100 Ctr. echte Dabersche Saatkartoffeln hat noch abzugeben A. Lehman, Lindenberg. |
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Schloßmeierei Blumberg sucht zum 1. Juli cr. einen Knecht. |
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Etat für den Kreis Niederbarnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1898 bis dahin 1899. Einnahmen V. Von den Chausseen [Pacht: Pachterträgnis der Hebestellen für 1898/99]
[Gesamteinnahmen: 969000 Mk.] Ausgaben Kap. VII für Chausseen und Wege
Summe: Ausgaben für Chausseen und Wege: 375660 Mk. Erläuterung zu Titel XIII 13. Für den Wiederausbau der theils gepflasterten und theils chaussirten Straße von Mehrow nach Ahrensfelde für 2240 lfd. m nachträglich 1 1/2 M.: 3360 M. Im Etat für 1897/98 sind unter 10 zu Position 1 Titel XIII Kapitel VII bereits 4480 M. als Beihilfe ausgesetzt (2 M. für das lfd. m) Dem damaligen Antrage lag ein mit 13000 M. abschließender Kostenanschlag des früheren Kreisbaumeisters Menckhoff zu Grunde. Es hat sich jedoch im weiteren Verlaufe der örtlichen Verhandlungen herausgestellt, daß der Wiederausbau mit diese Summe nicht zu ermöglichen ist. Nach einer neuen gründlichen Veranschlagung des Kreis- und Regierungsbaumeisters Mirau stellen sich die nothwendig aufzuwendenden Kosten auf 25000 M. Die Straße nähert sich ebenfalls dem Charakter einer Kreischaussee und erhält eine größere Bedeutung durch die Personen- und Güterstation Ahrensfelde der ihrer Vollendung entgegengehenden neuen Eisenbahn von Lichtenberg nach Wriezen. Es erscheint berechtigt, wie in den Fällen der Nr. 2 [Neu-Weissensee] und 12 [Gemeinde Hammer] die Beihilfe auf 3 1/2 M. für das lfd. m zu bemessen. Gesamt-Ausgaben: 969000 Mk. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Verwaltungsbericht für das Jahr 1897. Lfd. Nr.: 8 Bezeichnung der Chaussee: Neuenhagen - Mehrow Länge der Chaussee: 6584 m Vom Kreise werden unterhalten: 6584 m Neuaufschüttungen sind ausgeführt: Länge: 1184 m Hierbei sind verwendet: Steine: 300 cbm, Kies: 48 cbm |
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Bekanntmachung. Die Chausseestrecke Ahrensfelde bis Mehrow ist wegen Neubau vom Montag, den 23. Mai d. Js. ab für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Ahrensfelde, den 21. Mai 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Auf Ansuchen der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg hat der Herr Minister des Innern bestimmt, daß die allgemeine Endfrist für die vorübergehende Beschäftigung ausländisch-polnischer Arbeiter in landwirthschaftlichen Betrieben und deren Nebenbetrieben (nicht aber in industriellen Hauptbetrieben) bis zum 31. December verlängert werden. Berlin, den 28. Mai 1898. Der Landrath, I.V.: von Treskow |
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Wahlbezirks-Eintheilung des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage am 16. Juni 1898.
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Neubau Lichtenberg/Friedrichsfelde - Wriezen Zur Abgabe von Angeboten für die Herstellung der Pflasterarbeiten ausschließlich Materiallieferung auf den Haltestellen Tiefensee, Leuenberg und Sternebeck findet hier am 11. Juni 1898, Vormittags 11 Uhr ein Termin statt. ... Wriezen, den 28. Mai 1898. Königliche Eisenbahn-Bauabtheilung. |
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Am Bahnhof Ahrensfelde ist die einzige, ungefähr 1 Morgen große Baustelle zu verkaufen. Der Gemeindekirchenrath von Falkenberg. Habedank, Pfarrer in Malchow. |
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Niederbarnimer! Die am 23. Mai d. Js. versammelt gewesenen Vertrauensmänner aus allen Theilen des Kreises Niederbarnim haben als einzigen Kandidaten aller reichstreuen Wähler des Wahlkreises Niederbarnim für den am 16. Juni d. Js. zu wählenden Reichstag den Landtagsabgordneten der beiden Kreise Nieder- und Oberbarnim Professor Dr. Irmer zu Berlin aufgestellt. ... |
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Personal-Chronik. Der Kossäth Carl Hörnicke zu Hönow ist als Gemeinde-Vorsteher und der Kossäth Wilhelm Schmidt daselbst als Schöffe dieser Gemeinde wieder bestätigt worden. |
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Bekanntmachung. Im Monat Mai 1898 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 3. Juni 1898. Der Landrath, von Waldow.
Bekanntmachung. Auf dem Rittergute Mehrow sind zwei Schweine an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 6. Juni 1898. Der Amts-Vorsteher. Bekanntmachung. Am 7. Juni ist in Alt-Landsberg eine öffentliche Sprechstelle eröffnet worden, von welcher aus der Sprechverkehr mit Strausberg, sowie mit Berlin nebst Vor- und Nachbarorten zugelassen ist. Potsdam, den 7. Juni 1898. Kaiserliche Ober-Postdirection. Gürtler. |
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Lindenberg. Sonntag, den 12. Juni findet bei mir das diesjährige große Turnerfest statt, wozu ergebenst einladet H. Huwe, Gastwirth. Sommerfest des Gesang-Vereins "Frohsinn" zu Ahrensfelde unter gütiger Mitwirkung von 5 Vereinen. Sonntag, den 12. Juni im Garten des Herrn Kahlow, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. |
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Bekanntmachung. Am 7. Juni ist in Alt-Landsberg eine öffentliche Sprechstelle eröffnet worden, von welcher aus der Sprechverkehr mit Strausberg, sowie mit Berlin nebst Vor- und Nachbarorten zugelassen ist. Berlin, den 10. Juni 1898. Der Landrath, I.V.: von Treskow. |
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Das Ergebnis der Reichstagswahl am 16. d. Mts. ist Folgendes gewesen: In unseren Specialangaben haben wir uns auf die Angabe der Zahlen für die Hauptkandidaten beschränkt.
Das Gesamtergebnis stellt sich vorbehaltlich einiger Berichtigungen dahin:
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Bekanntmachung. Der Bauerngutsbesitzer Giese zu Eiche ist als Schöffe dieser Gemeinde bestätigt, der Bauerngutsbesitzer August Bredereck als Schöffe wieder bestätigt worden. |
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Bekanntmachung. ... Ermittelung des Ergebnisses der am 16. d. Mts. stattgehabten Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Niederbarnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungsbezirks Potsdam für den deutschen Reichstag ... Von den [42338] für gültig erklärten Stimmen sind gefallen auf:
Nach diesem Ergebnis ist der Stadtverordnete Arthur Stadthagen in Berlin mit absoluter Mehrheit gewählt ... Berlin, den 20. Juni 1898. Der Wahl-Commissarius, commissarischer Landrath. von Treskow, Regierungs-Assessor. |
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Marzahn. Die Rieselfelder werden fortwährend ausgedehnt, Gegenwärtig verhandelt der Berliner Magistrat mit hiesigen Besitzern wegen Ankaufs ihrer südlich in der Richtung nach Biesdorf belegenen Ländereien. Die Hellersdorfer Rieselfelder sollen bis an das Terrain der Anstalt Wuhlgarten ausgedehnt werden. |
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Bekanntmachung. Der Zieglermeister Aug. Dürre zu Blumberg beabsichtigt auf dem zum Dom. Blumberg gehörigen, zwischen dem Blumberg-Bernauer Wege und der Elisenauer Chaussee gelegenen Acker eine Ziegelei mit Ringofenbetrieb zu errichten. ... Blumberg, den 21. Juni 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Großes Sommerfest des Gesang-Vereins Sängerlust zu Ahrensfelde am Sonntag, den 26. Juni 1898 Nachmittags 3 Uhr im Locale des Herrn W. Hase, sowie auf dem großen Festplatz unter gütiger Mitwirkung der Gesang-Vereine "Deutsche Eiche" zu Hohen-Schönhausen, "Einigkeit" zu Krummensee, "Kaiserblume" zu Mehrow, "Edelweiß" zu Falkenberg und der Liebisch'schen Capelle zu Bernau. |
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Blumberg. Der hiesige Krieger-Verein feiert sein diesjähriges Sommerfest am 3. Juli im Walde, verbunden mit Schießen und Tanz, wozu freundlichst einladet W. Müller, Gastwirth. |
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Bekanntmachung. Ein dem Gastwirth Wilhelm Zielisch zu Mehrow gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 28. Juni 1898. Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. |
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Bekanntmachung. Ein dem Büdner Heinrich Adler zu Ahrensfelde gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 29. Juni 1898. Der Amts-Vorsteher-Stellvertreter. Bekanntmachung. Auf eine 6jährige Amtsdauer sind neu bestätigt: ...; Der Kossäth Gottlieb Meißner als stellv. Schöffe der Gemeinde Ahrensfelde; ... |
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Alt-Landsberg. Für die Eisenbahn Alt-Landsberg - Hoppegarten ist in diesen Tagen die erste Sendung Schwellen und Schienen auf der Station Hoppegarten eingetroffen. Es ist daher anzunehmen, daß mit der Legung bald begonnen werden wird. Beim Ausladen der Schienen ereignete sich ein kleiner Unfall; eine Schiene fiel herab und zerquetschte dem einen Arbeiter den Fuß. |
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Ahrensfelde. Am Sonntag, den 10. d. Mts. findet bei mir Große Tanzmusik statt, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirth. |
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Alt-Landsberg. Mit dem Bau der Eisenbahnbrücke über das Stienitzfließ ist nun begonnen worden. Derselbe ist ziemlich schwierig und muß auf eingerammten Pfählen ausgeführt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Fertigstellung der Bahnstrecke in Folge des zu späten Beginns dieser Arbeit eine Verzögerung erleidet. - Die Hochbauten auf dem Bahnhofe vor dem Strausberger Thore, das Stationsgebäude, ein Güter- und ein Maschinenschuppen werden jetzt auch in Angriff genommen. |
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Bekanntmachung. ... Nach Tilgung der gesammten Kurmärkischen Kriegsschulden verbliebene Überschußbestände ... ... bei der Kreissteuer in Abzug gebracht werden wird:
Bekanntmachung. Dem Bauerngutsbesitzer Heinr. Ebel und dem Arbeiter Joh. Schmidt zu Blumberg ist je ein Schwein an Rothlauf verendet. Blumberg, den 22. Juli 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Ein dem Arbeiter August Radach zu Hellersdorf gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 28. Juli 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Chausseearbeiter werden bei hohem Lohn verlangt auf der Chaussee-Neubaustrecke Mehrow-Ahrensfelde. Zu melden beim Schachtmeister Schulze in Mehrow. Bahnhof Ahrensfelde. |
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Fürst Bismarck ist todt! |
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Bekanntmachung. Dem Bauerngutsbesitzer August Noack zu Blumberg ist ein Schwein an Rothlauf verendet. Blumberg, den 3. August 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Im Monat Juli 1898 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 5. August 1898. Der Landrath, von Waldow.
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Lindenberg. Sonntag, den 28. und Montag, den 29. August: Große Erntefestmusik. Hierzu laden ganz ergebenst ein A. Bolle, H. Huwe, Gastwirthe. |
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Blumberg. Am Sonntag, den 11. und Montag, den 12. September d. Js.: Grosses Erntefest, wozu freundlichst einladet W. Müller, Gastwirth. |
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Bekanntmachung. Ein weiß- und schwarzgefleckter Ziehhund mit Lederhalsband hat sich in Ahrensfelde angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 13. September 1898. Der Amts-Vorsteher. Haase. |
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Bekanntmachung. Im Monat August 1898 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 2. September 1898. Der Landrath, von Waldow.
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Alt-Landsberg. Die Stationsgebäude, Brücken ec. der hiesigen Kleinbahn, welche die Firma Dabbert und Hütten erbaut hat, sind am Montag Nachmittag abgenommen worden. Wann die Regierungscommission eintrifft, um die ganze Bahn abzunehmen, ist noch nicht bekannt. Danach wird die Eröffnung der Bahn bestimmt. Daß die Fahrten schon am 1. October beginnen werden, wie vielfach behauptet wird, ist demnach sehr unsicher. Uebrigens ist bis jetzt noch kein Gütertarif festgesetzt und bekanntgegeben worden. (N. A.) |
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Starken Federwagen mit Verdeck verkauft Zybell, Bäckermeister, Blumberg. |
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Bekanntmachung. Ein dem Bäckermeister Albert Zinn zu Ahrensfelde gehöriges Schwein ist heute an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 28. September 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Alt-Landsberg. Die landespolizeiliche Abnahme der Kleinbahn Alt-Landsberg hat am Montag stattgefunden. Zu derselben hatte sich eine Commission, bestehend aus Mitgliedern der Königl. Regierung zu Potsdam, des Eisenbahndirectoriums der Ostbahn, Herr Landrath von Treskow, mehrere Bauräthe, die Vertreter der Allg. Deutsch. Kleinbahn-Gesellschaft, der General-Unternehmer Balke u. s. w. eingefunden. Als Vertreter der interessirten Gemeinden wohnten der hiesige Magistrat, die Amtsvorsteher von Alt-Landsberg, Neuenhagen und Hoppegarten, sowie die Gemeindevorstände von Neuenhagen und Seeberg der Abnahme bei. Trotz mehrfacher Ausstellungen und Bemängelungen wurde die Bahn als betriebssicher anerkannt und die Erlaubniß zur Eröffnung des Betriebes auf der Strecke ertheilt. Der General-Unternehmer Balke will sofort mit den Fahrten beginnen. Weißensee. Explosion in einem Feuerwerks-Laboratorium. In der Nähe der hiesigen Rennbahn hat der frühere Artillerie-Officier Albert ein Feuerwerks-Laboratorium errichtet, in dem eine Anzahl Leute mit der Herstellung von Patronen für Feuerwerkskörper beschäftigt sind. Als sich am Sonnabend Mittag der Feuerwerker Schulenburg aus Berlin in einem Schuppen befand, in dem feuergefährliche Chemicalien lagerten, entstand dort plötzlich aus bisher nicht aufgeklärten Ursachen eine Explosion, durch die der Schuppen gänzlich zerstört wurde. Schulenburg wurde schwer verletzt aus den Trümmern hervorgezogen und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Wie weit ihn die Schuld an dem Unglück trifft, ließ sich noch nicht feststellen. |
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Alt-Landsberger Kleinbahn A. Fahrplan vom Tage der Betriebseröffnung ab.
B. Beförderungspreise a. Personenbeförderung Die Fahrpreise für einmal Fahrt betragen 1) zwischen Alt-Landsberg oder Schützenhaus und Hoppegarten II. Kl. 50 Pfg., III. Kl. 30 Pfg. 2) zwischen Alt-Landsberg und Neuenhagen Dorf II. Kl. 40 Pfg., III. Kl. 25 Pfg. 3) zwischen Hoppegarten und Neuenhagen Dorf II. Kl. 20 Pfg., II. Kl. 10 Pfg. 4) zwischen Alt-Landsberg und Schützenhaus II. Kl. 20 Pfg., II. Kl. 10 Pfg. Für Kinder bis zu 10 Jahren die Hälfte dieser Sätze mit Abrundung nach oben auf durch 5 theilbare Pfennigbeträge. b. Hunde für die Strecken zu a1 und a2 20 Pfg., für die Strecken zu a3 und a4 10 Pfg. c. Reisegepäck: für je angefangene 25 Kg und je ein Stück 20 Pfg. d. Leichen; für jeden benutzen Wagen 20 Mk. e. lebende Thiere: Kleinvieh, stückweise und unverpackt 2 Mk., Großvieh 5 Mk., für eine Wagenladung 18 Mk. f. Stückgüter: für je angefangenen 10 Kg 5 Pfg., mindestens jedoch 15 Pfg. leere Fastage, die gefüllt die Bahn passirt hat, die Hälfte des Einheitssatzes g. Wagenladungen 1) für 5000 kg Ladungen die Sätze unter g3 mit einem Aufschlag von 33 1/3 p. St. 2) für thierischen Dung für je angefangenen 100 kg 6 Pfg. 3) für künstlichen Dung, Kohlen, Kartoffeln, Spiritus, Getreide, Holz und Steine je angefangene 100 kg 8 Pfg. 4) für alle übrigen Wagenladungsgüter für je angefangene 100 kg 12 Pfg. unter Abrundung nach oben auf volle 10 Pfennige. Ausführliche Tarife und Beförderungsvorschriften sind an den Schaltern käuflich zu haben. Der Betriebsunternehmer. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bekanntmachung. Es sind auf eine dreijährige vom Verpflichtungstage ab laufende Amtsperiode verpflichtet worden: 3. der Bauergutsbesitzer Carl Haase zu Ahrensfelde wieder als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk Nr. 33 ... am 12. August 1898. 13. Der Bauergutsbesitzer August Müller zu Ahrensfelde neu als Stellvertreter für den Schiedsmannbezirk Nr. 33 15. Der Bauergutsbesitzer Carl Bolle zu Lindenberg wieder als Schiedsmann 16. Der Tischlermeister August Müller zu Lindenberg wieder als Stellvertreter für den Schiedsmannbezirk Nr. 56 ... am 24. August 1898. |
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Eine sich gut rentirende Gastwirthschaft ist umständehalber sofort zu verkaufen beim Gastwirth Müller in Blumberg. |
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Bekanntmachung. Ein dem Bauerngutsbesitzer Albert Hübner zu Ahrensfelde gehörendes Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 17. October 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Alt-Landsberg. Eine Acetylengasanstalt will eine Gesellschaft in hiesiger Stadt errichten. Das Bahnproject Alt-Landsberg - Bruchmühle scheint auf dem todten Geleise angelangt zu sein. Die Leistungsfähigkeit der jungen Colonie ist mit dem Aufbringen der von der Bahngesellschaft geforderten Garantiesumme von 20000 Mk. und freie Hergabe der Ländereien auf der Feldmark der Colonie vollständig erschöpft, ... Unter diesen Umständen gewinnt der frühere Plan der Colonie, nach Fredersdorf zu bauen, neue Anhänger, besonders da die Fahrt über die Station nach Berlin bedeutend bequemer und vor allen Dingen billiger ist. (N. A.) |
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Bekanntmachung. ... Wahl der Wahlmänner: 27. October d. Js., Wahl der Abgeordneten: 3. November d. Js. Uebersicht der Urwahlbezirks-Eintheilung zu den Landtagswahlen 1898. Wahlbezirk No. Der Urwahlbezirk besteht aus: Seelenzahl Anzahl der zu wählenden Wahlmänner (zusammen, in Kl. III, in Kl. II, in Kl. I) Wahlvorstand und Stellvertreter Wahllocal 16. Eiche, Gemeinde: 286; Hönow, Gemeinde: 497; Seeberg, Gemeinde: 214 = 997 [zu wählende Wahlmänner:] 3 = 1+1+1 [Wahlvorstand:] Gemeindevorsteher Hörnicke in Hönow [Stellvertreter:] Gemeindevorsteher Klus in Eiche [Wahllocal:] Hinzescher Gasthof zu Hönow 19. Birkholz, Gemeinde und Gut: 266, Blumberg, Gemeinde und Gut: 1189 =1455 [zu wählende Wahlmänner:] 5 = 2+1+2 [Wahlvorstand:] Amtsvorsteher Ziegner zu Blumberg [Stellvertreter:] Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg [Wahllocal:] Gasthof "Zum Deutschen Hause" in Blumberg 24. Ahrensfelde, Gemeinde: 514, Mehrow, Gemeinde und Gut: 290 = 804 [zu wählende Wahlmänner:] 3 = 1+1+1 [Wahlvorstand:] Amtsvorsteher Haase zu Ahrensfelde [Stellvertreter:] Administrator Peterßen [!] zu Mehrow [Wahllocal:] Hase'scher Gasthof zu Ahrensfelde 26. Lindenberg, Gemeinde: 931 [zu wählende Wahlmänner:] 3 = 1+1+1 [Wahlvorstand:] Gutsvorsteher Baurath zu Lindenberg [Stellvertreter:] Schöffe Gahtow zu Lindenberg [Wahllocal:] Gasthof "Zum goldenen Stern" in Lindenberg |
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Polizei-Verordnung. für die Einrichtung und den Betrieb von Aufzügen (Fahrstühlen). ... |
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Plan für die Abhaltung der Herbst-Control-Versammlung 1898 mit sämmtlichen Reservisten der Garde und Provinzial-Truppen im Kreise Niederbarnim. 1. Marzahn (Gasthof Drenske)2. Nov. 9 Uhr Vorm. [Jahresklasse] 1898 bis 1891 [Aus den Ortschaften] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohen-Schönhausen, Marzahn, Wartenberg, Wuhlgarten 2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 2. Nov. 2 Uhr Nachm. [Jahresklasse] 1898 bis 1891 [Aus den Ortschaften] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt, Gutsbezirk, Amt Alt-Landsberg), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg 25. Bernau (Land) (Schützenhaus-Garten) 15. Nov. 9 Uhr Vorm. [Jahresklasse] 1898-1891 [Aus den Ortschaften] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg (Gut und Dorf), Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Helenenau, Gut Börnicke, Thärfelde. |
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Bekanntmachung. Gemäß § 24 des Reglements vom 18. September 1893 über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten bringe ich das nachstehende Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgordnetenwahl zu einem Wahlbezirke vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim mir dem Bemerken zur Kenntniß, daß die Wahl der Abgeordneten am Donnerstag, den 3. November d. Js. vom Vormittage 10 Uhr ab in der großen Stadtkirche zu Bernau stattfindet. ... Berlin, den 29. October 1898. Der Wahl-Kommissar, Königlicher Landrath. von Treskow Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgeodnetenwahl zu einem Wahlbezirke vereinigten Kreise Ober- und Nieder-Barnim.
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Bekanntmachung. Im Monat October 1898 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 5. November 1898. Der Landrath, von Treskow.
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Lindenberg. (O.-B.) Am Sonntag, den 13. November, hatte sich die hiesige Gemeinde zu einem zweiten Familienabend in dem schönen Saale des Herrn Gastwirth Bolle vollzählig eingefunden. Der Ortsgeistliche, Herr Pfarrer Braun, hatte den oft und nachdrücklich geäußerten Wünschen seiner Gemeideglieder, das sah man ihm und dem Programm an, von Herzen gern entsprochen und hatte alt und jung zu 1/2 8 Uhr wiederum zu einer Feier in christlichem Sinne und Geist eingeladen. Da wir den ersten Familienabend der Gemeinde im schönen Monat Mai hatten mitfeiern dürfen, so mochten wir den zweiten jetzt im tiefen Herbst nicht versäumen und hatten uns in froher Erwartung aufgemacht. Pünktlich 1/2 8 Uhr begann die Feier mit dem Gesang "Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut", ... |
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Bekanntmachung. Die Dorfstraße in Mehrow am Ausgang nach Eiche ist wegen Umpflasterung für einige Zeit für den Wagenverkehr gesperrt. Ahrensfelde, den 18. November 1898. Der Amts-Vorsteher. |
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Im Dorfe Blumberg bei Berlin ist die Niederlassung eines tüchtigen Stellmachers erwünscht und Bedürfniß, da Arbeit vollauf vorhanden. Wohnung und Werkstatt hat zu vermiethen Grün, Schmiedemeister. |
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Werneuchen. Vom 25. d. Mts. ab gelangen auf dem hiesigen Bahnhofe Wochenfahrkarten für Arbeiter für die Strecken Werneuchen - Blumberg und Werneuchen - Tiefensee zur Ausgabe. Der Preis für die Strecke Werneuchen - Blumberg ist 1,10 Mk., für Werneuchen - Tiefensee 0,90 Mk. |
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Ahrensfelde. Am Sonnabend, den 3. December, von Abends 8 Uhr ab im Saale des Herrn Kahlow Gr. Streich-Concert ausgeführt von der ganzen Capelle des Herrn Liebisch. Nach dem Concert Tanzkränzchen. Hierzu laden freundlichst ein Kahlow, Liebisch. |
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Lindenberg. Der Schlächter Puhlmann, Grundeigenthümer zu Lindenberg, stand am Freitag vor dem Schwurgericht des Berliner Landgerichts II. Ihm sind 15 Brandstiftungen, die in der Umgegend seines Wohnortes sowie in Lindenberg im November und December 1897 stattgehabt haben, und zwar 12 vollendete vorsätzliche Brandstiftungen und 3 versuchte Brandstiftungen zur Last gelegt. Für die Erledigung der Anklagesache sind zwei Sitzungstage, Freitag und Sonnabend, in Aussicht genommen. Der Angeklagte leugnete. Insbesondere bestritt er, in der Nähe der Brandstätten vor Ausbruch der Brände gewesen zu sein, die meistens bei den Gläubigern des Puhlmann jedesmal dann ausgebrochen sein sollen, wenn letzterer an Bezahlung seiner Schulden erinnert worden, oder mit Klagen bedroht worden war. Zur Beweisaufnahme sind etwa 70 Zeugen vorgeladen worden. Ueber den Ausgang der Sache werden wir in nächster Nummer berichten. |
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Bekanntmachung. Im Monat November 1898 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 9. December 1898. Der Landrath, von Treskow.
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Alt-Landsberg. Vor einem geladenen Publikum, bestehend aus Vertretern des Magistrats, der Königlichen Behörden, der Geistlichkeit ec., fand hier die Eröffnung einer Kur-Bade-Anstalt statt. |
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Bekanntmachung. Mittwoch, den 4. Januar 1899 lasse ich von Morgens 8 Uhr an auf meiner Plantage das Spargelkraut verbrennen. Lindenberg, den 1. Januar 1899. Hientzsch. |
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Nachweisung derjenigen Personen, welche ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. 19. [Amtsbezirk] Blumberg 1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg 20. [Amtsbezirk] Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche 4. Bauergutsbesitzer August Müller zu Ahrensfelde 23. [Amtsbezirk] Malchow 3. Bauergutsbesitzer Kirschbaum zu Lindenberg 4. Schöffe Carl Gathow zu Lindenberg |
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Alt-Landsberg. Die Eisenbahn-Direktion Berlin beabsichtigt allmählich eine weitere Ausdehnung des Vorort-Verkehrs einzuführen und zwar vorwiegend auf denjenigen Linien, die bisher mit dem Vororts-Betrieb stiefmütterlich behandelt worden sind. ... Eine weiter zu behandelnde Frage ist die Einführung der Vorort-Taxe auf der Lehrter Bahn, während eine derartige Neuerung auf der Strecke Friedrichsfelde - Werneuchen vorläufig nicht Platz greifen wird. (N. A.) |
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Lindenberg. (O.-B.) Am Sonntag, den 8. d. Mts. feierte das Ludwig Baurath'sche Ehepaar hierselbst das Fest der Silbernen Hochzeit. ... Am Abend wurde das Jubelpaar von dem Lindenberger Gesangsverein begrüßt. Der Verein gestaltete durch Gesangsvorträge bei reichbesetzter Tafel den Abend zu einem überaus gemüthlichen und genußreichen. |
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Lindenberg. Sonntag, d. 23. Januar cr. findet mein diesjähriger Gr. Maskenball statt. Hierzu ladet ergebenst ein Aug. Bolle, Gastwirth. |
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Bekanntmachung. Die Einnahmen der Hebestellen Hönow der Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück und Blankenfelde der Chaussee Niederschönhausen - Liebenwalde, beide mit einer einmeiligen Hebebefugniß, sollen vom 1. April 1899 ab auf ein Jahr öffentlich meistbietend verpachtet werden. ... Berlin, den 11. Januar 1899. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Niederbarnim. |
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Eiche. Ein nächtlicher Kirchenraub wurde vor Kurzem hier in der Dorfkirche verübt. Die Diebe erbrachen die Kirche und stahlen werthvolle Gegenstände. Sie haben sogar die Kronleuchter abgeschraubt, um das Metall zu verwerthen. Nach vollbrachter That haben sie den Altar der Kirche beschmutzt. Die Diebe, die Dienstknechte August Budack und Hermann Hintze, welche beide hier gedient haben, befinden sich bereits im Moabiter Untersuchungsgefängniß hinter Schloß und Riegel. B. wurde am 1. Januar, der zweite am 9. Januar aus dem Dienste entlassen. In der Nacht vom 9. zum 10. Januar wurde der Einbruch ausgeführt. Jedenfalls war der Einbruch schon früher geplant. |
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Holz-Auction. Donnerstag, den 19. d. Mts., von früh 9 Uhr ab sollen im Gasthause von G. Ebel in Blumberg folgende Hölzer meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden:
Die Hölzer können nach vorheriger Meldung beim Revierförster Herr Petow in Blumberg besichtigt werden. Die Gräfl. Arnim'sche Forstverwaltung. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bekanntmachung. Im Monat December 1898 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 11. Januar 1899. Der Landrath, von Waldow.
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Bekanntmachung. Vertheilungsplan über die Beiträge, welche ... von den Schulverbänden für die öffentlichen Volksschulen und für die der Ruhegehaltskasse angschlossenen öffentlichen und nicht staatlichen mittleren Schulen an die Lehrer-Ruhestandskasse des Regierungsbezirks Potsdam für die Zeit vom 1. April 1898 bis Ende März 1899 zu zahlen sind. [Spalte 1:] Laufende Nr. [Spalte 2:] Bezeichnung des Schulverbandes (Schulort) [Spalte 3:] Gesamtsumme des ruhegehaltsberechtigten Diensteinkommens von den Stellen der einzelnen Schulverbände nach Abzug von 800 Mk. für jede Stelle und Abrundung dieser Summe auf volle Hunderte gemäß § 7 des Gesetzes [Spalte 4:] Höhe der von den einzelnen Schulverbänden für das Rechnungsjahr 1898/99 zu zahlenden Beiträge Kreis Niederbarnim
Potsdam, den 16. Januar 1899. Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen. | ||||||||||||||||||||||||||||
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Ahrensfelde. Sonntag, den 5. Februar 1899: Gr. Maskenball, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirth Lindenberg. Montag, den 13. Februar 1899 findet bei mir der diesjährige Große Maskenball statt, wozu freundlichst einladet H. Huwe, Gastwirth. |
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Geschäfts-Plan zur Musterung der Militairpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1899 I. Alt-Landsberg im Restaurant "Zum Deutschen Hause" 1. Am Mittwoch, den 22. März 1899. Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Bollensdorf, Gemeinde und Gut, Eiche, Hellersdorf, Hönow, Alt-Landsberg (Stadt und Amt), Mehrow, Seeberg, Werder 2. Am Donnerstag, den 23. März 1899. ... Blumberg, Eggersdorf, Fredersdorf, Gemeinde und Gut, Hennickendorf, Herzfelde, Lichtenow, Rehfelde |
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Bekanntmachung. Nachträglich sind bestätigt: ... als Nachtwächter: ...; der Carl Pförtner für die Gemeinde Blumberg; ... |
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Alt-Landsberg. Mit dem Weiterbau der Bahn bis Bruchmühle dürfte bereits Anfang März begonnen werden. Auf dem hiesigen Bahnhof ist schon das erforderliche Handwerkszeug, Schippen, Karren, Lowry's ec. eingetroffen, eine Vereinbarung zwischen der Stadt Alt-Landsberg und der Colonie Bruchmühle vorausgesetzt. Hauptstation der verlängerten Bahn würde Alt-Landsberg bleiben. |
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Bekanntmachung. Nachträglich bestätigt sind: als Nachtwächter: ...; der Arbeiter Wilhelm Steffen für die Gemeinde Ahrensfelde; ... |
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Bekanntmachung. Im hiesigen Amts-Bureau ist eine goldene Uhr als gefunden abgegeben worden. Der Eigenthümer derselben kann sich melden. Blumberg, den 28. Februar 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Nachträglich bestätigt sind: ...; der Arbeiter Wilhelm Zachow als Nachtwächter der Gemeinde Eiche. |
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Bekanntmachung. Wieder bestätigt sind: der Bauer Carl Baurath in Lindenberg als Gemeindevorsteher und der Bauer August Wilke daselbst als Schöffe der Gemeinde Lindenberg auf fernere 6 Jahre; ... |
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Danksagung. Für die mir, meinen Töchtern und Schwiegersöhnen so allgemein bewiesene Theilnahme bei der Beerdigung unseres in Gott ruhenden Gatten und Vaters, den Rentiers Ludwig Iden, sowie die dem lieben Verstorbenen gewidmeten Blumen und Kränze sagen wir allen Verwandten und Freunden unsern aufrichtigen Dank. ... Lindenberg, den 13. März 1899. Die trauernden Hinterbliebenen: Wittwe Friedericke Iden nebst Töchtern und Schwiegersöhnen. |
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Plan für die Abhaltung der Frühjahrs-Kontrol-Versammlungen 1899 mit sämmtlichen Reservisten der Garde- und Provinzialtruppen und Ersatz-Reservisten im Kreise Niederbarnim 1. Marzahn (Gasthof Drenske) 5. April, 10 Uhr V. [Jahresklasse:] 1898-1893 [Aus den Ortschaften:] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Marzahn und Wartenberg, Wuhlgarten 2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 5. April, 2 Uhr N. [Jahresklasse:] 1898-1893 [Aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg, Stadt, Gutsbezirk und Amt Alt-Landsberg, Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg 14. Bernau, Land (Schützenhaus-Garten) 26. April, 3 Uhr N. [Jahresklasse:] 1898-1893 [Aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg, Gut und Dorf, Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Helenenau, Gut Börnicke und Thärfelde Die Beorderung zu den Kontrol-Versammlungen [!] erfolgt nur durch diese Bekanntmachung. Versäumnisse haben die gesetzlichen Strafen zur Folge. Welchem Jahrgang jeder einzelne angehört, ist auf dem Deckel des Militär-Passes angegeben. Bei den Fußtruppen der Jahrgänge 1893 und 1894, ausschließlich Ersatz-Reservisten, werden Fußmessungen vorgenommen und haben diese Mannschaften mit sauberen Füßen zu erscheinen. Königliche Kommandos der Landwehr-Bezirke I, II, III, IV Berlin. Veröffentlicht: Berlin, den 14. März 1899. Der Landrath. von Treskow. Bekanntmachung. Nachweisung der von den einzelnen Gemeinden im Kreis für in eigener Regie ausgeführte Wege- pp. Arbeiten zu zahlenden Versicherungsbeiträge zur Tiefbau-Berufsgenossenschaft in Gemäßheit der mit dieser Berufsgenossenschaft abgeschlossenen Pauschalversicherung für 1898. [Spalte 1:] Laufende Nummer [Spalte 2:] Namen der Ortschaften [Spalte 3:] Betrag der dreijährigen Durchschnittslöhne [Spalte 4:] Versicherungsbeitrag 1 1/2 %
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Ein Lehrling wird zu Ostern verlangt bei G. Weigel, Schneidermeister, Blumberg. |
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"Radler fahr Adler!" |
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Bekanntmachung. Unter den Schweinebeständen der Städtischen Epileptischen Anstalt Wuhlgarten ist die Rothlaufseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 4. April 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Ein zugfester Fuchswallach (7-8 Jahre alt) 1,70 m groß, steht zum Verk. b. Bäckermeister Steeger, Lindenberg. |
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Bekanntmachung. Impfbezirkseintheilung im Kreise Niederbarnim für das Jahr 1899. Impfbezirk IV.: Pract. Arzt Dr. Crusius zu Alt-Landsberg a) Stadtbezirk Alt-Landsberg, b)...h) Amtsbezirk Löhme, Blumberg, Ahrensfelde, Neuenhagen, Amt Alt-Landsberg, Fredersdorf, Dahlwitz |
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Sechswochenkartoffeln verkauft H. Ebel, Blumberg. |
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Bekanntmachung. In der Mehrow'er Heide ist eine Quittungskarte Nr. 1, auf den Namen "Marie Gbureck geb. Kosubeck" lautend, gefunden worden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 11. April 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Danksagung. Für die vielen Gratulationen und Geschenke zu unserer silbernen Hochzeit sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere aber auch dem Männer-Gesangsverein "Frohsinn" zu Ahrensfelde hiermit unsern herzlichsten Dank. Ahrensfelde, den 10. April 1899. C. Hoppe und Frau. |
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Rüben verkauft H. Ebel, Blumberg. |
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Etat für den Kreis Niederbarnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1899 bis dahin 1900 Einnahmen Kapitel V., Titel VIII. Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow Chausseegeld: - Sonst. Einnahmen: 20 Mk. Die Einnahmen der Chausseegeldhebestelle Hönow werden bei Titel II Pos. 1 nachgewiesen [Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück] Ausgaben Die hier zur Berechnung kommenden Chausseen haben, soweit sie vom Kreise zu unterhalten sind, folgende Längen: 8. Neuenhagen - Hönow - Mehrow: 6584 m Kapitel VII., Titel IX. Für die Chaussee Neuenhagen - Hönow - Mehrow - Ahrensfelde
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Bekanntmachung. Wieder bestätigt ist: der Gemeindevorsteher Grün in Blumberg auf weitere 6 Jahre. |
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Lindenberg. (O.-B.) Am Dienstag früh 1/2 2 Uhr brach in einem vor zwei Jahren neuerbauten Stalle des Bauerngutsbesitzers Herrn A. Wilke hierselbst Feuer aus, wodurch der Dachstuhl, sowie die noch auf dem Stallboden lagernden Heu- und Strohvorräthe eingeäschert wurden. Das Vieh konnte aus dem gewölbten Stalle glücklicherweise noch gerettet werden. |
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Bekanntmachung. Bestätigt sind: ...; der Materialwaarenhändler und Landwirth Bartel als Gemeinde-Vorsteher der Gemeinde Lindenberg auf 6 Jahre. |
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Bekanntmachung. Im Monat Mai 1899 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 8. Juni 1899. Der Landrath, von Treskow.
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Bekanntmachung. Dem Gärtnereibesitzer Wilhelm Charon in Blumberg ist ein Schwein an Rothlauf verendet. Blumberg, den 10. Juni 1899. Der Amts-Vorsteher |
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Alt-Landsberg. Hier wurde eine Frau Maisch, geb. Ast, die als eine Virtuosin im Gebrauch unanständiger Redensarten geschildert wird, wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu 10 Monaten Gefängnis verurtheilt. Ein warnendes Exempel! |
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Bekanntmachung. Gefunden worden sind drei Körbe. Blumberg, den 22. Juni 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Ein dem Büdner August Grunow zu Eiche gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 24. Juni 1899. Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Bestätigt sind: ...; der Kossäth Wilhelm Grunow als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Eiche; |
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Hönow. (O.-B.) Das Jubiläumsfest zu Ehren unseres Herrn Gemeinde-Vorstehers Hörnicke hat am Sonnabend einen glänzenden Verlauf gehabt. ... Die Festrede hielt unser Herr Pastor Uhlmann, ... |
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Bekanntmachung. Wiederbestätigt sind: der Sattlermeister Eduard Pritzel in Blumberg als Schiedsmann-Stellvertreter für den Schiedsmannbezirk Nr. 32; ... |
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Bekanntmachung. Vertheilungsplan über die Beiträge, welche ... von den Schulverbänden für die öffentlichen Volksschulen und für die der Ruhegehaltskasse angeschlossenen öffentlichen und nicht staatlichen mittleren Schulen an die Lehrer-Ruhestandskasse des Regierungsbezirks Potsdam ... zu zahlen sind. [Spalte 1:] Laufende Nr. [Spalte 2:] Bezeichnung des Schulverbandes (Schulort) [Spalte 3:] Gesamtsumme des Ruhegehaltsberechtigten Diensteinkommens von den Stellen der einzelnen Schulverbände nach Abzug von 800 Mk. für jede Stelle und Abrundung dieser Summe auf volle Hunderte gemäß § 7 des Gesetzes [Spalte 4:] Höhe der von den einzelnen Schulverbänden für das Rechnungsjahr 1898/99 zu zahlenden Beiträge Kreis Niederbarnim.
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Dom. Blumberg verkauft Wintergerste für 8.50 Mark pro Ctr. incl. Sack |
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Bekanntmachung. Infolge der Beschlüsse des Communallandtages der Kurmark ... sind die nach Tilgung der gesammten Kurmärkischen Kriegschulden verbleibenden Ueberschußbestände ... dauernd als Capital angelegt worden. ... die nach Abzug der Verwaltungskosten jährlich verbleibenden Zinsen zum Besten eines jeden ... Die Beträge können bei der nächsten Kreissteuerablieferung ... in Abzug gebracht werden.
Berlin, 15. Juli 1899. Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses Landrath. I.V. Semper, Regierungs-Assessor | |||||||||||||||||||||
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Bekanntmachung. Ein dem Gemeinde-Vorsteher August Klus zu Eiche gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 27. Juli 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Dem Mühlenmeister G. Juert in Blumberg ist ein Schwein an Rothlauf verendet. Blumberg, den 1. August 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Nachstehend bringe ich gemäß Absatz 3 der Anweisung zur Ausführung des § 6 des Naturalleistungsgesetzes vom 24. Mai 1898 (Reichsgesetzblatt Seite 939/31 von 1898) die Uebersicht über die beabsichtigte Belegung des diesseitigen Kreises durch Truppen der 6. Division während der Uebungen im Jahre 1899 zur Kenntniß der betheiligten Gemeinden. [Art des Quartiers jeweils "B.u.F."]
Ungefähre Stärke [Spalte 1:] Truppentheil pp. [Spalte 2:] Stab einer fahrenden Abtheilung [Spalte 3:] 1 fahrende Batterie mit niedrigem Etat (7., 8., 9., 10., 11. Batt.) [Spalte 4:] 1 fahrende Batterie mit mittlerem Etat (1., 2., 3. Batt.)
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Bekanntmachung. Als auf der Chausseestrecke Blumberg bis Ahrensfelde gefunden ist eine vernickelte Herrenuhr mit kurzer Kette und Anhängsel angemeldet worden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 9. August 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. ... Uebersicht über die beabsichtigte Belegung des diesseitigen Kreises während des Sondermanövers des 4. Garde-Regiments zu Fuß vom 2. bis 7. September d. Js. zur Kenntniß der betheiligten Gemeinden: Am 2. und 3. September d. Js. werden belegt:
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Bekanntmachung. ... Belegung des diesseitigen Kreises durch Truppen der verstärkten Garde-Infanterie-Division während der Herbstübungen im Jahre 1899 zur Kenntnis der betheiligten Gemeinden: [Art des Quartiers: "B. u. F."]
Der Landrath. I.V. Der Kreisdeputirte Oppenheim | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Alt-Landsberg. Für den Winter-Fahrplan der hies. Kleinbahn sind nur täglich 6 Züge nach jeder Richtung in Aussicht genommen, statt der bisherigen 7; dafür sollen dieselben aber so gelegt werden, daß sie in Hoppegarten nach beiden Richtungen der Ostbahn Anschluß haben. Bekanntmachung. Telegramme, von denen der Aufgeber wünscht, daß sie während der Nachtstunden an den Empfänger nicht ausgehändigt werden, sind vor der Aufschrift mit der Bezeichnung (Tages) zu versehen. Alle Telegramme, welche diese Bezeichnung tragen, gelangen während der Zeit von 10 Uhr Abends bis 6 Uhr Morgens nicht zur Bestellung. Der Vermerk ("Tages") zählt als ein Taxwort. Kaiserliches Postamt. I.V. Herrmann. |
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Ahrensfelde. Sonntag, d. 27. u. Montag, d. 28. August: Gr. Erntefest, wozu freundlichst einladen W. Hase, G. Kahlow. Lindenberg. Sonntag, d. 27. u. Montag, d. 28. August: Gr. Erntefest. Hierzu laden ganz ergebenst ein A. Bolle u. H. Huwe, Gastwirthe. |
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Bekanntmachung. Ein dem Bäckermeister Adolf Junghanß zu Ahrensfelde gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 29. August 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Blumberg. Sonntag, den 3. und Montag, den 4. September cr.: Grosses Erntefest wozu ergebenst einladet Gustav Ebel, Gastwirth. Blumberg. Am Sonntag., den 3. u. Montag, den 4. Septbr. cr. findet in meinem neu eröffneten Locale: Grosser Ernteball statt. Hierzu ladet ergebenst ein Georg Keisdorf, Gastwirth. |
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Alt-Landsberg. Der neue Winterfahrplan der Alt-Landsberger Kleinbahn bringt außer dem Eingehen eines Zuges in jeder Richtung noch eine weitere unangenehme Bescherung. Der eine fallen gelassene Zug, welcher jetzt Abends 7,40 Uhr hier eintrifft, bringt die Abendzeitungen von Berlin nach hier. Durch sein Eingehen müssen die Leser darauf verzichten, die Blätter noch Abends zu erhalten, wie dies bisher geschah. Da nun auch der Frühzug von Hoppegarten hier ca. eine Stunde später eintreffen soll, so werden wir hier, 3 Meilen von Berlin, die Postsachen später erhalten, als wenn wir in Ostpreußen oder der Rheinprovinz wohnten. Zu Lebzeiten des sel. Omnibus hatten wir täglich fünfmalige Postverbindung mit Berlin, jetzt sinken wir auf eine dreimalige Verbindung herab. Hoffentlich wird alles aufgeboten, um diese Verschlechterung zu verhindern. (N. A.) |
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Bekanntmachung. Ein der Büdnerwittwe Hänsch zu Ahrensfelde gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 14. September 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Im Monat August 1899 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine [No. 106...340] ertheilt worden. Berlin, den 15. Sebtember 1899. Der Landrath, von Treskow.
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Dom. Mehrow bei Hönow, Bahnstation Ahrensfelde, offerirt Probsteier u. Schlanstädter Saatroggen zum Preise von 8 Mark pro Ctr. franco. Ahrensfelde in Käufers Säcken. Eine Wohnung ist zu vermiethen bei Georg Juert, Blumberg. Dom. Blumberg sucht zum 1. October ein Stubenmädchen, ein Küchenmädchen u. 2 Arbeiterfamilien. |
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Alt-Landsberg. Mit dem Bau des Electricitätswerkes wird so schnell wie irgend thunlich vorgegangen werden, um möglichst noch in diesem Winter die elektrische Beleuchtung einzuführen. ... (N. A.) |
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Eiche bei Ahrensfelde. (O.-B.) Am Dienstag, den 10. d. Mts. feierte Herr Lehrer Kohlrep hierselbst sein 25jähriges Amtsjubiläum. Die benachbarten Collegen überreichten dem Jubilar einen schönen Kupferstich, und Gratulationen von nah und fern legen Zeugnis ab von der allgemeinen Beliebtheit, welche sich Herr Kolrep erworben hat. Möge es ihm beschieden sein, noch viele Jahre in seinem Amte zu wirken. |
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Bekanntmachung. Bestätigt sind: der Bauergutsbesitzer Franz Kiekebusch in Blumberg als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk Nr. 32 (Gemeinde und Gutsbezirk Blumberg) auf eine dreijährige Amtsdauer. |
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Alt-Landsberg. Mit dem Bau des Electricitätswerkes am hiesigen Kleinbahnhof ist Montag begonnen worden. Die Ausführung hat der Herr Maurermeister Georg Liesgang - Neuenhagen übernommen. Selbstverständlich ist die Inbetriebsetzung des Werkes für diesen Winter ausgeschlossen; es ist aber doch erfreulich, für das nächste Jahr auf das electrische Licht und die den verschiedensten Zwecken dienstbar zu machende electrische Kraft rechnen zu können. |
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Suche Rittergut mit Brennerei zum Kauf. Offerten unter "Gutsverkauf" Postamt 52, Berlin. |
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Bekanntmachung. Im Monat September 1899 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 17. October 1899. Der Landrath, von Treskow.
Plan für die Abhaltung der Herbst-Control-Versammlungen 1899 mit sämmtlichen Reservisten der Garde- und Provinzial-Truppen in dem Kreise Niederbarnim. 1. Marzahn (Gasthof Drenske) 6. Nov. 1899 10 Uhr Vorm. [Jahresklasse:] 1899 bis 1992 [aus den Ortschaften:] Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Marzahn, Wartenberg, Wuhlgarten 2. Alt-Landsberg (Marktplatz) 6. Nov 1899 2 Uhr Nachm. [Jahresklasse:] 1899 bis 1992 [aus den Ortschaften:] Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg, Gutsbezirk und Amt, Alt-Landsberg mit Amtsfreiheit, Neu-Hönow, Radebrück, Bruchmühle, Mehrow, Neuenhagen, Krummensee, Seeberg 14. Bernau Landbezirk (Schützenhausgarten) 18. Nov. 9 Uhr Vorm. [Jahresklasse:] 1899 bis 1992 [aus den Ortschaften:] Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Dorf und Gut Blumberg, Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Gutsbezirk Börnicke mit Helenenau und Thaerfelde |
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Bekanntmachung. Ein Pack ungezeichneter Säcke (26 Stück) ist auf der Landsberger Chaussee, unweit des Hellersdorfer Standrohres, gefunden worden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 25. October 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande der städtischen Anstalt für Epileptische Wuhlgarten ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 27. October 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Ahrensfelde. Sonntag, den 29. October 1899: Grosse Tanzmusik, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirth. Blumberg. Sonntag, den 29. October 1899: Große Tanzmusik wozu ergebenst einladet G. Keisdorf, Gastwirth. |
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Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestand des Rieselgutes Hellersdorf ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 7. November 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Im Monat October 1899 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 9. November 1899. Der Landrath, von Treskow.
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Bekanntmachung. Die Straße von Eiche nach Hönow ist vom 21. d. Mts. ab auf 14 Tage wegen Brücken-Baues für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Eiche, den 17. November 1899. Der Gemeinde-Vorstand. |
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Blumberg. (O.-B.) Ein hochaufloderndes Feuer, welches trotz des nebeligen Wetters in der Richtung auf Mehrow von Blumberg aus sichtbar war, veranlaßte die Blumberger Pflichtfeuerwehr am 27. d. Mts. etwa um 8 Uhr Vormittags zum Löschen eines vermeintlichen Schadensfeuers auszurücken. An Ort und Stelle angekommen, stellte sich heraus, daß der Feuerschein von Kartoffelkraut herrührte, welches der Arbeiter Pohle, wie er erklärte, auf Anordnung des Meiers Engel des Rittergutes Mehrow in Brand gesetzt hatte. Blumberg war mit Spritze, 2 Wasserwagen, 1 Mannschaftswagen und 14 Mann auf der Brandstelle erschienen. Die entstandenen Kosten sind nicht ganz gering und dürfte Blumberg sich deshalb schwerlich bereit finden, dieselben aus der Gemeindekasse zu laden, ohne den Urheber des Brandes ersatzpflichtig zu machen. |
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Bekanntmachung. Auf der Gutsfeldmark Mehrow wird in diesen Tagen eine größere Menge Kartoffelkraut verbrannt, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Ahrensfelde, den 29. November 1899. Der Amts-Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Bestätigt sind: ...; der Zimmermann Wilhelm Wegener als Nachtwächter der Gemeinde Ahrensfelde; ... |
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Lindenberg. Sonntag, den 10. December: Gr. Tanzmusik, wozu freundlichst einladet H. Huwe, Gastwirth. |
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Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von Ahrensfelde Band I Blatt 11 auf den Namen des Landwirths Gustav Roderjahn zu Ahrensfelde eingetragene, zu Ahrensfelde, Bauergut Hausnummer 11 belegene Grundstück am 22. Januar 1900 Vormittags 10 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht - an Gerichtsstelle Hallesches Ufer Nr. 26 II, Zimmer Nr. 21 versteigert werden. Das Grundstück ist mit 207,11 Thaler Reinertrag und einer Fläche von 24,36,20 Hektar zur Grundsteuer, mit 300 Mk. Nutzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Das Nähere ergiebt der Aushang an der Gerichts- und Gemeindetafel. Berlin, den 18. November 1899. Königliches Amtsgericht II, Abth. 16. |
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Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche in Lindenberg ist erloschen. Malchow, den 29. December 1899. Der Amts=Vorsteher, Spinola |
Bekanntmachung Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1900 ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. Amtsbezirk Blumberg 1. Administrator Johannes Ziegner zu Blumberg 2. Bauerngutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauerngutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauerngutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg Amtsbezirk Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche 4. Bauerngutsbesitzer August Müller zu Ahrensfelde |
Bernau. Die Jahrhundertwende veranlaßt uns in Bezug auf unseren Kreis einen Rückblick auf den Beginn des zu Ende gegangenen 19. Jahrhunderts zu werfen. Der Kreis zählte im Jahre 1800 an Einwohnern ohne Berlin, welche Stadt damals noch in der Statistik bei Nieder-Barnim geführt wurde, 33651 und zwar in den Städten
zusammen 7175 Einwohner, auf dem platten Lande 26476 [Einwohner], wie vor [zusammen] 33651 Einwohner. ... Es folgen nach der Einwohnerzahl von 1800 (die in Klammern beigesetzte Zahlen geben die jetzige Einwohnerzahl an): ..., Blumberg 418 (1237), ..., Lindenberg 258 (908), ... Die übrigen Landdörfer zählten unter 200 Einw. ... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bekanntmachung. Zur Vertilgung von Raubzeug wird auf der zum Gemeindebezirk Blumberg gelegenen Feldmark in nächster Zeit Gift ausgelegt werden. Es wird dies zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Blumberg, den 9. Januar 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Die Einnahmen der Chausseegeldhebestelle Hönow der Chaussee Berlin-Prötzel, ... sollen für die Zeit vom 1. April 1900 bis 1. April 1901 am Montag, den 29. Januar d. Js. ... öffentlicht meistbietend verpachtet werden. ... Der Kreis-Ausschuß des Kreises Niederbarnim |
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Bekanntmachung. Die Herren Landwirthe mache ich wiederum darauf aufmerksam, daß zur Annahme und vorübergehenden Beschäftigung ausländisch-polnischer Arbeiter in landwirthschaftlichen Betrieben und deren Nebenbetrieben eine Genehmigung vor Anwerbung derselben durch Vermittlung der Ortspolizeibehörde nachzusuchen ist. ... Berlin, den 18. Januar 1900. Der Landrath, von Treskow. |
Personal-Chronik. Bestätigt sind: ...; der Administrator Lindenberg als Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Mehrow |
Geschäfts-Plan zur Musterung der Militärpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1900 ... B. Aushebungsbezirk Niederbarnim II (Lichtenberg) I. Alt-Landsberg im Restaurant "Zum Deutschen Hause" 1. Am Dienstag, den 27. März 1900. Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Bollensdorf Gemeinde und Gut, Eiche, Hellersdorf mit Wuhlgarten, Hennickendorf, Hönow, Alt-Landsberg Stadt und Amt, Lichtenow, Mehrow, Seeberg, Werder. |
Personal-Chronik. Ernannt sind: ...; der Administrator Lindenberg zu Mehrow zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks 20 "Ahrensfelde" auf die Dauer von 6 Jahren; ... |
Bekanntmachung. Polizei-Verordnung, betreffend den Verkehr mit Fahrrädern auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen ... |
Bekanntmachung. Ein Pferd, brauner Wallach mit weißen Hinter- und einem weißem Vorderfuße, hat sich auf der Dorfstraße zu Eiche angefunden. Meldung gegen Erstattung von Finderlohn, Futterkosten und Insertionsgebühren im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 14. Februar 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein braun= und weißgefleckter Jagdhund mit langen braunen Ohren und abgestutztem Schwanze hat sich in Hellersdorf angefunden. Meldungen gegen Erstattung der entstandenen Kosten im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 17. Februar 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. In Trappenfelde bei Mehrow hat sich eine Hündin - Terrier - weiß mit schwarzem Kopf und Ohren, weißem Scheitel mit schwarzem Punkt und abgestutztem Schwanz angefunden; dieselbe trägt ein ledernes Halsband mit der Marke "Lichtenberg 1899/1900 No. 388". Meldungen gegen Erstattung der entstandenen Kosten im Amtsbureau. Ahrensfelde, dem 22. Februar 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Zusammenstellung über anderweite Eintheilung der Schornsteingfeger=Kehrbezirke des Kreises Niederbarnim No. und Name des Kehrbezirkes: VI. Alt=Landsberg, Bestandtheile:
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Personal=Chronik. Wieder ernannt: ...; der Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg zum Amtsvorsteher=Stellvertreter des Amtsbezirks Blumberg auf weitere sechs Jahre; ... |
Plan für die Abhaltung der Frühjahrs-Kontroll-Versammlungen im Kreise Nieder-Barnim ... Ort: Alt=Landsberg (Marktplatz) Datum: 3. April, Stunde / Kategorie: 9 Uhr V. Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial=Truppen 2 Uhr N. Sämtliche Ersatz-Reservisten Aus den Ortschaften: Bollendorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg, Stadt, Gutsbezirk und Amt Alt-Landsberg, Mehrow, Neuenhagen, Krummmensee und Seeberg |
Bekanntmachung. Ein dem Bauerngutsbesitzer Gustav Wegener zu Ahrensfelde gehörendes Schwein ist an Rothlauf verendet Ahrensfelde, den 26. März 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein dem Gemeinde=Vorsteher August Müller zu Ahrensfelde gehörendes Schwein ist an Rothlauf verendet Ahrensfelde, den 2. April 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Impfbezirkseintheilung im Kreise Niederbarnim für das Jahr 1900 ... Impfbezirk IV.: Prakt. Arzt Dr. Wagner zu Alt=Landsberg.
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Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh des Bauerngutsbesitzers Aug. Ebel II in Blumberg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Blumberg, den 4. April 1900. Der Amts=Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Ein Hund, deutsche Dogge, von schwarz=getigerter Farbe, mit gewöhnlichem, ledernen Halsband, hat sich in Ahrensfelde angefunden. Meldungen gegen Erstattung der Unkosten im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 17. Mai 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Die Gutsverwaltung zu Mehrow beabsichtigt, am Mittwoch, den 23. d. Mts., Kartoffelkraut zu verbrennen. Ahrensfelde, den 21. Mai 1900. Der Amts=Vorsteher, Haase |
Bekanntmachung. Der Weg von Löhme nach Birkholz ist wegen Pflasterungsarbeiten für die Gemarkung Löhme bis auf weiteres gesperrt. Löhme, den 31. Mai 1900. Der Gemeinde=Vorsteher, Bredereke. |
Bekanntmachung. Wegen Chaussierung des Theiles des Blumberg=Birkholzer Weges, der zwischen dem Gutshofe und der Bahn liegt, wird der Weg bis auf Weiteres gesperrt. Blumberg, den 2. Juni 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein dem Rieselwärter Wilhelm Wandrei zu Ahrensfelde gehörendes Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 25. Juni 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Nachweisung der Gemeinde (Gem.)=, Guts (Gut)= und Grundsteuererhebungs (Erh.=Bez.) =bezirke des Kreises Niederbarnim zu den Katasteramtsbezirken vom 1. Juli 1900 Katasteramtsbezirk Alt=Landsberg: ...; Mehrow, Gem.; Mehrow, Gut; ... |
Verzeichniß I zum Wahlverbande der größeren Grundbesitzer gehörigen Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abtheilung A. Grundbesitzer Kur- und Neumärkische Ritterschaftliche Darlehenskasse , Berlin Jahresbetrag der wirklichen bezw. fingierten - Grundsteuer: 953,48 M - Gebäudesteuer: 110,10 M in der Gemarkung bezw. dem Grundsteuer-Erhebungsbezirke: Mehrow, Gut Summe der Grund- und Gebäudesteuer: 1063,58 M ... Verzeichniß III der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörenden Landgemeinden im Kreise Niederbarnim: Namen der Gemeinden Civil-Einwohnerzahl nach der Zählung am 2. December 1895 Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner
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Bekanntmachung. Infolge der Beschlüsse des Kommunallandtages der Kurmark vom 1. Februar 1897 und 2. Februar 1899 sind die nach Tilgung der gesamten kurmärkischen Kriegsschulden verbleibenden Ueberschußbestände des II. und III. Verbandes dauernd als Kapital mit der Bestimmung angelegt worden, daß sie nach Abzug der entstehenden Verwaltungskosten ... zum Besten eines jeden der beiden Verbände zur Verwendung zu kommen haben. ... Die Beträge können bei der nächsten Kreissteuerablieferung unter Beifügung einer Quittung in Abzug gebracht werden. ... Mehrow ... 9,43 RM ... Berlin, den 13. Juli 1900. Der Vorsitzende des Kreisausschusses, Landrath, von Treskow. |
Bekanntmachung. Als gefunden ist hier ein weißer, gelb gestreifter Sonnenschirm abgegeben worden. Der Verlierer kann ihn gegen Erstattung der Kosten im Amtszimmer abholen. Blumberg, den 13. Juli 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Blumberg. Nachdem erst im Winter unser beliebter Amtssekretär Troschke sich eine Blutvergiftung zugezogen hatte, an der er lange in einem Berliner Krankenhause zubringen mußte und schließlich den Verlust eines Fußes zu beklagen hatte, ist jetzt von einem ähnlichen Falle zu berichten. Der Bauerngutsbesitzer Aug. Noack von hier liegt seit ca. einem Monat in dem Krankenhause Friedrichshain an Blutvergiftung schwer krank darnieder. Herr N. hatte sich unbedeutend an einem Finger verletzt, die kleine Wunde hatte aber so böse Folgen. |
Bekanntmachung. Die Maul= und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Blumberg ist erloschen. Blumberg, den 28. Juli 1900. Der Amts=Vorsteher, I.V.: Grün Bekanntmachung. Ein dem Arbeiter Ludwig Marschke zu Mehrow gehörendes Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 28. Juli 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Im Monat Juli 1900 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 17. August 1900. Der Landrath, I.V.: von Veltheim, Kreisdeputirter. ab 18.7. Fuge, Dr. Med.; prakt. Arzt; Ahrensfelde [Jahres-Jagdschein] |
Bekanntmachung. Nachstehend bringe ich ... die Uebersicht über die beabsichtigte Belegung des diesseitigen Kreises durch Truppen der 2. und ... Garde-Infanteriedivision während der Uebungen im Jahre 1900 zur Kenntniß der betheiligten Gemeinden. ... |
Bekanntmachung. In der Zeit vom 3. bis 9. September d.J. werden von dem durch Theile des III. Armee=Corps verstärkten Gardecorps Kriegsmärsche und Aufklärungsübungen durchgeführt, welche voraussichtlich die Kreise Königsberg, den westlichen Theil der Kreise Soldin und Lebus, die Kreise Nieder= und Oberbarnim und den südlichen Theil des Kreises Angermünde berühren werden. Das eigentliche Kaisermanöver wird hauptsächlich in der Provinz Pommern vom 10. bis 13. September abgehalten werden. Während der Truppenübungen, und der Anmärsche zum Kaisermanöver, welche letzteren im Allgemeinen friedensmäßig ausgeführt werden, wird der Kreis Niederbarnim hauptsächlich am 3. und 4. September mit Einquartierungen bedacht werden. ... ... Die Abschätzung der Flurschäden wird das General-Commando des Gardecorps vereinbaren und ergeht dieserhalb noch besondere amtliche Bekanntmachung. ... Ferner wird es erforderlich werden, für Manöverzwecke auf einzelnen Strecken im Manövergelände Feldtelegraphenleitungen zu legen, deren Drähte entweder an Stangen oder auf dem Erdboden liegen. ... Die Gendarmeu [!] und das Wegeaufsichtspersonal haben, soweit es ihr sonstiger Dienst gestattet, bei der Bewachung der Feldtelegraphenleitungen mitzuwirken. Die Rückmärsche der berittenen Truppen in die Garnisonen beginnen am 15. September und werden völlig friedensmäßig ausgeführt. ... Berlin, den 23. August 1900. Der Landrath, I.V.: von Veltheim, Kreisdeputirter. Bekanntmachung. Nachstehend bringe ich ... die Uebersicht über die beabsichtigter Belegung des diesseitigen Kreises durch Truppen der 1, Garde-Infanterie-Division während der Anmärsche zum Kaisermanöver 1900 zur Kenntnis der betheiligten Gemeinden.
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Bekanntmachung. Ein brauner Jagdhund mit etwas weißer Brust und ledernem Halsband hat sich in Ahrensfelde angefunden. Meldung im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 27. August 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1900 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, 10. September 1900. Der Landrath, von Treskow. No. 199 ab 17.8. Ebel, August Bauergutsbes.; Blumberg No. 224 ab 20.8. Dotti, Fritz; Gutsbesitzer; Hönow No. 306 ab 28.8. Neander, Kurt; Kaufmann; Hönow No. 322 ab 31.8. Kirchbaum, Friedrich; Bauergutsbesitzer; Hönow |
Bekanntmachung. Nachstehend bringe ich ... die Uebersicht über die beabsichtigter Belegung des diesseitigen Kreises durch Truppen der Gardecorps während der Rückmärsche aus dem Kaisermanöver 1900 zur Kenntnis der betheiligten Gemeinden. Unterbringungsort, Truppentheil, Stärke (Offiziere, Mann, Pferde)
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Allerhöchster Erlaß. Während der diesjährigen Herbstübungen sind verschiedene Theile der Provinz Brandenburg durch die Einquartierung der Truppen stark in Anspruch genommen worden. Es gereicht Mir zur besonderen Befriedigung, für die vortreffliche Aufnahme Meine dankende Anerkennung aussprechen zu können, und ersuche Ich Sie, dies zur Kenntnis aller Betheiligten zu bringen. Stettin, den 14. September 1900. gez. Wilhelm R. An den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg. |
Verzeichniß der Wahlbezirke für den Wahlverband der Landgemeinden zur Wahl der Kreistags-Abgeordneten des Kreises Niederbarnim ... Wahlbezirk: VII. Blumberg Amtsbezirke: Fredersdorf (mit Ausnahme der Gemeinde Eggersdorf), Loehme, Blumberg, Börnicke, Ahrensfelde, Neuenhagen, Alt=Landsberg=Amt zu dem Wahlbezirke gehören die Gemeinde (Einwohnerzahl derselben) Fredersdorf (527), Petershagen (459), Vogelsdorf (300), Bollensdorf (33), Loehme (211), Seefeld (433), Krummensee (226), Blumberg (915), Börnicke (188), Ahrensfelde (514), Mehrow (111), Eiche (286), Neuenhagen (1049), Seeberg (214), Hoenow (497) + Vogelsdorf, Gut (10): Sa. 5973 ... |
Bekanntmachung. Ein grauer Spitzhund mit schwarzem Kopf ist in Blumberg zugelaufen. Fundansprüche sind innerhalb 6 Wochen im hiesigen Amtsbureau geltend zu machen. Blumberg, den 2. October 1900. Der Amts=Vorsteher. |
Ahrensfelde. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte am Dienstag die 1. Strafkammer des Berliner Landgerichts II gegen die aus dem Untersuchungsgefängnis vorgeführte Dienstmagd Sadtmann aus Marzahn. Die Angeklagte war beschuldigt, ihr neugeborenes Kind bald nach der Geburt getödtet zu haben. Sie bestritt die ihr zur Last gelegte That. Auf Grund der Ereignisse der Beweisaufnahme erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung Mangels Beweises. |
Bekanntmachung. Ein[e] große, gelb und schwarz getigerte Hündin, wahrscheinlich Schlächterhund, hat sich in Eiche angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 3. October 1900. Der Amts=Vorsteher. |
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Bekanntmachung. Eine Kuh des Bauerngutsbesitzers August Döberitz in Hönow ist an Milzbrand verendet. Neuenhagen, den 9. October 1900. Der Amts=Vorsteher, Dotti. |
Bekanntmachung. Im Monat September 1900 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 8. October 1900. Der Landrath, von Treskow. No. 354 ab 8.9. Meißner, August; Gem.-Vorsteher; Mehrow |
Plan für die Abhaltung der Herbst-Kontroll-Versammlungen 1900 mit sämmtlichen Reservisten der Garde= und Provinzial=Truppen im Kreise Niederbarnim Ort: Alt=Landsberg, Marktplatz 5. November 1900. 2 Uhr Nachm. Jahresklasse 1900 bis 1893 Aus den Ortschaften: Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt=L (Gutsbez. Amt Alt=Landsberg mit Amtsfreiheit, Neu-Hönow, Radebrück, Bruchmühle), Mehrow, Neuenhagen, Krummensee, Seeberg ... |
Bekanntmachung. Wegen der im Kreise herrschenden Maul= und Klauenseuche wird die Abhaltung des am 19. d. Mts. in Werneuchen angesetzten Viehmarktes untersagt. Freienwalde a. O., den 12. October 1900. Der Landrath des Kreises Ober=Barnim, von Oppen. Veröffentlicht. Berlin, den 15. October 1900. Der Landrath, von Treskow |
Mehrow. Das hiesige Rittergut hat seinen Besitzer gewechselt. Die Ritterschaftsbank hat das Gut an einen Herrn Stock, früheren Besitzer einer Armaturen=Fabrik, für den Preis von angeblich 1 300 000 Mk. verkauft. |
Bekanntmachung. Im Monat October 1900 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. 17. November 1900. Der Landrath, von Treskow. No. 457 ab 6.10. Pritzel, Eduard; Sattlermeister; Blumberg No. 500 ab 22.10. Reinicke, August; Forst= und Feldhüter; Blumberg (unentgeltlich) |
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Holz=Auction. Am Dienstag, den 8. Januar Vormittags 10 Uhr werde ich in der Ahrensfelder Heide einen größeren Posten birken und kiefern Knüppel, Stubben und Reiser öffentlich meistbietend verkaufen. A. Weidelt, Baugeschäft. Blumberg. |
Bekanntmachung. Die wegen der Scharlach-Epidemie durch Bekanntmachung vom 9. October v. Js. für den Umfang des Gemeinde- und Gutsbezirkes Blumberg angeordnete allgemeine Anzeigepflicht hebe ich hiermit wieder auf. Berlin, den 7. Januar 1901. Der Landrath, von Treskow. Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Gutsgehöfts der Epileptischen Anstalt in Wuhlgarten ist die Schweineseuche und Schweinepest ausgebrochen. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 9. Januar 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Holz=Auction. Am Mittwoch, d. 23. Januar cr., Vormittags 9 1/2 Uhr werden im Gasthaus des Herrn Ebel zu Blumberg folgende Hölzer meistbietend verkauft werden:
Blumberg, den 16. Januar 1901. Die Forstverwaltung. |
Blumberg. (O.=B.) Der in hiesiger Gegend wohlbekannte Viehhändler Klempin wurde Mittwoch Vormittag in der Dunggrube des Gastwirths Müller vollständig erstarrt todt aufgefunden. Am Abend vorher um 10 Uhr verließ er den Müller'schen Gasthof und wollte wahrscheinlich noch das Keisdorf'sche Local aufsuchen, ging über den Hof, setzte sich, jedenfalls vor Ermüdung, auf die Mauereinfassung der Dunggrube, ist eingeschlafen, rücklings in dieselbe gefallen und während der Nacht erfroren. |
Bekanntmachung. Unter dem Jungviehbestande des Rittergutes Blumberg ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Blumberg, den 24. Januar 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Dem Pächter der Gemeindejagd Blumberg wird hiermit die polizeiliche Erlaubniß ertheilt, in seinem Revier Gift gegen Raubzeug zu legen. Blumberg, den 1. Februar 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Blumberg. Vor Kurzem tagte hier behufs Begründung einer freiwilligen Feuerwehr eine größere Versammlung, welcher als Vertreter des Landrathes Herr Assessor von Berg beiwohnte. Ferner waren Abordnungen der Wehren von Alt=Landsberg, Erkner, Friedrichshagen und Lichtenberg erschienen. Den Vorsitz führte der Unterverbands=Vorsitzende Oberführer Spindller=Erkner. Nach längeren Debatten, an denen sich u. A. die Vertreter der Behörden und die von außerhalb erschienenen Kameraden betheiligten, wurde die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr hierselbst beschlossen. Zum Beitritt meldeten sich sofort 16 Herren als active und 40 als passive Mitglieder. |
Bekanntmachung. Zur Deckung der Kosten der Handwerkskammer für Berlin und den Regierungsbezirk Potsdam haben die Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke im Kreise Niederbarnim, soweit sich in ihnen Handwerksbetriebe befinden, für das Etatsjahr 1900/01 insgesamt 2609 Mk. 90 Pfg. beizutragen. ... Die ... aufzubringenden Beiträge berechnen sich demnach wie folgt:
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Bekanntmachung. Die Frühjahrs=Controlversammlungen 1901 werden im Kreise Niederbarnim wie folgt abgehalten. Control=Versammlungsort: Marzahn (Gasthof Drenske) Datum: 9. April 1901. Stunde, Kategorie: 10 Vorm. Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial=Truppen 1900-1888 Stunde, Kategorie: 2 Nachm. Sämtliche Ersatz=Reservisten 1900-1888 Aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Marzahn und Wartenberg, Wuhlgarten Control=Versammlungsort: Alt-Landsberg (Schützenhaus) Datum: 10. April 1901. Stunde, Kategorie: 9 Vorm. Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial=Truppen 1900-1888 Stunde, Kategorie: 2 Nachm. Sämtliche Ersatz=Reservisten 1900-1888 Aus den Ortschaften: Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt=Landsberg, Gutsbezirk, Amt Alt=Landsberg mit Amtsfreiheit, Neu=Hönow, Radebrück, Bruchmühle, Mehrow, Neuenhagen, Krummensee und Seeberg Control=Versammlungsort: Bernau (Landbezirk) (Kaisergarten Stöwe) Datum: 19. April 1901. Stunde, Kategorie: 3 Nachm. Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzial=Truppen und sämtliche Ersatz=Reservisten 1900-1888 Aus den Ortschaften: Löhme, Börnicke, Schönow, Zepernick, Seefeld, Blumberg, Gut und Dorf, Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Helenenau, Gut Börnicke u. Thärfelde |
Neu-Weißensee. (O.-B.) Der hiesige Kirchenbau ist bis zur Vollendung der Grundmauern geführt und durch den Kirchenbau=Verein unter Führung des Ober=Ceremonienmeisters Grafen von Mirbach, Excellenz, besichtigt worden. ... |
Verhandelt [Kreistagssitzung] Berlin, den 23. März 1901. Anwesende [insgesamt 39]: 1. Landrath von Treskow, als Vorsitzender und Kreistags=Abgeordneter ... Auf heute war hierselbst ein Kreistag des Niederbarnimer Kreises anberaumt. Zu demselben waren die sämmtlichen Kreistags=Abgeordneten unterm 4. März d. Js. von dem unterzeichneten Landrathe eingeladen. Nach dem Einladungsschreiben stehen folgende Gegenstände zur Tagesordnung: ... 4. Erbauung einer Kreischaussee von Alt=Landsberg bis zur Kreisgrenze in der Richtung auf Buchholz. 5. Uebernahme einer chausseemäßig ausgebauten Strecke zwischen Mehrow und Ahrensfelde in die Unterhaltung des Kreises. ... Der Vorsitzende gab noch nähere Erläuterungen zur Vorlage und schlug die Annahme derselben mit einigen näher bezeichneten Aenderungen vor, worauf der Kreistag einstimmig Folgendes beschließt: "Der Kreis übernimmt die dauernde Unterhaltung der 2254 m langen Chaussee vom Ausgang des Dorfes Mehrow nach Ahrensfelde zum Anschluß an die dortige Provinzial=Chaussee, wenn von den betheiligten Wegeunterhaltungspflichtigen und Interessenten eine einmalige Abfindung von 25000 Mk. (Fünfundzwanzigtausend Mark) zum Chaussee-Reservefonds gezahlt wird und über die sonst im Interesse des Kreises zu stellenden Bedingungen ein Abkommen zwischen dem Kreisausschusse und den Betheiligten zu Stande kommt. Der Kreisausschuss wird ermächtigt, zum Abschlusse dieser Abkommen und zur Abgabe aller dieserhalb erforderlichen Erklärungen." |
Etat des Kreises Niederbarnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1901 bis dahin 1902 Einnahmen Titel II: Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück (Berlin-Prötzel) und Alt-Landsberg - Tasdorf und Fredersdorf Chausseegeld: 11938,80 M (Vorjahr: 11910,00 M) Sonstige Einnahmen: 1200.00 M Pachterträgnis der Hebestellen für 1901 1. Hohen-Schönhausen: 7750,- M 2. Hönow: 3200,- M 3. Radebrück: 988,80 M Ausgaben Titel IX: Für die Chaussee Neuenhagen - Hoenow - Mehrow 1. Besoldung der Aufseher: - (nichts) 2. Für Beschaffung von Chausseebaumaterialien: 776,- M (Vorjahr: 292,- M) 3. Für die Ausführung der zur Unterhaltung der Chausseeanlagen erforderlichen Arbeiten: 1124,- (958,-) 4. Für die Unterhaltung der Gebäude: 100,- (150,-) 5. Verwaltungs- und Rezepturkosten: 100,- (100,-) Gesamtbetrag Titel IX: 2100,- (1500,-) Erläuterungen: Die Chaussee wird von Aufseher Nürnberg (Titel V) beaufsichtigt. Es werden gebraucht: 69 cbm Chausseesteine, 77 cbm Kies und Sand. Es sollen nur kleine Ausbesserungen ausgeführt werden. |
Verwaltungsbericht für das Jahr 1900 ... Chaussee- und Wegeangelegenheiten ... 8. Neuenhagen-Mehrow Ganze Länge der Chaussee: 6584 m Vom Kreise unterhalten: 6584 m Neuschüttungen sind ausgeführt: --- Pflasterungen sind ausgeführt: 21 qm Zur Unterhaltung sind verwendet: 10 cbm Chausseesteine, --- cbm Pflastersteine, 2 cbm Kies und Sand Materialen sind beschafft: --- cbm Chausseesteine, --- cbm Pflastersteine, 56 cbm Kies und Sand Bäume sind gepflanzt: 60 Stück Personenstandswechsel Neu ernannt zu Amtsvorsteher-Stellvertretern ... für den Amtsbezirk Ahrensfelde: der Administrator Lindenberg in Mehrow an Stelle des verstorbenen Administrators Petersen, ... |
Lindenberg. (O.=B.) Am Donnerstag Abend zwischen 7 und 8 Uhr wurde der Schmiedemeister Grunow von hier während eines Spaziergangs auf hiesiger Feldmark erschossen. Der Bedauernswerthe war am Nachmittag noch in einem hiesigen Gastlocale gewesen und entfernte sich von dort in der Absicht, noch die Felder zu besichtigen. Als der p. Grunow am Freitag noch nicht nach Hause zurückgekehrt war, benachrichtigte die Ehefrau unsere Einwohnerschaft; diese begab sich mit ihr auf die Suche und wurde der Vermißte dann auch an der Birkholzer Grenze als Leiche aufgefunden. Er hatte hinterrücks einen Schuß erhalten und war vornüber gefallen. Seinen Spazierstock und die Cigarre hielt er noch in der Hand. Die Ehefrau und zwei kleine Kinder betrauern den Tod ihres Ernährers. |
Lindenberg. Zu der hier stattgehabten Blutthat wird der "Stb. Ztg." folgendes mitgetheilt: Grunow war, obwohl er selbst keine Jagd hatte, ein Feind der Wilddiebe und verfolgte diese wiederholt, einmal 3/4 Stunden weit bis nach Zepernick, man nimmt daher nach wie vor an, daß er von einem Wilderer erschossen worden ist. In Lindenberg selbst wohnt nun ein Arbeiter Bree, der wegen Wilddieberei vorbestraft ist. Bei diesem wurden zwei Gewehre beschlagnahmt, nachdem er vorher ausdrücklich bestritten hatte, Waffen zu besitzen. |
Lindenberg. Die hier stattgehabte Blutthat hat auch bis heute noch keine Aufklärung gefunden. Der gegen den Arbeiter Bree ausgesprochene Verdacht hat bisher keine Bestätigung gefunden; denn die bei ihm beschlagnahmten Jagdflinten scheinen nicht als Mordwaffe gedient zu haben, umso mehr, als auch das Kaliber des Geschosses nicht paßt. Uebrigens ist seitens der Behörde die Möglichkeit in Betracht gezogen worden, daß Schmiedemeister Grunow überhaupt nicht das Opfer eines Mordes sondern eines unglücklichen Zufalles geworden ist (Stb. Ztg.) |
Blumberg. Der Bauergutsbesitzer G. kam nach Berlin, um bei einem Gesindedienstvermittler eine Dienstmagd zu miethen. Er traf auch ein anscheinend geeignetes Mädchen an, und das Geschäft wurde zu Stande gebracht. Im Laufe des Gesprächs hatte das Mädchen erwähnt, daß sie auch eine Maschine mitbringe. Diese Bemerkung erregte das Wohlgefallen des Landmanns, der annahm, daß das Mädchen eine eigene Nähmaschine besitze, sich also im Hause auch noch durch Nähen nützlich machen könne. Zur bestimmten Stunde traf das Mädchen im Gasthof ein, wo G. seiner harrte. Es brachte auch seine "Maschine" mit - Ein Fahrrad; sie habe die Gewohnheit, nach gethaner Arbeit eine Spazierfahrt mittels Fahrrad zu unternehmen. Diese Eigenschaft der Magd übertraf alle Erwartungen des Landmanns, welcher, unter Verzichtleistung auf die gezahlte Gebühr, das "Mädchen mit der Maschine" in Berlin zurückließ. Lindenberg. Wegen der Blutthat in Lindenberg befindet sich, wie Berliner Blätter berichten, ein Arbeiter Beck in Haft. Obwohl dieser bestreitet, den Schmiedemeister Grunow erschossen zu haben, so ist er doch der That dringend verdächtig. Die Behörde zweifelt nicht daran, daß der Schmiedemeister von Wilddieben, denen er unbequem war, erschossen worden ist. Grunow hat mehrfach Wilderern das Handwerk gelegt, indem er sie beobachtete und anzeigte. Aus Furcht vor einer Anzeige und zugleich aus Rache hat ihn nun einer ums Leben gebracht. In Lindenberg sind nicht weniger als zwölf Personen als Wilddiebe bekannt. Zu ihnen gehört auch Beck. Der Verdacht gegen ihn wird noch dadurch bestätigt, daß er an dem Tage, als Grunow erschossen aufgefunden wurde, nach Malchow hinausging und sich zu erhängen versuchte. An der Ausführung dieses Planes wurde er noch rechtzeitig gehindert. - Die Beerdigung des Schmiedemeisters Grunow hat am Donnerstag unter außerordentlicher Betheiligung der Einwohnerschaft und der benachbarten Ortschaften stattgefunden. Herr Pastor Braun - Lindenberg hielt die ergreifende Trauerrede. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Blumberg ist die Maul= und Klauen=Seuche ausgebrochen. Blumberg, den 23. Mai 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Die Straße von Blumberg nach Krummensee ist wegen vorzunehmender Pflasterarbeiten bis auf Weiteres für Fuhrwerke gesperrt. Bernau, den 3. Juni 1901 Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein dem Arbeiter Friedrich Schepull zu Hellersdorf gehöriges Schwein ist an Rothlauf verendet. Ahrensfelde, den 6. Juni 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Blumberg. Am Freitag wurde hier ein schwerer Verbrecher verhaftet und stark gefesselt in das Amtsgerichtsgefängnis zu Alt=Landsberg eingeliefert. Derselbe hat noch eine Reihe von Jahren Zuchthaus zu verbüßen, ist aus der Strafanstalt ausgebrochen und hat sich seit längerer Zeit, mit gefälschten Legitimationspapieren versehen, bei dem Gutsbesitzer L. in Wegendorf aufgehalten. (N.A.) |
Lindenberg. Als vermuthliche Mörder des Schmiedemeisters Grunow von hier kommen nach dem neuesten Ergebniß der von der Berliner Criminalpolizei mit Eifer fortgesetzten Ermittelungen zwei Wilderer in Betracht, welche am 5. Mai, also zwölf Tage vor dem Morde, auf dem Wege zwischen Carow und Schwanebeck und am Tage der That in Lindenberg beobachtet worden sind. Diese beiden Männer werden verfolgt. Am Morgen des 5. Mai begaben sie sich von Carow nach Schwanebeck. Der eine trug ein Gewehr in einer Hülle auf dem Rücken, der andere geschossenes Wild in einem Rucksack, aus dem Blut auf die Erde niedertropfte. Nach der Beschreibung der Personen, welche das Wildererpaar beobachteten, ist der eine etwa 1,76 m groß, hat hageres Gesicht, hellblondes Haar und ebensolchen Schnurrbart und trug hellgrauen Ueberzieher, während sein Begleiter schwarzen Anzug trug. |
Lindenberg. Zu dem Grunow'schen Morde theilt das Königliche Polizeipräsidium in Berlin mit: Die in der Bekanntmachung der Königl. Staatsanwaltschaft beim Landgericht II vom 29. vor. Mts. bezüglich der Ermordung des Schneidermeisters [!] Grunow zu Lindenberg verdächtigen beiden Männer sind ermittelt und stehen, wie festgestellt worden ist, mit dem Verbrechen in gar keiner Verbindung. |
Hönow. Von einem großen Leid ist Herr Lehrer Lübke hierselbst betroffen worden. Der 11jährige Sohn desselben spielte am Donnerstag mit Kameraden in einem schadhaften Kahn, der auf dem hiesigen See lag. Der Kahn füllte sich plötzlich mit Wasser, und während der Spielgefährte heraussprang und sich rettete, ging der kleine Lübke unter und ertrank. Den schwer gebeugten Eltern des Verunglückten wendet sich das allgemeine Mitgefühl zu. |
Bekanntmachung. Die Zinsüberschüsse des Kurmärkischen Kriegsschuldensteuer=Verbandes für 1900 sind auf die Städte und die berechtigten Landgemeinden des Kreises vertheilt worden. Der auf jede Gemeinde entfallende Betrag ist untenstehend abgedruckt. Dieser Betrag wird von der Kreis=Communal=Kasse durch die Post gezahlt werden.
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Lindenberg. (O.=B.) Am Sonntag, den 21. d. Mts. feiert das Steeger'sche Ehepaar hierselbst das Fest der Goldenen Hochzeit. ... |
Alt-Landsberg. Am 1. August erhält unsere Stadt Einquartierung und zwar das 1. Bataillon Kaiser Alexander=Garde=Grenadier=Regiments, das hier Uebungen abhalten wird. Alt-Landsberg. Der Konkurs des hiesigen Elektricitätswerkes scheint nun doch ein Ende nehmen zu sollen. Der Verkauf des Werkes mit allem Zubehör zum Preise von 20000 Mk. an einen Herrn Peiser steht nahe bevor. Was der Käufer mit dem Werk anzufangen gedenkt, ist noch nicht bekannt. |
Bekanntmachung. Die Maul= und Klauen=Seuche unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Blumberg ist erloschen. Blumberg, den 22. Juli 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein schwarzer Regenrock ist auf der Chaussee in Ahrensfelde gefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 13. August 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande der städtischen Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten ist die Schweineseuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 14. August 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Mehrow. Am Dienstag früh 1/4 4 Uhr brannte hier eine gefüllte, massive, mit Schiefer gedeckte Scheune des Bauerngutsbesitzers Adolf Thürling nieder. - Am Sonntag vor acht Tagen wurde das angrenzende Arbeiterwohnhaus des Rittergutsbesitzers Stock hierselbst ebenfalls ein Raub der Flammen. |
Bekanntmachung. Dem Arbeiter Irrgang zu Blumberg ist ein Schwein an Rothlauf verendet. Blumberg, den 21. August 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Blumberg. Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August cr.: Grosses Erntefest. Georg Keisdorf, Gastwirth. Blumberg. Am Sonntag, d. 25. und Montag, den 26. d. Mts.: Grosses Erntefest nach ländlicher Sitte (mit Umzug). Hierzu ladet freundlichst ein Gustav Ebel, Gastwirth. Ahrensfelde. Sonntag, den 25. und Montag, den 26. August cr.: Gr. Erntefest wozu freundlichst einladet W. Hase, G. Kahlow. |
Ahrensfelde. (Bahnstation.) Gr. Bauern=Wettreiten am Sonntag, den 8. September, Nachmittag 2 1/2 Uhr, wozu freundlichst einladen Die Gastwirthe W. Hase, G. Kahlow. |
Bekanntmachung. 1. Neufestsetzung des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tagearbeiter im Kreise Niederbarnim Für die Gemeinden und Gutsbezirke der Amtsbezirke Lichtenberg, Stralau, Rummelsburg, Pankow, Reinickendorf, Weißensee, Gemeinde und Gut, Hohen-Schönhausen Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 2,75 / 1,50 Mk Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) 1,25 / 1,- Mk Für die Städte Bernau und Oranienburg, die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezirke Friedrichsfelde, Biesdorf, Coepenick-Forst, Friedrichshagen, Franz.-Buchholz, Dalldorf, Tegel, Nieder-Schönhausen, Gutsbezirk Oranienburg, Amt und Amtsbez. Ober-Schöneweide Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 2,50 / 1,25 Mk Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) 1,- / -,90 Mk Für die Städte Alt-Landsberg und Liebenwalde, die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezirke Dahlwitz, Erkner, Herzfelde, Rüdersdorf, Fredersdorf, Alt-Landsberg, Blumberg, Malchow, Schönerlinde, Blankenfelde, Schönow, Schönfließ, Schönwalde, Birkenwerder, Sachsenhausen, Neuholland, Forst Oranienburg, Forst Zehlendorf, Wandlitz, Buch, sowie die Gemeinde Marzahn Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 2,- / 1,25 Mk Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) 1,- / -,60 Mk Für den übrigen Theil des Kreises Für Arbeiter über 16 Jahre (männl./weibl.) 1,75 / 1,- Mk Für Arbeiter unter 16 Jahre (männl./weibl.) -,80 / -,80 Mk 2. Neufestsetzung des durchschnittlichen Jahresverdienstes land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter für den Kreis Niederbarnim a) Für die Städte Bernau, Oranienburg, Alt-Landsberg, Liebenwalde sowie für die Gemeinde- und Gutsbezirke der Amtsbezirke ..., Blumberg, ...: 1. für männliche Arbeiter über 16 Jahre = 600 Mk 2. für weibliche Arbeiter über 16 Jahre = 300 Mk 3. für männliche Arbeiter unter 16 Jahren = 270 Mk 4. für weibliche Arbeiter unter 16 Jahren = 210 Mk b) für die übrigen Theile des Kreises 1. für männliche Arbeiter über 16 Jahre = 540 Mk 2. für weibliche Arbeiter über 16 Jahre = 300 Mk 3. für männliche Arbeiter unter 16 Jahren = 250 Mk 4. für weibliche Arbeiter unter 16 Jahren = 200 Mk |
Ahrensfelde. (O.=B.) Von schönstem Wetter begünstigt hielt der hiesige neu gegründete Reiterverein sein erstes Wettrennen ab. Pferdematerial wie Reiter zeigten sich den Anforderungen, die an ein Bauernwettreiten gestellt werden können, voll und ganz gewachsen. Die Oberleitung lag in den Händen des Bäckermeisters Ad. Junghanß, der gezeigt hat, daß auch mit Bauernpferden etwas zu leisten ist. Geritten wurden 4 interessante Rennen auf 16 Pferden, und der Beifall des sehr zahlreich erschienenen Publikums belohnte die Mühen der tapferen Reiter. Zur Beförderung des Berliner Publikums war sogar ein Extrazug nach hier abgelassen worden. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1901 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 21. September 1901 Der Landrath, von Treskow. No. 119 ab 1.8.: Dr. med Fuge; prakt. Arzt; Ahrensfelde No. 204 ab 20.8.; Dotti, Fritz; Gutsbesitzer; Hönow No. 205 ab 20./22.8.: Bartel, Herrmann; Kaufmann; Lindenberg (Tages-Jagdschein) No. 225 ab 16.8.: Ebel, August; Bauergutsbesitzer; Blumberg |
Mehrow. Am 1. October feiert Herr Lehrer Schröder hierselbst sein 50 jähriges Amtsjubiläum. Herr Schröder ist während des halben Jahrhunderts ununterbrochen an der hiesigen Schule. Der Ehrentag des Lehrerveteranen wird von seinen Schülern, der ganzen Gemeinde, der benachbarten Kollegen und den vorgesetzten Behörden festlich begangen werden. |
Mehrow. (O.=B.) Am 1. October cr. vollzog sich hier eine selten schöne Feier. Sie galt dem hier noch amtierenden Lehrer Herrn Schröder, der an diesem Tage auf seine fünfzigjährige Amtsthätigkeit überhaupt und - was besonders hervorgehoben zu werden verdient - an demselben Orte zurückblicken konnte. Schon lange Zeit vorher machten sich die Vorbereitungen zu diesem Feste, sowohl in der Dorfgemeinde Mehrow als auch in der Lehrerschaft des Schulinspection Biesdorf bemerkbar. Der Festtag selbst ließ die Kirche des Orts, das Schulhaus, den Festsaal des Herrn Bolle und die Feststraße in reichem Schmuck erstrahlen und hat sich hierfür der Schulvorsteher W. Müller recht verdient gemacht. Um 10 Uhr Vormittags traf die Liebisch'sche Musikcapelle aus Bernau ein und brachte dem Jubilar ein Ständchen, auf Veranlassung des Herrn Amts=Vorstehers Haase - Ahrensfelde, und entsprang dies einer inneren, herzlichen Zuneigung dieses Mannes zum Jubilare. Dann erschienen im Festzuge unter Vorantritt der Capelle, geführt durch den Gemeindevorsteher Herrn Meißner - Mehrow, die Schulkinder des Ortes und brachten ihrem geliebten Lehrer ihre Glückwünsche durch Ansprachen und Blumengebinde dar. Die Schüler überreichten sodann dem Jubilar ein Bild, den "Haussegen" darstellend. Inzwischen hatten sich die Dorfgemeindeglieder im Schulhause versammelt, um dem Jubilar einen prächtigen Ruhesessel als Ehrengeschenk zu übergeben. Um 3 Uhr Nachmittags begann unter Führung des Herrn Kreisschulinspectors und Superintendenten Hosemann - Biesdorf die kirchliche Feier. Der Festzug bewegte sich vom Schulhause aus unter den Klängen des Liedes "Ich bete an die Macht der Liebe", das die Capelle spielte, und unter Vorantritt der Schuljugend zur Kirche. Der Jubilar wurde durch den Herrn Superintendenten Hosemann und Herrn Pastor Uhlmann geführt. Im Zuge befanden sich außer den vorgenannten Geistlichen noch die Herren Pastoren Siegel - Neuenhagen, Babick - Klein=Schönebeck, Burgwitz - Weißensee, Verwandte des Jubilars, zahlreiche Kollegen der Superintendentur, die Dorfgemeinde Mehrow, Vertreter der Schwestergemeinden Ahrensfelde und Hönow, sowie viele Freunde und Gönner des Jubilars. Im Gotteshause hielten der Herr Pastor Uhlmann und der Herr Superintendent, letzterer als Regierungsvertreter, herzliche Ansprachen an den Jubilar. Ein Doppelquartett der Lehrerschaft trug Festgesänge vor, während die Kapelle die Kirchenlieder begleitete. Nach der kirchlichen Feier fand im Gasthause des Herrn Bolle ein Festessen statt. Herr Superintendent Hosemann sprach den Kaisertoast und Herr Pastor Uhlmann toastete auf den Jubilar. Dann folgten noch eine weitere Reihe von Toasten ernsten und launigen Inhalts, unterbrochen durch dem Jubilar gewidmete Festlieder. Es war ein herrliches Fest und ließ so recht die große Liebe und Verehrung seitens aller Festtheilnehmer erkennen. Eine große Anzahl Telegramme und Briefe kamen zur Verlesung. Dem Jubilar wurde nun während der Festtafel das Ehrengeschenk, welches ihm die Geistlichen und Collegen der Schulinspection Biesdorf spendeten, durch den Collegen Pieper - Biesdorf mit einer Ansprache überreicht. Es ist ein Gemälde "Christus am See Genezareth" darstellend und ein prachtvoller Teppich. Noch viele werthvolle Festgeschenke sind dem Jubilar von nah und fern überbracht worden. Die Dorfgemeinde hat sich um das Gelingen dieses herrlichen Festes hervorragend verdient gemacht. Ihre hochherzige und hingebende Liebe wird dem Jubilar und allen Festtheilnehmern gewiß unvergeßlich bleiben, und noch lange Zeit wird man mit tiefer Rührung des Jubilars und seines Ehrentages, an welchem die Festtheilnehmer lange in freudiger Stimmung beisammen blieben, gedenken. |
Hönow. Nachdem der Magistrat von Berlin erst vor einigen Monaten Ländereien hiesiger Besitzer zu Berieselungszwecken aufgekauft hat, schweben jetzt wieder Verhandlungen wegen weiterer Ankäufe. Mit dem damals erzielten Kaufpreise von 900-950 Mk. pro Morgen sind die Besitzer ganz zufrieden, besonders diejenigen, welche leichten Boden oder Unland verkaufen konnten; unter dem angekauften Land befindet sich allerdings auch guter Ackerboden. |
Bekanntmachung. Im Monat September 1901 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 24. October 1901. Der Landrath, von Treskow. No. 341 ab 2.9.; Kirschbaum, Friedr.; Bauerngutsbesitzer; Hönow |
Ahrensfelde. (O.=B.) Vorsätzliche Brandstiftung ward vor dem Schwurgericht des Berliner Landgerichts II dem aus der Untersuchungshaft vorgeführten, früher in Bernau, zuletzt in Ahrensfelde wohnhaft gewesenen Arbeiter Karl Kolbe zur Last gelegt. Im April d. J. war K. hierselbst als Landarbeiter beschäftigt gewesen. Am 24. April d.J. hatte er etwa 5 Fuhren Kartoffelkraut in Brand gesetzt, welches dem Kossäthen August Haase gehörte und von diesem - weil Stroh im vergangenen Sommer mißrathen war - zum Eindecken von Kartoffelmiethen verwendet werden sollte. Das Kartoffelkraut hatte für den Besitzer einen Werth gleich 5 Fuhren Stroh, und deshalb war K. wegen Inbrandsetzung landwirthschaftlicher Vorräthe unter Anklage gestellt. - Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß lautete das Urtheil des Gerichtshofes auf 1 Jahr Gefängnis. |
Bekanntmachung. Im Monat October 1901 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 12. September 1901. Der Landrath, von Treskow. No. 465 ab 3.10.: Neander, Kurt; Kaufmann; Hönow No. 477 ab 11.10.: Pritzel, Eduard; Sattlermeister; Blumberg No. 511 ab 22.10.: Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlich) No. 523 ab 27.10.: Hein, Eduard; Wildmeister; Mehrow No. 539 ab 31.10.: Petow, Kurt; Förster; Blumberg |
Werneuchen. Der Arbeiter Rabe hierselbst, welcher bei dem Gutsbesitzer H. Kühn beschäftigt ist, wurde dieser Tage durch den Schlag eines Pferdes gegen den Unterleib so schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach einem Berliner Krankenhause erfolgen mußte. |
Bekanntmachung. Ein junger schwarzer Dachshund hat sich angefunden. Blumberg, den 25. November 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand der Anstalt für Epileptische zu Wuhlgarten ist die Schweineseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 29. November 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Hönow. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich Donnerstag Abend auf der Berliner Chaussee: Der Knecht Josepf [!] Stadenowsky vom hiesigen Amt, welcher eine Fuhre Kleie aus Berlin holen sollte, fiel vom Wagen und gerieth unter die Räder, welche ihm ein[en] Arm und ein Bein zerbrachen. |
Bekanntmachung. Eine weißbunte Ferse hat sich angefunden. Anschnitt links: "E.B." Blumberg, den 16. December 1901. Der Amts=Vorsteher. |
Lindenberg. (O.=B.) Am Sonntag, den 15. d. Mts. hatte sich die hiesige Gemeinde, wie alljährlich im December, zu einem Familienabend in dem schönen Saale des Herrn Gastwirths Bolle eingefunden. ... |
Mehrow. (O.=B.) Aus dem Moabiter Untersuchungsgefängniß wurde der früher hierselbst und in Ahrensgelde im Dienst gewesene Kutscher Johann Dobrusch der 2. Strafkammer des Berliner Landgerichts II vorgeführt. Wegen einer ganzen Reihe von Diebereien, die er in der Zeit vom August bis September d. Js. begangen hatte, mußte er sich zuletzt mit 1 1/2 Jahr Zuchthaus u. A. bereits vorbestrafte D. verantworten. Er wollte sich verheirathen und hatte bereits seine Auserwählte in der Person der unv. Trost. Auf dem Hausboden des Gastwirths Kuhlow, bei welchem D. diente, lagen eine große Anzahl verschiedener Sachen, namentlich Frauen-Kleidungsstücke, die D. entwendete und T. schenkte, in deren Besitz die Sachen gefunden wurden. Beim Bauernrennen am 8. September d. Js. entwendete D. etwa 200 Stück Cigarren im Werthe von 8 Mk., ferner, als Liebhaber eines guten Bissens, einen großen Schinken, der 20 Pfd. wog und auf dem Boden des Dienstherren Kuhlow hing. Mit der Braut verzehrte D. gemeinschaftlich den Schinken. Der Trost hatte D. zwei Kleider, einen schwarzen Küchenrock, zwei Paar Lederschuhe, ein Korset, ein Bund Strickwolle, eine wollene Jacke, eine Kapotte, Handtücher und - ein seidenes Kinderhalstuch übergeben. Als die Diebstähle bekannt geworden waren, meldete sich noch der Schneider Freiberg, dem eine Hose und ein Normalhemd gestohlen waren, ferner der Dienstknecht Schwarz, dem ein Koffer gestohlen war und das Gemeindeamt zu Mehrow, welchem D. ein Schreibzeug aus dem Gemeinde-Bureau gestohlen hatte. Vor der Strafkammer war D. geständig des wiederholten Diebstahls im Rückfalle, indem er zugab, den gestohlenen Schinken mit der T. zusammen aufgegessen und die bei Kuhlow entwendeten Sachen mit der T. gestohlen zu haben, als Beide beim Reinigen des Bodens beschäftigt waren. D. gab ferner an, er habe die Sachen gestohlen, weil er sich verheirathen wollte. Dem Antrage des Staatsanwalts gemäß lautete das Urtheil des Gerichtshofes auf 9 Monate Gefängnis. |
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Bekanntmachung. Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1902 ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere zugezogen werden können. Amtsbezirk: Ahrensfelde Name der zu Schiedsmännern vorgeschlagenen Personen: 1. Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche 4. Bauergutsbesitzer August Müller zu Ahrensfelde |
Werneuchen. Von den 154 eingelaufenen Bewerbungen um die hiesige Bürgermeisterstelle sind nur 3 zur engeren Wahl gestellt worden. Die Wahl findet am 7. Januar statt. |
Verhandelt [Kreistagssitzung] Berlin, den 16. December 1902. 14. Wahl von Taxatoren bezw. stellvertretenden Taxatoren für die Pferde=Aushebungs=Kommission ... an Stelle der ausgeschiedenen ... und Gemeindevorsteher Meißner zu Mehrow bis 31. März 1906. |
Bekanntmachung. Der Pächter der Blumberger Gemeindejagd beabsichtigt Gift zur Vertilgung von Raubzeug zu legen, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Blumberg, den 8. Januar 1902. Der Amts=Vorsteher. |
Werneuchen. Zum Bürgermeister unserer Stadt wurde bei der am Dienstag Nachmittag stattgefundenen Wahl der Hauptmann a. D. Heggemann - Berlin einstimmig gewählt. |
Eiche. Das Altsitzer Martin Schulze'sche Ehepaar hierselbst feiert am Mittwoch, den 22. d. Mts. seine goldene Hochzeit. |
Hönow. (O.=B.) Eine freudige Ueberraschung wurde dem Brennermeister Rudolf Fitting bei seinem Scheiden aus dem Amte, welches er 38 Jahre als Verwalter der Brennerei des Herrn Gutsbesitzer Fritz Dotti in lobenswerter Weise versehen hat, zu Theil. In Anerkennung seiner aufopfernden Thätigkeit wurde ihm nicht nur von Seiten des landwirtschaftlichen Vereins die silberne Verdienstmedaille, sondern auch von Herrn Gutsbesitzer Fritz Dotti eine goldene Kapsel-Uhr mit der Widmung "Für 38 jährige treue Dienste auf Dom. Hönow" verliehen. |
Bekanntmachung. 100 Mark Belohnung werden demjenigen gezahlt, welcher die Thäter die unbefugterweise im Karpfenteich der Anstalt für Epileptische zu Wuhlgarten gefischt, so namhaft macht, daß dieselben gerichtlich belangt werden können. Ahrensfelde, 13. Februar 1902. Der Amts=Vorsteher. |
Blumberg. (O.=B.) Das Schwurgericht des Berliner Landgerichts II unter dem Vorsitz des Landgerichts-Directors Dietz verhandelte gegen den 22jährigen, bisher unbescholtenen Arbeiter August Kupsch von hier, der sich wegen versuchter Nothzucht und Körperverletzung verantworten mußte. ... Dem Angeklagten ward zur Last gelegt, am 1. September v. Js. die unverehelichte Auguste H. in Blumberg überfallen und den hinzukommenden Vater des Mädchens körperlich mißhandelt zu haben. Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß ward der Angeklagte nicht im Sinne der Anklage für schuldig befunden, sondern nur wegen Beleidigung. Dieserhalb lautete das Urtheil des Gerichtshofes auf 8 Tage Gefängnis. ... |
Blumberg. Am Sonntag, den 11. d. Mts. findet hierselbst die Vorstellung der durch den Instrukteur Fielitz - Alt-Landsberg ausgebildeten hiesigen freiwilligen Feuerwehr statt. Die benachbarten Wehren sind hierzu herzlich eingeladen worden. |
Blumberg. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend drangen Diebe in das hiesige Stationsgebäude ein und erbrachen die Kasse, aus welcher sie 105 Mark entwendeten. Von den Dieben fehlt jede Spur. Kaum lockt die warme Witterung zu einem erfrischenden Bade, so kommen auch schon die Meldungen über Unglücksfälle. Am Sonnabend Nachmittag ertranken der 6jährige Sohn des Ziegeleibesitzers Dürr sowie der Sohn eines Maschinisten im Pfuhl an der hiesigen Ziegelei. |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1902 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 2. Juni 1902. Der Landrath, von Treskow. No. 28 ab 8.5.: Stock, Robert; Rittergutsbesitzer; Mehrow (Jahres-Jagdschein für 15 M) No. 48 ab 22.5.: Hase [!], Wilhelm; Gastwirth; Ahrensfelde |
Bekanntmachung. Veranlagung der Städte mit weniger als 10000 Einwohnern, Landgemeinden und Gutsbezirke zu den Kosten der Handwerkskammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1902/03 No. 61, Mehrow 2 Handwerksbetriebe, 2 Gesellen, - [keine] Lehrlinge Gesamtsumme: 30,-, Prozent: 4%, Hebungssumme: 1,50 [Mark] |
Lindenberg. (O.=B.) Am Sonnabend hatte unser deutscher Turnverein "Jahn" abermals Gelegenheit, ein erhabenes Fest in seiner Vereinsgeschichte zu verzeichnen, die Fahnennagelung der am 8. d. Mts. feierlichst geweihten Vereinsfahne. ... |
Mehrow. Am 1. October wird der hiesige Lehrer Schröder in den wohlverdienten Ruhestand treten. Mit seinen 72 Jahren ist er einer der ältesten Lehrer, die noch im Amte stehen. Im vorigen Jahr konnte er im Kreise seiner Familie und Freunde sein 50jähriges Amtsjubiläum feiern und wurde aus diesem Anlaß mit dem Adler der Inhaber des Hohenzollernschen Hausordens decoriert. Bemerkenswerth ist, daß derselbe seine ganze Amtszeit hindurch, 51 Jahre lang, in Mehrow amtirt hat. Deshalb sind fast alle Einwohner des Ortes seine Schüler gewesen und sehen dieselben ihren alten Lehrer mit herzlichem Bedauern von hier scheiden. (N.A.) |
Pferdemusterung. Musterungstag: Freitag, den 17. October Zeit: 8 Uhr Vorm. Musterungsort: Mehrow, Gemeinde und Gut Musterungsplatz: Platz am Dorfausgange nach Alt-Landsberg Zahl der zu musternden Pferde: Sämmtliche gestellungspflichtigen Pferde |
Blumberg. (O.=B.) Am Mittwoch, den 13. d. Mts. wurde der am 9. August verstorbene Lehrer em. Julius Ewest hierselbst zur letzten Ruhe bestattet, nachdem er 38 Jahre mit Erfolg für das Wohl der heranwachsenden Jugend thätig gewesen und noch fünf Jahre seines Ruhestandes verlebte, immer noch im Dienste der Gemeinde wirkend. ... |
Bekanntmachung. Eins schwarzlederne Damenhandtasche als gefunden abgegeben. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 27. August 1902. Der Amts=Vorsteher. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1902 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 3. September 1902. Der Landrath, von Treskow. No. 135 ab 1.8.: Seelisch, Gustav; Gastwirth; Eiche No. 218 ab 16.8.: Dr. med. H. Fuge; prakt. Arzt; Ahrensfelde No. 223 ab 20.8.: Dotti, Fritz; Gutsbesitzer; Hönow No. 256 ab 21.8.: Ebel, August; Bauergutsbesitzer; Blumberg |
Bekanntmachung. Ein gelber Jagdhund hat sich angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 23. September 1902. Der Amts=Vorsteher |
Mehrow. Für die hiesige erledigte Lehrerstelle ist Herr Weier aus Quisbernow, Kreis Belgard i. Pom. von Herrn Rittergutsbesitzer Stock auf Mehrow gewählt worden und hat derselbe am vorigen Sonntag seine Kirchenprobe abgelegt. Seine neue Stelle wird derselbe am 1. Januar 1903 antreten. |
Bekanntmachung. Im Monat September 1902 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 6. October 1902. Der Landrath, von Treskow. No. 357 ab 3.9.: Kirschbaum, Fried.; Bauerngutsbesitzer; Hönow |
Ahrensfelde. Wie mitgetheilt wird, findet Sonntag, den 26. October im Theatersaale des Herrn Kahlow ein einmaliges Gastspiel der Gesellschaft "Buntestes Theater" aus Berlin statt. Wir wollen nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, umsomehr, als die Darbietungen durchaus in einem vornehmen Rahmen gehalten sind und auch die Mitwirkung des Herrn Gustav Herms, der durch seine selbstverfaßten Couplets schon in Berlin Erfolge erzielte, eine Hauptstütze des Ensembles ist. ... |
Bekanntmachung. Im Monat October 1902 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 1. November 1902. Der Landrath, von Treskow. No. 540 ab 22.10.: Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlicher Jagdschein) |
Lindenberg. (O.=B.) Zum 25. Sonntage nach Trinitatis hatte der Ortsgeistliche Herr Pfarrer Braun seine Gemeinde wiederum zu einem Familienabend im christlichen Sinne und Geist nach dem hübschen Saale des Herrn Gastwirth Bolle eingeladen. ... |
Bekanntmachung. Im Monat November 1902 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 3. December 1902. Der Landrath, von Treskow. No. 579 ab 6.11.; Neander, Kurt; Kaufmann; Hönow No. 585 ab 7.11.; Hein, Eduard; Förster; Mehrow No. 605 ab 14.11.; Mussog, Ernst Jul.; Jäger 1. Kl.; Hönow No. 644 28.-30.11; Pritzel, Eduard; Sattlermeister; Blumberg (Tages-Jagdschein) |
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Bekanntmachung. Im Monat December 1902 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. Berlin, den 9. Januar 1903. Der Landrath, von Treskow. No. 699 ab 9.12.: Noack, August; Bauergutsbesitzer; Blumberg |
Bekanntmachung. Auf dem diesseitigen Gemeinde-Jagdrevier wird in der Zeit vom 4. Februar bis 1. April d. Js. zur Vertilgung von Raubzeug Gift gelegt werden. Ahrensfelde, den 4. Februar 1903. Der Amts-Vorsteher |
Geschäftsplan zur Musterung der Militärpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1903 II. Alt-Landsberg im Restaurant "Zum Deutschen Hause" 1. Am Donnerstag, den 26. März 1903. Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Bollensdorf Gemeinde und Gut, Eiche, Hönow, Alt-Landsberg Stadt und Amt, Mehrow, Seeberg, Werder |
Lindenberg. (O.=B.) Den Verlust von einigen 1000 Mark hat der Gutsbesitzer, frühere Gemeinde-Vorsteher Herr Aug. Kirschbaum hierselbst zu beklagen. Der Genannte hatte sich am Sonnabend abend mit seiner Familie zu einem im Huwe'schen Lokale stattgehabten Vergnügen begeben, welche Gelegenheit von Dieben benutzt wurde, in die Wohnung einzudringen, den dort befindlichen Geldschrank zu öffnen und den aus einigen 1000 Mark bestehenden Inhalt zu stehlen. |
Dominium Blumberg (Bezirk Potsdam) hat Kaff (Spreu) abzugeben. |
Bekanntmachung. Die Frühjahrs=Kontroll=Versammlungen 1903 werden im Kreise Niederbarnim wie folgt abgehalten Kontrollversammlungsort: Alt-Landsberg (Schützenhaus) Tag / Stunde: 2. April 9 V., Kategorie: Sämtliche Reservisten und Wehrleute der Garde und Provinzialtruppen. Jahresklasse 1902-1903 Tag / Stunde: 2. April 2 N., Kategorie: ... Jahresklasse 1892-1890 Tag / Stunde: 2. April 2 N., Kategorie: Sämtliche Ersatzreservisten 1902-1890 Aus den Ortschaften Bollensdorf, Eggersdorf, Hönow, Alt-Landsberg, Gutsbezirk, Amt Alt-Landsberg mit Amtsfreiheit, Neu-Hönow, Radebrück, Bruchmühle, Mehrow, Neuenhagen mit Niederhaide, Krummensee und Seeberg |
Bekanntmachung betreffend die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. Beschaubezirke und zugehörige Ortschaften: Ahrensfelde mit Ahrensfelde Gemeinde, Mehrow Gemeinde und Gut, Hellersdorf einschl. Wuhlgarten und Eiche Gemeinde Name, Stand, Wohnort des mit der gewöhnlichen Vieh-und Fleischbeschau betrauten Beschauers: [keine Angabe] Name, Wohnort des mit der Ergänzungsfleischschau betrauten Tierarztes: Hagenstein, Alt=Landsberg (stellvertretender Tierarzt: Heinrich, Weißensee) |
Ein Achswagen mit Verdeck ist z. verk. Friedrich Ebel, Blumberg |
Hönow. Ein Beweis von seltener Großherzigkeit wird aus unserem Ort bekannt. Der einzige Sohn des hiesigen Einwohners Bredereck genügte seiner Miltärpflicht seit dem Herbst vorigen Jahres in Saarburg (Elsaß). Er wurde krank und starb. Die trostlosen Eltern hatten nun den sehnlichsten Wunsch, ihren Sohn in heimatlicher Erde zu begraben, konnten diesen Wunsch aus eigener Kraft der großen Kosten wegen aber nicht erfüllen. Da traten die Gemeindemitglieder helfend ein, sie sammelten 500 Mk. und davon wurden die über 400 Mk. betragenden Transportkosten der Leiche ec. bestritten. Am Sonntag fand die Beerdigung des jungen Kriegers statt, bei der der Hönower Landwehr=Verein dem Kameraden die letzte Ehre erwies. |
Bekanntmachung Ein wertvolles Taschenmesser mit 22 Klingen ist gefunden worden. Blumberg, den 1. April 1903. Der Amts=Vorsteher. |
Werneuchen. Infolge des großen Schneetreibens, welches den Schnee meterhoch zusammentürmte, blieb Montag früh der Zug 6 Uhr 20 Min. hinter hiesiger Station auf Seefeld zu stecken, und nahmen die Ausgrabungsarbeiten längere Zeit in Anspruch. |
Altlandsberger Kleinbahn, Fahrplan gültig vom 1. Mai 1903 ab km 0 Alt=Landsberg 6.23 8.35 11.35 2.30 5.35 8.31 So+F: 10.55 km 1 Schützenhaus 6.26 ... km 5 Neuenhagen Dorf 6.37 ... km 7 Hoppegarten 6.43 8.55 11.55 2.50 5.55 8.51 So+F: 11.15 zurück km 0 Hoppegarten 7.15 9.10 12.17 3.10 7.27 9.08 So+F: 11.22 km 2 Neuenhagen Dorf ... km 6 Schützenhaus ... km 7 Alt=Landsberg 7.35 9.30 12.37 3.30 7.47 9.28 So+F: 11.47 |
Hönow. Als der Landwirt Friedrich Lenz Mittwoch abend 11 Uhr den Weg von Mahlsdorf nach Hönow passierte, wurde er an der Heide unweit Hönow von drei Wegelagerern plötzlich überfallen. Trotzdem Lenz bereits ein Alter von 63 Jahren erreicht hat, verfügter er Gott sei dank noch über derartige Kräfte, daß er den einen dieser Strolche nach kurzem Ringen kampfunfähig machte und die beiden anderen durch sein Hilferufen in die Flucht jagte. Obwohl von einigen Dorfbewohnern, welche mit Schußwaffen und Heugabeln ausgerüstet waren, eine sofortige Verfolgung dieser Bande aufgenommen wurde, gelang es infolge der herrschenden Finsternis leider doch nicht, der Gesellschaft habhaft zu werden. |
Etat für den Kreis Niederbarnim für das Rechnungsjahr 1903 Ausgabe. Kapitel VII Für Chausseen und Wege, Titel I Im Allgemeinen, Position 1 Zu gemeinsamen und außerordentlichen Ausgaben für die Kreischausseen, einschließlich für die vorzunehmende nachträgliche Vermessung, Versteinung, katastermäßige Kartierung und grundbuchliche Auflassung 305843 m je 6 Pfg. = 18350.58 M (Vorjahr: 17779.74 M) 1. Niederschönhausen - Höpen 2. Berlin - Prötzel - Tegel 3. Weißensee - Bernau - Wandlitz 4. Bernau - Hirschgarten - Buchholz 5. Rummelsburg - Rüdersdorf - Neuzittau 6. Bernau - Zerpenschleuse - Liebenwalde 7. Germendorf - Biesenthal 8. Dahlwitz - Neuenhagen - Ahrensfelde (13303 m) 9. Bernau - Tegel - Bergfelde 10. Radebrück - Herzfelde 11. Oberschöneweide - Marzahn Kapitel VII Titel IX Position 1...4 Für die Chaussee Dahlwitz - Hoppegarten - Hönow - Ahrensfelde 1. Für die Beschaffung der Chausseebau-Materialien: 5705 M 2. Für die Ausführung der zur Unterhaltung der Chausseeanlagen erforderlichen Arbeiten: 7895 M 3. Für die Unterhaltung der Gebäude: 200 M 4. Verwaltungs- und Rezepturkosten: 200 M Gesamtbetrag Titel IX: 14000 M Erläuterungen: Erforderlich werden 575 cbm Chausseesteine, 348 cbm Kies und Sand. Zur Ausführung sollen gelangen: 4320 m Neuschüttung |
Hönow. (O.-B.) An die Wahrheit der Ueberfallsgeschichte, welche hier in voriger Woche solch großes Aufsehen erregte, glaubt hier kein Mensch mehr. Man hielt dieselbe für ein Märchen, das der "Ueberfallene" nur erfunden hat, um für eine respektable Beule am Kopfe, die er sich jedenfalls bei dem Stoß an einen Baum geholt hat, eine gute Entschuldigung zu haben. Eine Anzeige an die Polizei, die doch sonst ganz ohne Zweifel eingegangen wäre, ist auch nicht erfolgt. Jetzt ärgern sich nur diejenigen mächtig, die mit Heugabeln, Revolvern, Flinten und Knüppeln bewaffnet bei dem dunklen, ungemütlichen Wetter auszogen, die Räuber einzufangen, daß sie sich so in den April haben schicken lassen; denn bekanntlich braucht der, der den Schaden hat, für den Spott nicht zu sorgen, und werden sie von denen, die weniger Lust hatten, mit der Räuberbande zu kämpfen, nicht wenig zum besten gehalten. |
Lindenberg. Sonntag, den 3. Mai 1903: Große Tanzmusik. Hierzu ladet freundlichst ein Bolle, Gastwirt |
300 Ztr. Runkelrüben sind zu verkaufen bei Brederek, Bauerngutsbes., Blumberg. |
Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 6 des Reichsimpfgesetzes vom 8. April 1874 (Reichs-Gesetz-Blatt Seite 31) findet die nach § 1 a.a.O. vorzunehmende diesjährige Schutzpockenimpfung im Kreise Niederbarnim zu folgenden Terminen statt: Impfbezirk: IV. Ortschaft und Impflokal: ... Hönow, Mehrow, Ahrensfelde, Eiche, ..., Blumberg, ... Bezeichnung der Impflinge: Erstimpflinge und Wiederimpflinge Zeit der Impfung: (Mehrow): 6. Mai nachm. 2 1/2 Uhr Zeit der Besichtigung: (Mehrow) 13. Mai nachm. 2 1/2 Uhr Name des Impfarztes: Dr. Crusius |
Mehrow. (O.-B.) Vor einigen Tagan haben Spitzbuben unser doch ziemlich abgelegenes Dorf heimgesucht. Sie haben dem Bauerngutsbesitzer Herrn Adolf Thürling aus einer Miete auf dem Felde an der Chaussee nach Ahrensfelde 3-4 Wispel Kartoffeln im Werte von 150 bis 200 Mk. gestohlen. Da sie eine solche Menge Kartoffeln fortschaffen konnten, müssen es mindestens 4 Personen mit 2 Fuhrwerken gewesen sein. Weil auf der ganzen Chaussee nachts sehr selten Verkehr herrscht, brauchten sie nicht zu fürchten, abgefaßt zu werden und konnten ungestört "arbeiten". Ihre Beute hat die Diebesbande jedenfalls nach Berlin geschafft und dort an Händler verkauft. |
Blumberg. Am heutigen Sonntag begeht der hiesige Turn=Verein das Fest seiner Fahnenweihe. Nach den vorliegenden Anmeldungen zu schließen dürfte der Besuch von auswärtigen Turnern ein sehr starker sein. |
Bekanntmachung. Die Landstraße von Blumberg nach Krummensee ist wegen vorzunehmender Pflasterung auf ca. 14 Tage gesperrt. Blumberg, den 7. Juni 1903. Der Amts-Vorsteher. |
Blumberg. Am Sonntag fand hierselbst die Fahnenweihe des Turnvereins "Germania" statt; diese war vom Wetter nicht gerade sehr begünstigt, denn gerade bei der eigentlichen Weihe kam das Naß des Himmels in reichlichem Maße herab. Zur Feier waren 11 auswärtige Vereine erschienen, welche sämtlich Fahnennägel ec. gestiftet hatten. Am Abend fand ein Tanzkränzchen im Restauraunt zum "Deutschen Kaiser" sowie im Restaurant Keisdorf statt, welches die frisch-froh-fromm-freien Turner noch lange zusammenhielt. |
Die Resultate der Reichstagswahl Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Niederbarnim: Stadthagen (Soz.) 38363. Ringel (national) 20373, Plonz (freisinnig) 4024, Dr. Stephan (Zentr.) 810, zersplittert 373, Gew[ählt]. Stadthagen (Soz.) |
Reichstagswahlergebnisse des Kreises Niederbarnim vom 16. Juni 1903
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Lindenberg. (O.-B.) Zu einer echt patriotischen Feier gestaltete sich die Fahnenweihe, die der hiesige Arbeiterverein "Deutsche Eiche" [Vorsitzender: Grünwald] am vergangenen Sonntag im Lokal des Herrn Bolle beging. Die Arbeitervereine aus Blumberg, Seefeld und Blankenburg, sowie die Krieger, Turner und Sänger des Festortes waren zu diesem Feste erschienen. ... |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 5. und Montag, den 6. d. Mts. begeht der hiesige Kriegerverein sein 25. Stiftungsfest, zu welchem auch Herr Landrat von Treskow sein Erscheinen zugesagt hat. |
Ahrensfelde. Zu der Jubiläumsfeier des hiesigen Kriegervereins am Sonntag waren 28 Vereine mit 24 Fahnen erschienen. Den Feldgottesdienst hielt Herr Pastor Uhlmann ab. Herr Amtsvorsteher Haase begrüßte die herbeigeeilten Gäste, worauf Herr Landrat von Treskow eine Ansprache hielt. Die offizielle Festrede hielt Herr Hauptmann Jasper - Bernau. Mit dem Bewußtsein, im Kreise alter Kameraden einen soldatischen Festtag froh verlebt zu haben, traten die auswärtigen Kriegervereine abends den Heimweg an. |
Hönow. Eine Liebes=Tragödie modernen Stils ereignete sich hierselbst. Bei dem Mühlenbesitzer Mette stand der 26jährige Müllergeselle Franz Dege in Arbeit, welcher mit der 23jährigen Elisabeth Kurtz, die bei dem Bauerngutsbesitzer Schmidt diente, ein nicht ohne Folgen gebliebenes Liebesverhältnis unterhielt. Die Liebschaft hatte die Zustimmung der Eltern des Mädchens nicht. Dieser Umstand mag dem jungen Paare zu seiner unseligen Tat Veranlassung gegeben haben. Als am Donnerstag früh um 9 Uhr der Geselle nicht zum Frühstück erschien, begab sich der Herr Mette nochmals auf die Mühle (er war schon einmal dort gewesen, hatte auch Blutspuren bemerkt, die er aber nicht weiter beachtete, da er annahm, sie rührten vom Nasenbluten des Gesellen her). Herrn M. bot sich ein schrecklicher Anblick; auf Mehlsäcken sitzend fand er die Leichen des Liebespaares; mittels eines Revolvers hatte der junge Mann erst seine Braut und dann sich selbst erschossen. In einem Briefe hatten die Lebensüberdrüssigen Abschied genommen. Der Brief wurde dem Gericht eingesandt und von diesem, das sich sofort nach dem Tatorte begab, mitsamt dem Revolver beschlagnahmt. Der Geselle hat schon ein bewegtes Leben hinter sich; er war in Amerika, Ostafrika ec. |
Ein 1 spänn. Kasten=Federwagen ist zu verkaufen bei Schumann, Lindenberg |
Krummensee. Am Dienstag nachmittag zwischen 4-5 Uhr ist hierselbst ein Einbruch verübt worden, bei welchem dem Diebe erhebliche Werte in die Hände gefallen sind. Der den Eindruck eines harmlosen Touristen machende, anscheinend mit einem Fernrohr versehene Einbrecher hat sich die Beschäftigung der Landbewohner mit den Erntearbeiten zu nutze gemacht, ist in die Wohnung des Besitzers B. eingestiegen, hat mit dem Beile einen Schreibtisch erbrochen und daraus ca. 500 Mk. bares Geld, Goldsachen, Uhren ec. entwendet. Trotzdem der Diebstahl bald entdeckt und die Verfolgung des frechen Täters aufgenommen wurde, gelang es doch nicht, desselben habhaft zu werden. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 16. August d. Js. findet das vom hiesigen Reiterverein schon seit einigen Jahren mit großem Erfolg und bedeutenden sportlichen Leistungen inszenierte Bauern-Wettreiten statt. Es werden voraussichtlich sieben Rennen, darunter jedenfalls wieder ein Hindernis- und ein offenes Rennen zum Austrag kommen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Am Sonntag, den 2. August, konnte der hiesige Pfarrer Uhlmann auf eine 25jährige Wirksamkeit in unserm Orte zurückblicken. Von einer offiziellen Feier dieses Tages ist jedoch auf Wunsche des Jubilars Abstand genommen worden. Mehrow. (O.-B.) Der jetzige Besitzer des hiesigen Rittergutes, Herr Stock, hat sich als Patron der Kirche und Schule schon mehrfach verdient gemacht. Im vorigen Jahr ließ derselbe in der Kirche eine schöne neue Orgel an Stelle der alten verbrauchten aufstellen; jetzt hat er der Schule die notwendigen Turngeräte geschenkt; auch hat er der Schuljugend eine große Freude bereitet, indem er derselben den Besuch des Zoologischen Gartens ermöglichte. |
Hönow. Wildernde Zigeuner kamen vor einigen Tagen von Schöneiche her nach unserem Dorfe. Unterwegs von den Gendarmen gestellt, widersetzten sich die Burschen und schossen auf die Beamten. Zwei der Zigeuner wurden nun verhaftet und nach Alt-Landsberg in das Gefängnis gebracht, die übrigen Mitglieder der Bande sind flüchtig. |
Mehrow. (O.-B.) Herrn Bauerngutsbesitzer Adolf Thürling, welchem im April d. Js. Spitzbuben aus einer Miete von einem an der Ahrensfelder Chaussee gelegenen Acker ca. 2 Wispel Kartoffeln stahlen, haben jedenfalls dieselben Personen in einer der letzten Nächte bei der Roggenernte geholfen. Es fiel dem Besitzer, als er morgens sein Feld kontrollierte, auf, daß eine Anzahl Mandeln auf einen Haufen zusammen geworfen waren. Bei näherer Besichtigung entdeckte er, daß Diebe das Korn ausgedroschen und ihm nur das Stroh gelassen haben. Schlecht gerechnet hat Herr T. hiervon einen Schaden von 50 Mk. Wie die Spuren anzeigen, haben die Spitzbuben einen Einspänner bei der "Ernte" benutzt. Ein mit einem kleinen braunen Pferde bespannter grüner Kastenwagen ist nachts auf der genannten Chaussee von dem Besitzer, der per Rad die Straße entlang kam, bemerkt worden. Bei der Dunkelheit und dem schnellen Tempo, welches er eingeschlagen hatte, konnte er es nicht sehen, ob Säcke auf demselben lagen. |
Verzeichnis I der zum Wahlverbande der größeren Grundbesitzer gehörigen Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abteilung A Grundbesitzer. Laufende Nummer: 12 Zuname: Stock Vorname: Robert Stand oder Gewerbe: Rittergutsbesitzer Wohnort: Berlin Jahresbetrag der wirklichen bzw. fingierten - Grundsteuer: 1,15 M - Gebäudesteuer: -- in der Gemarkung bzw. dem Grundsteuer-Erhebungsbezirke Mehrow, Gemeinde, - Grundsteuer: 953,45 M - Gebäudesteuer 113,10 M in der Gemarkung bzw. dem Grundsteuer-Erhebungsbezirke Mehrow, Gut, zusammen: Grundsteuer: 954,60 M Gebäudesteuer: 113,10 M Summe der Grund- und Gebäudesteuer 1067,70 M Verzeichnis III der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörenden Landgemeinden im Kreise Niederbarnim (Zivileinwohnerzahl nach der Zählung am 1. Dezember 1900 / Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner)
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Bekanntmachung Nachstehend bringe ich gemäß Absatz 3 der Anweisung zur Ausführung des § 6 des Natuaralleistungsgesetzes vom 24. Mai 1898 (Reichsgesetzblatt Seite 930/931 von 1898) die Uebersicht über die beabsichtigte Belegung des hiesigen Kreises durch Truppen des Gardekorps während des Manövers 1903 zur Kenntnis der beteiligten Gemeinden. Unterbringungsort: Truppenteil, Ungef. Stärke (Offiziere / Mann / Pferde) am 1. September 1903 Hönow: 1 Abtl.-Stab und 3 Batterien Feld-Art.-Schießschule (12 / 212 / 164) Mehrow, Gem. u. Gut: Stab des 2. Garde-Dragoner-Rgt. (4 / 24 / 25) Eiche: 1 Eskadron 2. Garde-Dragoner-Rgt. (6 / 126 / 135) Blumberg, Gem. u. Gut: 3/4 Eskadron 1. Garde-Dragoner-Rgt. und 1 reitende Batterie 4. Garde-Feld-Art.-Rgt. (9 / 161 / 166) am 3. September 1903 Lindenberg: 1 Bataillon Rgt. Augusta (16 / 575 / 14) am 4. September 1903 Hönow: 1 Eskadron 2. Garde-Ulan.-Rgt. (5 / 121 / 127) Eiche: 1 Eskadron 2. Garde-Ulan.-Rgt. (4 / 107 / 112) am 7. September 1903 Mehrow, Gem. u. Gut: Rgts.-Stab 2. Garde-Feld-Art.-Rgt. (3 / 12 / 11) Blumberg, Gem. u. Gut: Stab 4. Garde-Kavallerie-Brigade (3 / 9 / 10) am 8. und 9. September 1903 Hönow: 1 1/2 Eskadron 2. Garde-Ulan.-Rgt. (8 / 183 / 191) Mehrow, Gem. u. Gut: Rgts.-Stab und 1/2 Eskadron 2. Garde-Ulan.-Rgt. (6 / 83 / 88) Ahrensfelde: 1 Eskadron 2. Garde-Ulan.-Rgts. (5 / 121 / 127) Eiche: 1 Eskadron 2. Garde-Ulan.-Rgts. (5 / 121 / 127) Blumberg Gem. u. Gut: 1 Bataill.-Stab u. 2 Komp. Garde-Grenadier-Rgt. 5 (12 / 257 / 8) am 12. und 13. September 1903 Ahrensfelde: 1 Abtl.-Stab u. 3 fahr. Batterie 2. Garde-Feld-Art.-Rgt. (13 / 265 / 188) Blumberg, Gem. u. Gut: 1 Bataillon Rgt. Augusta (16 / 575 / 14) am 19. und 20. September 1903 Hönow: 1 Eskadron Rgt. Gardes du Corps (5 / 110 / 124) Berlin, den 7. August 1903. Der Landrat, I.V. Oppenheim, Kreisdeputirter [!] |
Ahrensfelde. Ueber das am Sonntag, den 16. d. Mts. vom hiesigen Reiterverein veranstaltete Wettreiten geht uns noch nachträglich folgender Bericht zu: Unter dem Kommando des Herrn A. Junghans ritten die Mitglieder des Vereins nach dem vor dem Dorfe hergerichteten Rennplatze, wo sich eine große Zuschauermenge eingefunden hatte. Der Verlauf des Wettreitens war folgender: Das 1. Rennen gewann Herr Kröhnert auf Herrn Hübners Stute, das 2. Herr Gustav Albrecht, das 3. Herr Krüger auf Herrn Lehmanns Wallach, das 4. Herr Wilhelm Haase, das 5. Herr Kröhnert, das 6. Herr W. Haase und das letzte Rennen Herr Trainer Woh aus Hoppegarten. |
Bekanntmachung. Veranlagung der Städte mit weniger als 10000 Einwohnern, der Landgemeinden und Gutsbezirke zu den Kosten der Handwerkskammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1903/4
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Bekanntmachung. Im Monat August 1903 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 4. September 1903. Der Landrat, I.V. Oppenheim, Kreisdeputierter. No. 194 ab 20.8.: Dotti, Fritz; Gutsbesitzer; Hönow No. 257 ab 19.8.: Ebel, August; Bauergutsbesitzer; Blumberg No. 327 ab 27.8.: Dr. Fahrenholz; Arzt; Ahrensfelde |
Werneuchen. Am Montag vormittag wurde ein hierselbst bei dem Ackerbürger B. in Dienst stehender Knecht Johann erhängt in der Heide am Wesendahler Wege aufgefunden. |
Werneuchen. Am Donnerstag mittag gegen 1/2 1 Uhr wurden die hiesigen Einwohner plötzlich durch Feuersignale erschreckt. Es brannte in der Chausseestraße die Scheune des Handelsmanns Otte. ... |
Jung Hühner von erstprämiierten rebhuhnfarbigen Italiener Hühnern hat zu verkaufen Brunow, Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Ein Offizierssäbel, anscheinend einem Artillerie-Offizier gehörig, ist als gefunden hier abgegeben worden. Blumberg, den 25. Oktober 1903. Der Gemeinde=Vorsteher. |
Mahlsdorf. Die hier gebildete freiwillige Feuerwehr soll am morgigen Sonntag vorgestellt werden. |
Mehrow. Bei einer Schlägerei, welche er schlichten wollte, ist der Hofverwalter Hermann Zimmermann auf dem Vorwerk Trappenfelde arg zu Schaden gekommen. Der Arbeiter Kuchenbecker, der als händelsüchtig bekannt ist, geriet in stark angetrunkenem Zustande mit seinem Arbeitskollegen Mittelstädt in Streit, in dessen Verlaufe er diesen mit einer Mistforke in den Arm stach. Als der genannte Hofverwalter, ein äußerst friedlicher Mann, dem Streite steuern wollte, wendete sich der Wüterich gegen diesen und schlug ihm mit der scharfen Kante eines Spatens auf den rechten Unterarm, wodurch eine klaffende Wunde, die bis auf den Knochen reicht, entstand. Mit einem zweiten Hiebe, der um ein Haar die Nase getroffen hätte, spaltete der Unmensch seinem Opfer die rechte Backe völlig auf. Die Wunden wurden von dem Ahrensfelder Arzte Dr. Fahrenholz zugenäht. Der Raufbold Kuchenbecker wurde sofort aus dem Dienste entlassen, befindet sich aber noch auf freiem Fuße. |
Freienwalde a. O., den 17. November 1903 Gemäß §24 des Reglements vom 14. März d. Js. über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten bringe ich das nachstehende Verzeichnis der Wahlmänner der für die Abgeordnetenwahl zu einem Wahlbezirk vereinigten Kreise Ober= und Nieder=Barnim mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß die Wahl der Abgeordneten am Freitag, den 20. d. Mts.,
von vormittags 10 Uhr ab
in der großen Stadtkirche zu Bernau
stattfindet. Das Wahlmänner-Verzeichnis liegt auch in den Bureaus des königlichen Landratsamts Nieder=Barnimer Kreises zu Berlin (Im Kreishause, Friedrich Karl-Ufer 5) und des hiesigen Landratsamts zur Einsicht aus.Der Wahlkommissar, Königliche Landrat, von Oppen Verzeichnis der Wahlmänner der für die Abgeordnetenwahl zu einem Wahlbezirke vereinigten Kreise Ober= und Nieder=Barnim II. Kreis Nieder-Barnim Laufende Nr., Namen des Gemeinde= oder Gutsbezirks, Vor und Zunamen des Wahlmannes, Stand des Wahlmannes
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Personal-Chronik. Bestätigt: Rechnungsführer Wilhelm Wulff als Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Mehrow. |
Bekanntmachung. Im Monat November 1903 sind von mir [dem Landrat] nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. No. 554 ab 25.10.: Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlich) No. 587 ab 7.11.: Lyx, Karl; Chaussee-Aufseher; Blumberg (15 Mark Abgabe) |
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Bekanntmachung. Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1904 auf Grund des § 18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1981, zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Wertes der auf polizeiliche Anordnung zu tötenden Tiere zugezogen werden können. Nr. 19, Amtsbezirk Blumberg 1. Bauergutsbesitzer August Ebel zu Blumberg, 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg, 3. Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg, 4. Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg Nr. 20, Amtsbezirk Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Wolf zu Hellersdorf, 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde, 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche, 4. Bauergutsbesitzer August Müller zu Ahrensfelde |
Personal-Chronik. Bestätigt: ...; Schuhmacher August Geelhaar als Nachtwächter der Gemeinde Falkenberg; ... |
Heute früh 8 Uhr verstarb nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, der Kossätengutbesitzer Karl Brederecke im 54. Lebensjahre. Dies zeigt allen Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernde Witwe nebst Kindern Mehrow, den 13. Januar 1904. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. d. Mts., nachmittags 3/4 1 Uhr vom Trauerhause aus statt. Am 13. früh 8 Uhr verschied ganz plötzlich unser lieber Vater, Schwieger- und Großvater, der Altsitzer Carl Wegener, im Alter von 66 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Ahrensfelde, den 15. Januar 1904. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. d. Mts., 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Bekanntmachung Im Monat Dezember 1903 sind von mir [dem Landrat] nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden. No. 719 am 9.12.: Prietzel, Eduard; Sattlermeister; Blumberg (Tagesjagdschein) No. 753 ab 15.12.: Noack, August; Bauergutsbesitzer; Blumberg |
Für die bei der Beerdigung meines unvergesslichen Mannes, unseres guten Vaters, des Kossätengutsbesitzers Karl Brederecke bewiesene innige Teilnahme und für die vielen Kranzspenden sagen wir hierdurch allen Verwandten und Bekannten, insbesondere Herrn Pastor Uhlmann für seine trostreichen Worte unsern tiefgefühltesten Dank. Mehrow, den 18. Januar 1904. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Liebe und Teilnahme bei der Beerdigung uns unvergesslichen Vaters, Schwiegervaters und Großvaters, des Altsitzers und Kirchenältesten Karl Wegener sagen wir allen, insbesondere dem Herrn Pastor Uhlmann für die trostreichen Worte am Sarge und Grabe unseres teuren Entschlafenen, ebenso dem Gemeinde-Kirchenrat und dem Gesangverein "Frohsinn" in Ahrensfelde, sowie allen Lieben von nah und fern für ihre herzliche Anteilnahme und für die überaus reichen Kranzspenden unsern tiefgefühltesten Dank. Ahrensfelde, den 16. Januar 1904. Die trauernden Hinterbliebenen. |
Ein weißes seidenes Tuch mit Federbesatz ist am Montag früh zwischen Lindenberg und Weißensee verloren worden. Abzugeben beim Bäckermstr. Dünnbier. Lindenberg. |
Bekanntmachung. Am Donnerstag, den 4. Februar, vormittags 11 Uhr sollen aus meiner Forstparzelle, rechts der Landstraße Blumberg-Krummensee, ca. 140 Meter Kiefern Durchforstungsreiser (Faschinenreiser, Bohnenstangen) im Ebel'schen Gasthause hierselbst meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. Blumberg, den 28. Januar 1904. Noack. |
Für die liebevollen Aufmerksamkeiten und herzlichen Gratulationen zu unserem 25jährigen Ehejubiläum sagen wir auf diesem Wege unsern verbindlichsten Dank. Ahrensfelde bei Berlin, den 30. Januar 1904. Wilhelm Krüger und Frau. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 14. Februar: Grosse Einweihung meines neurenovierten Saales, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirt |
Personal-Chronik. Bestätigt: ...; Lehrer Johannes Hoy als Steuererheber der Gemeinde Blumberg. |
Bekanntmachung Auf der Feldmark des Rittergutes Mehrow soll vom Donnerstag, den 18. d. Mts. ab eine Hecke verbrannt werden. Ahrensfelde, den 14. Februar 1904. Der Amts-Vorsteher. |
Einen Lehrling verlangt sofort oder zum April Grün, Schmiedemeister, Blumberg. Ahrensfelde. Sonntag, den 21. Februar: Grosser Maskenball, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirt. |
Bekanntmachung Dem Jagdpächter der Ahrensfelder Gemeindejagd, Herrn Fabrikbesitzer G. Erbe aus Berlin, ist die Erlaubnis erteilt, zur Vertilgung des Raubzeuges auf der Feldmark Ahrensfelde bis zum 15. März 1904 Gift zu legen. Ahrensfelde, den 19. Februar 1904. Der Amts-Vorsteher. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ...; Forstaufseher und Feldhüter, Büdner August Reinicke als Amtsdiener, Gemeindediener und Vollziehungsbeamte[r] des Amtsbezirks Blumberg |
Lindenberg. Sonntag, den 28. d. Mts.: Großer Maskenball. Hierzu ladet freundlichst ein Bolle, Gastwirt. |
Personal-Chronik. Bestätigt: Arbeiter Julius Marx als Nachtwächter der Gemeinde Falkenberg. |
Weißensee. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit der kommunalen Vereinigung beider Weißensee-Gemeinden. Dieser eingebrachte Antrag veranlaßte eine ausgedehnte Debatte. Die namentliche Abstimmung ergab für Eingemeindung 8 Stimmen, gegen die Eingemeindung 5 Stimmen. Gemeindevertreter Klingenberg enthielt sich der Stimme. Nach Bekanntgabe des Resultats wurde von ca. 35 Weißenseer Bürgern, welche als Zuhörer erschienen waren, ein anhaltendes Bravo ausgerufen. |
Bekanntmachung. Zwecks Vertilgung von Raubzeug wird bis Mitte März cr. auf dem Blumberger Gemeinde-Jagdrevier Gift gelegt werden, was hierdurch veröffentlicht wird. Blumberg, den 9. März 1904. Der Amts-Vorsteher |
In meinem Holzschlage Elisenau bei Blumberg verkaufe ich: 2000 Zaunstiele, 2,30 m lang, geschält, 700 Baumpfähle, 3, 4, 5 m lang, geschält, 300 Netzriegel, 3,10 m lang, geschält, 35 Bauhölzer, 80 rm Kiefernkloben, 100 rm kiefern Knüppel. Meldungen beim Aufseher im Schlage. Otto Nakunst, Holzhandlung, Berlin W., Leipnitzstr. 19. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ...; Arbeiter August Post als Nachtwächter und Gemeindediener der Gemeinde Krummensee. |
Maurer u. Arbeiter stellt sofort ein A. Weidelt, Blumberg. |
Bruteier von echten mit ersten Preisen prämiierten rebhuhnfarbigen Italienern verkauft Brunow, Ahrensfelde. 300 Zentner Rüben hat zu verkaufen August Wilke, Lindenberg. Auch ist Haferkaff abzugeben. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ...; Bauergutsbesitzer Friedrich Ebel als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Lindenberg; ... |
Ahrensfelde. Sonntag, den 17. April: Gr. Tanzmusik, wozu freundlichst einladet G. Kahlow, Gastwirt. |
Rüben und Kaff verkauft W. Grün, Blumberg. |
Futterrüben, den Zentner mit 80 Pf. verkauft vom Felde Dom. Blumberg. |
Runkelrüben verkauft W. Kolberg, Lindenberg Lindenberg. Donnerstag, den 5. d. Mts.: Großes Konzert, ausgeführt von der Gebr. Pflug'schen Musikkapelle, Bernau. Entree à Person 50 Pfg. Hierzu laden freundlichst ein Huwe, Gastwirt, Gebr. Pflug, Musikdir. |
Ein junges kräftiges Arbeits-Pferd (Blauschimmel) hat zu verkaufen, weil überzählig, Ad. Thürling, Mehrow. |
Bekanntmachung. Im Monat April 1904 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden ... Berlin, den 10. Mai 1904. Der Landrat, von Treskow. No. 24 ab 29.4.: Meißner, Ernst; Gemeindevorsteher; Mehrow |
Blumberg. Eine interessante Versammlung fand am Himmelfahrtstage hierselbst statt. Die Einladungen zu derselben waren von dem Gemeindevorsteher Herrn Dannenfelzer - Marzahn ausgegangen. Es handelte sich darum, sämtliche Ortschaften an der Eisenbahnstrecke Berlin-Werneuchen zu einem festen Verbande im Anschluß an den Berliner Vorortverein zusammenzuschließen zum Zwecke der Hebung des Eisenbahnverkehrs und möglichst schneller Durchsetzung des Vorortverkehrs bis Werneuchen. Erschienen waren u. a. fast alle Gemeindevorsteher der Ortschaften von Berlin bis Werneuchen. Herr Lehmann - Marzahn legte in kurzen und klaren Worten die Zwecke und Ziele des neuen Verbandes klar. Er setzte auseinander, daß die in Frage kommenden Gemeinden die großen Opfer für den Bahnbau nur gebracht hätten, weil ihnen von der Eisenbahnbehörde seiner Zeit der Vorortverkehr in Aussicht gestellt worden sei. Wir wollen nunmehr die Früchte sehen. Wir wollen nicht schlechter behandelt werden, als die anderen Ortschaften um Berlin. Wir wollen den Wert unserer Grundstücke durch den Anschluß an den Vorortverkehr heben. ... Nach einer lebhaften Diskussion wurde von sämtlichen Anwesenden eine Denkschrift an den Berliner Vorortverein unterzeichnet und eine Petition an den Eisenbahnminister beraten, die demnächst abgesandt werden soll. |
Speisekartoffeln und Kaff verkauft zum Tagespreise W. Grün, Blumberg. 30 Meter geschlagene Pflastersteine hat zu verkaufen August Adler, Ahrensfelde bei Berlin. |
Futterkartoffen verkauft A. Hübner, Lindenberg. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ...; Büdner Reinhold Roth als Schöffe und Büdner Gustav Wegener als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Mehrow. |
Verpachtung. Die uns gehörige, gut erhaltene und in gangbarem Zustande befindliche Bockwindmühle mit Mahl- und Schrotgang (Jalousie) beabsichtigen wir unter günstigen Bedingungen zu verpachten und erbitten Pachtangebote bis spätestens 1. Juli d. Js. Malchow bei Berlin, den 30. Mai 1904. Die städtische Gutsverwaltung. |
Ein schneidiger, 4 sitziger, wenig gebrauchter Break (auch mit Verdeck) steht zum Verkaufe bei Krüger, Stellmachermstr., Ahrensfelde. Ahrensfelde. Sonntag, den 5. Juni: Großes Sommerfest des Gesang-Vereins "Frohsinn" unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins "Edelweiß" zu Falkenberg und der Liebisch'schen Kapelle zu Bernau im Lokale des Herrn Kahlow. Es ladet dazu ergebenst ein Der Vorstand. |
Bekanntmachung. Am Freitag, den 10. Juni cr., nachmittags 5 Uhr soll im Lokale des "Deutschen Hauses" in Alt-Landsberg die Obstnutzung der Chaussee von Hönow bis zur Kreisgrenze meistbietend verpachtet werden, wozu Pachtlustige eingeladen werden. Die Chaussee-Verwaltung. |
Mein Grundstück mit 23 Morgen Ackerland ist wegen Todesfalls zu verkaufen. Ww. Behrend, Lindenberg b. Berlin. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 19. Juni cr. Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet G. Kahlow. |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1904 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden ... Berlin, den 15. Juni 1904. Der Landrat, von Treskow. No. 56 ab 20.5.: Pritzel, Eduard; Sattlermeister; Blumberg No. 61 ab 22.5.: Hase, Wilhelm; Gastwirt; Ahrensfelde |
Krummensee. In der Nacht zum Mittwoch wurde hierselbst bei Herrn Landwirt Voigt ein Einbruch versucht. ... |
Personal-Chronik. Bestätigt: ...; Kossätengutbesitzer Gustav Bredereke, Bauergutsbesitzer August Ebel II sowie Bauergutsbesitzer August Noack als Schöffen der Gemeinde Blumberg auf weitere 6 Jahre. ... |
Lindenberg. (O.-B.) Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten am Sonnabend der frühere Gastwirt jetzige Rentier Karl Flöricke und seine Ehefrau Emilie, geb. Bolle. Beide Jubilare erfreuen sich trotz ihrer 76 Jahre der besten Gesundheit und Rüstigkeit. Nach der kirchlichen Einsegnung überreichte der hiesige Pastor dem Jubelpaare die von Sr. Majestät dem Kaiser verliehene Ehejubiläums-Medaille. Bei der bis zum frühen Morgen dauernden Feier im Gasthof zum Kronprinzen tanzte der Bräutigam noch einen flotten Walzer. |
Personal-Chronik. Bestätigt bzw. wiederbestätigt: ...; Bauergutsbesitzer Friedrich Kirschbaum als Gemeindevorsteher und Bauergutsbesitzer August Ferdinand Schmidt als Schöffe der Gemeinde Hönow; ... |
Bekanntmachung Zur Deckung der Kosten der Handwerkskammer für Berlin und den Regierungsbezirk Potsdam haben die Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke im Kreise Niederbarnim, soweit sich in ihnen Handwerksbetriebe befinden, ... beizutragen. ... Die ... aufzubringenden Beiträge berechnen sich demnach wie folgt
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5 Ferkel, 7 Wochen alt, hat noch abzugeben Wilh. Brederecke, Blumberg. Blumberg. Am Sonntag, den 10. Juli, feiert der hiesige Krieger-Verein sein Heidefest, wozu herzlichst einladet Georg Keisdorf, Gastwirt. |
Personal-Chronik Bestätigt bezw. wiederbestätigt: ...; Bauergutsbesitzer Friedrich Bredereke und Kossäthengutsbesitzer Wilhelm Schulze als Schöffen der Gemeinde Eiche |
Am 7. d. Mts., nachmittags 1 Uhr verschied nach kurzem Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwieger- und Großmutter, die Altsitzerin Auguste Ebel, geb. Grün, im Alter von 81 Jahren. Dies zeigen allen Verwandten und Bekannten tiefbetrübt an. Die trauernden Hinterbliebenen. Blumberg, den 7. Juli 1904. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. d. Mts., nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme bei der Beerdigung unserer entschlafenen Mutter, Schwieger- und Großmutter Auguste Ebel, geb. Grün, sagen wir allen lieben Freunden, sowie dem Herrn Pastor Benicke - Schwanebeck für die trostreichen Worte hiermit unsern besten Dank. Blumberg, den 12. Juli 1904. Die trauernden Hinterbliebenen. |
Personal-Chronik Bestätigt bezw. wiederbestätigt: ...; der bisherige Gemeinde-Vorsteher August Müller als solcher, sowie die Bauerngutsbesitzer Julius Lehmann und August Wegener als Schöffen und der Kossätengutsbesitzer Gottlieb Meißner als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Ahrensfelde; ... |
Krummensee. Ertrunken ist am Sonntag ein bei Herrn Gutsbesitzer Großkreuz hierselbst in Stellung befindlicher Knecht. Nach beendigter Pferdeschwemme wollte der junge Mann noch selbst ein Bad nehmen, versank aber plötzlich, wohl infolge eines Schlaganfalles. Herrn Landwirt Adolf Noack gelang es nach mehrfachem Tauchen, die Leiche des Verunglückten zu bergen. |
Personal-Chronik Bestätigt bezw. wiederbestätigt: ...; Landwirt Wilhelm Müller als Schöffe der Gemeinde Mehrow. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 24. d. Mts.: Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet Bolle, Gastwirt. |
Ahrensfelde. In der am Sonntag stattgefundenen Versammlung des hiesigen Reiter-Vereins wurde beschlossen, daß das nächste große Bauern-Wettreiten am Sonntag, den 14. August cr. abgehalten werden soll. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 31. Juli: Grosse Tanzmusik wozu freundlichst einladet G. Kahlow |
Junger Mann, der mit Pferden umzugehen versteht, zum 1. September als Kutscher gesucht. Dr. Fahrenholtz, Ahrensfelde bei Berlin. |
Junger Fleischer, Meisterssohn, 26. J., ev., mittelgroß, nicht unvermögend, sucht jüngere Dame mit 25-30 000 M. Vermögen zwecks Heirat kennen zu lernen. Aufrichtige Offerten unter J.J.1891 bef. die Expedition des Berliner Tageblattes, Berlin SW. Ahrensfelde. Sonntag, den 14. August: Grosses Bauern-Wettreiten. 8 Rennen (5 geschlossene, 2 offene, 1 Hindernis-Rennen) Anfang nachmittags 3 1/2 Uhr. Hierzu ladet freundlichst ein Der Reiter-Verein |
Mehrow. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiert am nächsten Sonntag, den 14. August, das Zimmermann'sche Ehepaar auf dem Vorwerk Trappenfelde bei Mehrow. Bereits vor 8 Jahren feierte der Ehegatte sein 50jähriges Jubiläum als Schäfer auf dem hiesigen Gut, wofür er von seiner Herrschaft angemessen belohnt und auch durch eine Ordensverleihung ausgezeichnet wurde. Möge das Ehepaar sich noch recht lange der besten Gesundheit erfreuen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Zum Nachfolger des im April d. Js. verstorbenen Pfarrers Uhlmann hat das königl. Konsistorium den Pastor Hintze aus Kulm (Westpreußen) gewählt, der sein Amt nach Ablauf des Sterbejahres, während welchem der Wittwe das Einkommen der Pfarre zusteht, antreten wird. Mehrow. (O.-B.) Das Wilhelm Zimmermann'sche Ehepaar feierte am Sonntag das Fest der goldenen Hochzeit. Morgens wurde dem Jubelpaare von der Liebisch'chen Kapelle aus Bernau ein Ständchen gebracht. Unter Vorantritt der Kapelle fuhr das Paar in einer vom Gute gestellten Kutsche, begleitet von 5 Kindern, 22 Enkeln und 2 Urenkeln, zu der Stätte, an welcher es vor 50 Jahren den Bund fürs Leben schloß. Herr Pfarrer Wagner hielt eine tief ergreifende Ansprache über das Schriftwort 1. Samuelis 7,12: "Bis hierher hat der Herr geholfen." Anläßlich seines Ehrentages wurde der Jubelbräutigam von der Landwirtschaftskammer mit einer silbernen Medaille ausgezeichnet. Das Jubelpaar steht im Alter von 73 und 78 Jahren. Der Ehemann ist so rüstig, daß er heute noch seinen Dienst als Schäfer versehen kann. Daß von seiten des Rittergutes, welchem Z. so viele Jahre treu gedient, der regste Anteil an dem festlichen Tage genommen wurde, bedarf nicht der besonderen Erwähnung. Leider ist es unterlassen worden, dem Kaiser von dem Feste zu benachrichtigen, so daß es nicht möglich war, dem greisen Paare die goldene Ehestandsmedaille bezw. das übliche Gnadengeschenk zu überreichen. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 21. und Montag, den 22. d. Mts.: Großes Erntefest wozu freundlichst einladen Bolle u. Huwe, Gastwirte. |
Ahrensfelde. Gelegentlich des Besuches des hiesigen Bauern-Wettreitens ist am Sonntag eine Berliner Dame schwer verbrannt. Dieselbe kam im Taxameter auf dem Rennplatze an, als beim Aussteigen ihre leichten Kleider plötzlich Feuer fingen. Trotzdem die Flammen durch Ueberwerfen von Decken sofort erstickt wurden, hatte sie doch schon so schwere Brandwunden erlitten, daß eine Ueberführung in ein Krankenhaus nötig wurde. (Niederb. Anz.) |
Lindenberg. Sonntag, den 21. und Montag, den 22. d. Mts.: Großes Ernte-Fest nach ländlicher Sitte, wozu freundlichst einladet Bolle, Gastwirt. Lindenberg. Sonntag, den 21. und Montag, den 22. d. Mts.: Großes Ernte-Fest in althergebrachter Weise. Hierzu ladet ergebenst ein Huwe, Gastwirt. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Bei dem schnellen Wachstum des Ortes in den letzten Jahren ist die Schülerzahl so gestiegen, daß die Anstellung eines zweiten Lehrers zum 1. Oktober d. Js. notwendig wird. Am Nordgiebel des Schulhauses ist ein Anbau ausgeführt, in welchem eine Wohnung und ein Klassenzimmer enthalten ist. Mehrow. (O.-B.) Seinem lebhaften Interesse für kirchliche Angelegenheiten hat Herr Rittergutsbesitzer Stock, der Patron der hiesigen Kirche, von neuem dadurch Ausdruck gegeben, daß er derselben eine kostbare Altardecke geschenkt hat. Vor 2 Jahren verschönte er das Gotteshaus dadurch, daß er die Innenwände und Bänke mit einem neuen Anstrich versehen ließ und anstelle der kleinen verbrauchten Orgel eine neue stiftete. |
Personal-Chronik Bestätigt und verpflichtet sind: ...; der Bauergutsbesitzer Karl Haase zu Ahrensfelde als Schiedsmann und der Bauergutsbesitzer August Müller daselbst als Stellvertreter für den Bezirk 33 (Gemeinde und Gut Mehrow und Gemeinde Ahrensfelde); ... |
Ahrensfelde. Sonntag, d. 11. u. Montag, d. 12. September: Großes Erntefest wozu freundlichst einladen W. Hase, Gastwirt; G. Kahlow, Gastwirt |
Personal-Chronik Bestätigt: ...; Gemeindediener und Nachtwächter Julius Habermann als Vollziehungsbeamter der Gemeinde Lindenberg. |
Bekanntmachung. Am Sonntag, den 25. d. Mts. früh zwischen 7 und 8 Uhr ist der Gräflich Arnim'sche Förster Strempel im Kleinen Rehhahn in unmittelbarer Nähe der Chaussee Berlin-Blumberg beim Ringen mit einem Wilderer durch einen Schuß aus seinem eigenen Gewehr so schwer verletzt worden, daß er noch am selben Mittag im Krankenhaus am Friedrichshain verstorben ist. Der Täter hat das noch mit einem Schuß geladene Gewehr, eine doppelläufige Schrotflinte, Kaliber 16, mitgenommen und ist über die Felder in der Richtung auf Hellersdorf zu entflohen, wobei er teils gefahren ist, teils das Rad geschoben hat. Das Gewehr hatte er über die Schulter gehängt. Der Unbekannte ist etwa 30-33 Jahre alt, 1,72-1,73 m groß und hat blonden Schnurrbart. Bekleidet war er mit runder, ins Gesicht gezogener Radfahrermütze, grauem Radfahreranzug, und schwarzen Schuhen, wahrscheinlich Schnürschuhen. Alle Personen, die am Sonntag früh eine, wie oben beschriebene Person gesehen haben, werden ersucht, sich sofort beim Unterzeichneten oder in Berlin auf dem Polizeipräsidium, Zimmer 321, zu melden. Als besonderes Kennzeichen wird angegeben, dass der Wilderer im Rahmen des Rades eine auffallend große, rotbraune Tasche hatte, in welcher er die Teile des zerlegbaren Gewehrs verbarg. Blumberg, den 26. September 1904. Der Amts-Vorsteher |
Eine frischmilchende Kuh verkauft Aug. Hübner, Lindenberg. |
Statt besonderer Meldung. Hierdurch die tieftraurige Nachricht, daß mein lieber Gatte, unser teurer Vater, am Sonntag, den 25. September, vormittags 11 Uhr im Kampfe mit einem Wilddiebe tödlich getroffen, seiner Verwundung nach wenigen Stunden erlegen ist. Blumberg, den 25. September 1904. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen: Frau Förster Elwine Strempel und Kinder. Der Tag der Beerdigung in Blumberg bei Berlin wird noch mitgeteilt werden. Der Revierförster Strempel, welcher über 20 Jahre in meinem Dienst gestanden hat, ist am Sonntag, den 25. cr., bei einer Begegnung mit einem Wilderer von diesem erschossen worden. Während seiner langjährigen Tätigkeit hat er sich stets als ein gewissenhafter und eifriger Beamter erwiesen und hat auch bei dem Zusammentreffen mit dem Wilderer pflichtgetreu in der Ausübung seines Berufes sein Leben eingesetzt. Ich, sowie alle, die ihn kannten und schätzen gelernt haben, werden ihm ein treues Andenken bewahren. Muskau O./L., den 26. September 1904. Hermann Graf Arnim-Muskau. Eine Wohnung, p. sogl. oder p. 1. Januar 05 zu vermieten. Grün, Schmiedemeister, Blumberg. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1904 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden ... Berlin, den 14. September 1904. Der Landrat, von Treskow. No. 186 ab 9.8.: Strempel; Revierförster; Blumberg (unentgeltl.) No. 206 ab 10.8.: Seelisch, Gustav; Eiche No. 215 ab 20.8.: Dotti, Fritz; Gutsbesitzer; Hönow No. 277 ab 18.8.: Bartel, Herm.; Kaufmann; Lindenberg No. 307 ab 19.8.: Ebel, August; Bauerngutsbesitzer; Blumberg No. 391 ab 27.8.: Dr. Fahrenholtz; prakt. Arzt; Ahrensfelde |
Für die mir beim Begräbnis meines lieben unvergesslichen Mannes in so reichem Maße erwiesene Teilnahme spreche ich hierdurch meinen tiefempfundenen Dank aus. Blumberg, den 3. Oktober 1904. Ww. Elwine Strempel. |
Wegen einer größeren Anlage will ich meinen Azetylen-Apparat billig verkaufen. Derselbe enthält eine Leuchtkraft von 15 Kerzen. Hermann Huwe. Gastwirt, Lindenberg bei Berlin. |
Bekanntmachung. Anleitung über die Behandlung von Luftballons und zugehörigen Apparaten, welche im Kreise Niederbarnim aufgefunden werden. ... Bei allen innerhalb des Königreichs Preußen ... gefundenen Ballons, Drachen und Apparaten ist sofort eine telegrafische Depeche an das Aeronautische Observatorium, Reinickendorf West bei Berlin, abzuschicken, in der die Adresse des Finders genau anzugeben ist. ... Berlin, den 8. Oktober 1904. Der Landrat, von Treskow. Personal-Chronik. Bestätigt und verpflichtet sind: ...; Der Bauerngutsbesitzer August Lehmann in Lindenberg als Schiedsmann und der Halbbauerngutsbesitzer Albert Salzmann daselbst als Schiedsmann-Stellvertreter für den Bezirk Nr. 56 (Gemeinde Lindenberg). |
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft nach langen schweren Leiden am Mittwoch abend 10 Uhr mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Großvater und Urgroßvater, der Altsitzer August Steeger im 77. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Marie Steeger geb. Seeger [!] nebst Kindern. Lindenberg, den 12. Oktober 1904. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16 Oktober. d. Js. nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Bekanntmachung. Im Monat September 1904 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden ... Berlin, den 8. Oktober 1904. Der Landrat, von Treskow. No. 434 ab ??.9.: Kirschbaum, Friedrich; Bauergutsbesitzer; Hönow No. 436 ab 10.9.: Petzke, Oswald; Förster; Mehrow [normaler Jahresschein] |
Personal-Chronik. Wieder bestätigt: Amts-Vorsteher Dotti - Neuenhagen auf fernere 6 Jahre. |
Blumberg. Am Sonnabend morgen brannten auf dem früher Wenzel'schen Grundstück Stallung und Scheune nieder. Vieh ist bei dem Feuer nicht umgekommen. Es wird Brandstiftung vermutet. |
Blumberg. Am Sonntag fand hierselbst im Saale des Herren Keisdorf die Gründung des Verkehrsvereins Berlin-Werneuchen statt. Zuerst brachte Herr Lehmann - Marzahn einiges über die zur Gründung des Verbandes unternommenen Schritte zu Sprache. Sodann wurde das von den Herren Leist und Lehmann-Marzahn ausgearbeitete Statut verlesen und dieses bis auf einige Paragraphen einstimmig angenommen. Der Verein hat seinen Sitz am Wohnort des Vorsitzenden und die Versammlungen sind Wander-Versammlungen. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Rittergutsbesitzer Böhm - Hirschfelde (1. Vorsitzender), Lehmann - Marzahn (2. Vorsitzender), Leist - Marzahn (1. Schriftführer), Maurermeister G. Büttner (2. Schriftführer), Strobach - Ahrensfelde (erster Kassierer) und Perwitschli - Berlin (2. Kassierer). Zwecke und Ziele des Vereins sind die Erreichung besserer Zugverbindungen und Verkehrsverbesserungen auf der Bahnstrecke Berlin-Werneuchen. Zur Aufnahme meldeten sich sogleich 33 Mitglieder. Blumberg. Der Hausdiener Umblat, welcher den Förster Strempel von hier erschossen hat, wird sich nur wegen Widerstandes gegen Forstbeamte zu verantworten haben. Er ist im Walde auf seinem Fahrrade dem Förster begegnet, der ihn aufforderte, abzusteigen und in den Rocktaschen dann ein auseinandergenommenes Gewehr fand. Während er nun zu entfliehen und der Förster mit seinen Söhnen ihn festzuhalten suchte, hat das Gewehr des Försters sich entladen. |
1 dreizölliger Achswagen (gut erhalten) billig zu verkaufen bei August Wegener, Büdner, Ahrensfelde. Die Beleidigung gegen den Maurermeister Herrn Otto Torge zu Willmersdorf nehme ich unter dem Ausdrucke des Bedauerns zurück. Schmöcker, Ahrensfelde. Verloren zwischen Eiche, Marzahn u. weiße Taube ein grüner Regenrock. Abzugeben Löwenbrauerei, Hohen-Schönhausen. Der Name der Schneiderfirma H. Hoffmann sowie Direktor Schöller sind im Rock eingenäht. |
Danksagung. Für die liebevollen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Ableben und der Beerdigung unseres teuren Sohnes, unseres geliebten Bruders, Enkels, Neffen und Cousins Wilhelm Salzmann sagen wir allen, insbesondere dem Pastor Herrn Benicke - Schwanebeck, dem hiesigen Turn-Verein, dem Garde-Füsilier-Regiment, sowie den Herren Offizieren, Unteroffizieren und den Kameraden der 10. Kompagnie des genannten Regiments für die gespendeten Kränze, sowie für alle übrigen Kranz- und Blumenspenden hiermit unsern aufrichtigen Dank. Lindenberg, den 28. Oktober 1904. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Salzmann. |
Lindenberg. Wegen einer Privat-Festlichkeit bleibt mein Lokal am Mittwoch, den 9. November cr. geschlossen. A. Bolle, Gastwirt. |
Verkaufe eins von meinen beiden sehr gut erhaltenen Instrumenten nach freier Wahl: 1. Pianino, 2. Pianino verbunden mit Harmonium. H. Pirl, Lehrer, Blumberg, Bez. Potsdam. |
Für die vielen Gratulationen und Glückwünsche anläßlich unserer Silberhochzeit und Verlobung sagen wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank Ahrensfelde, den 6. November 1904. August Adler und Frau, Anna Adler [und] Gutsbesitzer Julius Lehmann, Verlobte. |
1 Dienstmädchen verlangt zum 1. Januar 1905 A. Hübner, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Verzeichnis über die bis zum 1. Oktober 1904 erfolgte Verteilung von Erkennungsnummern für Kraftfahrzeuge im Landespolizeibezirk Potsdam
Potsdam, den 29. Oktober 1904 Der Regierungs-Präsident. ... | ||||||||||||||||
Bekanntmachung 100 Mark Belohnung werden demjenigen gezahlt, welcher die Täter, welche unbefugter Weise in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober d. Js. im Karpfenteich der Anstalt für Epileptische zu Wuhlgarten gefischt, so namhaft macht, daß dieselben gerichtlich belangt werden können. Ahrensfelde, den 21. November 1904. Der Amts-Vorsteher. |
1 Lehrling verlangt sofort Grün, Schmiedemstr., Blumberg. |
Die wider besseren Wissens von mir gemachten Aeußerungen gegen meinen Onkel, den Amtsvorsteher Haase, sind mir sehr leid und nehme ich dieselben hiermit reuevoll zurück. Ahrensfelde, den 2. Dezember 1904. Hedwig Haase. Ein Wagenplan ist am 30. November cr. verloren worden. Gegen Belohnung abzugeben bei Aug. Hübner, Lindenberg. Einen zuverlässigen Knecht verlangt zum 1. Januar 1905 Alb. Steeger, Kossät, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Im Monat Oktober 1904 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden ... Berlin, den 22. November 1904. Der Landrat, I.V. von Le Coq No. 616 ab 21.10.: Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlich) |
Personal-Chronik. Wieder ernannt: Der Administrator Peters in Börnicke zum Amts-Vorsteher des Amtsbezirkes Börnicke auf weitere 6 Jahre. |
Lindenberg. Donnerstag, den 15. d. Mts.: Grosses Schlachtefest und Hasenbraten-Essen verbunden mit Unterhaltungsmusik. Hierzu ladet freundlichst ein Wilhelm Lehmann, Gastwirt. |
Personal-Chronik. Wieder ernannt: Der frühere Gemeindevorsteher Hörnicke in Hönow zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Neuenhagen auf weitere 6 Jahre. |
Bekanntmachung. Im Monat November 1904 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden ... Berlin, den 8. Dezember 1904 Der Landrat, von Treskow. No. 693 ab 20.11.: Mussog, Ernst; Jagdaufseher; Hönow (unentgeltlich) |
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Bekanntmachung. Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1905 ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Wertes der auf polizeiliche Anordnung zu tötenden Tiere zugezogen werden können. Amtsbezirk Blumberg Bauergutsbesitzer August Ebel zu Blumberg Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg Amtsbezirk Ahrensfelde Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche Bauergutsbesitzer August Müller zu Ahrensfelde |
Krummensee. In der Nacht zum Montag, zwischen 3 und 4 Uhr morgens brach im Hause der Wittwe Birkholz Feuer aus, das in kurzer Zeit gelöscht wurde. Das Feuer war in der Küche zum Ausbruch gekommen und hat Küche und Kochmaschine vollständig unbrauchbar gemacht. |
Bekanntmachung Zur Vertilgung von Raubzeug wird auf der Feldmark des Rittergutes Mehrow vom 10. Februar bis 10. März d. Js. Gift gelegt werden. Ahrensfelde, den 2. Februar 1905. Der Amts-Vorsteher. |
Blumberg. (O.-B.) Ganz besonders festliche Tage waren für den Herrn Amts- und Gemeindevorsteher Grün hierselbst der 4. und 5. Februar cr. Während die Gemeinde am 4. zu Ehren ihres Gemeinde-Vorstehers nach vollendeter 25jähriger Amtstätigkeit ein Festessen im Saale des Herrn G. Ebel veranstaltet hatte, feierte Herr Grün am 5. Februar seine Silberhochzeit. Welchen Wohlwollens sich der Jubilar in seiner Gemeinde erfreut, wurde am besten durch die zahlreiche Teilnahme am Festessen bewiesen. ... Hönow. (O.-B.) Nachdem in vielen Gemeinden unserer Gegend das Gehalt der Lehrer wesentlich aufgebessert worden ist, sind vor kurzem auch die Gemeinden der Parochie Ahrensfelde, nämlich Ahrensfelde, Mehrow und Hönow, diesem Vorgehen gefolgt und haben das Grundgehalt ihrer Lehrerstellen auf 1200 und die Alterszulage auf 150 Mk. erhöht. Es bedeutet dies eine Verbesserung der Lehrer, z. B. in Mehrow um 420 Mk. jährlich. ... |
Werneuchen. Als sich der Oberschweizer B. vom hiesigen Dominium am Sonntag früh nach dem Stall begeben wollte, wurde auf dem Flur seiner Wohnung ein Schuß auf ihn abgefeuert. B. wurde im Rücken leicht verletzt, aber der Attentäter war, obgleich der Verletzte sofort seine Schweizer alarmierte, im Schutze der Dunkelheit entkommen. |
Bekanntmachung. Am 19. Februar d. Js., vormittags, ist eine unbekannte männliche Leiche auf dem Rieselfeld zu Hellersdorf im Ueberlaufbassin beim Standrohr an der Landsberger Chaussee gefunden worden. Die genannte Person ist ungefähr 35 Jahre alt, hat dunkles Haar und dunklen Kinnbart, Statur mittelgroß, ist bekleidet mit dunkler Hose, blauer Weste, dunklem Jackett und dunklem Ueberzieher, sowie langen Kniestiefeln, als Kopfbedeckung dient eine graufarbene Mütze. Irgend welche Angaben über die Persönlichkeit des Aufgefundenen nimmt der Unterzeichnete entgegen. Ahrensfelde, den 21. Februar 1905. Der Amts-Vorsteher. |
Personal-Chronik Bestätigt: Amtsvorsteher Grün als Gemeindevorsteher der Gemeinde Blumberg auf weitere 6 Jahre; |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande der Anstalt für Epileptische zu Wuhlgarten ist die Schweineseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 31. März 1905. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ende v. Mts. ist auf der Chaussee zwischen Blumberg und Ahrensfelde ein Wagenplan gefunden worden. Blumberg, den 20. April 1905. Der Amts-Vorsteher. |
Blumberg. Auf einer Automobilfahrt verunglückt ist Graf Adolf von Arnim, der auf Schloß Blumberg wohnt. Als er Weißensee erreicht hatte, platzte der Reifen eines Vorderrades. Mit einem Ruck blieb der Wagen stehen und legte sich seitwärts, so daß Graf von Arnim herausstürzte. Im nächsten Augenblick schnellte der Wagen wieder vorwärts, drehte sich im Kreise und flog mit solcher Wucht gegen einen Baum, daß der Kraftwagen in Trümmer ging. Der Chauffeur erlitt nur unwesentliche Verletzungen an den Beinen. Graf von Arnim dagegen hatte zwei Finger gebrochen und schwere Verletzungen des Hinterkopfes davongetragen. Er wurde bewußtlos nach dem Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Weißensee gebracht, wo auch der Chauffeur einen Verband erhielt. |
Bekanntmachung. Die Landstraße von hier nach Bernau wird wegen vorzunehmender Neuaufschüttungsarbeiten vom 15. d. Mts. ab auf etwa 14 Tage für Fuhrwerke gesperrt. Der Verkehr hat zweckmäßig über Birkholz stattzufinden. Blumberg, dem 10. Juni 1905. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1905 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine ertheilt worden ... Berlin, den 3. Juni 1905. Der Landratsamtverwalter, Graf von Roedern. No. 36 ab 14.5.: Meißner, Ernst; Gemeinde-Vorsteher; Mehrow No. 84 ab 28.5.: Hase, Wilhelm; Gastwirt; Ahrensfelde |
Blumberg. Am Sonntag und Montag beging der hiesige Kriegerverein unter reger Anteilnahme der hiesigen Einwohnerschaft, sowie vieler Kameradenvereine sein 25jähriges Stiftungsfest. Nicht weniger als 22 Fahnen waren in dem Festzug vertreten. |
Zur Deckung der Kosten der Handwerkskammer für Berlin und den Regierungsbezirk Potsdam haben die Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke im Kreise Niederbarnim, soweit sich in ihnen Handwerksbetriebe befinden, ... beizutragen. ... Die ... aufzubringenden Beiträge berechnen sich demnach wie folgt
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Ahrensfelde. Am Sonntag, den 20. d. M. findet das in der ganzen Umgegend bekannte Ahrensfelder Bauern-Wettreiten statt. Am letzten Sonntag wurden bereits die ersten Proben dazu abgehalten und man war erstaunt, zu sehen, mit welcher Eleganz und Sicherheit die Pferde über die Bahn gingen, trotzdem sich verschiedene junge, fast noch rohe Pferde darunter befanden und der Boden infolge des anhaltenden Regens sehr aufgeweicht war. Wir sind überzeugt, daß auch diesmal wieder am eigentlichen Renntage sich eine große Zuschauermenge in unserm Ort einfinden wird. |
Werneuchen. Im Dorfe Weesow wurde dieser Tage bei dem Bauerngutsbesitzer Herrn Nebel ein Kalb mit zwei Köpfen geboren. Herr Tierarzt Köppen beabsichtigt, die Köpfe der interessanten Verwachsungen wegen in Spiritus zu präparieren. |
Lindenberg. Sonntag, den 27. und Montag, den 28. d. Mts.: Erntefest-Musik, wozu ergebenst einladet A. Bolle, Gastwirt. |
Ahrensfelde. Das so beliebte Bauern-Wettreiten wird auch in diesem Jahre wieder hierselbst abgehalten. Das Wettreiten, welches am Sonntag, den 20. August stattfindet, umfaßt 8 Rennen und zwar vier Flach-, ein Hindernis-, ein Jagd- und zwei offene Rennen. Hoffentlich wird das Reiten, welches um 3 1/2 Uhr nachmittags beginnt, vom Wetter begünstigt, so daß ein reger Besuch zu erwarten ist. |
Verhandelt [Kreistagssitzung] Berlin, den 14. August 1905. Anwesend: Landratsamtverwalter, Regierungs-Assessor. Graf von Roedern, Vorsitzender. ...; 30. Eigentümer Bothe, Weißensee. |
Werneuchen. Am Sonntag wütete hierselbst ein furchtbares Unwetter, bei welchem verschiedene Stadtteile unter Wasser gesetzt wurden. Ein Blitzschlag zündete in der Scheune der Frau Gastwirtin Thürling und setzte die gesamten Erntevorräte in wenigen Minuten in Flammen. Die Scheune ist vollständig ausgebrannt, dagegen haben die Nachbargebäude nur wenig Schaden erlitten. ... |
Ahrensfelde. (O.-B.) Aus dem Moabiter Untersuchungsgefängnis wurde der Arbeiter Gustav Schober, der schon einmal vorbestraft ist, der 5. Strafkammer des Berliner Landgerichts II vorgeführt. Er mußte sich wegen Diebstahls verantworten. Dem Dienstmädchen Bertha Abraham im Dienst des Gastwirts Haase hierselbst hatte Sch. einen in der Bodenkammer stehenden Reisekorb aufgebrochen und daraus 10 Mark entwendet, sowie eine leere Sparbüchse, in welcher er Geld vermutete. Diese Sparbüchse fand der zur Aufklärung der Straftat herbeigeholte Blumberger Gendarm im Bettstroh des Angeklagten. Des weiteren war dem Sch. noch zur Last gelegt, dem Dienstknecht Klei aus einer Hosentasche eine Mark entwendet zu haben. Das Urteil des Gerichtshofes lautete auf 2 Jahre 6 Monate Gefängnis. |
Krummensee. Weil er keine Lage Bier ausgeben wollte, lauerten in der Nacht zum Sonntag 6 Knechte dem 21jährigen, beim Gutsbesitzer Großkreuz bediensteten Knecht Josef Blakowski beim Nachhausegehen auf, schlugen ihn nieder und brachten ihm vier schwere Stiche in den Kopf bei. Der Zustand des Verletzten gilt als nicht lebensgefährlich, immerhin dürfte eine geraume Zeit bis zu seiner Wiederherstellung vergehen. Die Messerstecher dürften eine exemplarische Bestrafung zu gewärtigen haben. |
Ahrensfelde. Die Eisenbahndirektion Berlin meldet vom 24. d. Mts. amtlich: heute vormittag kurz nach 8 Uhr wurde ein Einwohner von Werneuchen, namens Hermann Günterberg, als er mit seinem Hundefuhrwerk auf der Chaussee nach Wriezen über die Gleise der Nebenbahn Berlin-Werneuchen hinter Bahnhof Ahrensfelde fuhr, vom Zug 680 überfahren und getötet. Der Schrankenschließer hatte versäumt, die Schranke zu schließen. - Zu dem entsetzlichen Unglücksfall wird uns noch von geschätzter Seite berichtet: Der nichts ahnende G. wurde mit seinem Gefährte vom Zuge erfaßt und auf der Stelle getötet. Der Kopf wurde gräßlich zugerichtet, während der Körper buchstäblich durchschnitten wurde. Auch der Wagen ging in Trümmer, doch blieben die Tiere verschont. G., welcher 34 Jahre alt war, hinterläßt seiner Wittwe mehrere kleine Kinder. Der Amtsvorsteher von Falkenberg erschien bald auf der Unglücksstelle, um den Tatbestand aufzunehmen. Für den Schrankenwärter wird dieser traurige Vorfall die nachhaltigsten Folgen haben. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Herr Dr. Fahrenholtz siedelt nach Jasenitz bei Stettin über. Die Kassenarztstelle in Ahrensfelde mit einem Einkommen von 8-10000 Mark wird frei und ist sofort zu besetzen. |
Bekanntmachung. Im Monat Oktober 1905 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 11. November 1905. Der Landrat, I.A. von Le Coq, Regierungsassessor. No. 692 ab 24.10. Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlich) |
Werneuchen. Die an der Bahnstrecke Werneuchen-Berlin belegenen Ortschaften beabsichtigen, um Einführung des Vorortverkehrs zu petitionieren. - Auch soll darauf hingewirkt werden, daß die Schnellzüge in Blumberg halten. - In Weesow brannte vor einigen Tagen ein Herrn Michael Thürling gehöriger Stall aus. Das Vieh konnte gerettet werden. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Bei uns ist die Diphteritis eingekehrt und hat einen hoffnungsvollen Knaben der II. Klasse in einigen Tagen dahingerafft. Die Hälfte der hiesigen Kinder fehlten in der Schule, und die Eltern befinden sich in großer Sorge. Auch Erwachsene sind von der bösen Krankheit nicht verschont geblieben. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Wie alljährlich feierte der hiesige Reiterverein am Sonnabend, den 9. Dezember im Saale des Herrn Haase sein Stiftungsfest, zu dem viele Freunde des edlen Rennsports eingeladen waren. Während der Tafel brachte der Vorsitzende, Herr Bäckermeister Junghanß, ein Hoch auf den hohen Protektor des Rennsports, Sr. Majestät den Kaiser, aus, in welches die Tafelrunde begeistert einstimmte und die Nationalhymne sang. Sodann toastete Herr Lehrer Strobach auf den Reiterverein. Im Anschluß daran wurde ein eigens zu dem Feste gedichtetes Reiterlied gesungen. Durch verschiedene Mitglieder des Vereins wurden dann ein kleines Theaterstück und einige humoristische Vorträge aufgeführt, welche sehr beifällig aufgenommen wurden. Hierauf fand Verlosung vieler niedlicher Sachen statt. Bei der Polonaise wurden die Damen durch Ueberreichung kleiner Geschenke erfreut. Der Tanz hielt die Festteilnehmer noch manche Stunde fröhlich beisammen. (O.-B.) Lindenberg besaß 1696 20 Hüfner mit 79 Hufen, 8 Kossäten, einen Schmied und einen Hirten. ... |
Blumberg. Ein Unfall, welcher hoffentlich keine schweren Folgen haben wird. ereignete sich bei dem Kossäten Bredereck, dessen etwa elfjähriger Sohn beim unvorsichtigen Umgehen mit der Axt sich eine tiefe Fleischwunde am Fuße beibrachte, so daß der Heilgehilfe einen Notverband anlegen mußte. |
Blumberg. Zu dem am Sonntag, den 31. d. M. bei mir stattfindenden Sylvester-Ball lade freundlichst ein. Georg Keisdorf, Gastwirt |
Blumberg. Eine Hausväterversammlung beschloß die Erhöhung des Grundgehalts der Lehrer von 1000 auf 1200 Mark. |
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Bekanntmachung. Nachweisung derjenigen Personen, welche im Jahre 1906 auf Grund des §18 des Gesetzes, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, vom 12. März 1881 zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Wertes der auf polizeiliche Anordnung zu tötenden Tiere zugezogen werden können. Amtsbezirk Blumberg 1. Bauergutsbesitzer August Ebel zu Blumberg 2. Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauergutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauergutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg Amtsbezirk Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Eilers zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche 4. Bauergutsbesitzer August Müller in Ahrensfelde |
Bekanntmachung. Auf dem Blumberger Gemeinde-Jagdrevier wird während der Monate Januar und Februar Gift zur Vertilgung von Raubzeug gelegt werden. Blumberg, den 3. Januar 1906. Der Amts-Vorsteher. |
Verhandelt [Kreistagssitzung] Berlin, den 18. Dezember 1905. Anwesend: Landrat Graf von Roedern, Vorsitzender. Kreistagsabgeordnete: ..., 6. Generalleutnant z.D. v. Bothe - Fredersdorf, ..., 35. Eigentümer Bothe - Weißensee, ..., 44. ... u.a. 5. Erbauung einer Kreis-Chaussee von Mühlenbeck nach Blumberg [über Schönerlinde-Buch-Schwanebeck-Birkholz] |
Ahrensfelde. Wie notwendig die Haftpflicht ist, beweist folgender bedauerliche Unfall. Vor kurzem lies der Bauergutsbesitzer Hoppe hierselbst einen geliehenen Wagen zum Nachbar schaffen und folgte dem Wagen nur, um dem Besitzer seinen Dank abzustatten. Kaum jedoch hatte er das fremde Gehöft betreten, so glitt der sehr korpulente Mann auf einer schlüpfrigen Wasserrinne aus und schlug derartig mit dem Hinterkopfe auf das Steinpflaster, daß er besinnungslos nach Hause getragen werden mußte. Der hinzugezogene Arzt stellte Schädelbruch und Gehirnerschütterung fest. Eine im Weißenseer Krankenhause vorgenommene Operation war auch erfolglos und so trat der Tod schon nach wenigen Tagen ein. An die Witwe und die vier unversorgten Kinder des H. hat die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft eine Entschädigungssumme zu zahlen, die das Fortbestehen der Wirtschaft ermöglicht. Ahrensfelde. (O.-B.) Die Diphteritis-Epidemie ist leider immer noch nicht im Erlöschen. Erst kürzlich mußte ein kleines taubstummes Mädchen vom hiesigen Arzte behufs Luftröhrenschnitts ins Krankenhaus nach Weißensee gesandt werden. Sogar der frühere Kutscher des hiesigen Arztes wurde ins Krankenhaus gesandt, da die Diphterie sehr heftig bei ihm auftrat und das Schlimmste zu befürchten war. Vom hiesigen Amte ist der staatlich geprüfte Desinfektor Herr Beerbaum - Blumberg engagiert, um die Wohnungen, in denen Diphterie herrschte, zu desinfizieren. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Mit seltener Hartnäckigkeit grassiert hier die Diphteritis. Fast schien es schon einmal, als wäre die Epidemie erloschen, doch tauchen von Zeit zu Zeit immer wieder neue Fälle auf. Jetzt ist von zwei Neuerkrankungen in verschiedenen Familien desselben Hauses zu berichten, wo die Krankheit ihren Ausgang nahm. Es ist dieser Fall umso wunderbarer, als dieses Haus von einem staatlich geprüften Desinfektor desinfiziert worden ist. Daß durch das Wiederauftreten des bösen Gastes die Gemüter der Eltern von neuem beunruhigt sind, ist leicht erklärlich, zumal unser Ort zurzeit ohne Arzt ist. Recht sehr leidet unter dieser Krankheit der Schulbesuch. Schon seit Anfang Dezember waren an keinem Tag alle Schüler zur Stelle. |
Mehrow. (O.-B.) Unser Ort sollte 1696 haben: 8 Hüfner mit zusammen 43 Hufen, 3 Kossäten, 1 Hirt und 1 Laufschmied. Es fehlten jedoch damals 5 Bauern; die noch vorhandenen waren: der Schulze Hans Jürgen Zepernicke (6 Hufen), Jürgen Palm (auf Eichbaums Gut; 6 Hufen) und Andr. Staberow (5 Hufen). Von den 26 wüsten Hufen gehörten 4 zum Kruge und wurden "von der Obrigkeit genützet", 6 zum ehemaligen Urban Brederek'schen Gute und wurden zu gleichen Teilen von den Kossäten Schneider und Meißner bestellt, sechs Hanckel'sche Hufen, von der Obrigkeit eingezogen, 5 zu dem wüsten Peter Brederek'schen Gute, von denen die Obrigkeit 3 und der dritte Kossät Joh. Rosch 2 beackerten, und 5 zu Peter Blankenburgs Gut, welches ebenfalls die Obrigkeit "brauchete". Wann die genannten Güter ihre Besitzer verloren, wird in dem amtlichen Revisionsbericht nicht gesagt; lehrreich ist indessen die Bemerkung über das Kossätengehöft des Peter Rosch oder Rasch: "hat ein gering Häuschen mit lehmernem Schornstein, wenig gut, weil vorher viele darauf gewohnet haben." Wahrscheinlich wechselte die Bevölkerung überhaupt sehr und zwar deswegen, weil es damals äußerst schwierig war, auf einen grünen Zweig zu kommen. Besonders die schweren Kontributionen des Jahres 1675 haben manchen Wirt, der nichts mehr zu verlieren hatte, genötigt, den Wanderstab zu ergreifen. Doch es gab noch Ausnahmen: Andres Staberow wohnte in seinem Hause bereits 40 Jahre, obgleich er nicht die Mittel besaß, sein Gehöft zu reparieren. Der Scheune fehlte das Dach und die Schwellen waren verfault. Lobes Schneider, der Kossät, hatte "ein gar altes Haus", welches nicht mehr stehen kann. Die Scheune ist zwar von den vorigen Wirten sehr eingewohnet; dieser aber hat sie wieder gelehmet. Auch Christian Meißner besaß "ein gar altväterliches Haus" und es "seindt eine gefährliche Feuerstelle darin". Der Schulze "stand in Freijahren", die bis Dezember 1696 reichten, weil er ein neues Haus gebaut hatte. Die Laufschmiede scheint 1696 nicht mehr vorhanden gewesen zu sein. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Ergänzend zu den Berichten über die Diphteritis-Epidemie ist jetzt zu melden, daß auf Anordnung des Königlichen Landrats die Schule bis auf weiteres geschlossen worden ist, da auch einer der Lehrer erkrankt ist. Durchschnittlich fehlten seit langer Zeit 40 Prozent der Schüler, doch waren auch mehrere Erwachsene erkrankt. In ganzen sind drei Todesfälle an Diphterie zu verzeichnen. Mögen die jetzigen Krankheitsfälle einen gutartigen Verlauf nehmen, damit nicht neue Todesfälle die besorgten Eltern abermals beunruhigen. - Recht unangenehm wird es allgemein empfunden, daß wir noch immer ohne Arzt sind. Es ist dies um so weniger erklärlich, als mit einer erträglichen Kassenpraxis auch eine ausgedehnte Privatpraxis verbunden ist. |
Geschäfts-Plan zur Musterung der Militärpflichtigen im Kreise Niederbarnim pro 1906. A. Aushebungsbezirk Niederbarnim I (Pankow) B. Aushebungsbezirk Niederbarnim II (Lichtenberg) I. Bernau im Restaurant "Elysium" II. Alt-Landsberg im Restaurant "Zum Deutschen Hause" 1. Am Donnerstag, den 22. März 1906, Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Ahrensfelde, Bollensdorf Gemeinde und Gut, Eiche, Hönow, Alt-Landsberg Stadt mit Baufelde und Amt, Mehrow, Seeberg, Werder 2. Am Freitag, den 23. März 1906, Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Eggersdorf, Fredersdorf Gemeinde und Gut, Lichtenow, Rehfelde, Tasdorf Gemeinde und Gut 3. Am Sonnabend, den 24. März 1906, Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Herzfelde, Krummensee, Löhme Gemeinde und Gut, Petershagen, Seefeld, Vogelsdorf Gemeinde und Gut 4. Am Montag, den 26. März 1906, Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Ortschaften: Blumberg Gemeinde und Gut, Hellersdorf mit Wuhlgarten, Hennickendorf, Neuenhagen Gemeinde und Gut III. Friedrichshagen im Restaurant "Gesellschaftshaus" IV Friedrichsfelde im Schloßrestaurant V. Lichtenberg im Schwar'schen Restaurant Der Zivil-Vorsitzende der Ersatzkommission der Aushebungsbezirke Niederbarnim I und II. Graf von Roedern, Königlicher Landrat. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Ueber den baulichen Zustand der hiesigen Gehöfte entnehmen wir aus einem amtlichen Bericht vom Jahre 1696 folgende Angaben: Das Haus des Krügers Andr. Wegener "ist sehr baufällig, vorne hat der verstorbene Amtmann vom Müllerhofe Andreas Wilcke eine Stube und einen Flur angebauet. Wenn aber das alte hinten niederfällt, kann das vordere nicht vor ein Haus bestehen. Die Scheune hat der Amtmann auch gebaut." "Jürgen Müllers Witwe hat ein Haus, ist eins von den ältesten, ohne Schornstein; es scheint, daß dieser Mann ein guter Wirt gewesen, sonst hätte es schwerlich so lange gestanden." "Michel Klueß Pauerhaus hat noch der Herr Hauptmann Britzke vor ein 20 Jahren gebauet, hat einen Schornstein ohne Haube; hinten ist das Haus sehr gesunken und das Dach firstlos, scheinet, daß der Wirt nicht Lust zu bauen hat." "Peter Henckels Kossätenhaus und Scheune sind aneinander, haben 16 Jahre wüst gestanden, werden auch bald zugrunde gehen." Hans Giese hat Rademachers Hof "vor 16 Jahren angenommen; es seindt aber vorher viele üble Wirte darauf gewesen. Haus und Scheune sind sehr ruiniert; dieser scheinet auch nicht der beste Wirt zu sein". Die übrigen Häuser scheinen sich in einem verhältnismäßig befriedigenden Zustande befunden zu haben; sie waren auch ziemlich neu und stammten größtenteils aus den achtziger Jahren des 17. Jahrhunderts. Die Zahl der Bauerstellen betrug 1696 13, ebenso groß war die der Bauern; doch werden noch 4 wüste Bauernhufen ("zu Michel Jürgens Gut") genannt, welche 4 Wirten zugelegt worden waren. Von den 67 im Schoßbuch genannten Hufen besaßen: der Schulze Hoppe 7, M. Dahne 5, Andr. Brederecke 5, Chr. Haase 6, Ch. Lehmann 6, Witwe Müller 5, Wegener 6, Freyberg 6, Kraatz 6, M. Klueß 4, Phil. Henckel 3 und Lobes Schlaue und Christoph Klueß je 2. Von den ehemaligen 6 Kossäten waren 1696 noch 4 "bewohnt": Christoph Klueß, Daniel Peull, Jacob Schlaue, und H. Giese. Wüst waren die Gehöfte der Kossäten Jacob Hermann und Phil. Henckel. Der letztere besaß 1696 ein Bauerngut. |
Blumberg. Ein Unglücksfall ereignete sich vor einigen Tagen durch die eigene Schuld der Betroffenen. Die Dienstmagd eines Gutsbesitzers wurde von einem Dungwagen überfahren: der hinzugezogene Arzt stellte zwei Rippenbrüche fest. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Die Diphteritis-Epidemie ist als erloschen zu betrachten. Der Herr Kreisarzt war selbst hier, um sich persönlich von dem Stand der Krankheit zu überzeugen und die erforderlichen Anordnungen zu treffen. Nachdem nun in der vorigen Woche die Klassenzimmer desinfiziert und gründlich gereinigt wurden, konnte am Montag der Unterricht wieder aufgenommen werden. Ausgeschlossen vom vorläufigen Besuch der Schule sind ca. 15 Prozent Rekonvaleszenten. |
Zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares [26. Februar] und zur Vermählung des Prinzen Eitel Friedrich [mit Herzogin Sophie Charlotte / Oldenburg] |
Ahrensfelde. (O.-B.) Die Doppelhochzeit unseres erhabenen Kaiserhauses wurde hier überaus glänzend gefeiert. Morgens um 9 Uhr fand eine gemeinsame Schulfeier statt. Die Kinder erhielten Festschriften als Geschenke. Trotz strömenden Regens begab sich vormittags 11 Uhr der Militärverein zum Schießstande, zwecks Pflanzung einer Eiche. Der im vorigen Jahre erbaute Schießstand ist jetzt mit Anlagen versehen und haben dieselben durch die letzte Pflanzung einen würdigen Abschluß gefunden. In markigen Worten weihte Herr Amtsvorsteher Hase die Eiche als "Hohenzollern-Eiche". Er schloß mit einem Kaiser-Hoch. Auf den Inhalt der versenkten Urkunde ging Herr Kamerad Lehrer Grohmann ein und wies nach, warum man gerade eine "Hohenzollern-Eiche" gepflanzt habe. Sein Hoch galt den Hohenzollern. Damit hatte die kurze, erhebende Feier am Schießstande ihren Abschluß gefunden. Um 2 1/4 Uhr versammelten sich sämtliche Vereine im Gasthof Kahlow und begaben sich, nachdem sie ihre Vereinsfahnen abgeholt hatten, zum Festgottesdienst nach der Kirche. Nach beendigtem Gottesdienst marschierten der Militär- und Gesangsverein zum Kommers nach dem Haseschen Gasthofe, wohin sich auch der Reiterverein zu Pferde unter Anführung seines Rittmeisters Herrn Bäckermeister Junghanß begab. Hier hatten bereits die übrigen Vereine nebst Schule Aufstellung genommen. Herr Amtsvorsteher Hase wies auf die hohe Bedeutung des Tages hin. Mit einem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch schloß er seine Rede. Sodann fand unter Vorantritt der Liebisch'chen Kapelle aus Bernau ein Festzug durch das Dorf statt. Nach dem Umzug führten der Militär- und der Reiterverein einen vorzüglichen Parademarsch aus. Abends erfolgte eine allgemeine Illumination. Später fanden in beiden Lokalen Aufführungen und Ball statt. Bei den Festveranstaltungen hielt Herr Pastor Hinz die Festrede. Während bei Kahlow der Männer-Gesangsverein mehrere dem Tage angepaßte Lieder vortrug, versammelten sich die Krieger und Reiter zur gemeinsamen Feier bei Hase. Es gelangte das Festspiel von Edmund Braune: "Dem Kaiserpaar im Silberreis" zur Aufführung. Darauf folgte ein Ball, der in schönster Harmonie verlief. Auch auf Ahrensfelde paßt das Wort des Invaliden aus dem Festspiel: "Des deutschen Volkes Liebe, sie ist echt! In jedem Stand, ob niedrig oder hoch, Zu ihrem Kaiserpaare hält sie doch!" |
Mehrow. Eine Deputation von einigen 20 Herren besichtigte vor einigen Tagen das hiesige Gut. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Gemeinde Weißensee, das Gut oder einen Teil desselben zu Rieselzwecken aufzukaufen. |
Bekanntmachung. Die Frühjahrs-Kontroll-Versammlungen 1906 werden im Kreise Niederbarnim wie folgt abgehalten: Kontroll-Versammlungsort: Alt-Landsberg (Schützenhaus) Waffengattung: Reservisten und Wehrleute der Garde- und Provinzial-Truppen und der Marine: Jahresklasse 1905-1897: 3. April 9 vormittags, 1896-1893 3. April 2 nachmittags Ersatz-Reservisten, 1905-1893: 3. April, 2 nachmittags Aus den Ortschaften: Alt-Landsberg Stadt mit Forsthaus Alt-Landsberg, Baufelde, Paulshof, Berliner Mühlen, Bruchmühle, Neues Vorwerk, Neu-Hönow, Walkmühle und Radebrück, Bollensdorf mit Elisenhof, Eggersdorf mit Hohefließ, Neue Mühle, Bahnhof Strausberg, Neuenhagen mit Fürstenberg, Niederheide, Hönow, Krummensee, Mehrow mit Trappenfelde, Seeberg, Wilhelminenhof bei Seeberg, Wolfshagen, Alt-Landsberg Domänenamt und Amtsfreiheit |
Ahrensfelde. (O.-B.) Wer die Karte von Groß-Berlin mit seinen vielen Ansiedlungen und Villenkolonien betrachtet, wird entdecken, daß gerade der Nordosten von diesen Spekulationen verschont blieb. Den Grund dafür findet man zum großen Teil darin, daß diese Gegend nicht mit den Reizen der Spree- und Havellandschaften ausgestattet ist, zum anderen aber auch die ausgedehnten Rieselfelder jede Bebauung zur Unmöglichkeit machen. Mit Recht kann man daher jeden Ort beglückwünschen, der seine Aecker nicht zum Zwecke der Berieselung verkaufte, sondern geduldig ausharrte, bis der geeignete Käufer erschien. Zu diesen Gemeinden zählt auch Ahrensfelde. Zu wiederholten Male traten Agenten an die Besitzer heran, doch kam es nie zu einem Verkauf, da man sich einig war, nie zu Rieselzwecken zu verkaufen. Da tauchten andere Projekte auf, und in gemeinschaftlichen Versammlungen wurden die Bedingungen beraten. Jedoch auch diese führten zu keinem Ziele. Vor einem Vierteljahre unternahmen es zwei Berliner Herren von neuem, mit den hiesigen Besitzern in Verhandlungen zu treten. Was früher nicht möglich war, gelang jetzt - und nur dadurch, daß man nicht (wie bei früheren Versuchen) gemeinschaftlich verhandelte, sondern mit jedem Besitzer den Vertrag abschloß. Auf diese Weise wurden ca. 1400 Morgen Acker zum größten Teil jenseits der Bahn, an der Lindenberg-Blumberger Grenze gelegen, zum Verkauf gestellt. Mit sämtlichen Besitzern ist ein notarieller Vertrag geschlossen, dahingehend, daß die Parteien bis zum 1. Juli cr. gebunden sind. Nach Unterzeichnung der Verträge tauchten nun die verschiedensten Gerüchte auf, zu welchem Zwecke man die Ländereien verwerten wolle. Man sprach von einer Villenkolonie usw. Wochenlang war man in Spannung und Erwartung "der Dinge die da kommen sollen" und für unseren Ort einen gewaltigen Umschwung bedeuten werden. Endlich, als man an den verschiedensten Stellen Bohrungen vorgenommen hatte, und wiederholt Deputationen das Terrain besichtigt hatten, hielt man mit der Wahrheit nicht zurück - "Zentralfriedhof"! Wohl die ganze Gemeinde ist mit diesem Projekt einverstanden, zeigte doch die Gemeinde-Vertretung den von der Stadt-Synode gestellten Forderungen das weitgehenste Entgegenkommen. Der Vorsteher Oehmke der Stadt-Synode Berlin war selbst in der Versammlung und erstattete ausführlichen Bericht. Nach demselben fordert die Synode von der Gemeinde: 1. Pflasterung der Hauptzufuhrstraße, des Lindenberger Weges; 2. Regulierung der Wuhle; 3. Beibehaltung der ortsüblichen Umsatzsteuern. Wie schon gesagt, willigte man ein. Am 29. März wird nun die Synode endgültig über dieses Projekt zu beschließen haben. Wenn sich auch unter den 100 Synodalen einige Gegner finden werden, so ist doch berechtigte Hoffnung vorhanden, daß das Projekt verwirklicht wird, da es die denkbar günstigste Lage zu Berlin hat. Bahnverbindung ist bereits da und würde doch auch in kürzester Zeit Vorortverkehr eingerichtet werden. Außerdem ist bereits die Vor-Konzession zum Bau einer elektrischen Straßenbahn von Berlin nach hier und event. Friedhof für die Continental-Gesellschaft eingerichtet worden. Als Nachteil könnte nur der diesjährig hohe Wasserstand in die Waagschale geworfen werden. Diese Klippe läßt sich jedoch auch leicht umschiffen, da das Wasser erstens durch die Regulierung der Wuhle bedeutend fällt und zweitens der Kirchhof nach Hamburger Art angelegt werden soll. Außerdem wäre genügend Boden vorhanden, um jede Senkung auszugleichen. Von all den Nachteilen, welche sich nach Erwerb des Stahnsdorfer Friedhofs herausgestellt haben, wäre hier keiner zu befürchten. Die Verträge sind klipp und klar abgeschlossen und erhoffen wir Ahrensfelder vom 29. März nur ein einmütiges "Ja". |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., der Kutscher Ferdinand Burow als Nachtwächter der Gemeinde Lichtenberg der bisherige Gemeindevorsteher August Klus als solcher der Gemeinde Eiche auf weitere 6 Jahre. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Der Konservative Volksverein des Kreises Niederbarnim (Geschäftsstelle Berlin O. 112, Mainzerstraße 25) erläßt eine Einladung zur Teilnahme an einer Versammlung, welche am Freitag, 27. April d. Js. abends 8 Uhr im Gasthofe von Haase hierselbst stattfindet. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Herrn Düsing: "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" |
Werneuchen. In plötzliche Trauer wurde am Sonnabend die Familie des Tischlermeisters Karl Hölß versetzt. Herr Hölß hatte sich nach dem Polizeibureau begeben, um eine kleine Angelegenheit zu regeln. Als er darauf einige Worte mit dem Bürgermeister sprach, fiel Hölß um und war sofort tot. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein jähes und frühes Ende gemacht. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Auf dem Gelände des neuen Zentralfriedhofes Ahrensfelde sind jetzt Ingenieure und Feldmesser rastlos tätig, um das 1100 Morgen große Gelände zu vermessen und zu kartieren, denn schon im nächsten Jahr sollen Bestattungen hierselbst stattfinden. Eine Unsumme von Arbeit muß in der verhältnismäßig kurzen Zeit gemeistert werden, wenn man bedenkt, daß der Gottesacker eine Musteranlage im Deutschen Reich werden soll, eine ähnliche, aber bedeutend kleinere existiert bisher nur in Ohlsdorf bei Hamburg. Dieser neue Kirchhof wird nicht nur allein Begräbnisstätte werden, sondern auch die zu schaffenden Parkanlagen, zu welchen die vorhandenen herrlichen etwa 150 Morgen großen Waldungen eine prächtige Grundlage bilden, sollen den Leidtragenden Raum für Erholung bieten. Nach einem Beschluß der Gemeinde-Interessenten wird auch demnächst mit der Pflasterung der Straße von der Dorfkirche bis zum neuen Bahnhof am Zentralfriedhof begonnen werden, welche auch die neue Villenkolonie in ihrer ganzen Länge durchschneidet. Die Preise für das an der Bahn gelegene Gelände, welche dem neuen Kirchhofe gegenüberliegen und wo demnächst die Ansiedlungen stattfinden werden, sind natürlich in der letzten Zeit um das zwei- und dreifache gestiegen, was auch berechtigt erscheint, wenn man bedenkt, daß eine große Anzahl von Beamten, Friedhofsarbeitern und sonstigen Geschäftsleuten sich hier niederlassen werden. Auch der Vorortsverkehr wird nunmehr in absehbarer Zeit über Ahrensfelde hinaus bis nach Werneuchen eingerichtet und die elektrische Bahn Waßmannstraße-Hohenschönhausen nach hier weitergeführt werden. Durch die Schaffung des Zentralfriedhofes wird aus dem bisher stillen Ackerdorfe Ahrensfelde mit einem Schlage eine der lebhaftesten Vorortgemeinden entstehen, welche infolge seiner durchaus günstigen hygienischen Lage zur Ansiedlung äußerst geschaffen ist. |
Krummensee. Am Freitag früh um 4 Uhr brannte auf dem zur Domäne Krummensee gehörigen Vorwerk Wilhelminenhof ein mit Stroh bedeckter Schafstall nieder. Löschversuche erwiesen sich als erfolglos. In dem Feuer kamen ca. 300 Schafe und mehrere, den auf Wilhelminenhof wohnenden Arbeitern gehörigen Ziegen und Schweine, sowie Federvieh um. |
Hönow. (O.-B.) Am vergangenen Sonntag feierte unser Landwehrverein das Fest der Fahnenweihe. ... Die Fahne lieferte die Firma Ritter - Berlin zum Preise von 600 Mark. |
Blumberg. (O.-B.) Am Sonntag feierte der hiesige Turnverein "Germania" sein Sommerfest, zu welchem auch Turngenossen des Lindenberger Vereins sowie des "Armin"-Berlin erschienen waren. Nach dem Umzug durchs Dorf wurde den ganzen Nachmittag flott geturnt, und klappten die vorgeführten Uebungen vorzüglich. Abends fand im Vereinslokal Keisdorf Ball statt. |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1906 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 7. Juni 1906. Der Landrat, I.A. Graf zu Dohna, Regierungs-Assessor. No. 51 ab 16.5. Meißner, Ernst; Gem.=Vorsteher; Mehrow No. 88 ab 23.5. Müller, Hans; --; Gut Mehrow |
Veranlagung ... zu den Kosten der Handwerkskammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1906/07. Die ... aufzubringenden Beiträge berechnen sich demnach wie folgt
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Bekanntmachung. Die Dorfstraße in Eiche am Ausgang nach Marzahn ist wegen Umpflasterung für einige Zeit für den Wagenverkehr gesperrt. Ahrensfelde, den 20. Juni 1906. Der Amts=Vorsteher. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Nach einer fast tropischen Hitze der letzten Tage ging am Freitag vormittag gegen 8 Uhr ein kurzes aber recht kräftiges Gewitter nieder. Ein Blitzstrahl traf das Wohnhaus des Gärtnereibesitzers H. Adler, ohne jedoch großen Schaden anzurichten. Der Strahl fuhr an der Giebelwand herunter und setzte im Wohnzimmer ein Sofa in Brand, der jedoch schnell gelöscht war. Eine Tochter war kurze Zeit vorher noch in dem Zimmer gewesen und entging nur dadurch dem Schicksal, daß sie an eine andere Arbeit ins Nebenzimmer gerufen wurde. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Einen guten Fang machte der Falkenberger Gendarmerie-Wachtmeister im hiesigen Walde, indem es ihm gelang, in der Person des Anstreichers Herm. Petzold aus Weißensee einen Vogelfänger und Jagdfrevler schlimmster Sorte zu fassen. Nicht weniger denn 9 Singvögel, 2 Kaninchen und 1 Junghasen hatte P. bereits lebend in seinen Netzen, als ihm das gerechte Schicksal ereilte. Nachdem auf telephonischem Wege die Personalien bestätigt wurden, sah man von einer Inhaftierung des P. ab, doch er hat eine längere Freiheitsstrafe zu gewärtigen, die sich noch dadurch erhöhen müßte, daß er seinen Sohn bei sich hatte, den er zu dem "sauberen Handwerk" anlernen wollte. |
Blumberg. (O.-B.) Noch rechtzeitig gefaßt wurde der 17 Jahre alte Knecht Paul Tochmann, gebürtig aus Oberschlesien, welcher bei dem hiesigen Bauerngutsbesitzer Bredereck im Dienst stand und sich, nachdem er den Mitknecht Gorn aus Ahrensfelde bestohlen hatte, heimlich entfernte. Bald wurde er vermißt und mit ihm ein Paar neue Stiefeln im Werte von 12 Mk. nebst einem Portemonnaie mit 7,60 Mk., welche dem anderen Knecht G. gehörten. Der benachrichtigte hiesige Gendarm nahm sofort die Verfolgung auf. Kurz vor Ahrensfelde gelang es ihm schon, den Ausreißer in dem Augenblick zu fassen, als er sich von dem zufällig vom Felde kommenden Gemeindevorsteher Müller den nächsten Weg nach Berlin angeben ließ. Ohne Leugnen gestand er auch sogleich seine Vergehen ein, war auch gern bereit, sich durch seinen alten Anzug, den er in eine, Gehölz an der Chaussee zurückgelassen hatte, noch "mehr zu belasten", um sodann nach Blumberg zurückzuwandern, wo er wegen Fluchtverdachts sogleich in Haft behalten wurde. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Am Donnerstag mittag hatten wir wiederum ein sehr schweres Gewitter. Ein Blitzstrahl traf das Gestänge der Telephonleitung auf dem Rob. Wolff'schen Hause ohne Schaden anzurichten. Nur wurden die in der Nähe weilenden Personen durch den starken Luftdruck zurückgeworfen. Das Gewitter war von einem starken Regen begleitet, der mit wenig Hagel untermischt war. Ahrensfelde. (O.-B.) Daß die Grundstückspreise infolge der durch die Errichtung des Zentralfriedhofes einsetzenden Landspekulationen hierselbst erheblich steigen, beweist folgender Verkauf, der vor einiger Zeit abgeschlossen wurde. Im vorigen Jahre erstand der Rentier Johst das Roderjahn'sche Grundstück für 22000 M., welches er kürzlich für 30000 M. an den Gutsbesitzer Aug. Haase hierselbst veräußerte. Noch krasser wird das Verhältnis, wenn wir eine Baustelle mit hinzurechnen, die ein Kaufmann Ehrlich - Berlin besaß und ursprünglich auch zu der Wirtschaft gehörte, jedoch s. Zt. von J. nicht gekauft wurde, denn danach beträgt der heutige Preis 38000 M. gegenüber 25000 M. im Vorjahre. Wie verlautet will H. auf dem Grundstück eine Gärtnerei errichten. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Seit etwa acht Tagen herrschen die Masern hier in bedeutendem Umfange. An einigen Tagen fehlten in der Schule bis zu 50 Prozent. In der ersten Klasse waren sogar an einem Tage von 51 nur 19 zur Stelle. Die Krankheit tritt glücklicherweise sehr leicht auf, so daß die meisten Kinder nach einigen Tagen immer wieder auf dem Posten sind. Krummensee. Eine schwere Oxydvergiftung zogen sich hierselbst die beiden bei dem Lehngutbesitzer Noack bediensteten Mädchen Selma Sperling und Hulda Mai zu. Dieselben hatten abends nach beendeter Arbeit noch längere Zeit in ihrer Kammer Wäsche geplättet und begaben sich dann, ohne die Spiritusplätte aus dem Zimmer zu entfernen und ohne vorher gelüftet zu haben, zur Ruhe. Als die Mädchen am Morgen geweckt werden sollten, fand man sie betäubt in ihren Betten liegen. Der schnell herbeigerufene Arzt stellte eine schwere Spiritusgasvergiftung fest und ordnete die sofortige Ueberführung der Erkrankten ins Alt-Landsberger Krankenhaus an. Das Befinden der beiden Patientinnen ist den Umständen nach zufriedenstellend; der Fall selbst mahnt aber zu größter Vorsicht. |
Bekanntmachung. Im Monat Juni 1906 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 9. Juli 1906. Der Landrat, I.A. Graf zu Dohna-Lauck, Regierungs-Assessor. No. 120 ab 14.6. Hase, Wilhelm; Gastwirt; Ahrensfelde Personal-Chronik. Ernannt: der Amtssekretär Bode zu Blumberg zum zweiten Standesbeamten-Stellvertreter für den 25. Bezirk Blumberg |
Blumberg. Wenig Lust zum Arbeiten - desto mehr aber zum Stehlen - bekundete ein von dem Gutsbesitzer Juert engagierter Knecht, welcher nach einigen Tagen mangelhaft geleiteten Dienstes seinen Herr Herrn um Auslieferung der Papiere zur Anmeldung bat. Er ging weg, kam aber nicht wieder; mit ihm gegangen war das Portemonnaie seines Kollegen Jach mit 8 Mk. Inhalt. Von dem Diebe ist noch nichts ermittelt. |
Eiche. (O.-B.) Unser Ort hatte 1696 statt der 9 Bauern mit 34 Hufen nur 7, und statt der 5 Kossäten nur 3, die 4 Brose'schen und 2 Ostwald'schen Hufen werden als wüst bezeichnet, waren aber verpachtet. ... Hönow. (O.-B.) Hönow gehört zu den Niederbarnimer Ortschaften, in denen das Ziegeldach am frühesten auftritt. Nach einem Bericht vom Jahre 1696 besaß der Siebenhüfner H. Haberkorn (der Schulze) ein bereits 1644 erbautes Haus, welches zwar ganz schwellenlos war, aber einen guten Schornstein und ein Ziegeldach hatte. ... |
Ahrensfelde. Wie aus dem Anzeigenteil der heutigen Nummer unseres Blattes zu ersehen ist, findet am Sonntag, den 12. August das so beliebte Bauernwettreiten hierselbst statt. Es sollen 9 Rennen stattfinden (5 geschlossene, 1 Hindernis-, 2 offene und 1 Jagd-Rennen). Die Rennen beginnen nachmittags 3 1/2 Uhr. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 12. August: Gr. Bauern=Wettreiten. 9 Rennen (5 geschlossene, 1 Hindernis-, 2 offene und 1 Jagd-Rennen). Anfang nachmittags 3 1/2 Uhr. Hierzu ladet freundlichst ein Der Reiter-Verein. |
Lindenberg. Diebe brachen in der Nacht vom Sonntag zum Montag in die August Lehmannsche Gastwirtschaft hierselbst ein. ... |
Ahrensfelde. Wir wollen nicht verfehlen, nochmals auf das am Sonntag, den 12. August hierselbst stattfindende Bauern-Wettreiten hinzuweisen. Hoffentlich ist das Wetter günstig, so daß wie immer zahlreiche Besucher aus der Umgebung sich zu dem Rennen einfinden. |
Ahrensfelde. Das am vergangenen Sonntag hierselbst abgehaltene Bauern-Wettreiten erfreute sich eines guten Besuchs. Das Reiten verlief ohne jeden Unfall und hatte folgende Resultate: ... In dem offenen Rennen siegte Krug; es waren nur zwei Pferde am Start erschienen, von denen eins ausbrach. Beim Schlußrennen, "Ahrensfelder Jagdrennen" liefen 16 Pferde. erster wurde Ehrhardt auf Kalows Fuchs, Zweiter Krönert, Dritter Hoffmann auf Haases Stute. - Hierauf fand ein Parademarsch statt und es erfolgte dann der Einmarsch ins Dorf. |
Verzeichnis I der zum Wahlverbande gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abteilung A. Grundbesitzer No. 31; Stock, Robert; Rittergutsbesitzer: Berlin [Wohnort] Verzeichnis II der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörenden Landgemeinden im Kreise Niederbarnim Zivil-Einwohnerzahl nach der Zählung am 1. Dezember 1905 / Zahl der von jeder Gemeine zu wählenden Wahlmänner
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Ahrensfelde. (O.-B.) Eine Diebesfalle, welche sich scheinbar gut bewährt, darf der Gutsbesitzer L. hierselbst sein eigen nennen. Vor einiger Zeit mußten verschiedene Einwohner die unliebsame Entdeckung machen, daß ungebetene Gäste ihren Gehöften einen Besuch abgestattet hatten. Während man auf der einen Stelle das Federvieh abgeschlachtet und gestohlen hatte, hieß man auf der anderen einige Zentner Aepfel mitgehen usw. Jetzt hatte man Herrn L., einen Besuch zugedacht, doch in diesem Fall die "Rechnung ohne den Wirt gemacht". Der Dieb war auf die 2 Meter hohe Hofmauer gestiegen und von hier aus abgesprungen. Daß er dabei in die 1,20 Meter tiefe und mit frisch gelöschtem Kalk gefüllte Grube stürzte, war sein persönliches Pech. Wohl oder übel mußte er jetzt mit verbrühten Gliedern einen kläglichen Rückzug antreten, denselben Schritt für Schritt über eine gegenüberliegende Wiese, durch mehrere Gärten bis zu einem Pfuhl in der Nähe des Bahnübergangs deutlich markierend. Hier scheint er eine gründliche Reinigung vorgenommen zu haben. Bis jetzt ist es nicht gelungen, den Dieb zu ermitteln. Ahrensfelde. (O.-B.) Ein Geisteskranker wurde am Sonnabend hier festgenommen. Als der Mühlenbesitzer Juert am Morgen seinen Hof betrat, gewahrte er in seinem Garten einen Mann, der eifrig damit beschäftigt war, das Erdreich mit seinen Händen zu lockern, nachdem er vorher einen Heuhaufen verstreut und die Wurzeln eines Weinstocks vollständig freigelegt hatte. Die Unkräuter pflanzte er bedächtig nebenbei wieder ein und ließ sich auch nicht davon abbringen, als bereits mehrere Leute sein Treiben beobachteten und sich mit diesbezüglichen Fragen an ihn wandten, die er aber unbeantwortet ließ. Der bedauernswerte Kranke wurde zunächst nach dem hiesigen Amte gebracht und dort wurde festgestellt, daß er Weiland hieß, 31 Jahre alt und aus Berlin ist. Vor 2 Jahren wurde er aus einer Heilanstalt als geheilt entlassen. Seine jetzige Wohnung konnte nicht ermittelt werden und wurde er daher durch den hiesigen Polizeidiener dem Berliner Polizeipräsidium zugeführt. Lindenberg. (O,-B.) Am 6. September starb an Altersschwäche der treue Mieter des Herrn Louis Bolle, der Arbeiter Johann Geiseler, welcher 48 Jahre in ein und derselben Wohnung wohnte. Er arbeitete 33 Jahre auf der Niederbarnimer Kreis-Chaussee. In den letzten 5 Jahren war er arbeitsunfähig und wurde von seinem einzigen Sohn unterstützt. Lindenberg. Als am Sonntag morgen der Sohn des Bauern Koch aufs Feld fuhr, um Kartoffeln einzufahren, bemerkte er in einem Graben zwei Männer. In der Meinung, daß es Lindenberger seien, ging Koch auf dieselben zu. Als er näher herankam, erhoben die im Graben sitzenden plötzlich Gewehre und drohten, K. sofort zu erschießen, wenn er nicht mache, daß er fortkäme. Der Bedrohte eilte schleunigst ins Dorf zurück und benachrichtigte den dort stationierten Gendarm. Diesem gelang es, unbemerkt an die Personen heranzukommen und in dem Augenblick zu überraschen, als dieselben einen Rehbock in einen Sack steckten. Die Ertappten wurden natürlich sofort festgenommen. Es waren zwei Berliner, welche unberechtigt die Jagd ausgeübt hatten. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Reges Leben entfaltet sich jetzt auf dem Gelände des Zentralfriedhofes der Stadt Berlin bei Ahrensfelde. Mit allen Kräften werden die Arbeiten beschleunigt, da schon am 1. Juli n. Js. die ersten Bestattungen stattfinden sollen. Und welche riesigen Arbeiten sind bis dahin noch zu bewältigen ? Zunächst sind es die Gärtner, welche vor einigen Tagen mit den Erdarbeiten begonnen haben. Die Einfriedung muß auch bis zu dem genannten Termin fertiggestellt sein. Es sollen vorläufig ca. 200 Arbeiter Beschäftigung finden. Wiederholt haben Lokaltermine stattgefunden, um an Ort und Stelle über die Anlage des Bahnhofes, der Leichenhallen, Administrationsgebäude ec. zu verhandeln. Die Namen der benachbarten Baugeschäfte sind eingefordert worden, um mit ihnen betreffs der Bauten in Verhandlung zu treten. Der Grundriß der Straßen und Wege des 1200 Morgen großen Terrains ist jetzt bereits festgestellt. Auch in Ahrensfelde entwickelt sich ein lebhaftes Treiben, da hier Grundstücksspekulanten, Bildhauer, Restaurateure, Gärtner usw. sich um Parzellen bemühen. Im nächsten Jahr wird hier eine große Bautätigkeit beginnen. |
Lindenberg. (Eingesandt.) Zu einer erhebenden Feier gestaltete sich der am 30. September im Bolle'schen Lokale veranstaltete Abschiedsabend für unsern Lehrer Herrn Schulz. ... |
Lindenberg. Im Anschluß an den Bericht über die Abschiedsfeier des nach 42 jähriger Amtstätigkeit scheidenden Herrn Lehrer Schulze in Nr. 117 unseres Blattes wird uns noch folgendes mitgeteilt: In tief empfundener Rede brachte Pastor Schacht Herrn Schulze für die Gewissenhaftigkeit und Treue, die er stets in seinem Beruf bewiesen, die Anerkennung der Behörde und den Dank der Gemeinde dar. ... |
Polizei-Verordnung über das Meldewesen für die Vororte Berlins. |
Polizei-Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Auf Anordnung der Königlichen Regierung ist mit dem Beginn des Wintersemesters hierselbst das zweiklassige Schulsystem aufgehoben, und an seiner Stelle eine dreiklassige Schule eingerichtet worden. Die Gesamtschülerzahl beträgt z. Zt. 104. Ahrensfelde. (O.-B.) Alexanderplatz-Ahrensfelde soll die nächste Automobil-Omnibuslinie heißen, welche zur Einführung gelangt. und hatte in dieser Angelegenheit eine Berliner Aktiengesellschaft zu einer Vorbesprechung eingeladen, welche im Hase'schen Gasthof stattfand. Wenn auch niemand etwas dagegen einwenden würde, wenn sich der "Autobus" zu uns herabläßt, so ist doch zu bezweifeln, daß die Gemeinde einen namhaften Beitrag leistet, da uns doch Vorortverkehr und Elektrische winken. Vielleicht haben aber die übrigen Gemeinden (Falkenberg, Malchow, Wartenberg und Birkholz) offene Taschen und Hände, da sie ja den größeren Vorteil haben, und sichern somit das Unternehmen, welches jeder nur mit Freuden begrüßen würde. |
Ahrensfelde. (O.-B.) In der Nacht zum Sonntag wurde das hiesige Pfarrgehöft zum zweiten Male in diesem Jahre von Dieben heimgesucht. Die Einbrecher sprengten diesmal die Kellertür, welche nach dem Garten zu gelegen ist, und gelangten von hier in die oberen Räume. Sie stahlen dort u.a,. drei Herrenpaletots, zwei Damenmäntel, zwei Spazierstöcke mit Silbergriffen ec. Die gestohlenen Gegenstände repräsentieren einen Wert von einigen 100 Mark. Jedenfalls sind die Diebe durch irgendein Geräusch bei ihrer Arbeit gestört worden, denn in der Eile vergaßen sie ein Beil, was darauf schließen läßt, daß sie noch mehr im Schilde führten und event. auch auf einen tätlichen Angriff gefaßt waren. In derselben Weise versuchte man in das Schulhaus zu gelangen. Da in beiden Schulhäusern jedoch keine Verbindung zwischen Ober- und Untergeschoß besteht, mußte man sich mit einigen Flaschen Wein begnügen. Daß man es in beiden Fällen mit denselben Spitzbuben zu tun hat, bestätigt die Tatsache, daß von den im Schulhause gestohlenen Aepfeln einige im Keller des Pfarrhauses gefunden wurden. Die Ermittlungen sind sofort aufgenommen worden, doch hat man noch keine Fährte entdecken können. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Ein dreister Straßenraub wurde am Sonnabend zwischen 6 und 7 Uhr abends auf der Chaussee von Falkenberg nach hier ausgeführt. Der Handelsmann Giese aus Blumberg befand sich um diese Zeit auf der Heimfahrt mit seinem mit Kaufmannswaren beladenen Verdeckwagen. Als er bei dem Mühlenbesitzer Juert hierselbst noch Mehl dazu laden wollte, gewahrte er zu seinem Schrecken, daß ein Zentnerfaß Schmalz fehlte. G. vermutete sogleich, das dasselbe nur gestohlen sein könne, und kehrte wieder um, da in F. die Ladung noch vollständig war. Von einer jungen Dame erfuhr er unterwegs schon, daß er von F. aus von einem Manne verfolgt worden, der später in der Nähe der Kriens'schen Mühle verschwunden sei. Sofort begab er sich zum Gendarmerie-Wachtmeister, dem er den Tatbestand mitteilte. Dieser nahm sofort die Untersuchung auf und begab sich geraden Wegs nach dem Kriens'schen Gehöft. Hier fand er bei einem polnischen Arbeiter die Tür verriegelt, erhielt aber auf sein Verlangen Einlaß. Mann und Frau waren eifrig damit beschäftigt, alle möglichen Gefäße mit Schmalz zu füllen. Ein kräftiges Feuer war auch bereits angelegt, um das Schmalz umzuschmelzen. Der Dieb wurde sogleich in Haft genommen. Das Faß hatte einen Wert von ca. 58 M. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Oft wird vor auswärtigen Schwindelfirmen gewarnt, aber immer wieder gibt es leichtgläubige Menschen, die auf die verlockenden Inserate hereinfallen. Ein erst vor kurzer Zeit aus Danzig hier bei dem Gastwirt Hase zugezogener Kutscher Loschinski mußte auch die traurige Erfahrung machen, daß man im Auslande nicht billiger kauft. In einer Danziger Zeitung wurden von der Pariser Firma "Envoi de la Maison Sanden, 14 Rue Taibout, Paris" Zigaretten angepriesen. L. machte Bestellung, scheinbar ohne zu wissen, was er eigentlich für eine Torheit begangen; denn nicht gering war sein Entsetzen, als die Sendung eintraf. Groß war sie nicht, denn es fehlten einige Gramm an einem Pfund, aber immerhin waren die 150 Zigaretten inhaltsschwer genug, betrug doch die Nachnahme nicht weniger denn 44,77 Mark, d.h. pro Stück über 30 Pfennig, wenn man die Zollgebühren von Köln und Berlin hinzurechnet. Die "schweren" Zigaretten sollen aber den hiesigen an Geschmack nicht gleichkommen. Ahrensfelde. (O.-B.) Ein volles Jahr herrschen jetzt hier die gefährlichen Kinderkrankheiten Diphteritis und Scharlach, und immer wieder tauchen neue Fälle auf. Im Laufe der letzten Woche sind nicht weniger denn sechs Neuerkrankungen gemeldet worden. Es sind nur noch wenige Kinder, die im letzten Jahre die Schule nicht wegen Krankheit versäumen brauchten, denn wer von den oben genannten Krankheiten verschont blieb, der hatte im Sommer die Masern, an denen auch die Hälfte der Kinder darniederlag. Leider haben die Krankheiten auch ihre Opfer gefordert; sieben Kinder sind denselben erlegen. Aber nicht nur unter den Kindern war der Gesundheitszustand im letzten Jahre ein schlechter, auch zahlreiche Erwachsene erkrankten an Diphteritis, einige sogar recht schwer. Bei allen rechtzeitig angewandten Serum-Einspritzungen war ein sichtbarer Erfolg zu verzeichnen. Eigentümlich aber blieb es, daß es trotz aller Vorsichtsmaßregeln nicht gelingen will, die unliebsamen Gäste, welche fortgesetzt Kinder und Eltern beunruhigen, aus unserem Ort zu verscheuchen. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., der Arbeiter Franz Masur als Nachtwächter und Gemeindediener der Gemeinde Schwanebeck. |
Mehrow. (O.-B.) Beim Verscheuchen von Wild einen Rehbock mit einem Revolver zu erlegen, dies unglaublich klingende Jagdglück passierte einem hiesigen Besitzer. Weil Rehe allnächtlich seine Kohlköpfe auf dem Landhof besuchten, schaffte er sich einen Revolver an und schoß in stockdunkler Nacht denselben aufs Geratewohl ab. Die Jagdpächter glaubten, daß Wilddiebe ihr Revier unsicher gemacht hätten und suchten das Land genau ab, wobei sie den verendeten Rehbock entdeckten. Der glückliche Schütze wollte, als ihm der Gemeindevortsteher am anderen Tage hiervon Mitteilung machte, die Geschichte durchaus nicht glauben und überzeugte sich erst davon, als er das Gescheide an Ort und Stelle fand. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Noch sind die Einbrecher, welche vor ca. 3 Wochen in unser Pfarr- und Schulhaus eindrangen, nicht ermittelt, und schon hat sich ein neuer Einbruch eingereiht: Ein frecher Einbruch in unsere Kirche in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag der vorigen Woche! Vermutlich wollte der Einbrecher mit roher Gewalt durch die Turmtür in die Kirche dringen, denn an derselben ist der äußere sehr starke Drücker abgeschlagen. Nach dem vergeblichen Versuch an der Turmtür erwählte sich der Einbrecher sogleich das erste Fenster der Ostseite, welches also der Dorfstraße entgegengesetzt liegt. Nach dem Befund muß er hier eine Scheibe zertrümmert haben und sodann einen Flügel nach außen gerissen haben, denn die zerschellten Teile lagen auf dem Friedhof. Er stieg sodann ein und erbrach die an der Turmtür befindlichen Kollektenbüchsen, welche aber leer waren. Zu seinem eigenen Pech übersah er die an der Kirchentür befestigten Behälter, in denen sich kleinere Beträge befanden. Nun ging der Einbrecher in die Sakristei, deren Tür nicht verschlossen war, sich aber schwer öffnen läßt. Er schlug die untere Türfüllung heraus und kroch hindurch. Allem Anschein nach hat er hier die silbernen Abendmahlsgeräte gesucht, denn der Schrank war vollständig durchwühlt. Er fand sie aber nicht und konnte sich nur durch eine Flasche Wein, welche vom Abendmahl des letzten Sonntags zurückgeblieben war, bereichern. Teppiche, Altarbekleidung, Kronleuchter, Gemälde ec. blieben unbeschädigt. Es ist sogleich Anzeige erstattet worden, doch fehlt von dem Täter leider jede Spur. - Dies ist bereits der 4. Einbruch, der in unser Gotteshaus versucht worden ist. |
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Bekanntmachung, Wahlbezirkseinteilung des Niederbarnimer Kreises zur Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage am 25. Januar 1907 Lfd. No des Wahlbezirks / Bestandteile des Wahlbezirkes 2. Ahrensfelde 12. Blumberg, Gemeinde und Gut 20. Eiche 50. Lindenberg 58. Mehrow, Gemeinde und Gut |
Eiche. (O.-B.) Sämtliche ehemaligen Soldaten hiesiger Gemeinde haben sich zu einem Militärverein zusammengeschlossen. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Schuhmachermeister Kamerad Gröppler gewählt. Der Verein hat sich der Gruppe Alt-Landsberg angeschlossen. Die Anregung zur Gründung gab der Kriegerverein Ahrensfelde und Umgegend, welcher in einer Versammlung im Dezember die hiesigen Kameraden zum Eintritt in den dortigen Verein einlud. Der neugegründete Verein zählt 29 Mitglieder, das sind sämtliche Einwohner, welche Soldat gewesen sind. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Als sich der hiesige Gemeindediener D. kürzlich abends auf einem Dienstgange befand, beobachtete er einen jungen Mann, der sich durch sein scheues Verhalten auffällig machte. Da die Einbrüche der letzten Zeit noch nicht aufgeklärt sind, hielt ihn D. sogleich fest. Ohne alles Leugnen gab er zu, daß er keine Papiere besitze und aller Mittel bar sei. Dem Amtsvorsteher, wohin er gebracht wurde, gestand der etwa 16jährige junge Mensch ein, daß er seinem Lehrmeister, dem Kapellmeister Schulz in Eberswalde entlaufen sei, da er für eine Urlaubsüberschreitung Strafe erhalten und ihm überhaupt die Lust für die Musici vergangen wäre. Er wollte sich jetzt von einem bekannten Viehhändler zum Treiber werben lassen, um dadurch vom Magerviehhof in seine Heimat Mühlheim a.R. zu gelangen. Nachdem auf telefonischem Wege die Angaben aus Eberswalde bestätigt wurden, behielt man den Durchbrenner die Nacht über hier, und brachte ihn am nächsten Tag nach Eberswalde zurück. |
Blumberg. Gelegentlich des am Sonntag in Berlin stattgefundenen Krönungs- und Ordensfestes erhielt auch der hierselbst wohnhafte Bahnhofs-Aufseher und Eisenbahnweichensteller erster Klasse Melzer das Allgemeine Ehrenzeichen. |
Lindenberg. (Eingesandt.) In recht feierlicher und patriotischer Weise beging wie alljährlich der hiesige Krieger- und Landwehrverein den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers. ... |
Reichstagswahlergebnis des Kreises Niederbarnim vom 25. Januar 1907. ...von den gültigen Stimmen entfielen auf:
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Blumberg. (O.-B.) Ein Eisenbahnunglück, das leicht schwere Folgen hätte haben können, ereignete sich Sonnabend abend 6 1/4 Uhr auf dem Bahnübergang nach der Station Blumberg der Berlin-Wriezener Bahn. Der Kossät Wegemund aus Birkholz fuhr mit seinem Wagen, auf dem sich noch drei Personen befanden, den eine Strecke längs der Bahn nach Birkholz zuführenden Weg entlang und passierte gerade den betreffenden Bahnübergang, als ein Personenzug, den man nicht bemerkt hatte, von hinten heransauste. Das vor den Wagen gespannte Pferd wurde von dem Zuge erfaßt und schwer verletzt, so daß es getötet werden mußte. Die Insassen kamen mit nur leichten Verletzungen davon. Es ist dies um so mehr zu bewundern, als das Fuhrwerk fast völlig zertrümmert wurde. |
Ahrensfelde. (O.-B.). In Haft genommen wurde am Freitag nachmittag ein Kutscher aus Blumberg. Derselbe kam mit einem leeren Wagen aus Berlin und kollidierte infolge seiner Trunkenheit mit einem Chausseebaum, so daß der Wagen in Trümmer ging. Da der Unfall mitten im Dorfe passierte, so waren bald hilfsbereite Leute zur Stelle, die der Kutscher jedoch mit dem Messer bedrohte. Der unbotmäßige Mensch wurde daraufhin verhaftet. Ahrensfelde. (O.-B.) Einen wichtigen Beschluß faßte am Freitag abend die hiesige Gemeindevertretung, indem sie einen Antrag des Amtsvorstehers Haase einstimmig annahm. Nach demselben erhält unsere Dorfstraße zu beiden Seiten Mosaikpflaster. Sämtliche Kosten übernimmt die Gemeindekasse. Die Angelegenheit wurde einer viergliedrigen Kommission überwiesen. Allseitig wird dieser Beschluß mit Freuden begrüßt, zumal er auch für die durch den Zentralfriedhof der Stadt bedingte Entwicklung unseres Ortes von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. |
Ein schottischer Schäferhund (auf den Namen "Maus" hörend) entlaufen. Wiederbringer erhält Belohnung und Erstattung der Unkosten. Schloß Blumberg. |
Personal-Chronik Bestätigt: ...; der Schloßgärtner Paul Fischer als 2. Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Blumberg; ... |
Bekanntmachung. ... Zur Gewerbeinspektion Niederbarnim SO. [gehören folgende Amtsbezirke]: Ahrensfelde, Biesdorf, Blumberg, Börnicke, Buch, Cöpenick-Forst, Dahlwitz, Erkner, Falkenberg, Fredersdorf, Friedrichsfelde, Friedrichshagen, Herzfelde, Hohen-Schönhausen, Stadt Alt-Landsberg, Amt Alt-Landsberg, Lichtenberg, Löhme, Malchow, Neuenhagen, Ober-Schöneweide, Rehfelde, Rüdersdorf, Rummelsburg, Schöneiche, Stralau, Weißensee und vom Amtsbezirk Französisch-Buchholz die Gemeinden Blankenburg und Heinersdorf. Berlin, den 5. April 1907. Der Landrat, i.V. von Le Coq, Regierungs-Assessor. |
Bekanntmachung Im Monat März 1907 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. ... Der Landrat ... Nr. 1218 ab 24.3. Müller; Revierförster; Blumberg; unentgeltlich |
Ahrensfelde. (O.-B.) Ein Waldbrand entstand am Sonntag nachmittag auf dem Gelände des Zentralfriedhofes der Stadtsynode Berlin. Nur der günstigen Windrichtung ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht größere Dimensionen angenommen hat. Den schnell zur Hilfe geeilten Löschmannschaften gelang es, den Brand zu dämpfen. - In eine gefährliche Lage kam der Kirchhofsverwalter L. als er die Personalien von drei verdächtigen Männern feststellen wollte, welche sich auf dem Gelände herumtrieben, und der Brandstiftung verdächtig erschienen. Erst als Hilfe aus dem Orte kam, gelang die Feststellung. Ob die Männer für die Brandstiftung in Frage kommen, wird die Untersuchung ergeben. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Teure Hasen wird im kommenden Jahr der Jagdpächter von dem Gelände der Stadtsynode abzugeben haben. Das ganze ca. 1200 Morgen betragende Terrain wird vorläufig noch nicht in Benutzung genommen, und deshalb vor wenigen Tagen die Jagd von ca. 500 Morgen verpachtet. Die günstige Lage der Jagd hatte eine große Anzahl pachtlustige Herren angelockt. Das Resultat war ein überraschendes! Mit 150 Mk. begannen die Gebote, bis nach etwa 1/2 Stunde ein Berliner Herr mit 1040 Mk. Bestbietender blieb, während zwei Herren aus Hohen-Schönhausen nur um 5 Mk. zurückstanden. Der Zuschlag wird nächstens erteilt werden. |
Lindenberg. (O.-B.) Am Sonntag abend hielt hier im Huwe'schen Gasthofe Herr Lehrer Berg aus Heinersdorf eine von Mitgliedern der hiesigen Ortsgruppe der deutschen Mittelstandsvereinigung, des Arbeiter- und des Krieger-Vereins äußerst gut besuchte öffentliche Versammlung ab, in der er den in vielen Tausenden von Exemplaren verteilten sozialdemokratischen Volkskalender "Der Märkische Landbote" einer eingehenden, sachgemäßen aber vernichtenden Besprechung unterzog. ... |
Blumberg. Ein alter Wilderer, der steckbrieflich verfolgte Arbeiter Fuhrmann, wurde vom hiesigen Gendarmen in der Gutsforst abgefaßt und hinter Schloß und Riegel gebracht. |
Jagdverpachtung. Die Verpachtung des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes der Gemeinde Ahrensfelde bei Berlin (Station der Wriezener Bahn, Fahrzeit 1/2 Stunde bis Schles. Bahnh.) wird am Donnerstag, den 23. Mai cr., nachmittags 4 Uhr in Hase'schen Gasthofe hierselbst öffentlich meistbietend stattfinden. Die Größe des Jagdgebietes beträgt ca. 1800 Morgen. Die Bedingungen liegen schon vorher bei mir zur Einsicht aus. Ahrensfelde bei Berlin, den 10. Mai 1907. Der Jagdvorsteher, Müller, Gemeindevorsteher. |
Mehrow. (O.-B-) Eine gefährliche Sorte Ausflügler wurde in der Nacht zu Himmelfahrt hier überrumpelt. Alljährlich fanden sich zu dieser Zeit eine größere Anzahl von "Wildschützen" ein, doch wollte es nie gelingen, sie abzufassen. In diesem Jahr ereilte sie aber das Schicksal! Nachts 2 Uhr wurde das Dorf durch drei Gendarmen besetzt. Nicht lange dauert es, so erschien die Gesellschaft und knallte frisch drauf los. Wer beschreibt aber die Gesichter derer, die sich auch in diesem Jahre todsicher glaubten! Wohl oder übel ergaben sie sich, streckten die Waffen und baten um Gnade, welche ihnen insofern gewährt wurde, als man von einer sofortigen Verhaftung Abstand nahm, da sich alle genügend legitimieren konnten. Eine empfindliche Strafe haben sie zu gewärtigen, da neben Schußwaffen auch andere Instrumente als Gummischläuche mit Bleikugeln und dergl. bei ihnen gefunden wurden. Einige entkamen leider in der Dunkelheit. |
Personal-Chronik Bestätigt: ...; der Stellmachermeister Rudolf Krüger als Steuererheber der Gemeinde Ahrensfelde; ... |
Blumberg. Dem Gutsgärtner Schröder hierselbst, bisher zu Behrenhoff im Kreise Greifswald, ist das Allgemeine Ehrenabzeichen verliehen worden. |
Eiche. (O.-B.) Am Sonntag nachmittag tagte hierselbst die Gruppe 7 (Alt-Landsberg) des Kreiskriegerverbandes Niederbarnim. Sämtliche Vereine mit Ausnahme von Dahlwitz, woselbst auch ein Kriegerfest stattfand, hatten ihre Vertreter gesandt. Den Vorsitz führte der Gruppenvorsitzende Kam. Pastor Giertz-Petershagen. Nach der Sitzung fand in dem herrlichen Garten von Giese ein Gartenkonzert statt, dem sich ein Ball anschloß. Das von schönstem Wetter begünstigte Fest verlief in bester Harmonie, und werden die Gruppenvertreter gern an die erste Gruppensitzung in Eiche zurückdenken. |
Bekanntmachung. Feuerpolizei- und Löschordnung [4 Seiten] |
Veranlagung ... zu den Kosten der Handwerkskammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1907/08. Die ... aufzubringenden Beiträge berechnen sich demnach wie folgt
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Ein Nachdruck unserer mit (O.-B.) bezeichneten Original-Berichte ist nur mit deutlicher Quellenangabe gestattet. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Die Gemeinde Lichtenberg ist auf der Suche nach Kirchhofsland, und zwar beabsichtigt sie ca. 100 Morgen zu erwerben. Zu diesem Zweck war unter Führung ihres Bürgermeisters Ziethen vor einigen Tagen eine Kommission von 13 Herren hier anwesend, um die ihnen angebotenen Ländereien zu besichtigen. Ein definitiver Beschluß wird erst später gefaßt werden. Ahrensfelde. (O.-B.) Noch rechtzeitig gefaßt wurde ein Dieb, welcher in einer der letzten Nächte von dem Gehöft des Rentiers K. einen Kinderwagen und einige Wirtschaftgegenstände gestohlen hatte. Dem Wächter, dem das sonderbare nächtliche Gefährt auffiel, machte er, wie sich später herausstellte, falsche Angaben. Nach beendigtem Dienst nahm der Wächter deshalb mit dem Besitzer des Wagens per Rad die Verfolgung auf. Der Zufall wollte es, daß es nach einigen Stunden gelang, den Dieb in der Proskauerstraße zu Berlin dabei zu überraschen, wie er aus einem großen Sack, mit dem er seinen Wagen beladen hatte, Grünkram verhandelte, den er gefunden haben wollte. Auf der Wache erkannte man in ihm den "Cöpenicker Lehmann", einen alten Bekannten, wieder. - Es ist nicht ausgeschlossen, daß L. auch für die in letzter Zeit hier wiederholt ausgeführten Diebstähle und Einbrüche in Frage kommt, da er früher hier im Dienst stand, also die örtlichen Verhältnisse kennt. |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1907 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 3. Juni 1907. Der Landrat, Graf von Roedern. Nr. 59 ab 16.5. Meißner, Ernst; Gemeindevorsteher; Mehrow |
Ahrensfelde. (O.-B.) Am Dienstag fand im Hase'schen Gasthofe hierselbst die Gemeindevorsteherwahl statt, da der bisherige Gemeindevorsteher Herr Gutsbesitzer A. Müller mit dem 1. Juli sein Amt nach 15jähriger bewährter Amtstätigkeit freiwillig niederlegt, obwohl seine Wahlperiode noch bis zum Jahre 1910 reichte. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Rentier A. Hübner von der Gemeindevertretung gewählt. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Zu einer förmlichen Schlacht zwischen polnischen und hiesigen Arbeitern kam es auf dem Bahnhofe. Als mehrere polnische Arbeiter, welche auf der Eisenbahnstrecke beschäftigt waren, in angetrunkenem Zustande das Lokal von L. am Bahnhof betraten, wurden ihnen Getränke verweigert. Darüber in Wut geraten, wurden sie renitent, begannen die Lokaltür mit Gartenstühlen zu bombardieren und zertrümmerten auch eine Fensterscheibe. Dem bedrängten Wirt kamen bald Gutsarbeiter zu Hilfe. Jetzt hagelten die Hiebe von allen Seiten auf die Polen ein. Scheinbar hatten sie aber noch nicht genug bekommen, denn auf der Eisenbahnfahrt nach Lichtenberg griffen sie den Zugführer tätlich an, wofür sie in Lichtenberg abermals schlagende Beweise ihres flegelhaften Betragens erhielten. Die ganze Kolonne wurde natürlich sogleich am folgenden Tage, als sie zur Arbeit erschien, entlassen. Ahrensfelde. (O.-B.) Nachdem bereits vor einigen Wochen vereinzelte Erkrankungen an Masern vorgekommen, tritt die Krankheit jetzt epidemisch auf. Täglich kommen einige Neuerkrankungen hinzu. Im Allgemeinen nimmt die Krankheit einen gutartigen Verlauf, wenn auch in verschiedenen Fällen der Arzt zu Rate gezogen werden mußte. |
Weißensee. (O.-B.) Die Arbeiten an der vom Kreise Niederbarnim projektierten Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde schreiten rüstig voran. Der Bahndamm ist fast in der ganzen Länge, in der die Bahn das hiesige Gemeindegebiet durchquert, fertiggestellt. ... Die Bahn, deren Anlegung manchen hiesigen Grundeigentümer zu Wohlstand verholfen hat, soll schon im nächsten Jahre in Betrieb genommen werden. Die Trace berührt, von Heinersdorf kommend, unweit der Rennbahnstraße das hiesige Gemeindegebiet, durchschneidet die Gustav-Adolf-, Roelcke- und Parkstraße. Zwischen Park- und Berliner Straße ist der Bahnhof vorgesehen. Von hier aus läuft die Trace ziemlich parallel mit der Feldtmannstraße, um alsdann südlich die Falkenbergerstraße zu durchqueren und nach Hohen-Schönhausen abzubiegen. |
Bekanntmachung Unter den Schweinen des Rittergutes Mehrow ist die Rotlaufseuche ausgebrochen. Ahrensfelde, den 26. Juni 1907. Der Amts-Vorsteher. |
Blumberg. Das Unwetter am letzten Sonnabend hat hier und in der Umgegend großen Schaden angerichtet. So schlug der Blitz in einen Stall des Besitzers W. Kaisdorf; jedoch gelang es Herrn K., den Brand rechtzeitig zu löschen. Der niederströmende Regen riß die Straßendämme auf und der niedergegangene Hagel hat in Feld und Garten ebenfalls arge Verwüstungen angerichtet. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Da der zum Gemeindevorsteher gewählte Rentier A. Hübner die Wahl nicht angenommen hat, muß in nächster Zeit eine abermalige Wahl stattfinden. - Auf ihr Höchstgebot von 2330 M. für die hiesige Gemeindejagd, welche ca. 1900 Morgen umfaßt, haben die Herren Kohler und Nauber aus Weißensee den Zuschlag erhalten. Das Gebot ist im Verhältnis zu früher ein sehr günstiges zu nennen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) In bange Sorge wurde am Dienstag die Familie des Arbeiters Wiluhn versetzt. Das 1. Bataillon des 4. Garde-Regiments z.F. hielt auf dem Gelände der Stadtsynode Berlin eine Felddienstübung ab. Das seltene militärische Schauspiel hatte vorallem unsere Jugend angelockt. Schnell hatte man sich angefreundet und als gegen 4 Uhr nachmittags das Kommando "Abrücken" erscholl, konnten sich viele der Jungen nicht so leicht von den Soldaten trennen, sondern begleiteten diese vielmehr bis nach Falkenberg. Der 5jährige Paul W. aber hatte in seiner Begeisterung gar nicht gemerkt, daß die größeren Knaben längst Kehrt gemacht hatten. So kam er nach Weißensee und wurde hier von einer Dame abends spät nach dem Amt gebracht, wo ihn der Vater am Mittwoch in Empfang nahm, nachdem er vergeblich die halbe Nacht nach ihm gesucht hatte. Blumberg. Auf dem hiesigen Gut überfiel am 15. April v. J. der Stallschweizer Leopold Wiedemann hinterrücks den Inspektor Barth und schlug ihn mit einer Hacke auf den Kopf. Bei dieser an Meuchelmord streifenden Bluttat handelte es sich um einen ganz gemeinen Racheakt. Der schwerverletzte Inspektor verstarb nach 14 Tagen infolge der furchtbaren Verletzungen. Bei seiner Festnahme machte W. noch cynische Bemerkungen über seine Schandtat. W. stand vor dem Schwurgericht Berlin III. Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß wurde W. der vorsätzlichen, mittels hinterlistigen Ueberfalls verübten Körperverletzung mit tödlichem Ausgange für schuldig befunden. Das Urteil des Gerichtshofes lautete auf 5 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust. |
Personal-Chronik Bestätigt: ...; der Arbeiter Riehn als Nachtwächter der Gemeinde Falkenberg; der Rentier Franz Brunow als Schöffe der Gemeinde Ahrensfelde; ... |
Ahrensfelde. (O.-B.) In eine gefährliche Lage geriet ein schlafender Kutscher, der mit seinem Gefährt in der Nacht den Bahndamm der Wriezener Bahn von der Kreuzung der Weißenseer Chaussee aus entlang fuhr. Als er erwachte, fuhr er kurz entschlossen den hohen Bahndamm hinunter und geriet dabei beinahe in einen Pfuhl, der z. Zt. recht tief ist. Es ist dies nicht der erste Fall, daß Fuhrwerke nachts hier den Weg verfehlen, und sollte daher der Eisenbahnfiskus den Schienenstrang durch eine Schranke sperren, ehe ein größeres Unglück geschehen ist. |
Personal-Chronik Bestätigt: ...; der Nachtwächter Riehn der Gemeinde Falkenberg als Gemeindediener daselbst; ... |
Ahrensfelde. (O.-B.) Der zum Gemeindevorsteher gewählte Rentier A. Hübner wurde auf sein Gesuch von der Annahme dieses Amtes entbunden. Jetzt wählte die Gemeindevertretung den Gutsbesitzer Gust. Wegener zum Gemeindevorsteher, welcher die Wahl annahm. Der landrätlichen Bestätigung steht nichts entgegen, so daß nach dem Eintreffen derselben sogleich die Uebergabe des Amtes erfolgen wird. Ahrensfelde. (O.-B.) Als vor wenigen Tagen der Handelsmann Grube von hier mit seinem beladenen Wagen nach Berlin zur Markthalle fuhr, wurde er zwischen Falkenberg und Weißensee von einem Automobil überholt, dem ein zweites, unbeleuchtetes folgte. Letzteres fuhr auf den Grube'schen Wagen auf, welcher total in Trümmer ging. Durch schnelle Fahrt wollte sich der Chauffeur seiner Feststellung entziehen, doch wurde sein Auto gegen einen Baum geschleudert und konnte jetzt ein russischer Graf als Besitzer des Autos ermittelt werden. Glücklicherweise hat G. und sein Sohn, welche beide in hohem Bogen aus dem Wagen geschleudert wurden, keinen nennenswerten Schaden davongetragen. - Das erste große Gebäude konnte in diesen Tagen auf dem Berliner Zentralfriedhof gerichtet werden. Es wird neben verschiedenen Wohnungen die Maschinen für den Wasserturm aufnehmen und außerdem für die Gerätschaften Raum gewähren. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Am Sonntag, den 25. August veranstaltet der hiesige Reiterverein sein diesjähriges Wettreiten. Es haben bereits zwei Probereiten stattgefunden, welche zeigten, daß in diesem Jahre ein vorzüglicher Sport geboten wird. Es laufen viele neue Pferde, welche schon beim ersten Lauf sehr gute Leistungen erzielten und den Favoriten den Rang streitig machen werden. Jedem Landwirt und jedem Freund eines gesunden Sports kann der Besuch des Wettrennens nicht genug empfohlen werden. Ahrensfelde. (O.-B.) Eine große militärische Uebung wurde am Freitag auf dem Gelände der Berliner Stadtsynode abgehalten. Die Fußtruppen, welche mit Extrazügen gegen 6 Uhr hier und in Kaulsdorf anlangten, vereinigten sich bei Mehrow, um vereint gegen den Feind, der über Malchow und Lindenberg anrückte, nachher aber auf dem Gelände der Stadtsynode Posto faßte, vorzugehen. Gegen 10 Uhr war die Uebung beendet. Ein Teil der Truppen rückte zu Fuß in die Garnison ab, während 500 Mann in einem Extrazuge von hier um 11.30 Uhr abdampften. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 25. August 1907, nachmittags 3 1/2 Uhr: Gr. Bauern-Wettreiten. 7 Rennen, darunter 1 Hindernisrennen, 2 offene Rennen. Nach dem Rennen in beiden Lokalen: Großer Ball. Der Reiter-Verein. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, finden bei dem vom hiesigen Reiter-Verein veranstalteten Bauern-Wettreiten sieben geschlossene und zwei offene Rennen statt. Unter den ersteren ist ein "Herrenreiten für ältere Herren". Letzteres kommt zum ersten Male zum Austrag und dürfte besonderes Interesse erwecken. |
Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein hat mit seinem diesjährigen Rennen bei den Besuchern einen guten Eindruck gemacht. Trotzdem nur wenig oder gar nicht trainiert worden war, liefen fast ausnahmslos sämtliche Pferde die Bahn glatt ab. ... Da zu den offenen Rennen nicht genügend Meldungen eingegangen waren, so ritten Hase jun. und Krug ein Match, welches letzterer nur knapp gewann. |
Mehrow. (O.-B.) In der letzten Gemeindevertretersitzung wurde Herr Gemeindevorsteher Meißner wiedergewählt. Auch der Vater des Herrn M. war über 20 Jahre Gemeindevorsteher, so daß dieses Amt nun schon ca. drei Jahrzehnte von einer Familie verwaltet wird. |
Personal-Chronik. Bestätigt: Der Bauerngutsbesitzer Gustav Wegener als Gemeinde-Vorsteher von Ahrensfelde; ... |
Blumberg. (O.-B.) Mit unglaublicher Dreistigkeit wurde am hellen Tage ein Holzdiebstahl in der Blumberger Forst im Rehau [!] bei Ahrensfelde ausgeführt. Als ein leerer Wagen eines Möbel- und Fuhrgeschäftes in Rummelsburg die Chaussee passierte, hielt der Kutscher in oben bezeichneter Heide an und lud ein ganzes Meter von dem dicht an der Straße stehenden Klobenholz auf seinen Wagen, um es sodann mit Hafergarben zu bedecken. Fast wäre der Dieb mit seiner Beute entkommen, wenn ihm nicht dicht vor Ahrensfelde ein Gendarm begegnet wäre, dem die sonderbare Belastung des Wagens auffiel. Selbstverständlich wollte der Führer des Gefährts das Holz von dem "großen Unbekannten" gekauft haben, doch erkannte der zufällig in der Nähe weilende Förster M. an der Nummer sein Holz. Nach Feststellung der Personalien des Diebes, wurde ihn das Holz beim Amtsvorsteher in Ahrensfelde abgenommen, und sieht er jetzt seiner Bestrafung entgegen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Herr Gemeinde-Vorsteher Wegener hat am Montag sein verantwortungsvolles Amt übernommen und das gerade zu einer Zeit, wo sich für unsern Ort eine Zukunft eröffnet, die schon in wenigen Jahren eine vollständige Veränderung der jetzigen Verhältnisse bringen kann. Wünschen wir, daß der neue Gemeindevorsteher recht lange Jahre zum Segen der Gemeinde wirken möge. |
Weißensee. (O.-B.) Um eine Straßenbahnverbindung mit dem Nachbardorfe Malchow herzustellen, sind Erhebungen im Gange. Es wird beabsichtigt, zunächst einen Stundenverkehr einzuführen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Die Wohnungsnot, welche sich schon seit langer Zeit hier bemerkbar machte, steigert sich jetzt von Woche zu Woche. Mit dem besten Willen ist zur Zeit keine Wohnung zu haben, was viele Arbeiter umso schmerzlicher empfinden, da sie hier lohnende Beschäftigung finden, denn die beschleunigte Inangriffnahme der Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof macht ständige Neueinstellungen von Arbeitern erforderlich. Es ist ein dringendes Bedürfnis, daß in nächster Zeit einige große Arbeiterwohnhäuser entstehen. |
Weißensee. (O.-B.) Das hiesige Stationsgebäude für die Industriebahn ist bereits im Rohbau fertiggestellt. Der Hauptzugang findet von der Berlinerstraße aus statt. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Von einem bedauerlichen Unfall wurde der hiesige Handelsmann G. betroffen. Als er vor einiger Zeit ein widerspenstiges Pferd mit der Peitsche antreiben wollte, schnellte der kurze Peitschenriemen zurück und traf ihn so unglücklich ins linke Auge, daß er sogleich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Auf Anraten des Arztes begab sich G. in die Königl. Klinik nach Berlin, doch gelang es nicht, das Auge zu retten. Ahrensfelde. (O.-B.) Frühstücksmarder - für gewöhnlich nur eine Erscheinung der Großstadt - haben seit einiger Zeit auch hier ihre Tätigkeit aufgenommen. Da man in früheren Jahren über derartige Vorkommnisse nicht zu klagen hatte, so geht man in der Annahme nicht fehl, daß die Frühstücksdiebe unter den fremden Arbeitern zu suchen sind, welche z. Zt. auf dem Zentralfriedhof oder bei den Ausschachtungsarbeiten in Falkenberg in großer Zahl beschäftigt sind. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof "Ostkirchhof Ahrensfelde" werden jetzt energisch gefördert, da am 1. Januar mit dem Belegen desselben begonnen werden soll. Viele Neueinstellungen von Arbeitern sind bereits erfolgt und werden noch stets mehr Arbeiter verlangt. Mehrere Kolonnen sind mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigt, so daß sich jetzt ein bewegtes Leben entfaltet. Die Regulierung der Wuhle, die Pflasterung der Hauptzufahrtsstraße, das Abtragen des historischen Postberges, die Einfriedung der einzelnen Begräbnisplätze, das Aufstellen einer Kapelle (früher auf dem Andreasfriedhof - Berlin), dazu die vielen Arbeiten in der Gärtnerei, u.a. der Bau eines Treibhauses, alles dies sind Arbeiten, an deren Vollendung mit Volldampf gearbeitet wird. - Aber auch die Hand in Hand gehende Spekulation in der Nähe des Friedhofs nimmt jetzt greifbare Gestalt an, hat doch bereits eine Bierquelle ihre Schleusen geöffnet. |
Weißensee. (O.-B.) Der Güterverkehr auf der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde wird bereits Anfang Dezember beginnen. Der genaue Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. ... |
Ahrensfelde. (O.-B.) Bei der Treibjagd, welche die Herren Kohler und Nauber - Weißensee auf ihrem Ahrensfelde-Mehrower Jagdgebiet abhielten, wurden von ca. 30 Schützen 82 Hasen zur Strecke gebracht. |
Bekanntmachung. Im Monat November 1907 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. ... Der Landrat ... Nr. 989 ab 30.11. Graf A. von Arnim, Rittergutsbesitzer, Schloß Blumberg |
Ahrensfelde. (O.-B.) Vor einigen Tagen erregte ein Reitersmann, der mit einem dunkelbraunen Pferde unsern Ort in der Richtung nach Berlin passierte, und dessen Aeußeres nicht recht zu einem Reiter paßte, einige Aufmerksamkeit. Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist an dem betreffenden Tage in Rüdersdorf ein Pferd gestohlen worden und ist nicht ausgeschlossen, daß dieser Reiter der Dieb gewesen ist. Hönow. (O.-B.) Noch ist der traurige Fall in Erinnerung, in dem der Förster K. in Karlshorst von Wilderern erschossen wurde, und sollte man meinen, daß diese frechen Gesellen doch vorläufig ihr gefährliches Handwerk einstellen würden. Im Gegenteil! Sie werden noch kecker! Als ein hiesiger Besitzersohn mit einem Knechte auf dem Felde beschäftigt war, gewahrten beide in den "Dahlwitzer Fichten" am hellichten Tage einen fremden Mann mit einem Gewehr. Es ist kaum zu glauben, mit welcher Dreistigkeit derartige Subjekte zu Werke gehen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Der Verkehrsverein Berlin-Werneuchen hielt am Sonntag hierselbst eine Generalversammlung ab. In derselben wurde lebhaft Klage geführt über das schlechte Wagenmaterial der Wriezener Bahn. Der Vorstand wurde beauftragt, Beschwerde zu führen. Man gab sich der Hoffnung hin, daß bald nach der Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes auch auf unserer Bahn der Vorortverkehr eingerichtet wird, den der Verein schon durch verschiedene Petitionen seit Jahren vergeblich erbeten hat. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Die Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes "Ostkirchhof - Ahrensfelde", welche Anfang k. Jahres erfolgen sollte, ist um 6 Monate hinausgeschoben worden, und sind darauf die Hälfte der Arbeiter entlassen worden, so daß z. Zt. nur ca. 60 Arbeiter von der Friedhofsverwaltung beschäftigt werden. - Die Arbeiten sind in letzter Zeit sehr gefördert worden. Die Aufstellung der Kapelle ist beendigt und ist man gegenwärtig mit der Innenausstattung beschäftigt. Der Leichenkühlraum ist gerichtet und wird jetzt die Kühlanlage geschaffen. Mehrere Monteure sind mit der Aufstellung der Licht- und Kraftmaschinen beschäftigt. Die Legung der Wasserleitung, soweit sie vorläufig erforderlich, ist auch beendigt. In den nächsten Tagen wird eine Blumenhalle auf dem Platze in der Nähe des projektierten Bahnhofes errichtet werden. Noch vor Weihnachten wird der Friedhofsaufseher seine Wohnung aus dem Ort nach dem Friedhofsgelände verlegen, und wird dann das Verwaltungsgebäude auch Telephonanschluß erhalten. |
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Ahrensfelde. (O.-B.) Ein schwerer Unfall ereignete sich vor einigen Tagen auf der Dorfstraße in der Nähe des Gehöfts des Herrn Amtsvorstehers Haase. Ein ca. 20jähriger galizischer Arbeiter des Rittergutes Mehrow fiel von dem schweren Dungwagen. Der über 100 Ztr. schwere Wagen ging über den rechten Arm und zermalmte denselben buchstäblich. Der Verunglückte wurde sogleich in das Krankenhaus nach Weißensee gebracht und mußte hier der verletzte Arm amputiert werden. Eiche. (O.-B.) Das Stellmacher Bautz'sche Ehepaar feierte vor einigen Tagen im Kreise seiner zahlreichen Familienmitglieder das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Der Ortsgeistliche, Pastor Blasche - Blumberg, vollzog in der Wohnung die Einsegnung des Jubelpaares und überreichte darauf in Gegenwart des Herrn Amtsvorstehers C. Haase - Ahrensfelde das kaiserliche Gnadengeschenk von 50 M. Mehrow. (O.-B.) Mit knapper Not konnten am letzten Sonntag die beiden ältesten Töchter des hiesigen Gutsvorstehers Meißner vom Tode des Ertrinkens gerettet werden. Die beiden Kinder, im Alter von 6 und 4 Jahren, saßen auf einem Handschlitten, welchen das Kindermädchen auf dem Dorfteich führte. Die Eisdecke hatte aber an einer sog. "warmen Stelle" noch keine genügende Tragkraft, denn plötzlich brachen alle drei ein. Zum Glück waren bald Rettungsmannschaften zur Stelle, welche das Dienstmädchen und die älteste Tochter in Sicherheit brachten. Schwieriger gestaltete sich die Rettung der Kleinsten, welche bereits im Wasser verschwunden war. Nur auf Leitern konnte man sich der offenen Stelle nähern, aber endlich gelang es doch, unter Aufbietung aller Kräfte, den fast leblosen Körper mit Feuerhaken dem nassen Element zu entreißen. Der zufällig anwesende Arzt aus Ahrensfelde, Herr Dr. Spor, nahm sogleich die Kleine in Behandlung, und sie erholte sich sichtlich unter seinen Händen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Eine schwere Vergiftung durch Kohlenoxydgas zogen sich in der Nacht zum Sonnabend der Schmiedegeselle und der Kutscher des Schmiedemeisters G. Albrecht zu. Dieselben sind seit längerer Zeit bei A. im Dienst. Am Freitag abend hatten sie noch bis gegen 11 Uhr den Besuch von einigen Gesellen aus dem Dorfe. Als sich diese entfernten, legten sich beide zur Ruhe. Als am Sonnabend morgen um 6 Uhr Herr A. weckte, erhielt er keine Antwort, und als er den Schlafraum betrat, fand er die Insassen fast leblos in ihren Betten, während ein im selben Raum weilender Hund verendet am Ofen lag. Der sofort hinzugerufene Arzt stellte sogleich Wiederbelebungsversuche an, welche bei dem Kutscher am Nachmittage von Erfolg gekrönt waren, während der Geselle erst nachts 1 Uhr sein Bewußtsein wiedererlangte. Bei letzterem mußte der Sauerstoffapparat angewandt werden. - Wie der Unfall entstehen konnte, ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt, denn der Ofen war am Tage noch intakt und wurde vor dem Schlafengehen nicht mehr geheizt. Blumberg. (O.-B-) Endlich der Richtige ? Unter dem dringenden Verdacht, den Eisenbahnfrevel bei Strausberg ausgeführt zu haben, wurde auf der Chaussee durch den hiesigen Wachtmeister der Schlossergeselle Ernst Bramste, geboren zu Altona, verhaftet. Das Signalement paßt ganz genau auf den Verhafteten, und fiel dem Wachtmeister vor allem sein körperlicher Fehler, das Nachziehen des rechten Beines auf, welches bei dem Schlüsselbesteller [?] ein wesentliches Merkmal ist. Aus den Papieren ist nicht ersichtlich, wo er in der Zeit von Mai bis 30. September gewesen ist. ... |
Hönow. Zwischen hier und Marzahn wurde auf der Chaussee ein erfrorener Handwerksbursche aufgefunden. Derselbe hatte sich im ermüdeten Zustande zum Ausruhen auf einen Steinhaufen gesetzt und war für immer eingeschlafen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Herr W. Dubick aus Marzahn hat den Kalow'schen Gasthof für ca. 83 000 Mark erworben. Die Uebergabe erfolgt am 1. März. |
Personal-Chronik Bestätigt: Der Lehngutbesitzer Karl Gahtow zu Lindenberg als Schöffe der Gemeinde Lindenberg; ... |
Ahrensfelde. (O.-B.) In der Nacht zum Montag wurde einem hiesigen Kutscher aus seinem Schlafraum ein Geldbetrag von 17 M. und seine Taschenuhr entwendet. - Die Montierungsarbeiten der elektrischen Licht- und Kraftanlagen auf dem Berliner Zentralfriedhof sind beendigt und haben die Probe bestanden. Später werden natürlich noch bedeutend größere Maschinen aufgestellt werden müssen, da auch unserm Ort eine Abgabe an Licht und Kraft in Aussicht gestellt ist. Mehrow. (O.-B.) Ein bedeutender Kupferdrahtdiebstahl wurde in einer der letzten Nächte hierselbst ausgeführt. Zu dem hiesigen Rittergute gehört auch das Vorwerk Trappenfelde. Als man dieser Tage daselbst dreschen wollte, gewahrte man, daß die Leitung unterbrochen war. Eine Untersuchung ergab, daß auf einer Strecke von ca. 500 Meter der starke Kupferdraht, der ein Gewicht von rund 6 Zentner im Werte von etwa 500 M. repräsentiert, entwendet war. Ein zweiter Schaden entstand dadurch, daß die herabhängenden Enden des elektrischen Leitungsdrahtes sich mit dem Telefondraht verbunden hatten, und der Starkstrom diese Apparate zerstörte, als man morgens die Maschinen einschaltete. Von den Dieben fehlt jede Spur. Es ist aber festgestellt, daß in der fraglichen Nacht ein Fuhrwerk die Strecke in der Richtung nach Berlin passierte und man nimmt an, daß sich die Diebe desselben bedienten. |
Ehren-Erklärung Das über den Pferdehändler Herrn Max Michaelis in Berlin, Greifswalderstraße 212/213, verbreitete Gerücht, daß er von der Frau Ww. Hoppe in Ahrensfelde nach dem Tode Ihres Mannes für verkaufte Pferde noch einmal Zahlung verlangt habe und deshalb sogar bestraft sei, ist unwahr. Frau Ww. Hoppe hat vor Gericht am 11. Februar diesen Jahres als Zeugin beschworen, daß sie, so wenig vor, wie nach dem Tode ihres Mannes mit Herrn Michaelis eine geschäftliche Differenz hatte; auch ist es nicht wahr, daß derselbe eine Zahlung zweimal verlangt hat. Wir, unterzeichnete, bedauern unendlich, den obigen unwahren Gerüchten Glauben geschenkt zu haben und erklären Herrn Max Michaelis für einen ehrenwerten, reellen Kaufmann. Berlin, den 20. Februar 1908. W. Rauch, Weesow. Fritz Thürling, Weesow. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Größere Flächen Ländereien sind z. Z. hier zu verpachten. Zunächst hat die Stadtsynode Berlin ca. 435 Morgen von ihren 1800 Morgen auf längere Jahre für Kirchhofszwecke noch ausgeschlossen und diese Flächen zur Pachtung ausgeboten. Auf dem Termin blieb Herr Baumeister Schreiber Bestbietender und steht zu erwarten, daß er den Zuschlag erhält. Schr. will später die Fläche in kleineren Parzellen weiterverpachten. - Außerdem bietet der Kaufmann Spagat - Berlin einen Plan von 120 Morgen, den er von Herrn Gutsbesitzer J. Lehmann erworben hat, zur Pachtung aus. Ahrensfelde. (O.-B.) Schlecht gelohnt hat ein Knecht aus Löhme die Gastfreundschaft, die ihm ein hiesiger Kutscher erwiesen. Vor einiger Zeit fand er, als er seine Braut hierselbst besucht hatte, bei dem Kutscher Nachtquartier. Nach einigen Wochen nun wurden dem Kutscher des Nachts Uhr und bares Geld im Betrage von 17 M. entwendet. Der Verdacht lenkte sich sogleich auf den Nachtgast, der sich dann auch nach längerem Leugnen zu einem Geständnis bequemte. |
Bekanntmachung. Unter den Schweinen des Gemeindevorstehers Wegener und Bauerngutsbesitzers Müller zu Ahrensfelde ist die Schweinepest ausgebrochen. Die Gehöftsperre ist verhängt. Ahrensfelde, den 2. März 1908. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Auf Grund des Gesetzes über die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen vom 28. Juli 1906 bilden im Kreise Niederbarnim vom 1. April 1908 ab A. einen Gesamtschulverband ...; 26. der Gutsbezirk und die Gemeinde Mehrow; ... |
Ahrensfelde. (O.-B.) Der hiesige Krieger- und Landwehrverein wird am Sonnabend, den 21. März die Feier seines 30jährigen Bestehens festlich begehen. Ahrensfelde. (O.-B.) Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof "Ostkirchhof", die ca. 1/4 Jahr vollständig geruht hatten, sind mit ca. 50 Arbeitern wieder aufgenommen worden, und finden jetzt ständig Neueinstellungen von Arbeitern statt. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Wichtige Beschlüsse faßte die letzte Gemeindevertretersitzung. Zunächst wurde über die Gasversorgung der Gemeinde beraten. Einstimmig wurde beschlossen, das Anerbieten der Stadt Berlin anzunehmen, und anstatt der Petroleum-Straßenbeleuchtung die Gasbeleuchtung einzuführen. Die Kosten belaufen sich bei einer jährlichen Brennzeit von 1000 Stunden auf 25 M. für eine Laterne. Durch Rohrlegung und Beschaffung sowie Aufstellung der neuen Laternen entstehen der Gemeinde keinerlei Kosten. Da der Preis für das Leuchtgas - pro cbm 12 1/3 Pfg. - ein sehr annehmbarer ist, werden sehr viele Einwohner Anschluß nehmen. - Einige Bewohner vom Bahnhof Ahrensfelde waren darum eingekommen, ihre Kinder in Ahrensfelde einschulen zu dürfen. Politisch gehört der Bahnhof zu Falkenberg. Da die in Frage stehenden Schüler zum größten Teil Lernanfänger sind und man mit den Eltern fühlte, die den kleinen Pagen gern den weiten Schulweg nach Falkenberg abnehmen möchten, so beschloß man einstimmig, bis auf weiteres diese Kinder zum Besuch der hiesigen Schule zuzulassen. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Dieser Tage fanden hierselbst die Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung statt. In der 3. Klasse wurden Schmiedemeister G. Albrecht jr. und Rentier G. Jost neugewählt. Für diese Klasse hatte eine starke Agitation vorher stattgefunden. In der 2. Klasse wurde Herr A. Meißner einstimmig neugewählt. Die Wahlen für die 1. Klasse wurden auch einstimmig vollzogen. Herr Amtsvorsteher E. (?) Haase wurde wieder- und Herr J. Lehmann jr. und Herr A. Adler neugewählt. Sämtliche Gewählte nahmen die Wahl an. Ahrensfelde. (O.-B.) Das Fest seines 30jährigen Bestehend feierte am letzten Sonnabend im Vereinslokal von W. Hase der hiesige Krieger- und Landwehrverein. Noch 10 Gründer, die Kameraden A. Meißner, G. Albrecht sen., Krohn, F. Meißner, L. Grube, Wandrei, Ziebel, Jul. Schreiber - Franz. Buchholz, Schleusener - Mehrow und Radunzel - Hellersdorf sind heute Mitglieder des Vereins. In seiner Festrede gab der Kamerad Lehrer Grohmann einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Der 1. Vorsitzende Kamerad A. Meißner überreichte den Vereinsdamen die gestifteten Vereinsschleifen. Kam. Langemann sorgte durch seine Vorträge für die nötige Abwechslung. Kamerad A. Meißner führt seit 28 Jahren den Vorsitz des Vereins. Die Feier nahm einen der Bedeutung des Tages entsprechenden würdevollen Verlauf und stärkte sicher bei allen Teilnehmern patriotisches Denken und Handeln. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Zum zweiten Male in kurzer Zeit wurde der Kutscher des Kaufmanns W. bestohlen und zwar waren diesmal seine besseren Sachen: ein neuer Anzug, Ueberzieher, Stiefeln und Handkoffer mit Wäsche genommen, während man das erste Mal nur Wertgegenstände nahm. Mit Leichtigkeit stellte der Gendarmerie-Wachtmeister aus Falkenberg fest, daß auch diesen Diebstahl der Knecht Bohn, der z. zt. in Löhme in Stellung gewesen, begangen hat. B. hat inzwischen seine Stellung in Löhme aufgegeben und sich nach Berlin abgemeldet, es dürfte aber nicht lange dauern, bis B. hinter Schloß und Riegel sitzt, denn er hat außerdem noch einen Diebstahl in Hohen-Schönhausen ausgeführt und soll auch für einen Fahrraddiebstahl in Frage kommen. Die Berliner Polizei ist sogleich verständigt worden. |
Bekanntmachung. Die über die Gehöfte der Besitzer August Müller und Gustav Wegener in Ahrensfelde wegen Schweinepest verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben. Ahrensfelde, den 30. März 1908. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Eine Ledertasche, enthaltend Pferdescherzeug, ist gefunden worden. Blumberg, den 18. April 1908. Der Amts-Vorsteher. |
Habe wieder einen jungen Eber (deutsch veredeltes Landschwein) zum Decken angekauft. Lehmann, Gutsbesitzer. Lindenberg bei Berlin. |
Bekanntmachung. Uebersicht der Urwahlbezirks-Einteilung zu den Landtagswahlen 1908. 13. [Wahlbezirk] Eiche, Gemeinde; 262 [Einwohner] Hönow, Gemeinde; 559 [Einwohner] Mehrow, Gemeinde und Gut; 328 [Einwohner] Neuenhagen, Gut; 116 [Einwohner] Seeberg, Gemeinde 196 [Einwohner] [Seelenzahl:] zusammen 1461 [Anzahl der zu wählenden Wahlmänner:] 5 (2 [Klasse III] / 1 [Klasse II] / 2 [Klasse I]) [die Abteilungs-Wählerliste liegt aus im:] Gemeindevorsteheramt zu Hönow [Wahlvorsteher:] Gemeindevertreter Friedr. Kirschbaum daselbst [Stellvertreter:] Gemeindevertreter Klus zu Eiche [Wahllokal:] Hinze'scher Gasthof zu Hönow 16. [Wahlbezirk] Birkholz, Gemeinde; 270 [Einwohner] Blumberg, Gemeinde und Gut; 1336 [Einwohner] [Seelenzahl:] zusammen 1606 [Anzahl der zu wählenden Wahlmänner:] 6 (2 [Klasse III] / 2 [Klasse II] / 2 [Klasse I]) [die Abteilungs-Wählerliste liegt aus im:] Amtsbureau zu Blumberg [Wahlvorsteher:] Amtsvorsteher Grün zu Blumberg [Stellvertreter:] Gemeindevorsteher Puhlmann zu Birkholz [Wahllokal:] Keisdorf'sches Restaurant zu Blumberg 17. [Wahlbezirk] Ahrensfelde, Gemeinde; 701 [Einwohner] Marzahn, Gemeinde; 706 [Einwohner] [Seelenzahl:] zusammen 1407 [Anzahl der zu wählenden Wahlmänner:] 5 (2 [Klasse III] / 1 [Klasse II] / 2[Klasse I]) [die Abteilungs-Wählerliste liegt aus im:] Amtsbureau zu Ahrensfelde [Wahlvorsteher:] Amtsvorsteher Haase daselbst [Stellvertreter:] Gemeindevorsteher Dannenfelzer zu Marzahn [Wahllokal:] Haase'scher Gasthof zu Ahrensfelde |
Ahrensfelde. Am Sonnabend schlug der Blitz in den Schornstein des Bäckermeisters Junghans und riß denselben auf. |
Bekanntmachung. Ein Hund, schwarzer Wolfsspitz, hat sich beim Wächter der Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten angefunden. Meldungen gegen Erstattung der Kosten im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 9. Juni 1908. Der Amts-Vorsteher |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1908 sind von mir nachfolgende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 3. Juni 1908. Der Landrat, I.A. vom Le Coq, Regierungsrat. Nr. 29; ab 16.5.; Meißner, Ernst; Gemeindevorsteher; Mehrow |
Krummensee. Beim Baden im Haussee ertrank am Donnerstag abend der 19 Jahre alte, bei dem Gutsbesitzer Ernst Fielitz bedienstete Knecht Irrgang. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Am kommenden Dienstag, den 30. Juni, nachmittags 5 Uhr wird die feierliche Einweihung der Kapelle auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode hierselbst stattfinden. Eingeleitet wird die Feier durch den Gesang eines Berliner Liederquartetts, welches das Lied: "Gnädig und barmherzig ist der Herr" zu Gehör bringen wird. Den Weiheakt vollzieht der General-Superintendent Probst D. Faber. Die Eingangsliturgie hält Pfarrer Koch (Samaritergemeinde - Berlin) und die Festpredigt Pfarrer Köster - Berlin (Lazarusgemeinde). Gemeindegesang und weitere Männerchöre werden die Feier vervollständigen. Sodann wird ein Rundgang zur Besichtigung des Friedhofes unternommen. Hönow. (O.-B.) Eine würdige Feier veranstaltete dieser Tage der hiesige Landwehrverein unter reger Beteiligung der ganzen Gemeinde aus Anlaß der Pflanzung der Kaisereiche auf dem Turnplatz. Der Vorsitzende Kam. Lenz begrüßte die Festversammlung und der Ortsgeistliche, Pastor Hinz - Ahrensfelde, hielt die Festrede. Der als vorzüglicher Redner bekannte Geistliche verstand es wiederum, durch seine tiefdurchdachten, packenden Ausführungen, nicht nur die zahlreich Erschienenen zu fesseln, sondern auch die alten Soldatentugenden, Treue und Gehorsam zu Kaiser und Reich, zu befestigen. Mit dem Gesang des Niederländischen Dankgebets: "Wir treten zum Beten" endete die Feier auf dem Platze, der sich ein Ball anschloß. |
Ahrensfelde. Am Dienstag wurde hierselbst auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode die Kapelle in feierlicher Weise eingeweiht. Es ist dies der größte Friedhof der Welt. Er umfaßt 1200 Morgen Land und ist 1700 Meter lang und 1800 Meter breit. Er soll später für 30 Gemeinden zu 30000 Seelen genügen. Vorläufig werden 20 Gemeinden ihre Toten dort beerdigen. Zu der Einweihung der Kapelle hatten sich zahlreiche Teilnehmer unter Führung des Vorstehers der Berliner Stadtsynode Ohnke eingefunden. Am Portal der Kapelle, von derem Turm oben feierliches Geläut durch die sonnenbeglänzte Landschaft tönte, standen die Totengräber des Friedhofes in einer bergmannsähnlichen Tracht; in der Rechten hielten sie schwarze Spaten. Das Berliner Liederquartett begleitete die Feier mit ernsten Gesängen. Generalsuperintendent D. Faber hielt über das Schriftwort "Selig sind die Toten" die ergreifende Weiherede, Pfarrer Koch die Liturgie und Pfarrer Köster die Festpredigt. Aus Anlaß der Kapellenweihe erhielten Oberkonsistorialrat Crisolli den Königlichen Kronenorden dritter Klasse und Polizeirat v. Löbell den Roten Adlerorden vierter Klasse mit der Krone, welche Auszeichnungen Oberkonsistorialrat Hagemann im Namen des Oberkirchenrates mit Glückwünschen überreichte. - Am heutigen Donnerstag traf als erste Leiche die einer Frau auf dem Kirchhofe ein. Die Leiche wurde vom Bahnhof Ahrensfelde der Wriezener Nebenbahn von den angestellten Leichenträgern mit einem Leichenwagen abgeholt und nach dem Leichenkühlraume der Leichenhalle gebracht. Die Verstorbene gehört zur Samaritergemeinde und findet die erste Beerdigung auf dem Riesenfriedhofe am Sonnabend nachmittag 4 Uhr statt. Pastor Koch wird die Einsegnung vollziehen. Mit der Beerdigung wird eine Feier in der Kapelle verbunden. Die gesamten Kosten dieser Beerdigung trägt die Berliner Stadtsynode. |
Bekanntmachung. Chausseehäuserverkauf. Die früher zur Chausseegelderhebung verwendeten Grundstücke in 1. Weißensee, ... 2. Lanke, ... 3. Bernau, ... 4. Neuenhagen, ... 5. Ladeburg, ... 6. Germendorf, ... 7. Lehnitzsee, ... sollen unverändert und pfand- und lastenfrei verkauft werden. Besichtigung der Grundstücke ist während der Tagesstunden gestattet. Schriftliche Angebote können bis zum 5. September 1908 ... eingesandt werden. ... Berlin, den 2. Juli 1908. NW 40, Friedrich-Karl-Ufer 5. Namens des Kreisausschusses des Kreises Niederbarnim Der Vorsitzende, Landrat, Graf von Roedern. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Nachdem am 30. Juni die erste Kapelle auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode geweiht worden, so ist am letzten Sonnabend durch die ersten fünf Beerdigungen der Gottesacker seiner Bestimmung übergeben worden. Als erste Leiche wurde die Kaufmannswitwe Anna Schwarzenberg aus Berlin auf dem Begräbnisplatz der Samariter-Gemeinde beerdigt. Die Stadtsynode trug die Kosten für diese erste Beerdigung. Pastor Koch, der erste Geistliche der Samariter-Gemeinde hielt die ergreifende Gedächtnisrede über Joh. 6,37. Mit dem Gesang des Liedes "Laßt mich gehn" schloß die Feier in der Kapelle. An der mit Dekorationsbäumen und Hortensien entsprechend dekorierten ersten Gruft wurde der Leichenzug von einem Quartett-Verein mit dem Gesang von "So nimm denn meine Hände" empfangen. Pastor Koch vollzog auch hier die Einsegnung der Leiche und zugleich die Weihe des Riesentotenackers, der nach menschlichem Ermessen auf unabsehbare Zeiten den Anforderungen der Millionenstadt genügen wird. Mit dem Gesang des Liedes "Wie sie so sanft ruh'n" war die erste Beerdigungsfeier beendet, der sich noch drei weitere auf dem Samariter-Friedhof anschlossen. Auf dem Lazarus-Friedhof fand anschließend auch die erste Beerdigung statt, woselbst Pastor Köster amtierte. - Die gesamte Anlage des Ostkirchhofes wird wesentlich von dem bisherigen Modus abweichen. Es wird das Prinzip der Einzelbeerdigung beibehalten, während man bisher für die sogenannten Reihengräber in großen Städten die Beisetzung in Schachtgräbern vollzog, die dann gemeinschaftlich geschlossen wurden. Damit das Parkartige auf dem Ahrensfelder Friedhof voll zur Geltung kommt, werden zwischen den einzelnen Gräbern breite Promenaden geschaffen, Straßen genannt, welche eine rationelle Ausnutzung des Bodens doch dadurch ermöglicht, daß Kopf gegen Kopf beerdigt wird und zwischen den Fußenden ein breiter Weg liegen bleibt. Damit ist auch ein bequemer Zutritt zu allen Gräbern gewährleistet. Das Belegen der einzelnen Reihen geschieht nun in der Weise, daß zunächst die ungeraden Stellen 1, 3, 5, 7 usw. besetzt werden und erst später, nachdem sich das Erdreich genügend gefestigt hat, die geraden Plätze 2, 4, 6 usw. die Toten aufnehmen. Der Zwischenraum zwischen den einzelnen Gräbern beträgt 40 Zentimeter. Für jede Gemeinde sind 30 Morgen Gräberfeld bestimmt, welche für 30 Jahre berechnet sind. Vorläufig sind auf jedem Gräberfeld ca. 3 Morgen zur Beerdigung eingerichtet. Nach 30 Jahren werden die Gräberfelder zum zweiten Male belegt. Es sind nun Bestimmungen getroffen, daß die Verwesungsreste in keiner Weise berührt werden. Während die Grüfte der Erwachsenen heute 2,10 Meter Tiefe haben, werden sie nach 30 Jahren nur 1,80 Meter tief sein. Da außerdem die einzelnen Gräber auf Karten genau festgelegt werden, läßt es sich ermöglichen, daß bei der zweiten Belegung die heutigen Zwischenräume benutzt werden. Nach weiteren 30 Jahren werden die heutigen Plätze wiederum gebraucht. Da jedoch die Grüfte dann nur 1,50 Meter tief ausgehoben werden und außerdem der Boden in den 60 Jahren um ein Beträchtliches gewachsen ist, so ist eine vollständige Grabesruhe gesichert. Neben diesen Reihengräbern sind auf den Gräberfeldern schon eine große Anzahl Plätze für Wahlstellen, sog. Gartengräber eingerichtet, welche durch Hecken von herrlichen Koniferen voneinander getrennt sind. In der Mitte der Gräberfelder sind Schmuckplätze angelegt, welche die prächtigsten Teppichbeete zeigen, die von unzähligen Rosensträuchern eingesäumt sind. Zahlreiche Ruhebänke haben überall Aufstellung gefunden, und zwei geräumige Schutzhallen werden bei ungünstiger Witterung die Friedhofsbesucher aufnehmen. An dem Haupteingange ist eine Blumenhalle errichtet, in der die kostbarsten Kranzspenden und Topfgewächse zum Kauf angeboten werden. Gegenwärtig sind zahlreiche Arbeiter an der Bahnhofsanlage beschäftigt, die an der Stelle des historischen Lehmann'schen Postberges entstehen wird. Die Schienen sind bereits eingetroffen und soll mit dem Legen in nächster Zeit begonnen werden, da sich schon heute zeigt, daß die Leichentransporte, wie sie zurzeit erfolgen, für die Dauer nicht durchzuführen sind. Von der Leichensammelstelle zu Berlin (alter Ostbahnhof) kommen die Leichen einmal täglich und zwar früh gegen 5 Uhr mit einem Güterzuge auf Bahnhof Ahrensfelde an. Mit Bahrwagen, welche von den angestellten Leichenträgern gezogen werden, geschieht die Beförderung der Leichen nach der Leichenhalle des Friedhofs durch unsern Ort. Da unsere Wriezener Bahn zurzeit noch keinen Vorortverkehr hat, auch die Elektrische und Automobilomnibusverkehr noch auf sich warten lassen, so wird die Eisenbahnverwaltung jedesmal benachrichtigt werden, wenn mehrere Beerdigungen stattfinden, damit die Beförderung der Leidtragenden glatt vonstatten geht. So waren die in Frage stehenden Züge am Sonnabend bedeutend verstärkt worden, um die ca. 150 Leidtragenden bequem befördern zu können. Den ersten Leichentransport nach der Leichensammelstelle des Ostbahnhofes führte die Firma Julius Grieneisen zu Berlin (auch auf Kosten der Stadtsynode) aus. Wie verlautet haben sich zum 1. Oktober d. Js. vier weitere Gemeinden für den Ostkirchhof angemeldet. |
Bekanntmachung. Auf Gund des § 6 des Reichsvereinsgesetzes vom 19. April 1908 ... werden als solche Zeitungen, durch welche die Bekanntmachungen öffentlicher politischer Versammlungen erfolgen kann, für die nachbezeichneten Amtsbezirke folgende Blätter bestimmt: 1. Polizeiverwaltung Bernau 5. Ahrensfelde 7. Blumberg Berlin, den 6. Juli 1908. Der Königliche Landrat, Graf von Roedern. |
Personal-Chronik. Bestätigt: Der Förster Joseph Schaupp als Feld- und Forsthüter für die Gemarkung der Gemeinde Hönow. |
Bekanntmachung. Folgende Personen sind in den einzelnen Gemeinden des Kreises zu Vertrauensmännern der Land-Feuersozietät der Provinz Brandenburg bestellt worden: 1. Ahrensfelde: Amtssekretär Anton Lutz 11. Blumberg: Ortssteuererheber Johannes Hoy 18. Eiche: Gemeinde-Vorsteher Klus 53. Lindenberg: Ortssteuererheber August Puhlmann 61. Mehrow: Gem.-Vorst. Ernst Meißner Berlin, den 28. Juli 1908. Der Kreisdirektor, Graf von Roedern. |
Bekanntmachung. Nachstehende Personen sind als vereidete Bauschätzer der Land-Feuersozietät der Provinz Brandenburg im hiesigen Kreise tätig: ... 26. Weidelt; Maurermeister; Blumberg (Bezirk Potsdam) ... |
Ahrensfelde. Der Reiterverein hat als Termin für sein diesjähriges Rennen den 9. August cr. bestimmt. Am Sonntag fand Probereiten statt. Es laufen über 20 Pferde, darunter viel vorzügliches neues Material. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Das diesjährige Bauernwettreiten, das am morgigen Sonntag stattfindet, wird seinen Vorgängern nichts nachgeben. Es finden 8 einzelne Rennen statt, darunter ein Hindernisrennen. Für Rennpferde, überhaupt für fremde Pferde, sind zwei offene Rennen vorgesehen. Der Besuch des Rennens ist jedem zu empfehlen. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 9. August, 3 1/2 Uhr nachmittags: --- Grosses --- Bauern-Wettreiten 5 Flachrennen, 1 Hindernisrennen, 2 offene Rennen --- nach dem Rennen in beiden Lokalen: --- Grosser Ball. Der Reiterverein. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Das Bauernwettreiten am Sonntag hatte sich eines Massenbesuchs zu erfreuen, der alle früheren Rennen bei weitem in den Schatten stellte. Man schätzt die Zahl der Besucher auf weit über 3000. Die ganze Veranstaltung verlief ohne ernstere Unfälle. Es fanden 7 Rennen statt. Im ganzen liefen 23 Pferde. ... Es fand nur ein offenes Rennen statt und liefen in demselben 3 Pferde. Sieger wurde Mützel - Marzahn gegen Ehrhardt - Marzahn und Hannemann - Alt-Glienicke. Nach dem Rennen fand in beiden Lokalen des Orts großer Sommernachtsball statt. |
Personal-Chronik Bestätigt: ...; Der Kossät Hermann Hönicke zu Hönow zum Gemeindeschöffen der Gemeinde Hönow vom 20. August 1908 ab. |
Bekanntmachung. Auf dem Gelände des Ostkirchhofes zu Ahrensfelde, am Lindenberger Weg, wird beabsichtigt, vom 31. d. Mts. ab, ca. 8 Tage lang, Unkraut zu verbrennen. Vorstehendes wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Ahrensfelde, den 29. August 1908. Der Amts-Vorsteher. |
Personal-Chronik. Bestätigt: der Militäranwärter Gustav Gutenmorgen als Nachtwächter, Hilfs-Polizeisergeant und Hilfs-Vollziehungsbeamter in Friedrichshagen. |
Blumberg. Am kommenden Sonntag, den 6. September, werden die Turnvereine Berlins und Umgebung, welche dem Gau Brandenburg des Deutschen Turnerbundes angehören, ein Kriegsspiel, genannt "Kampf um den Stab", in dem Rehhahn zwischen Blumberg und Ahrensfelde zum Austrag bringen. Dieses Spiel, welches alljährlich zur Feier des Sedantages veranstaltet wird, soll den Turnern Gelegenheit geben, sich zu marsch- und kampfestüchtigen Männern heranzubilden. Schon am Sonnabend werden verschiedene Vereine sich auf den Weg machen, um das Kampfgelände näher kennen zu lernen und durch Absenden von Streifscharen dem Feind den Kampf zu erschweren. |
Ahrensfelde. (O.-B.) "Der Kampf um den Stab", ein Kriegsspiel, welches der Deutsche Turnerbund eingeführt hat, wurde am letzten Sonntag zur Entscheidung gebracht. Nicht weniger denn 32 Vereine waren in einer Gesamtstärke von 350-400 Turnern dazu ins Feld gezogen. Das Kampfgelände war der Rehhahn, ein kleines Gehölz an der Chaussee von Blumberg nach Ahrensfelde. Morgens um 6 Uhr nahmen die beiden Parteien Aufstellung und zwar die Nordpartei (rote Binde und schwarze Stäbe), unter dem Kommando des Bezirksturnwarts Hintringer an der Stettiner Bahn, und die Südpartei (gelbe Binde und weiße Stäbe), unter dem Befehl des stellvertretenden Gauturnwartes Heintze an der Ostbahn. Ein Detachement von 75-100 Radfahrern war zur Aufklärung des Geländes auf beide Parteien verteilt. Den Sieg errang die Nordpartei mit 47 weißen eroberten Stäben gegenüber 14 schwarzen verloren gegangenen Stäben. Nach Beendigung des Kampfes ordneten sich die Turner zum Einzuge nach Ahrensfelde. Gegen 1/4 5 Uhr nachmittags langte der Festzug auf dem Kirchplatz an. Nachdem der Gauturnwart Annußat den Sieg der Nordpartei proklamiert hatte, wurden gemeinsam zwei Strophen von "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" gesungen. Der Gauvertreter (Gauvorsitzende) W. Hermann - Berlin hielt darauf die Sedan-Festrede. Mit einem dreifachen Gut Heil auf Kaiser und Reich schloß er seine Ausführungen. Mit dem Gesang der 1. und 3. Strophe von "Deutschland, Deutschland über alles" war die Feier auf dem Festplatz beendigt und marschierten die Vereine darauf nach dem Vereinslokal, wo noch ein Kränzchen die Turner vereinigte. Hönow. (O.-B.) Eine Hexengeschichte aus dem Jahre 1670. Nach einer alten Chronik fuhr, wie Geheimrat Friedel mitteilt, anno 1670 ein Bauer aus Hönow, oder wie man damals schrieb: Hönau, mit einer Ladung Gerste gegen Mittag aus Berlin. Vor der Stadt blieben die Pferde auf der Brücke stehen und waren weder mit Worten noch mit der Peitsche von der Stelle zu bewegen. Plötzlich sah der Bauer auf seinem Wagen ein häßliches altes Weib sitzen; das sagte: "Warum siehst du dich so lange um? Fahre fort, denn ich bin müde und bin dir lange nachgeeilt." Der Bauer antwortete: "Soll ich dich auch noch mitnehmen? Du siehst doch, daß die Pferde schon so nicht fort wollen!" Das Weib entgegnete: "Gib mir die Peitsche, ich will sie schon fortbringen." Der Bauer wollte aber ohne die Hexe weiterfahren und begann zu singen: "Eine feste Burg ist unser Gott", um sie zu vertreiben. Sie aber lästerte Gott und Jesum Christum, wollte auch ihn dazu verleiten und bot ihm einen ganzen Scheffel voll Geld. Da sagte der Bauer: "Willst du fahren, so fahre mit in Jesu Namen." Das konnte die Hexe nicht ertragen; sie verschwand, und der Bauer konnte nun seinen Weg fortsetzen. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1908 sind ... nachfolgende Jagdscheine erteilt worden. ... Nr. 343 ab 17.8. Hase, Wilhelm; Gastwirt; Ahrensfelde Nr. 461 ab 26.8. Ebel, August; Bauerngutsbesitzer; Blumberg |
Ahrensfelde. (O.-B.) 186 Beerdigungen fanden in den ersten zehn Wochen auf dem Berliner Zentralfriedhof hierselbst statt. Es wurden von der Samaritergemeinde 21 Erwachsene, 4 große und 74 kleine Kinder, zusammen 99 Leichen, von der Lazarusgemeinde 13 Erwachsene, 3 große Kinder und 71 kleine Kinder, zusammen 87 Leichen beerdigt. Die Höchstzahl der Beerdigungen an einem Tage betrug acht. An drei Tagen fanden keine Beerdigungen statt. Fast alle Tage war ein Geistlicher, abwechselnd von "Samariter" und "Lazarus" zur Einsegnung der Leichen anwesend. Ahrensfelde. (O.-B.) Ein großer Drahtdiebstahl wurde auf dem Berliner Zentralfriedhof hierselbst ausgeführt, indem drei Rollen verzinktes Drahtgeflecht (jede Rolle 25 m Länge, 2 m Höhe, 60 kg Gewicht) und 400 m verzinkter Draht, zu einem Ringe von 75 cm Durchmesser und 28 kg Gewicht vereinigt, entwendet wurden. Der Wert beträgt für das Geflecht 84 M. und für den Draht 12 M. Der Schaden trifft die Firma Carl Lerm & Gebr. Ludewig in Tempelhof-Berlin, welche den Zaun aufstellt. Die zuständigen Polizeiorgane sind von dem Diebstahl benachrichtigt worden und wird nach den Dieben eifrig gefahndet. |
Ahrensfelde. (O.-B.) In besonderer Weise feierte der hiesige Krieger- und Landwehr-Verein am Sonntag den Geburtstag der Kronprinzessin. Die Kameraden versammelten sich um 3 Uhr nachmittags und marschierten unter Vorantritt der Trompeter der 5. Eskadron der Ziethen-Husaren, welche gerade hier im Quartier waren, nach dem Schießstand. Kamerad Lehrer Grohmann wies auf die Bedeutung des Tages, den Geburtstag der Kronprinzessin, die die dazu berufen ist, dereinst die Kaiserin des Deutschen Reiches zu werden, hin. Mit einem Hoch auf den Kaiser und die Kronprinzessin schloß er seine Ausführungen. Zur Erinnerung an die schöne Feier, welche Zeugnis von echter Kameradschaft ablegte, wurden einige photographische Aufnahmen gemacht. |
Blumberg. Das Spielen mit einem Tesching hat am Sonntag vormittag in der Bahnhofstraße einen schweren Unfall herbeigeführt. Der soeben konfirmierte 14jährige Knabe Fritz Adler legte die geladene Schußwaffe auf einen Stein. Als der 12jährige Sohn Otto des Bahnhofsvorstehers Sill hinzukam, nahm dieser den Tesching an sich und zielte in scherzhafter Weise auf Adler. Er kam hierbei dem Abzug zu nahe, die Waffe entlud sich und die Kugel bohrte sich tief in die Brust des 14jährigen Knaben, der zunächst einem Werneuchener Arzt, und später, da dieser die Kugel nicht zu entfernen vermochte, einem Berliner Krankenhaus zugeführt werden mußte. Die Verletzung ist eine schwere, da auch die Lunge getroffen worden ist. |
Bekanntmachung. Goldene Brosche gefunden zwischen Birkholz und der Bernauerstraße. Amts-Vorsteher in Blumberg. |
Weißensee. (O.-B.) Als Prachtstraße soll die Lichtenbergerstraße bei der Gleisverlegung der Neuen Straßenbahn Weißensee-Lichtenberg ausgebaut werden. Die Mittel zur Regulierung hat bereits der Kreis bewilligt. |
Bekanntmachung. Silberne Zylinderuhr in der Nähe des hiesigen Forsthauses gefunden. Blumberg, den 7. November 1908. Der Amts-Vorsteher. |
Ahrensfelde. Der Bahnhof Ahrensfelde (Friedhof), an der Strecke Berlin-Schles. Bahnhof (Wriezener Bahnsteig)-Werneuchen gelegen, wird am nächsten Montag, den 16. d. Mts., zunächst in provisorischer Ausführung, für den Personen und Leichenverkehr eröffnet werden. Die Leichenbeförderung erstreckt sich ausschließlich auf den Ahrensfelder Friedhof. Auf dem neuen Bahnhof werden zum Einsteigen halten: von Berlin die Züge 685 (Nachzug), 687, 689 und 689 (Nachzug), von Werneuchen die Züge 690 (Vorzug), 690, 692 und 694. |
Blumberg. Die diesmalige Verpachtung der ca. 5200 Morgen großen Gemeindejagd hat ein Höchstgebot von 5800 M., welches die Kommerzienräte Simon und Man[n]heimer aus Berlin abgaben, gezeitigt. Bei der letzten Verpachtung wurden nur 3000 M. erzielt. |
Hönow. Bei der Donnerstag hierselbst abgehaltenen Amtsjagd wurden 284 Hasen, 6 Rehe und 1 Kaninchen geschossen. |
Nachruf. Am 23. Dezember, früh 1/2 4 Uhr starb infolge eines Schlaganfalles der 1. Vorsitzende des landwirtschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend, Herr Administrator Carl Peters. Fast 25 Jahre hat der Verstorbene in seltener Pflichttreue und hingebender Liebe den Verein geleitet. In dem Bestreben, ihn und die Landwirtschaft nach besten Kräften zu heben, kannte er keine Arbeitsmüdigkeit. Durchdrungen von echt patriotischem Geiste und kernig deutscher Gesinnung, war er streng gegen sich selbst, doch freundlich gegen jeden und allezeit gern mit Rat und Tat zur Hilfe bereit. Sein Andenken wird im Verein dauernd erhalten bleiben. Er ruhe sanft! Im Namen des landwirtschaftlichen Vereins für Bernau und Umgegend: W. Grün, II. Vorsitzender. |
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Krummensee. Die hiesige, 1700 Morgen umfassende Gemeindejagd wurde für 3000 M. jährlich an die Kommerzienräte Mannheimer und Simon in Berlin auf die Zeitdauer von sechs Jahren verpachtet. Die Pächter sind dieselben, welche vor einigen Wochen die Blumberger Jagd gepachtet haben. Der bisherige Pachtpreis der Krummenseer Jagd betrug nur 1200 M. |
Lindenberg. (O.-B.) Am Sonntag fand hierselbst im Huwe'schen Saale zum Besten der Ueberschwemmten in der Altmark ein Unterhaltungsabend statt. Nach dem inhaltreichen Programm wechselten Vorträge des Männer-Gesangs-Vereins und eines gemischten Chores mit kleinen Theaterstücken ab. Alle Mitwirkenden hatten sich, unter Leitung der beiden Herren Lehrer des Ortes, mit wärmsten Eifer in den Dienst der guten Sache gestellt und ernteten nach jeder Darbietung von der zahlreichen Versammlung, die den Saal bis auf den letzten Platz füllte, wohlverdienten Beifall. Auch der pekuniäre Erfolg war trotz des geringen Eintrittsgeldes recht befriedigend. Vorher hatte schon seine Sammlung 180 M. ergeben. Mit dem Reinertrag des Unterhaltungsabends zusammen dürften von Lindenberg etwa 230 M. für den genannten Zweck abgeführt werden. |
Ahrensfelde. Der erste Spatenstich zur Gasanlage der Berliner Gasanstalt wurde hierselbst getan und wird nun unser Ort bald in anderem Lichte erstrahlen. Mehrow. (O.-B.) Durch einen Einbruchsdiebstahl wurde der hiesige Lehrer Herr Wein [Weier ?] geschädigt. Die Spitzbuben sind mittels einer Leiter auf den Boden gestiegen und stahlen aus der Räucherkammer 5 Schinken á 30 Pfund, 3 Seiten Speck á 16 Pfund und ein Handbeil. Der Blumberger Gendarm hat festgestellt, daß an dem fraglichen Tage mit dem Frühzuge nach Berlin ein Mann, der einen schweren Sack auf dem Rücken trug, gefahren ist. Da rund zwei Zentner gestohlen sind, kann es sich in diesem Fall aber höchstens um die Hälfte des Raubes handeln. Es wird vermutet, daß der Rest in der Umgegend in einem Versteck untergebracht ist. |
Krummensee. Ein Knecht beim Landwirt Sommer hierselbst fand im Stalle zwei Platzpatronen, welche wahrscheinlich vom Manöver liegen geblieben sind, und brachte diese mittels eines Nagels zur Entzündung. Hierbei verletzte sich der Knecht drei Finger der rechten Hand, so daß seine Einziehung zum Militär zum Herbst noch in Frage steht. |
Krummensee. Der Arbeiter Kubiak wurde am Sonnabend auf dem Felde von einem anderen Arbeiter, mit dem er in Streit geraten war, mit einem Spaten derart über den Kopf geschlagen, daß er besinnungslos liegen blieb. Der herbeigerufene Arzt stellte eine schwere Schädelverletzung fest und mußte die Wunden vernähen. |
Bekanntmachung. Nachweisung derjenigen Personen, welche ... zu Schiedsmännern behufs Abschätung des Wertes der auf polizeiliche Anordnung zu tötenden Tiere zugezogen werden können: Amtsbezirk Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Eilers zu Hellersdorf 2. Gutsbes. Haase zu Ahrensfelde 3. Gutsbes. Lindemann zu Eiche 4. Bauergutsbesitzer August Müller in Ahrensfelde |
Krummensee. Beim Kahnfahren auf dem zwischen Krummensee und Mehrow belegenen Schulzenfuhl ertranken am Sonntag nachmittag gegen 5 Uhr die 17jährige einzige Tochter Frieda des Gutsbesitzers Ebel von hier und der 23jährige Bauerngutsbesitzersohn Arnold Lehmann aus dem benachbarten Willmersdorf. Fünf junge Leute - außer den Vorgenannten die Besitzersöhne Fritz Krause und Arnold Fielitz sowie die Schwester des letzteren - hatten in vergnügter Laue ein nur für zwei Personen bestimmtes Fischerboot bestiegen, um damit, ohne sich niederzusetzen, eine kurze Fahrt auf dem zwei Meter tiefen Pfuhl zu unternehmen. Aus irgend einer Ursache kippte das Boot um und die jungen Leute fielen ins Wasser. Der einzige Schwimmkundige war Adolf Fielitz, dem es auch gelang, seine Schwester und Fritz Krause zu retten. Bei den anderen beiden kam seine Hilfe zu spät; dieselben waren inzwischen ertrunken und konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Lehmann sollte im Herbst die Wirtschaft seines Vaters übernehmen, dem vor zwei Jahren eine Tochter im blühenden Alter und vor einem Jahr die Gattin durch den Tod entrissen wurde. |
Bekanntmachung. Ein schottischer Schäferhund, tigerartig gefärbt, mit weißer Brust, hat sich in Mehrow angefunden. Meldungen im Amtsbureau gegen Erstattung der Insertionskosten. Ahrensfelde, den 13. Mai 1909. Der Amts-Vorsteher. Bekanntmachung. Wegen Neubaues der Capp-Brücke bleibt der Karow-Schwanebecker Weg vom Montag, den 17. bis 22. d. Ms. gesperrt. Lindenberg, den 13. Mai 1909. Der Amts-Vorsteher. |
Lindenberg. Am Sonntag, den 13. und Montag, den 14. d. Mts. feiert der hiesige Krieger- und Landwehrverband sein 25jähriges Stiftungsfest. Wie seiner Zeit schon berichtet, hat Seine Majestät Allergnädigst geruht, dem Verein ein Fahnenband zu verleihen. ... Der Kriegerverein hat ... mit großem Kostenaufwand einen historischen Festzug arrangiert, der den Zuschauern aus der Jetztzeit viele Jahrhunderte zurück verzaubern wird. Bei gutem Wetter soll am Montag nachmittag der Festzug wiederholt werden. |
Blumberg. Graf Arnim von hier begegnete auf einer Automobilfahrt in der Nähe des Lübener Stadtwaldes das Gefährt des Stellenbesitzers Püschel aus Ingramsdorf. Das Pferd Püschels scheute, wobei Püschel unter seinen Wagen geriet und so schwer verletzt wurde, daß er bald darauf starb. Lindenberg. Ein patriotisches Fest in einem Dorfe unser Mark erregt stets die Teilnahme bei Alt und Jung und zwar nicht bloß im eigenen Ort, sondern auch in der ganzen Umgegend. So war es auch am Sonntag hierselbst bei der Feier des hiesigen Kriegervereins. Festlich war das ganze Dorf geschmückt und mit schmetternder Musik wurden die auswärtigen Vereine zum Festlokal geführt. Bereits am Abend zuvor hatte ein Fackelzug und am Vormittage ein Gottesdienst des festgebenden Vereins stattgefunden. Nachdem die teilnehmenden Vereine versammelt waren, erfolgte die Abholung der Ehrenjungfrauen und der Marsch nach dem Festplatz. ... Nunmehr erfolgte ein Umzug der Vereine durch den Ort. An der Spitze des Zuges war ein besonderer historischer Festzug, welcher den Werdegang des deutschen Reiches darstellte, vom festgebenden Verein gebildet worden. Mit dem historischen Festzuge hat der Verein den erstaunten Festteilnehmern etwas ganz besonderes geboten. ... |
Bekanntmachung. Eine Hündin (Jagdhund) von gelbbrauner Farbe mit weißgrauem Stern und stachelhaarigem Fell und ledernem Halsband ohne Marke hat sich in Eiche angefunden. Meldungen innerhalb vierzehn Tagen unter Erstattung von Insertions- und Futterkosten. Ahrensfelde, den 18. Juni 1909. Der Amts-Vorsteher. |
Krummensee. Von einem störrischen Hengst geschlagen wurde dieser Tage der Gutsbesitzer Noack jun. hierselbst. Herrn Noack wurde die rechte Kniescheibe zertrümmert und einige wichtige Blutgefäße zerschlagen, so daß seine Heilung längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte. |
Bekanntmachung. Im Monat Juni 1909 sind ... nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden: ... Nr. 142 ab 18.6. Kanow, Wilhelm; Rittergutsbesitzer; Paulshof ... |
17 St. Petroleum=Straßenlaternen mit gußeisernen Kandelabern sollen im ganzen oder auch teilweise in Ahrensfelde bei Berlin verkauft werden. Meldungen beim unterzeichneten Gemeinde-Vorsteher. Ahrensfelde bei Berlin., den 18. Juli 1909. Der Gemeinde-Vorsteher, Wegener. |
Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein gedenkt am 15. d. Mts. sein Wettreiten abzuhalten. |
Polizeiverordnung. betreffend die Einrichtung und den Betrieb von Bierdruck-Vorrichtungen. ... |
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Ahrensfelde. Am Sonntag, den 15. August, nachmittags 3 1/2 Uhr: Großes Bauern-Wettreiten Es finden 8 Rennen statt, darunter 1 Hindernis-, 1 Sieger-Rennen, sowie 1 offenes Rennen für fremde Pferde. Nach den Rennen in beiden Lokalen: Großer Ball. Der Reiter-Verein. |
Ahrensfelde. (O.-B.) Am letzten Sonntag fand das vom hiesigen Reiterverein veranstaltete Bauernwettreiten statt. Nachstehend lassen wir die Ergebnisse der einzelnen Rennen folgen: ... - Wenn sich auch einige Reiter unfreiwillig vom ihrem Gaul trennten, so muß man andererseits doch zugeben, daß man doch prächtige Reiter im Sattel sah; so errang der Sohn des Gemeindevorstehers Kirschbaum aus Hönow nicht weniger denn vier Siege und wurde außerdem in dem offenen Rennen auch nur um Nasenlänge geschlagen. Besonders erwähnt mag noch W. Haase jun. sein, der trotz seiner 210 Pfund zweimal den zweiten Platz errang. |
Personal-Chronik: Bestätigt: ...; der Landwirt Albert Buchholz zu Ahrensfelde zum Standesbeamten für den 26. Bezirk Mehrow. |
Blumberg. Sonntag, den 29. August cr. findet die Einweihung meines neurenoviert. Saales statt, wozu [ich] freundlichst einlade. Georg Keisdorf, Gastwirt |
Bekanntmachung. Der Weg von Ahrensfelde nach Eiche wird für den Ausbau zur Chaussee von Montag, den 6. September d. Js. ab für den öffentlichen Verkehr auf längere Zeit gesperrt. Ahrensfelde, den 3. September 1909. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein Hund, deutsche Dogge, tigerart gefärbt, mit weißer Brust, Hals wie auch weißen Beinen und weißer Schwanzspitze, hat sich in Ahrensfelde angefunden. Meldungen in 14 Tagen unter Erstattung der Kosten im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 4. September 1909. Der Amts-Vorsteher, I.A. Grün. |
Bekanntmachung. Im Monat Oktober 1909 sind ... nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden: ... Nr. 802 ab 30.10. Ebert, Weilhelm; Revierförster; Blumberg (Tages-Jagdschein) |
Personal-Chronik Bestätigt: ...; Der Arbeiter Hermann Krenzeberg in Hönow als Nachtwächter und Gemeindediener ebendaselbst. |
Weißensee. (O.-B.) In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde u.a. einem Vertrage mit dem Kreise Niederbarnim wegen Gestattung der Verlegung eines Druckrohrs auf der Chaussee Birkholz-Blumberg zugestimmt. |
Börnicke. Der Wirkliche Geheime Rat Ernst v. Mendelsohn-Bartholdy, der Besitzer des hiesigen Rittergutes, ist in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag plötzlich gestorben. ... |
Börnicke. Die Trauerfeier für Ernst von Mendelsohn fand am Mittwoch im Hause des Verstorbenen, Jägerstraße 53 zu Berlin statt. ... |
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Personal-Chronik. Bestätigt: der Arbeiter Paul Ruff als Hundefangbeamter für den Amtsbezik Weißensee. |
Bekanntmachung. Nachweisung derjenigen Personen, welche ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Wertes der auf polizeiliche Anordnung zu tötenden Tiere zugezogen werden können: Amtsbezirk Ahrensfelde.: Gutsverwalter Eilers zu Hellersdorf, Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde, Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche, Bauerngutsbesitzer August Müller in Ahrensfelde |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., der Landwirt Albert Buchholz zu Ahrensfelde zum Amtsvorsteher für den Amtsbezirk Ahrensfelde, der Gemeindevorsteher Wegener zu Ahrensfelde zum Amtsvorsteher-Stellvertreter für den Amtsbezirk Ahrensfelde, ... |
Bekanntmachung. Verzeichnis derjenigen landwirtschaftlichen Unternehmer, sowie deren gesetzlichen Vertreter oder bevollmächtigte Betriebsleiter, die für die Wahlperiode vom 1. Januar 1910 bis Ende 1914 als Vertrauensmänner bezw. Stellvertreter der Brandenburgischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft durch Beschluß vom 15. Dezember 1909 gewählt sind:
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Blumberg. Der pensionierte Lehrer Herr Tenzer und Gemahlin feierten dieser Tage das seltene Fest der goldenen Hochzeit in geistiger und körperlicher Frische im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Angehörigen. |
Bekanntmachung. Im Monat Januar 1910 sind nachstehende Jagdscheine von mir [Landrat] erteilt worden: ... Nr. 1145 ab 5.1.; Graf von Arnim; Rittergutsbesitzer; Blumberg |
Bekanntmachung. Ein junger braun und blau gefleckter Jagdhund hat sich in Ahrensfelde angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 2. März 1910. Der Amtsvorsteher. |
Alt-Landsberg. In der vorigen Woche hat der Verwalter Timpf auf dem Acker des Gutsbesitzers W. Kanow in Paulshof 6 bis 8 alte Feuerstellen aus früherer Zeit gefunden, die in einem länglichen Rechteck aus Feldsteinen zusammengelegt waren; auch wurden Reste von Tongefäßen vorgefunden. Leider ist durch Unachtsamkeit der Leute vieles zerstoßen und zerschlagen worden. |
Personal-Chronik. ...; Der Amtsvorsteher Albert Buchholz zu Ahrensfelde ist als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk 33 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige vom 30. März ab laufende Amtsperiode verpflichtet worden. |
Bekanntmachung. Die Kreispolizei-Verordnung zur obligatorischen allgemeinen Leichenschau im Kreise Niederbarnim vom 9. Februar 1910 nebst Anlagen. Polizei-Verordnung. Auf Grund des § 5 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 und des § 142 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird ... folgende Polizeiverordnung erlassen. §1. Nach jedem Todesfalle und vor der Beerdigung muß eine Leichenschau stattfinden. Der Zweck derselben ist die unzweifelhafte Feststellung des wirklichen Todes und die möglichst zuverlässige Ermittlung der Todesursachen, sowie die Beantwortung der sonst zu stellenden Fragen zum Vorteil der öffentlichen Gesundheitspflege. Außerdem soll die Leichenschau zur Entdeckung von gewaltsamen und rechtswidrigen Todesarten mitwirken. Keine Beerdigung darf ohne vorherige Ausfüllung eines dem beiligenden Formular entsprechenden Leichenscheins stattfinden. §2. Jede Gemeinde und jeder Gutsbezirk hat wenigstens einen Leichenbeschauer zu stellen. ... Zu Leichenbeschauern sind tunlichst Aerzte zu bestellen. Die in Ermangelung von Aerzten notwendige Bestellung anderer Personen zu Leichenbeschauern bedarf in jedem einzelnen Falle der Genehmigung des Landrates. ... ... Berlin, den 9. März 1910. Königlicher Landrat des Kreises Niederbarnim. Graf von Roedern. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., der Gastwirt Otto Bolle zu Mehrow zum Schöffen-Stellvertreter in Mehrow; der Büdner Gustav Wegener zu Mehrow zum Schöffen der Gemeinde Mehrow. |
Lindenberg. (O.-B.) Vom Oberführer der Freiwilligen Feuerwehr in Weißensee, Herrn Rathmann, wurde hierselbst eine gleiche Wehr ins Leben gerufen. Es traten derselben sofort 12 Mitglieder bei. |
Blumberg. Am gestrigen Montag ist hier ein überaus frecher Einbruch verübt worden. Abends gegen 7 Uhr fiel es einem den Friedhof besuchenden Mädchen auf, daß die Tür des an der Kirche befindlichen gräflich Arnim'schen Leichengewölbes offen stand. Bei näherer Besichtigung entdeckte man, daß das selbe gewaltsam erbrochen worden war. Die Einbrecher haben mehrere Särge, darunter auch die beiden zuletzt beigesetzten, geöffnet, um sich jedenfalls der evtl. Wertsachen zu bemächtigen. Es scheint ihnen jedoch nichts in die Hände gefallen zu sein. Um in das Grabgewölbe zu gelangen, sind die Einbrecher durch das Fenster in die Kirche eingestiegen, wo sie die Bänke und Stühle umkehrten und von wo aus sie gewaltsam in das gräfl. Grabgewölbe zu gelangen versuchten. Die Tür hierzu ist jedoch vermauert und sind die Raubgesellen auf die oben angegebene Weise vom Friedhofe aus eingedrungen. In der Kirche sind ihnen die dort aufbewahrten Orden ec. der verstorbenen Kriegsteilnehmer in die Hände gefallen. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich sofort gegen zwei Männer, die am Nachmittage sich in der Gegend der Kirche aufgehalten hatten. Nach den eingezogenen Erkundigungen sind dieselben hier gegen Abend mit einem Schlächterwagen in der Richtung nach Berlin abgefahren. Bei Ahrensfelde gelang es, die beiden Verdächtigen anzuhalten. Bei der Durchsuchung der Männer fand man, in ein Taschentuch eingewickelt, die geraubten Orden ec. vor. Die beiden Einbrecher, ca. 40 resp. 35 Jahre alt, von denen der eine aus Britz, der andere aus Rixdorf stammt, wurden verhaftet. Der jüngere von Beiden ist vor kurzem erst aus dem Zuchthause entlassen worden. Hier hatte er einen Schweizer, der früher in Blumberg beschäftigt war und der augenblicklich eine Strafe verbüßt, kennen gelernt. Der selbe hat ihn auf die evtl. Beute im gräflichen Grabgewölbe aufmerksam gemacht. Seinen Helfershelfer hat er in einer Berliner Kaschemme kennen gelernt und verabredet, mit ihm gemeinsam den Diebstahl auszuführen. Hönow. Ein polnischer Arbeiter ist am Sonntag beim Baden ertrunken. Seine Leiche wurde nachmittags von Herrn Bernhard Döberitz entdeckt und herausgezogen. |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1910 sind nachstehende Jagdscheine von mir [Landrat] erteilt worden: ... Nr. 19; 12.5.; Müller, Karl; Revierförster; Blumberg; unentgeltlich |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., Der Rentier Albert Hübner zu Ahrensfelde zum Schöffen-Stellvertreter der Gemeinde Ahrensfelde, ... |
Blumberg. Unser Ort wird von der Berliner Gasanstalt mit Gas versehen. Die Erdarbeiten sind schon bis an unsern Ort vollendet und es dürfte schon in kurzer Zeit Gas zu Verwendung gelangen. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., Der Schuhmacher Julius Zachow als Nachtwächter der Gemeinde Eiche. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., Der Bauer August Lehmann zu Lindenberg ist als Schiedsmann, der Halbbauer Albert Salzmann zu Lindenberg als Schiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannbezirk 56 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige, vom 21. August 1910 ab laufende Amtsperiode verpflichtet worden. ... |
Personal-Chronik. Bestätigt: der frühere Rieselwärter Wilhelm Duhm als Nachtwächter, Gemeindediener und Vollziehungsbeamter der Gemeinde Marzahn; ... |
Blumberg. Im Anschluß an die Gasversorgung der Gemeinde Ahrensfelde wird auch die hiesige Gemeinde in das Versorgungsgebiet der Berliner Gaswerke einbezogen. Obwohl die Stadt Berlin auf eine Rentabilität der Anlage für die nächsten Jahre nicht rechnet, so hat sie dem Antrage auf Gaslieferung doch entsprochen, in der Annahme, daß bei der fortschreitenden Ausdehnung Groß-Berlins sicher auch Blumberg eine günstigere Entwicklung erfahren und in nicht zu ferner Zeit einen angemessenen Gaskonsum haben werde. Der Gaslieferungsvertrag währt 60 Jahre und entspricht im allgemeinen den bisher mit anderen Gemeinden geschlossenen Verträgen. Der Stadt Berlin verbleibt auch über die Vertragsdauer hinaus die Befugnis, Gasdurchführungsrohre im Gemeindegebiet Blumberg zu verlegen. (B. L.-Anz.) |
Marzahn. Sonntag, den 7. August 1910, nachm. 3 1/2 Uhr: Großes Bauern-Wettreiten -- 8 Rennen -- |
Blumberg. Aus der Untersuchungshaft wurden der Monteur Egidius Rybski und der Bauarbeiter Otto Melitz der ersten Ferienstrafkammer des Berliner Landgerichts III vorgeführt, um sich wegen Einbruchsdiebstahls zu verantworten. Am 6. Juni d. Js. drangen die beiden Angeklagten durch ein offen stehendes Fenster in die hiesige Kirche ein. Nachdem sie in der Kirche selbst nichts Wertvolles gefunden hatten, drangen sie in die unter der Kirche gelegene Gruft der Familie von Arnim ein. Die Verbrecher scheuten selbst davor nicht zurück, die Zinksärge zu demolieren. Einem im Jahre 1881 verstorbenen Angehörigen der Familie von Arnim zogen sie von dem Handgerippe einen Trauring ab. Nachdem sie sich dann noch mehrere Orden und Ehrenzeichen, u.a. das Eiserne Kreuz, welches der General von Arnim getragen hatte, angeeignet hatten, verließen sie die Kirche wieder durch das Fenster. Glücklicherweise wurde der Diebstahl bald darauf von dem Ortsgeistlichen bemerkt. Dieser benachrichtigte sofort den hier stationierten Gendarmeriewachtmeister, der schnell entschlossen die Verfolgung der beiden Einbrecher, die das Dorf in Richtung nach Berlin zu verlassen hatten, aufnahm. Es gelang dem Beamten, die Diebe kurz vor Ahrensfelde zu verhaften. Vor Gericht behauptete der Angeklagte Mehlitz plötzlich nach altbekanntem Rezept, geisteskrank zu sein. Das Gericht beschloß deshalb, die Verhandlungen gegen Mehlitz abzutrennen und diesen erst auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Gegen Rybski, der erst kurz vorher aus dem Zuchthause gekommen war, lautete das Urteil mit Rücksicht auf die überaus schändliche Tat auf 5 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. |
Bekanntmachung. Der Weg von Eiche bis an die Chaussee nach Alt-Landsberg wird wegen Chaussierung auf längere Zeit für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Ahrensfelde, den 8. August 1910. Der Amts-Vorsteher |
Ahrensfelde. Das Große Bauern-Wettreiten findet hierselbst am Sonntag, den 14. d. Mts. statt. Es werden sieben Rennen abgehalten, darunter zwei Trabfahren und zwei offene Rennen. Das Wettreiten beginnt nachmittags 3 1/2 Uhr. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 14. August 1910: Grosses Bauernwettreiten. 7 Rennen, darunter 2 Trabfahren und 2 offene Rennen. Anfang 3 1/2 Uhr. |
Blumberg. (O.-B.) Am Donnerstag, den 25. d. Mts. wird die Brandenburgia, die Gesellschaft für Heimatkunde zu Berlin, einen Nachmittagsausflug hierher unternehmen, um unter Führung des Herrn Pfarrers Blasche die Kirche und den Park zu besichtigen. Unser Ort wird erstmals 1253 genannt: 1375 besaß die Feldmark 100+24 Hufen. Zu dieser Zeit wurde Blumberg als "ein Städtchen" (oppidum) bezeichnet. ... 1695 brach in Blumberg ein großes Feuer aus, das den Krug und 4 Gehöfte, sowie verschiedene Häuser in Asche legte. Soweit das Revisionsprotokoll von 1695. Blumberg ging 1805 aus dem Besitz der Familie von der Schulenburg in den der Familie v. Goldbeck über, von der es 1836 Graf Friedrich Ludwig von Arnim kaufte. |
Blumberg. (O.-B.) Am Donnerstag, den 25. August besuchten etwa 50 Mitglieder der Gesellschaft Brandenburgia unter Geheimrat Friedels Leitung unsern Ort, um die Kirche, das Herrenhaus und den Park zu besichtigen. Herr Pastor Blasche begrüßte die Gäste in der Kirche und hielt einen interessanten Vortrag über die Geschichte des Gotteshauses und des Dorfes, das 1253 zuerst urkundlich erwähnt wurde. In der zu Spandau ausgeführten Urkunde wird eine Ritter Dietrich von Blumberg als Zeuge aufgeführt. Wahrscheinlich war Blumberg eine alte wendische Ansiedlung; da aber die Feldmark guten Boden besaß, ließen sich hier auch Deutsche nieder. Vielleicht ist es so zu erklären, daß Blumberg zwei Schulzen hatte. Die Kirche stammt in ihrer ersten Anlage etwa aus dem Jahre 1270, also aus der Uebergangszeit vom romanischen zum gotischen Baustil. ... An die Gruft der 1843 im Alter von 14 Jahren verstorbenen Klara von Arnim knüpft sich eine Sage, die, wie vielleicht noch erinnerlich ist, Veranlassung zu einem abscheulischen Verbrechen gegeben hat. Diese Klara von Arnim war der Liebling ihrer Eltern gewesen, und sie verdiente es auch. Nach ihrem Tode erzählte man, der Vater habe dem geliebten Kinde große Schätze in den Sarg gelegt. Das hörten auch einige Bösewichter und sie faßten nun den Plan, die Leiche zu berauben. Sie unternahmen einen dreisten Einbruch, fanden jedoch nichts, wurden aber noch an demselben Tage dingfest gemacht. - Nach der Kaffeepause wurde der herrliche Park besichtigt, dessen Anlagen um so mehr auf den Beschauer wirken, als sie in der Pflege die feine Grenze zwischen dem Zuviel und Zuwenig innehalten. Das Herrenhaus ist nach einem Stülerschen Plan erbaut. Herr Pastor Blasche erwies sich auch hier als ein guter Führer und bester Kenner Blumbergs, und es ist nur zu bedauern, daß er am 1. Oktober in den Ruhestand treten wird. Freilich hat er sein Anrecht darauf wohl erworben, denn er hat 40 Jahre lang mit Segen in seiner Gemeinde gewirkt. |
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Verzeichnis I. der zum Wahlverband der größeren Grundbesitzer gehörigen Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abt. A. Grundbesitzer Nr. 32: Stock, Robert; Rittergutsbesitzer; Wohnort: Treptow, Treptower Chaussee 42 Abt B. Gewerbetreibende [nichts] Verzeichnis III. der zum Wahlverband der Landgemeinden gehörenden Landgemeinden im Kreise Niederbarnim
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Blumberg. (O.-B.) Am Wege nach Werneuchen steht beim Kilometerstein 18,7 gegenüber dem Park des Grafen v. Arnim eine Riesenpappel, die zu den umfangreichsten ihres Geschlechts gehören dürfte. Der der Chaussee zugekehrte, wenig gekrümmte Teil des Stammes mißt 1/3 m, der gesamte Umfang aber 6 m. Der Baum übertrifft also noch erheblich die berühmte Pappel am Kürbiskrug bei Königswusterhausen. In etwa 12 m Höhe löst sich der Stamm der Blumberger Pappel in 3 Aeste auf, deren jeder für sich einen stattlichen Baum abgeben würde. Vor einigen Jahren wurde der Riese vom Blitz getroffen, der zwar nicht spurlos, aber ohne erheblichen Schaden zu verursachen an ihm vorüberging. Die Blitzrinne ist stellenweise 50 cm breit. In ähnlicher Weise wurde auch die große Eiche im herrschaftlichen Park verletzt. Sie gehört zu den schönsten Bäumen des Parks und wird von keinem derselben am Umfange übertroffen. 5 Männer umspannen noch gerade den Stamm. Die breite Blitzrinne befindet sich an der Westseite; ein dürrer nach oben gerichteter Ast bezeichnet die Stelle, wo der Blitz den Baum zuerst berührt hat. Auch im unteren Teil der mächtigen Krone findet sich dürres Geäst, und manche meinen, an ihm habe sich die schädigende Wirkung erst später herausgestellt. Das ist jedoch nicht richtig. Der Baum hat seine Geschichte. Wahrscheinlich schon bei der Anlage des Parkes wurde bei der Eiche eine Rasenbank aufgeworfen und ein Tannengebüsch angepflanzt, das schließlich so hoch und so dicht wurde, daß die Eichenkrone in der Entwicklung beeinträchtigt wurde. Man kannte sogar den Baum nicht mehr, weil er fast ganz verdeckt wurde. Als man ihn schließlich zufällig auffand, wurde er freigelegt. Jetzt bildet er nun die größte Sehenswürdigkeit des an prächtigen Bäumen so reichen Parkes. |
Blumberg. (O.-B.) Unser Ort hatte früher einen Kietz; wenigstens kommt der Name noch heute vor. Es ist dies ebenso sonderbar wie das Vorkommen eines Kietzes im benachbarten Werneuchen. Beide Orte haben gewiß ihre großen Vorzüge und viele gute Eigenschaften; aber die Vorbedingungen für die Entstehung von Kietzen fehlen beiden. Der Name soll bekanntlich vom wendischen Kaiza=Fischerhütte abgeleitet worden sein; Fischerhütten setzen jedoch Fischer und diese wiederum Fische voraus. Fische aber wollen schwimmen und zwar nicht nur dann, wenn man sie verzehrt hat, sondern auch so lange sie leben. Wie sie aber das in oder bei Blumberg oder Werneuchen gemacht haben, ist vorläufig noch ein Rätsel. Jedenfalls fand hier eine Fischerbevölkerung früher kaum genügende Beschäftigung. Vielleicht galt also Kietz als allgemeine Bezeichnung für wendische Siedlungen neben deutschen. |
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"Warm zu empfehlen ist der Gebrauch von Zucker's Patent-Medizinalseife bei Rauhigkeit u. Schuppungen der Haut, bei leichter Ichthyosis, ganz besond. bei Unreinheiten ders., wenn Mitesser und deren Folgezustände, Pickel. Knötchen, Pusteln usw. das bekannte, unschöne Gesichtsbild hervorrufen." Das ist das Urteil des Herrn Dr. med. W. in Dresden über Zucker's Patent-Medizinal-Seife, ... |
Hütet Euch vor jeder Nachahmung der echten Carbol-Teerschwefel-Seife v. Bergmann & Co., Radebeul. Es ist die beste Seife gegen alle Arten Hautunreinigkeiten und Hautausschlägen, wie Mitesser, Finnen, Blütchen, Gesichtspickel, Pusteln ec. ... |
Blumberg. Am Donnerstag, den 28. September fand im hiesigen Frauenverein für Herrn Pastor Blasche, welcher mit dem 1. Oktober in den Ruhestand getreten ist, eine Abschiedsfeier statt. Der Saal in der Kleinkinderschule war mit Blumen reich geschmückt. Die Frau Gräfin von Arnim wohnte der Feier auch bei. Der Choral "Lobe den Herren" eröffnete den festlichen Akt. Bei der Feier wurden mehrere Deklamationen vorgetragen. Als Zeichen der Dankbarkeit für die langjährige Leitung des Vereins stifteten die Vereinsdamen ein silbernes Tablett, welches dem Herrn Pastor Blasche und seiner Gemahlin durch ein Kind überreicht wurde. In bewegten Worten dankte der Gefeierte allen freundlichen Gebern und ermahnte zu weiterer treuer Arbeit. Mit dem Mendelsohn'schen Komitat "Nun zu guterletzt" endete die schöne Feier. Ein gemeinsames Kaffeetrinken hielt die Teilnehmer noch lange beisammen und wurde im Verlauf desselben noch manches freundliche Wort der Anerkennung dem scheidenden Leiter gewidmet. |
Bekanntmachung. Im Monat September sind folgende Jagdscheine von mir [Landrat] erteilt worden: ... Nr. 536 ab 3.9: Zimmermann, Max; Jagdverwalter; Blumberg |
Bekanntmachung. Ueber die Ortschaft Eiche ist wegen Verdachts der Maul- und Klauenseuche die Sperre verhängt. Ahrensfelde, den 17. Oktober 1910. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. Bekanntmachung. Ueber die Gehöfte der Besitzer Gottlieb Giese, Richard Giese, Adolf Lindenberg und Wittwe Bredereck in Eiche ist wegen Verdachts der Maul- und Klauenseuche die Sperre verhängt. Ahrensfelde, den 17. Oktober 1910. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., Der Arbeiter August Radunzel als Nachtwächter für den Gutsbezirk Hellersdorf. |
Biesdorf. Das Passagierluftschiff P.L. VI. ist am Montag nachmittag 1/2 5 Uhr auf dem Luftwege nach hier gefahren, ... bei einer Windstärke von 10 bis 12 Metern, die mitunter von sehr starken böigen Winden begleitet war. Das Luftschiff ist zum Zwecke der Entleerung des Gases und zur vollständigen Neufüllung hierher gebracht worden ... Für Donnerstag ist die Fernfahrt nach Kiel geplant, wozu noch Anmeldungen für Passagiere entgegengenommen werden. Blumberg. Dem Pfarrer Gustav Blasche hierselbst ist der Königliche Kronenorden dritter Klasse verliehen worden. |
Bekanntmachung. Ein Hund (Bernhardiner) von weiß und gelber Farbe hat sich angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 25. Oktober 1910. Der Amts-Vorsteher, Buchholz |
Biesdorf. Das Luftschiff "P VI" trat am Mittwoch nachmittag 4 Uhr 40 Min von hier, wo es neu gefüllt worden war, seine Rückfahrt nach Johannisthal an. In der Gondel hatten 18 Personen Platz genommen. Das Luftschiff landete um 5 Uhr vor seiner Halle in Johannisthal. Am 28. d. M., vormittags 9 Uhr tritt der Luftkreuzer, gutes Wetter vorausgesetzt, seine Reise nach Kiel an, ... In den ersten Tagen des Monats November trifft das Parsevalluftschiff wieder in Berlin ein, und es werden dann die regelmäßigen Passagierfahrten über Berlin und Umgegend fortgesetzt. |
Gebührenordnung für die Desinfektion im Amtsbezirk Ahrensfelde. Für Desinfektionen sind folgende Gebühren zu zahlen 1. a) für jede vorschriftsmäßige Desinfektion, b) für die Ueberwachung derselben, c) für die Ausführung der Vernichtung von Gegenständen auf Grund polizeilicher Anordnungen, d) für die Entnahme von Untersuchungsmaterial und Versendung ..., e) für die Entnahme und Versendung von Wasserproben ... 2. Bei dienstlichen Verrichtungen außerhalb des Wohnortes und in weiterer Entfernung als 2 km von demselben neben der Gebühr für die Verrichtung: a) bei Eisenbahnfahrten der Preis einer Fahrkarte III. Klasse, b) bei Landwagen für jeden angefangenen Kilometer 0,20 M, 3. Für die Hin- und Zurückschaffung zu desinfizierender Gegenstände nach einer Desinfektionsanstalt ..., 4. ... 5. zur Zahlung der vorgenannten Gebühren sind die Haushaltsvorstände verpflichtet; ausgenommen sind diejenigen, deren Einkommen den Betrag von 900 M nicht übersteigt. ... 6. Die Einziehung erfolgt auf Grund einer vom Amtsvorsteher ausgestellten Rechnung ..., 7. ..., 8. ... Ahrensfelde, den 1. November 1910. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Inventar-Auktion in Marzahn bei Berlin. Wegen Einstellung des Betriebes meiner Landwirtschaft werde ich am Montag den 28. Novbr. d. Js., von vorm. 10 Uhr ab in Marzahn sämtliches zu meiner Wirtschaft gehöriges Inventar bestehend aus ... meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Marzahn bei Berlin, im November 1910. Fritz Dubick |
Bekanntmachung. Unter den Rindviehbeständen des Rieselgutes Hellersdorf sowie der städt. Anstalt Wuhlgarten ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ueber beide Orte ist die Gehöftsperre verhängt. Ahrensfelde, den 7. Dezember 1910. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich dieser Tage abends auf der Chaussee zwischen hier und Ahrensfelde. Der Handelsmann Buckow aus Freudenberg war auf der Fahrt nach Berlin begriffen, als ein von hier kommendes Auto so dicht an seinem Gespann vorbeifuhr, daß das eine Pferd schwer verletzt wurde; ihm ist die Haut vollständig aufgerissen und mußte der hinzugezogene Tierarzt die Wunden zunähen. Es besteht wenig Hoffnung, das Pferd am Leben zu erhalten. Leider konnte die Nummer des davoneilenden Autos nicht festgestellt werden. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Orts- sowie die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 23. Dezember 1910. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
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Bekanntmachung. Zum 1. März d. Js. ist bei der hiesigen Verwaltung die Stelle des Nachtwächters neu zu besetzen. Gehalt 900 Mark pro Jahr sowie freie Wohnung, Gartenland und 60 bis 70 Mark Extraverdienst. Verwaltung von Hoppegarten. Hochheimer, Ober-Inspektor. |
60 Zentner frühe lange weiße Saat-Kartoffeln (Juli Paulsens), á Ztr. 5,50 M., hat abzugeben E. Meissner, Kossätengutsbesitzer Mehrow bei Hönow. |
Bekanntmachung. Ein schwarzer Schäferhund edler Abstammung hat sich in Eiche angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 24. Februar 1911. Der Amts-Vorsteher, Buchholz |
Heirat. Wegen Übernahme des Grundstücks sucht selbständiger strebsamer Handwerker, 25, vermögende wirtschaftliche Dame kennen zu lernen zwecks baldiger Heirat. Offerten bis Dienstag erbeten unter A.B. 10 postlagernd Postamt Pankow. |
Personal-Chronik. Bestätigt: der Bauerngutsbesitzer Wilhelm Bolle zum Schöffen der Gemeinde Lindenberg. |
Bekanntmachung. Erloschen ist die Maul- und Klauen-Seuche unter den Rindviehbeständen der Landwirte Wilhelm Kirschbaum und Paul Döberitz aus Hönow. Neuenhagen, den 12. März 1911. Der Amts-Vorsteher, I.A. Hörnicke |
Einwohnerzahlen der Ortschaften des Kreises Niederbarnim nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung am 1. Dez. 1910. [Auszug: Städte, jetzige Ortsteile, <100 Einwohner, >10000 Einwohner]
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Bekanntmachung. Ein deutscher Schäferhund, Farbe hellgrau, hat sich in Mehrow b. Hönow angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 3. April 1911. Der Amts-Vorsteher, Buchholz |
* Die Nacht zum Mittwoch dieser Woche war die kälteste Aprilnacht seit dem Jahre 1837. Es waren sechs Grad Kälte. ... |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., Der Bauerngutsbesitzer Juert zum Gemeindevorsteher der Gemeinde Blumberg. |
Nachweis der Fleisch- und Trichinen-Beschauer des Kreises Niederbarnim Lfd.Nr. 4 Name des Beschaubezirkes: Ahrensfelde Name, Wohnung des Fleischbeschauers: Krüger, Stellmachermstr. in Ahrensfelde Umfang des dem Fleischbeschauer zugeteilten Bezirks: 1. Ahrensfelde, 2. Mehrow (Gemeinde und Gut), Eiche, Hellersdorf (Gut mit Wuhlgarten) Name, Wohnung des Fleischbeschauerstellvertreters: Stoppert, Barbier, Blumberg Name des Trichinenbeschauers: 1. [siehe oben], 2. Gröpler, Aug., Eiche Umfang des dem Trichinenschauers [!] zugeteilten Bezirks: [siehe oben] Name des Trichinenschauerstellvertreters: Gröpler, August, Stellmachermeister, Eiche Ergänzungsbeschauer: Hagenstein, Tierarzt, Alt-Landsberg Ergänzungsbeschauerstellvertreter: Habeck, Tierarzt, Weißensee |
Personal-Chronik. Bestätigt: ..., Der Kossät Gustav Brederecke in Blumberg ist als Schiedsmannsstellvertreter für den Schiedsmannsbezirk 32 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige, vom 16. Mai 1911 ab laufende Amtsperiode verpflichtet worden. |
Mahlsdorf. Ein verhängnisvoller Unfall ereignete sich am Sonnabend nachmittags im nahe belegenen Hönowsee. Dort trieb der Kutscher Schulz die beiden Pferde des Bauerngutsbesitzers Gatow, bei dem er seit fünf Jahren angestellt war, zur Schwemme in den See. Die Tiere gerieten dabei in eine tiefe Stelle. Sch. versuchte, die Tiere wieder herauszubringen, wurde dabei aber mit auf den Grund gerissen und ertrank. Eins der Pferde konnte sich durch Schwimmen retten, während das andere ebenfalls seinen Tod in den Fluten fand. Nach mehreren Stunden erst gelang es, die Leiche des Kutschers und später auch das verunglückte Tier zu bergen. (Berl. Lok.-Anz.) |
Bekanntmachung. Im Monat Mai 1911 sind folgende Jagdscheine von mir erteilt worden. Berlin, den 6. Juni 1911. Der Landrat, Graf von Roedern. Nr. 71 ab 22.5. Müller, Karl; Revierförster; Blumberg (unentgeltlich) Nr. 106 ab 1.6. Linkhorst, Maximilian; Kirchhofsaufseher; Ahrensfelde |
Bekanntmachung. Neufestsetzung des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tagearbeiter im Regierungsbezirk Potsdam. ... Für den Kreis Niederbarnim bleiben die bisherigen Festsetzungen (siehe Amtsblatt 1901, Seite 197 und 391), welche in nachstehendem Verzeichnis aufgeführt sind, bis auf weiteres in Kraft. [Tagelohn für] Arbeitskräfte über 16 Jahre männlich/weiblich / unter 16 Jahre männlich/weiblich 1. Weißensee etc. 2,75 / 1,50 / 1,25 / 1,00 M 2. Bernau etc. 2,50 / 1,25 / 1,00 / 0,90 M 3. Alt-Landsberg etc. 2,00 / 1,25 / 1,00 / 0,80 M 4. Für den übrigen Teil des Kreises 1,75 / 1,00 / 0,80 / 0,60 M |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Landwirts Reinhold Schmidt in Ahrensfelde ist "Rotlauf" festgestellt. Ahrensfelde, den 14. Juli 1911. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Ahrensfelde (O.-B.). Am vergangenen Sonntag prangte das freundliche, schmucke Ahrensfelde im Festgewand. Es galt, den Ehrentag der neugegründeten freiwilligen Feuerwehr zu begehen, die zeigen sollte, was sie in der Zeit der Ausbildung gelernt hatte. Zahlreiche Wehren der Umgegend und alle Vereine aus Ahrensfelde waren zugegen, um gleichermaßen Zeugen zu sein bei der Prüfung der jungen Wehr durch den Herrn Kreisbrandmeister Spindler. Eine ganz besondere Ehre wurde der jungen Wehr und dem Orte aber zuteil durch die Anwesenheit des Herrn Landratsamtsverwalters Geheimen Finanzrats Dr. Busch, unter dessen Augen die Vorführungen stattfanden. Die Mitglieder taten auch, was in ihren Kräften stand, um nur Gutes zu leisten beim Fußexerzieren, an der Spritze, am Steigerturm und beim angenommenen Feuerangriff, wobei zugleich die Rettung gefährdeter Personen und die erste Hilfe an einer verunglückten Person gezeigt wurde. Auf dem Festplatz brachte der Herr Landratsamtsverwalter in kurzen, markigen Worten zugleich ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Herr Amtsverwalter Buchholz, der sich um die Gründung der freiwilligen Feuerwehr sehr verdient gemacht hat, sprach sehr beherzigenswerte Worte über die rechte Würdigung der Feuerwehr. Für die tadellos verlaufenen Uebungen bei der Vorstellung wurde der jungen Wehr von Ahrensfelde durch den Herrn Kreisbrandmeister die wohlverdiente, volle Anerkennung ausgesprochen. Ein Festzug durch den Ort schloß die würdige Feier. In den Abendstunden kam die Gemütlichkeit zur Geltung, wobei die fremden und Ahrensfelder Vereine Gelegenheit hatten, sich einander kennen und schätzen zu lernen. |
Bekanntmachung. Bei Hellersdorf, auf der Alt-Landsberger Chaussee, eine silberne mit Goldrand eingefaßte Remontoir-Uhr mit kurzer Kette gefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 23. August 1911. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Kartoffelbuddler verlangt August Hübner, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Im Monat September 1911 sind folgende Jagdscheine von mir erteilt worden. Berlin, den 4. Oktober 1911. Der Landratsamtsverwalter, Dr. Busch. Nr. 614 ab 26.9. Klawensky, Berthold; Jagdverwalter; Blumberg |
Bekanntmachung. Ein gestohlenes Fahrrad in Verwahrung genommen. Meldungen über rechtmäßige Ansprüche im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 20. Oktober 1911. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Personal-Chronik. Bestätigt wurde: ..., Der Schloßgärtner Paul Fischer in Blumberg-Schloß ist als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk 32 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige, vom 7. Oktober 1911 ab laufende Amtsperiode verpflichtet worden. |
Bekanntmachung. Unter den Kühen des Landwirts und Fleischers August Friedrich hierselbst ist die Maul- und Klauen-Seuche amtstierärztlich festgestellt worden. Die Gehöft- sowie Ortsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 1. November 1911. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Lindenberg (O.-B.). Der vergangene Sonntag war ein hoher Ehren- und Freudentag für unsere Gemeinde. Galt es doch die 700 Jahre alte Kirche, eine der schönsten Dorfkirchen der Mark nach erfolgter Renovierung wieder einzuweihen. Seit 7 Monaten wurde an der Erneuerung gearbeitet. ... |
Bekanntmachung. Im Monat November 1911 sind folgende Jagdscheine von mir erteilt worden. Berlin, den 4. Dezember 1911. Der Landratsamtsverwalter, Dr. Busch. Nr. 921 ab 21.11. Bartel, Hermann; Kaufmann; Lindenberg Nr. 969 ab 28.11. Edel, August; Bauerngutsbesitzer; Blumberg |
Bekanntmachung. Nachstehende Verordnung: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen es., verordnen auf Grund der Vorschrift im §14 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reichs, was folgt: Die Wahlen zum Reichstag sind am 12. Januar 1912 vorzunehmen. ... Berlin, den 19. Dezember 1911. Der Wahlkommissar, Landratsamtsverwalter Dr. Busch. Wahlbezirk 2: Ahrensfelde Wahl-Lokal: Hase'scher Gasthof daselbst Name des Wahlvorstehers: Amts- und Gemeindevorsteher Buchholz daselbst Name des Wahlvorstehers: Gutsbesitzer Wegener daselbst Wahlbezirk 12: Blumberg, Gemeinde und Gut Wahl-Lokal: Gemeindevorsteheramt in Blumberg Name des Wahlvorstehers: Amtsvorsteher Grün daselbst Name des Wahlvorstehers: Gemeindevorsteher Juert daselbst Wahlbezirk 20: Eiche Wahl-Lokal: Seelisch'scher Gasthof daselbst Name des Wahlvorstehers: Landwirt Klus daselbst Name des Wahlvorstehers: Landwirt Wilhelm Schulze daselbst Wahlbezirk 49: Lindenberg Wahl-Lokal: Huwe'sches Gastlokal daselbst, Bernauerstraße 1 Name des Wahlvorstehers: Gemeindevorsteher Bartel daselbst Name des Wahlvorstehers: Schöffe Carl Gahtow daselbst Wahlbezirk 56: Mehrow, Gemeinde und Gut Wahl-Lokal: Bolle'scher Gasthof daselbst Name des Wahlvorstehers: Gemeindevorsteher Reinh. Roth daselbst Name des Wahlvorstehers: Wirtschaftsinspektor Krause in Gut Mehrow |
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Lotterieverein 'Pechvogel', Bernau. Am Sonnabend, den 13. Januar 1912: groß. Maskenball im Restaurant "Bellevue", Inh.: Franz Salzmann. Entree 30 Pf., Anfang 8 Uhr |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestand des Landwirts Wilhelm Schulze in Eiche ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Das Gehöft ist gesperrt. Ahrensfelde, den 9. Januar 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Reichstags-Wahlergebnis des Wahlkreises Niederbarnim und Lichtenberg Die Zahl der eingeschriebenen Wähler im Kreise betrug 151247 Es erhielten Stimmen: Gewählt ist demnach Stadtverordneter Stadthagen. Im Jahre 1907 war das Ergebnis folgendes: Ziethen 34694, Stadthagen 57862, Erzberger 1590, v. Czarlinski 481, Gurlitt 86 Stimmen. In nachstehender Tabelle bringen wir das Resultat der einzelnen Wahlbezirke des Wahlkreises Niederbarnim und Lichtenberg, soweit es bisher bekannt ist: |
Nachweisung derjenigen Personen, welche ... zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Wertes der auf polizeiliche Anordnung zu tötenden Tiere zugezogen werden können: Amtsbezirk Ahrensfelde: Gutsverwalter Eilers zu Hellersdorf, Gutsbesitzer Alb. Buchholz zu Ahrensfelde, Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche, Bauerngutsbesitzer Adolf Thürling in Mehrow |
Häßlich sind alle Hautunreinigkeiten u. Hautausschläge , wie Mitesser, Gesichtspickel, Pusteln, Hautröte, Blütchen ec. Daher gebrauchen Sie die echte Carbol-Teerschwefel-Seife v. Bergmann & Co. Radebeul. Schutzmarke: Steckenpferd. ... |
Biesdorf. Der Siemens-Schuckert-Lenkballon unternahm auch in den letzten Tagen, trotz der großen Kälte, von hier aus kürzere und längere Fahrten in die Umgebung. Zur Teilnahme am Aufstieg am gestrigen Mittwoch war der Dirigent der Verkehrsabteilung des Berliner Polizeipräsidenten, Oberregierungsrat Dr. Haaselau geladen. ... |
Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestand des Landwirts Wilhelm Schulze in Eiche erloschen ist, werden die Sperrmaßnahmen aufgehoben. Ahrensfelde, den 8. Februar 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bernau. Der Kreiskriegerverband Niederbarnim mit über 10000 Mitgliedern in 119 Vereinen hält am Sonntag, den 11. Februar, nachmittags pünktlich 1 Uhr, im "Ersten Krieger-Vereinshause" zu Berlin, Chausseestraße 94, einen ordentlichen Verbandstag ab. Der Verbandstag wird sich u. a. mit der Feier des 15. Stiftungsfestes beschäftigen. |
Lindenberg. Die Krähe bringt es an den Tag. Kürzlich wurde hier bei einem Bauerngutsbesitzer, der zwei Schweine geschlachtet hatte, ein großer Teil des Wurstvorrates gestohlen. Die aus großen Würsten und mehreren Schinken bestehende Beute war so schwer, daß der Dieb einen Teil, 16 Würste und zwei Schinken in einen Rucksack packte und unter einem Düngerhaufen versteckte. Die nach Nahrung suchenden Krähen zerrten den Dünger auseinander, so daß einer der gelben Riemen des Rucksacks sichtbar und von einem vorübergehenden Jungen bemerkt wurde. Er holte die Beute hervor und brachte sie dem Landwirt zurück, da die Kunde von dem frechen Diebstahl allgemein verbreitet war. Durch die Kennzeichen des Rucksacks wurde jetzt der Täter ermittelt. Ein anderes Mal wird er wahrscheinlich ein weniger "anrüchiges" Versteck wählen (Weißens. Ztg.) |
Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche im Gutsbezirk Blumberg erloschen ist, werden die für diese Ortschaft verhängten Sperrmaßregeln aufgehoben. Blumberg, den 18. Februar 1912. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Eine Boxhündin von schwarzgrauer Farbe hat sich in Hellersdorf angefunden. Ahrensfelde, den 1. März 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Auf der Feldmarke des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes Mehrow werden ab heute Giftköder gelegt. Mehrow, den 4. April 1912. Roth, Jagdvorsteher. |
Zum fünfzigsten Geschäfts-Jubiläum der L. Röther'schen Buchdruckerei (vormals C.F. Pilger) und zur Gründung des "Bernauer Wochenblattes", jetzigen "Niederbarnimer Kreisblattes" in Bernau In den ersten Apriltagen d. Js. waren 50 Jahre vergangen, daß in unserer alten märkischen Stadt Bernau die Buchdruckerkunst ihren Einzug gehalten hat. Gleichfalls 50 Jahre sind es am morgigen Freitag, daß eine hier gedruckte Zeitung erscheint. ... Im Frühjahr 1862 kam der Buchdrucker Carl Franz Pilger aus Zehdenick nach Bernau und eröffnete hier in der Grünstraße 204 (im jetzigen Wilkeschen Hause) eine Buchdruckerei, ... Bis zum Jahre 1877 verblieb die Buchdruckerei im Besitze von C.F. Pilger, welcher sie dann nebst Grundstück [nach mehreren Umzügen inzwischen Bürgermeisterstr. 218] verkaufte. Der Käufer des Geschäfts war der Buchdruckereibesitzer L. Röther aus Osthofen bei Worms, welcher das Geschäft am 14. September 1877 übernahm. ... Das in der Druckerei hergestellte "Niederbarnimer Kreisblatt" ist aus dem vom 5. April 1862 ab herausgegebenen "Bernauer Wochenblatt", von dem eine getreue Nachbildung unserer heutigen Nummer beigefügt ist, hervorgegangen (Es bestand zwar schon einige Jahre ein "Kreisblatt des Nieder-Barnimschen Kreises", welches aber in Berlin hergestellt wurde. Daraus erklärt sich die im Kopfe des "Niederbarnimer Kreisblattes" geführte Bezeichnung 59. Jahrgang.) Das "Bernauer Wochenblatt" erschien wöchentlich Mittwochs und Sonnabends abends, 4 Seiten stark, in ganz kleinen Format, etwa 25 cm hoch und 20 cm breit. ... Im Herbst 1862 hatte das Blatt, trotzdem es die amtliche Publikationskraft für Bernau besaß, nur 112 Abonnenten. Im Jahre 1864 wurden Redaktion, Verlag und Druck des Kreisblattes dem Buchdruckereibesitzer C.F. Pilger in Bernau übertragen. Das "Bernauer Wochenblatt" ging daher ein und seit dem 5. Oktober 1864, an welchem das Kreisblatt in Bernau zum ersten Male erschien, wurde es zugleich das Lokalblatt der Stadt Bernau. ... Einlage am 5. April 1912 (25*20 cm) : Bernau, 5. April 1862, Nr. 1, 1. Jg. Bernauer Wochenblatt Erscheint wöchentlich jeweils Mittwochs und Sonnabends Abonnement inkl. Stempelsteuer vierteljährlich 10 Sgr Bestellungen nehmen alle Postanstalten an. Ungeachtet der Hindernisse, welche beim Beziehen meines Buchdruckerei-Lokals, Grünstraße 204, mir erwuchsen, ist es nun möglich, aus der, wenn auch zur Zeit noch nicht völlig eingerichteten Buchdruckerei die 1. Nummer des "Bernauer Wochenblattes" in die Welt zu senden. Da aber gegenwärtiges Lokalblatt nur durch freundliches Mitwirken sowohl von Seiten der Behörden, wie auch von Seiten des Publikums, insbesondere der Geschäftstreibenden, festen Grund erhalten und - inhaltsreicher! werden kann, so empfehle ich dasselbe deren Interesse hierdurch angelegentlichst. C.F. Pilger |
Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 21 Abs 1 des Gesetzes, betreffend die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, vom 28. August 1905 ... sind durch Beschluß des Kreisausschusses vom 3. d. Mts. die in der nachfolgenden Liste aufgeführten Personen als Sachverständige für die Abschätzung von Desinfektionsschäden auf die Dauer von drei Jahren (1912 bis 1914) bezeichnet worden. ... Berlin, den 19. April 1912. Der Landrat, Dr. Busch. A. Städte (Bernau, Altlandsberg, Liebenwalde, Oranienburg) B. Landgemeinden Lfd. Nr.: / Name des Polizeibezirks Des Sachverständigen Name, Stand, Wohnort: 1. Ahrensfelde Rudolf Krüger, Stellmachermeister, Ahrensfelde August Gröpler, Altsitzer, Eiche Wilhelm Zielisch, Gastwirt, Mehrow 3. Blumberg Albert Hellwig, Tischlermeister, Blumberg (Gut) Hermann Vetter, Handelsmann, Blumberg |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Gutsgehöfts der Anstalt Wuhlgarten ist amtstierärztlich die Schweinepest festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 24. April 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Rittergut Mehrow sucht für sogleich 1 Guts-Maurer. |
Blumberg. Diebe stahlen aus der Räucherkammer des Gutsbesitzers W. E. eine größere Anzahl Schinken. Die Verfolgung mittels Polizeihundes blieb vorläufig erfolglos. |
Bekanntmachung. Die Schweinepest auf dem Gutsgehöft der Anstalt Wuhlgarten ist erloschen; die Gehöftsperre ist aufgehoben. Ahrensfelde, den 11. Juni 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz |
Blumberg. Unter äußerst starker Beteiligung hielt der Niederbarnimer Kreisverein des Evangelisch-Kirchlichen Hülfsvereins und der Kreisverband Niederbarnimer Frauenhülfe am verflossenen Montag, den 10. Juni d. Js., hier seine diesjährige Wanderversammlung ab. Der Ort hatte Festschmuck angelegt; mehrere Ehrenpforten überspannten die Straßen, auf denen die Festgäste erwartet wurden. Die Königliche Eisenbahndirektion hatte zur Bewältigung des Verkehrs die fahrplanmäßigen Züge verstärkt; viele Vereine hatten des Festort mit Kremsern und Gesellschaftswagen aufgesucht; von 3 Uhr nachmittags ab entwickelte sich reges Leben. Die Festfeier nahm ihren Anfang mit einem Festgottesdienst, für den in dem herrlichen Schloßpark ein besonders geeigneter Platz hergerichtet worden war. Einige Regenschauer ließen es wünschenswert erscheinen, den Festgottesdienst in die Kirche zu verlegen, und so wogte eine Festkaravane zunächst aus dem Gräflich Arnimschen Park in die ehrwürdige Blumberger Kirche, die leider wohl mehr als die Hälfte der Gäste nicht aufnehmen konnte. ... Das regnerische Wetter klärte sich inzwischen wieder auf und so wurde es noch möglich, daß die Nachfeier programmgemäß im Freien im Schloßpark abgehalten werden konnte. Hier sprach zunächst Herr Geheimrat Dr. Busch, der liebenswerte Landrat unseres Kreises und Leiter des Evangelisch-Kirchlichen Hülfsvereins von Niederbarnim ein freundliches Eröffnungswort. Herr Graf v. Arnim fügte daran einen herzlichen Willkommensgruß an alle Festgäste und brachte ein Hoch auf Seine Majestät unseren geliebten Kaiser aus ... Herr Pfarrer Ramin, der Ortsgeistliche, ergriff darauf namens der Blumberger "Frauenhülfe" das Wort und gedachte unter Namensnennung aller Ehrengäste und Vereine, die Blumberg als Gäste bei sich sehen konnte. Alsdann bestieg Superintendent Schmidt aus Zossen die Rednertribüne ... Erwähnt sei noch, daß unter den zahllosen Gästen Ihre Durchlaucht, die Fürstin Hanau, Frau Geheimrat Busch, Frau Gräfin von Roedern, Herr und Frau v. Rohr-Meyenburg, Herr Landrat a.D. von Treskow-Friedrichsfelde, Frau von Treskow-Dahlwitz, die Oberin des Königin-Elisabeth-Hospitals in Berlin-Oberschöneweide Gräfin Reventlow, sowie Frau Konsistorialpräsident Steinhausen von uns bemerkt wurden. |
Ahrensfelde. Die Kapelle des Zentralfriedhofs hierselbst wurde am Freitag ein Raub der Flammen. Als die Reinigungsfrau die Kapelle verlassen, sah man Rauch aus dem Innern aufsteigen, und bald schlugen die Flammen empor. Die fünf Särge mit Leichen, die in der Halle standen, wurden schnell hinausgebracht. Aus Ahrensfelde und den umliegenden Ortschaften Blumberg, Mehrow, Falkenberg und Eiche waren bald die Freiwilligen Feuerwehren zur Stelle, doch konnte die Kapelle nicht gerettet werden. Sie brannte vollständig nieder. Mit den Nachlösch- und Aufräumarbeiten hatten die Wehren bis in die Nachmittagsstunden zu tun. |
Bekanntmachung. Nachdem die Gemeinde Ahrensfelde den neuen Schwanebecker Weg übernommen hat, soll der alte Schwanebecker Weg vom Eisenbahnübergang bis zur Grenze für den öffentlichen Verkehr eingezogen werden. Einsprüche sind hiergegen beim Unterzeichneten innerhalb 4 Wochen einzureichen. Ahrensfelde, den 5. Juli 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Mehrow. (O.-B.) Vor einigen Tagen stattete eine Diebesbande dem Bauerngutsbesitzer Meißner einen Besuch ab. Mittels einer Leiter, die sie von einem in der Nähe stehenden Gutshause holten, stiegen die Spitzbuben durch ein Giebelfenster auf den Boden und stahlen aus der Oberstube 2 neue Pferdegeschirre und aus der Räucherkammer zwei Schinken von 60 Pfund. Der Schaden beträgt rund 150 M. Leider ist es versäumt worden, durch einen Polizeihund die Spur der Diebe verfolgen zu lassen. Jedenfalls handelt es sich um dieselbe Bande, welche seit längerer Zeit die Gegend unsicher macht und in Hönow, Blumberg usw. eine Menge Räucherwaren, namentlich Schinken, gestohlen hat. Aus der Art und Weise der Einbrüche geht hervor, daß die Burschen mit den Oertlichkeiten und den Gewohnheiten der Bewohner genau vertraut und jedenfalls in der Nähe zu suchen sind. |
Bekanntmachung. Ein Karton mit Bekleidungsstücken auf der Chaussee zwischen Falkenberg und Ahrensfelde gefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 17. Juli 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz |
Ahrensfelde. Als am Dienstag mittag der Besitzer eines Roggenfeldes zwischen Ahrensfelde und Hellersdorf sich mit seinen Knechten zur Ernte sich dorthin begab, fanden sie mitten im Felde die stark verweste Leiche eines jungen Mädchens. Die sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß es sich um die Leiche des seit Pfingsten vermißten 18 Jahre alten Dienstmädchens Anna Zimmermann aus Eiche handelt, die, wie festgestellt werden konnte, das Opfer eines Verbrechens geworden war. Als mutmaßlicher Täter wurde der Liebhaber der Ermordeten, der 24 Jahre alte Arbeiter und Kutscher Wilhelm Brust aus Hellersdorf, verhaftet. - Weiter wird hierzu noch berichtet: Am Dienstag nachmittags war die Leichenschaukommission aus Altlandsberg an der Fundstelle anwesend und nahm den Tatbestand auf. Das Mädchen trug leichte Kleidung und eine gestickte weiße Bluse, wahrscheinlich die Kleidung, mit der sie zu Pfingsten zu Tanze war. Die Leiche des Mädchens war völlig ohne Fleisch, nur Knochen waren übrig geblieben, jegliche Haut fehlte, die Sonne und Würmer hatten ihre Arbeit getan. Die Leiche verbreitete einen entsetzlichen Geruch. Um den Hals war ihr eigener Gürtel geschlungen und so fest mit doppeltem Knoten zugeschnürt, daß die Wahrscheinlichkeit eines Mordes fast zur Gewißheit wird. Als mutmaßlicher Mörder ist, wie bereits bemerkt, der Geliebte der Zimmermann, der Arbeiter Wilhelm Brust, verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Brust stand zu der Zimmermann früher in intimen Beziehungen, ist aber des Mädchens in letzter Zeit überdrüssig geworden, da er eine andere Bekanntschaft angeknüpft hatte. Gewalttätig, wie er war, mißhandelte er das Mädchen sehr häufig, schlug sie einigemal auf dem Tanzboden in Gegenwart anderer Personen und hatte ihr auch mehrmals gedroht, daß er ihr etwas antun würde. Am Pfingstfeiertag ist Brust mit der Zimmermann zusammengekommen. Es ist wahrscheinlich, daß Brust das Mädchen auf dem Heimweg am späten Abend auf der Straße zwischen Eiche und Hellersdorf niedergeschlagen und erdrosselt und dann die Leiche in das Kornfeld geschleppt hat. Brust, der vor die Leiche geführt wurde, bestritt in seiner Vernehmung die Täterschaft, doch liegen einige Indizien vor, die gegen ihn und für seine Täterschaft sprechen. Brust ist im Untersuchungsgefängnis in Altlandsberg in Haft. |
Ahrensfelde. Einbrecher haben in der Nacht zum Donnerstag unserer Kirche einen Besuch abgestattet. Als Donnerstag früh Arbeiter, welche die Kirchhofsmauer ausbessern, an ihre Arbeit gingen, bemerkten sie, daß ein Fenster an der Nordseite zertrümmert war. Sie gaben sofort dem Herrn Pastor von ihrer Entdeckung Nachricht und man fand, daß man es mit einem gut vorbereiteten Einbruch zu tun hatte. Denn die Diebe hatten, bevor sie die Scheiben eindrückten, dieselben mit Schmierseife beschmiert, Reste, welche man auf dem Boden fand, legen Zeugnis hiervon ab. Nachdem die Diebe sich nun durch das Fenster Eingang verschafft hatten, gelangten sie in die Sakristei. Hier wurde aber ihre Hoffnung getäuscht, denn die wertvollen Gegenstände, auf die es wahrscheinlich abgesehen war, werden außer der Gottesdienstzeit unter Verschluß in der Pfarre aufbewahrt. Aus Wut, daß ihnen nichts Wertvolles in die Hände fiel und ihre Mühe vergebens war, richteten sie eine arge Verwüstung an und zertrümmerten mehrere Gegenstände. Auf demselben Wege wie sie eingedrungen waren, kehrten sie auch wieder zurück. Von den Tätern hat man bis jetzt noch keine Spur. Ahrensfelde. Wie mitgeteilt wird, findet das beliebte Bauern-Wettreiten hierselbst am Sonntag, den 11. August statt. Näheres wird später noch durch Anzeigen bekannt gemacht werden. |
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Nachruf! Am 13. Juli d. Js. vormittags verschied sanft nach kurzem schweren Leiden auf seinem Lieblingssitz Sophienwalde i. Pom. unser hochverehrter Chef Herr Ritterguts- und Fabrikbesitzer Robert Stock im 54. Lebensjahre. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen treusorgenden Chef, der mit warmem Herzen und offener Hand stets unser Wohl im Auge hatte. Durch seine hervorragende Tatkraft und seinen unermüdlichen Fleiss war der Entschlafene uns jederzeit ein leuchtendes Vorbild. Seine stete Hilfsbereitschaft, sein hoher Gerechtigkeitssinn und die Bescheidenheit seines Wesens sichern ihm bei uns allen ein ehrendes Andenken. Mehrow, den 18. Juli 1912. Die Beamten und Arbeiter des Rittergutes Mehrow. F. Krause, Administrator. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Gutsgehöfts der Anstalt Wuhlgarten ist amtstierärztlich die Schweinepest festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 22. Juli 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf § 105b Absatz 2 der Reichsgewerbeordnung und Ziffer 129 der Ausführungsanweisung vom 1. Mai 1904, betreffend die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, setze ich hiermit für die Ortschaften Ahrensfelde, Eiche und Mehrow die Pause für den Hauptgottesdienst auf 7 1/2 bis 9 1/2 bezw. 9 1/2 bis 11 1/2 Uhr vormittags abwechselnd fest. Für die Ortschaften Hellersdorf und Wuhlgarten die Pause für den Hauptgottesdienst von 10 bis 12 Uhr vormittags. Die frühere Bekanntmachung, wodurch die Sonntagsruhe von 8 bis 12 Uhr vormittags dauerte, verliert mit dem Tage dieser Veröffentlichung die Gültigkeit. Ahrensfelde, den 2. August 1912. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 11. August: Großes Bauern-Wettreiten. 7 Rennen, darunter 2 Trabfahren und 2 offene Rennen. Anfang nachmittags 3 1/2 Uhr. |
Bekanntmachung. Im Monat Juli d. Js. sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 6. August 1912. Der Königliche Landrat, Dr. Busch. Nr. 178 ab 4.7. Müller, Karl; Revierförster; Blumberg (unentgeltlich) |
Ahrensfelde. Das diesjährige Bauernwettreiten hierselbst hat am Sonntag stattgefunden. Es zeigte wiederum, welche gute Klasse von Pferden hier gehalten wird und mit welcher Liebe sie auch gepflegt werden. Es gab vier Rennen und zwei Trabfahren. Beim ersten Handicap-Trabfahren war Dietzes schwarzer Wallach 1., Adlers Fuchswallach 2., Jauerts Stute 3. und Hases Stute 4. Mit bedeutender Ueberlegenheit gewann im zweiten Trabfahren Hases Schimmelstute ... Zum Schluß fanden noch 2 offene Rennen und 1 offenes Trabfahren statt. |
Blumberg. Hier ereilte einem von den hausierenden Chinesen das Schicksal, festgenommen zu werden, weil er keine Ausweispapiere bei sich hatte, um seine wie schon in anderen Orten angebotenen Artikel zu verkaufen. Uebrigens sollen die "echt chinesischen" Artikel China nie gesehen haben. |
Personal-Chronik. Bestätigt: der Lederarbeiter Georg Virgils als Nachtwächter der Gemeinde Mahlsdorf. |
Bekanntmachung. Im Monat August d. Js. sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 3. September 1912. Der Königliche Landrat, Dr. Busch. Nr. 258 ab 25.8. Dotti, Fritz; Gutsbesitzer; Hönow Nr. 270 ab 13.8. Reiche, Friedrich; Jagdhunddresseur; Blumberg Nr. 394 ab 26.8. Seelisch, Gustav; Gastwirt; Eiche Nr. 433 ab 26.8. Kirschbaum, Friedrich; Gemeindevorsteher; Hönow Nr. 508 ab 30.8. Marehn, Hermann, Jagdaufseher, Hönow |
Ahrensfelde. Den Bock zum Gärtner gemacht hatte der Schmiedemeister Albrecht bei der Annahme eines Knechtes. Da er einen Kutscher gebrauchte, nahm er einen gut gekleideten Mann in Dienst, obwohl er keine Papiere hatte, die er sich brieflich besorgen wollte. Anderntags fuhr Herr Albrecht eine Fuhre Stroh nach Berlin und borgte sich, da er nur ein Pferd besitzt, das Pferd eines befreundeten Bäckermeisters. Als die Fuhre abgeladen war, beauftragte er den Kutscher, mit dem Fuhrwerk nach Hause zu fahren, während er die Bahn benutzte. Als sich aber der Knecht weder abends noch bis zum andern Morgen sehen ließ, fuhr Herr A. nach Berlin und erfuhr auf der Polizei, daß der Kutscher die Pferde in zwei verschiedenen Gasthöfen in der Müller- und Gerichtsstraße untergestellt und das Pferd des Bäckers, das einen Wert von 1000 M. hat, einem Fuhrherrn für 600 M. angeboten hatte. Dieser durchschaute aber die Geschichte und benachrichtigte die Polizei, welche feststellte, daß der betrügerische Knecht bereits 5 Jahre Zuchthaus hinter sich hatte. Also Vorsicht bei Annahme von Dienstpersonal ohne Papiere! |
Verzeichnis III, der zum Wahlverbande ... gehörenden Landgemeinden [Einwohnerzahl / Wahlmänner]
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Ahrensfelde. Aus der Fürsorgeanstalt in Strausberg waren am Freitag die Zöglinge Fillw, Wollweber und Koch ausgebrochen und trieben sich seit diesem Zeitpunkt vagabondierend in der Gegend von Ahrensfelde umher. Als nun der berittene Gendarm Kluge zu ihrer Verhaftung schreiten wollte, gab Fillw aus einem Revolver sechs scharfe Schüsse auf ihn ab, von denen einer den Beamten in die Wade traf. Trotz der erlittenen sehr schmerzhaften Verwundung konnte der Gendarm noch Koch und Wollweber verhaften, während Fillw, der die Schüsse abgegeben hatte, leider entkam. Die drei Burschen stehn im Alter zwischen 17 und 20 Jahren und sind bereits sämtlich vorbestraft; Fillw ist sogar wegen Sittlichkeitsverbrechens zu 1 Jahr Gefängnis bedingt verurteilt. Bisher ist es nicht gelungen, seiner habhaft zu werden, während die beiden anderen Zöglinge von dem Amtsvorstand Ahrensfelde der Staatsanwaltschaft zu Berlin übergeben wurden. Der verletzte Gendarm mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. (Berl. Lok.-Anz.) |
Eiche. (O.-B.) Die Frechheit der Spitzbuben nimmt von Woche zu Woche zu. Nachdem kürzlich dem Gutsbesitzer Kirschbaum 20 Enten gestohlen wurden, haben jedenfalls dieselben Diebe ihm 2 Futterschweine entwendet, welche einen Wert von 120-140 Mark repräsentierten. Leider ist es wieder nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden. Hönow. (O.-B.) Nachdem im vergangenen Sommer das Schulhaus durch einen Anbau erweitert wurde, der außer einem Klassenzimmer eine Wohnung für einen zweiten Lehrer enthält, ist für diese Stelle Herr Meyer berufen worden, welcher sein Amt nach Beendigung der Herbstferien antritt. |
Personal-Chronik Bestätigt: Der Arbeiter Otto Grummisch als Nachtwächter der Gemeinde Eiche. |
Personal-Chronik Bestätigt: Der frühere Posthilfsbote Friedrich Reuschner aus Oschersleben als Nachtwächter der Gemeinde Mahlsdorf. |
Krummensee. Bei der hier abgehaltenen Treibjagd wurden 160 Hasen geschossen. |
Mehrow. (O.-B.) Ein tödlicher Unglücksfall ereignete sich kürzlich auf dem Grundstück der Witwe Bredereck beim Dreschen. Der Arbeiter Johann Garonn, der allgemein als ein nüchterner, fleißiger Mann bekannt war, war eben im Mittelfach damit beschäftigt, Garben auf die Tenne zu werfen. Aus nicht aufgeklärter Ursache (jedenfalls infolge eines Fehltritts) stürzte derselbe zum größten Entsetzen seiner Arbeitsgenossen plötzlich aus der Spitze der Scheune auf die harte Scheunendiele, wo er mit schweren inneren Verletzungen besinnungslos liegen blieb. Man brachte den Aermsten nach dem Weißenseer Krankenhaus, doch war menschliche Hilfe umsonst. Nach kurzer Zeit wurde er durch den Tod von seinen Qualen erlöst. |
Blumberg. Amtlicherseits wird gemeldet: Auf dem Bahnhof Blumberg bei Berlin entgleiste am Freitag vom Personenzuge 690 um 1 Uhr 48 Min nachmittags der drittletzte Wagen mit einer Achse ... [wegen zu früh umgestellter Weiche]. |
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Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Gutsgehöfts der Anstalt für Epileptische, Wuhlgarten, ist die Schweinepest amtstierärztlich festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 28. Dezember 1912. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Nach § 11 der Maß- und Gewichtsordnung vom 30. Mai 1908 (Reichs-Gesetzblatt Seite 349), die am 1. April 1912 in Kraft getreten ist, sind sämtliche Maße, Gewichte und Wagen [!], die zum Messen und Wägen im öffentlichen Verkehr dienen, sofern dadurch der Umfang der Leistungen bestimmt werden soll, innerhalb bestimmter Fristen zur Nacheichung zu bringen, und zwar: a) die Längen- und Flüssigkeitsmaße, die Meßwerkzeuge für Flüssigkeiten, die Hohlmaße und Meßwerkzeuge für trockene Gegenstände, die Gewichte, die Wagen für eine größte zulässige Last bis ausschließlich 3000 Kilogramm sowie die Fässer für Bier alle 2 Jahre, b) die Wagen für eine größte zulässige Last von 3000 Kilogramm und darüber, die festfundamentierten Wagen und Fässer für Wein und Obstwein alle 3 Jahre. ... Zum öffentlichen Verkehr dürfen bei Vermeidung einer Bestrafung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder Haft und ferner der Unbrauchbarmachung, Einziehung oder Vernichtung der vorschriftswidrigen Meßgeräte nur ordnungsmäßig geeichte und nachgeeichte Meßgeräte verwendet werden. ... Nachstehend gebe ich den vom Eichamte Berlin S 42, Luisenufer 6, für die Nacheichungen im Kreise Niederbarnim aufgestellten Rundreiseplan für 1913 bekannt ... Lfd. Nr. / Die Nacheichungstage werden abgehalten ... im Nacheichungsorte ...am Tag / Monat ... für folgende Ortschaften und bewohnten Plätze 9. Blumberg, 7.-10. April ... Gemeinde Blumberg, Gut Blumberg mit Forsthaus Blumberg, Chausseehaus Blumberg, Vorwerk Elisenau, Bahnhof Blumberg 11. Ahrensfelde, 14. u. 15. April ... Gemeinde Ahrensfelde mit Neu Ahrensfelde, Gemeinde Eiche, Gemeinde Mehrow, Gut Mehrow mit Vorwerk Trappenfelde |
Lindenberg. In äußerst würdiger und patriotischer Weise feierte am Montag der hiesige Krieger- und Landwehrverein den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers. Wie üblich machte der Verein einen Umzug durch das Dorf, wobei an drei Enden des Ortes je drei Salven abgegeben wurden. Punkt 7 Uhr begann in dem neuen Saale des Herrn Reich die Feier, welche durch einige Musikstücke der Pflugschen Kapelle aus Bernau eingeleitet wurde. Sodann sprach Fräulein Hedwig Albrecht einen Prolog, worauf der Vorsitzende des Vereins, Herr Kirschbaum jun., die Festrede hielt, welche mit einem Kaiserhoch schloß. Dann erfolgte ein Gespräch von drei Knaben "Wer den größten Ruhm verdient" und ein kleines Festspiel 1813-15 (Darstellung der Germania, Borussia, Glaube, Liebe, Hoffnung). Ein vaterländisches Schauspiel "Getreu bis in den Tod" gelangte dann zur Darstellung. Durch zwei patriotische Couplets rief der Lindenberger Komiker Herr Haase wahre Lachsalven hervor. Ferner gelangten noch zur Aufführung "Friederike von Schmettau", ein patriotisches Gespräch von 1813 (gesprochen von den Schülerinnen Lucie Steeger und Hedwig Kollberg), das große zweiaktige Schauspiel "Frisch auf mein Volk, die Flammenzeichen rauchen" und ein herrliches lebendes Bild, wozu Fräulein Dünnbier einen Prolog sprach, bildeten den Schluß der Vorführungen. Großer Dank gebührt Herrn Kantor Bauer für die Mühe, die er sich bei [der] Einstudierung der verschiedenen Stücke gegeben hat. Ein Ball beschloß die erhebende Feier. |
Hönow. Ein Schwein von dem annehmbaren Gewicht von 656 Pfund schlachtete der Bauerngutsbesitzer Herr Karl August Schmidt. Bei solchen Tieren kann man von einer Fleischnot in unserm Ort nicht reden. |
Bekanntmachung. Nachweis der Schiedsmannbezirke und der für die Jahre 1913-1915 als Schiedsmänner bezeichneten Personen. 19. Blumberg 20. Ahrensfelde |
Bekanntmachung. Bei einem gefallenen Schwein des Schmiedemeisters Albrecht in Ahrensfelde ist amtstierärztlich die Schweinepest festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 4. April 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. Bekanntmachung. Die Schweinepestpest auf dem Gutsgehöft der Anstalt in Wuhlgarten ist erloschen. Die angeordnete Gehöftsperre ist aufgehoben. Ahrensfelde bei Berlin, den 2. April 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Uebersicht der Urwahlbezirks-Einteilung zu den Landtagswahlen 1913.
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Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Bäckermeisters Gustav Dietz in Ahrensfelde ist amtstierärztlich die Schweinepest festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde b. Berlin, den 26. April 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Die Schweinepest unter dem Bestande des Schmiedemeisters Albrecht in Ahrensfelde ist erloschen. Die angeordnete Gehöftsperre ist aufgehoben. Ahrensfelde b. Berlin, den 14. Mai 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Arbeiters Schwendel zu Mehrow ist amtstierärztlich die Schweinepest festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 15. Mai 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Personal-Chronik Bestätigt: Der Arbeiter Franz Liebe aus Mehrow als Nachtwächter des dortigen Gemeinde- und Gutsbezirks. ... |
Bekanntmachung. Die Schweinepest unter dem Bestande des Bäckermeisters Dietz in Ahrensfelde ist erloschen. Die angeordnete Gehöftsperre ist aufgehoben. Ahrensfelde b. Berlin, den 21. Mai 1913. Der Amts-Vorsteher, I.V. Wegener. |
Mehrow. (O.-B.) Kürzlich wurde aus Wartenberg berichtet, daß Bienendiebe bereits zum zweiten Mal dem Bienenstand des Imkers S. einen ungebetenen Besuch abgestattet hatten. Jedenfalls waren es dieselben Spitzbuben, welche für den Bienenstand des Gastwirts Bolle ein auffallendes Interesse bekundeten und in der nächsten Nacht das beste Volk holten. Auch Falkenberg haben sie unsicher gemacht und vom Bienenstande der Gutsimkerei einige Kästen entwendet. Allem Anschein nach handelt es sich um eine neue Spezies von Dieben und würden Züchter gut tun, Fremde nicht an ihre Stände heranzulassen und ein wachsames Auge auf solche Personen zu haben, die in auffallender Weise dieselben beobachten. |
Bekanntmachung. Die Landstraße von Blumberg nach Alt-Landsberg ist auf Blumberger Terrain wegen Pflasterungsarbeiten für Lastfuhrwerk bis auf weiteres gesperrt. Blumberg, den 27. Mai 1913. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Wegen Umpflasterung der Dorfstraße in Mehrow wird diese für den öffentlichen Verkehr bis auf weiteres gesperrt. Ahrensfelde, b. Berlin, den 5. Juni 1913. Der Amts-Vorsteher, I.V. Wegener. |
Bekanntmachung. Im Monat Mai d. Js. sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 3. Juni 1913. Der Königliche Landrat. Nr. 97 ab 1.6.; Klawenski, Otto; Forstlehrling; Blumberg Nr. 98 ab 1.6.; Graf v. Arnim, Adolf; Blumberg |
Bekanntmachung. Der Bezirksausschuß in Potsdam hat ... folgende am 1. Juli 1913 in Kraft tretende Neueinteilung der Kehrbezirke für den Kreis Niederbarnim beschlossen: 11. Berlin-Hohenschönhausen [Gemeindebezirke:] Berlin-Hohenschönhausen, Wartenberg, Falkenberg, Ahrensfelde, Mehrow, Eiche, Marzahn, Kaulsdorf, Biesdorf [Gutsbezirke:] Wartenberg, Falkenberg, Mehrow 17. Alt Landsberg [Gemeindebezirke:] Alt Landsberg Stadt, Bruchmühle, Eggersdorf, Fredersdorf, Petershagen, Bollensdorf, Vogelsdorf, Münchehofe, Mahlsdorf, Dahlwitz, Neuenhagen, Seeberg, Hönow, Seefeld, Krummensee, Löhme, Blumberg [Gutsbezirke:] Amt Alt Landsberg, Fredersdorf, Bollensdorf, Vogelsdorf, Dahlwitz mit Hoppegarten, Neuenhagen, Löhme, Blumberg, der zum Gutsbezirk Rüdersdorf gehörige Teil von Eggersdorfer Forst |
Ersuche die drei Herren, welche eine Laterne mit roter Scheibe von der Ladeburger Chaussee entwendet haben, dieselbe innerhalb 3 Tagen im Cafe Sanssouci bei Herrn Adolf Krubsack abgeben zu wollen, widrigenfalls dieser Diebstahl zur Anzeige gebracht wird. |
Bekanntmachung. Die Pflasterungsarbeiten im Wege Blumberg- Alt-Landsberg sind beendet. Die Sperre des Weges wird aufgehoben. Blumberg, den 1. Juli 1913. Der Amts-Vorsteher. |
Blumberg. Seine Meisterprüfung bestand am 20. Juli der Sattler Fritz Krüger von hier vor der Handwerkskammer in Berlin mit dem Prädikat recht gut. |
Ahrensfelde. Das allgemein bekannte Bauern-Wettreiten hierselbst soll, wie verlautet, in diesem Jahre am Sonntag, den 10. August abgehalten werden. |
Bekanntmachung. Bei einem notgeschlachteten Schweine des Stellmachermeisters Ernst Bautz in Eiche ist amtstierärztlich Rotlauf festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 2. August 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Im Monat Juni 1913 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 2. August 1913. Der Königliche Landrat, I.A. Dr. Bormann, Regierungsassessor. Nr. 198 ab 16.7.; Müller, Karl; Revierförster; Blumberg (unentgeltlich) |
Ahrensfelde. Der Strohhändler Wendt aus Seefeld erhielt auf der Fahrt zwischen hier und Blumberg von einem Pferde einen Hufschlag gegen das Schienbein, welches ihm zerschmettert wurde. Man brachte ihn nach dem Weißenseer Krankenhaus. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 10. August: Großes Bauern-Wettreiten. 8 Rennen, darunter 1 offenes Trabfahren und 1 offenes Rennen. Anfang nachmittags 3 1/2 Uhr. |
Bekanntmachung. Bei einem der Besitzerin Emilie Bredereke in Mehrow gehörenden und in Hönow geschlachteten Schwein ist amtstierärztlich Rotlauf festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 14. August 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Lindenberg. Sonntag, den 24. und Montag, den 25. August: Großes Erntefest nach ländlicher Sitte Hierzu laden höflichst ein: Die Gastwirte Huwe. Reiche. Ahrensfelde. Am Sonntag, den 24. August: Große Erntefest-Musik, wozu herzlichst einladet W. Hase, Gastwirt. Rauchclub "Namenlos" Bernau 1900. Sonntag, den 30. August, feiert unser Verein sein 13. Stiftungsfest im Vereins-Lokal Adolf Herrmann. Gr. Verlosung! Freunde sind herzlichst willkommen. Der Vorstand. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Gasthofsbesitzers Wilhelm Dubick in Ahrensfelde ist amtstierärztlich Rotlauf festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 25. August 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Bei einem verendeten Schwein des Rieselwärters Krietzsch in Hellersdorf ist amtstierärztlich Rotlauf festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 27. August 1913. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Bei einem notgeschlachteten Schwein des Landwirts August Adler in Ahrensfelde ist Rotlauf festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 30. August 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Der Rotlauf unter dem Schweinebestande des Stellmachermeisters Bantz in Eiche ist erloschen. Die angeordnete Gehöftsperre ist aufgehoben. Ahrensfelde bei Berlin, den 6. September 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Im Monat August 1913 sind von mir nachbezeichnete Jagdscheine erteilt worden. ... Nr. 263 ab 26.8.; Seelisch, Gustav; Gastwirt, Eiche Nr. 298 ab 25.8.; Dotti, Fritz; Gutsbesitzer, Hönow Nr. 299 ab 29.8.; Marehn; Jagdaufseher; Hönow Nr. 509 am 31.8.; Janke, Paul; Bauaufseher; Eiche (Tages-Jagdschein) Nr. 510 am 31.8.; Gröppler, August; Altsitzer; Eiche (Tages-Jagdschein) |
Bekanntmachung. Der Rotlauf unter dem Schweinebestande des Landwirts August Adler und des Gastwirts Wilhelm Dubick in Ahrensfelde ist erloschen; die angeordnete Sperre wird aufgehoben. Ahrensfelde bei Berlin, den 19. September 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Ein Trauring ist in der Feldmark von Eiche gefunden worden. Näheres auf dem Amtsbureau. Ahrensfelde, den 27. Oktober 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Ackerpächters August Grabe zu Ahrensfelde ist amtstierärztlich Schweinepest festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 12. November 1913. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Blumberg. (O.-B.) Die am 6. Juni 1910 stattgefundene Beraubung der Familie der Grafen von Arnim hierselbst hatte s. Z. die Verurteilung zweier Verbrecher zur Folge, die sich bald nach der Tat vor der 1. Strafkammer des Berliner Landgerichts III wegen schweren Diebstahls verantworten mußten. Es war damals als Täter der Bauarbeiter Otto Mehlitz zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden und sein Genosse, der Arbeiter Otto Ripsky zu 4 Jahren Gefängnis. Der letztere beruhigte sich bei dem Urteil und trat seine Strafe gleich bei der Urteilsverkündung an. Dagegen begann Mehlitz alsbald im Untersuchungsgefängnis den "wilden Mann" zu spielen. Er erreichte damit allerdings, daß seine Unterbringung in eine Irrenanstalt angeordnet werden mußte. Im Laufe der Jahre ist nun M. völlig wahnsinnig geworden. Bald nach der Tat wurden die beiden Einbrecher auf der nach Berlin führenden Chaussee mit ihrer Diebesbeute festgenommen. Diese bestand in den Orden und dem goldenen Trauring des längst verstorbenen und in der Gruft unter der Kirche von Blumberg beigesetzten Grafen Adolf von Arnim, sowie in einer größeren Anzahl von in der Kirche aufbewahrten Orden und Ordenszeichen der verstorbenen Feldzugteilnehmer von 1870/71. Um zu den gestohlenen Gegenständen zu gelangen, hatten die Grabschänder und Diebe den Zinksarg des Grafen zerschnitten und dann aufgedeckt. Die Holzsärge waren aufgebrochen worden. Die Diebesarbeit mitten unter den Leichnamen scheint in ihrer grausigen Art auf den Gemütszustand des Einbrechers Mehlitz dauernd eingewirkt zu haben. Auf Grund des § 51 R. St. G. ist neuerdings gegen Mehlitz ein Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet worden, weil anzunehmen ist, daß er schon bei Begehung der Tat geisteskrank war. Mehlitz wurde in Begleitung von Anstaltswärtern zur Verhandlung der Sache der genannten Strafkammer vorgeführt und zwar im gefesselten Zustande. Als Sachverständige waren zum Termin vorgeladen der Oberarzt der Irrenanstalt zu Buch und der Gerichtsarzt Dr. Marx. Es zeigte sich indessen ersichtlich in dem Benehmen des Mehlitz auf der Anklagebank die völlige Verhandlungsunfähigkeit. Daraufhin beschloß die Strafkammer Vertagung zu einem neuen Termin. |
Blumberg. (O.-B.) Ein Betrüger hat am Donnerstag nachmittag bei Kaufleuten und Besitzern eine Liste zur Namenseintragung vorgelegt für Unterbringung von Bediensteten durch das "Rote Kreuz" in Pankow. Er sagte dabei, der Herr Pastor hätte ihn geschickt. Auf dem Gut hat er zum Beitritt zur "Frauenhilfe Blumberg" geworben und meinte, die Frau Gräfin hätte ihn geschickt; es ginge nur noch heute, wo der Kochkursus im Ebelschen Gasthof festlich geschlossen würde. Man könnte dann gleich mitspeisen. In jedem Falle ließ sich der Mensch 5 M. zahlen, er "verdiente" also nicht schlecht. Der Schwindler ist 1,70 m groß, etwa 35 Jahre alt, trägt braunen Ueberzieher und hat eine Zahnlücke. Die Angaben über den Kochkursus, zu dessen Schluß sich gegen 200 Personen einfanden, darunter die Gräflich Arnim'schen Herrschaften, sowie Hr. Landrat Dr. Busch nebst Gemahlin, stimmten auffallend, alles übrige war erlogen. - Wie der "Niederb. Anz." mitteilt, ist in Petershagen ein ähnlicher Schwindel versucht worden. Der Betrüger hatte aber dort kein Glück und mußte mit leeren Händen abziehen. |
Bekanntmachung. Im Monat November 1913 sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 4. Dezember 1913. Der Königliche Landrat, Dr. Busch. Nr. 893 ab 13.11.; Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlich) |
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Bekanntmachung. Bei einem verendeten, dem Gutsbesitzer August Müller in Ahrensfelde gehörenden Schweine ist amtstierärztlich Rotlauf festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 13. Januar 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Bei zwei verendeten Schweinen, dem Eigentümer Hermann Wegener in Ahrensfelde gehörend, ist amtstierärztlich Schweinepest festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 12. Februar 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Nüchterner, verheirateter Pferdeknecht mit Frau oder erwachsenen Kindern als Hofegängern. zum 1. April bei gutem Lohn gesucht. Dominium Blumberg, Bez. Potsdam. |
Altlandsberg. Die Frau des Hausdieners Hoffmann aus Berlin sprang mit ihrem 5 jährigen Kinde an der Stelle, wo das Freibad ist, in den Bötzsee. Der Vorgang war von einigen Männern beobachtet worden und von diesen wurden sofort Rettungsversuche eingeleitet. Es gelang, beide Personen aus dem Wasser zu holen. Beide lebten noch, doch starb die Frau auf dem Transporte, während das Kind das Bad überstanden zu haben scheint. |
Altlandsberg. Tödlich verunglückt ist der Kutscher Rahn vom Gute Paulshof, als er in der Amtsfreiheit neben dem beladenen Wagen herging. Er glitt wahrscheinlich aus, kam zu Fall und wurde von dem Wagen noch ein Stück geschleift. Der hinzukommende Arzt konnte nur noch den Tod des jungverheirateten Mannes feststellen. |
Bekanntmachung. Wegen Umpflasterung wird die Dorfstraße in Mehrow für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Ahrensfelde, den 24. März 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Blumberg. (O.-B.) Kürzlich wurde am Billettschalter des hiesigen Bahnhofes ein falsches Fünfmarkstück in Zahlung gegeben. Die Fälschung wurde nicht sogleich erkannt und der Verausgaber kam unbehelligt davon. Die Prägung des Geldstückes - sowohl Kopf- als Wappenseite - ist recht deutlich. Die Unechtheit ist aber bei einiger Aufmerksamkeit sofort wahrzunehmen. Das Geldstück fühlt sich fettig an, ist bedeutend, beinahe 10 g. leichter als ein richtiges und der Rand erscheint abgenutzt, es sind von der Randumschrift nur einzelne Buchstaben zu erkennen. Das Falschstück trägt die Jahreszahl 1906, den Kopf des Königs Otto von Bayern und das Münzzeichen D. Aufmerksamkeit beim Einnehmen von Fünfmarkstücken dürfte daher am Platze sein. |
Blumberg. (O.-B.) Bei der hier stattgehabten Gemeindevertreterwahl wurden gewählt: III. Klasse Kossät Friedrich Flöricke und Kossät Wilhelm Flöricke (wiedergewählt); II. Klasse Bauerngutsbesitzer August Keisdorf (neugewählt); I. Klasse Bauerngutsbesitzer Heinrich Ebel, bisher in der II. Klasse, jetzt in der I. Klasse. Die Beteiligung der Wähler, besonders die der III. Klasse, war wenig rege, es wählten in dieser Klasse von 157 eingetragenen Wählern nur 5. |
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied nach schwerem Leiden am 12. April meine inniggeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, meine liebe Schwester und Schwägerin Martha Juert, geb. Keisdorf, im 49. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Georg Juert, Gemeindevorsteher nebst Kindern. Blumberg, den 14. April 1914. ... |
Hönow. (O.-B.) Am Freitag, den 17. April feierte unsere Gemeinde ein selten schönes Fest; war doch Herr Lehrer Lübke an diesem Tage 25 Jahre in unserm Dorfe tätig. ... Im Anschluß an diese Feier brachte der Kriegerverein und eine große Schar am frühen Morgen des 18. April seinem lieben Kameraden, noch dem einzigen braven Düppelstürmer in unserem Dorfe, der dabei eine Verwundung erhielt, Herrn Damerow, in kurzer ernster dankbarer Ehrung zur 50. Wiederkehr jenes Tages herzlichen Dank und Glückwunsch entgegen. |
Polizei-Verordnung. Auf Grund des § 5 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 und des § 62 der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872, ... wird unter Zustimmung des Amtsausschusses für den Amtsbezirk Ahrensfelde folgende Polizei-Verordnung erlassen: § 1. Jeder hierzu durch Observanz verpflichtete Eigentümer ist verpflichtet, den Straßendamm sowie den Rinnstein und Bürgersteig nach Maßgabe folgender Vorschriften zu reinigen. § 2. Die Reinigung (§ 1) hat allwöchentlich einmal zu geschehen, und zwar am Sonnabend ... Der zusammengebrachte Schmutz ist noch am gleichen Tage bis abends 8 Uhr fortzuschaffen. § 3. Bei Schneefall sind die Bürger- und Fußsteige in einer Breite von mindestens 1 Meter vom Schnee sofort zu säubern. ... Diese Arbeiten sind, sofern ihre Notwendigkeit während der Nacht eingetreten ist, bis morgens 8 Uhr auszuführen. ... Bei Eintritt von Tauwetter ist dem Wasser nach Möglichkeit Abfluß zu verschaffen, namentlich dem Ansammeln desselben auf den Bürgersteigen und in den Rinnsteinen rechtzeitig vorzubeugen. § 4. Hat ... ein anderer ... durch schriftliche oder protokollarische Erklärung die Ausführung der Reinigung übernommen, so ist er zur Reinigung öffentlich rechtlich verpflichtet. ... § 5. Das Ausschütten von Flüssigkeiten, sowie das Hinauswerfen von festen Körpern und Unrat jeglicher Art auf die Straßen, Fußsteige und öffentlichen Plätze ist verboten. ... Außerdem ist jede andere Verunreinigung der Straßen und Straßenwinkel, der öffentlichen Gebäude, Bewehrungen, Fußsteige und Brücken, sowie der öffentlichen Gewässer usw. verboten. Das Abladen von Bauschutt auf ungepflasterten Straßen ist nur mit Genehmigung des Ortsvorstehers gestattet. § 6. In die Straßenrinnsteine, Gräben und auf die Straßen dürfen außer Niederschlagsgewässern Flüssigkeiten keiner Art gegossen oder geleitet werden. § 7. Das Fahren, Reiten, Karren, Viehtreiben und -leiten auf den Fußwegen ... ist verboten. § 8. Das Aufstellen von Fuhrwerken, Schlitten, Ackergerätschaften, sowie das Lagern anderer Materialien auf den Straßen, Fußsteigen und öffentlichen Plätzen ist verboten, unter allen Umständen aber über Nacht. ... § 9. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden ... mit Geldbuße bis 9 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle eine verhältnismäßige Haft tritt, bestraft. § 10. Vorstehende Polizei-Verordnung tritt am Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Zugleich wird die den gleichen Gegenstand regelnde Polizei-Verordnung vom 15. April 1897 aufgeboben. Ahrensfelde, den 17. April 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Blumberg. (O.-B.) Vor einigen Tagen ereignete sich auf der Chaussee zwischen Blumberg und Ahrensfelde ein recht bedauerlicher Automobilunfall. Ein der Firma "Warenhaus Tietz" gehöriger Geschäfts-Kraftwagen fuhr von Ahrensfelde nach Blumberg. Der Führer hatte zwei Mädchen zum Mitfahren auf sein Fahrzeug genommen; Der Platz war nun beengt, deshalb stellte sich der Austräger, ein in hiesiger Gegend allgemein bekannter und beliebter Mann, auf das Trittbrett des Wagens. Der Wagen bekam plötzlich das Schleudern, streifte einen Baum und der auf dem Trittbrett stehende Mann schlug mit voller Wucht mit dem Kopf gegen den Baum, dabei wurde ihm der Schädel zertrümmert. Der Tod war sofort eingetreten. Auch die beiden jungen Mädchen haben erhebliche Verletzungen davongetragen, während der Wagenführer unverletzt davon kam. |
Lindenberg. Einer Festlichkeit wegen bleibt mein Lokal am 30. d. Mts., von 12 Uhr ab geschlossen. Paul Reiche, Gastwirt. |
Altlandsberg. Herrn Albert Braedickow und Frau, welche ihre goldene Hochzeit feierten, wurde vom Kaiser die goldene Ehemedaille verliehen. |
Liste der wegen Kontraktbruchs zu ermittelnden Personen
Behörde, der im Falle der Ermittelung Nachricht zu geben ist: Landratsamt Niederbarnim Verfügung, die bei der Mitteilung der Ermittelung anzugeben ist: L I. 6145 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Gutsgehöfts der Städtischen Anstalt zu Wuhlgarten ist die Schweinepest festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 27. Mai 1914. Der Amts-Vorsteher, I.V. Wegener. |
Lindenberg. 2. und 3. Pfingstfeiertag: Große Tanzmusik, wozu ergebenst einladet H. Huwe, Gastwirt. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des städtischen Rieselgutes Hellersdorf ist die Schweinepest festgestellt. Das Gehöft ist gesperrt. Ahrensfelde, den 2. Juni 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Nicht heiraten od. verloben, bev. Sie sich üb. zuk. Person, Familie, Mitgift, Ruf, Vorleben ec. genau inform. hab. Diskr. Spezialauskünfte beschafft überall billigst "Phönix", Welt-Auskunftei und Detektiv-Institut, Berlin W. 35 |
Blumberg. Am heutigen Mittwoch nachmittag 1/4 3 Uhr fuhr Se. Majestät der Kaiser, im offenen Automobil von Eberswalde kommend, durch unseren Ort. Die freiwillige Feuerwehr und der Kriegerverein sowie die Schulkinder bildeten Spalier. Se. Majestät wurde mit brausenden Hochrufen empfangen. Der Kaiser hielt an und ließ sich mit einigen Kindern in ein kurzes Gespräch ein, sodann fuhr er in langsamem Tempo in der Richtung nach Berlin weiter. [Der Kaiser war zwecks Eröffnung des Großschiffahrtsweges Berlin-Stettin in Eberswalde] |
Bernau. Ein Flugzeug (Doppeldecker) überflog heute vormittag bald nach 8 Uhr in ziemlicher Höhe unsere Stadt, trotzdem konnte man das Surren der Propeller deutlich hören. Das Flugzeug kam aus der Richtung von Eberswalde, es befand sich anscheinend auf der Fahrt nach Berlin. |
Blumberg. (O.-B.) In der Nacht vom 22. zum 23. Juni wurde im hiesigen Ort ein Einbruchdiebstahl verübt. Es wurden bei dem Schuhmachermeister Rudolf Meier zwei Fahrräder erbeutet (ein Herren- und ein Damenrad). Der Einbrecher schlug eine Fensterscheibe entzwei, stieg dann in den Aufbewahrungsraum der Räder hinein, öffnete die verschlossene Tür von innen mittels eines Zimmermannsstemmeisens und verschwand mit den Rädern, nachdem er einen an einem Rade befindlichen Karton - Schuhwaren enthaltend - gelöst hatte; den Karton hat er nicht mitgenommen. Der Spitzbube muß also viel Zeit gehabt haben und nicht gestört worden sein. Es ist anzunehmen, daß der Mensch mit den örtlichen Verhältnissen bei Meier vertraut war, zumal in der Nähe des Tatortes sich ein ziemlich scharfer Hund auf dem Hofe befand. Der Täter ließ ein Zimmermannsstemmeisen und ein auf die Umfriedung des Gehöftes gehängtes Jackett zurück. Die Ermittelungen nach dem Täter werden eifrig betrieben. |
Blumberg. Sonntag, den 28. d. Mts. feiert der "Kriegerverein" sein diesjähriges Heide-Fest, wozu alle Freunde und Gönner ergebenst eingeladen werden. Karl Schulze, Gastwirt. |
Verloren. Zielfernrohr in braunem Lederfutteral. Wiederbringer erhält hohe Belohnung. Mehrow bei Ahrensfelde. Förster Kunze. |
Personal-Chronik. ..., Der Bauerngutsbesitzer August Keisdorf in Blumberg, Schulstraße 27, ist als Schiedsmannstellvertreter für den 32. Schiedsmannbezirk des Kreises Niederbarnim auf eine vom 11. Mai 1914 bis 10. Mai 1917 laufende Amtsperiode verpflichtet worden. |
Altlandsberg. Am heutigen Sonntag feiert die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihr 25jähriges Bestehen. |
Rittergut Mehrow (Post Ahrensfelde bei Berlin) sucht sofort für Vorwerk Trappenfelde 4 Arbeiter-Familien mit Hofgängern bei hohem Lohn. Die Gutsverwaltung, Noack, Administrator. |
Altlandsberg. Feuerlärm ertönte am Freitag in früher Morgenstunde. Es brannte die Otto Bredereck'sche Scheune am Bollensdorfer Wege. ... Mit Hilfe unserer freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr wurde der Brand bald gelöscht. |
Ahrensfelde. Wie verlautet, hält der hiesige Reiterverein sein diesjähriges Bauern-Wettreiten am Sonntag, den 16. August ab. |
Bekanntmachung. Durch allerhöchste Verordnung ist für Berlin und die Provinz Brandenburg der Kriegszustand erklärt. Die vollziehende Gewalt geht hierdurch auf mich über. ... a) Die Zivilverwaltungs- und Gemeindebehörden bleiben in ihren Funktionen, haben aber meinen Anordnungen und Aufträgen Folge zu leisten. b) Haussuchungen und Verhaftungen können von den dazu berechtigten Behörden und Beamten zu jeder Zeit vorgenommen werden. c) Alle Fremden, welche über den Zweck ihres Aufenthaltes sich nicht gehörig ausweisen können, haben im Falle der Aufforderung durch die Ortspolizeibehörde den in Kriegszustand erklärten Bezirk binnen 24 Stunden zu verlassen. d) Der Verkauf von Waffen, Pulver und Sprengmitteln an Zivilpersonen ist verboten ... e) Wegen der Verpflichtung der Gemeinden zum Ersatz des bei öffentlichen Aufkäufen verursachten Schadens verweise ich auf das Gesetz vom 11. März 1850 (Gesetzsamml. S. 199) Berlin. Der Oberbefehlshaber in den Marken (L.S.) ... |
Bekanntmachung. Die zum militärischen Nachrichtendienst benutzten Brieftauben tragen die ihnen anvertrauten Depeschen in Aluminiumhülsen, die an den Schwanzfedern oder an den Ständern befestigt sind. Trifft eine Taube mit Depesche in einem fremden Taubenschlage ein oder wird sie eingefangen, so ist sie ohne Berührung der an ihr befindlichen Depesche unverzüglich, falls eine Fortifikation am Orte, an diese, andernfalls an die oberste Militär- oder Marinebehörde auszuhändigen. ... Berlin, den 1. August 1914. Der Landrat. (L.S.) |
Bekanntmachung. Die Einbringung der Ernte, Ersatz der Erntearbeiter. Der Verein für soziale Kolonisation Deutschlands E.V., ..., der in Friedenszeiten großstädtische Arbeitslose mit Oedlandsarbeiten beschäftigt, hat ... für den Kriegszustand seine Organisation zur Verfügung gestellt. Er wird gemeinsam mit dem Zentral-Arbeitsamt und dem Arbeitsamt der Landwirtschaftskammer die Erntearbeitervermittlung betreiben. ... |
Einen Schimmel verkauft Gustav Schumann, Lindenberg. |
Heute vormittag starb infolge Blinddarmentzündung in der Königl. Klinik ... der Bauerngutsbesitzer Heinrich Ebel hierselbst im 56. Lebensjahre. Dies zeigt, um stilles Beileid bittend, an Die tiefbetrübte Witwe Auguste Ebel, geb. Grün. Blumberg, den 11. August 1914. ... |
Aufforderung zur Gestellung durch allerhöchste Verordnung Seiner Majestät des Kaisers und Königs ist in Verfolgung des Gesetzes betreffend die Aenderung der Wehrpflicht, vom 11.2.1888 (§ 25) die Aufbietung des Landsturms zum Schutze unseres bedrohten Vaterlandes befohlen. Der erste Landsturmtag ist der 17. August 1914. ... |
Feuerwehr im Kriege. Durch die Einberufung der wehrfähigen Mannschaft zu den Fahnen wird der Mannschaftsbestand der Feuerwehren vielfach erheblich geschwächt und auf dem flachen Lande die Organisation einer wirksamen Feuerlöschhilfe in Frage gestellt sein, falls nicht von Aufsichts wegen für die Herstellung eines ordnungsmäßigen Zustandes gesorgt wird. ... |
Karten vom europäischen Kriegsschauplatz á 75 und 25 Pfg. sind zu haben in L. Röther's Buchhandlung. |
Bekanntmachung. Im Monat Juli 1914 sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 17. August 1914. Der Königliche Landrat, I.A.: Dr. Fromm. Nr. 159 ab 07.7.; Weishaupt; Hauptmann; Hönow Nr. 199 ab 24.7.; von Arnim, Adolf; Graf; Blumberg Nr. 200 ab 24.7.; Müller, Karl; Revierförster; Blumberg (unentgeltlich) |
Personal-Chronik. Bestätigt: Der Wirtschafts-Inspektor Paul Noack als Gutsvorsteherstellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow. |
Bekanntmachung. Beim Besitzer Gustav Unterlauf in Eiche ist Rotlauf ausgebrochen. Das Gehöft ist gesperrt. Ahrensfelde, den 8. September 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Kriegs-Postkarten in großer Auswahl á 5 und 10 Pfg. empfiehlt L. Röther's Buchhdlg. |
Personal-Chronik. Der Schloßgärtner Paul Fischer in Blumberg (Schloß) ist als Schiedsmann für den 32. Schiedsmannbezirk auf eine dreijährige, vom 7. Oktober 1914 an laufende Amtsperiode verpflichtet worden. |
Bekanntmachung. Beim Besitzer Richard Schulze in Eiche und Mühlenbesitzer Georg Juert in Ahrensfelde ist Rotlauf ausgebrochen. Die Gehöfte sind gesperrt. Ahrensfelde, den 15. September 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Sewener Saatweizen 104, erste Absaat von Originalsaat, á Zentner 14 Mark, hat abzugeben A. Hübner, Lindenberg. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Sanitätskompagnie Nr. 1 des V. Armeekorps, Posen. Wehrmann Reinhold Stöwe aus Ahrensfelde, tot |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Garde-Reserve-Dragoner-Regiment, Berlin. 2. Eskadron: Dragoner Richard Adler aus Ahrensfelde, leicht verwundet |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 64, Prenzlau und Angermünde Frameries und Viville Maison, Jemappes-Frameries 5. Komp.: Reservist Adolf Dahle aus Blumberg, tot |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. 3. Garde-Regiment, Berlin Colonsay und St. Quentin 10. Komp.: Füselier Erich Bautz aus Eiche, schwer verwundet |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 148, Bromberg. Oschekau und Waplitz 5. Komp.: Musketier Gustav Heinecke aus Lindenberg, leicht verwundet |
Lindenberg. Den Heldentod fürs Vaterland starb auf dem Kriegsschauplatz im Westen der Landwirtssohn Georg Steeger von hier. Er diente bei der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 8. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 44, Goldap. Mobiles Ersatzbataillon Gumbinnen und Labiau Musketier Rudolf Degen aus Ahrensfelde, verwundet |
Kartoffelbuddler, ca. 6 Personen, und einen Arbeiter verlangt W. Grün, Blumberg. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindvieh- und Schweinebestande des Städtischen Rieselgutes Hellersdorf ist amtstierärztlich die Maul- und Klauenseuche festgestellt. Die Gehöfts-, wie auch Feldmarksperre ist angeordnet. Ahrensfelde b. Berlin, den 7. Oktober 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Mohrrüben, á Ztr. 1,20 M., verkauft Ad. Thürling, Mehrow bei Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Diejenigen ausgebildeten Landsturmpflichtigen (das sind die gedienten Wehrpflichtigen vom vollendeten 39. bis zum vollendeten 45. Lebensjahre), welche sich noch nicht beim Bezirkskommando gemeldet haben, werden hierdurch veranlaßt, sich bis zum 20. Oktober d. Js. im hiesigen Magistratsbureau - Zimmer 2 - unter Vorlage ihrer Militärpapiere zu melden. Bernau, den 12. Oktober 1914. Der Magistrat, Paetzold. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Feldartillerie-Regiment Nr. 3, Brandenburg a. H. Gefechte im Westen 3. Batt.: Kanonier Albert Heinicke aus Lindenberg, schwer verletzt |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande der Anstalt Wuhlgarten ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Das Gehöft ist gesperrt. Ahrensfelde-Berlin, den 20. Oktober 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 72, Torgau Gefechte im Westen 1. Komp.: Musketier Bernhard Malischewski aus Blumberg, schwer verletzt |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 64, Prenzlau und Angermünde Eschweiler und Folemprix 5. Komp.: Musketier Rudolf Schulze II aus Lindenberg, leicht verwundet |
Bekanntmachung. Im Monat September 1914 sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 17. Oktober 1914. Der Königliche Landrat, I.A.: von Burkersroda, Regierungsassessor. Nr. 485 ab 1.10.; Meißner, Ernst; Landwirt; Mehrow |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Königin-Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3, Charlottenburg Im Westen 6. Komp.: Grenadier Kirchgatter aus Blumberg, schwer verletzt |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 43, Königsberg i. Pr., Pillau Im Osten 10. Komp.: Musketier Reinhold Thiele aus Ahrensfelde, leicht verletzt |
Bekanntmachung. Im Monat Oktober sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 5. November 1914. Der Königliche Landrat, I.A.: Dr. Fromm. Nr. 498 ab 06.10.; Hase, Wilhelm; Gastwirt; Ahrensfelde Nr. 570 ab 17.10.; Grün, Gustav; Landwirt; Blumberg |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. 3. Bataillon Berlin 12. Komp.: Wehrmann Wilhelm Berger aus Elisenau, verwundet |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. 4. Garde-Regiment, Berlin Chalons, Reims, Courey, Gommecourt, Bucqouy, Serre 16. Komp.: Wehrmann Gustav Bolle aus Lindenberg, leicht verletzt |
Das eiserne Kreuz haben erhalten: ..., Vizefeldwebel im Infanterie-Regiment Nr. 175 Zinn aus Ahrensfelde |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 205, Frankfurt a. O. Dixmuiden 10. Komp.: Musketier Otto Seelisch aus Hönow, leicht verwundet |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Lehr-Infanterie-Regiment, Potsdam Boguschowka am 10., 13. und 15., Brzeznica am 16., Slowiki Nowa vom 12. bis 20., Bruzuza am 23., Jendrzejow am 28., und Rogozek am 25., 28. 10. und 2., 3., 11.14. Lehr-Maschinengewehr-Kompagnie: Füsilier Erich Hermann aus Mehrow, schwer verwundet Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 11, Brandenburg a. H. Schoorvbakke und am Njerkanal 1. Komp.: Gefreiter der Landwehr Wilhelm Flöricke aus Lindenberg, leicht verletzt |
Stramme Ferkel und 5 Pölke gibt ab Eckelt, Lindenberg-Clarahöh. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 24, Neuruppin Nördlich der Aisne und Vailly 6. Komp.: Reservist Georg Koch aus Lindenberg, verwundet 10. Komp.: Unteroffizier Conrad aus Lindenberg, verwundet Pionier-Regiment Nr. 18, Königsberg i. Pr. Im Westen 2. Feld-Kompagnie: Unteroffizier Gustav Schulz aus Ahrensfelde, schwer verwundet |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Reserve-Eisenbahn-Baukompagnie Nr. 1, Berlin Miechow am 3.11.14 (Rettungsversuche bei einem Eisenbahnunglück) Pionier Richard Windelboth aus Lindenberg, tödlich verletzt |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 24, 3. Bataillon, Prenzlau Perwyse am 30.10.14 10. Komp.: Reservist Paul Schorska aus Mehrow, vermißt |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 9, Cüstrin Nieuport 4. Komp.: Unteroffizier Ernst Koch aus Lindenberg, leicht verwundet Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 93, Berlin Paprotnia am 25.10.14 6. Komp.: Grenadier Paul Pose aus Mehrow, leicht verwundet Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 230 [?], Frankfurt a.O. Bixschoote 3. Komp.: Wehrmann Emil Giese aus Eiche, leicht verwundet |
Das Eiserne Kreuz haben erhalten: Leutnant der Reservist im Grenadier-Regiment Nr. 1 Oswald Meyer, Lehrer in Hönow |
Landsturmmusterung. Die Musterung der unausgebildeten Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1889 bis 1894 ... ist angeordnet. ... Die Herren Bürgermeister, Gemeinde- und Gutsvorsteher haben sich an den Musterungstagen ihrer Ortschaft, sofern sich aus dieser Landsturmpflichtige stellen, persönlich einzufinden oder ihre gesetzlichen Vertreter zu entsenden. Berlin, den 30. November 1914. Der Zivilvorsitzende der Königlichen Ersatzkommission der Aushebungsbezirke Niederbarnim I und II, Königlicher Landrat, Dr. Busch, Geschäfts-Plan zur Landsturmmusterung für den Aushebungsbezirk Niederbarnim II (Jahrgänge 1889 bis 1894) Friedrichsfelde, im "Schloßrestaurant", Wilhelmstraße 17a 3. Sonnabend, den 5. Dezember 1914: Musterung der Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1889 bis 1894 auf folgenden Gemeinde- und Gutsbezirken: ... Ahrensfelde, ..., Blumberg, ... Eiche, ... 5. Montag, den 7. Dezember 1914: Musterung der Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1889 bis 1894 auf folgenden Gemeinde- und Gutsbezirken: ... Lindenberg, ..., Mehrow, ... |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 24, Prenzlau, Neuruppin. Im Osten 2. Komp.: Wehrmann August Borchert I aus Blumberg, leicht verwundet |
Einen tüchtigen Gesellen verlangt Grün, Schmiedemeister, Blumberg, Bez. Potsdam. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 201, Berlin Im Westen 11. Komp.: Füsilier Karl Bock II aus Wuhlgarten |
Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche ist bei dem Rittergut Mehrow sowie bei dem städtischen Gut Hellersdorf und Wuhlgarten erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben worden. Ahrensfelde bei Berlin, den 4. Dezember 1914. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Füsilier-Regiment Nr. 35, Brandenburg a.H. Im Westen 1. Komp.: Reservist Karl Bolle aus Lindenberg, gefallen |
Eine frischmilchende Kuh mit Kalb steht zum Verkauf bei Gustav Wenzel, Blumberg. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Reserve-Husaren-Regiment Nr. 9, Rathenow Berichtigung früherer Angaben. 2. Eskadron: Gefreiter Paul Zakouril aus Hönow, bisher vermißt, verwundet |
Ein 1 1/2 jähriges Fohlen mit Deckschein preiswert zu verkaufen. Gustav Seelisch, Schmiedemeister, Eiche b. Ahrensfelde. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 10, Cottbus Im Westen 3. Komp.: Unteroffizier der Reserve Albert Salzmann aus Lindenberg, schwer verwundet Pionier-Bataillon Nr. 18, Königsberg in Pr. Berichtigung früherer Angaben. 1. Feld-Kompagnie: Unteroffizier Gustav Schulz aus Ahrensfelde, bisher verwundet, gestorben Feldlazarett Cherregny 23.11.14 Lindenberg. Am Sonntag, den 6. Dezember veranstalteten die hiesige Frauenhülfe und der Jungfrauenverein, der gerade ein Jahr alt war, einen Familienabend zum Besten unserer im Felde stehenden Lindenberger Krieger. Die Feier, bei welcher geeignete Kriegsgedichte mit gemeinsamen Gesängen, musikalischen Solovorträgen, Ansprachen, lebenden Bildern, Chorgesängen und andere Darbietungen abwechselten, war eine recht würdige und erhebende und hat auf alle Anwesenden tiefen Eindruck gemacht. Der finanzielle Reinertrag von etwa 200 M. dient als Zuschuß zu der Weihnachtssendung, welche der Frauen- und Jungfrauenverein an die Lindenberger Krieger abgehen ließ. 62 Pakete, in die zu den üblichen Wollsachen, Zigarren und kleinen Konserven der Weihnachtsmann noch eine Extragabe legen konnte, wurde geschnürt, 47 für solche Krieger, die direkt aus Lindenberg ins Feld gezogen waren, 15 für die, welche sonst noch mit Lindenberg in engster Beziehung stehen. Der Weihnachtssendung war übrigens eine ähnliche Liebesgabensendung im Oktober schon vorangegangen. Gleich seit Mitte August beteiligten sich die Frauenhülfe und der Jungfrauenverein an Kriegsarbeiten. Regelmäßig versammeln sich an jedem Montag und Dienstag um 7 Uhr abends die Frauen bezw. Mädchen im Pfarrhause, wo fleißig gestrickt wird. Dabei werden die Kriegsereignisse der Woche besprochen. Oefter wird auch unter Zuhilfenahme größerer Karten vom Pfarrer Bericht erstattet. Feldpostbriefe und Karten werden verlesen, und zuletzt beschließt um 10 Uhr eine kurze Andacht den Abend, der allen Anwesenden nur zu schnell vergeht. Andere Frauen, die noch nicht Mitglied der Frauenhülfe sind, oder zu den wöchentlichen Zusammenkünften nicht erscheinen können, sowie die größeren Schulmädchen holen Wolle von der Frauenhülfe und stricken zu Hause. Ueberhaupt lassen sich Frauenhülfe und Gemeinde kaum trennen, sie arbeiten gemeinsam. So wurden auf eine Anregung der Frauenhülfe z.B. sogleich 14 Waschkörbe mit Wäsche und Kleidungsstücken für die Ostpreußen ins Pfarrhaus gebracht, und wenn die Sammlungen innerhalb der Frauenhülfe und des Jungfrauenvereins nicht zureichen wollen und das Material für die Strickarbeiten ausgeht, so muß schnell eine Kollekte in der Gemeinde die Kasse wieder füllen. Ein Ballen Wolle von 90 Pfund, der in Strümpfe verarbeitet werden mußte, ist auch vom Kreisausschuß des Niederbarnimer Kreises geliefert worden. Dahin geben wir meist die fertigen Sachen ab, den Rest an die Sammelstelle der Frauenhülfe Oranienburgerstraße 76A. Die Zahl der abgelieferten Strümpfe ist bereits auf 525 Paar gestiegen. Im übrigen soll hier nicht erwähnt werden, was sonst an Wollsachen, Verbandtüchern usw. gearbeitet und an Liebesgaben gesammelt ist. Wer sich dafür interessiert, mag sich bei der Vorsitzenden der Frauenhülfe erkundigen. Zuletzt aber sei noch auf die Lazarette in unserer Nähe hingewiesen, auf das in Bernau und vor allem auf das in Buch mit seinen mehr als 1400 Verwundeten. Lindenberg hat beiden seine Hilfe zugewandt, aber die Unterstützung muß eine ständige sein. Wir wollen doch an unsern Kriegern und namentlich an den verwundeten tun, was wir können. |
Das Eiserne Kreuz haben erhalten: ..., Gardedragoner Richard Adler, Sohn des Landwirts August Adler aus Ahrensfelde |
Bekanntmachung. Im Monat November 1914 sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 7. Dezember 1914. Der Königliche Landrat, I.A.: Dr. Fromm. Nr. 672 ab 10.11.; Ebel, Anton; Landwirt; Blumberg Nr. 654 ab 14.11.; Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg; unentgeltlich |
Bekanntmachung. In der Nacht vom 19. zum 20. d. Mts. sind auf Bahnhof Blumberg 2 Stück Jungvieh (Kühe) zugelaufen. Ansprüche sind im Amtslokal Blumberg anzumelden. Blumberg, den 23. November 1914. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Den Geschäftsplan zur Musterung der Militärpflichtigen im Kreise Niederbarnim für 1915 ... Musterungslokal: Friedrichsfelde, Wilhelmstraße 17a ("Schloßrestaurant") [Musterung der Gestellungspflichtigen ...] Freitag, den 15. Januar 1915 :... aus den Ortschaften: ... Ahrensfelde, ... Sonnabend, den 16. Januar 1915 :... aus den Ortschaften: ..., Blumberg Gemeinde und Gut, ... Montag, den 18. Januar 1915 :... aus den Ortschaften: ..., Eiche, ... Donnerstag, den 21. Januar 1915 :... aus den Ortschaften: ..., Lindenberg, ... Freitag, den 22. Januar 1915 :... aus den Ortschaften: ..., Mehrow Gemeinde und Gut, ... |
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Bekanntmachung. Nach §11 der Maß- und Gewichtsordnung ... sind sämtliche Maße, Gewichte und Wagen [!], die zum Messen und Wägen im öffentlichen Verkehr dienen, ..., innerhalb bestimmter Fristen zur Nacheichung zu bringen ... Der Landrat, I.A. von Burkersroda, Regierungsassessor. Die Nacheichungstage werden abgehalten 8. im Nacheichungsorte Ahrensfelde am 19., 20. April für Ahrensfelde Gemeinde, Neu Ahrensfelde, Gemeinde Eiche, Gemeinde Mehrow, Gut 9. im Nacheichungsorte Blumberg am 21.-24. April für Blumberg Gut, Bahnhof, Forsthaus 11. im Nacheichungsorte Börnicke am 27., 28. April für Börnicke Gemeinde, Gut, Forsthaus, Vorwerk Thaerfelde, Chausseehaus, Vorwerk Elisenau 14. im Nacheichungsorte Krummensee am 4. Mai für Krummensee Gemeinde, Gut, Vorwerk Trappenfelde 17. im Nacheichungsorte Hönow am 19. Mai Hönow Gemeinde, Chausseehaus, Jagdschloß Glücksbg. |
Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande und macht sich strafbar. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 21, 3. Bataillon, Konitz Im Osten vom 1.10.-27.11.14 10. Komp.: Wehrmann Richard Lehmann aus Mehrow, gefallen |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 18, Deutsch-Eylau, Braunsberg, Osterode. Im Osten bis 10.12.14 5. Komp.: Wehrmann Wilhelm Vetter aus Blumberg, leicht verwundet Infanterie-Regiment Nr. 148, Elbing, Braunsberg Im Osten vom 11.11. bis 2.12.14 2. Komp.: Unteroffizier der Reserve Willy Juert aus Blumberg, schwer verwundet |
Einen Kutscher von 17-20 Jahren sucht August Lehmann, Lindenberg bei Berlin. |
Das Eiserne Kreuz haben erhalten: ..., Unteroffizier im Garde-Füsilier-Regiment Alfred Krüger aus Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Am Donnerstag, den 21. d. M., vormittags 10 Uhr, sollen zwei herrenlose Kühe im Schulze'schen Gasthofe hierselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Blumberg, den 18. Januar 1915. Der Amts-Vorsteher. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Garde-Reserve-Schützen-Bataillon, Berlin-Lichterfelde Gefechte vom 9.-26.12.14 3. Komp.: Kriegsfreiwilliger Fritz Müller aus Mehrow, leicht verwundet |
Bekanntmachung. Im Monat Dezember sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 12. Januar 1915. Der Königliche Landrat, I.A.: Dr. Fromm. Nr. 733 ab 10.12.; Gahtow, Karl; Landwirt; Lindenberg Nr. 798 ab 19.12.; Ebel, August; Bauerngutsbesitzer; Blumberg Nr. 831 ab 29.12.; Gröpler, August; Altsitzer; Eiche (Tages-Jagdschein) |
Wer mit dem Brote spart, erwirbt sich ein Verdienst vor dem Vaterland. |
Ein Mittel-Pferd ist zu verkaufen. Gustav Adler, Blumberg. |
Ein neuer Jagdschlitten steht zum Verkauf bei F. Weber, Lindenberg. |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Jäger-Bataillon Nr. 2 Gefechte vom 4. bis 14.1.15 3. Komp.: Jäger Adolf Keller aus Blumberg, gefallen |
Rasse-Eber steht zum Decken bereit bei Otto Bolle, Gastwirt, Mehrow. |
Versorgt Euch mit Vorrat an Schweinefleischdauerware! |
Auszug aus der deutschen Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 52 Gefechte vom 3. bis 20.1.15 11. Komp.: Musketier, Ernst Büttner aus Lindenberg, verwundet |
Keine Apfelsinenschalen wegwerfen! Im Kriege heißt es auch für die Daheimgebliebenen, sparsam sein. Nicht einmal die Apfelsinen- oder Mandarinenschalen dürfen wir jetzt wegwerfen. Vielmehr wollen wir sie auf der Herdplatte oder im Ofenrohr trocknen, dann reiben und als Gewürz benutzen. ... |
Lindenberg. In dem hiesigen Fließgraben wurde am 12. d. Mts. der Rekrut Arnold Hahn vom Kaiser Alexander Garde-Regiment tot aufgefunden. Wie bisher festgestellt werden konnte, liegt Selbstmord vor. Was den Lebensmüden zu dieser Tat getrieben hat, ist nicht bekannt. |
Knecht mit guten Zeugnissen gesucht. Kost, Wohnung u. 300 M. p. Jahr. Eckelt, Lindenberg b. Berl. |
Bekanntmachung. Im Monat Januar sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden: Berlin, den 15. Februar 1915. Der Königliche Landrat, I.A.: Dr. Fromm. Nr. 848 ab 4.1.; Kunze, Förster; Mehrow (Tages-Jagdschein) Nr. 849 ab 4.1.: Noack, Paul; Administrator; Mehrow (Tages-Jagdschein) Nr. 860 ab 8.1.: Bartel, Hermann; Landwirt, Lindenberg |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Besitzers Ernst Meißner in Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden. Die Gehöftsperre ist angeordnet worden. Ahrensfelde, den 24. Februar 1915. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande des Landwirts Ernst Meißner in Mehrow ist erloschen. Die Sperre ist aufgehoben. Ahrensfelde, den 11. März 1915. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Malchow (O.-B.). Ein beträchtlicher Trupp von russischen Gefangenen durchwanderte am Montag den hiesigen Ort, um nach dem benachbarten städtischen Gute in Falkenberg zu gelangen. Zu gleicher Zeit hielten auch von den russischen Vaterlandsverteidigern 100 Mann ihren Einzug in der hiesigen Baracke. Die Gefangenen werden zur Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten herangezogen. Den Eindruck, den diese russischen Landeskinder machten, war nicht gerade der Beste, zumal man in ihnen Soldaten erblickte. Die meisten waren bartlose Jünglinge. Aber nicht nur die Jugend der Leute fiel auf, sondern auch ihre Kleidung, die mehr der eines Erdarbeiters denn einer Uniform glich. Viele trugen an den Füßen Holzschuhe. Nicht etwa niedergeschlagen und traurig kamen diese Moskowiter dahergeschritten, wie wir uns unsere teuren Krieger als Gefangene vorstellen, sondern lachenden Gesichts hielten sie auf fremden Boden Umschau, so daß man den Eindruck gewann, diese Leute müssen sich hier doch recht wohl fühlen. Wie mag es mit unseren deutschen Gefangenen im Feindesland bestellt sein ? |
Zuchteber, Stamm Holzendorf, ist auf Empfehlung der Landwirtschaftskammer der Provinz Brandenburg hier eingestellt. Reiche, Gastwirt, Lindenberg bei Berlin. |
Ferkel verkauft W. Knape, Lindenberg. |
Kreistag des Kreises Niederbarnim am 15. April 1915. Auf dem am heutigen Donnerstag im Kreishause in Berlin stattgehabten Kreistage erfolgte u.a. die Prüfung und Entlastung der Rechnungen ... i) über den Neubau der Kreischaussee von Hönow nach Mahlsdorf k) über den Neubau der Kreischaussee von Ahrensfelde nach Eiche ... Die übrigen Rechnungen ergeben folgende Abschlüsse: ... g) Rechnung über den Neubau der Kreischaussee von Hönow nach Mahlsdorf: Einnahme und Ausgabe je 65 481 M. h) Rechnung über den Neubau der Kreischaussee von Ahrensfelde nach Eiche: Einnahme und Ausgabe je 56 000 M. ... |
Saat-Kartoffeln. Kaiserkrone, sind zu haben bei Herbst, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Der Weg von Eiche nach Mahlsdorf ist wegen Tieferlegung des Entwässerungsgrabens vom 21. bis 24. April d. Js. für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Ahrensfelde, den 21. April 1915. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Saat-Kartoffeln (Dabersche u. Up to date) hat noch abzugeben Rudolf Gahtow, Lindenberg. |
Was Ihr am Brote spart, gebt Ihr dem Vaterland. |
Dabersche Saat-Kartoffeln hat noch abzugeben Otto Wilke, Lindenberg. Saat-Kartoffeln, Daber und Wohltmann, erstklassige Ware, hat preiswert abzugeben Albert Rühle, Lindenberg bei Berlin. |
Bekanntmachung. Landsturmmusterung. Die Musterung der unausgebildeten Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1869 bis 1879 ... ist angeordnet, ... |
1 Fuhre Haferkaff hat billig abzugeben Heinrich Wenzel, Blumberg, Bez. Potsdam. |
Bekanntmachung. Während der Zeit vom 26. Mai bis 15. Juni d. J. werden zur Vertilgung von Raubzeug in der zum Rittergut Blumberg gehörenden Feldmark und Forst und zwar: Fasanerie, Rehhahn, Jürgenbusch sowie in den Ahrensfelder, Birkholzer und Elisenauer Grenzgebieten mit Phosphorgift gefüllte Eierschalen ausgelegt werden. Blumberg, den 21. Mai 1915. Der Amts-Vorsteher. |
Bekanntmachung. Ein grauer Schäferhund zugelaufen. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 21. Mai 1915. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Rollwagen, ein- und zweispännig zu fahren, 30 bis 40 Ztr. tragend, in gutem Zustande, verkauft Aug. Zybell, Bäckermeister, Blumberg i. M. |
Eyth-Grasmäher (deutsche Arbeit), Getreidemäher (deutsches Material), Binder bestellen Sie sofort bei Max Noack, Lindenberg b. Berlin. |
Eine gute Milchkuh und eine tragende Kuh verkauft Gustav Wenzel, Blumberg. |
Personal-Nachweisung. Bestätigt: ..., Der Amtssekretär Emil Bode aus Blumberg als Ortssteuererheber der Landgemeinde Blumberg. ... |
Bekanntmachung. Im Monat Juni d. Js. sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 3. Juli 1915. Der Königliche Landrat, I.A.: Dr. Fromm Nr. 82 ab 8.6.; Lehmann, August; Gutsbesitzer, Lindenberg |
Sonnabend, d. 17. Juli d. J., 5 Uhr nachmittags, sollen im Gasthofe von A. Hörnicke in Hönow die Äpfel an der Kreischaussee zwischen Marzahn und Hönow meistbietend gegen gleich bare Bezahlung verpachtet werden. Dotti, Chaussee-Kommissar. |
Einen tüchtigen, verheirateten Kutscher stellt sofort ein: Albert Weidelt, Blumberg. |
Bekanntmachung. Bei einem gefallenen Schwein, dem Arbeiter Willuhn in Hellersdorf gehörig, ist amtstierärztlich die Schweineseuche festgestellt. Das Gehöft ist gesperrt. Ahrensfelde, den 16. Juli 1915. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Personal-Nachweisung. Ernannt: Der Gemeindevorsteher Schmöcke in Neuenhagen zum Amtsvorsteher und der Gutsbesitzer Fritz Dotti in Hönow zum Amtsvorsteher-Stellvertreter für den Amtsbezirk 15 "Neuenhagen". |
Alt Landsberg. Wie der hier erscheinende "Niederb. Anz." mitteilt, ist der hiesige Schloßpfarrer Julius Knape, der sich seit sechs Wochen zur Kur in Woltersdorf aufhielt, ... bei dem ersten Versuch, ein Bad im offenen Wasser zu nehmen, am Sonnabend nachmittag vom Herzschlag getroffen worden und im Kalksee bei Woltersdorf ertrunken. ... |
Alt Landsberg. Die Leiche des im Kalksee bei Woltersdorfer Schleuse ertrunkenen Schloßpfarrers Knape von hier ist jetzt geborgen worden. |
Nachruf Am 4. August verstarb hierselbst der Gemeinde-Vorsteher, Herr Altsitzer Gottlieb Giese. Wir betrauern in dem Dahingeschiedenen, der ein fleißiger Besucher der Sitzungen der Gemeinde-Vertretung war, ein ehrenwertes Mitglied, das die Interessen der Gemeinde seit dem Jahre 1900 mit voller Hingabe vertreten hat. Ehre seinem Andenken! Eiche, den 11. August 1915. Die Gemeinde-Vertretung. |
Zuchteber Stamm Holzendorf, ist auf Empfehlung der Landwirtschaftskammer der Provinz Brandenburg hier eingestellt. Reiche, Gastwirt, Lindenberg bei Berlin. |
Hohenschönhausen. (O.-B.) Wegen Obstdiebstahls wurden zwei Frauen und sechs schulpflichtige Kinder von der hiesigen Polizei angehalten. Das Obst war in Falkenberg entwendet worden. |
Infolge eines Kopfschusses starb am 21. August mein treuer Arbeiter Friedrich Anders der seit 12 Jahren, von seinem 14. bis 26. Lebensjahre, bei mir tätig war, den Heldentod fürs Vaterland. Seine Treue und sein hingebender Fleiß sichern ihm ein bleibendes Gedenken. Lindenberg b. Bln., den 24. August 1915. Friedrich Gahtow, Besitzer. |
Allzu früh und fern von seinen Lieben starb den Heldentod fürs Vaterland durch Bauchschuß am 12. August ... Rudolf Salzmann (Res.-Jäger-Batl. 3, 4. Komp.) im Alter von 30 Jahren. Dies zeigt tiefbetrübt an Im Namen aller Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Salzmann Lindenberg, den 27. August 1915. ... |
Verzeichnis I der zum Wahlverbande der größeren Grundbesitzer gehörigen Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abteilung A. Grundbesitzer
Verzeichnis II der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörigen Besitzer selbständiger Gutsbezirke und wahlberechtigten Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Verzeichnis III der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörenden Landgemeinden im Kreise Niederbarnim [Zivileinwohnerzahl nach der Volkszählung am 1. Dezember 1910 / Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner]
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Bekanntmachung. Sämtliche im wehrpflichtigen Alter befindliche, im Kreise Niederbarnim aufhaltsame Personen, welche wegen geistiger und körperlicher Gebrechen dauernd dienstunbrauchbar befunden und von jeder weiteren Gestellung vor den Ersatzbehörden im Frieden befreit sind - also alle diejenigen, welche den gelben Schein besitzen - sowie sämtliche Landsturmpflichtige I. und II. Aufgebots, soweit sie nicht zurückgestellt sind oder bei einer früheren Musterung nicht die Entscheidung tauglich zum Dienst mit der Waffe, ohne Waffe (kriegs- und garnisionsverwendungsfähig) oder zu Arbeitszwecken (L. o. W. A.), erhalten haben, werden hiermit angewiesen, sich bis spätestens den 16. September 1915 bei der Ortsbehörde ihres Aufenthaltsortes unter Vorlage ihrer Militärpapiere zur Landsturmrolle zu melden. Von diesem Aufruf werden alle am 8. September 1870 und später geborenen ... betroffen. ... Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommission der Aushebungsbezirke Niederbarnim I und II. Landrat, I.A. von Burkersroda, Regierungsassessor. |
Bekanntmachung. Eine Uhr gefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 16. September 1915. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß das unbefugte Nachlesehalten verboten ist und wir jeden Uebertretungsfall strenge bestrafen müssen. Bernau, den 16. September 1915. Die Polizei-Verwaltung, Paetzold. |
Belohnung aus Anlaß der Ergreifung flüchtiger Kriegsgefangener. ... Künftig werden daher im diesseitigen Befehlsbereich den Personen, die sich um die Ermittelung oder Festnahme entwichener Kriegsgefangener besonders verdient gemacht haben, neben öffentlicher Belobigung auch Belohnungen zuteil werden. Weibliche Nachtwachtbeamte sind das Neueste auf dem Gebiete der durch den Krieg geschaffenen Notstandsverhältnisse. Nachdem zahlreiche Wächter der "Berliner Wach- und Schließgesellschaft" zu den Fahnen einberufen worden sind, hat diese jetzt den Versuch unternommen, weibliche Hilfskräfte einzustellen. Es werden hierzu besonders kräftige und stattliche Frauen gewählt, zumeist Ehefrauen der im Felde stehenden Wächter. Sie tragen Mantel und Uniformmütze und haben an der Leine einen scharf dressierten Wachthund. Den Frauen sind die Reviere überwiesen, bei denen erfahrungsgemäß wenig Zwischenfälle vorkommen. Die weiblichen Wächter sind guten Mutes, treten sehr beherzt auf und meinen, daß die Spitzbuben bald gehörige Angst vor ihnen haben werden. - Das ist ihnen ohne weiteres zu glauben. Sie werden an ihrem Teile schon dafür sorgen, daß die Sage von dem sogenannten schwächeren Geschlecht bald der Vergangenheit angehören wird. |
2 Pferde stehen zum Verkauf bei Herbst, Lindenberg i.M. |
1 starkes Arbeitspferd und eine tragende Kuh verkauft Gustav Wenzel, Blumberg. |
Birkholz. (O.-B.) Hier fand eine Sitzung des Kanalisations-Verbandsausschusses der Gemeinden Weißensee, Hohenschönhausen und Heinersdorf unter Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Dr. Woelck statt. Beschlossen wurde, zum Bau der Chaussee Birkholz-Bernau, Birholz-Zepernick und Blumberg-Bernau einen Zuschuß von 14000 M. zu bewilligen. |
Ein starkes Arbeitspferd (braune Stute), weil überzählig, steht zum Verkauf. Heinrich Ebel, Blumberg (Bez. Potsdam). |
Bekanntmachung. Die Herbst-Kontrollversammlungen 1915 werden im Kreise Niederbarnim wie folgt abgehalten: ... Kontrollversammlungsort: Alt-Landsberg (Schützenhaus) Waffengattung: - Reservisten und Wehrleute 1. und 2. Aufgebots der Garde- und Provinzialtruppen und der Marine (Jahresklasse 1914-1896) - Sämtliche Mannschaften des gedienten Landsturms ... sowie sämtliche Ersatz-Reservisten, die am 16.8.1914 das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten - Ersatz-Reservisten (Jahresklasse 1914-1902) - Alle Rekruten und unausgebildeten Landsturmpflichtigem einschließlich der Jahresklasse 1896 - Alle bei der im Oktober und November d.Js. stattgefundenen Nachmusterung der dauernd Dienstunbrauchbaren als tauglich bezeichneten unausgebildeten und alle als tauglich bezeichneten ausgebildeten Mannschaften - Sämtliche Mannschaften, die, bereits zum aktiven Heer angehörend, sei es wegen Krankheit, zur Erholung - sofern marschfähig -, sei es aus anderen Gründen, sich auf Urlaub befinden Tag / Stunde: 23. / 11 v[ormittags] Aus den Ortschaften: Alt-Landsberg Stadt mit Forsthaus, Alt-Landsberg, Baufelde, Paulshof, Berliner Mühlen, Neues Vorwerk, Neu-Hönow, Bruchmühle mit Radebrück, Bollensdorf mit Elisenhof, Eggersdorf mit Hohefließ, Neue Mühle, Bahnhof Strausberg, Neuenhagen mit Fürstenberg, Niederheide, Hönow, Krummensee, Mehrow mit Trappenfelde, Seeberg, Wilhelminenhof bei Seefeld, Wolfshagen, Alt-Landsberg Domänenamt u. Amtsfreiheit, Buchholz mit Ausnahme von Spitzmühle Kontrollversammlungsort: Marzahn (Gasthof Drenske) Marzahn mit Bürknersfelde, Ahrensfelde mit Neu-Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg, Hellersdorf mit Wuhlgarten, Wartenberg Kontrollversammlungsort: Bernau (Kaisergarten Stöwe) Bernau, ..., Blumberg mit Elisenau, Börnicke mit Helenenau, Thaerfelde, Lindenberg, ... Königliche Kommandos der Landwehrbezirke I, II, III, IV, V, VI Berlin ... Berlin, den 19. November 1915. Der Landrat, I.A.: Freiherr von Schmidtfeld, Regierungsrat. |
Schimmelstute, 1,70 hoch, 10 Jahre alt, weil überzählig, zu verkaufen. August Ebel, Gutsbesitzer, Blumberg. |
Bekanntmachung. betreffend Enteignung, Ablieferung und Einziehung der ... beschlagnahmten Gegenstände. Nachstehende Verordnung wird auf Ersuchen des Königlichen Kriegsministeriums hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß jede Uebertretung ... bestraft wird. ... §2 Von der Verordnung betroffene Gegenstände Klasse A. Gegenstände aus Kupfer und Messing 1. Geschirr und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und Backstuben, wie beispielsweise Koch- und Einlegekessel, ... 2. Waschkessel, Türen an Kachelöfen und Kochmaschinen bezw. Herden 3. Badewannen, ..., Druckkessel, Warmwasserbereiter (Boiler), alles in Kochmaschinen und Herden, soweit sie nicht zum Betrieb von Badeeinrichtungen oder Zentralheizungsanlagen dienen, Wasserkasten, eingebaute Kessel aller Art Klasse B. Gegenstände aus Reinnickel 1. Geschirre und Wirtschaftsgeräte jeder Art ... 2. Einsätze in Kocheinrichtungen, wie Kessel, Deckelschalen, Innentöpfe ... §3 Von der Verordnung betroffene Personen und Betriebe 1. Haushaltungen 2. Hauseigentümer 3. Unternehmungen zur Verpflegung fremder Personen, insbesondere Gast- und Schankwirtschaften, Pensionate, ... 4. öffentliche ... und private Heil-, Pflege- und Kuranstalten, Kliniken, Hospitäler, Heime, Kasernen, Erziehungs- und Strafanstalten, Arbeitshäuser und dergleichen. ... §7 Uebernahmepreise Für die enteigneten Gegenstände werden die nachstehenden Uebernahmepreise angeboten und im Falle gütlicher Einigung alsbald gezahlt. Uebernahmepreis für jedes Kilo [in Mark]:
§8 Zwangsvollstreckung Wer bis zum 31. März 1916 die übereigneten Gegenstände nicht abgeliefert hat, macht sich strafbar; außerdem erfolgt die zwangsweise Abholung durch die beauftragte Behörde. ... ... Berlin, den 8. Dezember 1915. Oberkommando in den Marken. |
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Bekanntmachung. Ein Jagdhund, braun gefleckt, hat sich in Wuhlgarten bei Biesdorf angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 3. Februar 1916. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Schlacken für Wegebefestigungen, Bauzwecke usw. werden kostenlos abgegeben von Gasanstalt Weißensee, Gustav Adolf-Straße. |
Ahrensfelde. Am 8. Februar feierte der Altsitzer Gottlieb Meißner und dessen Ehefrau Auguste geb. Jauert das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Die Gemeindevertretung, welcher M. früher viele Jahre angehört hatte, war unter Führung des Amts- und Gemeindevorstehers vollzählig erschienen, um dem Jubelpaar die Glückwünsche zu überbringen. Am Abend fand in der Wohnung die kirchliche Feier statt, wobei dem Jubelpaare die vom Kaiser gestiftete Ehejubiläumsmedaille überreicht wurde; an diese Feier schloß sich noch ein gemütliches Zusammensein der Gäste an. Die Rüstigkeit des Bräutigams hat in letzter Zeit sehr nachgelassen, so daß er sich schon frühzeitig zurückzog, während die Braut in seltener Frische bis zum Schluß des Familienfestes blieb. An dieser Feier nahmen, der ernsten Zeit entsprechend, nur die Kinder und Kindeskinder, sowie die allernächsten Verwandten und einzelne Freunde des Hauses teil. |
Bekanntmachung. In den Monaten September, Oktober und November d. Js. sind von mir nachstehende Jagdscheine erteilt worden. Berlin, den 27. Dezember 1915. Der Königliche Landrat, I.A. Dr. Hartrodt. Nr. 367 ab 6.9. Seelisch, Gustav; Gastwirt; Eiche Nr. 417 ab 19.9. Janke, Paul; Gemüsezüchter; Eiche Nr. 460 ab 1.10. Meißner, Ernst; Landwirt; Mehrow Nr. 536 ab 21.10. Grün, Gustav; Landwirt; Blumberg Nr. 598 ab 8.11. Hase, Wilhelm; Gastwirt; Ahrensfelde Nr. 621 ab 15.11. Reinicke, August; Feld- und Forsthüter; Blumberg (unentgeltlich) |
* Bürgerliche Kleidung im Dienst zu tragen ist jetzt vom Reichspostamt allen Beamten und Unterbeamten der Reichspost- und Telegrafenverwaltung gestattet worden. Dienstkleider müssen nur noch angelegt werden, wo sie unbedingt nötig erscheinen. Die Dienstkleidung dürfte damit in der Hauptsache auf den äußeren Dienst beschränkt sein, wo es nötig ist, daß die Beamten als solche erkannt werden. * Heldenehrung in Schulzimmern. Die Regierung in Potsdam hat an die ihr unterstellten Schulen im Regierungsbezirk Potsdam eine Verfügung über die Anbringung von Namen und Bildern gefallener Lehrer in Klassenzimmern erlassen. ... |
Ein Kartoffeldämpfer, Inhalt 2 Zentner, ist zu verkaufen. Fritz Gahtow, Lindenberg, Dorfstraße 23 |
Blumberg. Seit längerer Zeit konnte man beobachten, daß in unserer Gegend Wilddiebe ihr Unwesen trieben. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag gelang es nun dem nach hier kommandierten Hilfsförster Westpfahl, einen Wilderer festzunehmen. Der Wildschütze hatte ein Reh erlegt. |
Ein guter Rasse-Eber (Gut Polzow), eingestellt von der Landwirtschaftskammer, steht bei mir zum Decken. Paul Reiche, Lindenberg bei Berlin. |
Bekanntmachung. Nachweisung der Schiedsmannbezirke und der für die Jahre 1916-1918 als Schiedsmänner bezeichneten Personen. Schiedsmannbezirk 19: Blumberg 1. Bauerngutsbesitzer August Ebel zu Blumberg 2. Bauerngutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauerngutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauerngutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg Schiedsmannbezirk 20: Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Eilers zu Hellersdorf 2. Gutsbes. Alb. Buchholz zu Ahrensfelde 3. Gutsbes. Lindemann zu Eiche 4. Bauerngutsbesitzer Adolf Thürling in Mehrow |
Schlacken für Bauzwecke, zum Befestigen von Wegen usw. werden kostenlos abgegeben. Für Abfuhr vergüten wir 50 Pfg. für die Fuhre. Gasanstalt Weißensee Gustav Adolfstr., 88/91; Fernspr. 513, 523 |
Bekanntmachung. Die Frühjahrs-Kontrollversammlungen 1916 werden im Kreise Niederbarnim wie folgt abgehalten: Marzahn (Gasthof Drenske): ..., Ahrensfelde mit Neu-Ahrensfelde, Eiche, ... Alt-Landsberg (Schützenhaus): ..., Mehrow mit Trappenfelde, ... Bernau (Kaisergarten Stöwe): ..., Blumberg mit Elisenau, ... |
Bekanntmachung. Die Sperrung des Weges von Eiche nach Mahlsdorf wird hierdurch aufgehoben. Ahrensfelde b. Berlin, den 28. März 1916. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Personal-Nachweisung. Bestätigt: ..., Der Bauerngutsbesitzer Georg Kirschbaum in Lindenberg als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Lindenberg. |
Weißensee. Die Kaiserin hat dem hiesigen Bürgermeister Dr. Woelck eine Spende von 1000. M. überwiesen zur Beschaffung von Milch für das Gemeinde-Säuglingskrankenhaus, das die Kaiserin vor kurzem eingehend besichtigte. |
Bernau. ... Bei der großen Anzahl der russischen Gefangenen, die sich teils in Gefangenenlagern, teils in unzähligen kleinen Arbeitstrupps in deutschen Landen befinden, hält es das Königliche Kriegsministerium für wünschenswert, durch Veröffentlichung der Kriegsberichte aller beteiligten Staaten, Aufsätze über die Verhältnisse in Deutschland usw. in einer in russischen Sprache herausgegebenen Zeitung aufklärend auf die große Masse der hier befindlichen Russen zu wirken. ... wird es daher für wünschenswert gehalten, daß entweder die Arbeitgeber russischer Gefangener die erwähnte Zeitung "Russischer Bote" selbst für ihre Gefangenen ... halten oder aber die kriegsgefangenen Russen zur Haltung des "Russischen Boten" ermuntern. ... Die Zeitung kostet monatlich ohne Postgebühr 80 Pf. ... [Bei Bestellungen durch die Kriegsgefangenen selbst 60 Pf.] |
Eine fast neue Eckert'sche Häckselmaschine hat wegen Betriebsveränderung billig zu verkaufen Ad. Thürling in Mehrow bei Ahrensfelde. |
2 prima Zuchteber zum Decken von der Landwirtschaftskammer hier eingestellt. Paul Reiche, Lindenberg bei Berlin. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 52: ..., Paul Reinhold Thiele aus Ahrensfelde, leicht verw. ... |
Blumberg. Am heutigen Montag feiert der frühere Gastwirt Wilhelm Müller mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute sind noch ziemlich rüstig. Die alten Eheleute wurden schon am frühen Morgen von allen Seiten aufs herzlichste beglückwünscht. |
Obst-Verpachtung zwischen Hönow und Kreisgrenze. Am Donnerstag, 22. Juni, nachmittags 5 Uhr soll im "Deutschen Hause" zu Altlandsberg die diesjährige Obstverpachtung meistbietend vergeben werden. v. Bothe, Straßenkommissar |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 49: Wilhelm Steinicke aus Lindenberg, gefallen. |
Auszug aus der Verlustliste. Grenadier-Regiment Nr. 12: ..., Otto Bruchmann aus Lindenberg leicht verw. ... Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 93: Otto Diemert aus Blumberg, schwer verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Füsilier-Regiment Nr. 35: ..., Albert Wittstock aus Lindenberg, vermißt ..., Reinhold Wegener aus Eiche, leicht verw. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Königin Augusta-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4: Gustav Giese aus Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Feldartillerie-Regiment Nr. 39: Gefr. Fritz Dotti aus Hönow, leicht verw. |
Altlandsberg. Auch in unserer Stadt werden demnächst Massenspeisungen eingerichtet. Die Küche befindet sich bei Herrn Schlächtermeister Schulze am Markt. Wenn die noch erforderlichen Vorarbeiten erledigt sind, wird zur Eröffnung geschritten. |
Auszug aus der Verlustliste. Etappen-Fuhrparkkolonne Nr. 19: Friedrich Rademann aus Lindenberg, tödlich verunglückt |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 72: Karl Gralow aus Ahrensfelde, abermals und zwar schwer verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Grenadier-Regiment Nr. 1: Fritz Bolle aus Mehrow, leicht verw. |
Prima Ferkel gibt preiswert ab Reiche, Lindenberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Grenadier-Regiment Nr. 1: Gefr. Ernst Hellwig aus Lindenberg, schwer verw. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 20: Unteroffizier August Seelisch aus Hönow, vermißt |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 20: Adolf Frenz aus Mehrow, schwer verw. |
Weißensee. Am Sonntag vormittag wollten in den Stahlwerken von Bothe in der Gehringstraße hierselbst die 54 und 57 Jahre alten Arbeiter Wilhelm Buhley und Friedrich Nagelschmidt von hier Schlacke aus einem Schacht herausholen. Als sie so lange blieben, stiegen andere Arbeiter nach und fanden beide auf dem Boden liegen. Man brachte sie schleunigst nach oben. Wiederbelebungsversuche hatten aber nur noch bei Nagelschmidt Erfolg. Buhley war schon tot. |
Wer über das gesetzlich zugelassene Maß hinaus Hafer, Mengkorn, Mischfrucht, worin sich Hafer befindet, oder Gerste verfüttert, versündigt sich am Vaterlande und macht sich strafbar. |
Weißensee. Nach langen Verhandlungen haben die hiesigen Gemeindekörperschaften jetzt den Verkauf des Gemeinde-Elektrizitätswerkes für 1 584 000 M. an das Märkische Elektrizitätswerk und den Abschluß eines Stromliefervertrages mit diesem auf die Dauer von 50 Jahren beschlossen. Das Märkische Elektrizitätswerk ist ein gemischt-wirtschaftliches Unternehmen, an dem die Provinz Brandenburg mit sieben Zwölftel aller Mittel beteiligt ist. Bekanntlich hat die Provinz Brandenburg in diesem Jahre sich für das Märkische Elektrizitätswerk aus den staatlichen Braunkohlenwerken Wittenberg und Bitterfeld den Bezug billiger Braunkohlen für die Berliner Vororte und die ganze Provinz Brandenburg gesichert. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 48: Emil Kirschbaum aus Hönow, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Grenadier-Regiment Nr. 3: Paul Radelt aus Blumberg, leicht verw. Infanterie-Regiment Nr. 63: Fritz Boduan aus Elisenau, leicht verw. |
Bernau. Die Milcherhebung im Kreise Niederbarnim, die zur Neuregelung der Milch- und Butterversorgung veranstaltet wurde, ist bereits abgeschlossen. Sie hat ergeben, daß im Kreise Niederbarnim rund 86 000 Liter Vollmilch erzeugt werden. Die vier im Kreise vorhandenen größeren Molkereien versorgen nur den nördlichen Teil des Kreises mit Butter. Im übrigen ist der Kreis Niederbarnim auf die Butterversorgungsstelle Groß Berlin angewiesen. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 335: Wilhelm Adler aus Blumberg, gefallen; Fritz Adler aus Blumberg, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 7: Wilhelm Ernst aus Blumberg, vermißt Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 35: Paul Zimmermann aus Mehrow, leicht verw., bei der Truppe |
Sonnabend, den 12. d. Mts, vormittags 8 1/4 Uhr entschlief sanft nach langem, schweren Leiden mein lieber Sohn, unser guter Bruder Gustav Brederecke im 19. Lebensjahre. Dies zeigen um stille Teilnahme bittend tiefbetrübt an Ww. Emilie Brederecke nebst Kindern. Mehrow bei Ahrensfelde, den 13. August 1916. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 16. d. M., um 4 Uhr nachmittags vom Trauerhause aus statt. |
Weißensee. Hier ist am Montag die Zentralküche der Gemeinde eröffnet worden. Sie ist mit 5 Kesseln zu je 500 Litern ausgestattet, so daß täglich mehr als 3000 Literportionen ausgegeben werden können [5*500=3000!]. Das Liter kostet 40 Pf., das halbe Liter 20 Pf. An die Eröffnung schloß sich ein Probeessen an. Für die starke Industriebevölkerung Weißensees bedeutet die Zentralküche einen wesentlichen Fortschritt in der Nahrungsmittelversorgung. |
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die vielen schönen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres treuen Entschlafenen sagen wir allen Verwandten und Bekannten, insbesondere Herrn Pastor Benecke, Ahrensfelde, für seine trostreichen Worte am Grabe unsern herzlichen Dank. Mehrow, den 19. August 1916. Ww. Emilie Brederecke nebst Kindern. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 8: Reinhold Meißner aus Ahrensfelde, leicht verwundet. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 21: Karl Smerat aus Blumberg, vermißt |
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied heute plötzlich meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Tante Frau Marie Töpffer geb. Bussebaum. Die zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen: Fritz Töpffer, als Gatte; Marie Keisdorf, geb. Töpffer; Fritz Töpffer, z. Zt. im Felde; August Keisdorf; Minna Töpffer, geb. Ebel; und 5 Enkelkinder Blumberg, den 24. August 1916 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 27. August 1916, nachmittags 5 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Bernau. Falsche Einmarkstücke befinden sich im Umlauf; sie sind als Falschstücke leicht erkennbar an der bleigrauen Färbung und an der schlechten Randriffelung; außerdem fühlen sie sich fettig an. Einzelne Buchstaben in der Schrift sind verlaufen. Die Falschstücke tragen das Münzzeichen A und die Jahreszahl 1914. |
Bekanntmachung. Die Geschäftsleute machen wir darauf aufmerksam, daß offene Verkaufsstellen, in denen Handel mit Nahrungs- und Lebensmitteln stattfindet, an Werktagen in den Abendstunden von 6 bis 8 Uhr nicht geschlossen werden dürfen. Bernau, den 28. August 1916. Die Polizei-Verwaltung. Dr. Gericke. |
Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres teuren Entschlafenen sagen wir unsern herzlichsten Dank; insbesondere auch Herrn Pastor Ramin für die trostreichen Worte am Sarge der lieben Entschlafenen, sowie Herrn Lehrer Hoy mit seinem Schülerchor auf diesem Wege unsern tiefgefühltesten Dank. Blumberg, den 1. September 1916. Familie Töpffer. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 8; Franz Marz aus Blumberg, schwer verw. |
Blumberg. Mit der zunehmenden Länge und Dunkelheit der Nächte kommen Diebereien aller Art häufiger vor. So wurden in voriger Woche hier einem Besitzer 23 Hühner getötet und entwendet, einem anderen 10 Stück. Die Diebereien wurden sogleich entdeckt, aber die Diebe wußten sich der Verfolgung zu entziehen und sind anscheinend in der Richtung auf den Magerviehhof zu entwichen. Die Bahnsperren wurden überwacht, aber es konnte nichts Verdächtiges bemerkt werden. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 38: Gustav Albrecht aus Lindenberg, schwer verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 24: Paul Schorska aus Mehrow, vermißt. |
Von der Sommerzeit zur Winterzeit. Ueber die Ueberleitung aus der Sommerzeit in die Winterzeit am 1. Oktober d. J. hat die Eisenbahndirektion Berlin folgendes bestimmt: In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober erfolgt die Ueberleitung aus der Sommerzeit in die Winterzeit (Mitteleuropäische Zeit). Der 30. September d. J. endet eine Stunde nach Mitternacht, also um 1 Uhr nachts. Die Uhren müssen in dieser Nacht um 1 Uhr auf 12 Uhr zurückgestellt werden. Die Stunde von zwölf bis eins erscheint somit zweimal. Damit keine Verwechslungen entstehen, werden auf den diesbezüglichen Aushängen die erste Stunde von 12 bis 1 Uhr, die noch zum 30. September gehört, als 12A, 12A 01 usw. und die Stunde von 12 bis 1, mit der der 1. Oktober beginnt, als 12B, 12B 01 usw. bezeichnet. |
... Den Heldentod fürs Vaterland starb am 10. September 1916 nach 25 monatigen harten, schweren Kämpfen ... Fritz Koch (Sanitäts-Unteroffizier im Garde-Füsilier-Regt.), Ritter des Eisernen Kreuzes, im 26. Lebensjahr. ... Lindenberg, im September 1916. |
Kartoffelbuddler verlangt sofort Wilhelm Brederecke, Blumberg, Bez. Potsdam. |
Bernau. Unsere jüdischen Mitbürger begehen am 28. und 29. September ihr Neujahrsfest (Jahr 5677). |
1 Breitsäemaschine, wie neu (Kasten und Räder neu) zu verkaufen. Lehmann, Lindenberg. |
Deutscher Sparer, zeichne Kriegsanleihe, Hindenburg erwartet es von Dir! ... |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 45: Wilhelm Bergemann aus Blumberg, verw. 1.10.14. |
Personal-Nachweisung. Bestätigt. Der Altsitzer Friedrich Bredereck als Schöffe der Landgemeinde Eiche. ... |
Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb in treuer Pflichterfüllung vor dem Feinde am 10. September 1916 an den Folgen seiner schweren Verwundung unser lieber Turnbruder und frühere Turnwart Fritz Koch, San.-Unteroffizier im Garde-Füsilier-Regiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl., im Alter von 25 Jahren. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen unserer besten Turner und werden ihm stets ein treues Andenken bewahren. Deutscher Turn-Verein "Jahn" Lindenberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Garde-Füsilier-Regiment: Sanitäts- Unteroffizier Fritz Koch aus Lindenberg, gestorben an seinen Wunden. Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 15: Rudolf Krüger aus Ahrensfelde, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 8: Otto Mahlendorf aus Lindenberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Fußartillerie-Regiment Nr. 13: Unteroffizier Georg Lehmann aus Lindenberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Königin Agusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4: Gustav Giese aus Blumberg, vermißt |
Am 28. August 1916 starb den Heldentod fürs Vaterland mein lieber Mann, mein guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Gefreite Gustav Unterlauf im Alter von 29 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen, Hedwig Unterlauf. Eiche, den 17. Oktober 1916. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 1: Friedrich Rosenthal aus Blumberg, vermißt. |
Personal-Nachweisung. Bestätig: der Gutsbesitzer Alfred Fielitz als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Krummensee. |
Verordnung über die Abgabe und Entnahme von Zucker im Kreise Niederbarnim. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 20: Gustav Dupont aus Ahrensfelde, leicht verw. |
Weißensee. Ein hartnäckiger Selbstmordkandidat ist ein Kraftwagenführer von hier, der, schon wiederholt erheblich bestraft, kürzlich mit einer vierjährigen Zuchthausstrafe belegt wurde. Der Verurteilte hat nun mit seltener Hartnäckigkeit eine ganze Reihe von Selbstmordversuchen unternommen, die jedoch nicht zum Ziele führten. So durchschnitt er sich den Hals, wurde aber geheilt. Dann schoß er sich eine Kugel in den Unterleib und flüchtete aus der Klinik, in der Hoffnung, an der erlittenen Verwundung zu sterben. In der Untersuchungshaftanstalt verschluckte er eine große Nadel, und mußte deshalb operiert werden. Dann versuchte sich der Lebensmüde die Pulsadern zu öffnen, wurde aber durch einen Aufseher daran gehindert. Dann unternahm er bald darauf einen recht eigenartigen Selbstmordversuch, indem er eine schwere Strickmaschine von der Decke seiner Zelle auf sich herabfallen ließ. In kurzer Folge unternahm er dann noch dreimal Versuche, sich das Leben zu nehmen, die jedoch sämtlich fehlschlugen. |
Auszug aus der Verlustliste. Grenadier-Regiment Nr. 3: Gustav Timm aus Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 208: Wilhelm Kaufmann aus Blumberg, vermißt |
Bekanntmachung. Für die sämtlichen hiesigen Gast- und Schankwirtschaften wird die Polizeistunde auf 12 Uhr nachts festgesetzt. Für Lokale mit weiblicher Bedienung bleibt die bisherige Polizeistunde bestehen. Bernau, den 20. November 1916. Die Polizei-Verwaltung, Dr. Gericke |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 10: Wilhelm Schwarny aus Lindenberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 228: Gefreiter Hermann Casper aus Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 338: Franz Muchow aus Mehrow, schwer verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Füsilier-Regiment Nr. 80: Otto Frenz aus Mehrow, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 52: Fritz Grothe aus Mehrow, schwer verw. |
Hindenburgspende. Aufruf zur freiwilligen Abgabe von Schmalz oder Speck aus Hausschlachtungen. ... Berlin, den 7. Dezember 1916. Der Landrat des Kreises Niederbarnim, Dr. Busch. |
Auszug aus der Verlustliste. Leib-Grenadier-Regiment Nr. 8: Gefreiter Richard Hörnicke aus Hönow, leicht verw. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 8: Adolf Burow aus Blumberg, leicht verw., bei der Truppe |
Auszug aus der Verlustliste. Adler, Gustav, Gefr., geb. 1.10.90 in Blumberg, gestorben infolge Krankheit Kischewski, Adolf, geb. 22.11.77 in Blumberg, leicht verw., bei der Truppe Malischewski, Bruno, geb. 17.9.94 in Blumberg, leicht verw. |
Nach Gottes unerforschlichen Ratschluß verstarb am 16. d. Mts. nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Schwieger- und Großvater, der Altsitzer Julius Lindemann im 76. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Eiche, den 16. Dezember 1916. ... |
Bekanntmachung. Ein Jagdhund hat sich in Ahrensfelde angefunden; Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde bei Berlin, den 18. Dezember 1916. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. ... Nacheichungstage (Eichamt Berlin): ... 4. Marzahn - für Gemeinde, Bahnhof, Bürknersfelde, Gut Hellersdorf, Vorwerk Ahrensfelde - im März 6. Falkenberg - für Gemeinde, Gut Falkenberg, Chausseehaus - im März 8. Ahrensfelde - für Gemeinde, Neu-Ahrensfelde, Gemeinde Eiche, Gemeinde Mehrow, Gut Mehrow, Bahnhof Ahrensfelde - im März 9. Blumberg - für Gemeinde, Gut Blumberg, Bahnhof, Forsthaus - im April 14. Krummensee - für Gemeinde, Gut Krummensee, Vorwerk Trappenfelde - im April 17. Hönow - für Gemeinde, Chausseehaus, Jagdschloß Glücksburg - im April |
Auszug aus der Verlustliste. Nern, Fritz, geb. 9.11.95 in Eiche, leicht verw. |
Danksagung. Für die überaus zahleichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines inniggeliebten Mannes, unseres herzensguten Vaters, des Bauerngutsbesitzers Aug. Lehmann sagen wir ... innigen Dank. Besonders danken wir Herrn Pastor Schacht für die trostreichen Worte am Sarge und Grabe, Herrn Lehrer Bauer mit seinen Schülern, sowie dem Verein ehemaliger Ulanen, Krieger- und Landwehr-Verein, Gesang-Verein und Turn-Verein. Lindenberg, den 25. Dezember 1916. In tiefem Schmerz, Frau Emilie Lehmann und Kinder. |
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Nachruf. Am 17. Dezember verschied nach langem, in Geduld ertragenem Leiden der I. Vorsitzende der Spar- und Darlehnskasse Lindenberg, e.G.m.u.H., August Lehmann. Die Genossenschaft verliert in dem Entschlafenen einen ihrer Gründer und regen I. Vorsitzenden, sodaß wir ihm hier öffentlich wärmsten Dank für seine Tätigkeit im Genossenschaftswesen bezeugen und seiner stets in Ehren gedenken werden. Lindenberg bei Berlin, den 25. Dezember 1916. Der Vorstand und Aufsichtsrat. |
Auszug aus der Verlustliste. Bobey, Otto, geb. 7.3.77 in Hönow, gestorben infolge Krankheit Sill, Richard, geb. 10.9.93 in Mehrow, leicht verw. |
Am 6. Januar verstarb unerwartet und schnell im Reserve-Lazarett zu Illnau nach 2 1/2 jährigen großen Strapazen und Aufopferungen des Weltkrieges unser einziger, innigstgeliebter braver Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Gefreite der Landwehr Karl Baumgarten im blühenden Alter von 34 Jahren. ... Blumberg, im Januar 1917. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Grummisch, Richard, geb. 3.10.93 in Ahrensfelde, leicht verw. |
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres unvergeßlichen lieben Sohnes Karl Baumgarten sagen wir allen Verwandten und Bekannten unseren tiefgefühltesten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Ramin für seine trostreichen Worte am Grabe unseres lieben Entschlafenen, Herrn Hauptlehrer Hoy mit seinen Schülern, ferner dem Kriegerverein und dem Turnverein. Blumberg, im Januar 1917. Familie Baumgarten. |
Auszug aus der Verlustliste. Lemke, Wilhelm, geb. 6.5.91 in Blumberg, gefallen |
Neuer Schlitten, 4 sitz., steht zum Verkauf bei Stellmachermstr. Aug. Pfuhl in Lindenberg. |
Bekanntmachung. In Ahrensfelde hat sich ein Schäferhund von grauer Farbe angefunden. Loch mit Schlitze im linken Ohr. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde bei Berlin, den 30. Januar 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. Bekanntmachung. Unter dem Pferdebestande des Landwirtschaftsbetriebes des Ostkirchhofs der Berliner Stadtsynode ist amtstierärztlich die Räude festgestellt. Stallsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 31. Januar 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der Verlustliste. Lindemann, Otto, geb. 19.8.81 in Mehrow, gefallen |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Landwirts Gustav Wegener in Ahrensfelde ist amtstierärztlich Maul- und Klauenseuche festgestellt. Gehöfts- und Stallsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 6. Februar 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der Verlustliste. Woldt, Friedrich, geb. 27.6.87 in Blumberg, gefallen |
Täglich schwere Lohngespanne zur Abfuhr von Koks vom Nordbahnhof nach Chausseestraße gesucht. R. Stock & Co. A.-G., Abt. Metallwerk, Berlin N., Chausseestr. 59. |
Holzauktion. Am Freitag, den 2. März 1917, vormittags 10 Uhr werde ich im Schulze'schen Lokale hierselbst nachstehende Hölzer meistbietend verkaufen: ca.
Blumberg, im Februar 1917. August Ebel, Bauerngutsbesitzer. |
Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme, Bestandserhebung und Enteignung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Aluminium. vom 1. März 1917. ... |
Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche bei den Besitzern Wegener und Seidel in Ahrensfelde ist erloschen. Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Ahrensfelde bei Berlin, den 6. März 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz |
Rittergut und Gemeinde Mehrow, Post Ahrensfelde-Berlin, sucht sofort oder 1. April einen Nachtwächter, welcher auch landwirtschaftliche Arbeiten verrichten kann. Meldungen Rittergut Mehrow. |
Bekanntmachung. Ausführungsbestimmungen für den Kreis Niederbarnim zu der Bekanntmachung des Oberkommandos in den Marken vom 1. März 1917, betreffend Beschlagnahme, Bestandserhebung und Enteignung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Aluminium ... Sammelbezirke: Lfd. Nr. 17 Sammelstellen (Hauptorte): Ahrensfelde, Gemeinde Angegliederte Ortschaften: Blumberg, Gem. u. Gutsbezirk; Löhme, Gem. u. Gutsbez.; Seefeld, Gem.; Birkholz, Gem.; Wartenberg, Gem. u. Gutsbez.; Eiche, Gem.; Mehrow, Gem. u. Gutsbez. |
Bekanntmachung. Es besteht die Absicht, daß die Berliner Schulleitungen während der Ferienzeit und nötigenfalls auch außer dieser Zeit Jungmannen der städtischen Schuljugend zur Erntehilfe der Landwehr zur Verfügung stellen werden. Wir geben den Landwirten anheim, Anträge zur Ueberweisung Jugendlicher an unser Arbeitsamt, Berlin, Koppenstraße 94, zu richten. Das Amt wird nach Feststellung des Bedarfs alles weitere bei den zuständigen Stellen veranlassen. Landwirtschaftskammer der Provinz Brandenburg. |
Wer keine Kriegsanleihe zeichnet, hilft unsern Feinden. |
Wer Kriegsanleihe zeichnet, fördert den Frieden. |
Die 6. Kriegsanleihe ist der Kraftbeweis des deutschen Volkes. |
eilt! 2 bis 3 Morgen Ackerland in Stadtnähe sucht Reserve-Lazarett zu pachten. |
Man zeichnet Kriegsanleihe bei jeder Bank, Kreditgenossenschaft, Sparkasse, Lebensversicherungsgesellschaft, Postanstalt. |
Am Freitag früh 9 1/2 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Groß- und Urgroßvater, der Alt-Sitzer August Kirschbaum, Inhaber des Kreuzes des allgemeinen Ehrenzeichens, im 77. Lebensjahre. Dies zeigen betrübt an Familie Georg Kirschbaum, Lindenberg. ... Lindenberg, den 23. März 1917. ... Nachruf. Gestern schied der Altsitzer August Kirschbaum aus seinem arbeitsreichen Leben. Er war lange Jahre Kirchenältester und hat als solcher stets um die kirchlichen Verhältnisse unseres Ortes Sorge getragen. Und vor allem in Wort und Wandel sein Christentum bewährt und vorbildlich gewirkt. Sein Gedächtnis wird bei uns in Ehren bleiben. Lindenberg, den 24. März 1917. Der Gemeinde-Kirchenrat. Schacht. |
Spiritus aus Kartoffeln. Durch Verordnung des Reichskanzlers wird bestimmt, daß Kartoffeln im Betriebsjahr 1916/17 auf Branntwein nur verarbeitet werden dürfen, soweit sie sich zur menschlichen Ernährung nicht eignen und nicht in einer in unmittelbaren Nähe befindlichen Trockenanlage oder Stärkefabrik verarbeitet werden können. |
Schmiede zu verpachten. Noack, Lindenberg. |
Lindenberg. Dieser Tage fand in unserem Orte eine Mitgliederversammlung der hiesigen Genossenschaftskasse statt, in der Herr Becker-Berlin in einem interessanten Vortrage darauf hinwies, worauf sich unsere Siegeszuversicht gründet. ... |
Wie bei den Wahlen auf jede Stimme, so kommt es bei der Kriegsanleihe auf jede Mark an. |
Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme anläßlich des Hinscheidens unseres lieben, treusorgenden Vaters, Schwieger-, Groß- und Urgroßvaters, des Altsitzers August Kirschbaum sagen wir hierdurch unseren verbindlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Kirschbaum, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Unter den Pferden des Landwirtes Fritz Klus in Eiche ist amtstierärztlich die Räude festgestellt. Stallsperre ist angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 31. März 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der Verlustliste. Schauer, Otto, geb. 25.10.85 in Mehrow, verletzt |
Sein junges blühendes Leben verlor für sein geliebtes Vaterland nach 32 Monaten harter schwerer Kämpfe am 31. März, morgens 8 Uhr durch Kopf- und Brustschuß unser einziger, herzlieber, hoffnungsvoller Sohn und Bruder, der Oberjäger Wilhelm Flöricke, 2. Maschinen-Gewehr-Komp., Gardeschützen-Bataillon, Ritter des Eisernen Kreuzes, im blühenden Alter von 24 Jahren. In tiefem Schmerz Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister: Wilhelm Flöricke, Frau Luise Flöricke. Alwine Flöricke, Emma Flöricke als Schwestern Blumberg, im April 1917. ... |
Landwirte, repariert sofort Eure Maschinen! |
Bekanntmachung. Schutzpockenimpfung. Alle erwachsenen Personen, welche sich der freiwilligen Impfung unterziehen wollen, können sich dem Impfarzt am Sonnabend, den 14. April d. Js., nachmittags um 4 Uhr im Saale des Restaurants "Kaisergarten" hier, Kaiserstraße 18, zur unentgeltlichen Impfung vorstellen. ... Bernau, den 11. April 1917. Die Polizei-Verwaltung, Dr. Gericke. |
Mädchen und Frauen für leichte Akkordarbeiten, sowie solche für Erd- und Hofarbeiten stellt sofort ein Feuerwerkerei Malchow bei Weißensee. |
Viele Arbeiterinnen auf leichte Arbeit bei hohen Akkordlöhnen werden sofort eingestellt. 30 min vom Bahnhof Blankenburg zu erreichen: Feuerwerkerei Malchow b. Berlin. |
Maurer, Zimmerleute und Bauarbeiter bei gutem Lohn werden sofort eingestellt. Feuerwerkerei Malchow b. Berlin. |
Bekanntmachung. Unter dem Klauenvieh des Landwirtschafts-Betriebes der Anstalt für Epileptische zu Wuhlgarten ist amtstierärztlich Maul- und Klauen-Seuche festgestellt. Gehöfts- und Stallsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 1. Mai 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Verdeckwagen, passend auf Landwagen, hat zu verkaufen August Steeger, Lindenberg bei Berlin. |
Den Heldentod fürs Vaterland starb am 23. April d. Js. mein langjähriger, treuer, fleißiger Arbeiter, der Landsturmmann August Ziesing (2. Komp. Landwehr-Infanterie-Rgt. 20). In Ehre werde ich stets seiner gedenken. Lindenberg, den 1. Mai 1917. August Heinicke, Landwirt Ruhe sanft in fremder Erde. |
Auszug aus der Verlustliste. Flöricke, Wilhelm, Sanitäts-Oberjäger, geb. 7.9.92 in Blumberg, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Ebel, Adolf, geb. 16.8.94 in Blumberg, leicht verw., bei der Truppe |
Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme, wiederholte Bestandserhebung und Enteignung von Destillationsapparaten aus Kupfer und Kupferlegierungen (Messing, Rotguß und Bronze) und freiwilligen Ablieferung von anderen Brennereigeräten aus Kupfer und Kupferlegierungen (Messing, Rotguß und Bronze) vom 15. Mai 1917. ... Bekanntmachung betreffend die Einteilung der Kriegswirtschaftsstelle des Kreises Niederbarnim in Gruppenbezirke ... 2. Gruppe, Sitz: Löhme. umfassend die Amtsbezirke: Löhme, Blumberg, Börnicke. Vorsitzender: Amtsvorsteher Grün in Blumberg, Mitglieder: Administrator Braune, Blumberg; Administrator Wagner, Börnicke; Gutsbesitzer Dahlke, Seefeld 3. Gruppe. Sitz: Falkenberg. umfassend die Amtsbezirke: Falkenberg, Ahrensfelde, Malchow, Berlin-Heinersdorf, Berlin-Hohenschönhausen. Vorsitzender: Administrator Jaerschky in Falkenberg. Mitglieder: Gärtnereibesitzer Gensler, Hohenschönhausen; Gemeindevorsteher Gebert, Malchow; Bauerngutsbesitzer Lehmann, Ahrensfelde ... Berlin, den 11. Mai 1917 Der Vorsitzende, Landrat, i.A. Burkersroda, Regierungsrat. |
Personal-Nachweisung. Bestätigt: ..., Der Arbeiter August Schneidereit als Nachtwächter für den Gemeinde- und Gutsbezirk Mehrow. |
Auszug aus der Verlustliste. Fromke, Fritz, Gefr., geb. 4.4.96 in Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Rengel, Konrad, Utffz., geb. 31.7.88 in Lindenberg, leicht verw., bei der Truppe Schilsky, Adolf, geb. 25.8.96 in Blumberg, leicht verw. |
Geschäfts-Federwagen zum Mehlfahren geeignet, in gutem Zustande, Tragfähigkeit 40-50 Ztr., mit Schmierachsen, verkauft preiswert August Zybell, Blumberg, Bz. Potsdam. |
Auszug aus der Verlustliste. Grünwald, Georg, Gefr. geb. 16.7.91 in Lindenberg, leicht verw. |
Bekanntmachung. Angebot eines "Ihace"-Motorpfluges betreffend. Die Firma Hermann Zahn, Berlin SO. 36, Wienerstraße 65, bietet einen 45pferdigen "Ihace"-Motorpflug mit 2 dreischarigen Pflügen an, der in der Nähe von Magdeburg in Betrieb besichtigt werden kann. Er soll sich für die Bearbeitung leichteren Bodens gut eignen und sich in gutem betriebsfertigen Zustand befinden. Preis des Motors mit Pflügen M 18.000,- Interessenten wollen sich mit der bezeichneten Firma wegen Auskunft direkt in Verbindung setzen. Berlin, den 31. Mai 1917. Der Vorsitzende der Kriegswirtschaftsstelle, Landrat. I.A. von Burkersroda, Regierungsrat. |
Auszug aus der Verlustliste. Nitschke, Paul, Utffz., geb. 23.3.87 in Blumberg, leicht verw. Wehlitz, Wilhelm, geb. 6.8.97 in Mehrow, vermißt |
Obstverpachtung. Am Mittwoch, den 13. Juni d.Js. nachmittags 5 Uhr sollen im Gasthof von Adolf Hörnicke zu Hönow die Kirschen an der Kreisstraße Neuenhagen-Hönow-Mehrow öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung mit dem Bemerken verpachtet werden, daß nur solche Bieter zugelassen werden, welche ständig ihren Wohnsitz im Kreise Niederbarnim haben und sich verpflichten, das Obst nicht aus dem Kreise auszuführen. Hönow, den 6. Juni 1917. Dotti, Chaussee-Kommissar. |
Bekanntmachung. Einschränkung der Bautätigkeit auf Grund des § 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand bestimme ich für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg: §1 Neu-, Erweiterungs- und Umbauten dürfen vom 15. Juni ab von privaten Bauherren nur mit Genehmigung der Kriegsamtsstelle in den Marken in Angriff genommen werden. ... Berlin, den 19. Mai 1917. Der Oberbefehlshaber in den Marken. |
Auszug aus der Verlustliste. Degen, Rudolf, geb. 16.2.96 in Ahrensfelde, vermißt Ibscher, Otto, geb. 27.3.93 in Hönow, leicht verw. Pagel, Willy, Gefr., geb. 15.11.94 in Mehrow, leicht verw. Zur Beschlagnahme der Kirchenglocken. Viele Gemeinden haben in letzter Zeit ihre bronzenen Kirchenglocken zu Kriegszwecken hergeben müssen, oder es steht ihnen dieses Schicksal unmittelbar bevor. Manche dieser Gemeinden haben nun vielleicht den begreiflichen Wunsch, sich baldigst aus anderem Metall einen Ersatz zu beschaffen. Diese Möglichkeit nimmt das Brandenburgische Konsistorium zum Anlaß, die Kirchengemeinden zur Vorsicht zu mahnen. Ein vollwertiger Ersatz, sagt das Konsistorium, wird sich in absehbarer Zeit nicht beschaffen lassen, da Arbeitskräfte fehlen und geeignete Rohstoffe für diese Zwecke auf längere Zeit hinaus noch nicht wieder zu erlangen sein werden. Unter diesen Umständen liegt die Gefahr nahe, daß sich demnächst minderwertige fabrikmäßige Ersatzware den Kirchengemeinden anpreise. Demgegenüber empfiehlt die Behörde dringend, lieber abzuwarten, nicht nur weil vollwertiger Rohstoff jetzt fehlt, sondern weil auch die künstlerische und musikalisch vollendete Ausführung neuer Glocken und damit deren Wert für die Kirchengemeinden in Frage gestellt ist. Das Konsistorium rät, den für die alten Glocken empfangenen Betrag als besonderen "Glockenfonds" anzulegen. |
Bekanntmachung. Die Räude unter den Pferden des Landwirtschaftsbetriebes des Ostkirchhofes in Ahrensfelde, sowie die Maul- und Klauen-Seuche unter dem Rindviehbestande der Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten ist erloschen. Die Sperre ist aufgehoben. Ahrensfelde, den 13. Juni 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. betreffend die Beschlagnahme und freiwillige Ablieferung von Einrichtungsgegenständen aus Kupfer und Kupferlegierungen (Messing, Rotguß, Tombak, Bronze) vom 20. Juni 1917. ... |
Bekanntmachung. Namen der [90] Eieraufkäufer für den Kreis Niederbarnim. 49. H. Grünewald, Lindenberg, Dorfstraße 48 60. Frau Janke, Blumberg, Gartenstraße 40 88. Theodor Jauert, Ahrensfelde, Dorfstraße 58 |
Bekanntmachung. Zur Durchführung der Erntevorschätzung im Jahre 1917 ... werden im Kreise Niederbarnim folgende Bezirke und Kommissionen gebildet: ... Bezirk V. Kommission: Buchholz, Amtsvorsteher, Ahrensfelde, Vorsitzender Braunsdorf, Gemeindevorsteher, Biesdorf Thürling, Gutsbesitzer, Mehrow Gustav Wegener, Ahrensfelde [für die Orte:] Ahrensfelde, Berlin-Heinersdorf, Berlin-Hohenschönhausen, Biesdorf, Biesdorf-Gut, Eiche, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Marzahn, Mehrow, Mehrow-Gut, Wuhlgarten-Gut Bezirk VI. Kommission: Grün, Amtsvorsteher, Blumberg, Vorsitzender De Martincourt, Ratsherr, Bernau Schültke, früherer Gemeindevorsteher, Schönow [für die Orte:] Bernau, Blumberg, Blumberg-Gut, Börnicke, Börnicke-Gut, Krummensee, Löhme, Löhme-Gut, Schmetzdorf, Schönow, Seefeld Berlin, den 2. Juli 1917. Namens des Kreisausschusses. Der Vorsitzende, Dr. Busch. |
Wir müssen siegen! Dazu braucht das Vaterland Gold. Bringt Goldschmuck in die Goldankaufsstellen. |
20 tücht. Arbeiterinnen stellt sofort ein Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. |
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwieger- und Großvater, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Landwirt Wilhelm Ebel im 66. Lebensjahre. Dies zeigen hiermit tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen: Karoline Ebel, geb. Seeger; Helene Gahtow, geb. Ebel; Georg Ebel und Braut; Martha Entrich, geb. Ebel; Wilhelm Ebel, z.Zt. im Felde; Friedrich Gahtow; Bernhard Entrich, z.Zt. im Felde; und 3 Enkelkinder. Lindenberg, den 9. Juli 1917. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Bugg, Paul, Gefr., geb. 1.9.88 in Hönow, gefallen |
Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme sowie für die vielen Blumenspenden bei der Beerdigung unseres teuren Entschlafenen, des Bauerngutsbesitzers Wilhelm Ebel sagen wir allen unsern herzlichsten Dank. Herzlichen Dank auch Herrn Pfarrer Schacht für die trostreichen Worte sowie dem hiesigen Gesangs-Verein für den erhebenden Gesang und das ehrende Geleit. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Ww. Karoline Ebel, geb. Seeger Lindenberg, den 18. Juli 1917. |
Auszug aus der Verlustliste. Schumann, Wilhelm, geb. 22.3.90 in Ahrensfelde, bish. verw., + in Gefgsch. 11.9.14 |
Einen großen Posten Haferkaff, á Zentner 1,60, auf Vorwerk Elisenau lagernd, hat abzugeben Rittergut Blumberg, Bez. Potsdam. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Stellmachermeisters Lehmann aus Mehrow und des Gemüsegärtners Wegemund in Eiche ist amtstierärztlich Rotlauf festgestellt und 3 Schweine verendet. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 24. Juli 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Einen 8pferdigen, gut erhalt. Benzol-Motor fahrbar, hat billig abzugeben Gustav Schumann, Lindenberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Mahlendorf, Otto, geb. 18.12.97 in Lindenberg, schwer verw. |
Draußen im Feld siegt Mut und Eisen, in der Heimat Opfersinn und Gold. |
50 Arbeiterinnen für leichte Arbeiten werden sofort eingestellt. Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. |
Auszug aus der Verlustliste. Wagner, Paul, geb. 17.10.97 in Hönow, + an seinen Wunden |
Auszug aus der Verlustliste. Krüger, Alfred, Vizefeldwebel, geb. 8.12.93 in Ahrensfelde, schwer verw. |
Am 8. v. Mts. nachmittags zwischen 2 1/2 und 3 Uhr sind folgende russische Kriegsgefangene vom Arbeitskommando in Blumberg entwichen: 1. Unteroffz. Wladimir Lisinzew, Nr. 393, Gestalt: auffallend klein, Haare: blond, spricht etwas Deutsch. Er trägt Russenmütze, grauen Uniformrock mit gelben breiten Streifen an den Aermeln, braune, am Knie mit einem schwarzen Flicken besetzte Manchesterhosen. Die Stiefel sind sehr geflickt und ohne Eisen. ..., 2. Unteroffz. Nicolay Filippoff, Nr. 497, Gestalt: groß und schlank, blondes langes Haar, spricht etwas Deutsch. Er trägt schwarze Russenmütze, schwarze Jacke mit breiten gelben Streifen an den Aermeln, Hose ist graugrün und hat breite gelbe Streifen, Stiefel sind gut erhalten. Die Gefangenen gehören dem Lager Frankfurt a.O. an. ... Die Ortspolizeibehörden und Gendarmen ersuche ich, nach den Entwichenen zu fahnden und im Ergreifungsfalle das Weitere zu veranlassen. Berlin, den 4. August 1917. Der Landrat, i.v. Scheit, Kreissekretär. |
Den Heldentod für sein Vaterland starb am 5. d. Mts. unser lieber Turnbruder, der Schütze Georg Kolberg (Masch.-Gew.-Komp. in einem Inf.-Regt.). Wir verlieren in dem Gefallenen einen treuen Turnbruder, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Lindenberg, den 16. August 1917. Deutscher Turnverein "Jahn", Lindenberg. |
Personal-Nachweisung. Bestätigt: ..., Der Landwirt Julius Bredereck als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Eiche. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Dupont, Gustav, geb. 1.2.89 in Ahrensfelde, vermißt |
Auszug aus der Verlustliste. Timm, Richard, Utffz, geb. 11.12.93 in Blumberg, gefallen |
Den Heldentod fürs Vaterland starb infolge schwerer Verwundung am 5. August 1917 in einem Feldlazarett mein lieber, unvergeßlicher Sohn, der Schütze Georg Kolberg (Masch.-Gew.-Komp. in einem Inf.-Regt.) Die tieftrauernde alleinstehende Mutter Auguste Kolberg. Lindenberg, im August 1917. |
Auszug aus der Verlustliste. Heise, Adolf, Gefr., geb. 11.6.82 in Eiche, gefallen 14.9.14 (Nachtr. gem.) |
Eine Aenderung im Bezug der deutschen Verlustlisten vom 1. Oktober d.Js. wird durch eine Bekanntmachung des Kriegsministeriums angekündigt. Bisher waren die amtlichen Verlustlisten der Oeffentlichkeit als tägliche Beilage zum Reichsanzeiger zugänglich. Vom 1. Oktober ab werden die Verlustlisten dem Reichs- und Staatsanzeiger nicht mehr beigegeben. Der Bezug der Verlustlisten durch die Post kostet 1,75 M. monatlich, dazu das übliche Bestellgeld. |
Auszug aus der Verlustliste. Burow, Adolf, geb. 6.2.94 in Blumberg, gefallen Wergin, Hermann, geb. 24.7.97 in Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Strehmann, Otto, geb. 28.11.75 in Mehrow, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Haase, Paul, geb. 18.7. in Ahrensfelde, verw. 16.10.14 (Nachtr. gem.) [ohne Geburtsjahr] |
Kommt herbei, ihr Deutschen nun, Gebt das Gold dem Vaterland. Netzt das Heldenblut den Sand, Dann ist Schmücken eitel tun. |
Auszug aus der Verlustliste. Kurzweg, Adolf, Gefr. Krankentr., geb. 9.10. in Blumberg, leicht verw. |
Sammelt Kürbiskerne ... |
Auszug aus der Verlustliste. Kolberg, Georg, geb. 12.1. in Lindenberg, + an seinen Wunden Richter, Wilhelm, Utffz., geb. 19.7. in Hönow, leicht verw. Wenzel, Gustav, geb. 10.7. in Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Abend, Otto, geb. 2.3. in Hönow, vermißt Schulze, Otto, geb. 11.3. in Hönow, leicht verw. Schulze, Rudolf, Utffz., geb. 15.3 in Lindenberg, vermißt |
2 schwere Arbeits-Pferde verkauft Töpfer, Blumberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Lehmann, Herrmann, geb. 11.9. in Lindenberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Zimmermann, Paul, geb. 24.7. in Mehrow, vermißt * Keine Heizung der Kirchen im Winter. Auf Anordnung der obersten Kirchenbehörden sollen im kommenden Winter sämtliche Kirchen zur Ersparnis der Kohlen während des Gottesdienstes nicht geheizt werden. Auch die Altarkerzen sollen, um Beleuchtungsmaterial zu sparen, nach Möglichkeit nicht gebrannt werden. |
Bekanntmachung. Ein Schwan hat sich angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde-Berlin, den 3. Oktober 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der Verlustliste. Huwe, Gustav, geb. 28.5. in Blumberg, leicht verw. Kopplin, Hermann, geb. 13.8. in Lindenberg, leicht verw. |
Bekanntmachung betreffs Meldestellen für Gewerbekohlenverbraucher im Kreise Niederbarnim gemäß der Bekanntmachung des Kohlenverbandes Groß-Berlin vom 4. Oktober 1917 über die Meldepflicht kleingewerblicher Kohlenverbraucher zwecks Vorbereitung der Kohlenbezugsregelung. Die Meldungen haben für die einzelnen Gewerbe an den Wochentagen in der Zeit vom 10. bis 20. Oktober in den nachstehend bezeichneten Stellen zu erfolgen. Lfd. Nr. 5 Meldestellenort: Bln.-Friedrichsfelde Meldestellenbezirk: Bln.-Fiedrichsfelde, Gemeinde; Ahrensfelde, Gemeinde; Biesdorf, Gemeinde; Biesdorf, Gutsbezirk; Birkholz, Gemeinde; Blumberg, Gemeinde; Blumberg, Gutsbezirk; Eiche, Gemeinde; Falkenberg, Gemeinde; Falkenberg, Gutsbezirk; Hellersdorf, Gutsbezirk; Löhme, Gemeinde; Löhme, Gutsbezirk; Marzahn, Gemeinde; Mehrow, Gemeinde; Mehrow, Gutsbezirk; Seefeld, Gemeinde; Wartenberg, Gemeinde; Wartenberg, Gutsbezirk; Wuhlgarten, Gutsbezirk Meldestelle für: Bäcker: ... Bln.-Friedrichsfelde, Konditoreien: ... Bln.-Friedrichsfelde, Fleischer: ... Bln.-Karlshorst, Gärtnereibetriebe: ... Bln.-Friedrichsfelde, Gastwirte: ... Bln.-Friedrichsfelde, Schlosser: ... Bln.-Friedrichsfelde, Schmiede: ... Bln.-Friedrichsfelde, Schneider: ... Bln.-Friedrichsfelde, Tischler: ... Bln.-Friedrichsfelde, Wäschereien: ... Bln.-Karlshorst |
* Das Königliche Provinzial-Schulkollegium hat es den Gemeinden überlassen, im einzelnen Maßnahmen zur Erzielung einer größeren Kohlen- und Lichtersparnis im nächsten Winterhalbjahr an den Schulen zu treffen. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Charon, Karl, Gefr., geb. 2.12. in Blumberg, zum 4. Male und zwar schwer verw. |
Am 22. d. Mts. starb zu Ladeburg im Hause seines im Felde stehenden Schwiegersohnes der Rentier Albert Hübner. Lange Jahre hindurch bis an sein Lebensende hat er den kirchlichen Körperschaften von Ahrensfelde angehört und mit Rat und Tat, besonders aber auch durch seinen vorbildlichen christlichen Wandel das kirchliche Leben hier gefördert. Sein Segen wird in unserer Gemeinde fortwirken und sein Andenken unter uns unvergessen bleiben. ... Ahrensfelde, den 23. Oktober 1917. Der Gemeindekirchenrat und die kirchlichen Gemeindevertreter. Benecke, Pfarrer Ein Hund, Dobermann, rauhbärtig auf den Namen Moritz hörend, ist am 20. d. Mts. von Berlin, Richtung Prenzlauer Allee nach Weißensee entlaufen. Gegen Belohnung abzugeben bei Fritz Klus in Eiche bei Ahrensfelde. |
Auszug aus der Verlustliste. Adler, Fritz, geb. 25.6. in Blumberg, bisher als gefangen gemeldet, war in Gefgsch. Nikolsk Ussurjsk, jetzt Reserve-Lazarett 2 Bremen (ausgetauscht.) |
* Die Temperatur in den Eisenbahnzügen soll bekanntlich auf 8-10 Grad gegen früher 12-15 Grad gehalten werden, um Heizung zu sparen. ... |
Keine Trinkgelder für Kriegsgefangene Es ist in der Landwirtschaft wie in der Industrie streckenweise die Gewohnheit eingerissen, den in Privatbetrieben beschäftigten Kriegsgefangenen, um ihre Arbeitsfreudigkeit zu erhöhen, noch Trinkgelder - zum Teil in beträchtlicher Höhe - zu ihrem an sich schon hohen Arbeitsverdienst zuzulegen. Diese Unsitte kann nicht scharf genug bekämpft werden. Erstens werden die Kriegsgefangenen durch die amtlicherseits festgesetzten Löhne ausreichend belohnt, und zweitens hat die Militärverwaltung andere Mittel an der Hand, den versagenden Arbeitseifer der Gefangenen anzuspornen. ... |
Bekanntmachung. Die Pferderäude unter dem Bestande des Landwirts Klus in Eiche ist erloschen. Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Ahrensfelde, den 1. November 1917. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der Verlustliste. Märten, Friedrich, geb. 28.10. in Blumberg, vermißt Stolzenberg, Paul, geb. 24.4. in Blumberg, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Adler, Rudolf, Utffz., geb. 31.12. in Lindenberg, schwer verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Bolle, Albert, Utffz., 6.10. in Lindenberg, schwer verw. |
Ehrenrettung der Schiefertafel. Man schreibt der "Voss. Ztg.": Als man sich vor einigen Jahren entschloß, die Schiefertafeln aus den untersten Klassen zu verbannen, war dafür die Erfahrung maßgebend, daß sie leicht zerbrechlich, schmutzig und geräuschvoll im Gebrauch war. Jetzt sollen diese Richtlinien in der Zeit der Papierknappheit fallen; gerade die untersten Klassen, in denen die Kinder infolge ihrer Ungeschicklichkeit viel Papier verbrauchen, müssen jetzt "papierlos" werden, zumal da auch im Kriege der Gebrauch der Schiefertafel für die Eltern billiger ist, als Tinte, Feder und Papier. |
* Die Nachrichtenstelle der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg weist auf eine Mitteilung des Kriegsverbandes der Flugzeugindustrie hin, daß diese Industrie notwendig bedeutende Mengen gesunden, astreinen, starken Holzes von Eschen, Linden, Ahorn, Birken, Erlen und feinringigen Kiefern braucht. ... |
Ahrensfelde. Dem Amts- und Gemeindevorsteher Gutsbesitzer Buchholz ist das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden. |
* Das Bestreben, Licht zu sparen, läßt sich in überraschender Weise durch die Verwendung von Spiegelglas unterstützen. Die kleinste Petroleum-, Gas- oder Kerzenflamme hat eine erheblich höhere Leuchtkraft, wenn hinter ihr ein Blender aus Spiegelglas angebracht wird, wie er bei unseren Küchenlampen üblich ist. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Wegener, Rudolf, geb. 3.4. in Ahrensfelde, + infolge Krankheit. |
* Die neue Volkszählung. Da sich bei der vorigen Volkszählung Fehler im Betrage vom Millionen herausgestellt haben, so sollen bei der diesjährigen, am 5. Dezember stattfindenden neuen Zählung unbedingt zuverlässige Zähler in genügender Menge zur Verfügung gestellt werden. ... |
Am 27. November 11 1/2 Uhr vormittags starb für sein Vaterland unser inniggeliebter Sohn, guter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter, der Kriegsfreiwillige Dragoner Fritz Adler im 1. Garde-Dragoner-Regt. im Alter von 23 Jahren. Nach einem Jahr treuer Pflichterfüllung an der Front geriet er in russische Gefangenschaft. Nach 22 Monaten in Sibirien wurde er ausgetauscht und starb nun im Elternhause. Dies zeigen in tiefstem Schmerz an Familie Friedrich Adler und alle Verwandte. Blumberg, den 29. November 1917. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Albrecht, Hermann, geb. 10.7. in Lindenberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Wegener, Reinhold, Utffz., geb. 28.1. in Ahrensfelde, vermißt |
2 starke Zug-Ochsen verkauft Gustav Grün, Blumberg. |
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Fritz Adler sagen wir hierdurch allen unsern tiefgefühltesten Dank. Besonders danken wir Herrn Pastor Ramin für seine trostreichen Worte am Sarge, Herrn Lehrer Hoy mit seinem Schülerchor für den erhebenden Gesang, dem Krieger-Verein und dem Turn-Verein für das ehrende Geleit und allen für die schönen Kranzspenden. Blumberg, den 3. Dezember 1917. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Friedrich Adler. |
Auszug aus der Verlustliste. Bautz, Richard, geb. 9.11. in Eiche, vermißt Berger, Emil, geb. 14.2. in Lindenberg, vermißt Grube, Willi, Gefr., geb. 3.1. in Ahrensfelde, schwer verw. |
Biesdorf. Die Windmühle hierselbst ist letzter Tage ein Opfer des Sturmes geworden. Sie bildet nur noch einen Trümmerhaufen. |
Statt jeder besonderen Anzeige. Schmerzerfüllt zeigen wir allen Freunden und Verwandten an, daß mein herzensguter, unvergeßlicher Mann, unser lieber, treusorgender Papa und Schwiegerpapa, der Landwirt Wilhelm Ebel am 8. d. Mts. mittags 12 Uhr unerwartet nach 4tägiger Krankheit im Alter von 60 Jahren aus diesem Leben schied. Martha Ebel, geb. Hecht, Frieda Wegener, geb. Ebel, Hedwig Ebel. Arthur Wegener, Reinhold Blankenburg als Schwiegersöhne, z. Zt. im Felde. Blumberg, den 8. Dezember 1917. ... |
* Urlaubsgesuche für russisch-polnische Arbeiter sollen, wie die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg bekannt gibt, nur bis zu 4 Wochen beantragt werden. In dringenden Fällen sind zur Gewährung längeren Urlaubs die Heimatbehörden des besetzten Gebietes um Aeußerung zu ersuchen. Wer russisch-polnische Arbeiter abgeben will, stelle sie sofort der deutschen Arbeitszentrale in Berlin oder dem Arbeitsamt der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg zur Verfügung. |
Großer Kastenwagen und Pferdegeschirre sofort zu verkaufen. Näheres: Fiedler, Blumberg. Bahnhofstr. 17b. |
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung uns teuren Entschlafenen, des Landwirts Wilhelm Ebel, für die vielen Kranzspenden von nah und fern, besonders Herrn Pastor Ramin, dem hiesigen Gesang- und Turnverein, sowie allen Verwandten, Freunden und Bekannten sagen wir unseren herzlichsten Dank. Blumberg, im Dezember 1917. Die trauernden Hinterbliebenen. |
Auszug aus der Verlustliste. Bolle, Richard, geb. 20.2. in Lindenberg, gefallen |
1 Arbeiterfamilie findet sogleich oder zum 1. April Wohnung und Arbeit bei August Grün in Blumberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Keller, Alfred, geb. 20.2. in Blumberg, leicht verw. |
* Das Ende des Zweimarkstücks. Nur noch wenige Tage trennen uns von der Außerkurssetzung der so beliebten Zweimarkstücke, da vom Bundesrat als Tag der Außerkurssetzung mit Ausnahme der in Form von Denkmünzen geprägten Stücke der 1. Januar festgesetzt ist. ... |
Ein Schlitten steht zum Verkauf bei F. Weber, Lindenberg bei Berlin, Dorfstraße 35. |
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Auszug aus der Verlustliste. Adler, Fritz, geb. 25.6. in Blumberg, bisher als im Reservelazarett II Bremen befindlich gemeldet, + infolge Krankheit in Blumberg am 27.11.17 Auguzke, Otto, geb. 9.1. in Lindenberg, leicht verw. |
Die kalten Vorortzüge. Der Eisenbahndirektion Berlin ist von Bewohnern der Vororte die dringende Bitte unterbreitet worden, als Ersatz für die fehlende Heizung der Wagenabteile den Fußboden mit warmen Decken zu belegen. Bei dem jetzigen Schneefall entwickeln sich eine Feuchtigkeit und ein Schmutz in den Abteilen, die jeder Beschreibung spotten. An eine Reinigung ist bei dem fortlaufenden Gebrauch der Wagen nicht zu denken, und so nimmt die Nässe während des Tages immer mehr zu. Sollte es der Eisenbahndirektion nicht möglich sein, genügende Mengen alter wollener Decken aufzubringen, dann sollte sie mit einfachen Strohmatten einen Versuch machen. |
Nachruf zum 6. Januar 1917. Treues Gedenken zum Sterbetage unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels, des Gefreiten der Landwehr Carl Baumgarten gestorben am 6. Januar 1917 ganz unerwartet im Lazarett Illenau nach 2 1/2 Jahre langen Strapazen im Weltkriege. Die trauernden Eltern u. Geschwister. Blumberg, den 5. Januar 1918. ... |
Altlandsberg. Der Inhaber der hiesigen Geschoßkorbfabrik, Paul Beckert, erhielt das Preußische Verdienstkreuz für Kriegshilfsdienst. |
Ein Pferd verkauft Reiche, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Unter dem Pferdebestande des Landwirts Paul Lindemann in Eiche ist amtstierärztlich Räude festgestellt. Sperrmaßregeln sind angeordnet. Ahrensfelde, den 10. Januar 1918 Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Auszug aus der Verlustliste. Grummisch, Richard, geb. 3.10. in Ahrensfelde, vermißt |
Zu kaufen gesucht guterhaltener, mittelstarker Gemüsekram-Wagen. Max Thiemisch, Hönow. Ein langer Pelz mit groß. Kragen, schon gedeckt, zu verkaufen. Birkholz b. Blumberg, Bezirkspostamt. Sabatka. |
Auszug aus der Verlustliste. Zimmermann, Paul, geb. 24.7. in Mehrow, bisher vermißt, lt. priv. Mitt. in Gefgsch. |
Auszug aus der Verlustliste. Engel, Rudolf, geb. 20.4. in Mehrow, bisher vermißt, in Gefgsch. 7.8.16 Die Beschlagnahme von Mauersteinen, Dachziegeln und Drainageröhren tritt am 25. Januar 1918 in Kraft. Der Verkauf und Verbrauch von Mauersteinbruch, sowie von Formsteinen bis 500 Stück, von Dachziegeln bis zu 1000 Stück, von Drainageröhren bis zu 500 Stück und von den übrigen Gegenständen bis zu 5000 Stück in einem Kalendermonat für eine Baustelle ist jedoch weiterhin gestattet. |
Kiefern-Brennholz hat abzugeben August Ebel, Blumberg. |
Lindenberg. In der vergangenen Woche tauchte hierselbst ein Feldwebel auf, der angab, Mittwoch, den 30. Januar 1918 müßten sämtliche Gefangene von hier zurück ins Lager, um von dort in die Heimat übergeführt zu werden. Damit die Gefangenen kein deutsches Geld ins Lager mitbrächten, käme am Montag ein Bote und würde das eingeführte Lagergeld bringen. Er selbst würde aber schon Geld mitnehmen. Eiligst holten die Wachtposten das von den Gefangenen gesparte Geld zusammen und dem Herrn Feldwebel konnten 945 M. ausgehändigt werden, worauf er sich nach Ausstellung einer Quittung verabschiedete. Als der Montag kam, aber kein Bote mit Lagergeld, entstanden Zweifel darüber, ob der Mann in Feldwebel-Uniform zur Empfangnahme des Geldes berechtigt war. Wahrscheinlich ist der angebliche Feldwebel Stautke ein Schwindler, denn seine Angaben, er käme von der Intendantur Belle Alliancestraße 138, erwiesen sich als unwahr; dort befindet sich gar keine Intendantur. |
Einen tüchtigen Kutscher oder Arbeiter, der mit Pferden Bescheid weiß, bei hohem Lohn und freier Station verlangt Albert Rühle, Lindenberg. |
Arbeiter-Familie für sofort oder später sucht Gustav Felgentreu, Gärtnerei, Hönow. Wohnung vorhanden. |
Auszug aus der Verlustliste. Bader, Georg, geb. 9.11. in Lindenberg, leicht verw. Kein "Rübenbier"! Der preußische Finanzminister hat eine Verfügung erlassen, wonach die Verwendung von Rüben zur Herstellung bierähnlicher Getränke verboten ist. Von verschiedenen Brauereien war die Genehmigung zur Herstellung eines Bierersatzgetränkes erbeten worden, das aus Runkelrüben, Hopfen, Hefe und Wasser nach einem patentierten Verfahren bereitet werden soll. Das Getränk ist, wie der Finanzminister betont, als bierähnliches im Sinne des Brauereisteuergesetzes anzusehen, weil es durch die Vergärung des in den Rüben enthaltenen Zuckers hergestellt wird. Seine Herstellung ist indessen nicht zulässig, weil die Runkelrüben, aus denen der Zucker im Verlaufe des Brauverfahrens gewonnen wird, einen verbotenen Malzersatzstoff darstellen. Abgesehen hiervon ist die Verwendung von Runkelrüben zur Herstellung bierähnlicher Getränke auch deshalb zu verbieten, weil diese Rüben nicht nur als wertvolles Futtermittel dringend benötigt sind, sondern auch in erheblichem Umfange zur Marmeladestreckung und zur Kaffee-Ersatz-Herstellung dienen müssen. Aus den gleichen Erwägungen kann auch die Verwendung von Zuckerrüben zur Herstellung von Bierersatz, die in den Brauereien beabsichtigt zu sein scheint, nicht zugelassen werden. |
Auszug aus der Verlustliste. Märten, Friedrich, geb. 28.10. in Blumberg, bisher vermißt, in Gefgsch. (A.-N.) [Auslandsnachricht] Die Ausdehnung des Flachsanbaus im Jahre 1918 ist eine militärische und nationale Notwendigkeit. Bei dem großen Mangel an Leinwand und Nähgarn ist der Anbau von Flachs eine Pflicht gegen das Vaterland geworden. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Hörnicke, Richard, Utffz., geb. 3.2. in Hönow, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Pantke, Adolf, Gefr., geb. 6.6. in Blumberg, schwer verw. |
Tragende Ziegen verkauft Reiche, Lindenberg. |
Wichtig für Landwirte! Wir suchen Rittergüter, Güter und Bauerngrundstücke für Kriegsbeschädigte und andere zahlungsfähige Reflektanten. Meldungen mit genauer Angabe der Größe, lebendes und totes Inventar. Direktion der Berliner Ansiedlungs-Gesellschaft, Berlin, Königgrätzer Straße 81 |
Kutscher, verheiratet, auch unverheiratet nicht ausgeschlossen, verlange [!] sofort oder später, Wohnung vorhanden. Gustav Felgentreu, Gärtnerei und Gemüsebau, Hönow. |
Tüchtige Mädchen sucht sofort und später für Gärtnerei und Gemüsebau Gustav Felgentreu, Gärtnereibesitzer, Hönow. |
Lindenberg. Dem Grenadier Georg Bader, Sohn des Klempnermeisters Albert Bader von hier, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden. |
Bernau. Aufhebung des verschärften Belagerungszustandes in Groß Berlin. ... |
Ein überzähliges Pferd ist zu verkaufen bei Gustav Schumann, Lindenberg. |
Bekanntmachung betreffend Reichstagsersatzwahl. Nach der Verfügung des Herrn Reichspräsidenten in Potsdam ... ist die Ersatzwahl eines Reichstagsabgeordneten für den 6. Wahlkreis des Regierungsbezirks Potsdam am 14. März 1918 vorzunehmen. ... Berlin, den 20. Februar 1918. Der Wahlkommissar, von Bredow, Landrat. Lfd. Nr. des Wahlbezirkes / Bestandteile des Wahlbezirkes 2 / Ahrensfelde 12 / Blumberg, Gemeinde und Gut 20 / Eiche 48 / Lindenberg 55 / Mehrow, Gemeinde und Gut |
Bekanntmachung. Abänderung des Kleinhandelshöchstpreises für Speisekartoffeln. ... Der Preis für 1 Pfd. Speisekartoffeln darf im Kleinhandel 10 Pfennige nicht übersteigen. ... Berlin, den 27. Februar 1918. Namens des Kreisausschusses des Kreises Niederbarnim Der Vorsitzende, komm. Landrat, von Bredow. |
Bernau. Die vom Landrat des Kreises Niederbarnim aus Anlaß eines Tollwutfalles in Löhme am 19. Dezember v. Js. angeordnete Hundesperre für Löhme, die Städte Altlandsberg und Bernau sowie die Gemeinden und Gutsbezirke Ahrensfelde, Altlandsberg Amt, Birkholz, Blumberg, Börnicke, Eiche, Hönow, Krummensee, Lindenberg, Mehrow, Schwanebeck, Seeberg, Seefeld und Zepernick hat mit dem Ablauf des 10. März ihr Ende erreicht. |
Bernau. Die am gestrigen Donnerstag im Wahlkreise Niederbarnim stattgefundene Reichstagsersatzwahl hat zu keinem endgültigen Ergebnis geführt. Es ist eine Stichwahl zwischen den beiden Sozialdemokratischen Kandidaten erforderlich. Es entfielen auf: Amtsvorsteher Kühn (kons.) 3859 Stimmen Stadtsyndikus Dr. Maretzky (natl.) 7781 Stimmen Eisenbahnhandwerker Hoffmann (fortschr. Vp.) 6243 Stimmen Redakteur Wissel (soz. Mehrheit) 28422 Stimmen Dr. Breitscheidt (unabh. Soz.) 18640 Stimmen ... |
Hönow. Als dieser Tage beim Landwirt L. ein Berliner vorsprach, wahrscheinlich um zu hamstern, hieß er anstatt der gewünschten Kartoffeln einen im Vorsaal hängenden Damenmantel, der einer Lehrerin gehörte, mitgehen. Der Verlust des Mantels, in dem sich die Uhr der Besitzerin befand, wurde natürlich bemerkt. Der etwa 16 jährige Sohn des Herrn L., der abends zur Schule nach Berlin fuhr, paßte nun in Mahlsdorf auf die Abfahrenden auf und verwickelte im Zuge den Verdächtigen in ein Gespräch, beobachtete ihn genau, auch seinen Rucksack, und bemerkte in letzterem den gestohlenen Mantel. Auf dem Schlesischen Bahnhof ließ er alsdann den Mann verhaften. |
Für die vielen Beweise der Liebe und Treue und Teilnahme sowie für die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Entschlafenen Frau Pauline Bolle, geb. Möser, sagen wir allen, insbesondere Herrn Pastor Schacht für die trostreichen Worte herzlichen Dank. Im Namen der trauend. Hinterbliebenen: August Bolle nebst Kindern. Lindenberg, den 20. März 1918. |
Das Feldheer braucht dringend Hafer, Heu und Stroh! Landwirte, helft dem Heere! |
1 Knecht verlangt Gutsbesitzer Hübner, Lindenberg. |
Bekanntmachung betreffs Beschlagnahme, Enteignung und Meldepflicht von Einrichtungsgegenständen bzw. freiwilliger Ablieferung auch von anderen Gegenständen aus Kupfer, Kupferlegierungen, Nickel, Nickellegierungen, Aluminium und Zinn vom 28. März 1918. ... Sammelbezirke: Lfd. Nr. 5 Sammelstellen (Hauptorte): Berlin-Buchholz, Gem. Angegliederte Ortschaften: Blankenburg, Gem. u. Gutsbez.; Karow, Gem.; Buch, Gem. u. Gutsbez.; Lindenberg, Gem.: Schwanebeck, Gem. Lfd. Nr. 17 Sammelstellen (Hauptorte): Ahrensfelde, Gem. Angegliederte Ortschaften: Blumberg, Gem. u. Gutsbez.; Löhme, Gem. u. Gutsbez. ; Seefeld, Gem.; Birkholz, Gem.; Wartenberg, Gem. u. Gutsbez.; Falkenberg, Gem. u. Gutsbez.; Eiche, Gem.; Mehrow, Gem. u. Gutsbez. |
Personal-Nachweisung. Bestätigt: ...; der Landwirt Paul Lindemann als Gemeindevorsteher der Gemeinde Eiche; ... |
Hönow. Der Lehrer Oswald Meyer von hier, der als Leutnant der Reserve im Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. |
Die Sommerzeit wird am 15. April 1918 wieder eingeführt. An diesem Tage sind sämtliche Uhren um 2 Uhr vormittags um eine Stunde, d.h. auf 3 Uhr vormittags vorzustellen. ... |
Bekanntmachung. Den nachstehenden Personen, die im vergangenen Jahre vom Kreise als Eieraufkäufer bestellt worden waren, ist diese Berechtigung entzogen worden: ... H. Grünwald, Lindenberg, Dorfstur. 48 ... Berlin, den 10. April 1918. Der Kreisausschuß des Kreises Niederbarnim I.A.: Dr. Fromm. |
Einen Bullen zur Zucht hat zu verkaufen F. Laaß, Schmiedemeister, Krummensee bei Seefeld (Mark). |
Auszug aus der Verlustliste. Kieschewsky, Heinrich, geb. 12.10. in Blumberg, schwer verw. |
Braunen Wallach, im 4. Jahre, verkauft Landwirt Adolf Doeberitz, Hönow. |
Bernau. Von der Potsdamer Handelskammer, Sitz Berlin, wird uns folgendes mitgeteilt: Mit Rücksicht auf die Lederknappheit erscheint es zweckmäßig, daß die Fuhrhalter die in ihrem Besitz befindlichen Scheuklappen der Pferde, welche in der Regel nur eine Behinderung derselben darstellen, zur Besohlung von Stiefeln zur Verfügung stellen. Es ist deshalb wünschenswert, daß die Fuhrhalter, die in ihrem Besitz befindlichen Scheuklappen bei der zuständigen Sammelstelle freiwillig abgeben. |
Kaffeegrund und Alteisen sind nicht mehr zu sammeln! ... |
Warnung! In der letzten Zeit ist beobachtet worden, daß Burschen, Lehrlinge und Schüler im Knopfloch bunte Bänder tragen. Nicht selten sind diese Bänder im Aussehen Ordensbändern gleich, die nur Personen, die Kriegsauszeichnungen besitzen, zu tragen berechtigt sind. Es ist deshalb auf einen Generalkommando-Erlaß aufmerksam gemacht, nach dem das unbefugte Tragen solcher Bänder mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft wird. |
Auszug aus der Verlustliste. Adler, Gustav, Gefr., geb. ... in Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Dupont, Gustav, geb. 1.2. in Ahrensfelde, bisher vermißt, in Gefgsch. (A.-N.) |
Hunde an die Front! ... |
Auszug aus der Verlustliste. Rehm, Adolf, geb. 24.12. in Elisenau, vermißt Hönow. Durch Verleihung des Eisernen Kreuzes wurden ausgezeichnet der Landsturmmann Emil Kirschbaum, Sohn des hiesigen Gemeindevorstehers, und der Kriegsfreiwillige Richard Seeger, Sohn der Gastwirtin Witwe Berta Seeger hierselbst. |
Auszug aus der Verlustliste. Ernst, Robert, Sergeant, geb. 5.4. in Blumberg, schwer verw. |
Werneuchen. Die von den städtischen Körperschaften vorgenommene Wahl des Herrn Stadtrentmeisters G. Krause in Schönsee zum Bürgermeister unserer Stadt ist nunmehr von der Königlichen Regierung bestätigt. Herr Krause wird in Kürze sein Amt antreten. |
Den Heldentod für sein Vaterland starb am 10. April 1918 in schweren Kämpfen im Westen unser lieber Turnbruder Gustav Rücker Grenadier in einem Inf.-Regt. Der Verein wird sein Andenken stets bewahren. Deutscher Turnverein Jahn, Lindenberg. Heute, Sonnabend 2 1/2 Uhr verschied nach langem, schweren Leiden meine inniggeliebte Frau und unsere treusorgende Mutter und Großmutter, Schwester und Tante Bertha Pfuhl, geb. Guthke, im 61. Lebensjahre. Dies zeigt allen Freunden und Bekannten tiefbetrübt um stilles Beileid bittend an August Pfuhl, Stellmachermeister nebst Söhnen und allen Hinterbliebenen. Lindenberg, den 4. Mai 1918. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Mai, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Auszug aus der Verlustliste. Wenzel V, Willi, geb. 31.3. in Blumberg, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Noack, Richard, Gefr., geb. 4.10. in Blumberg, schwer verw. |
Personal-Nachweisung Bestätigt: ...; der Landwirt Wilhelm Lindenberg I als Schöffe der Gemeinde Eiche |
Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme beim Tode unserer teuren Entschlafenen Frau Bertha Pfuhl ... herzlichsten Dank. Noch besonders danken wir Herrn Pastor Schacht für die trostreichen Worte, sowie Herrn Lehrer Bauer mit dem Schülerchor und den Herren Trägern für ihre Mühewaltung. Lindenberg, den 12. Mai 1918. Aug. Pfuhl nebst Söhnen und allen Hinterbliebenen. |
Auszug aus der Verlustliste. Framke, Fritz, Utffz, geb. 4.4. in Blumberg, schwer verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Reuß, Fritz, geb. 30.1. in Blumberg, leicht verw. Verlängerte Polizeistunde infolge der Sommerzeit. Der Regierungspräsident in Potsdam hat die Polizeistunde für alle Gast-, Speise- und Schankwirtschaften sowie Kaffees des Regierungsbezirkes Potsdam, die jetzt um 10 Uhr zu schließen haben, von jetzt ab bis zum 31. August 1918 einschließl. auf 11 Uhr abends festgesetzt. ... |
Bekanntmachung. Pferdevormusterung. ... Reiseplan für die Pferdevormusterung im Kreise Niederbarnim, 4. Mobilmachungsjahr (1917/18) Reisetag / Datum 27 / Mittwoch, den 19. Juni 28 / Donnerstag, den 20. Juni 36 / Freitag, den 28. Juni 43 / Freitag, den 5. Juli |
Ahrensfelde. Wohlverdiente Ehrungen wurden hier der Dienstmagd Rosine Müller zuteil, welche am 2. Januar d. Js. auf 40 Jahre zurückblicken konnte, in denen sie in der Wirtschaft des Bauerngutsbesitzers Julius Lehmann in seltener Treue und Hingebung gedient hat. Nachdem sie bereits von der Landwirtschaftskammer mit der silbernen Medaille für 40 jährige treue Dienste ausgezeichnet worden war, ist ihr aus gleicher Veranlassung nunmehr auch von Ihrer Majestät der Kaiserin das goldene Verdienstkreuz nebst einem Diplom verliehen worden. Letztere beiden Auszeichnungen wurden der Jubilarin in feierlicher Veranstaltung und in Gegenwart der Dienstherrschaft sowie der beiderseitigen nächsten Verwandten durch den Ortspfarrer Benecke überreicht. Daran schloß sich eine kriegsmäßig einfache aber nichtsdestoweniger schöne und gemütliche Familienfeier, welche Zeugnis ablegte von dem herzlichen Verhältnis, in welchem auf der Wirtschaft des Herrn Lehmann Arbeitgeber und Arbeitnehmer zueinander stehen. Erwähnt sei noch, daß auf derselben Wirtschaft der Bruder der Jubilarin seit 30 Jahren und ein Knecht seit 15 Jahren in Arbeit stehen. Möge es der Jubilarin vergönnt sein, noch lange Zeit ihre treuen Dienste ihrer Herrschaft zu widmen und sich ihrer wohlverdienten Auszeichnungen zu erfreuen. |
Auszug aus der Verlustliste. Tiele [!], Paul, geb. 24.3. in Ahrensfelde, gefallen Wegener, Reinhold, Utffz., geb. 4.8. in Eiche, schwer verw. |
Statt besonderer Anzeige Am 2. Pfingstfeiertag früh entschlief ... Alwine Pach geb. Koch im 55. Lebensjahre Um stille Teilnahme bittend. Im Namen aller Leidtragenden: Wilhelm Pach. Lindenberg, den 20. Mai 1918 ... |
Auszug aus der Verlustliste. Schuhr, Wilhelm, geb. 10.11. in Elisenau, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Götze, August, geb. 2.6. in Lindenberg, leicht verw. |
Haferkaff verkauft Rittergut Blumberg. Rieselgras von gepachteten Rieselflächen des Rittergutes Birkholz gibt an der Elisenauer Grenze zum Selbstwerben ab Rittergut Blumberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Neumann, Richard, Gefr., geb. 3.5. in Ahrensfelde, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Grothe, Fritz, Gefr., geb. 3.12. in Mehrow, leicht verw. |
Deutsche, sammelt Brennesseln! Zur Versorgung des Heeres mit Unterkleidung und ähnlichen Ausrüstungsstücken muß die Gewinnung der Brennessel zur Erzeugung von Nesselfaser in größtem Maßstab erfolgen. Die meisten Brennesseln werden der Fasergewinnung dadurch entzogen, daß sie in der Heuernte mit abgemäht werden. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Adam, Karl, geb. 12.11. in Lindenberg, schwer verw. Müller, Albert, geb. 10.11. in Lindenberg, + an seinen Wunden |
Die ersten Eilzüge 4. Klasse. Nach Friedensschluß sollen, wie der Minister vor kurzer Zeit im Landtage mitteilte, Eilzüge eingerichtet werden, welche die 4. Klasse mitführen. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Rücker, Gustav, geb. 14.4. in Lindenberg, gefallen |
Ein Grasmäher und ein Walter A. Wood- Getreidemäher zu verkaufen bei Hübner, Lindenberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Rabe, Gustav, Utffz., geb. 12.4. in Blumberg, verwundet 16.11.16 Weshalb sammeln wir Glühlampensockel? In unserer heutigen rohstoffarmen Zeit ist selbst das geringste Abfallgut wichtig genug, gesammelt zu werden. ... In Deutschland werden jährlich rund 100 Millionen Glühbirnen hergestellt. Sammeln wir nur die Hälfte davon wieder ein, so ist damit viel gewonnen. Wir sparen dadurch nicht nur Metall, da sich ja das alte Material, wenn das Gewinde nicht verbeult ist, wieder verwenden läßt, sondern wir sparen vor allen Dingen auch Kohle und Arbeitskraft und schonen die Maschinen. ... Glühlampensockel nehmen alle unter Aufsicht der Kriegsamtstelle in den Marken befindlichen Sammelstellen entgegen. |
Auszug aus der Verlustliste. Ibscher, Richard, geb. 31.10. in Hönow, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Hammann, Adolf, geb. 28.2. in Blumberg, leicht verw. Salzmann, Rudolf, geb. 14.7. in Lindenberg, schwer verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Jänicke, Adolf, geb. 25.5. in Blumberg, leicht verw. |
Verbot der Brennessel-Verfütterung. Laut Verfügung des Kriegsministeriums vom 2. Oktober 1917 dürfen Brennesseln weder verfüttert, noch als Gemüse verwendet werden. Sobald die Brennesseln abgeerntet sind, unterliegen sie der Meldepflicht an das Webstoffmeldeamt der Kriegsrohstoffabteilung des Kgl. Preußischen Kriegsministeriums ... Sammelt Rosenblätter als Rauchtabak! Seit der echte Tabak immer knapper geworden ist und der Raucher sich mit einem Ersatz begnügen muß, der oft eine verzweifelte Ähnlichkeit mit zerkleinerter Baumrinde, zerschnittenen Stuhlrohrsitzen und allerhand auf irgendeiner Ladestraße aufgefegtem Schmutz hat, ist das Ausschauhalten nach Tabakstreckmitteln eine wichtige Aufgabe des Rauchers. Deshalb sei ihm empfohlen, möglichst reichlich die Blätter abgewelkter Rosen zu sammeln. Man trocknet diese auf einem Bogen Papier in der Sonne, was sehr rasch vonstatten geht und hat dann bereits den fertigen Tabakersatz vor sich. Mit etwas trockenem Buchenlaub gemischt und ein paar Krümeln echten Tabaks dazwischen bietet er einen, wenn auch bescheidenen, so doch sauberen Rauchgenuß. Man weiß wenigstens, was man raucht. ... |
Fohlen, Rappe, Oldenburger, 2 Jahre alt, verkauft Gustav Wenzel, Blumberg. |
Das Feldheer braucht dringend Hafer, Heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere! |
Bekanntmachung der Reichsbekleidungsstelle über Ersparung von Futterstoffen. Vom 28. Juni 1918. Auf Grund der Bundesratsverordnung über Befugnisse der Reichsbekleidungsstelle wird folgendes bestimmt: § 1. Am Halse geschlossene Joppen für Männer oder Knaben dürfen - abgesehen von den Ärmeln - nicht mit Futter versehen werden. ... § 2. Die Rückenteile der Röcke, Jacken und Westen der Oberbekleidung für Männer oder Knaben dürfen nicht mit Futter versehen werden. ... § 3. Röcke und Jacken der Oberbekleidung für Männer oder Knaben dürfen nicht mehr als 4 Taschen, Westen und Hosen für Männer oder Knaben nicht mehr als 3 Taschen enthalten. § 4. Von den Bestimmungen ... sind betroffen: Alle Betriebe und Personen, die bezeichneten Gegenstände aus gewebten oder gewirkten Stoffen gewerbsmäßig oder gegen Entgelt zuschneiden, anfertigen, be- oder verarbeiten. § 5. Die Bestimmungen ... finden keine Anwendung: a) auf die Umarbeitung von Bekleidungsstücken, bei der das bisherige Futter wieder verwendet wird; b) wenn Futterstoffe, die ausschließlich aus Papiergarn hergestellt sind, verwendet werden; c) auf Uniformen für Angehörige des Heeres oder der Marine. § 6. Zuwiderhandlungen ... werden ... mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. ... § 7. Diese Bekanntmachung tritt mit dem 30. Juni 1918 in Kraft Berlin, den 25. Juni 1918. Reichsbekleidungsstelle Geheimer Rat Dr. Beutler, Reichskommissar für Bürgerliche Kleidung. |
Altlandsberg. Die Schulzsche Schneidemühle hierselbst ist dieser Tage nachts mit sämtlichen Vorräten an Balken, Brettern und sonstigen fertigen Waren niedergebrannt. |
Auszug aus der Verlustliste. Köhler, Otto, geb. 25.5. in Hönow, nicht ausgetauscht, sondern in Gefgsch. |
Auszug aus der Verlustliste. Conrad, Paul, Utffz., geb. 6.3. in Lindenberg, + an seinen Wunden |
Auszug aus der Verlustliste. Reinicke, Hermann, Utffz., geb. 30.6. in Ahrensfelde, leicht verw. Das Rucksacktragen in der Eisenbahn verboten. Die zahlreichen, durch Rucksacktragen entstandenen Fensterscheibenbrüche haben die Eisenbahnverwaltung veranlaßt, das Tragen vollgepackter Rucksäcke auf dem Rücken beim Betreten und Verlassen der Wagen unter bahnpolizeiliche Strafe zu stellen. Daneben muß noch der verursachte Schaden ersetzt werden. |
Auszug aus der Verlustliste. Meinert, Adolf, geb. 6.8. in Blumberg, gefallen |
10 Zucht-Ferkel verkauft billig Thiemisch, Hönow. |
Auszug aus der Verlustliste. Adam, Friedrich, geb. 7.1. in Lindenberg, vermißt |
Auszug aus der Verlustliste. Adam, Friedrich, geb. 7.1. in Lindenberg, schwer verw. |
Die Gemeindevorsteher von Ahrensfelde, Biesdorf, Birkenwerder, Berlin-Buchholz, Heinersdorf, Hermsdorf, Herzfelde, Hohenschönhausen, Kaulsdorf, Lübars-Waidmannslust, Mahlsdorf, Wandlitz, Werder bei Rehfelde und Woltersdorf haben der Kohlenstelle des Königlichen Landratsamtes des Kreises Niederbarnim folgende Eingabe unterbreitet: "Die Verordnung des Kohlenverbandes Groß-Berlin vom 12. März 1918 über die Kohlenverteilung für Hausbrand in Groß-Berlin regelt die Kohlenversorgung der Verbraucher für deren Ofenbrand einseitig nach den Bedürfnissen der Großstadt, deren Wohnungen mit Ausnahme der an Straßenecken nur eingebaute Zimmer, d.h. solche mit einer Außenwand enthalten. Die offene Bauweise, die in vielen Orten des Kreises Niederbarnim vorgeschrieben ist, wird gänzlich außer Rechnung gelassen. ... Es bedarf keines Beweises, daß ein Zimmer mit zwei Außenwänden erheblich schwerer zu heizen ist, als ein eingebautes Zimmer. ..." |
Guterhalt. od. neuer, starker Gemüse-Plattenwagen, 6 Schichten lang, zu kaufen gesucht. Otto Doeberitz, Hönow, Kreis Niederbarnim. |
Die Beschlagnahme der Sonnenvorhänge, die jetzt verfügt worden ist, um Stoffe für die Leibwäsche der Minderbemittelten zu schaffen, umfaßt Gardinen, Stores, Rouleaux und ähnliche Vorhänge. Ausgeschlossen bleiben Tüllgardinen und durchbrochene Gardinen, Behänge aus Seide, Halbseide, Kunstseide und reinen Papiergarnen. Die Maßnahme erstreckt sich nicht auf Privathaushaltungen und Dienstwohnungen. ... |
Arbeiterinnen für leichte Arbeit stellt sofort ein Feuerwerkerei Malchow bei Weißensee. |
Die Löhnung der Kriegsgefangenen. Der Kyffhäuser-Bund (Deutscher Kriegerverein) hat beim Kriegsministerium angeregt, für alle Heeresangehörige, auch Löhnungsempfänger, die Besoldung dergestalt einheitlich zu regeln, daß Nachzahlung der Löhnung erfolgt. ... |
Bekanntmachung. Die Räude unter den Pferdebeständen der Besitzer Lehmann und Lindemann in Ahrensfelde und Eiche ist erloschen. Ahrensfelde, den 31. Juli 1918. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Wehmütige Erinnerung zum Sterbetage meines lieben, unvergeßlichen Sohnes Georg gestorben im Alter von 21 Jahren am 5. August 1918. ... Deine tieftrauernde Mutter, Auguste Kolberg Lindenberg, den 5. August 1918. |
Auszug aus der Verlustliste. Jahn, Hermann, geb. 13.10. in Lindenberg, schwer verw. |
Marzahn. Dieser Tage wurde nachts im Chausseehaus hierselbst ein Einbruchsdiebstahl verübt. Die Diebe sind durch ein Kellerfenster in den Keller gestiegen, und als sie dort beim weiteren Vordringen auf verschlossene Türen stießen, sind sie vom Hofe aus mittels einer langen Leiter in ein Dachfenster eingestiegen. Durch Hundegebell sind die Einbrecher wahrscheinlich gestört worden; durch die Haustür haben sie dann ihren Weg ins Freie genommen. An Beute nahmen die Diebe mit gefüllte Konservengläser, einen Rucksack, eine lederne Schulmappe und einen Türschlüssel. |
Auszug aus der Verlustliste. Seiffert, Willi, geb. 20.8. in Hönow, leicht verw. |
15 Erdarbeiterinnen sowie Akkordarbeiterinnen für leichte Arbeit werden sofort eingestellt in der Munitionsfbr. Feuerwerkerei Deichmann & Co., Malchow b. Berlin. |
Verteilung von Salzheringen im Kreise Niederbarnim. Um der Bevölkerung anstelle der wegfallenden Fleischration in der Zeit der ersten fleischlosen Woche vom 19. bis 25. August andere Nahrungsmittel zuzuführen, wird auch im Kreise Niederbarnim in dieser Zeit durch das Landratsamt eine einmalige Verteilung von Salzheringen vorgenommen. |
Gegen die Wanderunsitten wendet sich der Arbeitsausschuß zur Bekämpfung der Wanderunsitten (Geschäftsstelle: Alfred Lange, Berlin-Niederschönhausen, Schloß-Allee 42) mit einem Anschlag, in dem es u.a. heißt: Deutsche Jugend! Kleidet euch auf Wanderungen einfach und anständig! Fort mit Zipfelmützen, bunten Narren- und Maskenkostümen, unnützem Zierrat! Betragt euch anständig und unauffällig! Singt und spielt, aber lärmt nicht ohne Unterlaß, vorallem nicht in Ortschaften, auf den Bahnhöfen und in den Zügen. Schützt unsere Wälder und Felder! Beschädigt nicht Bäume, Sträucher, bestellte Aecker usw. Hetzt, quält und tötet nicht die Tiere! Besudelt nicht den Wald durch Papier, Abfälle und Unrat. Zündet kein Feuer im Walde an! Diese Anschläge sind in den letzten Woche überall angebracht worden, durch die Eisenbahnverwaltungen auf sämtlichen Bahnhöfen der Provinz, durch die Forstabteilungen der Potsdamer und Frankfurter Regierung und des Verbandes Groß-Berlin in den Wäldern, besonders an den Zugangsstraßen, durch die Magistrate Berlins und der Vororte an allen höheren und Fortbildungsschulen. Der Arbeitsausschuß gibt in Kürze ein Merkblatt heraus, das denselben Zweck verfolgt. Aufklärende und belehrende Vorträge sind für den Winter in Aussicht genommen. Durch diese Tätigkeit soll dem ärgerniserregenden Treiben vieler jugendlicher Wanderer beiderlei Geschlechts Einhalt geboten werden. Altlandsberg. Die gerichtliche Beschau der Leiche des hier vor einigen Tagen tot aufgefundenen Nachtwächters Kiesler hat die Tötung durch Schuß ergeben. Es fanden sich bei der Leiche ein Schuß ins Herz und ein zweiter Schuß zwischen die Rippen. Der erste war sofort tödlich. Bezüglich des Mordes hat ein junges Mädchen ausgesagt, daß es am Donnerstag abends 1/2 7 Uhr in der Amtsfreiheit zwei Männer mit einem Reisekorb gesehen habe, die sich dann mit einem dritten Mann vereinigten. - Weiter wird mitgeteilt, daß mit dem Korb am 8. August nachmittags ein Mann gesehen wurde, der um 3 1/2 Uhr mit dem Kleinbahnzuge von Hoppegarten hier angekommen ist und vor etwa 3 Wochen schon einmal hier war. Beschrieben wird dieser wie folgt: Alter rund 50 Jahre, ziemlich groß (etwa 1,75 m), gebückte Haltung, hageres Gesicht, anscheinend etwas heisere Stimme, leicht angegraute Schläfen und kurzer grauer Schnurrbart. Angaben über Kleidung schwanken, wahrscheinlich trug er schwarze Schnürschuhe, dunklen (braunen) Anzug, Stehkragen, reichlich kurze Hosen und blaue Schirmmütze mit Sturmband. Bei einem hiesigen Schmiedemeister hat er am Nachmittag des 8. August einen 22 1/2 cm langen, alten Hartmeißel abgegeben, der in seinem oberen Teil etwa 2 1/4 quadratisch geformt ist und 2 eingekörnte, kaum lesbare Anfangsbuchstaben trägt, vielleicht B.D. oder ähnlich. Früher hat der Mann hier ein Stemmeisen mit Eisengriff durch Aufschweißen eines Stück Hartmeißels verlängern lassen wollen. Ob mehrere Täter in Frage kommen, ist noch nicht erwiesen. Eine Belohnung bis zu 200 Mark ist jedem zugesichert, der zur Ermittelung des Verbrechers beitragen hilft. |
Arbeiterinnen für leichte Arbeit werden sofort eingestellt. Feuerwerkerei Malchow bei Weißensee. |
Auszug aus der Verlustliste. Dabiunft [?], Robert, geb. 12.3. in Blumberg, schwer verw. Sill, Erich, geb. 8.10. in Blumberg, gefallen |
Altlandsberg. Wie aus den Berliner Zeitungen zu ersehen ist, hat die Staatsanwaltschaft III in der Kieslerschen Mordsache eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. |
Altlandsberg. Der Nachtwächtermord hierselbst konnte von der Berliner Kriminalpolizei aufgeklärt werden. Unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft wurde von ihr der 70 Jahre alte, aus Prag gebürtige Kellner und Geschäftführer Wenzel Kirchhof aus der Müncheberger Straße 15 in Berlin verhaftet. In der Nacht zum 9. August gegen 1 1/2 Uhr wurde bekanntlich der hiesige Nachtwächter Kiesler von einem Hühnerdieb, den er verfolgte, in der Nähe des Kleinbahnhofs erschossen. Mit dem Korbe, der bei der Leiche gefunden wurde, war nachmittags um 3 1/2 Uhr ein Mann in der Gegend gesehen worden, der mit dem Kleinbahnzug von Hoppegarten gekommen war. Die Verfolgung der Spur führte die Kriminalpolizei auf den alten Kirchhof, der in Eggersdorf ein Gartengrundstück als Eigentümer hat. Gerade an dem verhängnisvollen Tage, am Nachmittag des 8. August, will er den Korb auf dem Bahnhof an einen alten Soldaten für 10 M. verkauft haben. Die Obduktion der Leiche des erschossenen Wächters förderte zwei Revolvermantelgeschosse zutage, die zu der Waffe passen, die der Verhaftete auch nach der Bekundung seiner eigenen Angehörigen ohne Zweifel gehabt hat. Trotz aller dieser Verdachtsgründe leugnet Kirchhof, er erscheint jedoch vollständig überführt. |
Arbeiterinnen für leichte Arbeit werden sofort eingestellt. Feuerwerkerei Malchow bei Weißensee. |
Altlandsberg. Der 70 Jahre alte Kellner Wenzel Kirchhof, der, wie berichtet, unter dem dringenden Verdacht des Mordes an dem Nachtwächter Kiesler hier verhaftet worden ist, hat sich im Gewahrsam an seiner Leibbinde, nachdem er durch Aufzeichnungen über seinen Nachlaß verfügt hatte, erhängt. |
Auszug aus der Verlustliste. Casper, Hermann, Gefr., geb. 27.3. in Blumberg, leicht verwundet Keine Apfelschalen fortwerfen. Apfelschalen geben einen gesunden und nervenstärkenden Tee. Man trocknet darum die dünnen fleckfreien Schalen auf einem Sieb an einer nicht zu heißen Stelle. Die getrockneten Schalen werden in einem luftigen Beutelchen oder in einer Blech-Teedose aufbewahrt. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Wegener, Rudolf, geb. 29.8. in Mehrow, leicht verw. |
Ein brauner Wallach, 172 groß, 4 1/2 jährig, sofort zu verkaufen bei Höft, Lindenberg. |
Weißensee. Die hiesigen Gemeindekörperschaften haben sich in ihrer letzten Sitzung damit einverstanden erklärt, daß der Teil der Gäblerstraße vom Antonplatz bis Mirbachplatz nach dem Fabrikbesitzer Max Steinke in Anbetracht der von ihm in hohem Maße geübten Wohltätigkeit und in Rücksicht auf seine bekannte Stiftung "Max Steinke-Straße" genannt wird. |
Bekanntmachung betr. weiblicher Arbeitskräfte fürs Land In Voraussicht der in der bevorstehenden Uebergangszeit und nach dem Friedensschluß zu erwartenden Umwälzung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beabsichtigt unser Arbeitsamt die Abteilung für Vermittlung weiblicher Arbeitskräfte fürs Land unter weiblicher Leitung auszubauen. Durch eine besonderes Anwerbeorganisation soll die Heranziehung weiblicher Arbeitskräfte und Dienstboten aus der Stadt für den Dienst auf dem Lande in die Wege geleitet werden. ... |
Bernau. Am gestrigen Freitag nachmittags gegen 1/2 2 Uhr ereignete sich auf dem in den Großen Stücken am Blumberger Wege belegenen Felde des Ackerbürgers Wilhelm Lange ein schwerer Unfall, bei welchem der Maurer Gustav Hoppe von hier sein Leben einbüßte. Lange ließ Roggen mittels Dampfmaschine dreschen, wobei H. behilflich war. H. hatte den Auftrag, das Stroh von einer angestellten Leiter aus mit einer Strohgabel nachzuschieben, da infolge Fehlens eines Strohhakens das zu pressende Stroh schräg in die Presse gelangte. Entgegen den Bestimmungen betrat H. den Preßkasten, wobei er durch die Strohhaken zu Boden geworfen wurde und dann, ehe Hilfe kam, bezw. die Maschine zum Stillstand gebracht werden konnte, in die Presse geschoben wurde. Durch die Preßhammer erhielt H. zwei Schläge, daß der Schädel völlig zertrümmert und beide Beine mehrmals gebrochen wurden. Nur als Leiche konnte der Verunglückte aus dem Preßkasten gezogen werden. Wie die Ermittlungen ergeben haben, liegt die Schuld eines Dritten nicht vor, vielmehr ist H. an dem Unfall selbst schuld, denn er wurde kurz zuvor aufgefordert, sich aus dem Preßkasten zu entfernen. Der Lehrling Kahlow, der dem Verunglückten noch Hilfe bringen wollte, bekam von dem Preßhammer einen Schlag auf den linken Arm, wodurch dieser nicht unerheblich verletzt wurde. |
Bernau. Frauenhaar-Ankauf. Das Vaterland braucht zu kriegstechnischen Zwecken alle Sorten Frauenhaare, um daraus Futterstoffe, Treibriemen, Nähgarn, Filzplatten zu U-Booten usw. herzustellen. Jedoch dürfen nur noch die mit dem gesetzlichen Ausweis der Kriegs-Rohstoff-Abteilung versehenen Aufkäufer den gewerbsmäßigen Aufkauf der Haare tätigen. ... |
Verkaufe kräftig. 5jähr. br. Wallach oder 10jähr. Fuchsstute, weil überzählig, unter Garantie August Zybell, Landwirt, Blumberg. |
Bernau. Unsere jüdischen Mitbürger feiern am 7. und 8. September ihr Neujahrsfest. Sie schreiben jetzt das Jahr 5679. |
Aelterer Kutscher, guter Pferdepfleger, für dauernd gesucht. Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. |
Eine Drillmaschine zu verkaufen. Gustav Weidelt, Blumberg, (Bez. Potsdam). |
Auszug aus der Verlustliste. Hellwig, Ernst, Utffz., geb. 21.8. in Lindenberg, leicht verw. Krüger, Wilhelm, Obergefr., geb. 14.1. in Ahrensfelde, verwundet |
Auszug aus der Verlustliste. Grahlmann, Paul, geb. 6.5. in Ahrensfelde, verw. |
Wuhlgarten. Im Herbst diesen Jahres kann die Berliner Städtische Anstalt für Epileptische hierselbst auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde im November 1893 zunächst mit einer Abteilung für 100 Kinder eröffnet und ist im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut, so daß jetzt weit über 1000 Plätze vorhanden sind. |
Auszug aus der Verlustliste. Klingspohn, Paul, geb. 4.6. in Ahrensfelde, gestorben infolge Krankheit |
Auszug aus der Verlustliste. Maskiewitz, Willy, geb. 28.8. in Ahrensfelde, gefallen |
Arbeiterfamilie sucht sofort oder später Landwirt Adolf Doeberitz, Hönow b. Mahlsdorf (Ostb.). |
Auszug aus der Verlustliste. Treloff, Wilhelm, Sergt., geb. 25.6. in Blumberg, leicht verw. |
Blumberg. Welch große Leistungen im Sammeln Kinderhände erzielen können, zeigt das Resultat der im Jahre 1918 von den Kindern der hiesigen Gemeinde-Schule gesammelten Kastanien. Im vergangenen Herbst wurden an die Firma E. Ehrenkönig in Bernau durch Vermittlung des Herrn Revierförsters Nuß in Blumberg über 300 Ztr. Kastanien abgeliefert. Die Anerkennung blieb nicht aus. Dieser Tage ging Herrn Lehrer Feuerstein hier folgendes Schreiben von der Reichsfuttermittelstelle in Berlin zu: "Auf Grund der statistischem Ermittelungen der 'Centrale für Kriegshilfen' sind die 14 höchsten Schulleistungen in der Sammlung von Eicheln und Kastanien im Jahre 1917 festgestellt worden. Unter diesen befindet sich Ihre Schule an erster Stelle. Wir beglückwünschen Sie zu diesem Erfolge und geben unserer Anerkennung Ausdruck, indem wir sie bitten, diejenigen Ihrer Schüler, welche nach Ihrem Dafürhalten sich am meisten bei der Sammlung hervorgetan haben, als Belohnung für die vorjährige und zugleich als Ansporn für die diesjährige Sammlung von Eicheln und Kastanien beigehende 6 Hindenburg-Gedenkmünzen mit dem Ausdruck unseres Dankes zu übermitteln. Dem von dort aus geäußerten Wunsche entsprechend lassen wir Ihnen ferner einen Geldbetrag von 40 Mark anweisen, welchen wir der dortigen Schule zur Anschaffung eines Kunstgegenstandes oder gleichfalls zur Verteilung an die Schüler nach dem Ermessen der dortigen Schule zur Verfügung stellen." Hoffentlich setzen auch die hiesigen Schulkinder in diesem Jahre alles daran, um wieder an erster Stelle zu stehen. |
Altlandsberg. Die Grippe tritt gegenwärtig hier sehr heftig auf und hat auch bereits einige Todesopfer gefordert. Unter den Verstorbenen befindet sich die Krankenschwester Magdalene. |
Auszug aus der Verlustliste. Neumann, Wilhelm, geb. 27.9. in Blumberg, gefallen Altlandsberg. Auf eine fünfundzwanzigjährige segensreiche Tätigkeit als Oberpfarrer an unserer Kirche konnte der hiesige erste Geistliche Superintendent Bäthge am 1. Oktober zurückblicken. |
Auszug aus der Verlustliste. Bruchmann, Otto, Gefr., geb. 16.1. in Lindenberg, gefallen |
Ahrensfelde. Der Offizier-Stellvertreter Alfred Krüger, zweiter Sohn des Stellmachermeisters R. Krüger hierselbst, ist durch Verleihung des Eisernen Kreuzes I. Klasse ausgezeichnet worden. |
Der Höchstpreis für Einfachbier. Die Preisprüfungsstelle Groß-Berlins gibt jetzt bekannt, daß die Schank- und Speisebetriebe aller Art obergäriges und untergäriges Einfachbier aus dem Gebiet der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft nunmehr zum Preise von höchstens 1 M das Liter verkaufen dürfen. Der Höchstpreis für 3 Zwanzigstel bis 10 Zwanzigstel ist von 15 Pfg. bis 50 Pfg. gestaffelt. Die Verordnung tritt am 10. Oktober in Kraft. |
Auszug aus der Verlustliste. Giese, Friedrich, geb. 9.9. in Blumberg, leicht verw. Das Ende der Malzbonbonkochereien. Durch Bekanntmachung des Staatssekretärs des Kriegsernährungsamtes ist die gewerbliche Verarbeitung von Zucker zu Süßigkeiten ausdrücklich verboten, soweit der Zucker nicht von der Reichszuckerstelle oder der Zuckerzuteilungsstelle für das Deutsche Süßigkeitengewerbe oder einen Kommunalverband für diesen Zweck zugeteilt ist. Danach ist fortan die Herstellung von Süßigkeiten in Lohn nicht mehr gestattet. Die 1/2-Markstücke sollen nunmehr gleichfalls zur Einziehung gelangen und den bereits aus dem Verkehr gezogenen 2-Mark- und den 25-Pfennigstücken folgen, um in anderer Weise dem Vaterlande nutzbar gemacht zu werden. Als Ersatz werden neue Stücke aus anderem Metall folgen, mit deren Prägung die staatlichen Münzen bereits befaßt werden. Mit dem 31. Dezember d. Js. verlieren die 1/2-Markstücke ihre Eigenschaft als öffentliche Zahlungsmittel, danach werden sie nur noch von Staats- und ähnlichen Kassen angenommen. |
50 kräftige Arbeiterinnen sofort gesucht. Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. |
Personal-Nachweisung Bestätigt: der Bauerngutsbesitzer Richard Münchehofe als Gemeinde-Vorsteher der Landgemeinde Seeberg. |
Die Grippe breitet sich immer mehr aus. Die Zahl der Erkrankten nimmt täglich zu. In vielen Fällen stellt sich infolge Unterschätzung der Krankheit Lungenentzündung, Rippenfellentzündung usw. ein. Die Zahl der Todesfälle steigt von Woche zu Woche. Die Krankheit tritt diesmal ernster als im Sommer auf. Sie ist überaus ansteckend und wird von Mensch zu Mensch übertragen, mittelbar oder unmittelbar, am häufigsten auf dem Wege der sogenannten Tropfeninfektion, wie sie beim Sprechen, Husten, Niesen erfolgt., Dem österreichischen Militärarzt Dr. Wladeslaw Karnastewitz, der zurzeit ein Lazarett in der Ukraine leitet, soll es nach Mitteilung des "Krakauer Czas", gelungen sein, ein erfolgreiches Serum gegen die Grippe zu erfinden. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Lrx [!], Otto, geb. 29.5. in Blumberg, leicht verw. Noack, Richard, geb. 20.2. in Lindenberg, leicht verw. |
Die Versicherung der russischen Kriegsgefangenen nach Friedensschluß. Auf die Anfrage einer Berufsgenossenschaft, ob die russischen Kriegsgefangenen, insbesondere Gefangene aus der Ukraine, jetzt nach Friedensschluß als freie, mithin als versicherungspflichtige Arbeiter anzusehen sind oder nicht, hat das Reichsversicherungsamt - vorbehaltlich instanzmäßiger Entscheidung aus sachlichem Anlaß - erwidert, daß nach seiner Auffassung die versicherungsrechtliche Stellung der Kriegsgefangenen sich bis zu ihrer Auslieferung nicht ändere. |
Akkord-Arbeiterinnen und Lohn-Arbeiterinnen stellt dauernd ein Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. Kutscher, guter Pferdepfleger, sowie ein Schweizer mit Frau finden gute Dauerstellung. Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. |
Enteignung von arbeitsfähigen Ochsen und Zugkühen. ... |
Verzeichnis I der zum Wahlverbande gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Abteilung A: Grundbesitzer [insgesamt 38]
Verzeichnis II der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörigen Besitzer selbständiger Gutsbezirke und wahlberechtigten Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer im Kreise Niederbarnim Verzeichnis III der zum Wahlverbande der Landgemeinden gehörenden Landgemeinden im Kreise Niederbarnim [Zivileinwohnerzahl / Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Wahlmänner]
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Erstklassige Schmiede, vollständig eingerichtet, zu verpachten und Stellmacherei zu vermieten. August Ebel, Gutsbesitzer, Blumberg, Telephon Amt Bernau 155. |
Auszug aus der Verlustliste. Koll ep [!], Johannes, geb. 3.2. in Eiche, vermißt Wegener, August, geb. 29.9. in Blumberg, leicht verw. |
Die Grippe. Der Stand der Grippekranken läßt erkennen, daß sich die Seuche immer noch mehr ausbreitet. ... Ein sehr gutes Mittel gegen die spanische Krankheit sind rote Rüben. Man gibt dem Kranken einen großen Suppenteller voll Salat von roten Rüben im Laufe von sechs bis acht Stunden zu essen. ... Vorallem vergesse man das Allheilmittel nicht: Schwitzen. |
Einen Pferdeknecht verlangt zum 1. November August Hübner, Gutsbesitzer, Lindenberg. |
Nur in dringenden Fällen Telegraphieren. Der Telegrammverkehr hat sich seit längerer Zeit außerordentlich gesteigert, so daß der Betrieb bei dem durch die Kriegsverhältnisse eingeschränkten Bestand an Personal und Leitungen sehr erschwert ist. ... |
Keine Herbstkontrollversammlungen. Von der Abhaltung der diesjährigen Herbstkontrollversammlung ist nach einer Anordnung des Kriegsministeriums abzusehen. |
Ein starkes, überzähliges Arbeitspferd steht zum Verkauf bei Fritz Gathow, Blumberg (Bez. Potsdam). |
Ein reelles Arbeitspferd, weil überzählig, zu verkaufen. August Koch, Lindenberg. |
Auszug aus der Verlustliste. Grothe, Fritz, Gefr., geb. 3.12. in Mehrow, gefallen Nern [?], Fritz, Gefr., geb. 9.11. in Eiche, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Tiedke, Albert, geb. 3.9. in Blumberg, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Specht, Gustav, geb. 3.10. in Blumberg, + an seinen Wunden |
Kreis Niederbarnim Bekanntmachung. Der Arbeiter- und Soldatenrat Niederbarnim hat sich konstituiert und die Mitverwaltung des Kreises im Landratsamte übernommen. Wir appellieren an alle Beamte, an deren Verhältnis sich zunächst nichts ändert, wie an alle Mitbürger des Kreises, uns im Interesse der Volkssache nach Kräften zu unterstützen. Wir bedürfen der Mithilfe aller. Lokale Arbeiter- und Soldatenräte, die sich im Kreise gebildet haben, wollen sich sofort bei uns melden oder einen Beauftragten mit Ausweis zu uns senden. Es gelten hinfort in Kreis-Angelegenheiten nur solche Anweisungen und Verordnungen, welche von uns gegengezeichnet sind. Weitere Anweisungen ergehen baldigst. Berlin NW 40, Friedrich-Karl-Ufer 5/6, Fernsprecher Norden 11612-11617 Arbeiter- und Soldatenrat Niederbarnim. Die Volkskommissare: Albert Baumeister. Hermann Müller. Die Beauftragten: Franz Schlemminger. Franz Käming. Eugen Grosche. Auszug aus den Waffenstillstandsbedingungen ... |
Die Anfertigung von Weihnachtslichten behördlich verboten. Der Mangel an Paraffin und Fetten hat die Behörden genötigt, ein Verbot für die Anfertigung von Weihnachtslichten zu erlassen. Die geringen Vorräte an Kerzen zwingen zu sparsamen Verbrauch, da der ständig zunehmende Mangel an Petroleum Kerzen doppelt nötig macht. |
Die Behandlung der Kriegsgefangenen. Gleichstellung mit freien Arbeitern. 1. Die Kriegsgefangenen verbleiben in ihren Arbeitsstellen. 2. Die Kriegsgefangenen erhalten von heute die Löhnung der freien deutschen Arbeiter. 3. Sie sind wie bisher zur Arbeit verpflichtet. Wer nicht arbeitet, hat keinen Anspruch auf Verpflegung. 4. Der Arbeitgeber ist wie bisher verpflichtet, die geschlossenen Verträge einzuhalten. 5. Die Wachmannschaften der Kriegsgefangenen bleiben bewaffnet und haben mit den gleichen Mitteln wie bisher die Ordnung unter den Kriegsgefangenen aufrecht zu erhalten. 6. Nach Arbeitsschluß verbleiben die Kriegsgefangenen in ihren Unterkunftsräumen. Berlin, den 11. November 1918 Aktionsausschuß. Coler. Wels. Wolf. Kretschmer. |
Bernau. Dem Redakteur und Verleger des Niederbarnimer Kreisblattes, Rudolf Paepke hierselbst ist das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden. |
Die Ziele der neuen Regierung ... |
Auszug aus der Verlustliste. Dänick, Friedrich, Gefr., geb. 5.9. in Lindenberg, leicht verw., bei der Truppe Mahlendorf, Otto, geb. 18.12. in Lindenberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Rätz, Richard, geb. 9.2. in Ahrensfelde, vermißt Zur Bildung von Bauernräten. An die deutsche Landbevölkerung richtet der Rat der Volksbeauftragten einen Aufruf, in dem es heißt: Die neue deutsche Reichsregierung ruft hiermit alle Schichten der ländlichen Bevölkerung ohne Unterschied der Parteienrichtung auf zu gemeinsamer freiwilliger Bildung von Bauernräten, um die Volksernährung, die Ruhe und Ordnung auf dem Lande sowie die ungehinderte Fortführung der ländlichen Betriebe sicherzustellen. |
Auszug aus der Verlustliste. Schulze, Hermann, geb. 27.3. in Lindenberg, leicht verw. Einstellung des Fernverkehrs. Wie die Staatsbahndirektion Berlin mitteilt, kann zur Durchführung der Demobilisierung nur noch ein geringer Teil der bisherigen Züge für den öffentlichen Verkehr gefahren werden. Für die nächste Zeit, vielleicht schon für die nächsten Tage muß sogar mit der Einstellung des gesamten, nicht für Militärzwecke dienenden Personenverkehrs gerechnet werden. ... Vorläufiges Jagdverbot. Das Verbot des Tragens von Waffen auf der Straße erstreckt sich auch auf Jagdgewehre aller Art. Um die Jäger vor Unannehmlichkeiten zu bewahren, ist ein vorläufiges Verbot für jede Ausführung der Jagd erlassen worden. |
Gangbare Schmiede von tüchtigem Meister zu pachten gesucht. Späterer Kauf nicht ausgeschlossen. Fr. Noack, Kaulsdorf bei Berlin, Dorfstraße 3. |
Das Ende des Landtags. W. T. B. verbreitete unterm 15. November folgende Nachricht: In Uebereinstimmung mit einem Beschluß des Vollzugsrates des Arbeiter- und Soldatenrates verordnen wir, was folgt: Das Haus der Abgeordneten wird hiermit aufgelöst. Das Herrenhaus wird beseitigt. Berlin, den 15. November 1918. Die preußische Regierung gez. Hirsch. Stroebel. Braun. S. Ernst. Ad. Hoffmann, Dr. Rosenfeld. Entlassung aus dem Heer in die Heimat. Ein Erlaß des Kriegsministeriums sagt u.a.: Es können nicht alle Soldaten des großen deutschen Heeres und der Flotte zugleich entlassen werden! Es können auch nicht alle bis auf den letzten Mann entlassen werden. Die Entlassung muß sich nach den Verkehrsmöglichkeiten richten, sie muß ordnungsgemäß vor sich gehen. Darum Geduld und Ruhe, bis jeder an der Reihe ist. Im Heimatheer ist fürs erste die Entlassung der alten Jahrgänge bis 1879 einschließlich angeordnet, jüngere werden folgen. Leute in unentbehrlichen Diensten, z.B. Gefangenenbewachung, müssen warten, bis sie ersetzt sind. ... 1. Jedem am 19. November 1918 und später aus dem Heeresdienst ordnungsgemäß ausscheidendem Unteroffizier und Mann soll verabfolgt werden: a) unentgeltlich ein Entlassungsanzug (soweit der Vorrat reicht Zivil, sonst Uniform); b) ein einmaliges Entlassungsgeld in Höhe von 50 Mark; c) als Marschgeld, soweit Marschbedürfnisse zuständig sind, vom Truppenteil ein Pauschalbetrag von 15 Mark. 2. Die Verabfolgung von 1b wird abhängig gemacht von einer ordnungsgemäßen Entlassung. Dazu gehört: a) Abgabe der noch im Besitz befindlichen Waffen und Munition; b) Empfangnahme der Entlassungspapiere; c) Anerkennung der Stammrolle. Der Kriegsminister Scheuch, Unterstaatssekretär Göhre. |
Einstellung des Schnellzugverkehrs. Wie von der Staatseisenbahnverwaltung bekanntgegeben wird, erfolgte von Sonnabend, den 16. November ab zur glatten Durchführung der Demobilmachung die völlige Einstellung des Schnellzugverkehrs. ... Keine Feldpostsendungen an die Westfront. Wegen der gegenwärtigen Bahnverhältnisse ist im Einvernehmen mit der Heeresverwaltung die Annahme sämtlicher nichtamtlicher Feldpostsendungen nach der Westfront und die Annahme von Feldpostsendungen mit Wareninhalten (Päckchen) nach der Ostfront von sogleich ab eingestellt worden. ... |
Konferenz der Arbeiter- und Soldatenräte des Kreises Niederbarnim am Sonntag, den 17. November 1918. ... |
Bekanntmachung. Eicheln und Kastanien erfordern infolge ihrer kriegs- und volkswirtschaftlichen Wichtigkeit eine restlose Einsammlung. Eicheln finden vorwiegend in der Kaffee-Ersatzindustrie Verwendung. Sie ersetzen hier vollwertige Nahrungs- und Futtermittel wie Roggen und Gerste. Kastanien liefern zunächst Speiseöl. Hiernach werden sie entbittert, wobei ein brauchbares Material für die Seifenproduktion abfällt. Das entbitterte Kastanienmehl dient zur Herstellung von Nahrungsmitteln oder Glycerinersatz für die Kriegsindustrie. ... Als Vergütung werden gezahlt für einwandfreie Ware: Berlin, den 14. November 1918. Der Landrat, von Bredow. |
Spart Licht! Die Gefahr, mit unseren Beleuchtungsmitteln, namentlich mit Gas und Elektrizität in Lieferungsschwierigkeiten zu kommen, ist eine verstärkte. Durch die Abgabe einer sehr großen Zahl von Wagen und Lokomotiven gemäß den Waffenstillstandsbedingungen, durch Rücktransport des Heeres, durch Bereithaltung von Wagen für die ausländische Nahrungsmittelzufuhr ist die Kohlenversorgung naturgemäß zeitweilig behindert worden. ... Die Volkszählung ist für den 4. Dezember aufgehoben ... Die in den nächsten Tagen voraussichtlich erfolgende Entlassung der Kriegsgefangenen wird mit Sicherheit in den landwirtschaftlichen Betrieben einen starken Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften herbeiführen. Es empfiehlt sich deshalb, die in Frage kommenden ... Arbeitsstellen möglicht umgehend ... dem Märkischen Hauptarbeitsnachweis für Landwirtschaft ... zu melden. ... |
Bekanntmachung. Die Mitglieder der Krieger- und Landwehrvereine, sowie der Schützengilde werden hiermit aufgefordert, ihre Waffen und Munition (auch Hieb- und Stichwaffen) bis spätestens 24. November abzuliefern. Bernau, den 21. November 1918 Die Polizeiverwaltung. Dr. Gericke. Der Arbeiter- und Soldatenrat. Wilh. Neumann. |
Auszug aus der Verlustliste. Richter, Robert, Sanit.-Utffz., geb. 27.9. in Hönow, leicht verw. Aufhebung des Färbereiverbots für Militärsachen. Das Oberkommando in den Marken teilt mit: Im Einverständnis mit dem Kriegsministerium wird hiermit das Färbereiverbot für Militärtuche und Militärbekleidungsstücke im Interesse der Versorgung der Bevölkerung mit Bekleidungsstücken aufgehoben. |
Auszug aus der Verlustliste. Ebel, Wilhelm, Gefr., geb. 26.10. in Lindenberg, vermißt Falkenberg. Am Freitag entstand auf dem hiesigen städtischen Rieselgut Feuer. Vormittags war das Rieselhaus mit der Trockenanlage für Futterzwecke in solcher Ausdehnung in Flammen geraten, daß die Ortsfeuerwehr machtlos war. Der herbeigerufenen Berliner Feuerwehr gelang es, des Feuers Herr zu werden. Der Schaden soll leider erheblich sein. |
Auszug aus der Verlustliste. Schulze, Otto, Gefr., geb. 11.3. in Hönow, + an seinen Wunden |
Der Achtstundentag. In sämtlichen Buchdruckereien Deutschlands ist als erstem Gewerke mit Anfang dieser Woche die achtstündige Arbeitszeit für Gehilfen und Arbeiter eingeführt worden. |
Landwirte, baut Arbeiterwohnungen. Die Kriegsteilnehmer kommen aus dem Felde zurück. Bei dem großen Mangel an Arbeitskräften wie an Menschen überhaupt auf dem Lande muß jetzt alles, was irgend möglich ist, geschehen, um dem Lande wieder Menschen zuzuführen. ... |
2 Schimmel verkauft preiswert Gustav Felgentreu, Hönow. Männer zum Holzfällen finden lohnende Beschäftigung. Nuß, Förster, Blumberg, Bezirk Potsdam. |
Auszug aus der Verlustliste. Gebert, Rudolf, Gefr., geb. 8.10. in Ahrensfelde, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Zinn, Adolf, Offz.-Stellv., Vizefeldwebel, geb. 29.9. in Ahrensfelde, vermißt Die Fünfundzwanzigpfennigstücke aus Nickel gelten vom 1. Oktober 1918 nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Giese, Richard, Gefr., geb. 30.3. in Eiche, leicht verw. Scheil, Richard, geb. 30.4. in Mehrow, vermißt Die 9-Uhr-Polizeistunde in den Vororten. In den Groß Berliner Vororten besteht noch vielfach die Meinung, daß die 9-Uhr-Polizeistunde dort keine Geltung habe. ... [Amt Ahrensfelde nicht erwähnt] |
Kriegsbeschädigter sucht Stellung als Meier. August Schneidereit, Mehrow, Post Ahrensfelde. |
Konferenz der Arbeiter- und Soldatenräte des Kreises Niederbarnim am Sonntag, den 1. Dezember 1918. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Schulze, Ernst, geb. 7.4. in Lindenberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Rehm, Karl, Gefr., geb. 19.4. in Blumberg, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Malischewski, Bruno, Gefr., geb. 19.9. in Blumberg, schwer verw. Erleichterte baupolizeiliche Genehmigung für Wohnlauben ... |
20 Mark Belohnung! Am 6.12.18 früh ist mir ein deutscher Schäferhund auf den Namen "Greif" hörend, entlaufen. Der Wiederbringer erhält obige Belohnung. Fritz Dotti, Hönow bei Mahlsdorf. |
Radfahren ungehindert erlaubt. Alle Beschlagnahmen von Fahrrädern, Gummi usw. sind aufgehoben worden, so daß der Fahrradverkehr nunmehr von jeder Einschränkung wieder befreit ist. Man kann wieder überall Rad fahren. |
Auszug aus der Verlustliste. Keller [?], Alfred, geb. 20.2. in Blumberg, leicht verw. Warnung vor Mohn als Tabakersatz. In verschiedenen Händleranpreisungen sind auch die Blätter, Stengel und Kapseln des im Inlande gebauten Mohns als Tabakersatz empfohlen worden. Gegen ihre Verwendung müssen aber, wie von amtlicher Seite betont wird, gesundheitliche Bedenken erhoben werden, da die Pflanzenteile Abkömmlinge des Opiums enthalten, die in den Rauch übergehen und ähnliche Giftwirkungen zur Folge haben können, wie sie beim Rauchen von Opium beobachtet werden. |
Auszug aus der Verlustliste. Wegener, Willy, Gefr., geb. 23.9. in Ahrensfelde, leicht verwundet |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 46 5. Komp.: Mette, Paul, geb. 21.8.98 in Hönow, gefallen |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 232 5. Komp.: Herrmann, Erich, geb. 8.12.92 in Mehrow, leicht verw. |
Keine Weihnachtsreisen! Niemand darf jetzt ohne zwingende Gründe reisen: Vergnügungs-, Erholungs-, Urlaubsreisen müssen unbedingt unterbleiben. Die Eisenbahn muß Truppen heimbefördern, die Städte mit Nahrungsmitteln, Kohlen, Rohstoffen versorgen; dabei müssen täglich Lokomotiven und Wagen in großer Zahl an die Entente abgeliefert werden. ... |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 44 1. Maschinengewehr-Komp., Schulze, Wilhelm, 3.6.86 in Lindenberg, vermißt |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 359. 2. Komp.: Kampowski, Gustav, geb. 1.3. in Blumberg, leicht verw. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 48 12. Komp., Müller, Peter, geb. 30.7.97 in Eiche, schwer verw. 1. Maschinengew.-Komp., Schöne, Wilhelm, geb. 6.11 98 in Blumberg, leicht verw. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 208 2. Maschinengew.-Komp., Schönfeld, Gustav, geb. 2.6.97 in Blumberg, vermißt |
Marzahn. Dieser Tage nachts haben Diebe den Bienenstand des hier im Chausseehaus wohnenden Kreis-Straßenaufsehers Nürnberg geplündert. Die Diebe haben, um an den Honig zu gelangen, die einzelnen Bienenkästen gewaltsam aufgebrochen. Der Wabenbau wurde dabei vernichtet und somit ist auch der größte Teil des vorgefundenen Bienenfutters (Zuckerwasser) verloren gegangen. Hunderttausende fleißiger Bienen haben dadurch ihren Tod gefunden. Dem Bestohlenen ist durch den Diebstahl ein erheblicher Schaden zugefügt worden. Die Diebe haben höchstwahrscheinlich viele Bienenstiche im Gesicht und an den Händen davongetragen. |
Aus dem Felde zurück! Tierarzt Koeppen, Werneuchen. Fernruf Nr. 10. |
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Bekanntmachung. In einem hiesigen Gasthof ist am 30. Dezember d. Js. eine ältliche männliche Person tot aufgefunden, welche tagelang vorher in der Gemeinde gebettelt hat. Ahrensfelde, den 31. Dezember 1918. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Heute nachmittag 2 Uhr starb nach seiner Rückkehr aus dem Felde ins Elternhaus nach 14 tägigem Krankenlager unser lieber einziger Sohn und Bruder, der Landwirt Georg Grün im Alter von 26 Jahren, tiefbetrauert von den Seinen. Das zeigen schmerzerfüllt an Bauerngutsbesitzer August Grün, Bertha Grün, geb. Hecht, Elsbeth Grün. Blumberg, am 1. Januar 1919. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 4. d. Mts., nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Bekanntmachung. betreffend Wahlen zur verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung. ... Die Wahl beginnt am Sonntag, den 19. Januar 1919, vormittags 9 Uhr und wird an diesem Tage um 8 Uhr nachmittags geschlossen. ... Der Landrat, von Bredow Zentralstelle der Arbeiter- und Soldatenräte des Kreises Niederbarnim Berlin NW. 40, Friedrich-Karl-Ufer 5, Norden 11612 Grosche Schönberg. Zusammenstellung der Stimmbezirke des Niederbarnimer Kreises zur verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919. Nr. des Stimmbezirkes / Bestandteile des Stimmbezirkes 2 / Ahrensfelde 12 / Blumberg, Gemeinde und Gut 20 / Eiche 48 / Lindenberg 55 / Mehrow, Gemeinde und Gut |
Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, Kranzspenden und Beileidsbezeugungen bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Georg Grün sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir dem Kriegerverein sowie dem Gesangverein für das ehrende Geleit und die Kranzspenden. Gleichfalls danken wir dem Herrn Pastor Ramin für seine trostreichen Worte und dem Herrn Oberlehrer Hoy mit seinem Schülerchor für den erhebenden Gesang. Blumberg, den 7. Januar 1919. Die trauernden Eltern und Schwester: August Grün, Bertha Grün, geb. Hecht, Elsbeth Grün. |
Auszug aus der Verlustliste. Maschinengewehr-Scharfschützen-Abteilung Nr. 39 2. Komp.: Hintze, Albert, geb. 19.5.99 in Blumberg, vermißt |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76 11. Komp.: Albrecht, Hermann, geb. 10.7.95 in Lindenberg, vermißt |
Nachstehend seien noch einige Wahlergebnisse aus dem Kreise mitgeteilt: Ahrensfelde. Mehrheitssoz. 189, Deutsche Volksp. 100, Deutsch-nat. Volksp. 55, Deutsch-Demokr. 16, Unabh. Soz. - Stimmen Berlin. Das vorläufige Ergebnis der Wahlen zur preußischen Landesversammlung in der Stadt Berlin ist folgendes:
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Aus dem Kreise Niederbarnim liegen noch folgende Wahlergebnisse vor: Ahrensfelde. Demokr. 5, Mehrheitssoz. 199, Deutsche Vp. 82, Deutschnat. Vp 63 Stimmen. |
Die Ferien des Jahres 1919/20. Der Oberpräsident hat für Berlin und die Provinz Brandenburg die Schulferien für die Zeit von Pfingsten 1919 bis Ostern 1920 festgesetzt. Die Festsetzung gilt für alle Orte, in denen höhere Schulen oder Lehrerseminare vorhanden sind. Pfingsten: Schulschluß Freitag, 6. Juni, Schulbeginn Freitag, 13. Juni (6 Tage), Sommer: Freitag, 4. Juli bis Dienstag, 5. August (31 Tage), Herbst: Sonnabend, 27. September bis Dienstag, 14. Oktober (16 Tage), Weihnachten: Dienstag, 23. Dezember bis Dienstag, 6. Januar 1920 (13 Tage), Ostern 1920: Mittwoch, 13. März bis Donnerstag, 5. April ??? (14 Tage). Im Ganzen 80 Tage Ferien. |
Eine Drehbank (Fußbetrieb und Bohreinrichtung), zwei Büchsenbohrer verkäuflich Vierk, Blumberg (Gut). |
Den Heldentod fürs Vaterland starben die Kameraden Rudolf Uelfert. Robert Rahn. Reinhold Müller. Karl Baumgarten. Karl Müller. Paul Ludwig. Adolf Keller. Wilhelm Müller. Johann Daleske. Ernst Brederstädt. Willy Voss. Vermißt wird der Kamerad Willy Juert. Das Andenken dieser Kameraden wird von uns stets in Ehren gehalten werden. Kriegerverein Blumberg |
Gutes, gesundes Roggen=Kaff hat abzugeben Rittergut Blumberg, Bez. Potsdam. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 160 2. Komp.: Ibscher, Rudolf, geb. 25.8.88 in Mehrow, vermißt |
Statt jeder besonderen Anzeige. Schmerzerfüllt zeigen wir allen Freunden und Verwandten an, daß unsere liebe, herzensgute, treusorgende, unvergeßliche Mama und Schwiegermama, Frau Witwe Martha Ebel geb. Hecht am 17. d. Mts. nachm. 1 1/4 Uhr nach kurzer Krankheit plötzlich und unerwartet im Alter von 54 Jahren aus diesem Leben schied. Frida Wegener, Hedwig Blankenburg, Arthur Wegener, Reinhold Blankenburg. Blumberg, den 17. Februar 1919. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Februar, nachmittags 2 1/2 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Auszug aus der Verlustliste. Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 2. Maschgew.-Komp.: Timm, Gustav, geb. 7.4.94 in Blumberg, leicht verwundet |
Auszug aus der Verlustliste. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 234 2. Maschgew.-Komp.: Sergt. Gorn, Hermann, geb. 27.7.88 in Ahrensfelde, vermißt |
Auszug aus der Verlustliste. Feldartillerie-Regiment Nr. 22 8. Batterie: Tiedke, Karl, geb. 3.10.99 in Blumberg, gefallen 29.9.18 |
Weißensee. Einem Großfeuer fiel das bekannte Vergnügungslokal "Schloß Weißensee" zum Opfer. Der Brand brach mittags um 12 1/2 Uhr aus und ist auf Unvorsichtigkeit zurückzuführen. Der eigentliche Brandherd war der große Sommertanzsaal, der während des Krieges als Kaserne benutzt wurde. Infolge der Demobilmachung sollte nunmehr das große Etablissiment von den Soldaten geräumt werden. Diese waren Freitag vormittags mit der Räumung beschäftigt, um nach einer Gemeindeschule überzusiedeln. Sie schafften die Füllung der Strohsäcke aus dem Gebäude, errichteten einen großen Scheiterhaufen in unmittelbarer Nähe des Gebäudes und steckten die Holzwolle an. Da die Strohsäcke sich vielfach als "verlaust" erwiesen, so warf man schließlich die ganzen Strohsäcke in das Feuer. Plötzlich ertönten starke Detonationen, und Feuergarben wurden durch den Luftdruck der Explosion umhergestreut. Vermutlich waren mit den Strohsäcken einige Handgranaten auf den Scheiterhaufen geworfen worden. Fast im selben Augenblick brach auch in dem Sommertanzlokal Feuer aus. Die Soldaten retteten ihre Habseligkeiten, versuchten auch das Feuer zu löschen, doch dieses ergriff mit rasender Schnelligkeit den ganzen Holzbau, aus dem nun hin und wieder ebenfalls Detonationen von Gewehrmunition und stärkere, anscheinend von Handgranaten, ertönten. Die Ortswehr, verstärkt durch Teile der Berliner Wehr, nahm zwar von allen Seiten sofort die Löscharbeiten auf, aber gegen die Gewalt des Feuers war nichts auszurichten. Das Schloß brannte völlig nieder. Der Brandschaden wird auf rund 750000 M. geschätzt. |
Auszug aus der Verlustliste. 2. Garde-Regiment z.F. 1. Komp.: Sergt. Baldowski, Friedrich, geb. 28.6.84 in Blumberg, leicht verw. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 48 7. Komp.: Utffz. Jahnke, Walter, geb. 3.6.97 in Eiche, vermißt |
Habe einen Posten neue Kartoffeldämpfer (100-125 Kg Inhalt) am Lager und sind dieselben sehr preiswert zu verkaufen. Max Noack, Schmiedemeister, Lindenberg b. Berlin. |
Ahrensfelde. Das Resultat der hier stattgefundenen Gemeindewahlen ist folgendes: Die bürgerlichen Parteien errangen 6 Sitze, die Mehrheitssozialisten ebenfalls 6 Sitze. |
Blumberg. Am Sonntag, den 2. März: Gross. Konzert mit anschl. Ball. Ausgeführt von der gesamten Kapelle des Res.-Inf.-Regts. 64. Anfang 4 Uhr Gastwirt Schulz. |
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, Kranzspenden und Beileidsbezeugungen bei der Beerdigung unserer lieben Mutter und Schwiegermutter Martha Ebel sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten Herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir Pastor Ramin für seine trostreichen Worte und dem Herrn Oberlehrer Hoy mit seinem Schülerchor für den erhebenden Gesang. Blumberg, den 27. Februar 1919. Die trauernden Kinder: Frida Wegener, geb. Ebel, Hedwig Blankenburg, geb. Ebel, Arthur Wegener. Reinhold Blankenburg. |
Auszug aus der Verlustliste. Grenadier-Regiment Nr. 4 5. Komp.: Gefr. Wegener, Rudolf, geb. 11.1.79 in Blumberg, vermißt |
Gutes gesundes Roggen=Kaff hat abzugeben Rittergut Blumberg, Bezirk Potsdam. Frauen, welche in der Feuerwerkerei Malchow gearbeitet haben, wollen sich zur Arbeit melden. Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. |
Bekanntmachung. Nachweisung der Schiedsmannbezirke und der für die Jahre 1919-1921 als Schiedsmänner bezeichneten Personen Schiedsmannbezirk 19: Blumberg 1. Bauerngutsbesitzer August Edel zu Blumberg 2. Bauerngutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauerngutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauerngutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg Schiedsmannbezirk 20: Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Eilers zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Alb. Buchholz zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche 4. Bauerngutsbesitzer Adolf Thürling in Mehrow |
Himbeeren, 100 Stck. 8 Mk. verkauft L. Bauer, Lindenberg bei Berlin. Heiratsgesuch. Witwer, gutsituierter Schneidermstr., 55, ehrenhafter, liebevoller Charakter, wünscht baldige Heirat mit liebevoller wirtschaftlicher Frau mit etwas Vermögen oder kleinem bewohnbaren Gartengrundstück. ... |
Eine vorübergehende Verstärkung der Landgendarmerie für die ersten schwierigen Uebergangsjahre ist vom Minister des Innern angeordnet worden. Unter Einrechnung der überwiesenen militärischen Hilfsgendarmen sollen im ganzen 2000 Hilfskräfte neu eingestellt werden. Sie versehen ihren Dienst zu Fuß. Die neuen Kräfte werden auf die Regierungsbezirke nach Bedarf und Bestand verteilt. |
Breitsäemaschine, gut erhalten, 12 Fuß breit, verkauft Georg Wenzel, Blumberg, Schloßstr. 49. Verband land- und forstwirtschaftlicher sowie gärtnerischer Arbeitgeber des Kreises Niederbarnim. An 4. März d.Js. ist ein Verband land- und forstwirtschaftlicher sowie gärtnerischer Arbeitgeber gemäß Verfügung des Demobilmachungsamtes für den Kreis Niederbarnim gegründet worden. Der Verband ist keine Kampforganisation gegen die Arbeitnehmer, sondern soll - den Erfordernissen der Zeit entsprechend - eine Einigungsorganisation zwischen Arbeitgebern und -nehmern darstellen. ... [Unterzeichner u.a. Lindenberg in Hönow.] Junges, anständiges Mädchen für Haushalt sucht zum 1. April Frau Schmiedemeister E. Jacobi, Blumberg (Bez. Potsdam). |
Frauen und Mädchen für Lohn- und Accordarbeit, auch solche, welche schon bei uns tätig waren, sucht Feuerwerkerei Malchow bei Berlin. |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 425 11. Komp.: Freiberg, Reinhold, geb. 25.7.84 in Ahrensfelde, in Gefgsch. |
Lindenberg. Rest. "Zum Kronprinzen". Inh. P. Reiche. Sonntag, den 30. März 1919: Großer Operetten-Abend der Direktion E. Passig. Zur Aufführung gelangt: Der Soldat der Marine. Operette in 3 Akten. Kasseneröffnung 6 Uhr, Anfang der Vorstellung pünktlich 6 1/2 Uhr. Billets sind vorher zu haben bei Herrn Reiche, Lindenberg. Im Vorverkauf. 1. Pl. 2,25 M., 2. Pl. 1,75 M. An der Abendkasse: 1. Pl. 2,50 M., 2. Pl. 2,00 M., Stehpl. 1,00 M. |
Verzeichnis der Wahlbezirke für den Wahlverband der Landgemeinden zur Wahl der Kreistagsabgeordneten des Kreises Niederbarnim Wahlbezirk 3: Marzahn etc. zu dem Wahlbezirk gehören die Gemeinden, Einwohnerzahl derselben / die Gutsbezirke, Einwohnerzahl derselben Lindenberg 791 Zahl der zu wählenden Abgeordneten: 5 Wahlbezirk 4: Eggersdorf etc. zu dem Wahlbezirk gehören die Gemeinden, Einwohnerzahl derselben / die Gutsbezirke, Einwohnerzahl derselben: Blumberg 974 / Gutsbezirk Blumberg 306 Hönow 546 Mehrow 98 / Gutsbezirk Mehrow 152 Ahrensfelde 739 Eiche 259 Zahl der zu wählenden Abgeordneten: 3 |
Verzeichnis der Stimmbezirke für die in den Wahlbezirken des Wahlverbandes der Landgemeinden des Kreises Niederbarnim auf Grund der Verordnung vom 18. Februar 1919 vorzunehmenden Wahlen von Kreistagsabgeordneten Wahlbezirk III 4. Gemeinde Lindenberg: Wahlvorsteher: Gemeindevorsteher Georg Kirschbaum, Stellvertreter: Schöffe Bolle Wahlbezirk IV 6. Gemeinde Blumberg, Gut Blumberg: Wahlvorsteher: Gemeindevorsteher Georg Juert, Stellvertreter: Schöffe Gustav Bredereke 13. Gemeinde Mehrow, Gut Mehrow: Wahlvorsteher: Gemeindevorsteher Reinhold Roth, Stellvertreter: Schöffe Wegener 14. Gemeinde Ahrensfelde: Wahlvorsteher: Gemeindevorsteher Albert Buchholz, Stellvertreter: Schöffe Franz Brunow 15. Gemeinde Eiche: Wahlvorsteher: Gemeindevorsteher Paul Lindemann, Stellvertreter: Schöffe Lindenberg |
Auszug aus der Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 363 2. Komp.: Utffz. Still, Richard, geb. 10.9.93 in Mehrow, leicht verw. |
Sprechtag des Rechtanwalts John am Sonnabend, den 3. Mai, nachmittags 5 Uhr in Blumberg bei Gustav Ebel. |
Bekanntmachung. ... Verzeichnis der Stimmbezirke für die ... Wahlen der Kreistagsabgeordneten ... Wahlbezirk IV 13. Gemeinde Mehrow / Gut Mehrow: Gasthof Bolle daselbst |
Frauen und Mädchen für Lohn- und Akkordarbeit sofort gesucht. Feuerwerkerei Malchow bei Weißensee. |
Lindenberg. Am Himmelfahrtstage gibt hier die neue Operetten-Gesellschaft (Direktion G. Passig) im Gasthaus "zum Kronprinzen" ihr drittes Gastspiel. Zur Aufführung gelangt "Dorns Resi", Lebensbild mit Gesang und Tanz. Da die Leistungen der Gesellschaft bisher stets zufrieden stellende waren, so ist ihr auch diesmal ein guter Besuch zu gönnen. (siehe Anzeige) |
Landgesellschaft "Eigene Scholle" G.m.b.H. - Zweigstelle Angermünde - Fernruf 302 vermittelt in den Kreisen Angermünde, Oberbarnim, Niederbarnim, Prenzlau, Templin gegen nur geringe Entschädigung zur Deckung der Unkosten den An- und Verkauf von Gütern, ländlichen u. städtischen Grundstücken jeder Art, ... Lindenberg "Zum Kronprinzen" Inh. P. Reiche. Donnerstag, den 29. Mai (Himmelfahrt) 3. Gastspiel der Neuen Operetten-Gesellschaft (Dir. E. Passig) zur Aufführung gelangt: Dorns-Resi Lebensbild mit Gesang und Tanz Kasseneröffnung 6 Uhr, Anfang 7 1/2 Uhr Billets sind vorher zu haben bei Herrn Reiche Sperrsitz 2,25 M, I. Platz 1,75 M, II. Platz 1,00 M, An der Abendkasse 0,25 M Aufschlag Nach der Vorstellung: Tanz Um zahlreichen Besuch bittet Die Direktion. |
Krummensee. Ein mit drei sehr wertvollen und teuren Pferden bespannter Wagen des Amtsrats Schmidt war in den Karpfenteich des Domänenvorwerks Wilhelminenhof gefahren worden, wahrscheinlich, um ihn etwas zu reinigen. Dabei sind die Pferde zu weit in das Wasser vorgedrungen und waren der Gefahr des Ertrinkens ausgesetzt. Einem Pferd gelang es, sich beizeiten zu befreien. Von den anderen beiden war das eine schon untergegangen und tot, als Herr Noack von hier dazukam. Zur Rettung des dritten Pferdes war ein schneller Entschluß nötig. Herr Noack sprang beherzt in das Wasser und schwamm zu den Pferden. Es gelang ihm durch Durchschneiden der Riemen das dritte Pferd, das nur mit der Spitze seines Kopfes noch aus dem Wasser ragte, zu befreien, so daß es sich selbst durch Schwimmen ans Land retten konnte. |
Freie Landpflanzen wie Rot-, Weiß-, Wirsing-, Blumen-, Rosenkohl, Kohlrüben, Kohlrabi verkauft Gustav Schumann, Lindenberg. Frauen u. Mädchen sofort gesucht. Feuerwerkerei Malchow bei Weißensee. |
Bekanntmachung. Nachweisung der Schiedsmannbezirke und der für die Jahre 1919--1921 als Schiedsmänner bezeichneten Personen 19. Blumberg 1. Bauerngutsbesitzer August Ebel zu Blumberg 2. Bauerngutsbesitzer Wilhelm Grün zu Blumberg 3. Bauerngutsbesitzer August Noack zu Blumberg 4. Bauerngutsbesitzer Georg Juert zu Blumberg 20. Ahrensfelde 1. Gutsvorsteher Eilers zu Hellersdorf 2. Gutsbesitzer Alb. Buchholz zu Ahrensfelde 3. Gutsbesitzer Lindemann zu Eiche 4. Bauerngutsbesitzer Adolf Thürling in Mehrow |
Hönow. Beim Baden ertrunken ist in einem Teiche das Mädchen Elli Hellige, das beim Landwirt Henze im Dienst stand. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche waren leider ohne Erfolg. |
1 Absatz-Fohlen verkauft Anton Ebel, Blumberg. |
Arbeiter-Familie sucht zum 1.7. cr. Landwirt Adolf Doeberitz, Hönow. |
Gutes gesundes Haferkaff á Ztr. 3,- Mark hat abzugeben Rittergut Blumberg, Bez. Potsdam. |
Arbeiterfamilie bei freier Wohnung sucht zum 15. Juli, sowie mehrere Pferde verkauft Noack, Krummensee. Tel. Altlandsberg 33. |
Auszug aus der Verlustliste. Jäger-Bataillon Nr. 8 3. Komp. des Ersatz-Bataillons: Schmiedecke, Fritz, geb. 14.10.98 in Blumberg, + infolge Krankheit, 7.7.17 |
Hönow. Beim Pferdewaschen im Haussee ertrank der Husar Stoltz vom hier einquartierten Husaren-Regiment 11. Nach dreistündigem mühevollem Suchen fand man die Leiche. An eine Sage, die alte Leute erzählen und deren Wahrheit sie sich nicht abstreiten lassen, sei anschließend erinnert. Im See befinde sich ein Seehund, dessen Bellen sie deutlich gehört haben wollen. Sobald sich dieses Tier melde, ertrinke unmittelbar darauf jemand. - Nach Aussagen eines der ältesten lebenden Einwohner ertranken in dem hiesigen See seit seinem Gedenken, also in etwa 60 Jahren, 14 Personen, 10 Erwachsene und 4 Kinder, davon in diesem Jahre schon zwei. |
Lindenberg. Am Sonnabend, d. 2. August: Großer Sommernachts-Ball mit interessanten Ueberraschungen, wozu freundlichst einladet Paul Reiche, Gastwirt. |
Rapsstroh, den Zentner mit 3 Mk. verkauft Dom. Hönow b. Mahlsdorf. |
Suche 15-20 Leute zum Akkorddrusch mit der Maschine, für den 20. Zentner in Naturalien. Meldungen im Gutsbüro. Dom. Hönow b. Mahlsdorf. |
Hönow. Mit einem wertvollen Pferde entwich ein Knecht des Oertzenschen Gutes von seiner Arbeitsstädte. Alle Nachforschungen blieben bisher ohne Erfolg. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 31. August und Montag, den 1. September: Große Erntefest-Musik, wozu herzlichst einladet W. Hase, Gastwirt. |
Sonntag früh entschlief sanft nach langem Leiden unser geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Altsitzer Gottlieb Meissner im 77. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Familie Rudolf Meissner. Ahrensfelde, den 31. August 1919. Die Beisetzung findet am Mittwoch, den 3. Septb., nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Bernau. Auf dem letzten Kreistage des Kreises Niederbarnim sind bekanntlich die Amtsvorsteher und Amtsvorsteher-Stellvertreter neugewählt worden. Nachstehend bringen wir die Namen der Amtsvorsteher und deren Stellvertreter zur Kenntnis unserer Leserschaft: ... Blumberg: Amtsv. Gustav Weißelt, Stellv. Alfred Feuerstein Ahrensfelde: Amtsv. Albert Buchholz, Stellv. Paul Loser ... |
Altlandsberg. Ein Zusammenschluß der Baugeschäfte hat sich unter dem Namen "Vereinigung der Baugeschäfte von Altlandsberg und Umgebung" gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Arbeitgeberinteressen im Baugewerbe sowohl den Arbeitnehmern, als auch den Bauherren gegenüber zu vertreten. In den Vorstand sind die Herren Schwengberg, Neumann, Abraham und Schleichert gewählt worden. Dem Verband sind folgende Ortschaften angegliedert: Altlandsberg, Fredersdorf, Petershagen, Neuenhagen, Neuvogelsdorf, Bruchmühle, Eggersdorf, Ahrensfelde, Buchholz, Krummensee, Mehrow, Radebrück, Seeberg, Wolfshagen, Bollensdorf, Dahlwitz, Hönow, Hoppegarten und Niederheide. |
1 frische Milchkuh steht zum Verkauf bei Gastwirt Schulze, Blumberg. |
1 Kartoffelbuddel-Maschine steht zum Verkauf bei Willi Grün, Blumberg. |
Achtung! Achtung! Lindenberg. Zum Kronprinzen, Inh. P. Reiche. Sonntag, den 28. September 1919: Gr. Theater-Vorstellung: "Ein flotter Bursche" Kasseneröffnung 6 Uhr Anfang 7 1/2 Uhr Nach der Vorstellung: Tanz. |
Bekanntmachung. Ein brauner glatthaariger Hühnerhund, Brust und Hals scheckig, ist in Hellersdorf zugelaufen. Meldungen im Amtsbureau zu Ahrensfelde. Ahrensfelde, den 25. September 1919. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Alt-Landsberg. Vor einigen Tagen abends um 11 Uhr fuhren drei Männer mit einem Kastenwagen vor das Schäfereivorwerk Alt-Landsberg, das etwa 20 Minuten entfernt von der Stadt liegt, und drangen dort in die Schäferwohnung ein. Der 72 Jahre alte Schäfer Schlöricke wurde von den Räubern erschossen und die gleichaltrige Ehefrau zur Herausgabe ihrer Ersparnisse gezwungen. Die Räuber gaben darauf auf die Frau einen Schuß ab, der sie schwer verletzte, und raubten unter anderem noch ein Sparkassenbuch. Die fünfjährige Enkelin der alten Leute entging nur dadurch dem Tode, daß sie ins Bett kroch und von den Mördern nicht bemerkt wurde. Auf die Ermittelung der Täter, von denen bisher jede Spur fehlt, ist seitens des Amtsvorstehers eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt worden. |
Altlandsberg. Vor einigen Tagen abends sind Diebe, während die Familie beim Abendbrot saß, durch ein offenes Fenster in die Wohnung im Amtsgericht eingestiegen und haben aus einem Kleiderschrank Sachen im Werte von über 2000 M. entwendet. Die Spur der Diebe führt nach Berlin. |
Ahrensfelde. Wie wir hören beabsichtigt die Operettengesellschaft Neue Bühne, Berlin unter der Direktion Karl Mühlberger am Sonntag, den 12. Oktober im Saale des Herrn Dubick einen Operettenabend zu veranstalten. Von der Direktion ist uns nur gutes bekannt und ist dieselbe eine unserer besten Operettengesellschaften in Berlin. "Nur nicht drängeln" Operetten-Posse in 3 Akten mit Musik und Tanz von Wismar Rosendahl betitelt sich das Stück und besitzt eine straffe, charakteristische, sehr humorvolle Handlung, die das Publikum bis zum Stückschluß fesselt und in Atem hält. Außerdem weist "Nur nicht drängeln" eine Fülle von Gesangsschlagern auf. Vorher findet für unsere großen und kleinen Kinder eine große Märchen-Vorstellung statt. Anfang: Nachmittags 4 Uhr. Der Direktion ist ein volles Haus zu wünschen. |
Ahrensfelde. Wir machen unsere geehrten Leser noch einmal darauf aufmerksam, daß am Sonntag, den 12. Oktober im Saale des Herrn Dubick die Berliner Operetten-Gesellschaft Moderne Bühne eine Gastvorstellung gibt, und zwar bietet uns die Direktion etwas ganz Neues. "Nur nicht drängeln", eine Operette voll Witz und Humor und mit den neuesten Tänzen ausgestattet. |
Lindenberg. Gasthof z. Kronprinzen. Inh. G. Reiche Sonntag, den 12. d. Mts.: Großer Theater-Abend, ausgeführt von den ersten Berliner Bühnenkünstlern. Direktion R. Bender Die Direktion ist bekannt durch ihre Gastspiele mit der Operette "Fürstenblut". Zur Aufführung gelangt: Wenn die Liebe nicht wär', Lustspiel in 4 Akten. Dieses Stück hat in Berlin mehrere Hundert Aufführungen erlebt. Nach der Vorstellung Tanz. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Preise der Plätze im Vorverkauf bei Herrn Reiche: Sperrsitz numm. 2,25 M., I.Platz numm. 1,75 M., II. Platz numm. 1,25 M. Nachmittags 4 Uhr: Kinder-Vorstellung: Lügenmäulchen und Wahrheitsprinzessin. Preise der Plätze: 50 und 75 Pfg. |
Alt-Landsberg. Die Stadtverordneten bewilligten der Post eine Garantiesumme von 6000 M. für die Autoomnibusstrecke Bernau - Werneuchen - Alt-Landsberg - Strausberg - Erkner. Dabei wurde erwähnt, daß die Strecke Alt-Landsberg - Fredersdorf wahrscheinlich bald eröffnet wird. Fahrpreis der Kilometer 15 Pfg. |
Es hat dem Herrn gefallen, heute vormittag 11 Uhr nach kurzer schwerer Krankheit meinen geliebten Mann, Vater meiner kleinen Tochter, unseren guten Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, den Maler und Zeichenlehrer Richard Ebel aus Sorau (N.-L.) im 35. Lebensjahre zu sich zu rufen in sein Reich. In tiefer Trauer Frau Luise Ebel geb. Ulrich und Töchterchen Familie August Ebel, Blumberg. Familie Friedrich Ulrich, Landau (Waldeck). Blumberg (Bez. Potsdam), den 24. November 1919. Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. November, nachmittags 1/2 3 Uhr vom Trauerhause in Blumberg aus statt. |
Krummensee. In der Nacht ist dem Stellmachermeister Müller ein Schwein von etwa drei Zentner gestohlen und sofort abgeschlachtet worden. Von den Dieben fehlt noch jede Spur. Der so schwer Betroffene gehört zu den minderbemittelten Einwohnern und ihn trifft der Verlust umso mehr. |
Lindenberg. Am 2. Weihnachtsfeiertag Große Tanzmusik, wozu herzlichst einladet P. Reiche, Gastwirt. Theater in Lindenberg Rest. zum Kronprinzen Inh. P. Reiche Am 1. Weihnachts-Feiertage gastiert die Berliner Operetten-Gesellschaft und bringt zur Aufführung die mit großem Erfolge aufgeführte Operette Die Liebe einer Frau in 3 Akt. mit Tanz von Erich Schach. Musik von H. Krome. Anfang der Vorstellung 7 Uhr abends, Einlaß 6 1/4 Uhr Preise der Plätze im Vorverkauf bei Herrn Reiche: Sperrsitz num. 2,25 M. I. Platz 1,75 M, II. Platz 1,50 M, Abends Aufschlag Nachm. 3 Uhr: Kindermärchenvorstellung: Die Wundergeige in 3 Akten Preise der Plätze: 75 und 50 Pfg. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 28. Dezember veranstaltet die Berliner Operetten Gesellschaft im Saale des Herrn Wilhelm Dubick einen Operetten-Abend und gelangt der große Operetten-Schlager "Schwarzwaldmädel" zur Aufführung. Nur allererste Gesangskräfte sind für diese Vorst. verpflichtet und wird der große Operettenschlager "Schwarzwaldmädel" auch hier seine Anziehungskraft nicht verfehlen. |
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Eiche. Am Sonntag, den 11. d. Mts. findet in meinem großen Saale Kostümfest und Ball statt. Musik-Kapellmeister Gartz-Berlin. Anfang 4 Uhr. Hierzu ladet freundlichst ein Emil Lindenberg, Gastwirt. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde-Berlin, den 12. Januar 1920. Der Amtsvorsteher, Buchholz. Bekanntmachung. Unter dem Pferdebestande des Besitzers Schneider in Ahrensfelde ist amtstierärztlich die Pferderäude festgestellt. Sperrmaßregeln sind angeordnet. Ahrensfelde-Berlin, den 12. Januar 1920. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Betrifft Pferdemusterung im Kreise Auf Grund des Ausführungsgesetzes zum Friedens-Vertrage vom 31. August 1919 (R.G.Bl. S. 1530) in Verbindung mit der Bekanntmachung des Herrn Reichswirtschaftsministers vom 2. Dezember 1919 (R.G.Bl. S. 1938) wird angeordnet, daß sämtliche im Kreise vorhandenen Pferde, mit Ausnahme der im Jahre 1919 oder später geborenen Fohlen am Dienstag, den 20. Januar d. Js., vormittags 10 1/2 Uhr den Vorprüfungskommissionen vorzuführen sind. ... Berlin, den 15. Januar 1920. Der Landrat des Kreises Niederbarnim, von Bredow. Haupt-Musterungsorte für Pferde. ... IV. Neuenhagen. Musterungsplatz: Am Spritzenhause in Neuenhagen, Dorfstraße. Dazu gehören: die Stadt Altlandsberg und alle Ortschaften und Ausbauten der Amtsbezirke: Neuenhagen, Dahlwitz, Schöneiche, Fredersdorf, Altlandsberg-Amt und Ahrensfelde sowie die Gemeinde Mahlsdorf mit Kiekemal. |
Wer nimmt 2 Knaben (Zwillinge) im Alter von 11 Jahren in gewissenhafte Pflege? Angabe mit Pflegekosten an Rittergut Blumberg, Bez. Potsdam. |
Altlandsberg. Im Laufe der letzten Tage hat Herr Wachtmeister Heinicke zehn Personen beim Kartoffelstehlen erwischt und ihnen 11 Zentner Kartoffeln abgenommen. Zumeist waren die Herrschaften Altlandsberger und Amtsfreiheitler, auch einige Berliner. |
Landauer (gut erhalten) verkauft billig Kroker, Schmiedemeister, Lindenberg. |
Lindenberg. Sonntag, den 22. d. Mts. feiert die "Freiwillige Feuerwehr" im Gasthof "Zum Kronprinzen" (Inh. P. Reiche) ein Wohltätigkeitsfest, wozu herzlichst einladet Der Vorstand. |
Altlandsberg. Auf dem Amte wurden zwei Ziegen gestohlen, aber nur eine ist fortgebracht, die andere stakte in einem preußischen Militärkohlensack und ist zurückgelassen worden, weil die Diebe wahrscheinlich gestört wurden. Vielleicht giebt der Kohlensack einen Hinweis. |
Hönow. Dieser Tage statteten Diebe dem Landwirt Hermann Hörnicke einen Besuch ab und stahlen 3 Schweine, die sie im Stall betäubten und an dem 50 Meter entfernten See ausweideten. Den Tätern ist die Polizei auf der Spur. |
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief heute früh 4 Uhr ganz unerwartet infolge Grippe-Erkrankung meine liebe herzensgute Frau, Mutter ihres lieben Söhnchens, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Ebel, geb. Wenzel im noch nicht vollendeten 34. Lebensjahre nach nur zu kurzer liebevoller glücklicher Ehe. Dies zeigen im tiefen Schmerz die schwer geprüften Hinterbliebenen an. Gustav Ebel, als Gatte Heinzchen, als Söhnchen Frau Auguste Wenzel geb. Keisdorf, als Mutter Frau Auguste Ebel, als Schwiegermutter Familie Baltrusch (Tempelhof), Georg Wenzel und Frau Adolf Wenzel, Wilhelm Wenzel, Familie Fritz Töpfer, Familie Georg Ebel, Alma und Willi Ebel und alle Anverwandten Blumberg, Bez. Potsdam, den 6. März 1920 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 9. d. Mts. nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Hoppegarten. Die Alt-Landsberger Kleinbahn hat infolge ihrer hohen Fahrpreise Konkurrenz erhalten. Ein Pferdeomnibus vermittelt täglich viermal und ein Autoomnibus täglich fünfmal den Personenverkehr zwischen Alt-Landsberg und Hoppegarten. Preis jeder Fahrt 1 Mark bzw. 1,50 Mark. |
Autogen=Schweißerei empfiehlt sich zur Ausführung aller einschlägigen Arbeiten, Schweißen von Gußeisen usw. Anfertigung von Massenartikeln. Karl Jacobi, Schmiedemstr., Blumberg, Bez. Potsdam. |
Sturz der Reichsregierung. Besetzung Berlins durch gegenrevolutionäre Truppen. ... |
Zwei große starke Militär-Wagen preiswert zu verkaufen. Eine gebrauchte Torfstechmaschine zu kaufen gesucht. Kurth, Hönow, Krs. Niederbarnim, Tel. Neuenhagen (Ostbahn) 94. Nachruf! Am 27.2.1916 starb den Heldentod bei einem Sturmangriff auf Douaumont im 27. Lebensjahre unser lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Arthur Noack als Unteroffizier im Inf.-Regt. 20., Inhaber des E.K. II. Kl. Nach 4 jährigem, sehnsüchtigem Harren auf die Heimkehr des als vermißt gemeldeten Angehörigen, wurde uns die Nachricht von einem aus Gefangenschaft zurückgekehrten Kameraden zuteil. Im tiefsten Herzeleid Familie August Noack, Familie Gustav Ebel. Blumberg (Bez. Potsdam), im März 1920. |
Altlandsberg. Die Stadt hat Herrn Buchholz zum Ankauf eines Autos 50000 Mark gegen Verpfändung des Autos, seiner Gastwirts- und Wohnungseinrichtung und Eintragung einer Sicherheitshypothek geliehen. Dafür soll das Auto den Verkehr mit Hoppegarten vermitteln. ... |
Futter=Runkelrüben hat abzugeben August Adler, Ahrensfelde Nr. 15. |
Bernau. Vorsicht bei geklebten Ein- und Zweimarkscheinen. Es gibt betrügerische Elemente, die sich die Bestimmungen über Einlieferung von zerrissenem Papiergeld bei den Banken zunutze machen. In skrupelloser Art werden Ein- und Zweimarkscheine zerrissen, die rechte Hälfte zur Bank zum Umtausch geschafft, während zwei linke Hälften zusammengeklebt und in Verkehr gebracht werden. Somit verdient der Betrüger 100 Prozent an seinem Gelde und der andere, der falsch zusammengeklebte Scheine erhält, ist der Betrogene. |
Eine frischmilchende Kuh steht zum Verkauf bei Rud. Gahtow II, Lindenberg, Dorfstr. 39. |
Altlandsberg. Am Montag früh verhaftete der Gendarmerie-Wachtmeister Heinicke am Schützenhaus zwei Burschen, die ihm verdächtig vorkamen. In der Tat hatten sie beabsichtigt, in der Mühle von Großkreuz in Seeberg Treibriemen zu stehlen, waren aber gestört worden und hatten dann auf die Mühle geschossen. Sie gestanden auch, auf der Landstraße zwischen Radebrück und Wolfshagen den Schuhmacher R. abends angefallen zu haben, um ihm das Rad zu rauben. Auf seine Hilferufe sind sie ausgerissen. Es scheint ein guter Fang zu sein. |
Hohenschönhausen. In der Munitionsfabrik R. Stock & Co. hierselbst explodierten am Montag auf dem Sprenggelände am Orankesee mehrere Geschosse. Drei Arbeiter wurden verletzt, einer getötet und mehrere andere leicht verletzt. Das Rettungsamt Berlin wurde sofort benachrichtigt und leitete die erste Hilfe ein. Die Explosion ist durch den Fall eines Munitionskastens entstanden. Der Betrieb des Werkes erleidet keine Unterbrechung. |
Bekanntmachung. Ein Hund zugelaufen, roter Wolfspitz. Der rechtmäßige Besitzer möge sich nach hier melden. Lindenberg b. Berlin, den 20. April 1920. Der Gemeindevorsteher. |
Bekanntmachung. Ein Jagdhund hat sich hier angefunden. Der rechtmäßige Besitzer möge ihn abholen. Lindenberg, den 22. April 1920. Der Gemeindevorsteher. |
Lindenberg. Sonntag, den 25. April: Große Tanzmusik. Ausgeführt von einer erstkl. Wiener Damen-Kapelle. Um zahlreichen Besuch bittet P. Reiche, Gastwirt. |
Altlandsberg. Infolge unvorsichtigen Umgehens mit einem Revolver wurde hier ein junger, soeben erst aus der Gefangenschaft zurückgekehrter Kriegsteilnehmer durch einen Schuß getötet. |
Bronce=Puteneier zu haben bei Otto Wilke, Lindenberg. |
Bekanntmachung. Infolge weiterer Steigerung der Kohlepreise ec. sehen wir uns veranlaßt, vom 1. Mai 1920 ab den Preis für Gas zu allen Zwecken auf Mk. 1,00 für das Kubikmeter (für Münzgasmesser mit dem üblichen Aufschlag) zu erhöhen. Gasgesellschaft Niederbarnim m.b.H., Weigel. |
Dunkelbr. Jagdhündin "Jack" entlaufen. Gegen Belohnung abzugeben bei L. Bauer, Lehrer, Lindenberg. |
Am Himmelfahrtstage, den 13. Mai, abends 10 3/4 Uhr entschlief sanft recht unerwartet infolge Herzschlages mein inniggeliebter Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Bauerngutsbesitzer August Noack im 73. Lebensjahre. Dies zeigt im Namen der trauernden Hinterbliebenen im tiefen Schmerze an Dorothea Noack, geb. Ebel und Familie. Blumberg, den 14. Mai 1920. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. Mai, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Bernau. Auch in diesem Jahre keine Sommerzeit. Auch in diesem Jahre wird die Sommerzeit nicht eingeführt werden. Schon im vorigen Jahre zeigte die Nationalversammlung wenig Interesse dafür, zumal die Landwirtschaft verschiedene Punkte, die für die Schädlichkeit der Sommerzeit sprachen, anführen konnte. Heuer wurde dann nicht erst ein Antrag auf Einführung der Sommerzeit gestellt. |
Bekanntmachung, betreffend Wahlen zum Deutschen Reichstag Nach der Kreisblattbekanntmachung vom 17. Mai 1920 - Kreisblatt Nr. 10 - sind die Wahlen zum Deutschen Reichstag für den 4. Wahlkreis am 6. Juni 1920 vorzunehmen. ... Berlin, den 17. Mai 1920. Der kommissarische Landrat, Schlemminger. Zusammenstellung der Stimmbezirke des Kreises Niederbarnim zu der im Juni stattfindenden deutschen Reichstagswahl 1920. Lfd. Nr. des Stimmbezirkes, Bestandteile des Stimmbezirkes 2. Ahrensfelde 12. Blumberg 21. Eiche 51. Lindenberg 59. Mehrow, Gemeinde und Gut |
Altlandsberg. Nächsten Sonnabend feiert die hiesige Schlosser- und Schmiedeinnung ihr 200jähriges Bestehen. ... |
2 Frauen, welche schon im Garten gearbeitet haben, werden sofort eingestellt. Feuerwerkerei Malchow bei Weissensee. |
Personalnachweisung. Bestätigt: Der Amtsvorsteher Weidelt als Standesbeamter des Standesamtsbezirks Nr. 25 Blumberg, ..., der Rentier Rudolf Krüger in Mehrow als 2. Standesbeamtenstellvertreter für den Standesamtsbezirk Nr. 26 Mehrow |
Nachstehend bringen wir noch ein paar Ergebnisse der Wahlen zum Reichstag aus dem Kreise Ahrensfelde. Deutsche Volkspartei 6, Deutschnationale 50, Demokraten 0, Mehrheitssozialisten 105, Unabhängige 52 Stimmen |
Bernau. Nichtraucherabteile 4. Klasse. Infolge der hohen Fahrpreise wird die 4. Wagenklasse bedeutend stärker benutzt als bisher. Dadurch macht sich auch das Bedürfnis nach einer Einrichtung und Vermehrung der Nichtraucherabteile 4. Klasse geltend. ... |
Bernau. Landjäger, nicht mehr Gendarm. Durch Verfügung des Ministers des Innern führt die preußische Landgendarmerie von jetzt ab die Bezeichnung Landjägerei. Die bisherigen Gendarmeriewachtmeister führen die Amtsbezeichnung Landjäger und Oberlandjäger, der bisherigen Oberwachtmeister führt die Bezeichnung Landjägermeister, die bisherigen Gendarmerieoffiziere sind jetzt Landjägerräte geworden. |
Bernau. Warnung vor Kreuzotter. Beerensucher und Ausflügler seien hiermit besonders darauf aufmerksam gemacht, daß im Juli die Gefährlichkeit der Kreuzotter, der einzigen Giftschlange in Deutschland, ihren Höhepunkt erreicht. ... |
Lindenberg. Diebe statteten in der Nacht zum Donnerstag dem Gastwirt Schumann hierselbst einen Besuch ab. Die Spitzbuben drückten eine Scheibe eines Saalfensters ein, öffneten dann das Fenster, stiegen in den Saal ein, schnitten die an den Fenstern befindlichen Gardinen ab und verschwanden damit. Von den Dieben fehlt bisher jede Spur. |
Eine frischmilch. Kuh steht zum Verkauf bei Gustav Schumann, Lindenberg. |
Bernau. Die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche hat bisher wenig Erfolg gezeitigt. Die Zunahme der Seuchenfälle ist eine äußerst rasche. ... |
Altlandsberg. Dieser Tage nachts sind drei Gefangene aus dem hiesigen Amtsgericht ausgebrochen. Sie haben einen Eisenstab zersägt und sich aus der ersten Etage mit dem Bettlaken herabgelassen. Einer von ihnen, Günzke aus Eggersdorf, der mit in die Kartoffeldienstahlgeschichte mit der Schießerei auf dem Amte, die einem das Leben kostete, verwickelt ist, ist wieder festgenommen worden. |
Statt besonderer Anzeige. Am Dienstag, den 13. d. Mts., ... starb ... Ww. Auguste Baurath, geb. Ebel im 73. Lebensjahre ... Lindenberg, den 14. Juli 1920. ... Preß- u. Stichtorf verkaufe frei Hönower Werk, Ztr. 15 Mark. Jetzt beste Abnahmezeit, da Torf gut getrocknet ist. Torfwerk Kurth, Hönow. Teleph. Neuenhagen 94. |
Personalnachweisung. Bestätigt: der Glaser Arthur Dittmann als Nachtwächter der Gemeinde Mahlsdorf. |
Blumberg. Am vergangenen Sonntag fand hier die Gründung eines landwirtschaftlichen Vereins für die Orte Blumberg, Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Ahrensfelde, Eiche, Marzahn, Wartenberg, Mehrow, Krummensee, Seefeld und Löhme statt. Der schon lange gehegte Wunsch, für die Landwirte dieser Orte, einem mit seinem Sitze nicht allzuweit entfernten landwirtschaftlichen Verein anzugehören, ist nun in Erfüllung gegangen. Die Anregung hierzu hat der Herr Gutsbesitzer F. Kiekebusch von hier gegeben. Das zahlreiche Erscheinen bewies deutlich das Interesse für eine derartige Gründung. Bei der Wahl zum Vorstand wurden einstimmig gewählt zum 1. Vorsitzenden Herr Administrator Brauns in Blumberg, zum 2. Vorsitzenden Herr Landwirt Gustav Grün in Blumberg, zum Kassenführer Herr Gutsbesitzer Kiekebusch, als Schriftführer Herr Rentmeister Preuße in Mehrow, in den engeren Vorstand Gemeindevorsteher Lindemann in Eiche. Es zeichneten sich von den Erschienenen sofort 51 als Mitglieder ein. |
Bekanntmachung. Bei einem Pferde, dem Gemeindevorsteher Thürling in Mehrow gehörend, ist amtstierärztlich Räude festgestellt. Die notwendigen Sperrmaßregeln sind angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 21. Juli 1920. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Lindenberg. Sonntag, den 22. und Montag, den 23. August Gr. Erntefest um 2 Uhr: Groß. Umzug nach ländlicher Sitte Hierzu laden freundlichst ein Die Gastwirte P. Reiche, G. Schumann. Blumberg. Sonntag, den 22. und Montag, den 23. August Groß. Ernte-Fest mit Umzug nach ländl. Sitte. Hierzu laden freundlichst ein Die Gastwirte. |
Danksagung. Für die liebvolle Teilnahme sowie für die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen Mutter, Schwieger- und Großmutter, der Altsitzerin Minna Lindenberg, geb. Schulze, sprechen wir allen, insbesondere dem Herrn Pfarrer Ramin für die trostreichen Worte am Sarge unsern tiefgefühltesten Dank aus. Eiche, den 18. August 1920. Die trauernden Hinterbliebenen. |
Blumberg. Das auf Sonntag, den 22. und Montag, den 23. August festgesetzte Ernte=Fest findet bis auf weiteres nicht statt. |
Bekanntmachung. Nachdem die Neuwahlen zu den Gemeindeverwaltungsämtern und zu den Stellen in den Amtsbezirken, soweit sie vorzunehmen waren, im allgemeinen durchgeführt sind, werden 2 listenmäßige Zusammenstellungen hierunter zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Berlin, den 20. August 1920. Der Landrat des Kreises Niederbarnim, I.A. Voigt, Regierungs-Assessor. A. Verzeichnis der Gemeindevorsteher, Schöffen und Schöffenstellvertreter Ahrensfelde Gemeindevorsteher: Buchholz, Albert, Gutsbesitzer Schöffen: 1. Krüger, Rudolf, Stellmachermeister, 2. Ulfert, August, Gemüsegärtner Schöffenstellvertreter: Schneider, Julius, Gastwirt Blumberg Gemeindevorsteher: Juert, Georg, Bauerngutsbesitzer Schöffen: 1. Flöricke, Adolf, Zimmerer, 2. Ebel, August, Bauerngutsbesitzer, 3. Witt, Rudolf, Hilfsrottenführer Schöffenstellvertreter: - Eiche Gemeindevorsteher: Lindemann, Paul, Landwirt Schöffen: 1. Lindenberg I, Wilhelm, Landwirt, 2. Klus, Fritz, Landwirt Schöffenstellvertreter: Bredereck, Julius, Landwirt Hönow Gemeindevorsteher: Kirschbaum, Friedrich, Rentier Schöffen: 1. Hörnicke, Herrmann, Landwirt, 2. Meyer, Oswald, Lehrer Schöffenstellvertreter: Mette, Gustav, Mühlenbesitzer Krummensee Gemeindevorsteher: Sommer, Richard, Landwirt Schöffen: 1. Priewitz, Max, Landwirt, 2. Noack, Adolf, Landwirt Schöffenstellvertreter: Sommer, Julius, Steuererheber a.D. Lindenberg Gemeindevorsteher: Kirschbaum, Georg, Bauerngutsbesitzer Schöffen: 1. Gahtow, Rudolf, Lehngutsbesitzer, 2. Habermann, Hermann, Arbeiter Schöffenstellvertreter: Baurath, Friedrich, Bauerngutsbes. Mehrow Gemeindevorsteher: z.Zt. unbesetzt Schöffen: 1. Wegener, Gustav, Büdner, 2. Lindemann, August, Förster Schöffenstellvertreter: Brederecke [!] Richard, Landwirt B. Verzeichnis der Amtsvorsteher und Amtsvorsteher-Stellvertreter Blumberg Amtsvorsteher: Weidelt, Gustav, Maurermeister in Blumberg Amtsvorsteher-Stellvertreter: --- Ahrensfelde Amtsvorsteher: Buchholz, Albert, Gemeindevorsteher in Ahrensfelde Amtsvorsteher-Stellvertreter: Löser, Paul, Maschinenmeister in Ahrensfelde |
Elektromotor, Drehstrom, 1 PS., mit Zentrifugalpumpe verkauft Anton Ebel, Blumberg, Telephon Nr. 155. |
Bekanntmachung. Für die infolge der Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlin ... vorzunehmende Neuwahl des Kreistages hat der Kreisausschuß ... folgendes beschlossen: ... Als Wahltermin für die in den Wahlbezirken des Wahlverbandes der Landgemeinden vorzunehmenden Wahl ist Sonntag, der 19. September d. Js. festgesetzt ... Berlin, den 21. August 1920. Der Landrat, Schlemminger. Verzeichnis der Stimmbezirke für die in den Wahlbezirken des Wahlverbandes der Landgemeinden vorzunehmenden Wahl von Kreistagsabgeordneten Wahlbezirk III. 1. Gemeinde Dahlwitz / Gut Dahlwitz: ... 2. Gemeinde Neuenhagen / Gut Neuenhagen: ... 3. Gemeinde Seeberg: ... 4. Gemeinde Hönow: Gemeindevorsteher Kirschbaum, Gemeindeschöffe Hörnicke 5. Gemeinde Ahrensfelde: Gemeindevorsteher Buchholz, Gemeindeschöffe Krüger 6. Gemeinde Mehrow / Gut Mehrow: Gemeindevorsteher Thürling, Gemeindeschöffe Wegener 7. Gemeinde Eiche: Gemeindevorsteher Lindemann, Gemeindeschöffe Lindenberg I 8. Gemeinde Blumberg / Gut Blumberg: Gemeindevorsteher Juert, Gemeindeschöffe Ebel 9. Gemeinde Löhme / Gut Löhme: ... 10. Gemeinde Krummensee: ... 11. Gemeinde Seefeld: ... |
Ahrensfelde. Sonntag, den 29. August: Groß. Ernteball Es ladet ergebenst ein W. Dubick, Gastwirt. |
Blumberg. Sonntag, den 29. und Montag, den 30. August Großes Erntefest nach ländlicher Sitte, wozu freundlichst einladen Die Gastwirte. |
Altlandsberg. Der Verein zur Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd hält seine 27. Gebrauchshunde-Prüfung am 3. und 4. September auf der Domänen- und Stadtjagd hierselbst ab. ... |
Personalnachweisung. Bestätigt: der Landwirt Ernst Meißner als Gemeindevorsteher der Gemeinde Mehrow. |
Ahrensfelde. Sonntag, den 5. und Montag den 6. September Großes Erntefest des Gemüsezüchtervereins von Ahrensfelde u. Umgeg. mit großem Wagenumzug wozu freundlichst einladen Der Vorstand, Die Gastwirte: Hase, Dubick. |
Mehrow. Der Besitzer des hiesigen Rittergutes, Herr Bothe, feierte am 4. September gemeinschaftlich mit seinen Leuten das Erntefest, verbunden mit einem Kinderfest. Morgens um 9 Uhr war Kirchgang, um 12 Uhr Abholen der Kronenjungfern mit ihren Erntekronen. Nach einer Ansprache vor dem Gutshause dankte Herr Rittergutsbesitzer Bothe und wies darauf hin, daß einzelne Familien schon 23-50 Jahre ihren Wohnsitz hier haben. Um 1 Uhr setzte sich der Festzug unter den Klängen der Kapelle Liebisch in Bewegung. Voran der Festleiter, es folgten 20 festlich geschmückte Reiter, dann acht Erntewagen mit den Gutsleuten. Ueber Hönow und Eiche kehrte man zurück nach Mehrow. Um 3 Uhr war der Ausmarsch nach dem Festplatz. Hier begann die Feier mit einem Festgesang des Schülerchors, hierauf folgte ein Reigentanz von 12 Jungfrauen und Wettspiele für Jung und Alt. Sämtliche Spiele wurden prämiiert, es waren wertvolle Gewinne darunter. Abends 9 Uhr war Fackelzug der Schulkinder. Nachdem ging es in den Festsaal, wo dem Tanze gehuldigt wurde. Auch wurden sämtliche Leute vom Gute für diesen Tag besonders verpflegt; ebenso fehlte es nicht an den nötigen Erfrischungen. Am folgenden Tage (Sonntag) nachmittags 5 Uhr fand eine Nachfeier statt. |
Bernau. Die Maul- und Klauenseuche sucht leider gegenwärtig unser Vaterland in steigendem Maße heim. ... |
Ein starkes überzählig. Pferd sowie ein fast neuer leichter Geschäftsfederwagen sind zu verkaufen. Amtsvorsteher Buchholz, Ahrensfelde-Berlin. |
Bekanntmachung. Unter dem Viehbestand der Wittwe Anna Hamann zu Blumberg, Gartenstr. 37 ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Blumberg, den 17. September 1920. Der Amtsvorsteher. |
Von Bernau mit dem Postauto durch die Mark. ... In Strausberg wurde für den Motor Benzin eingenommen und dann wurde die Fahrt nach Erkner fortgesetzt. ... [langer, ganzseitiger Artikel] |
Mädchen für Hausarbeiten sofort gesucht. Inspektor v. Damnitz, Hönow 31. |
Hönow. Dieser Tage nachts sind aus der hiesigen Kirche mittels Nachschlüssels ein mattroter Teppich, eine hellblaue Altardecke mit silbernem Kreuz, Jahreszahl 1864, eine hellblaue Taufdecke (fast neu), eine weißleinene Altardecke mit roter Stickerei (kommt her zu mir alle usw.), drei etwa 40 cm hohe weiße Porzellanvasen mit blauen Blumen und ein schwarzer Talar entwendet worden. Es scheint sich um gewerbsmäßige Einbrecher aus Berlin zu handeln. Zweckdienliche Angaben, die zur Ermittelung der Täter führen können, werden im Polizei-Geschäftszimmer Neuenhagen (Ostbahn) entgegengenommen. Vor Ankauf der Sachen wird gewarnt. |
Starkes Arbeitspferd, überzählig, verkauft G. Hagert, Lindenberg b. Berlin. |
Bernau. Waffenabgabe für Kriegervereine. Von maßgebender Stelle wird der Kyffhäuser-Bund der deutschen Landes-Kriegerverbände darauf hingewiesen, daß die in einem früheren Erlasse des Reichswehrministeriums angeordnete Abgabe der Gewehre 98 nebst scharfer Munition an die Zeugämter (bezw. Artillerie-Depots) nach dem Inkrafttreten des Entwaffnungsgesetztes nicht mehr in Frage kommt. ... |
Bernau. Vor dem Ende der Ablieferungspflicht. Nur noch wenige Tage zahlen die Ablieferungsstellen die vollen Prämien für die abzuliefernden Waffen, Waffenteile und Munition aus. Vom 11. Oktober ab werden die Prämien auf die Hälfte herabgesetzt und vom 21. Oktober ab gar nicht mehr bezahlt werden. Wer daher jetzt noch ablieferungspflichtige Waffen zu Hause hat, sollte sich beeilen, sie zu den Ablieferungsstellen zu bringen. Es ist zu bedenken, daß nach der Ablauf der Ablieferungspflicht, also nach dem 1. November, scharfe Kontrolle Wegen Waffenbesitz zu erwarten ist, und daß jedermann, bei dem noch Waffen gefunden werden, schwer bestraft wird. ... |
Lindenberg. Sonntag, den 10. Oktober Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet P. Reiche, Gastwirt. |
Mehrow. (verspätet eingegangen.) Am Sonntag, den 3. Oktober beging die Ortsgruppe Mehrow des Verbandes der nationalgesinnten Soldaten ihr Hindenburg-Geburtstagsfest verbunden mit Gründungsfeier. Um 9 Uhr vormittags war geschlossener Kirchgang mit der von der Ortsgruppe Spandau zur Verfügung gestellten Fahne. Herr Pfarrer Benecke gedachte in seiner Predigt mit markigen Worten unseres Nationalhelden. Er ermahnte alle, sich unsern Hindenburg zum Vorbild ihres ganzen Lebenswandels zu nehmen. Treu und gläubig an den großen Alliierten im Himmel und pflichtbewußt bis zum äußersten, so wie unser Generalfeldmarschall es war, mit einem Wort: Deutsche müssen wir wieder werden! Zum Nachmittag war eine größere Anzahl Gäste erschienen, u. a. auch noch viele aktive Soldaten. Ein feines, herzerfrischendes Bild war es, als die Fahne an der militärisch stramm salutierenden Front der Ortsgruppe vorbei getragen wurde. Dann marschierten alle zur Festhalle, dem zu diesem Zwecke eigens mit Tannengrün und unsern alten Reichsfarben geschmückten Hächselboden des Rittergutes Mehrow, der zu der Feier der Ortsgruppe von ihrem Ehrenmitglied Kamerad Rittergutsbesitzer Bothe liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt wurde. Auf der behelfsmäßig hergestellten Bühne war ein geschmackvoll hergerichteter Hindenburg-Altar mit dem vom Lichterglanz umgebenen Bild des Generalfeldmarschalls aufgebaut. Die Festfolge war mit Rücksicht auf die kurze Zeit der Vorbereitung nur 8 Tage lang konnten in der schweren Kartoffelernte einige Abendstunden dazu geopfert werden eine ausgezeichnete. Der erste Vorsitzende der Ortsgruppe Kam. Voß hieß die Erschienenen willkommen und legte dar, weshalb die Mehrower nationalgesinnten Soldaten eine Ausnahme machen von der leider jetzt allgemein üblichen Regel des Vergessens unserer großen Deutschen: Weil wir bei Alt und Jung und besonders bei der Jugend als unserer einzigen Hoffnung das Erinnern wach halten wollen an die große Zeit, die wir erlebten und seinen Helden, deren größter unser geliebter Generalfeldmarschall von Hindenburg ist. Ein Volk, das seine Helden nicht ehrt, ist nicht mehr wert, als solches zu leben. Und wir Deutschen dürfen stolz sein auf unsere Taten und Helden und wollen sie nie vergessen. Wir wollen wieder ein Volk werden, wie wirs zu Bismarcks Zeiten waren! Auf den von Kam. Jakobs vorgetragener Wortspruch folgte die Festrede von Kam. Preuße. Er führte in klaren schlichten Worten das Heldenleben des größten Deutschen der Gegenwart vor aller Augen. Die Rede klang in ein dreifaches Hurra auf unsern Hindenburg aus, in das die gesamte Festversammlung einstimmte. Es wurde stehend auf die alte bekannte Weise das Hindenburglied gesungen: Heil Dir im Siegerkranz. Reiter des Vaterlands, Heil Hindenburg! usw. Gedichtvorträge, Kinder- und gemeinsamer Gesang wechselten in bunter Folge ab. Dann wurden stimmungsvolle lebende Bilder Ein deutsches Kriegerleben dargestellt, deren erstes der Auszug ins Feld und letztes ein schlichtes Heldengrab war. Manches Auge feuchtete sich in wehmütiger Erinnerung. Der Vertreter des V. n. S. Kam. Major Snethlage sprach darauf kernige deutsche Worte, die mit einem Hoch auf unser geliebtes deutsches Vaterland endeten, worauf die Versammlung stehend das Deutschland-Lied sang. Herr Generalsekretär Peter, Vorsitzender des Reichslandarbeiterbundes, bot unserer neu gegründeten Ortsgruppe Waffenbrüderschaft an, die freudig angenommen wurde. Nach turnerischen Darbietungen sprach der erste Vorsitzende der Ortsgruppe das Schlusswort, der auch folgendes an Hindenburg gerichtete Telegramm verlas: Die Ortsgruppe Mehrow des V. n. S. entbietet Ihrer Exzellenz zum heutigen Wiegenfeste treudeutsche Grüße mit dem hoffnungsvollen Wunsche, dass Euer Exzellenz dem deutschen Vaterlande noch lange Zeit erhalten bleiben mögen. Wir denken, dass mancher, der bisher noch nicht ganz fest zu uns gehörte, mit vollem Herzen für unser Vaterland und unsere Sache heimgegangen ist. Die Ortsgruppe ist erst einige Wochen alt. Wir haben Großes geplant; doch braucht man zu einer organisatorischen Arbeit Geld. Und die Kasse ist klein, da fast nur Arbeiter Mitglieder sind. Für Geldspenden, Turngeräte, Lese- und Vortragsstoff wäre die Ortsgruppe von Herzen dankbar und bittet freundliche Geber, dieselben zu richten an die Ortsgruppe Mehrow des V. n. S. z. H. des Herrn Otto Voß, Rittergut Mehrow, Post Ahrensfelde bei Berlin. |
Altlandsberg. Einen Einbruch verübten Diebe in dem Betriebe der hiesigen Kleinbahngesellschaft. ... Am Morgen wurde der Diebstahl gleich bemerkt und dem Landjäger Heinicke gelang es nach erfolgreichem Bemühen, zwei von den drei Tätern dingfest zu machen, der Dritte ist entwischt. |
Runkelrüben verkauft Noack, Krummensee, Station Seefeld. Tel. Altlandsberg 33. |
Altlandsberg. In der letzten Generalversammlung der Altlandsberger Kleinbahn wurde über die Zukunft unserer Kleinbahn beschlossen. Der Beschluß ging dahin, daß mangels Mittel und der Unrentabilität der Bahn der Betrieb eingestellt werden soll. Der Zeitpunkt wurde nicht bestimmt. |
Ahrensfelde. Sonntag, d. 24. Oktober 1920: Groß. Ball Es laden dazu freundlichst ein Otto Garz (Kapellmstr. Berlin), Wilh. Dubick (Gastwirt). |
Bekanntmachung. Unter dem Klauenviehbestande des Vorwerks Elisenau (Gutsbezirk Blumberg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Blumberg, den 22. Oktober 1920. Der Amtsvorsteher. |
Hönow. Dieser Tage hielt der Herr Lehrer Meyer einen hochinteressanten Vortrag über die Hönower Ortsgeschichte. Bisher war die Gemeinde leider noch nicht im Besitze von irgend welchen zusammenhängenden Aufzeichnungen über die Vergangenheit ihres Dorfes. Herr Lehrer Meyer hat sich der Arbeit unterzogen und nach langem mühevollem Suchen und Zusammentragen aus alten Dokumenten der in der Umgegend liegenden Ortschaften, aus dem Schwerinschen Hausbuch, aus dem Staatsarchiv in Verbindung mit höchsten Behörden usw. einen Zusammenhang der Hönower Ortsgeschichte geschaffen, der bis in verschiedene vergangene Jahrhunderte reicht und bis zur jüngsten Zeit aufgezeichnet ist. |
Personalnachweisung. Bestätigt: der Landwirt Karl Rätz als Schöffe der Landgemeinde Mehrow. |
Bernau. Die Entwaffnung. Die für die freiwillige Waffenabgabe festgesetzte Frist neigt sich dem Ende zu. ... Verstöße gegen das Entwaffnungsgesetz werden mit Gefängnis nicht unter 3 Monaten, mit Geldstrafe bis zu 100000 Mark und in besonders schweren Fällen mit Zuchthausstrafe bis zu 10 Jahren geahndet. ... |
Lindenberg Sonnabend, 30. Oktober, von nachm. 5 Uhr ab findet in meinem Lokal Bernauerstr. 1 ein Gemütliches Beisammensein verbunden mit Wurst- und Eisbeinessen statt, wozu ich alle Freunde und Gönner bestens einlade. Gustav Schumann, Gastwirt. |
Personalnachweisung. Bestätigt: der Gutsbesitzer Richard Möser als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Eiche. |
Personalnachweisung. Bestätigt: der Kaufmann Reinhold Roth als Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow. |
Altlandsberg. Mit Genehmigung der Reichsprüfungsstelle und der Berliner Lokalkommission hat der Verein der Gastwirte Altlandsberg den Preis für das Vollbier auf 4 M. festgesetzt. |
Altlandsberg. Kartoffeln gibt es nach Befragung noch genug zur Belieferung in unserer Stadt, es ist nunmehr vom Landrat ein Ausfuhrverbot aus der Stadt erlassen worden. Fraglich erscheint nur, ob die Landwirte zum Preise von 25 Mark liefern. |
Altlandsberg. Für unsere Stadt ist nunmehr vom Landrat ein Kartoffelausfuhrverbot erlassen worden, weil hier Kartoffeln kaum zu haben sind. |
Altlandsberg. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wurde, ist die im Kreisblatt Nummer 260 und 263 gebrachte Nachricht, daß für Kartoffeln nunmehr vom Landrat ein Ausfuhrverbot aus der Stadt erlassen worden ist, unzutreffend. Ein solches Ausfuhrverbot ist vom Landrat nicht erlassen worden. Wie die Reichskartoffelstelle wiederholt ausgesprochen hat, ist ein Verbot oder eine Beschränkung der Aus- und Einfuhr von Kartoffeln über die Grenzen eines Orts- oder Kommunalverbandes oder Landesteils innerhalb des Reichsgebietes mit der Aufhebung der öffentlichen Bewirtschaftung nicht vereinbar und unzulässig. Soweit solche Verbote oder Beschränkungen trotzdem erlassen werden, sind sie rechtsunwirksam. |
Hönow. Heldengedächtnisfeier. "Vergeßt die treuesten Toten nicht!" Dieser der Gemeinde gelegentlich der Gedenksteineinweihung vom Lehrer Meyer so recht ans Herz gelegte Dichtermahnruf fand eine ergreifende Beherzigung in einer eindrucksvollen Gedächtnisfeier, mit der die Einweihung einer wundervoll geschnitzten Eichentafel zur Ehrung der gefallenen Dorfkämpfer verbunden war. ... Die künstlerisch wertvolle Ehrentafel im Gotteshause ist eine Stiftung der Gemeinde Hönow. ... |
Blumberg. Der landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hielt dieser Tage im "Schwarzen Adler" hierselbst seine erste Mitgliederversammlung ab. Herr Administrator Braune begrüßte die Mitglieder. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils war als 5. Punkt der Tagesordnung "Ernteberichte aus den einzelnen Gemeinden" festgesetzt. Für Ahrensfelde berichtete Herr Wegener, für Blumberg Herr Keisdorf, für Eiche Herr Lindemann, für Krummensee Herr Noack, für Mehrow Herr Inspektor Elfers, für Marzahn Herr Groth [?] und für Seefeld Herr Dahle. Allgemein wurde Klage über die große Nässe geführt, worunter nicht nur die Wiesen, sondern ganz erheblich auch die Kartoffelfelder gelitten haben. Wenn auch die Kartoffelernte im allgemeinen eine sehr gute war, so betrug jedoch der Durchschnittsertrag durch den Ausfall der nassen Stellen bedeutend weniger. Die Roggenernte war allgemein sehr schlecht, und wurde von verschiedenen Stellen über das Auftreten der Blumenfliege sowie Rost berichtet. ... |
Altlandsberg. Auf Antrag wurde in der letzten Sitzung der Stadtverordneten die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der einzige Punkt betraf die Kleinbahn und in dieser Beziehung wurde beschlossen, der Kleinbahngesellschaft ein Kaufangebot von 650000 Mark zu machen. In dieser Summe sind die A-Aktien, die Sicherheitshypothek und die vorhandenen Bestände am Stichtage eingeschlossen. |
Eine gut erhaltene Breitdresch-Maschine (für elektr. Betrieb) steht zum Verkauf R. Bredereck, Mehrow bei Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Rittergutes Mehrow ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Sperrmaßregeln sind angeordnet. Ahrensfelde bei Berlin, den 7. Dezember 1920. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Prima Zuchteber, von der Landwirtschaftskammer eingestellt, steht z. Decken bei Gastwirt Reiche. Lindenberg. |
Weizen- und Gemenge-Kaff hat abzugeben Rittergut Mehrow. Post Ahrensfelde bei Berlin. |
Bernau. Allgemeine Begnadigung des Forstdiebstahls. Gegen Forstdiebstahl sind durch die Novelle vom 14. d. Mts. die absoluten Strafandrohungen des Forstdiebstahlgesetzes beseitigt und die Bestimmungen über die Freiheitsstrafe an die Stelle der Geldstrafe gemildert. ... |
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Ahrensfelde. Sonntag, den 2. Januar 1921: Großer Ball. Es ladet ergebenst ein W. Dubick, Gastwirt. |
Bekanntmachung. Auf Grund des § 6 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 und des Beschlusses des Amtsausschusses vom 18. Dezember 1920 werden für den Amtsbezirk Ahrensfelde die in der Gebührenordnung vom 5. September 1914 aufgeführten Gebührensätze für die Genehmigung und Beaufsichtigung von Neubauten, Umbauten und anderem baulichen Herstellungen um 400 Prozent erhöht. Ahrensfelde, den 30. Dezember 1920. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Lehrling sucht sofort Karl Jacobi, Schmiedemeister. Blumberg, Bez. Potsdam. |
Altlandsberg. Vor einigen Tagen nachts wurde beim Schlächtermeister Reppert eingebrochen, nachdem schon nachts vorher ein Fahrrad gestohlen worden war. Die Diebe, die ohne Zweifel wohlbekannt mit der Oertlichkeit waren, stahlen Tisch- und Bettwäsche, 6 Fenster Gardinen, eine Damenuhr mit 3 Brillanten, goldenes Damenarmband und Herrensachen im Gesamtwerte von 15 000 M. Geld, auf das sie es gewiß abgesehen hatten, war noch im alten Jahr nach Berlin geschickt worden. |
Altlandsberg. Ueber das Vermögen der Altlandsberger Kleinbahn-Aktiengesellschaft (Hoppegarten-Altlandsberg) in Berlin ist das Konkursverfahren eröffnet worden. |
Braunen Wallach, mittelstarken Oldenburger, verkauft Kimmritz, Eiche. Rübenschneider hat abzugeben Karl Jacobi, Schmiedemstr. (vorm. F. Grün), Blumberg (Bez. Potsdam) |
Falben, 6jährig, fehlerfrei, flott mit guten Gängen, verkauft Töpffer, Landwirt, Blumberg |
Schimmelstute, zur Zucht geeignet, zirka 11 jähr., Mittelpferd, fehlerfrei, verkauft Kurth, Hönow. Tel. Neuenhagen 94. Zugnetz, wenig gebraucht, 25 Meter lang, preiswert zu verkaufen. Kurth, Hönow. Tel. Neuenhagen 94. |
Altlandsberg. Zur Warnung möge dienen, daß das hiesige Schöffengericht in seinen letzten Sitzungen einige Herren aus Neuenhagen, die dem Hazardspiel gefrönt hatten, zu 1000, 300 und 100 M. Geldstrafe verurteilte. Nicht nur der Wirt, auch die Spieler sind strafbar. |
Bernau. Das Recht auf Titel ist bekanntlich durch eine Verordnung des Reichspräsidenten aufgehoben. Den Beamten steht kein Rechtsanspruch darauf zu, im dienstlichen Verkehr mit den früher verliehenen Titeln und Amtsbezeichnungen benannt zu werden. ... Als Beispiel wird der Rechnungsrat angeführt. |
Mehrere überzählige Pferde hat abzugeben Rittergut Mehrow, Post u. Bahnstation Ahrensfelde |
Bernau. ... Als Kandidaten für den Provinziallandtag sind aufgestellt von den Mehrheitssozialisten: ... 3. Weigelt - Blumberg, ... |
Personalnachweisung. Bestätigt: der Schmiedemeister Georg Albrecht als Gemeindevorsteher Landgemeinde Ahrensfelde. |
4000 alte Dachsteine zu verkaufen. Richard Koch, Lindenberg. |
Lindenberg. Sonntag, den 30. Januar Großer Wiener Masken Ball. Anfang 6 1/2 Uhr hierzu ladet freundlichst ein P. Reiche, Gastwirt. |
Krummensee. Große Freude herrschte am Donnerstag abend im Hause der Familie Matern, als nach sechsjähriger Gefangenschaft der Sohn abends gegen 8 Uhr ankam. Er war am 15. März 1915 gefangen worden und ist bisher in Sibirien gewesen. ... |
Bekanntmachung. betreffend Wahlen zum Landtag ... Die Wahl beginnt am Sonntag, den 20. Februar 1921, vormittags 9 Uhr und wird an diesem Tage um 6 Uhr nachmittags geschlossen. ... Berlin, den 27. Januar 1921- Der Landrat, Schlemminger. Zusammenstellung der Wahlbezirke des Kreises Niederbarnim für die am 20. Februar 1921 stattfindenden Landtags-, Provinziallandtags- und Kreistagswahlen Nr. / Bestandteile des Stimmbezirkes: 2 / Ahrensfelde Wahllokal: Gasthof von Wilhelm Hase in Ahrensfelde, Dorfstraße 24 Name des Wahlvorstandes: Stellmachermeister Rudolf Krüger, Ahrensfelde Name des Stellvertreters: Gemeindegärtner August Ulfert, Ahrensfelde Nr. / Bestandteile des Stimmbezirkes: 9 / Blumberg, Gemeinde und Gut Wahllokal: Amtsdienstzimmer in Blumberg Name des Wahlvorstandes: Amtsvorsteher G. Weidelt in Blumberg Name des Stellvertreters: Gemeindevorsteher G. Juert in Blumberg Nr. / Bestandteile des Stimmbezirkes: 17 / Eiche Wahllokal: Gastwirtschaft von Gustav Seelisch in Eiche Name des Wahlvorstandes: Gemeindevorsteher Richard Möser in Eiche Name des Stellvertreters: Gemeindeschöffe Wilhelm Lindenberg I in Eiche Nr. / Bestandteile des Stimmbezirkes: 40 / Lindenberg mit den Ausbauten Clarahöh und Mühle Wahllokal: Gasthof "Zum Kronprinzen", Inh. Paul Reiche, Lindenberg, Dorfstraße 5 Name des Wahlvorstandes: Gemeindevorsteher Kirschbaum, Lindenberg Name des Stellvertreters: Schöffe Rudolf Gahtow I, Lindenberg Nr. / Bestandteile des Stimmbezirkes: 44 / Mehrow, Gemeinde und Gut mit Vorwerk Trappenfelde Wahllokal: Gasthof der Ww. Emma Bolle, Mehrow Name des Wahlvorstandes: Gemeindevorsteher Ernst Meißner, Mehrow Name des Stellvertreters: Guts-Inspektor Lorenz Elfers, Mehrow |
Beermannsche Pflüge, Kultivatoren, Kreissägen ab Lager Karl Jacobi, Schmiedemstr., vorm Fritz Grün, Blumberg, Bezirk Potsdam. |
5 Arbeitspferde, überzählig, hat abzugeben Rittergut Mehrow. Post Ahrensfelde b. Berlin |
Hönow. Dieser Tage nachts wurde dem Landwirt Richard Döberitz ein 2 1/2 Zentner schweres Schwein aus dem verschlossenen Stalle gestohlen. Das Schwein wurde im Stalle geschlachtet, in den Garten geschleift und dort ausgeweidet. Als Täter können nur Personen in Frage kommen, die mit den örtlichen Verhältnissen genau vertraut sind. |
Bekanntmachung. Ein Schäferhund angefunden. Zu melden im hiesigen Amtsbüro. Ahrensfelde-Berlin, den 11. Februar 1921. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Altlandsberg. Das Wahrzeichen unserer Stadt, die Ruine am Markt, soll nun verschwinden. Der Weiterbau des Bruschkeschen Hauses soll im Frühjahr zur Ausführung kommen, wenn die staatlichen Zuschüsse bewilligt werden. |
Drillmaschine, 3 m breit, sowie Binder (Massey Harries) fast neu, zu verkaufen. Noack, Blumberg. |
Personalnachweisung. ... Bestätigt: Der Stallmann Karl Rehfeldt als Nachtwächter des Gutsbezirkes Dahlwitz. |
Einen gut erhaltenen Gemüse=Wagen verkauft Fritz Weißleder. Ahrensfelde. |
Wahlergebnisse. Blumberg: Ver. Komm. Partei: 12, U.S.P.D.: 35, S.P.D.: 302, Demokraten: -, Zentrum: -, Deutsche Volkspartei: 89, Deutschnatl. Volkspartei: 225, Wirtschaftspartei: -, Landeskultur: -. |
Am Sonntag, den 20. Februar, früh 2 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager infolge eines alten Gallensteinleidens ... die Bauerngutsbesitzerin Dorothea Noack, geb. Ebel, im 73. Lebensjahre. Dies zeigen im tiefsten Schmerz an Gustav Ebel, Richard Noack, Minna Scheuermann, geb. Noack, Erich Noack als Kinder. Blumberg, den 21. Februar 1921. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. Februar 1921, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. |
Weitere Wahlergebnisse, Mehrow: Ver. Komm. Partei: 9, U.S.P.D.: 1, S.P.D.: 22, Demokraten: -, Zentrum: -, Deutsche Volkspartei: 6, Deutschnatl. Volkspartei: 108, Wirtschaftspartei: -, Landeskultur: -. Im Wahlkreise Potsdam I, wozu auch der Kreis Niederbarnim gehört, entfielen auf:
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Lindenberg. Sonnabend, den 26. Febr.: Großer Masken=Ball. Anfang pünktlich 7 Uhr. Um zahlreichen Besuch bittet G. Schumann, Gastwirt. Maskengarderobe vorhanden. |
5 Arbeitspferde, überzählig, hat abzugeben Rittergut Mehrow, Post Ahrensfelde b. Berlin. 1000 Zentner Futterrüben hat abzugeben Rittergut Mehrow, Post Ahrensfelde b. Berlin. 2 Ztr. Rotklee, 10 Ztr. Seradella verkauft von Oertzensche Gutsverwaltung, Hönow. |
Fundamentsteine zu verkaufen. R. Koch, Lindenberg. Maler-Lehrling verlangt Koch, Malermeister, Lindenberg. |
Personalnachweisung. Bestätigt: der Lehrer Alfred Feuerstein als Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Nr. 19 "Blumberg"; ... |
Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und die viel Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pastor Benecke am Grabe unsere lieben guten Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, der verwittweten Bauerngutsbesitzerin Auguste Meissner, geb. Schülzke, sagen wir hierdurch, zugleich im Namen aller Hinterbliebenen, unsern herzlichsten Dank. Ahrensfelde, den 28. Februar 1921. Gustav Surkov und Frau, Ida geb. Meissner. |
Für die Beweise stiller Teilnahme sowie für die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen Tochter und Schwester Frida und für die trostreichen Worte des Herrn Pastor Ramin am Grabe sagen wir allen unsern herzlichsten Dank. Blumberg, den 27. Februar 1921. Familie Otto Engel. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer teuren Entschlafenen sprechen wir hierdurch allen Verwandten und Bekannten unsern herzlichsten Dank aus. Dank dem Herrn Pastor Ramin für die trostreichen Worte und dem Herrn Hauptlehrer Hoy mit seinem Schülerchor für die erhebenden Trauergesänge. Blumberg, den 2. März 1921. Die trauernden Hinterbliebenen: Ebel, Noack, Geschwister. |
Mahndorfer Viktoria-Erbsen, 1. Absaat, hervorragende Qualität, Ertrag 19 1/2 Zentner pro Morgen, verkauft Rittergut Mehrow, Post Ahrensfelde b. Berlin. |
Lindenberg. Am 2. Osterfeiertag: Große Tanzmusik wozu freundlichst einladet P. Reiche, Gastwirt. |
Saat=Kartoffeln, späte, gibt ab und Färse zur Zucht verkauft G. Hagert, Landwirt, Lindenberg. Größeren Posten prima Ferkel hat abzugeben Rittergut Mehrow. Post Ahrensfelde b. Berlin. |
Bekanntmachung. Ein Hund, brauner Wolfspitz, hat sich angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 31. März 1921. Der Amtsvorsteher, Buchholz. Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Lehrers Bauer zu Lindenberg ist die Maul- und Klauen-Seuche festgestellt. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 31. März 1921. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Personalnachweisung. Ernannt: der Schöffe Rudolf Gahtow in Lindenberg zum Standesbeamtenstellvertreter des Standesamtbezirkes 30 "Lindenberg". |
Bernau. Papiergeld gesundheitsschädlich. Unser Papiergeld hat nicht nur - wie bereits oft genug ausgeführt - auf die Gesundung unseres Wirtschaftslebens einen schädlichen Einfluß, sondern es ist auch im nichtbildlichen Sinne gesprochen direkt gesundheitsschädlich. ... |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Landwirts Fritz Baurath zu Lindenberg ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde b. Berlin, den 5. April 1921. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Gutsbesitzers Gustav Wegener in Ahrensfelde ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde b. Berlin, den 6. April 1921. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Altlandsberg. Eine sehr gefährliche Schießerei wird jetzt, zumeist von den jungen Herren, die die Schule verlassen haben, betrieben. Die Burschen füllen Flaschen mit Kalk oder Karbid, gießen Wasser zu und lassen nun die Flaschen explodieren. Daß die Sache gefährlich ist, vorallem für die umstehenden Kinder, ist klar, aber durch die herumliegenden Glassplitter können schlimmste Verletzungen an den Füßen vorkommen. Bernau. Maßnahmen gegen sie Einschleppung der Cholera aus Polen. Die Cholera soll in Olita und Grodno, sowie in den Gefangenenlagern in Posen und Stralkowo verbreitet sein. ... |
Phönix=Saat=Kartoffeln hat zu verkaufen Rudolf Gahtow, Lehngutsbesitzer in Lindenberg b. Berlin. |
Lindenberg. Am gestrigen Sonntag fand im Lokale des Herrn Schumann hier eine Lutherfeier statt. Nach dem gemeinsamen Gesange "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" und einem Gedicht "Heil, Luther, dir" vorgetragen von Fräulein Gertrud Schacht, ergriff Herr Pfarrer Schacht das Wort zu seinem Vortrag, in dem er Luther als den deutschen Volksmann schilderte und auf seine vorbildliche Bedeutung für unsere Zeit hinwies. Der Vortrag wurde mehrere Male unterbrochen durch Gesangsvorträge von Fräulein Annemarie Bauer, die sich durch "Trost im Leiden" und "Wär ich geblieben doch auf meiner Heiden" den rechten Beifall der Anwesenden zuzog. Von den anderen Mitwirkenden seien noch genannt Brunhild Bauer, Leopold Bauer, Erwin Pfuhl und Fräulein Klara Schacht. Besonderer Dank gebührt Herrn Lehrer Bauer, der die Begleitung zu den gemeinsamen Gesängen freundlichst übernommen und sich auch um die Leitung des Abends verdient gemacht hatte. Der Abend verlief zur allseitigen Befriedigung der Zuhörer. M. Sch. |
Ahrensfelde. Am Sonntag, den 24. April 1921 im Saale des Gastwirts Wilhelm Dubick Großer Box- und Ringkampf mit Tanz. Musikkapelle Otto Garz, Berlin. Beginn 3 Uhr nachm. Es laden freundlichst ein. Das Komitee. Wilhelm Dubick, Gastwirt. |
Dank des Kaisers an die Kriegervereine. Dem Präsidenten des Kyffhäuser-Bundes der deutschen Landes-Kriegerverbände, Generaloberst von Heeringen, ist aus Doorn folgendes Dankschreiben zugegangen: "Seine Majestät der Kaiser und König lassen Eurer Exzellenz und den von Ihnen geleiteten Kriegervereinsverbänden für die warme Anteilnahme beim Hinscheiden Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin herzlich danken. Seine Majestät waren sehr gerührt von der Zusicherung treuer Weiterarbeit an den Werken der Liebe und Barmherzigkeit, deren Förderung der hohen Entschlafenen stets und zu jeder Zeit am Herzen gelegen hat." |
Prima Victoria=Speise=Erbsen zum Preise von Mk. 2,- per Pfund hat noch abzugeben von 10 Pfd. an Rittergut Mehrow. Post Ahrensfelde. |
Hönow. Das seltene Fest seiner diamantenen Hochzeit feierte am gestrigen Montag in Gesundheit und Rüstigkeit der frühere, langjährige Gemeindevorsteher, jetzige Altsitzer Carl Hörnicke im engsten Kreise seiner Kinder und Kindeskinder. ... |
Lindenberg. Sonntag, den 8. Mai und 2. Pfingstfeiertag (16. Mai): Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet P. Reiche, Gastwirt. |
Fast neuen sechssitzigen Jagdwagen verkauft Reiche, Lindenberg. |
Ein stichelhaariger Airedalterrier hat sich angefunden. Meldungen im Büro. Ahrensfelde-Berlin, den 13. Mai 1921. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
1 Fohlen Stute, 12 Wochen alt, und zwei Geschirre verkauft Reiche, Lindenberg. |
Hönow. Nach einem erquickenden Gewitterregen marschierte am Sonntag nachmittags 4 Uhr der hiesige Deutsche Turnverein mit dem ihm angeschlossenen Schüler-Turnverein auf zum Vereinswettkampf auf der grünen, lindenbeschatteten Dorfaue, um zum ersten Male im volkstümlichen Turnen sein Können zu zeigen. Die zahlreichen Zuschauer kamen beim abgehaltenen Konzerte und herrlichstem Wetter auf ihre Rechnung. Die von fremden (Mahlsdorf) Kampfrichtern bewerteten besten Leistungen erreichten Breitenfeld mit 83, Strutzke mit 63, Thiemisch mit 62, W. Ramm mit 61 und M. Richter mit 56 Punkten. Die höchste Punktzahl im Schülerturnen wurde von den älteren Schülern W. Schneider und W. Schmidt und von den jüngeren R. Kirschbaum und F. Weigel zugesprochen. In dem am Abend im Seegerschen Gasthofe folgenden Kränzchen brachte ein Schülerturnen am Reck, ein hervorragendes Schauturnen fremder Turner, eine im deutschvölkischen Geiste gehaltene Ansprache des Vorsitzenden Meyer und ein unter seiner Leitung flott gespielter Einakter reiche Abwechslung und zeugten von einem frisch fröhlichen deutschen Geist unserer Jugend und Jungen. |
Mähmaschine, Ableger u. Binder (durchrepariert) verk. billig Anton Ebel, Blumberg. Frischmilchende Kuh, einen Ziegenhammel verkauft Hagert, Lindenberg. |
1 älteres Arbeitspferd zu verkaufen. Georg Wenzel, Blumberg, Gartenstr. 36a. |
Ein gutes Arbeitspferd verkauft Gut Paulshof b. Altlandsberg. |
Blumberg. Auf der Strecke Schles. Bahnhof - Wriezen wurde ein großes Faß Sprit aus einem Güterwagen gestohlen. Die Täter hatten sich, wie jetzt festgestellt ist, auf dem hiesigen Bahnhof an den Wagen herangeschlichen, ihn erbrochen und unterwegs ein Faß mit 500 Liter Sprit abgeworfen. Zwei seit langem als gewerbsmäßige Güterdiebe bekannte Personen, die mit den beiden Helfern offenbar eine gut organisierte Güterdiebesbande bildeten, wurden verhaftet. |
Lindenberg. Der deutsche Turn=Verein "Jahn" feiert am Sonntag, den 26. u. Montag, den 27. Juni sein 25 jähriges Stiftungsfest verbund. mit Bezirks=Wett=Turnen u. anschließ. Ball, wozu freundlichst einladen: Der Vorstand, Der Vereinswirt Schumann, |
Mehrow. Herrlichstes Wetter, wie es für eine Fahnenweihe nicht besser gewünscht werden kann, lag über unserm freundlichen Dorfe, dem seine Bewohner ein dem seltenen Tage würdiges festliches Gepräge gegeben hatten. Willkommensgrüße an den vielen Guirlanden luden die Kameraden und Gäste der benachbarten Dörfer ein und legten Mehrow in geschmackvollen Festschmuck. Von 1,30 Uhr an begann das Einholen der Vereine, die von den Dorfeingängen mit klingendem Spiel zum Bolleschen Vereinslokal geleitet wurden. Hier formierte sich der Zug zum Marsch nach dem Schlosse, wo die verhüllte Fahne abgeholt wurde, und dann ging's zum wunderschön gelegenen Festplatze. Weißgekleidete Ehrenjungfrauen bildeten die Spitze. Die vier mit ihren Fahnen erschienenen Vereine marschierten in folgender Ordnung: Hönow, Blumberg, Eiche, Ahrensfelde. Die Weiherede hielt Oberleutnant Solger aus dem Vorstand des Verbandes national gesinnter Soldaten. Der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Mehrow, Leutnant Grimme, übernahm die Fahne und verpflichtete den Fahnenträger. Hieran schlossen sich weitere Ansprachen der geladenen Vereinsvorsitzenden unter Ueberreichung der Fahnennägel. Nach der Fahnenweihe erfolgte ein Umzug durchs Dorf und das Abbringen der Fahnen. Später war in drei Sälen Tanz. |
Dachdeckergesellen stelle bei hohem Lohn sofort ein. Näheres zu erfragen bei Gastwirt Max Otte, Blumberg i. M. |
Hönow. Brennende Sonne schaute in Juliglut vom blauen wolkenlosen Himmel am letzten Sonntage auf das 9. Stiftungsfest des Radfahrervereins "Germania", in dem in einem 50km-Gästerennen der große Germania-Preis ausgefahren wurde. Die Fahrt ging über Mehrow, Ahrensfelde, Blumberg, Seefeld, Werneuchen, Tiefensee bis zum Kilometerstein 34,1 und zurück. Von den aus Friedrichsfelde, Schmachtenhagen, Bernau, Marzahn, Friedrichshagen, Rehfelde und Neuenhagen erschienenen Mitgliedern der dortigen Vereine beteiligten sich 19 an der Wettfahrt. Von diesen errangen die besten Fahrzeiten und damit die ersten fünf Preise: Rahn (Friedrichsfelde-Arminius) 1:41:11, Paul (R.B. Gloria-Marzahn) 1:41:12, Monkorps (Marzahn) 1:41:24, Felgentreu (Hönow-Germania) 1:41:54 und Lehmann (Friedrichshagen) 1:42:19. Ein Preisschießen im Seegerschen Garten, Begrüßung durch den Vorsitzenden G. Felgentreu, ein wundervoll gefahrener Schwarzwaldmädel-Kostümreigen, die Preisverleihung brachte bunte Abwechslung in den üblichen Tanz. - Auf dem Gange zum hiesigen Ball verstarb in Berlin plötzlich der in der ganzen Umgegend bekannte, allgemein geschätzte und beliebte Kapellmeister O. Garz. |
Ahrensfelde. Sonntag, 24. Juli von nachm. 4 Uhr ab Große Tanzmusik, wozu freundlichst einladet Wilh. Dubick, Gastwirt. |
Ahrensfelde. Der hiesige Reiter-Verein veranstaltet am Sonntag, den 7. August ein großes Bauern-Wettreiten. Es werden 8 Rennen stattfinden, darunter ein offenes, und ein offenes Trabfahren. Die rennsportliche Veranstaltung beginnt nachmittags um 3 Uhr (siehe Anzeige) Ahrensfelde. Gr. Bauern-Wettreiten am Sonntag, den 7. August, nachm. 3 Uhr. 8 Rennen, darunter ein offenes und ein offenes Trabfahren. Der Reiterverein. |
Ahrensfelde. Nach den bisherigen Trainier-Ergebnissen des Reiter-Vereins von Ahrensfelde verspricht das Rennen am Sonntag, den 7. August einen außerordentlichen sportlichen Erfolg. Dem Verein steht ein vorzügliches Pferdematerial zur Verfügung, wie es bisher noch nicht geboten wurde. Es finden insgesamt 6 Rennen und ein Trabfahren statt. Außerdem sind zwei offene Rennen vorgemerkt, zu denen bereits verschiedene Nennungen erfolgt sind. Ganz besondere Beachtung verdient das Flieger-Rennen. Es ist eines der schnellsten Rennen, welches auf der Ahrensfelder Bahn gelaufen wurde (Distanz 2000m). Die Felder sind gut besetzt, so daß in verschiedenen Rennen 6 Pferde starten können. Das Programm ist sehr abwechslungsreich und verspricht sehr interessant zu werden. Es ist jedem Sportsfreund zu raten, das diesjährige Ahrensfelder Rennen nicht zu versäumen, da soetwas vorläufig nicht wieder geboten werden kann. |
Hönow. Ein Vorfall zur Belehrung. Am letzten Sonntage versuchte ein besser gekleideter Mann bei den hiesigen Gastwirten Unterkunft für die Nacht zu bekommen, die ihm aber trotz aller möglichen Erzählungen über sein Unglück usw. nicht gewährt wurde. Montag morgen ging er nach Altlandsberg zu. Es gelang ihm hier einen Jungen mit einem Rade zu überreden, ihm das Rade gegen 50 M. zu leihen, da sein Auto angeblich entzwei hinter Hönow läge. Der Junge ging darauf ein, fuhr, hinten aufgestellt, mit. Auf der Hönower Grenze nach Marzahn wandte der Fremde den Trick an, ein Buch fallen zu lassen. Als der Junge es ihm aufnehmen wollte, fuhr der Fremde mit dem Rade fort. Dieser Trick ist vor kurzer Zeit in unserer Umgebung schon einmal mit Erfolg angewandt worden und sollte Belehrung sein. |
Blumberg. Hier verunglückte tödlich im Dienst der Eisenbahnschaffner Reinicke, er hatte eine Weiche gestellt und fuhr mit der Rangiermaschine weiter. Er stürzte bei dem regnerischen Wetter von der Maschine ab und wurde überfahren. Das rechte Bein wurde dem Bedauernswerten vom Körper getrennt, außerdem trug er noch innere Verletzungen davon. Ein schneller Tod erlöste den so schwer Verletzten von seinen Schmerzen. |
Nachruf. Plötzlich und unerwartet wurde am 13. August 1921 durch Unfall in Ausübung seines Berufes uns unser allerzeit treues Vereinsmitglied, der Eisenbahnschaffner Fritz Reinicke im 41. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Offener, ehrlicher Charakter, Treue im Beruf und kollegiale Gesinnung zeichneten ihn allzeit aus. Wir geloben ihm treues Gedenken! Blumberg (Bez. Potsdam), im August 1921. Arbeiter-Verein "Einigkeit" Sozialdemokratisch. Wahlverein (S.P.D.). Arbeiter-Männer-Gesangs-Verein "Sangeslust". Kleintierzucht- und Gartenbau-Verein der Strecke Marzahn-Werneuchen. Deutscher Beamtenbund (Orts-Kartell Blumberg). |
Bekanntmachung.
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Hönow. Ein Ausgedinge aus dem Jahre 1830. Folgende Verpflichtungen übernahm der Besitznachfolger eines Kossätengutes seinen alten Eltern im Altenteil gegenüber: 12 Scheffel Roggen, 4 Scheffel Gerste, 1 Scheffel Erbsen, 4 Pfund Butter, 3 Schock Käse, 1 einjähriges Schwein [alljährlich], Land zu 5 Scheffel Erdtoffelaussaat, frei gedüngt und bestellt, dazu die Saat, alljährlich für Vater und Mutter je zwei Hemden, wovon eins mit flachsenen Aermel, das zweite aber halb flächsern, halb werken sein muß, täglich ein Quart Milch, alljährlich 1/2 Scheffel Salz. Von diesen genannten Verpflichtungen geht die Hälfte beim Tode eines Ehegatten ab. Ferner freie Wohnung in der Stube und den Alkowen mit freier Heizung, Benutzung eines Stalles und der Küche und endlich Benutzung eines kleinen Gartens. (Entnommen den Akten der Domainen-Registratur der Regierung in Potsdam.) |
Hönow. Nun der hohe Sommer zum Gehen neigt ... feiern Schnitter und Schnitterinnen in Gefühl ihres stolzen Gelingens als Lohn auf saure Wochen nach alt märkischer Art seit Alters her ihr Erntefest. Zeitungsanzeigen und große Plakate verkünden es und laden zu dem zweitägigen, volkstümlichen Dorffeste ein. ... Karussells, Luftschaukel, Zucker-, Würfel- und Schießbuden dienen der Unterhaltung von jung und alt. Am zweiten Erntefesttage wird nur noch vom Nachmittage an getanzt. ... schon gleich nach dem 30jährigen Kriege scheint eine Art Erntefest hier gefeiert worden zu sein. ... |
Am 25. August echter Dobermann angefunden. Farbe schwarz und rostbraun. Halsband einfacher Lederriemen. Meldungen im Amtsbüro. Ahrensfelde bei Berlin, 2. September 1921. Der Amts-Vorsteher, Buchholz. |
Bernau. Eine Enteignung für Siedlungen in der Provinz Brandenburg. Wohl die erste Enteignung eines Großgrundbesitzers zur Gewinnung von Land für Kleinsiedlungen hat das Landeskulturamt der Provinz Brandenburg in Frankfurt a. O. ausgesprochen. ... Landgesellschaft Eigene Scholle ... |
Bekanntmachung. Ein Hund von rotbrauner Farbe, mit weißer Blesse und Pfoten, ungefähr 3/4 Jahre alt, Steuermarke Nr. 107 345 vom 1. April 1921 bis 31. März 1922 gültig, hat sich in Eiche angefunden. Meldungen im Amtsbureau. Ahrensfelde, den 13. September 1921. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Ordnung, betreffend die Erhebung einer Hundesteuer im Kreise Niederbarnim ... § 1. Wer einen über 6 Wochen alten Hund hält, hat für ihn eine jährliche Steuer zu entrichten. Die Steuer beträgt: Für den ersten Hund 25 M, für den zweiten Hund 50 M, jeder weitere Hund 100 M. ... |
Krummensee. Hier wurde vor einigen Tagen ein Knecht so unglücklich von einem Pferde geschlagen, daß er in das Altlandsberger Krankenhaus überführt werden mußte, wo er bald darauf starb. |
Neue Stempel und Siegel in Preußen. Infolge Einführung des neuen preußischen Landeswappens müssen für die ganze preußische Verwaltung neue Siegel, Stempel und Siegelmarken beschafft werden. Auch die Notare müssen neue Siegel anschaffen und die alten an die Amtsgerichte abliefern. Die bisherigen Siegel und Stempel werden unbrauchbar gemacht. |
Börnicke. Am gestrigen Sonntag spät nachmittags brannte auf der hiesigen Feldmark am Wege nach Elisenau ein dem Gemeindevorsteher Huwe gehöriger Roggenschober mit 500 Mandeln Roggen ab. Es liegt ohne Zweifel Brandstiftung vor. |
Lindenberg. Auf der Chaussee zwischen Weißensee und Malchow wurde, wie die "Berl. Morgenp." meldet, ein junges Mädchen von hier, mit Namen Dorothea Meier, von zwei Männern überfallen, gewürgt und ihrer Handtasche beraubt. Auf die Hilferufe des jungen Mädchens eilten einige Landarbeiter herbei, denen es gelang, den einen der beiden Täter festzunehmen. Er wurde nach der Weißenseer Wache geführt und dort als ein Kutscher William Krause festgestellt. Der zweite Täter ist leider entkommen. |
Lindenberg. Dieser Tage besuchten der Landrat und der Kreisjugendpfleger Niedzielski den von der Frauenhilfe unter Leitung von Frau Pfarrer Schacht hier eingerichteten Haushaltungs- und Kochkursus. Der Kursus findet im Hause des Besitzers Gahtow statt, der die erforderlichen Räume in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hat. ... Der Herr Gemeindevorsteher Kirschbaum und auch die Kursusteilnehmerinnen gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, daß durch die Unterstützung des Kreises der Kursus in Lindenberg zustande gekommen ist. Wie bekannt, werden derartige Haushaltungskurse unter der rührigen Leitung des Vorsitzenden der Niederbarnimer Frauenhilfe, des Herrn Pfarrers Dr. Krätschell, schon seit Jahren (bereits vor dem Kriege) im Kreise mit großem Erfolge veranstaltet. ... |
Hönow. In unserem Orte gehören die Diebstähle nicht mehr zu den Seltenheiten. Fast in jeder Woche kommen Kleinviehdiebstähle an Gänsen, Enten und Hühnern vor. In einer der letzten Nächte wurde einem Landwirt ein Kalb aus dem Stalle gestohlen. Die Spitzbuben zu stellen, war bisher nicht möglich. Krummensee. Eingebrochen wurde in der Nacht bei Herrn Gastwirt Birkholz. Da derselbe erst vor kurzem geschlachtet hatte, machten die Diebe auch reiche Beute an Lebensmitteln. Sie stahlen u.a. 50 Pfund Schmalz, eingepökeltes Fleisch, Schinken und Speckseiten. Außerdem wurden noch 3 Fahrräder, 1 schwarzer Pelz und Zigarren von den Dieben mitgenommen. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. |
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Altlandsberg. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurde u.a. bekanntgegeben, daß die Sammlung für das zu errichtende Kriegerdenkmal die Summe von 9375 Mark ergeben habe. Eine Summe, die von verschiedenen Stadtverordneten, sowohl von rechts wie von links als sehr beschämend für unsere Stadt bezeichnet wurde. Nach Mitteilung des Herrn Bürgermeisters Schwarzburger erhöht sich diese Summe noch um die nicht abgegebenen Quartiergelder u.a., so daß eine Summe von 13-14000 M. herauskäme. Mit den weiteren Arbeiten der Denkmalserrichtung wird die Denkmalskommission betraut. |
Blumberg. In pflichtgetreuer Ausübung seines Berufes verstarb am 26. d. Mts. der hier stationierte Oberlandjäger Strümpf. Am genannten Tage gegen 5 Uhr früh wurde der Beamte nach dem hiesigen Bahnhof gerufen, um bei der Ergreifung eines Diebes behilflich zu sein. Diensteifrig begab sich Oberlandjäger Strümpf schleunigst nach dem Bahnhof, um den Spitzbuben noch vor Abfahrt des Zuges abzufassen. Auf dem Bahnhof angekommen, verspürte der Oberlandjäger plötzlich ein Unwohlsein; er mußte sich setzen, um sich zu erholen. Leider sollte der Beamte von dem Unwohlsein nicht wieder genesen, er verstarb gleich darauf; ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ziel gesetzt. |
Altlandsberg. Gewarnt sei vor einem Schwindlerehepaar Pendisch, das seit längerem ihre Schwindeleien in der Umgegend von Berlin betreibt. Sie sammeln Abonnenten für Zeitschriften, mit deren Bezug eine Versicherung auf Lebenszeit und Tod verbunden ist, kassieren die Abonnementsgelder und Prämien ein unter der falschen Vorspiegelung, daß sie für die bezahlten Gelder die betr. Zeitschrift erhalten und sogleich gegen Erreichung einer bestimmten Altersgrenze oder bei Todesfall mit einem bestimmten Betrage versichert seien. |
Da es mir nicht möglich ist, jedem Einzelnen für die Beweise innigster Teilnahme und vielen Kranzspenden bei dem plötzlichen Hinscheiden meines geliebten Mannes, unseren lieben Papas des Oberlandjägers Carl Strümpf zu danken, sagen wir den Freunden und Bekannten, sowie den Kameraden der Landjägerei, dem Kriegerverein Blumberg, dem Ortskartell Blumberg des deutschen Beamtenbundes, Herrn Pastor Gruber und Herrn Pastor Ramin für die trostreichen, allen zu Herzen gehenden Worte unsern tiefgefühltesten Dank. Blumberg, den 6. Februar 1922. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. |
Altlandsberg. Mit einer großen Unverschämtheit ist der hier und in der Umgegend bekannte Schlosser R. vorgegangen. Vor einigen Tagen kam er mit einem Herrn aus Buchholz nach hier, beide mit einem Fahrrade, welche sie sich daselbst geliehen hatten, um Einkäufe zu machen. In einer Wirtschaft wärmten sie sich erst ein wenig auf. R. gab nun an, die Einkäufe allein zu besorgen. Er nahm nun gleich ein Rad mit und verschwand mit diesem auf Nimmerwiedersehen. |
Bekanntmachung. Die seinerzeit von uns ausgestellten Anteilscheine zur 6., 7., 8. und 9. Kriegsanleihe können nunmehr eingelöst werden. ... Die Mehrzahl der Vertrauensleute, die seiner Zeit den Absatz der Anteilscheine bewirkten, hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, auch die Einlösung bzw. Gutschrift derselben zu vermitteln, so daß der größte Teil der Anteilscheine am Orte selbst eingelöst werden kann. Ein Verzeichnis der in Frage kommenden Ortschaften lassen wir hier folgen: [Wohnort, Name, Stand, Wohnung] Blumberg, Ramin, Pastor, --- Hönow, Lübke, Lehrer, --- Mehrow, Weier, Lehrer, --- |
Bekanntmachung. Nachdem die Satzung für die neu zu bildenden Allgemeinen Ortskrankenkasse des Kreises Niederbarnim in der Fassung der Kreistagsbeschlüsse vom 27. August und 22. Dezember 1921 durch das Oberversicherungsamt Potsdam genehmigt worden ist, hat die Wahl der Mitglieder des Ausschusses der neuen Kasse zu erfolgen. Die Wahl findet am Sonntag, den 19. März 1922 von mittags 12 Uhr bis nachmittags 5 Uhr für die Arbeitgeber und für die Versicherten statt. ... 1. Der Stimmbezirk Altlandsberg umfaßt: Altlandsberg Stadt und Amt, Blumberg Gemeinde und Gut, Bruchmühle, Hönow, Krummensee Gemeinde und Gut, Löhme Gemeinde und Gut, Mehrow Gemeinde und Gut, Neuenhagen Gemeinde und Gut, Seefeld, Seeberg, Ahrensfelde, Eiche, Dahlwitz-Hoppegarten Gemeinde und Gut. Gewählt wird in der Zweigstelle Altlandsberg, Straußbergerstraße 2 ... Die Wahlberechtigten werden zur Einreichung von Wahlvorschlägen aufgefordert mit dem Hinweis, daß nur solche Wahlvorschläge berücksichtigt werden können, die spätestens bis zum 26. Februar 1922 bei dem Versicherungsamte eingereicht werden, und daß die Stimmabgabe an diese Wahlvorschläge gebunden ist. ... |
Altlandsberg. Nachdem die Errichtung eines Denkmals zur Ehrung unserer im Weltkriege Gefallenen schon längst beschlossene Tatsache war, wurde in der letzten Stadtverordneten-Sitzung die Denkmalsausführung und die Platzfrage geregelt. Nachdem der seiner Zeit gefaßte Beschluß, das Denkmal auf dem Markte zu errichten, aufgehoben war, erklärten sich die Stadtverordneten, nach Einsichtnahme der von der Denkmalskommission vorgelegten Entwürfe nebst Angabe des Platzes, für die Aufstellung des Denkmals zwischen Friedhof und Amtsgericht, bei der sogenannten Fliederlaube. Die Namen der Gefallenen werden auf dem Denkmal nicht aufgeführt. Um aber die Namen zu verewigen, wurde die Anbringung von zwei Tafeln im Stadtverordnetensaale beschlossen. |
Altlandsberg. Da sich hier auch immer mehr Interesse für den edlen Reit- und Fahrsport zeigt, wird im März zur Gründung eines Reitervereins geschritten werden. |
Für die zahlreiche Beteiligung und die so überaus reichen Kranzspenden beim Heimgange unseres lieben Vaters sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pastor Ramin für die trostreichen Worte am Grabe, Herrn Hauptlehrer Hoy mit dem Schülerchor für den Gesang, dem Krieger-Verein zu Blumberg, den Nachbarvereinen, sowie der Liebisch'schen Musikkapelle für das ehrende Geleit. Blumberg, im Februar 1922. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Fritz Töpffer, Familie August Keisdorf. |
Altlandsberg. Bei der letzten Holzauktion wurden wieder ungeheure Preise gezahlt. Es wurden für den Meter Brennholz bis über 200 M. geboten. Eichenkloben kosteten bis über 300 M. |
Nachruf. Am 18. Februar 1922 entschlief der langjährige Vorsitzende unseres Vereins Kamerad Fritz Töpffer sen. im 69. Lebensjahre. 25 Jahre hindurch hat der Verstorbene unermüdlich und mit unvergleichlichem Eifer seine ganze Kraft den Zielen unseres Vereins als erster Vorsitzender gewidmet und so wird ihm bei uns unauslöschlicher Dank und Erinnerung bewahrt bleiben. Der Kriegerverein Blumberg. |
Näherinnen auf Damenhemden außer dem Hause verlangt Wäschenäherei Kaiserstr. 1. [Bernau] |
Frauen u. Mädchen stellt sofort ein Feuerwerkerei Malchow. |
Näherinnen auf Blusen stellt ein H. Mewes, Weinbergstr. 43. [Bernau] |
Bekanntmachung. Gemäß § 9 Absatz 1 der Wahlordnung werden die für die Wahlen der Mitglieder des Ausschusses zur Allgemeinen Ortskrankenkasse Niederbarnim aufgestellten gültigen Vorschlagslisten ihrer Bezeichnung hierdurch öffentlich bekannt gemacht. 1. Vorschlagsliste der Arbeitgeber Vorschlagsliste A Vorschlagsliste B (Wahlvorschlag freier Arbeitgeber) Vorschlagsliste C Vorschlagsliste D (eingereicht vom Kreiswirtschaftsverband) Vorschlagsliste E 2. Vorschlagslisten der Arbeitnehmer Vl I. (Liste der freien Gewerkschaften) Vl II. (Liste des Brandenburgischen Landarbeiterbundes) |
Hönow. Vor einigen Tagen nachts sind dem Landwirt H. 3 Sack Gemenge und 1 Sack Roggen im Werte von 1500 M. gestohlen worden. Der Täter ist noch nicht ermittelt. Anscheinend kommt dieselbe Person in Frage, welche demselben Landwirt am 22. Januar d. Js. schon 5 Gänse und 10 Hühner entwendete. Die Polizei ist eifrig bemüht, des Diebes habhaft zu werden. |
Altlandsberg. Die Vorarbeiten zur Errichtung des Kriegerdenkmals haben begonnen. Der dafür bestimmte Platz in den Anlagen ist von Bäumen und Sträuchern freigelegt. Die Landwirte werden nun auch mit der Steinzufuhr beginnen, so daß die Einebnung des Platzes vollendet werden kann. |
Karten zur Konfirmation und Jugendweihe empfiehlt in reicher Auswahl L. Röther's Buchhdlg. |
Einen Lehrling sucht W. Mitschke, Schmiedemstr., Blumberg, Bez. Potsdam. |
Bernau. Bienen wieder zum ermäßigten Eilguttarif. Mit der Gültigkeit vom 1. Februar d. Js. ab sind die Bienen in die ermäßigte Eilgutklasse wieder aufgenommen worden. ... Altlandsberg. In der Nacht versuchten Diebe im Schützenhause einzubrechen. Sie hatten schon eine Fensterscheibe durchschnitten, sahen aber durch das Anschlagen des Hundes von einer weiteren Arbeit ab und verließen ohne Beute ihre lichtscheue Tätigkeit. |
Altlandsberg. Durch die Winterstürme war das Storchnest stark beschädigt, es war ganz schief gerückt und lud gerade nicht zum trauten Wohnsitz ein. Am Sonntag vormittag machte sich nun die Freiwillige Feuerwehr an die Ausbesserung der Storchwohnung. Freund Langbein wird bei seinem Kommen sich dieses Entgegenkommens freuen und gerne aus Dankbarkeit in jedem Heim sein Geschenk abgeben. |
Bernau. Abgabe der Feldbriefe. Als wertvolle Ergänzung des vorhandenen amtlichen Aktenmaterials sammelt das Reichsarchiv zu Potsdam Feldbriefe, private Kriegstagebücher und sonstige Kriegsteilnehmerberichte. ... |
Stepperin auf Herren-Lederbekleidung verlangt Lindemann, Zepernickerstr. 1. [Bernau] Saubere Aufwartefrau wird für vormittags verlangt. Brüderstr. 76. [Bernau] |
Bernau. Der medizinische Belehrungsfilm "Die Geschlechtskrankheiten und ihre Folgen" findet am heutigen Dienstag abends um 7 Uhr für Damen statt. ... Für Herren findet am gleichen Abend um 9 Uhr der Vortrag statt. |
Tüchtige Stepperin auf Lederbekleidung, auch Anlernen, verlangt Lindenau, Zepernickerstr. Nr. 1 |
Bekanntmachung. Aus der Wahl des Ausschusses und der Ersatzmänner der Allgemeinen Ortskrankenkasse Niederbarnim sind als gewählt hervorgegangen: a) als Vertreter der Arbeitgeber 1. Grün, Wilhelm, Amtsvorsteher a.D., Blumberg b) als Vertreter der Versicherten: 11. Milbradt, Fritz, Stellmacher, Blumberg (Gut Blumberg) 19. Lehmann, August, Stellmacher, Mehrow (Rittergutsbesitzer Bothe in Mehrow) f) als zweite Ersatzmänner der Versicherten-Vertreter 6. Schmidt, Hermann, Feldhüter, Blumberg (Gut Blumberg) |
Näherinnen auf Damenwäsche verlangt Fr. Possier, Weinbergstr. 65. [Bernau] |
Eine Frau zum Graben verlangt Helbig, Schönower Chaussee. [Bernau] |
Geübte Näherinnen auf Büstenhalter (Probe) verlangt Max Moses, Berlin, Klosterstraße 91. |
Bernau. Ueberführung von Kriegerleichen in die Heimat. Die Ueberführung deutscher Kriegerleichen aus dem Auslande in die Heimat wird jetzt regelmäßig genehmigt, wenn die Angehörigen des Toten bereit sind, die Kosten zu tragen und die Identität einwandfrei fest steht. ... |
Blumberg. Seit ungefähr einem halben Jahre wurden in Löhme, Seefeld und Krummensee regelmäßig Einbrüche verübt, ohne daß es möglich war, des Täters habhaft zu werden. Die Bewohner dieser Orte können endlich wieder befreit aufatmen, denn es ist einem Beamten der Landjägerei gelungen, dieser Tage auf der Chaussee zwischen Blumberg und Seefeld einen Mann festzunehmen, der gestohlene Sachen bei sich führte. Er ist ein polnischer Staatsangehöriger, der sich unangemeldet in Berlin aufhielt. Seinen letzten Einbruch hatte er bei dem Gutsbesitzer Kirschbaum-Doß in Seefeld verübt, wo er für zirka 20 000 Mark Herren- und Damengarderobe, Silberzeug, Fleischwaren und ein Fahrrad erbeutete. Bei seiner Festnahme führte der Einbrecher in dem ebenfalls gestohlenen Überzieher eine Mehrladepistole mit einem gefüllten Ladestreifen, sowie eine weitere geladene Pistole in seinem Anzug bei sich. Im Aermelfutter eingenäht fand man bei ihm außerdem noch eine Stahlsäge vor, die vermutlich zum Ausbruch aus dem Gefängnis bei seiner etwaigen Festnahme dienen sollte. Den größten Teil der Beute hatte der Bursche hinter dem Gehöft in einem Spreuhaufen versteckt, um sie dann nach und nach unauffällig gelegentlich wegzubringen. Es steht fest, daß die Einbrüche der letzten Zeit auf sein Konto zu setzen sind. Zustatten kam dem Einbrecher bei seinem dunklen Gewerbe die genaue Ortskenntnis, die er sich durch seinen 14monatigen Dienst als Knecht bei dem Gutsbesitzer Schubert in Löhme angeeignet hatte. Der Festgenommene wurde dem Amtsgericht in Altlandsberg zugeführt. |
Geübte Näherinnen auf Fantasiehemden finden dauernd Arbeit bei Frau Neustädter, Weinbergstraße 62. [Bernau] |
Geübte Näherinnen auf feinste Blusen finden dauernde Beschäftigung. Frau Krüger, Brüderstraße 106. [Bernau] |
Altlandsberg. Bei der am gestrigen Montag abgehaltenen Holzauktion, für die nur Käufer aus der Stadt einschließlich Süd zugelassen waren, gingen die Preise wieder ins Schwindelhafte. Herr Forstdezernent Leiffner gab bei Eröffnung der Auktion bekannt, daß genügend Holz zur Versteigerung käme. Leider machten die zahlreichen Käufer hiervon keinen Gebrauch, sondern überboten sich gegenseitig. Bei einer Taxe von 100 Mark pro Meter Kiefern-Klobenholz waren Preise bis 300 Mark zu verzeichnen. |
Birkholz. Am Sonntag, den 14. Mai fand hier die Einweihung des von der Gemeinde ihren im Weltkrieg gebliebenen 14 Kriegern gewidmeten Denkmals statt. ... |
Mehrere Näherinnen auf Damenkleider bei hohem Lohn stellt ein Fr. G. Trudzinski, Brüderstr. 83. |
Geübte Näherinnen auf Kraftbetrieb verlangt Wäschenäherei Berlinerstraße 134. [Bernau] |
Altlandsberg. In der Nacht wurden aus dem Badezimmer der Villa Krause, Friedrichsluft, Wäschestücke im Werte von ca. 12 000 Mark mittels Einsteigens gestohlen. Einer der Täter war barfuß, Fußlänge 25 cm. Beim Nachbar Deneke wurde wein kleiner Teil Wäsche entwendet, die auf dem Hof hing, ferner ein weißer Korb, ähnlich einer Kartoffelkiepe, welcher zum Transport der gestohlenen Sachen benutzt wurde. |
Altlandsberg. Vom Sonnabend, den 17. Juni bis zum Dienstag, den 20. Juni findet in unserer Stadt das Bundeskönigschießen des Barnimer Schützenbundes statt. Gegen 30 Schützengilden werden mit ihren Fahnen erscheinen, um daran teilzunehmen. |
Hönow. Der 4. Bezirk des Gaues Brandenburg im Deutschen Turnerbunde, dem auch der Deutsche Turnverein Hönow angeschlossen ist, beging am Sonnabend, den 17. d. Mts. das Fest der Sonnenwende und am darauffolgenden Sonntag sein Bezirksturnfest. ... |
Ahrensfelde. Der Deutsche Turnverein "Felsing" Ahrensfelde (Gau Brandenburg - Deutscher Turnerbund) beging am Sonntag, den 25. Juni die Feier der Weihe seiner Fahne. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um an dem Ehrentage des Vereins teilzunehmen. Im Festzuge marschierten 23 Vereine mit 12 Fahnen und 586 Teilnehmern. Auf dem Platz vor der Kirche weihte der 2. Gaudietwart des Gaues Brandenburg, Turnbruder Metzgen-Blumberg die neue Fahne. In einer für unser Vaterland schweren Zeit, an einem besonders schweren und düsteren Tage mit dem bestimmten Glauben an eine erfolgreiche Wiederauferstehung des deutschen Volkes. Den Vorspruch sprach Turnschwester Kahlow, die Grüße des Gaues überbrachte der Gauobmann Turnbruder Dombrowski. Zahlreiche Vereinsvertreter, darunter auch die Vertreter der übrigen Ortsvereine, überreichten unter Kernsprüchen und Glückwünschen Fahnennägel. Nach dem Rückmarsch zum Vereinsheim fanden im Garten turnerische Vorführungen statt. |
Bernau. Regimentsfeiern und Kriegervereine. Wie mitgeteilt wird, ist die Schutzverordnung, die der Reichspräsident unmittelbar nach Rathenaus Ermordung erlassen hat und an dessen Stelle alsbald das Gesetz zum Schutze der Republik treten wird, mit Unrecht die Auslegung gegeben worden, als seien damit die Kriegervereine überhaupt aufgelöst. ... Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen der Kriegervereine sind nach wie vor erlaubt. Verboten sind aber sämtliche Regimentsfeiern sowie Feste von Angehörigen der alten Armee. |
Altlandsberg. Herr Geheimer Rechnungsrat Hauer und seine Frau Gemahlin begehen am Sonntag, den 16. Juli das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Beide Jubelleute erfreuen sich geistiger und körperlicher Regsamkeit. Blumberg. Wegen Vereinsfestlichkeiten bleibt mein Lokal morgen, Sonntag den 16. Juli geschlossen. Gustav Ebel, Gastwirt |
Bernau. Achtung Kreuzotter! Mit dem Monat Juli hat die Gefährlichkeit des giftigen Reptils ihren Höhepunkt erreicht. Denn ein Kreuzotterbiß zur Zeit der Hundstage hat schwerere Folgen, als ein Biß der Schlange etwa im Mai oder September. ... |
13-14jähr. Schulmädchen für nachmittags wird verlangt. Kronenstr. 252. [Bernau] |
Bernau. Vorsicht, Giftpflanzen! Der Juli kocht auch in den heimischen Giftpflanzen das Gift zu stärkerer Wirksamkeit auf. ... |
Stepperinnen u. Mamsells auf Damenkonfektion verlangt Lerch, Zepernick, Dorfstraße 26. |
Ahrensfelde. Wie aus dem Anzeigenteil des heutigen Kreisblattes zu ersehen ist, findet am Sonntag, den 20. August d. Js. nachmittags 3 Uhr hierselbst ein großes Bauernwettreiten statt. |
Voranzeige! Am Sonntag, den 20. August, nachm. 3 Uhr: Großes Ahrensfelder Bauernwettreiten. Der Vorstand. |
Bernau. Verbot schwarz-rot-weißer Fahnen auf öffentlichen Gebäuden. ... |
Bekanntmachung. Verteilung der Getreideumlage auf Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke ...
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Näherinnen zum Anlernen von Mänteln (gleich Stücklohn), Stepperin, Handnäherinnen verlangt Lerch, Zepernick, Dorfstraße 26. |
Näherinnen auf Wollkleider in und außerm Hause verlangt Fr. Trudzinski, Brüderstraße 83. |
Altlandsberg. In der Nacht wurde auf dem Altlandsberger Vorwerk, bei Buchholz gelegen, eingebrochen. Die Diebe durchbrachen die hintere Wand des auf der Seite nach Buchholz stehenden Stallgebäudes und stahlen 2 Schweine von je 140 Pfund, 4 große Gänse und 6 Hühner. Das Federvieh wurde gleich an Ort und Stelle abgeschlachtet, die Schweine hingegen um das Gehöft herum nach der Feldscheune an der Sandfähre getrieben und hier abgeschlachtet, wo man am Morgen mit Stroh und Erde bedeckt, die Eingeweide und Blutlachen fand. Ein auf die Spur gesetzter Polizeihund konnte die Fährte nicht verfolgen, da schon am frühen Morgen der Tatort und auch der Weg um die Feldscheune herum dauernd befahren wurden. Das Vieh ist wahrscheinlich mit einem Fuhrwerk fortgeschafft, welches in der Nacht nach 2 Uhr in der Bernauer Straße gesehen wurde, wo es auch gehalten hat, so daß die Vermutung nahe liegt, daß in unserer Stadt Helfershelfer zu suchen sind. |
Bernau. Der Helm der Landjägerei-Beamten, der als Zierat noch die alten Hoheitszeichen trägt, soll nach einer Verfügung des Ministers des Innern fortan nicht mehr getragen, sondern durch eine andere, noch der Prüfung unterliegende Kopfbedeckung ersetzt werden. Ahrensfelde. Am Sonntag, den 20. August wird hierselbst das bekannte Bauernwettreiten abgehalten. Es finden acht Rennen, darunter ein Trabfahren statt (Siehe Anzeige.) Altlandsberg. Bei dem Vogelschießen der hiesigen Schützengilde errang die Würde des Vogelkönigs Kamerad H. Wahl-Kaulsdorf. Den ersten Wanderorden errang Kamerad Schmädicke-Seeberg. Beim Medaillenschießen gingen die Kameraden O. Revers, H. Thiele und O. Andree als Sieger hervor. Beim Silberschießen errangen folgende Kameraden Preise: Ihde-Alt-Cölln, Rotkowsky-Strausberg, Thiele-Altlandsberg, Reyhs-Neukölln und Revers-Altlandsberg. |
Sonntag, den 20. August 1922, nachmittags 3 Uhr: Grosses Ahrensfelder Bauern-Wettreiten. 8 Rennen: 6 geschlossene, 1 offenes Galoppreiten, 1 offenes Trabfahren. Der Reiterverein Ahrensfelde. |
Bekanntmachung. Ein brauner Jagdhund hat sich angefunden. Meldungen im Amtsbüro. Ahrensfelde, den 18. August 1922 Der Amtsvorsteher Buchholz. |
Kapperin auf Tag- und Nachthemden verlangt Wäschenäherei Berlinerstr. 134, [Bernau] Näherinnen auf Damen- und Mädchenhemden, auch zum Lernen, stellt ein Frau Neustädter, Weinbergstraße 62 II. [Bernau] |
Altlandsberg. In der Nacht wurde zum zweiten Male seit kurzer Zeit in das zum Amte gehörige Vorwerk eingebrochen. Dieses Mal holten die Diebe ihre Beute aus dem großen Schafstalle, zu dem sie sich Zutritt durch ein Fenster verschafften. Mit 4 Schafen konnten sie unbehelligt entkommen. In dem etwa 100 m entfernten Schweinestalle, aus dem kürzlich die Schweine gestohlen wurden, stand Wache, diese hat aber nichts von dem Vorfall bemerkt. |
Bernau. Der beste Tabakersatz. Die Preise für Tabak sind so sehr gestiegen, daß sich gewiß mancher wie im Kriege nach einen "Ersatz" umsehen wird. Leider hat man mit den allerlei empfohlenen Ersatzkräutern schlimme Erfahrungen gemacht, ganz besonders in Hinsicht der gesundheitlichen Nachteile. Ein mitleidiger Apotheker offenbart jetzt sein bisher streng gehütetes Geheimnis zum Nutz und Frommen aller, die nach wirklich bekömmlichen Ersatzmitteln suchen. Er hat alle möglichen Kräuter auf ihren Geschmack und ihre Wirkung ausprobiert, aber keinen schöneren Ersatz gefunden, als - die Blätter der Tomate! Er behauptet, diese hätten einen geradezu verführerischen Geschmack, und obendrein erfordere ihre Genußfähigkeit nur ein einfaches Trocknen im Schatten. Bei solcher Empfehlung dürfte es sich wohl lohnen, die Sache einmal auszuprobieren. Bernau. Niederbarnimer Feuerwehrverbandstag. Im Kreishause von Niederbarnim tagte vor kurzem der Feuerwehrverband unseres Kreises. Im Kreise Niederbarnim hat man schon von jeher dem freiwilligen Feuerwehrwesen überall auf dem Lande großes Interesse entgegengebracht; selbst nach der großen Eingemeindung bestehen heute noch im Restkreise 64 freiwillige Feuerwehren mit 1357 freiwilligen Feuerwehrmännern. Der Kreis Niederbarnim marschiert auch nach seiner gewaltsamen Verkleinerung, was das Feuerlöschwesen betrifft, an der Spitze der 31 Landkreise unserer Provinz. ... |
Leichten Achswagen zu verkaufen. Lindenberg, Bernauerstr. 4. |
Weißensee. Am Sonnabend vormittags explodierte auf dem Grundstück der Margarinefabrik "Jägerstolz", Berliner Allee 216 der Kompressor, weil der Heizer Franz Rohde eine Kohlensäureflasche anstatt einer Ammoniakflasche an den Kompressor angestellt hatte. Infolge der Explosion erlitt Rohde so schwere Schädelverletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Detonation war weithin vernehmbar, und infolge der Erschütterung wurden zahlreiche Fensterscheiben in der Umgegend und einige Räume völlig demoliert. Der Schaden ist erheblich. ... |
Mehrow. Am 28. August feierte der Schmiedemeister Ernst Krause hierselbst sein 40jähriges Dienstjubiläum. |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Landwirts Fritz Grunow in Eiche ist die Schweinepest amtstierärztlich festgestellt worden. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Ahrensfelde, den 30. August 1922. Der Amtsvorsteher, Buchholz. |
Blumberg. Am Sonntag vormittags gegen 11 Uhr fuhr ein Auto mit vier Insassen in rasendem Tempo auf der Chaussee von Weißensee nach Blumberg. Kurz vor Blumberg an einer scharfen Kurve, verlor der Chauffeur die Gewalt über das Auto. Dieses geriet mit dem Hinterrade an einen Chausseebaum, fuhr dann über einen großen Steinhaufen, wobei es umstürzte. Die Insassen des Autos wurden in weitem Bogen herausgeschleudert; dabei wurden drei verletzt, einer davon lebensgefährlich, da er gegen einen Baum flog. Der Chauffeur blieb merkwürdigerweise unverletzt; das Auto selbst wurde vollständig zertrümmert. Die Verletzten, sämtlich Engländer, wurden in einem von Weißensee herbeigerufenen Autokrankenwagen nach dem dortigen Krankenhause befördert. |
Lindenberg. Sonntag, den 10. und Montag, den 11. Septbr. Gr. Ernte-Fest nach ländlicher Sitte wozu freundlichst einladen. Die vereinigt. Gastwirte. |
Geübte Näherinnen auf Büstenhalter verlangt Max Moses, Berlin, Klosterstraße 91. |
Altlandsberg. Der junge hiesige Reiterverein trat am Sonntag, den 24. d. Mts. zum ersten Mal mit einer größeren Veranstaltung vor die Öffentlichkeit. ... |
Altlandsberg. Die Stadt hat sämtliche A-Aktien der Altlandsberger Kleinbahngesellschaft von der Deutschen Allgemeinen Kleinbahn-Aktiengesellschaft erworben und ist dadurch alleinige Eigentümerin der Bahn geworden. Damit ist der langjährige Streit um das Unternehmen beigelegt und das Fortbestehen desselben gesichert. |
Altlandsberg. Auf Zuchthausstrafen für Leitungsdiebe erkannte das hiesige Schöffengericht. Die Diebe hatten aus dem Telegraphennetz zwischen Altlandsberg und Bruchmühle Draht gestohlen, wurden aber auf dem Bahnhof Seefeld gefaßt. Der eine der Täter erhielt 5 Jahre Zuchthaus, der andere kam mit 1 1/2 Jahren Gefängnis davon. - In einer der letzten Nächte wurden aus der Lichtleitung an der Bollensdorfer-Neuenhagener Landstraße etwa 700 m blanker Kupferdraht herausgeschnitten und gestohlen. |
Schwanebeck. Am Totensonntag-Nachmittag fand die Weihe des von der Gemeinde ihren im Weltkrieg gebliebenen Helden gewidmeten Denkmals statt. ... |
Bernau. Auch ein Zeitbild. Von den Dreimarkstücken, deren Prägung längst begonnen hat, ist im Geldverkehr noch nicht zu merken. Anscheinend werden sie gehamstert, noch ehe sie in Umlauf kommen. Wo sie bleiben, darüber belehrt den Wißbegierigen ein Berliner Warenhaus, das Dreimarkstücke zum Preise von hundert Mark verkauft. ... |
Drei einjährige Stutfohlen hat abzugeben Gutsverwaltung Ahrensfelde. Teleph. Weißensee 830. |
Hoppegarten. Kardinal Bertram, Fürstbischof von Breslau, hat die bisherige Kuratie Hoppegarten unter Ausscheidung aus der Tochterkirchengemeinde Strausberg zur Pfarrei erhoben. Der Pfarrer der bisherigen Kuratiekirche hat seinen Sitz in Hoppegarten. |
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Falkenberg. In der dritten Morgenstunde des 3. Januar bemerkten die beiden Nachtwachehabenden von Falkenberg einen auflodernden Feuerschein in Richtung Ahrensfelde Friedhof. Die Wachhabenden schlugen sofort Alarm und in 25 Minuten war die erst im Sommer vorigen Jahres gegründete hiesige Feuerwehr an der Brandstelle. Im Verein mit der Ahrensfelder Ortswehr gelang es, wenigstens das Hauptgebäude des Gastwirts Fischer zu retten, während ein angebauter Vorraum, in dem sich Tische und Stühle und ein Quantum Kohlen befanden, ein Raub der Flammen wurde. Gegen 5 Uhr konnte unsere Wehr wieder abrücken, während die Ahrensfelder Wehr die Aufräumungsarbeiten und Brandwache übernahm. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Durch das Eingreifen der beiden Feuerwehren ist ein größerer Sachschaden verhütet worden. Die Entstehung des Feuers konnte noch nicht festgestellt werden. |
Bekanntmachung. Der Besitzer von Clarahöhe bei Lindenberg hat die Erlaubnis, um seinen Wirtschaftshof Fußangeln und Selbstschüsse zu legen. Ahrensfelde, den 16. Januar 1923. Der Amtsvorsteher, Buchholz |
Altlandsberg. Die Stadtverordneten-Versammlung stellte aus der Stadtforst Holz zur Verfügung zur Anfertigung von Einheitssärgen, die zum Preise von 8000 und 12000 M. abgegeben werden sollen. Außerdem soll eine Beerdigungsgemeinschaft gegründet werden, um in Sterbefällen den Mitgliedern auch finanziell zu helfen. |
Ahrensfelde. In der Nacht vom 17. zum 18. J d. Js. wurde unsere bisher von Einbrechern verschont gebliebene Kirche von Einbrechern heimgesucht. Gestohlen wurden das Taufbecken, ein Kronleuchter, die kleinen Wandleuchter, das kleine silberne Altarkruzifix sowie die alten Orden und Auszeichnungen unserer verstorbenen Krieger, welche vom Krieger- und Landwehr-Verein in zwei Glaskästen aufbewahrt wurden. |
Achtung! Jugendweihe. Diejenigen Eltern, die gewillt sind, ihre Kinder an der Jugendweihe teilnehmen zu lassen, werden gebeten, sich bei Herrn Heinrich Brose, Mühlenstraße umgehend zu melden. Das Gewerkschafts-Kartell, Emil Jaeger, Obmann. |
Krummensee. Unser Dorf will auch seine im Weltkrieg gefallenen Söhne ehren. Der zur Beschaffung der Geldmittel für ein Gefallenendenkmal veranstaltete Wohltätigkeitsabend konnte einen regen Besuch verzeichnen. Die Anregung zum Bau des Denkmals geht vom Turnverein "Deutsche Eiche" aus. Das sie nicht auf unfruchtbaren Boden fiel, bewies der Ertrag des Abends. Kam doch die stattliche Summe von 222000 M. zusammen. [Bezugspreis: 2200,- M.] |
Ca. 300 Zentner Rüben hat abzugeben Fritz Gathow, Blumberg. |
Ahrensfelde. Am 2. Osterfeiertag: Gr. Tanzmusik, wozu freundlichst einladet Wilhelm Hase. |
2 Deckeber, 8 u. 9 Mon. alt, aus guter Zucht, hat abzugeben Rittergut Mehrow b. Ahrensfelde-Bln. |
Gänsestücken. Täglich größte Auswahl Kleinverkauf zu Großpreisen. Tierpark Berlin, Stralauer Allee 26. |
Personalnachweisungen. Bestätigt: ... Rudolf Krüger zum kommissarischen Gemeindevorsteher der Landgemeinde Ahrensfelde. |
Prima Zucht-Eber, von der Landwirtschaftskammer eingestellt, steht zum Decken bei Reiche, Lindenberg. |
Blumberg. Auf der Feldmark des benachbarten Vorwerks Elisenau wurde vor einigen Tagen durch spielende Kinder in einem Wassertümpel die Leiche eines 30-40 Jahre alten Mannes gefunden. Der Tote gehörte anscheinend dem Arbeiterstande an und hatte nur einen geringen Geldbetrag bei sich. Die Leiche weißt am Kopf eine Schußwunde auf. Der Rucksack, den der Mann bei sich trug, war mit sieben schweren Steinen gefüllt. Ob ein Verbrechen oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht aufgeklärt. |
Bernau. Der Maulwurf ist jetzt ein jagdbares Tier geworden, dem mit großem Eifer nachgestellt wird. Die Maulwurfsfelle, die zu kostbarem Pelzwerk verarbeitet werden, stehen sehr hoch im Preise und wenn der Schwarzkittel weiter so zur Strecke gebracht wird, wird die Zahl bald sehr vermindert sein. ... Berlin. Die erste Flugzeugreklame in Berlin. Freitag abend wurde in Berlin zum ersten Male eine neue Flugzeugreklame erprobt. Ein Doppeldecker überflog abends kurz nach 8 Uhr in großer Kurve die Stadt, an den Tragflächen den aus Glühbirnen gebildeten Namen einer bekannten Zahnputzmittelfabrik tragend. |
Blumberg. Der Leichenfund in Elisenau, über den wir in unserer letzten Sonntag-Nummer berichteten, hat jetzt seine Aufklärung gefunden. Der Tote ist der bei seinen Eltern in Berlin-Weißensee, Gaeblerstr 8 wohnhaft gewesene arbeitslose Paul Paetzold. Wie die herbeigerufene Gerichtskommission festgestellt hat, liegt Selbstmord vor. |
Nachruf. Am Freitag, den 25. Mai entschlief nach langem, schweren Leiden im Alter von 61 Jahren unser verehrter Prinzipal, der Inhaber der Firma L. Röther's Buchdruckerei Herr Buchdruckereibesitzer Rudolf Paepke. ... [seit 27.1. Verantwortlicher Redakteur: i.V.: Otto Gerwig in Bernau] |
Personalnachweisung. Bestätigt: Der Maurer Gustav Vetter als Schöffe der Landgemeinde Blumberg. |
Bernau. Der Koloradokäfer. Die Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft teilt dem Kleingartenamt mit, daß der schädliche Koloradokäfer von Frankreich her Deutschland bedroht. Da der Käfer große Schädigungen an Kartoffelfeldern anrichtet, erscheint es angezeigt, besonders auf die Gefährlichkeit dieses Schädlings hinzuweisen. ... |
Altlandsberg. Der hiesige rührige Reiterverein veranstaltet am 1. Juli einen großen Wettbewerb. Auch Schulreiten und Dressurprüfung sind vorgesehen. Zahlreiche Anmeldungen auch seitens anderer Reitervereine der Umgegend liegen bereits vor. Wertvolle Preise stehen zur Verfügung. ... Blumberg. Der Landbundreiterverein Blumberg tritt am 8. Juli zum ersten Mal mit einer größeren Veranstaltung an die Öffentlichkeit. Es werden nicht nur Abteilungs- und Schulreiten, sondern auch Hindernisprüfungen gezeigt werden. ... |
Personalnachweisungen. Bestätigt: Der Gemeindevorsteher Kirschbaum in Lindenberg zum Amtsvorsteher und der Gemeindeschöffe Rudolf Gathow zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirkes 23 "Malchow". ... |
Börnicke. Die Postagentur hierselbst wird mit Ablauf des 30. Juni 1923 aufgehoben. Vom 1. Juli ab wird statt dessen eine Posthilfstelle mit Telegraphenbetrieb eingerichtet und die Verwaltung derselben dem Gastwirt Lange übertragen. Kranken und gebrechlichen Rentenempfängern, die zwecks Empfangnahme ihrer Bezüge infolge Aufhebung der Postagentur weite Wege zurückzulegen haben, können auf Antrag, der beim Postamte Bernau einzureichen ist, die Bezüge kostenlos zugestellt werden. |
Altlandsberg. Ein größerer Trupp Zigeuner, der dieser Tage aus der Stadt, wo er auf dem Marktplatz lagerte, verwiesen worden war, wurde später vom Oberlandjäger im Walde lagernd betroffen, wo die Pferde frei herumliefen und Verwüstungen zwischen Neuanpflanzungen anrichteten. Für den entstandenen Schaden wurden die Zigeuner in eine Strafe von 100000 M. genommen, die sie erst bezahlten, nachdem man eines ihrer Pferde beschlagnahmt hatte. |
Bernau. Die Abnahme der Störche. Ueber eine beträchtliche Abnahme der Störche wird von Naturfreunden berichtet. Die Ursache der Verminderung der Störche wird in allen möglichen Erscheinungen, so in einer Verringerung der Strohdächer, auf denen die Störche mit Vorliebe bauen, gesucht, dürfte sich aber noch einfacher aus der Abnahme der Nahrung der Störche erklären. Die Weiher, Tümpel, Gräben, Wasserrinnen im Gelände, der Aufenthalt der Frösche, sind vielfach ausgetrocknet ... |
Bernau. Der Millionenmarkschein. Die Reichsbank hat jetzt einen Schein im Nennwerte von einer Million Mark in Auftrag gegeben. ... |
Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Gastwirts Reiche hier ist Schweinepest amtstierärztlich festgestellt worden. Ueber das Gehöft wird die Sperre verhängt. Lindenberg, den 8. Juli 1923 Der Amtsvorsteher, Kirschbaum. |
Einen gebrauchten Getreide-Mäher, Marke Siedersleben, gibt ab, weil überzählig Gutsverwaltung von Oertzen, Hönow bei Mahlsdorf. |
Bernau. Briefmarken zu 10000 Mark werden jetzt hergestellt. Es handelt sich um Landesstempelmarken. |
Blumberg. Zum ersten Male trat der Landbund-Reiterverein Blumberg am vergangenen Sonntag vor die breite Oeffentlichkeit mit einem groß angelegten Reit- und Fahrturnier. Zusammen mit Abordnungen der Reitervereine Altlandsberg, Ahrensfelde, Bernau und Marzahn waren nicht weniger als 60 Reiter bei den Vorführungen tätig. Wie schon am 1. Juli in Altlandsberg, so zeigte sich auch hier, daß die jungen Landbund-Reitervereine in Bezug auf ernste Arbeit geradezu Vorbildliches geleistet haben. ... Die Idee, die der Landbund mit der Förderung des Reitbetriebes im Kreise Nieder-Barnim verfolgt, hat der Blumberger Verein in trefflicher Weise zum Ausdruck gebracht. Es kommt nicht darauf an, daß geritten wird, sondern darauf, wie geritten wird. ... Eine riesige Zuschauermenge hatte sich zu Fuß und zu Wagen eingefunden und begleitete die Vorführungen mit lebhafter Anteilnahme. Für eine zweckmäßige und hübsche Anlage des Reitplatzes war keine Mühe gescheut worden, auch hier war Vorbildliches geleistet worden. ... |
Lindenberg. Eine große Freude bereitete die Ortsgruppe des Kreiswirtschaftsverbandes den 22 hier untergebrachten Kindern aus Lüdenscheid. Nach langen Vorbereitungen des Herrn Bernh. Bolle fuhren die Kinder mit drei Wagen nach Berlin bis zum Tiergarten, besuchten dann den Zoologischen Garten und das Aquarium bei freiem Eintritt unter Leitung des Herrn Lehrer Bauer. Um 1 Uhr holte ein Auto der Rundfahrtgesellschaft, welche dieses in hochherziger Weise zur Verfügung gestellt hatte, die Kinder vom Zoo ab und fuhr sie zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins. Am Märchenbrunnen endete die schöne, den Kindern viel zu kurze Fahrt und die Wagen brachten sie wieder in die neue Heimat, nach Lindenberg, zurück. Dieser Tag wird den Kindern eine bleibende Erinnerung sein fürs Leben; wie überhaupt das Werk des Landbundes reiche Früchte tragen wird in den kleinen Kinderherzen. |
Berlin. Der explodierte Film. Bei einer Filmgesellschaft in Berlin-Weißensee passierte ein folgenschweres Unglück. Es wurde dort gerade ein Film gedreht, bei dem eine Anzahl von Schauspielern, Komparsen und Bühnenarbeitern beschäftigt war. Plötzlich ertönte ein furchtbarer Knall, man hörte das Wimmern verletzter Menschen, und der ganze Raum war sofort in dichte Rauchwolken gehüllt. Bei der Szene, bei der mit Rauchwirkungen gearbeitet werden sollte, mußte man das sogenannte "weiße Pulver" verwenden. Durch einen noch nicht aufgeklärten Irrtum wurde aber schwarzes Pulver benutzt, das unter Anwendung besonderer Vorsichtsmaßregeln für Explosionen gebraucht wird. Der Hilfsregisseur Kickebusch und der Arbeiter Zoske wurden lebensgefährlich verbrannt und mußten ins Krankenhaus Weißensee gebracht werden. |
Bernau. Tausendmarkstücke. Der Reichsrat beschloß die Ausprägung von 240 Milliarden Mark in 1000-Mark-Stücken. ... |
Berlin. Wegen eines eigenartigen Unfalls wurde Sonnabend nachmittag die Feuerwehr nach dem Hause Bauhofstraße 10 gerufen. Dort war der Schornsteinfeger Rampf beim Reinigen der Heizungsanlage in einem Heizungsrohr stecken gebliebnen, so daß er weder vor- noch rückwärts konnte. Die Wehr befreite ihn aus der "Gefangenschaft". |
Bernau. Das städtische Notgeld wird jetzt wieder in einer größeren Anzahl von Gemeinden in Verkehr gebracht. Die kleinen Scheine zu 25, 50 und 100 Pfennigen waren bekanntlich verboten, und erst seit diesem Frühling sind die größeren Scheine infolge der herrschenden Geldknappheit wieder ausgegeben worden. Es sind Wertscheine bis zum Betrage von 500 000 M. und darüber, vielfach durch den Ueberdruck von geringerwertigen Scheinen hergestellt. Auch von großen industriellen Werken sind solche großen Ersatzscheine zur Ausgabe gebracht worden. |
Bernau. Orden und Ehrenzeichen müssen, wie bekannt, nach Ableben des Inhabers zurückgegeben werden. Nach einem Schreiben des preußischen Ministerpräsidenten geschieht dies nicht immer. Es soll deshalb jetzt jeder Tod eines Inhabers ungesäumt angezeigt werden. Die Erben müssen nicht nur die Orden bezahlen, die sie behalten wollen, sondern auch die Auszeichnungen, die sie aus irgendeinem Grund nicht beibringen können. |
Bernau. Vorsicht beim Drachensteigen. Nachdem der Wind über die Stoppelfelder weht, ist die Zeit des Drachensteigens für unsere Jungen gekommen. Große Vorsicht erfordern aber Hochspannungsleitungen der Ueberlandzentralen. Erst kürzlich ist im letzten Augenblick ein Unglücksfall dadurch verhindert worden, daß ein Arbeiter einen Jungen davon abhielt, auf die Masten zu klettern, um einen an den Drähten hängenden Drachen abzunehmen. In der Nähe von Hochspannungsleitungen sollen überhaupt keine Drachen steigen gelassen werden. |
Altlandsberg. Seltenen Zuwachs erhielt der Ratmann Mollnau von hier. Eine Katze brachte fünf lebende Junge zur Welt, von denen vier Kätzchen zusammengewachsen waren. |
Personalnachweisung. Bestätigt: Der Amtsvorsteher Rudolf Krüger als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Ahrensfelde |
Lindenberg. Sonntag, den 9. Sept. Gr. Erntefest nach ländlicher Sitte wozu freundlichst einladet P. Reiche. Ahrensfelde. Sonntag, den 2. Sept. Gr. Ernte-Fest mit Umzug. Gastwirt Hase. |
Altlandsberg. Der Männer-Turnverein Altlandsberg 1860 E. V. veranstaltet am Sonntag, den 9. September sein Turn- und Sportfest auf dem Platze am Amtsgericht, das von Vereinen aus der ganzen Mark Brandenburg beschickt wird. Keines der diesjährigen Turnsportfeste der Mark kann eine so große Beteiligung aufweisen wie diese Veranstaltung. ... |
Weißensee. Ein schwerer Unfall ereignete sich am Montag in den Riebewerken hierselbst. Dort war der 47 Jahre alte Anstreicher Otto Werle aus Berlin, Zehdenicker Straße, mit Anstreichen eines Fahrstuhles beschäftigt. Obwohl ihm verboten war, diese Arbeiten während des Betriebes vorzunehmen, tat er es doch. Er geriet dabei mit dem Kopf unter das Gegengewicht des Aufzuges und trug eine tödliche Verletzung davon. |
Niederbarnimer Kreisblatt Bernauer Zeitung * Märkische Rundschau Erscheint täglich mit Ausnahme des Tages nach den Sonn- und Festtagen in Oranienburg [! bisher Bernau] Bezugspreis für die Woche vom 17.-22. Sept. bei den Abholestellen 1 300 000 M., ins Haus zugestellt 1 500 000 M., die einzelne Nummer 350 000 M. Eigentümer: L. Röthers Buchdruckerei (Inh. R. Paepke's Wittwe), Bernau |
Alt-Landsberg. Das kreisoffene Sportfest des Männer-Turnvereins Altlandsberg 1860 am 9. September 1923 hat gehalten, was es versprochen hatte. Starke Felder am Start, reichhaltig abwechselnde Kampffolge und spannende Kämpfe begeisterten die Zuschauer, die in einer Zahl von 2000 Köpfen den Platz umstanden. |
Lindenberg. Beim Rübendiebstahl abgefaßt wurden am Sonntag mittag vier Berliner, lauter junge Kaufmannslehrlinge oder Gehilfen, die mit einem Zweispännerfuhrwerk aus Weißensee hierher gekommen waren. Sie hatten bereits zwei Sack Rüben entwendet, und die leeren Säcke, die auf dem Wagen lagen, ließen auf ihre weiteren Absichten schließen. Die Diebe wurden vom Oberlandjäger dem Gemeindevorsteher zugeführt. Ihre Beute wurde beschlagnahmt, sie selbst aber hinterher nach Feststellung ihrer Personalien entlassen. - Auch an den Vortagen sind mehrfach Felddiebe abgefaßt worden, so am Sonnabend mittag fünf Männer und zwei Frauen und am Freitag zwei Radfahrer, die mit vier anderen zusammen Kartoffeln stahlen. Leider sind diese letzten vier entkommen. Die Diebstähle wurden alle auf der Lindenberger Feldmark verübt. |
Eiche. Anscheinend wegen zweier Jagdgewehre das Leben genommen hat sich hier der Obstzüchter Paul Hanicke aus Eiche. Er wurde in einer Waldparzelle hinter seinem Grundstück erhängt aufgefunden. Abends vorher war H. mit einem Potsdamer Jagdpächter zusammengetroffen, der ihm sein Gewehr zum Reinigen mitgab, weil beide sich am nächsten Tag zur Hühnerjagd treffen wollten. Da sowohl das Gewehr des Pächters, als auch das des H. trotz eifrigen Suchens bisher unauffindbar geblieben sind, wird vermutet, daß H. einen Zusammenstoß mit Felddieben gehabt und ihm dabei - man hat auch einen Schuß gehört - die Gewehre weggenommen worden sind. Aus Verzweiflung hierrüber wählte H. dann in einem Zustande nervöser Ueberreizung vermutlich den Freitod. |
Ein Flugzeug von einer Kuh angefallen. Vier englische Flugzeuge landeten neulich auf einer Wiese bei Newcastle, um Benzin einzunehmen. Drei Aeroplane waren schon wieder aufgestiegen, als das vierte noch langsam auf der Erde entlang glitt. In dem Augenblicke, in dem sich das Flugzeug vom Boden erhob, stürzte sich eine wütend gewordene Kuh auf das Flugzeug, senkte die Hörner und fiel es so kräftig an, daß es bei dem Zusammenprall den linken Flügel verlor. ... |
Bezugspreis [des Niederbarnimer Kreisblattes] für die Woche vom 1.-6. Oktober, Abholung: 18 000 000 M. / Zustellung: 20 000 000 M./ Einzelausgabe: 4 000 000 M. Amtlicher Dollarkurs am 2. Oktober 1923: 242 Millionen ... am 3. Oktober: 320 Millionen ... am 4. Oktober: 440 Millionen |
Werneuchen. Die fortgesetzten Telegrafendiebstähle haben jetzt zum Teil ihre Sühne in einem Gerichtsverfahren gegen einen Arbeiter Krüger vor dem Landgericht III in Berlin gefunden. Er erzählte dem Gericht folgendes Märchen: er habe im Eisenbahnzug gesessen und von Handelsfrauen gehört, daß zwei Leute Kupferdraht gestohlen und im Walde vergraben hätten. Da er den Wald genau kannte, sei er bei der nächsten Haltestelle ausgestiegen und habe eine ganze Nacht hindurch gegraben, aber vergeblich. In der nächsten Nacht habe er den Schatz gefunden und die Stelle dadurch gekennzeichnet, daß er eine Tanne in halber Höhe abhackte. In der dritten Nacht habe er die vielen Zentner Kupferdraht ausgegraben und an einer anderen Stelle wieder vergraben, damit die Diebe ihn nicht finden konnten. Dann habe er sich an einen Mann gewandt, der ihm als gewerbsmäßiger Hehler bekannt war. Mit diesem sei er in den Wald gegangen, um ihm die Beute anzubieten. Der Hehler hatte es aber für lohnenswerter gehalten, die Belohnung zu bekommen. Deshalb stellte er, als er mit dem Angeklagten in den Wald hinausfuhr, einen Kriminalbeamten als angeblichen Käufer vor. Der Beamte verhaftete den Angeklagten dann auf der Stelle. Das Gericht hielt die ganze Darstellung des Angeklagten für durch und durch unwahr und verurteilte ihn zu drei Jahren Gefängnis. |
Lindenberg. Diebe statteten vom 5. zum 6. Oktober dem reich gehaltenen Kaninchenstand des Arbeiters Jahn, hier, unter Mitnahme von 12 lebenden, schlachtreifen Kaninchen einen Besuch ab. Der Kriminalpolizei in Berlin ist es gelungen, die Täter festzunehmen in dem Augenblick, wie die Kaninchen abgesetzt werden sollten. Es muß allerdings als große Unvorsichtigkeit des Eigentümers bezeichnet werden, daß dieser gerade in heutigen Zeiten den Stall auch nachts unverschlossen zu halten pflegte. Der Vorfall dürfte für die Zukunft einen Warnung sein. |
Alt-Landsberg. Ihr 25 jähriges Jubiläum hat am 4. Oktober die Kleinbahn Alt-Landsberg-Hoppegarten zu verzeichnen gehabt. Am 4. Oktober 1898 fuhr der erste Kleinbahnzug von Alt-Landsberg nach Hoppegarten. - Im Interesse des Publikums möchten wir darauf hinweisen, daß sonntags die Abendzüge anders verkehren als bisher. Die Abendzüge verkehren seit dem 1. Oktober 1923 wie folgt: Ab Alt-Landsberg 9.40 Uhr und zurück von Hoppegarten 10.45 Uhr. Lindenberg. Einbrechern gelang es am 9. Oktober in den Vormittagsstunden während der Abwesenheit der Wohnungsinhaber, in die Wohnräume des Herrn Petschel, hier, Dorfstraße 13, mittels Einsteigen in das offen stehende Stubenfenster einzudringen. Die Diebe hießen 3 goldene Uhren, 1 fast neuen Damenmantel, Wäschestücke und 1 Gehrockanzug mitgehen und sind mit ihrer Beute unerkannt entkommen. |
Die Rentenmark als Uebergangswährung Amtlicher Dollarkurs am 17. Oktober: 4 100 000 000 ... 19. Oktober: 8 160 000 000 ... 20. Oktober: 20 Milliarden |
Ein Brief 50 Millionen ... Aus und für Oranienburg: der 100-Milliarden-Schein ist in Vorbereitung begriffen. ... |
Amtlicher Dollarkurs am 23. Oktober: 40 Milliarden ... am 24. Oktober: 56 Milliarden ... am 26. Oktober: 65 Milliarden ... am 1. November: 72,5 Milliarden ... am 2. November: 130 Milliarden ... am 3. November: 320 Milliarden ... am 4. November: 420 Milliarden, 1 Goldmark = 100 000 000 000 M. ... am 9. November: 630 Milliarden, 1 Goldmark = 150 000 000 000 M. ... am 16. November: 2,520 Billionen, 1 Goldmark = 600 000 000 000 M. ... am 23. November: 4,2 Billionen, 1 Goldmark = 1 Billion M. Bezugspreis ... für die Woche vom 22.-27.10.: 750+8 Millionen, 800 Millionen, 150 Millionen ... für die Woche vom 29.10.-3.11.: 7 1/2 Milliarden + 80 Millionen, 8 Milliarden, 1 1/2 Milliarden ... für die Woche vom 5.-10.11.: 29 Milliarden + 250 Millionen / 30 Milliarden / 5 1/2 Milliarden ... für die Woche vom 12.-17.11.: 150+2 Milliarden / 160 Milliarden / 35 Milliarden ... für die Zeit vom 19.-24. November (und danach): Abholung: 70 Goldpfennige + 1%, Zustellung: 75 Goldpfennige, Einzelausgabe: 15 Goldpfennige |
Alt-Landsberg. Ein frecher Diebstahl wurde in der Nacht zu Dienstag bei Herrn Karl Klaus, Amtsfreiheit, ausgeführt. Gestohlen wurden u.a. sechs Gänse, zwei Enten, zwei Hühner und ein Zuchthahn. Ein Schwein, das die Spitzbuben halb tot geschlagen hatten, ließen sie zurück. Von den Dieben fehlt bisher jede Spur. |
Blumberg. Der landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 29. November 1923, nachmittags 5 Uhr, im Schwarzen Adler hierselbst eine Vereinssitzung ab. Die Tagesordnung ist folgende: ... 5. Erntebericht. Ref. Herr Gustav Grün, 6. Getreidehackmaschinen in Arbeit und Konstruktion, 7. Aufbewahrung und Behandlung von Eicheln zu Saatzwecken. Ref. Herr Petow, 8. Welche Hafersorte ist die beste für mittleren Boden? Ref. Herr Administrator Braune, ... |
Alt-Landsberg. Bei der Versteigerung von Nutzholz der hiesigen Stadtforst, die am Donnerstag im Deutschen Haus stattfand, wurden Preise von 51 bis 57 Goldmark für den Festmeter erzielt. Versteigert wurden etwa 85 Festmeter. |
Alt-Landsberg. Ein seltsamer Anblick bot sich an einem heißen Sommertage den Passanten der in der Nähe von Dahlwitz vorüberführenden Chaussee. Auf einer dort liegenden Wiese war ein Mann eifrig mit Heuen beschäftigt. Dabei wäre ansich nichts Auffälliges gewesen, wenn der arbeitsame Mann auf der Wiese nicht nackt, wie ihn der Herrgott geschaffen, gewesen wäre. Er war in seine Arbeit so vertieft, daß er anscheinend gar nicht bemerkte, wie die Vorübergehenden ihrer Entrüstung über das adamitische Kostüm des seltsamen Mitbürgers deutlich erkennbar Ausdruck gaben. Die Folge war eine Strafanzeige und ein Urteil des hiesigen Schöffengerichts, das den Adam auf der Wiese wegen groben Unfugs zu vier Wochen Haft verurteilte. Hiergegen hatte der verurteilte Berufung eingelegt, die am Sonnabend vor dem Berliner Landgericht II zur Verhandlung stand. Hier zeigte sich der Angeklagte seinerseits entrüstet darüber, daß man ihm sein "Geburtskleid", wie er es nannte, verübelt habe. Das Reichsgericht habe schon vor Jahren entschieden, daß der Anblick des nackten Menschen nicht anstoßerregend sei. "Ich bin doch nicht mit Kleidern auf die Welt gekommen", so erklärte der Angeklagte, "und was die Natur geschaffen hat, kann niemals unsittlich sein oder Anstoß erregen!". Den Einwand des Vorsitzenden, daß der Angeklagte sich doch zum mindesten eine Badehose hätte anziehen können, ließ dieser nicht gelten. Er behauptete, daß er in völlig nacktem Zustande bei der Arbeit viel leistungsfähiger sei, als wenn er ein Kleidungsstück trage. Der Staatsanwalt beantragte die Verwerfung der Berufung. Das Gericht zog jedoch die offenbar idealistische Weltanschauung des Angeklagten in Betracht und ermäßigte das Urteil auf 10 Milliarden Mark Geldstrafe. Lindenberg. Eingebrochen wurde in der Nacht zum 22. November in die Scheune des Landwirts Kirschbaum, hierselbst. Die Einbrecher drangen nach Zersägen des Fenstergitters in den Scheunenkeller ein. Von hier begaben sie sich zum Kornboden. Da dieser verschlossen war, brachen sie die Tür mit einer Brechstange auf. Die sämtlich hier lagernden Treibriemen ließen sie mitgehen. |
Alt-Landsberg. Achtzig Jahre in demselben Hause wohnt am heutigen Dienstag Frau Emma Lienau, Wittwe des verstorbenen Malermeisters und langjährigen Schützenhauptmanns Lienau, die heute ihren achtzigsten Geburtstag in vollkommener geistiger und körperlicher Frische feiert. Sie ist im Hause des Fuhrherrn Palm geboren und hat, ein gewiß seltener Fall, diese achtzig Jahre dort gewohnt. Wir wünschen der alten Dame weiter einen heiteren Lebensabend. |
Ahrensfelde. Seine Jahresversammlung hielt am 2. Dezember der hiesige Turnverein "Felsing" ab. Sowohl aus den Veranstaltungen wie auch aus dem Jahresbericht war zu ersehen, wie sehr dieser Verein aus eigener Kraft bemüht ist, den Sinn der Jugend und Erwachsenen ohne Standesunterschied vom Oberflächlichen und Seichten dem Gediegenen und Gesunden zuzuwenden. Erfreulicherweise kann gesagt werden, daß in unsern Turnern auch jetzt der Zug nach Zusammengehörigkeit, Einigkeit, deutscher Brüderlichkeit ohne Standes- und Mammondünkel vorhanden ist, wie einst unter dem alten, verdienstvollen Ehrenvorsitzenden, Turnbruder Krüger. Hervorzuheben ist die Tätigkeit der Jugendpflege und -fürsorge in der Schüler- und Schülerinnenabteilung. Ein trüber Strahl muß aber darin zu erblicken sein, daß die schulentlassene weibliche Jugend noch immer nicht Verständnis und Sinn für diese gute Sache gefunden hat, sondern dem "Tänzchen" und anderen leichten Sachen mehr Sinn entgegenbringt. So mußten einige junge Damen in der Liste gestrichen werden. Um auch frei von Mitläufern und Nutznießern zu sein, fühlte sich der Vorstand den anderen Mitgliedern gegenüber verpflichtet, auch einige passive Mitglieder, die sich während des Jahres durch alzugroße "aktive Passivität" auszeichneten, aus der Gemeinschaft zu streichen. Möge das Wirken des Vereins zum Segen des Vaterlandes auch ferner von Erfolgen begleitet sein, und besonders auch seine Bestrebungen auf den Gebieten der Jugendpflege und Jugendfürsorge in immer weiteren, dieser guten Sache jetzt leider noch fernstehenden Kreisen Anerkennung und Nachfolge finden. |
Lindenberg. Oeftere nächtliche Besuche sollte der Arbeiter B. von hier Kartoffelfeldern Anfang Oktober d. Js. abgestattet haben. Eine in seinen Wohnräumen s. Zt. vorgenommene Durchsuchung förderte verschiedene Zentner Kartoffeln zu Tage. In der Sitzung des Schöffengerichts Weißensee am 12. Dezember bestritt der Beschuldigte jeden Diebstahl und versuchte glaubhaft zu machen, die Kartoffeln gestoppelt zu haben. Das Gericht hielt aber Diebstahl durch die Aussage des Oberlandjägers Pöschel für erwiesen und erkannte auf eine Geldstrafe von 40 Goldmark. |
Personalnachweisungen. Bestätigt: Der Hauptlehrer Gottfried Lehmann als Schöffe der Landgemeinde Ahrensfelde. Bekanntmachung. Aufhebung der Hundesperre. Meine viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 27. September 1923 - Kreisblatt Nr. 199 -, durch die über die Amtsbezirke Neuenhagen, Dahlwitz, Schöneweide [?], Fredersdorf, Ahrensfelde, Alt-Landsberg-Amt, Löhme, Blumberg und Börnicke sowie über die Stadtbezirke Alt-Landsberg und Bernau die Hundesperre verhängt worden ist, ist mit dem 1. Dezember d. Js. außer Kraft getreten. Berlin, den 12. Dezember 1923. Der Landrat des Kreises Niederbarnim. |
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Niederbarnimer Kreisblatt / Bernauer Zeitung und Märkische Rundschau Preis pro Woche: ... bei Abholung: 70 Goldpfennig / bei Zustellung: 75 Goldpfennig / Einzelpreis: 15 Goldpfennig Seit 1923 extra Beilage: "Aus dem Kreise Niederbarnim" Amtlicher Dollarkurs am 1. Januar: 4,2 Billionen |
Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 10. Januar 1924 nachmittags 5 Uhr im "Schwarzen Adler" hierselbst eine Vereinssitzung ab. ... |
Ferkel 8 Wo alt, und Läuferschweine verkauft Eckelt. Lindenberg. Telef. Weißensee 3295. |
Alt-Landsberg, 19. Januar. Von seinem eigenen Gespann überfahren wurde hier am Donnerstag vormittag der Landwirt Wilhelm, als er Holz mit seinem Fuhrwerk aus der Heide holen wollte. |
Alt-Landsberg, 25. Januar. Eine Hochzeit mit Hindernissen fand dieser Tage hier statt. Zur festgesetzten Eheschließung war das auswärtige Aufgebot noch nicht eingetroffen, desto prompter war aber die Hochzeitsgesellschaft da. Da nun der Braten auch auf dem Tisch stand, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, Telegramme losgelassen usw. In später Stunde abends nach 6 Uhr fand dann die standesamtliche Eheschließung statt, noch später die Trauung. Der verspätete Hochzeitsschmauß soll trotzdem geschmeckt haben. |
Alt-Landsberg, 28. Januar. Ein Kellerbrand entstand in den frühen Morgenstunden in der Berliner Allee (Verlag des Niederbarnimer Anzeigers). Die sofort herbeigerufene Feuerwehr und einige zur Arbeit gehende Einwohner löschten den Brand in kurzer Zeit. |
Lindenberg. Zwei ungetreue Dienstboten, der Kutscher Otto B. und das Dienstmädchen Margarete A., entwendeten ihrer Dienstherrschaft in deren Abwesenheit am 26. Januar ein Herrenfahrrad und verschiedene andere Gegenstände. Die A., die von B. wohl als Mitfahrer auf dem Rade mitgenommen worden ist, besorgte zur allgemeinen Magenstärkung noch eine Speckseite von 12 Pfund und eine Bratwurst von 1 1/2 Pfund. Hoffentlich wird man des Diebespaares bald habhaft werden, damit sie sich dann hinter "schwedischen Gardinen" über Zunahme ihrer körperlichen Fülle infolge Vertilgen des Specks und der Wurst freuen können. |
Alt-Landsberg, 5. Februar. Gründung eines Gewerbebundes. ... |
Alt-Landsberg, 6. Februar. Ein schrecklicher Anblick bot sich am letzten Montag früh denjenigen hiesigen Einwohnern, die nach Berlin fuhren. Hinter Kaulsdorf warf sich dicht am Friedhof ein Lebensmüder auf die Schienen und ließ sich vom Vorortzug so unglücklich überfahren, daß, als der Zug vollständig über ihn hinweggefahren war, der Körper buchstäblich in zwei Teile gerädert war. Die Personalien wurden von der nächsten Blockstation festgestellt. |
Alt-Landsberg, 7. Februar. Unsere Heide reizt nicht nur Schönheitsbedürftige, die unseren Wald bewundern wollen, sondern auch Leute, denen das Holz so lieb und wert ist, daß sie es ohne Berechtigung in mehr oder weniger großen Posten mitnehmen müssen. So gelang es unserer rührigen Polizei mit den beiden Landjägern drei Leutchen festzustellen und ihnen soviel Holz abzunehmen, daß unsere Volksküche für die nächste Zeit ausreichend mit Brennstoff versorgt ist. Das Nachspiel dürfte für das Kleeblatt recht bitter sein. |
Alt-Landsberg, 11. Februar. Schadenfeuer brach Sonnabend früh bei dem Landwirt Fritz Jürgen, Klosterstraße, in der letzten Morgenstunde aus. Der Brand konnte nach kurzer Zeit gelöscht werden. Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 14. Februar 1924 nachmittags 5 Uhr, im "Schwarzen Adler" hierselbst eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: ... 6. Wird durch Auseinanderwerfen der Maulwurfshügel das Wachstum der Gräser infolge der Bodendurchlüftung hervorgerufen, oder ist es ratsam, den Maulwurf zu vertilgen? Welches ist das geeignetste Mittel hierzu? Ref. Herr Herm. Hammann, ... |
Alt-Landsberg, 18. Februar. Ein durchgehendes Krummenseer Gespann hätte in den späten Nachmittagsstunden des Freitag leicht größeres Unglück anrichten können. Durch ein nachfolgendes Fuhrwerk scheute der vorgespannte Schimmel und raste mit den zwei Insassen, die beide machtlos waren, die Berliner Straße entlang, alles vor ihm her flüchtend, und landete wenige Zentimeter vor der Schaufensterscheibe des Tischlermeisters Schmidt. Mit ganz geringem Schaden kam der Besitzer, Wagen und das Pferd davon. Lindenberg. Eine recht amüsante Ueberraschung, die alle Lachmuskeln in Bewegung gebracht haben dürfte, wurde dem hiesigen Gesangsverein in der Uebungsstunde am vergangenen Donnerstag im Vereinslokal beschert. Beim eifrigen Gesang wird plötzlich die Tür des Uebungszimmers geöffnet und siehe da, stolz wie ein Spanier erscheint der Vorsitzende des Vereins, mit Holzpantoffeln angetan auf einem Pferde und reitet zu seinen Mitgliedern und Sangesbrüdern heran, um einen schönen guten Abend zu wünschen und den Gesang ausnahmsweise an diesem Abend aus höherer Position mitanzuhören. Der fröhliche Vergnügungsritt im Vereinszimmer sollte aber für den Besitzer des Pferdes, einem Händler aus Berlin-Weißensee, noch einen üblen Abschluß nehmen. Das Pferd, das nachher noch zirka 2 Stunden im Zimmer blieb, wurde dann wieder aus der Stube herausgeschafft und an den Wagen gespannt, da der Besitzer nach Hause zu fahren beabsichtigte. Nach dem Anspannen begab sich der Besitzer, der sich bereits in sehr animierter Stimmung befand, nochmals in das Lokal und ließ sein Fuhrwerk unbeaufsichtigt stehen. Das Pferd, dem die nächtliche Kälte gegenüber der Zimmerwärme wohl kalte Füße verschafft hatte, machte sich ohne seinen Herrn auf den Weg und lief im schlanken Trabe davon. Der Besitzer machte sich nun auf eigene Füße, denen aber keine gute Standfestigkeit mehr zu eigen war, zur Wiedererlangung seines verlorenen Gespannes auf. Ob er es wiedergefunden hat ? |
Alt-Landsberg, 23. Februar. Langfinger treiben seit einiger Zeit wieder in unserer Stadt ihr Unwesen. Sie haben in einem Falle vor einiger Zeit beim Ausräumen einer Bodenkammer die ganze Wäsche mitgenommen und bei der anderen Gelegenheit den Kohlenvorrat im Keller so erheblich erleichtert, daß fast der ganze Heizvorrat sich "verflüchtigt" hatte. Also müssen wir, wie es die Berliner seit Jahr und Tag gewohnt sind, auch mehr auf gut verschlossene Böden und Keller achten. Einbrüche auf dem Eise kommen trotz aller Mahnungen zur Vorsicht immer wieder vor. So brach hinter dem Schützenhaus auf den überschwemmten Amtswiesen vor einigen Tagen der Schulknabe K. bis an den Hals ein und konnte nur mit großer Mühe von den hinzukommenden Neugierigen aus dem unfreiwilligen Bade herauskommen und mit triefenden Kleidern nach Hause pilgern. Deshalb sollten die Eltern ihre Kinder zur Vorsicht ermahnen! |
Alt-Landsberg, 26. Februar. Die Generalversammlung des hiesigen Vaterländischen Frauenvereins fand am Donnerstag nachmittags im Schützenhause statt und war sehr zahlreich besucht; es waren 260 Mitglieder anwesend. ... Gesangsvorträge wurden geboten von Fräulein Palm, Frau Dr. Mohr und Fräulein Köppen. Alle Damen boten ihr bestes, die mit tiefer Empfindung vorgetragenen Lieder erhöhten die festliche Stimmung in ganz besonderer Weise. Den Schluß machte ein heiteres Stück "3 Tanten auf einmal", bei welchem sich 4 junge Damen in den Dienst der Sache gestellt hatten und sehr reichlichen Beifall fanden. |
Alt-Landsberg, 27. Februar. Eine Zigeunerbande, welche unsere Stadt durchzog, beging in Wesendahl einen Hühnerdiebstahl. Unsere Polizei wurde benachrichtigt und eine gründliche Durchsuchung der Wagen brachte die gestohlenen Hühner zutage. Die Spitzbuben wurden hierauf dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis überliefert. |
[Lindenberg hier erstmals unter "Amtsbezirk Lindenberg", bisher unter "Amtsbezirk Malchow"] Lindenberg. Die Freiwillige Feuerwehr feierte am Sonnabend voriger Woche im Lokal von Reiche ihr 11 jähriges Bestehen. Den ergangenen Einladungen war zahlreich entsprochen worden. Nach einer einleitenden Musik und einem gut gesprochenen Prolog durch Frl. K. Bader erfolgte die Begrüßung der Gäste durch den 1. Brandmeister Herrn T. Gathow im rechten kameradschaftlichen, der Feuerwehr entsprechenden Sinne. Die dann von den Kameraden der Wehr dargestellten lebenden Bilder, die darauffolgenden humoristischen Vorträge durch den Kameraden Haase ernteten gebührenden Beifall. Das Theaterstück "Papas Sommerreise", von den Mitwirkenden mit viel Talent gespielt, dürfte den Gästen, nach dem Beifall zu urteilen, gute Unterhaltung geboten haben. Darauf hielt der Tanz alles noch in fröhlicher Stimmung lange beisammen. Alles in allem, ein wohlgelungenes Fest, auf das alle Teilnehmer in rechter Freude zurückblicken können. Die Musik der Bucher Feuerwehrkapelle entsprach allerdings diesmal nicht ganz, im Konzert und auch in der Tanzmusik, den Erwartungen. Hoffen wir deshalb, daß sie beim nächsten Feuerwehrfest diese kleine Scharte wieder auswetzt. |
Mehrow. Die hiesige Schule beging, nachdem in unserm sonst so stillen Orte am 19. Januar d. Js. durch den neugegründeten Landwehrverein eine würdig und stimmungsvoll verlaufene Reichsgründungsfeier stattgefunden hatte, am letzten Sonnabend von 7 Uhr ab einen Elternabend. Da die Mehrower Schulfeste schon von früher her einen guten Klang haben, so war nicht nur die Bewohnerschaft des Ortes vollzählig zur Stelle, sondern auch viele auswärtige Gäste ehrten die Schule durch ihren Besuch. Der Meißnersche Saal konnte die Menge der Erwachsenen nicht fassen, sodaß viele mit dem Nebenraum zufrieden sein mußten. In seiner kernigen, zu Herzen gehenden Festrede zeigte Lehrer Weier die Notwendigkeit des Zusammenarbeitens von Schule und Elternhaus zum Segen für die Jugend. Auf die allgemeine politische und wirtschaftliche Not des deutschen Volkes hinweisend, sagte der Redner, daß Deutschlands Jugend das einzige Mittel sei, um in der Zukunft aus dieser Not herauszukommen, und deshalb bat er die Eltern eindringlich, Schulter an Schulter mit der Schule für eine christliche und nationale Erziehung der Jugend zu sorgen. Die ernste Stimmung im Saal und der brausende Beifall am Schluß der Rede zeigten, daß die Worte richtig verstanden waren. In der Festfolge wechselten im ersten Teil zeitgemäße Gedichte und Gesänge miteinander ab. Dann gingen die beiden Einakter "Wir sind Deutschlands Jugend" und "Der Trommeljunge von Dennewitz" über die Bühne. Der Glanzpunkt des Festes war ein lebendes Bild, die Germania als Sieges- und Friedensgöttin darstellend. Die Vorträge, wie auch die Vorführungen waren glücklich gewählt und fesselten durch ihre meisterhafte Ausführung bis zur letzten Minute. Alle Festteilnehmer waren von dem Gehörten und Gesehenen voll befriedigt, und oft hörte man die Bemerkung: warum wird das nicht überall so gemacht! |
Alt-Landsberg, 3. März. Unser Männer-Turnverein 1860 (E.V.) beginnt voraussichtlich am Mittwoch, den 5. März, abends 8 Uhr, im Vereinslokal "Schützenhaus" mit seinen regelmäßigen Turnabenden ... Die Diebstähle im hiesigen Stadtwalde haben jetzt einen Umfang angenommen, wie er bisher noch nicht dagewesen ist. Besonders günstig für die Langfinger ist der Umstand, daß z. Zt. die Abgabe des Haushaltsbrennholzes erfolgt und somit geschlagenes Holz in größeren Mengen vorhanden ist. Nicht wenig enttäuscht sind daher die Empfänger, die, nachdem sie ihre Holznummer eingelöst haben und ihr Holz aus dem Walde entnehmen wollen, feststellen müssen, daß ihnen die Arbeit des Abfahrens schon erleichtert oder sogar ganz abgenommen worden ist. Die Forstbeamten und Waldläufer, welche den Wald zu allen Tageszeiten durchstreifen, sind kaum in der Lage, diesem Treiben ein Ende zu bereiten, da die Größe des Reviers nicht alle Stellen gleichzeitig übersehen läßt. Hoffentlich gelingt es aber, die vielen unberechtigten Holzentnehmer unschädlich zu machen. |
Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Kreise erloschen ist, hebe ich meine viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 8. Oktober v. Js. - Tgb. Nr. I 10/2156 - auf. Berlin, den 29. Februar 1924. Der Landrat. |
Alt-Landsberg, 4. März. Die hiesige Ortsgruppe des Gewerbebundes Brandenburg hält nächsten Freitag abend im Saale des Herrn Lindenberg eine Versammlung ab, in welcher der Syndikus des Bundes, Herr Zimmermann, einen Vortrag über "Aktuelle Steuerfragen" halten wird. Ahrensfelde. Der hiesige Turnverein feierte kürzlich sein diesjähriges Wintervergnügen in einer recht würdigen und deutschen Weise. Es war eine Veranstaltung, die in sich abgeschlossenen Festfolge und Vorführung, wie sie bisher nach einhelligem Urteil im Orte und der Umgebung nicht dargeboten wurde. Die turnerischen Vorführungen der jugendlichen Turner unter Herrn Willi Jauert, der reizende Reigen der kleinen Turnerinnen unter Frl. Grete Kahlow zeigten, was in der Ahrensfelder Jugend nunmehr steckt. Als durchaus künstlerisch und geradezu erhebend waren die von Herrn Lehrer M. zusammengestellten lebenden Bilder mit Gedicht- und Gesangbegleitung zu bezeichnen. Es sprudelte aus den lebenden Bildern "Brüder reicht die Hand zum Bunde" und "Barbarossas Gefangenschaft und Befreiung durch Siegfried und Gudrun" eine Sprache, die jeder verstand und anerkannte. In der bekannten und bewährten volkstümlichen Art und Weise begrüßte in herziger Weise der Vorsitzende Oberst d. R. a. D. Marquard die überaus zahlreich erschienenen Gäste und hatte zum Grundton seiner wiederum markigen und anziehenden, ehrlichen Rede den Gedanken: "Brüder reicht die Hand zum Bunde und alle deutschen Brüder werden frei!". Brausender Beifall zeigte, daß sowohl Rede wie Darbietungen was "Rechtens und was uns not tut" waren. Hoffentlich findet der Abend in seinen Darbietungen, die dem Wohle des Vaterlandes und des gesamten deutschen Volkes dienen, Nachahmer. Ahrensfelde. Mitglieder von der Zunft der Langfinger statteten in der Nacht vom 28. zum 29. Februar unserm Orte einen Besuch ab, wobei sie durch die Aufmerksamkeit der Ortswache nicht ganz auf ihre Rechnung kamen. Der Wächter Döberitz bemerkte nämlich, wie um 2 Uhr nachts 3 unheimliche Gesellen den Ort passierten. Ihre Spur verlor sich am Schulgrundstück. Nachdem D. seine beiden Kameraden von der freiwilligen Ortswache "herausgepfiffen" hatte, wurde das Schulgehöft abgesucht und man überraschte zwei der Einbrecher im Keller des Herrn Hauptlehrers Lehmann beim Abschlachten der Hühner. Drei derselben waren bereits geköpft und wenige Minuten später wäre der ganze Hühnerbestand erledigt gewesen. Daß man es mit Spezialisten auf diesem Gebiet zu tun hatte, zeigten die Innenwände der Rucksäcke, die schon Blutspuren und Federnreste aus früheren Transporten aufwiesen. Schade nur, daß der dritte Genosse, der sicherlich Schmiere gestanden hat, entkommen ist. Die beiden Gefaßten werden sicherlich noch oft an den unsanften Empfang vor dem Keller im Schulhause zurückdenken. Zur weiteren Versorgung ohne Hühnerbrühe hat man die beiden "Unschuldigen" dem Gerichtsgefängnis in Weißensee übergeben. |
Alt-Landsberg, 5. März. Beim Holzfällen verunglückt ist am Sonnabend, den 1. März der Arbeiter Paul Schlutt aus der Klosterstraße in der Stadtforst dadurch, daß ein schwerer Ast ihm auf das rechte Knie fiel. Er wurde sofort von der Arbeit in seine Wohnung transportiert, wo ein Kniegelenkerguß festgestellt wurde. Alt-Landsberg. Der Radfahrerverein "Normannia" veranstaltete im Schützenhause hierselbst am Sonnabend ein Bockbierfest. Der mit Wacholder geschmückte Saal wies zwei Lauben auf, in denen Bockwürste und Getränke verabfolgt wurden. Höchst amüsant wirkte ein Langohrgespann, welches durch den Saal kutschierte. Etwa um die Mitternachtsstunde bot sich noch dadurch eine Überraschung, daß aus dem benachbarten "Hotel Friedrichslust", woselbst der Männergesangsverein einen Maskenball feierte, kostümiert ein Bärenführer mit seinem zottigen Begleiter eintraf. Durch einige nette Vorträge wurde für gute Unterhaltung gesorgt. Alt-Landsberg. Recht durstige Gemüter hat der lange Winter nun die herrschende Grippe herangebildet. Die üblichen Folgen machten sich in der Nacht vom 2. zum 3. d. Mts. wiederholt bemerkbar und störten manchen Einwohner im friedlichen Schlaf. Den Nachtwachtbeamten erst konnte es gelingen, die Ruhe wieder herzustellen. Leider sind im "Café zur Stadt Alt-Landsberg" auch Sachbeschädigungen im Verlaufe friedlicher Unterhaltungen entstanden. |
Bekanntmachungen. Viehseuchenpolizeiliche Anordnung. Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche wird hierdurch auf Grund der §§ ... folgendes bestimmt: Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Ahrensfelde wird aus der Gemeinde Ahrensfelde ein Sperrbezirk gebildet. Im Bereich dieses Sperrbezirkes gelten die in §§§ 162 und 164 der Viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 1. Mai 1912 aufgeführten Schutzmaßregeln. Zuwiderhandlungen gegen die angeordneten Schutzmaßregeln unterliegen den Strafvorschriften der §§ 74-76 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909. Berlin, den 4. März 1924. Der Landrat des Kreises Niederbarnim, Schlemminger. |
Alt-Landsberg, 6. März. Unser Ortsteil Amtsfreiheit gleicht bei dem jetzt eingetretenen Tauwetter einem geradezu undurchdringlichem Moraste. Da bisher jegliche feste Gehbahn fehlt, sinkt der Fuß desjenigen, der notwendigerweise seinen Weg über die Amtsfreiheit nehmen muß, bis fast an die Knöchel im weichen Boden ein. ... Lindenberg. Ohnmächtig zusammengebrochen ist am Dienstag vormittag in der Wartenberger Straße der Chauffeur Otto Krüger aus Magdeburg. Nach längerem Bemühen gelang es, ihn wieder ins Bewußtsein zurückzurufen. Krüger, der vollständig ohne Geldmittel war und in seine Heimat zurückzukehren gedachte, konnte durch eine schnell veranstaltete Sammlung bei den Umstehenden ein kleiner Reisebetrag eingehändigt werden. |
Alt-Landsberg, 8. März. Der Naturmensch Gustav Nagel aus Arendsee i.d. Altmark hielt am 6. März im Saale des Gasthofes Unterlauf vor gut gefülltem Hause einen Vortrag. Nagel ist 1874 geboren und führt wie er sagt, seit nunmehr 30 Jahren ein naturgemäßes Leben. Er trägt nur die allernotwendigste Kleidung, lebt von Obst, Früchten, Gemüse und Fett, vermeidet aber Fleisch, Alkohol und Nikotin. ... |
Ahrensfelde. In der Form eines Volksliederabends beging nunmehr auch die hiesige Schule ihren seit langer Zeit vorgesehenen Familienabend am 8. März. Und das war einmal ein genußreicher Abend! Der große Dubicksche Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und mit "Stehplätzle" bis in die nächsten Zimmer hinein mußten sich viele Gäste begnügen. Das Wort vom "stürmischen Beifall" von Anfang bis Ende des Abends kann auch von diesem Ahrensfelder Abend wiederum ehrlich ausgesprochen werden. Es war ein Abend wie solche ganz Deutschland allewege zur sittlichen Erneuerung und Ertüchtigung gebraucht. Nachdem Herr Hauptlehrer Lehmann durch seine Schüler mit dem Gesang "Aus der Jugendzeit" den Abend eröffnet hatte, begrüßte derselbe als Leiter der Schule die Gäste und sprach über "Das Volkslied". Ja, mögen die Worte des Redners: "Das deutsche Volkslied muß das sogen Tingeltangellied, das leider auch aus deutschem Munde erklingt, verdrängen", allseitig fruchtbaren Boden finden. ... Lasset uns sorgen, daß die schulentlassene Jugend nicht ihre eigenen Wege geht, sondern sich der Obhut und Pflege erfahrener, gutdenkender, ernster, deutscher Erzieher unterstellt. Auch Ihr, die ihr keine Kinder zur Dorfschule schickt, habt ein Herz und offene Beutel für diese Schule! Nebenbei bemerkt, es ist sehr erwünscht, wenn derartige Veranstaltungen nicht durch das Geräusch der im Nebenraum zechenden Gäste gestört werden. |
Alt-Landsberg, 12. März. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (A.D.A.C.), Gruppe Berlin, veranstaltete am letzten Sonntag sein diesjähriges Anfahren, und zwar ging die Fahrt nach Buckow in der Märkischen Schweiz. Zahlreiche Gefährte und Motorräder kamen durch unsere Stadt. Man sah unter den Wagen alle führenden Marken; an Motorrädern waren neben bekannten Modellen auch eine bedeutende Anzahl neuerer, noch wenig bekannter Typen zu beobachten. Auf der Rückkehr wurde im hiesigen Schützenhause eine kurze Rast gemacht. Lindenberg. Feueralarm brachte Dienstag morgen gegen 7 1/2 Uhr die Einwohner in Aufregung. Die Windmühle des Mühlenbesitzers Pach stand in Flammen, und diese fanden bis zum Eintreffen der Feuerwehr genügend Nahrung in den in der Mühle befindlichen Mehl- und Kornvorräten. Das Feuer entstand durch unvorsichtiges Hantieren des Müllerlehrlings beim Anwärmen des in der Mühle befindlichen Motors mit der Lötlampe. Die hiesige Feuerwehr war ebensowenig wie die noch inzwischen von Weißensee, Malchow, Wartenberg und Blankenburg erschienenen Wehren in der Lage, noch irgend etwas zu retten, da die Bekämpfung des Brandes durch vollständigen Wassermangel fast unmöglich gemacht wurde. Die Mühle ist deshalb bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Gegen 11 Uhr konnten die auswärtigen Wehren wieder abrücken, da eine Gefahr für die umliegenden Gebäude nicht mehr bestand. Die Aufräumungsarbeiten, die von der hiesigen Wehr ausgeführt wurden, dauerten bis in den späten Nachmittag hinein, Menschenleben sind nicht zu beklagen. Lindenberg. Einen bedauerlichen Unglücksfall erlitt die 8jährige Schülerin Elli Koch auf dem Wege zur Schule. An der Ecke Dorf- und Schulstraße lief sie vor das Fahrrad der Frau Malermeister Koch und der rechte Fuß wurde ihr überfahren. Der sofort herbeigerufenen Arzt stellte einen komplizierten Knochenbruch fest. Lindenberg. Sein 46jähriges Stiftungsfest feierte am Sonnabend der hiesige Gesangverein "Lyra" bei Schumann. Die gütige Mitwirkung des Komponisten Herrn Willy Rosenthal - Berlin, der sich mit einem gut besetzten Orchester freundlichst zur Verfügung gestellt hatte, verhalf dem Fest zu einem vollen Erfolg. Das Programm bot einen rechten Kunstgenuß, sodaß Herrn Rosenthal ein gebührender Beifall von den zahlreichen Gästen für seine Darbietungen gezollt wurde. Der Gesangverein, der nach Begrüßung der Festteilnehmer durch den 1. Vorsitzenden, Herrn R. Gahtow 2, seine Weisen gut zu Gehör brachte, erntete ebenfalls reichen Beifall. Weitere Orchesterstücke, gesangliche Vorträge und das gut gespielte Theaterstück "Aureliens Jugendliebe", das den Darstellern allerseits Anerkennung brachte und den Gästen des öfteren herzhaftes Lachen abzwang, bildeten den Schluß des Programms. Ein vollbesetztes Orchester forderte dann zum Tanz, der alles noch lange in friede- und harmonievoller Stimmung zusammenhielt. Ein wohlgelungenes Fest in allen Einzelheiten, das den Teilnehmern noch in recht langer Erinnerung bleiben wird. Hönow. Den Abschluß der Wintervergnügen der hiesigen Ortsvereine bildete der Ball des Radfahrervereins Germania, der am Sonnabend bei Scharny stattfand. ... |
Hönow. Die Räucherkammer des Maurerpoliers Kasper, die in dem zur Wirtschaft des Landwirts H. Henze gehörigen Nebengebäude liegt, brannte am Dienstag vollständig aus. Die hiesige Feuerspritze und die sehr schnell aus Mahlsdorf herbeigeeilte Feuerwehr traten nicht mehr in Tätigkeit. |
Alt-Landsberg, 15. März. Ueber die Unsitte, unsere Anlagen zu ruinieren, wurde in der Stadtverordnetenversammlung vom Magistratstische aus lebhafte Klage geführt. Es gehe nicht, daß unsere Anlagen als Fahrwege für schwer beladene Handwagen, Fahr- und Motorräder usw., sowie im Winter als Rodelbahnen benutzt werden. Durch die vielseitig beladenen Handwagen, welche Holz, Dung, Jauche usw. mit sich führen, wird der aufgeweichte Boden unpassierbar, durch das Rodeln im Winter und das Umhertreiben unserer Jugend werden Bäume und Sträucher derart beschädigt, daß es viel Zeit und Geld kostet, zum Frühjahr alles wieder schön zu machen und es wurde mit Recht darauf hingeweisen, daß Schule und Haus, Vereine und Behörden immer wieder darauf achten sollen, daß unsere Anlagen das bleiben, wofür sie bestimmt sind: Ein Ruheplatz für Alte, Gebrechliche und Schönheitsdurstige. Lindenberg. Zwei Schweine wurden dem Gutsbesitzer R. Gahtow 1 in der Nacht zum 13. März gestohlen. Die Tiere sind direkt an Ort und Stelle abgeschlachtet worden. Sofort eingeleitete Nachforschungen haben bisher noch nicht zur Ermittlung der Täter geführt. |
Alt-Landsberg, 18. März. Der Landwehrverein Alt-Landsberg (gegr. 1862) beschloß in seinen beiden letzten Sitzungen, die infolge der Geldentwertungen leider wertlos gewordene Sterbekasse aufzuheben. Um den Angehörigen von Vereinskameraden beim Ableben eines Mitgliedes aber eine entsprechende Beihilfe gewähren zu können, wurde eine Begräbniskasse gegründet, an der jedes Mitglied des Landwehrvereins teilnehmen kann, das einen einmaligen Beitrag von einer Mark entrichtet und sich verpflichtet, beim Ableben eines Kameraden eine Umlage von 50 Pfennig zu zahlen. Das auszuzahlende Begräbnisgeld wurde vom Vorstand, der diese Wohlfahrtseinrichtung verwaltet, auf 50 Mark festgesetzt. Die einzuzahlenden Summen sind wertbeständig anzulegen und sollen ebenfalls wertbeständig in Goldmark ausgezahlt werden. - Am Mittwoch, den 19. März 1924 , wird im Vereinslokal Lindenberg eine Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Vereinskameraden eingeweiht werden. Gleichzeitig findet die Aufnahme neuer Mitglieder und eine musikalische Abendunterhaltung statt. |
Ahrensfelde. Unsere tüchtige und stramme freiwillige Feuerwehr hatte am 15. März Freunde und Gönner ihrer Sache zu ihrem 13. Stiftungsfest eingeladen. Zahlreich war die Anzahl der Erschienenen. Nach Begrüßung der Gäste durch den stets rührigen und vorbildlichen Brandmeister der Wehr, Herrn Langmann, wurde ein Prolog zu Gehör gebracht, dessen Worte wohl nicht allein hinzunehmen, sondern zu beherzigen wären. Großer Beifall gebührt der "Theatergesellschaft", die wahrlich in nicht besserer Art, sei es in der Auswahl des Theaterstückes, noch in der Ausführung desselben, für fröhliche Stimmung hätte sorgen können und den Zuschauern in der über zwei Stunden dauernden Aufführung: "Die neuen Reichen" den "Höhenrekordhimmel" dieser Menschen sehr geschickt und naturgetreu zu schildern wußte. ... - Unterhaltungsmusik und ein Tänzchen hielten die Teilnehmer bis 2 Uhr zusammen. Es ist sehr zu begrüßen und anzuerkennen, daß die Feuerwehr auch bei dieser Veranstaltung nach dem Wahlspruch "dem Nächsten zur Wehr" das Vergnügen nicht über die Polizeistunde hinaus verlängerte mit Rücksicht auf den augenblicklichen Notstand und der deutschen Brüder im Osten, Westen und in der Pfalz. Dieses sollte bei allen Vereinsvergnügungen Selbstverständlichkeit sein. |
Lindenberg. Vermißt wird seit dem 11. März 1924 der in Neu-Buch wohnhaft gewesene Mechaniker Paul Oppel, geboren am 5.3.1893 in Berlin. Oppel ist zuletzt am 12.3. in Berlin-Buch in völlig verstörtem Zustande gesehen worden. Es wird deshalb angenommen, daß er sich ein Leid zugefügt hat. Oppel ist ca. 1,55 bis 1,60 Meter groß, Gesicht länglich. Bekleidet war er mit braunem Winterpaletot, blauer Tuchmütze und schwarzen Schnürstiefeln. Zweckdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Amtsverwaltung entgegen. |
Alt-Landsberg. Der Athletenklub "Hellas", welcher hier im vorigen Jahre ins Leben gerufen wurde und erst seit kurzem in die Öffentlichkeit getreten ist, hat am Sonntag gegen den Sportverein "Eiche", Herzfelde, einen Ringkampf ausgetragen. ... |
Lindenberg. Den Abschluß der Stiftungs- und Winterfeste bildete die Feier des 10jährigen Bestehens der hiesigen Frauenhilfe am Sonntag den 16. März im Lokal des Herrn Reiche. An sechs langen Kaffeetafeln wurde den Gästen Platz geboten. Die Zahl der Erschienenen war groß: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Feier eröffnete Herr Pfarrer Schacht durch eine Ansprache. Danach begrüßte Frau Schacht als Vorsitzende der Frauenhilfe die auswärtigen und hiesigen Gäste. Herr Pfarrer Dr. Kraetschel, der Mitbegründer der hiesigen Frauenhilfe, ergriff dann das Wort und entbot zugleich im Namen des Kreisverbandes seine Glückwünsche. In seinen Schlußworten forderte er auf, weiter zu arbeiten und zu werben für die Frauenhilfe. Einige anschließende Musikstücke, Gedicht und Theaterstücke boten ein abwechslungsreiches Programm. Die sich anschließende Kaffeetafel, während welcher Lose zu einer Lotterie verkauft wurden, gestaltete das Fest zu einem gemütlichen Familienabend. ... |
Blumberg. Der Landbund-Reiterverein Blumberg hielt am 18. März eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, am 6. Juli ein großes Reit- und Fahrturnier abzuhalten. Nach Zusage der bereits eingeladenen gleichberechtigten Vereine verspricht die Veranstaltung, zu der seitens der hiesigen Vereine vollständig neuartige Darbietungen in der Reit- und Fahrschule gebracht werden, einen guten Erfolg. |
Lindenberg. Die Theatertruppe des "Direktors Bäntsch", auch unter dem anziehenden Namen "Artistenloge Berlin", brachte hier am Sonntag im Lokale von Reiche die dreiaktige Operette "Das Prachtmädel" zur Aufführung. Besuch der Vorstellung schwach; niemand hat etwas versäumt, der nicht dagewesen ist. Die Versprechungen in einer vor längerem erfolgten Unterredung mit Direktor Bäntsch, "wir reden nicht viel, wir arbeiten", brachte das Gegenteil. Gesprochen wurde genug, bald viel zu viel, sodaß man sich aus dem Stück, auch beim dritten Akt, noch nicht in die ganze Aufführung hineinversetzen konnte. Bereits nach dem ersten Akt konnte man gelangweilte und genügend enttäuschte Gesichter beobachten. Die schauspielerische Leistung ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Spielte ein Darsteller noch ganz gut, so leistete sich der nächste um so mehr! Die gesamte Aufführung - ein glänzender Mißerfolg. Hätte der angesagte, der Aufführung folgende Tanz nicht noch alles gehalten, so hätten die Schauspieler schon beim zweiten Akt vor leeren Stühlen ihr "Prachtmädel" weiter mimen müssen. |
Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Ahrensfelde erloschen ist, hebe ich meine viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 4. d. M. - Tgb.Nr. I 10/430 - auf. Berlin, den 25. März 1924. Der Landrat. |
Lindenberg. Die hiesige Ortsgruppe der deutschnationalen Volkspartei veranstaltet am nächsten Sonntag eine öffentliche Volksversammlung, die zu den kommenden Wahlen Stellung nehmen wird. Wir verweisen auf das heutige Inserat. |
Werneuchen. Eine vielbesprochene Diebstahl- und Hehlersache kam in der letzten Sitzung des Amtsgerichts Alt-Landsberg zur Erledigung, die weite Kreise in Werneuchen und Umgegend seit längerer Zeit beschäftigt hat. Seit Jahr und Tag hatten die Angeklagten Pardeick, Schüttler, Müller, Mahlitz gestohlen, was nicht niet- und nagelfest war und zum Teil beim Gastwirt Strache verkauft, sodaß das Gericht den letzteren als Hehler ansah. ... |
Deutschnat. Volkspartei, Ortsgruppe Lindenberg. Sonntag den 30. März, nachmittags 3 1/2 Uhr: Oeffentliche Volksversammlung im Saale des Herrn Reiche. Es ladet alle Wähler ein Der Ortsausschuß. |
Alt-Landsberg, 1. April. Wegen der schon wiederholt berichteten Kindesunterschiebung fand am 29. März auf Veranlassung des Polizei-Präsidiums Berlin eine Haussuchung in der Wohnung der Frau Bandelow statt, die aber keine wesentlichen Einzelheiten zu Tage förderte. Ausweise, die auf die Identität des hier geborenen Kindes schließen lassen konnten, wurden nicht vorgefunden. Der vermeintliche Vater des Kindes war ebenfalls zugegen. Er will z. Zt. des ganzen Vorganges in der Tat lange Zeit auf Reisen gewesen sein, sodaß die B. dadurch eine Geburt vortäuschen konnte. Immerhin ein sehr naiver Fall, denn der Leichtgläubige bekam erst jetzt die genügende Aufklärung, daß es sich unmöglich um sein Kind handeln kann, welches auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee zur letzten Ruhe gebettet wurde ... |
Lindenberg. Durch die Aufmerksamkeit des hiesigen Oberlandjägers gelang es, wie wir erst jetzt erfahren, am 25. März vormittags in Malchow im Beisein des zuständigen Schupobeamten zwei verdächtige Radfahrer zu stellen. Die genauere Durchsuchung der Rucksäcke förderte zwei neue Kutschgeschirre hervor. Nach längerem Bemühen konnte der Oberlandjäger Pöschel von hier die beiden Festgenommenen, die als Arbeiter Wilhelm R. und Schlosser Otto G. aus Neuhütte bei Eberswalde festgestellt wurden, zu einem Geständnis bewegen. Sie gaben an, die Geschirre der Firma Jakobi & Henning, Weilaer Mühle bei Eberswalde, entwendet zu haben. Lindenberg. Die von der Deutschnationalen Volkspartei am letzten Sonntag einberufene Volksversammlung konnte nicht abgehalten werden, da der Referent, Reichstagsabgeordneter Krüger-Hoppenrade, wegen Krankheit am Erscheinen gehindert war. |
Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag den 10. April 1924, nachmittags 6 Uhr im "Schwarzen Adler", hierselbst, eine Vereinssitzung ab. Auf der Tagesordnung befinden sich folgende Punkte: 1. Verlesung des letzten Sitzungsberichtes. - 2. Schriftsachen, Mitteilungen usw. - 3. Nach welchen Gesichtspunkten soll die diesjährige Frühjahrsbestellung erfolgen? Ref. Herr Herm. Hammann. - 4. Die Pferdezucht unter Berücksichtigung der hiesigen Verhältnisse. Ref. Landwirtschaftskammer, Pferdezuchtabteilung. - 5. Die Bekämpfung der im Acker ruhenden Vogelwicke. Ref. Herr Arthur Wegener. - 6. Ist es angebracht, einen Kartoffelbearbeitungspflug "System Schurig" hier einzuführen? Ref. Herr Aug. Ebel. - 7. Verschiedenes. - 8. Einziehung rückständiger Beiträge. - 9. Fragekasten. |
Mehrow. Einen Aufklärungsvortrag über wirtschaftliche und politische Zeitfragen hielt am Donnerstag abend Herr Schulrat Hoppe-Charlottenburg auf Wunsch aus der Gemeinde im Meißnerschen Saale, hierselbst, in einer fast zweistündigen Rede. Da Herr Schulrat Hoppe uns schon von früher her als gediegener Volksredner bekannt war, so hatte die Einladung zu der Versammlung auch einen recht zahlreichen Zuhörerkreis zusammengebracht. Sogar aus den Nachbarorten Ahrensfelde-Eiche und Hönow waren viele Herren zu der Versammlung erschienen. In seinem Vortrag "Unser Geld" ging der Redner von der Entstehung des Geldes als Zahlungsmittel unter den Kulturvölkern aus, sprach vom Grund und der Bedeutung unseres hochwertigen Geldes in der Vorkriegszeit und leitete dann über zu den Ursachen und den verheerenden Wirkungen des Verfalls unserer alten Währung für das gesamte Wirtschaftsleben unseres Volkes. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen sprach der Vortragende dann über die Stabilisierung unserer Währung durch die Einrichtung und Fundierung der Rentenbank, welche das neue Geld, die Rentenmark, herausgibt und wodurch dem bisherigen Inflationsschwindel endlich Halt geboten wurde. Die von der bisherigen Reichsregierung in Aussicht genommene Einrichtung einer Geldnotenbank bedeutet nach Ansicht des Vortragenden den Uebergang des deutschen Volkes aus den Ketten des Schanddokuments von Versailles in die Klauen des internationalen Großkapitals. Mit wenig hoffnungsvollen Ausblicken in die Zukunft unseres Volkes, wenn dieses sich nicht bald auf sich selbst besinne und diese seine Umstellung am 4. Mai bei der Reichstagswahl zum Ausdruck bringe, schloß der Redner seine überaus wirkungsvollen, von echt deutschem Geiste getragenen Ausführungen unter allseitigen kräftigen Beifallskundgebungen der Zuhörer. Aus Mangel an Zeit und um den tiefen Eindruck des Gehörten nicht abzuschwächen, wurde von einer Debatte abgesehen. Nach dem Gesange der Strophen "Deutschland, Deutschland über alles" und "Einigkeit und Recht und Frei" usw. schloß der Versammlungsleiter, Herr Lehrer Weier, um 10 Uhr die Versammlung. Wie bekannt wird, hat sich nach Schluß der Versammlung noch eine überaus rege Debatte zwischen deutschnational und deutschvölkisch gerichteten Herren der Versammlung entwickelt. Von den Anhängern der republikanischen Auffassung und ihren benachbarten Freunden hat sich niemand gemeldet. Wünschenswert wäre es, wenn auch in andern Ortschaften statt der unfruchtbaren parteipolitischen Haarspaltereien und Zankereien derartige Aufklärungsvorträge wie hier dem Volke geboten würden. Die Masse sehnt sich nach Licht und Wahrheit und darum getrost der Zukunft entgegen. Es muß doch Frühling werden! |
Alt-Landsberg, 8. April. Der vom Landwehrverein veranstaltete Werbeabend zwecks Errichtung einer Gedenktafel für die im Kriege gefallenen in der Stadtkirche hatte einen vollen Erfolg. ... |
Lindenberg. Ihrem Leben durch Ertränken ein Ende zu machen versuchte Sonntag vormittag eine Patientin der 3. Irrenanstalt Berlin-Buch in dem auf den Ländereien des Landwirts Lehmann gelegenen Pfuhl nahe der Kolonie Neu-Buch. Einwohner von Neu-Buch, die den Vorgang beobachtet hatten, eilten sofort herbei, und es gelang, die Lebensmüde dem nassen Element wieder zu entreißen. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg. Das Motiv zur Tat ist nicht bekannt. |
Blumberg. Die deutschnationale Volkspartei hielt hier eine von Freunden und Gegnern der Partei gut besuchte öffentliche Wahlversammlung ab. Der Referent, Herr Studienrat Färber aus Karlshorst, sprach über das Thema "Die Reichstagswahl 1924, Eine Schicksalswende!" ... Die sich anschließende Aussprache wurde in der Hauptsache von zwei auswärtigen Herren bestritten, die Vertreter der U.S.P.D. und K.P.D. waren, denen man aber zugestehen muß, daß sie ihre Ausführungen in ruhiger und gemäßigter Weise brachten. Blumberg. Am Palmsonntag hielt die kommunistische Partei im Lokale des Herrn Ganzow eine öffentliche Versammlung ab. Blumberg. Die Osterferien haben in der hiesigen Gemeinde am heut Dienstag begonnen. Unterrichtsbeginn ist am 28. April morgens 7 Uhr. |
Mehrow. Zur Gemeindevertreterwahl wurde hier als einziger Wahlvorschlag eine Einheitsliste eingebracht, in welcher sämtliche am Orte vorhandenen Berufsstände vertreten sind. Mehrow. Sonnenwendfeier und Fahnenweihe. Der hiesige, vor einem Jahr gegründete Turnverein "Hindenburg" hat sich in seiner außerordentlichen Versammlung am 12. d. M. entschlossen, die diesjährige Sonnenwendfeier für den diesseitigen Bezirk des Deutschen Turnerbundes am Abend des 5. Juli zu veranstalten. Anschließend an diese altdeutsche Sitte soll dann in derselben Nacht die turnerische Uebung "Kampf um den Stab" durchgeführt werden. Hoffentlich wird, da man trotz Falb und Gen. immer noch nicht Herr des Wetters geworden ist, der Jupiter pluvius utonaus Einsehen haben und nicht die Feier und das Feuer in Wasser und Wohlgefallen auflösen. Blumberg. Zur Gemeindevertreterwahl sind drei Wahlvorschläge eingegangen. Zu den beiden Parteien, die sich bisher die Sitze in der Gemeindevertretung teilen, ist noch in letzter Stunde die Deutschvölkische Freiheitspartei getreten. Die einzelnen Listen und ihre Kandidaten lauten: I. Deutschnationale Volkspartei: 1. Bauerngutsbesitzer Franz Kieckebusch sen., 2. Bauerngutsbesitzer Wilh. Grün, 3. Maurer- und Zimmermeister Albert Weidelt, 4. Bauerngutsbesitzer Gustav Adler, 10. Gastwirt Gustav Ebel, 11. Bauerngutsbesitzer Gustav Ebel, 12. Bauerngutsbesitzer Willi Grün, 13. Landwirt Friedrich Gathow. II. Vereinigte Sozialdemokratische Partei: 1. Adolf Flöricke, Zimmerer, 2. Hermann Baak, Schmied, 3. Hermann Halpape, Arbeiter, 4. Fritz Vetter, Zimmerer, 5. Gustav Flöricke, Zimmerer, 6. Adolf Lehmann, Bäcker, 7. August Ryback, Zimmerer, 8. Gust. Beerbaum, Maurer, 9. Adolf Jänicke, Schrankenwärter, 10. Leo Schröder, Arbeiter, 11. Ernst Lehmann, Maurer, 12. Albert Bugdahn, Landarbeiter, III. Deutschvölkische Freiheitspartei: 1. Fritz Töpffer [ff], Landwirt, 2. Rudolf Meyer, Schuhmachermeister, 3. Willi Kahlow, Landwirt, 4. Willi Schöne, Stellmachermeister, 5. Richard Gathow I, Landwirt, 6. Fritz Gröpler, Schuhmachermeister, 7., Adolf Bade, Landwirt, 8. Adolf Ebel, Kaufmann. |
Alt-Landsberg. Infolge eines Hufschlages mußte am Dienstag nachmittag der Landarbeiter Barer ins hiesige Krankenhaus eingeliefert werden. B. hatte zur Mittagszeit seine Pferde auf den zur Gemeinde gehörigen Teile Neuvorwerk ausgespannt. In dem fremden Stall aber waren die Pferde unruhig und schlugen gegeneinander aus. Ein unglücklicher Schlag traf B. gegen den Unterleib, so daß Krankenhausaufnahme notwendig wurde. Das Befinden des Verletzten ist, wie wir hören, zufriedenstellend. Blumberg. In drei Lager geteilt hat man sich in unserer Gemeinde für die Gemeindevertreterwahl. Die deutschnationale Volkspartei stellt als Spitzenkandidaten den Bauerngutsbesitzer Franz Kieckebusch sen. auf. Führer der Vereinigten S.P.D. ist der Zimmerer Adolf Flöricke und als Erster der Deutschvölkischen Freiheitspartei ist der Landwirt Fritz Töpffer genannt. |
Alt-Landsberg. Im Kreise Niederbarnim besteht ein Revisionsverband für Blitzableiter, der s. Zt. im Interesse von Besitzern von Blitzschutzanlagen gegründet worden ist. Interessenten wird auf Erfordern nähere Auskunft im Magistratsgeschäftszimmer erteilt. |
Alt-Landsberg. Ein eigenartiges Verkehrsbild in unseren Straßen bieten zur Zeit die Transporte der großen schweren Masten für die elektrische Leitung von der Ueberlandzentrale, die in ihrer Linie Blumberg-Strausberg auch unsere Feldmark schneidet. Seit längerer Zeit schon lagerten diese Masten in kleineren Stücken am Kleinbahnhof und einigen anderen Stellen. Jetzt sollen sie an ihre endgültigen Bestimmungsorte geschafft werden. Der Transport eines 21 Meter langen, 90 Zentner schweren eisernen Trägers durch die Straßen der Stadt wurde fast zu einem Verkehrshindernis, weil es nur mit Hilfe eines Umweges und unter Benutzung eines Teiles des Bürgersteiges in der Klosterstraße gelang, den eisernen Riesen seinem Bestimmungsorte zuzuführen. Der Bürgersteig hat dabei unter der schweren Last sichtbar gelitten. Mehrow. Fahnenweihe. Den Bemühungen des sehr eifrigen Vorsitzenden des hiesigen Turnvereins "Hindenburg", Turnbruder Schwarz, ist es gelungen, trotz der finanziellen Schwäche seiner Vereinsmitglieder und seiner Vereinskasse, schon nach einem Jahr eine Fahnenweihe im Verein vornehmen zu können, welche im Anschluß an die schon erwähnte Sonnenwendfeier am Sonntag, den 6. Juli d. Js., hier im Orte vollzogen werden soll. Hoffentlich erlebt unser Ort auch bald die Freude, daß der hiesige Landwehrverein, der mit dem Turnverein zu gleicher Zeit das Licht der Welt erblickte, eine rechte deutsche Fahne als sein Eigentum weihen kann, die dann an allen Schicksalstagen des Vereins diesem als heeres Wahrzeichen voranflattern soll. |
Bekanntmachung, betr. Wahlen zum Reichstag Abgrenzung und Zusammensetzung der Stimmbezirke für die am 4. Mai 1924 stattfindende Reichstagswahl. lfd. Nr. des Stimmbezirkes, Bestandteile des Stimmbezirkes 222, Ahrensfelde 230, Blumberg, Gemeinde und Gut 239, Eiche 262, Lindenberg mit den Ausbauten Clarahöh und Mühle 266, Mehrow, Gemeinde und Gut mit Vorwerk Trappenfelde |
Wahlergebnisse aus dem Kreise. Reichstagswahl. 1. Deutschnationale Volkspartei 19003 2. Deutsch-Demokratische Partei 3857 3. U.S.P.D. 13705 4. Kommunisten 11911 5. deutsch-soziale Partei 1863 6. deutsche Volkspartei 5360 7. deutschvölkische Freiheitspartei 3985 8. Wirtschaftspartei d. deutsch. Mittelst. 2521 9. Häußer-Bund 121 10. Deutsche Zentrumspartei 1190 11. Sozialistischer Bund 337 12. Unabhängige Sozialdem. Partei 2172 13. Polnische Volkspartei 63 14. Republikanische Partei Deutschlands 258 15. deutsche Arbeitnehmer-Partei 312 16. Nationalliberale Vereinigung 830 17. Nationale Freiheitspartei 99 ungültig 1090 Ahrensfelde. Dn. 82, Dem. 9, Soz. 59, Kom. 23, D. Soz. 10, D. Vp. 69, D. Völk. 63, Wirtsch. 14, Zentr. 2, Soz. Bd. 1, Unabh. 8, Arbeitn. 2, Nationall. 3 Mehrow. Dn. 76, Dem. 3, Soz. 5, Kom. 6, D. Soz. 1, D. Vp. 5, D. Völk. 64, Wirtsch. 1, Zentr. 1, Unabh. 1, N. Freih. 2, ungültig 4 |
Blumberg. Ein Großfeuer ist in der heutigen Nacht um 3/4 2 Uhr im Sägewerk des Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt ausgebrochen. Der Brand kam im Sägewerk aus, woraus man schließt, daß Brandstiftung vorliegt. Das Feuer breitete sich mit großer Geschwindigkeit aus, und alle der Holzbearbeitung dienenden Maschinen fielen ihm zum Opfer. Die im Freien lagernden Holzvorräte konnten in der Hauptsache geschützt werden. Die sofort herbeigeeilte Freiwillige Feuerwehr unseres Ortes hatte bei der Ausbreitung des Feuers einen sehr schweren Stand. Sie wurde jedoch in den Löscharbeiten durch zahlreiche andere Wehren, darunter die Wehren aus Ahrensfelde, Eiche, Seefeld, Falkenberg und Bernau unterstützt, die z.T. durch die amtliche Telephonleitung der Bahn von dem Brande benachrichtigt worden waren. Die Hohenschönhausener Motorspritze wurde auch erwartet, traf jedoch nichtmehr ein. Den vereinigten Bemühungen der Feuerwehren gelang es, die in der Nähe liegenden Stallgebäude und Wohnhäuser zu schützen. Ein Teil der Wehren konnte dann gegen Morgen, als die Hauptgefahr beseitigt war, wieder abrücken. Unsere eigene Wehr, war in den Vormittagsstunden noch mit den Lösch- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Als ein besonderer Glücksumstand ist es zu bezeichnen, daß es gestern verhältnismäßig stark geregnet hatte, denn bei trockener Witterung hätte der gefährliche Brand möglicherweise viel weiter um sich gegriffen und auch die Gebäude in der Nachbarschaft vernichtet. |
Blumberg. In Ergänzung unseres Berichtes über den Brand bei Herrn Maurer- und Zimmermeister Albert Weidelt erfahren wir noch, daß, als gegen 2 Uhr der Feueralarm ertönte, schon ein großer Schuppen, in dem Bauholz, Kohlen und Zement lagerten, in hellen Flammen stand. Obwohl die Wehr bald zur Stelle war, war vom Schuppen und den in ihm lagernden Vorräten nichts mehr zu retten. Auch der Maschinenraum brannte vollständig aus. |
Alt-Landsberg. Zwei japanische Geschäftsreisende besuchen heute unsere Stadt, um Tassen, Armbänder, Vasen und andere echt japanischen Artikel zu verkaufen. |
Lindenberg. Die Wahl zur Gemeindevertretung ergab für die bürgerliche Vereinigung 7 Sitze, für die Arbeitervereinigung 4 Sitze und für die Kolonie 1 Sitz. Nach der Reihenfolge der Benennungen auf den Wahlvorschlägen sind hiernach als gewählt zu betrachten: Vom Wahlvorschlag 1: Fritz Gahtow [ht], Landwirt, Richard Dünnbier, Bäckermeister, Rudolf Gahtow 1, Landwirt, Friedrich Baurath, Landwirt, Georg Kirschbaum, Landwirt, Ernst Koch, Landwirt, Wilhelm Albrecht, Zimmerpolier. Von Wahlvorschlag 2: Wilhelm Weigelt, Arbeiter, Albert Puttin, Arbeiter, Ottro Agurzky, Arbeiter, Otto Günther, Zimmermann. Vom Wahlvorschlag 3: Alfred Garbuzinski, Kaufmann. Lindenberg. Von einem Ansturm auf Zuweisung einer Wohnung im Gemeindehause, die durch den Tod der bisherigen Inhaberin frei wird, dürfte der hiesige Gemeindevorstand ein Lied singen können. Ist die Leiche noch nicht mal der Erde übergeben, da setzt schon von den verschiedensten Stellen Nachfrage ein, wer wohl nun sich glücklich als Besitzer dieser Wohnung preisen kann. Soweit bekannt, dürften alle diejenigen, die den erbitterten Kampf um die Wohnung führen, wenig Aussicht haben, diese zugewiesen zu erhalten, da die Gemeinde, wie bisher üblich, die Wohnung ihrem derzeitigen Hüter der Nachtruhe bereitstellen wird. Lindenberg. In völlig geisteskrankem Zustand wurde am Freitag voriger Woche der Schlächter Alban Engel hier aufgegriffen. Ueber Herkunft und Geburt war von Engel keine Angabe zu erlangen. Da er auch keine Ausweispapiere besaß, schwebt über seine Person bisher völliges Dunkel. Der angebliche Engel ist vorläufig der 3. Irrenanstalt in Berlin-Buch zugeführt. Entsprechende Mitteilungen, die über Engel Aufschluß geben, nimmt die hiesige Amtsverwaltung entgegen. |
Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 22. Mai 1924, nachmittags 7 Uhr, im "Schwarzen Adler" hierselbst eine Vereinssitzung ab. ... |
Lindenberg. Eine merkwürdige Straßenneupflasterung wird augenblicklich unweit unseres Dorfes auf der von Malchow nach hier führenden Chaussee betrieben. Dort hat die Stadt Berlin einen Teil des Pflasters aufgerissen und fast die ganze Straßenbreite einschl. des Sommerweges mit neuem Steinmaterial beschüttet, so daß es selbst einem Fußgänger schwer wird, die Straße zu benutzen. Für Wagen ist es ganz unmöglich. Sonst ist man gewohnt, daß bei solchen Arbeiten wenigstens der Sommerweg freigelassen wird. Die Stadt Berlin braucht diese Rücksicht anscheinend nicht zu nehmen. |
Bekanntmachung. Die Provinzialchaussee Berlin-Schwedt zwischen Ahrensfelde und Blumberg und zwischen Blumberg und Seefeld ist nach Beendigung der Neuschüttungsarbeiten für den Verkehr wieder in vollem Umfange freigegeben. Berlin, den 28. Mai 1924. Der Landrat. |
Mehrow. Eine erhebende, eindrucksvolle Feier war das 1. Stiftungsfest des Landwehr-Vereins, verbunden mit der Übergabe einer Fahne an den vor Jahresfrist gegründeten Verein. Nachdem schon vormittags an geweihter Stätte des Tages und der gefallenen Heimatsöhne in würdiger Weise gedacht war, versammelte sich nachmittags bei herrlichstem Wetter im schön geschmückten Festsaale bei Zielisch der Verein zum Abholen der verhüllten Fahne, die im Festzuge zum Festplatze gebracht wurde, unterwegs vom Turnerverein stramm begrüßt. Mit dem Deutschenliede "Wir treten ..." ward der Festakt eröffnet. Der Vorsitzende, Herr Weier, begrüßte herzlich die Festteilnehmer und widmete den Paten seines Vereins, den aus Hönow erschienenen Kameraden Meyer und R. Schmidt-Ziethen, sowie der teilnehmenden Jugend besondere Worte. Herr Meyer-Hönow erwiderte in überzeugungstreuer, aus deutscher Brust klingender Rede. Die Fest- und Übergaberede hielt dann Herr Weier. Er leitete seine schöne, deutsche, aus dem Herzen kommende und zu Herzen gehende Ansprache mit einem Gedenken der deutschen Not ein. Er führte dann die Zuhörer im Geiste mit der ruhmvollen Armee über die Großschlachtfelder und endete mit heißen Wünschen für unser bedrängtes Volk und Vaterland. "Deutschland über alles, und im Unglück nun erst recht"! Denselben guten Eindruck hinterließ auch die Uebergabe der Fahne vom aufgelösten V.R.S. an den Landwehr-Verein. Der Kameradenmarsch in Trauerweise ward das "Vergiß-mein-nicht" für die gefallenen Dorfkämpfer. Gute, stimmungsvolle Kinderchöre, Vorführungen des Turnvereins Hindenburg, die von Schwung und gutem Geist im Verein zeugten, Konzertstücke, umrahmten und verschönten die Feier. Dann zeigte der Verein die enthüllte Fahne im Festzuge seinen Dorfeingesessenen. Das Abbringen der Fahne und ein strammer Gruppenvorbeimarsch beendeten die Nachmittagsfeier, an die sich am Abend der übliche Ball anschloß. Es war eine wohlgelungene, abgeschlossenen Feier, durchglüht von echt deutschem Geiste, an die die Festteilnehmer noch lange denken werden und für die man Herrn Weier und seinen Mitarbeitern ganz besonderen Dank zollen muß. Aber etwas fiel den Außenstehenden doch auf. Waren denn alle deutschen Männer und Frauen aus Mehrow beteiligt? Man vermißte wenigstens solche, deren Besuch sicher erwartet werden durfte. Oder war ihnen diese erhabene Feier zu gering? |
Bekanntmachung. Die Kreisstraße von Lindenberg nach Schwanebeck wird vom 4. bis 30. Juni d. J. wegen Neuschüttens der Steinbahn für Fuhrwerke gesperrt. Berlin, den 31. Mai 1924. Der Landrat. |
Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, am Sonntag, den 17. August sein diesjähriges Rennen abzuhalten. Erfreulicherweise hat sich in den letzten Sitzungen eine Anzahl neue Mitglieder zur Aufnahme gemeldet, welche dem Verein mit gutem Pferdematerial zur Verfügung stehen. Auf vielseitigen Wunsch wird auch in diesem Jahre wieder hauptsächlich Wert auf Galopprennen gelegt werden. Lindenberg. Die neugewählten Gemeindevertreter traten am 3. Juni zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Sitzung eröffnete Herr Gemeindevorsteher Kirschbaum mit herzlichen Begrüßungsworten und sprach dabei die Hoffnung aus, daß die Vertretung zum Allgemeinwohl wirken und bei den Beratungen sich von sachlichen, unserer Gemeinde zum Segen gereichenden Motiven leiten lassen möge. ... |
Lindenberg. Eine Gemeindevertretersitzung findet am Donnerstag, den 12. Juni 1924, abends 8 Uhr, im Gasthof von Schumann statt. Tagesordnung (Oeffentliche Sitzung): 1. Wahl der Schöffen, 2. Wahl des Gemeindevorstehers, 3. Verschiedenes. Anschließend erfolgt eine nichtöffentliche Sitzung. |
Mehrow. "Das Unglück schreitet schnell." Diese harte Wahrheit bestätigte sich auch wieder in der Nacht zum ersten Pfingstfeiertag in der Familie des hiesigen Brennermeisters Ziersch, in der letzterer fast ein Opfer seines Berufes geworden wäre. Um auch einen freien Feiertag zu haben, arbeitete Z. mit seinen Leuten die Nacht hindurch in seinem Brennereibetriebe. Er hatte die Henze mit Mais füllen lassen. Nach ordnungsmäßigem Verschließen dieses starken eisernen Behälters setzte Z. die mehrere Zentner fassende Maismenge unter starken Wasserdampf, um sie zum Kochen zu bringen. Kaum hatte er sich jedoch wenige Schritte von dem Apparat entfernt, als eine fürchterliche Detonation entstand. Der Verschlußdeckel der Henze war abgesprengt und mit einem kanonenschußartigen Knall schoß der Dampf und die kochende Maismasse von innen gegen das Dach des Brennereigebäudes, warf in einem Umfange von 1 1/2-2 m die Dachsteine in hohem Bogen auf den Gutshof und stürzte dann selbst als glühende Lavamasse nach. Ein Teil dieser kochenden Maische stürzte nach der Seite und begrub Z. unter sich. An Kopf, Armen und Oberkörper entsetzlich verbrüht, trafen ihn seine Arbeiter, die auf seine Hilferufe herbeieilten, auf der Treppe an. Wäre er im Moment der Explosion dem Apparat näher gewesen, so wäre er sicherlich sofort eine Leiche gewesen. Da bei dem Unglück Herrn Ziersch ein Selbstverschulden nicht trifft und der unglückliche Vorgang nur auf einen alten Materialfehler in der Verschlußvorrichtung der Henze zu suchen ist, so findet der Verunglückte auf seinem Schmerzenslager allgemein aufrichtige Teilnahme. Alle Bekannten und Freunde wünschen ihm eine baldige und gute Heilung. Hönow. Der Lehrer Lübke scheidet mit dem 1.7.1924 infolge des Abbaugesetzes nach mehr als 35jähriger segensreicher Tätigkeit am hiesigen Orte aus seiner Amtstätigkeit aus. Wir wünschen ihm den wohlverdienten langen Lebensabend. |
Blumberg. Unsere neugewählte Gemeindevertretung trat am vergangenen Donnerstag zum ersten Male zusammen. Sie befaßte sich mit der Wahl des Gemeindevorstehers und der Schöffen. Gemeindevorsteher wurde der bisherige Gemeindesekretär Richard Noack. Gemeindeschöffen wurden die Herren: Töpffer, August Ebel und Vetter. |
Alt-Landsberg. Die Arbeiten an der Ueberlandzentrale schreiten in schnellem Tempo vorwärts. Von Neuhönow bis zur Blumberger Grenze sind auf der Altlandsberger Feldmark die großen Masten aufgerichtet. Sie passen sich gut in das Landschaftsbild ein und wirken nirgends störend. Mehrow. Der "Stahlhelm" (Bund der Frontkämpfer), der hier im Kreise sich mächtig ausbreitet und immer mehr vaterländisch gesinnte Leute um sich schart, hat auch hier im Orte Fuß gefaßt. Es wurde in dieser Woche hier eine Ortsgruppe gebildet. |
Ahrensfelde. Feststimmung herrschte am letzten Sonntag in unserm festlich geschmückten Ort. Der hiesige Männergesangsverein "Frohsinn" hatte die Freude und Ehre, den Gesangverein des "Sängerbundes an der Wriezener Bahn", zu dem er auch gehört, zum diesjährigen Bundesfest die gastliche Stätte zu bereiten. - Nach dem Empfang auf dem Bahnhof und der Geleitung der erschienenen Vereine in das Vereinslokal des Sangesbruders Dubitz [tz!, vermutlich Dubick] fand die Probe der Massenchöre unter Leitung des Dirigenten des Ortsvereins statt. Im Anschluß daran reihte sich die stattliche Sängerschar mit ihren Bannern zum fröhlichen Festzug durch den Ort, um dann den friedlichen Sängerwettstreit im schattigen Garten des genannten Gasthofes zu beginnen. Leider war der kalte, starke Wind den Sängern nicht günstig, sodaß von manchem Lied die zarteren Stellen zum großen Teil verloren gingen. ... Jeder der 7 Vereine, die sich am Gesange beteiligten, leistete, was in seinen Kräften stand. ... |
Lindenberg. Eine Gemeindevertretersitzung fand am 24. Juni statt. Sämtliche Gemeindevertreter waren anwesend, ein Zuhörer hatte sich eingefunden. ... |
Hönow. Infolge des Abbaugesetzes trat am 1. Juli nach 35jähriger Amtstätigkeit am hiesigen Orte und mehr als 40jähriger Amtstätigkeit der Lehrer Herr Otto Lübke in den wohlverdienten Ruhestand. Der letzte Schultag war ein Ehrentag für ihn. ... |
Mehrow. Sonnenwendferier und Fahnenweihe! Zu einer großartigen, eindrucksvollen Kundgebung für den völkischen Gedanken gestaltete sich die Sonnenwendfeier, die am letzten Sonnabend abend für den 1. Bezirk des Turngaues Brandenburg am hiesigen Wendsee [d] abgehalten wurde. Nach Tausenden zählte die Menge der Teilnehmer, die aus allen umliegenden Ortschaften zusammengeströmt war. Hell loderte nicht nur die Flamme des mächtigen Holzstoßes zum nächtlichen sternenklaren Himmel empor, sondern viel höher und heller noch stieg die Flamme des Begeisterung vom Feuer der Liebe und Treue zum deutschen Volk und Vaterland in Wort und Lied zu Walhalla auf, als der Gauobmann Turnbruder Dombrowsky-Charlottenburg seine Feuerrede gehalten hatte. Nachdem noch mehrere Gebräuche unserer Altvordern bei ihrer Sonnenwendfeier nachgeahmt und sogar die alten Besen, die auch im letzten Jahr im deutschen Volk wieder schlechten Dienst verrichtet und die Strohpuppe, das Bild des leeren, strohernen Zeitgeistes, der Vernichtung durch das Feuer übergeben worden waren, kehrten alle deutschfühlenden Teilnehmer mit dem Wunsche heim: "Heilige Flamme, glüh, glüh und verlösche nie fürs Vaterland". - Eine würdige Fortsetzung der völkischen Sonnenwendfeier war die Fahnenweihe des jungen Turnervereins Hindenburg am Sonntag, den 6. d. Mts. Das ganze Dorf prangte im Schmuck der alten deutschen Farben und mancher hat sich unbewußt und gegen seinen Willen von diesen Zeichen deutscher Macht und Größe bücken müssen. Als Festplatz war von der Gutsherrschaft der neue Park in hochherziger Weise zur Verfügung gestellt worden. Da unser Ort durch die Sonnenwendfeier eine starke Einquartierung bekommen hatte, so fand am Sonntag früh 6 Uhr das "große Wecken" statt. Um 9 Uhr traten die Turner und Turnerinnen zu Wettkämpfen an, wobei sich zeigte, daß unser junger Ortsverein schon gute Fortschritte gemacht hat. Nachmittags um 3 Uhr marschierte der imposante Festzug, bei dem 8 fremde Turnervereine und unser Landwehrverein mit Fahnen antraten, unter fliegendem Spiel zum Festplatz. Nach dem gemeinsamen Gesang "Wir treten an zum Beten" sprach Frl. Anna Stemmler laut und ausdrucksvoll den Festvorspruch. Hierauf begrüßte der Vereinsditwart [i], Turnbruder Weier, die Festversammlung. Er dankte der anwesenden Gutsherrschaft, Herrn und Frau Bothe, für die dem Verein gestiftete Fahne. Mit einer Mahnung an die Turner, ihren Vereinsbestrebungen treuzubleiben, schloß der Redner mit einem dreifachen "Gut Heil!" auf die deutschvölkischen Turner. Hierauf hielt der Gauobmann, Turnbruder Dombrowsky, die Fest- und Weiherede, die in ihrer ruhigen, schlichten und eindrucksvollen Art die Feststimmung auf die Höhe brachte. Nachdem auch noch der Bez.-Ditwart, Turnbruder Marquardt-Ahrensfelde über die Ziele der völkische Turnervereine: Rassenreinheit, Volksreinheit und Geistesfreiheit, gesprochen hatte, wurde von Frl. Minna Maute-Mehrow für die Jungfrauen des Ortes mit einem recht sinnigen Spruch ein Fahnenband überreicht. Hierauf erfolgte die Uebergabe dere Fahnennägel an den Täufling. Nach dem üblichen Festumzug zeigten die Heimischen, wie auch die fremden Turner ihre Leistungen in Freiübungen, am Reck und am Barren. Um 7 Uhr hatte der Festakt sein Ende erreicht und die Fahnen wurden abgebracht, worauf dann der übliche Tanz in beiden Festlokalen einsetzte. Auch diese Feier kann als wohlgelungen und recht stimmungsvoll bezeichnet werden, wofür dem Vereinsleiter, Turnbruder Schwarz, und seinen treuen Mitarbeitern der Dank des Vereins und des ganzen Dorfes gehört. |
Mehrow. Zur Sonnenwendfeier wäre noch zu ergänzen, daß zu dem Gelingen dieser Feier vorallem der Bezirksdietwart Trbdr. Marquardt "D. Tv. Felsing" Ahrensfelde, der die ganze Feier gestaltet und geleitet hatte, beigetragen hat. Er gedachte auch in kernigen Worten der gefallenen Helden und huldigte denselben durch Hineinwerfen eines Eichenkranzes in die heilige Glut. Seine völkische Begrüßung und Ermahnung zum Festhalten am deu Vaterlande im reinen uneigennützigen Gebaren, brachte manches Herz in Wallung. Auch hatten die Jugendabteilungen des Turnvereins "Felsing" Ahrensfelde durch ihre Darbietungen von Naturliedern (Abendliedern) und die Jungmannen dieses Vereins durch Aufsagen trefflicher Sprüche für deutsche Stimmung gesorgt. Die Milde und die Kraft hatten sich hier gepaart. |
Personalnachweisung. Bestätigt: Der Lehrer Max Hilscher als Schöffe, der Landwirt Fritz Klus, der Landwirt Julius Bredereck als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Eiche. |
Blumberg. Der hiesige Landbund-Reiterverein hielt auch in diesem Jahr wieder sein Reit- und Fahrturnier ab. Durch die freundliche Mitwirkung der benachbarten Reitervereine in Alt-Landsberg, Schwanebeck, Lindenberg und Bernau gelang es, das Fest ganz besonders auszugestalten. Nach um 2 Uhr ritten die Vereine unter Führung der Musikkapelle zum Festplatz hinaus. Die großen Erwartungen, mit denen man den einzelnen Wettkämpfen entgegensah, hatten eine große Schar Schaulustiger herausgelockt. Den Glanzpunkt des Tages bildete die Fridericus-Quadrille des Blumberger Reitervereins. Erinnerte sie uns doch an die einstige Größe und Macht unseres Vaterlandes. ... |
Lindenberg. Eine Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen findet am kommenden Sonntag, vormittags 10 3/4 Uhr in der hiesigen Kirche statt. Nach dem Gottesdienst folgt noch eine kurze Feier am Kriegerdenkmal, die durch einige darzubringende Lieder des Gesangsvereins "Lyra" verschönt wird. Von seiten des Gemeindevorstandes erfolgt sodann eine Kranzniederlegung. Anschließend eine stille Andacht von 2 Minuten und allgemeiner Schlußgesang. Die gesamten Einwohner sind zu der Feier herzlichst eingeladen. |
Mehrow. Eine echte Heldengedächtnisfeier veranstaltet am kommenden Sonntag der "Stahlhelm" der gesamten Mark Brandenburg in unserm Orte, eine Feier, die sicher einen Riesenbesuch aufweisen wird. Viele Privatpersonen, meistens alte Frontoffiziere, sind gleichfalls eingeladen. Anschließend an die Feier findet ein kameradschaftliches Beisammensein statt. - Die Kontrolle ist sehr streng, und zur Teilnahme am Fest sind nur die mit schriftlicher Einladung versehenen Personen berechtigt. Wir werden über die Veranstaltung berichten. |
Hönow. Daß man auch in unserm Ort sein Rad nicht unbeobachtet vor der Tür stehen lassen darf, beweist der Fahrraddiebstahl am letzten Mittwoch vor dem Gemeindebüro. |
Mehrow. Eine große nationale Kundgebung ist vorüber! Die Leitung des Stahlhelm hatte auf Einladung des Rittergutsbesitzers v. [!] Bothe hin am Sonntag ihre Mannen nach dem idyllisch gelegenen Mehrow hinberufen. Hunderte und Aberhunderte von Frontkämpfern und Jungstahlhelmleuten waren dem Aufruf gefolgt. Der größte Teil der Mannschaften kam bereits Sonnabend abends an und bezog Scheunenquartier in Hönow und Trappenfelde. Am nächsten Morgen wurde in aller Frühe geweckt und nach Empfang von Kaffee und Verpflegung (Brot und Wurst) fand eine große Geländeübung zwischen Alt-Landsberg und Mehrow statt. Nach mehrstündigem Kampfe sammelten sich beide Parteien friedlich im Vorwerk Trappenfelde, und nun gings mit Musik nach Mehrow zurück, wo in einer großen, festlich hergerichteten Feldscheune Mittagessen eingenommen wurde. Es gab ein richtiges Soldatenfutter aus der Feldküche: Erbsen mit Fleisch. Während der Mahlzeit und hernach sorgte die 10 Mann starke Stahlhelmkapelle für unterhaltende Musik. Allmählich hatten sich noch viele eingeladene Gäste eingefunden, so daß die Feldscheune und der umliegende Park von Menschen überfüllt war. Um 3 1/2 Uhr etwa fand der Kernpunkt der Veranstaltung, der Feldgottesdienst, statt. Herr Pastor Ließ aus Tasdorf hielt die Predigt und legte seinen Worten den Bibelspruch aus Joh. 15, 13 zugrunde: Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Mit dem gemeinsamen Gesange Wir treten zum Beten und einem Gebet schloß die kurze ergreifende Feier. Nun folgten ein paar Stunden geselligen Beisammenseins. Musik, Gesang und Spiele im Freien sorgten für die nötige Unterhaltung. Die Stimmung wurde immer lustiger, da auch für kühlenden Trank gesorgt war. Dabei wurde aber nicht vergessen, auf den Gastgeber Both[e] ein dreifaches Front-Heil auszurufen. Da platzte in all den fröhlichen Trubel plötzlich die Nachricht, daß die Kommunisten in Ahrensfelde mehrere Stahlhelmleute überfallen hätten. In einigen Minuten stand ein Lastauto mit etwa 20 [?] Frontkämpfern zur Abfahrt bereit, um den bedrängten Kameraden zu Hilfe zu eilen. In schneller Fahrt ging es nach Ahrensfelde; jedoch erwies sich ein Eingreifen nicht mehr als notwendig, da die Polizei bereits Ruhe gestiftet hatte. Also fuhr man wieder zu den anderen Kameraden zurück. Gegen 7 Uhr begann der Abmarsch. Mit einem kräftigen Front-Heil trennten sich die einzelnen Gruppen und fuhren oder marschierten ihrem Heimatorte zu. |
Bekanntmachung. Auf Grund des §4 der von dem Herrn Regierungspräsidenten in Potsdam unterm 29. Juni 1921 erlassenen Polizeiverordnung, betr. die Körung der Ziegenböcke (Körordnung) , ..., setze ich hiermit für meinen Kreis folgende Körtermine fest: ... 3. Körtag, Freitag, den 22. August 1924 10. Körung: 11 Uhr vormittags in Hönow vor dem Gemeindebüro für die Gemeinde Hönow 11. Körung: 12 Uhr mittags in Mehrow (Lokal Zielisch) für die Ortschaften Mehrow, Eiche und Blumberg 12. Körung: 12.30 Uhr nachmittags in Ahrensfelde (vor dem Gemeindebüro) für die Gemeinde Ahrensfelde ... |
Ahrensfelde. Von einem schweren Unfall wurde am Dienstag früh gegen 7 Uhr der 54jährige Landwirt Gruber aus unserer Gemeinde betroffen. Er wollte auf seinem mit Schafen beladenen Wagen zwischen den Stationen Ahrensfelde und Blumberg einen Uebergang kreuzen, wurde aber dabei von einem herannahenden Personenzug, dessen Warnungssignal der schwerhörige Mann wahrscheinlich nicht wahrgenommen hatte, angefahren. Der Wagen wurde eine Strecke weit mitgeschleift und umgerissen. Gruber wurde bei dem Anprall herausgeschleudert; er erlitt eine erhebliche Kopfwunde und eine schwere Beinverletzung. Nach Anlegung von Notverbänden wurde er nach seiner Wohnung gebracht. Die auf dem Wagen befindlichen Schafe, etwa sechs bis acht Stück, sind sämtlich getötet worden. Der Bahnübergang, auf dem der Unfall passierte, wird als sehr gefährlich und unübersichtliche Stelle geschildert, an der schon öfters Unfälle sich ereignet haben. |
Ahrensfelde. Zu dem schweren Unfall des hiesigen Landwirts Gruber, über den wir gestern schon berichteten, wird uns von dem Sohn des Verunglückten mitgeteilt, daß sein Vater nicht schwerhörig ist und daß er auch nicht schlecht sehen kann. Der Verunglückte habe sich im Gegenteil vorher noch bemüht, eine Uebersicht über das Bahngleis zu gewinnen, woran aber die hohen Bäume hinderten. Der schwer zu Schaden gekommene Mann ist übrigens gleich nach Anlegung des Notverbandes in das Krankenhaus Bernau übergeführt worden, wo ihm infolge doppelten Schienenbein- und Wadenbruchs der Fuß abgenommen werden mußte. Dieser entsetzliche Unglücksfall hat wieder einmal gezeigt, wie dringend notwendig es ist, daß die Eisenbahn sämtliche Ueberführungen mit mehr Sicherheitsvorrichtungen ausstattet. Gerade an dieser Stelle sind nun, wie wir bereits erwähnten, nachgerade genug schwere Unfälle passiert. |
Hönow. Der hiesige Landwehrverein hielt am vergangenen Freitag abend auf der Dorfaue eine außerordentliche Versammlung ab, um zur Platzfrage für die Aufstellung des Denkmals an Ort und Stelle Stellung zu nehmen. Gegen 30 Kameraden hatten sich eingefunden ... |
Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein hielt am vergangenen Sonntag sein allbekanntes und beliebtes Bauernrennen ab. Nicht nur der ganze Ort war auf den Beinen, sondern auch von nah und fern waren Schaulustige und Sportliebende in großer Zahl herbeigeeilt. So herrschte, wie immer an diesem Festtage, ein sehr reges Leben und Treiben im Ort wie auch auf der Rennbahn. Nicht ohne Befriedigung brauchten die Besucher die Rennbahn zu verlassen, gab es doch in den einzelnen Rennen recht heiße Kämpfe um den Siegerkranz zu schauen und wurden doch gute Zeiten erzielt. Das ist umso anerkennenswerter, als es sich um Pferde handelt, die nicht für den Rennsport, sondern für schwere Ackerarbeit gehalten werden. Imposant zu schauen war der übliche Festzug durch den Ort nach Beendigung der Rennen. Flotte Musikweisen begleiteten die stattliche Reiterschar, stolz voran die sieghaften Reiter und Pferde. Letztere mit dem Siegerkranz geschmückt. Des Festes zweiter Teil war der Gemütlichkeit gewidmet, und die ist, wie immer, zu ihrem vollen Recht gekommen, so daß auch die Mitglieder des Reitervereins mit Befriedigung auf das Fest zurückblicken können. |
Alt-Landsberg, den 21. August. Die Kleinbahn-Erneuerungen sind jetzt fast völlig durchgeführt worden. Nachdem anfänglich nur das Dienstgebäude einen neuen Anstrich bekommen hatte, ist nunmehr auch der Lokomotiv-Schuppen auf gleiche Art erneuert worden und auch der Lagerschuppen geht seiner Vollendung entgegen ... Ein Typhusfall wird aus Buchholz, Kreis Oberbarnim, bekannt. Der Kranke wurde zwecks Weiterbehandlung dem hiesigen Kreiskrankenhause zugeführt. |
Lindenberg. Tödlich verunglückt ist am Freitag nachmittag der Bäckermeister Steeger von hier. St. war mit einer Kohlenladung zu einem anderen Besitzer unterwegs. Kurz vor der Schmiede scheute das Pferd plötzlich aus unaufgeklärter Ursache und ging mit dem Wagen durch. Dabei wurde Steeger heruntergeschleudert und zur Seite gedrückt, so daß der Wagen über ihn hinwegging. Dadurch wurden ihm beide Oberschenkel gebrochen; außerdem machten sich schwere innere Verletzungen bemerkbar. Schnell herbeigerufene ärztliche Hilfe war aber leider schon vergebens. Nach wenigen Stunden starb der Bedauernswerte an seinen schweren Verletzungen. |
1. Beilage: Karte "Der Paket-Schnelldienst des Niederbarnimer Kreisblattes" [u.a. Blumberg-Mehrow-Hönow, nicht Ahrensfelde-Mehrow!] Stadtring Sachsenhausen - Friedrichsthal - Oranienburg-Eden - Germendorf - Borgsdorf - Birkenwerder - Bergfelde - Schönfließ - Schildow - Mühlenbeck - Summt - Zühlsdorf - Wensickendorf Nordring Sachsenhausen - Nassenheide - Teschendorf - Löwenberg - Liebenberg - Falkenthal - Neuholland - Liebenwalde - Hammer - Groß-Schönebeck - Klandorf - Zerpenschleuse - Marienwerder - Ruhlsdorf - Prenden - Lanke - Uetzdorf Mittelring Schmachtenhagen - Zehlendorf - Stolzenhagen - Klosterfelde - Basdorf - Schönwalde - Schönow - Bernau - Zepernick - Birkholz - Blumberg - Ahrensfelde - Falkenberg - Wartenberg - Malchow - Lindenberg - Schwanebeck - Buch - Schönerlinde Annahmestellen des Paket-Schnelldienstes: Südring Wandlitz - Bernau - Börnicke - Willmersdorf - Weesow - Werneuchen - Löhme - Seefeld - Krummensee - Alt-Landsberg - Bruchmühle - Eggersdorf - Petershagen - Fredersdorf - Tasdorf - Neu-Vogelsdorf - Alt-Vogelsdorf - Neuenhagen - Hönow - Mehrow Annahmestellen des Paket-Schnelldienstes: |
Ahrensfelde. Sportliche Wettkämpfe fanden am 2. September, einst dem deutschen Volke ein so wichtiger und bedeutungsvoller Tag, im Walde von Ahrensfelde statt. Die Schulen von Ahrensfelde, Eiche, Mehrow, Blumberg, Lindenberg, Schwanebeck, Birkholz, Seefeld, Löhme und Krummensee, zehn an der Zahl, hatten sich hier zum fröhlichen Wettkampf in Sprung, Lauf und Wurf zusammengefunden. Die Knaben, eingeteilt in Schüler über und unter 12 Jahre, taten mit großem Eifer ihr Bestes, so daß die Kampfrichter verschiedentlich erst nach wiederholter Uebung der Auserlesenen das Urteil fällen konnten. Die Mädchen konnten leider, der vorgerückten Zeit wegen, ihre Kräfte nur noch im Lauf messen. Ein stolzes Schmunzeln konnte man bei der Bekanntgabe der Sieger auf den Gesichtern derselben beobachten. Der Siegerpreis besteht in von der Regierung gestifteten Diplomen. Zur Unterhaltung sang die erste Klasse der Ahrensfelder Schule vier dreistimmige Lieder und die Mädchen derselben Klasse führten zum Schluß einen Reigen auf. Als ältester Lehrer der anwesenden Schulen hielt der Hauptlehrer Lehmann von Ahrensfelde eine kurze Ansprache, die mit einem Hoch auf das geknechtete, aber desto mehr geliebte Deutschland schloß, worauf das Deutschlandlied begeistert von allen gesungen wurde. Der anwesende Kreisschulinspektor, Herr Schulrat Hoppe, stattete den Dank ab an alle Mitwirkenden. Für das Gelingen dieser Veranstaltung hat sich besonders Herr Lehrer Marquardt von hier verdient gemacht, der auch die Leitung hatte. Die jungen Herzen, die einst Deutschlands Zukunft formen helfen sollen, traten zwar ermüdet, aber doch mit zufriedenem, fröhlichen Sinn um 2 Uhr den Heimweg an, die meisten sicher sich freuend auf das Zusammentreffen im nächsten Jahr. |
Blumberg. Die Gemeindevertretersitzung am 10. d. Mts. befaßte sich mit der Neuwahl des Gemeinde-Vorstehers. Von den 12 anwesenden Gemeindevertretern stimmten 6 für Herrn Gemeindesekretär Noack, 4 für Herrn Amtsvorsteher Weidelt, 2 gaben leere Zettel ab. Herr Noack ist somit zum Gemeinde-Vorsteher gewählt. |
Lindenberg. Die Gemeindevertretung wählte in der Sitzung am 16. September Herrn Kirschbaum zum Gemeinde-Vertreter einstimmig wieder. |
Personalnachweisung. Bestätigt: ..., der Lehrer Gustav Weier als Schöffe der Landgemeinde Mehrow. |
Es hat Gott dem Herrn gefallen, heute morgen 3 1/2 Uhr nach langem, schweren, in Geduld ertragenen Leiden unsere herzensgute Mutter, Groß- und Urgroßmutter, die Altsitzerin Frau Auguste Lehmann geb. Seeger im 79. Lebensjahre zu sich zu rufen. ... Lindenberg, Schönow, Berlin-Weißensee, den 25. September 1924 ... |
Blumberg. Das Fest der goldenen Hochzeit begeht am morgigen Dienstag der Kossäte und jetzige Altsitzer Wilhelm Gatow [t] hierselbst mit seiner Ehefrau Johanna. Der Jubilar ist 75 Jahre, seine Jubelbraut 76 Jahre alt; beide sind gesund und munter. Herzliche Glückwünsche! |
Ahrensfelde. In der Gemeindevertretersitzung am 26. September 1924 waren alle Mitglieder bis auf G. Wegener und Köppe erschienen. Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte der erste Schöffe den neu gewählten Gemeindevorsteher Herrn Landwirt Paul Hase. Es erfolgte dann die Verpflichtung des zweiten Schöffen Herrn P. Dornwirth (Soz.) durch den Gemeindevorsteher. Als nächster Punkt der Tagesordnung wurde die Mietung von Büroräumen für den neuen Herrn Gemeindevorsteher verhandelt. Dieser wurde ermächtigt, zu diesem Zwecke bei Herrn Gastwirt Dubick zwei Zimmer zu mieten. Im Verlauf der sich daran anschließenden Aussprache bezeichnete es Herr Dornwith (Soz.) als unverantwortlich, daß der bisherige Gemeindevorsteher Krüger die durch die Zusammenlegung des Gemeinde- und Amtsbüros freigewordenen Räume im Hause Dorfstr 49 s. Zt. dem Herrn Dr. Ebeling zur Verfügung gestellt hat. Herr Alfred Krüger als Mitglied der Wohnungskommission wies diesen Vorwurf als völlig grundlos ganz entschieden zurück. Er bemerkte, daß die Räume nach Verlegung des Gemeindebüros leer standen. Als selbständige Wohnung kamen sie nicht in Frage. Der einzige Reflektant außer Herrn Dr. E. war Herr Köppe, welcher damals gern die in seinem Hause wohnende Wittwe H. lossein wollte. Diesem Wunsche konnte natürlich nicht stattgegeben werden. Herr Dr. Ebeling aber, dessen Wohnung für einen Arzt völlig unzulänglich ist, hatte ein moralisches Recht auf Zuweisung der beiden Räume. Schließlich ist ja doch die ganze Gemeinde daran interessiert, einen tüchtigen Arzt im Dorfe zu haben und zu halten. ... |
Mehrow. Die Wahl eines Vorstehers für die hiesige Gemeinde fand am Freitag, den 3. Oktober d. J. durch die Schöffen und Gemeindevertreter, welche vollzählig zur Stelle waren, statt. Gewählt wurde einstimmig der bisherige Gemeindevorsteher, Herr Landwirt Ernst Meißner. Mit Rücksicht auf seinen vierwöchigen Kuraufenthalt in Bad Salzbrunn fand diese Wahl, die sonst im hiesigen Kreise bereits bis zum 10. September erledigt sein sollen, erst jetzt statt. Herr Meißner hat schon vor dem Kriege eine 9jährige Amtsperiode als Gemeindevorsteher hinter sich, mußte dann aber eines schweren und langwierigen Leidens wegen dieses Amt für einige Jahre niederlegen. 1920 wurde Herr Meißner wieder gewählt und er hat das Gemeindeschiff durch die gewaltige Papier- und Geldflut der Inflationszeit glücklich hindurchgeführt, so daß er das Vertrauen der Gemeinde in unbeschränktem Maße besitzt. Wir gratulieren ihm zu seiner Wiederwahl und wünschen ihm für sein Leiden schnelle und gründliche Besserung! Das Dorfparlament setzt sich nunmehr aus folgenden Herren zusammen: Gemeindevorsteher Herr E. Meißner, 1. Schöffe Herr Lehrer Weier, 2. Schöffe Herr Landwirt Wegener, dazu als Gemeindevertreter die Herren Thürlings [!], Brederecke, Zinn, Schwarz, Raetz, Lindemann, Glase, Mante. Allen ein herzliches Glückauf! für ihre Arbeit zum Wohle der Gemeinde! Mehrow. Die hiesigen Gutsarbeiter und Schnitter feierten am vergangenen Sonnabend, den 4. Oktober, nach der schweren und glücklich beendeten Erntearbeit im Gasthause Zielisch ein Erntefest unter sich. - Mit dem alten Brauch ist hier gebrochen. Mehrow. Ein Unglücksfall von unabsehbaren Folgen ereignete sich am letzten Mittwoch früh auf dem hiesigen Rittergut. Als die Gutsleute, meist Frauen, junge Leute und Schulkinder auf einem offenen Leiterwagen nach dem Vorwerk Trappenfelde zum Kartoffelroden gefahren wurden, brach an einer abschüssigen Stelle der Chaussee plötzlich der eine Leiterbaum und ziemlich die ganze Besatzung des Wagens stürzte rücklings und kopfüber zwischen die Räder des Wagens, wobei es nicht nur Nervenerschütterungen, Druck- und Stoßwunden am Körper, sondern auch tiefe Fleischwunden, Sehnenzerrungen und einen Beinbruch gab. Wenn es dem Kutscher nicht gelungen wäre, die Pferde so schnell zum Stehen zu bringen und die Räder vollends über den Menschenknäuel hinweg gegangen wären, dann hätte der Unfall unheilbare Folgen nach sich gezogen. Dieser Vorfall zeigt einmal wieder, daß es sehr unvorsichtig ist, eine größere Menschenmenge, besonders Kinder, auf einem Wagen mit Sprossenleitern zu transportieren, zumal dann, wenn letztere schon altersschwach und morsch sind. |
Mehrow. Eine eindrucksvolle Hindenburgfeier beging am 1. Oktober der hiesige Turnverein, der den Namen dieses großen Deutschen trägt, im Anschluß an seine Oktoberversammlung im Lokal des Turnbruders Meißner. An einer mit Laubgewinden festlich geschmückten Staffelei war das Bild des 77jährigen Geburtstagskindes angebracht. Der Vereinsvorsitzende, Turnbruder Schwarz, eröffnete um 1/2 9 Uhr die Versammlung, begrüßte die Anwesenden und wies in kurzen, treffenden Worten auf die hohe Bedeutung der diesmaligen Monatsversammlung hin. Nach dem gemeinsamen Gesang eines Turnerliedes erteilte der Vorsitzende dem Vereinsditwart [i] das Wort zum Festvortrag. Derselbe knüpfte seine Ausführungen an das Wort an "Große Zeiten, große Männer" und entwickelte seinen Zuhörern ein Lebensbild des Nationalhelden Hindenburg. Im Augenblick, als die Glückwünsche für den Gefeierten in ein Hoch ausklangen, erstrahlte dessen Bild in farbenprächtiger Beleuchtung. Der Schriftwart, Turnb. Berndt, verlas nun ein Glückwunschschreiben an den großen Paten unseres Vereins, welches mit Begeisterung aufgenommen wurde. Nachdem noch mehrere geschäftliche Sachen erledigt und der Vorsitzende ernste, eindringliche Worte an die Vereinsmitglieder gerichtet hatte, blieb die Versammlung noch bis 11 Uhr in gemütlicher Fidelitas zusammen. Mehrow. Der hiesige Landwehrverein hält am kommenden Sonnabend, den 11. d. M, von abends 8 Uhr ab, seine Oktober-Versammlung bei Kamerad Raetz ab, auf welcher Kamerad Knauth seine Beobachtungen als Krieger in Mazedonien über dieses Land und sein Volk in einem Vortrage zu Gehör bringen wird. Es werden schon heute alle Kameraden auf diesen interessanten Abend hingewiesen, und sollten sich die Damen der Kameraden auch für diesen belehrenden Vortrag interessieren, so sind sie herzlichen willkommen. Allen Kameraden aber gilt der Weckruf: "Beginnt bei der jetzt einsetzenden kalten Jahreszeit nicht den Winterschlaf des Vereinslebens, sondern seid stets pünktlich und vollzählig zur Stelle!" Hönow. Aus Schweidnitz ist von der 2. Batterie 3. (Preuß.) Artl.-Regt. an die Gemeindeverwaltung folgendes Dankschreiben eingegangen: "Die Batterie erlaubt sich, der Gemeindeverwaltung den herzlichsten Dank für die in Hönow bei allen Teilen der Bevölkerung gefundene Gastfreundschaft auszusprechen. Die Batterie hofft, daß auch die Gemeinde stets gern an die Einquartierung 1924 zurückdenken wird." Hönow. Das letzte Fahrrad ist dem Ingenieur Neumann in der Nacht vom 5. zum 6. Oktober aus seinem verschlossenen Wohnhause entwendet worden. Vor nicht allzu langer Zeit sind ihm erst drei Fahrräder gestohlen. Die Diebe müssen mit den Örtlichkeiten genau Bescheid wissen. |
Personalnachweisung. Bestätigt: ..., der Landwirt Friedrich Kirschbaum als Gemeindevertreter der Gemeinde Hönow, ... |
Ahrensfelde. Diebstahl und Einbruchdiebstahl. Nachdem unser Ort längere Zeit hindurch von Dieben und Einbrechern, diesen unliebsamen Gästen, verschont blieb, sind jetzt in Kürze doch wieder zwei dieser unangenehmen Besuche vorgekommen. Einem Schulknaben vom hiesigen Bahnhof wurde sein Fahrrad entwendet, während er einen Augenblick in den Laden des Kaufmanns Jauert trat, um einige Besorgungen zu machen und das Rad währenddessen an der belebten Straße unbeachtet stehen ließ. Da durch die Polizei alle im Frage kommenden Straßen, auf denen der Dieb etwa nach Berlin zu entschlüpfen versuchen könnte, sofort unter Beobachtung genommen wurden, gelang es auch einem Bahnbediensteten an einem Bahnübergang zwischen Ahrensfelde und Marzahn den Dieb festzunehmen. In dem Augenblick, als sie beide einem in voller Fahrt heranbrausenden Auto ausweichen mußten, wich aber der Verhaftete gleich so stark nach der Seite, daß er nachher im Dunkel des Abends nicht mehr zu sehen war. Man hatte nun wohl das Rad wieder aber der Dieb - na, "es wäre so schön gewesen". - In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch besuchten Einbrecher das Wohnhaus des Landwirtes und Gemüsebauers R. Schmidt von hier. Die Gesellen stiegen in den Hauskeller und verschafften sich von hier aus auf ganz raffinierte Weise den Eingang in das gute Zimmer, von wo aus sie ein nagelneues Zweirad und einen neuen Herrenanzug, in welchem eine Brieftasche mit Inhalt und Militärpapiere steckte, mitgehen ließen. Nach Zurücklassung der diesen Besuchern eigenen Visitenkarten entfernten sie sich unbemerkt und werden wahrscheinlich auch dem Auge des Gesetzes durch die Lappen gehen, weil sie, wie festgestellt, auf Lappen gegangen sind. Die Einbrecher konnten so unbemerkt arbeiten, weil Herr Schmidt gerade in dieser Woche nach Berlin zur Halle gefahren ist und seine übrigen Familienangehörigen in einem Zimmer nach der Hofseite schliefen. Da mit Eintritt der langen und dunklen Winternächte eine Wiederholung derartiger Besuche zu befürchten ist, so wäre eine Wiederaufnahme der freiwilligen Ortswache durch die Ortsbewohner sehr angebracht. |
Blumberg. Die hiesige große Schneidemühle des Herrn Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt, die im Frühjahr einem großen Brand zum Opfer fiel, ist jetzt wieder vollständig aufgebaut und neu in Betrieb genommen. Ein neuer Beweis deutscher Tatkraft! Wir verweisen auf das Inserat in der heutigen Nummer. |
Der geehrten Kundschaft zur Nachricht, daß meine im Frühjahr abgebrannte Schneidemühle nebst Holzbearbeitungsfabrik vollständig wieder aufgebaut und in Betrieb ist. Albert Weidelt, Maurer- und Zimmermeister. Blumberg. |
Alt-Landsberg, den 27. Oktober. ... Die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne vom "Roten Kreuz" begeht, wie auch schon bereits mitgeteilt, am kommenden Sonnabend die Feier ihres 20jährigen Stiftungsfestes im Hotel Friedrichslust. ... ... Der Autounfall, der sich am Donnerstag abend ereignete, hat nun leider auch ein Todesopfer gefordert. Seinen inneren Verletzungen erlag am Sonnabend im hiesigen Kreiskrankenhause der in Berlin wohnhafte 30 Jahre alte Autoreparaturwerkmeister Richard Bauhof. Blumberg. Einer gerissenen Schwindlerin wurde von der hiesigen Landjägerei das Handwerk gelegt. Die Arbeiterin Gertrud Lubowski aus Berlin-Schöneberg ging hier von Haus zu Haus, um Spenden für die Waisen gefallener Krieger zu sammeln. Sie fügte einer amtlich zugelassenen Liste Einlagen bei, welche sorgfältig eingeklebt, dieser den Anschein eines zusammenhängenden Ganzen gab. Nach beendeter Tour wurden die Einlagen entfernt und erneuert, während die eingesammelten alten Beträge in ihre eigene Tasche wanderten. Sogar Behörden hatten sich täuschen lassen und der L. in der gefälschten Liste ihr Siegel beigedrückt. Es ist nur der Aufmerksamkeit eines Streif[en]beamten zu danken, daß diesem schändlichen Treiben endlich Einhalt geboten wurde. Um wieviel die armen Waisenkinder geschädigt sein mögen erhellt daraus, daß der Gaunerin bei ihrer Festnahme 63 R.-M. abgenommen werden konnten, was wahrscheinlich eine Tageseinnahme darstellt. Die Landjäger Abteilung in Blumberg bittet um Nachricht, falls die L. auch an anderen Orten aufgetreten ist. Die Gaunerin ist 37 Jahre alt und war besonders an einem hellblauen Tuchmantel mit breitem grauen Krimmebesatz erkenntlich. - Ein zweiter Schwindler entkam leider. Er trommelte die Leute des Dorfes in einer Gastwirtschaft zusammen, um sie zum Beitritt zu einem Verein aufzufordern, dessen Ziel es sei, dem alten Papiergeld wieder zu seinem ursprünglichen Werte zu verhelfen. Nachdem dieser tüchtige Geschäftsmann die Aufnahmebeträge von 10 Mark pro Person kassiert hatte, verschwand er und dürfte die ganze Angelegenheit für ihn hiermit erledigt sein. Die Bevölkerung sei auch vor diesem Manne gewarnt und veranlasse seine Festnahme. |
Blumberg. Ein tragisches Geschick ereilte den Lehrer Giesecke, der am 1. Oktober von hier nach Fichtenau bei Klein-Schönebeck versetzt worden war. Er hat aber dort seinen Dienst nur zwei Tage versehen können. Bald nach Dienstantritt meldete er sich krank und es machte sich seine Ueberführung nach dem Krankenhause notwendig. Dort mußte eine Operation vorgenommen werden. Jetzt ist die Nachricht eingetroffen, daß der Patient verstorben ist. Die Beerdigung fand auf dem Alten Jakobikirchhofe in Neukölln statt. Der Verstorbene stand im 46. Lebensjahre. |
Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hält am Donnerstag, den 13. November 1924, nachmittags 5 1/2 Uhr im Schwarzen Adler, hierselbst, seine Vereinssitzung ab. ... |
Lindenberg. Die Scheune des Schwiegersohnes angezündet. Selbstmord des Brandstifters. Brandstiftung und Selbstmord verübte gestern nachmittag in einem Anfall geistiger Umnachtung der hier ansässige Karl Heinicke, der bei seinem Schwiegersohne in der Dorfstraße 77 wohnt. H., der als sehr leicht erregbarer Mensch bekannt war und der mit seiner Frau und mit seinen Kindern oft in Unfrieden lebte, hatte sich in unbewußten Anwandlungen schon verschiedentlich an seinen Angehörigen vergriffen, so daß er vor Jahresfrist in die Landesirrenanstalt Eberswalde eingeliefert werden mußte. Auf seine besonderen Bitten hin sahen sich die Angehörigen dann veranlaßt, ihn von dort wieder nach Hause zu holen. Der alte Zustand stellte sich jedoch bald wieder ein und man mußte im Kreise der Familie erneut eine Ueberführung in eine Anstalt erwägen. H. hatte nun gestern wieder seine Frau und seine Kinder mit dem Revolver bedroht, den er sich auf unerklärliche Art und Weise zu verschaffen gewußt hatte. Als dann die Frau um 2 Uhr nachmittags nach ihrem Manne sehen wollte, fand sie die Scheune des Schwiegersohnes in hellen Flammen stehend vor. Mit lauten Hilferufen stürzte sie in das Haus zurück, wurde aber, bevor sie dieses erreichen konnte, von dem Manne, der die Scheune in Brand gesetzt hatte, mit dem Revolver beschossen, ohne glücklicherweise getroffen zu werden [!]. Während sich die Leute, darunter auch die Angehörigen, mit dem Feuer beschäftigten, begab sich H. in seine Wohnung, schloß sich in sein Zimmer ein und richtete die Waffe gegen sich selbst. Als man nach dem lauten Knall des Schusses die Tür des Zimmers gewaltsam öffnete, fand man den Bedauernswerten in seinem Blute liegend tot vor. Er hatte sich eine Kugel durch den Kopf geschossen, die sofort den Tod herbeiführte. Die Scheune des Schwiegersohnes des H., des Kossäten Georg Hagert, brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder. Die hiesige Wehr war sofort nach der Meldung des Brandes zur Stelle, konnte jedoch zur Rettung der brennenden Scheune nichts mehr tun, sondern mußte sich darauf beschränken, die Nachbargebäude zu schützen. Auch die Nachbarwehren aus Wartenberg, Malchow, Karow und Falkenberg waren bald zur Stelle und konnten tatkräftig in die Abwehrarbeit mit eingreifen. Nach etwa einstündiger angestrengter Arbeit war man des verheerenden Elementes Herr geworden. Lindenberg. Ein noch glücklich verlaufenes Autounglück ereignete sich gestern vormittag vor dem Grundstück Dorfstraße 48. Ein Auto fuhr in den Chausseegraben und riß die Brücke, die das Gehöft mit der Chaussee verbindet, auf. Ein Mitfahrer flog aus dem Wagen heraus, aber ohne ernstlich Schaden zu nehmen. Das Auto wurde dann mit eigener Kraft aus dem Chausseegraben geholt und konnte seine Fahrt fortsetzen. |
Mehrow. Die hiesige freiwillige Ortswache, die über ein Jahr wirkungsvoll ausgeübt wurde, schlief im Sommer infolge von Interessenlosigkeit ein. Die raffinierten Einbruchsdiebstähle, die in mehreren der umliegenden Ortschaften in letzter Zeit vorgekommen sind, haben die Hausväter der hiesigen Gemeinde wieder auf den Damm gefordert und haben die alte freiwillige Ortswache wieder aufleben lassen. Leider muß noch bei mehreren Interessenten in dieser Sache ein sehr bedauerlicher Mangel an Gemeingeist festgestellt werden, da sie sich ohne Grund von der Wache ausgeschlossen haben, trotzdem sie auch Haus und Hof, Hab und Gut gegen Raub und Diebstahl zu schützen haben. Es sind nicht etwa Leute, die wegen hohen Alters den warmen Bettzipfel der weniger angenehmen Nachtwache vorziehen, sondern es sind junge, gesunde Männer, die aus reiner Bequemlichkeit sich von der allgemein als notwendig anerkannten Einrichtung ausgeschlossen haben. Lieb Vaterland, kannst ruhig sein! - Es mag ja auch der eine oder andere dieser Außenseiter das Bibelwort für sich als Entschuldigung gelten lassen: "Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen!" Wir wünschen diesen Schläfern angenehme Nachtruhe. Hoffentlich werden sie nicht durch diejenigen, deren nächtliche Besuche im Orte durchaus nicht angenehm sind, belehrt, daß es bei dem gemeinnützigen Unternehmen auch auf ihre Mitarbeit ankommt! |
Ahrensfelde. Der Deutsche Turn-Verein "Felsing" hält am Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr, im Vereinsheim W. Dubick ein Winterfest ab. ... Mehrow. Der hiesige Landwehrverein hielt am letzten Sonnabend bei Kamerad Meißner seine November-Versammlung ab. Der für diesen Abend angesetzte Vortrag "Das Verfassungswesen im deutschen Reiche" wurde von der Tagesordnung abgesetzt, weil der Landbund, Ortsgruppe Mehrow, zu der die meisten Landwehrkameraden gehören, an demselben Abend auch eine Besprechung abhielt. Die Vorbesprechungen über ein in Aussicht genommenes Wintervergnügen kamen dahin zusammen, daß dasselbe am 17. Januar n. Js. bei Kamerad Meißner stattfinden solle. Ferner wurde beschlossen, daß die säumigen Vereinsmitglieder fortan den Grund ihres Fernbleibens von der Versammlung dem Vorstand mitteilen sollen, andernfalls sie einen Monatsbeitrag als Strafe in die Vereinskasse zahlen. Blumberg. Eine durchaus ungewöhnliche Jagdbeute machten hier am gestrigen Mittwoch zwei Jägersleute. Sie hatten sich einen vor ihnen aufgehenden Hasen als Ziel ausgesucht, legten an, gaben Feuer und - o Graus -, anstatt Meister Lampe zu treffen, schossen sie einem Pferd, das gerade auf dem Felde einen Pflug zog, in die Beine. Das Tier stürzte natürlich sofort zu Boden und mußte abgestochen werden. Den "freudigen" Schreck, den die Jäger bekamen, als sie statt der kleinen Beute in Gestalt des Hasen ein Pferd zur Strecke brachten, kann man sich denken. Sie werden an dem Schadenersatz ziemlich lange zu knabbern haben. ... |
Blumberg. Der Jagdunfall, von dem wir in Nr. 263 uns Blattes berichteten, hat sich nach eingehender Erkundigung doch wesentlich anders abgespielt, als wir ursprünglich mitteilten. Zunächst hat es sich nicht auf der hiesigen Feldmark, sondern bei Ahrensfelde zugetragen. Der bewußte Hase lief auch nicht in Richtung auf das pflügende Gespann. Vielmehr scheute das Pferd bei dem Knall und geriet dabei in den Pflug. Hierbei schnitt es sich die Sehnen an den Beinen durch und mußte infolgedessen getötet werden. Die Sache entbehrt also durchaus des humoristischen Beigeschmacks, den man ihr nach der ersten Schilderung abgewinnen konnte. |
Blumberg. Die Einweihung des Denkmals soll nunmehr am kommenden Sonntag vor sich gehen, nachdem bereits im September d. Js. die Grundsteinlegung stattgefunden hat. An der Aufbringung der Kosten beteiligten sich sämtliche kreise der Bevölkerung, ohne Unterschied des Standes oder der politischen Parteistellung. Ein Zeichen, daß der Gemeinschaftssinn und der innere Kontakt in unserer Gemeinde durchaus vorhanden sind. Ein ganz besonderes Verdienst gebührt dem Vorstande des Kriegervereins, Herrn Aug. Keisdorf, welcher sich seit Jahren in vorbildlicher Weise um das Zustandekommen dieser guten Sache bemühte. ... |
Blumberg. Die Einweihung des Kriegerdenkmals fand am Sonntag unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und der am Orte bestehenden Vereine statt. Selbst Graf v. Arnim hatte es sich nicht nehmen lassen, eigens zu diesem Zwecke nach Blumberg zu kommen. Nachdem die Vereine in geschlossenem Zuge mit Musik angerückt waren und am Denkmal Aufstellung genommen hatten, eröffnete ein gut geführter mehrstimmiger Kinderchor die würdevolle Feier. Zwei Prologe wurden von Frl. Frieda Ebel und Lieschen Keisdorf gesprochen. Die Gesangvereine "Sangeslust" und "Hoffnung" gaben ihr Bestes, um den durch Herrn Pfarrer Ramin geleiteten Festgottesdienst zu unterstützen. Der Gemeindevorsteher Herr Richard Noack hielt die Weiherede, während das Denkmal von den umhüllenden Plänen [!] frei wurde. Auf mächtigem Unterbau, der mit Findlingen umgeben ist, erhebt sich eine von grauen Granitblöcken eingefaßte Pyramide. Zwei Granittafeln bewahren die Namen von 54 Helden, während das eiserne Kreuz aus gleichem Stein auf einem aus Tafeln und Blöcken bestehenden Kopfstück dem Ganzen einen ernsten Abschluß gibt. Nachdem Herr August Keisdorf als Sprecher des Denkmalsausschusses das Denkmal der Gemeinde übergeben hatte, wurden zahlreiche Kränze, u. a. auch von Herrn Grafen v. Arnim, an dem Ehrenmal niedergelegt. Mit dem gemeinschaftlich gesungenen Niederländischen Dankgebet schloß die Feier, die eine erhabene Ehrung für unsere Gefallenen darstellte. Graf v. Arnim richtete einige markante Worte an den Kriegerverein und ließ diesen auf Wunsch auch noch vorbeidefilieren. Der reizend gewählte Platz des Denkmals auf dem Friedhofe neben der 700 Jahre alten Kirche war liebevoll geschmückt. Besonderer Dank hierfür gebührt den Herren Gärtnern Fischer und Steinfurt. - "Fridericus Rex", den der Kriegerverein um 6 Uhr abends im Film vorführte, sah, wie immer, ein ausverkauftes Haus. Lindenberg. Ein frecher Einbruchsdiebstahl ist hier in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in der Wartenberger Straße 4 bei dem Rohrleger Hermann Habermann verübt worden. Die Familie, Herr Habermann, Frau, Sohn und eine Schwester weilten auf einem Ball, welchen der hiesige Arbeiterverein veranstaltet hatte. Als das Konzert um 11 Uhr beendet war, begaben sich der Sohn und die Schwester nach Hause. Eine zerschlagene Fensterscheibe deutete auf einen Einbruch hin. Der Sohn holte seinen Vater und einige handfeste Männer aus dem Lokal zu Hilfe: der Dieb hatte jedoch schon das Weite gesucht. Es wurde festgestellt, daß eine goldene Damenuhr mit Kette, ein Gummimantel, je ein Paar neuer Herren- und Damenstiefel und ein Paar Ledergamaschen fehlten. Die Wäsche und die Betten waren umgewühlt und lagen in der Wohnung verstreut. Außer 5 Mark ist dem Einbrecher kein Bargeld in die Hände gefallen. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur. |
Ahrensfelde. Auf zum Turnerfest! lautete am Sonnabend die Parole. Der Deutsche Turnverein "Felsing" hatte alle Gönner und Freunde zu seinem Winterfeste eingeladen. Der gefüllte Saal zeugte von dem Interesse, das die Einwohnerschaft an der körperlichen Ausbildung ihrer Jugend hat. Der Festabend wurde mit dem Fahneneinmarsch eröffnet. Kräftige Jünglingsgestalten führten die Vereinsfahne unter den Klängen des "Fridericus Rex" ein. Sodann zeigten in bunter Abwechslung die Männer, Jungmannen, Schüler und Schülerinnen ihre turnerischen Künste. Schöne Walzermelodien begleiteten die strammen Uebungen der Männerabteilung am Barren und Reck, die gut zu gefallen wußten. Reichen Beifall erntete die Schülerabteilung mit ihren Freiübungen, sowie die Schülerinnen mit einem Fahnenreigen unter der Leitung des Turnvaters Willi Jauert. Ein kurzer Einakter "Der Mann seiner Frau" gab dem Festabend sein Ende. Das flottgespielte Stück erregte bei den Zuschauern großen Lacherfolg. Dann spielte die Kapelle Liebisch, Bernau, den Festteilnehmern zum frohen Tanze auf. Hoffentlich hat die Veranstaltung dazu beigetragen, dem Verein Gönner und Freunde zuzuführen; denn unser bedrängtes Vaterland braucht zielbewußte, körperlich sowie geistig gestählte Männer. |
Mehrow. Ein sehr frecher und gemeiner Einbruchdiebstahl wurde trotz Wache in der sehr dunklen Nacht vom Bußtag zum darauffolgenden Tage auf dem hiesigen Rittergut ausgeführt, indem Verbrecher ein großes Loch in die Steinwand des Schweinestalles auf dem Müllerschen Gehöft meißelten und dort zwei ausgewachsene Zuchtsauen abschlachteten und mitnahmen. - Aus demselben Stall wurden vor 1 1/2 Jahren dem jetzigen Gutsgärtner, Herrn Villbrandt, auch zwei Schweine von je 2 Zentner gestohlen; nur gingen die Diebe damals durch die verschlossene Tür, während sie diesmal die Wand erbrachen. Die Spur der Diebe wurde jetzt sogleich nach Bekanntwerden des Verbrechens von den zuständigen Landjägern aufgenommen und bis auf die Eicher Feldmark verfolgt, wo man auch einen Teil des Schweinefleisches in einem Haufen Kartoffelkraut versteckt fand. Landjäger Hennig-Eiche und Förster Kunze-Mehrow legten sich am Abend in der Nähe der Fundstelle auf die Lauer. Die Verbrecher, die wohl den Wunsch hatten, auch den Rest des so schönen und billigen Schweinefleisches rechtzeitig in ihren Gewahrsam zu bringen, ließen nicht lange auf sich warten. Doch "Zwischen Lipp und Kelches Rand schwebt des Schicksals dunkle Hand." Gerade als einer der Diebe herantreten und "sein Eigentum" einladen wollte, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht und die Mündung eines Armeerevolvers war auf ihn gerichtet. "Ach wie ist's möglich dann usw." dachte Herr Hennig. Leider kam der zweite Strolch, der sich in respektvoller Entfernung gehalten hatte, trotz mehrerer Schüsse des Herrn Kunze in der Dunkelheit fort. Der Gefaßte ist, wie üblich, von dem Entwichenen, den er nicht kennt, verführt worden und bei dem Diebstahl selbst nicht dabei gewesen. Trotzdem fand er als erster mit tadelloser Sicherheit das versteckte Fleisch. Er soll jedoch der Polizei schon als Mitglied einer ihr wohlbekannten Sippe in den Akten stehen. Hoffentlich gelingt es der Polizei auch, die Helfershelfer dieses Banditen bald zu fassen. Die ganze Ausführung dieses Verbrechens deutet in ihrer auffallenden Aehnlichkeit mit den hier schon mehrfach vorgekommenen Schweinediebstählen darauf hin, daß man es mit denselben Spezialisten auf diesem Gebiet zu tun hat und daß Individien [!] dabei sind, die ganz genaue Ortskenntnis besitzen. Um so größer ist jetzt die Freude im Orte, daß man dieser Schweinemarder endlich habhaft geworden ist, und sie für einige Zeit sicher hinter Schloß und Riegel weiß. Was sagen nun die Vertrauensseligen im Orte, die eine Wache nicht mehr für nötig hielten und schon wieder im Zeitalter der absoluten nächtlichen Sicherheit zu leben glaubten? Hoffentlich wird nun der Brunnen zugedeckt, nachdem das Kind hineingefallen ist. |
Personalnachweisung. Bestätigt: ... der Landwirt Georg Kirschbaum als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Lindenberg. |
Blumberg. Der Landwirtschaftliche Verein Blumberg und Umgegend hielt ... seine Versammlung ab. ... |
Blumberg. Ein Weihnachtskrippenspiel, ein altdeutsches Christgeburtspiel wurde am letzten Sonntag, abends um 8 Uhr in der hiesigen Kirche aufgeführt. Darsteller waren 28 Mitglieder der Pankower Jugendbewegung, die vielseitig vertreten war durch stattliche Gestalten, auch mancherlei Mittelgrößen und einigen noch Jüngeren, sowie einer Reihe Mädchen mit heller Stimme. Auf dem freien Platz unter der Kanzel, in der Mitte der Kirche, wo der 12 Meter lange Altarraum in das Kirchenschiff übergeht, entwickelten sich die vielen anschaulichen Bilder: ... Zwischendurch klangen auch öfter kraftvoll Orgel und Gemeindelied bei schnell aufstrahlendem Licht der elektrischen Kronen, um alsbald dem Kerzenglanz von Bethlehem zu weichen, der in der wieder verdunkelten Kirche von unsichtbar aufgestellten Lichtreihen auf die wuchtigen Gewölbe fiel. Der Blumberger Reiterverein mit Herrn Töpffer an der Spitze hatte im Sommer die Aufführung von Schillers Wallenstein zu Berlin-Pankow durch sein Erscheinen mit Mann und Roß verschönt. Jetzt ernteten wir im Krippenspiel den Dank der lieben fleißigen Pankower Jugend. Die 50 Pf. Eintritt zur Deckung der Unkosten werden niemand zu teuer gewesen sein, sonst wären nicht zum Schluß noch Gaben gespendet [worden] für Arme und Alte in Berlin-Pankow, die diese brave Jugend ihnen zum Fest bescheren möchte. - Hoffentlich gelingt ihr auch zu eigener Freude ihr Christspiel am 4. Advent, 21.12.24, in der Hoffnungskirche in Pankow. |
Lindenberg. Einen tödlichen Motorradunfall erlitt am ersten Feiertag der Kaufmann Bruno Stege aus Lichtenberg. Er fuhr mit einem geliehenen Motorrad von Buch nach Lindenberg. Auf dem Rücksitz des Rades hatte eine Mitfahrerin Platz genommen. Kurz vor Lindenberg stieß das Rad gegen eine Bordschwelle. Stege und seine Begleiterin wurden auf die Straße geschleudert und mußten schwer verletzt in das Genesungsheim Buch gebracht werden. Dort ist Stege kurze Zeit darauf gestorben. An dem Aufkommen seiner Begleiterin, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte, wird gezweifelt. |
Ahrensfelde. Die hiesigen Armen und Bedürftigen sind von unserer Gemeinde zum Weihnachtsfeste ebenfalls reich bedacht worden. Auch der Frauenhilfsverein hat sich der Armen in herzlicher Weise angenommen. Es wurde den Bedürftigen alles mögliche für den täglichen Bedarf geschenkt. Von der Gemeinde hatte es sich Gemeindevertreter Döring angelegen sein lassen, die zur Verfügung stehenden Waren nach der Bedürftigkeit zu verteilen, währen die Geschenke des Frauenhilfsvereins durch Frau Pastor Benicke zur Verteilung gelangten. ... |
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Mehrow. Die vereinigten kirchlichen Körperschaften und der Schulvorstand hatten sich am Donnerstag abend zu einer gemeinschaftlichen Sitzung versammelt, um über die Anrechnungswerte und die Neufestsetzung der Stellenzulage (Organistengehalt) bei der hiesigen Lehrerstelle Beschluß zu fassen. Infolge der besseren Einsicht und dank dem Entgegenkommen der versammelten Körperschaften ist es nun endlich doch gelungen, diese seit Jahren viel umstrittene Angelegenheit zu einem für beide Teile befriedigenden Abschluß zu bringen, so daß der Inhaber des Amtes nun auch hoffentlich bald in den Genuß seines noch rückständigen Gehaltes kommt. Eiche. Schweinediebstahl. Nachdem die Mitglieder der Spezialzunft der Schweinediebe in den umliegenden Ortschaften der Reihe nach sich ihre Opfer geholt hatten, statteten sie in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag dieser Woche dem hiesigen Bauerngutsbesitzer Paul Lindemann auch wieder einmal einen Besuch ab; sie brachen in dessen verschlossenen Schweinestall ein, schlachteten an Ort und Stelle ein etwa 4 Zentner schweres Schwein ab und nahmen es mit. Immerhin muß man dieser Gruppe des gefürchteten Raubgesindels auch eine gewisse Genügsamkeit nachrühmen, weil sie von beiden gleich schweren Schweinen nur eins mitnahmen und dem Herrn Lindemann auch noch eins zum Schlachten zurückließen. Die ganze Ausführung des Diebstahls zeigt wieder deutlich, daß Leute dabei waren, die mit der Oertlichkeit auf dem Grundstücke genau vertraut waren, und daß die Gesellen auch mit schweren Einbruchswerkzeugen versehen waren. Die Spur, die auf dem hartgefrorenen Erdboden schwer zu verfolgen war, führte in die Richtung nach Hohenschönhausen. Leider wird es wohl diesmal nicht gelingen, die Diebe zu fassen, wie vor einigen Wochen jene, die auf dem benachbarten Rittergut Mehrow zwei Zuchtsäue abgeschlachtet und das Fleisch auf unserer Feldmark versteckt hatten. |
Mehrow-Ahrensfelde. Maskenball bei Bolle-Meißner war die Parole am letzten Sonnabend, denn der hiesige Frauenverein beging in dieser Form sein diesjähriges Wintervergnügen. Daß der Ruf nicht unbeachtet verhallt war, bewies der gute Besuch. Mehr als 30 Typen- und Phantasiekostüme belebten das Parkett des Festsaales. Warum sollten wir uns in unsern bescheidenen Verhältnissen nicht auch mal ein Vergnügen gönnen, das im allgemeinen nur für die Weltstadt bestimmt ist ? Bewiesen doch die Teilnehmer, daß sie es sehr gut verstehen, sich ihren Kostümen in ihren Bewegungen, Scherzen usw. anzupassen. Ein Gaudium für die Zuschauer! Auch hier brachte die Demaskierung manche Ueberraschung und trug wesentlich zu der gehobenen Stimmung bei. Dem jetzt einsetzenden Tanz wurde sehr flott zugesprochen, so daß oft ein beängstigendes Gedränge entstand. Trotzdem haben sich aber alle wie "Bolle" bei Bolle-Meißner amüsiert. |
Ahrensfelde. Der Reiterverein Ahrensfelde und Umgebung hat in der letzten Sitzung beschlossen, seine Standartenweihe am Sonntag, den 14. Juni zu vollziehen. |
Ahrensfelde. Der hiesige Reiterverein hält, wie im Inserententeil veröffentlicht, am Sonntag, den 14. Juni seine Standartenweihe ab. Das Fest des bereits 1901 gegründeten Vereins verspricht unter Mitwirkung verschiedener auswärtiger Vereine eine würdige nationale Feier zu werden, bei der der alte deutsche Reitergeist unter den Farben Schwarz-Weiß wieder nach außen in Erscheinung treten wird. |
Mehrow. Der deutsche Turnverein "Hindenburg" in Mehrow veranstaltet am 2. Pfingstfeiertag von nachmittags 2 Uhr an das Fest seines zweijährigen Bestehens, verbunden mit einem Vereinswettkampf und einem Waldlauf von 5 km. [Die] fremden und einheimischen Vereine, die sich an dem Umzug beteiligen, treten um 2 Uhr mit Fahnen vor dem Vereinslokal an. Während der turnerischen Vorführungen im alten Gutspark findet "unter den Linden" des Turnbruders Gastwirt Meißner ein Gartenkonzert statt. Alle Mitbürger von Mehrow und alle sonst gut deutsch gesinnten Freunde des edlen Turnsports sind zu der Feier herzlichst eingeladen. Wenn der Wettergott gnädig ist, verspricht das geplante Fest bei all den in Aussicht genommenen Volksbelustigungen und interessanten Ueberraschungen ein recht deutsches Volksfest zu werden. |
Mehrow. Das Stiftungsfest unseres Turnvereines nahm am 2. Pfingstfeiertag bei schönstem Wetter einen glänzenden Verlauf. Schon am Vormittag hatten die drei Vereine von Ahrensfelde, Blumberg und Mehrow unter sich ein Wetturnen, welches staunenswerte Leistungen zeitigte. Besonders lobend muß anerkannt werden, daß sich unser junger Verein in dieser Beziehung seinen Brudervereinen aus den Nachbarorten ebenbürtig an die Seite stellen kann. Nachmittags um 2,30 Uhr fand unter den Klängen alter preußischer Armeemärsche ein Umzug durch das Dorf statt, an welchem sich außer den drei Turnvereinen auch der hiesige Landwehrverein und die zufällig anwesende Ortsgruppe vom Sportverein Olympia und vom Stahlhelm Friedrichsfelde beteiligten und der somit einen ansehnlichen Festzug darstellte. Nach dem Einmarsch der Vereine auf dem Festplatz fand unter grünen Linden und riesigen [?] Kastanienbäumen eine echt deutsche Volksfeier statt. Zunächst begrüßte der Vorsitzende vom Ortsverein, Turnbr. Schwarz, die Vereine und Gäste, wies dann auf die Bedeutung des Festes hin und ermahnte alle Anwesenden, sich der Zeit entsprechend bei dem Feste zu bewegen. Er schloß mit einem dreifachen Gut Heil! auf die deutsche Turnerei. Darauf sprach Turnbr. Georg Meißner von hier laut und ausdrucksvoll den Wahrspruch: Hoch die edle Turnerei! an welchem sich als gemeinsamer Gesang das Turnerlied "Hast Du dem Lied der alten Eichen" anschloß. In seiner Festrede wies der Vereinsditwart einleitend darauf hin, daß sich die Festversammlung auf altem deutschgeweihtem Boden befindet, nämlich dort, wo die Mehrower seit undenklichen Zeiten ihre Sommer-Volksfeste gefeiert haben. Dann zeigte er die Beziehung unseres Vereins zum jetzigen Reichspräsidenten Hindenburg und die sich aus dieser Namensverwandtschaft ergebenden Forderungen für den Verein. An das Turngelübte der anwesenden Turner fürs deutsche Volk und Vaterland schloß sich als gemeinsamer Gesang das Deutschlandlied an. Um 6 Uhr nachmittags fand der 5-Kilometer-Waldlauf statt, zu welchem aus jedem Verein die Kanonen vorgeschickt wurden. Den 1. Preis gewann hierbei der Turnbr. Alfred Strewe vom Ortsverein, der die genannte Strecke in 19,6 Minuten durchsauste. Während des Gartenkonzertes fanden allerlei Volksbelustigungen statt, Preisschießen usw. In einer großartigen Lotterie soll Fontuna auch manch einem ihre Hand gereicht haben. Es soll sogar eine recht respektable Schlackwurst gewonnen und von dem Glücklichen in selbstloser Weise gleich an die Scheelsüchtigen geopfert worden sein. Viele Glücksritter nach einer Staatskarosse, nach Auto oder Motorpflug behaupten, es seien auch Nieten unter den Losen gewesen. - Einen recht würdigen Abschluß des offiziellen Festaktes bildete eine Turnergruppe mit der Germania (Darstellerin Frida Wegener) in ihrem Vordergrund, welche, farbig beleuchtet, ein wunderbar wirkendes Bild bot. Der um 8 Uhr abends einsetzende Ball zeigte in seinem ganzen Verlauf eine erdrückende Fülle von Tanzlustigen. Es brauchte niemend zu schieben, man wurde eben geschoben. - Rückblickend kann man sagen, daß das Fest in seiner Anlage, wie auch in seiner Durchführung als recht gelungen bezeichnet werden kann. Möge es allen Teilnehmern noch recht lange als echt deutsches Volksfest in angenehmer Erinnerung bleiben. Für die unermüdliche Tätigkeit für die Veranstaltung und die Durchführung des Festes gebührt in erster Linie dem Vereinsleiter, Herrn Schwarz, sodann aber auch allen seinen willigen Mitarbeitern aus dem Verein der Dank der Turnbrüder und der Bewohner von Mehrow, soweit sie unser Fest besucht haben. Recht angenehm werden unsere Gutsangerhörigen es empfunden haben, daß sie von der Gutsverwaltung die Genehmigung bekamen, mit Rücksicht auf das Turnerfest auch noch einen dritten Pfingsttag feiern zu dürfen. |
Ahrensfelde. Der weit über seine engere Umgebung hinaus bekannte Reiterverein feierte am letzten Sonntag seine Standartenweihe. Schon einige Wochen vorher konnte man als stiller Beobachter feststellen, daß die Reiterei von Ahrensfelde etwas Großes vor hatte. Wöchentlich ein- und zweimal ritt der bewährte Rittmeister des Vereins mit seiner Schar hinaus in den Wald, um seine Reitersleute und auch die Pferde auf dieses Fest vorzubereiten. Mit aller Energie wurde hier den alten, ganz besonders aber den jungen Mitgliedern die Reitkunst einexerziert. Ganz besonders in der letzten Woche entwickelten die aktiven und passiven Mitglieder, sowie die Damen und Jungfrauen des Vereins eine emsige Tätigkeit. Galt es doch, am 14. zu zeigen, daß der Reiterverein von Ahrensfelde auf jedem Gebiete auf der Höhe ist. Die Mühe war nicht vergebens, glänzend der Erfolg. Früh schon am vergangenen Sonntag glänzte der an und für sich schon saubere Ort im Festschmuck. Die Jugend hatte die Dorfkirche mit zahlreichen Girlanden geschmückt. Um 2 Uhr begann der Anmarsch der auswärtigen Reitervereine. Auch die Mitglieder des Krieger-, Gesang-, Turn-, Radfahrer- und Gemüsezüchter-Vereins hatten sich im Lokal von W. Dubick versammelt, um bei der Taufe der neuen Standarte Pate zu stehen. Mit klingendem Spiel marschierte die stattliche Teilnehmerzahl unter Vorantritt der Ehrenjungfrauen zum Festplatz. Bevor der eigentliche Festakt begann, legte Kam. B. Wegener im Namen des Reitervereins einen prachtvollen Kranz zu Ehren der gefallenen Kameraden am Denkmal nieder. Mit kurzen Worten begrüßte der 1. Vorsitzende, Kam. W. Hase, die erschienenen Gäste und Nachbarvereine. Frl. H. Albrecht trug den Festprolog vor. Hierauf ergriff Herr Direktor Evers vom Landbund Niederbarnim das Wort zur Fest- und Weiherede. In kernigen Worten erläuterte er die Ziele der Niederbarnimer Landbundreiterei. Dem Wohle des Vaterlandes zu dienen, die alten Ueberlieferungen der brandenburgisch-preußischen Reiterei zu pflegen und mit Hilfe des Reitsports den Körper zu stählen, das seien die höchsten Ziele der Reitervereine, aber auch in wirtschaftlicher Beziehung hätten sie einen großen Zweck zu erfüllen. In ernster Ermahnung zur Treue und Reinheit vollzog er die Weihe der Standarte und schloß nach Uebergabe derselben an den Standartenträger, Kam. K. Schmöker, seine mit Begeisterung aufgenommene Rede mit den Worten: "Wohl auf Kameraden aufs Pferd". Eine von den Ehrendamen gestiftete Standartenschleife wurde durch Frl. Ella Lehmann überreicht. Die Vertreter der geladenen Vereine brachten ihre Glückwünsche dar. Hierauf formierte sich die Reiterei zum Parademarsch. Es waren beinahe hundert Reiter, welche in zweimaligem Vorbeimarsch, im Schritt und im Trab, den Parademarsch ausführten. Ein Festzug durch den Ort beschloß den offiziellen Teil. In beiden Sälen war abends den Tanzlustigen Gelegenheit gegeben, das Tanzbein zu schwingen. Manch "Reiterlikör" wurde getrunken und manches Hoch auf den Reitsport ausgebracht. Als die Feier zu Ende ging, war der frische, fröhliche Geist, welcher von Beginn an das Fest beseelte, durch nichts gestört. So kann der Reiterverein von Ahrensfelde mit Genugtuung auf das Fest seiner Standartenweihe zurück blicken. |
Mehrow. Nach der letzten Volks-, Berufs- und Betriebszählung hat unser Ort 27 Wohnhäuser; in diesen wohnen ... Familien mit 404 Personen. 2 Gasthäuser und 2 Lebensmittelgeschäfte sorgen für das leibliche Wohl der Bewohner, die bis auf geringe Ausnahmen sämtlich in der Landwirtschaft tätig sind. |
Ahrensfelde. Der Reiterverein hat, nachdem die Roggenfelder anfangen sich zu lichten und das Feld so für den Rennsport frei sein wird, seinen Renntag auf Sonntag, den 9. August nachm. 3 Uhr, festgesetzt. Der Verein, welcher bereits auf ein 24jähriges Bestehen zurückblicken kann, ist auch in diesem Jahr wieder dem Wunsch der Gäste nachgekommen und hat von einem Schulreiten usw. an dem betreffenden Tage Abstand genommen, es wird daher ein wirklich spannender Sport in Galopp- und Hindernisrennen gelaufen werden. Außerdem kommen auch wieder einige Trabfahrten zum Ausgleich. Im übrigen verfügt der Verein in letzter Zeit über einen bedeutenden Zuwachs von gutem Pferdematerial, welches nach der letzten Zusammenstellung recht interessante Kämpfe erwarten läßt. Daher auf am Sonntag, den 9. August nach Ahrensfelde zum Galopprennen. |
Personalnachweisung Bestätigt: Der Landarbeiter Christian Vorpahl als Nachtwächter der Gemeinde Blumberg. |
Mehrow. Ein Festtag war für unseren Ort der letzte Sonntag. Wurde doch an diesem Tage durch einen besonderen Festgottesdienst die Gedenktafel für unsere im Weltkrieg gefallenen Söhne des Ortes und zugleich die wieder vervollständigte Orgel eingeweiht. An dem Gottesdienst nahmen der hiesige Landwehrverein und der Turnverein geschlossen mit Fahnen teil. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die ganze Feier, besonders die Festpredigt, war der Würde des Tages entsprechend, tief ernst und feierlich. Allen Teilnehmern wird diese Feierstunde unvergeßlich bleiben. Sowohl die aus Eichenholz geschnitzte kunstvolle Gedenktafel als auch die Verbesserung an der Orgel sind Stiftungen unserer Gutsherrschaft. Der Landwehrverein, den die Denkmalssache für seine gefallenen Kameraden im Ort seit Jahren beschäftigt, dankt Herrn Bothe an dieser Stelle für die glückliche Lösung dieser Frage. Mehrow. Der Landwehrverein hielt am letzten Sonnabend bei Kamerad Raetz unter reger Beteiligung seiner Mitglieder die August-Versammlung ab. Außer den üblichen Programmpunkten derartiger Versammlungen stand noch besonders die Besprechung und Beschlußfassung über ein Preisschießen im Verein auf der Tagesordnung. Es wurde festgesetzt, am Sonntag den 16. d. Mts. in der Bauernheide im Verein mit den Kameraden vom Stahlhelm ein Preisschießen abzuhalten, wozu der Verein eine Anzahl wertvoller Andenken aus seiner Kasse und mehrere Vereinskameraden solche aus ihren eigenen Mitteln stiften werden. Nach dem Schießen findet Festball bei Kamerad Raetz statt, zu welchem nur die Vereinsmitglieder nebst ihren Familienangehörigen Zutritt haben. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die hoffentlich recht zahlreich einlaufenden Preise von Mitgliedern bis Sonntag den 9. d. M. beim Vorsitzenden des Vereins abzugeben, bzw. anzumelden sind. |
Rennen des Reitervereins Ahrensfelde Kürzlich hörte ich die Behauptung, auf den Rennbahnen in Deutschland sei "überhaupt nichts mehr los". Gute Pferde und gutes Reiten könne man nur noch in Maissons Lafitte oder Marseille sehen. Das ist natürlich ein snobistisches Wort. Man braucht gar nicht einmal Karlshorst oder Farmsen, Ruhleben oder Magdeburg zu besuchen, um sich an Pferden und Reitern zu erfreuen und um Ueberraschungen zu erleben. Damit ist schon eine Kritik des Ahrensfelder Reitens im allgemeinen ausgesprochen und auf Ueberraschungen hingewiesen. Doch etwas spezialisiert; Man vergaß oft, daß man einem Bauern-Reiten beiwohnte. Wenn Albrechts "Matador" oder Hases "Pluto" über die Bahn ging oder die Pferde des Stalles Bothe an den Start gebracht wurden, konnte man oft glauben, daß es sich um Tiere handle, die niemals zu etwas anderem als zu Bahnrennen gebraucht werden. Nicht anders war es mit manchem der Reiter, von denen die Herren Albrecht jun., Gebrüder Vilbrandt, Brülke, P. Haase und Posener besonders auffielen. Oben wurde schon von einer Ueberraschung gesprochen, die es am Sonntag in Ahrensfelde gegeben hat. Sie kam im Isolderennen. H. Wegeners fünfjährige Stute "Mulle" unter E. Meißner und R. Müllers "Pipel" unter R. Jauert nahmen sofort die Spitze und behielten sie in weitem Abstand von dem Feld bis - ja bis zum 798. Meter. 800 Meter war die Strecke aber lang. Da die beiden ausbrachen, siegte R. Meißners "Drolli" zur größten Verwunderung des Reiters E. Meißner - und wohl auch des Besitzers. Um ein Haar wäre es dahin gekommen, daß Jauerts "Moritz", der als letzter im Felde lag, das Rennen gemacht hätte, denn als "Drolli" die beiden Ausbrecher sah, zeigte auch er Lust, von der Bahn hinunterzugehen. Meißner erfaßte aber noch die sich bietende gute Gelegenheit, zu einem Kranze zu kommen und half mit der Peitsche nach, so daß der neunjährige Wallach noch vor Albrechts vierjährigen "Baldur" durchs Ziel ging. Eine besondere Erscheinung war es, daß in den offenen Rennen zum Teil besseres geleistet wurde, als in den regulären. Doch darüber später. Die Einleitung bildete ein Trabfahren, das von 01 Schusters "Liselotte", die in der Mitte der Bahn R. Wegeners "Linke" hinter sich lies, glänzend gewonnen wurde. Ebenso spielend wurde das Eröffnungsrennen von P. Haases 9jährigem Wallach "Benno" unter dem Besitzer nach Hause gebracht, während E. Baals "Anna" (Primer) und A. Wolffs "Goldhahn" (Adler) sich mit Plätzen begnügen mußten. G. Albrechts "Matador" (Albrecht jun.) nahm im Preis von Eiche sofort die Führung und ging mit etwa sechs Längen vor A. Pelz' "Frl. Lotte" (Grude) durchs Ziel, während die übrigen in noch größerem Abstand hinter "Frl. Lotte" folgten. In kaum weniger flotter Weise brachte Herr Vilbrandt 11 M. Bothes 10jährige Stute "Parabella" im Goßen Preis von Ahrensfelde durchs Ziel, eine Nasenlänge vor H. Riesch's 7jähriger Stute "Isabella" unter Albrecht jun. Im Matadorenrennen siegte E. Zinn's "Tante Lotte" unter dem Besitzer in einem außerordentlich scharfen Endspurt vor F. Adlers "Fanni", obwohl die 7jährige Stute der 6jährigen "Fanni" viel Gewicht vorgeben mußte. Ebenso kritisch war die Entscheidung im Fürstenwalder Erinnerungsrennen. Da eine Rennung nicht erfüllt wurde, liefen nur drei Pferde. M. Bothes "Kondor" brach bald nach dem Start aus, so daß P. Haases "Falada" unter dem Besitzer und F. Brederecks "Moritz" (Posener) das Rennen allein bestritten. Daß "Falada" den 10jährigen Wallach hinter sich ließ, ist hier besonders hoch zu bewerten, da die auch nicht jüngere Stute durch Drängen Poseners böse verletzt worden war, so daß sie nach dem Rennen lahm von der Bahn gebracht werden mußte. Das Isolderennen ist schon oben näher besprochen. Abermals eine scharfe Konkurrenz stellte das Niederbarnimer Landbundgenossenschaftsrennen über 1200 Meter dar. Infolge einer Bodenwelle, die unmittelbar hinter dem Startplatz lag, blieben W. Haases "Pluto" und P. Haases "Benno" (Besitzer) hinter dem Felde zurück. Zum Ueberfluß lagen sie auch noch in der Außenbahn. Pferde und Reiter müssen also Außerordentliches geleistet haben, wenn "Pluto" als Erster und dicht hinter ihm "Benno" durchs Ziel gehen konnten. - Beim offenen Trabfahren fielen die Teilnehmer des ersten Rennens gänzlich ab, während ein auswärtiger schwarzer Hengst eine wunderbare Gangart sehen ließ. Was dem Ahrensfelder Reiterverein dringend anzuraten ist, ist eine bessere Planierung der Bahn. Wenn natürlich auch der Stoppelacker keine Grasnarbe haben kann, so sollten doch derartige Hügel, wie einer der schlimmsten an der linken Ecke lag, beseitigt werden. |
Mehrow. Der Landwehrverein hielt Sonnabend den 3. Oktober bei Kamerad Raetz seine Monatsversammlung ab, zu der 25 Kameraden erschienen waren. Der Vorsitzende gedachte zunächst unseres Reichspräsidenten v. Hindenburg zu seinem 78. Geburtstage und ließ die Wünsche der Versammelten für den Gefeierten in ein dreifaches Hoch ausklingen. Die Niederschrift über die letzte Versammlung konnte nicht verlesen werden, da der Schriftführer, Kamerad Schwarz, leider schon längere Zeit bettlägerig ist. Nach Erledigung der Kassengeschäfte wurde in langer und eingehender Aussprache über eine Sterbegeldversicherung der Kameraden verhandelt. Die Versammelten kamen schließlich zu dem Beschluß, vom 1. Oktober ab eine eigene freiwillige Sterbegeldversicherung auf Gegenseitigkeit im Verein zu gründen. Im Todesfall eines Kameraden erhält die hinterbliebene Familie 100 Mark ausgezahlt. Als Grundstock zu dieser Versicherung wurden aus der Vereinskasse sogleich der Sterbekasse 50 Mark überwiesen. Der Rest wird durch monatliche Beiträge in vorläufiger Höhe von 25 Pfennnig für jedes Mitglied ergänzt. Es haben sich sogleich 25 Kameraden zum Eintritt in die Kasse gemeldet. Wir wollen hoffen, daß die Kasse nicht sobald in Anspruch genommen werden muß; aber immerhin bedeutet ihre Einrichtung bei unseren örtlichen Verhältnissen eine segensreiche Tat. - Die Vertretung unseres Vereins auf dem deutschen Kriegertag in Leipzig hat Kamerad H. Meißner freiwillig übernommen. |
Mehrow. Sein Wintervergnügen beging der Turnverein "Hindenburg" am letzten Sonntag im Vereinslokal. Um 8 Uhr zogen die Turner unter Gesang mit der Fahne in den Festsaal. Der Vorsitzende, Turnbruder Schwarz, begrüßte die Gäste und Vereinsmitglieder mit kurzen, kerndeutschen Worten und schloß mit einem Hoch auf die deutsche Turnerei, worauf das Lied "Ich hab' mich ergeben" gesungen wurde. Nun folgten turnerische Vorführungen am Barren und Reck, die den vollen Beifall der Anwesenden hervorriefen. Freiübungen und eine anmutige Gruppe der Schülerriege bildeten den Schluß dieses Festaktes, der mit dem Deutschlandliede würdig abgeschlossen wurde. Der dann einsetzende Tanz zeigte das bekannte Bild. Recht unangenehm wirkte es aber, als sich die deutsche Jugend, trotz der Mahnung des Vorsitzenden, in den Tanzpausen übermäßig lärmend und gröhlend an der Bierbank zusammendrängte und auf andere Gäste, nicht einmal auf ältere Leute, die geringste Rücksicht nahm. Es soll der gesunden Fröhlichkeit der Jugend durchaus kein Stein in den Weg geworfen werden, aber sie darf nicht in Uebermut und Rücksichtslosigkeiten ausarten. Mehrow. Ein Jagdereignis seltener Art, das eher einer Münchhausiade, als einer wirklichen Begebenheit gleicht, geschah vor kurzem auf dem Jagdgebiet Trappenfelde. Ging da eines Tages der Förster Kunze mit seinem Jagdgenossen Meißner aus, um das edle Weidwerk auszuüben. Als der Hund eine Waldecke nach Hasen und Fasanen abstöberte, kam statt dieser ein Reh aus dem Gehölz und nahm seine Flucht gerade in der Richtung auf Meißner. Die Gefahr erkennend, wollten beide gegenseitig ausweichen, sprangen sich dabei aber wieder in den Weg, und nun gab es einen so wuchtigen Anprall, daß der Schütze durch den Stoß der Ricke glatt zu Boden geworfen und letztere mit gebrochenem Genick auf der Stelle tot liegen blieb. Der gefallene Nimrod hat anscheinend keinen äußeren Schaden davongetragen. Der Nervenschock und der augenblickliche Scherz an sehr empfindlicher Körperstelle sind durch das angenehme Magenpflaster aus Rehleber auch bald behoben werden. |
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Mehrow. Der Landwehrverein hält am Sonnabend, den 2. Januar, abends 1/2 8 Uhr, bei dem Kameraden Meißner eine Generalversammlung ab. Als wichtigste Verhandlungsgegenstände sind der Jahresbericht über das Vereinsleben im verflossenen Geschäftsjahr, die Prüfung und Abnahme der Vereins- und Sterbekasse und die Neuwahl des Gesamtvorstandes zu nennen. Ferner wird noch die Besprechung über das bevorstehenden Wintervergnügen einen breiten Raum einnehmen. Wegen der Wichtigkeit der genannten Verhandlungsgegenstände ist es notwendig, daß alle Kameraden pünktlich und vollzählig zur Stelle sind. Mehrow. Die Einbruchsdiebstähle mehren sich hier und in der Umgebung in erschreckender Weise. Nachdem erst kurz vor den Feiertagen einer Gutsarbeiterfamilie der Hühner- und Gänsestall durch Einbruch leer gemacht war, ist in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wieder den Viehställen mehrerer Arbeiterfamilien ein nächtlicher Besuch abgestattet worden. Es wurden vier Gänse und neun Hühner abgeschlachtet und mitgenommen. Diesmal hat der Dieb (jedenfalls ist es derselbe, der vor acht Tagen hier räuberte), nicht so viel Glück, wie das erstemal wo er unerkannt entkommen und ungestört seinen Weihnachtsbraten verzehren konnte. Gerade als er im Morgengrauen schweißtriefend in den Steinmauern Berlins untertauchen wollte, erblickte ihn das Auge des Gesetzes in der Gestalt eines Polizisten. Hilfsbereit und neugierig wie diese Beamten nun einmal sind, brachte er den angeblichen Lichtenberger Bürger auf die Polizeiwache und erkundigte sich nach der heiligen Einkaufsquelle dieses fürsorglichen Familienvaters. Die Bestohlenen erhielten ihr Eigentum wieder zurück. Schade nur, daß sich der Marder mit seinen Neujahrsbraten erst noch umsonst so weit schleppen mußte. Es wäre sicherlich viel heilsamer für ihn gewesen, wenn er gleich seiner Last entledigt und statt deren mit einem gebührenden Denkzettel heimgeschickt worden wäre. |
Mehrow. Sein Wintervergnügen feierte der Landwehrverein am letzten Sonnabend bei Kamerad Meißner. Die starke Beteiligung der Kameraden mit ihren Familienangehörigen und die Zahl der Gäste waren ein Beweis, daß jeder der Festteilnehmer bei der wirtschaftlichen Notlage das Bedürfnis hatte, durch einige frohe und gemütliche Stunden die Lebensgeister wieder aufzufrischen. Nach einem sinnreichen, durch die Schülerin Edith Pose vorgetragenen Vorspruch, begrüßte der Vereinsleiter, Kamerad Weier, die Versammelten und sprach dann über das Wesen und den Zweck der Kameradschaft. Er zeigte, wie diese alte soldatische Tugend von jeher das ganze Militärleben beeinflußt, wie sie im Felde zur Waffenbrüderschaft wurde und wie sie jetzt durch die Kriegervereine sich zur Volksgemeinschaft auswachsen muß. Die Parole für die Kriegervereinsarbeit in der Zukunft muß lauten: Durch Pflege der wahren und echten Kameradschaft zur Volksgemeinschaft, durch Volksgemeinschaft zur Einigkeit, durch Einigkeit zur Freiheit! Als Spiegelbild für das undeutsche Wesen vieler Volksmassen, auch in jetziger Zeit, trug die Schülerin M. Kunze die Satyre vor: "Michel sei stolz!" Hierauf ging der Einakter: "Eine Verlobung in der Backstube" über die Bretter. Durch seine vielfachen Verwicklungen und Verwechslungen in der Situation wirkte das Stück so urkomisch, daß bei den Zuschauern öfter stürmische Lachsalven erfolgten. Darauf wurde noch eine Anzahl ernster und heiterer Gesangsstücke vorgetragen, die alle vollen Beifall ernteten. Zum Schluß hatten wir noch das Vergnügen, außerplanmäßig die Leipziger Sänger einmal "auftreten" zu - hören. Jeder der Mitspieler hat bei der ganzen Sache sein bestes hergegeben und darum war der Erfolg auch durchschlagend. Vergessen darf auch nicht werden die Gruppe: "Der gefallene Krieger vor der Germania", die dargestellt wurde durch Frl. Frida Wegener als Germania, Kamerad Schwarz als gefallener Krieger und die Kameraden Misch und P. Villbrandt als Ehrenwache. Bei den Klängen des Marsches vom "Guten Kameraden" wurde wohl manches Auge feucht. Das ganze Fest stand vom Anfang bis zum Ende unter dem Zeichen der Einmütigkeit und Gemütlichkeit und darum waren auch die wenigen Freudenstunden im Fluge dahin. Allen Kameraden ist wohl die Wahrheit des Wortes klar geworden: Wie fruchtbar ist der kleine Kreis, wenn man ihn recht zu pflegen weiß. Mehrow. Geflügeldiebe scheinen seit einiger Zeit unseren Ort als ein besonders günstiges Arbeitsfeld ausersehen zu haben. Kaum sind die Gänse- und Hühnerdiebstähle zu Weihnachten und Neujahr vergessen, so kommt schon wieder die Nachricht von einem neuen Einbruchsdiebstahl. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch dieser Woche sind dem Gutsarbeiter Strehlau zwei Zuchtgänse und fünf Enten gestohlen worden. In der alten guten Zeit vor dem Kriege und auch während desselben hatte unser Ort auch einen ordnungsmäßigen Nachtwächter. Seit einigen Jahren ist es aber bei unseren eigenartigen Ortsverhältnissen nicht mehr möglich, einen öffentlichen Wächter anzustellen. Wir müssen in Zukunft noch zufrieden sein, wenn bei diesem trostlosen Zustand nicht noch größeres Unglück passiert. |
Ahrensfelde. Die Jagd des Gemeinschaftlichen Jagdbezirks Ahrensfelde wird am Sonnabend den 13. März nachmittags 6 Uhr, Im Lokal von Wilhelm Hase öffentlich meistbietend verpachtet. ... |
Mehrow. Das Rittergut war in der vergangenen Woche und gestern Gegenstand einer eingehenden Besichtigung durch Fürsorgeschwestern vom Oesterreichischen Roten Kreuz und Angehörige des Kaiserin-Augusta-Viktoria-Hauses Charlottenburg, Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit. Das Interesse der österreichischen Schwestern, die seit etwa 5 Monaten eine Rundreise durch Deutschland zum Studium der sanitären Einrichtungen unternehmen, galt dem mustergültig eingerichteten Milchwirtschaftsbetrieb, der unter Leitung eines Diplom-Landwirtes steht. Verwunderung erregten die Viehställe mit dem hervorragenden Milchviehbestand, das saubere elektrische Melken und die Einrichtung der Sanitätsmeierei, die während des Betriebes besichtigt werden konnte. Von hier aus geht die "Mehrower Kindermilch" ihren Weg auf eigenen Lastwagen in zwei Stunden nach der Reichshauptstadt. Die Besucher überzeugten sich ferner in der großen mit modernsten Maschinen eingerichteten 20-Tonnen-Mühle, die im Winter das Rückgrat zur Erhaltung des bedeutenden Viehbestandes bildet, von einer tadellosen Mehl- und Futtermittelherstellung. Außer etwa 400 Stück Rindvieh werden hiervon noch etwa 600 Scheine einschließlich 100 Zuchtsauen und 400 Schafe ernährt. Alles in allem nahmen die Besucherinnen [den] Eindruck mit hinweg, daß das Rittergut Mehrow bestrebt ist, Mustergültiges zu leisten. Vor allem aber bedeutet die Herstellung von Kindermilch (zu genießen von jedermann, dem es auf eine hygienisch einwandfreie Milch ankommt) eine außerordentliche Unterstützung der Volksgesundheit. Im vergangenen Herbst besichtigten Professoren und Angehörige der russischen Regierung die Mehrower milchwirtschaftlichen Anlagen, die als mustergültig und nachahmenswert gepriesen wurden. |
Mehrow. Das Fest der silbernen Hochzeit feiert heute Herr Gustav Wegener mit seiner Ehefrau Auguste, geb. Salzmann. Wir gratulieren herzlichst! Mehrow. Die Aprilversammlung des Landwehrvereins findet erst am Sonnabend den 10. April, abends 1/2 9 Uhr, bei Kamerad Raetz statt. Die Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. Es sind vom Kreiskriegerverband 15 Eintrittskarten zugestellt worden für die Feier aus Anlaß des 30jährigen Bestehens des Kreisverbandes, die am Freitag, den 30. April abends 7 1/2 Uhr im Konzerthaus Clou - Berlin, Mauerstraße, als "Deutscher Abend" stattfindet. Die Karten stehen beim Vorsitzenden zur Verfügung. Näheres über die Art der Feier wird in der nächsten Vollversammlung bekanntgegeben. Zwecks Bildung der Kreisgruppe VII, der auch unser Ortsverein angeschlossen werden soll, ist der Vorstand des Vereins zu einer Sitzung am Sonntag, den 11. April, nachmittags 3 Uhr, nach Neuenhagen, Bahnhof, Wartesaal 2. Klasse, eingeladen worden. |
Ahrensfelde. Ein Autounfall mit glimpflichem Ausgang ereignete sich in den Morgenstunden des Himmelfahrtstages auf unserer Dorfstraße zwischen der Schule und dem Kaufmann Jauert. Ein mit 7 Personen besetztes Auto kam in sehr mäßigem Tempo aus der Richtung Blumberg, als mit mächtigem Krach, infolge Bruchs der vorderen Achse, der Wagen sich auf das Straßenpflaster streckte und die Insassen im Bogen auf das Pflaster geschleudert wurden. Dr. Ebeling leistete die erste Hilfe und legte im Schulhause den Verletzten Verbände an. Glücklicherweise waren alle nur mit äußeren Verletzungen davon gekommen. Die Gesellschaft, die von Stettin kommend, zur Mastviehausstellung nach Berlin wollte, konnte nun ihre Reise mit der Bahn fortsetzen, während der Wagen in Ahrensfelde blieb, bis er am letzten Sonnabend durch ein Lastauto von Stettin abgeholt wurde. Mehrow. Zur Gründung einer Feuerwehr war die feuerlöschpflichtige Einwohnerschaft unseres Ortes am letzten Sonntag nachm. 3 Uhr in den Gasthof Meißner eingeladen. Kreisbrandinspektor Graß war mit noch zwei Feuerwehrkameraden aus Karlshorst persönlich zu der Versammlung erschienen, um als erster Fachmann des Kreises uns in dieser Angelegenheit mit gutem Rat zur Seite zu stehen. Nach der Eröffnung der Versammlung durch Gemeindevorsteher Meißner hielt Inspektor Graß einen eingehenden, interessanten Vortrag über "Brandgefahr und Feuerlöschwesen". Der Vortragende zeigte zunächst die verschiedenartigen Ursache für Zimmer- und Gebäudebrände und sprach dann von der Bekämpfung des Feuers und vom Feuerlöschwesen. Der Vortrag wurde mit großem Interesse angehört. Da sich die Vertreter von der Gemeinde und vom Rittergut auf eine Freiwillige Feuerwehr nicht einigen konnten, wurde die Gründung einer organisierten Pflichtfeuerwehr, bestehend aus einem Führer, einem Stellvertreter und 6 Mann, ins Auge gefaßt. In dieser Richtung konnten die nötigen Beschlüsse zwischen Gut und Gemeinde, die einen gemeinschaftlichen Feuerlöschbezirk bilden, bald gefaßt werden. Die Kosten für eine erstmalige Ausrüstung der kleinen Wehr wurde auf etwa 700 Mark veranschlagt, die vom Gut und der Gemeinde anteilig getragen werden müssen. Von dem Feuerwehrmann Kegler - Karlshorst, Vertreter für die Firma Ewald - Küstrin, wurden sogleich zwei angehende Feuerwehrmänner aus der Versammlung probeweise in die neue Uniform eingepuppt und den Anwesenden vorgestellt. Als Instrukteur für die zu bildende Wehr wurde uns Herr Langmann - Führer der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde - der persönlich anwesend war, warm empfohlen. Nun wollen wir hoffen, daß die Anregungen des Kreisausschusses und die Bemühungen des Kreisbrandinspektors in dieser wichtigen Angelegenheit nicht im Stadium der Erwägungen stecken bleiben, sondern daß bei unserm feuergefährlichen Betriebe im Orte bald etwas unerläßlich Notwendiges geschaffen wird. |
Mehrow. Ein frecher Diebstahl. Auf dem Vorwerk Trappenfelde wurde in der Nacht zum Dienstag entweder von der Weide oder aus einer Feldscheune eine Färse gestohlen. Sie ist 3/4 Jahr alt, schwarz-bunt und mit einer Ohrmarke versehen, deren Nummer nicht bekannt ist. Sachdienliche Angaben erbittet Gutsbesitzer Bothe - Mehrow oder das Oberlandjägeramt Ahrensfelde. Der Bestohlene hat eine Belohnung ausgesetzt. |
Ein orkanartiger Sturm ging am Dienstag über Bernau und dessen Umgebung dahin. Die Chausseen waren vielfach gesperrt durch äste, die der Sturm herabgerissen hatte. Der Sturm nahm zeitweise derartigen Umfang an, daß die Passanten insbesondere an den Straßenecken alle Mühe hatten, sich aufrecht zu erhalten. Wenn auch die Stürme der letzten Tage zu den Herbsterscheinungen zu rechnen sind, so kann man doch mit Recht sagen, daß sie weit über das bei uns übliche hinausgehen. Die Ursache zu dieser abnormen Erscheinung, die ja bekanntlich an der Ostsee- und Nordseeküste ganz beträchtlichen Schaden hervorgerufen hat, sind zwei Zyklone, die von Finnland und den Shetland-Inseln zu uns gekommen sind. Wenn die Sonnenfleckentheorie, die ja im Sommer wahre Triumphe feiern konnte, Wahrheit ist, so können wir uns in diesem Herbst und auch wohl noch im Vorwinter auf außerordentliche Ueberraschungen in der Gestaltung des Wetters gefaßt machen. Bekanntlich sind erst in den letzten Tagen Sonnenflecken von ganz enormer Größe gesichtet worden, so daß man gut daran tut, vorläufig trotz entgegengesetzter Wetterprophezeiungen größere Landpartien zu unterlassen. In Schutzhaft genommen wurde der Arbeiter Daniel H., da er am 12. Oktober sinnlos betrunken angetroffen wurde. Da H. bereits auf der Säuferliste steht, auch bereits einmal in der Anstalt zu Eberswalde gewesen ist, ist anzunehmen, daß er wiederum dorthin überführt wird. |
Mehrow. Das Fest der silbernen Hochzeit feiert heute, Mittwoch Herr Karl Krause mit seiner Gattin Amalie, geb. Wiedenhöft. Wie gratulieren recht herzlich. |
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Mehrow. Ein schwerer Unfall trug sich auf dem Rittergut zu. Der auf dem Gute beschäftigte 37jährige Arbeiter Fischer, der eine Fuhre Dung auf den Acker gefahren hatte, stürzte aus unbekannter Ursache von seinem Sitz und geriet unter die Räder des Wagens. Der Verunglückte, der schwere innere Verletzungen erlitten hatte, vermochte sich noch eine Strecke weiterzuschleppen, brach dann aber besinnungslos zusammen. Kurze Zeit später fand man T. [!] auf und brachte ihn nach seiner Wohnung auf den Gute, wo er bald darauf verstarb. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und fünf unmündige Kinder. |
Mehrow. Lehrer Wiener [!] verläßt mit dem 1. April unseren Ort, um die Konrektorstelle in Fredersdorf zu übernehmen. Sein Scheiden wird von allen Seiten aufrichtig bedauert, hat er doch durch sein langjähriges Wirken in unserer Gemeinde verstanden, sich überall Sympathien zu erringen. Die besten Wünsche begleiten ihn darum in seinen neuen Wirkungskreis. |
Mehrow. Lehrer Weier verläßt am 1. April unsern Ort, um nach fast 25jähriger Tätigkeit als Konrektor nach Fredersdorf überzusiedeln. Daß er es verstanden hat, in der Zeit sich das Vertrauen und die Liebe seiner Kinder und der Gemeinde zu erwerben, bewiesen die drei Abschiedsfeiern am vergangenen Sonnabend. Um 5 Uhr veranstalteten die Schüler und Schülerinnen im Beisein des Gemeindevorstehers Meißner dem scheidenden Lehrer eine würdige Feier in der Schule. Der Sprecher für die Kleinen war der Kollege und Freund, Lehrer Meyer aus Hönow. Gesänge und passende Abschiedsgedichte säumten die Schulfeier ein. Die Kinder überreichten einen Haussegen in Brandmalerei. Um 6 Uhr erschien eine Abordnung der Gemeinde und der Vertreter des Rittergutsbesitzers Bothe. Gemeindevorsteher Meißner dankte tiefbewegt dem bisherigen Schöffen der Gemeinde für seine Verdienste um Schule und Gemeinde und überreichte im Auftrage der Gemeinde und des Gutes eine Standuhr zum Andenken. Lehrer Weier dankte für die Überraschung. Der Abend brachte die dritte Feier. Denn auch die Kameraden des Landwehrvereins wollten dem scheidenden Vorsitzenden, dem Freund und Kameraden, Lebewohl sagen. Der Versammlungsort stand im Festschmuck. Der Festredner, Lehrer Meyer schilderte die Verdienste des ersten Steuermannes des Vereins, der seit 1923 das Vereinsschifflein sicher zu den Zielen des Kyffhäuserbundes geführt habe. Der 2. Vorsitzende, Kamerad Meißner, überreichte zum Andenken ein Hindenburgbild und eine Urkunde mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Vereins. In Reden unter Gesängen und Vorträgen erlebten der Scheidende und sein Verein Stunden echter deutscher Fröhlichkeit und Kameradschaft. Der Abend zeigte, welch tiefes Band beide umschlingt. |
Mehrow. Der Landwehrverein hielt am Sonnabend seine April-Versammlung bei Kamerad Raetz ab, zu der 32 Kameraden erschienen waren. Den Vorsitz führte der bisherige zweite Vorsitzende, Kamerad E. Meißner. Neu aufgenommen wurde in den Verein der Oberschweizer Richter als aktives Mitglied, so daß die Stärke des Vereins jetzt 45 beträgt. Nachdem die Kassengeschäfte ordnungsgemäß geregelt worden waren, wurde zur Wahl eines neuen 2. Vorsitzenden geschritten. Das Los fiel auf den Kameraden Aug. Lehmann. Unter Punkt Verschiedenes wurde beschlossen, die von Herrn Bothe dem Verein überwiesenen 75 M so zu verteilen, daß 50 M der Sterbekasse und 25 M der Vereinskasse zufließen. Die Teilnehmerkarten für den "Deutschen Abend" im Clou, veranstaltet vom Kreis-Kriegerverband am Freitag den 29. April, wurden den Kameraden empfohlen. Um 10 Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die Kameradschaft. Nach Schluß des geschäftlichen Teiles der Versammlung hat sich ein Gesangs-Quartett gebildet. Diese kameradschaftlichen Sangesbrüder haben sogar schon ihre Vortragstour im nächsten Sommer festgelegt. |
Ahrensfelde. Die Prüfung und Einsegnung der Konfirmanden von Ahrensfelde und Mehrow findet am Palmsonntag vormittags um 10 Uhr, in der Kirche durch Pfarrer Benecke statt. |
Mehrow. Lehrer Weier, der seit längeren Jahren in unserer Gemeinde gewirkt hat, ist mit dem 1. April als Konrektor nach Fredersdorf versetzt worden. Sein Nachfolger im Lehrer- und Organistenamt ist an unserer Schule vertretungsweise Lehrer Erich Radecke. Der beiderseitige Dienstanfang ist jedoch erst am 25. April erfolgt. |
Mehrow. Die Sitzung des Landwehrvereins fand am Sonnabend bei Gastwirt Meißner statt. Zur Aufnahme hat sich ein Kamerad gemeldet. Der 1. Vorsitzende gab einen Bericht über die Kreis-Krieger-Verbandstagung im Clou, an der Mehrow mit 22 Kameraden teilnahm. Im Hinblick auf die Wetterverhältnissse will man nun wieder dem Schießsport fleißig pflegen. Da aber der Schießstand noch unter Wasser steht, muß das Schießen noch verlegt werden., bis das Wasser zurückgetreten ist. Mit einem dreifachen Hoch auf die Ortsgruppe schloß die Sitzung. Mehrow. Ein Leuchtmast, der den Fliegern, die Mehrow passieren, zur Orientierung dienen soll, wurde am Montag aufgestellt. Solange haben sich die Flieger bei Dunkelheit nach dem roten Licht, das an der Mühle angebracht war, gerichtet. |
Blumberg: Die Schülerzahl an unserer Schule ist in den letzten Jahren erheblich gesunken. Es ist darum ein Abbau einer Lehrerstelle geplant. Hauptlehrer Siebau hat sich bereits am 1. Februar von den Schülern verabschiedet. Er gedenkt in die Geschäftswelt überzugehen. Seit 1. Februar unterrichten nur noch zwei Lehrer, da Hauptlehrer Siebau beurlaubt ist. |
Blumberg. 8. Bundesfest des Sängerbundes an der Wriezener Bahn. Blumberg und sein idyllischer Schloßpark waren gestern der Schauplatz des 8. Bundesfestes des Sängerbundes an der Wriezener Bahn, dessen Geburtsstätte Werneuchen ist. Der Vormittag dieses - wenigstens in Blumberg - ziemlich regenreichen Junitages war dem Empfang der auswärtigen Sangesbrüder gewidmet, der Nachmittag dem Festzug und dem Festakt im Schloßgarten, an dem die Gesangvereine "Hoffnung" Blumberg, Frauenchor Werneuchen, "Frohsinn" Lichtenberg, "Edelweiß" Falkenberg, "Frohsinn" Ahrensfelde, "Humor" Seefeld, "Harmonie" Marzahn, "Eintracht" Hohenschönhausen und [der] Männergesangsverein Werneuchen teilnahmen. Die Wochenendfahrer sahen erstaunt nach den Girlanden und Transparenten, die die Straße zierten und mit denen Sturm und Regen ihr böses Spiel trieben. Festlich war das Kleid des Ortes, obwohl von einem Fest nicht viel zu merken war. Unten im Schloßpark aber, hinter dem Spielzeugschachtel-Schloß des Grafen v. Arnim, bot sich dem Beschauer ein Bild, das ganz reizvoll und eigenartig war. Wie eine Freilichtbühne dehnte sich das Rasenrund, auf dem sich Sänger und Zuhörer ein Stelldichein gaben, das den Himmel so neidisch machte, daß er hin und wieder seine Schauer zur Erde sandte, Männlein und Weiblein unter die Bäume treibend. Trotzdem aber, - vielleicht weil beim Sängerstreit die Sänger auch streitbar sind, wickelte sich das reichhaltige Programm fast lückenlos ab. Man merkte den einzelnen Chören an, daß gute Arbeit geleistet wurde, daß das vorhandene Stimmaterial von kundiger Hand gepflegt und ausgebaut wird. Da war kaum ein Verein, dessen Leistung hinter denen der anderen zurückstand. Besonderes Lob gebührt dem Frauenchor Werneuchen, dessen Darbietungen eine Reinheit und Beschwingtheit auswiesen, wie sie selten anzutreffen sind. Das Unterschiedliche in der Vortragsfolge gab Gelegenheit zu der Feststellung, daß das deutsche Volkslied noch immer seine Zugkraft bewahrt, und seine Pflege die dankbarste Aufgabe für Sänger und Dirigenten ist. Dies betonte der Bundesvorsteher Matthes -Werneuchen auch in seiner Ansprache mit entschiedener Deutlichkeit. Der Redner gab nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Sängerbundes einen Abriß der Arbeit, die geleistet wurde und geleistet werden muß, um die Aufgaben zu erfüllen, die sich der Bund gestellt hat: "Das deutsche Lied so wahr und rein, soll allzeit uns're Losung sein, den Männersang aus Herzensgrund stärk' und erhalt' der Sängerbund!" So heißt der Wahlspruch, den der Bundeschormeister dem Bund gewidmet hat. Hätte nicht das dunkle Gewölk am Himmel dauernde Störungsversuche gemacht, gegen die selbst die zahlreichen Landjäger machtlos waren, dann wäre der Besuch des Festes noch viel besser gewesen. Es saß sich wundervoll in diesem idyllischen Park, dessen Bäume zu den Liedern der Sangesbrüder die Urbegleitmelodie rauschten. Am Abend vereinigten sich Gastgeber und Gäste bei dem unerläßlichen Tanz, der dem festlichen Tag, obwohl er unter der Mißgunst des Wettergottes zu leiden hatte, doch den richtigen Abschluß gab, von dem man sagt: "Ende gut, alles gut!" Und dieses gute Ende des Blumberger Festes dürfte wohl ein Markstein in der Geschichte des Bundes sein, der einen so schönen und verheißungsvollen Weg genommen hat. |
Ahrensfelde. Wegen Ausführung von Neuschüttungsarbeiten wird die Berlin-Schwedter Provinzialchaussee zwischen Ahrensfelde und Blumberg (von Station 14,8 bis Station 16,4) auf etwa drei Wochen gesperrt. Für den Verkehr steht während dieser Zeit der Sommerweg zur Verfügung. |
Mehrow. Ein seltenes Jubiläum begeht der Schmiedemeister Ernst Krause. Am 28. August sind es 45 Jahre, daß Krause auf dem Rittergut in M. als Schmiedemeister tätig ist. Krause der im 72. Lebensjahre steht und sich in Mehrow großer Beliebtheit erfreut, hat in seiner 45jährigen Dienstzeit so manches erlebt, das Gut hat in seiner Dienstzeit viermal seinen Besitzer gewechselt. Vater Krause blieb aber unverdrossen an seinem Amboß. Vor 5 Jahren wurde ihm von der Landwirtschaftskammer die silberne Dienstauszeichnungsmedaille verliehen. Auch wir beglückwünschen ihn zu seinem Jubeltage, möge ihm und seiner Gattin noch ein langer sorgenfreier Lebensabend beschieden sein. |
Mehrow. Sein Dienstjubiläum feierte am 28. August Schmiedemeister Krause. An diesem Tag wurden ihm große Ehrungen zuteil. Verwandte und gute alte Freunde hatten sich zur Beglückwünschung eingefunden. Der Reichspräsident ließ dem Jubilar durch Rittergutsbesitzer Bothe eine Ehrenurkunde mit eigenhändiger Unterschrift überreichen. Rittergutsbesitzer Bothe selbst erfreute Meister Krause u.a. noch durch Überreichung eines namhaften Geldgeschenkes. |
Blumberg. Nach über 22-jähriger Tätigkeit im Amtsbezirk trat der Amtssekretär Emil Bode am 1. Oktober 1927 in den wohlverdienten Ruhestand. ... |
Mehrow. Das Fest der silbernen Hochzeit feiert heute, Mittwoch, der Schuhmachermeister Wilhelm Lindemann mit seiner Gattin Auguste, geb. Batke. Wir gratulieren herzlichst! Mehrow. Der Landwehrverein hielt am 3. November bei Meißner eine Versammlung ab. Nach Eröffnung der Sitzung und Verlesung der Mitgliederliste gedachte der Vorsitzende des verstorbenen ersten Präsidenten des deutschen Reichskriegerbundes, Sr. Ex. Generaloberst v. Herringen. Die Kameraden erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Sitzen. Die Niederschrift der letzten Versammlung wurde angenommen. Kam. L. Milch sprach über das Thema "Das deutsche Flugzeugwesen." Ausgehend von den kleinlichen Anfängen unseres Flugwesens vor dem Kriege zeigte er die schnelle Entwicklung und stetige Vervollkommnung des Flugzeugwesens während des Krieges sowie seine vielseitige Verwendung im Kampfe. Die Aussprache über den Vortrag war recht interessant. Für die Kriegsblindenstiftung bewilligte die Versammlung den Betrag von 10 Mark. Um 1/2 12 Uhr wurde die Versammlung geschlossen. |
Ahrensfelde: Die Landbundortsgruppen Ahrensfelde und Eiche hielten am 7. Dezember im Gasthaus Dubick eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung ab ... |
Mehrow. Die Weihnachtsfeier der Schule fand am 17. Dezember im Gasthaus von Meißner statt. Man kann diese Veranstaltung, in der Lehrer Köppe guten Geschmack und großes Geschick bewies, als gelungen bezeichnen. Sie bedeutete für ganz Mehrow eine große Überraschung, denn in aller Stille und Heimlichkeit waren die Vorbereitungen getroffen worden. Mit welch großem Fleiß gearbeitet worden war, bewiesen sowohl die gut vorgetragenen Gesänge und Gedichte, wie die kleinen Aufführungen, von denen sich besonders "Schneewittchen" und das "Krippenspiel" durch Natürlichkeit in Spiel und Kostümen auszeichneten. Die Darbietungen, die durch Klaviervorträge von Lehrer Bauer - Hönow unterbrochen wurden, fanden ihren Ausklang in einem lustigen Tänzchen für die Kinder. Ihre Freude übertrug sich auf die Erwachsenen, so daß die Feier für alle Beteiligten einen befriedigenden Verlauf nahm. |
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Blumberg. Ein Sittlichkeitsattentat wurde gestern abend gegen 7 Uhr auf die Expedientin S. verübt, die sich auf dem Wege nach Ahrensfelde befand. ... |
Ahrensfelde. Der Krieger- und Landwehrverein kann in diesen Tagen auf ein 50 jähriges Bestehen zurück blicken. ... |
Blumberg. Die "Frauenhilfe" Blumberg feierte kürzlich ihr 25. Stiftungsfest im Lokal von Ebel. ... |
Gegen den Abschuß geschützter Vögel. Der Preußische Landesjagdverband teilt mit: Es mehren sich die Fälle, in denen Seeadler, Schwäne und Trappen, die sämtlich für das ganze Jahr (mit Ausnahme des Trappenhahnes im März) unter Schutz gestellt sind, abgeschossen werden. Dieser verbotene Abschuß wird als Uebertretung der einschlägigen Polizeiverordnungen bestraft, außerdem neuerdings auch noch gemäß einer Kammergerichtsentscheidung als Vergehen nach § 292 Strafgesetzbuchs wegen Wilddiebstahls. Es sind geschützt: Der Seeadler und der Höckerschwan durch Ministerialverordnung vom 30. Mai 1921, der Singschwan und der Zwergschwan durch Ministerialpolizeiverordnung vom 13. Juni 1922, der Großtrappe durch Ministerialpolizeiverordnung vom 24. Juli 1923 (nur der Hahn ist im Monat März frei) und der Zwergtrappe durch Ministerialverordnung vom 30. Mai 1921. Zur Vermeidung von Irrtümern wird künftig auf den Jagdscheinen die Trennung zwischen Schon- und Schutzzeiten aufgegeben werden, beide Zeiten werden zusammen aufgeführt. |
Mehrow. Die Aufnahme der Schulneulinge findet am Dienstag den 20. März im Schulhause statt. Schulpflichtig werden alle Kinder, die bis zum 30. Juni ihr 6. Lebensjahr vollendet haben, die also vor dem 30. Juni 1922 geboren sind. Tauf- und Impfscheine sind bei der Anmeldung mitzubringen. Bei dieser Gelegenheit sei gleichzeitig darauf hingewiesen, daß es sich nicht empfiehlt, bei der Schule die Aufnahme von Kindern zu beantragen, die noch nicht das schulpflichtige Alter erreicht haben, die also nach dem 30. Juni 1922 geboren sind. Diese Kinder sind, auch wenn sie körperlich kräftig erscheinen, in geistiger Hinsicht den Anforderungen der Schule meistens noch nicht gewachsen. |
Ahrensfelde. Die Anmeldung der Schulneulinge für unsere Gemeinde findet am Mittwoch den 21. März in der Zeit von 3 bis 5 Uhr nachmittags statt. Schulpflichtig werden alle Kinder, die bis einschließlich 30. Juni dieses Jahres 6 Jahre alt werden. Bei der Anmeldung sind Tauf- und Impfschein vorzulegen. Ahrensfelde. Die Fortbildungsschule hat am Freitag den 16. März ihre Pforten für ein halbes Jahr geschlossen. Sie wurde in diesem Jahr von 20 Schülern besucht, wovon 11 in landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt sind, während 9 Schüler ein Handwerk erlernen. Gelegentlich der Revision der Fortbildungsschule durch Schulrat Hoppe wurde festgestellt, daß das Interesse der Schüler am Unterricht und auch die Disziplin sich gegen das Vorjahr gebessert haben. Ahrensfelde. Der Gottesdienst am kommenden Sonntag fällt aus. Am Sonntag, den 28. März findet der Gottesdienst wegen der Einsegnung in Hönow schon um 8 Uhr früh statt. |
Mehrow. Der Landwehrverein Mehrow hielt am Sonnabend im Lokale Raetz seine Märzversammlung ab. Der 2. Vorsitzende, Kamerad Schwarz, eröffnete die Versammlung. Gleichzeitig übermittelte er dem Verein die besten Grüße von dem Kameraden Meißner, dem erkrankten 1. Vorsitzenden. Nach der Verlesung der letzten Niederschrift und der Einziehung der Monatsbeiträge erstattete Kamerad Schwarz Bericht über die Gruppentagung in Neuenhagen und über den Kreis-Krieger-Verbandstag in Berlin. Er führte u.a. aus, daß man auf dem Kreis-Verbandstage im Allgemeinen die Organisation und das Verhalten des Kriegervereins Ladeburg verurteilt habe. Wie erinnerlich hat in Ladeburg ein Kind auf dem Schießstande des Kriegervereins durch einen Querschläger ein Auge verloren. Der Verein, der nicht versichert war, ist zur Zahlung von 5000 RM verurteilt worden und wendet sich nun hilfesuchend an die Kameradenvereine. Ueber den "Fall Ladeburg" entspann sich eine erregte Debatte. Einige Kameraden sprachen sich gegen eine Unterstützung aus. Kamerad Köppe forderte den Verein auf, kameradschaftlich zu denken und zu handeln, um dem in Not geratenen Bruderverein hilfreich zur Seite zu stehen. Auch die Kameraden Teschke und Wiedenhöft sprachen sich für eine Unterstützung des Ladeburger Vereins aus. Nach längerer Debatte, in der auch zur Aussprache kam, daß der Kriegerverband Groß-Berlin nur 50 RM nach Ladeburg gesandt hätte, wurde der Antrag des Kameraden Teschke angenommen, der eine Unterstützung aus der Vereinskasse forderte. Unter Punkt "Verschiedenes" verlas der Versammlungsleiter zunächst die wichtigsten Stellen aus dem Parolebuch über die Flaggenfrage und über das Versicherungswesen im Kriegerverbande. Als über den Verlauf des letzten Vergnügens gesprochen wurde, gab Kamerad Köppe dem Schriftführer die Anregung, dem Verein von jedem Vergnügen einen schriftlichen Bericht vorzulegen. Kamerad Pose forderte vom Vorstand den Bau des Kriegerdenkmals in die Wege zu leiten. Da über diese Frage keine Einigung zu erzielen war, wurde die weitere Aussprache darüber vertagt. Um 11 Uhr schloß Kamerad Schwarz die Sitzung mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. |
Mehrow. Eine Sitzung der Gemeindevertretung fand am 27. März statt. Nach Feststellung der Beschlußfähigkeit verlas Gemeindevorsteher Meißner die Verfügung des Kreisausschusses über die Erhöhung der Fürsorgerichtsätze vom 30. Januar 1928, wonach die Bezüge der Empfänger einer allgemeinen Wohlfahrts-(Armen-)Unterstützung, der Sozial- und Kleinrentner vom 1. Januar ab um 20 Prozent erhöht werden sollen. Nach längerer Aussprache über die Auswirkung dieser Verfügung in der Gemeinde Mehrow wurde der Gemeindevorsteher ermächtigt, bei dem nächsten Zahlungstermin nach neuen Richtsätzen zu verfahren. Mehrow. Der Schulvorstand trat am Dienstag abend zu einer kurzen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stand die Auflassung der neu festgesetzten Schulgrenze. Da die Regierung zu Potsdam ihre Genehmigung zu der Neufestsetzung der Grenze zwischen dem Schulgrundstück und dem benachbarten Besitz des Rittergutes Mehrow bereits erteilt hat, wurde der Schulverbands-Vorsteher Meißner durch einstimmigen Beschluß bevollmächtigt, gemäß dem Beschlusse vom 19. Dezember 1927 die zur Auflassung erforderlichen Erklärungen abzugeben bzw. entgegenzunehmen. Unter Punkt "Verschiedenstes" wurde beschlossen, den schadhaften Zaun des Schulgartens in den nächsten Wochen ausbessern zu lassen. |
Mehrow. Schulentlassung und Neueinschulung haben die Mehrower Schülerzahl nicht wesentlich beeinflußt Es wurden in diesem Jahre 9 Kinder entlassen und zwar 5 Mädchen und 4 Knaben. Zur Aufnahme sind 7 Mädchen und 1 Knabe angemeldet. |
Blumberg. Feueralarm ertönte am 6. April 1.45 Uhr in unserem Ort. Die Wehr wurde nach der Gräfl. Arnimschen Gutsverwaltung gerufen, wo ein Brand in der Brennerei in der 2. Etage aus bisher noch nicht festgestellter Ursache ausgebrochen war. Durch das schnelle Eingreifen der Wehr gelang es, das Feuer nach kurzer Zeit zu löschen. Zum ersten Mal trat die Feuerspritze in Tätigkeit, die sich vorzüglich bewährte. Um 3.30 Uhr rückte die Wehr wieder ab. Eine Brandwache blieb zurück. |
Mehrow. Der Landwehrverein tagte am Sonnabend im Lokal von Meißner. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden wurde die letzte Niederschrift verlesen und angenommen. Auch die Zahlung der Beiträge erledigte sich schnell. Nach Klärung der Versicherungsbedingungen wurde beschlossen, die Vereinsfahne bei der Versicherungsanstalt des Kyffhäuserbundes gegen Diebstahl zu versichern, und zwar soll die Versicherungssumme 1000 RM betragen. Die Aussprache über die Versicherung des Vereins gegen Haftpflicht wurde sehr lebhaft geführt. Die Kameraden sprachen sich für und gegen die Versicherung aus. Zum Schluß der Debatte entschied sich die Mehrheit für eine Versicherung des Vereins. Ueber die Unfallversicherung der Mitglieder kam es zu keiner Einigung. Der Punkt soll zur weiteren Aussprache auf die nächste Tagesordnung gesetzt werden. Die Teilnahme des Vereins an den Feierlichkeiten der Kyffhäuser-Jugendgruppen in Potsdam und Oranienburg wurde abgelehnt. Teilnehmen wird der Verein aber an dem am 27. April im Clou stattfindenden deutschen Abend des Kreiskriegerverbandes Niederbarnim. Das in herzlichen Worten gehaltene Dankschreiben des Kriegervereins Ladeburg für die vom Mehrower Verein gespendete Summe wurde vom Vorsitzenden verlesen. Unter Punkt "Verschiedenes" wurde nach kurzer Aussprache beschlossen, die Wahl eines Kriegerdenkmals-Ausschusses und die Regelung der Pflege des Grabes des gestorbenen kriegsgefangenen Russen auf die nächste Tagesordnung zu setzen. Ein Mitglied forderte eine schriftliche Aufforderung an die säumigen Mitglieder, die Vereinssitzungen regelmäßiger zu besuchen. Der nächste Punkt betraf die Nagelung der Fahne. Die Kameraden Misch und Schwarz hatten dem Verein zur Erinnerung an den eindrucksvollen Geburtstag des Reichspräsidenten einen Fahnennagel gestiftet. Der Vorsitzende, Ernst Meißner, sprach den beiden Spendern den Dank des Vereins aus. In der Festansprache forderte er auch weiterhin Treue zum Vaterlande und festes Zusammenhalten in kameradschaflichem Geiste. "Fest, wie ihr schlagt den Nagel ein, so fest soll unsere Kameradschaft sein." Die Ansprache endete mit einem dreifachen Hoch auf unser deutsches Vaterland. Darauf stimmte der Verein das Deutschlandlied an. Nun wurde das neue Schmuckstück an die Fahnenstange geheftet. Darauf war der offizielle Teil der Sitzung erledigt. |
Ahrensfelde. Der Deutsche Turnverein "Felsing" Ahrensfelde feierte am Sonnabend im Lokal des Tbr. Büttner sein 20. Gründungsfest im Kreise seiner Mitglieder und derer Angehörigen. ... |
Ahrensfelde. Der Krieger- und Landwehrverein kann am 1. Juli auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Der Festausschuß hat in diesen Tagen die Festordnung und die Einladungen an eine große Zahl von Brudervereinen aus den Kreisverbänden Niederbarnim und Lichtenberg entsandt. Eingeleitet wird die Jubelfeier am Sonnabend den 30. Juni durch Zapfenstreich mit anschließendem Festkommers. Der Haupttag ist natürlich der Sonntag. Um 7 Uhr ist Wecken und im Anschluß daran Kranzniederlegung am Ehrenmal und Gottesdienst unter Beteiligung der Ortsvereine. Die Hauptfeier spielt sich in dem üblichen Rahmen am Nachmittag ab. Der Verbandsvorsitzende Kam. Ewig - Weißensee, hält die Festrede, auch der Ortsgeistliche, Pfarrer Benecke, wird sprechen. Mehrow. Der Wahlsonntag ist in Mehrow ruhig verlaufen. Die Wahlzeit dauerte von 10 Uhr vorm. bis 5 Uhr nachm. Die Stimmliste enthielt 195 Wahlberechtigte, davon schritten zur Wahlurne 158, also etwa 82 Prozent. Vier Personen wählten mit Stimmscheinen, so daß im ganzen 162 Stimmen abgegeben wurden. 6 Stimmzettel für die Reichstagswahl waren unbeschrieben. Für die Landtagswahl waren 4 unbeschrieben und 1 ungültiger Stimmzettel abgegeben worden. Außerdem befanden sich in der Urne sechs leere Umschläge. |
Ergebnisse der Reichstagswahl / Landtagswahl vom 20. Mai 1928 in Mehrow: - Sozialisten (S.P.D.): 68 / 67, - Deutschnationale (Dnat.): 50 / 48 - Zentrumspartei: - / - - Volkspartei (D.V.P.): 7 / 7 - Kommunisten (K.P.D.): 24 / 23 - Demokraten: 1 / 4 - Wirtschaftspartei: 4 / - - Nationalsozialisten: - / - - U.S.P.D.: 2 / - |
Mehrow. Der Landwehrverein Mehrow beschloß in seiner Monatsversammlung am Sonntag den 1. Juli um 11.30 Uhr beim 1. Vorsitzenden zum Abmarsch nach Ahrensfelde anzutreten, um an der Feier des 50jährigen Bestehens des dortigen Krieger- und Landwehrvereins teilzunehmen. Die Besorgung des Fahnennagels bleibt dem Vorstande überlassen. Der Hauptpunkt der Tagesordnung war die Feier des 50jährigen Bestehens des Landwehrvereins. Der 1. Vorsitzende hatte dem Verein seine Festansprache, in der er viel Interessantes aus der Geschichte des Vereins zu erzählen wußte, übersandt. Nachdem dieselbe verlesen worden war, richtete der Versammlungsleiter noch einige Worte über Kameradschaft und Vaterlandsliebe an die Kameraden. Darauf wurde das Deutschlandlied angestimmt. Der sich anschließende Festkommers wurde so abwechslungsreich, daß die Zeit im Fluge dahinging. Die Reihe der Vorträge wurde unterbrochen durch alte Soldatenlieder aller Truppengattungen. Allen Teilnehmern wird dieser angenehme Abend noch lange in schöner Erinnerung bleiben. |
Blumberg. Die Ortsgruppe Berlin des Großvereins Generalfeldzeugmeister (ehem. Feldart. Regt. 3 Brandenburg a. H.) unternahm einen Familienausflug nach Blumberg, Bez. Potsdam. Von Ahrensfelde-Friedhof trafen zu Fuß gegen 12 Uhr über 200 Teilnehmer ein. ... |
Ahrensfelde. Zur Elternbeiratswahl für die Gemeindeschule ist nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden. Nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen erübrigt sich daher die Wahl. Nach dem eingegangenen Wahlvorschlag gelten somit als gewählt: 1. Ernst Bluhm, 2. Max Linthorst, 3. Berta Gorn, 4. Otto Lusche, 5. Albert Kühnke, 6. Paul Lange, 7. E. Zinn. Von den Gewählten gelten die ersten 5 als ordentliche Mitglieder des Elternbeirates, während die beiden letzten als Ersatzpersonen zu betrachten sind. |
Ahrensfelde. Unser Ort rüstet für ein großes Fest. Am Sonnabend, den 30. Juni und Sonntag, den 1. Juli feiert der Krieger- und Landwehrverein Ahrensfelde 1878 sein 50. Stiftungsfest ... |
Ahrensfelde. Alle Hände regten sich, um unsern Ort für die 50. Jubelfeier des Krieger- und Landwehrvereins am Sonnabend und Sonntag festlich zu schmücken. ... |
Blumberg. Die Kolonie Birkholzaue, die über die Bahnstation Blumberg zu erreichen ist, feiert morgen, Sonntag das Fest ihres 25jährigen Bestehens. Durch den rastlosen Fleiß und den unermüdlichen Eifer der Siedler ist da im im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts ein idyllisches Fleckchen Erde erschaffen worden, in dem kein Mensch die frühere Einöde vermuten kann. ... |
Mehrow. Der Landwehrverein hielt seine Versammlung im lokale des Kameraden Meißner ab. Es wurde ein neues Mitglied aufgenommen. Der 1. Vorsitzende gab darauf einen kurzen Bericht über das Preisschießen und das Sommerfest des Vereins. Beide Veranstaltungen sind zur allgemeinen Zufriedenheit verlaufen und bei allen Teilnehmern noch in angenehmer Erinnerung. Infolge Ausscheidens des 2. Vorsitzenden war der Verein gezwungen, den Posten durch Neuwahl wieder zu besetzen. Nach längerer Aussprache wurde Kamerad Teschke zum 2. Vorsitzenden gewählt. Die dadurch freigewordene Stelle wurde durch Wahl des Kameraden Badtke wieder besetzt. Unter Punkt "Verschiedenes" wurde dem Schriftführer die Anregung gegeben, dem Verein einen kurzen schriftlichen Bericht über den Verlauf des Preisschießens und des Sommerfestes vorzulegen. Mit einem Hoch auf treue Kameradschaft schloß der 1. Vorsitzende die Sitzung. |
Ahrensfelde. Der Reiterverein veranstaltet am kommenden Sonntag, 19. August, sein diesjähriges Bauernwettreiten. Ein reiches Programm wird auch diesmal seine Anziehungskraft nicht verfehlen, sind doch 10 bis 12 Rennen vorgesehen. Für 8 Flach- und Jagdrennen sowie ein Trabfahren sind die Nennungen geschlossen. Es reihen sich aber noch offene Galopprennen und offenes Trabfahren an, für die am Renntage auf dem Rennplatz noch Meldungen entgegengenommen werden. Die Rennen nehmen um 3 Uhr ihren Anfang. |
Ahrensfelde. In letzter Stunde weisen wir noch einmal auf das große Bauern-Wettreiten hin, das der nun schon fast 30 Jahre bestehende Reiterverein am morgigen Sonntag veranstaltet. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so steht wieder ein Massenbesuch zu erwarten. Verschiedene Voranmeldungen für die offenen Rennen und Trabfahrten sind bereits erfolgt. Alles andere ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. |
Blumberg. Ueber einen Zwischenfall, an dem drei auswärtige junge Leute und der Jagdpächter beteiligt waren, berichteten wir zu Anfang des vorigen Monats. Bekanntlich hatte der Jagdpächter auf zwei der jungen Leute geschossen, glücklicherweise, ohne zu treffen. Das Landratsamt hat dem Jagdaufseher nun den Jagdschein abnehmen lassen. Eine weitere Klärung dieser Angelegenheit wird die Gerichtsverhandlung bringen. |
Blumberg. Der Sängerbund an der Wriezener Bahn, dem die Männer-Gesangsvereine von Werneuchen, Seefeld, Blumberg, Ahrensfelde, Falkenberg, Hohen-Schönhausen und Marzahn angehören, hielt am Sonntag unter Leitung seines Bundesvorsitzenden G. Matthes in Werneuchen seine statutenmäßige Hauptversammlung ab. Dabei wurde der verdienstvolle Bundeschormeister A. Kösterke - Berlin-Lichtenberg einstimmig weiter mit der musikalischen Führung des Bundes beauftragt. Das 10. Bundesfest soll Ende Juni 1929 in Marzahn gefeiert werden. |
Ahrensfelde. Der deutsche Turnverein "Felsing" veranstaltete ein Winterfest. Alle Abteilungen des Vereins eröffneten die Veranstaltung durch einen Einmarsch. ... |
Blumberg. Ein schwerer Unfall ereignete sich am Mittwoch nachmittag gegen 4 1/2 Uhr in der Berliner Straße. Ein Lastkraftwagen-Mitfahrer der Brauerei Löwen-Bömisch stürzte aus dem Anhänger und wurde von diesem überfahren. Trotz Zurufen des Publikums fuhr der Chauffeur in voller Fahrt weiter und bemerkte das Fehlen seines Begleiters erst kurz vor Ahrensfelde. Der Schwerverletzte wurde ins Bernauer Krankenhaus übergeführt. |
Ahrensfelde. Der Reiterverein veranstaltete am Sonnabend im Lokal von Wilh. Dubick seinen herkömmlichen Reiterball. Die Festlichkeit nahm auch diesmal wieder einen glänzenden Verlauf. |
Mehrow. Der Schulvorstand und die Gemeindevertretung hielten am Donnerstag eine gemeinsame Sitzung ab. Da der Gutsbezirk aufgelöst worden ist, besteht auch keine Daseinsberechtigung mehr für den Gesamtschulverband. Auf der Tagesordnung stand infolgedessen die Uebergabe der Schulkasse an die Gemeindekasse und die Auflösung des Gesamtschulverbandes. Zunächst erfolgte die Rechnungslegung der Kasse für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1928. Sie wurde geprüft und für richtig befunden. Die Einnahmen betrugen 2562,79 RM, die Ausgaben 1578,40 RM. Daher konnte ein Bestand von 984,39 RM dem Gemeindevorsteher für die Gemeindekasse übergeben werden. An Wertpapieren und Sparkassenbüchern wurden übergeben: ein Auslösungsschein zur Anleihe-Ablösungsschuld des Deutschen Reichs über 62,50 RM, ein Spitzenbetrag von 100 RM und ein Sparkassenbuch der Kreissparkasse mit 162,50 RM; außerdem gingen drei alte Sparkassenbücher aus der Vorkriegszeit mit Eintragungen von 142,36 RM in den Besitz der Gemeindekasse über. Nach Uebergabe der verzeichneten Stücke sprach der Schulvorsteher den Mitgliedern des Schulvorstandes den Dank der Gemeinde für die im Dienste der Allgemeinheit geleistete Arbeit aus. Aus den darauf folgenden Dankesworten des Lehrers Köppe an der Schulverbandsvorsteher ging hervor, daß Gemeindevorsteher Meißner stets ein offenes Auge für die äußeren Schäden der Schule gehabt hat, daß er das Mehrower Schulhaus wie sein persönliches Eigentum gepflegt hat. Dieselbe Arbeit, die er als Schulverbandsvorsteher geleistet hat, liegt jetzt in seinen Händen als Gemeindevorsteher. Darauf erklärte Gemeindevorsteher Meißner den Schulverband für aufgelöst. |
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Mehrow. Der 1. Bezirk im Gau Brandenburg des Deutschen Turnerbundes hielt in Mehrow seinen diesjährigen Bezirksturntag ab. Die Bezirksvereine DTV "Jahn"-Berlin, DTV "Jahn"-Weißensee, DTV "Wanderlust"-Hohenschönhausen, DTV "Frisch Auf"-Marzahn, DTV "Felsing"-Ahrensfelde, DTV "Germania"-Blumberg, DTV "Theodor Körner"-Seefeld, DTV "Lützow"-Löhme, DTV "Armin"-Falkenberg und der DTV "Hindenburg"-Mehrow waren mit zusammen 21 Abgeordneten vertreten. Der Gauspielwart Romahn vom DTV "Jahn"-Berlin, der an Stelle des erkrankten Bezirksturnwarts Blsaat vom gleichen Verein die Tagung leitete, eröffnete die Sitzung mit einigen Begrüßungsworten. Besonders begrüßte er den Ehren-Gauobmann Kossats - "Jahn" Weißensee, ferner den Gauobmann Dombrowski vom Tv. Berlin und dessen Vertreter Krüger von "Wanderlust"-Hohenschönhausen. Zuerst gaben alle Amtsverwalter ihre Berichte über ihre Arbeitsgebiete bekannt. Es kam viel Erfreuliches zu Gehör, besonders der Kassenwart Schirmer*Seefeld hatte sehr erfolgreich mit der Bezirkskasse gewirtschaftet; ihm wurde Entlastung erteilt. Eingänge und Anträge waren nicht zu verzeichnen. Es wurde beschlossen, folgende Veranstaltungen abzuhalten: Gerätewetturnen am 7.4. in Ahrensfelde, Jugendwetturnen am 12.5. im Stadion Weißensee, Sonnenwendfeier am 22.6. in Falkenberg, Bezirksturnfest am 25.8. in Marzahn, Bezirksturntag am 8.12. in Hohenschönhausen. - Dann erstatteten die Vertreter ihre Berichte über Freud und Leid in ihren Vereinen. Im allgemeinen konnte aber wahrgenommen werden, daß das Wesen des Deutschtums immer mehr Wurzel faßt. Eine rege Aussprache erfolgte über die Anwendung des neuzeitlichen Turnens im Jahnschen Sinne. Um einen körperlich und geistig starkes deutsches Geschlecht heranzubilden, müsse die gesamte deutsche Jugend in den Vereinen zu den gesundheitlichen Leibesübungen herangezogen werden. Vor allen Dingen müssen mehr Wanderungen in alle Teile der Mark Brandenburg unternommen werden. |
Ahrensfelde. Zum Besten der inneren Mission wird am Dienstag ein Filmabend im Saale des Lokals Wilh. Dubick veranstaltet. Zur Vorführung gelangt der Film "Liebe als Erzieher". Ahrensfelde. Die Einbrecher, die in der Umgegend ihr Unwesen trieben, haben nunmehr ihr Arbeitsgebiet nach Ahrensfelde verlegt. So statteten sie als unerwünschte Gäste nächtlicherweise dem Gastwirt W. Dubick einen Besuch ab. An dem stark vergitterten Fenster eines Nebenraumes der Bühne hatten sie die Eisengitter teilweise mit dem Mauerwerk herausgebrochen und sich so durch den Saal Eingang in die Restaurationsräume verschafft. Sie stahlen Kognak, Zigarren, Zigaretten, Schokolade und dergleichen. Aus dem Vereinszimmer nahmen sie mehrere dort hängende Kleidungsstücke mit. Auch Billardbälle aus Elfenbein verschmähten sie nicht. Hoffentlich wird dieser Bande bald das Handwerk gelegt. |
Ahrensfelde. Gegen einen Chausseebaum gefahren ist am Sonnabend nachmittag der Lieferwagen eines Kartoffelhändlers auf der Strecke zwischen Ahrensfelde und Falkenberg aus Berlin. Der Fahrer bremste den Wagen scharf ab. geriet dadurch ins Rutschen und fuhr gegen den Baum. Der Wagen wurde arg demoliert. Der Fahrer hat sich einige Rippenbrüche und andere Verletzungen zugezogen. |
Blumberg. Der Kriegerverein veranstaltete seinen deutschen Abend im großen Saal des Gasthofes Otto. Der Saal war mit Blattpflanzen und frischen Blumen stimmungsvoll dekoriert. Ein wohlgelungener Konzertteil der Kapelle Liebisch*Bernau leitete das Fest ein. Der erste Vorsitzende, Kam. August Keisdorf, hieß die zahlreich Erschienenen herzlich willkommen. Es ginge nicht darum, nur eines jener vielen Vergnügen zu feiern, es gelte vielmehr, den großen Gedanken der Volksgemeinschaft zu pflegen und ein Bekenntnis der Treue zu unserem lieben deutschen Vaterlande abzulegen. Dies lege aber auch allen Erschienenen die Pflicht auf, den Kampf gegen die Schuldlüge, die vor nunmehr 10 Jahren in Versailles aufgestellt wurde, mit unverminderter Kraft fortzusetzen. Wenn auch den alten Kameraden die Hoffnung geschwunden sei, ein freies Deutschland zu erleben, der deutschen Jugend sollten sie diese Hoffnung ins Herz pflanzen. Ein vaterländisches Schauspiel in drei Akten "Die Lützower" wurde von den Mitgliedern des Vereins wirkungsvoll dargestellt. Von den Kameraden Nordhues und Töpfer sen. gut einstudiert, bot die von Akt zu Akt sich steigernde Handlung ein erhebendes Erlebnis. ... |
Blumberg. Wegen der hier immer auftretenden Überschwemmungen, die der Schleusengraben verursacht, ist zur Regulierung dieses Wasserlaufes eine Wassergenossenschaft in Gründung begriffen. Auf Anregung des Landratsamtes Niederbarnim hat das Kulturamt Beeskow einen Entwurf für die Arbeiten ausgefertigt, den der Regierungspräsident gebilligt hat. Es hat nun eine Abstimmung unter den für die Genossenschaft in Frage kommenden Anliegern stattgefunden, wobei bekanntlich nicht die Stimmenzahl, sondern die Flächenmenge des Grundbesitzes der Abstimmenden in die Waagschale fällt. Die Abstimmung ergab Zustimmung zur Bildung der Genossenschaft, für die jetzt die Satzungen ausgearbeitet werden, die dann der Regierungspräsident zu genehmigen hat. Der Bezirksausschuß aber wird hierüber zu entscheiden haben, ob der vorliegende Fall so liegt, daß auch die Minderheit, die der Genossenschaft nicht beitreten will, zwangsweise dazu herangezogen werden können. |
Ahrensfelde. Der 1. Bezirk des Gaues Brandenburg im Deutschen Turnerbund hält sein alljährliches Geräteturnen am 7. April in Ahrensfelde ab ... |
Ahrensfelde. Am Bezirks-Gerätewetturnen, das am Sonnabend stattfand, beteiligte sich der DTV "Felsing" Ahrensfelde mit elf Wetturnern. Es errang in der Jugend-Unterstufe den 1. Preis Alb. Wegener, in der Jugend-Oberstufe Erich Lehmann den 5. Preis und in der Männer-Mittelstufe die Trbr. Erich Wegener und Helmut Brülke den 4., Karl Bluhm den 8. und Georg Jauert den 10. Preis. Das Wetturnen hat wiederum gezeigt, daß der Verein im Geräteturnen auf einer guten Stufe steht. Das Wetturnen brachte nun den Abschluß im Hallenturnen, es wird nun mit den volkstümlichen Uebungen begonnen. Auch die Turnerinnen-Abteilung turnt wieder regelmäßig jeden Mittwoch von 8,30 bis 10 Uhr. Der Verein bittet, daß alle junge Mädchen dem Verein beitreten, um ihren Körper zu stählen und geschmeidig zu halten. Im Anschluß an das Wetturnen wurde noch eine Sitzung abgehalten, in der die Uebuungen zum Jugendtreffen in Weißensee wie folgt festgelegt wurden: Jungmannen (Jahrg. 1911-12 und 1913-14): 100-Meter-Lauf, Hochsprung und Schleuderball; Jungmädchen (Jahrg. 1911-12 und 1913-14); 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen; Schülerinnen (Jahrg. 1915-16 und 1917-18-19): 50-Meter-Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf. Staffeln: Jungmannen 4x100 Meter, Jungmädchen 4x75 Meter, Schüler 4x75 Meter und Schülerinnen 4x50 Meter; gemischte Staffel, und zwar eine Jungmädchen 75, Schülerin 50, Schüler 75 und Jungmannen 100 Meter. Die Monatsversammlung hält der Verein am Sonnabend den 13. April bei Dubik ab. |
Blumberg. Ein rechtes Geschick ereilte einen Schwindler, der hier ergriffen wurde. Er bereiste seit Jahren fast sämtliche Gemeinden der Provinz Brandenburg und erklärte den Leuten, für des Berliner Missionshaus freiwillige Spenden einzusammeln. Da er mit den Stempeln von 35 Amts- und Gemeindevorstehern ausgerüstet war, war es ihm leicht, das Publikum zu täuschen. Nach seinen eigenen Aufzeichnungen hatte er Wochenbeiträge bis zu 98 Mark eingenommen. Er führte sie aber nicht an das Missionshaus ab, sondern steckte sie in seine eigene Tasche. Es konnte ihm hier noch ein Betrag von 40 Mark abgenommen werden. Da er weit bekannt sein dürfte, sei hier eine kurze Beschreibung gegeben. 66 Jahre alt, mit Spitzbart, grüne Joppe, Pelzkragen, Stutzen, ausgerüstet mit einer Aktentasche, in der er Schreiben mit sich führte. Diese gab er in einzelnen Exemplaren an die Geldspender ab. |
Blumberg. Der Männergesangsverein "Hoffnung" begeht am Sonntag den 16. Juni das Fest seines 50jährigen Bestehens. Da der Jubelverein Mitglied des Sängerbundes an der Wriezener Bahn ist, wird der Bund, der unter der musikalischen Leitung des Lichtenberger Chormeisterts A. Kösterke steht, vollzählig an dem Fest teilnehmen und die Feier durch den Vortrag einiger Massenchöre verschönern helfen. ... |
Blumberg. Der Verband der Reitervereine beim Landbund Niederbarnim tritt am Sonntag 7. Juli 1929 in Blumberg mit einem Turnier an die Oeffentlichkeit. Zahlreiche Reitervereine werden sich am Aufmarsch und an der Parade beteiligen. Die Vorführungen von Reitabteilungen wechseln mit Jagdspringen, Dressurvorführungen und Fahrkonkurrenzen ab. Eine große Schaunummer bringt Ritterspiele aus dem Mittelalter, Rennen und Trabfahren vervollständigen das Programm. ... |
Ahrensfelde. In den Ruhestand getreten ist mit dem 1. Juli der Kirchen- und Gemeindediener Gustav Doeberitz. 27 Jahre lang hat er zur vollsten Zufriedenheit der Gemeinde sein oft nicht leichtes Amt in treuer Pflichterfüllung ausgeübt. Infolge eines immer schwerer auftretenden Herzleidens sah sich D. gezwungen, seine Tätigkeit aufzugeben. Sein Nachfolger ist Reinhold Meißner. Ahrensfelde. Sein 25. Dienstjubiläum feierte Landjägermeister Kabelitz am 1. Juli. - Am gleichen Tage feierte auch der Friedhofs-Inspektor Max Linthorst sein 25. Dienstjubiläum. Möge beiden Jubilaren noch weiterhin gute Gesundheit beschieden sein, so daß beide noch recht lange ihr Amt ausüben können. |
10. Bundesfest des Sängerbundes an der Wriezener Bahn. Strahlender Sonnenschein lockte am Sonntag Sänger und Liederfreunde nach Marzahn, wo der Sängerbund an der Wriezener Bahn sein 10. Bundesfest feierte. Es lohnte sich, dabeigewesen zu sein; denn was dort geboten wurde, war Volkskunst von echt deutscher Art. Der Marzahner Männergesangsverein und Chormeister A. Kösterke*Lichtenberg hatten ein Fest vorbereitet, an das alle Teilnehmer gern zurückdenken werden. "Der Himmel gab den Menschen Lieder, die blumengleich ihm schmücken seinen Lebenslauf. Der Alltag zieht die Menschenseele nieder, jedoch das Lied führt sie zu lichten Höhen auf!" so laß man in der Festfolge und diese Worte waren der Leitgedanke des Festes. ... |
Ahrensfelde. Auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Landjägerei konnte am 1. Juli der Landjägermeister Kadelitz zurückblicken. Die Beamten der Abteilung Neuenhagen hielten aus diesem Anlaß eine Vereinsversammlung mit Damen im Lokal Büttner ab und ehrten ihren Kameraden durch Ansprachen und Ueberreichung eines Jubiläumsgeschenks. In Vertretung des Landrats war Regierungsassessor Dr. Blaesing erschienen und überbrachte die Glückwünsche des Kreises. Die Vertreter der öffentlichen Körperschaften von Ahrensfelde und Umgebung nahmen unter Führung von Amtsvorsteher Wegner geschlossen an der Feier teil und überreichten dem Jubilar eine Bowle mit Widmung. Daß sich der Beamte bei den Bewohnern und auch in der weitesten Umgebung großer Beliebtheit und Wertschätzung erfreut, davon legen die zahlreichen Blumenspenden und Glückwünsche von nah und fern Zeugnis ab. Die Feier begann in stimmungsvoller Weise in der festlich geschmückten Glashalle und endete mit einem Tanzkränzchen. |
Blumberg. Der Niederbarnimer Reitertag findet am kommenden Sonntag auf dem Turnierplatz an der Landstraße nach Seefeld statt. Wie wir schon berichteten, wird es ein großer Tag werden, denn auf dem Programm stehen allerhand sportliche Genüsse. |
Blumberg. Durch die Aufmerksamkeit einer Nachbarin konnten hier zwei Einbrecher auf frischer Tat ertappt werden. Da ihnen das Geld "ausgegangen" war, hielten es die beiden 17- und 18-jährigen Arbeiter A. und G. aus Berlin für zweckmäßig, sich zunächst ein Motorrad zu beschaffen. Sie fanden es auch in der Bismarckstraße in Charlottenburg und fuhren nun in die Umgegend Berlins, um jede Gelegenheit zu einem Diebstahl auszukundschaften. So führte sie das Schicksal auch nach Blumberg. Durch aufgebrochene Fenster waren sie in zwei Wohnungen, deren Inhaber auf dem Felde waren, eingedrungen und hatten hier alles Mitnehmenswerte zusammengepackt. Dabei wurden sie von einer Nachbarin der Bestohlenen bemerkt, die den zufällig vorbeikommenden Jagdaufseher um Unterstützung bat. Mit dem Gewehr hielt er die beiden Burschen solange in Schach, bis die Landjägereibeamten erschienen und die beiden festnahmen. ... |
Ahrensfelde. Ein Waldbrand brach am 23. Juli gegen 10 Uhr auf dem Gelände des Zentralfriedhofes von Ahrensfelde aus, der aber bald gelöscht werden konnte. Es brannten in der Nähe der Waldkapelle eine Grasnarbe von 200 Quadratmetern in dem dort stehenden lichten Hochwalde sowie Ginstersträucher Die Feuerwehr von Ahrensfelde war schnell zur Stelle und ging dem Feuer mit Spaten und Wasser erfolgreich zu Leibe. ... |
Bauernwettreiten in Ahrensfelde. Wie nicht anders zu erwarten, hatte der Reiterverein Ahrensfelde und Umgebung (gegründet 1901) am Sonntag wieder einen großen Tag. Trotz der vielen Veranstaltungen in allen Orten hatten die ständigen Besucher der Bauernrennen dem Verein auch in diesem Jahre die Treue gehalten und waren in hellen Scharen zum 29. Rennen herangeeilt. Der äußere Rahmen der Veranstaltung war wie üblich. Bald nach 2 Uhr versammelte sich die schmucke Kavalkade am Denkmalsplatz inmitten des Dorfes, und dann ging es, als die Vereinsstandarte eingetreten war, in stattlichem Festzug unter Vorantritt einer starken Kapelle zum Rennplatz an der Blumberger Chaussee. Zahllose Autos und Gefährte verschiedenster Art fuhren dem Zuge voraus und dichte Menschenmengen flankierten ihn zu beiden Seiten. Auf dem Festplatze angekommen, an dem die Reichsflagge zum ersten Male aus Anlaß des Verfassungstages weithin grüßte, entwickelte sich nun ein buntbewegtes Bild. Im Innenraum aber nahmen die Vorstände und Zielrichter ihre Plätze ein, um ihres manchmal nicht leichten Amtes zu walten, waren doch die Endkämpfe in den einzelnen Konkurrenzen zum Teil sehr scharf und knapp. Wir lassen die Ergebnisse der einzelnen Rennen folgen: Preis von Ruhleben, Trabfahren, 2000 Meter: 1. E. Zinns 10jährige schw. Stute "Tante Lotte"; Fahrer: Besitzer. 2. Rich. Wegeners "Hans"; Fahrer: Besitzer. 3. R. Baaks "Signal"; Fahrer: Besitzer. 4. R. Meißners "Morgenstern"; Fahrer: Besitzer. "Tante Lotte" gewann überlegen. Eröffnungsrennen, Flachrennen, 1200 Meter: 1. R. Baaks 8jähr. br. Stute "Winni"; Reiter: Besitzer, 2. Rud. Wegeners "Lori"; Reiter: Besitzer. 3. Georg Albrechts "Matador"; Reiter: Reinh. Albrecht. 4. Georg Müllers "Ernst"; Reiter: Martin. "Winni" gewann nach scharfem Kampf mit einer Länge. Preis von Eiche, Flachrennen, 1200 Meter: 1. Rud. Wegeners 9jähr. br. W. "Max"; Reiter: Besitzer. 2. Ernst Baaks "Anna"; Reiter: Willi Grube. 3. G. Albrechts "Heiderose"; Reiter: Reinh. Albrecht. 4. R. Baaks "Isabella"; Reiter: Besitzer. "Max" gewann nach schärfstem Endkampf um einen Hals. Großer Preis von Ahrensfelde, Flachrennen, 1500 Meter: 1. E. Zinns 10 jähr. schw. Stute "Tante Lotte"; Reiter: Willi Schneider. 2. Fritz Jauerts "Hans"; Reiter: Besitzer. 3. H. Rischs "Fritze"; Reiter: Burow jun. 4. Rich. Wegeners "Lora"; Reiter: Reinh. Albrecht. "Tante Lotte", die Siegerin des ersten Rennens, ist eine Klasse für sich. Obgleich 25 Meter zurückgestellt, gewann sie sicher mit 1/2 Länge gegen "Hans". "Fritze" und "Lora" fielen ganz ab. Ermunterungsrennen, Flachrennen, 1200 Meter: 1. Paul Haapes 10 jähr. schw. W. "Benno"; Reiter: A. Adler. 2. A. Pelz' "Lona"; Reiter: Willi Grube. 3. Herm. Jauerts "Max"; Reiter: Fritz Jauert. 4. G. Müllers "Königswusterhausen"; Reiter: Martin (ausgebrochen). "Benno" gewann wie er wollte. Preis von Marzahn, Flachrennen, 1000 Meter: 1. Fritz Adlers 10jähr. br. Stute "Fanny"; Reiter: A. Adler. 2. Bruno Wegeners "Leutnant"; Reiter: Reinh. Albrecht. 3. G. Müllers "Lotte"; Reiter: Martin. 4. W. Ehrhardts "Nanny"; Reiter: Besitzer. Formgemäß holte sich "Fanny" ihr Rennen ab. Kanonen-Rennen, Flachrennen, 800 Meter: 1. Herm. Wegeners 10jähr. F.-W. "Faktor"; Reiter: Rud. Wegener. 2. Ad. Wolffs "Knorke"; Reiter: Reinh. Albrecht. 3. Rich. Müllers "Moritz"; Reiter: Willi Grube. 4. Herm. Jauerts "Lotte"; Reiter: Rich. Jauert. 5. Fritz Schneiders "Lise"; Reiter: Willi Schneider. Ein Ueberraschungssieg! Nach heißem Kampf gewann "Faktor" mit 1/2 Länge. Knorke-Rennen, Flachrennen, 1200 Meter: 1. Fritz Jauerts 10jähr. F.-W. "Hans"; Reiter: Besitzer. 2. Rich. Baaks 8jähr. "Winni"; Reiter: Walter Ehrhardt. 3. Rich. Baaks "Isabella"; Reiter: Besitzer. 4. G. Albrechts "Heiderose"; Reiter: Reinhold Albrecht. 5. E. Zinns "Tante Lotte"; Reiter: Karl Schmöcker. 6. E. Baaks 9jähr. schw. Stute; Reiter: Willi Grube. "Hans" machte sich das Rennen selbst und gewann wie er wollte. - In diesem Rennen ereignete sich ein ernster Unfall, indem die "Nr. 6" mit einem Fesselbruch angehalten werden mußte. Sie wurde sogleich einer Pferdeklinik zugeführt, wird aber wohl getötet werden müssen. Offenes Flachrennen. Drei Pferde liefen. Stein - Berlin gewann spielend das Rennen. Offenes Trabfahren. Fünf Bewerber. Nach sehr scharfem Kampf gewann mit 1/2 Länge Reinh. Stöwe - Berlin mit "Frankenstein" gegen Troitzsch - Reinickendorf mit "Corona". Nach dem Einmarsch war in beiden Sälen der traditionelle große Reiterball. Die Preisverteilung fand im Restaurant "Knorke" statt. |
Blumberg. Die vorgeschriebenen Jugendwettkämpfe wurden am Dienstag von den Schulen Blumberg, Ahrensfelde, Seefeld, Löhme und Krummensee in Blumberg ausgetragen. Von der Schloßverwaltung war der Schloßpark zur Verfügung gestellt worden. Das muntere Leben und Treiben des jungen Volkes begann um 9,30 Uhr. Dank einer glänzenden Organisation, die es gestattete, alle Kämpfe reibungslos hintereinander abzuwickeln, waren sie um 11,30 Uhr beendet. Die Seefelder und Löhmer Schule tat sich, wie auch in den vorjährigen Wettkämpfen, in diesem Jahre besonders hervor. Fast alle ersten und zweiten Preise fielen an die genannten beiden Schulen. Da die im Anschluß geplante Verfassungsfeier erst um 1 Uhr beginnen sollte, wurde die noch entstehende Freizeit zu einem Spaziergang durch den prächtigen, mit altehrwürdigen Baumriesen bestandenen Park benutzt. Zur Siegerverkündigung versammelten sich die Teilnehmer in dem großen Saal des Gasthofs von Otte. Nach einleitenden gemeinsamen Liedern wurden die Sieger verlesen; die ersten Preisträger erhielten einen Eichenkranz, während die Urkunden später den Siegern überreicht werden sollen. Nach dem gemeinsamen Liede: "Ich hab mich ergeben" folgte die Ansprache von Lehrer Meyer. In kurzen markigen Worten erklärte er den Anwesenden Zweck und Ziele des Sportes. Mit einem Hoch unserm deutschen Volke, der deutschen Gemeinschaft dargebracht, schloß er seine Rede. Aus vielen Kinderkehlen erscholl das Deutschlandlied. Die anschließende Szene der Schulkinder von Hönow ließ, von Gedichten umrahmt, die Reichsfarben "Schwarz-rot-gold" in einem symbolischen Lichte erscheinen. Gleichzeitig gewährte sie einen Einblick in die selbständige Arbeitsweise einer modernen Schule. Mit Lied und Tanz schloß der ereignisreiche Tag. |
Ahrensfelde. An den Folgen eines Herzleidens gestorben ist am Sonnabend der langjährige Wächter und Diener unserer Gemeinde, Gustav Döberitz, im Alter von 64 Jahren. ... |
Ergebnisse der Kreistags- und Provinziallandtagswahl. Kreistagswahl Mehrow: Soz. 52, Komm. 27, Heimatl. 32, Nat.-Soz. 30, Unabh. -, Einheitsl.-, Dem. 2, Ztr. 1 Provinziallandtagswahl Mehrow: Soz. 54, Komm. 27, Wirtschaftsp. 8, Heimatl. 25 [?], Bürg. Ver. 1, DBP 2, Nat.-Soz. 30 |
Blumberg. In der Nacht auf den 17. November ist von unbekannten Tätern bei dem Eisenbahnarbeiter Otto Gessel [?] in Birkholzaue ein Holzschuppen aufgebrochen worden. ... |
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Blumberg. Die freiwillige Feuerwehr hielt ihre Hauptversammlung im Vereinslokal Otte ab. Die einzelnen Punkte wurden schnell erledigt. Eine Erhöhung des Beitrages wurde abgelehnt ... Blumberg. Der Kriegerverein feiert am 1. Juni das Fest des 50jährigen Bestehens ... |
Blumberg. Feuer brach heute nacht kurz nach 12 Uhr in einer mit Gerstenstroh gefüllten Scheune des Rittergutes Blumberg aus. Die Scheune wurde durch den Brand vollständig eingeäschert. Erschienen waren die Feuerwehren von Blumberg, Ahrensfelde, Eiche und Krummensee. Das schnelle Eingreifen der auswärtigen Wehren, besonders der aus Ahrensfelde und Eiche, muß lobend anerkannt werden. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. Man vermutet Brandstiftung. Der geldliche Schaden ist durch Versicherung gedeckt, der volkswirtschaftliche Schaden, der in der Vernichtung der gefüllten Scheune liegt, läßt sich natürlich nicht decken. |
Blumberg. Vor dem Lichtenberger Amtsgericht hatte sich am 6. Februar der ehemalige Posthelfer J. zu verantworten, der bei der Postagentur Blumberg Unterschlagungen und Urkundenfälschungen begangen hatte. Das Urteil lautete auf 1 Jahr Zuchthaus und 50 Mark Geldstrafe, im Nichteintreibungsfalle für je 10 Mark 5 Tage Zuchthaus. |
Eine mutige Rettungstat in Mehrow. Fünf Knaben eingebrochen und gerettet. Alles rühmt in diesen Tagen die mutige Rettungstat des Willi Binder. Dieser hat mit Unterstützung seines Freundes Erich Drews vier Mitschüler unter eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet. Am Sonnabend nachmittag --- doch mag Willi Binder, der den Einwohnern allabendlich das "Niederbarnimer Kreisblatt" ins Haus bringt, selbst berichten: "Am Sonnabend zwischen 1/2 3 - 3 Uhr brachen 5 Knaben auf dem Dorfteich in Mehrow ein. Einer (Drews) konnte sich selbst retten, die anderen vier lagen bis an den Hals im Wasser. Als Erich Drews und ich den H. St. als ersten herausholen wollten, brach ich auch ein. H. St. konnte sich mit den Händen aufs Eis stützen und ich schob ihn heraus. Drews zog an den Händen: Einer war gerettet. Erich Drews holte schnell eine Leiter und gab sie mir. Ich legte die Leiter vor H. K. und dieser kletterte auf die Leiter. Nun zogen wir, Erich und ich, die Leiter heraus, und Erich brachte den Geretteten vom Eise. Dann machten wir eine Kette, um die übrigen Verunglückten aus dem Wasser zu ziehen. Es gelang, aber die dünne Eisdecke brach erneut! Wieder lagen die beiden im Wasser, und auch ich fiel hinein. Ich konnte hinausklettern, und wir wiederholten das Rettungswerk in derselben Weise. Es wollte nicht gelingen. Dann brachte man mir eine Leiter. Die Verunglückten ergriffen die Leiter, beim Herausziehen aber stießen sie mit der Brust gegen die Eisdecke. Meine Bemühungen blieben erfolglos. Jetzt reichte man mir eine Stange. Diese legte ich über das Loch im Eise und rief: "Erwin, hinter Dir liegt die Stange, faß an!" Er tat es; ich hob die Stange hoch, drehte sie und setzte ihn aufs Eis. - Nun war der letzte Schüler noch zu retten. Das ging nicht leicht. Er hatte seine Mütze über den Kopf gezogen und kannte nichts sehen. Ich rief ihm zu: "Heinz, greif mit einer Hand um dich; wenn Du die Stange hast, rufe ich: halt fest!" Es dauerte nicht lange, da hatte er die Stange gefaßt. Als ich ihn aus dem Wasser hatte, konnte er nicht mehr stehen. Ich legte ihn auf die Leiter und zog ihn ans Ufer." - Soweit Willi Binder! Alle Eltern aber mögen zwischen den Zeilen lesen, in welch entsetzlicher Lage die Verunglückten und der Retter sich befanden. Denk dem mutigen Jungen für seine Tat. Großen Anteil an dem Rettungswerk hat auch Erich Drews. |
Gegen einen Baum gefahren In der Nacht zum Sonntag ereignete sich in der Nähe ven Blumberg ein schweres Autounglück. Eine mit 5 Personen besetzte Zyklonette raste in der Dunkelheit gegen einen Baum und stürzte um. In der Zyklonette, die die Nummer I A 70188 trägt, saßen der Händler Walter Menzel aus der Roelckestraße 175 in Weißensee, der das Auto offenbar gesteuert hat, Fritz Ribbe aus der Berliner Straße 73 in Hohenschönhausen und drei Schwestern, Erna, Hertha und Frieda Affeldt, die in der Palisadenstraße 78 in Berlin wohnen. Die Gesellschaft war auf der Rückfahrt nach Berlin. Die Straße war trocken. Nicht weit von Blumberg, in nächster Nähe der Försterei, ist der Kraftwagen dann in einer ziemlich scharfen Kurve, in der die mit Kopfsteinen gepflasterte Straße leicht abschüssig ist, gegen einen Baum gerast. Der Anprall war so heftig, daß die Zyklonette umkippte. Insassen eines anderen Autos, das kurz darauf die Unglückstelle passierte, sahen den Wagen und die Verletzten in der Dunkelheit am Chausseerand liegen. Sie holten schleunigst Hilfe herbei, doch kam bei einem der Verletzten, dem Händler Werner Menzel aus Weißensee, jede Hilfe zu spät. Inzwischen war auch ein Rettungswagen und ein Arzt an der Unglückstelle erschienen. Fritz Ribbe und die drei Schwestern Affeldt wurden dann ins Krankenhaus gebracht. Während Frieda Affeldt dort bald darauf starb, sind die Verletzungen ihrer beiden Schwestern und Fritz Ribbes, soweit sich das bis jetzt übersehen läßt, nicht lebensgefährlich. Erna Affeldt hat einen Schlüsselbeinbruch, Hertha Affeldt Fleischwunden und Fritz Ribbe einen Schädelbruch erlitten. Die Ursache des Unglücks ließ sich bis jetzt noch nicht einwandfrei feststellen. Anzunehmen ist jedoch, daß das dreirädrige Auto in der scharfen Kurve so stark ins Schleudern geraten ist, daß der Fahrer die Herrschaft über den Wagen verloren hat. Am Sonntag vormittag fand an der Unglücksstelle ein Lokaltermin statt, an dem Beamte der Landjägerei und der Gerichtsbehörden aus Altlandsberg teilnahmen. |
Blumberg. Vor dem Jugendschöffengericht in Bernau stand am letzten Mittwoch der sechzehnjährige Melker Richard K., der auf dem Rittergut Blumberg beschäftigt ist. ... Der junge Pseudotiroler also war angeklagt, weil er auf seinem Fahrrade abends ohne Laterne durch Blumberg gefahren war und dabei zwei Passanten umgefahren und verletzt hatte. Der Junge sah sein Unrecht ein ... Das Jugendgericht sah daher, obgleich es den jungen Melker für schuldig erklärte, sogar von einer Erziehungsmaßnahme ab, ... |
Mehrow. Eine unglaubliche Ausschreitung ließ sich, wie uns nachträglich gemeldet wird, die Abteilung Sturm 5 Horst Wessel der NSDAP. aus Berlin am vorletzten Sonntag zu Schulden kommen. Nach einem Werbemarsch von Ahrensfelde nach Mehrow sollen die Leute aus dem Saale des Gastwirts Herrmann Meißner das Bild unseres Reichspräsidenten, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg entfernt haben und nagelten es im Garten an einen Baum. Darauf wurden die Augen auf diesen Bilde ausgestochen und unter den Rufen: Nieder mit dem Verräter! sollte es verbrannt werden. Als das Bild nicht gleich Feuer fing, wurden noch unflätige Bemerkungen gemacht. Dieser Fall ist auch dadurch nicht aus der Welt zu schaffen, daß ein Mitglied der NSDAP. aus Mehrow dem Gastwirt Meißner ein neues Bild unseres Reichspräsidenten überbrachte. |
Ahrensfelde. Das Fest der goldenen Hochzeit begehen Pfarrer i. R. Gustav Hinz und seine Gattin Helene, geb. Hahn, wohnhaft in Charlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 89, am 20. Mai. Beide erfreuen sich trotz des hohen Alters (78 bzw. 72 Jahre) körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Pfarrer Hinz wurde 1905 von Culm a. W., wo er in anstrengender Tätigkeit 12 Jahre amtiert hatte, durch den Oberkirchenrat nach Ahrensfelde bei Berlin berufen. Seit Oktober 1908 wirkte er in Buchholz-Zauche bei Beelitz (Mark) unter Verehrung und Liebe seiner Gemeinde bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand, der nach 46jähriger Amtstätigkeit am 1. Oktober 1924 erfolgte. Seine erste Gemeinde Miswalde (Ostpreußen) erbat ihn 1880 durch ein Gesuch an Kaiser Wilhelm I. als ihren Seelsorger nach Befreiung vom Militärdienste. 1884 wurde er von der Gemeinde Oliva bei Danzig einstimmig gewählt. 1893 berief in das Königliche Konsistorium nach Culm (Weichsel). Dem Jubelpaare herzlichen Glückwunsch! |
Mehrow. über die Zerstörung des Hindenburgbildes, worüber wir kürzlich berichteten, veröffentlicht die NSDAP. jetzt ihre Darstellung, in der es heißt: Die Ermittlungen haben ergeben, daß die Vorfälle sich erst abspielten, als die Berliner SA.-Abteilung bereits geschlossen abmarschiert war. Neugierige, die sich angesammelt hatten, vielleicht auch Provokateure, sollen dann das Bild, das übrigens kein gerahmtes Porträt, sondern nur ein Plakat war, von der Wand abgenommen und durch ein Fenster an einen Baumzweig gehängt haben, von dem es nachher herunterfiel. Die NSDAP. hat mit dem Vorfall nichts zu tun und verurteilte ihn, da die Partei ihren Kampf gegen ein System und nicht gegen Bilder führt. Da sich der Vorfall jedoch in Anschluß an eine Parteiveranstaltung ereignete, hat der veranstaltende Ortsgruppenführer sich veranlaßt gesehen, dem Wirt das Bild zu ersetzen, obwohl Nationalsozialisten als Täter nicht in Frage kommen. |
Mehrow. Eine öffentliche Belobigung finden wir im Amtsblatt der Preußischen Regierung in Potsdam vom 24. Mai 1930. Sie hat folgenden Wortlaut: "Der Schüler Erich Drews aus Mehrow, Kreis Niederbarnim, hat am 15.2.1930 zusammen mit dem Schüler Willi Binder ebenda vier Schulkameraden vom Tode des Ertrinkens gerettet. Ich bringe diese mutige und entschlossene Tat hiermit lobend zur öffentlichen Kenntnis. Potsdam, 15.5.1930, Der Regierungspräsident." |
Ahrensfelde. Der Deutsche Turnerverein "Felsing" beteiligte sich am Sonntag an Jugendtreffen in Weißensee mit 27 Schülern, 15 Schülerinnen und 5 Jungmannen. ... |
Blumberg. Der Kriegerverein kann in diesem Jahr auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum soll am 31. Mai und 1. Juni in entsprechender Weise gefeiert werden. ... |
Blumberg. Gastwirte Achtung! Der Autoschlosser Böse aus Berlin, der in seinem Kraftwagen nach Hause fahren wollte, wurde am Donnerstag nachmittag auf der Chaussee zwischen Seefeld und Blumberg, am sogenannten Dudel, von einem ihm entgegenkommenden Kraftwagen angefahren, auf die Straße geschleudert und schwer verletzt. Der Führer des Kraftwagens, der das Unglück dadurch verschuldete, ließ den Verunglückten unbeachtet liegen und jagte mit hoher Geschwindigkeit davon. ... |
Mehrow. Die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr ist, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, dem Schüler Willi Binder, den Austräger des Niederbarnimer Kreisblattes, vom Preußischen Staatsministerium verliehen worden. Damit hat die mutige Tat des tapferen Jungen, der bekanntlich vier Schüler vom Tode des Ertrinkens gerettet hat, auch nach außen hin ihre Anerkennung gefunden. |
Ahrensfelde. Der Reiter-Verein "Frisch auf" Ahrensfelde feierte am Sonntag sein 8. Stiftungsfest, verbunden mit Bannerweihe. ... |
Blumberg. Das Fahrrad gestohlen wurde am Dienstag dem Gutsbesitzer Gustav Grün. Er hatte es an seiner in der Nähe des Schloßparks gelegenen Feldscheune niedergelegt. ... |
Bekanntmachung betreffend Wahlen zum Reichstag am 14. Sept. 1930 Abgrenzung und Zusammensetzung der Stimmbezirke des Kreises Niederbarnim für die am 14. September stattfindende Reichstagswahl. Nr. des Stimmbezirks: 88 Bestandteile des Stimmbezirks: Mehrow, Gemeinde Wahllokal: Gastwirtschaft Meißner Name des Abstimmungsvorstehers: Gemeindevorsteher Meißner Name des Stellvertreters: Büdner Wegner |
Ergebnisse der Reichstagswahl am 14.9.1930 Wahlergebnisse im Kreis Niederbarnim: SPD. 27203, Dnat. 11289, Zentr. 1935, KPD. 25263, DVP. 3532, Staatsp. 3587, Wirtsch.Partei 5389, Nation.-Sozial. 17163, Landvolk 1926, Konserv. 364, Christl.-Soz. 1196, USPD 236 Wahlergebnisse in Mehrow: Soz. 56, Dnat. 16, Zentr, 1, Komm. 39, Staatsp. 1, Wirtschp. 2, Natsoz. 42, Kons. 4, Christl.-soz. 3 |
Ahrensfelde. Der neue Feuerlöschbrunnen wurde am 21. Oktober durch Amtmann Siebert von der Feuersozietät abgenommen. Der 48 Meter tiefe Brunnen kostet 2000 Mark. Er gab 900 Liter in der Minute. Anwesend war der Kreisbrandinspektor Gratz, Inspektor Wilhelm, Gemeindevorsteher Haase, der 1. Brandmeister Krüger, der Amtsvorsteher Wegener sowie Mitglieder der Feuerwehr und der Gemeindevertretung. Brandmeister Krüger erhielt einen Führerhelm von der Feuersozietät als Geschenk überwiesen. |
Blumberg. Einen schweren Unfall erlitt am Freitag der beim MEW. beschäftigte Arbeiter Hans Deckelmann. D. war mit einem Kollegen mit der Prüfung der Isolatoren der Ueberlandleitung beim Dorfe Buchholz am Mast 31 beschäftigt, zu welchem Zweck Deckelmann auf den Mast gestiegen war. Er muß nun mit der Prüfstange der Hochspannungsleitung zu nahe gekommen sein, denn plötzlich erhielt er einen elektrischen Schlag und fiel herunter. Da er sich angeseilt hatte, schwebte er zwischen Himmel und Erde. Von seinem Kollegen wurde er befreit und zur Erde geschafft. Mit erheblichen Brandwunden brachte man ihn ins Krankenhaus. Deckelmann liegt mit schweren Verbrennungen an der linken Hand und am rechten Fuß sowie mit Brandwunden am Körper darnieder. |
Blumberg. Die Freiwillige Feuerwehr beging kürzlich die Feier ihres 29jährigen Bestehens. Aus Anlaß dieses Tages war die Tagung des 4. Bezirks von Kreis Niederbarnim nach Blumberg einberufen. Die Wehren von Bernau, Ahrensfelde, Lindenberg, Zepernick und Schönow waren vertreten. Durch die schwere Erkrankung des Bezirksvorsitzenden Behrendt wurde die Wahl eines Stellvertreters nötig. Gewählt wurde Schäfer. Nach der Verteilung der Kreisbrandberichte wurde der Brandmeistertag, in Verbindung mit dem 20. Stiftungsfest der Ahrensfelder Wehr, für Januar 1931 nach Ahrensfelde gelegt. Der Brandursachenfeststellung soll erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt werden. Das Feuermeldesystem soll noch besser ausgebaut werden. Die von der Wehr Schönow entworfenen 10 Gebote für das Meldewesen sind als gut erkannt worden. Eine interessante Aussprache beschäftigte sich mit den sogenannten Zubringersystem. Durch dieses System soll eine erhöhte Strahlwirkung erreicht werden. Die Versuche sind noch nicht abgeschlossen. Die Amtsbezeichnung Brandinspektor fällt in Zukunft fort. Es gibt nur Branddirektoren, Oberbrandmeister, 1. Brandmeister, stellv. Brandmeister. Bei dieser Gelegenheit werden Vetter*Blumberg und Schildke*Schönow zu Oberbrandmeistern vorgeschlagen. Die Amtsvorsteher Noack und Stroemann gaben sofort die Bestätigung. Als nächster Tagungsort wurde Lanke bestimmt. Mit dem Dank an alle schloß der Bezirksvorsitzende die Tagung. Der Abend sah alle Festteilnehmer bei fröhlichem Tanze im Lokal Otte vereint. Oberbrandmeister Vetter überreichte die Ehrenauszeichnungen. Es wurden ausgezeichnet: Oskar Ladenthin für 25jährige Mitgliedschaft, Otto Knabe für 20jährige Mitgliedschaft und Richard Ebel, Georg Zybell, Hermann Stahn und Fritz Ulfert für 10jährige Mitgliedschaft, der stellvertretende Brandmeister Grothe wurde zum 1. Brandmeister ernannt. Kreisbrandinspektor Gratz wandte sich nun noch in einer markigen Rede an die Festteilnehmer. Er bat, jede Parteipolitik von den Wehren fernzuhalten. Die Wehren stehen im Dienste wahrer Nächstenliebe, sie sind Schutz für Alle und Jeden. Der dritte Vers des Deutschlandliedes schloß die eindrucksvolle Feier. |
Blumberg. Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg hat der Freiwilligen Feuerwehr Blumberg 20 Meter B-Schläuche und dem 1. Brandmeister und Oberführer Vetter einen Brandmeisterhelm als Geschenk überreicht. |
Ahrensfelde. Die Feuersozietät der Porvinz Brandenburg hat der Gemeinde zum Bau eines Feuerlöschbrunnens einen Zuschuß von 250 Mark in bar sowie einen Feuerlöschbrunnenständer und ein Brunnenanschlußstück gewährt. Der Brunnen hat über 2000 Mark gekostet. |
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Blumberg. Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg hat unserer Gemeinde für den Brandmeister Grothe einen Führerhelm geschenkt. |
Bumberg. Aus der Untersuchungshaft wurde die Hausangestellte Gertrud L. dem Richter in Altlandsberg vorgeführt. Frl. L. stand bei Frau Grün in Blumberg in Dienst und zeigte einen starken Drang, viel Geld in die Finger zu bekommen. ... Wegen Diebstahls wurde die Anklagte zu einer Woche und wegen Betruges in zwei Fällen zu je 10 Tagen Gefängnis verurteilt. ... |
Mehrow. Das Schöffengericht Berlin-Lichtenberg verhandelte am Donnerstag gegen die beiden Nationalsozialisten Günz und Schnack. Beide werden von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, sich des Vergehens gegen § 5, Absatz 2 des Republikschutzgesetzes schuldig gemacht zu haben, indem sie am 4. Mai 1930 in Mehrow ein Hindenburg-Bild auf einen Ast aufgespießt und dann die Bildstellen, die die Augen darstellten, durchstießen und das Bild nach Zerknüllung anbrannten. Die der Partei angehörenden Zeugen erklärten, sich an den Vorgang nicht mehr besinnen zu können. Drei Kinder schilderten dagegen eingehend den Vorfall. Der Staatsanwaltschaftsrat betonte in seinen Ausführungen, daß wohl selten der Reichspräsident und mit ihm der ganze Staat so beschimpft worden sei, wie durch diese abscheuliche Handlung. Das Gericht sprach die Angeklagten frei und legte die Kosten der Staatskasse auf, da, wie es in der Urteilsbegündung heist, obwohl hier eine schmähliche Beschimpfung des Reichspräsidenten vorläge, es in der Beweisaufnahme nicht gelungen sei, die Angeklagten der Täterschaft oder Mittäterschaft zu überführen. Die Verhandlung dauerte über acht Stunden. |
Ahrensfelde. Der DTV Felsing veranstaltete am Sonnabend einen Maskenball, der sehr gut besucht war. 72 Masken stellten sich den Preisrichtern vor. Es wurden drei gute Preise verteilt. - Die Schülerabteilung unternahm mit der Schülerabteilung von Jahn*Weißensee am Sonntag eine Schnitzeljagd. Sieger blieb Ahrensfelde. Die erste Schülerhandballmannschaft spielte an Sonntag, übrigens zum ersten Male, gegen eine fremde Mannschaft (Jahn*Weißensee 2.) und gewann 6:0. |
Ahrensfelde. Die Maul- und Klauenseuche ist hier auf dem Gehöft des Landwirts Baak ausgebrochen. Infolgedessen wird aus dem Gemeindebezirk Ahrensfelde ein Sperrbezirk gebildet, in dem die bekannten Schutzvorschriften gelten. Im weiteren Umkreis unseres Ortes gelten die etwas erleichterten Sperrvorschriften. |
Ahrensfelde. Der DTV Felsing nahm am Sonntag mit zwei Männerriegen am Musterriegen-Wetturnen des Gaues Brandenburg im Deutschen Turnerbund teil. 110 Riegen stellten sich den Kampfrichtern. 700 Gäste sahen dem Turnen zu. ... Ahrensfelde. Der Männer-Gesangsverein "Frohsinn" feierte am Sonntag sein 42. Stiftungsfest. Leider ließ der Besuch etwas zu wünschen übrig. Der 1. Vorsitzende konnte die Männergesangsvereine von Mahrzahn und Falkenberg begrüßen. Nachdem die Vereine ihre Lieder gesungen hatten, folgte ein Sologesang von Jauert. Es gab reichen Beifall. Den Abschluß bildeten zwei Lieder, die gemeinsam gesungen wurden. Es folgte nun der Tanz. |
Ahrensfelde. Der Gau Brandenburg im deutschen Turnerbund führte am Sonntag im Grunewald einen Waldlauf durch. Für die Männer war ein Lauf von 7 Kilometer und die Jungmannen von 5 km ausgeschrieben. Bei dem Lauf der Männer konnten die Turner E. Wegener und R. Jauert zusammen als erste das Ziel erreichen. Damit hat der DTV Felsing bewiesen, daß er nicht nur im Geräte-Wetturnen Erfolge erzielt, sondern auch im Laufen. Die erste Handballmannschaft der Schüler fuhr nach Berlin-Hohenschönhausen, um dort ein Spiel auszutragen. Die Gegenmannschaft trat leider nicht an. Das nächste Spiel findet am 2. Osterfeiertag in Ahrensfelde statt. Auch die Männermannschaft wird zum ersten Male einen Gegner erhalten. Am 22. April findet das nächste Zusammenturnen des 1. Bezirks in Ahrensfelde statt. |
Ahrensfelde. Der Amtsdiener Wilhelm Lindemann konnte am 1. April 1931 auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. In geistiger Frische versieht der 71jährige Jubilar heute noch seinen Posten bei der Amtsverwaltung Ahrensfelde. Im Namen des Amtsausschusses dankte Amtsvorsteher Wegener den Jubilar für seine pflichttreuen Dienste und sprach die Hoffnung aus, daß er noch recht lange seinen Posten weiter versehe. Im Namen des Amtsausschusses wurde dem Jubilar ein Geldgeschenk überreicht. Desgleichen überreichte der Amtsvorsteher ein Anerkennungsschreiben des Landrats. Die Gemeindevorsteher von Eiche, Mehrow und Ahrensfelde übermittelten dem Jubilar die herzlichsten Glück- und Segenswünsche und sprachen im Namen der Gemeinden ihren Dank aus. |
Ahrensfelde. Die Handballmannschaft des DTV "Felsing" spielte an Sonntag gegen den DTV Theodor Körner, Berlin. Berlin gewann das Spiel mit 6:4. ... Um 20 Uhr hielt der Verein "Felsing" seine Monatsversammlung im Lokal von Dubik ab. ... |
Ahrensfelde. Aus Anlaß des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche auf dem Gehöft des Schlächtermeisters August Friedrich in Ahrensfelde ist zum Schutz gegen die Seuche aus dem Gemeidebezirk Ahrensfelde ein Schutzbezirk gebildet. |
Blumberg. Ein festlicher Tag war auf dem Rittergut der 19. April. 124 der dort beschäftigten Deputanten erhielten für Treue Dienste eine wohlverdiente Auszeichnung durch die Landwirtschaftskammer. ... |
Ahrensfelde. Die Turner vom DTV "Felsing" nahmen am Sonntag an den Waldläufen im Grunewald teil. Als erster lief Turnbr. Erich Wegener und als zweiter Turnbr. Rich. Jauert durchs Ziel. Großes Erstaunen der Zuschauer über diese Leistung eines kleinen Landvereins. Schließlich gelang es dem Verein auch noch, durch Turnbr. Willi Jauert, der als 11. durch das Ziel lief, den 1. Mannschaftspreis zu gewinnen. Turnbr. Rud. Meißner lief als 14. durch das Ziel. Das nächste größere Turnen findet am 10. Mai in Weißensee statt. ... |
Graf Arnim gestorben Blumberg, 2. Mai. Deutschlands Sport hat wieder einen seiner größten Förderer verloren: den Grafen Arnim*Muskau, der am Donnerstag früh infolge einer Nieren- und Gehirnblutung nach mehrwöchiger Krankheit im Sanatorium Bühlerhöhe bei Baden-Baden starb. Graf Arnim wurde an 31. März 1873 geboren, ist also nur 56 Jahre alt geworden. Graf Arnims sportliches Interesse konzentrierte sich zuerst auf den Automobilsport, dem er seit seinem Eintritt in den A. v. D. am 1. Februar 1904 stets ein eifriger Förderer war. Schon zwei Jahre später, am 26. März 1906, wurde Graf Arnim in den Repräsentanten-Ausschuß gewählt, 1907 in das Kaiserpreis-Kommitee. In den drei folgenden Jahren war Graf Arnim Mitglied des Arbeitsausschusses und der ersten drei Prinz-Heinrich-Fahrten. Kurz nach Beendigung des Krieges wählte man Graf Arnim zum Vizepräsidenten des A. v. D., am 13. November 1923 zum Präsidenten und wenig später sogar zum Vizepräsidenten des internationalen Verbandes, der Association Internationale des Clubs Automobile Reconnus. Am 26. Mai 1929 legte Graf Arnim sein Amt als Präsident des A. v. D., der ihm außerordentlich viel verdankt, nieder. Aber auch dem deutschen Pferdesport war Graf Arnim ein Pionier. 1908 wurde er Mitglied des Union-Klubs, dem er seit 1923 als Präsident vorstand, nachdem er schon 1914 in den Repräsentanten-Ausschuß gewählt worden war. Seine Mitgliedschaft erstreckte sich auch auf den Berliner Reiter-Verein und auf die Oberste Rennsport-Behörde. Vor dem Kriege besaß Graf Arnim selbst einen Rennstall unter dem Namen Gestüt Blumberg. |
Ahrensfelde. Die 1. Handballmannschaft vom DTV Felsing spielte am Sonntag gegen den DTV Schlageter*Berlin. Ahrensfelde gewann mit 11:2, nachdem das Spiel in der Halbzeit 9:1 gestanden hatte. |
Beisetzung des Grafen von Arnim. Blumberg, 7. Mai. Am Dienstag nachmittag fand in Muskau die Beisetzung des so plötzlich verstorbenen Grafen von Arnim statt. Zu den Festlichkeiten hatte sich, wie zu erwarten stand, eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden. Das sonst so ruhige Parkstädtchen war wie verwandelt, und die Polizei wurde des Autoverkehrs kaum Herr. Am Montag abend hatte für die nächsten Angehörigen eine Trauerfeier im Schlosse stattgefunden. Anschließend war der Sarg nach der Stadtkirche überführt worden, wo am Dienstag vormittag der Besuch für die Bevölkerung freigegeben war. Zur Trauerfeier selbst war das Kirchenschiff dicht von Leidtragenden besetzt. Geh. Konsistorialrat Schulz*Breslau hielt die Trauerrede. Inzwischen hatten sich die Abordnungen der zahllosen Vereine im Park aufgestellt. Nach der Trauerfeier wurde der Sarg aus der Kirche getragen. Vor dem Leichenwagen schritten die gräfl. Forstbeamten, dahinter wurde, gesattelt und gezäumt, das Leibroß des Verstorbenen geführt, das ihn schon im Felde begleitet hatte. Es folgte die gräfliche Familie mit den nächsten Verwandten, dem Großherzog von Hessen und dem Grafen Dohna*Schlobitten. Der Kronprinz hatte, da er in Italien weilt, einen Sohn als Vertreter entsandt; ferner bemerkte man den ägyptischen Gesandten und viele hohe und höchste Offiziere. Acht Geistliche aus den Kirchen, in denen der Graf Patron war, schritten im Zuge mit. Ueber die Schloßrampe ging der endlose Zug, dann durch den Blauen Garten, über die Doppelbrücke und über den Viadukt zum Mausoleum. Hier hielt Superintendent May*Muskau die Grabrede, und am Schluß rief jeder der acht Geistlichen einen Segensspruch über die Gruft. Die Artillerie der Schützengilde hatte, während der Zug sich durch den Park bewegte, den Trauersalut von dem die Häuser überragenden Hochpark aus geschossen. Während nun der Sarg sich in die Tiefe senkte, spielte die Kapelle die schlichte, ergreifende Weise vom guten Kameraden. Die Jägerei blies das wunderbare Jagdsignal "Jagd vorbei", und der Kriegerverein Muskau schoß drei Ehrensalven über das Grab. Zum Schluß spielte auf den früher geäußerten Wunsch des Verstorbenen hin die Regimentsmusik den Parademarsch des Garde-Kavallerie-Regiments. Dann ging das Trauergefolge auseinander. |
Ahrensfelde. Seinen 80. Geburtstag beging am letzten Sonnabend der ehemalige Gastwirt Wilhelm Hase sen. in großer Frische. Das seit dem Jahre 1858 im Besitz der Familie befindliche Lokal wurde von dem Jubilar im Jahre 1867 übernommen und bis zum Jahre 1922, als es sein Sohn Wilhelm übernahm, in vorbildlicher Weise geführt. Die 55jährige Tätigkeit als Gastwirt hat die Kraft dieses echten deutschen Mannes nicht gebrochen. Heute noch arbeitet er Tag für Tag mit seiner ebenfalls noch sehr rüstigen Gattin auf seiner Parzelle. Wegen der großen Beliebtheit, der sich Herr Hase in der ganzen Umgegend erfreut, hatte sich eine große Anzahl von Gratulanten eingefunden. Durch den Reiterverein Ahrensfelde, dessen 25jähriges Bestehen er als 75jähriger hoch zu Roß mitfeierte, den Gastwirteverein Ahrensfelde und Umgegend, sowie die Freiwillige Feuerwehr Ahrensfelde wurde der Jubilar durch Ueberreichung von Andenken geehrt. Die am Abend stattfindende Feier, bei der in gewohnter Weise die Becher geschwungen und geleert wurden, nahm einen frohen und ungetrübten Verlauf. |
Ahrensfelde. Der Deutsche Turnbund "Felsing" beteiligte sich an Sonntag mit 50 Jugendlichen am Jugendtreffen des 1. Bezirkes des Gaues Brandenburg des Deutschen Turnerbundes. ... |
Wegen Mangels an Beweisen Blumberg, 11. Mai. Die Arbeiter Matysiak und Mania aus Berlin standen unter der Anklage der Wilddieberei. Sie sollen am 26. August v. J. bei Blumberg in der beim alten Bernauer Weg gelegenen Waldung ein Reh geschossen haben. An jenem Tage hörte der Heger Wolf auf seinem Dienstgang einen Schuß und sah, wie in einiger Entfernung zwei Männer aus dem Walde auf die Straße bogen. Er fand in der Nähe der Stelle, wo er die beiden gesehen hatte, wohlversteckt ein erlegtes Reh liegen. Förster und Landjäger wurden ins Bild gesetzt und man traf Anstalten, die Wilddiebe zu fangen. Am 29. August sah man an der Stelle, wo das Reh geschossen worden war, zwei Männer lagern, die Rucksäcke trugen. Man bemächtigte sich ihrer und brachte sie nach Bernau zur Polizeiwache, wo man ihre Personalien feststellte und bei ihnen einen zusammengelegten geladenen Tesching mit Schalldämpfer fand. Diese Gegenstände wurden samt der beiden Rucksäcke beschlagnahmt. Die Säcke wurden zur Untersuchung eingesandt, und die wissenschaftlichen Sachverständigen sagten aus, daß darin Haare von Hasen und Rehen jüngerer und älterer Herkunft, sowie Blutflecke von Hasen und Kaninchen und von Rehen oder Hirschen sich befanden. Alles das deutete darauf hin, daß man es mit gewerbsmäßigen Wilddieben zu tun hatte. Die Beiden bestreiten aber jede Schuld. Sie wollen sich auf einem Spaziergang befunden haben. Mit dem Tesching wollten sie Schießübungen veranstalten. Das Gericht kam, da beiden nichts nachzuweisen war, zu einem Freispruch. |
Blumberg. Wegen Ausführung von Neuschüttungsarbeiten wird hiermit die Steinbahn der Provinzialchaussee Berlin-Schwedt von Station 14.030 bis 16.800 zwischen Ahrensfelde und Blumberg und von Station 20.800 bis 22.650 zwischen Blumberg und Seefeld vom 22. Juni 1931 bis einschließlich 1. August 1931 jeweils auf einer Länge von 300 Meter für den Gesamtverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über den Sommerweg umgeleitet; jedoch ist an den Baustellen Vorsicht geboten. |
Das Gut als Siedlung ? Blumberg, 30. Juni. Das dem kürzlich verstorbenen Grafen Arnim *Muskau gehörende Rittergut Blumberg ist, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, durch Verkauf in den Besitz einer Berliner Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft übergegangen. Rittergut Blumberg mit seinen rund 5000 Morgen ist eines der größten Güter der Mark. Die Berliner Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft hat das Gut mit Schloß und allem lebendem und totem Inventar erworben. Der Kaufpreis ist noch nicht bekannt. Man spricht in unterrichteten Kreisen von 1.700.000 RM. Jedenfalls steht fest, daß nach Ansicht von Sachverständigen der Preis in keinem Verhältnis zu dem ausgezeichneten Zustand des Gutes steht. Die neue Besitzerin beabsichtigt, den zu Blumberg gehörenden Grund und Boden in kleinere Siedlerstellen aufzuteilen, deren Größenverhältnisse noch festgesetzt werden sollen. Die Auflassung wird in wenigen Tagen erfolgen. |
Blumberg. Zu dem von uns mitgeteilten Verkauf des Gutes können wir heute berichten, daß die Gemeinnützige Siedlungs-Treuhand-Gesellschaft m. b. H. als Käufer aufgetreten ist. Die Gesellschaft besteht seit 1920 und ist unter Beteiligung der Gemeinnützigen Siedlungs-Gesellschaft Eden bei Oranienburg gegründet worden. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß eine spekulative Ausnutzung des Bodens ausgeschlossen ist. Die Treuhandgesellschaft hat ähnliche Anlagen, wie sie für Blumberg vorgesehen sind, bereits bei Bärenklau (Rittergut Lüdersdorf) und bei Magdeburg errichtet. Blumberg. Die Landfeuersozietät der Provinz Brandenburg hat der Freiwilligen Feuerwehr Blumberg 20 Meter B-Schlauch als Geschenk überwiesen. |
Blumberg. Das Rittergut Blumberg ist, wie wir schon kurz berichtet haben, durch die Gemeinnützige Siedlungstreuhandgesellschaft m. b. H. in Berlin W 15 von dem später verstorbenen Eigentümer, Graf v. Arnim, zu Siedlungszwecken erworben worden. Die Deutsche Siedlungsbank gewährt zu dem Ankauf des Gutes einen Zwischenkredit, wie er in allen anderen Siedlungssachen gewährt wird. Die Besiedlung des Gutes wird zunächst in einer Weise erfolgen, daß 8 Landarbeiterstellen von 2 Morgen Größe, 74 Landstellen von 8 bis 16 Morgen Größe und 23 bäuerliche Stellen zu rund 30 bis 35 Morgen Größe ausgelegt werden. Außerdem kommt auch noch die Auslegung von zwei größeren bäuerlichen Stellen in Frage. Durch Umbau vorhandener Wohn- bzw. Wirtschaftsgebäude werden die Gehöfte für 11 Landstellen und 7 bäuerliche Stellen geschaffen werden. Im übrigen werden die erforderlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude neu errichtet werden. |
Blumberg, 27. Juli Ein Landjäger überfallen. In Ausübung seines Dienstes überfallen wurde am Sonnabend abend der hier stationierte Landjäger Hirsch, der noch nicht lange im Amte ist. Er befand sich am Sonnabend auf einer Streife, und zwar da sein ebenfalls in Blumberg stationierter Kollege in Urlaub ist, allein. Von Buch her in Richtung Seefeld fuhr eine Radfahrerkolonne von etwa 16 Teilnehmern, aber nur das erste Rad war beleuchtet. Der Landjäger schritt pflichtgemäß dagegen ein, und im Handumdrehen stürzten sich die Radfahrer auf den Beamten, rissen ihn zu Boden und schlugen auf ihn ein. Ehe der überwältigte Beamte etwas unternehmen konnte, schwangen sich die Leute auf ihre Räder und rasten davon. Hirsch mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. |
Ahrensfelde. Der Reiterverein hält sein diesjähriges Bauernwettrennen am Sonntag den 16. August ab. Das reichhaltige Programm besteht wiederum in der Hauptsache aus geschlossenen Flachrennen und Trabfahren, denen offene Rennen angeschlossen sind. Benachbarte Brudervereine haben ihr Erscheinen bereits zugesagt. Eine ganz besondere Zugnummer wird das Verlosungsrennen werden, in dem man einen richtigen Hoppegartener Vollblüter - wenn es Fortuna will - gewinnen kann. Die Verhandlungen über den Ankauf sind bereits eingeleitet. Darum halte sich jeder, der einmal Rennpferdebesitzer werden will, den 16. August für Ahrensfelde frei, vielleicht geht sein Wunsch in Erfüllung! |
Blumberg. Die Leiche eines Mannes wurde am Sonnabend nachmittag vom Chausseearbeiter Mildschlag aus Werneuchen links von der Chaussee Blumberg-Ahrensfelde, im sogen. Rehahn, aufgefunden. Sie hing ungefähr 30 Meter von der Chaussee entfernt an einem Baum und verbreitete einen starken Verwesungsgeruch, der zur Auffindung führte. Die Feststellung der Personalien des Toten war etwas schwierig, da keine Personalien bei ihm vorgefunden wurden. Anhand eines Briefes, den man in der Mütze aufstöberte, konnte der Arbeitgeber ermittelt werden. Am Dienstag vormittag kamen der Schwager und der Arbeitgeber nach hier, um die Identität der Leiche festzustellen. Beide erkannten in dem Toten den 31 Jahre alten Kutscher Willi Linke aus Berlin-Heinersdorf, der bei dem Kaufmann Beetz beschäftigt war und sich am 9. Juli d. J. von seiner Arbeitsstelle entfernt [hat] und seitdem spurlos verschwunden war. Es liegt zweifellos Freitod vor, denn L. hatte schon einmal einen Selbstmordversuch unternommen, der aber daran scheiterte, daß die Schnur riß. |
Ahrensfelde. Ein zweites Ereignis wird zum Bauernwettreiten am 16. August gemeldet: Der Weltboxmeister Max Schmeling, den enge freundschaftliche Bande mit einem Mitglied des Vereins verbinden, hat seine Einladung zu dem Tage erhalten, und sein Erscheinen zugesagt. Der Verein wird daraufhin ein Schmeling-Rennen durchführen, nach dem "Max" selbst dem Sieger den Ehrenpreis überreichen wird. Sodann kann berichtet werden, daß Herr Priemer den 5jährigen Vollblüter - einen braunen Wallach - Seppel von Dolomit von Trainer C. Feller in Hoppegarten erworben hat, der zunächst ein Rennen bestreiten wird und dann zur Verlosung kommt. Jeder achte auf die Anzeige in den nächsten Tagen. |
Volksentscheid gescheitert! Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis betrug die Zahl der Stimmberechtigten zum Volksentscheid 26 553 837 (einschließlich Stimmscheine). Abgegeben wurden 9 793 603 Ja-Stimmen, 389 244 Nein-Stimmen und 243 329 ungültige Stimmen, zusammen 10 426 176. Zur Ablösung des Landtages wären 13 276 919 Ja-Stimmen notwendig gewesen. Ahrensfelde: 327 Ja, 13 Nein, 6 ungültig, wahlberechtigt: 755, [Wahlbeteiligung:] 43 % Mehrow: 60 Ja, 6 Nein, 13 ungültig, wahlberechtigt: 198, [Wahlbeteiligung:] 34% |
Am Sonntag den 16. August Großes Ahrensfelder Bauernwettreiten 10 Rennen: Flachrennen, Trabfahren, offene Rennen (Meldungen dazu noch auf der Bahn), ein Verlosungsrennen. Zur Verlosung kommt der 5jährige Vollblüter Seppl. Lose dazu 50 Pf. (auf der Bahn zu haben). Beginn des Rennens 3 Uhr. Eintritt 1,- RM Wagen frei. Programm 10 Pf. Nach dem Rennen: Großer Reiterball mit Preisverteilung zu zahlreich[em] Besuch ladet sehr ergebenst ein Reiterverein Ahrensfelde b. Bln. |
Unsere Reiter auf der Kampfbahn. Reiterfest in Ahrensfelde ... Der Reiterverein Ahrensfelde und Umgebung hatte am gestrigen Sonntag sein 31. Bauernrennen. Sorgenvoll schauten nach dem Mittagessen die Teilnehmer, Gäste und Anhänger des Pferdesports nach dem Himmel, an dem eine pechschwarze Wolkenwand langsam, aber sicher herangeschlichen kam, und jeder hatte den sehnlichsten Wunsch, daß die ganze Veranstaltung nicht ins Wasser fallen möge. Abgesehen von einigen Güssen, die allerdings auch nicht von Pappe waren, ging alles noch gut. Trotz Donnergrollen wickelten sich die einzelnen Rennen hintereinander und ohne Unfälle ab. Und trotz der vielen Veranstaltungen, die sich in der letzten Zeit in der Umgebung abgespielt haben, hatten sich so viel Freunde des Vereins eingefunden, daß man mit dem Besuch recht zufrieden sein konnte. Max Schmeling, der Boxerkönig, der vom Verein eingeladen worden war und auch zugesagt haben soll, war natürlich nicht erschienen, so daß ein Schmelingrennen also nicht zur Durchführung kam. Während der ganzen Veranstaltung konzertierte die Stadtkapelle Liebisch - Bernau und wartete mit schneidigen Märschen auf. Die Sensation des Nachmittags war die Verlosung eines fünfjährigen Vollblüters von der Rennbahn Hoppegarten, "Sepp von Dolomit", der auch bei mehreren Rennen Proben seiner Schnelligkeit gab und dafür mit seinem Reiter Albrecht brausenden Beifall einheimste. Mäuschenstill wurde es in dem Augenblick auf der Rennbahn, als ein kleines Mädchen mit verbundenen Augen das Gewinnerlos zog. Jeder Losinhaber drückte heimlich beide Daumen, in der Hoffnung, durch wenige Mark Rennpferdbesitzer zu werden. Und dem kleinen Mann an der Barriere, der die beiden letzten Lose ahnungslos aus der Kiste gekauft hatte, dem Schlächtermeister Richard Bergemann aus Seefeld, hatte Fortuna zugelächelt. Für eine Mark wurde er Besitzer des wertvollen Tieres. Im Mittelpunkt der Rennen stand der "Große Preis von Ahrensfelde". Ziel- und Bahnrichter hatten ihre Mühe, jedem gerecht zu werden. Alles in allem: Es wurde viel geboten und jeder ist auf seine Kosten gekommen, auch die nicht gern gesehenen Zaungäste. Nach dem Einzug ins Dorf ging es dann in zwei Lokale, wo die Siegerverkündigung und Preisverleihung stattfand, und sich jung und alt beim Sommernachtsball tüchtig amüsierte. Es folgen die Ergebnisse der einzelnen Rennen: ... |
Ahrensfelde. Die Jahnwettkämpfe des Gaues Brandenburg (Deutscher Turnerbund) fanden am Sonntag im Grunewald statt. Der DTV "Felsing" beteiligte sich ebenfalls daran. Beim 3000-Meter-Lauf für Männer konnte sich Erich Wegener an die Spitze setzen, bis ihm kurz vor dem Ziele infolge schlechten Endspurtes der 1. Preis genommen wurde. Er belegte den 2. Platz mit 9:57 Minuten vor Reichswehr- und Klasseläufern. Richard Jauert belegte den 3. Platz mit 10:2 Minuten. Gustav Rosinski lief als 8., Willi Jauert als 12. und R. Meißner als 13. durch das Ziel. Beim Staffellauf versagten die Ahrensfelder Jungmannen. Aus den drei Kämpfen der Jugendlichen gingen Albert Wegener mit dem 14. Preis (70 P.) und Günther Maaß mit dem 17. Preis (60 P.) hervor. |
Ahrensfelde. Der DTV "Felsing" hielt zum ersten Male ein Jugendfest, verbunden mit den Reichsjugendwettkämpfen ab. Obwohl kein gutes Wetter herrschte, konnte man die Wettkämpfe am Vormittag reibungslos erledigen. 80 Jugendliche rangen um die Preise. Pünktlich 2 Uhr nachmittags begann der Umzug durch das Dorf. Er hinterlies einen guten Eindruck. Nach der Rückkehr wandelte sich das Gesicht der Kleinen in großes Staunen. Lange weißgedeckte Tafeln waren mit Kuchen und Kaffee hergerichtet, und zwischen den Tafeln sah man die Turnerinnen mit weißen Schürzen, um nach dem Rechten zu sehen. Die Teilnehmer ließen sich Kuchen und Kaffee gut schmecken. Dann setzten die Spiele sowie das Turnen ein. Als Abschluß bekam man gute Freiübungen zu sehen. Jugendturnwart W. Jauert verkündete dann die Sieger. Eine Ansprache des Dietwarts G. Jauert beschloß den ersten Teil des Festes. Dann konnten die Kleinen tanzen, bis zum Fackelzug geblasen wurde. Der Fackelzug beendete das Fest für die Kinder, während die Aelteren noch gemütlich ein paar Stunden zusammen waren. Am gleichen Tage sandte der Verein seine Läufer nach Charlottenburg, wo sie an dem 3000-Meter-Lauf teilnahmen. Als Zweiter lief R. Jauert und als Dritter E. Wegener durch das Ziel. |
Blumberg. Einen Strafbescheid über 3000 Mark erhielt der Administrator Gustav Köhn, der beschuldigt wird, im Jahre 1930 etwa 39 ausländische Arbeiter ohne Genehmigung des Landesarbeitsamtes beschäftigt zu haben. Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Altlandsberg, in der zwei Sachverständige ihre Gutachten abgaben, nahm längere Zeit in Anspruch. Fest steht, daß tatsächlich 12 ausländische Arbeiter ohne Genehmigung beschäftigt waren. Es wurde aber auch weiter bekundet, daß der Vorschnitter, der die Arbeiter warb, mehrfach aufgefordert worden ist, nur inländische Arbeiter zu verpflichten. Der als Sachverständiger vernommene Dr. Schröder - Altlandsberg bekundete, daß Köhn alles unternommen hat, um die Erfüllung seiner Rechtspflichten zu gewährleisten. Das Gericht ersah eine strafbare Handlung als nicht vorhanden und sprach den Angeklagten auf Kosten der Staatskasse frei. |
Ausschreitungen am Kurfürstendamm. Anläßlich des hohen jüdischen Feiertages kam es am Sonnabend abend zu größeren nationalsozialistischen Kundgebungsversuchen am Kurfürstendamm. Dort hatten sich etwa 1000 Nationalsozialisten zusammengerottet und belästigten die jüdisch aussehenden Passanten. Gegen 21 Uhr drang ein größerer Trupp von Nationalsozialisten in das Café Reimann, Kurfürstendamm 35, ein, die den Vorgarten demolierten und einige Fensterscheiben einwarfen. Ein großes Polizeiaufgebot mit mehreren Ueberfallwagen rückte an und zerstreute die Demonstranten. Gegen 22.30 Uhr waren die Unruhen beendet. Insgesamt wurden etwa 39 Nationalsozialisten zwangsgestellt. |
Gefängnis im Kurfürstendamm-Prozeß. SA-Führer Graf Helldorf und Stabsführer Ernst als Zeugen. Der Staatsanwalt verlangte Zuchthaus. TU. Berlin, 23. September
Im Kurfürstendammprozeß wurden am Dienstag nachmittag die Zeugen Graf Helldorf und Ernst vernommen. Der Stabsleiter Ernst gab zu, an einer Autofahrt in den Abendstunden des 12. September beteiligt gewesen zu sein, stellte jedoch in Abrede, daß die Kundgebungen in irgend einer Weise von höherer Stelle gelenkt worden seien. Es habe sich lediglich um eine Dienstfahrt gehandelt. Von dem Auto, in dem der Graf Helldorf und er gesessen habe, sei die Parole "Treffpunkt Gedächtniskirche" nicht ausgegeben worden. Ernst sagte ferner aus, daß Dr. Göbbels an dem fraglichen Abend nicht in Berlin anwesend war. Graf Helldorf, der oberste SA.-Führer von Berlin, erklärte ebenfalls, daß es sich um eine Kontrollfahrt gehandelt habe. Polizeimajor Wecke habe ihm am Kurfürstendamm zugerufen:
"Graf Helldorf, was haben Sie mir für eine Schweinerei eingebrockt?"
worauf er geantwortet habe, daß er mit der ganzen Sache nichts zu tun habe. An der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche habe er versucht, die SA.-Leute fortzuschicken. Er nehme an, daß irgend welche Parolen von dritter Seite ausgegeben worden seien, um die NSDAP. zu belasten. Man sei sich darüber klar, daß sich in den Reihen der SA. eine Anzahl Spitzel befänden, die für die Kommunisten, das Reichsbanner oder auch für die Behörden arbeiteten. Sowohl Graf Helldorf als auch Stabsleiter Ernst wurden wegen dringenden Verdachts der Mittäterschaft nicht vereidigt.Am Abend wurden von Staatsanwaltschaftsrat Schade zum Teil sehr schwere Strafen beantragt. ... [Anmerkung: Die richtige Schreibweise wäre "Graf Helldorff" (mit doppeltem "f") - hier wird die im Original verwandte Schreibweise benutzt] |
Ahrensfelde. Nach längerer Pause wird die Männermannschaft des DTV "Felsing" nun wieder in Tätigkeit treten. Es sind in letzter Zeit neue Mitglieder aufgenommen worden, so daß die Mannschaft verstärkt werden konnte. Am Sonntag wird um 3 Uhr ein Freundschaftsspiel gegen Weißensee ausgetragen. Ahrensfelde. Gegen ein unbeleuchtetes Fuhrwerk fuhr auf der Landstraße Falkenberg - Ahrensfelde gestern abend ein Motorrad. Bei dem Zusammenstoß wurden der Führer des Motorrades, der Hauptmann a. D. Max v. Kreckwitz, und seine Schwester Erika, die auf dem Soziussitz saß, beide in Berlin, Bülowstraße 106, wohnhaft, zu Boden geschleudert. Während v. Kreckwitz mit leichten Kopfverletzungen davonkam, trug seine Schwester einen Rippenbruch davon und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. |
Ahrensfelde. Der DTV. "Felsing" trug am Sonntag gegen den DTV "Jahn", Weißensee ein Handballspiel aus und gewann überrascht 7:2. Die neuaufgestellte Mannschaft des hiesigen Vereins hat die Feuerprobe bestanden. Es traten folgende Spieler gegen Weißensee an: H. Grothe, A. Krüger, E. Anklam, E. Maaß, R. Jauert, E. Wegener, W. Maier, R. Reinicke, A. Wegener, H. Krosinske, P. Wagner. |
Prozeß gegen Graf Helldorf vertagt. GR. Berlin, 30. September
Graf Helldorf, der Führer der Berliner SA. und der Stabsleiter der SA. Brandenburg, Ernst, die sich am Dienstag vor dem Schöffengericht Charlottenburg wegen der bekannten Vorkommnisse am Kurfürstendamm verantworten sollten, werden auch am Dienstag wieder nicht vor Gericht erscheinen, da der Termin erneut aufgehoben worden ist. Ein neuer Termin ist zunächst für den 2. Oktober anberaumt, es ist aber noch sehr fraglich, ob an diesem Tage verhandelt wird. Es sollen nämlich in den nächsten Tagen Beratungen darüber gepflogen werden, ob es nicht ratsamer wäre, die Angelegenheit im ordentlichen Gerichtsverfahren vor einem erweiterten Schöffengericht zu verhandeln. |
Haftbefehl gegen Helldorf und Ernst. GR. Berlin, 1. Oktober
Graf Helldorf und Stabsleiter Ernst wurden am Dienstag nachmittag dem Vernehmungsrichter vorgeführt, der gegen beide nach kurzer Vernehmung wegen Verdunkelungsgefahr und Fluchtverdacht Haftbefehl erließ. Graf Helldorf und Ernst werden nun endgültig am 9. Oktober im ordentlichen Verfahren vor dem Schöffengericht Charlottenburg abgeurteilt werden. Als Verteidiger stehen ihnen zur Seite der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Frank Il, Dr. Sack und Dr. Triebel.Der Jungstahlhelmführer Dipl.-Ingenieur Brandt, der sich vor dem Schnellschöffengericht mit 33 weiteren Angeklagten zu verantworten hatte und gegen den das Verfahren abgetrennt wurde, um es auf den ordentlichen Gerichtsweg hinüber zu leiten, wird nun auch am gleichen Tage gemeinsam mit Helldorf und Ernst auf der Anklagebank sitzen. Als Verteidiger des Diplom-Ingenieurs Brandt hat sich neben Rechtsanwalt Dr. Köppen der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Everling gemeldet. |
Ahrensfelde. Vor zahlreichen Zuschauern und schönstem Wetter trug der DTV "Felsing" am Sonntag sein erstes Verbandshandballspiel aus. Die Schüler traten um 2 Uhr gegen Willmersdorf an. Gespielt wurde unentschieden 3:3. Pünktlich 3 Uhr erschien Felsings Männermannschaft in der neuen grün-weißen Kleidung, bald darauf auch Weißensee. Bereits in der ersten Minute brachte A. Wegener Ahrensfelde in Führung, schon in der 4. Minute erfolgte das zweite Tor durch K. Reinicke. Im Laufe des Spiels konnte Ahrensfelde 9 Tore und Weißensee 6 Tore erzielen. ... |
Graf Helldorf vor Gericht. Ablehnungsantrag der Verteidigung gegen zwei Berufsrichter und einen Schöffen. TU. Berlin, 9. Oktober
Anläßlich der bekannten Ausschreitungen am Kurfürstendamm gegen Juden und jüdisch aussehende Personen begann heute der sogenannte zweite Kurfürstendammprozeß. Angeklagt sind wegen schweren Landfriedensbruchs und Rädelsführerschaft der Jungstahlhelmführer Brandt, der Führer der Berliner SA., Graf Helldorf, und der Kaufmann Ernst, der Stabsleiter der SA. Brandenburg. ...Rechtsanwalt Frank Il, der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete, beantragte für die Verteidigung die Ablehnung des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektors Schmitz, und des Beisitzers des Gerichts, Amtsgerichtsrat Dr. Thiemann, wegen Besorgnis der Befangenheit. Die Angeklagten müßten annehmen, daß das Gericht durch die Urteile des ersten Prozesses bereits gebunden sei und daher sein eigenes Urteil vorweggenommen habe. Der Verteidiger Dr. Everling lehnte außerdem einen der beiden Schöffen, den Kaufmann Stark, wegen Besorgnis der Befangenheit ab, da dieser dem Augenschein nach der jüdischen Rasse angehöre und in diesem Falle als Partei zu betrachten sei. Der Prozeß wurde bis Sonnabend vormittag vertagt, damit die beiden betroffenen Berufsrichter und der Schöffe Gelegenheit haben, gegen die Ablehnungsanträge ausführlich Stellung zu nehmen. |
Prozeß gegen Helldorf vertagt. Die Berufungsrichter wegen Befangenheit abgelehnt. TU. Berlin, 12. Oktober 1931
Die Verteidiger im Kurfürstendammprozeß gegen Graf Helldorf und Genossen hatten den Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. Schmitz, und den Beisitzer, Landgerichtsrat Thiemann, sowie den Schöffen Stark wegen Befangenheit abgelehnt. Die Beschlußkammer beim Landgericht III unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Friedmann hat diese Ablehnungsgesuche jetzt für begründet erachtet. Als neuer Gerichtsvorsitzender wurde Landgerichtsdirektor Burczek bestellt.Nach Verlesung der Begründung des Beschlusses teilte der Vorsitzende des Schöffengerichtes Charlottenburg, Landgerichtsdirektor Dr. Burczek, mit, daß der Prozeß auf unbestimmte Zeit vertagt werden müsse, da ihm und dem beisitzenden Richter, Gerichtsassessor Boschan, genügend Zeit zur Verfügung stehen müsse, um sich in die Akten einzuarbeiten. Die Verhandlung wurde darauf geschlossen. |
Verfehlungen eines Gemeindesekretärs. ... Gemeindevorsteher Noack gab der Gemeindevertretung bekannt, daß der Gemeindesekretär Wilhelm Balzer sich durch Fälschung der Unterschrift des Amts- und Gemeindevorstehers und Mißbrauch des Dienstsiegels von zwei Bankhäusern Darlehen in Höhe von 1800 und 600 Reichsmark verschafft hat. B. wurde von der Gemeinde sofort fristlos entlassen. |
Ahrensfelde. Die Gemeinde kann die Steuern senken! Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer Sitzung am 9. Oktober mit der Fortsetzung der Besprechung des neuen Haushaltsplans. Die von nationalsozialistischer Seite angeregte Einforderung der Lohnsteuersumme von der Stadt Berlin hatte ein für die Gemeinde äußerst erfreuliches Ergebnis. Durch diese Einnahme erübrigte sich eine neue Belastung der Steuerzahler, so daß man von der Erhebung der Bürger- und Biersteuer absehen konnte, ja, es ergab sich sogar die in heutiger Zeit wohl seltene Tatsache, daß man die Gewerbesteuer von 300 auf 200 v. H. für das neue Haushaltsjahr ermäßigen konnte. |
Ahrensfelde. Die erste Männermannschaft des D.T.V. "Felsing" trug am Sonntag ihr zweites Verbandsspiel aus. Die Zuschauer erlebten ein ansprechendes Spiel zwischen "Schlageter" Berlin und "Felsing" Ahrensfelde. Das Treffen endete mit einem 4:2-Sieg für Ahrensfelde. ... |
Ahrensfelde. Die Handballmannschaften des D.T.V. Felsing tragen am Sonntag, dem 23. Oktober ihr drittes Verbandsspiel aus. Die Schüler spielen um 2 Uhr gegen Weißensee, die Männer um 3 Uhr gegen Theodor Körner - Berlin, die zweite Männermannschaft trägt gegen die erste Männermannschaft um 4 Uhr ein Uebungsspiel aus. |
Ahrensfelde. Ganz überraschend gewann die Schülermannschaft des DTV. "Felsing" gegen Weißensee mit 2:0, Halbzeit 0:0. Die erste Männermannschaft gewann kampflos gegen Körner - Berlin. Im Gästespiel gewann Ahrensfelde gegen "Körner" Berlin 8:2 (3:1). |
Die Strafanträge im Helldorf-Prozeß. Urteilsspruch heute abend. g Berlin, 7. November
Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen Graf Helldorf und dessen Stabschef Ernst wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenkampf drei Jahre Gefängnis und wegen öffentlicher Beleidigung 300 M Geldstrafe, ersatzweise 30 Tage Gefängnis. ....Die Staatsanwaltschaft beantragte ferner, daß den durch Graf Helldorf und Ernst beleidigten Kaufleuten Deterding und Simons die Befugnis ausgesprochen werden soll, das wegen öffentlicher Beleidigung ausgesprochene Urteil einigen Berliner Zeitungen auf Kosten der Verurteilten öffentlich bekannt zu machen. Das Urteil ist frühestens heute abend zu erwarten. |
Ahrensfelde. Zwei Verbandshandballspiele werden am Sonntag hier ausgetragen. Um 10 Uhr spielen die Schüler gegen Charlottenburg und um 11 Uhr die Männer gegen Eberswalde. Die II. Männerelf spielt in Weißensee um 3 Uhr. |
Das Urteil im Helldorf-Prozeß. Graf Helldorf zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. gr Berlin, 9. November
Das Schöffengericht Charlottenburg verkündete am Sonnabend nachmittag folgendes Urteil: Graf Helldorf und dessen Stabschef Ernst werden wegen einfachen Landfriedensbruchs zu sechs Monaten Gefängnis, wegen Beleidigung zu 100 Mark Geldstrafe, ersatzweise 10 Tagen Gefängnis verurteilt. ...Nach der kurzen Urteilsbegründung des Vorsitzenden beschloß das Gericht auf Antrag der Verteidigung, Graf Helldorf, dessen Stabschef Ernst und den Jungstahlhelmführer Brandt, die sich bisher in Untersuchungshaft befanden, aus der Untersuchungshaft zu entlassen und den Haftbefehl aufzuheben. In der Urteilsbegründung sagte das Gericht, daß es nicht zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß die Kundgebungen an den Tagen vorher von langer Hand vorbereitet und organisiert worden seien. Daß der Plan von Graf Helldorf ausgegangen sei, habe das Gericht nicht angenommen und deshalb auch keine Rädelsführerschaft festgestellt. Nach der Reichsgerichtsjudikatur dürfte niemand in eine zusammengerottete Menge gehen, auch wenn er die Absicht habe, daraus Leute herauszuziehen. Da das aber durch die Verurteilten versucht worden und geschehen sei, habe das Gericht Graf Helldorf, Ernst, Brandt, Damerow und Schulz wegen einfachen Landfriedensbruchs verurteilen müssen. Die Staatsanwaltschaft hat bei dem Landgericht III Berufung gegen das Urteil im Helldorf-Prozeß eingelegt. |
Ahrensfelde. Die Verbandsspiele im Handball am Sonntag endeten mit einem Sieg für Ahrensfelde. ... |
Ben Akiba ist ein Lügner! Ahrensfelde 19. November
Noch nie wurde ein Handballspiel so haushoch gewonnen wie das am Sonntag. Ahrensfelde spielte gegen Armin - Berlin und konnte nicht weniger als 35 mal (!) das Leder einsenden. 20 Tore brachte A. Wegener, 12 K. Reinicke, je eins W. Maier, G. Kosinske und G. Maaß. Der Torwart von Ahrensfelde hat bei dem Spiel überhaupt nichts zu tun gehabt. Die Turner von Ahrensfelde haben den Beweis erbracht, daß Ben Akiba ein Lügner ist, denn soetwas ist wirklich noch nicht dagewesen! |
Ahrensfelde. Ein Freundschaftsspiel zwischen Weißensee 3 und Ahrensfelde 1 fand am Sonnabend auf unserem Sportplatz statt. Weißensee ging in der ersten Halbzeit leicht in Führung. In der zweiten Halbzeit war Ahrensfelde überlegen und gewann mit 8:3 Toren. ... |
Ahrensfelde. Die Schlachtvieh- und Fleischbeschau im Beschaubezirk Ahrensfelde, umfassend die Gemeinden Ahrensfelde, Mehrow, Eiche und Blumberg sowie die Fleischerei Puhlmann in Lindenberg, ist unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs mit Wirkung vom 1.12. d.J. dem prakt. Tierarzt Dr. med. vet. E. Riedel in Berlin-Hohenschönhausen, Berliner Str. 33-34, übertragen worden. - Verpflichtet wurde der Gemeindevorsteher Ernst Meißner in Mehrow als Schiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannbezirk 33, umfassend die Gemeinden Ahrensfelde, Eiche und Mehrow, für eine vom 16. November 1931 an laufende 3jährige Amtsdauer. |
Ahrensfelde. Eine Auto-Zubringerlinie für die Wriezener Bahn. Gerade jetzt, wo die BVG ihren Betrieb abdrosselt, beabsichtigt ein Privatunternehmer, am Rande Groß-Berlins eine Autobuslinie einzurichten, eine dringend notwendige Querverbindung im äußersten Nordosten Berlins und in den Niederbarnimer Vororten. Die Linie soll ihren Anfang nehmen in Berlin-Falkenberg, dem Endhaltepunkt der Autobuslinie A 40, Ahrensfelde und die bei Eiche gelegenen großen Siedlungen erschließen. Als Ziel ist Berlin-Marzahn gedacht, wo sich die Endhaltestelle der Autobuslinie A 37 befindet. Für die Wriezener Bahn bedeutet die geplante Autobusverbindung eine unmittelbare Zubringerlinie. Die Landwirtschaftskammer hat bereits die geplante Verkehrsverbesserung im Interesse der ländlichen Siedlungen begrüßt, und auch der Niederbarnimer Landbund fördert den Plan nach Kräften. Die Linie würde nicht nur für die Geschäftsleute und Ansiedler, sondern auch für die Berliner Wintersportler von Bedeutung sein, da die Orte an der Wriezener Bahn viele Gelegenheit zum Wintersport bieten. |
Ahrensfelde. Ein schönes Turnerfest, so recht im Jahn'schen Geiste, feierte der Dt. Tv. "Felsing" mit Unterstützung des M. G. V. "Frohsinn" in seinem Verbandsheim. Einen so großen Erfolg haben wahrscheinlich auch die so rührigen Vereinsführer nicht erwartet. Beim Einmarsch der Abteilungen unter Führung der einheitlich gekleideten Musikabteilung war der Saal bereits überfüllt. Nach dem vom M. G. V. "Frohsinn" gut zum Vortrag gebrachten "Deutschen Lied" sprach der Dietwart über die Aufgaben und Ziele des Vereins. Seinem Rufe: "Her zu uns" sollte wirklich Folge geleistet werden, denn sowohl in turnerischer Betätigung wie beim Handballspiel ist dieser kleine Landverein im Gau Brandenburg des deutschen Turnerbundes erfolgreich tätig. Ein Bühnenspiel: "Das ganze Deutschland soll es sein", in dem nach dramatischen Schilderungen der Not der deutschen Jugend das Gelöbnis zur Treue zum Volk und Vaterland abgelegt wird, fand starken Beifall. Als der M. G. V. "Frohsinn" kräftig das "Niederländische Dankgebet", unterstützt durch das Orchester, ausklingen ließ zum "Herr, mach uns frei!", durchbrauste der Jubel der Festteilnehmer den Saal. Auch die turnerischen Vorführungen, besonders die Barrenriege der Männer, lösten Beifall aus. Lange hielten alle Festteilnehmer - wirklich mal für wenige Sunden befreit von des Alltags schweren Sorgen - bei frohem Tanze auf. |
Ahrensfelde. Das erste Rückspiel Ahrensfelde gegen "Theodor Körner" - Berlin im Handball fand am Sonntag in Ahrensfelde statt. Das Spiel gewann Ahrensfelde 12:1. Die Männermannschaft von Ahrensfelde steht bis jetzt in der Gruppe 3 b bei 8 Spielen mit 16 Punkten an der Spitze. ... |
Blumberg. Die Erwerbslosensiedlung wurde am Sonntag im Beisein des Landrates eingeweiht. Zu diesem Zweck war die Scheune eines Bauernhauses mit Tannengrün und den Reichsfarben ausgeschmückt. Landrat Schlemminger betonte in seiner Rede, daß sich mit diesem Versuch ein Vorgang von großer wirtschaftlicher Bedeutung abspiele. Gelinge den Blumberger Siedlern ihre schwere Aufgabe, dann ist bewiesen, daß dieser Weg zur Wiedereinführung von vielen zehntausend Erwerbslosen in den Produktionsprozeß gangbar ist. An die schlichte Feierlichkeit schloß sich eine Besichtigung der Siedlungsblöcke [an], zu denen noch rund 60 Heimstätten kommen werden. |
Ahrensfelde. Das schwerste Spiel gegen Oberschöneweide am Sonntag wurde von Ahrensfelde 3:1 gewonnen. Bis zur Halbzeit stand das Spiel 2:1. Viel zum Sieg trug der Torsteher bei, der gut auf dem Posten war. ... |
Ahrensfelde. Den heimischen Handballspielern ist es am Donnerstag gelungen, den Gegner "Wanderlust" Hohenschönhausen mit 5:3 Toren zu schlagen. Gegen dieselbe Mannschaft verlor im Frühjahr Ahrensfelde 0:19. In der Verbandsserie spielt Hohenschönhausen zwei Klassen höher. Trotzdem gewannen die Felsingspieler. ... |
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Blumberg. Das Gestüt Blumberg des verstorbenen Grafen A. Arnim - Muskau, langjährigen Präsidenten des Union-Klubs, hat zu bestehen aufgehört. Blumberg ist verkauft worden, das Zuchtmaterial war zum größten Teil schon vorher in andere Hände übergegangen. ... |
Ueber 18 Millionen für Hindenburg. 168 000 Stimmen fehlen an der absoluten Mehrheit / Ein zweiter Wahlgang erforderlich. Das vorläufige amtliche Wahlergebnis ...:
Die Gesamtziffer der abgegebenen gültigen Stimmen: 37 660 377 Kreis Niederbarnim: Due. 8176, Hi. 41206, Hit. 31657, Thäl. 25125, Wi. 361 Ahrensfelde: Due. 31, Hi. 257, Hit. 303, Thäl. 93, Wi. 1, ungültig 6 Mehrow: Due. 6, Hi. 81, Hit. 57, Thäl. 13, Wi. 1, ungültig 3 |
Hindenburg hat die absolute Mehrheit. Er bekam 700 000 Stimmen, Hitler über 2 Millionen Stimmen mehr als am 13. März. Das vorläufige amtliche Wahlergebnis der gestrigen Reichspräsidentenwahl (2. Wahlgang) brachte folgende Ziffern [in Klammern: Ergebnis vom 14.3.1932]:
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SA und SS im ganzen Reich verboten. Bei der herrschenden Wirtschaftnot kann kein "Staat im Staate" geduldet werden. Notverordnung zur Sicherung der Staatsautorität ... |
Ahrensfelde. Die ersten Spiele um den Jahnschild des Gaues Brandenburg im deutschen Turnerbunde fanden am Sonntag statt. Ahrensfelde I mußte gegen Weißensee I (Meisterklasse) antreten, während unsere Elf in der Klasse 3b (Anfänger) spielt. Da der Schiedsrichter nicht zur Stelle war, wurde das Spiel nur als Freundschaftstreffen ausgetragen. Die zahlreichen Zuschauer erlebten ein sehr gutes Spiel. Es endete mit 8:7 Toren für Weißensee. Die Mannschaft von Ahrensfelde ist sehr gut, nur die Außenstürmer müssen noch sehr viel lernen. Nach dem Spiel der Männer fand ein Spiel der Schüler Felsings gegen H. J. Ahrensfelde statt. Die Gegner waren stets überlegen und gewannen 10:1. |
Blumberg. Das Rittergut Blumberg ist in der Matrikel der Rittergüter des Kreises Niederbarnim gelöscht worden. |
Blumberg. Verpflichtet wurde der Bauerngutsbesitzer August Keisdorf in Blumberg als Schiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannbezirk Nr. 32, umfassend die Gemeinde Blumberg, für eine vom 25. Juni 1932 an laufende dreijährige Amtsdauer. |
Keine eindeutige Mehrheit im Reichstag. NSDAP stärkste Partei / Die kommunistische Gefahr / Nicht Parteipolitik, sondern Staatspolitik / Regierung Papen bleibt. Das berichtigte vorläufige amtliche Endergebnis. Der Reichswahlleiter gibt folgendes berichtigtes vorläufiges Endergebnis der Reichstagswahl bekannt [in Klammern Anzahl der Sitze]: Gültige Stimmen insgesamt: 36 862 434
Ahrensfelde: Soz. 246, Natsoz. 367, Komm. 179, Z. 14, Dtnt. 44, Vpt. 3, Wip. 2, Stp. 6, Ldv. 1, Chr. 3, Sap. 2 Mehrow: Soz. 64, Natsoz. 54, Komm. 16, Dtnt. 12, Vpt. 3 |
Ahrensfelde. Das Bauernwettreiten findet am Sonntag, den 21. d. M. statt. Der Beginn ist auf 3 Uhr festgelegt, und der Eintritt, der Notzeit entsprechend, auf 0,80 M festgesetzt. 10 Rennen kommen insgesamt zum Austrag. Alles Nähere wird durch Inserat bekanntgegeben. |
Mehrow. Ein seltenes Jubiläum begeht der Schmiedemeister Krause. Am 28. August ist Krause auf dem Rittergut in Mehrow 50 Jahre als Schmiedemeister tätig. Er selbst hat die Schmiede vor 50 Jahren eingerichtet, und noch jeden Tag sucht er seine ihm liebgewordene Werkstätte auf. Krause steht im 77. Lebensjahr und erfreut sich in Mehrow großer Beliebtheit. Er hat auch der Gemeinde große Dienste erwiesen. Er war 47 Jahre lang Spritzenmeister und über 20 Jahre Schulvorsteher; 40 Jahre war er in der Kirchenvertretung. Seit 6 Jahren ist er Kirchenältester. Wir wünschen ihm und seiner Ehefrau einen frohen Lebensabend. |
Mehrow. Sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte am 28. August der Schmiedemeister Krause. Am diesem Tage wurden ihm große Ehrungen zuteil. Der Reichspräsident ließ dem Jubilar am 28. August durch die Post eine Ehrenurkunde mit eigenhändiger Unterschrift zustellen. Auch die Gutsverwaltung hat dem Jubilar ein Glückwunschschreiben zugestellt. |
Ahrensfelde. Die ersten Punktspiele der Turner-Handballer im Gau Brandenburg des Deutschen Turnerbundes wurden am Sonntag ausgetragen. Der D.T.V. Felsing beteiligte sich mit zwei Männermannschaften und einer Schülerelf an den Spielen. Die Schüler, Gaumeister von 1931/1932 spielten gegen Hermsdorf und gewannen 5:1. ... |
Ahrensfelde. Die Kleinmotorspritze, die vor einiger Zeit von der Gemeinde angekauft war, wurde vergangenen Sonntag der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. In der Festansprache, die Gemeindevorsteher Haase vor großem Publikum hielt, dankte er besonders Kreisbrandinspektor Graß, Amtmann Moch und der Feuersozietät für die großen Bemühungen und Beihilfen für die heimische Wehr. Zur Probe, die zu aller Zufriedenheit ausfiel, markierte man einen Brandangriff und entnahm das Wasser mittels der neuen Spritze aus dem Feuerlöschteich. Hierbei zeigte die Pumpe sowohl wie die hierzu ausgebildete Mannschaft, daß sie im Falle eines Brandes gut ihren Mann stehen können. Nachmittags gab es einen Umzug, an dem sich auch die Nachbarwehren von Lindenberg, Falkenberg, Marzahn und Blumberg beteiligten. Abends war Feuerwehrball - und wer kennt nicht die dort immer herrschende Gemütlichkeit! - Zu erwähnen ist vielleicht doch noch, daß zu Anschaffung dieser Spritze, die fast 3000 Mark kostet, die Sozietät mit fast der Hälfte der Summe eingesprungen ist. Bravo! |
Blumberg. Beim Schaufrisieren, das am 18. September im Elysium Bernau stattgefunden hat, erhielt der Lehrling Rudi Discher beim Friseurmeister P. Schulze für Haararbeiten (Zopf und Damenperücke) den 1. Preis des ersten und zweiten Lehrjahres. Im vergangenen Jahre war es ihm möglich, in der Wertung für Haararbeiten den zweiten und für Frisieren den 3. Preis zu erlangen. |
Ahrensfelde. Alle drei Mannschaften des DTV. "Felsing" traten am Sonntag zu Handball-Punktespielen an ... |
Ahrensfelde. Ganz überlegen spielte die Schülerelf des DTV. "Felsing" gegen den DTV Löhme. 20 Tore konnte Ahrensfelde erzielen, während Löhme leer ausging. Auch gegen Seefeld wurde der Kampf gewonnen. Hier gab es ein Resultat von 14:0. Wenn die Erfolge anhalten, könnte die Mannschaft es zur Gaumeisterschaft bringen. |
Ahrensfelde. Der Turnverein "Felsing" hielt kürzlich eine Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende Wolff gedachte vorerst mit ehrenden Worten eines verstorbenen Mitgliedes. Ferner gab der Vorsitzende kurze Schilderungen der gefallenen Turnbrüder. - Sorgen bereiten dem Vorstande die rückständigen Beiträge. Tbr. Willi Jauert konnte im Turnbericht einen Aufschwung aller Abteilungen feststellen. Zum Bezirkswetturnen am 28. Erntemonds bemerkte er, daß dies durch die Unpünktlichkeit der Berliner Vereine nicht folgerichtig durchgeführt werden konnte. Für die Zukunft sei zu empfehlen, nicht nur rechtzeitige Meldungen, sondern auch pünktliches Antreten zu verlangen. Der Verein errang von 53 Siegen allein 35. Zum Lehrgang des Gauturnwarts meldeten sich drei Turnfreunde, denen die Unterstützung des Vorstandes zugesagt wurde. Im Anschluß an Verlautbarungen in den Kreismitteilungen konnte festgestellt werden, daß Bundesturnzeitungen über Pflichtbezug gehalten werden. Zum Wintervergnügen wurde der 3. Julmonds vorgemerkt. Der Verein blickt im nächsten Jahr auf ein 25jähriges Bestehen zurück. Mit Veranstaltungen aus diesem Anlaß wird sich die Vorstandsversammlung beschäftigen. Ferner wurde noch die Besprechung über die Gründung einer "Altherrenriege" vorgemerkt. |
Ahrensfelde. Einen Sieg auf der ganzen Linie konnte der DTV. Felsing bei den Handballspielen des Sonntags verzeichnen. Die Schüler-Elf gewann kampflos gegen Rosenthal. Die 2. Männer-Mannschaft gewann 4:0 gegen Löhme. Das Hauptereignis war das Spiel der 1. Männermannschaft gegen Waidmannslust. Es endete 14:1 für Ahrensfelde. |
Ahrensfelde. Der DTV. "Felsing" beteiligte sich am Sonntag am Schauturnen des Gaues Brandenburg mit 10 Männern und 5 Jungmädchen. Das Turnen stand hauptsächlich im Zeichen des Wehrgedankens. ... |
Ahrensfelde. Die Männer-Mannschaften des DTV. "Felsing" waren am Sonntag beim Handballspielen vom Pech verfolgt. ... |
Die Reichsregierung bleibt bei ihrem Kurs. TU Berlin 7. November
Zum Wahlergebnis wird an zuständiger Stelle heute festgestellt, daß sich an der Lage nichts Wesentliches geändert hat. Die Reichsregierung habe keine Veranlassung, von ihrem bisherigen Kurs abzuweichen. Es werde nunmehr Sache der Parteien sein, ob der Reichstag in der Lage sei, positive Arbeit zu leisten. Die Reichsregierung sei bestrebt, ihre Grundlage zu verbreitern und, wie der Kanzler auch in seiner Rundfunkrede zum Ausdruck gebracht habe, für jeden die Arme offen zu halten, der gewillt sei, mitzuarbeiten.... Statt 608 nur noch 582 Mandate 1 1/2 Millionen weniger, NSDAP verliert 35, SPD 13, DRBP gewinnt 14, KPD 11, DBP 4
Der bisherige Reichstag war wie folgt zusammengesetzt: Nationalsozialisten: 230 Mandate, Sozialdemokraten 133, Kommunisten 89, Zentrum 75, Deutschnationale 37, Deutsche Volkspartei 7, Staatspartei 4, Christsoziale 3, Wirtschaftspartei 2, Landvolk 1 Mandate. Wie wählte der Kreis Niederbarnim ? Kreis Niederbarnim: NSDAP 35284, SPD 25278, KPD 30598, Zentrum 2421, DNVP 11023, DVP 873, Staatspartei 960, Christl.-soz. 691, Wirtsch.-Partei 372, Landvolk 9, SAP 95 Einzelergebnisse aus dem Kreis: Ahrensfelde: Natsoz. 323, Soz. 165, Komm. 213, Z. 7, Dtnt. 51, Vpt. 9, Stp. 3, Chr. 7, Wip. 1 Mehrow: Natsoz. 45, Soz. 66, Kom. 22, Dtnt. 14, Chr. 1 |
Ahrensfelde. Bestätigt wurde der Polizeiverwaltungsbeamte Ludwig Dubick in Ahrensfelde als Polizeisekretär des Amtsbezirks Ahrensfelde. |
Mehrow. Ein seltenes Dienstjubiläum konnte die bei Adolf Thürling in Mehrow angestellte Luise Bahr feiern, denn sie hat vor kurzem ihr 35. Dienstjahr bei derselben Dienstherrschaft vollendet. Ihr ist aus diesem Anlaß die Emaillebrosche der Landwirtschaftskammer für langjährige treue Dienste verliehen worden. |
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Auflösung aller kommunalen Parlamente. Gemeindevertretungen, Städteverordneten-Versammlungen, Kreistage, Prov.-Landtage Neuwahlen am 12. März |
Regierungsmehrheit in Reich u. Preußen NSDAP und Kampffront Schwarz-Weiß-Rot haben 51,7 Prozent im Reich und 52,5 Prozent in Preußen
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Rechtsmehrheit im Kreis Niederbarnim
Einzelergebnisse aus dem Kreise / Für die Kreistagswahl: Ahrensfelde: Natsoz. 383, Soz. 126, Kom. 39, Z. 3, Kampf. 58, Bgl. Einheit 3, Siedl. 30, Uept. 3 Mehrow: Natsoz. 59, Soz. 54, Kom. 11, Kampf. 36, Bürgt. 1 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ahrensfelde. Alle drei Handballmannschaften des DTV. Felsing sollten am Sonntag außerhalb spielen. Die Schülermannschaft fuhr nach Waidmannslust und gewann kampflos. Die 2. Mannschaft sollte auch nach Waidmannslust fahren, um dort gegen Scharnhorst zu spielen. Die Mannschaft verzichtete aber und so wurde das Spiel kampflos gewonnen. Ahrensfelde ist nun Meister der Ostklasse. Ahrensfelde I fuhr nach Grunewald und spielte dort gegen Charlottenburg I. Ahrensfelde gewann mit 14:8 Toren. Da nun in der Meisterklasse Ahrensfelde und Hohenschönhausen punktgleich stehen, finden zwei Ausscheidungsspiele statt. Das erste ist am 23.3. in Ahrensfelde um 3.30 Uhr. Schiedsrichter ist Wotan - Willmersdorf. |
Ahrensfelde. Der 1. Bezirk im deutschen Turnerbund hielt am Sonntag sein diesjähriges Geräte-Wetturnen in Berlin-Hohenschönhausen ab. Pünktlich 3 Uhr begrüßte Turnwart Blosat die zahlreich erschienenen Wetturnerinnen und Wetturner. Alle Uebungen wurden geturnt. Jeder Wetturner wurde von den Ditwarten ob seines Wissens im Völkischen eingehend geprüft. Zum Schluß des Wetturnens wurde unter Leitung des Turnlehrers Augst Körperschule gezeigt. Bei den Männern errang den 1. Platz Augst - Weißensee; Jungmannen: 1. Günter Maas - Ahrensfelde; Turnerinnen: 1. Potzuweit - Jahn Berlin, Jungmädchen: Eisermann - Weißensee |
Das Feuerlöschwesen in Niederbarnim 76 Freiwillige Feuerwehren mit 1987 Mitgliedern Rückblick auf 1932 ... Neue Feuerwehrgeräte und Fahrzeuge wurden geprüft und abgenommen: ... b) je eine Kleinmotorspritze in Ahrensfelde, Oranienburg und Werlsee ... |
Geheimnisvoller Leichenfund pr. Baruth, 8. April An der Strecke Berlin-Dresden zwischen den Ortschaften Neuhof und Baruth wurde gestern ein merkwürdiger Leichenfund gemacht, mit dem sich die Mordkommission beschäftigt. Man fand dort - etwa 50 Meter von der Chaussee entfernt - im Walde die Leiche eines Mannes auf, der schon längere Zeit dort gelegen haben muß; Sie war bis zur Unkenntlichkeit entstellt. In den Taschen des Toten wurden keine Legitimationspapiere gefunden. ... |
Ahrensfelde. Das überaus seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern am Sonnabend Wilhelm Hase und seine Ehefrau. Echt deutsch, wie beide erzogen, so sind sie geblieben! Sicher nimmt die ganze Gemeinde herzlichen Anteil an dem Jubelfeste, erfreuen sich doch beide Ehegatten bis ins hohe Alter hinein der uneingeschränkten Liebe und Verehrung aller Volksschichten unserer Bevölkerung. So manches Ehrenamt hat der Jubelbräutigam in jungen Jahren bekleidet, sei es in der Kirchen- oder politischen Gemeinde. Und weit über die Grenzen des Ortes hinaus war "der Gastwirt" bestens bekannt. Selbst Groß-Berlin kannte und kennt ihn durch seinen Reitersport, war er es doch, der im Verein mit seinem Nachbarn Junghans den Reiterverein - den ältesten der Mark - vor 40 Jahren gründete. Noch als 75jähriger stieg er bei der Parade des Vereins gelegentlich einer Jubelfeier in den Sattel. - Und als Waidmann hatte er weite Teile der Mark kennengelernt, und wo Wilhelm war, da war Leben. Noch heute erzählt er mit Genauigkeit, ohne das bekannte "Latein", über seine vielen Jagdtrophäen, um die ihn mancher beneidet. Wir wünschen dem noch rüstigen Jubelpaare weitere gesunde Lebensjahre. |
Was wird aus der Deutschen Turnerschaft ? Der Spuk des "Fachverband"-Gedankens ... Einschränkung des Wettkampfbetriebes in der DT Der Oberturnwart der DT hat folgende Anordnung getroffen: 1. Der Wettkampfbetrieb in der Deutschen Turnerschaft wird zugunsten allgemeiner Breitenarbeit und des Wehrturnens eingeschränkt. Pflichtspiele dürfen nur einmal im Monat, und zwar am ersten Sonntag des Monats, ausgetragen werden. Daher darf die Zahl der Mannschaften in einer Spielreihe höchstens fünf, im Ausnahmefall sechs Mannschaften betragen... 2. Wir erwarten, daß jeder Turner und jede Turnerin am allgemeinen Uebungsbetrieb teilnimmt. ... 3. Ab 1934 werden Turner im Scharalter (19-21 Jahre) nur dann zu Wettkämpfen und Wettspielen zugelassen, wenn sie den Nachweis erbringen, daß sie sich auch am Wehrturnen beteiligen. ... |
Die DT. unterstellt sich dem Reichskanzler Ein Brief Dr. Neuendorffs an den Führer Adolf Hitler Neben SA und Stahlhelm ... |
Blumberg. Ein tödlicher Unglücksfall hat sich gestern in unserem Ort zugetragen. Ein fünfjähriger Junge aus Berlin, das einzige Kind seiner Eltern, das zu Besuch in Blumberg weilte, wurde durch einen Herzschuß, der sich aus einem Tesching gelöst hatte, getötet. Der unglückliche Schütze ist der 25jährige Sohn eines Maurers. Er hatte mit der Waffe geschossen und sie dann, um irgend etwas an ihr in Ordnung zu bringen, zwischen seine Knie geklemmt. Dabei löste sich ein Schuß und traf den nahebeistehenden Jungen. Es liegt fahrlässige Tötung vor. |
Blumberg. Zum kommissarischen Gemeindevorsteher ist der Schloßgärtner Paul Fischer ernannt worden. Kommissarische Schöffen wurden der Gutsbesitzer Willy Grün, Maurer- und Zimmermeister Georg Weidelt und Landwirt Georg Wenzel II. |
Neuaufbau des deutschen Sports Die Reichsführer des Sportes sind ernannt worden ... |
Das Gesetz über die Reichsautobahnen Zweigunternehmen der Reichsbahn-Gesellschaft mit dem Sitz in Berlin ... Berlin, 27.Juni 1933 Der Reichskanzler, gez. Adolf Hitler Der Reichsverkehrsminister, gez. Freiherr v. Eltz |
Das vorläufige Ergebnis der Volkszählung ... 39,96 Millionen Menschen leben in Preußen ... ... Zunahme von 4,5 v.H. in 8 Jahren ... |
Ahrensfelde. Am kommenden Sonntag, den 20. August, hält der Reiterverein sein traditionelles Bauernwettreiten ab. In diesem Jahre wird die SA. zum ersten Male der Veranstaltung das äußere Gepräge geben, denn der Reiterstu[r]m I der Standarte 208, Hoppegarten, dem auch die Trupps Hönow und Rahnsdorf angegliedert sind, wird sich geschlossen daran beteiligen. Unter den 12 Rennen sind zwei für den Reiterstu[r]m. Außerdem wird ein Rennen in den alten Uniformen geritten. Besonderes Interesse wird die Stafette zwischen Motorrad-Läufer-Pferd erwecken. Der Anfang des Rennens ist auf 3 Uhr festgesetzt. |
Stromversorgung und Stromtarife in der Mark Brandenburg Bewag / MEW / Elektrizitätsgenossenschaft Wandlitzsee Ein lehrreicher Vergleich Als Stromversorger in der Mark kommen in Betracht: 1. Die Ueberlandzentralen, 2. Städtische Werke mit eigener Stromerzeugung, 3. Städte und Gemeinden als Großabnehmer, 4. Elektrizitätsgenossenschaften und 5. Lichtgemeinschaften. ... Die Strom-Tarife in der Mark sind ganz verschieden. Man unterscheidet in der Hauptsache auch heute noch den Kilowattstunden- oder Zählerverbrauchs-Tarif und den Grundgebühren-Tarif. ... Wie sich der Grundgebühren-Tarif auswirkt, will ich an einigen Beispielen zeigen: Zum Vergleich seien herangezogen die Bewag, das MEW und eine von den 1000 Elektrizitätsgenossen der Mark, die Elektrizitätsgenossenschaft Wandlitzsee, die bereits seit 1922 Strom absetzt. Diese drei Lieferunternehmen verzeichnen neben einer Grundgebühr im Stromtarif eine Arbeitsgebühr von 8 Pf./Kwstd. ... Der monatliche Grundpreis oder die Grundgebühr [in Mark] ergibt sich bei diesen drei Unternehmen aus folgender Übersicht:
Hinzu tritt, daß bei der Bewag sich der Abnehmer verpflichten muß, in einem Jahre neben der Grundgebühr eine bestimmte Kilowattstundenmenge abzunehmen bzw. sich in Anrechnung stellen zu lassen, ungeachtet ob diese Strommenge verbraucht ist oder nicht. Diese Strommengen stellen sich jährlich wie folgt: 1 Zimmer = 500 Kwstd., 2 Zimmer = 600 Kwstd., 3 Zimmer = 720 Kwstd., 4 Zimmer = 850 Kwstd., 5 Zimmer = 1025 Kwstd., 6 Zimmer = 1200 Kwstd., 7 Zimmer = 1375 Kwstd. Dieser Abnahmezwang findet bei den beiden oben genannten anderen Lieferanten nicht statt. Wie stellt sich nun die Auswirkung dieser Tarife bei einem Landhaus von 5 Zimmern und einem Jahresstromverbrauch von 720 Kwstd. ? Die Rechnung ist folgende:
Auch bei den Motorenanlagen differieren diese Grundgebühren wie folgt: Bewag 2.40 M., MEW 2.00 M. und Genossenschaft 1.00 M. für das erste Kilowatt. ... Aus obigen Zahlen dürfte mancher mit offenen Augen sehen, wie kraß die Gegensätze von nachbarlichen Stromversorgungsgebieten ausfallen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Presserundfahrt im Kreise Niederbarnim Berlin und unser Kreis Der Kreis Niederbarnim, der Berlin im Norden und Osten vorgelagert ist, hatte bis 1920 bekanntlich eine wesentlich andere Gestalt als heute. In jenem Jahre wurde das "Gesetz Groß-Berlin" geschaffen und damit wurden dem landeinwohner- und steuerhungrigen Wasserkopf Groß-Berlin 29 Gemeinden und 15 Gutsbezirke des Kreises Niederbarnim zugeteilt. Die Einwohnerzahl dieses Gebietes betrug 330000 und der Kreis verlor damit drei Viertel seiner gesamten Einwohnerschaft und - noch schlimmer! - fünf Sechstel seiner Steuerkraft. Man hatte nämlich mit dem Blick auf den Steuerertrag gerade die Gemeinden willkürlich mit nach Berlin eingemeindet, von denen höhere Steuerleistungen zu erwarten waren, z. B. Frohnau. Daneben sind aber auch rein ländliche Gemeinden wie Blankenfelde, Buch, Falkenberg und zahlreiche andere, die mit Berlin nun wirklich nichts zu tun hatten, eingemeindet worden, so daß der Kreis Niederbarnim äußerst empfindliche Verluste
erlitt und zugleich eine geographische Form bekam, die ihresgleichen sucht in ganz Deutschland. 1920 betrug die Einwohnerzahl des Kreises 124600. Diese Ziffer ist in der Hauptsache durch zahlreiche Siedlungen, die von Berlin aus in den Kreis vorgetrieben worden sind, jetzt auf 180000 Einwohner gestiegen, die in 4 Städten, 81 Dörfern und 4 Forstgutbezirken untergebracht sind. In welchem Maße der Kreis unter diesen starken Belastungen von Berlin her, die natürlich nicht von den kapitalkräftigen Elementen vollzogen wird, leidet, ergibt sich aus den Zahlen des Haushaltsplanes. Er schließt in diesem Jahre in der Ausgabe mit 11,13 Millionen Mark ab. Davon sind aber allein Wohlfahrtsausgaben von 7,78 Millionen Mark.
Die Fürsorgeaufwendungen im Monat August betrugen 661600 Mark. Wie stark weitere öffentliche Lasten auf dem Kreise liegen, ergibt sich u. a. auch daraus, daß der Kreis Niederbarnim 420 Kilometer Chausseen zählt, von denen nur 60 als große Ausfallstraßen von der Provinz versorgt werden. 360 Kilometer, auf denen sich aber bei der Nähe der Großstadt auch ein guter Teil Berliner Lastwagenverkehr abspielt, muß der Kreis aus eigener Tasche unterhalten. Diese interessanten und vielleicht auch manchem Niederbarnimer wohl unbekannten Tatsachen gab Landrat Dr. Weiß am Mittwoch einer Anzahl von Niederbarnimer und Berliner Pressevertretern bekannt, die die Kreisverwaltung zu einer Rundfahrt durch den Kreis Niederbarnim eingeladen hatte. ... Das ... Bestreben, die schlimmen Spuren der Vergangenheit auszulöschen und Neues und Besseres aus der Gegenwart für die Zukunft
zu schaffen, erkannte man beim Besuche der Siedlungen um Blumberg. Die berüchtigte Siedlungsfirma Dyk-Salomon, die auch an anderen Orten Spuren ihrer unseligen Tätigkeit hinterlassen hat, hat hier Siedlungen zurechtgeschnitten, auf denen die Leute nicht leben und nicht sterben können. Der Kreis und insbesondere der Kreisausschuß hat nun seine liebe Not damit, hier Ordnung zu schaffen. Aber wenn es den Leuten mit ihren zwei Morgen nicht gelingen kann, so scheinen doch die anderen, die etwas größere Siedlungsstellen erhalten haben, etwas besser zu stehen und man hofft, daß die Siedler mit 28 bis 30 Morgen durchkommen. Die Domäne Blumberg war früher ein Mustergut, das einen Reinertrag von 130000 Mark brachte. Jetzt ist sie bis auf ein kleines Restgut zerschlagen und der Steuerausfall, der dadurch eintritt, beträgt allein 12000 Mark. Dazu muß aber die Gemeinde an Wohlfahrtsunterstützungen allein 6300 Mark zahlen. Der an sich wundervolle Siedlungsgedanke ist hier zur Karikatur verzerrt und mit Recht kann man sagen: "Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage". Nun soll aber den Siedlern wirklich geholfen werden. Die Möglichkeit dazu bietet eine Spende von 102 Morgen Land,
die Gutsbesitzer Mendelson-Bartholdy, dem das benachbarte Rittergut Börnicke gehört, auf Anregung von Landrat Dr. Weiß dem Oberpräsidenten Gauleiter Kube kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Dieses Gebiet soll zur Abrundung der Siedlung Blumberg benutzt werden, so daß die einzelnen Siedlerstellen dadurch lebensfähiger werden. Der herrliche in englischem Stiel gehaltene Park des Blumberger Schlosses,
der wahrscheinlich vom Fürsten Pückler-Muskau selbst angelegt ist, sollte zum Teil ebenfalls der Siedlung zum Opfer fallen. Der Kreisausschuß wird sich aber höchst energisch und mit vollem Recht gegen einen solchen Naturfrevel - der Park steht unter Baumschutz! - wehren. Daß Gemeindvorsteher Fischer, der mit jedem einzelnen Baum dieses Parkes verwachsen ist, sich darüber freut, bedarf keiner besonderen Betonung. ... |
Blumberg. Wegen Betruges hatte sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Bernau der 20 jährige Tischler B. aus Blumberg zu verantworten. B. bezog vom Arbeitsamt Unterstützung, während er in der Zeit nebenher arbeitete und davon natürlich dem Arbeitsamt nichts meldete; solange nicht, bis es von selbst dahinter kam. Die Folge war die Betrugsanzeige. Vor Gericht gab er zu, 70.50 Mark überhoben zu haben und wurde zu 100 Mark Geldstrafe oder im Nichtbetreibungsfalle zu 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Richter sagte in der Urteilsbegründung, daß der Angeklagte noch gut weggekommen sei, heute würden derartige Fälle nicht ohne Gefängnis abgeurteilt. Dem Angeklagten seien noch einmal mildernde Umstände zugebilligt worden. In monatlichen Raten von 10 RM muß er tilgen. Das Urteil wurde rechtskräftig. |
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Das Feuerlöschwesen auf dem Lande Einheitliche Regelung Für ganz Preußen ist das Feuerlöschwesen durch das Gesetz vom 15. Dezember 1933, dessen Bestimmungen mit Beginn des Jahres bereits in Kraft getreten sind, einheitlich geregelt worden. Es ist damit die Grundlage geschaffen, die nunmehr überall auf dem Lande einer zweckentsprechenden Organisation der Brandbekämpfung die Wege ebnet. Künftig muß in jedem Ortspolizeibezirk, wie in einem Artikel von Bürgermeister Bickel - Ihringshausen näher ausgeführt wird, eine leistungsfähige und den örtlichen Verhältnissen entsprechend ausgerüstete Feuerwehr vorhanden sein. Besteht ein Ortspolizeibezirk aus mehreren Gemeinden, so ist in jeder Gemeinde für genügenden Feuerschutz zu sorgen. Verantwortlich für einen sachgemäßen Feuerschutz ist der Ortspolizeiverwalter. Auch die Abwehr sonstiger Gefahren kann der Feuerwehr durch die Polizeiaufsichtsbehörde übertragen werden, z. B. Hilfe bei Wassernot, Beseitigung von Schneewehen. Drei Arten von Feuerwehr unterscheidet das Gesetz; die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr, die Pflichtfeuerwehr. Alle drei bedürfen der Anerkennung der Polizeiaufsichtsbehörde. Berufsfeuerwehren müssen in Gemeinden über 100000 Einwohnern und können in Gemeinden mit geringerer Einwohnerzahl eingerichtet werden. Für Landgemeinden wird die Berufsfeuerwehr kaum in Frage kommen. Dagegen sollte die Bildung freiwilliger Feuerwehren überall da angestrebt werden, wo sich die Möglichkeit dazu bietet. Als Organisationsform ist der Verein vorgeschrieben. Die aktiven Mitglieder müssen das achtzehnte Lebensjahr vollendet und dürfen das sechzigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Der Minister des Innern trifft Bestimmungen über Ausbildung, Uniformierung und Führerbezeichnung. Die Vereinssatzung bedarf der Genehmigung der Polizeiaufsichtsbehörde. Wo genügend Auswahlmöglichkeiten vorhanden sind, darf die Satzung das vorgeschriebene Mindestalter für den Eintritt heraufsetzen, das für das Ausscheiden vorgeschriebene Höchstalter mindern. Praktischerweise wird das jedoch unterbleiben. Die jüngeren Jahrgänge sind für die Ausbildung die beweglichsten und aufnahmefähigsten, das gereifte Alter ist vorzugsweise als Ordnungsmannschaft geeignet. Die Gliederung erfolgt in der Steigermannschaft für Rettung von Personen und Sachen, Ablöschen des Feuers durch die Strahlrohrführer, etwa erforderlich werdendes Niederlegen von Gebäuden und Gebäudeteilen; die Löschmannschaft für Legen der Schlauchleitungen, Zuführung des benötigten Wassers, Bedienung der Spritze, Wegschaffung und Bewachung geretteter Gegenstände. Wo die freiwillige Feuerwehr fehlt oder für die Brandbekämpfung unzureichend ist, liegt der Pflichtfeuerwehr diese Verpflichtung ob. Durch Polizeiverordnung werden Rechte und Pflichten, Uniformierung, Ausbildung, Führerbezeichnung geregelt. Die Beschaffung und Unterhaltung der erforderlichen Löschgerätschaften, Ausrüstungsstücke, Alarmeinrichtungen, Wasserstationen und Gerätehäuser ist Aufgabe der Gemeinden. Das war seither schon so. Für die Beschaffung der notwendigen Einrichtungen und Ausrüstungen Sorge zu tragen, ist in erster Linie Sache des Ortspolizeiverwalters. Wo er, was meist der Fall sein wird, zugleich der Leiter einer Gemeinde ist, wird er die für die Mittelbewilligung zuständigen Stellen entsprechend aufklären und von der Dringlichkeit seiner Wünsche und Forderungen überzeugen müssen. Dringt er damit nicht durch, so entscheidet nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen auf seinen Antrag der Landrat über die Notwendigkeit der Aufwendungen. In der Vergangenheit ist den Ortspolizeiverwaltern, mehr noch den Bürgermeistern und Gemeindevorstehern, von den Feuerwehrführern oft der Vorwurf gemacht worden, die Feuerwehrbelange vernachlässigt, sie nicht in ausreichender Weise vertreten zu haben. Der Vorwurf ist zum Teil berechtigt. Die Abneigung gegen gemeindliche Einrichtungen jeder Art, die an alte militärische Straffheit erinnerten, hatte zum Teil auch auf die Gemeindekörperschaften übergegriffen. Dazu kam die größer und größer werdende Armut der Landgemeinden. Es konnte nur das Allerdringlichste geleistet, manches Gute und Wünschenswerte mußte zurückgestellt werden. Mit Eintritt der erhofften gemeindlichen finanziellen Entlastung werden auch die Leiter der Gemeinden sich williger finden, der Feuerwehr zu geben, was der Feuerwehr ist. Doch auch in Zukunft wird die größte Sparsamkeit überall, auch in der Feuerwehr, angebracht sein; es wird erforderlich sein, Geräte und Ausrüstung pfleglich zu behandeln. Manche unnütze Ausgabe wird dadurch vermieden. Es darf gehofft werden, daß in Zukunft bei der vorgesehenen Schulung der Erziehung zu schonendster Behandlung von Gerät und Ausrüstung entsprechender Wert beigemessen wird. |
Einheitssatzungen für freiwillige Feuerwehren Arierparagraph auch hier Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen sind bekanntlich in allen Ortspolizeibezirken Preußens freiwillige Feuerwehren zu errichten. Wie die "Wandelhalle" meldet, hat der Minister des Innern jetzt eine Einheitssatzung für alle freiwilligen Feuerwehren im Bereich des Freistaats Preußen aufgestellt und die Polizeiaufsichtsbehörden ersucht, die Genehmigung für die Satzung einer freiwilligen Feuerwehr nur zu erteilen, wenn diese der einheitlichen Mustersatzung entspricht. Das gilt sowohl für die neuzubildenden freiwilligen Feuerwehren wie für die bereits bestehenden. Für Berlin ergeht eine Sonderregelung. Die Einheitssatzung sieht aktive Mitglieder, Mitglieder der Altersabteilungen und Ehrenmitglieder für die freiwilligen Feuerwehren vor. Als aktive Mitglieder werden nur gesunde, kräftige und gewandte Männer aufgenommen, die den Anforderungen des Dienstes in der Wehr zu genügen imstande sind, einen guten Ruf haben und arischer Abstammung sind. Sie müssen das 18. Lebensjahr vollendet und sollen das 40. Lebensjahr möglichst noch nicht überschritten haben. Bei neuzubildenden Wehren ist jedoch erstmalig auch die Aufnahme älterer Mitglieder gestattet. Die freiwilligen Feuerwehrmänner müssen Bürger einer Gemeinde sein. Jedes neuaufgenommene aktive Mitglied wird zunächst durch den Wehrführer als Feuerwehrmannanwärter für mindestens sechs Monate verpflichtet. Nach erfolgreicher Ausbildung, vorwurfsfreier Dienstzeit und abgelegter Prüfung vor versammelter Mannschaft beschließt der Führerrat über die endgültige Aufnahme. Bei der endgültigen Aufnahme hat das neue Mitglied folgende Erklärung abzugeben: "Ich gelobe, im Sinne des nationalsozialistischen Staates meinen Führern Gehorsam und meinen Kameraden ein treuer Kamerad zu sein, meine freiwillig übernommenen Pflichten pünktlich und gewissenhaft zu erfüllen, und mich als freiwilliger Feuerwehrmann unter Einsatz meiner ganzen Kraft bereit zu halten: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr." Die Dienstzeit für die aktiven Mitglieder endet für Führer und Mannschaften mit Vollendung des 60. Lebensjahres. ... Mitglieder der Altersabteilung sind diejenigen aktiven Mitglieder, die das 60. Lebensjahr vollendet haben oder infolge körperlicher Gebrechen den Dienst in der Wehr nicht mehr ausüben können. Ehrenmitglieder werden auf Vorschlag des Führerrats von dem Wehrführer ernannt. Es kommen hierfür in Frage besonders verdiente Feuerwehrkameraden der Altersabteilung und andere deutsche Männer, die sich ganz besondere Verdienste um das Feuerlöschwesen erworben haben. ... |
Das neue Preußische Jagdgesetz Die idealen Aufgaben der deutschen Jägerei / Alle Jäger in einer Fachschaft Weidmanns Dank, Hermann Göring! ... |
Langjägerei heißt wieder Gendarmerie Aufruf des Ministerpräsidenten Die Preußische Landjägerei blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. ... An den Kämpfen gegen die Separatisten und Insurgenten war die Landjägerei führend beteiligt. In diesen Kämpfen von Verbrecherhand und in Ausübung ihres Berufes starben seit dem 1. Januar 1919 bis zum 30. Januar 1934 über 170 Landjäger den Heldentod, über 1300 wurden verwundet. Somit hat jeder sechste Landjäger für sein Vaterland geblutet. ... Die Landjägerei soll in Zukunft wieder Gendarmerie heißen. ... |
Feuerwehrversammlung im Landratsamt Neue Mustersatzung / Noch keine Umorganisation Keine Gemeinde ohne Wehr! Eine Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Niederbarnim war zu Freitag nachmittag in das Landratsamt einberufen worden. Mit der für unsere neue Kreisleitung charakteristischen Pünktlichkeit eröffnete Landrat Dr. M. Weiß die Zusammenkunft, an der sich laut Anwesenheitsliste 4 Amtsvorsteher, 16 Gemeindevorsteher und 98 Feuerwehrführer beteiligt haben. Es fehlte die Wehr Birkholz. Nach einem Begrüßungswort durch den Landrat und dem Hinweis auf den Zweck der Tagung, Annahme der neuen Kreisfeuerwehrverbandssatzung, hob der Vorsitzende des Kreisverbandes, Kreisbrandinspektor Graß, die treue Gefolgschaft der Niederbarnimer Wehren im vergangenen Jahre hervor und sprach den Wunsch aus, daß es so weiter gehen möge, getreu dem Grundsatz der freiwilligen Feuerwehr: Einer für alle - alle für einen! Durch ein stilles Gedenken ehrte man die im vorigen Jahre verstorbenen 20 Kameraden, deren Namen verlesen wurden. Aus dem Geschäftsbericht für 1933 erfuhr man, daß der Kreis 76 Wehren mit 1987 Wehrmännern zählte und jetzt 77 mit 1934 zählt. Strausberg ist infolge der Neueinteilung der Verbände nach Kreisen ausgeschieden und zu Oberbarnim eingegliedert worden, ... Gemäß dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 bilden die im Kreise vorhandenen freiwilligen Feuerwehren den Kreisfeuerwehrverband als Körperschaft öffentlichen Rechtes, während alle Ortswehren, von denen für jeden Amtsbezirk eine, aber auch nur eine zu bestehen hat, eingetragene Vereine sein müssen. Demzufolge war eine neue Satzung für den Feuerwehrverband im Landkreise Barnim anzunehmen, die diese Punkte und eine Reihe weiterer regelt. ... Zum Punkte Feuerwehrdienst und Feuerwehrverbands-Angelegenheiten hört man, daß Feuerwehr in Uniform und Polizei sich fortan mit dem deutschen Gruß begrüßen sollen; während bei geschlossener Aufstellung die Feuerwehr auf den Gruß ihrer Führer mit "Es lebe Deutschland" antwortet. Feuerwehrpflichtdienst geht laut einem Erlaß des Stabschefs dem SA.- oder SS.-Dienst vor; eine Einigung über den Dienstplan mit örtlicher SA.-Stelle ist ratsam. ... Amtmann Moch von der Provinzialfeuersozietät sprach kurz über die Richtlinien der Sozietät für Beihilfen zur Anschaffung von Geräten und zur Anlage von Löscheinrichtungen. Die Mittel scheinen knapper und die Bedingungen strenger geworden zu sein. ... Es kann noch mitgeteilt werden, daß mit ein paar Ausnahmen alle Landgemeinden unseres Kreises Ortswehren besitzen und daß die noch fehlenden in den nächsten Tagen gegründet werden. Dann dürfte der Kreis Niederbarnim, was seine Feuerwehrorganisation angeht, mustergültig unter den preußischen Landkreisen sein. |
Auflösung des Landwirtschaftlichen Vereins Erste Tagung der Bezirksbauernschaft Oranienburg |
Wieviel Niederbarnimer gibt es? Die Einwohnerzahl der im Kreis gelegenen Städte und Landgemeinden 1933: 186027 Köpfe Die Einwohnerzahl des Kreises Niederbarnim betrug nach der Volkszählung vom Jahre 1933 = 186027 Personen, davon sind 91688 männlich und 94339 weiblich. ... In den 4 im Kreise Niederbarnim gelegenen Städten Oranienburg, Bernau, Altlandsberg und Liebenwalde wohnen 36750 Personen, während sich der Rest von 150277 über 81 Landgemeinden verteilt. Von den genannten Städten hält Oranienburg die Spitze mit 17307 Einwohnern. An zweiter Stelle folgt Bernau, das 12334 Bewohner beherbergt. An dritter Stelle folgt Altlandsberg mit 4415 Einwohnern, während Liebenwalde den Reigen der Städte mit nur 2694 Bewohnern beschließt. Besonders typisch ist, bei genauer Beobachtung der Einwohnerzahl der oben genannten 4 Städte, daß die dem Schnellbahnnetz der Weltstadt Berlin angeschlossenen Städte Oranienburg und Bernau an Einwohnern weit zahlreicher sind, als die abseits des Hauptverkehrs liegenden Städte Altlandsberg und Liebenwalde. So kommt es auch, daß viele Landgemeinden im Kreise durch ihre besonders günstige Verkehrslage, die Einwohnerzahl der Städte zum Teil nicht nur erreichen, sondern auch häufig weit überschreiten. Von den Gemeinden hält das durch Eingemeindung von Rüdersdorf und Tasdorf vergrößerte Kalkberge als einzige Landgemeinde mit über 10000 Einwohnern den Rekord. Es hat 10613 Einwohner. ... Bereits an zweiter Stelle folgt, mit 8480 Bewohnern das aufwärts strebende Neuenhagen. Ueber 7000 Einwohner haben nur 2 Gemeinden, nämlich Zepernick mit 7282 und das allen Ausflüglern wohlbekannte Erkner mit 7221 Einwohnern. ... Hönow 1875, ... Blumberg 1557, ... Lindenberg 1480, ... Ahrensfelde 1314, ... Seefeld 560, ... Börnicke 523, ... Eiche 489, Birkholz 482, ... Krummensee 328, Mehrow 321, Löhme 301, ... Seeberg 273, ... Es folgen nunmehr zum Schluß Kienbaum mit 187 und als allerkleinste Gemeinde des Kreises Nieberbarnim überhaupt Bernöwe mit 182 Einwohnern. ... Obwohl der Kreis nach der Aufstellung der letzten Volkszählung eine Zunahme von 9065 Personen zu verzeichnen hatte, sind dennoch etliche Gemeinden vorhanden, die mehr oder wenige große Abwanderungen zu verzeichnen haben. Die stärksten Abwanderungen melden die am Schiffahrtsweg gelegenen Ortschaften Zerpenschleuse, Marienwerder und Malz. Zerpenschleuse hat nahezu die Hälfte seiner Einwohner verloren, ... Während Krummensee 15, Hammer und Seefeld je 10 Einwohner weniger melden, gibt Schönerlinde 21 Abwanderer an. Zum Schluß seien noch Lichtenow mit 5, Zinndorf mit 2 und Mehrow mit einer Person Abgang gemeldet. |
Der Dorf- und Gemeindeschulze Seine Rechte und Pflichten nach dem deutschen Gemeindeverfassungsgesetz Auch hier Führerprinzip Die Stellung des Dorf- und Gemeindeschulzen hat in Preußen durch das Gemeindeverfassungsgesetz und das Gemeindefinanzgesetz eine grundsätzliche Neugestaltung erfahren. Die Verwaltung führt als Leiter der Gemeinde in Dorfgemeinden der Dorfschulze, in Landgemeinden der Gemeindeschulze, wie die Amtsbezeichnung der Gemeindevorsteher ab 1.4.1934 lautet. ... In den Landgemeinden ist der Schulze grundsätzlich unbesoldeter Ehrenbeamter. In größeren Landgemeinden kann die Stelle eines hauptamtlichen Schulzen eingerichtet werden. Die Berufung des Schulzen erfolgt durch den Landrat nach Fühlungnahme mit dem Gauleiter der nationalsozialistischen Bewegung. Er wird auf 12 Jahre berufen. Die Berufung kann bis zum Ablauf des ersten Amtsjahres jederzeit zurückgenommen werden. ... Wiederberufung ist möglich. Schulze können nicht sein: Reichs- und Staatsbeamte, Beamte, die ein anderes Gemeindeamt bekleiden, Beamte und Angestellte von Krankenkassen, Angestellte und Arbeiter solcher Körperschaften, Gesellschaften usw., deren Kapital sich mit mehr als der Hälfte im Eigentum der Gemeinde befinden. ... Der Schulze ist sowohl Staatsverwaltungsbehörde (Ortsobrigkeit), als auch Kommunalverwaltungsbehörde (Verwalter der Gemeindeangelegenheiten). Als Verwalter der Kommunalangelegenheiten trifft der Schulze alle Entscheidungen in voller und ausschließlicher Verantwortung. Hierbei geben die Gemeinderäte dem Leiter der Gemeinde erfahrenen und verantwortungsbewußten Rat. Da eine Abstimmung und Beschlußfassung durch den Gemeinderat nicht stattfindet, so ist die frühre Beanstandung der Beschlüsse der Gemeindevertretung überflüssig geworden. Der Leiter der Gemeinde hat bei seinem Wirken ausschließlich das Wohl von Volk, Staat und Gemeinde unter Voranstellung allgemeiner Interessen vor Sonderinteressen zu erstreben. Er führt die Verwaltung der Gemeinde und vertritt die Gemeinde nach außen, so auch vor dem Prozeßgericht. Die Gemeinderäte können sich in den Geschäftsgang der laufenden Verwaltung nicht einmischen. Der Leiter der Gemeinde ist Dienstvorgesetzter aller Beamten, Angestellten und Arbeiter der Gemeinde. Er beruft und entläßt sie unter Beachtung des Stellenplanes und der Bestimmungen über Anstellungsurkunden. Die beschließende Mitwirkung der Gemeindevertretung bei Schaffung des Stellenplanes ist weggefallen. ... An Stelle des Beschlußrechts der Gemeindevertretung ist das Anhörungsrecht getreten, ... Der Schulze untersteht durch den Landrat der Staatsaufsicht, die darüber wacht, daß die Verwaltung im rechten Geist geführt wird. Die Aufsichtsbehörde kann Entschließungen und Anordnungen des Gemeindeschulzen, die das bestehende Recht verletzen, den Zielen der Staatsführung zuwiderlaufen und mit einer wirtschaftlichen, sparsamen und sauberen Verwaltung nicht im Einklang stehen, aufheben und verlangen, daß getroffene Maßnahmen rückgängig gemacht werden. ... Die Entlassung des Leiters der Gemeinde aus der Führung der Verwaltung ist Aufgabe des Staates. Sie wird von der Kommunalaufsichtsbehörde erteilt. Ansprüche der Gemeinde gegen den Leiter der Gemeinde aus dessen Amtsführung werden von der Aufsichtsbehörde geltend gemacht. ... |
Die neuen Feuerwehren im Kreise Dienstversammlung im Landratsamt Zur Besprechung aller einschlägigen Fragen hatte der Landrat des Kreises Niederbarnim für die Vertreter der neugegründeten 15 freiwilligen Feuerwehren des Kreises zu Freitag im Landratsamt eine besondere Feuerwehrdienstversammlung anberaumt. Dazu waren geladen worden die Gemeindevorsteher, das Kommando der Ortsfeuerwehr und das Kommando der Ausbildungswehr der in Frage kommenden Ortschaften. Bei er Versammlung, die unter dem Vorsitz des Landrats Dr. M. Weiß vor sich ging, waren vertreten die Gemeinden und Wehren Bernöwe, Birkholz, Börnicke, Eiche, Hönow, Kienbaum, Krummensee, Lobetal, Löhme, Mehrow, Münchehofe, Prenden, Schwanebeck, Seefeld und Spreeau durch die Gemeindevorsteher sowie durch die erwähnten beiden Kommandos, im ganzen durch 35 Personen. An der Sitzung nahmen außerdem der Dezernent für das Feuerlöschwesen des Kreises, Regierungsrat Jacobi, als Sachbearbeiter Kreisbrandinspektor Graß, als Vertreter der Feuersozietät Amtmann Moch, sowie für den Kreisfeuerwehrverband Branddirektor Doßke wie die Oberbrandmeister Behrendt, Köhler, Fischer und Brandmeister Lau teil. Es hatten sich auch die Amtsvorsteher von Neuenhagen und Prenden und die Gemeindevorsteher von Ahrensfelde, Blumberg und Kagel eingefunden. Es wurde das Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 besprochen, lt. welchem die Freiwilligen Feuerwehren nach Ortspolizeibezirken zusammengeschlossen werden, während die Träger des Feuerlöschwesens die Gemeinden bleiben, welche auch fernerhin für die Kosten der Geräte, Ausrüstungen usw. aufzukommen haben. Die Gliederung der Wehr und die Besetzung der Führerstellen wurde den Versammelten an Hand der einschlägigen ministeriellen Beschlüsse dargetan. Danach erhalten alle oben erwähnten Wehren je einen Brandmeister, sowie mit Ausnahme der Gemeinde Seefeld, welcher 4 zustehen, 3 Oberfeuerwehrmänner. Löschmeister kommen in Frage für Birkholz, Börnicke, Hönow, Krummensee, Mehrow, Prenden, Schwanebeck und Seefeld, während bei den übrigen die Aufgaben des Löschmeisters jeweils ein Oberfeuerwehrmann übernimmt. Sämtliche 15 neugegründeten Feuerwehren sind hinsichtlich ihrer Mannschaftsstärke sowie nach Art und Zahl der vorhandenen Großgeräte in die Einheit A, d. h. in einen Halbzug, einzugliedern. Ueber die Uniformierung und Ausrüstung der Mannschaften, von der dann die Rede war, ergeht an die Ortspolizeibehörden, Ortsbehörden und Feuerwehren einen besondere Rundverfügung. Von besonderem Interesse für die Teilnehmer der Dienstversammlung waren die Hinweise auf die Anschaffungskosten und Zuschüsse, die vom Kreisausschuß und der Feuersozietät für die neuen Wehren genehmigt worden sind. Die Zuschüsse der Provinzialfeuersozietät richten sich nach deren jeweiligem Versicherungsstand in den betreffenden Gemeinden, die Kreisbeihilfen aber prozentual nach der Wehrstärke. Dadurch will die Kreisverwaltung möglichst starke Beteiligung der Einwohner in den Wehren erzielen. Es erfolgte dann die Ausgabe der Unfallverhütungsvorschriften sowie ein Hinweis auf die einheitliche Ausbildung der Führer und Mannschaften nach der Uebungsordnung für die Feuerwehren der Provinz Brandenburg. Zu diesem Punkte stellte der Landrat an einzelne Führer Fragen nach dem Ausbildungsstande ihrer Wehren. Der Punkt Verschiedenes erbrachte Fragen der Gemeindevorsteher und der örtlichen Feuerwehrführer zu Einzelheiten aus dem Feuerlöschwesen. Die Dienstversammlung der neugegründeten Freiwilligen Wehren hat dazu beigetragen, den Feuerwehrgedanken und das Feuerwehrwesen in den erwähnten 15 Gemeinden des Kreises Niederbarnim zu vertiefen und zu festigen. Es darf nunmehr noch einmal festgestellt werden, daß jetzt sämtliche Gemeinden des Kreises wohl ausgerüstete und gut durchorganisierte Freiwillige Feuerwehren besitzen. |
Blumberg. Das Lager Blumberg des Arbeitsdienstes der NSDAP. hatte zu Sonnabend den 17. März die Einwohnerschaft Blumbergs und Umgebung zu einem Kameradschaftsabend eingeladen, der im Restaurant Otte, Blumberg stattfand. Zahlreich waren die Gäste erschienen, um mit den frischen Jungen des Arbeitsdienstes einen fröhlichen Abend zu verbringen. Das Programm war sorgfältig zusammengestellt, und eine flotte Abwicklung trug dazu bei, die Zuschauer immer gefesselt zu halten. Nach einem einleitenden Musikstück ergriff der Lagerleiter, Unterfeldmeister Bleckmann, zu seiner Begrüßungsansprache das Wort. Er drückte seine Freude aus über die zahlreichen Gäste und begrüßte besonders den Amtsvorsteher Fischer und den Landwirt Kiekebusch als Vertreter des Trägers der Arbeit und den Adjutanten der Gruppe 91, Feldmeister Hildebrand, sowie den früheren Lagerleiter, Oberfeldmeister Gagemann. Dann sprach er kurz über den Gedanken des Arbeitsdienstes und brachte ein Sieg-Heil auf den Volkskanzler aus. Chorlieder, Boden- und Gruppenübungen und Turnen am Barren der Freiwilligen fanden reichen Beifall und legten Zeugnis ab für den guten Geist und den hohen Stand der Leibesübungen des Arbeitsdienstes. Der ADW. Roß brachte ein Bandoniumsolo zum Vortrag und fand für sein tüchtiges Spiel ebenfalls große Anerkennung. Donnernd war der Applaus für Frl. Gerda Beckmann, die mit geschulter Stimme einige Lieder sang. Der Adjutant der Gruppe 91, Feldmeister Hildebrand, überbrachte die Grüße des Gruppenführers, Arbeitsführers Dr. Holland, und brachte seine Freude über das schöne Fest zum Ausdruck. Seine Ausführungen über den Arbeitsdienst werden manchem Volksgenossen klargemacht haben, welche Bedeutung der Arbeitsdienst im Dritten Reich hat. Das Festspiel "Lieber tot als Sklav" bildete den Abschluß des offiziellen Teiles und begeisterte die Zuhörer sowohl durch den Inhalt als auch durch die vorbildliche Darstellung. Bis in die frühen Morgenstunden blieb man noch beisammen und tanzte eifrig nach den Klängen der Musik der Arbeitsdienstkapelle der Gruppe 91. Das harmonisch verlaufenen Fest hat viel dazu beigetragen, das gute Einvernehmen, das zwischen den Einwohnern Blumbergs und dem Lager besteht, zu vertiefen und dem Gedanken der Volksgemeinschaft zu dienen. |
Reichsautobahn Berlin-Stettin in Arbeit Ministerpräsident Göring und Gauleiter Kube an der Baustelle Finowfurt Der erste Spatenstich ... |
Das Landjahr der Stadtjugend Keine Verlängerung der gesetzlichen Schulzeit, abseits jedes Schulbetriebes Ab Ostern 1934 ... |
Blumberg. Ein tragischer Unfall spielte sich auf der Chaussee zwischen Ahrensfelde und Blumberg ab. Dort wurde die 13jährige Schülerin Edith Pleger aus Berlin, die sich mit ihren Angehörigen auf einem Rad-Ausflug befand, durch einen Kraftwagen angefahren, vom Rade gerissen und so unglücklich auf die Straße geschleudert, daß sie mit einem Schädelbruch besinnungslos liegen blieb. Das Mädchen mußte in das Krankenhaus Weißensee gebracht werden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. |
An die Einwohnerschaft des Kreises! Mit dem heutigen Tage ist ein lang ersehnter Wunsch der nationalsozialistischen Bevölkerung Wirklichkeit geworden. Die größte und älteste Zeitung des Kreises, das "Niederbarnimer Kreisblatt", hat sich mit der jüngsten Zeitung der NSDAP., dem "Tageblatt für den Kreis Niederbarnim", zur gemeinsamen Aufbauarbeit zusammengeschlossen. Damit hat die NSDAP. die Führung der Kreistagespresse übernommen. Es ist also Pflicht aller Niederbarnimer Einwohner, dieses neue Unternehmen, mit allen Kräften zu unterstützen, und es ist eine Selbstverständlichkeit, daß alle Träger und Dienststellen der NSDAP. sich selbstlos für dieses Werk und den dadurch verkörperten Gedanken einsetzen. ... Die Schriftleitung des politischen Teils liegt in bewährter nationalsozialistischer Hand, und für die Ausgestaltung des übrigen Inhalts stehen Kräfte zur Verfügung, die in jahrelanger Arbeit im Dienst an der Heimatzeitung geschult und erprobt sind. ... |
Bekanntmachung Durch eine größere Stiftung des hiesigen Reitervereins war es möglich, eine Volksbücherei zu schaffen, welche das Bestreben hat, den hiesigen Einwohnern zu günstigen Bedingungen, welche ich nachstehend bekanntgebe, gute Bücher nach Wahl jedes Einzelnen zur Verfügung zu stellen. Es wird hervorgehoben, daß jeder Interessent in Anbetracht der großen Anzahl der angeschafften Bücher das für ihn geeignete Buch findet. Die Leitung und Betreuung der Volksbücherei liegt in Händen des hiesigen Hauptlehrers Siedau, welcher gern bereit ist, bei der Auswahl der Bücher zu beraten. Die Ausgabe der Bücher erfolgt täglich. Die Leihgebühr für die bei der Volksbücherei entnommenen Bücher beträgt für
Um rege Benutzung der Bibliothek wird daher gebeten. Blumberg, den 12. April 1934. Der Gemeindeschulze. Fischer. |
Verkehrs- und Streifendienst auf den Niederbarnimer Landstraßen Kontrolle durch Gendarmerie, Polizei und SA heute und morgen! Die neuen Verkehrsbestimmungen sind in Kraft ... |
Ahrensfelde. Die Warnlichtanlage in Kilometer 12,28 der Nebenbahnstrecke Berlin-Werneuchen vor dem Bahnhof Ahrensfelde soll am 1. Mai voraussichtlich in Betrieb genommen werden. Hierbei wird der Schrankenposten aufgehoben und die Zugschranken werden beseitigt. Das Warnlicht besteht während der Zugpausen in einem weißleuchtenden Blinklicht, das sich bei Annäherung eines Zuges in rotleuchtendes Blinklicht von höherer Blinkzahl selbständig umwandelt. Um die Wegebenutzer auf die Bedeutung der auf beiden Seiten des Ueberweges angebrachten Blinkanlagen hinzuweisen, sind vor diesen Anlagen Tafeln mit der Aufschrift "Halt! wenn das Licht am Warnkreuz rot blinkt, oder ein Zug sich nähert", aufgestellt. |
Blumberg. Die Aprilsitzung der Ortsgruppe der NSDAP. fand am Mittwoch im Parteilokal statt. ... |
Blumberg. Ihre goldene Hochzeit konnten der Rentenempfänger Karl Barnow und seine Gattin Martha, geb. Blankenburg, am 20. April begehen. ... Blumberg. Am Freitag den 27. April wird im Otteschen Lokale der Film "Blut und Boden" und "Durch Schlesierland marschieren wir" gegeben. Die Veranstaltung geht von der Landesfilmstelle Nord-Ost der NSDAP. aus. Die beiden Filme sind überall mit Beifall aufgenommen worden. |
Blumberg. Erste Tagung der Bauernschaft. Der Ortsbauernführer W. Grün hatte am Sonnabend die Bauernschaft und die Mitglieder des ehemaligen Landwirtschaftlichen Vereins für Blumberg und Umgebung zur Sitzung zusammengerufen. Kreisbauernführer Pg. E. Henning - Schwanebeck war auch erschienen. Nach der Begrüßung durch den Ortsbauernführer sprach Pg. Henning. Trotz der anerkennenswerten Arbeit, die die Landwirtschaftlichen Vereine geleistet haben, müssen sie doch aufgelöst werden, da der gesamte Nährstand nur eine Organisation umfassen soll. Der Redner bat um einstimmige Uebereignung des Vereinsvermögens an den Reichsnährstand. Er erinnerte an den Geburtstag des Führers und an den Todestag Richthofens und gab Aufklärung über die künftige Gliederung des Nährstandes. In Blumberg wird voraussichtlich eine Bezirksgruppe mit den Nachbardörfern eingerichtet. ... |
Maifeiern im Kreis Niederbarnim Fahnen heraus! ... Ahrensfelde: Der 1. Mai wird in Ahrensfelde von allen Einwohnern gemeinsam gefeiert. Die Volksgenossen, die in Berlin tätig sind und keine Amtswaltertätigkeit in NSBD. und Arbeitsfront ausüben, haben ebenfalls am der hiesigen Feier teilzunehmen. Antreten um 2 Uhr beim Pg. D., von da aus Abmarsch nach den Gartenlokalen Brabender und Fischer, wo die Feier stattfindet und bis zum Einbruch der Dunkelheit verblieben wird. Anschließend Fackelzug durch den Ort, der bei den Pg. D. und M. aufgelöst wird. |
Aus der Brand- und Unfallchronik unseres Kreises Aufschlußreicher Jahresbericht der Niederbarnimer Feuerwehr (Die Katze auf dem Kirchendach und der verbrannte Kanarienvogel - 13 Großfeuer, 7 tödliche Unfälle und 11 verletzte Kameraden, Ehrenzeichen, Diplome und Litzen) Uebung macht den Meister! Die Brandübersicht in dem Jahresbericht des Kreisverbandes Niederbarnim der freiwilligen Feuerwehren, der sich über das Kalenderjahr 1933 und das erste Quartal 1934 erstreckt, weist gegenüber dem Vorjahre eine Abnahme von mehr als 70 Bränden auf. Zu bekämpfen waren in der Berichtszeit 131 Brände, und zwar Brände an und in Wohngebäuden, Fabriken, sowie in sonstigen gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben. 34 Kleinfeuer, 34 Mittelfeuer, 12 Großfeuer, 2 Schornstein- bzw. Rußbrände, 2 Preßkohlenbrände in Lagerräumen. Außerdem erfolgte eine Alarmierung bei der Explosion eines überhitzten Kachelofens; Wald-, Wiesen- und ähnliche Brände: 18 Waldbrände, 3 Wiesenbrände, 12 Heide- und Brachlandbrände, 2 Eisenbahnböschungsbrände, 1 Müllplatzbrand und 1 Dunggrubenbrand. Mietenbrände: 1 Getreide- bzw. Strohmietenbrand und 2 Reisigmietenbrände. Brennende Fahrzeuge: 3 Kraftwagenbrände, 1 Personen-Motorboot und ein Kajütenbrand in einem Lastkahn. Außerdem wurden auch die Feuerwehren des Kreises zur Löschhilfe bei Großfeuern außerhalb der Kreisgrenzen angefordert. Bei Verkehrsunfällen und sonstigen Gefahren haben die Feuerwehren des Kreises in 34 Fällen, gegenüber 11 Fällen im Jahre 1932, Hilfe geleistet und zwar: 7mal bei Kraftwagenunfällen, 3mal beim Bergen Ertrunkener, 1mal Rettung eines Ertrinkenden, 1mal bei einer Leuchtgasvergiftung, 1mal bei Blitzschlag in einen Baum (2 Personen getötet), 1mal beim Retten eines in eine Kalkgrube gefallenen Pferdes, 1mal beim Retten einer Katze vom Kirchendach, 1mal bei einem Kranken- und einem Leichentransport, 2mal beim Beseitigen von Hornissennestern, 1mal beim Sinken eines Lastkahnes, 6mal beim Beseitigen von Verkehrshindernissen infolge von Sturmschäden, 6mal beim Auspumpen der Keller bzw. Gruben infolge Wolkenbruches und 2mal bei Rohrbrüchen der Hauswasserleitungen und 1mal bei eine Ammoniakvergasung in einem Kühlraum. ... Hierbei haben 11 Feuerwehrleute und 5 Zivilpersonen leichtere Körperschäden bzw. Brandverletzungen, sowie bei den Straßenverkehrs- und sonstigen Unfällen 5 Personen schwere und 7 Personen den Tod erlitten. Aus einem mehrgeschossigen Wohnhause wurde ein Kind und in einem anderen Falle vor dem Tode des Ertrinkens ein Erwachsener gerettet. Bei den vorbenannten Bränden sind erstickt bzw. verbrannt: 14 Schweine, 2 Ziegen, 8 Hunde, 5 Kaninchen, 57 Hühner, 3 Enten, 40 Tauben und 1 Kanarienvogel. ... ... Neue Feuerwehrgeräte und Fahrzeuge wurden geprüft und abgenommen je ein Mannschafts- und Gerätekraftwagen in Ahrensfelde, Friedrichsthal, Glienicke, Hohen Neuendorf, Kalkberge-Rüdersdorf, Kalkberge-Tasdorf, Kleinschönebeck-Fichtenau, Schönerlinde, Werlsee und Petershagen, sowie je eine Kleinmotorspritze in Groß-Schönebeck, Jagdhaus Döllnsee, Petershagen und Wensickendorf. Außerdem haben viele Gemeinden Druckschläuche, Kübelspritzen und Ausrüstungsstücke anderer Art beschafft. Die Löschwasserversorgung wurde verbessert durch den Bau von Feuerlöschbrunnen in den Gemeinden Dahlwitz-Hoppegagten, Neuholland, Oranienburg-Wilhelminenhof, Schönow, Schwanebeck, Friedrichsthal und Zinndorf, durch den Bau eines Feuerlöschteiches in Wensickendorf, durch die Räumung und Tieferlegung des Dorfteiches in 7 Gemeinden und durch den Bau eines Saugeschachtes in Krummensee. Ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Uebungsturm und Schlauchtrocknungsanlage hat die Gemeinde Seeberg und einen Feuerwehrübungsturm mit Schlauchtrocknungsanlage hat die Gemeinde Eggersdorf errichtet. Neue freiwillige Feuerwehren haben die Gemeinden Kienbaum, Schwanebeck, Bernöwe, Birkholz, Börnicke, Eiche, Hönow, Krummensee, Lobetal, Löhme, Mehrow, Münchehofe, Prenden, Seefeld und Spreeau gegründet. |
Blumberg. Als Nachfolger für den zu Ostern in den Ruhestand getretenen Pfarrer Ramin ist Pastor Heinzel hierher versetzt worden. Nachdem er schon vor einigen Tagen die Amtsgeschäfte übernommen hat, ist am Sonnabend seine Familie zugezogen. Am Sonntag hat er seine erste Predigt gehalten. Blumberg. Für die Strecke Berlin-Werneuchen sind am 1. Mai die neuen Zehnerkarten der Reichsbahn in Kraft getreten. Die jeweils einen Monat gültigen, in Zehnerblocks ausgegebenen Fahrkarten 2. und 3. Klasse können von allen Stationen der Strecke benutzt werden. Die Fahrpreise sind gegenüber dem sonst zu zahlenden Fernverkehrstarif um 20 Prozent ermäßigt. Fahrtunterbrechung ist nicht gestattet. |
Verlauf der Maifeiern im Kreis Niederbarnim ... Blumberg. Um 9 Uhr marschierte der Festzug nach den Marschklängen unseres Spielmannszuges zum Schloßplatz, auf dem die Feier stattfand. Den Feldgottesdienst hielt Pastor Heinzel ab. Pünktlich erschien Kreisleiter Heermann und bestieg die Tribüne. .... ... |
25 Jahre MEW. Generalversammlung der Märkischen Elektrizitätswerke A.G. Wieder 10% Dividende ... |
Mit Kreisleiter Heermann unterwegs Am 1. Mai quer durch den Kreis Niederbarnim 316 Kilometer Kraftwagenfahrt Am Nationalfeiertag des deutschen Volkes war es für unseren Kreisleiter Pg. Heermann ein Selbstverständlichkeit, daß er mitten unter seinen Niederbarnimern weilte. So ging die Fahrt schon in früher Morgenstunde von Malz, dem Wohnsitz des Kreisleiters hinein in das blühende Land, das an diesem Ehrentage der deutschen Volksgemeinschaft, von herrlichster Maiensonne überstrahlt, in seltener Schönheit prangte. ... Weiter trägt uns der Wagen, das erste Ziel ist Blumberg, wo der Kreisleiter zu den Organisationen und Verbänden sprechen wird. Blumberg. Auf dem wunderbaren Platz vor dem altehrwürdigen Schloß sind in weitem Viereck die Verbände und Vereine angetreten. "Nun danket alle Gott", so klingt uns der Gesang der Festgemeinde entgegen, als wir den Platz betreten. Ortsgruppenleiter Töpfer begrüße den Kreisleiter und geleitete ihn zu der festlich geschmückten Rednertribüne. In packenden Worten erinnert Pg. Heermann daran, daß der Brauch des Maifestes seit uralter Zeit in unserem Volk verwurzelt ist. Zum zweiten Male können wir dieses Fest der Freude und der Kraft als geeinte Nation begehen. Wie jetzt überall in der Natur gewaltige Kräfte aufbrechen, so muß auch in uns heute von neuem alle Kraft bereitgestellt werden für die Vollendung des Aufbauwerkes an dem wir schaffen; denn viel ist noch zu schaffen. So sind allein im Kreis Niederbarnim noch 6000 Arbeitslose, die wieder in den Arbeitsprozeß eingeschaltet werden müssen. Der Kreisleiter schloß mit dem Appell an die Blumberger Volksgenossen, an der Unterbringung dieser heute noch Erwerbslosen tätigen Anteil zu nehmen und damit durch die Tat ihr Bekenntnis zur Volksgemeinschaft zu beweisen. Im Anschluß an die Worte des Kreisleiters erfolgte eine Ehrung der Volksgenossen, die über 25 Jahre an der gleichen Arbeitsstelle ihre Pflicht getan haben. Es war ein besonders schöner Gedanke, diese Ehrung, die sich auf 24 Männer und 2 Frauen erstreckte, gerade am Tage der nationalen Arbeit vorzunehmen. ... |
Eiche. Ein Radfahrer wurde hier angehalten, der ein achtjähriges Mädchen auf seinem Rade hatte. Angeblich wollte er es bei Hohenschönhausen weinend am Wege getroffen und aus Mitleid auf seinem Rade mitgenommen haben. Auf die Frage, warum er das Kind nicht auf dem nächsten Polizeirevier abgegeben habe, erteilte er verschiedene widersprüchliche Auskünfte. ... |
Maifahrt des Landrats durch den Kreis Ueberall herzliche Begrüßung und festliche Stimmung! Landrat Dr. Max Weiß hat den nationalen Feiertag des 1. Mai dazu benutzt, eine Maifahrt durch den größten Teil des Kreises Niederbarnim zu unternehmen, die Bevölkerung und die führenden Persönlichkeiten in einer größeren Anzahl von Stadt- und Landgemeinden zu begrüßen, möglichst viele Maifeiern mitzumachen und sich über die Stimmung innerhalb der Kreisbevölkerung zu orientieren [!]. ... Volksbelustigungen, wie sie so recht dem Sinn unserer ländlichen Bevölkerung entsprechen, gab es in Mehrow zu sehen. Für Ahrensfelde war ursprünglich nur eine halbe Stunde abendlichen Aufenthaltes vorgesehen. Auf den Wunsch des Ortsgruppenleiters der NSDAP. nahm jedoch Dr. Weiß mit einer Fackel in der Hand am Fackelzug durch das festlich illuminierte Dorf teil. ... Ihren Abschluß fand die Maifahrt des Landrats in Lindenberg, wo gerade die Kapelle Liebisch aus Bernau zur festlichen Veranstaltung aufspielte. Hier zeigte unser Landrat, daß er auch ein Musikinstrument zu spielen versteht. Heiter und vergnügt trennte man sich hier in vorgerückter Stunde. ... Landrat Dr. M. Weiß hat von seiner Maifahrt durch den Kreis den denkbar besten Gesamteineindruck mit nach Hause genommen. überall wurde der 1. Mai als echter Volksfeiertag begangen, auch die kleinsten Dörfer hatten ihre Straßen und Gebäude fabelhaft geschmückt. ... |
Verlauf der Maifeiern im Kreis Niederbarnim Eiche bei Ahrensfelde: Der Nationalfeiertag wurde auch hier in würdiger Weise begangen. Vormittags versammelte ein Festgottesdienst die Gemeinde in der Kirche. Nachmittags erfolgte ein Ummarsch sämtlicher örtlicher Vereinigungen durch Dorf und Siedlung. Sodann ergriff Gemeindeschulze Pg. S. das Wort zu einer kurzen und eindrucksvollen Ansprache. Im Mittelpunkt der Feier stand die Uebertragung der Rede des Führers. Bis zum Anbruch der Dunkelheit fanden Spiele der Schuljugend und andere Volksbelustigungen statt. Abends wurde das Tanzbein geschwungen. |
Personal-Nachweisung Der Herr Regierungspräsident hat am 9. Mai die nachfolgend aufgeführten Persönlichkeiten in die bezeichneten ämter eingewiesen. A. Kreisdeputierte Heermann, Fritz, Kreisleiter, Malz Kretzschmann, Hermann, Arbeitsführer, Kleinschönebeck-Grätzwalde B. Amtsvorsteher [a] und Stellvertreter [b] 1. Ahrensfelde a) Wegener, Bruno, Bauer, Ahrensfelde b) Krüger, Alfred, Stadtinspektor, Ahrensfelde ... |
Die Namen der vorgestellten Ehrenbeamten, die noch nicht eingewiesen sind Amtsvorsteher und Stellvertreter Blumberg: Schloßgärtner Paul Fischer, Gutsbesitzer Willi Grün ... |
Jahresjagdscheine Gemäß den Ausführungsbestimmungen zum § 29 des Preuß. Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 ... gebe ich nachstehend die Namen der Inhaber der im April 1934 ausgestellten Jagdscheine bekannt. 9. Friedrich Kühnke, Jagdaufseher, Ahrensfelde 22. Alfred Herschel, gepr. Förster, Blumberg 23. Theodor Wolff, Jagdaufseher, Blumberg |
Blumberg. Am Pfingstmontag veranstaltete der Turnverein sein Sommervergnügen. Nach einem Umzuge durch das Dorf fanden turnerische Vorführungen im Garten des Otteschen Lokals statt. Der Wettergott hatte ein Einsehen und ließ den Regen erst nach Beendigung des Turnens einsetzen. Das reichhaltige Programm zeigte, mit welchem Fleiß im Turnerbund gearbeitet wird. Schon die Kleinsten waren mit vollem Eifer dabei. Die Männerriege zeigte ausgezeichnetes Können. Der Führer des Turnvereins, Pg. F. T., gedachte in seiner Ansprache der treuen Mitarbeit der Männer, die den Verein in schweren Zeiten hochhielten, und schloß mit einem dreifachen Hoch auf Führer und Vaterland. Turnwart W. K. verglich die heutige Arbeit im Turnverein mit der des Turnvaters Jahn; wehrhafte Männer, gesund an Leib und Seele, sollen erzogen werden. Er bat um Unterstützung der Vereinsarbeit. In einem Sprechchor brachten die Turner ihr Treuegelöbnis zum Vaterland, zur Heimat und zum Führer zum Ausdruck. Volkstümliche Uebungen und Spiele ließen auch den Humor zu seinem Recht kommen. Die Ringkämpfe der Kleinen lösten Stürme der Begeisterung aus. Blumberg. Die beiden Lager in Blumberg, das Freiwillige Arbeitsdienstlager der NSDAP. und das Konzentrationslager in Elisenau, verlassen Blumberg in der nächsten Zeit. Der FAD. verabschiedet sich am kommenden Sonntag durch eine größere Veranstaltung. Am Vormittag ist Wecken und Festgottesdienst, am Nachmittag werden die jungen Leute ihr Können im Sport und im Turnen zeigen. Am Abend findet eine Feier im Gasthaus Ebel statt. |
Blumberg. Der Zug Blumberg des Arbeitsdienstes der NSDAP. veranstaltet am Sonntag sein Abschiedsfest, an dem alle Freunde des Arbeitsgedankens teilnehmen können. Im Mittelpunkt dieses Festes steht die Gedenksteinweihe, die erste dieser Art im Arbeitsgau Berlin-Brandenburg. Die Festfolge sieht nach einem musikalischen Wecken Flaggenparade und Gottesdienst, sowie Platzkonzert durch die Gaukapelle vor. Nach dem Marsch durch den Ort geht dann im Park die Weihe des Gedenksteines vor sich, der sportliche Darbietungen auf dem Tennisplatz folgen. Abends ist dann gesellige Abschlußfeier bei Ebel. Musikstücke, Sprechchor und Ansprache wechseln miteinander ab. Man sieht das Festspiel "Unter dem Hakenkreuzbanner". Nachher findet man sich dann beim Tanze zusammen. Es wird unzweifelhaft für das ganze Dorf ein fabelhaftes Fest werden. |
Motorradunfall Blumberg, 26. Mai. Der Gärtner G. Keisdorf fuhr am 24. Mai abends an der Straßenkreuzung Bahnhof- und Berliner Straße in voller Fahrt gegen ein von Berlin kommendes Auto. Er erlitt einen doppelten Oberschenkelbruch. Ein zufällig vorbeikommender Krankenwagen nahm den Verunglückten mit ins Krankenhaus. Das Motorrad wurde schwer, das Auto nur leicht beschädigt. |
Ahrensfelde. Ein Wohnungseinbruch verübt wurde hier am Mittwoch nachmittags zwischen 14 und 15 Uhr. Der Dieb, etwa 35 bis 40 Jahre alt, mittelgroß und mit einem dunklen Anzug und Hut bekleidet, unterhielt sich mit der Wohnungsinhaberin vorher noch recht gut, paßte dann aber den Moment ab, drang in die Wohnung ein, durchwühlte sie und verschwand mit 45 Mark Bargeld ungesehen. es wird gebeten, irgendwelche Wahrnehmungen der Gendarmerie oder Ortspolizeibehörde umgehend mitzuteilen. |
Blumberg. Den Wandertag für Mai benutzten die Schulen von Birkholz, Blumberg, Blumberg-Elisenau, Krummensee, Seefeld und Löhme zu einer gemeinsamen Wanderung nach Werneuchen. Dort hat der Siedler Diedecke in Rudolfshöhe einen Muster-Gasschutzraum hergestellt. Diedecke führte die Kinder durch die Räume und gab die nötigen Erklärungen. Sämtliche notwendigen Geräte waren vorhanden. Danebenhängende Plakate gaben den Verwendungszweck an. Die Kinder werden die Erkenntnis mit nach Hause genommen haben, daß sich mit geringen Mitteln ein genügender Schutz schaffen läßt, und daß auch ein umgebauter Keller noch für Wirtschaftszwecke brauchbar ist. |
Eine Scheune niedergebrannt Die Weidelsche Scheune in der Landsberger Straße brannte in der Nacht zum Montag vollständig nieder. Da mit der Scheune ein Wohnhaus zusammenhängt, rief man sofort die Nachbarwehren zu Hilfe. Durch vier Motorspritzen von Ahrensfelde, Blumberg, Bernau und Werneuchen wurde das Wasser vom Haarteich zur Brandstätte gepumpt. Unterstützt vom Freiwilligen Arbeitsdienst Blumberg gelang es den Wehren, das Wohnhaus zu retten. In der Scheune verbrannte eine größere Menge ausgedroschenen Roggens und eine Dreschmaschine. Da man die Wohnungen in aller Eile ausräumte, wurden viele Möbelstücke beschädigt, so daß die 7 Mieter, alles Arbeiter, manchen Verlust zu beklagen haben. Zwei Familien sind nicht versichert. Man vermutet Brandstiftung. Blumberg. Das Zwei[g]lager des Konzentrationslagers Oranie[n]burg in Blumberg-Elisenau ist heute nach Oranienburg zurückgekehrt. Die Gefangenen haben hier die alte Ziegelei abgerissen und eingeebnet, außerdem haben sie mehrere Waldstücke abgeholzt. Das dadurch gewonnene Land ist den Siedlern zugeteilt worden. Da die Arbeit vollendet ist, hat man das Lager aufgelöst. |
Ahrensfelde. Zu der Ortsgruppenversammlung am 8. Juni gab Ortsgruppenleiter K. einen kurzen Bericht über die letzte Kreistagung in Oranienburg, die er besucht hatte. Er gab u.a. bekannt, daß das parteiamtliche Organ für den Kreis Niederbarnim in Zukunft nur das "Niederbarnimer Kreisblatt" ist. Es sollte Pflicht jedes Niederbarnimer Pg. sein, diese Zeitung zu lesen, da sie sämtliche Verfügungen enthält. ... In der Aussprache wurde der sehr mäßige Besuch der Veranstaltung bemängelt. Der bisherige Blockwart, Pg. U., hat sein Amt niedergelegt, dafür wurde vom OGL. der Pg. P.K. als Blockwart eingesetzt. |
Blumberg. Nachdem gestern Landrat Dr. Weiß die Blumberger Siedlung besichtigt hat, wird am Freitag Gauleiter Kube in unserem Ort weilen. Der Gauleiter wird auf seiner Reise durch den Kreis auch Blumberg und die Siedlung Elisenau besuchen. Blumberg. Nach der Reinigung des Dorfteiches hatte man dort Fische eingesetzt. Da viele Fische eingegangen sind, war man gezwungen, den Teich leer zu fischen. 150 Karpfen wurden gefangen. Ob die in den Teich geleiteten Abwässer oder andere Gründe das Eingehen der Fische verursachten, ist nicht bekannt. Blumberg. Die Monatsversammlung der NSV. am Dienstag, den 12. d. Mts. war leider schwach besucht. Pg. L. sprach über die Arbeit in der NSV., Broschüren der Unfallverhütung wurden verteilt, Mütter und Kinder sollen verschickt werden. |
Gauleiter Kube im Kreis Niederbarnim überall von der Bevölkerung freudig begrüßt / Der Kreis Niederbarnim im Festkleid / Ansprachen in Neuenhagen und Bernau Von Dahlwitz nach Wandlitz Der Oberpräsident von Berlin und der Provinz Brandenburg, unser Gauleiter der Kurmark, Wilhelm Kube, unternahm heute eine Besichtigungsfahrt durch den Kreis Niederbarnim. ... Die weitere Fahrt [von Neuenhagen] führte über Hönow und Mehrow nach Ahrensfelde und gab Gelegenheit, einige besonders charakteristische Bauerndörfer zu besichtigen. Ueberall waren die Straßen festlich geschmückt, und die gesamte Bevölkerung hatte sich zur Begrüßung des Gauleiters eingefunden. Kleine Mädchen überbrachten Blumensträuße, die der Gauleiter mit herzlichem Dank und Grüßen an die Bevölkerung in Empfang nahm. Vor Blumberg wurde die Fahrt auf kurze Zeit unterbrochen, um im Walde ein von Landrat Dr. Weiß vorbereitetes kleines Frühstück einzunehmen. Eingegend besichtigt wurde vom Gauleiter ein Siedlungshaus in der Nähe von Blumberg, das als Beispiel der unzweckmäßigen Siedlungstätigkeit des alten Systems bezeichnet werden kann. Der Siedler schilderte dem Gauleiter die schwierige Lage, in der sich die Siedler durch die schlechte Beschaffenheit des Bodens und zu geringe Landzuteilung befänden. Der Gauleiter sicherte zu, daß er dafür sorgen werde, daß jedem Siedler möglichst noch 1 1/2 bis 2 Morgen Wiesenland zugeteilt werden. |
Blumberg. Die Junisitzung des NS. Lehrerbundes fand in Seefeld statt. Nach dem Lied "Wenn wir schreiten Seit' an Seit'" wurden die Gaubefehle verlesen. ... |
Bekanntmachung der Bezirks-Vertriebsstelle Niederbarnim In Ausführung des Reichsgesetzes vom 17. Februar 1934 über die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln gebe ich hiermit die im Kreis Niederbarnim eingerichteten Ortssammelstellen bekannt: 5. F. Kraatz, Seefeld, Tel. Werneuchen 67: Für Löhme-Seefeld, Krummensee, Blumberg, Ahrensfelde, Mehrow, Eiche |
Jahresjagdscheine Gemäß den Ausführungsbestimmungen zum § 29 des Preuß. Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 ... gebe ich nachstehend die Namen der Inhaber der im Mai 1934 ausgestellten Jagdscheine bekannt. 145. Albrecht, Georg, Schmiedemeister, Ahrensfelde 164. Meißner, Ernst, Landwirt, Mehrow 165. Meißner, Willi, Landwirt, Mehrow |
Schwimmen als Pflichtfach in der Schule von Carl Müller, Beauftragtem der Reichsleitung des NSLB für die Reichsschwimmwoche ... "Schwimmen muß Pflichtfach werden!" lautet eine der bedeutendsten Forderungen der Reichsschwimmwoche. ... |
Verkehrsunfall Blumberg, 19. Juni. Am Sonntag abend in der 11. Stunde wurde der 28jährige W. Klopp vor dem Hause seiner Eltern auf der Straße Blumberg-Bernau von einem Auto, das aus Blumberg sein soll, überfahren. Kl. wollte vor dem Auto noch die Straße überschreiten, wurde aber von dem Wagen erfaßt. Mit sehr schweren Verletzungen kam er ins Bernauer Krankenhaus. |
Mehrow. Anläßlich der Besichtigungsfahrt durch den Kreis weilte Oberpräsident und Gauleiter Kube einige Minuten in unserem Ort. Sie mögen genügt haben, ihm einen guten Eindruck von dem nationalsozialistischen Geist der Einwohnerschaft zu vermitteln. Kinder brachten durch Gedichtsvorträge zu Ausdruck, daß Bauern und Bürger in märkischer Treue zur Heimat festhalten, und überreichten Blumensträuße zur Begrüßung. Nach dem Dank an die Kinder und nach Begrüßung aller Organisationen, aller Männer und Frauen, setzte der Oberpräsident die Fahrt fort. Wir aber knüpfen an diesen Besuch die Hoffnung, daß in einem künftigen Falle dem Besuch gemeldet werden kann: In Mehrow ist alles in Ordnung, jeder Vg. hat Arbeit und Brot, Mutter und Kind haben ein wirkliches Heim, jede Familie hat ihre Wohnung und nicht einen einzige bewohnt eine solche, die vom Kreisarzt als "die Gesundheit in erheblicher Weise gefährdend" angesehen werden muß. |
Beim Bau der Reichsautobahn Berlin-Stettin ... Im Jahre 1936 soll die Berlin-Stettiner Strecke dem Verkehr übergeben werden. Die Kosten sind auf 400000 Mark für den laufenden Kilometer veranschlagt. 40 Prozent entfallen auf Löhne am Bau selbst, 35 Prozent auf Löhne außerhalb der Baubetriebe und der Rest auf sämtliche übrigen Aufwendungen, insbesondere Grunderwerbs- und Verwaltungskosten. ... |
Blumberg. Unter reger Beteiligung der Eltern und schon entlassenen Schüler und Schülerinnen machten die Schulen von Blumberg und Elisenau die diesjährige Dampferfahrt. Von der Schillingbrücke ging es über Zeuthen durch den Crossinsee, durch den Oder-Spree-Kanal in den Seddinsee zur Berliner Schweiz. Zur Kaffeepause wurde in der Krampenburg angelegt. Das günstige Wetter half zum Gelingen der Fahrt. |
Blumberg. Unser Ort bekommt eine Apotheke! Diese erfreuliche Mitteilung wird von allen Einwohnern begrüßt werden, denn bisher war es immer äußerst umständlich, die Medizin in dringenden Fällen schnell herbeizuschaffen. Die Apotheke wird geleitet von Apotheker Paul Kuneke, der in Potsdam seit 1922 die größte Apotheke geleitet hat. |
Hohe Belohnung für Ermittlung eines Brandstifters Blumberg, 27. Juni. Der am 4. Juni von uns gemeldete Brand der Weidelt-schen Scheune hat noch keine Aufklärung gefunden. Die Feuersozietät hat eine Belohnung von 2000 RM. für Ermittlung des Brandstifters ausgesetzt. Bisher gelten zwei Personen als verdächtig: Ein Mann mit einem Rade, der am Vormittag des Brandtages an der Brandstätte gesehen wurde, und ein Motorradfahrer, der nach dem Brande ohne Licht von Blumberg in der Richtung zum Bahnhof fuhr. Die Bevölkerung wird gebeten, die Nachforschungen zu unterstützen. Angaben können bei der Ortspolizei gemacht werden, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden. Blumberg. Dem Bankbeamten A.H. wurden in der Nacht zum Sonnabend 9 Hühner, 6 gelbe und 3 weiße, gestohlen. Die Diebe drangen vom Garten aus in die Scheune ein und durchbrachen die Lehmdecke des von der Scheune abgeschlagenen Hühnerstalles. Da die Hühner nicht abgeschlachtet wurden, besteht die Möglichkeit, die Diebe zu entdecken. Auch in diesem Falle wird das Publikum um Unterstützung der Ortspolizei gebeten. Blumberg. Die Wettkämpfe zum Fest der Jugend hatte man auf den Nachmittag gelegt, um der schulentlassenen Jugend Gelegenheit zu geben, sich daran zu beteiligen. Um 2 Uhr marschierten Schuljugend, Hitler-Jugend und die Jugendlichen des Arbeitsdienstes zum Schloßpark, um im Dreikampf ihre Kräfte zu messen. Von den 88 Teilnehmern erreichten 16 über 40 Punkte. Der geringe Prozentsatz der Sieger gegenüber den vergangenen Jahren ist dadurch zu erklären, daß die Bedingungen in diesem Jahr schwerer sind. Unsere Jugend muß also den Körper noch mehr schulen, um die erhöhten Anforderungen zu erfüllen. Auffällig war, daß sich die schulentlassene weibliche Jugend nicht beteiligte. - Abends um 8 Uhr verteilte der Leiter der Wettkämpfe, der Führer des Turnvereins, W. Kablow, die Ehrenurkunden an die Sieger. Darauf formierte sich der Zug der Organisationen und Vereine in der Bahnhofstraße. Unter Vorantritt des Spielmannszuges ging es zur eingeebneten alten Ziegelei. Dort wurde das Feuer in der in den Verfügungen geforderten Form abgebrannt. |
Ahrensfelde. Alle NS-Organisationen und Vereine, sowie viele Bewohner und Siedler waren erschienen, um gemeinschaftlich das Fest der Sommersonnenwende zu erleben. Ein langer Zug bewegte sich unter Vorantritt des Spielmannszuges des Turnvereins "Felsing" zum Holzstoß. Schon beim Anmarsch loderte die gewaltige Flamme zum Himmel. Nachdem das Lied "Flamme empor" verklungen war, sprach Pg. L. in seiner Feuerrede von den altgermanischen Feiern und von der Bedeutung der Feier für uns. Daran schloß sich die Ansprache des Ortsbauernführers [an]. Nach dem Singen des Liedes "Kein schsiner [!] Land" erklangen Feuersprüche, die eine gewaltige und deutliche Sprache redeten und dem Vaterlande Treue schwuren. Ein in die Flammen geworfener Kranz und ein kerniger Spruch galten dem Gedenken der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung. Sodann wurden das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen. |
Ahrensfelde. Die Einführung der Gemeindeältesten in ihr Amt erfolgte hier kürzlich. Pg. Dr. E. hob die Bedeutung dieses Tages besonders hervor und ermahnte in eindringlichen Worten alle, stets ihre Pflicht zu tun, wie es einem rechten Nationalsozialisten zukommt. In dem Ehrenamt eines Gemeindeältesten sind berufen worden die Bürger Pg. R. K., Pg. Dr. E., Bg. A. B. jun., Pg. F. M., Pg. A. R., Pg. A. K.. |
Blumberg. Einführung des neuen Pfarrers. Am Sonntag wurde Pfarrer Heinzel in sein Amt eingeführt. In der alten ehrwürdigen Kirche waren die kirchlichen Körperschaften von Blumberg und der zum Kirchensprengel gehörenden Gemeinden Eiche und Hellersdorf sowie eine zahlreiche Gemeinde versammelt. Die Einführung nahm der kommissarische Superintendent des Kirchenkreises Berlin-Land, Pfarrer Schleuning - Neuenhagen, vor. Bei der Feier wirkten mit der Vorgänger des neuen Geistlichen, Pfarrer Ramin, und Pfarrer Uhlich - Berlin. |
Auflösung des Arbeitsdienstlagers Blumberg, 4. Juli. Das Gau des freiwilligen Arbeitsdienstes, das man bei allen Feiern bisher bemerkte, ist jetzt aus dem Straßenbild verschwunden. Das Lager wurde am 1. Juli aufgelöst und die Arbeitsdienstleistenden auf 5 Lager verteilt. Seit dem 16. Mai 1933 war der Marstall des ehemaligen Arnimschen Schlosses die Unterkunft, und seit dieser Zeit wurde an der Entwässerung des Parks und des Schleusensees gearbeitet. Da der Abflußgraben nicht genügte, schlossen sich die Besitzer der anliegenden Wiesen und Ländereien zu einer Wassergemeinschaft zusammen. Der Staat gab einen Zuschuß und der FAD. wurde eingesetzt. Durchschnittlich waren 72 Mann beschäftigt. 9 Kilometer Graben wurden vertieft, der Hauptgraben um 60 Zentimeter. 20 Brücken mußten gebaut werden; 800 Faschinen und 600 Meter Rohrleitungen wurden verlegt. Die Arbeit wurde durch das trockene Wetter sehr begünstigt; nur einmal mußte im Dezember der großen Kälte wegen an einem Tage gefeiert werden. - Die Aufräumungsarbeiten im Park werden durch das Arbeitslager Bernau zu Ende gebracht. |
Ahrensfelde. Die Mitgliederversammlung der Ortsgruppe der NSDAP. fand kürzlich statt. Nach dem Singen des Liedes "Deutsch ist die Saar" begrüßte Ortsgruppenleiter Pg. K. die fast vollzählig erschienenen Pgs. Nach Verlesung verschiedener Gau- und Kreisbefehle erstattete er Bericht über die Kreistagung der Ortsgruppenleiter im Landratsamt und ermahnte in seinen weiteren Ausführungen alle Parteigenossen, nun erst recht ihre Pflicht als Nationalsozialisten zu tun und treu hinter unserem Führer zu stehen. Zu einem starken Treuegelöbnis wurde das Sieg-Heil auf unseren Führer. Anschließend besuchten die Teilnehmer die Filmvorführung "Marschall Vorwärts", die sehr großen Anklang fand. |
Niederbarnimer Feuerwehren in Bergfelde Erste Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes nach Durchführung des Feuerlöschgesetzes ... Nach einigen Bekanntgaben wurden die Kameraden Paul Haase, Ahrensfelde, Erich Ahrendhold, Kalkberge, Fritz Goethe, Herzfelde und Paul Netzeband, Oranienburg mit dem staatlichen Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen ausgezeichnet, ... |
Eiche. Zu dem Übergabetag der Freiwilligen Feuerwehr waren außer den örtlichen Vereinen die Nachbarvereine und als Ehrengäste der Vertreter des Landrats, Regierungsrat Jacobi, Kreisfeuerwehrführer Gratz, Brandmeister Schäfer, Amtsvorsteher Wegener, die Gemeindevorsteher und Ahrensfelde und Mehrow, der Ortsgruppenleiter der NSDAP. von Ahrensfelde, Pg. K., und der Stützpunktleiter, Pg. E. erschienen. Bei den Steigerübungen, dem Fuß- und Geräteexerzieren sowie dem Brandangriff zeigte die junge Wehr vorbildliche Leistungen, was allseitig anerkannt wurde. Nach dem Festzug durch den Ort und die Siedlung vereinte der Tanz noch lange die Teilnehmer. Eiche. Das Gotteshaus wird in nächster Zeit die schon seit langem geforderte Heizungsanlage erhalten. |
Jahresjagdscheine Gemäß den Ausführungsbestimmungen zum § 29 des Preuß. Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 ... gebe ich nachstehend die Namen der Inhaber der im Juni 1934 ausgestellten Jagdscheine [176-270] bekannt: 189. Buchholz, Albert, Bauer, Ahrensfelde 237. Haase, Paul, Gemeindeschulze, Ahrensfelde 242. Lindhorst, Max, Kirchhofsinspektor, Ahrensfelde 253. Kunze, Theodor, Privatförster, Mehrow |
Blumberg. Die Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes veranstaltet ab 30. August jeden Montag abend, fünf Wochen lang, für die Ortschaften Blumberg, Ahrensfelde, Eiche, Mehrow, Seefeld, Löhme, Krummensee, Lindenberg, Schwanebeck und Birkholz einen großen Kursus, der in erster Linie für die Behörden, Organisationen und Amtsträger bestimmt ist. |
Eiche. Die sehnlichst erwarteten Ferienkinder sind hier eingetroffen. Zwar waren es statt 12 Mädchen 12 Knaben, aber alle Pflegeeltern haben sich damit abgefunden. Die Knaben kamen im Auto von ihrer Heimatstadt Jüterbog bis Ahrensfelde, wo sie der Gemeindeschulze Seelisch in Empfang nahm und mit einer Ansprache begrüßte. |
Der neue Führer unserer Obergruppe Obergruppenführer Pg. Dietrich von Jagow wurde vom obersten SA.-Führer, Adolf Hitler, zum Führer der Obergruppe Berlin-Brandenburg ernannt. ... |
Ahrensfelde. 36 Kinder trafen Ende voriger Woche aus der Gegend von Jüterbog zur Erholung in unserem Orte ein. Ahrensfelde. Bei der Kreisverbandstagung der Freiwilligen Feuerwehren in Bergfelde wurde auch unser Gemeindeschulze für die großen Verdienste um das Feuerlöschwesen mit der Dienstauszeichnung nebst Urkunde ausgezeichnet. Unsere Feuerwehr ist bereits im Besitze einer Motorspritze und eines Mannschaftskraftwagens. Außerdem wurde ein Tiefbrunnen gebaut, aus dem zu gleicher Zeit drei Motorspritzen Wasser entnehmen können. Ahrensfelde. Das beliebte Bauernreiten findet wieder am 5. August statt. In diesem Jahr sieht es ein besonders reichhaltiges Programm vor. Veranstalter sind der Reitersturm 10/26 und der Reiterverein. Außerdem sind die umliegenden Vereine eingetragen. Außer Rennen, Schulreiten, Jagdspringen und Patrouillenreiten tritt eine Motorradstaffette in Erscheinung. Den Schluß bilden die offenen Rennen und Trabrennen. Der Ausmarsch erfolgt gegen 2 Uhr. Abends ist Tanz in beiden Sälen. |
Blumberg. Eine Sitzung der Gemeindeältesten fand am Freitag abend im Gemeindehaus statt. Die Tagesordnung umfaßte nur einen Punkt: Vereidigung des Schöffen Otto Peters und der Gemeindeältesten Georg Ladentin, Manfred Seipel, Fritz Töpfler, Richard Gathow I, Hermann Vetter und Paul Stark. |
Blumberg. Kindertransport der NSV. Mit dem von Oranienburg gemeldeten Kindertransport nach Luckau sind auch aus unserer Gemeinde 8 Kinder verschickt worden. Hier befinden sich 18 Kinder vom Alten und Neuen Lager bei Jüterbog in Pflege. Blumberg. Diebstahl. Leicht gemacht wurde es einem Diebe, der die Wirtschaftskasse eines ortsansässigen Besitzers erleichterte. Obwohl das Personal und auch alle Familienmitglieder vom Hofe abwesend waren, ließ man den hinteren Hauseingang unverschlossen. Der Dieb konnte also ungehindert ins Haus und aus dem Schreibtisch (die Schlüssel lagen griffbereit) das Geld nehmen. Da ähnliche Gepflogenheiten noch viel auf dem Lande herrschen, sei größte Vorsicht empfohlen. |
Hauswirtschaftliches Jahr für Mädchen Das hauswirtschaftliche Jahr für Mädchen ist von der NS Frauenschaft, dem deutschen Frauenwerk, der Reichsjugendführung und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ins Leben gerufen worden, um den aus der Schule entlassenen jungen Mädchen, die nicht sofort in einen Beruf eintreten können, die Möglichkeit zu geben, in ein geordnetes Arbeitsleben eingeführt zu werden. ... |
Für 620 RM. ein Kraftwagen Japanisches Dumping Berlin, 3. August. "La Semaine Coloniale" berichtet: Jidosha Seizo Kraftwagenfabrik in Tokio hat einen modernen 1-Zylinder-Personenkraftwagen zu dem niedrigen Preise von RM. 600,- auf den Markt gebracht. Der Absatz dieser Wagen in Japan, China, Mandschukuo, Niederländisch-Indien und den malayischen Staaten ist so groß, daß die Fabrik sich genötigt gesehen hat, Bestellungen auf ihre Wagen bis Ende des Jahres zu sperren. Die Direktion plant eine größere Absatzorganisation im nächsten Jahre auf den indischen sowie süd- und ostafrikanischen Märkten. |
Blumberg. Die Ortsgruppe des Reichs-Luftschutz-Bundes veranstaltet vom 20. August ab an 5 auseinanderfolgenden Montagen einen großen Ausbildungslehrgang für Behörden, Amtsleiter und Mitglieder des RLB. ... |
Ahrensfelde. Durch den Reichsluftschutzbund fanden am Sonnabend Vorführungen von Brandsätzen statt. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefunden. Trotzdem es nur kleine Brandsätze waren, so war doch die Wirkung ungeheuerlich. Außer Sand gab es für diese Bomben kein Hindernis. Wasser vergrößerte sogar noch die Wirkung. Theoretisch und praktisch wurden auch die Bekämpfungsmaßnahmen vor Augen geführt, die, mit Ruhe durchgeführt, keinerlei Gefahr bieten. Eine gewaltige Aufgabe ist hier noch zu erledigen. Ahrensfelde. Sämtliche Parteigenossen hören die Rede unseres Führers am Freitag um 20 Uhr im Parteilokal. Die Ausbildung der Amtswalter unter Leitung des Pg. A. K. findet weiter am Sonntag von 6 bis 9 Uhr und am Mittwoch von 20 bis 22 Uhr statt. Das Erscheinen sämtlicher Amtswalter ist Pflicht. |
Blumberg. In der Sitzung der Kirchenältesten und kirchlichen Gemeindevertreter legte Pfarrer Heinzel den Bericht vor, den das Konsistorium nach der vor einiger Zeit erfolgten Besichtigung unserer Kirche durch Vertreter der Kirchenbehörde und des Provinzialkonservators abgegeben hat. Unsere ehrwürdige Kirche ist sehr wiederherstellungsbedürftig. In dem Bericht sind alle notwendigen Arbeiten zusammengestellt: Sanierung der Gruft unter der Kirche, Entfeuchtung der Kirche durch Erdarbeiten und Einbau einer Luftheizung, Erneuerung des Kircheninneren, des Daches und des Dachreiters. Die Kosten in Höhe von rd. 16000 RM. können ohne Erhöhung der Kirchensteuer aufgebracht werden durch Zuschüsse kirchlicher und staatlicher Stellen und Einnahme einer zurückgezahlten Hypothek. Alle Vertreter stimmten grundsätzlich dem Plane zu. - Um an großen Festen eine ungleichmäßige Ueberfüllung der Kirche zu vermeiden, soll die Platzordnung aufgehoben werden. Eine Maßnahme, die schon längst erfolgen mußte. - Außerdem hat der Kirchenrat folgenden Beschluß gefaßt: Um Störungen bei Trauungen zu vermeiden, ist Zuschauern der Zutritt nur noch gegen Lösung einer Eintrittskarte für 10 Pf. und dem Ort angemessener Kleidung gestattet. |
Blumberg. Zur Volksabstimmung spricht am Mittwoch, dem 15. August, abends 8.30 Uhr, im Otteschen Saale, Pg. K.. Es wird erwartet, daß die Einwohner recht zahlreich erscheinen. |
Ahrensfelde. Ein letzter Appell zur Volksabstimmung ist am Sonnabend um 20,30 Uhr bei Pg. D.. Es spricht der Kreisbauernführer Pg. Henning. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen sind herzlich eingeladen. Für die Parteigenossen und -genossinen ist das Erscheinen Dienst und Pflicht. |
Ahrensfelde. Zur Volksabstimmung spricht am Sonnabend den 18. August, abends 8,30 Uhr, im Saale des Pg. D. der Kreisbauernführer Pg. Henning. Es wird erwartet, daß zu dieser öffentlichen Versammlung die Volksgenossen aus Dorf und Siedlung recht zahlreich erscheinen. |
Einiges aus dem Knigge für Motorradfahrer Des Motorradfahrers Umgang mit Menschen - Freunde brauchen wir, nicht Feinde! ... |
[Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches] Deutschlands "Ja" für Hitler Das ganze Volk geschlossen hinter dem Führer / 90 Prozent der Stimmen "Ja" Die Wahl des Kreises Niederbarnim am 19. August hat folgendes Ergebnis gehabt: Ja: 133896 Stimmen Nein: 19453 " Ungültig: 3360 " Einzelergebnisse aus dem Kreis Niederbarnim Ahrensfelde: Ja 1067, Nein 63, Ung. 2 Blumberg: Ja 1109, Nein 83, Ung. 15 Mehrow: Ja 187, Nein 11, Ung. 3 |
Ahrensfelde. Am Mittwoch, abends 8.30 Uhr, findet im Saale des Pg. M. eine große öffentliche Versammlung statt. Es spricht Pg. Ebeling, Potsdam, über "Freimaurerei". Wegen der Wichtigkeit des Themas, denn jeder Volksgenosse muß über das schändliche Treiben dieser Geheimgesellschaft aufgeklärt sein, ist es notwendig, daß alle aus Ort und Siedlung erscheinen. |
Ahrensfelde. Seit Dienstag vormittag sind die deutschen Turner und Sportler unterwegs, um den saardeutschen Brüdern und Schwestern die Grüße und das Treuebekenntnis des Mutterlandes zu übermitteln. Ab Donnerstag, 8 Uhr abends, stehen die Läufer unseres Turnvereins (Deutscher Turnerbund, Berlin, Gruppe Ahrensfelde) bereit, um die Staffel zu übernehmen. 20 Läufer, aber darüber hinaus werden ganze Vereine und die Bevölkerung Zeugen dieser einzigartigen Treuekundgebung sein. Um 20 Uhr sammeln sich die Läufer bei Pg. D.. Um 20,50 Uhr müssen sie an der Grenze der Stadtgemeinde Groß-Berlin zur Entgegennahme der Urkunde stehen. Ab 21 Uhr erwarten wir hier den Läufer, der uns die Urkunde zuträgt. Der Lauf wird hier angehalten zu einem kurzen Treueschwur und um 22 Uhr erfolgt der Weiterlauf unserer Leute. Ganz Ahrensfelde wird die Treue zum Saarland anläßlich dieses Laufens bekunden: Deutsch die Saar immerdar! |
Selbstschüsse Dem Gastwirt Hermann Meißner in Mehrow ist widerruflich die polizeiliche Genehmigung erteilt worden, auf seinem Grundstück in Mehrow Selbstgeschosse zu legen. Ahrensfelde b. Berlin, d. 23. August 1934 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Ahrensfelde. Zu einem Kinderfest hatte die NS.-Frauenschaft die Ferienkinder eingeladen. Die Frauenschaftsführerin Frau N. begrüßte die zahlreich erschienenen Kinder herzlich. Durch die großen Kuchenspenden war es möglich, den Kindern eine reichgedeckte Kuchentafel zu bieten. Kräftig wurde zugelangt. Danach entwickelte sich ein buntes Leben und Treiben. Im Wettlauf, Eierlauf und Sackhüpfen versuchten die Einzelnen, die gesetzten Preise zu erringen. Große Heiterkeit herrschte beim Wurst- und Weintraubenschnappen. Schnell vergingen die Stunden. Zum Schluß erschien Kasperle, der es verstand, die Kinder vollständig in seinen Bann zu ziehen. Das fröhliche Lachen wollte kein Ende nehmen. Froh und zufrieden gingen am Abend die Kinder nach Hause. Diese Veranstaltung war nur möglich durch die großen Spenden der einzelnen Frauen und ihrer rührigen Mitarbeit. - Am Dienstag kam das Abschiednehmen von der liebgewordenen Stätte. Wohl alle wären noch gern hier geblieben. Aber auch andere Ferienkinder wollen noch einige Wochen in Ahrensfelde verleben. Gegen Mittag verließen die Ferienkinder unseren Ort. Viel werden sie den Eltern erzählen und oft und gern an unseren Ort zurückdenken. |
Blumberg. Zu dem 1. Schulungsabend des RLB. der Ortsgruppe Blumberg mit seinen Untergruppen waren 70 Kursusteilnehmer erschienen. Der Redner des Abends, Dr. Welte von der Inspektion des RLB., sprach über "Kampfstoffe". In anschaulicher Weise zeigte er Wirkung und Gefahren der Kampfstoffe. Das wichtigste war, daß er uns für die Praxis einfach[e] Mittel nannte, die wir als Laien gegen die Kampfstoffe anwenden können. Reiches Anschauungsmaterial zeigte die moderne Schutzausrüstung. Der nächste Abend findet am Montag im Parteilokal Nitze statt. |
Blumberg. Feuerwehrtag. Nachdem die neuen Feuerwehren in Seefeld und Löhme unter der Leitung unsres Oberbrandmeisters Vetter ihre Ausbildung erhalten haben, erfolgte am Sonntag die Prüfung durch den Kreisfeuerwehrführer Graß. Da nur Blumberg einen Steigeturm besitzt, fand der erste Teil der Prüfung in Blumberg statt. Viele Wehren der Umgegend hatten Vertreter entsandt, u. a. Ahrensfelde, Eiche, Mehrow, Neuenhagen, Lanke, Friedrichstal und Bernöwe. Die Leitervorführungen wurden von den Führern der neuen Wehren, Helmer - Seefeld und Bredereke - Löhme geleitet. Während dieser Vorführungen erschien auch Landrat Dr. Weiß, um der weiteren Prüfung beizuwohnen. Um 2,10 Uhr fuhren die Wehren nach Seefeld und Löhme, wo Fußdienst und praktische Uebungen vorgeführt wurden. |
Eiche. Ein bedauerlicher Unglücksfall trug sich in der Nacht zum Freitag hier zu. Ein Motorradfahrer stieß hier an der Stelle, wo der Weg nach Mahlsdorf von der Landsberger Chaussee abgeht, mit einem Lastauto zusammen. Der Führer des Motorrades war sofort tot. Seine Leiche und das Rad liegen hier im Spritzenhaus. Der Soziusfahrer mußte schwer verletzt in das Hubertus-Krankenhaus in Lichtenberg geschafft werden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Bei dem Toten soll es sich um einen Landwirtssohn aus Buchholz bei Altlandsberg handeln. |
Blumberg. Die neun Kinder, die von der NSV. verschickt waren, sind wieder zurückgekehrt. Sehr gut erholt, teilweise neu eingekleidet, sind sie von ihren Eltern in Empfang genommen worden. Aus einer Familie waren drei Kinder verschickt. Eine Gewichtszunahme von durchschnittlich 6 Pfund zeigt, in welch guten Händen die Kinder waren. Unsere Kinder sind im Kreise Luckau ebenso gut aufgenommen worden, wie die 19 Jüterboger Kinder in Blumberg. Blumberg. Eine Gedenkfeier veranstaltete am Sonnabend der Kriegerverein. Nach der Begrüßung durch den Vereinsführer, Pg. F. T., ging der Vorhang der Bühne hoch, und als lebendes Bild saßen dort in ihren alten Uniformen die Krieger vom Alten Fritz, aus den Befreiungskriegen von 1870, 1914 und der SA.-Mann des Dritten Reiches. Während die Märsche und Lieder jener Zeiten erklangen, schilderten die symbolisch aus dem Jenseits zurückgekehrten Soldaten die Heldentaten der Vergangenheit bis zu der gewaltigen Tat der Befreiung Deutschlands durch den Führer. Blumberg. Zu einer Generalprobe hatten sich in den Spätnachmittagsstunden 50 Mädchen vom Ring Barnim-Mitte auf dem Sportplatz im Blumberger Park versammelt. Unter der Leitung der Ringführerin Else Diederich und der Gausportwartin Grete Löbe wurden fleißig die Uebungen durchprobiert, die am 22. und 23. September beim Gausportfest in Wittenberge gemeinsam vorgeführt werden sollen. |
Hönow. Die Uebergabe der Freiwilligen Feuerwehr findet am Sonntag, mittags 1 Uhr, in Hönow statt. Nachdem im Januar 1934 die Gründung der Feuerwehr stattgefunden hatte, ist die Ausbildung durch den Oberbrandmeister der Feuerwehr Neuenhagen erfolgt. ... |
Ahrensfelde. Landrat Dr. Weiß weilte am Sonntag in Ahrensfelde, wo der Reiterverein mit dem Reitersturm 10/26 sein alljährliches Reiterfest abhielt. Alter Ueberlieferung getreu spielte die Kapelle Liebisch aus Bernau. Anwesend waren etwa 80 Reiter; zum Teil konnte man ausgezeichnetes Pferdematerial sehen. Es wurden Flachrennen, Trabrennen, Hürdentrennen und Jagdspringen gezeigt. Die Veranstaltung fand allgemein den höchsten Beifall. Den Abschluß bildete ein Vorbeimarsch unter Führung von Herrn von Platen. |
Blumberg. Einen überblick über die geleistete Arbeit und einen Ausblick auf die noch zu leistende Arbeit des NSV. gab der Ortsgruppenführer der NSV., Pg. L., den Mitgliedern bei der Sitzung am Dienstag. ... |
Jahresjagdscheine Gemäß den Ausführungsbestimmungen zum § 29 des Preuß. Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 ... gebe ich nachstehend die Namen der Inhaber der im August 1934 ausgestellten Jagdscheine [271-348] bekannt. 308. Krüger, Erich, Landwirt, Eiche 310. Möser, Richard, Landwirt, Eiche 311. Kirschbaum, Karl, Bauer, Eiche 331. Seelisch, Gustav, Gastwirt, Eiche 345. Wegener, Bruno, Amtsvorsteher, Ahrensfelde |
Blumberg. Die für dem 19. September angesetzte Sitzung der PO. muß um eine Woche verschoben werden und findet am 26. September im Parteilokal statt. ... Blumberg. Einen neuen Schmuck hat unser Berliner Platz bekommen. Auf einer sich verjüngenden quadratischen Säule sind vier in alle Himmelsrichtungen zeigende Bretter angebracht, die die Plakate des NSV. tragen. Darüber ist eine grüne Krone, verziert mit dem vergoldeten Zeichen des NSV. Säule und Rahmen der Plakate sind mit einem roten Stoff überzogen. |
Ahrensfelde. Zu einer Vorbesprechung zur Gestaltung des diesjährigen Erntedankfestes werden alle Vereinsführer, die Amtswalter der PO. und die Führer der Unterorganisationen zum Sonnabend, abends 8,30 Uhr, bei dem Pg. M. eingeladen. |
Eine Straße wird durch den Wald geschlagen Vom Baubeginn der Reichsautobahn im Rüdersdorfer Forst ... |
Oeffentliche Bekanntgabe der Betrunkenen Das Polizeipräsidium Dresden hat auf Anweisung des Innenministeriums beschlossen, in Zukunft die Namen aller auf öffentlichen Straßen, Plätzen und sonstigen öffentlichen Orten wegen Trunkenheit polizeilich beanstandeten Personen in der Tagespresse öffentlich bekanntzugeben. ... |
Blumberg. Der erste Ausbildungslehrgang der Ortsgruppe Blumberg des NLB. hat sein Ende erreicht. Branddirektor Arndt aus Eberswalde sprach über "Brandschutz im Luftschutz". Die sehr interessanten Ausführungen brachten viel Neues und zeigten, wie man mit einfachen Mitteln (Schaufel mit Sand, Eimer mit Wasser und der Wasserpatsche) den entstehenden Brand ablöschen kann. Auf dem Hof wurden dann von Kursusteilnehmern an einem Dachbodenmodell Brandsätze gelöscht. Durch diesen Kursus, der 6 Wochen dauerte, wurde ein Stamm von Mitgliedern theoretisch und praktisch im Luftschutz ausgebildet. Weitere Lehrgänge werden folgen. |
Ahrensfelde. Eine Versammlung der Ortsgruppe der PO. mit den NS. Gliederungen fand am Dienstag abend statt. Kulturwart Pg. G. J. gab eine packende Schilderung über den Verlauf des Parteitages, an dem sechs Parteigenossen aus unserem Orte teilgenommen haben. Dann erfolgten durch den Ortsgruppenleiter R. K. verschiedene Bekanntmachungen. Er sprach allen Volksgenossen herzlichen Dank für die Unterstützung des Winterhilfswerkes im vergangenen Jahre aus, ermahnte aber gleichzeitig, auch in diesem Winter dem Aufruf der NSV. stets zu folgen. Die Leitung der NSV. hat jetzt unser Gemeindeschulze Haase inne. Nach diesen Ausführungen sprach Pg. J. über das Erntedankfest. Wir finden uns zum Kirchgang um 11 Uhr ein. Am Nachmittag treten wir um 2,30 Uhr zum Festzug an, den die Ortsbauernschaft durch festlich geschmückte Erntewagen verschönert, die von unserem Reitersturm begleitet werden. Bei Brabender wird nach einer kurzen Feierstunde die Uebertragung der Rede unseres Volkskanzlers vom Bückeberg gehört. - Im Anschluß an die Versammlung tagte die NS. Hago. |
Blumberg. In der Ortsgruppensitzung der NSDAP. wies der Ortsgruppenleiter auf die Bedeutung des Erntedankfestes hin, das alle Volksschichten vereint feiern sollen. Pg. P. will eine Fliegergruppe gründen und stellt einen Raum als Werkstatt zur Verfügung. Er bat um rege Beteiligung, damit schon im Frühjahr ein Segelflugzeug fertig sein kann. Pg. L. gedachte des vor 20 Jahren gefallenen Dichters Hermann Löns, indem er Abschnitte aus den Tiergeschichten und aus der Bauernchronik "Der Wehrwolf" vorlas. |
Am 1. Oktober tritt die Reichs-Straßenverkehrs-Ordnung in Kraft ... Die Reichstraßen-Verkehrsordnung hat keine Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge innerhalb geschlossener Ortschaften allgemein vorgeschrieben. ... |
Blumberg. Verkehrsunfall. In der Nacht zum Freitag stießen auf der Straße zwischen Seefeld und Blumberg auf der Höhe vor Blumberg ein Pferdefuhrwerk und ein Lastauto zusammen. Zwei Brüder aus Freudenberg, die Brüder K., waren mit ihren schwerbeladenen Wagen auf dem Wege nach Berlin. Die Wagen fuhren rechts und trugen auf der linken Seite eine Laterne. Ein Berliner Lastzug erfaßte die linke Seite des vorderen Wagens. Personen wurden zum Glück nicht verletzt, doch mußte das eine Pferd abgestochen werden. Der Kraftwagenfahrer behauptet, die Laterne nicht gesehen zu haben. |
Ahrensfelde. Der Siedlerverein hatte zu einem gemütlichen Abend bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Festlich geschmückte Tafeln erwarteten die zahlreich erschienenen Gäste. Es herrschte bald eine gemütliche Stimmung. Unser Stadtgruppenleiter Wolf sorgte auch durch seine Worte für die Heiterkeit. Ein Film führte uns in das Reich der Kinder von klein und groß in ihrer Freizeit. Zwei weitere Filme machten uns die Gewinnung des Malzkaffees klar. Wohl keiner hatte sich vorgestellt, welche Behandlung die Gerste durchmachen muß, ehe wir das fertige Fabrikat in Händen halten. |
Blumberg. Bei der Vollprüfung der Lehrlinge vor dem Prüfungsausschuß der Friseure in Bernau, die am Montag stattfand, bestand der Lehrling Rudi Discher beim Friseurmeister Paul Schulze die Prüfung mit dem Prädikat "gut". Während seiner 3 1/2 jährigen Lehrzeit hat er sich schon drei erste Preise geholt. |
Blumberg. Die goldene Hochzeit feiern der ehemalige Arbeiter Wilhelm Schönfeld und seine Gattin Auguste, geb. Schwunk. Das Jubelpaar erhielt vom Gemeindeschulzen das Ehrengeschenk der Regierung von 50 RM. und von Pfarrer Heinzel die Medaille des Konsistoriums. Das Ehepaar hat über 50 Jahre auf einer Stelle beim Gut Blumberg treue Dienste geleistet. Wir wünschen ihm weiteres Wohlergehen. |
An die Bevölkerung des Kreises Niederbarnim Ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem es der Kreisleitung der NSDAP. nach Ueberwindung zahlreicher Widerstände gelang, eine den ganzen Kreis Niederbarnim umspannende parteiamtliche Heimatpresse ins Leben zu rufen. Die vergangenen Monate sind dazu benutzt worden, in unermüdlicher Kleinarbeit aus dem als bürgerlicher Zeitung übernommenen "Niederbarnimer Kreisblatt" ein weltanschaulich und zeitungstechnisch den höchsten Ansprüchen genügendes nationalsozialistisches Kampforgan zu schaffen, wie es wohl kaum ein zweiter Kreis im Gau Kurmark aufzuweisen hat. Die Zeit des inneren Aufbaues ist beendet. Die Träger des Niederbarnimer Kreisblattes, die sich vor einem halben Jahr in uneigennützigem Dienste an der Bewegung zu diesem Werk zusammengefunden haben, können heute vor die Bevölkerung des Kreises Niederbarnim hintreten mit einer Zeitung, die willens und in der Lage ist, als Kampforgan des Dritten Reiches Mittler zu sein zwischen dem gewaltigen Wollen des Führers und seiner aufnahmebereiten Gefolgschaft im Kreise Niederbarnim. Die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, die der NSDAP. mit allen ihren Gliederungen vom Führer gestellt ist, nämlich das gesamte deutsche Volk zu nationalsozialistischem Denken und Handeln zu erziehen, wäre schier unlösbar ohne das Machtmittel der Presse, der nationalsozialistischen Heimatzeitung. Als Kampmittel im Ringen um die Seele unseres Volkes haben die Amtsleiter der NSDAP. diese Zeitung geschaffen, als Kampfmittel wird sie heute in Eure Hand gegeben, Parteigenossen und Volksgenossen aus dem Kreise Niederbarnim! An Euch ist es jetzt, dafür Sorge zu tragen, daß die durch unsere Parteizeitung zu leistende Erziehungsarbeit in die breitesten Schichten der Niederbarnimer Bevölkerung hineingetragen wird. Die vor uns liegenden Wintermonate werden deshalb der Ausbreitung des Niederbarnimer Kreisblattes dienen. Wir werden dafür sorgen, daß es für jeden Nationalsozialisten zur Selbstverständlichkeit wird, daß er seine nationalsozialistische Heimatzeitung liest. Aufgabe aller Parteigenossen im Kreise Niederbarnim wird es dann aber sein, den letzten Volksgenossen zu gewinnen und ihm klar zu machen, daß die im Dritten Reich maßgebende Presse nur nationalsozialistisch sein kann und daß er, um Schritt zu halten mit den vorwärtsdrängenden Kräften dieser großen Zeit, sich einreihen muß in die nationalsozialistische Lesergemeinde seiner Heimat, seines Kreises. Volksgenossen, wir schufen für Euch diese Zeitung, nehmt sie jetzt auf und macht sie zu dem, was sie sein soll, zur scharfen Waffe im Dienste unseres geliebten Führers. ... Fritz Heermann, Kreisleiter. Werner Schulze, Standartenführer 208. Paul Schulte, Bannführer der HJ . Hans Kittner, stellv. Kreisleiter. Elsa Daßler, Kreisfrauenschaftsleiterin. Carl Freyhoff, Buchdruckereibesitzer. Heinrich Prochnow, Kreiswalter der Kreisbauernführer. Ernst Henning, Kreisamtsleiter der NS. Hago Friedrich Reimann, Deutsche Arbeitsfront. und DAF. Hermann Krahn, Kreisamtsleiter der Kreisamtsleiter der Kreisamtsleiter des Amtes Karl Fiebig, NS. Volkswohlfahrt. Fritz Wiese, NS. Kriegsopferversorgung. für Beamte. Max Werner, Kreisamtsleiter des Mitglied des Kreisausschusses Oskar Schwenninger, Mitglied des NS. Lehrerbundes. und Kreiswirtschaftsberater. Walter Kupper, Mitglied des Kreisausschusses. [?] |
Blumberg. Werbeveranstaltung der Segelflieger. Pg. P. hat als alter Flieger die Gründung eines Stützpunktes der Segelflieger übernommen. Um Freunde für diesen Sport zu gewinnen und die Bevölkerung aufzuklären, waren am Sonntag früh der Fliegersturm 2/26 und der Segelfliegersturm 2/6, Ortsgruppe Neuenhagen, mit 2 Hangrutschern nach Blumberg gekommen. Am Rehahn [!] wurde am Vormittag gezeigt, wie der Fliegernachwuchs geschult wird. Leider fehlte der Wind, so daß den Zuschauern nicht mehr geboten werden konnte. Ein Motorflugzeug sollte landen und Rundflüge unternehmen. Infolge einer Motorpanne konnte das Flugzeug jedoch nicht kommen. Nach einem Platzkonzert und einem Ummarsch durch das Dorf am Nachmittag richtete der Ortsgruppenleiter der Fliegergruppe Neuenhagen einige Worte an die Blumberger Bevölkerung: Ausgehend von den Worten Görings: "Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden" bat er um tatkräftige Unterstützung des jungen Stützpunktes. Ein Flugzeug hatte man auf dem "Berliner" aufgebaut, so daß viele Bewohner zum ersten Male ein Flugzeug richtig betrachten konnten. |
Eiche. Für die Kriegsgräberfürsorge sammelten sie Schulkinder 13,85 RM. Für das Winterhilfswerk hatten sie 14 Pfund Mehl, 8 Pfund Zucker, 1/2 Pfund Grieß, 1 Pfund Erbsen, 8 Pfund äpfel, 78 1/2 Pfund Gemüse und 23 Pfund andere Lebensmittel wie Reis, Speck, Wurst und dergl. zusammenbekommen. Leider hatten einige bemittelte Volksgenossen für ihre notleidenden Brüder nichts übrig. |
Der Tag des deutschen Handwerks im Kreise Niederbarnim Am Tag des deutschen Handwerks finden im Kreis Niederbarnim vormittags um 11 Uhr, gemeinsame Pflichtversammlungen sämtlicher Handwerksinnungen statt und zwar in ... Bernau: Restaurant "Elysium", Am Königstor ... Stellmacherobermeister Friedrich Schuknecht jun., Bernau, Tuchmacherstraße 166, wird die Pflichtversammlung Bernau leiten, zu der die Innungen aus Bernau und den Gemeindebezirken Ahrensfelde, Eiche, Mehrow, Blumberg, Börnicke, Lanke, Lobetal, Prenden, Ruhldorf, Sophienstädt, Lindenberg, Löhme, Krummensee, Seefeld, Schönow, Zepernick, Birkholz, Schwanebeck und Schönerlinde antreten. ... |
Blumberg. Am Tag des Handwerks hielt der Ortsgruppenamtsleiter der NS Hago, Pg. O. L., nach einem Umzug unter Führung des Spielmannszuges, eine kurze Ansprache, in der er die Volksgenossen aufforderte, das Handwerk zu unterstützen und die Handwerker ermahnte, nur Qualitätsarbeit zu leisten. |
Blumberg, Feuerwehrtag. Auf dem Berliner Platz versammelten sich am Sonntag die Wehren von Blumberg und der umliegenden Ortschaften. Der Landrat Dr. Weiß, Kreisfeuerwehrführer Graß und Sozietätsamtmann Moch erschienen um 1,30 Uhr, um den 2. Löschzug abzunehmen und die Blumberger Wehr neu zu verpflichten. Oberbrandmeister Vetter führte Fußdienst, Parademarsch und Geräteübungen vor. Am Steigeturm zeigte darauf der 2. Löschzug (Elisenau), was er gelernt hat. Dann ging es, voran unser Spielmannszug und eine Kapelle, durch die Gartenstraße zum Feuerlöschbrunnen in der Schloßstraße. Hier wurde ein Brandangriff gezeigt. Kreiswehrführer Graß sprach der Wehr seine Anerkennung über das gezeigte Können aus, ermahnte sie zur Weiterarbeit und verpflichtete sie auf den Führer. Der Landrat begrüßte die anwesenden Gemeindevertreter und sprach seine Zufriedenheit über das Geleistete aus und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Danach marschierten die Wehren zum Lokal Otte, wo am Abend das Stiftungsfest der Blumberger Feuerwehr gehalten wurde. |
Jagdscheine Gemäß den Ausführungsbestimmungen zum § 29 des Preuß. Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 ... gebe ich [der Landrat] nachstehend die Namen der Inhaber der in den Monaten September und Oktober 1934 ausgestellten Jagdscheine [349...396] bekannt: 394. Dr. Ebeling, Paul, Arzt, Ahrensfelde |
Eiche. In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung, zu der auch alle Parteigliederungen von Mehrow und Ahrensfelde erschienen waren, erhob der Kreisleiter, Pg. Heermann unseren Ort Eiche zum selbständigen Stützpunkt der NSDAP. und ernannte den Pg. A. H. zum Leiter des Stützpunktes. |
Blumberg. Die Fortbildungsschule für männliche Jugendliche wurde am Donnerstag eröffnet. Der Unterricht ist jeden Montag und Donnerstag von 5 bis 7 Uhr. |
Ahrensfelde. Die Freiwillige Feuerwehr feierte am Sonnabend im Lokal Dubick ihr Wintervergnügen. Der Feuerwehrmann Richard Wegener I wurde für 15-jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Ein Anerkennungsschreiben des Landrates für die tatkräftige Bekämpfung der beiden Scheunenbrände in der Nacht zum 29.10. wurde vom Oberbrandmeister verlesen. Ehrenbrandmeister Schäfer wies auf das gute Einvernehmen zwischen Feuerwehr und Einwohnerschaft hin. Deutscher Tanz hielt alle Teilnehmer bis zum Eintritt der Polizeistunde zusammen. |
Ahrensfelde. Auf der Gemeinderatssitzung wurde die Entschädigung des Gemeindeschulzen in der bisherigen Höhe belassen. Einer Reihe von Straßenlandauflassungen durch Pg. R. an die Gemeinde wurde zugestimmt. Ebenfalls wurden verschiedenen Siedlern Vorränge für 1. Hypotheken eingeräumt. Mit der vom Vorsitzenden vorgetragenen Nachtragssatzung zur Gemeindebiersteuer, die einen Senkung der Steuer auf das unbedingt notwendigste Maß bedeutet, erklärte sich die Versammlung einverstanden. Ferner nahmen die Gemeinderäte von der Umwandlung der Hilfslehrerstelle in eine Schulstelle an der Gemeindeschule Kenntnis und stimmten der Bereitstellung der hierzu erforderlichen Mittel zu. In Verfolg des Zieles, die Wasserversorgung bei Feuersgefahr in der Gemeinde sicher zu stellen, wurde beschlossen, zunächst einen weiteren Tiefbrunnen im östlichen Teil des Ortes zu errichten. Für den Ortsteil Friedhof und den Siedlungsblock B soll versucht werden, eine Wasserabnahmestelle an der Lindenberger Straße durch Herleitung aus dem Wasserwerk der Berliner Stadtsynode zu errichten, Verhandlungen mit der Synode werden eingeleitet. Blumberg. Die Reichsbahndirektion Berlin wird am Bußtag und Totensonntag auch den Verkehr auf der Wriezener Strecke nach und von Blumberg und Ahrensfelde-Friedhof verstärken. Neben den fahrplanmäßigen Zügen werden auf dieser Stecke noch folgende Entlastungszüge eingelegt werden: Nach Blumberg ab Berlin, Wriezener Bahnhof 10.00, 12.55 und 14.36; nach Ahrensfelde-Friedhof ab Wriezener Bahnhof 11.15, 12.38 sowie ab Lichtenberg-Friedhof 14.00 Uhr. In der Gegenrichtung ab Blumberg 11.01, 13.50 und 17.12, ab Ahrensfelde Friedhof 11.57, 13.17 (nur bis Lichtenberg-Friedhof) und 15.56 Uhr. Die Züge halten in beiden Richtungen auf allen Zwischenstationen mit Ausnahme des Bahnhofs Magerviehhof. |
Ahrensfelde. Der Kriegerverein stellte sich am Sonntag dem Winterhilfswerk zur Verfügung. 14 Kyffhäuserkameraden übernahmen die Sammlung der Spenden aus dem Eintopfgericht, um damit die im Allgemeinen stark belasteten Amtswalter der PO. zu entlasten. Der Vereinsvorsitzende konnte dem Amtswalter des WHW. melden, daß nicht nur das Sammelergebnis den Betrag der vorherigen Sammlung um ein Fünftel übertroffen, sondern sich auch neue Freunde opferbereit in die Listen eingetragen haben. Blumberg. Ein Kraftwagenunfall wurde durch den dichten Nebel am Dienstag abend verursacht, der zum Glück noch glimpflich ablief. Ein von Berlin kommender Lastzug mit Vieh stieß am Park auf der Chaussee nach Seefeld mit einem Personenwagen zusammen, dem der Kühler eingedrückt wurde. Personen kamen nicht zu Schaden. |
Blumberg. Der stellvertretende Ortsgruppenleiter Pg. L. hatte am Dienstag die Amtswalter und Leiter der Vereine und Organisationen zu einer Sitzung zusammengerufen. Es wurde die Ausgestaltung der Weihnachtsfeier mit allen Einzelheiten durchgesprochen. Im Anschluß daran fand noch einen Amtswaltersitzung statt. Blumberg. Heim für Jungvolk und BdM. Bisher fanden die Heimabende der HJ. in einem Klassenraum der Schule statt. Es ist nun gelungen, für den BdM. einen Raum im leerstehenden ehemaligen Schloß des Grafen Arnim (jetzt Eigentum der Siedlungsgesellschaft) zu erhalten. Dem Jungvolk hat man einen Raum der Wagenremise als provisorisches Heim eingeräumt. Eine endgültige, günstigere Lösung der Heimfrage für die HJ. ist in nächster Zeit zu erwarten. Blumberg. Notstandsarbeit. Das Wasser der Garten-, Schul- und Schloßstraße wurde in einem offenen Graben durch die Landsberger Straße zum Schleusengraben geführt. Da der Graben dicht neben dem Bürgersteig herführte, bildete er bei Dunkelheit eine Gefahr für die Fußgänger. Die Wassergenossenschaft hat von der Entwässerung des Parks die alten Röhren übrig behalten. Diese werden jetzt in den Graben gelegt, so daß der Graben verschwinden kann. |
Ahrensfelde. Eine Amtswaltersitzung der NSDAP. fand Mittwoch im Parteilokal statt. Nach Ausgabe der Ausweise für politische Leiter gab der Ortsgruppenleiter Pg. K. wichtige Anordnungen von der Kreissitzung in Altlandsberg bekannt. Der nächste Ausbildungsabend der politischen Leiter findet am 5. Dezember, um 20 Uhr, im Parteilokal statt. Auf die am Mittwoch den 12. Dezember im Parteilokal stattfindende Versammlung des NSV. wurde hingewiesen. In dieser Versammlung wird ein Redner der Kreisleitung über das Winterhilfswerk sprechen. - Die NS. Kulturgemeinde in der NS. Gemeinschaft "Kraft durch Freude" veranstaltet am 16. Dezember im Lokal des Pg. D. einen Musikabend unter Mitwirkung der Sängergruppe. Die Musik wird ausgeführt von der Standartenkapelle 208 unter persönlicher Leitung des Musikzugführers Thieme. Blumberg. Die Gemeinderatssitzung am Freitag hatte nur einen Punkt auf der Tagesordnung: Die Bekanntgabe der endgültigen von dem Oberpräsidenten in der Auseinandersetzungsangelegenheit zwischen der Gemeinde Blumberg und der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft erlassenen Leistungsbescheides. Der Einspruch des Kreisausschusses gegen den Leistungsbescheid wurde dadurch zurückgewiesen. Blumberg. Die Gemeindejagd wurde dem bisherigen Pächter Dr. Richter - Berlin für den Rest der laufenden Jagdzeit wieder überlassen. Lindenberg. Der Rentier Albert Salzmann und seine Frau Auguste geb. Iden feierten am Mittwoch in seltener Rüstigkeit da Fest der goldenen Hochzeit. Wir gratulieren dem Jubelpaar, die alte Leser des Niederbarnimer Kreisblattes sind, recht herzlich. |
Blumberg. Der für Freitag angesetzte Ausbildungsdienst für Amtswalter fällt aus. Mehrow. Unsere BdM.-Schar veranstaltete am Sonnabend einen Bunten Abend. Mit ihren Darbietungen erzielten die Mädels einen vollen Erfolg. Der Saal und Nebenraum des Meißnerschen Lokals war bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß der "berühmte Apfel" nicht zur Erde konnte. Die Besucher kamen voll und ganz auf ihre Kosten und kargten auch nicht mit ihrem Beifall. Die Darstellerinnen mußten des öfteren ihre Vorführungen wiederholen. Nach dem humoristischen Teil wurde eine, vom Schein des Adventskranzes bestrahlte, Adventsfeier gehalten. Die als Gast anwesende Ringführerin Else Diederich leitete diese Feier mit einer zu Herzen gehenden Ansprache ein. Ausgefüllt wurde die Adventsfeier mit Gesängen und Weihnachtsspielen der JM. Der Dank der Gäste und Besucher war der Lohn der Darstellerinnen. Ein Beweis dafür, daß Gemeinschaftsgeist zwischen BdM. und der weitaus größten Einwohnerzahl herrscht. Es ist sehr zu bedauern, daß noch immer gegen den BdM. persönliche, meist unsachliche Angriffe gemacht werden. In Zukunft werden wir gegen Unruhestifter strengstens vorgehen. Wer sich gegen den Gemeinschaftsgeist stellt, wird entsprechend behandelt. |
Ahrensfelde. In der am Mittwoch im Parteilokal stattgefundenen Amtswaltersitzung der NSDAP. gab Ortsgruppenleiter Pg. K. wichtige Anordnungen bekannt. Die Sammler zum "Tage der nationalen Solidarität" wurden eingeteilt. Organisationsleiter Pg. A. K. sprach über organisatorische Angelegenheiten. Zu Blockleitern wurden die Pgg. K. B. und E. Z. ernannt. Die Amtswaltersitzung am 12. Dezember fällt infolge der Versammlung der NSV. aus. Die nächste findet am 19. Dezember im Parteilokal um 20 Uhr statt. Ahrensfelde. Der Deutsche Turnerbund Berlin e.V., Gruppe 23 Felsing, Ahrensfelde, veranstaltete sein Wintervergnügen im Lokal des Pg. D.. Nach einer Ansprache des Vereinsvorsitzenden Wolff, in der er auch unserer Volksgenossen an der Saar gedachte, folgten turnerische Vorführungen aller Abteilungen gemeinschaftlich an drei Barren, die infolge der breiten Arbeit und Straffheit außerordentlich gut gefielen. Hunderte Ausübende standen zum Schluß auf der Saalfläche und zeigten neuartige Bodengymnastik. Dann nahm der Dietwart des Vereins, Kulturwart Pg. J., das Wort, um den Wert der Leibesübungen überzeugend darzulegen. - Der Völkische Turnerbund - seine Hochziele sind Rassenreinheit, Volkseinheit, Geistesfreiheit - ist der Träger nationalsozialistischer Anschauung im Reichsbund für Leibesübungen. Vier Sprecher kristallisierten die Sehnsucht der Grenzgänger nach dem Vaterland. Der Chor der 100 Turnenden brachte Worte des Führers über den Wert der Leibesübungen zum Vortrag. In guter Kameradschaft blieben alle Teilnehmer bei frohem Tanze vereint. Blumberg. In der gut besuchten öffentlichen Versammlung der DAF. sprach der Kreisamtsleiter der DAF., Pg. Prochnow, über "Zweck und Ziel der Deutschen Arbeitsfront". Die DAF. bietet ihren Mitgliedern kostenlose Rechtsberatung, Unterstützung bei Krankheit und Invalidität und durch "Kraft und [!] Freude" die Möglichkeit, daß jeder Arbeiter sein Vaterland kennenlernen kann. Die Gliederung erfolgt in der Ortsgruppe nach Fachschaften, wenn 30 Mitglieder eines Fachs vorhanden sind. - In der Besprechung wurden Fragen über Arbeits- und Urlaubszeit, Zugehörigkeit zur Ortsgruppe bei auswärtiger Arbeitsstätte und Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Autobahn geklärt. - Der Ortsgruppenamtsleiter Pg. O. L. bat um Unterstützung bei der Ortsgruppenarbeit und um Eintritt der noch beiseitestehenden Volksgenossen. Im Schlußwort ermahnte Pg. Prochnow die Mitglieder zur gemeinsamen Arbeit wie in einer Familie. |
10485 Mark Sammelergebnis am Tag der nationalen Solidarität im Kreise Niederbarnim In allen Teilen des Kreises Niederbarnim klapperten am Sonnabend nachmittag und abend die Büchsen des deutschen Winterhilfswerks, um in einer einzigartigen Aktion erneut zum Kampf gegen Hunger und Kälte aufzurufen. ...
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Blumberg. Umlegung der Provinzialchaussee. Die Autobahn schneidet westlich von Blumberg die Provinzialchaussee. Diese muß daher höher gelegt werden. Die neue Straße ist nun abgesteckt worden. Sie verläßt die alte Straße am Chausseehaus, führt am Bahnhof vorbei nördlich um Blumberg herum und kommt am Kiez wieder zur alten Straße zurück. Blumberg. Bei der Gemeindejagd wurden am Sonnabend 112 Hasen und 2 Fasanen erlegt. Blumberg. Brocken- und Pfundsammlung. Die Sammlung am Sonntag hat alle Erwartungen übertroffen. Rund 160 Pfundpakete mit Lebensmitteln wurden gegeben; dazu kommen über 1 Zentner Gemüse von den Siedlern. Viel Arbeit wird noch nötig sein, um die zahlreichen Bekleidungsstücke und das Spielzeug zu sichten, damit es verteilt werden kann. Lindenberg. Familiennachrichten. Geboren: Waltraut Zimmermann. Gestorben: Caroline Ebel, geb. Seeger. |
Blumberg. Der NSLB. hielt seine Dezembersitzung im Sturmlokal von Nitz ab. Der Amtsleiter gab die Gaubefehle bekannt; man beschloß, ein Quartett zu bilden und Sprechchöre aufzuführen. Dann hielt Berufskamerad Neubert aus Schwanebeck einen Vortrag über "Volkskundearbeit in der Volksschule". Besonders interessant waren die selbst gesammelten Grabinschriften. Die Ausführungen führten zu einem regen Gedankenaustausch. Pg. S. steht in der Arbeit für die 700-Jahr-Feier des Ortes Blumberg und wird über angewandte Volkskunde des Ortes Blumberg in der Sitzung am 9. Januar sprechen. |
Blumberg. Weihnachtsfeiern. Da wegen Platzmangels eine gemeinsame Weihnachtsfeier von Dorf und Siedlung nicht möglich ist, finden am Sonntag zwei Feiern statt. Am Vormittag um 10 Uhr ist in dem alten Schulraum in der Siedlung eine Feier. NS. Frauenschaft, Frauenhilfe, Amtswalter der Partei und SA werden gemeinsam mit den Siedlern und ihren Kindern die Feier begehen. Nachmittags um 4 Uhr ist im Otteschen Saale die Bescherung im alten Dorfe, zu der alle Volksgenossen eingeladen sind. |
Blumberg. Eine Sitzung der Ortsbauernschaft findet am Sonnabend um 19 Uhr im Ebelschen Saale statt. |
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Ahrensfelde. Der Trupp 1 des SA.-Sturmes 34/208 veranstaltete einen Kameradschaftsabend im Sturmlokal. Im festlich geschmückten Saal herrschte unter den Kameraden guter Gemeinschaftsgeist. Nach humoristischen Vorträgen erfolgte die Ausgabe der von den Kameraden gespendeten Liebesgaben. Bei flotten Märschen und Musikstücken blieben alle Kameraden frohe Stunden vereint. Auch die geladenen Gäste konnten nicht umhin, den guten Kameradschaftsgeist lobend hervorzuheben. Ahrensfelde. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung führte am 1. Weihnachtsfeiertag einen Kameradschaftsabend im Lokal des Pg. D. durch. Nach der Begrüßungsansprache durch Ortsgruppenamtsleiter Pg. H. folgte ein gut gespieltes Theaterstück "Zu Weihnachten im Arrest". Der BDM. half durch Tänze und Spiele den Abend verschönen. Froher Kameradschaftsgeist hielt alle Teilnehmer bis zur Polizeistunde zusammen. |
Blumberg. Ortsbauernführer Pg. W. G. hatte die Bauern zu einer Sitzung eingeladen, um die 10 Gebote der Erzeugungsschlacht mit ihnen zu besprechen. Ueber die Notwendigkeit der Produktionssteigerung waren alle einig, doch wurde vor einseitigen Experimenten gewarnt. Pg. P. hat vor einem Jahre eine Zahlstelle einer Bank in Blumberg eröffnet. Ausgehend von der Pflicht, jeden Pfennig der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen, erklärte Pg. P. in seinem kurzen Vortrage die Vorteile eines Bankkontos. Durch die neuen strengen Bankgesetze ist auch die Sicherheit des eingelegten Geldes garantiert. - Pg. G. ermahnte die Mitglieder zur pünktlichen Bezahlung der Milchausgleichspfennige. Ungerechtigkeiten sollen durch monatliche Angaben der Milcherträge beseitigt werden. Wegen des Baues der Reichsautobahn geben verschiedene Besitzer größere Landstücke ab. Die Erbhofbauern werden darauf hingewiesen, daß sie dafür anderes Land bekommen. - Die Siedler brachten nun ihre Klagen gegen die Siedlungsgesellschaft vor. Unter der marxistischen Regierung hat man nichtexistenzfähige Siedlerstellen geschaffen. Die kleineren Siedler kommen bei der geringen Morgenzahl und dem teilweise schlechten Boden (man hat ihnen abgeholzte Waldstücke, die man früher als nicht anbaufähig aufgeforstet hat, als Ackerland zugeteilt) nicht zurecht. Der Ortsbauernführer versprach, soweit es möglich ist, zu helfen. |
Bekanntmachung Zu verkaufen: Eine Jagdflinte und eine goldene Herrenuhr mit goldener Kette. Angebote, evtl. nach vorheriger Besichtigung im Gemeindebüro, bitte ich bis zum 10. Januar bei mir abzugeben. Hönow, den 2. Januar 1935 Der Gemeindeschulze |
Blumberg. Bevölkerungsbewegung. Im vergangenen Jahre fanden 22 Eheschließungen statt. Geburten sind 32 zu verzeichnen, Im Gegensatz dazu eine sehr geringe Zahl von Todesfällen, nämlich nur 6. Die Einwohnerzahl betrug am 10. Oktober 1604. |
Der Ring der Reichsautobahnen um Berlin 190 Kilometer Umgehungsstrecke / Im Norden und Osten folgt sie der Weichbildgrenze Berlins / 200 neue Brücken bis einen Kilometer Länge Das Januarheft der Zeitschrift "Die Autobahn" widmet einen erheblichen Teil seines Inhalts dem Problem "Großstädte und Auto" und beschäftigt sich dabei auch eingehend mit dem Ring von Reichsautobahnen, der Berlin umschließen wird. Den Aufsätzen des W. H. Blöcker, geschäftsführendem Vorstand der "Gezuvor" (Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen) entnehmen wir die nachfolgenden Ausführungen. Im Gesamtbild des deutschen Reichsautobahnnetzes ist die Reichshauptstadt nur anscheinend ein Mittelpunkt, von dem 8 Reichsautobahnlinien ausgehen. In Wirklichkeit ist Berlin zwar ein Gebiet, daß einerseits günstig an die Reichsautobahnen angeschlossen werden muß, andererseits aber für den durchgehenden Nord-Süd-, West-Ost- und Diagonalverkehr kein Hindernis bedeuten darf. Bei der Planung galt es also, unter Berücksichtigung eines guten Anschlusses der Vier-Millionen-Stadt für die großen Fernverbindungen keinen Mittelpunkt zu schaffen, sondern einen ungehinderten Durchgangsverkehr nach allen Richtungen
zu ermöglichen. Bei der Vorplanung der Linienführung waren ausschlaggebend die bisherige und künftige Bedeutung der Wirtschaftsräume, Siedlungen und Siedlungsvorhaben, der zweckmäßige Anschluß und die Kreuzung der anderen Verkehrswege, ein günstiger Anschluß der Industriereviere und die Erschließung neuer Gebiete. Für den Autobahnring um Berlin sind eine große Anzahl von Trassen untersucht worden. Das Ergebnis führte zu dem Vorschlag einer Linienführung, die im weiten Umkreis um den Stadtkern herum im Norden, Osten und Westen ungefähr der Weichbildgrenze Groß-Berlins folgt und im Südwesten und Süden die Orte Werder, Caputh, Potsdam und Nowawes und die nördlichen Teile des Kreises Teltow ungefähr bis zur Höhe von Königswusterhausen mit zu umschließen. Die ganze Strecke des Berliner Rings beträgt etwa 190 Kilometer. Die Wahl der Linienführung auf einzelnen Streckenteilen, so im Osten bei Kalkberge und Königswusterhausen, im Westen bei Phöben und Marquardt und im Nordwesten bei Hennigsdorf, war durch die geologischen Verhältnisse nicht ganz einfach. Der Reichsautobahnring erfordert eine große Anzahl von Bauwerken.
Viele Wasserläufe sind zu überbrücken, so besonders im Westen der Plessower See und der kleine Zernsee und im Osten bei Königswusterhausen und Kalkberge. Weitere Bauwerke bedingen die Kreuzungen mit der Reichsbahn. Im ganzen entstehen auf dem Berliner Ring an den Kreuzungspunkten mit der Reichsbahn 18 Bauwerke, von denen das Bauwerk bei Staaken das größte sein wird. Der nach langen Verhandlungen nunmehr endgültig beschlossene Ring zeigt einen wohltuend einfachen Fluß. Gleich günstig für den Fahrer, der an Berlin vorbeistrebt, wie für den Berliner selbst. Nicht leicht war es, die Interessen von Potsdam, das mit in den Berliner Ring eingeschlossen ist, zu wahren. Während die anderen Großstädte Deutschlands im allgemeinen von einer, zwei oder drei Autobahnlinien berührt werden, laufen in Berlin, dem Herzen des Reiches, nicht weniger als acht Linien aus allen Teilen Deutschlands
strahlenförmig zusammen. Es sind dies die Strecken Hamburg-Berlin, Rostock-Berlin, Stettin-Berlin, Frankfurt a. O.-Berlin, Breslau-Berlin, Dresden-Berlin, Halle-Leipzig-Berlin und Hannover-Berlin. Eine Zusammenfassung dieser Linien ist nur durch die Anordnung eines besonderen Verteilers wie ihn der Berliner Ring darstellt, möglich. Dieser Ring gibt dem Durchgangsverkehr die Möglichkeit zur schnellen Weiterfahrt, ohne das überlastete Straßennetz der Stadt Berlin selbst zu beanspruchen. Der Berliner Ring wird mindestens 150 bis 250 Brücken aufweisen, unter denen mehrere Bauwerke über 1 Kilometer Länge erreichen werden. Die Bauarbeiten am Berliner Ring, die auch im Hinblick auf die Entlastung des Berliner Arbeitsmarktes von größter Bedeutung sind, wurden im Juli vorigen Jahres in Angriff genommen und zwar zugleich am Ostabschnitt, der gegen Jahresschluß auf der ganzen Strecke von Blumberg bis zur Abzweigung der Frankfurter Linie
im Bau war; auf dem Westabschnitt sind die Entwurfsarbeiten soweit gediehen, daß im Frühjahr die Bauarbeiten in vollem Umfange aufgenommen werden können. Auf der Nord- und Südstrecke sind die Bauarbeiten zunächst noch zurückgestellt. Während die ersten Teilstrecken des Ringes im Osten bereits im Jahre 1936 fahrbereit sein werden, wird die vollkommene Schließung des Berliner Ringes noch einige Jahre auf sich warten lassen. Ist der Ring aber geschlossen, so kann der Verkehr des großen deutschen Autobahnnetzes zur Reichshauptstadt hineinfluten und gleichzeitig aus der Reichshauptsstadt in das Reich zurückströmen. Für das Gesamtstraßennetz Berlins wird dieser Zeitpunkt eine entscheidende Wende bedeuten. |
Ahrensfelde. Der Krieger- und Landwehrverein hielt beim Kameraden Müller die Jahresversammlung ab. Der Vereinsführer, Kamerad Alfred Krüger, beglückwünschte zunächst alle Kameraden zum Jahreswechsel und gedachte dann der Kameraden, die im vergangenen Jahr zur großen Armee abberufen worden sind. Nach Ernennung des Beirats, wurde der Kassenbericht erstattet und die geübte Sparsamkeit dankbar anerkannt. Danach erfolgte die Aufnahme 5 neuer Mitglieder. |
Blumberg. Bücherei. Seit dem 21. März besteht in Blumberg eine Volksbücherei. Am Montag war eine Sitzung des Kuratoriums zwecks Erstattung des Jahresberichtes. Ausgeliehen waren seit Bestehen 365 Bände, das sind 220 Prozent. Trotz der geringen Leihgebühr von 5 Pf je Buch betragen die Einnahmen 23,80 RM. Diesen stehen nur 0,25 Pf. Ausgaben gegenüber. Es wurde beschlossen, für 40 RM. neue Bücher zu beschaffen. 20 RM. davon gibt die Gemeinde zu. Die Bücherei wird also den Wunsch nach neuer Lektüre befriedigen können. Die Benutzung ist nur zu empfehlen. |
Ahrensfelde. Luftschutzlehrgang. Am Montag beginnt wieder ein Luftschutzkursus. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen, welche bis jetzt noch nicht an einem derartigen Lehrgang teilgenommen haben, werden ersucht, sich zu beteiligen. Der Kursus dauert 5 Abende und findet jeden Montag, abends 8 Uhr im Parteilokal Müller statt. |
Blumberg. Tagung des NSLB. Die Ortsgruppe Blumberg des NSLB. hielt ihre Tagung im Parteilokal ab. Da die Ortsgruppe in der Volkskundearbeit steht, brachte Pg. S. Volkskundliches aus Blumberg. Der Vortrag begann mit der Besichtigung der Kirche. Nach der Kirchenbesichtigung erzählte der Vortragende noch manches aus der Geschichte des Ortes und von den Besitzern des Rittergutes Blumberg. Für die nächste Sitzung am 8. Februar werden die Berufskameraden gebeten, die Flurnamen ihrer Gemeinde zu sammeln, desgleichen noch vorhandene Gebräuche festzustellen. |
Bekanntmachung Säuglingsfürsorge und Mütterberatung am Montag den 14. Januar 1935 nachmittags 3-4 Uhr, in der alten Schulklasse. Hönow, den 11. Januar 1935 Der Gemeindeschulze |
Blumberg. Autounfall. Auf der Straße Blumberg-Ahrensfelde kam infolge Glätte ein Berliner Wagen ins Schleudern und schlug gegen einen Baum. Trotzdem der Wagen vollständig eingedrückt wurde, kamen die Insassen ohne Verletzungen davon. |
Süd-Niederbarnim dankt den Brüdern an der Saar [zum Ergebnis der Saarabstimmung zur Rückgliederung des Saargebietes] Eindrucksvolle Kundgebung an allen Orten ... In Blumberg versammelten sich die Volksgenossen auf dem Berliner Platz, wo Ortsgruppenleiter L. sich mit einer Ansprache an die Blumberger wandte. Im Anschluß an seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen setzte sich ein großer Fackelzug in Bewegung, der unter Vorantritt des Spielmannszuges durch das Dorf marschierte. Nach strammen Vorbeimarsch am Gefallenen-Denkmal löste sich der Zug auf dem Schulplatz auf. Ein Dankgottesdienst in der Kirche bildete den würdigen Ausklang der Feier. ... |
Blumberg. Monatsversammlung der DAF. Die Deutsche Arbeitsfront hielt im Lokal Ebel ihre Monatsversammlung ab. ... Zum Ortswart der NSG. "Kraft durch Freude" wurde Pg. P. S. bestimmt. Pg. S. erklärte in kurzen Worten diese segensreiche Einrichtung. Am 30. Januar findet abends 8 Uhr im Saal von Max Otte die Fahnenweihe sowie ein deutscher Abend der hiesigen DAF.-Ortsgruppe statt. Der Kreisamtsleiter der DAF., Prochnow, wird die Fahnenweihe vornehmen. Zum Fahnenträger wurde Pg. E. B. bestimmt. ... |
Blumberg. Autounfall. Infolge Glätte kam in der Kurve am Schloßpark ein von Seefeld kommender Dreiradlieferwagen ins Schleudern. Er kippte um, und der Inhalt des Wagenkastens ergoß sich auf die Straße. Da der Wagen Heringe, Rollmöpse usw. in Schüsseln enthielt, die beim Unfall in Scherben gingen, hat der Besitzer beträchtlichen Schaden erlitten. Blumberg. Wasserrohrbruch im unbewohntem Haus: Am Freitag wurde die Feuerwehr zur Elisenauer Siedlung gerufen. Ein Haus in der Börnicker Straße ist zurzeit unbewohnt. Infolge der Kälte platze ein Wasserrohr. Der Schaden wurde erst entdeckt, als der Nachbar das Wasser aus dem Hause laufen sah. die Feuerwehr mußte den Keller leerpumpen. |
Eiche. Das Stiftungsfest des Landwehrvereins Eiche bot diesmal ein besonders gelungenes Programm. Nach der Begrüßungsansprache des Vereinsleiters folgte ein Prolog: "Ein Mahnaufruf Friedrichs des Großen an das deutsche Volk". Hierauf sang Franz Pesalla rheinische Lieder. Die Soubrette Käte Selna und der Komiker Curt Henning lösten wahre Lachsalven aus, ebenso der Sketch "Wir zahlen keine Miete". Allseitig war das Urteil: "Einen so gemütlichen Abend haben wir lange nicht gehabt!" |
Blumberg. Die nächste Ortsgruppenversammlung findet am Sonnabend den 26. Januar bei Nitze statt. - Das für so den 26. Januar gemeldete Wintervergnügen des Kriegervereins ist verlegt worden. Der neue Termin steht noch nicht fest. |
Jahresjagdscheine Gemäß den Ausführungsbestimmungen zum § 29 des Preuß. Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 ... gebe ich nachstehend die Namen der Inhaber der im November und Dezember 1934 ausgestellten Jagdscheine [397-461] bekannt:: 401. Kuhlwein von Rathenow, Karl Heinz, Mehrow 430. Kuhlwein von Rathenow, Karl-Heinz, Mehrow [nochmal!] |
Blumberg. Ortsgruppenversammlung der NSDAP. Ortsgruppenleiter Pg. G. L. eröffnete die Sitzung und beklagte den immer noch ungenügenden Besuch der Versammlungen. Eine ganze Anzahl neuer Mitgliedskarten und ein Mitgliedsbuch wurden verteilt und die Mitglieder auf den Führer verpflichtet. Zur Pressefrage stellte Pg. L. mit Bedauern fest, daß die NS. Presse sogar von Parteigenossen zu wenig gelesen wird. In den nächsten Tagen wird eine neue Werbeaktion einsetzen. - Da noch nicht alle Frauen der Parteigenossen der NS. Frauenschaft angehören, bittet der Ortsgruppenleiter, daß die noch fehlenden bald ihren Eintritt erklären. Zur Ausbildung der Amtswalter sprach Pg. W.; am 1. und 20. Februar sind die nächsten Schulungsabende der Amtswalter. Nach Verlesung der wichtigsten Gaubefehle gab Pg. G. W. die neuen Beitragssätze bekannt. Der Beauftragte für das WHW., Pg. L., ging mit den Kritikastern ins Gericht, die das WHW. ausnützen und dann noch nörgeln. Was im WHW. geleistet wird, zeigten die Zahlen, die uns Pg. L. nannte. Frau Pgn. L. bat um Beachtung der Sprechzeiten im WHW. am Freitag von 3 bis 5 Uhr, da sie jetzt durch die Antragsteller zu allen möglichen Zeiten gestört wird. Auf den "Deutschen Abend" des Stützpunktes Löhme und auf die Fahnenweihe der DAF am Mittwoch den 30. Januar bei Otte wird hingewiesen. Da die Zeit schon weit fortgeschritten war, konnte Pg. S. seinen Vortrag über die Geschichte des Hakenkreuzes nur sehr kurz fassen. Mit dem Wunsche, daß dieses Zeichen uns zum vollen Siege führen möge, schloß der Vortragende seine Ausführungen. Blumberg. Morgen abend spricht im Rahmen des Schulungslehrganges der Ortsgruppe Blumberg des RLV. die einzige Referentin im Präsidium, Frau von Willich. Da die Vortragende besonders die Bedeutung der Frau im Luftschutz behandeln wird, werden alle Frauen und Mädchen zum Vortrag eingeladen. Eintritt frei. Beginn 8 Uhr bei Nitze. |
Mehrow. Unsere Freiwillige Feuerwehr feierte ihr erstes Stiftungsfest. Die Kameraden der Wehr mit ihren Angehörigen, Abordnungen der Nachbarwehren und Einwohnern unserer Gemeinde waren zahlreich vertreten. Außerdem waren der Ehrenbrandmeister Schäfer und Vertreter der Ortsbehörden erschienen. Nach einem von Frau Pose vorgetragenen Prolog begrüßte Brandmeister Müller die Kameraden und Gäste. Danach schilderte Kam. Schäfer die Gründung und Entwicklung der Wehr bis zum heutigen Tage. Dann folgten Theaterstücke und etliche Kouplets. Auch wurde eine sehr gut gestiftete Tombola verlost. Ein gemütlicher Tanz hielt die Festteilnehmer in froher Geselligkeit noch einige Stunden beisammen. |
Blumberg [?]. Nachtübung der Hitler-Jugend! Um die vom Winterschlafe verrosteten Knochen wieder zu ölen, veranstaltete die Gefolgschaft 1/II/196 der HJ. eine Nachtübung. Angetreten 22 Uhr in Blumberg, Abmarsch 22.30 Uhr. über Krummensee, Seefeld und Löhme führte der Angriffsweg, um Löhme, das vom Gegner besetzt war, einzunehmen. Pünktlich trafen die Angreifer ein, und der Kampf tobte in den Straßen Löhmes und entschied sich zugunsten der angreifenden Partei, die in der übermacht war. Die Führer verbrachten des Rest der Nacht auf einem Strohlager in Blumberg und nahmen am nächsten Morgen an einer Führertagung des Unterbannes II/196 teil. |
Arbeitsreiche Feuerwehr-Dienstversammlung Die neue Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren. Der Landrat des Kreises Niederbarnim hatte für die Ortspolizeibehörden und Feuerwehren des Kreises eine Feuerwehr-Dienstversammlung auf Dienstag den 29. Januar im Sitzungssaal des Landratsamtes anberaumt. ... Von besonderer Bedeutung war die Teilnahme des Provinzialfeuerwehrführers, des Landesbranddirektors Gaedicke, und seines Adjutanten, des Branddirektors Lehmann. Aus dem Landratsamte waren erschienen Landrat Dr. M. Weiß, sein Stellvertreter, Regierungsrat Jacobi, der Feuerwehrdezernent, Regierungsassessor Dr. Zenke, Kreisbrandinspektor Graß, der Vertreter der Kreisdirektion der Feuersozietät, Rentsch, und der Gendarmerieinspektor Hinzmann. ... Bei der Besprechung der neuen Dienstvorschrift, die jetzt überall eingeführt ist, wurden die Fragen der Sicherheitswachen bei Kostümfesten, das Auftreten der Feuerwehrkapellen und die Grußpflicht berührt. Wichtig sind, so wurde des weiteren hervorgehoben, die Sicherungsmaßnahmen für den Straßenverkehr bei Bränden und Alarmübungen, die grundsätzlich Sache der Polizei sind, bei denen aber die Feuerwehr mitwirkt. Zu dem Punkte der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Gendarmerie nahm auch der Gendarmerieinspektor das Wort, der Teilnahme der Feuerwehr an polizeilichen Dienstversammlungen wünschte. Von Bedeutung war noch der Hinweis auf die Sicherstellung der Löschwasserversorgung, d.h. auf den Schutz der Hydranten, Feuerlöschbrunnen und Brunnenständer der Zisternen gegen Frostgefahr, sowie auf die Pflege der Feuerwehrgeräte im Winterhalbjahr. Die Schaffung ausreichender, von der Ortswasserleitung unabhängiger Löschwasserstellen gehört zu den vordringlichen Aufgaben der Feuerwehren. ... Zu den Richtlinien für die Aufstellung des Haushaltsplanes der örtlichen Feuerwehrabteilungen innerhalb des Gemeindehaushaltsplanes verbreitet sich Regierungsrat Jacobi über die Aufbringung der Mittel zur Finanzierung des Feuerlöschwesens, und schlug vor, in den einzelnen größeren Gemeinden Fördervereinigungen zu bilden, die dann einen Teil der Gelder aufzubringen hätten. Im übrigen hat in den Haushaltsplänen Sparsamkeit zu herrschen, wenngleich die erforderlichen Geräte zu beschaffen sind. Verfügungen des Regierungspräsidenten über die Normung im Feuerwehrwesen, die auch im Kreise Niederbarnim weitergeführt wird, sowie über die Prüfung der örtlichen Wehren durch den Provinzial- oder Kreisfeuerwehrführer wurden bekanntgegeben. Der Provinzialfeuerwehrführer erklärte dazu, daß er überall dort wo es nottue, selbst nach dem Rechten sehen werde. Feuerwehrführer kann nur der werden, der die vorgeschriebene Prüfung in Bahrensdorf bestanden hat. Auch die Feuerwehrgasschutzlehrgänge bei der Auer-Gesellschaft in Oranienburg werden fortgesetzt. Das Verhältnis der Feuerwehr zur SA und SS ist noch nicht völlig geklärt; die Klärung wird im Zuge es Neuaufbaues der SA. erfolgen. ... Provinzialfeuerwehrführer Gaedicke faßte zum Schluß das Ergebnis der einzelnen Punkte der Tagesordnung zusammen und erläuterte es an Hand seiner Kenntnisse und Erfahrungen. Er betonte die neue Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen, wies auf die Zusammenarbeit der Feuerwehr mit dem Arbeitsdienst hin und verlangte, daß die Wehren überall die ihnen zukommende Stellung behaupten sollten. Innerhalb der Wehren gelte es, den Geist der Kameradschaft zu pflegen. Ein Wort des Dankes an alle Erschienenen und Mitarbeiter fand dann Regierungsrat Jacobi, der auch noch einmal auf die günstigen Ergebnisse der Besichtigungen und Uebungen im Kreise Niederbarnim hinwies. ... |
Propst Lörzer weiht die neue Glocke Altlandsberg, 2. Februar. Zur Glockenweihe unserer Schloßkirche wird der Propst unserer Kurmark, Loerze selbst herkommen und die Weihe vollziehen. Es werden nochmals sämtliche Einwohner zur Teilnahme an diesem denkwürdigen Ereignis eingeladen. |
Blumberg. Verleihung von Ehrenkreuzen. Nachdem der Amtsvorsteher Fischer schon vor einiger Zeit sein Ehrenkreuz empfangen hat, konnten gestern die ersten 38 Ehrenkreuze, darunter 3 für Kriegsteilnehmer, die übrigen für Frontkämpfer an Blumberger Einwohner verteilt werden. Blumberg. Zum Schulungsabend der RLB. waren außer den Kursusteilnehmern zahlreiche Gäste erschienen. Besonders die Frauen waren auch aus den Nachbardörfern gekommen, denn es sollte Frau von Willich über "Die Frau im Luftschutz" sprechen. Leider war die Rednerin erkrankt. Die Anwesenden kamen jedoch trotzdem auf ihre Kosten, denn die Reichsluftschutzschule hatte Vg. Wunner entsandt, der die Zuhörerinnen so zu packen wußte, daß wohl niemand enttäuscht nach Hause ging. Ausgehend von der Notwendigkeit und Möglichkeit wirksamen Luftschutzes behandelte der Redner die besonderen Aufgaben der Frau auf diesem Gebiet. Fragen aus dem Zuhörerkreis bewiesen die Notwendigkeit der Ausbildung der Frau. Da gerade auf dem Lande noch viele Fragen zu klären sind, will die Ortsgruppe ein Preisausschreiben veranstalten, um aus der Praxis Vorschläge über Luftschutz zu erhalten, die dann dem Präsidium zugeleitet werden sollen. Blumberg. Lautsprecherwagen des Reichsnährstandes. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde die Bevölkerung auf den Berliner Platz gelockt. Ein Lautsprecherwagen des Reichsnährstandes brachte Reden zur Erzeugungsschlacht, untermischt mit Gesängen und aufklärenden Zwiegesprächen. |
Ausbau des Sanitätswesens im Niederbarnim Organisation ähnlich der Feuerwehr / Jeder Amtsbezirk soll eine Kolonne haben / Wünsche und Klagen ... |
Eiche. Nach einjährigem Bestehen beging die Freiwillige Feuerwehr ihr Stiftungsfest, bei dem der zahlreiche Besuch zeigte, welches Interesse alle hiesigen Kreise der Feuerwehr entgegenbringen. Nachdem Brandmeister Seelisch die Anwesenden begrüßt hatte, überreichte er dem Ausbildner [!] der Wehr, Oberbrandmeister Schäfer, als Zeichen der Anerkennung eine Ehrenurkunde und ein gerahmtes Gruppenbild sämtlicher Mitglieder der Wehr. Kamerad Lindemann sprach den Prolog. Die beiden Einakter "Die Zukunftsfeuerwehr" und "Ede und Lude bei der Feuerwehr" fanden allseitigen Beifall. Der darauf folgende Ball sorgte für weitere frohe Stimmung. Auch die hier übliche Verlosung von gestifteten Gegenständen fehlte nicht. |
Blumberg. Einbrecher am Werk! Nachts stahl ein Einbrecher aus dem Stall des Siedlers Müller ein Rad. Er fuhr bis zum Bahnhof. Dort brach er einen verschlossenen Stall des Bahnbeamten Jacob auf und entwendete auch hier ein Rad. Das zuerst gestohlene Fahrrad ließ er, weil das zweite besser war, im Graben liegen. Es konnte dem bestohlenen Siedler zurückgegeben werden. In derselben Nacht wurde auch im Bahnhofslokal eingebrochen und Rauchwaren und Spirituosen erbeutet. Man nimmt an, daß es sich um denselben Einbrecher handelt. |
Eine neue Ferngesprächsart R-Gespräche ... |
Blumberg. Verpflichtung der Amtswalter im RLB. Zum Schluß des zuende gehenden Lehrganges des RLB. fand die feierliche Verpflichtung und Vereidigung der Luftschutzhauswarte, Blockwarte und übrigen Amtswalter des RLB. statt. Erschienen waren dazu Vertreter aller Formationen im Orte. Nach dem Einzug der Fahnen und dem Gesang des Chorals "Ein feste Burg" sprach Pastor Heinzel über die religiöse Pflicht, sich dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen. Amtsvorsteher Fischer zeigte die nationale Pflicht zur Verteidigung und nahm die Verpflichtung vor. ... |
Ahrensfelde. Eine Filmvorführung der Landesfilmstelle der NSDAP. fand am Montag statt. Es wurden folgende Filme gespielt. "Unser Führer" und "Tannenberg". Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Ahrensfelde. Eine Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr fand am Sonnabend im Lokal Müller statt. Nach Erledigung der einzelnen Punkte erstattete Oberbrandmeister Krüger Bericht über die im Landratsamt am 29. Januar stattgefundene Dienstversammlung. Er hob besonders die Theatersicherheitswachen, Grußpflicht gegenüber der Polizei und Unterstützung des Luftschutzes hervor. Unfallrentenempfänger und Kriegsbeschädigte sind als Feuerwehrmänner aufzunehmen, ganz besonders wird Wert auf die Teilnahme an den in Oranienburg stattfindenden Gasschutzlehrgängen gelegt. Nach der Dienstversammlung fand noch eine Instruktionsstunde statt. Brandmeister Grube instruierte über die Gefahren der Elektrizität bei der Feuerbekämpfung. Ahrensfelde. Die Freiwillige Feuerwehr, stellte sich am Sonntag in den Dienst der Winterhilfe und sammelte Eintopfgerichtspenden. Es wurden 114,90 RM einkassiert. |
Blumberg. Februarsitzung des NSLB. Der NSLB. hielt seine Februarsitzung bei Nitz[e] ab. Nachdem eingangs der Amtsleiter die letzten Gaubefehle vorgelesen und die Kurmarkbücher verteilt hatte, berichteten die Amtswalter von der letzten Gautagung in Berlin. Danach sprach Pg. W. - Lindenberg über "Geopolitik". Er setzte auseinander, was Geopolitik ist, nämlich die Lehre von der Erdgebundenheit politischer Vorgänge, und erörterte die Notwendigkeit des geopolitischen Unterrichts in der Oberstufe der Volksschule. Damit soll kein neues Fach einziehen, sondern es wird nur die geopolitische Durchdringung des Erdkunde- und Geschichtsunterrichts gefordert. Letzter Sinn aller geopolitischer Arbeit ist die Erziehung zum Heldischen, zum vorwärtsdringenden Raumwissen, zum nationalen Bewußtsein und zur völkischen Dienstbereitschaft. Daran schloß sich die Erörterung einiger geopolitischer Fragen [an]. Im Anschluß an den 30. Januar läßt sich aufweisen, welche Hindernisse uns die Natur allein bereitete auf unserem Weg zur Reichseinheit, wie Frankreich und England von dem Aufbau ihres Landes begünstigt sind und früher zur Reichseinheit kamen. Die Folge unserer staatlichen Zersplitterung haben wir im Laufe der Entwicklung mehr als einmal gespürt. Wenn das die Kinder erkennen, dann ist es nur ein kleiner Schritt zu dem unbedingten Wollen, die uns vom Führer erkämpfte Reichseinheit zu bewahren und ihm zu folgen. |
Blumberg. Zur Vereidigung in den Pharussälen mußten aus dem Bereich unserer Ortsgruppe nach Berlin von der PO. 8, von der DAF. 8, von der NSV. 2, von der NS. Frauenschaft 2 und vom BDM. 2, also 22 Amtsleiter und Amtsleiterinnen. - Die für Mittwoch den 27. Februar angesetzte Ortsgruppensitzung fällt wegen der Saarfeier am Freitag aus. Blumberg. Horst-Wessel-Gedenkstunde. Revolution! so leuchtete es in großen Buchstaben von der Bühne, dröhnte es aus den Trommeln, klang es aus den Sprechchören der HJ., die zu einer Feierstunde in den Nitzeschen Saale eingeladen hatte. ... |
Blumberg. Feier des 1. März. Die Leiter der NSDAP. sowie der angeschlossenen Verbände und Vereine hatten bei Nitze eine Zusammenkunft, um über die Ausgestaltung des 1. März zu beraten. Es wurde beschlossen, den Fackelzug nach den Ansprachen aus Saarbrücken, die die Verbände in den Lokalen gemeinsam hören, zu legen. Der Zug löst sich am Bahnhof auf, wo ein Feuer abgebrannt wird. Die Verbände versammeln sich um 7,45 Uhr in ihren Lokalen; Volksgenossen, die kein Radiogerät besitzen, können dort die Rede gleichfalls hören. Um Beteiligung aller Volksgenossen am Fackelzug wird gebeten. Blumberg. Endgültige Auseinandersetzung zwischen Gemeinde und Siedlungsgesellschaft. Am Dienstag fand eine wichtige Sitzung im Gemeindedienstzimmer statt. Vertreter des Kulturamtes, der Siedlungsgesellschaft, der Gemeinde, Kirche und Schule, sowie der Kirche Börnicke waren erschienen zwecks Uebergabe der Dotation im Leistungsbescheid als Entschädigung für die öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen, die der Siedlungsgesellschaft durch Aufsiedlung des Gutes der Gemeinde gegenüber entstanden sind. |
Mehrow. In körperlicher und geistiger Frische feiert heute die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Göbel, ihren 90. Geburtstag. Wir gratulieren recht herzlich. |
Blumberg. Kreisleiter Heermann spricht! Die für Donnerstag den 24. März festgesetzte Amtsleitersitzung findet erst am Freitag, den 15. März statt. Die Monatsversammlung der DAF. am Freitag den 15. März fällt aus, ebenso die für Sonnabend den 16. März festgesetzte Sitzung des Reichsnährstandes, die auf den nächsten Sonnabend, den 23. März verlegt ist. Am Dienstag den 19. März, abends 8 Uhr, ist im Lokal Nitze eine Sitzung der PO. und aller angeschlossenen Organisationen. Es spricht Kreisleiter Heermann. |
Blumberg. Gemeinderatssitzung. An Donnerstag fand im Gemeindezimmer eine Sitzung der Gemeinderäte statt. Eine reichhaltige Tagesordnung wurde durchgearbeitet. 1. Punkt: Vorbesprechung der Haushaltssatzung nebst Anlagen für das Rechnungsjahr 1935. Der Haushalt stellt sich trotz der Erwerblosen etwas günstiger, ein Zeichen, daß sich die Besserung der Wirtschaftslage auch in der Gemeinde auszuwirken beginnt. 2. Bekanntgabe der Ergebnisse in der endgültigen Auseinandersetzung mit der Gemeinnützigen Treuhandsiedlungsgesellschaft. Die Gemeinde erhält nach dem Leistungsbescheid die Schloßmeisterei, ein Arbeiterhaus, auf dem Gut gelegen, als Armenhaus, ein Gelände an der Birkholzer Grenze zum Sportplatz mit Sand- und Kiesgrube und eine Barentschädigung für Gemeinde und Schule. 3. Besprechung über die Verwertung des vorhin genannten Meistereigrundstückes. Es ist geplant, in diesem Grundstück Räume für die Feuerwehr, Durchwanderer, Raum für den Leichenwagen und einen Sezierraum zu schaffen. Im Wohnhaus sollen außerdem die Amts- und Gemeindebüroräume eingerichtet werden. 4. Die Biersteuerverordnung wurde verlängert, der alte Satz wurde beibehalten. 5. Schaffung von Reklameflächen. Die Gemeinde wird 4 große Flächen freigeben, die von den Geschäftsleuten usw. unentgeltlich genutzt werden können. 6. 2 Siedler der Schloßparksiedlung erhalten den Vorrang für eine erste Hypothek von der Gemeinde eingeräumt. 7. Der Gemeindeschulze beschloß, daß die Angestellten der Gemeindeverwaltung auf Anregung der Aufsichtsbehörde durch Eingruppierung in das Beamtenbesoldungsgesetz ihre Bezüge erhalten. |
Blumberg. Sitzung der Amtsleiter und Warte der PO. Am Freitag waren die Amtsleiter und Zellen- und Bockwarte zu einer Besprechung im Parteilokal Nitze versammelt. Nach der Regelung der kassentechnischen Fragen wurde die Heldenehrung am Sonntag besprochen. Ueber Pressefragen berichtete Pg. S., der eine neue Werbeaktion für die NS. Presse beginnen will. Der stellvertretende Ortsgruppenleiter Pg. G. L. spricht sein Befremden darüber aus, daß selbst von Parteigenossen nicht allgemein die NS. Presse gelesen wird, und verlangt von allen Unterstützung in der Verbreitung der NS. Presse. Die Lieferung der Schulungsbriefe erfolgt sehr unregelmäßig, doch soll in der nächsten Zeit eine Besserung eintreten. Nachdem Pg. W. noch wichtige Gaubefehle verlesen hatte, schloß Pg. L. die Sitzung. |
Ahrensfelde. Der Eintopfsonntag brachte ein Sammelergebnis von 123,65 RM. Die Sammlung erfolgte durch die SA., der Betrag ist um 9,- RM höher als im vorigen Monat. |
Blumberg. Tagung der Bezirksbauernschaft. Der Kreisbauernführer hat die Bauern des Bezirks Bernau zum kommenden Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, nach Blumberg, Gasthaus Ebel, zu einer Tagung eingeladen. Es sprechen: Fachlehrer Hoppenstedt - Luisenhof über Saatenpflege und Saatgutauswahl, Fachlehrer Ehrhardt - Luisenhof über Siedlungsfragen und Assessor Meier - Bode von der Hauptgenossenschaft Kurmark über Beizmittel (mit Film). Die Tagesordnung verspricht eine interessante Sitzung, so daß jedem Bauer der Besuch zu empfehlen ist. |
Blumberg. Sitzung der NS. Frauenschaft. Die NS. Frauenschaft hält am kommenden Dienstag, abends 8 Uhr, im Lokal Nitze eine Versammlung ab. Es spricht Frau F. über "Die Frau im nationalsozialistischen Staate". Frauen und Mädchen sind zu diesem Vortrage herzlich eingeladen. Blumberg. Umbettung. Gestern vormittag fand in feierlicher Form die letzte Umbettung aus der ehemaligen gräflichen Gruft unserer alten Kirche statt. Die letzten Särge wurden gemeinsam in einer Gruft beigesetzt. In den fünf Särgen ruhen die Mitglieder der von Arnim'schen Familie, die früher Besitzer des Gutes Blumberg war. Georg Friedrich, Graf v. Arnim-Zichow, gest. 1881, Friedrich Adolf, Graf v. Arnim-Blumberg, gest. 1871, Friedrich Ludwig, Graf v. Arnim, gest. 1866, Sophie Amalie, Gräfin v. Arnim, gest. 1855, und Antoinette Florentine Amalie Clara, Gräfin v. Arnim, gest. 1846. Auch das Denkmal im Schloßpark, das einem Grafen v. Arnim-Suckow gesetzt worden war, der hier in den Befreiungskriegen 1813 in einem Gefecht gefallen ist, soll einen anderen Platz erhalten. Da der Schloßpark jetzt im Besitz der Siedlungsgesellschaft ist, will man das Denkmal auf dem alten Friedhof aufstellen. |
Tagung der Berzirksbauernschaft Bernau Blumberg, 25. März. Die Tagung der Bezirksbauernschaft am Sonnabend stand im Zeichen der Erzeugungsschlacht. Bezirksbauernführer W. - Lindenberg betonte in seinen einleitenden Worten die Pflicht des Bauern, den Führer in seiner Erzeugungsschlacht zu unterstützen, da der Führer dem Bauern durch die Marktregelung Sicherheit geschaffen habe. Fachlehrer Hoppenstedt - Luisenhof sprach über "Saatenpflege und Saatgutauswahl". Die politische Lage zwingt uns dazu, die Nahrungsfreiheit zu gewinnen. Darum ist die bisher vernachlässigte Grünlandpflege besonders wichtig, da das Grünland uns die Futtermittel gibt, die wir vom Ausland nicht mehr erhalten. Auch auf den Anbau von Flachs, Mohn (für Siedler), Süßlupine und Mais wies der Redner hin und gab Winke für den richtigen Anbau. Fachlehrer Ehrhardt sprach über Siedlungsfragen. Die Rentenhöhe ist für die Siedlerstellen herabgesetzt worden. Diese Rente muß aber gezahlt werden. Das wird den meisten Siedlern sehr schwer fallen. Von den Siedlerberatern und der bäuerlichen Werkschule wird der Siedler zwar unterstützt, aber die Verantwortung für seine Wirtschaft trägt jeder Siedler selbst. Daher muß sich jeder Klarheit darüber verschaffen. An einem ausführlichen Beispiel zeigte der Redner eine Betriebsdurchrechnung. Diese ist unbedingt nötig, damit der Bauer weiß, wo er seinen Betrieb ändern kann. Mit einem Appell an die Siedler und Bauern, sich gegenseitig zu helfen, da beide an gesunden Siedlungsverhältnissen interessiert sind, schloß der Vortragende. Die folgende Besprechung zeigte wieder die besonders in Blumberg so scharf hervortretenden Siedlernöte. Pg. L., der als Leiter des WHW. die Verhältnisse in der Siedlung gut kennt, deutete einen Weg an, auf dem vielleicht ein Teil der Siedlerstellen existenzfähig werden könnte. Assessor Meier - Bode sprach über Schädlingsbekämpfung. An Hand zahlreicher Lichtbilder zeigte der Redner die Krankheiten unserer wichtigsten Kulturpflanzen und gab die Mängel zu ihrer Bekämpfung an. Erschreckend hoch sind die Schäden, die Krankheiten und tierische Schädlinge anrichten, und jeder ist verpflichtet, die Mittel, die uns die Wissenschaft gegeben hat, gegen diese Krankheiten anzuwenden. Durch seine Art des Vortrages und seine drastischen Vergleiche wußte der Vortragende trotz der vorgerückten Zeit die Zuhörer in seinem Bann zu halten, und reicher Beifall lohnte die klaren Ausführungen. In der Besprechung wurde noch besonders auf die Gefährlichkeit des Kornkäfers hingewiesen, der auch im Kreise Niederbarnim schon aufgetreten ist. Um 9,30 Uhr wurde die lange, aber nicht langweilige Sitzung geschlossen. |
Ahrensfelde. Ein Elternabend der Schule fand am Sonnabend im Lokal des Pg. D. statt, das bis auf den letzten Platz gefüllt war. In der Begrüßungsrede hieß Lehrer Lüsch besonders die Saardeutschen herzlich willkommen. Ortsgruppenleiter Pg. R. K. sprach am Schluß der Veranstaltung den beiden Lehrern sowie der Lehrerin seinen Dank aus für das gute Gelingen und für die geleistete Arbeit. Ahrensfelde. Zu einer eindrucksvollen Begrüßungsfeier der sieben Saardeutschen, die zu einem 14tägigen Erholungsurlaub im Ort weilen, versammelten sich am Sonntag abend die Parteigenossen, Vereinsführer und Volksgenossen im Parteilokal. Ortsgruppenleiter Pg. R. K. hieß die Saardeutschen herzlich willkommen. Es sprach dann der Gemeindeschulze und Ortsamtsleiter der NSV. Pg. H.. Nach gemeinsamem Gesang des Saarliedes folgten Begrüßungsansprachen des Truppführers des SA.-Reitersturmes Pg. A., der die Saarländer zu dem am Sonnabend stattfindenden Kameradschaftsabend einlud, des Vereinsführers des Krieger- und Landwehrvereins Pg. A. K., des Oberbrandmeisters der Freiwilligen Feuerwehr, der Führerin des BDM. und des Kulturwarts Pg. J., der als Dietwart des Turnvereins "Felsing" sprach. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes ergriff der Saardeutsche Vg. Michel das Wort und sprach über die Erlebnisse unter der Fremdherrschaft und über die Zeit des Abstimmungskampfes. Anschließend blieben alle bei frohem Tanze vereint. |
Blumberg. Die NS. Frauenschaft hatte Frauen und Mädchen zu einem Vortrag von Frau Franke - Eden eingeladen, die als Thema die Frage stellte: "Wie soll die Frau sein, um mitzubauen am Dritten Reich?". Sie gab einleitend eine Schilderung des Erlebens der Tage von Nürnberg und hob in ihrem Vortrag hervor, daß die deutsche Frau eine Mutter sein soll. Wenn sie keine Mutter sein kann, soll sie eine mütterliche Frau sein. Blumberg. Entlassungen aus der Schule. Morgen werden aus der Blumberger Schule 16 Kinder entlassen: 8 Knaben und 8 Mädchen. Aus der Elisenauer Siedlungsschule werden 7 Kinder entlassen, 4 Knaben und 3 Mädchen. |
Ahrensfelde. Unsere im Ort weilenden Saardeutschen besichtigten am Mittwoch das Schiffshebewerk in Niederfinow unter Führung des Ortsgruppenleiters Pg. K.. Freundlicherweise hatten die Vgg. D. und W. ihre Kraftwagen zur Verfügung gestellt. Das Schiffshebewerk fand bei den Saardeutschen große Bewunderung. Anschließend wurde in Bad Freienwalde Kaffee getrunken. Zufällig trafen die Saarurlauber zu ihrer großen Freude dort noch Saarurlauber aus ihrer Ortschaft. - Die politischen Leiter waren am Mittwoch abend im Parteilokal zu einem Schulungsabend versammelt. Nach Beendigung des Schulungsabends blieb man noch mit den Saardeutschen, die inzwischen von der Besichtigungsfahrt des Schiffshebewerks zurückgekehrt waren, zusammen. Ahrensfelde. Da das Winterhilfswerk 1934/35 mit dem 31. März abschließt, findet am kommenden Sonntag eine Pfundsammlung statt. |
Blumberg. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierte der Rentenempfänger Heinrich Garz mit seiner Ehefrau Ida geb. Thieme. Um 9 Uhr brachte Pastor Heinzel mit seinen Konfirmanden seine Glückwünsche dar. Um 11 Uhr übergab der Gemeindeschulze dem Jubelpaar das Geschenk der Reichsregierung und überbrachte die Glückwünsche des Landrats und der Gemeinde. Nachmittags um 3 Uhr war die Einsegnung in der Kirche. |
Habe laufend Ferkel, Pölke u. Futterschweine abzugeben. Fritz Lenz, Blumberg, Berliner Platz |
*ie Blumberg. Die Feier des 1. Mai wird in folgender Form vor sich gehen: 9.30 Uhr Antreten der Gliederungen der Partei, der Verbände und Vereine in der Bahnhofstraße. Spitze Berliner Platz. Der Umzug endet auf dem Schulplatz. Dort werden BDM. und HJ. Tänze, Lieder und Sprechchöre unter dem Maibaum zeigen. der Zug löst sich dann auf, damit jeder die Uebertragung vom Tempelhofer Feld hören kann. Am Abend ist Tanz in allen drei Sälen. - Für die Ausschmückung der Häuser steht am 30.4. von 4 Uhr ab auf dem Meiereihof Birkengrün zur Verfügung. y Lindenberg. Personalnachrichten: Zum Oberwachtmeister befördert wurde der Wachtmeister der LPG. Göring Leopold Bauer jun. y Lindenberg. Für die kurze Zeit bis zum Semesterbeginn hospitierte mit Erlaubnis des Schulrates an unserer Schule der stud. paed. Schwarzenstein von der Frankfurter Pädagogischen Akademie. y Lindenberg. Der Vortrag des Gendarmerie-Hauptwachtmeisters Schadewald über die neue Verkehrsordnung war nur schwach besucht, was im Hinblick auf die Wichtigkeit zu bedauern ist, denn nun ist auch der Fußgänger eingespannt und nicht mehr bevorrechtet. Wer der Unterweisung fern blieb, hat nun die Möglichkeit, praktisch die neue Straßenordnung zu erlernen, wenn er sie übertritt. Die Ausrede des Nichtkennens gibt es nun nicht mehr. - Anschließend gab der Bürgermeister bekannt, daß der Landrat des Kreises am 14. Mai um 8 Uhr bei Petschel seinen Afrikavortrag hält. Anschließend läuft der Heimatfilm. Kirchliche Nachrichten [gekürzt]: Mittwoch 1. Mai 1935 Evangelischer Gottesdienst: Blumberg: 7,30 Uhr Gottesdienst |
Nachruf Am Freitag den 10. Mai 1935 starb unser hochverehrter Chef, der General-Konsul Herr Paul von Mendelsohn-Bartholdy ... Die Arbeiter und Angestellten des Rittergutes Börnicke |
Blumberg. Ortsgruppensitzung. Vor der Versammlungssperre hatte der Ortsgruppenleiter die Parteigenossen noch einmal zusammengerufen. Pg. S. verlas aus dem Buche Dr. Goebbels "Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" eine Auswahl von Aufzeichnungen, die den Kampf der Partei vom 1. Januar 32 bis 29. Januar 33 (Machtübernahme) zeigte. Auf die Pflicht der Parteigenossen, die NS. Presse zu lesen und zu unterstützen, wurde wieder eindringlich hingewiesen. ... Pg. P. S. und der Ortswart der NS. Gemeinschaft "Kraft durch Freude", teilte[n] mit, daß die Karten für die meisten Reisen ausverkauft seien; für noch mögliche Reisefahrten werden Anmeldungen weiterhin angenommen. Auch sprach Pg. S. über das Gesellenwandern und die Aufgaben des Wanderwartes, zu dem Pg. K. bestimmt ist. Erst in zwölfter Stunde wurde die Sitzung geschlossen. |
Blumberg. Das Sommerfest der Kriegerkameradschaft konnte in diesem Jahre leider nicht in der üblichen Form gefeiert werden, da durch den Bau der Autobahn der Schießstand der Kameradschaft abgebrochen worden war. Da ein neuer Schießstand noch nicht erstellt ist, mußte das Schießen mit der Luftbüchse im Otteschen Garten stattfinden. Begonnen wurde das Fest mit einem Umzug durch das Dorf. Kreisführer Ewig - Weißensee weihte die neue Kyffhäuserfahne. Am Abend spielte die Kapelle zum Tanze auf. Trotz der Hitze war der Saal gedrängt voll. |
Blumberg. Die Arbeiter der Baustelle Mehrow-Blumberg der Reichsautobahn hatten am Sonnabend einen Kameradschaftsabend im Paradiesgarten in Berlin-Biesdorf. Mit den Ueberschüssen der Kantine und einer Spende der ausführenden Firma wurde es ermöglicht, den dort beschäftigten Kameraden Getränke und einen kleinen Imbiß zur Verfügung zu stellen. Bauführer Kindscher hielt eine kurze Rede. Als Vertreter der ausführenden Firma war Baumeister Rath anwesend. Während im Saal eine flotte Musik den Arbeitern und ihren Angehörigen zum Tanz aufspielte, wurden in der Kegelbahn recht ansehnliche Gewinne ausgekegelt. Sehr viel Vergnügen machte die Versteigerung eines Schaflammes, wobei ein Preis erzielt wurde, wie ihn sich jeder Schafzüchter wünscht. Alles verlief in bester Harmonie; und sicher hat dieser Abend dazu beigetragen, die Kameraden und ihre Angehörigen noch näher zu bringen. |
Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt im Lokal Brabender ihre Monatsversammlung ab. Pg. H. gab nach Erledigung von Tagesfragen einige Punkte über den am 4. August in Potsdam stattfindenden Bezirkstag bekannt. Kamerad S. gab einen Bericht von seiner Fahrt mit der NSG. "Kraft durch Freude" an den Rhein. Pg. H. gab Bericht von dem in Guben stattgefundenen Gautag und schloß die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Die nächste Versammlung findet Ende August statt. Ein kameradschaftliches Beisammensein beschloß den Abend. |
Blumberg. Das Ergebnis der Musterung der Jahrgänge 1914 und 1915, die gestern in Altlandsberg stattfand, war sehr günstig. Von den Stellungspflichtigen war nur einer untauglich. Blumberg. Einen Autobahnhof zweiter Klasse wird, wie jetzt feststeht, Blumberg erhalten. Der Teil der alten Chaussee, der durch den Bau der Reichsautobahn und der Umgehungsstraße aus dem Verkehr ausgeschaltet worden war, soll nun als Zufahrtsstraße zur Autobahn dienen. |
Rücktritt des Berliner Polizeipräsidenten Graf Helldorf vorläufig mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt Berlin, 19. Juli Der Polizeipräsident von Berlin, Konteradmiral a.D. von Levetzow, hat den Reichs- und preußischen Minister des Innern, Dr. Frick, um Enthebung von seinem Amt gebeten. Der Reichs- und preußischen Minister des Innern hat bis zur endgültigen Genehmigung durch den Führer und Reichskanzler den Polizeipräsidenten v. Levetzow von seinen Dienstgeschäften entbunden und mit ihrer vorläufigen Wahrnehmung mit sofortiger Wirkung den Polizeipräsidenten von Potsdam, SA-Gruppenführer Graf Helldorf, betraut. In Verfolg dieser Neuernennung fand Freitag mittag eine Besprechung statt, an der mit Reichsminister Gauleiter Dr. Goebbels, der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert, Generalleutnant der Landespolizei, Daluege, der stellvertretende Gauleiter Görlitzer, Polizeipräsident SA.-Gruppenführer Helldorf und SA.-Gruppenführer Uhland teilnahmen. In dieser Besprechung wurden die Richtlinien festgelegt, nach denen in Zukunft in planvoller Zusammenarbeit zwischen politischer Gauleitung, SA.-Führung, Polizei und Stadtverwaltung der Kampf um die Säuberung der Reichshauptstadt vom kommunistischen Zersetzungsversuchen, reaktionären Treibereien und bolschewistisch-jüdische Anmaßung weitergeführt werden soll. Die Besprechung ergab eine vollkommene Uebereinstimmung, die die Gewähr bieten wird, daß auch in Zukunft der Charakter der Reichshauptstadt als einer durch die NSDAP. eroberten deutschen und nationalsozialistischen Stadt, die dieses Reiches und Volkes würdig ist, in vollem Umfange gewahrt bleibt. Partei, Polizei und Verwaltung werden es als ihre Ehrenpflicht ansehen, in Eintracht zusammenzuwirken, diesem großen Zweck zu dienen. |
Graf Helldorf [!] über seine Aufgaben und Ziele Eine Unterredung mit dem neuen Polizeipräsidenten von Berlin Berlin, 21. Juli Am Tage seines Amtsantrittes gab der neue Polizeipräsident der Reichshauptstadt, Graf Helldorf, einem Mitarbeiter des "Völkischen Beobachter" Gelegenheit zu einer Unterredung. Zunächst über die Judenbekämpfung befragt, erklärte Graf Helldorf: "Es ist klar zu erkennen, daß gewisse jüdische Kreise wieder Morgenluft wittern, daß sie in der Oeffentlichkeit durch herausforderndes Auftreten und anmaßendes Benehmen auffallen und in vieler Beziehung das ihnen in unserem Lande gewährte Gastrecht mißbrauchen. Aber meine Berufung zum Polizeipräsidenten der Reichshauptstadt stellt mir neben der Bekämpfung gewisser jüdisch-intellektueller Kreise auch die Aufgabe, gegen kommunistische und reaktionäre Kreise einzuschreiten und auch das Treiben des politischen Katholizismus in mancher Beziehung gegenüberzutreten. Die Grundlage meiner Arbeit auf allen Gebieten ist in der Hauptsache darauf gerichtet, zwischen dem Polizeipräsidenten, der Gauleitung und der Verwaltung der Stadt Berlin eine einwandfreie und klare Zusammenarbeit herbeizuführen. Es ist nicht möglich, in der Reichshauptstadt, die der Nationalsozialismus erobert hat, in der der Führer der Nation arbeitet, wo sämtliche Ministerien ihren Sitz haben, anders zu arbeiten als in engster Fühlung mit den zuständigen Parteidienststellen, also besonders der Berliner Gauleitung.! Zur Frage der öffentlichen Sicherheit führte Graf Helldorf u.a. aus, es sei ja allgemein bekannt, daß das Verbrechertum in Berlin seit der Machtübernahme durch einschneidende und scharfe Maßnahmen sehr stark zurückgegangen ist, und große Teile der berufsmäßigen Verbrecherwelt hinter Schloß und Riegel gebracht werden konnten. Wenn auch die Reichshauptstadt und ihre Vororte Ruhe hätten vor allem Unterweltsgesindel, und wenn die Einwohnerschaft auch mit Fug und Recht das energische Durchgreifen der Polizei in den vergangenen zweieinhalb Jahren dankbar und freudig anerkenne, so mache sich, wenn auch nicht in allzu großem Maße, in der Verbrecherwelt immerhin wieder ein gewisses Anschwellen dunkler Tätigkeit bemerkbar. Graf Helldorf hat auch hier die Absicht, ohne jede Rücksicht durchzugreifen. Er wird mit größter Strenge und schärfsten Mitteln gegen die letzten Reste von Unterwelttum und Ringvereinen vorgehen, um sie schließlich vollkommen auszurotten. |
Die SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg an Graf Helldorf Berlin, 20. Juli Der Führer der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg, i.V. Gruppenführer Uhland, richtete an den Polizeipräsidenten, SA.-Gruppenführer Graf Helldorf, folgendes Schreiben: Die SA. Berlin beglückwünscht Sie zu ihrer neuen Aufgabe. Die mit Reichsminister Dr. Goebbels stattgehabte Besprechung gibt der SA. die Gewähr, daß sie in Zukunft mehr wie bisher Mitträger des Kampfes um die Säuberung der Reichshauptsstadt sein wird. Die SA. wird sich dieser Aufgabe gewachsen zeigen. Wilde Einzelunternehmungen, wie sie in letzter Zeit von SA.-feindlichen Elementen aufzuziehen versucht wurden, wird die SA.-Führung rücksichtslos unterbinden. Die SA. grüßt den Polizeipräsidenten von Berlin, SA.-Gruppenführer Graf Helldorf. Heil Hitler! Der Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg I.V.: Uhland, Gruppenführer |
Brandstiftungung als Racheakt. Ahrensfelde, 22. Juli Anfang März d. J. war die Scheune des Bauern W. in Ahrensfelde in Flammen aufgegangen. Als Täterin wurde die 30jährige Ella Bollmow ermittelt, die als Hausangestellte im Orte tätig war. In der Verhandlung vor dem Berliner Landgericht war sie geständig. Sie gab an, sich an dem Bauern habe rächen zu wollen. Wie sich herausstellte, handele es sich um Phantastereien. Der ärztliche Sachverständige bezeichnete die Angeklagte als schwere Psychopathin, die für ihr gefährliches Treiben nicht mehr verantwortlich zu machen ist. Das Gericht sprach die Angeklagte unter Zubilligung des Paragraphen 51 frei, ordnete aber ihre Ueberweisung in eine Heil- und Pflegeanstalt an, damit die Oeffentlichkeit vor dieser triebhaften und unberechenbaren Kranken geschützt ist. |
Eiche. Die nächste Mitgliederversammlung der NSDAP. findet am Donnerstag, 1. August, abends 8 Uhr, im Parteilokal Seelisch statt. |
Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt im Lokal Brabender die Juli-Monatsversammlung ab. Ortgruppenleiter Pg. H. eröffnete die gut besuchte Versammlung. Nach Erledigung von Tagesfragen erfolgte die Verteilung der Plaketten für den am 4. August in Potsdam stattfindenden Bezirkstag. Pg. H. schloß die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Mit einem Kameradschaftsabend, an dem auch die Frauen der Teilnehmer erschienen waren, ging der Abend bei Tanz und Gesang zu Ende. |
Blumberg. Der gemeinschaftliche Jagdbezirk 2 der Gemeinde ist an den Regierungsbaumeister a.D. Peter Klein - Berlin ab 1. August auf 9 Jahre 8 Monate verpachtet worden. |
Ueberführung der Landespolizei in das Heer ... |
NSV.-Reichsschule Blumberg Bevorstehende Eröffnung durch Alfred Rosenberg Blumberg 31.Juli In Anwesenheit führender Männer der Bewegung wird der Beauftragte des Führers für die geistige und weltanschauliche Erziehung des deutschen Volkes, Reichsleiter Pg. Alfred Rosenberg, die NSV.-Reichsschule in Blumberg voraussichtlich Mitte August feierlich einweihen. Der für die NSV. ernannte Reichsschulungsbeauftragte, Gauleiter Pg. Meierhofer, der als führender Leiter der Reichsführerschule Bernau vielen Niederbarnimern bekannt ist, ist zum Leiter der neuen NSV.-Reichsschule Blumberg ernannt worden. |
Blumberg. Eine Amtsleitersitzung der PO. fand am Sonnabend abend statt. Nach Nürnberg werden vier Parteigenossen fahren. Wichtige Rundschreiben wurden verlesen und die Organisation für die Schulung der Politischen Leiter besprochen. Blumberg. Gründung einer Brennereigenossenschaft. Am Freitag abend versammelten sich die Landwirtschaft betreibenden Siedler Blumbergs zwecks Gründung einer Brennereigenossenschaft bei Nitze. Der stellvertretende Leiter des Kulturamtes, Dr. Thürling, leitete die Tagung. Die Siedlungsgesellschaft wurde durch Regierungsrat Krüger vertreten; als Vertreter der Gutsverwaltung war Administrator Busse anwesend; ferner hatten sich Vertreter und Sachverständige des Brennerei-, Siedlungs- und Genossenschaftswesens eingefunden. Die Verhandlungen gestalteten sich schwierig; die Siedler sind durch Erfahrungen mißtrauisch geworden und verlangten Klarheit über die Lage der Brennerei. Dort sind verschiedene Reparaturen und Neuanschaffungen nötig, um den Betrieb zu modernisieren und das Kontingent von 120000 Litern brennen zu können. Durch Einbau eiserner Bottiche und Umstellung auf Steinkohlenheizung kann nach Ansicht der Sachverständigen die Wirtschaftlichkeit zugunsten der Siedler um 5 Prozent erhöht werden. Die Siedlungsgesellschaft will aber das Geld zu dieser Umstellung nicht geben. Um eine Verhandlungsgrundlage zu schaffen, wurde erst die Genossenschaft gegründet; 28 Siedler gaben ihre Unterschrift. Die Genossenschaftsanteile wurden mit 1 RM für 50 Liter Brennrecht festgesetzt. Die wichtigsten Teile der Satzungen wurden besprochen. In den Vorstand wurden die Siedler Johann Müller, Möricke und Blücher, in den Aufsichtsrat die Siedler Kreis, Stark und Zirzow gewählt. Da die Zeit drängt, sollen die Verhandlungen mit dem Vorstand zum Abschluß gebracht werden. |
Stahlhelm-Auflösung für Berlin-Brandenburg Die Landesverbände Pommern und Ostmark gleichfalls verboten Auch in diesem Falle staatsfeindliche Einstellung der Grund Berlin, 8. August Wie die Geheime Staatspolizei mitteilt, sind die Landesverbände Berlin-Brandenburg, Pommern und Ostmark des NSDFB. (Stahlhelm) einschließlich aller Untergliederungen auf Grund des §1 der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit §14 des Polizeiverwaltungsgesetzes mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Zugleich wurde das Vermögen der genannten Landesverbände und ihrer Gliederungen vorläufig beschlagnahmt. ... Auch im Kreise Niederbarnim wurden heute vormittag in allen Orten, in denen Stahlhelm-Ortsgruppen bestanden, Haussuchungen nach Waffen und schriftlichem Material durchgeführt. Das Vermögen der Ortsgruppen wurde beschlagnahmt. Die Aktion, die von den örtlichen Polizeibehörden durchgeführt wurde, ist, soweit bisher bekannt, überall ohne Zwischenfälle verlaufen. |
Ahrensfelde. Die Landesfilmstelle der NSDAP. führte am Mittwoch abend im Parteilokal den Film "Rakoczy-Marsch" vor. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt; alle Besucher waren von dem Film begeistert. der Filmwart, Pg. S., schloß den Abend mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. |
Blumberg. Straßenkontrolle. Die motorisierte Straßenpolizei prüfte gestern vormittag die Fahrzeuge. Noch immer müssen zahlreiche Verstöße gegen die Vorschriften festgestellt werden; an den Motorrädern waren vielfach die Beleuchtung, an den Fahrrädern die Rückstrahler und Klingeln nicht in Ordnung. Trotz der Strafen und Belehrungen lassen es immer noch viele Wegebenutzer "darauf ankommen". |
Bekanntmachung Am 15. August sind an die Gemeindekasse zu entrichten: Nach dem 15. August verbleibende Reste werden im Verwaltungszwangsverfahren unter Berechnung von Säumniszuschlägen und Mahngebühren, die nach den gesetzlichen Bestimmungen erhoben werden müssen, eingezogen. Hönow, den 12. August 1935 Der Bürgermeister |
Ahrensfelde. Gestohlen wurde einem im Fuhrgeschäft Weißleder beschäftigten Arbeiter ein Motorrad, das er leichtsinnigerweise in einem unverschlossenen Schuppen untergestellt hatte. Die Diebe sind aber nicht weit mit ihrer Beute gekommen. Eine Panne zwang sie, das Motorrad in einer Getreidemiete zurückzulassen, wo es von Polizeibeamten aufgefunden wurde. Ahrensfelde. Betriebsführer und Gefolgschaft der Gemüsegärtnerei Richard Baack unternahmen am Sonnabend eine Autofahrt nach dem Schiffshebewerk bei Niederfinow. Nach der Besichtigung des Werkes fand eine gemeinsame Kaffeetafel statt. Die Fahrt ging dann weiter über Oderberg nach Bad Freienwalde, wo man nach dem Abendessen beim Tanz noch einige Stunden in froher Kameradschaft erlebte. Ahrensfelde. Einen Kameradschaftsabend veranstaltete der Gutspächter Würts mit seinen Gefolgschaftsmitgliedern im Lokale Krösler. Beim Tanz froh vereint blieben alle Teilnehmer bis zum Eintritt der Polizeistunde zusammen. |
Riesige Moorsprengungen an der Reichsautobahn Berlin-Frankfurt a.O. Ein neues Verfahren verbilligt die Kosten um ein Mehrfaches ... |
Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt nach den Ferien ihre Monatsversammlung im Parteilokal ab. Ortsgruppenleiter, Pg. R. K., begrüßte die erschienenen Parteigenossen und gab parteiamtliche Anordnungen sowie die Namen der aus der Partei ausgeschlossenen Mitglieder bekannt. Am Reichsparteitag nehmen 6 Parteigenossen teil. Für vier BdM-Mädels wurden Patenschaften übernommen, da diese nicht in der Lage sind, ihre Beiträge zu zahlen. Kulturamtsleiter Pg. J. sprach zur Judenfrage. Ein Stürmerkasten wird in den nächsten Tagen angebracht werden. Für den aus dem Ort verziehenden Kassenleiter der NSV, Pg. S., wurde Pg. L. D. eingesetzt. Besonders wurde auf die Notwendigkeit, das "Niederbarnimer Kreisblatt" und die "NS. Nachrichten" zu lesen und zu vertreiben, hingewiesen. Nachträglich wurde des Geburtstages unseres Kreisleiters gedacht. Nach dem Singen einiger Kampflieder schloß der Ortsgruppenleiter mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer die Versammlung. |
Mehrow. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, ihre Unterstützungsanträge, auch wenn die Mitgliedsbücher zur Umschreibung eingesandt sind, unter Einhaltung siebentägiger Karenzzeit unverzüglich bei der zuständigen Ortsgruppe zu stellen. |
Feuer in der Gutssiedlung Blumberg Blumberg, 2. September Feueralarm rief unsere Wehr in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag um Mitternacht zum Gut Blumberg, wo Stallung und Scheune des Siedlers O. brannten. Außer der Ortswehr waren die Wehren von Birkholz, Ahrensfelde, Mehrow, Schwanebeck, Seefeld, Eiche, Löhme, Hönow, Lindenberg und Krummensee mit drei Motorspritzen und einigen Handdruckspritzen erschienen. Glücklicherweise war kein Wind, sonst hätte der Brand noch viel mehr Schaden angerichtet. Durch Wassermangel war die Bekämpfung sehr schwierig, der Hydrant der Wasserleitung reichte nicht aus, so daß die Blumberger Besitzer aus dem Dorfteich 51 Wasserwagen zur Brandstelle brachten. Außer Stallung und Scheune verbrannten die Hühner, landwirtschaftliche Maschinen, rund 40 Zentner Getreide, das am Tage vorher ausgedroschen war, und das Stroh. Die Entstehungsursache ist noch nicht geklärt. |
Ahrensfelde. Autoausflug der Kriegerkameradschaft. Von herrlichem Wetter begünstigt, unternahmen die Mitglieder der Kriegerkameradschaft mit ihren Frauen am Sonntag eine gemeinsame Autofahrt nach einigen schönen Punkten unserer Mark. Zunächst führte der Weg nach Bad Freienwalde. Zwei Stunden war Gelegenheit geboten, sich an den Schönheiten der Umgebung zu erfreuen. Weiter ging es nach Wriezen zum Gasthaus "Zum Kronprinzen von Preussen", wo alle bei freundlicher Bewirtung ein gutes Mittagessen erhielten. Neu gestärkt ging es weiter nach Bukow, dem beliebten Ausflugsziel der Mark, und für einige Stunden wurde in diesem idyllisch gelegenen Ort - an einem wunderschönen See, eingebettet in mit Wald bestandenen Bergen - haltgemacht. Ueber Strausberg ging die Fahrt dem Heimatort wieder zu. |
Blumberg. Der Landrat des Kreises Niederbarnim, Dr. M. Weiß, besichtigte am Sonntag mittag die Brandstätte in der Siedlung "Gut Blumberg" (über den Brand berichteten wir am Montag) und stellte hier durch Vernehmungen fest, daß bedauerlicherweise eine Verzögerung in der Alarmierung dadurch entstanden ist, daß der einzige in der Nähe befindliche Telephonapparat nicht erreichbar war, weil der Besitzer, Administrator Busse, nicht anwesend war. Ferner hatte sich herausgestellt, daß die Wasserversorgung wohl für den normalen Verbrauch der Siedler genügt, keinesfalls aber bei Brandgefahr. Es wird dafür gesorgt werden, daß die beiden Mängel sobald als möglich abgestellt werden. |
Ahrensfelde. Ein Kraftwagenunfall ereignete sich am Dorfeingang an der Chaussee nach Blumberg. Durch einen Reifendefekt des rechten Hinterrades verlor der Fahrer eines Berliner Personenwagens die Gewalt über sein Fahrzeug und fuhr an einen Baum, wodurch das Auto stark beschädigt wurde. Ein Insasse wurde durch Glassplitter verletzt und von dem benachrichtigten Arzt verbunden. Ahrensfelde. Vom Landgericht in Berlin wurde der Handwerksgehilfe Kurt K. aus Hoheneiche wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem sechsjährigen Mädchen, zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt ihre Monatsversammlung im Lokal von Fischer ab. Die gut besuchte Versammlung wurde vom Ortsgruppenleiter Pg. H. eröffnet, und nach Erledigung von Tagesfragen wurden 3 Mitglieder aufgenommen. Pg. H. schilderte nochmals den Bezirkstag in Potsdam. Es wurde ferner darauf hingewiesen, daß alle Ahrensfelder Frontkämpfer der NSKOV. beitreten können. Die nächste Zusammenkunft findet am 20. September, 20,30 Uhr im Lokale des Kameraden M. statt. Nach den Gesang einiger Lieder wurde die Versammlung in der üblichen Weise beschlossen. |
Blumberg. Die Ortsgruppe Blumberg der NSG. "Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonntag den 22. September 1935 eine Autosonderfahrt nach Fürstenberg in Mecklenburg. Die Fahrt geht dann über Lychen, Templin zur Schorfheide zurück nach Blumberg. Anmeldungen nehmen der Ortswart Pg. P. S., Pg. P., Wanderwart K. und alle Blockwarte der NSDAP. und Arbeitsfront entgegen. Auch nicht den NS. Gliederungen angehörige Volksgenossen können an der Fahrt teilnehmen. |
Tödlicher Unfall Blumberg, 17. September Tödlich verunglückte am Sonntag in der Mittagsstunde am Forsthaus am Dorfausgang nach Ahrensfelde ein Radfahrer M. aus Berlin. Der Radfahrer wurde von einem Auto überholt, dessen Führer ein Bekannter aus derselben Straße war. Er rief dem Fahrer etwas zu. Dabei muß dieser ins Wanken gekommen und gestürzt sein. Als das Auto hielt, lag der Radfahrer am Boden. Der Arzt stellte einen Schädelbruch fest und ließ den Verunglückten ins Bernauer Krankenhaus bringen. Dort ist er gestorben. Da der Verunglückte am Rad Bretter befestigt hatte, ist anzunehmen, daß er dadurch in der Beherrschung des Rades behindert war. |
Eiche. Die NS. Frauenschaft hielt am Mittwoch eine Mitgliederversammlung im Parteilokal Seelisch ab. Die Frauenschaftsleiterin gab bekannt, daß ab 1.10. d. J. Mitglieder in die NS. Frauenschaft nicht mehr aufgenommen werden und forderte alle Frauenschaftsmitglieder zu einer letztmaligen Mitgliederwerbung auf. Nachdem das Frauenschaftslied gesungen und das Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht war, wurde die Versammlung geschlossen. |
Eiche. Die NS. Frauenschaft war am Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengerufen worden. Es wurde jedem Mitglied zur Pflicht gemacht, jetzt besonders nachhaltig für die Frauenschaft zu werben, damit noch vor Toresschluß recht viele Frauen ihren Beitritt erklären. Jede Frau sollte mindestens ein neues Mitglied werden. Gleichzeitig wurde nachdrücklich für die Aufnahme von Ferienkindern geworben. - Am Sonntag gelangt im Jägerheim durch die NSDAP. der Film "Der alte und der junge König" zur Aufführung. |
Blumberg. Sitzung der Spar- und Darlehnskasse. Der Vorstand der Spar- und Darlehnsgenossenschaft der Blumberger Bauernsiedler hatte die Genossen zu einer außerordentlichen Generalversammlung ins Ottesche Lokal zusammengerufen. Laut Anordnung des Prov.-Verbandes ländlicher Genossenschaften wurden die Satzungen geändert und der Jahresabschluß 1934 nachträglich genehmigt. Der Bericht über die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres zeigte, daß sich die Genossenschaft in günstiger Entwicklung befindet. Blumberg. Wandertag. Die Oberklassen der Schulen Blumberg und Elisenau benutzten den Wandertag zu einer Fahrt nach Tempelhof zum Flughafen. Nach einem Fußmarsch nach Falkenberg ging es mit dem Autobus weiter, den die BVG zuvorkommenderweise bis zum Flughafen durchleitete, so daß das Umsteigen mit 62 Kindern wegfiel. Der rege Betrieb auf dem Flughafen wurde mit großer Anteilnahme verfolgt. Leider scheiterte das Fliegen an den hohen Kosten, sonst hätten die meisten Kinder gern einen Flug mitgemacht. Erst um 2 Uhr trennten sich die Kinder vom Flughafen. |
Blumberg. Vorbereitung zum Erntedankfest. Ortsgruppenleiter und Ortsbauernführer hatten am Montag alle Leiter und Vorstände sämtlicher Formationen und Vereine zu einer Besprechung eingeladen. Das Programm der Feier wurde besprochen und in großen Zügen festgelegt. Da auch die Reichsschule der NSV. mit allen Kursusteilnehmern dankenswerterweise sich an der Ausgestaltung des Festes beteiligen wird, so ist mit einer eindrucksvollen Feier zu rechnen. Die ausführliche Festfolge wird noch bekanntgegeben. Blumberg. Aufhebung der Straßensperre. Da die Erdarbeiten der Umgehungsstraße um Blumberg von der Bahnhofstraße bis zum Kietz so weit gefördert sind, daß die Feldbahn den Verkehr in der Bahnhofstraße nicht mehr gefährdet, ist heute die Sperrung der Bahnhofstraße aufgehoben worden. |
Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt im Lokal des Pg. D. eine Ortsgruppenversammlung verbunden mit einer Werbung für die NS. Frauenschaft ab. Ortsgruppenleiter Pg. R. K. eröffnete die Versammlung und nach erfolgter Begrüßung wurde das Erntedankfest besprochen. Er erteilte dann der Leiterin der NS. Frauenschaft das Wort, die werbend für den Eintritt in die Frauenorganisation des Führers sprach. Den wichtigsten Teil der Versammlung bildete die Rede des Pg. G. von der Reichsführerschule der NSV. in Blumberg, der markig und wuchtig die Aufgaben der NSV. und besonders im Winterhilfswerk umriß. Ortsgruppenführer Pg. K. schloß nach einem scharfen Appell zum Eintritt in die NS. Frauenschaft, worauf 12 Aufnahmen stattfanden, die Versammlung mit dem üblichen Gruß an den Führer. Ahrensfelde. Die Kriegerkameradschaft veranstaltet am Sonntag von 1 bis 5 Uhr nachmittags auf den Schießständen ein Preisschießen, woran sich alle schießlustigen Volksgenossen und Volksgenossinnen beteiligen können. Der Reinertrag dieser Veranstaltung wird der hiesigen Ortsgruppe der NSV. überwiesen. In Anbetracht dieses gemeinnützigen Zwecks wird um rege Beteiligung gebeten. |
Blumberg. Tagung der Junglehrerarbeitsgemeinschaft. Mitte vergangener Woche taugten in der Blumberger Schule 28 Junglehrer und Junglehrerinnen des Schulkreises Niederbarnim-Süd unter der Leitung des Schulrates Wolff - Berlin. Nachdem die Lehrer der Schule in drei Stunden praktische Schularbeit gezeigt hatten, wurde die Kirche besichtigt, die wertvolle Bilder aus der Geschichte des Ortes zeigt. Nach der Rückkehr aus der Kirche erwartete die Tagungsteilnehmer ein einfaches Mittagessen in der einen ausgeräumten Schulklasse. Von 2 bis 4 Uhr fanden theoretische Besprechungen statt. Anschließend wurde eine Besichtigung der Reichsschule der NSV. vorgenommen. Leider nötigte das schlechte Wetter die Teilnehmer, von denen manche einen weiten Weg mit dem Rade zurückgelegt hatten, zum schnellen Aufbruch, sonst wären sie noch gern in zwangloser Unterhaltung zusammen geblieben. |
Reichsautobahn bis Joachimsthal im Frühjahr ... Danach wird bis zu Beginn des Frühjahres der Verkehr auf den Autobahnstrecken Berlin - Joachimsthal, ... aufgenommen werden. ... |
Schulungsstunde im Kreis-Krieger-Verband Niederbarnim "Felsenfest steht die Zukunft des Kyffhäuserbundes" Der Kreiskriegerverband Niederbarnim im Landesverbande Berlin-Brandenburg des Deutschen Reichskriegerbundes "Kyffhäuser" hat Winterschulungsstunden eingerichtet. Eine Feierstunde echten Kameradschafts- und Soldatengeistes war es überdies. ... Der Saal des Kriegervereinshauses in der Chausseestraße zu Berlin war von den Delegierten der einzelnen Kameradschaften des Kreises Niederbarnim recht gut besetzt.; Leider fehlten bei Schlußappell die Vertreter der Kameradschaften Basdorf, Borgsdorf. Eiche, Kagel, Kienbaum, Lanke, Mehrow, Prenden, Stolzenhagen und Zinndorf. ... Dann wurden nach einigen schießtechnischen Ausführungen des Kreisschießwartes die Ehrenurkunden für das Kleinkaliberschießen in den Kameradschaften verteilt. Die Meistermannschaften des Kreiskriegerverbandes sind in der ersten Klasse Birkenwerder, in der zweiten Ahrensfelde und in der dritten Woltersdorf ... |
Auflösung des NSDFB. (Stahlhelm) Die Mitgliedersperre der NSDAP. ist für alle Stahlhelmer aufgehoben ... Um jenen Mitgliedern des Stahlhelm, die nicht den Willen zur politischen Tätigkeit oder Mitarbeit in sich empfinden, die Möglichkeit einer Fortführung der Pflege ihrer soldatischen Erinnerungen zu geben, empfehle ich den Eintritt in den Kyffhäuserbund. ... gez.: Adolf Hitler |
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Blumberg. Zur Sammlung der Reichsgeldsammelstelle A hatte der Ortsbauernführer die Bauern des Ortes aufgerufen. Die Sammlung hatte einen schönen Erfolg; 156,29 RM. konnten dem WHW. überwiesen werden. Blumberg. Schadenfeuer. Das neue Jahr hat sich bei uns nicht sehr gut eingeführt. In der Neujahrsnacht wurde die Feuerwehr alarmiert. Es brannte der an der Berliner Straße gelegene Stall des Bauern August Keisdorf. Da der Stall gewölbt ist, konnte das Vieh gerettet werden. Es verbrannte das auf dem Stallboden lagernde Heu und der Dachstuhl. Zur Hilfeleistung waren auch die Wehren der Nachbardörfer Birkholz, Ahrensfelde, Zepernick, Seefeld und Löhme erschienen. Es ist dies der dritte Stallbrand im Ort innerhalb eines Vierteljahres. Blumberg. Leistung in der Viehhaltung. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht kommt der vermehrten Milchgewinnung eine besondere Bedeutung zu; denn die Milch liefert ja das Ausgangsprodukt zur Herstellung von Butter, unseres wichtigsten Speisefettes. Um die Erzeugung von Milch zu verstärken, hat der Reichsernährungsminister die volkswirtschaftlich hoch bedeutsame Verordnung erlassen, nach der Reichsnährstand ermächtigt wird, alle Kuhhalter zur Leistungskontrolle ihrer Milchkühe zu veranlassen. Die Milchleistungskontrolle hat erwiesen, daß im Verein mit der durch sie bedingten besseren Fütterung, Haltung und Pflege der Kühe der Milchertrag jedes einzelnen Tieres um über die Hälfte vermehrt werden kann, so daß durch die Maßnahmen allmählich der Butterbedarf des deutschen Volkes weit über die Anforderungen hinaus gedeckt werden kann. Zur Erreichung dieses Zieles ist allerdings noch viel zu tun. In absehbarer Zeit gilt es lediglich auf wirtschaftseigener Futtergrundlage Leistungssteigerungen größten Ausmaßes herbeizuführen. |
Ahrensfelde. Der Jahreshauptappell der Kriegerkameradschaft war gut besucht. Der Appell wurde mit der Bekanntgabe des Neujahrsaufrufes des Bundesführers eröffnet. Hieran knüpfte der Kameradschaftsleiter die Hoffnung, daß die Kameraden auch weiterhin zusammenhalten und mithelfen mögen, die großen vom Führer gestellten Aufgaben zu erfüllen. Die Kameradschaft zählt heute 80 Mitglieder. Im verflossenen Jahre konnte sie sechs neue Mitglieder aufnehmen, drei Mitglieder sind ausgeschieden, ein Kamerad ist verstorben. Die Kameradschaft hat u.a. im Schießsport besonders günstig abgeschnitten. Im Mannschaftswettkampf blieb sie im Kreise Niederbarnim Sieger in der 2. Klasse. Ferner haben sieben Kameraden die bronzene Ehrennadel errungen. Der Kassenbericht ergab eine gute und sparsame Wirtschaftsführung. Nach einem Hinweis auf den Kameradschaftsball am 18. Januar und Bekanntgabe der Führeranordnungen, gab der Kameradschaftsleiter einen Rückblick auf das Jahr 1935. Er bat die Kameraden, sich doch einmal in einer stillen Minute die gigantischen Taten des Führers vor Augen zu führen und daraus dann den Mut zu schöpfen, den Miesmachern entgegenzutreten. Wir dürfen nicht gleichgültig beiseite stehen, sondern müssen mitarbeiten. |
Blumberg. Am vergangenen Sonntag sammelten die Mitglieder der NSKOV. und des Luftschutzes. 300 Plaketten wurden verkauft, die schöne Summe von 97,33 RM erbrachten. Blumberg. Der nächste Schulungsabend der Partei findet am Freitag abend 8 Uhr im Parteilokal Nitze statt. Das Thema dieses Abends heißt "Blut und Boden". Alle Parteigenossen werden aufgefordert, zu dem Schulungsabend zu erscheinen. Blumberg. Am Montag, 13, Januar, beginnt ein neuer Ausbildungslehrgang des Luftschutzbundes. Allen Volksgenossen, die noch keinen Lehrgang mitgemacht haben, ist wieder Gelegenheit gegeben, die Schutzmittel gegen die Gefahren eines Luftkrieges kennenzulernen. |
Blumberg. Schulungsabend. Am vergangenen Freitag hatten sich im Parteilokal Nitze die politischen Leiter und die Walter und Warte der DAF. von Blumberg und den Nachbardörfern sowie die Parteigenossen von Blumberg zum 3. Schulungsabend versammelt. Zu dem Thema "Blut und Boden" sprach Pg. G. von der Reichsschule der NSV. und führte uns durch die deutsche Geschichte von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Er räumte mit den alten Anschauungen, daß die Germanen Nomaden und Jäger gewesen seien, auf und zeigte, daß der Germane schon immer Bauer war; der älteste Pflug ist germanischen Ursprungs. Nach der Sitzung war noch eine Versammlung der Amtswalter. |
Schulvorsteher und Schulbeiräte Die Einführung des Führergrundsatzes in der Schulverwaltung ... |
Ahrensfelde. Die Sammlung des Eintopfgerichtes am letzten Sonntag erbrachte den Betrag von 115,50 RM. Ahrensfelde. Die Stellvertretung für den bis zum 25. Januar in Urlaub befindlichen Ortsgruppenleiter, Pg. R. K. ist dem Zellenleiter Pg. W. G. übertragen worden. Ahrensfelde. Am Montag den 20. Januar findet im Parteilokal eine öffentliche Versammlung statt, in der Pg. G. anläßlich der Anbringung des Stürmerkastens über die Judenfrage sprechen wird. Alle Volksgenossinnen und Volksgenossen werden gebeten, den besonders interessanten Vortrag zu besuchen. |
Ahrensfelde. In kameradschaftlicher Hilfsbereitschaft stellte sich die Kriegerkameradschaft dem Ortsamtsleiter der NSV. am Sonntag wiederum zur Verfügung, um die Spenden aus dem letzten Eintopfgericht einzusammeln. Das gute Sammelergebnis, das das vorhergehende nochmal übertraf, war eine besondere Genugtuung für die alten Weltkriegskameraden. |
Ahrensfelde. Am internationalen Fahr- und Reitturnier in Berlin vom 24.1. bis 2.2.1936 beteiligen sich vom Reitertrupp Ahrensfelde des SA.-Reitersturms 10/26 Truppführer R. A. und Rottenführer R. W.. Sie werden an der von 140 SA.-Reitern täglich gerittenen Schaunummer der SA. teilnehmen und zu diesem Zweck Ahrensfelde am Montag verlassen. Die bekannten und erfolgreichen Reiter werden sich außerdem an einem Jagdspringen, einer Dressur- und Vielseitigkeitsprüfung beteiligen. Truppführer A. wird auf seiner "Zillig" und Rottenführer W. auf Paulo Haases "Natter" starten. Den beiden begeisterten SA.-Reitern wünschen wir besten Erfolg. |
Blumberg. Schulungsabend des Reichsnährstandes. Am Sonnabend war im Parteilokal der erste Schulungsabend im neuen Jahre für die Hof- und Betriebsgefolgschaft der Ortsbauernschaft. Ortsbauernführer G. eröffnete die Versammlung, indem er die Notwendigkeit der Schulung für den Erfolg der Erzeugungsschlacht betonte; besonders der Landarbeiter müsse erfaßt werden. Diplom-Landwirt Ehrhardt von der Werkschule Oranienburg sprach über das Thema "Was interessiert uns am Boden und seiner Bearbeitung?". An Hand von drei Lichtbildreihen zeigte er die Entstehung des Bodens aus Granit, 2. Entstehung und Kreislauf des Kalkes und 3. Entstehung des Moorbodens. Die rege Beteiligung und die Fragestellung über Kalkung und das "Wachsen der Steine" zeigten, daß die Anwesenden mit regem Interesse dabei waren. Leider waren die Bilder etwas schwach und ein Teil unklar. Pg. G. verlas darauf ein Schreiben des Reichsnährstandes. Im Anschluß daran hielt der Schulungsleiter der Ortsgruppe des RLB., Pastor Heinzel, einen Vortrag über die Aufgaben und die Notwendigkeit des Luftschutzes auf dem Lande. Von Elisenauer Siedlern wurde der Wunsch ausgesprochen, auch einen Lehrgang nach Elisenau zu legen, damit alle Siedler teilnehmen können. Der nächste Schulungsabend über Bodenbestellung wird rechtzeitig bekanntgegeben. |
Blumberg. Eine Brockensammlung findet morgen durch die Frauenschaft statt. Es wird gebeten, sich daran recht rege durch Spenden zu beteiligen. |
Blumberg. Die auf Sonnabend festgesetzte Ortsgruppensitzung der NSDAP. ist verlegt worden. Sie findet am Donnerstag den 30. Januar, um 20 Uhr im Parteilokal statt. Blumberg. Filmvorführung. Am Freitag läßt die Gaufilmstelle im Parteilokal Nitze um 20 Uhr den Film "Ferien vom Ich" laufen. |
Ahrensfelde. Der Stürmerkasten der Ortsgruppe der NSDAP. wurde am Grundstück Dorfstraße 57 angebracht und eingeweiht. Pg. J. wies in seiner Rede auf die Bedeutung des Kastens hin, Anschließend fand im Parteilokal eine öffentliche Versammlung statt, in der der Schulungsleiter der Reichsschule der NSV. in Blumberg, Pg. G., über die Judenfrage sprach. Die Versammlung war gut besucht, doch fehlten leider die Frauen, für die dieser so wertvolle Vortrag von besonderer Bedeutung gewesen ist. Da die Frauen doch meistens die Einkäufe besorgen und dabei auch vielfach jüdische Geschäfte aufsuchen, wäre es sehr angebracht, wenn sie sich diesen Vortrag angehört hätten, um in Zukunft im nationalsozialistischen Sinne zu handeln. Ahrensfelde. Die Krieger- und Landwehrkameradschaft beging einen Kameradschaftsabend anläßlich des 57jährigen Bestehens. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte Kameradschaftsführer Pg. A. K. alle Festteilnehmer und gedachte der im Weltkrieg und für die Bewegung gefallenen Kameraden. Die lustigen Tanzweisen der Kapelle Liebisch, die durch heitere Vorträge eines Vortragskünstlers unterbrochen wurden, hielten alle Teilnehmer bis zum frühen Morgen in bester Kameradschaft beisammen. |
Blumberg. Der für Freitag den 24. Januar angekündigte Film "Ferien vom Ich" läuft nicht im Parteilokal, sondern wird im Otteschen Lokal vorgeführt. |
Eiche. Kürzlich feierte die NSDAP. ihren Kameradschaftsabend, der recht zahlreich besucht war. Kreisleiter Heermann sprach in längerer Rede über die Kameradschaft, ihren Sinn und deren rechte Pflege. Seine Ausführungen und Ermahnungen trugen wesentlich dazu bei, daß den ganzen Abend über eine vorzügliche Stimmung und Freude herrschte. Die Hitlerjugend verschönte das Fest durch Sprechchöre und Lieder. |
Niederbarnimer Feuerwehrabend in Berlin Dienstversammlung und Kameradschaftstreffen unserer Wehrführer ... |
Blumberg. Die Filmveranstaltung der Gaustelle war gut besucht. Der ärger der Zuschauer über den verspäteten Anfang wurde durch den netten Film bald beseitigt. |
Blumberg. Die Ortsbauernschaft hatte sich im Ebelschen Lokal zum Schulungsabend versammelt. Dipl.-Landwirt Wittmann von der Chilesalpeter G.m.b.H. sprach im Rahmen der Erzeugungsschlacht über die Düngung. Neu war wohl für viele die Anregung, zur Gründüngung Sonnenblumen zu nehmen. Zur vollen Ausnutzung unserer eiweißhaltigen Futtermittel ist der Silobau notwendig. Staatsmittel stehen noch zur Verfügung. Der Zuschuß beträgt je Kubikmeter 4 RM. In der Besprechung wurden noch Fragen über Anwendung des Kalkstickstoffes, Anbau der Süßlupine und Feldfuttersaatbau geklärt. |
Blumberg. Von der SA. wurden am Sonntag 200 Lederplaketten für 66,20 RM verkauft. |
25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Landrat Dr. Weiß in Ahrensfelde Die Freiwillige Feuerwehr Ahrensfelde konnte auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken und beging dieses Jubiläum am Sonnabend im Lokal Müller. Folgende Nachbarwehren waren vertreten: Eiche, Mehrow, Blumberg und Berlin-Marzahn. Als Vertreter der Behörden waren erschienen Kreiswehrführer Brandinspektor Graß, Feuersozietätsamtmann Hauptbrandmeister Moch, Amtsvorsteher Pg. W., Ortgruppenleiter der NSDAP. Pg. R. K., Bürgermeister Pg. H. und der damalige Amtsvorsteher Buchholz als Gründer der Wehr. Nach der Begrüßungsansprache des Amtsvorstehers Pg. W. verlaß der Brandmeister Pg. G. einen Auszug aus der Chronik der Feuerwehr, die die Gründung, Entwicklung und Tätigkeit in den 25 Jahren schilderte. Kreiswehrführer Graß übermittelte die Glückwünsche der Kreisverwaltung und überbrachte der Wehr die Glückwünsche der Feuersozietät und übergab der Wehr ein Schreiben, wonach der Wehr dreißig Meter Druckschlauch als Geschenk überwiesen werden. Für die Gemeinde Ahrensfelde brachte Bürgermeister Pg. H. die Glückwünsche dar mit der Ueberraschung, der Wehr 150 Meter Druckschlauch zu beschaffen. Ein Spender, der nicht genannt sein will, hat sich gemeldet und will 20 Meter Druckschlauch stiften. Von den Kameradenfrauen überreichte Frau Kaiser ein von den Frauen gestiftetes Tischbanner. Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. K., übergab im Auftrage der Vereine und Verbände der Wehr zwei vernickelte Paradeäxte. Mit der Dienstlitze für 15jährige Tätigkeit wurden die Kameraden Paul Wegener I, Paul Wegener II und Fritz Jauert, und mit derselben für zehnjährige Tätigkeit die Kameraden Helmut Dubick, Willy Schröder und Adolf Degen ausgezeichnet. Mit Ueberreichung einer Ehrenurkunde wurde der Mitbegründer und langjährige Brandmeister der Wehr, Kamerad Karl Langmann, zum Ehrenmitglied ernannt. Von den fördernden Mitgliedern erhielten Ehrenurkunden für 25jährige Mitgliedschaft die Kameraden Reinhold Krüger, Wilhelm Schäfer, Hermann Grube, Otto Brülke, Paul Haase, Richard Adler, Wilhelm Dubick, Reinhold Meißner, Wilhelm Hase, Gustav Jost, Gustav Degen und Julius Lehmann. Landrat Dr. M. Weiß sprach der Wehr seine Anerkennung und Glückwünsche aus. Zu Ehren der Behördenvertreter und der ausgezeichneten Kameraden wurde unter der Leitung des Kreiswehrführers ein Feuerwehrsalamander, an dem sich alle beteiligten, gebracht. Unter den Klängen der Musik des Liedes vom guten Kameraden gedachte der Oberbrandmeister Krüger der im Weltkrieg gefallenen Feuerwehrkameraden. Lustige Marsch- und Tanzmusik der Kapelle Liebisch - Bernau hielt alle Teilnehmer in bester Kameradschaft beisammen. |
Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSKOV. hielt am 1. Februar ihren gut besuchten Monatsappell ab. Ortsgruppenamtsleiter Pg. H. gab neue Bestimmungen bekannt und einen Bericht über die am 12. Januar im Lehrervereinshaus stattgefundene Tagung. Im Anschluß daran erfolgte die Verlesung einer Mitteilung des Presseamtes, die Grundsätzliches über die NSKOV. enthielt. Ferner wurde durch Pg. H. bekanntgegeben, daß in kommender Zeit das Lokal Brabender für die Abhaltung der Sitzungen bestimmt ist. Alle Frontkameraden werden hierdurch nochmal eingeladen, an den Sitzungen der NSKOV. teilzunehmen. Zur Erweisung einer letzten Ehre wurde eine Schützen-Mannschaft aufgestellt und bekanntgegeben, daß die nächste Zusammenkunft am 7. März im genannten Lokal stattfindet, wo dann die Parole für den 8. März, dem Tag, an dem die Heldengedenkfeiern stattfinden, durch Pg. H. gegeben wird, wozu sich alle Kameraden zur Ehre der im Weltkrieg und der Bewegung gefallenen Kameraden zur Stelle zu melden haben. Mit dem Gruß an den Führer schloß Pg. H. den Monatsappell. In froher Kameradschaft blieben alle noch einige Zeit beisammen. |
Blumberg. Der Eintopfsonntag hatte diesmal wieder ein sehr gutes Ergebnis, es wurden 218 RM. gesammelt. Diese Zahl ist nur vom ersten Eintopfsonntag dieses Winters übertroffen worden. Blumberg. Der nächste Schulungsabend für Parteimitglieder und Walter und Warte der DAF. ist am Dienstag, 11. Februar, abends 8 Uhr, im Parteilokal. Es spricht Pg. G. über: Die nationalsozialistische Staatsauffassung. Blumberg. Schulungsabend des Reichsnährstandes. Am Sonnabend den 15. Februar, abends 8 Uhr, ist der nächste Schulungsabend des Reichsnährstandes. Es spricht Dipl.-Ing. Ehrhardt von Luisenhof über das Thema: Was interessiert uns vom Saatgut und von der Saat. Die Versammlung ist im Otteschen Saale. |
Die Feuerwehr im Dritten Reich Erweiterung ihres Aufgabengebietes ... Ihr obliegt nicht allein die Bekämpfung von Schadenfeuer, sie kann vielmehr nach der ausdrücklichen Bestimmung des Gesetzes auch zur Abwehr sonstiger Gefahren eingesetzt werden. ... |
Blumberg. Vor den politischen Leitern, Waltern und Warten der DAF. sprach Pg. G. von der Reichsschule der NSV. über das Thema "Nationalsozialistische Staatsauffassung". Nach seiner Rede gedachte Pg. G. des von einem Juden ermordeten Landesleiters Gustloff. Das Lied vom guten Kameraden schloß die Feier. Die Schulungsabende werden in Zukunft erst um 8,30 Uhr beginnen mit Rücksicht auf die auswärtigen Besucher, die mit dem Zuge erst 8,24 Uhr eintreffen können. |
Blumberg. Unsern Polizeibeamten fiel ein durch Blumberg wanderndes Paar auf. Bei der Kontrolle der Papiere stellte es sich heraus, daß der Mann gefälschte Papiere hatte und von der Staatsanwaltschaft gesucht wird. Er wurde dem zuständigen Gericht übergeben. Blumberg. Elly Beinhorn in Blumberg. Die Ortsgruppe des RLB. veranstaltet am 26. Februar einen Vortragsabend. Es spricht die bekannte Weltfliegerin Elly Beinhorn. Sie wird anhand von Lichtbildern von ihren Flügen, die sie um die Erde geführt haben, erzählen. Es bietet sich also den Mitgliedern des RLB. Gelegenheit, eine berühmte Fliegerin in unserem kleinen Ort zu hören. Blumberg. Schulungsabend des Reichsnährstandes. Beim leider schwach besuchten Schulungsabend sprach Dipl.-Landwirt Ehrhardt über Bodenbearbeitung. Er ging vom Vorläufer unseres Pfluges bei den Germanen, dem sogenannten Haken aus, und schilderte seine Wirkung. Sehr anschaulich machte er die Bedeutung der Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit klar. Bei der geringen Niederschlagshöhe bei uns ist der Untergrundpacker sehr wichtig, um die beim Pflügen entstandenen Hohlräume zu beseitigen, die den Schluß des Bodens verhindern. Die zur Herstellung der zur Erhaltung der Feuchtigkeit im Boden notwendigen Ackerkrume zur Anwendung kommenden Geräte wurden in ihrer Wirkungsweise gezeigt. Die rege Beteiligung und Fragestellung über die Einbringung des Stallmistes und Tiefe des Drillens zeigte, daß die Anwesenden bei der Sache waren. Der Ortsbauernführer, Pg. W. G., gab nun Erklärungen über die Flachsspende des Reichsnährstandes. Das Beitragssoll von 3 Pfennig je Hektar ist von der Gemeinde ganz, vom ehemaligen Gutsgebiet zum Teil gezahlt worden. Da den hiesigen Bauern jede Erfahrung im Flachsbau fehlt, ist folgende Lösung vorgesehen: drei im Flachsbau erfahrene Siedler bauen die für den ganzen Ort errechnete Fläche an. Dadurch wird eine gleichmäßige Qualität der Ernte gewährleistet, und die hiesigen Bauern lernen den Anbau kennen. Als Entschädigung für den Ernteausfall der zur Verfügung gestellten Fläche erhalten die Flachsbauer eine Umlage, die für den Hektar wenige Pfennige beträgt. - Der Schulungsleiter des RLB., Pastor Heinzel, wies auf den am Montag beginnenden letzten Kursus der Ortsgruppe des RLB. hin. Der nächste Schulungsabend ist am 21. März bei Ebel. Es werden Bilder über Saatgut und Saatpflege gezeigt. |
Blumberg. Der NSLB. Blumberg hielt seine letzte Sitzung in Blumberg im Parteilokal von Nitze ab. Drei Filme wurden mit dem ersten Apparat, den eine Schule unseres Bezirkes erhalten hatte, vorgeführt. Danach hielt Pg. W. einen Vortrag über das Judentum. |
Ahrensfelde. Die Polizei ersucht den Radfahrer, der am 23. Januar auf der Chaussee Neu-Eiche - Hönow von einem Motorradfahrer angefahren sein soll, sich umgehend bei der Gendarmerie oder bei der Ortspolizeibehörde Ahrensfelde oder bei den Gendarmeriebeamten in Hönow zu melden. Ahrensfelde. Am Sonnabend den 22. Februar findet abends 8,30 Uhr im Parteilokal Müller der Ausbildungsdienst der politischen Leiter der Bereitschaft 8 - Bereitschaft Ahrensfelde - statt. |
Blumberg. Die Sammlung am letzten Sonntag erbrachte 78,55 RM |
Blumberg. Etwas Außergewöhnliches hat uns die Frauenschaft mit ihrem Faschingsfest geboten. Humor und Schönheit beherrschten den Abend. All die netten Ueberraschungen aufzuzählen, reichen die wenigen Zeilen nicht aus. An der Kasse erhielten die Männer als Krone der Schöpfung von der geldharten Kassiererin ein Programm in Herzform zum Anstecken. Ein besonderer Anziehungspunkt war die sehr geschmackvoll hergerichtete Duzbude, die nicht leer wurde. Der Beifall über die kleinen Singspiele und Szenen steigerte sich zum Sturm in dem drastischen Stück in der Kleinbahn, bei dem die Bühne kunstvoll in ein Eisenbahnabteil umgewandelt worden war. Einzelne Namen zu nennen, ist nicht möglich; alle Mitwirkenden haben ihr Bestes gegeben, den Besuchern einige unterhaltsame Stunden zu verschaffen. Mit dem Ergebnis der reich beschickten Tombola werden ... [Rest fehlt] |
Blumberg. Im Rahmen des Reichsleistungswettkampfes nähert sich eine für die Sippenkunde unseres Dorfes wichtige Arbeit ihrem Ende. Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres arbeiten 11 Studenten und Studentinnen daran, eine erbbiologische Bestandsaufnahme der Familien des Dorfes durchzuführen. In jeder Woche waren sie einen Tag hier und trugen in schwerer Kleinarbeit das Material aus Akten, Urkunden usw. zusammen. Ein Teil der Arbeit wird dem Kreisarzt übergeben, während der andere Teil der Gemeinde zugute kommt. Es sollen noch Stammestafeln angefertigt werden, die in der Gemeinde aufbewahrt werden, womit manchem Mitbürger das Suchen nach Ahnen und Verwandten erleichtert wird. Die Arbeitsgemeinschaft sprach sich anerkennend über die gastliche Aufnahme in Blumberg aus; die Studenten und Studentinnen hatten während ihres Aufenthaltes Unterkunft und Verpflegung bei hiesigen Bauern, während ihre gemeinsame Arbeit in der Schule stattfand. Blumberg. Schlachtviehverkauf. Die von der Landesbauernschaft Kurmark durchgeführte Umfrage über den Verkauf von Schlachtvieh hat in unserer Gemeinde folgendes Ergebnis gehabt: 1935 wurden verkauft 357 Schweine und 65 Stück Rindvieh; 1936 kommen voraussichtlich 420 Schweine und 63 Stück Rindvieh zum Verkauf. |
Eiche. Die Gau-Straßensammlung, Porzellan-Plakette, am 23. Februar ergab 10,82 RM. Eiche. Bürgermeister Seelisch ist vom 2. bis 7. März beurlaubt. Die Geschäfte führt in dieser Zeit der 1. Beigeordnete Adolf Lindenberg. |
Blumberg. Die berühmte Weltfliegerin Elly Beinhorn, war am Mittwoch in Blumberg, um am ersten Kulturabend des RLB. über ihre Flüge zu plaudern. Sie verstand es, durch ihre humorvolle natürliche Weise die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder des RLB. in ihren Bann zu ziehen. Während sie zuerst eine übersicht über ihre Weltflüge gab: um die Erde, um Afrika zu den Deutschen unserer ehemaligen Kolonien, Olympia-Propagandaflug nach Amerika und einen Reklameflug nach Konstantinopel, zeigte sie danach sehr schöne Bilder von ihrem Flug nach Mexiko und den Vereinigten Staaten. Wir hörten von unsern deutschen Brüdern, die überall zerstreut wohnen, und die sich über jeden Besuch aus Deutschland freuen. Die letzten Bilder zeigten Aufnahmen von dem Konstantinopel-Flug. Auch die Autogrammjäger kamen auf ihre Kosten. Außer Elly Beinhorn gab auch ihr Begleiter - es war der Rennfahrer Rosemeyer - Autogramme. Dieser wurde besonders von den Jungen bestürmt. Blumberg. Auf der Baustrecke von Blumberg nach Mehrow der Reichsautobahn brannte eine Baubude ab. Da zahlreiche Geräte und Handwerkzeuge verbrannten, entstand ein größerer Schaden. Das Feuer soll durch einen überheizten Ofen entstanden sein. |
Blumberg. Die Sammlung am Sonntag brachte prozentual das beste Ergebnis dieses Winters. 250 Narzissen ergaben 87,19 RM. |
Ahrensfelde. Heute, den 10. März, um 20 Uhr veranstaltet der Reichsluftschutzbund im Lokal des Pg. D. einen Werbeabend mit Filmvorführungen, wozu alle Volksgenossen ersucht werden, sich von der Wichtigkeit und der Arbeit des Reichsluftschutzes zu überzeugen. |
Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt am Sonnabend im Lokal Brabender eine Versammlung ab. Nach der Bekanntgabe von eingegangenen Befehlen und Verfügungen warb der Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. R. K., für die NS. Presse. Die Versammlung wurde nach dem Gesang einiger Kampflieder mit dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. |
Blumberg. Die Eintopfsammlung am Sonntag brachte ungefähr 188 RM. |
Blumberg. Am Mittwoch den 18. März, abends 8 Uhr, spricht im Otteschen Saale ein Gast aus dem Auslande zur Wahl unter dem Motto: "Was geht im Ausland vor?". Da der Redner aus eigener Erfahrung berichtet, verspricht der Abend sehr interessant zu werden. |
Blumberg. Die Mühle von Sanssouci. Der vom NSG. "Kraft durch Freude" veranstaltete Abend war ein voller Erfolg. Die Schauspieler ernteten reichen Beifall und brachten als Einlage einige Gesangsduette. Pg. S. begrüßte die Erschienenen und gab die Richtlinien bekannt, nach denen die "Kraft durch Freude"-Fahrten veranstaltet werden. Anfang April ist eine Theaterfahrt nach Berlin geplant. Meldungen werden schon jetzt entgegengenommen. - Die immer wachsende Zuhörerschaft der KdF.-Veranstaltungen beweist, daß man auf dem richtigen Wege ist. |
Ahrensfelde. Am letzten Donnerstag fand im Parteilokal M. die erste Wahlversammlung statt. Unter Leitung des Sturmhauptführers Pg. F. erfolgte der Fahneneinmarsch und der Einmarsch des SA.-Sturms 6/207 und des SA.-Reitertrupps Ahrensfelde vom SA.-Reitersturm 10/26. Nach dem Sprechchor, ausgeführt von einem Hitlerjungen, einem SA.-Mann, einem politischen Leiter und einem SS.-Mann, sang der MGV. Ahrensfelde das Lied "Deutsch sein heißt treu sein". Ortsgruppenleiter Pg. R. K. eröffnete nun die Wahlversammlung und erteilte dem Redner das Wort. Es sprach der ehemalige Gauleiter von Schlesien, Pg. Hüttmann. Die Rede, die alle Zuhörer fesselte, wird auch manchem Volksgenossen neue Kraft geben, sich nun ganz hinter den Führer zu stellen. Denn wer Deutschland liebt und für den Frieden ist, der gebe dem Führer seine Stimme. Um den Volksgenossen, die diese Versammlung nicht besucht haben oder nicht besuchen konnten, Gelegenheit zu geben, sich eine Wahlversammlung anzuhören, sei mitgeteilt, daß am Mittwoch den 25. März, um 20 Uhr, im Lokal K. eine zweite Wahlversammlung stattfindet. |
Blumberg. Pg. Paul aus Oesterreich sprach am Mittwoch vor überfülltem Saale bei Otte zur Wahl über das Thema "Was geht im Ausland vor?" An zahlreichen Beispielen aus seiner Heimat zeigte der Redner den brutalen Kampf der fremden Staaten gegen das deutsche Volkstum und den Heldenkampf unserer deutschen Brüder jenseits der Grenzen für ihr Deutschtum. Wir, die wir im Reiche nichts von diesem Kampfe spüren, haben die heilige Pflicht, den Glauben der 35 Millionen Deutschen im Auslande zu stärken; das können wir durch ein einhelliges Bekenntnis zum Führer am 29. März. Die Ausführungen werden manchen Lauen aufgerüttelt und die Pflicht zur Wahl von einer neuen Seite gezeigt haben. |
Hönow. Eine umfangreiche Tagesordnung hat die Gemeinderäte am 19. d. M. beschäftigt. ... Der Dank und die Anerkennung des Landrats für die vor kurzem erfolgte restlose Entschuldung der Gemeinde wurde verlesen. ... Aus den Bekanntgaben ist hervorzuheben, daß Lehrer Lehmann nunmehr als Hauptlehrer berufen ist, daß die MEW. bereit ist, bei Pauschalierung der Dorfbeleuchtungskosten die Verbesserungsvorschläge der Gemeinde anzunehmen, daß Gemeinderat Schwede sich kräftig für die Werbung für den Kreismännerverein vom Roten Kreuz betätigen wird, daß weitere Parzellen von der Gemeinde verpachtet sind und die vor kurzem veröffentlichte Nachtragssatzung von der Aufsichtsbehörde genehmigt ist. |
Blumberg. An der letzten Wahlkundgebung beteiligen sich auch der Sturm 6/207 unter Sturmbannführer F. und die Reichsschule der NSV. Nach dem Fahneneinmarsch eröffnete Pg. L. die Kundgebung durch Worte des Generals v. Clausewitz. Der Männergesangsverein "Hoffnung" trug zwei Chöre vor: "Mahnung" von Willy Vesper und "Deutschland, dir, mein Vaterland" von Schairer. Ortsgruppenleiter G. L. dankte und erteile dann dem Redner, Gauleier Hüttmann, das Wort. In grimmiger Satyre geißelte der Redner die Auswüchse de Demokratie und zeigte den Leidensweg des deutschen Volkes. Die Bewegung schaffte einen neuen Glauben für die irrenden Massen. Hitler hat uns nicht enttäuscht. Darum ist es Pflicht eines jeden Volksgenossen, dem Führer seine Stimme am 29. zu geben. Blumberg. Vor der Machtübernahme hatte die Gemeinde über 30 arbeitsfähige Wohlfahrtserwerbslose zu betreuen, deren Zahl auf 2 gesunken ist. Durch die sozialdemokratische Regierung ist in Blumberg eine Erwerbslosensiedlung gegründet worden, die rund 60 Familien umfaßt. Da diese sogenannten Rentengutssiedlerstellen keinen Ertrag abwarfen, mußte die Gemeinde Wohlfahrtsunterstützung zahlen. Diese Belastung hätte einen Zusammenbruch der Gemeindefinanzen herbeigeführt. Auf Grund der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen unserer Regierung konnte der Zusammenbruch vermieden werden, da die Siedler zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten erhielten und nun wieder in geordneten Verhältnissen leben. Die nach der Machtübernahme an neue Siedler abgegebenen Siedlerstellen umfassen 30, 50 und mehr Morgen und bilden für die Siedler und deren Familien eine Existenzmöglichkeit. Eine Herabminderung der in der Systemzeit entstandenen Gemeindeschulden auf einen geringeren Betrag ist möglich gewesen. Das Steueraufkommen ist höher geworden, da die Rentengutssiedler durch die zusätzliche Arbeit in die Lage versetzt worden sind, die angelaufenen erheblichen Steuerrückstände nach und nach abzutragen. Ferner fließen der Gemeinde Blumberg durch eine überaus rege Bautätigkeit Mittel zu, welches sie in die Lage versetzt, zum Wohle der Gemeindemitglieder Verbesserungen herbeizuführen. Heime für die HJ., BDM. usw. konnten geschaffen werden und in kurzer Zeit erfolgt die Bereitstellung eines Sportplatzes für diese Gliederungen. Durch die Bereitstellung von Mitteln konnte das Feuerlösch-, Sanitätswesen und der Luftschutz erheblich gefördert werden. Die Einwohnerschaft wird dem Führer für diese Wende in unserem Orte am 29. März zu danken wissen. Blumberg. Um den Volksgenossen der Siedlungen Birkholzaue und Elisenau Gelegenheit zu geben, in ihrem Ortsteil eine Wahlrede zu hören, findet am 25.3., abends 8 Uhr, im Lokal Meier in Birkholzaue eine Wahlkundgebung statt. Es spricht Oberstfeldmeister Dr. Besenbeeck. |
Blumberg. Die Kreisfrauenschaftsleiterin, Pgn. Daßler, spricht am Donnerstag um 20 Uhr im Lokal Nitze. |
Berlin erhält den größten Flughafen der Welt ... |
Wie kommt man auf die Autobahn ? In wenigen Tagen wird die Strecke Berlin-Joachimsthal eröffnet ... |
Ganz Deutschland wählte: Adolf Hitler 44 411 911 Stimmen = 99 v.H. für den Führer / Ein in der Weltgeschichte beispielloses Wahlergebnis Das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahl vom 29. März 1936 ... Von den 44 954 937 Stimmen wurden abgegeben: 1. für die Liste und damit für den Führer: 44 411 911 2. gegen die Liste und ungültig: 543 026 ... Ergebnisse aus dem Kreise Niederbarnim [Auszug] Gültig 145784, ungültig 2345 Ahrensfelde Gültig 1090, ungültig 11 Blumberg: Gültig 1219 Eiche: Gültig 459, ungültig 10 Lindenberg: Gültig 1262, ungültig 21 Mehrow: Gültig 201 |
Wie verhalte ich mich auf der Reichsautobahn ? Die Strecke Berlin - Joachimsthal wird in Kürze eröffnet ... |
Ahrensfelde. In den nächsten Tagen erhält auch unser Ort endlich eine Motorspritze, geliefert von der Firma Magirus - Berlin-Tempelhof. |
Heute Eröffnung der Reichsautobahn ... |
Eiche. Am Donnerstag nachmittag zog ein schweres Gewitter über unsern Ort. Dabei schlug der Blitz in der Siedlung Hoheneiche in das Haus der Siedlerin Kleinschmidt ein, zertrümmerte einen Teil des Daches und fuhr durch die Decke in die Küche, ohne zu zünden. Zum Glück befand sich in dem Augenblick die Besitzerin neben ihrem Hause, um Wasser auszuschöpfen. Sie wurde vom Blitz für kurze Zeit betäubt und gelähmt. Außer einigen leichten Verletzungen im Gesicht trug sie weiter keine Schädigungen davon. Es war ein Glück, daß es nur ein kalter Schlag war, sonst wäre ihr Haus unrettbar abgebrannt. |
Die Straße des Führers durch Niederbarnim Ministerpräsident Göring eröffnet den ersten Teilabschnitt der Reichsautobahnstrecke Berlin-Stettin Der erste Teilabschnitt der Reichsautobahn Berlin-Stettin, die Teilstrecke von Berlin nach Joachimsthal, wurde am Sonnabend nachmittag durch Ministerpräsident Hermann Göring feierlich dem Verkehr übergeben. ... ... Es war ein Ereignis für Berlin und den Gau Kurmark, er an diesem Tage seine erste Autobahn aus der Taufe hob. Beim Eintreffen des Ministerpräsidenten, in dessen Begleitung sich Staatssekretär Körner, Ministerialrat Gritzbach und der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, befanden, kam ihm an der Sperre hinter Schwanebeck, am sogenannten Stettiner Dreieck, der Gauleiter der Kurmark, Oberpräsident Staatsrat Wilhelm Kube, zur Begrüßung entgegen. Unterhalb der riesigen 200 Meter langen im Bau befindlichen Brücke, die die alte Reichsstraße Berlin-Stettin über die Autobahn führt, war eine Tribüne aufgebaut. Davor standen in langem Spalier die Gliederungen der Bewegung, NSKK., SS., SA., die Politischen Leiter, die nationalsozialistische Jugend mit ihren Fahnen. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Hermann Göring die Fronten ab. Auf der Ehrentribüne sah man Staatssekretär Lammers und eine große Anzahl führender Persönlichkeiten aus Staat und Partei. Außerdem waren vertreten Regierungspräsident Dr. Fromm - Potsdam, SA.-Gruppenführer Uhland - Berlin und NSKK.-Gruppenführer Offermann - Berlin. Im Namen der Gesellschaft Reichsautobahnen empfing Direktor Rudolphi den Ministerpräsidenten mit kurzen Begrüßungsworten und meldete den ersten Teilabschnitt Berlin-Joachimsthal als vollendet. ... Generalinspektor Dr. Todt bat dann den Ministerpräsidenten, der vor zwei Jahren den ersten Spatenstich an dieser Stelle tat, die Strecke zu eröffnen. Ministerpräsident Göring setzte sich dann mit seinem Wagen an die Spitze der großen Kolonne der Ehrengäste und in sausender Fahrt ging es zum erstenmal über diesen neu eröffneten, mehr als 40 Kilometer langen Teilabschnitt. ... Ein bedeutungsvoller Tag für unseren Heimatkreis Die Eröffnung der Teilstrecke Schwanebeck-Joachimsthal der Reichsautobahn Stettin-Berlin am Sonnabend war gerade für unseren Heimatkreis Niederbarnim ein besonderes Ereignis; liegen doch etwa 20 Kilometer dieser 45 Kilometer betragenden Teilstrecke innerhalb unseres Kreises, wozu nach Fertigstellung der Gesamtstrecke von Berlin ab noch zwei Kilometer bis Schwanebeck hinzukommen, die auch bereits einigermaßen befahren werden konnten. Kein Wunder, wenn daher die Kreisbehörde, die Kreisparteileitung, die örtlichen Amts- und Parteidienststellen und die Kreisbevölkerung der durchzogenen Gegend an dem Eröffnungsakt und der Eröffnungsfahrt, die sich bei sonnigem Frühlingswetter abgespielt haben, regen Anteil nahmen. ... |
Mit der Reichsbahn im Autobus über die Autostraße Berlin-Stettin und Berlin-Werbellinsee ... |
Blumberg. Von der NSV. wurden am Sonntag 300 Schmetterlinge verkauft, die 70,81 RM. brachten. Blumberg. In der Kirche wurden am Palmsonntag aus der alten Gemeinde Blumberg 7 Knaben und 5 Mädchen eingesegnet, dazu 1 Mädchen aus dem Ortsteil Elisenau. In Börnicke wurden aus Elisenau 1 Knabe und 1 Mädchen eingesegnet. |
Blumberg. Das immerhin noch annehmbare Osterwetter, besonders des ersten Feiertages, lockte die Bevölkerung ins Freie. Das beliebteste Ziel der Spaziergänger ist schon seit langer Zeit die im Bau befindliche Autobahn. Diesmal wurde dort wieder etwas Besonderes gezeigt. Man hat begonnen, die Betondecke zu legen. Die ersten hundert Meter südlich der Chaussee sind fertig, und die mächtigen Maschinen werden gebührend angestaunt. Auch der Brückenbau der Bahn bietet Interessantes genug. Die Umgehungsstraße um Blumberg ist auch bis zum Kastanienweg schon fertiggestellt, so daß in absehbarer Zeit mit der Einweihung zu rechnen ist. Blumberg wird dann ein stiller Ort werden, und die endlosen Autokolonnen, die in den Ferientagen durch das Dorf sausten, werden das Blumberger Pflaster nicht mehr befahren. Blumberg. Feierstunde in der Kirche. Als Ausklang des Osterfestes wurde in unserer Kirche ein Laienspiel der evangelischen Jugend gezeigt. Musik, Sprechchor und Gesang leiteten zu dem besinnlichen Stück vom armen Hiob über. Erstaunlich war die Ausdruckskraft der jungen Menschen, die nur durch Wort und Gebärden, ohne äußerliche Aufmachung, zu packen wußten. |
Ahrensfelde. Die NS. Frauenschaft Ahrensfelde veranstaltete am 1. Osterfeiertag im Parteilokal M. einen Gemeinschaftsabend. Dank der eifrigen Tätigkeit der Frauenschaftsleiterin, Frau N., und ihrer Mitarbeiter sowie durch die Unterstützung durch den Ortsgruppenleiter, Pg. R. K., wurde die Veranstaltung ein großer Erfolg. Die Darbietungen, ausgeführt von den Helferinnen und der Singschar der NS. Frauenschaft, fanden ungeteilten Beifall und zeigten, mit welchem Fleiß und Eifer unsere Frauen bemüht sind, ihr Bestes zu geben. Die Verlosung, bei der es wunderbare Handarbeiten zu gewinnen gab, brachte dies besonders zum Ausdruck. Den Männern der Frauenschaftsschwestern sei für ihre kräftige Unterstützung und Hilfe ganz besonders gedankt. Bei frohem Tanz blieben alle Besucher bis zur Polizeistunde vereint. Die Musik wurde ausgeführt von der SA.-Standartenkapelle 207 unter Leitung des Obersturmführers Pg. T.. |
Blumberg. Neue Lehrerstelle. Als vor dreieinhalb Jahren die Schule in Elisenau für die Siedlung errichtet wurde, mußten von den drei Lehrern der Blumberger Schule einer nach Elisenau, so daß in Blumberg nur zwei Lehrer blieben. Nachdem die Kinderzahl durch die Siedlung dauernd gestiegen ist, wurde jetzt ein Junglehrer von der Regierung bewilligt. Lehrer W. Rößler von der Pädagogischen Akademie Frankfurt a.O. hat die Verwaltung der Schulstelle in Elisenau übernommen. Die solange verwaiste 3. Klasse in Blumberg ist wieder bezogen worden, und der alte vierklassige Schulbetrieb läuft wieder. |
Blumberg. Der Schulungsabend der Ortsbauernschaft am Sonnabend war leider nicht so besucht, wie man es bei dem wichtigen Thema erwartet hätte. Pg. G. von der Kreisbauernschaft erläuterte einige Punkte aus der Landarbeiterordnung. So sprach er über Urlaub, Mittagspause und Kündigung. Zahlreiche Fragen zeigten, daß noch viele Unklarheiten in diesen Fragen bestehen. Ortsbauernführer Pg. W. G. bat deshalb in seinem Schlußwort die Anwesenden, dahin zu wirken, daß der nächste Schulungsabend besser besucht wird. |
Ahrensfelde. Die Ortsgruppe der NSKOV. hielt kürzlich ihre Monatsversammlung ab. Nach Eröffnung der Versammlung und Begrüßung der Kameraden, unter denen sich wieder neue Mitglieder befanden, stellte Ortsgruppenamtsleiter Pg. H. fest, daß die Zahl der Kameraden auf 40 gestiegen ist. Er betonte, daß die Werbung weitergehen muß, um die Einreihung aller Frontkämpfer in die NSKOV. nach dem Willen des Führers durchzuführen. Im Anschluß wurden neue Anordnungen der Zentralstelle bekanntgegeben und auf die von der NSKOV. durchgeführte verbilligte Rheinfahrt hingewiesen. Nach Bekanntgabe einer Verfügung betr. des Tragens des Verwundetenabzeichens verteilte Pg. H. die für diese Neugliederung erforderlichen Antragsformulare. Die nächste Versammlung findet am 6. Juni, 20.30 Uhr im Lokal Müller statt. |
Ahrensfelde. Die Hebamme Frau Maria Sterth kann am 19. Mai auf eine 40jährige Berufstätigkeit zurückblicken |
Bernau und die Reichsautobahn Das Stadtgemeindegebiet Bernau wird von der Reichsautobahn Berlin-Stettin durchschnitten, die Stadt selbst an ihrer äußersten Peripherie von der Bahn berührt, zu der hier von der Chaussee eine Auffahrt besteht. Die Autobahn verbindet zudem Endpunkte, die bisher vielfach auf einem Wege aufgesucht wurden und auch heute noch werden, der mitten durch Bernau führt. Es besteht somit eine Beziehung zwischen Stadt Bernau und Reichsautobahn Berlin-Stettin, aus der sich verschiedene Rückwirkungen für Wirtschaft und Verkehr in Bernau ergeben, wie sich jetzt, nachdem die Autobahn bereits eine geraume Zeit in Betrieb ist, bereits übersehen oder abschätzen läßt. Schlagartig zeigte sich nach Eröffnung der Autobahn eine starke Abnahme des sonntäglichen Autoverkehrs durch Bernau auf der Fernverkehrsstraße Berlin-Eberswalde-Stettin. Es ist davon auch sogleich in der Oeffentlichkeit Notiz genommen worden. Dies Nachlassen des Wochenendverkehrs auf unseren Chausseen brachte zunächst eine Entlastung für Verkehr und Verkehrsaufsicht und dürfte wohl auch ... durch Erhöhung der Verkehrssicherheit eine Abnahme der Verkehrsunfälle herbeigeführt haben, die in unserer Gegend während des Wochenendes auf den Berliner Ausfallstraßen erschreckend häufig sind. Ungünstig wirkte sich die Verkehrsabnahme auf den Fremdenverkehr aus, wenigstens dem Augenschein nach. Auch für die Zukunft wird gelten: je weniger Ausflügler und Reisende in ihren Kraftfahrzeugen durch Bernau fahren, um so weniger werden hier anhalten und einkehren oder tanken. Ganze Autobusladungen von Touristen, die vorher abends auf der Rückfahrt in Bernau haltzumachen pflegten, jetzt aber zur Heimfahrt aus den weiter nördlich gelegenen Ausflugsgebieten die Autobahn benutzen, gehen unserem Gastwirtsgewerbe verloren. ... |
Der Kreisfeuerwehrverband tagt Die Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Niederbarnim, Körperschaft des öffentlichen Rechts, findet am Sonntag, den 19. Juli in Wandlitz statt. Dort versammeln sich die Kameraden von 8.30 Uhr ab und marschieren dann zu Sportplatz, wo um 9.30 Uhr die Alterskameraden geehrt werden. Die Mitgliederversammlung findet im Lokal von Huwe statt. Sie enthält außer den üblichen geschäftlichen Punkten einen Vortrag über die gesetzliche Regelung des Feuerwehrwesens. Nach gemeinsamem Mittagessen währenddessen ein Platzkonzert stattfindet, wird dann um 15 Uhr wieder angetreten zur Gefallenenehrung am Ehrenmal. Den Abschluß bildet der Festmarsch zum Feuerwehrübungsplatz, wo die Ortswehr zeigen wird, was sie kann. ... |
Reichsautobahn Berlin-Stettin im Herbst fertiggestellt Seebäderverkehr kann im nächsten Frühsommer aufgenommen werden ... |
Ahrensfelde. Die Bereitschaft 8 Ahrensfelde der politischen Leiter hat am Sonntag, den 9. August, Dienst in Bernau. Der Marschblock Ahrensfelde versammelt sich um 3/4 8 Uhr im Parteilokal. Alle politischen Leiter, die zur Bereitschaft 8 gehören, versammeln sich um 9 Uhr in Bernau an dem ihnen bekanntgegebenen Ort. Ahrensfelde. In der Versammlung der Politischen Leiter am Mittwoch gab der Ortsgruppenleiter neue Anordnungen bekannt. Infolge der Neueinteilung der Zellen und Blocks wurde der V. Pg. D. zum Blockwalter der NSV. ernannt und den Politischen Leitern durch den Ortsgruppenleiter vorgestellt. Den größten Teil der Versammlung nahm die Organisation der am Sonntag den 23. August stattfindenden Fahnenweihe der Ortsgruppe ein. Am Vorabend, Sonnabend den 22.8., findet eine Heldenehrung mit anschließender Treuekundgebung und Kameradschaftsabend statt. Auf dem Kameradschaftsabend spricht der Reichsredner Pg. Dr. Kölzow. Die weiteren Vorbereitungen werden in der am Mittwoch stattfindenden Versammlung besprochen. Die Weihe der Ortsgruppenfahne erfolgt am Sonntag den 23. August um 15.30 Uhr durch Kreisleiter Pg. Fritz Heermann. Mit dem Gruß an den Führer schloß Ortsgruppenleiter Pg. R. K. die Sitzung. |
Reichsautobahnen dem Verkehr übergeben Die große Einweihungsfeier am Brandenburger Dreieck Auch Hannover-Lehrte frei Teilstück der Nord-Süd-Autobahn eröffnet [Erfurt] ... |
Das Feuerlöschwesen im Kreise Niederbarnim Ein aufschlußreicher Bericht des Kreisbranddirektors für die Zeit vom 1. April 1935 bis zum 31. März 1936 Mit Beihilfen des Kreises und Unterstützung er Feuersozietät der Provinz Brandenburg war es selbst leistungsschwachen Gemeinden des Kreises möglich, das Feuerlöschwesen zu verbessern. Am 1. Juni 1935 bestanden in den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises 85 Freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2093 aktiven Mitgliedern, 2 Freiwillige Betriebsfeuerwehren mit 69 aktiven Mitgliedern und 1 Freiwillige Anstaltsfeuerwehr mit 17 Mitgliedern, zusammen 2179 Mitglieder. ... Neue Feuerlöschgeräte und Fahrzeuge wurden geprüft und abgenommen: a) je ein Mannschafts- und Gerätekraftwagen in Basdorf, Bernöwe, Glienicke, Herzfele, Sachsenhausen, Schwanebeck und Zepernick; b) je eine Kleinmotorspritze in Birkholz, Eiche, Löhme, Marienwerder, Schöneiche und Zühlsdorf; c) je eine Wasser- und Schaummotorspritze in Erkner-Ortsfeuerwehr und Erkner-Rütgerswerke; d) ein Spezial-Waldbrandlöschgrät in Birkenwerder, ein gleiches Gerät erhielt die Försterei Klein-Dölln (Schorfheide); e) eine fahrbare mechanische Ganzmetalleiter (18 Meter Steighöhe) in Altlandsberg. Außerdem haben viele Gemeinden Druckschläuche, Handfeuerlöschgeräte, Rauchschutzmasken und Ausrüstungsstücke anderer Art beschafft. ... Eine Jugendfeuerwehr wurde aufgrund der einschlägigen Bestimmungen des Reichsluftschutzbundes in der Stadt Oranienburg aus 40 Angehörigen der HJ. und des BDM. aufgestellt und theoretisch und praktisch in der Bekämpfung von Entstehungsbränden ausgebildet. ... |
Neue Teilstrecken der Reichsautobahn Rund 400 Kilometer am Sonntag dem Verkehr übergeben / 1000 Kilometer in Betrieb / Längster Abschnitt mit 92 Kilometern in Schlesien ... Am Sonntag Inbetriebnahme der Gesamtstrecke Berlin-Stettin Der Verlauf der Strecke von Schwanebeck bis Colbitzow / Arbeiten und Leistungen / Der weitere Ausbau bevorstehend ... |
Blumberg. Erntedankfest. Um 10 Uhr versammelte sich die Gemeinde in der Kirche, deren Altar und Säulen mit den Früchten des Feldes und des Gartens geschmückt waren. Wechselgesänge der Konfirmanden und des Kirchenchors verschönten den Festgottesdienst. Nach der Führerrede ließ der Regen etwas nach, so daß sich der Festzug formieren konnte, voran die Fahnen. Dahinter die Formationen und die Jugend, darunter unsere Gäste des BDM. aus Berlin, und die Teilnehmer des Lehrganges der NSV.-Reichsschule. Geschmückte Wagen von Bauern, der Schloßparksiedlung und der Reichsschule folgten. Noch während des Umzuges setzte der Regen wieder so stark ein, daß die Teilnehmer des Festzuges völlig durchnäßt auf dem Berliner Platz ankamen. Programmgemäß sollte hier die weitere Feier vor sich gehen. Die Anwohner hatten ihr Bestes getan, die Häuser festlich herzurichten. Mitten auf dem Platz ragte auf einem mit Herbstlaub und Erntegeräten verzierten Maste die Erntekrone empor. Infolge des ungünstigen Wetters löste sich der Festzug hier auf dem Platze auf. - Daß der Regen die Stimmung der Jugend nicht herunterdrücken konnte, bewies die gemeinsame Kaffeetafel bei Ebel. Bei lustigen Liedern wurde der Kampf auf den von der Frauenschaft gestifteten Kuchen durchgeführt. Darauf ging es in den Nitzeschen Saal. Der Ortsbauernführer begrüßte die Gäste und stellte in seiner Rede die Einsatzbereitschaft des Bauern in der Erzeugungs- und Rohstoffschlacht fest. Nach dem Sieg-Heil ließen Lieder der NS.-Frauenschaft, der HJ. und des BDM. und Volkstänze die Zeit schnell vergehen. Schade, daß in dem kleinen Saal nicht genügend Zuschauer Platz fanden. Tanz in den beiden Sälen am Platz beschloß das Erntedankfest. Blumberg. Gewaltige Kartoffeln werden in diesem Herbst auf den Aeckern von Blumberg geerntet. Ein Kartoffelbuddler fand auf dem Acker von Willi Grün eine Kartoffel im Gewicht von 1 1/2 Pfund, die er gewissenhaft der Schriftleitung vorzeigte. Außergewöhnlich starke Knollen erntet man auch auf dem Acker von Gustav Grün. Hier zählte man 140 Stück auf den Zentner. |
Die erste Garnisonsstadt im Kreis Niederbarnim Willkommen in Bernau, Kameraden! Am heutigen Tage zieht die Luft-Nachrichten-Abteilung Bernau der deutschen Luftwaffe in ihre neue Garnisonsstadt ein ... ... |
Drama im Walde von Hoppegarten Förster erschießt den Forstverwalter - Selbstmord des Täters - Das Nachspiel einer Kündigung ... |
Weiterer Ausbau des Erbhofrechts Zwei wichtige Verordnungen: Erbhofrechtsverordnung und Erbhofverfahrensordnung / Eine Anzahl von Zweifelsfragen geregelt / Feste und übersichtliche Grundlagen des Erbhofrechts ... |
Liste der Naturdenkmale im Kreise Niederbarnim 14. Bezeichnung: Linde im Alter von 2-300 Jahren, Umfang 4,15 m, Höhe 15 m) Stadt-, Landgemeinde: Blumberg Eigentümer: Eigentümer Kirche Blumberg Lagebezeichnung: Friedhof, an der Dorfkirche (unmittelbar an der Giebelseite der Kirche) 15. Bezeichnung: Eiche im Alter von 4-500 Jahren (Umfang 5,87 m, Höhe 30 m) Stadt-, Landgemeinde: Blumberg Meßtischblatt/Flur: Grundbuch Blumberg, Bd. 6, Blatt 180, Mutterrolle III, Kartenblatt 3, Parzelle 273, Eigentümer: Gemeinnützige Siedlungs-Gesellschaft, Berlin W 50, Rankestr. 27 Lagebezeichnung: Etwa 156 m südlich des Angerweges im Schloßpark (etwa 125 m südlich der Hauptallee im Schloßpark) |
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Die Feuerwehrführer Niederbarnims ehren ihren ausscheidenden Vorgesetzten Tagung im Landratsamte und Kameradschaftsabend in den Germaniasälen in Berlin Zu der Tagung der Feuerwehrführer aus dem ganzen Kreise Niederbarnim am Dienstag nachmittag im Landratsamt waren sämtliche Ortspolizeibehörden, Ortsbehörden und Ortsfeuerwehrführer geladen und persönlich erschienen oder vertreten, insgesamt mit Gästen 220 Personen. Die sachlichen Verhandlungspunkte wurden rasch und mühelos erledigt; war doch der eigentliche Zweck der Zusammenkunft, den am 1. April wegen Erreichung der Altersgrenze ausscheidenden Kreisfeuerwehrführer Graß kameradschaftlich zu ehren. ... Der Dezernent für das Feuerlöschwesen des Kreises, Regierungsassessor Stier, appellierte an die Wehrführer, bereit zu sein, alles einzusetzen für Staat und Bewegung und sprach dann über das gute Zusammenarbeiten der Feuerwehr mit dem Luftschutz im Kreise Niederbarnim; auch der örtliche Luftschutz untersteht dem Ortspolizeiverwalter. Das gute Verhältnis zwischen beiden Organisationen ist dem Kreisluftschutzführer Schulz aus Birkenwerder mit zu verdanken, der als Gast anwesend war. Auch Jugendwehren sollen in Niederbarnim aufgestellt werden. Da es aber für solche noch an Versicherungsschutz fehlt, sind einstweilen nur Vorarbeiten möglich. Luftschutzführer Schulz unterstrich die Worte des Feuerlöschdezernenten über das gute Zusammenwirken von Feuerwehr und Luftschutz im Kreise Niederbarnim. Das gleiche gilt für das Rote Kreuz, was Kam. Graß ebenfalls betonte. Zu einigen organisatorischen und feuerwehrtechnischen Fragen nahmen noch Kreisfeuerwehrführer Graß und Hauptbrandmeister Lubnow kurz Stellung. Landrat Dr. Weiß sprach nach Abschluß dieser Verhandlungspunkte in aller Form dem Kreisfeuerwehrführer Graß seinen und der Kreisverwaltung Dank aus, weil unter Graß´ Leitung und durch sein Verdienst der Kreis Niederbarnim eine mustergültige Feuerwehr besitze. Seit 30 Jahren, so sagte Dr. Weiß, ist Kamerad Graß Feuerwehrmann, seit 15 Jahren steht er an der Spitze der Feuerwehren unseres Kreises und hat unermüdlich deren Schlagkraft auf die Höhe gebracht und darauf erhalten. Seine Arbeit war aufgebaut auf Kameradschaft und auf dem Vertrauen aller Dienststellen. Wir bedauern, daß Graß nach den gesetzlichen Bestimmungen aus seinem Amt scheiden wird. Der Kreisausschuß wird in seiner nächsten Sitzung den Nachfolger bestellen und bekanntgeben. ... In einem Saale der Germaniasäle in der Chausseestraße trafen sich dann die Tagungsteilnehmer bei einem kameradschaftlichen Schoppen, bei dem es noch eine kleine Ovation für den Kameraden Graß gab. Es sprach Assessor Stier, und Kamerad Doßke, Bernau, brachte den Feurwehrsalamander aus. Zu den Klängen eines Flügels, den bald dieser, bald jener Feuerwehrmann "bediente", sang man gemeinschaftliche Lieder, bis es Zeit war, nach Hause zu fahren. Tagung und Kameradschaftsabend haben ein ansprechendes Bild von der Verbundenheit unserer Feuerwehren untereinander gegeben. So wird es auch in Zukunft bleiben. * * *
Zur Bestallung eines neuen Kreisfeuerwehrführers ist folgendes zu sagen: Im Kreise Niederbarnim bestand Personalunion zwischen dem Kreisfeuerwehrführer, früher Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes genannt, und dem Feuerwehraufsichtsbeamten des Landratsamtes, der zugleich Sachbearbeiter für das Feuerlöschwesen ist und früher Kreisbrandmeister oder Kreisbrandinspektor genannt wurde. Der Kreisfeuerwehrführer wird als solcher vom Landrat bestimmt nach Anhörung des Provinzialfeuerwehrführers und des Führerrates des Kreisfeuerwehrverbandes: der Feuerwehraufsichtsbeamte wird, nachdem der Kreisausschuß zugestimmt hat, vom Landrat bestellt. Er ist Beamter der Kreisverwaltung. Die Personalunion zwischen den beiden Aemtern, die sich trefflich bewährt hat, wird beibehalten. Die erforderliche Fühlungnahme zwischen allen in Frage kommenden Instanzen und auch mit der Kreisleitung der NSDAP. über die Person des neuen Kreisfeuerwehrführers ist erfolgt und hat Einigung auf einen Kameraden ergeben. ... |
Wilhelm Graß nahm Abschied - Max Lubnow stellt sich vor als Kreisfeuerwehrführer in Niederbarnim ... |
Niederbarnim im Berliner Autobahnring 187 Kilometer rings um die Reichshauptstadt / 1940 fertiggestellt / Schwanebeck und Rüdersdorf eingeschlossen "Die Straße", herausgegeben vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, beschäftigt sich im zweiten Märzheft in mehreren Abhandlungen mit dem großen Reichsautobahn-Ring, der die Reichshauptstadt in drei Jahren völlig umschließen wird. Nicht weniger als sechs große Linien der Reichsautobahnen wachsen auf Berlin zu. Da ist es eine der wichtigsten Aufgaben, dafür zu sorgen, daß der Kraftverkehr von der Reichsautobahn auf dem schnellsten Wege in die Stadt hinein und von der Stadt ebenso rasch und mühelos zur Autobahn hinaus gelangt. Zugleich aber ist dafür zu sorgen, daß der Kraftverkehr, dessen Ziel oder Ausgangspunkt nicht Berlin ist, auf der Reichsautobahn ohne nennenswerten Zeitverlust am Weichbild der Stadt vorbeikommt. Die Lösung dieses Problems ist die Vereinigung der sechs auf Berlin zustrebenden Reichsautobahnlinien in einem sogenannten Berliner Ring. Es ist ein ellipsenartiges Gebilde, dessen Durchmesser ungefähr 60 Kilometer, dessen kleinster ungefähr 35 Kilometer und dessen Länge nicht weniger als 187 Kilometer beträgt. Die Linienführung des Berliner Rings liegt überall fest. Ende Mai 1937 werden rund 35 Kilometer, am Ende diesen Jahres rund 85 Kilometer, Ende 1938 rund 133 Kilometer und voraussichtlich Ende 1940 der gesamte Ring befahrbar sein. Linien in Trompeten- oder Muschelform
Welches Ausmaß an Planung und Arbeit das erfordert, zeigen schon wenige Zahlen: 6 Autobahnlinien werden in Form einer Trompete oder Muschel, deren längste Ausdehnung rund 1 Kilometer beträgt, an den Ring angeschlossen. 19 Ausfallstraßen werden mit großräumigen Anschlußstellen versehen. 30 Durchlässe und 167 Verkehrswege, darunter 16 Wasserstraßen, 18 Eisenbahnlinien, 6 Autobahnlinien, 8 Reichsstraßen, 37 Landstraßen 1. Ordnung, 45 Landstraßen 2. Ordnung und 37 sonstige Verkehrswege werden unter- oder überführt. Darunter sind zwei große Talbrücken, die eine Länge von ungefähr 100 und 700 Meter haben. Fast 8 Millionen Kubikmeter Erde werden bewegt und 1500000 Tonnen Zuschlagstoffe an Zement, Kies und Splitt herangeschafft, um 3500000 Kubikmeter Fahrbahndecke einschließlich Seitenstreifen herzustellen. Der Ring wurde mit größter Sorgfalt trassiert, um landschaftlich, geologisch und siedlungspolitisch die besten Lösungen zu finden. Jede verkehrsmäßig bedeutsame Straße ist unmittelbar an den Ring angebunden. Weitere Anschlußstellen sind leicht möglich. Die Osttangente durchläuft Niederbarnim
Der jetzt im Werden befindliche Ring wird in vier großen Abschnitten gebaut, die ihrer Lage nach Ost-, Süd-, West- und Nordtangente genannt werden. Als erster Bauabschnitt wurde die Osttangente in Angriff genommen. Sie ist rund 41 Kilometer lang und verläuft im Osten der Stadt am äußersten Rande der vorstädtischen Siedlung. Sie beginnt südlich des Ortes Schwanebeck im Nordosten Berlins, verläuft zunächst südöstlich und schwenkt bei dem Talübergang bei Rüdersdorf in südlicher Richtung ein. Kurz nach Ueberschreitung des Oder-Spree-Kanals verläßt die Abzweigung nach Frankfurt (Oder) den Ring, der von hier ab mit seiner Südtangente nach Westen führt. Die in der Osttangenten gekreuzten Reichsbahnstrecken werden von der Reichsautobahn sämtlich unterfahren. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß hier zum ersten Male das Verfahren der Moorsprengung für Dammschüttungen mit gutem Erfolg angewandt wurde. Zum Anschluß des dichten Landstraßennetzes und der von Berlin ausstrahlenden Ausfallstraßen sind an der Osttangente fünf Anschlußstellen vorgesehen. Die Osttangente wird in ihrem ersten Teil bis zum Heidereuter See im Frühjahr und in ihrer ganzen Länge gegen Ende des Jahres 1937 dem Verkehr übergeben werden. Die Südtangente verläuft in fast gerader Linie von Ferch bis zu der Anschlußstelle Frankfurt (Oder), östlich von Niederlehme. Ihr kommt eine besondere Bedeutung zu, denn sie dient der durchgehenden Verbindung Westdeutschland - Hannover - Berlin - Grenzmark bzw. Schlesien. Die Westtangente des Berliner Ringes erhält ihr Gepräge in hohem Maße durch das von ihr durchzogene Gebiet der westlichen Seenplatte bei Potsdam und Werder. Rastplätze in Urstromtälern
Weit verbreitet ist die Vorstellung, in der Mark Brandenburg fehlten Fernblicke und Geländeübersichten auf Grund natürlicher Höhenunterschiede, oder sie seien doch wenigstens selten. Wer den Ring der Reichsautobahn um Berlin fährt, wird eines Besseren belehrt. Die Reichsautobahn quert Höhen und Tiefen des Urstromtales, und so entsteht ein Wechsel in der Höhenführung der Straßenkrone. Daraus ergibt sich eine Richtlinie für Lage und Anordnung der Rastplätze. Zum Parken werden die Wagen vorschriftsmäßig von der Fahrbahn abgeleitet. Der Rastplatz öffnet sich frei in den anschließenden Wald, der auf den Anhöhen ausschließlich aus Kiefern besteht. Zwischen solchen Rastplätzen, die um der Ausblicke und der Uebersicht über die Landschaft willen ausgewählt sind, liegen in den weiten Waldgebieten, an kleinen Fenns, Lagerwiesen, die als Rastplätze geradezu einladen. |
Günstige Entwicklung des MEW. Stromabsatz war 1936 doppelt so hoch wie 1933 ... |
Der größte und modernste Flughafen der Welt Tempelhof Ende 1938 betriebsfertig ... |
Polizeifunk auf der Landstraße Bedeutsame Neuerung bei der motorisierten Gendarmerie ... |
Arbeit und Leistung unserer Feuerwehr Aus dem Bericht über das Feuerlöschwesen im Kreise Niederbarnim für die Zeit vom 1. April 1936 bis zum 31. März 1937 ... Es bestanden in den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises Niederbarnim am 1. Juni 1936 85 freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2137 aktiven Mitgliedern ... und am 1. Januar 1937 85 freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2131 ... aktiven Mitgliedern. ... Die Löschwasserversorgung haben nachgenannte Gemeinden verbessert ... ... durch den Bau einer Löschwasserzisterne vom 70 Kubikmetern Inhalt: Blumberg, Liebenwalde und Schmachtenhagen ... durch den Bau eines Feuerlöschteiches: Lindenberg (Ortsteil Klarahöh). ... Einen neuen Feuerwehrgeräteraum hat die Gemeinde Ahrensfelde geschaffen. ... |
Die "Osttangende" von Buch bis Erkner Erster Teilabschnitt des Berliner Reichsautobahnringes Nach kanpp 2 1/2 jähriger Bauzeit ist soeben der erste große Teilabschnitt des Berliner Ringes der Reichsautobahn fertiggestellt worden, um bereits heute 14 Uhr offiziell dem Verkehr übergeben zu werden. Diese sog. Osttangente, die etwa von Buch bis Erkner reicht, hat eine Länge von 29 Kilometer. Sie vermittelt durch die kühne, großzügige Anlage, durch die klar gegliederte, künstlerisch der Landschaft angepaßte Linienführung nachhaltige Eindrücke und gibt einen Begriff von den gewaltigen Gesamtausmaßen des Berliner Autobahnringes, der im Jahre 1940 vollendet sein und die Reichshauptstadt in 30 bis 40 Kilometer Entfernung von Stadtmitte als riesiger 195 Kilometer langer Gürtel umschließen wird. Vertreter der Presse hatten am Freitag Gelegenheit, die Osttangente erstmalig zu befahren. Sie führt durch ein charakteristisches, malerisches Stück märkischer Landschaft. In reicher Abwechslung Felder und Wiesen, Laub- und Nadelwald, weite Lichtungen, stille Haine, verträumte Seen und Gewässer; zwischendurch immer wieder die roten Giebel und Türme märkischer Städte und Siedlungen. 38 große Bauwerke mußten errichtet werden, um die Durchführung dieser herrlichen Autostraße und die Ueberschneidung der sie kreuzenden zahlreichen anderen Verkehrswege zu ermöglichen. Darunter neben dem gigantischen Doppelviadukt, der die Talsohle in Rüdersdorf in einer Länge von rund 1000 Metern und einer Höhe bis zu 21 Metern überbrückt, 15 Ueberführungen, 11 Unterführungen, 5 Gewölbedurchlässe und ein Kreuzungsbauwerk Autobahn über Autobahn. Das "Stettiner Dreieck".
Den Beginn der Osttangente bildet die Anschlußstelle Weißensee - Bernau-Süd, die als Kopf der Strecke Berlin-Stettin bereits seit April v. J. in Betrieb ist. Der Stettin-Verkehr benutzt zunächst noch ein Kilometer lang den Berliner Ring, um sich dann, nach Norden abzweigend, in dem sog. Stettiner Dreieck von der Osttangente zu trennen. Dieses Dreieck, auch Muschel oder Trompete genannt, ist die erste Lösung solcher Art für die Abzweigung einer Autobahn von der anderen, durch die eine kreuzungsfreie Fahrt für alle Richtungen ermöglicht wird. Allerdings hat der Autofahrer in einer recht scharfen überhöhten Kurve erheblich das Fahrtempo zu vermindern, und zwar auf etwa 30 Kilometer. Die Osttangente unterfährt dann die Wriezener Bahnstrecke und kreuzt bei Blumberg die Reichsstraße 158, die mit der Anschlußstelle Weißensee - Werneuchen an die Autobahn angeschlossen ist. Nach Ueberquerung von zwei kleineren Moortälern kommen wir zur Anschlußstelle Lichtenberg-Nord - Altlandsberg, die bei Seeberg zu einer Provinzstraße erster Ordnung führt. In der Nähe von Neuenhagen wird die Reichsbahnstrecke Berlin - Strausberg unterfahren. Hier mußte die Eisenbahnlinie um etwa 3 Meter gehoben werden, da die Autostraße infolge der ungünstigen Vorflutverhältnisse nicht tiefer in das Gelände eingeschnitten werden konnte. Bei Vogelsdorf wird dann in einem spitzen Winkel die Reichsstraße 1, Berlin - Ostpreußen gekreuzt, wo gleichzeitig durch die Anschlußstelle Lichtenberg-Süd - Müncheberg Gelegenheit zur Auffahrt auf die Autobahn gegeben ist. Bald erreichen wir das westliche Siedungsgebiet der Gemeinde Rüdersdorf und damit den einzigartigen Doppelviadukt, der auf 15 mächtigen mit Klinkern verblendeten Betonpfeilern die Talsohle überbrückt. Es handelt sich hier um ein Meisterwerk deutscher Brückenbaukunst
da u. a. der riesige in Lichtbogenschweißung hergestellte Ueberbau bisher in der ganzen Welt kein Gegenstück hat. Von einem in unmittelbarer Nähe der Brückeneinfahrt angelegten Rastplatz aus genießt man einen herrlichen Blick in das idyllisch gelegene Tal. Nach Süden zu geht es weiter durch die ausgedehnten Waldungen der Staatsforsten Rüdersdorf und Erkner den Kranichbergen bei Woltersdorf entgegen, die östlich umfahren werden. Hier mußte auf rund 1500 Meter Länge mit einer Steigung 1:40 ein Höhenunterschied von 37 Metern bewältigt werden. Nach Ueberquerung der Straßen Erkner - Grünheide und Erkner - Gottesbrück findet die Autobahn schließlich am Weidereutersee [!] mit der Anschlußstelle Oberschöneweide - Grünheide ihr vorläufiges Ende. Gleichzeitig mit Eröffnung der Strecke wird an der Anschlußstelle Weißensee - Bernau-Süd eine der ersten Tankstellen dem Betrieb übergeben, wie sie in gleicher Form und nach dem neuesten Erfahrungsstand der Technik eingerichtet, noch in diesem Jahr in großer Zahl an den fertigen Reichsautobahnen gebaut werden. Diese Tankstelle hat übrigens, wie in Zukunft auch alle anderen längs des Autobahnringes, unmittelbaren Anschluß an das Berliner Fernsprechnetz. |
Musterung und Aushebung 1937 zugleich Erstellungsaufforderung ... Musterungs- und Aushebungsort: Dahlwitz-Hoppegarten, "Rennbahn-Restaurant", Rennbahn I. Musterung der Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915, 1916 und 1917 d) am 28. Juni 1937, 7.00 Uhr (vorm.) von Mehrow, Seeberg, Bruchmühle, Eggersdorf, Hönow ... Musterungs- und Aushebungsort: Bernau, "Elysium", Hussitenstr. 8 I. Musterung der Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915, 1916 und 1917 b) am 1. Juli 1937, 7.00 Uhr (vorm.) von Zepernick, Lindenberg, Schönow, Blumberg c) am 2. Juli 1937, 7.00 Uhr (vorm.) von Börnicke, Lanke, Schwanebeck, Löhme, Lobetal, Ahrensfelde, Krummensee, Seefeld, Eiche, Birkholz |
Niederbarnims neue Fahne Die Geschichte unseres Kreiswappens ... |
Blitzschlag in den Bernauer Pulverturm Das Storchennest zertrümmert / Ein anständiger Sachschaden ... |
Siedlerauswahl nach neuen, vereinfachten Grundsätzen Ueberprüfung nur noch in mündl. Beratung / Beurteilung nicht nach finanzpolitischen Gesichtspunkten ... |
In jeder Gemeinde eine Volksbücherei! Planmäßiger und einheitlicher Aufbau des Volksbüchereiwesens / Ein Erlaß zur Woche des deutschen Buches ... Die Unterhaltung einer Volksbücherei von angemessener Leistungsfähigkeit ... ist ein wesentlicher Bestandteil der Kultur- und Bildungsaufgaben der Gemeinden. Daher ist anzustreben, daß in jeder Gemeinde von 500 Einwohnern an eine Volksbücherei vorhanden ist, die einen Kernbestand ausgewählten Schrifttums enthält, dessen Umfang von 250 Büchern an mit der Ortsgröße steigt. ... |
NS.-Bezirkstagung in Blumberg Der Kreisleiter über Madeirafahrt und Sonthofen / Die Kreisfrauenschaftsleiterin über Frauenschaft und Frauenwerk Die Kreisleitung der NSDAP. des Kreises Niederbarnim hatte die Ortsgruppen des Bezirkes III der Kreisorganisation zu einer Tagung am Sonntag nach Blumberg befohlen. Um 11 Uhr zogen die Teilnehmer der Bezirkstagung in Stärke von 185 uniformierten Politischen Leitern sowie etwa ebenso vielen SA.-Männern und 50 Hitlerjungen mit den Fahnen der Bewegung, aber leider ohne Musikkapelle durch den Ort und marschierten zum Schluß an Kreisleiter Heermann und Obersturmbannführer Heidmann, dem Führer der SA.-Standarte 207, vorbei. Dann machte machte man Mittagspause, um sich gegen 13 Uhr im Tagungslokal einzufinden, dessen großer Saal samt den Toilettenräumen einer Anpassung an die Richtlinien der NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" über Verschönerung der Versammlungsstätten auf dem Dorfe arg bedarf. ... Sämtliche Ortsgruppen und Stützpunkte des dritten Bezirkes hatten ihre Vertretungen entsandt, und zwar waren erschienen: Ahrensfelde mit 15, Bernau mit 54, Birkholz mit 4, Blumberg mit 22, Börnicke mit 3, Eiche mit 6, Lanke mit 12, Lindenberg mit 6, Löhme mit 2, Mehrow mit 2, Prenden mit 4, Schönerlinde mit 12, Schönow mit 9, Schönwalde mit 10, Schwanebeck mit 20, Seefeld mit 5, Sophienstädt mit 1 und Zepernick mit 66 Politischen Leitern. Dazu kamen 39 Mitglieder des Kreisstabes, so daß man in einer Stärke von 289 Personen, zu denen einige Gäste traten, tagte. ... Frau Daßler [Kreisfrauenschaftsleiterin Pgn. Elsa Daßler - Oranienburg] zählte dann die Abteilungen der Frauenschaft mit ihren Spezialaufgaben auf ... Der Hilfsdienst kann in Niederbarnim auf 1295 ausgebildete Frauen für Feuerwehr und Luftschutz hinweisen, auf 800 Samariterinnen und auf 2- bis 3000 Mitarbeiterinnen für die NSV. Die Abteilung Kultur, Erziehung und Schulung hat 43 Frauen in diesen Fächern ausbilden lassen und 1218 Kinder für die Kindergruppe der Frauenschaft geworben. 175 junge Mädchen und Frauen arbeiten in der Jugendgruppe der Frauenschaft, eine Zahl die bedeutend vergrößert werden muß. Im Kreise Niederbarnim zählt die NS.-Frauenschaft 80 Ortsgruppen. Frau Daßler schloß mit einem Appell zur Mitarbeit und Werbung und zur Arbeit der Frauen für Volk und Jugend. Pg. Heermann bemerkte dazu, die Jugendgruppen müßten durch tüchtige Mädel aus dem BDM., die das 18. Lebensjahr überschritten, ergänzt und lebendig gestaltet werden. Die Verstärkung der Roten Kreuzes durch Frauen und Mädchen aber sei eine der dringlichsten Frauenaufgaben. ... |
Der zweitausendste Kilometer Festakt auf der Reichsautobahn bei Erkner ... Erkner, 17. Dezember Heute vormittag wurden im Reich an sechs verschiedenen Stellen zugleich, und zwar im Ruhrgebiet, bei Kassel, Gera, Köln, Stuttgart und am Berliner Ring fertiggestellte Abschnitte der Reichsautobahn in einer Gesamtlänge von 218 Kilometern in Betrieb genommen. Den Mittelpunkt der feierlichen Eröffnung bildete ein Festakt an der Auffahrt Erkner-Grünheide an der Osttangente des Berliner Ringes, der hier den Anschluß an die Reichsautobahn von Berlin nach Frankfurt a. Oder herstellt. Durch Rundfunk wurde diese Feier an die übrigen fünf Baustellen im Reich übertragen. * * *
In eine weiße Schneedecke gehüllt, liegt das märkische Land beiderseits des Autobahnringes zwischen den Gemeinden des Kreises Niederbarnim, Erkner und Grünheide und an der Strecke der neuen Reichautobahn Berlin - Erkner - Fürstenwalde. An der Stelle, wo die neue Linie, die nach Frankfurt/Oder führt, von dem Berliner Autobahnring abzweigt, hat heute vormittag gegen 11 Uhr ein feierlicher verkehrspolitischer Akt inmitten der Schneelandschaft auf dem Gebiet der Gemeinde Grünheide stattgefunden. Es galt die Verkehrsübergabe der neuen Strecke Erkner - Fürstenwalde wie auch von fünf weiteren Teilstrecken der Reichsautobahn in verschiedenen Gauen des Reiches, womit das Bauziel des Jahres 1937, 2000 Kilometer Reichsautobahn, erreicht ist. ...... Zahlreich war die Schar der Ehrengäste, die zu diesem Ereignis eingeladen war. Man sah als Vertreter des Reichsverkehrsministers den General der Panzertruppen Lutz, ferner höhere Offiziere der Wehrmacht und der Polizei, höhere Führer der SA., des NSKK., des NSFK. und der SS, darunter Obergruppenführer und Gruppenführer, wie Graf Helldorf und v. Jagow, und Brigadeführer Schormann. Den Reichsarbeitsdienst vertrat Generalarbeitsführer Dr. Decker. Die Gauleitung Kurmark war vertreten durch den stellvertretenden Gauleiter Wegener und die Gauamtsleiter Scherer und Schneider. An bekannten Persönlichkeiten aus unserem Kreise Niederbarnim sah man Kreisleiter Heermann, Landrat Dr. Weiß, den Standartenführer 207 Obersturmbannführer Heidmann, die Vertreter der Ortsgruppen bzw. Gemeinden Erkner, Grünheide, Rüdersdorf, Hoppegarten, Birkenwerder und Hohen Neuendorf. Den Absperrdienst nahm die Gendarmerie des Kreises Niederbarnim vor. ... ... Mit dem heutigen Tage sind 2026 Kilometer in Betrieb. 600 Kilometer sind zur Zeit noch im Bau, und 1000 sollen im Lauf des nächsten Jahres fertiggestellt werden, darunter die Verbindung von der Ostsee bis zur österreichischen Grenze, die auch durch unseren Kreis Niederbarnim führt. ... Mit erhobener Stimme übergab dann Dr. Todt "Im Auftrag des Führers im vierten Jahr nach dem ersten Spatenstich den 2000. Kilometer dem Verkehr und dem deutschen Volke" und zugleich als Weihnachtsgeschenk dem Führer. Dann sprach zu den versammelten Parteigenossen und Volksgenossen Gauleiter Stürtz. "Heute ist für den Gau Kurmark ein doppelter Freudentag: wegen der programmgemäßen Uebergabe des vollendeten Bauabschnittes der Reichsautobahn und weil nunmehr die künftige Hauptstadt des Gaues, Frankfurt/Oder, eine geschlossene Autobahnverbindung mit der Hauptstadt des Reiches besitzt. ..." ... Von der neuen Strecke liegen etwa drei bis vier Kilometer innerhalb des Gebietes des Kreises Niederbarnim. Diese Kreisstrecke reicht bis zum Ufer der alten Spree, von wo aus die Brücke in den Nachbarkreis den Verkehr weiterleitet. |
Das Weihnachtsgeschenk der Reichsautobahn-Arbeiter Berlin, 17. Dezember Der Generalinspektor für das deutsche Straßenbauwesen Dr. Todt sprach anläßlich der Einweihung des 2000. Kilometers am Donnerstag vor Vertretern der deutschen Presse über die bisher geleistete Arbeit und zeigte die für das nächste Jahr vorgesehenen weiteren Bauaufgaben. Die Fertigstellung von 2000 Kilometern Reichsautobahn bedeutet, daß ein Viertel des ursprünglich vorgesehenen Grundnetzes dem Verkehr zur Verfügung gestellt wird. 2000 Kilometer Autobahn stellen die Arbeit von rund 250000 Volksgenossen in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren dar. ... Im Laufe des Jahres 1937 sind 1000 Kilometer dem Verkehr übergeben worden, das bedeutet, daß an 300 Arbeitstagen dieses Jahres pro Tag ungefähr drei Kilometer Reichsautobahnen fertiggestellt wurden. ... Fertiggestellt sind jetzt die Bahnen zwischen Leipzig und Nürnberg mit 260 Kilometern, zwischen Berlin und Hannover mit 240 Kilometern und zwischen Gießen und Karlsruhe mit rund 200 Kilometern. ... ... Dr. Todt beschäftigte sich im weiteren mit der Wirtschaftlichkeit der Reichsautobahnen. Wir haben, so erklärte er, den Verkehr auf den Autobahnen von Anfang an genau beobachtet und haben Meßwerkzeuge und Meßfahrzeuge hinausgeschickt, um genau festzustellen, welche Vorteile die Autobahnen dem Kraftverkehr gegenüber dem Fahren auf der alten Straße bringt. ... Ueber die Ergebnisse dieser Versuche machte Dr. Todt nähere Mitteilungen. So brauchte ein 3,2-Liter-Mercedes-Wagen auf der alten Reichsstraße bei einer Höchstgeschwindigkeit von 71 Kilometer 17 Liter Benzin pro 100 Kilometer; bei einer Versuchsfahrt auf der Autobahnstrecke von Nauheim nach Bruchsal brauchte derselbe Wagen für dasselbe Verkehrsziel bei einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 Kilometer nur elf Liter Benzin auf 100 Kilometer. Der Benzinverbrauch geht also auf der Reichsautobahn bei mäßig schneller Fahrt gegenüber dem Fahren auf den alten Straßen von 17 auf 11 Liter zurück, bei kleineren Wagen ist die Ersparnis etwas niedriger. Im großen und ganzen liegt die Betriebsstoffersparnis auf der Autobahn zwischen 30 und 40 v.H. gegenüber den alten Straßen. ... |
Unsere Freiwilligen Feuerwehren - Hilfskorps der Polizei Brandschäden um ein Sechstel zurückgegangen / Neue Aufgaben des Feuerlöschwesens ... Bei den anerkannten oder neu geschaffenen Organen bleibe nur noch die Frage, ob ihr Bestehen auch notwendig ist, wenn im Ernstfalle die ganze Nation in einer einzigen klaren Zielsetzung in geschlossener Abwehrbereitschaft dazustehen hat. ... Dann schildert der General [Daluege] die Erhebung der freiwillige Feuerwehren zum Hilfskorps der Polizei im nationalsozialistischen Staat, der den Begriff Feuerlöschpolizei schuf. ... Die neuen Aufgaben der Feuerlöschpolizei, deren Umfang noch nicht abgesehen werden könne, lägen vorallem in der notwendigen Abwehrbereitschaft für den Kriegsfall. Ein schon häufig erprobtes Millionenheer freiwilliger Helfer sei dazu erforderlich. |
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Viehseuchenpolizeiliche Anordnung betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche wird auf Grund der §§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (RGBl. S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers des Innern für den Umfang des Regierungsbezirks Potsdam folgendes bestimmt: § 1. Jede verseuchte Ortschaft bildet in der Regel einen Sperrbezirk ... Benachbarte, nach ihrer Lage oder ihren Verkehrsverhältnissen besonders stark gefährdete Einzelanwesen, Ortsteile oder Orte werden in den Sperrbezirk einbezogen. Bei großen Orten kann der Sperrbezirk auf Ortsteile, bei vereinzelt liegenden verseuchten Gehöften auf diese beschränkt werden, wenn dadurch nach Lage der Sache und den wirtschaftlichen und Verkehrsverhältnisse der Seuchenverschleppung genügend vorgebeugt werden kann. § 2. An den Haupteingängen des Sperrbezirkes sind Tafeln mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift "Maul- und Klauenseuche-Sperrbezirk. Einfuhr und Durchtreiben von Klauenvieh sowie Durchfahren mit Wiederkäuergespannen verboten." leicht sichtbar anzubringen. ... |
Noch einmal das Problem Berlin-Reichsautobahn Die endgültigen Anschlüsse nach den Neugestaltungsplänen Nachdem der Führer auf dem Parteitag der Ehre seinen Plan zur würdigen Umgestaltung der Reichshauptstadt verkündet hatte, mußte auch das Problem Berlin-Reichsautobahn neu untersucht werden. Der dabei entstandene Plan wird jetzt zum ersten Male durch Regierungsbaurat Dipl.-Ing. Carl Schnell - Berlin in der "Straße" der Oeffentlichkeit bekanntgegeben. Dank des Projektes des Generalbauinspektors Prof. Speer über das Hauptachsenkreuz kann auch das innerstädtische Verkehrsproblem städtebaulich befriedigend und weit vorausschauend gelöst werden. Es bestehen keine Bedenken mehr, auf den Endpunkten des Achsenkreuzes starken Verkehr zusammenzufassen, ja die Hauptachsen können sogar bis zum Ring der Reichsautobahn durchstoßen. Es ist erwünscht, auf der Nordsüdachse im Zuge der Siegesallee einen möglichst starken Verkehr zu vereinigen. ... Die Ostwestachse wird sich etwa zwischen Altlandsberg und Nauen in den Ring einspannen. Der in ihrem Zuge liegende Oststutzen, der bei Seeberg abzweigt, wird etwa bei Lichtenberg in diese Achse übergehen. Der Weststutzen vermittelt den Verkehr mit Hamburg. Er zweigt bei Dallgow aus der Heerstraße ab. ... ... Bei der besonderen Bedeutung des Ostseeverkehrs für Berlin wird zu gegebener Zeit der Nordstutzen unmittelbar an die Reichsautobahnstrecke Berlin - Stettin angeschlossen werden müssen. Die bestehenden Verbindungen der Diagonale Berlin - Leipzig über das Stettiner bzw. Leipziger Dreieck behalten ihre besondere Bedeutung bei. Die Verteilung des Verkehrs von den Stutzen auf das gesamte Stadtgebiet wird durch großzügige Ringstraßen erfolgen. Die Pläne werden im einzelnen noch entwickelt; es ist jedoch bald mit ersten sichtbaren Maßnahmen auch hier zu rechnen. Die Stutzen werden in der Mitte eine autobahnartige Schnellspur haben, die einen Schnellverkehr zwischen der Stadt im engeren Sinne und dem übrigen Reich ermöglichen soll. Neben der Schnellspur sind Straßen geplant, die den Verkehr zwischen der Stadt und den Siedlungen vermitteln. Außerdem bleiben für die Außengebiete die zwanzig Anschlußstellen am Ring und ihre Zubringerstraßen. Mit der Verkehrsübergabe des Ringes etwa 1941 ist die Hauptarbeit der großen Planung geleistet. Die Avus-Verbindung wird ab 1940 zur Verfügung stehen. Der Bau der Zubringerstutzen erfolgt Zug um Zug mit den weiteren Plänen zur Neugestaltung der Reichshauptstadt. |
Ehrenbücher für fünf kinderreiche Niederbarnimer Familien Feierstunde in Frankfurt (Oder) / Die Familie - Brunnquell des Lebens Im Rahmen einer eindrucksvollen Weihestunde erfolgte in Frankfurt (Oder) die dritte Ausgabe von Ehrenbüchern an kinderreiche Familien in Reich. Sie wurde vorgenommen durch den Landesverband Kurmark im Reichsbund der Kinderreichen. Unter den durch das Ehrenbuch ausgezeichneten Familien befinden sich auch fünf Ehepaare aus dem Kreise Niederbarnim, und zwar ... Pg. Dr. B., Ahrensfelde. ... Hierrauf gaben die zu ehrenden Eltern stehend zusammen mit dem Landesleiter ein Bekenntnis zum ewigen Volk ab ... |
Bekanntmachung Unter dem Schweinebestand des Bauern Willy Grün in Blumberg ist die Schweinepest ausgebrochen. Das Gehöft ist für die Ein- und Ausfuhr von Schweinen gesperrt. Blumberg, den 11. März 1938 Kreis Niederbarnim Der Amtsvorsteher der Ortspolizeibehörde |
NS. Deutscher Reichskriegerbund (Kyffhäuser) Dem Führer unmittelbar unterstellt / Die Wehrmachtsverbände gehen in ihm auf Berlin 18. März Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit: "Der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat eine Umgliederung des Reichskriegerbundes (Kyffhäuser) angeordnet mit der Maßgabe, daß die jetzt bestehenden Bünde der Wehrmacht in den neuen Reichskriegerbund (Kyffhäuser) aufgehen. Dieser neue Reichskriegerbund wird dem Führer direkt unterstehen und von allen sonstigen Bindungen gelöst. Die Umgliederung wird bis zum 30. September 1938 durchgeführt. Ausführungsbestimmungen folgen." ... Wie zu der Umgliederung des Reichskriegerbundes (Kyffhäuser) noch bekannt wird, wird die NSKOV. von dieser Regelung nicht berührt. Die Anordnungen beziehen sich lediglich auf die Mitglieder des Reichskriegerbundes und die Soldatenbünde der neuen Wehrmacht. |
Bekanntmachung Im Amtsbezirk Blumberg ist amtstierärztlich die Maul- und Klauenseuche festgestellt und über Blumberg und den Ortsteil Gut die Sperre verhängt worden. Blumberg, den 24. März 1938 Kreis Niederbarnim Der Amtsvorsteher der Ortspolizeibehörde |
Wahlkundgebungen im Kreise Niederbarnim [Zur Wahl zum großdeutschen Reichstag am 10.4.1938] Blumberg: 3.4. Pg. Bartsch Eiche: 6.4. Pg. Burgemeister Mehrow: 7.4. Pg. Bährens [Ahrensfelde nicht erwähnt] |
Der Kreis Niederbarnim seit der Machtübernahme ... ... Die Zahl der Motorspritzen ist seit 1933 fast verdoppelt und die der Motor-Mannschaftswagen mehr als verdreifacht. So stehen heute 77 Motorspitzen und 76 Mannschaftswagen in den Gemeinden des Kreises. Ihnen zur Seite warten die 6 Bereitschaften des "Roten Kreuzes" mit 850 Helfern und fast 600 Helferinnen auf den Einsatz. ... |
Bekenntnis zu Großdeutschland Nach vorläufiger Zählung 99,55 v.H. abgegebene Stimmen, davon 99,8 v.H. mit Ja Stimmberechtigte insgesamt 49 546 950 Abgegebene Stimmen 49 326 791 (99,55 v.H.) Gültige Stimmen 49 251 449 Ja-Stimmen 48 799 269 (99,08 v.H.) Nein-Stimmen 452 180 (0,92 v.H.) ... 157 812 Ja-Stimmen im Kreise Niederbarnim Das amtliche Ergebnis: Stimmberechtigte 161 157 Abgegebene Stimmen 160 216 Ja-Stimmen 157 812 Nein-Stimmen 1 969 Ungültige Stimmen 435 Die einzelnen Orte stimmten folgendermaßen: Ahrensfelde stimmberechtigt: 1272, abgegeben: 1272, ja: 1266, nein: 6, ungültig: - Blumberg stimmberechtigt: 1198, abgegeben: 1198, ja: 1186, nein 8, ungültig: 4 Eiche stimmberechtigt: 594, abgegeben: 555, ja: 545, nein: 8, ungültig: 2 [fast 40 nicht gewählt!] Mehrow stimmberechtigt: 184, abgegeben: 183, ja: 181, nein: 2, ungültig: - |
"Eine braune Armee entsteht" Der Heldenkampf der Berlin-Brandenburger SA. Berlin 25.4.1938 Im Auftrage von Obergruppenführer von Jagow hat J.K. Engelbrechten die Geschichte der Berlin-Brandenburger SA . niedergeschrieben: "Eine braune Armee entsteht." In der Geschichte der Revolution wird der nationalsozialistischen Erhebung Berlins gegen die Zentrale des Weimarer Unstaates und gegen das Hauptquartier des Bolschewismus in Deutschland immer ein besonderes Blatt vorbehalten sein. |
Bekanntmachung Unter dem Schweinebestande des Landwirts Paul Wegener, Ahrensfelde, Dorfstr. 2 ist amtstierärztlich die Schweinepest festgestellt. Die Gehöftssperre ist verhängt. Ahrensfelde, den 25. April 1938 Der Amtsvorsteher der Ortspolizeibehörde |
Ein Ehrendienst der deutschen Frau Freiwilliger zweijähriger Frauenhilfsdienst für Wohlfahrts- und Krankenpflege ... |
Neuorganisation des Feuerlöschwesens Keine Berufsfeuerwehren mehr, sondern Feuerlöschpolizei als vierte Sparte der Ordnungspolizei / Pflicht- und Freiwillige Feuerwehren werden Hilfspolizeitruppe ... |
In jeder Gemeinde ein HJ.-Heim! Kreisleiter Heermann legte den Grundstein zum ersten HJ.-Heim im Kreise [in Glienicke] ... |
25 Jahre Gasversorgung des Kreises Niederbarnim 16832 Gasabnehmer verbrauchen 6955516 cbm Im Juni d.J. jährte sich der Tag zum 25. Male, an dem im Kreise Niederbarnim eine für weitere Gebiete gedachte Gasversorgung durch die Gründung der Gaswerke Niederbarnim-West G.m.b.H. begonnen wurde. ... Der Stand der Gasversorgung ist am 31. Dezember 1937 folgender gewesen: Von den 85 Gemeinden des Kreises Niederbarnim mit 218228 Einwohnern haben zur Zeit 34 Gemeinden mit 158446 Einwohnern Gasversorgung. Das heißt, es sind 40 Prozent der Gemeinden mit 72,60 Prozent der Einwohnerschaft des Kreises gasversorgt. Die gasversorgte Einwohnerschaft entfällt zu 9 Prozent auf Bernau mit dem stadteigenen Gaswerk und zu 91 Prozent auf die Niederbarnimer Gasgesellschaft m.b.H. ... Die Gasrohrleitungen im Versorgungsgebiet sind 484 Kilometer lang. ... |
Schwerer Autounfall in Mehrow Kreisverbandsführer Ewig verletzt Mehrow, 14. Juli Am Mittwoch, gegen 18 Uhr, verunglückte am Ortsausgang in Richtung Ahrensfelde ein aus Mehrow kommender Personenwagen aus Berlin-Weißensee. Die Fahrerin hatte anscheinend die Gewalt über den Wagen verloren und war plötzlich auf die linke Straßenseite geraten, wo der Wagen in den Graben fuhr und mit voller Wucht gegen einen Chausseebaum geriet. Der Wagen wurde stark beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Alle vier Insassen erlitten Kopf- und Schnittverletzungen sowie Quetschungen. Sie wurden durch einen hilfsbereiten Kraftwagenführer aus Oranienburg sofort zum Arzt nach Ahrensfelde gebracht, von wo aus die Ueberführung nach dem Weißenseer Krankenhaus durch den Rettungswagen angeordnet wurde. Bei den Verunglückten handelt es sich um den in unserem Heimatkreise bekannten Kreisverbandsführer des NS.-Reichskriegerbundes "Kyffhäuser", Ewig, aus Berlin-Weißensee, seine Ehefrau und ein befreundetes Ehepaar. Kreisverbandsführer Ewig und seine Frau konnten inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. |
Der Lumpenhändler geht, der Altstoffhändler kommt Am 1. August tritt die neue Pflichtsammel-Bezirkseinteilung in Kraft ... |
Bleib treu Kamerad, die Scholle braucht Dich! Die Betreuung des Landarbeiters durch den Reichsnährstand. ... Der Reichsnährstand, dem die Versorgung des Bauern mit ausreichenden Arbeitskräften am Herzen liegt, hat eine Reihe großzügiger Maßnahmen eingeleitet, ... Mit eine der dringendsten Aufgaben war u.a. die des Baus von Landarbeiterwohnungen. ... Im Augenblick entstehen im Reich 54000 Landarbeiterheime. ... Bezeichnend für die Leutenot auf dem Lande ist es, daß sich für 41000 freie Lehrstellen nur 7000 Jugendliche meldeten. ... Genauso fühlbar wie auf dem Felde macht sich auch der Mangel an Arbeitskräften im Arbeitsbereich der Bäuerin in Haus und Hof. ... Eine wesentliche Erleichterung schafft ihr [der Bauersfrau] der Erntekindergarten der NSV., der während der Arbeitsspitzen ihre Kinder betreut. ... |
Heimatbuch des Kreises Niederbarnim Rundfahrt der Fachbearbeiter / Reger Gedankenaustausch Der Kreis Niederbarnim wird im nächsten Jahr ein Heimatbuch herausbringen, das alle Gebiete der Heimatkunde umfassen soll und in dem auch jedem einzelnen Ort und seiner Geschichte einige Seiten gewidmet sein werden. ... |
Die Reichsautobahn wächst weiter Heute ein wichtiger Teilabschnitt der Südtangente des Berliner Ringes eröffnet Von Ost nach West unter Umgehung Berlins / 30 Kilometer neue Strecke ... Inbetriebnahme des rund 30 Kilometer langen Teilabschnittes zwischen Michendorf und Rangsdorf ... ... Mit der Vollendung des Berliner Ringes, von dem nun noch der nördliche und nordwestliche Teil fehlen, ist erst für 1942 zu rechnen. ... |
Unsere Feuerwehren - immer einsatzbereit Fünf Jahre Feuerlöschwesen im Kreise Niederbarnim / Tagung des Kreisfeuerwehrverbandes in Kleinschönebeck ... |
Der Bericht des Kreisfeuerwehrführers Gute Entwicklung des Feuerlöschwesens im Kreise Niederbarnim ... Während z.B. am 1. Januar 1937 in den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises Niederbarnim 85 freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2137, zwei Betriebsfeuerwehren mit 73 und eine Anstaltsfeuerwehr mit 14 aktiven Mitgliedern - zusammen also 2221 aktiven Mitgliedern - bestanden, zählten diese Wehren am 1. Januar diesen Jahres 2289 aktive Mitglieder. ... |
Birkenwerder schönster Ort im Kreis An zweiter Stelle Hennickendorf, an dritter Erkner / Pressefahrt durch den Kreis Niederbarnim Wie wird es mit dem Neubau des Landratsamtes ? ... |
In jeder Gemeinde eine Rundfunk-Großanlage Für Gemeinschaftsempfänge / Die Kurmark macht den Anfang ... ist der Gemeinderundfunk e.V. ins Leben gerufen worden. ... Mit der Mitgliedschaft im Gemeinderundfunk e.V. erwerben die Gemeinden das Anrecht auf den Bezug einer Lautsprecheranlage. ... |
Einsatz der Partei für die Dorfverschönerung Kreisarbeitsgemeinschaft für die Dorfarbeit im Kreise Niederbarnim ... ... wird sie sich mit Fragen der kulturellen Dorfbetreuung, des Dorfbuches und der Dorfverschönerung befassen. ... In den Kreisen, in denen eine Kreisarbeitsgemeinschaft für die Dorfarbeit gebildet wird, sollen auch in den einzelnen Dörfern Arbeitsgemeinschaften entstehen, ... |
Trennung von Schul- und Kirchenamt Organistendienst künftig nur noch freiwilliges Nebenamt des Volksschullehrers. ... |
Hitlerjungen buddeln Kartoffeln Gebietsführer Kuhnt beim Ernteeinsatz der Niederbarnimer Hitler-Jugend Einen besonderen Tag hatten die Hitlerjungen und Pimpfe, die seit einiger Zeit ihre Kraft zum freien Einsatz bringen, um unseren Niederbarnimer Bauern bei der Einbringung der Hackfruchternte zu helfen. Der Führer es HJ.-Gebietes Kurmark, Gebietsführer Werner Kuhnt, weilte am Mittwoch im Kreise Niederbarnim, um sich von dem Einsatz unserer Niederbarnimer Hitler-Jugend zu überzeugen. Mit dem Führer des Bannes 372, Stammführer H. Styppa [?], und dem Führer des Jungbannes 372, Jungstammführer Rehberg, begann morgens 7 Uhr die Fahrt des Gebietsführers durch den südlichen Teil des Kreises. ... Ueber 430 Hitlerjungen und Pimpfe des Bannes und des Jungbannes sind zur Zeit dabei, das ihre zur Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes beizutragen. In fast allen Dörfern sind sie, die jüngsten Träger der nationalsozialistischen Idee, im überwiegenden Maße bei den einzelnen Bauern untergebracht, und sie beantworten jedesmal, wenn man sie nach ihrem Quartier und besonders über ihre Verpflegung fragt, diese Frage mit einem strahlenden Gesicht - ein Zeichen, daß es ihnen gefällt. ... Am Anfang ging es natürlich schwer, ein krummes Kreuz gab es und Blasen an den Händen. Aber wo einer weich werden wollte, halfen ein kerniges Wort des Bauern und, was eben für einen Jungen wesentlich ist, die großen belegten Stullen zum Frühstück und ein derbes Mittagessen. ... Die Fahrt ging von Bernau nach Blumberg, Eiche, Ahrensfelde, Seefeld und Werder wieder nach Bernau. ... |
Pgn. Elsa Daßler fünf Jahre Kreisfrauenschaftsleiterin ... |
Wer will bauen oder siedeln ? Die Heimstättenämter der DAF. beraten in allen Fragen ... |
Vorläufige viehseuchenpolizeiliche Anordnung Innerhalb des Amtsbezirkes Blumberg ist amtstierärztlich die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden und über den Ort Blumberg, einschl. Gut, ist die Sperre verhängt worden. ... Blumberg, dem 27. Oktober 1938 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Der Berliner Ring bald fertig Tausend Mann schaffen am Avus-Zubringer / Fast zwei Millionen Kubikmeter Erde auf 19 Kilometer Strecke ... |
Grundlegende Neuerung des Feuerlöschwesens Einheitliche Regelung für das gesamte Reichsgebiet / Die Organisation klar gegliedert Der Chef der Ordnungspolizei, General Daluege, sprach am Mittwoch vor Pressevertretern als Beauftragter des Reichsführers SS. und Chefs der Deutschen Polizei für die Neuorganisation des Feuerlöschwesens über das neue Feuerlöschgesetz. Das Feuerlöschwesen hat, stellte er fest, im Rahmen seiner bisherigen Organisation die ihm gestellten gemeinnützigen Aufgaben bei einer ständigen Steigerung der Leistungen erfolgreich gelöst. Aber auch für die allgemeine Landesverteidigung sind auf diesem Gebiete Aufgaben und Pflichten erwachsen, die bei dem Grundsatz sparsamster Menschenverteilung im Falle eines Krieges und bei der entsprechenden friedensmäßigen Vorbereitungsarbeit nur gelöst werden können, wenn die Organe des Feuerlöschwesens mit den anderen für die allgemeine Sicherheit und Ordnung zuständigen Stellen und ihren Hilfsorganen führungsmäßig und organisatorisch klar zusammengefaßt werden. ... Entsprechend dem nationalsozialistischen Führerprinzip werden die bisherigen Berufsfeuerwehren nach näheren Bestimmungen des Reichsministers des Innern als ordentliche Gemeindepolizei in die Feuerschutzpolizei übergeleitet. Aus den Freiwilligen Feuerwehren wird unter Beibehaltung ihrer Bezeichnung eine Hilfspolizeitruppe geschaffen. Während somit die bereits hauptamtlich tätigen Berufsfeuerwehren als Feuerschutzpolizei staatlich verankert werden, übernimmt das neue Gesetz bewußt für die als Hilfspolizei eingesetzten Feuerwehren den bewährten Grundsatz der Freiwilligkeit, denn zur Bewältigung aller im Feuerlöschwesen erwachsenen Aufgaben ist ein Millionenheer von Kräften notwendig, die aus freiem Willen jederzeit, wenn die Pflicht sie ruft, einsatzbereit sind. In ihrer Eigenschaft als Hilfspolizeitruppe werden die Freiwilligen Feuerwehren in das Polizeikorps des Reiches eingegliedert und damit dem Reichsführer SS. als Chef der Deutschen Polizei unterstellt. Das Aufsichtsrecht und alle übrigen Aufgaben und Pflichten der Länder und Gemeinden in Bezug auf die Freiwilligen Feuerwehren sind daneben erhalten geblieben. ... Das Gesetz sieht im einzelnen folgendes vor: Die Feuerschutzpolizei tritt als vierte Sparte der Ordnungspolizei neben die Schutzpolizei des Reiches, die Schutzpolizei der Gemeinden und die Gendarmerie. Die Beamten der Feuerschutzpolizei sind Polizeivollzugsbeamte. Der Reichsminister des Innern bestimmt, welche Gemeinden eine Feuerschutzpolizei einrichten müssen. Neben die Feuerschutzpolizei als Vollzugspolizei treten die Freiwilligen und die Pflichtfeuerwehren als Hilfspolizeitruppe, deren Aufgaben im einzelnen festgelegt werden. Die bisherigen, von den Freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände werden zu einem Zeitpunkt, den der Reichsminister des Inneren bestimmt, aufgelöst, da es bei der wachsenden Bedeutung des Feuerlöschwesens nicht tragbar ist, das Schicksal einer so wichtigen Formation wie die Feuerwehren von den Mehrheitsbeschlüssen einer Mitgliederversammlung abhängig zu machen. An die Stelle der Vereine tritt als Organ des Ortspolizeiverwalters die Freiwillige Feuerwehr als Hilfspolizeitruppe. ... Die Rechte und Pflichten der Angehörigen dieser Hilfspolizeitruppe, die auf den Führer und Reichskanzler zu gewissenhafter Erfüllung aller Dienstobliegenheiten verpflichtet werden, enthält die Durchführungsverordnung. Die Führer der Wehren werden von dem Ortspolizeiverwalter, bezw. dem Leiter der unteren Verwaltungsbehörde, ernannt und abberufen. Die Beschaffung und Erhaltung der für die freiwilligen Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren erforderlichen Löschgeräte und sonstigen Anlagen, ihre Uniformierung und Ausbildung ist Aufgabe der Gemeinden. ... |
Heute früh, 1 1/2 Uhr, entschlief nach langer, schwerer Krankheit unser einziger, inniggeliebter Sohn, Neffe und Vetter Arthur Wegener im 21. Lebensjahr. In tiefstem Schmerz Arthur Wegener und Frau, Dora Krätke, Kusine Blumberg, den 2. Dezember 1938 Die Beerdigung findet am Montag, nachmittag 2 1/2 Uhr von der hiesigen Kirche aus statt |
"Fünf Jahre Aufbauarbeit im Kreise Niederbarnim" Der Verwaltungsbericht des Landrats 1933 bis 1938 ... |
Neues Verkehrszeichen im Niederbarnim Der NSKK.-Verkehrshilfsdienst / Eine Selbsthilfeorganisation der geeinten deutschen Kraftfahrt ... Unterwegs taucht plötzlich ein neues Verkehrszeichen auf, eine rote Telefonwählerscheibe auf weißem Grund, dessen blaue Umrandung das Rote-Kreuz-Zeichen aufweist, ... ... |
Die Aufgaben der Kreisverwaltung Nach dem Kreisverwaltungsbericht Niederbarnim ... |
Niederbarnim bekommt U-Bahnanschluß Von Hönow bis nach Spandau und von Schildow zum neuen Südbahnhof Es klingt zwar im Augenblick noch etwas sonderbar, wenn man von U-Bahnverbindungen im Niederbarnim spricht, aber es wird nicht lange dauern, und man wird tatsächlich vom Kreise Niederbarnim mit der U-Bahn nach Berlin fahren können. Diese Tatsache wurde am Freitag dargelegt von Oberbaurat Stephan, Referenten beim Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, gelegentlich eines Vortrages, der in der vom Verein Deutscher Ingenieure im NSBDT. veranstalteten Vortragsreihe "Berlin, wie es war und wird". Oberbaurat Stephan sprach über das Thema "Das neue Berlin". Dabei behandelte er nach einem Bericht im B.B. auch die Erweiterung des U-Bahnnetzes Berlins, die den Zweck haben soll, sowohl die zurzeit noch vorhandenen Stücke für das heutige Siedlungsgebiet auszufüllen, als auch die neuen großen Siedlungsgebiete an das Schnellbahnnetz anzuschließen. Vor allem wurde vom Generalbauinspektor aus diesen Gründen gefordert, daß die Berliner Nordsüdachse und Ostwestachse U-Bahnen erhalten sollen. Die neue Schnellbahn an der Ostwestachse beginnt im Osten bei Hönow, folgt der Ostachse bis zur Stadtmitte und wird auf der mittleren Strecke südlich um den Tiergarten geführt und nach dem Adolf-Hitler-Platz geleitet, wo sie wieder in die Ostwestachse einmündet. Vom Adolf-Hitler-Platz aus ist geplant, die U-Bahn weiter nach Pichelsdorf und von dort in nördlicher Richtung über Alt-Spandau hinaus und in südlicher Richtung nach Gatow und Kladow weiterzuführen. Die Schnellbahn an der Nordsüdachse beginnt etwa in Schildow und verläuft in südwestlicher Richtung zur Nordsüdachse und anschließend im Zuge derselben bis zur See- und Müllerstraße. Sie berührt dann den neuen Nordbahnhof, die Volkshalle, den Runden Platz, wo sie die Ostwest-Schnellinie kreuzt, und wird weiterhin bis zum Südbahnhof geführt. Außer diesem geplanten Achsenkreuz in nordsüdlicher bzw. ostwestlicher Richtung ist ein zweites Kreuz vorgesehen, das diagonal verläuft, den Nordosten mit dem Südwesten der Stadt verbindet. Es ist also damit zu rechnen, daß vielleicht noch ein anderer Ort im Nordosten Berlins im Kreise Niederbarnim einen U-Bahnanschluß bekommt. Wer hätte noch vor kurzem gedacht, daß wir unmittelbar von dem U-Bahnnetz der Stadt Berlin berührt würden? Aber die Entwicklung zeigt wieder einmal, daß sie mit Riesenschritten vorwärts geht und daß auf diesem Gebiet heute nichts unmöglich erscheint. |
Luftverkehr trotz Kälte und Sturm Voller Verkehr auch am Heiligen Abend / Eisnotdienst Berlin, 21. Dezember Ein außerordentlich scharfer Frost und der heftige Sturm haben dem Luftverkehr nichts anhaben können. Während der Bodenverkehr, insbesondere die Schiffahrt und der Kraftfahrzeugverkehr, unter der plötzlich einsetzenden Witterungsungunst zu leiden hatte, wickelte sich der Tag- und Nachtflugverkehr mit bemerkenswerter Ordnung ab. ... Wie die Tag- und Abendverbindungen wurden natürlich auch die Nachtpost- und Frachtstrecken nach London, Paris, Wien usw. alle regelmäßig geflogen, wovon sich nicht nur die Absender und Empfänger der Postsendungen überzeugen konnten, sondern auch die Bewohner unseres Vaterlandes, über deren Wohnstätten Nacht für Nacht die großen Postflüge durch Kälte und Dunkelheit hinwegzogen. ... |
Die Kleinsiedlung wird gefördert Finanzierung stark vereinfacht / Vierraum-Wohnung für die Vollfamilie ... |
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Pflichtjahr für die ganze weibliche Jugend Etwa 300000 Mädchen vor dem Berufseinsatz ... |
"Zwerggemeinden" werden beseitigt Die Verwaltungskraft ländlicher Gemeinden soll gehoben werden Durch einen Beschluß des Reichsinnenministers wird geklärt, was seit Jahren den Gegenstand eingehender und umfassender Untersuchungen bildete, nämlich der Hebung der Verwaltungsfreiheit ländlicher Gemeinden. ... Der wesentliche Fortschritt der Neuregelung ist darin zu sehen, daß die zu kleinen, leistungsunfähigen Gemeinden (Zwerggemeinden) beseitigt werden. ... Eine Mindesteinwohnerzahl wird nicht festgesetzt. Wohl aber besagen die Richtlinien, daß für den Regelfall Gemeinden unter 200 Einwohnern zur Erfüllung der vielen und schwierigen Gegenwartsaufgaben nicht leistungsfähig genug sind. Je nach den gebietlichen Gegebenheiten könne diese lose Begrenzung der Mindesteinwohnerzahl auch bis 300 ausgedehnt werden. |
Neubauern aus HJ. und SS. Eine Vereinbarung zwischen dem Reichsführer SS. und dem Reichsjugendführer München, 16. Januar Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, und der Jugendführer der NSDAP. und Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, haben die nachfolgende Vereinbarung geschlossen, die in der NSK. bekanntgegeben wird: "Um den gemeinsamen Bemühungen der SS. und der HJ. der Landflucht [entgegen] zu steuern, neues Bauerntum zu bilden, den besten Teil unseres Volkes wieder in ein enges Verhältnis zur Heimaterde zu bringen, durch straffe Zusammenarbeit einen vollen Erfolg zu sichern, wird im Anschluß an das Abkommen vom 26.8.1938 folgende Vereinbarung getroffen: 1. Der Landdienst der HJ. ist nach Erziehungsarbeit und Zielsetzung ganz besonders als Nachwuchsorganisation für die Schutzstaffel (allgemeine SS. und ihre unter Waffen stehenden Teile: SS.-Verfügungstruppen und SS.-Totenkopfstandarten) geeignet. 2. In den Landdienst der HJ. werden Jungen, die den besonderen Anforderungen der SS. nach körperlicher Beschaffenheit und charakterlicher Haltung entsprechen, bevorzugt aufgenommen. 3. Dem Landdienst sollen vorallem die Jungen zugeführt werden, die den festen Willen haben, Bauer auf eigener Scholle (Wehrbauer) zu werden. Dieser Wehrbauergedanke wird im Landdienst von HJ. und SS. besonders gepflegt. 4. Die in den bewaffneten Teilen der Schutzstaffel dienenden Landdienstangehörigen werden nach Ableistung ihrer Dienstzeit durch den Reichsführer SS., in Zusammenarbeit mit den hierfür zuständigen Stellen des Reichsbauernführers, auf Neubauernstellen angesetzt. Der Einsatz findet laufend nach Maßgabe der Bereitstellung dieser Stellen statt. Er erfolgt vorzugsweise in solchen Gegenden, in denen das Deutschtum besonders vorgebildete Bauern verlangt. 5. Alle Landdienstangehörigen, die den allgemeinen Aufnahmebestimmungen der SS. genügen, werden nach Ausscheiden aus dem Landdienst in die allgemeine SS. übernommen. 6. Die Ausführungsbestimmungen erläßt der Chef des sozialen Amtes als federführendes Amt der Reichsjugendführung in Zusammenarbeit mit dem Chef des SS.-Hauptamtes als federführendes Amt der SS. und der Chef des Rasse- und Siedlungshauptamtes SS. für die Neubauern- und Siedlungsfragen. gez. Heinrich Himmler, Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei gez. Baldur von Schirach, Reichsjugendführer der NSDAP. und Jugendführer des Deutschen Reiches * * *
Hierzu schreibt die NSK.:
Seit Bestehen des Landdienstes der Hitler-Jugend, der 1934 aus der nationalsozialistichen Artamanenbewegung hervorging, ist die Zahl derjenigen Landdienstler erheblich angewachsen, die nicht nur den Wunsch, sondern auch die Voraussetzungen für die bäuerliche Siedlung mitbringen. Sie sind heute im allgemeinen als Gruppenführer tätig, haben die Landarbeitsprüfung abgelegt oder landwirtschaftliche Schulen besucht und sich im politischen Einsatz auf dem Lande auf das beste bewährt. Auch unter denen, die erst ein oder zwei Jahre im Landdienst tätig sind, also den im allgemeinen Fünfzehn- bis Siebzehnjährigen, befinden sich viele, die den heißen Wunsch und Willen haben, Bauer auf eigenem Boden zu werden. Der Landdienst der Hitler-Jugend zeichnet sich dadurch besonders aus, daß er nicht nur eine Organisation der politischen Gemeinschaftserziehung darstellt, sondern außerdem eine ordnungsgemäße berufliche Ausbildung vermittelt. ... Die Hitler-Jugend begrüßt die vorstehend Vereinbarung vor allem aus ihrer Erfahrung, daß viele und vornehmlich die bestgeeigneten Anwärter auf Neubauernstellen nicht über die Mittel verfügen, um selbständig eine Bauernsiedlung zu erwerben. |
Die erste Reichstagung des NSRL. Die Gemeinschaft nationalsozialistischer Leibeserziehung / Feierliche Verpflichtung der Sudetendeutschen Höhepunkt und Abschluß Berlin, 16. Januar Als der Führer mit seinem Erlaß vom 21. Dezember den DRL. sichtbar in die Gemeinschaft der Partei aufnahm und den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen zu einer von der Partei betreuten Organisation erhob, zog Adolf Hitler selbst den Schlußstrich unter eine Entwicklung, die in kaum sechs Jahren aus einem wirren Gegeneinander ein organisches Ganzes geformt hat. Der Führer des deutschen Volkes erkannte damit gleichzeitig die Arbeit der Millionen deutscher Turner und Sportler an, die diese in den letzten Jahren für Volk und Vaterland geleistet haben. Die erste Reichstagung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen, die am Sonnabend und Sonntag im Kuppelsaal im Haus des Deutschen Sports auf dem Reichssportfeld stattfand, gab den führenden Männern des deutschen Sports Gelegenheit, dem Führer für diese geschichtliche Tat zu danken. ... |
Der Kampf gegen die Landflucht Bisher rund 100 Millionen RM. für Landarbeiterwohnungen bewilligt ... |
Im Gespräch mit dem Landrat: Ausbau des Katastrophenschutzes im Kreise Niederbarnim Volksverbundenheit von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Luftschutz und Technischer Nothilfe ... In einem Gespräch mit Landrat Dr. Weiß antwortete dieser auf die Frage, warum er sich in den letzten Jahren so besonders dem Ausbau des Katastrophenschutzes im Kreise gewidmet habe: Weil der Kreis Niederbarnim als Randkreis der Reichshauptstadt in besonderer Weise gefährdet ist. In normalen Zeiten durch die zahlreichen Verkehrsunfälle auf den sechs großen Berliner Ausfallstraßen, die den Kreis durchziehen, und auf den Zubringerstraßen zur Reichsautobahn Berlin-Stettin und Erkner-Frankfurt (Oder), die in den Sommermonaten einen Ausflugsverkehr von 10 bis 12000 Kraftfahrzeugen und 2 bis 3000 Radfahrern aufweisen. Da haben unsere rund 110 Gendarmerie- und 71 Polizeibeamten alle Hände voll zu tun, um den Verkehr zu überwachen und Verkehrsunfälle zu verhindern oder, wenn sie geschehen sind, zu beheben. ... Wir haben, wie schon im Kreisblatt erwähnt, Verkehrsschulungsstellen für Verkehrssünder eingerichtet; in Schönwalde wurde eine zentrale Verkehrsmeldestelle organisiert. Man plant neuerdings die Einteilung der Verkehrsgebiete in Zonen mit einem Zonenführer, der den Unfalldienst zentral regelt und nach Bedarf Polizei, Feuerwehr, und Rotes Kreuz usw. einsetzt. Wir im Kreise Niederbarnim wollen auf Grund unserer Erfahrungen in jeder Gemeinde eine dauernd besetzte Stelle haben, die als Unfallmelde- und -hilfsstelle dient. Diesen Dienst fühlen wir uns verpflichtet, an den Verkehrsteilnehmern und der Bevölkerung zu leisten. Ebenso wie die Polizei steht im Krise die Feuerlöschpolizei, die Freiwillige Feuerwehr, ausgebaut da. ... Die Organisation der Feuerwehr klappt allerorten. Ihre Ausrüstung ist laut Kreisverwaltungsbericht mit 6 Ueberlandlöschzügen, 7 Lafettenkraftspritzen, 96 Kleinmotorspritzen und 56 Feuerwehrkraftwagen auf der Höhe. In 6 Gemeinden fehlt nur noch eine Kleinmotorspritze, dann ist die Motorisierung des Kreises restlos durchgeführt. In den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises leisten 2289 Kameraden in 86 freiwilligen Feuerwehrabteilungen ihren gemeinnützigen Dienst am Volke. ... Zum Deutschen Roten Kreuz übergehend sagte der Landrat: Wir haben den Aufbau und Ausbau des Roten Kreuzes, sei es der männlichen und weiblichen Bereitschaften, sei es der Ortsgemeinschaften, sei es die Anschaffung von Krankenwagen und Transportgeräten oder die Einrichtung von Unfallhilfsstellen seit der Neuordnung des Roten Kreuzes stark vorwärts getrieben, ... ... Am Stichtage des 31. März vorigen Jahres zählte man 850 DRK.-Männer, 501 DRK.-Frauen und 34 DRK.-Schwestern-Helferinnen, die in sieben männlichen und in sieben weiblichen Bereitschaften zusammengefaßt sind. In den Ortsgemeinschaften vom Roten Kreuz zählte man 6850 Mitglieder. Ortsgemeinschaften sind gebildet in: ... Ahrensfelde, ..., Blumberg, ..., Eiche, ..., Lindenberg, ... Bis April 1939 soll in jeder Gemeinde eine Ortsgemeinschaft bestehen, die so stark ist, daß sie die Unkosten, die durch das Rote Kreuz entstehen, selbst aufbringen kann. 16 Krankenwagen stehen zur Verfügung. ... Einen weiteren Katastrophenschutz, und zwar einen äußerst wichtigen für den Ernstfall stellt der Luftschutz dar. Es ist von maßgeblicher Stelle festgestellt worden, der Luftschutz im Kreise Niederbarnim sei vorbildlich aufgezogen und funktioniere, wie sich bei zahlreichen Luftschutz- und Verdunkelungsübungen gezeigt hat, mustergültig. ... Der Reichsluftschutzbund im Kreise Niederbarnim gliedert sich in 19 Gemeindegruppen mit etwa 300 Untergruppen und mit ungefähr 900 Blocks. Auf den Dienststellen arbeiten insgesamt ehrenamtlich 3000 Amtsträger, worin die verschiedenen Luftschutzlehrer und -lehrerinnen, wie auch die Frauensachbearbeiterinnen eingeschlossen sind. ... Der derzeitige Mitgliederbestand des RLB. beträgt in Niederbarnim etwa 35000. ... Die jüngste Organisation des Katastrophenschutzes ist die Technische Nothilfe, kurz Teno genannt. Sie entspricht mit Rücksicht auf die schnell fortschreitende Entwicklung der Industrie im Kreise noch nicht ganz den Anforderungen, die im Ernstfall an sie gestellt werden. ... Es muß erreicht werden, daß alle Stellen des Kreises von den wenigen Ortsgruppen zuverlässig technisch betreut werden können. Wichtig dafür ist eine Motorisierung der Ortsgruppen, die für Oranienburg bereits durchgeführt ist. Eine motorisierte Teno kann mit der erforderlichen Schnelligkeit ihre Kräfte und Geräte dort einsetzen, wo sie gerade gebraucht werden. Diese Einsatzmöglichkeit ist in dem besonders luftgefährdeten Kreise Niederbarnim sehr wichtig. ... |
Gau Mark Brandenburg der NSDAP. Eine Verfügung des Führers Der Führer hat laut NSK. die folgende Verfügung erlassen: Ich verfüge, daß der Gau Kurmark der NSDAP. mit Wirkung vom heutigen Tage die Bezeichnung "Gau Mark Brandenburg der NSDAP." führt. |
Die Maul- und Klauenseuche In diesem Jahre muß sie überwunden werden! ... |
In jedem Dorf ein Erntekindergarten Einsatz und Schutz der Volkskraft / Zum 5. Landesbauerntag in Cottbus ... |
Die Landflucht - ein brennendes Problem Landesbauernführer Wendt auf der Schlußkundgebung des 5. Landesbauerntages in Cottbus ... Der Landesbauernführer [Martin Wendt] wandte sich dem Problem der Landflucht zu, die diese Aufwärtsentwicklung der Landwirtschaft bedroht. Der Kern des Problems, so führte er aus, liegt nicht darin, die sogen. Arbeitsspitzen zur Zeit der Getreide- und Hackfruchternte zu beseitigen. Diese Arbeitsspitzen können durch den Einsatz von Heer und Arbeitsdienst, durch die freiwillige Mithilfe von Organisationen und Schulen und durch ausländische Wanderarbeiter gemildert werden. So halfen bei der Einbringung der vorjährigen Ernte in der Mark nicht weniger als 14.000 fremdländische Wanderarbeiter, zu denen noch rund 11.000 Arbeitsmänner, Soldaten, Studenten und Angehörige des HJ.-Landdienstjahres kamen. ... Nach den bisherigen Feststellungen fehlen uns in der Mark außer rund 5.000 Mädchen 8.000 ständige männliche Arbeitskräfte und 34.000 Saisonarbeiter für das Jahr 1939. ... |
Gründliche Auslese der Omnibusfahrer Wesentliche Änderungen im gewerblichen Personenkraftverkehr / Einführung des Omnibusführerscheins ... |
Der KDF.-Wagen stellt sich vor! Drei Volkswagen in den Oranienburger Betrieben ... |
Die Bevölkerungsentwicklung um Berlin 297 Gemeinden nahmen um 123.000 Einwohner zu ... |
Tolles Banditenstück bei Hönow Neuenhagener Automobilist überfallen / Jugendliches Brüderpaar als Täter entlarvt und festgenommen / Am Montag bereits Sondergerichtsverhandlung Neuenhagen, 25. Februar Ein verwegener Raubüberfall, der an die Banditenstücke der Gebrüder Götze erinnert, wurde in den Donnerstag-Abendstunden auf der Chaussee von Berlin nach Strausberg, zwischen den Ortschaften Marzahn und Hönow, auf einen Automobilisten verübt. Dank der vorbildlichen Arbeit der Polizei konnte der Überfall bereits aufgeklärt werden, und als Täter wurden zwei jugendliche Burschen entlarvt und festgenommen. Es handelt sich um den 16jährigen Heinz G. und seinen 19 Jahre alten Bruder Arthur aus Marzahn, die bei ihrer Vernehmung auf dem Berliner Polizeipräsidium auch schon ein umfassendes Geständnis abgelegt haben. Ein Automobilist befand sich Donnerstag abend gegen 21 Uhr auf der Heimfahrt von Berlin nach Neuenhagen, als er plötzlich zwischen Marzahn und Hönow mitten auf der Chaussee einen jungen Burschen stehen sah, der ihn durch Zeichen zum Anhalten veranlaßte. Wie der Wagen stand, trat der Bursche an das Auto heran und bat, ihn doch bis zur Wegabzweigung nach Hellersdorf mitzunehmen. Im gleichen Augenblick tauchte aber auf der anderen Wagenseite ein zweiter junger Bursche auf, der, ohne etwas zu sagen, die Tür zum Fahrersitz aufriß. Zu seinem Schrecken sah nun der Autofahrer den Lauf einer Pistole auf sich gerichtet, und unter wüsten Drohungen verlangten die beiden Banditen die Herausgabe seines Geldes. Auf ihre Aufforderung hin mußte der Ueberfallene im Wagen sitzen bleiben und beide Arme hochheben, während die Wegelagerer daran gingen, seine Taschen zu durchsuchen. Da die Burschen aber zunächst nichts fanden zwangen sie den Mann unter ständiger Drohung mit der Schußwaffe auszusteigen und raubten ihm nun die in der hinteren Hosentasche befindliche Brieftasche, die allerdings nur 10 Mark enthielt. Dann sprangen sie in den Wagen und machten Anstalten, davonzufahren. Der Ausgeplünderte, der sich inzwischen von seinem ersten Schrecken erholt hatte, bat die Banditen, ihn doch wenigstens bis nach Neuenhagen mitzunehmen. Tatsächlich erklärten sich die Burschen auch damit einverstanden, allerdings unter dem Versprechen des Ueberfallenen, erst am nächsten Abend bei der Polizei Anzeige zu erstatten. In sausender Fahrt ging es bis kurz vor Neuenhagen, wo der Automobilist aussteigen mußte, während die beiden Räuber in Richtung Dahlwitz-Hoppegarten davonrasten. Selbstverständlich eilte der Ueberfallene so schnell wie möglich nach Neuenhagen und machte der dortigen Gendarmerie unverzüglich Mitteilung von dem Vorgefallenen, die sich sofort mit der Berliner Kriminalpolizei in Verbindung setzte. Schon kurze Zeit später waren zahlreiche Beamte zur Fahndung nach den geflüchteten Banditen zur Stelle. Sämtliche umliegenden Polizei- und Gendarmeriestationen wurden alarmiert, alle Strecken mit Streifenbeamten besetzt und durchfahrende Kraftwagen kontrolliert. Dieses schlagartige Einsetzen aller verfügbaren Polizeikräfte führte dann auch bald zu einem überraschenden Erfolg. Gegen 2 Uhr nachts entdeckte ein Schutzpolizeibeamter, der auf der Chaussee bei Marzahn Posten gefaßt hatte, das von den Räubern zur Flucht benutzte Auto und zwang den Fahrer zum Halten. Es war dies der 19jährige Arthur G., der nur noch allein im Auto saß, da sein jüngerer Bruder vorher schon ausgestiegen war und sich in seine elterliche Wohnung begeben hatte. |
Sie waren zu allem entschlossen Weitere Einzelheiten zum Raubüberfall in Hönow Hönow, 27. Februar Nachdem die Ermittlungen zur Aufklärung des verwegenen Raubüberfalles auf der Chaussee bei Marzahn soweit zum Abschluß gebracht worden sind, daß inzwischen von der Staatsanwaltschaft gegen die Autobanditen, den 19 Jahre alten Arthur Gose und seinen 16jährigen Bruder Heinz Anklage erhoben werden konnte und ihnen bereits heute vor dem Schwurgericht der Prozeß gemacht wird, werden weitere Einzelheiten über den Hergang des tollen Banditenstücks bekannt, die ein bezeichnendes Licht auf die Persönlichkeit der beiden Täter werfen. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei Arthur G. um einen jungen Burschen, der seinen Eltern schon seit langem viel Kummer bereitet hat. In der Schule kam er nicht recht vorwärts, und auf seinen späteren Arbeitsstellen hat er nirgends längere Zeit ausgehalten. Auch sein jüngerer Bruder Heinz hat wiederholt seine Arbeitsstätte gewechselt und riß eines Tages von seinen Eltern aus, um sich nach Hamburg zu begeben, wo er sich auf einem Schiff anheuern lassen wollte. Da er aber nicht über genügend Geld verfügte, kam er nicht weit und versuchte, sich als Landarbeiter durchzuschlagen, bis ihn sein Vater wieder nach Hause zurückholte. Arthur G. war zuletzt in der Nähe von Zossen beschäftigt gewesen, hatte aber seine Arbeitsstätte kurzerhand am 21. d. M. verlassen und lebte seitdem bei seinen Eltern. Als er in den frühen Abendstunden des vergangenen Donnerstag mit seinem Bruder Heinz in Marzahn einen Spaziergang machte, kam er darauf zu sprechen, daß man Automobilisten überfallen und die Kraftwagen rauben müßte. Der Sechzehnjährige war mit diesem Plan einverstanden, und man besprach sofort die Einzelheiten eines solchen Ueberfalles, wobei man sich darüber einig war, daß man Kraftfahrer nötigenfalls auch "kalt machen" wollte. Noch am gleichen Abend beschlossen die beiden, den verbrecherischen Plan zur Ausführung zu bringen. Den ersten Versuch wagten sie auf der Chaussee nach Strausberg zwischen Marzahn und Hönow, in der Höhe der Wegabzweigung nach Eiche. Während Arthur G. sich mit seiner Schreckschußpistole bewaffnet auf die eine Seite der Chaussee stellte und durch Winken einen vorüberkommenden Kraftwagen zum Halten veranlassen sollte, nahm sein Bruder auf der anderen Straßenseite Aufstellung, um im entscheidenden Augenblick einzugreifen. Als nun ein Auto herankam, winkte Arthur G., doch der Fahrer hielt nicht an und sauste vorüber. Kurz darauf kam ein zweiter Kraftwagen angefahren, der tatsächlich hielt. Da darin aber drei Personen saßen, bekam es Arthur G. mit der Angst. Er bat, ihn ein kleines Stück mitzunehmen, und als der Fahrer der Bitte entsprach, stieg er nach einem Kilometer wieder aus und lief zu seinem Bruder zurück. Inzwischen war es etwa 21 Uhr geworden und nun kam es zu jenem Ueberfall auf einen Automobilisten aus Neuenhagen, über den bereits ausführlich berichtet wurde. Nach der Tat fuhren die beiden jungen Banditen in dem Auto über Mahlsdorf und Köpenick nach Zossen, wo der jüngere ausstieg und sich mit der Bahn nach Hause begab. Arthur G. dagegen fuhr weiter und holte einen in der dortigen Gegend wohnenden Arbeitskameraden, den 19jährigen Georg H., ab. Ueber Machnow und Neukölln ging dann die Fahrt nach dem Berliner Südosten. Nachdem H. aus seiner elterlichen Wohnung in der Nähe des Kottbusser Ufers etwas Geld geholt hatte, beschlossen die beiden Burschen, auf dem kürzesten Wege nach dem Sudetenland zu fahren. In der Nähe von Marzahn ereilte sie dann aber bereits ihr Schicksal, wo sie von einem Schutzpolizisten angehalten und festgenommen wurden. Arthur G. versuchte, noch ein Messer zu ziehen, doch der Beamte war auf der Hut und hielt ihm die Pistole vor die Brust, so daß der Verbrecher jeden Widerstand aufgab und sich abführen ließ. Am nächsten Morgen wurde dann auch Heinz G. auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte in der Revaler Straße in Berlin O von Kriminalbeamten gestellt und in das Polizeipräsidium eingeliefert. |
Keine Gnade für Piraten der Landstraße Donnerstag straffällig geworden - Freitag verhaftet - Montag vor dem Schwurgericht Dreifaches Todesurteil gegen den Autoräuber Berlin, 28. Februar Das Sondergericht II fällte am Montag abend im großen Schwurgerichtssaal in Moabit das Urteil gegen die Autoräuber Gebrüder Gose, die am Donnerstag abend auf der Landstraße von Berlin nach Strausberg nach drei mißlungenen Ueberfallversuchen auf vorbeifahrende Kraftwagen einen Kraftfahrer aus Neuenhagen ausgeplündert hatten. Der 19 Jahre alte Angeklagte Arthur Gose wurde wegen Verbrechens gegen das Gesetz gegen Straßenraub in drei Fällen, in jedem dieser drei Fälle zum Tode verurteilt. Ferner wurde der Angeklagte zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Der 16jährige Bruder Heinz erhielt mit Rücksicht auf seine Jugend eine Gesamtstrafe von sechs Jahren Gefängnis. Der 19 Jahre alte Angeklagte Georg H. erhielt wegen Hehlerei sechs Monate Gefängnis. Mit erfreulicher Schnelligkeit findet der Ueberfall auf den Neuenhagener Kraftfahrer, der am Donnerstag abend auf der Chaussee von Marzahn bei Hönow verübt wurde, seine Sühne. Die Schlagfertigkeit der Justiz des Dritten Reiches, die dem Verbrechen die Strafe auf den Fuß folgen läßt, kann nicht wirkungsvoller zum Ausdruck kommen, als in diesem Fall. Die Oeffentlichkeit ersieht daraus, daß die Justiz als Instrument des Staates gewillt ist, die Bevölkerung vor derartigen Elementen mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln nachdrücklich zu schützen. Gegen 10 Uhr werden die drei Angeklagten auf die Anklagebank geführt. In der Verhandlung sind zehn Zeugen geladen, darunter die Ueberfallenen sowie die Eltern der Gebrüder G., die einen vollkommen niedergeschmetterten Eindruck machen. Als Sachverständiger ist Prof. Dr. Müller-Heß geladen worden. Die Anklage Der Vorsitzende verliest die Anklage, die gegen die Gebrüder G. lautet auf Straßenraub mittels Autofalle und auf Nötigung, außerdem gegen Arthur G. auf versuchten Mord und Verbrechen gegen § 1 Ziff. 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens. Die Anklage wegen versuchten Mordes ist erhoben worden, weil der ältere der Brüder bei seiner Verhaftung in Mahlsdorf durch einen Polizeibeamten auf diesen mit einem Messer losging. Die Verhandlung wird fortgeführt mit der Vernehmung der Angeklagten über ihre Person. Der Vorsitzende läßt zunächst den Angeklagten Arthur Gose Angaben über seinen Lebenslauf machen. Arthur Gose hat nach Verlassen der 4. Schulklasse im 14. Lebensjahr im Laufe weniger Jahre eine ganze Anzahl von Stellungen inne gehabt, von denen ihm keine sonderlich zugesagt zu haben scheint. Auch Heinz Gose beantwortet ähnlich wie sein Bruder recht leise und etwas stockend die Fragen des Vorsitzenden. Der wegen Hehlerei angeklagte Georg H., der dann noch kurz über seinen Lebenslauf vernommen wird, hat eine Russin zur Mutter, sein Vater ist aber Reichsdeutscher. Es kommt dann zur Schilderung der Vorgänge am fraglichen Donnerstag. Hervorzuheben ist aus der Erörterung der zwei mißglückten Ueberfallversuche und des in seinen Einzelheiten bekannten Ueberfalls selbst, daß dem Verbrechen ein sonderlich klar durchdachter Plan offenbar nicht zugrunde gelegen hat; bald hatte der eine die Waffe, bald der andere, und auch über die Folgen des Unternehmens und über den weiteren Ablauf der Dinge hat man sich augenscheinlich nicht viel den Kopf zerbrochen. Noch ein dritter mißglückter Ueberfallversuch Im Laufe der Vernehmung der beiden Hauptangeklagten stellt sich heraus, daß die Brüder neben den beiden schon bekannten mißglückten Ueberfällen - ein Autofahrer hielt gar nicht erst auf den Anruf, der zweite Wagen war mit drei Personen besetzt, weshalb die Täter sich scheuten, das Verbrechen auszuführen - auch noch um etwa 20.30 Uhr, 800 Meter vor den ersten Häusern von Marzahn, zum drittenmal einen Anschlag versuchten. Arthur G. hatte hier einen Kraftwagen angehalten. Glücklicherweise lehnte der Fahrer es ab, die Burschen mitzunehmen. Arthur G. schilderte dann, wie er mit dem gestohlenen Wagen in Begleitung des mitangeklagten Georg H. nach Frankfurt a. O. fahren wollte und wie sie in Mahlsdorf von dem Polizeibeamten angehalten wurden. "Jetzt ham se uns" hätte er zu H. gesagt, als der Beamte das Fahrzeug anhielt. "Ich habe mir überlegt, ob ich mich nicht noch wehren kann". Deshalb habe er, wie er zugibt, nach einem Messer gegriffen, das er bei sich führte: Aber da er sich sagte, es habe doch keinen Zweck mehr, habe er diese Waffe nicht mehr gezogen, um so mehr, als er sich nach dem Aussteigen direkt vor der Mündung der Dienstwaffe des Polizisten befunden habe. Der Angeklagte Georg H. betont immer wieder, mehr oder weniger dem Arthur G. nur widerwillig gefolgt zu sein. Große Heiterkeit löst im Verhandlungslokal seine Mitteilung aus, daß das Benzin schon am "Alex", und zwar direkt vor dem Polizeipräsidium, ausgegangen war, so daß man tanken mußte. Die Beweisaufnahme in der Nachmittagssitzung wendet sich dem überfallenen Zeugen Zorn zu, der einen eingehende Schilderung des Ueberfalls gibt, bei dem er die ernste Befürchtung hatte, daß die Burschen ihm beim geringsten Widerstand niederknallen würden. Nicht uninteressant ist die Bekundung des Polizeiwachtmeisters Werner, der das Auto nachts zum Anhalten zwang, und nach seiner Schilderung ist der Angeklagte Arthur G. offensichtlich mit voller Absicht recht unbeholfen ausgestiegen, um den Wachtmeister in Bedrängnis zu bringen. Er hat auch zu einem Messer greifen wollen, doch hat ihn der Anblick des Revolvers zweifellos eingeschüchtert. Das Gutachten des Sachverständigen Der Sachverständige, Prof. Dr. Müller-Heß, kam in seinem Gutachten zu dem Schluß, daß es sich bei Arthur G. um eine erbbelastete psychopathische Person handelt, die in ihrer ganzen Entwicklung um reichlich zwei Jahre zurückgeblieben sei. Er sei ein eigenartig abwegiger Charakter an der Grenze des geistig Gesunden und des geistig Kranken. Jedoch könne von einer Geisteskrankheit oder Geistesschwäche im Sinne desw § 51 StGB. nicht gesprochen werden. Die Strafanträge der Staatsanwälte Der Vertreter der Anklagebehörde beantragt dann folgende Strafen: Gegen Arthur Gose wegen dreier Verbrechen gegen das Autofallengesetz dreimal die Todesstrafe und ein weiteres Mal die Todesstrafe wegen Verbrechens gegen § 1 Ziffer 1 des Gesetzes zur Gewährung des Rechtsfriedens und versuchten Mordes. Gleichzeitig beantragte der Staatsanwalt die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Gegen den Angeklagten Heinz G. lautete der Antrag unter Berücksichtigung der Bestimmungen des Jugendgerichtsgesetzes auf eine Gesamtstrafe von zehn Jahren Gefängnis, und zwar zusammengezogen aus Gefängnisstrafen von sechs, acht und zehn Jahren. Bei dem Angeklagten Georg H. hielt der Staatsanwalt die Hehlerei als erwiesen und beantragte ein Jahr Gefängnis. Dreifaches Todesurteil In den Abendstunden fällte das Sondergericht II im Großen Schwurgerichtssaal in Moabit das Urteil. Der 19 Jahre alte Angeklagte Arthur Gose wurde wegen des Verbrechens gegen das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen in drei Fällen, von denen einer in Tateinheit mit schwerem Raub begangen wurde, in jedem dieser drei Fälle zum Tode verurteilt. Ferner wurde der Angeklagte des Verbrechens gegen §1 Ziffer 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens in Tateinheit mit versuchtem Mord für schuldig befunden und deshalb zu einer Zuchthausstrafe von zehn Jahren verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Der 16jährige Bruder Heinz wurde ebenfalls wegen des Verbrechens gegen das Gesetz gegen den Straßenraub mittels Autofallen in drei Fällen für schuldig erklärt, in einem Falle in Tateinheit mit schwerem Raub. Er erhielt eine Gesamtstrafe von sechs Jahren Gefängnis. Der 19 Jahre alte Angeklagte Georg H. erhielt wegen Hehlerei sechs Monate Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens fallen den Angeklagten zur Last. Die Begründung des Urteils In seiner ausführlichen Begründung betonte der Vorsitzende, eine Autofalle stellen, heiße nicht nur ein Seil ziehen oder einen Baum als Hindernis über die Straße legen, sondern nach dem Wortlaut des Gesetztes stelle jede Situation, die dazu geeignet ist, auf listige Weise den Autofahrer in die Gewalt des Täters zu bringen, eine Autofalle dar. Vollendet waren die Verbrechen in dem Falle, in dem der Angeklagte das erste Mal einem Autofahrer winkte, um ihn zum Halten zu veranlassen. Unerheblich ist, daß das erste Auto nicht anhielt, ebenso unerheblich, daß in dem zweiten Falle angesichts der drei Personen in dem Kraftwagen die Angeklagten von der Vollendung des Verbrechens Abstand nahmen; ausschlaggebend ist in jedem Fall der Wille des Täters zum Verbrechen. Der dritte zur Anklage stehende Fall stelle ein vollendetes Verbrechen dar. Nach dem Wortlaut des Gesetzes mußte das Gericht auf Todesstrafe bei dem Angeklagten Arthur Gose erkennen. In dem Falle des versuchten Widerstandes gegen den Polizeibeamten, der den Hauptangeklagten stellte, habe dieser in der heutigen Verhandlung selbst zugegeben, den Vorsatz gehabt zu haben, sich mit dem Messer zur Wehr zu setzen. Es liege also versuchter Mord vor, wenn auch der Angeklagte später von der Tat Abstand genommen habe. Das Gericht habe geglaubt, hier von einer Todesstrafe absehen zu können und deshalb dieses Verbrechen gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens mit zehn Jahren Zuchthaus gesühnt. Bei dem jüngeren Bruder Heinz konnte mit Rücksicht auf seine Jugend keine Todesstrafe ausgesprochen werden. Das Gericht habe auch bei diesem Angeklagten in Betracht gezogen, daß er noch außerordentlich jung sei und stark unter dem Einfluß des älteren Bruders gestanden habe. Der Angeklagte Georg H. sei lediglich wegen Hehlerei zu bestrafen gewesen. |
Autofallenräuber Gose hingerichtet Genau eine Woche nach der Tat Berlin, 2. März Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Heute ist der am 13. Februar 1920 geborene Artur [!] Gose hingerichtet worden, der am 27. Februar 1939 vom Schwurgericht in Berlin wegen Stellens von Autofallen zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. Gose hatte am Abend des 23. Februar 1939 auf der Landstraße Marzahn-Hönow bei Berlin vier Autofallen gestellt, den Insassen eines Wagens auch ausgeraubt. Durch die wenige Tage nach Begehung des Verbrechens erfolgte Vollstreckung des Todesurteils haben Verbrechen, die in der Oeffentlichkeit großes Aufsehen und Empörung hervorgerufen haben, ihre schnelle und gerechte Strafe gefunden. Dem Gesetz ist keiner entgangen. Stellen von Autofallen wird immer mit dem Tode bestraft. Es kostet den Kopf. ... Wer als Autofallensteller oder als Straßenräuber den deutschen Verkehr gefährdet, begeht eine Tat von solcher Gemeinheit, daß er den Kopf verwirkt hat. Deshalb wurde am 22. Juni 1938 das "Gesetz betreffend Straßenrauben mittels Autofallen" (RGBl. I Seite 651) erlassen. Es sieht die Todesstrafe vor. ... |
Besuch bei den Arbeitsmaiden in Blumberg Erziehung für Familie und Haus / Hilfsarbeit bei den Siedlern / Feierabend, Dorffeste und Siedlernachmittage Das ehemalige Vorwerk Elisenau des früheren Rittergutes Blumberg im Kreise Niederbarnim hat ein Maidenlager erhalten, einen Arbeitsdienst für die weibliche Jugend. In einigen Tagen wird das Lager feierlich eingeweiht, nachdem seine Insassen bereits seit einiger Zeit tüchtige Arbeit geleistet haben. Die Einweihung aber ist zu dem Zeitpunkt angesetzt, da die Lagerräume fertig sind und sich den Gästen in ansprechender Gestaltung darbieten. Einer Einladung der Lagerführerin Anneliese Cadenbach folgend, besuchte ich das Lager 8/42 des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend in Elisenau, um an Ort und Stelle einen Eindruck vom Leben und Dienst der Arbeitsmaiden zu gewinnen. Beim Betreten des Bauernhofes Elisenau ist man erstaunt, inmitten der alten Vorwerksgebäude, die heute zu einem landwirtschaftlichen Betrieb gehören, ein schmuckes, von sauberem Zaun umgebenes Haus vorzufinden, dessen äußere Aufmachung samt der im Winde flatternden Fahne das Arbeitsdienstlager verraten. In einem Plauderstündchen bei einer Tasse Kaffee und auf einem Rundgang durch sämtliche Räume, einschließlich eines Besuches der gerade Zimmersport treibenden Mädel, sagte Anneliese Cadenbach dem Besucher alles Wissenswerte über das Lager und seine Bewohnerinnen und deren Dienst. Das Lager Elisenau umfaßt zur Zeit "etatsmäßig" 40 Maiden, und zwar 33 Arbeitsmaiden, drei Kameradschaftsälteste, drei Gehilfinnen und die Lagerführerin. Die Gehilfinnen sind hauptamtliche Kräfte des Arbeitsdienstes, die für Küche, Haus und Stall, für Wäsche und Garderobe, für die Verwaltung und als Gehilfin der Führerin je nach Einsatz zu sorgen haben. Sie sind durch Rangabzeichen erkennbar und haben Aufstiegsmöglichkeiten im weiblichen Arbeitsdienst. Die Kameradschaftsältesten sind geeignete Maiden, denen so etwa beim Militär die Stubenältesten entsprechen. 25 von den 33 Arbeitsmaiden des Lagers Elisenau gehen nun täglich "auf Arbeit". Nachdem man frühmorgens um sechs aufgestanden ist, eine Viertelstunde dem Frühsport gehuldigt hat, nach Flaggenhissung und Frühstück, dem sich eine kurze Arbeitsbesprechung oder Gemeinschaftssingen anzuschließen pflegen, geht es zu den Siedlerfamilien, deren Anwesen sich längs der Landstraße zwischen Blumberg und Bernau erstrecken. Es handelt sich hier um Berliner Ansiedler, die trotz ihres Fleißes und guten Willens in höchst bescheidenen Verhältnissen leben, weil diese Kleinsiedlungen, die unter dem alten System entstanden sind, mehr Objekte der Bodenspekulation waren, als Neuland für zusätzliche Existenz. Auch die Siedlerfrauen haben hart zu arbeiten, im Haushalt, im Garten, im Stall. Dabei helfen ihnen nun die Arbeitsmaiden. Sieben Stunden, einschließlich des Hin- und Rückmarsches, arbeiten die Maiden im Haushalt oder Garten der Siedler und legen überall da Hand an, wo es nottut. Man kann sich denken, wie dankbar die diese Hilfe empfunden wird und wie gern die Siedlerfrau die Maid auch als Tischgast sieht, obwohl sie zur Beköstigung der freiwilligen Arbeitskräfte nicht gehalten ist. Jede Siedlerfamilie zahlt je Arbeitskraft lediglich täglich 30 Pfennig Aufwandsbeitrag an den Träger der Arbeit, der den Arbeitseinsatz des Lagers Elisenau regelt, nämlich an den die Kreisbauernschaft Niederbarnim, der auch das Lagergebäude gehört. Um 8 Uhr haben die Mädel mit der Arbeit begonnen; um 15 Uhr machen Sie Schluß. Sehr erfreut ist die Lagerführerin über das gute Verhältnis, das sich zwischen den Maiden und den Siedlern herausgebildet hat und das seinen Ausdruck fand in der Einrichtung netter Siedlernachmittage im Lager wobei es außer Kaffee fröhliche Unterhaltung und Darbietungen, durch die Mädel gibt. Hier sei gleich eingeschaltet, daß das gleiche gute Verhältnis zum Dorfe Blumberg besteht, wo das Lager sich an der Gestaltung der Dorffeste beteiligt, die damit das Gepräge der neuen Zeit erhalten und für jung und alt volle Anziehung sind. Der Schulung für solche festlichen Nachmittage und Abende dient die interne Feierabendgestaltung der Arbeitsmaiden in ihrem Lager auf die viel Wert gelegt wird. Was machen nun die Maiden am Spätnachmittag und Abend daheim? Da gibt es mancherlei zu tun: Leibeserziehung mit Sprungseil, Medizinball, Gymnastikbällen und Turnstäben wird betrieben, staatspolitische Ausbildung, wobei die Themen Bauerntum, Agrargesetze, Rassefragen eine besondere Rolle spielen, darf nicht zu kurz kommen. Außendienst im Garten ist zu leisten und selbstverständlich auch der Ruhe und Freizeit genügend Raum zu gönnen. Eine Lagerbücherei steht zur Verfügung; in der Hauswirtschaft kann man sich umsehen und überall etwas fürs Leben mitnehmen. Da die Maiden auch abwechselnd statt beim Siedler im Lager beschäftigt werden, dient der halbjährige Arbeitsdienst auch der Erziehung für Haus und Familie. Rote-Kreuz-Kurse, abgehalten von dem Bernauer Arzt Dr. v. Sarnowski, sorgen für Ausbildung in der häuslichen Kranken- und Gesundheitspflege. Alles das sieht, hört und erfährt man bei einem Gange durch das gut hergerichtete und praktisch eingeteilte Haus mit seinen mannigfachen Räumen. Die Einrichtung entspricht ländlichem Stilempfinden. Manche Einrichtungsgegenstände, so die Beleuchtungskörper, verraten Handwerkskunst. Ordnung, blitzblanke Sauberkeit, Licht und Luft machen jeden Raum, den man betritt, wohnlich und anheimelnd. Ein Blick in die Küche, die Waschstube, die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume, darunter die "Kammer" - wie man beim Militär sagt - in die Wasch- und Duschräume, in den ansehnlichen Gemeinschaftsraum, der gerade der Leibeserziehung dient, und schließlich auch in die Schlafzimmer mit ihrem kunstvollen Bettenbau "Parterre und erster Stock", wie das in allen Lagern Arbeitsdienst üblich ist. Und dann die Maiden selbst, die da ihrer Beschäftigung nachgehen, oder sich ausspannen! Sie fühlen sich hier wohl, sehen kräftig und gesund aus und verstehen, hell zu lachen, was immer ein Zeichen guten Befindens ist. Alle Altersklassen zwischen 17 und 25 scheinen vertreten zu sein; ebenso sind die Berufe bunt zusammengesetzt. Die meisten stammen aus unserem Heimatgau Mark Brandenburg. Sie finden hier nun Arbeit und Gemeinschaft, erhalten freie Unterbringung, Verpflegung und Kleidung samt Wäsche, und dazu ein Taschengeld von, wenn ich mich recht erinnere, 25 Pfennig täglich. Sorgen haben sie nicht; die macht sich die Lagerführerin mit ihren Gehilfinnen für den ganzen Betrieb, der eine kleine, aber wichtige Zelle im Aufbauwerk des deutschen Volkes darstellt und von nationalsozialistischem Geiste und nationalsozialistischer Praxis durchdrungen wird. Wer möchte hier nicht Arbeitsmaid sein? fragt man sich beim Verlassen des Arbeitslagers Elisenau; hier läßt's sich leben und schaffen, hier dient man der Idee und dem Volke. Sicherlich werden diese Gedanken auch die Gäste bewegen, die in einigen Tagen zur Einweihung das Lager im alten Vorwerk Elisenau bei Blumberg besuchen, um es wie ich in lieber Erinnerung zu behalten. Fritz Zinnecke |
Der Verkehr auf den Reichsautobahnen 187.000 [!] Kraftfahrzeuge in 24 Stunden auf einer Autostraße ... Im Reichsmittel übersteigt die Verkehrsbelastung der Reichsautobahnen im Sommer bereits 2.400 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. Höchste Tagesbelastungen einzelner Autobahnstrecken von 15.000 bis 18.000 Fahrzeugen sind keine Seltenheit. Der letzte Höchstverkehr lag im September 1938 bei München-Ramersdorf mit mehr als 18.700 Fahrzeugen [!] in 24 Stunden. Die gesamte Verkehrsleistung auf den Reichsautobahnen, die 1937 bei 750 Millionen Fahrzeugkilometern lag, erreichte 1938 bereits rund 1,3 Milliarden Fahrzeugkilometer. ... |
Bekanntmachung Musterung der Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1906/1907 zugleich Gestellungsaufforderung ... Musterungsbezirk 1 Musterungsort: Dahlwitz-Hoppegarten, Waage, Rennbahn ... am 29. März 1939, 8 Uhr vorm.: Münchehofe, Schöneiche, Vogelsdorf, Kienbaum, Mehrow |
Statistik der deutschen Erbhöfe 22 Prozent der Betriebe sind Erbhöfe Im Deutschen Reich ohne Oesterreich und Sudentenland ... Mitte 1938 685.000 Erbhöfe mit einer Bodenfläche von 15,56 Millionen Hektar. ... Die obere Grenze für den Betriebsumfang eines Erbhofes ist mit 125 Hektar festgelegt. 1938 bei 1.086 Betrieben Ausnahmen ... bei diesen Betrieben Durchschnittsfläche von 196 Hektar ... Rund 20.000 Erbhöfe mit Fläche von weniger als 7,5 ha ... |
Landwirtschaftliche Siedlungen im Niederbarnim Ueber der Klein- und Eigenheimsiedlung im Kreise Niederbarnim wird häufig die landwirtschaftliche Siedlung im Kreise übersehen. Sie bezweckt die Ansetzung von Neubauern und die Seßbarmachung des Landarbeiters. Sie stellt also ein Mittel dar im Kampf gegen die Landflucht, der jetzt allerorts in ländlichen Gegenden geführt wird. Ländliche Siedlungen sind in unserem Kreise beispielsweise in Mühlenbeck-Summt entstanden, dann durch Aufteilung früherer Gutsbezirke, so durch Aufsiedlung dr Güter Zehlendorf, Blumberg und später Mehrow. Hier sind keine städtischen Eigenheimbewohner oder Kleinsiedler angesetzt worden, sondern Bauern und Halbbauern, Landarbeiter und ländliche Handwerker. Die Beurteilung, die solche Siedlungen im Kreise finde, ist verschieden. Die in der Systemzeit entstandenen kranken an der ständigen Aenderung der Vorschriften, die für den Bau und die Finanzierung der landwirtschaftlichen Siedlungen maßgeblich waren. Größenbeschränkungen der Siedlerstellen, Bildung zu kleiner Gärtnersiedlungen, unangenehme Typenhäuser haben den angesetzten Menschen wenig Freude gebracht. Ein Beispiel für diese Art Besiedlung ist die ländliche Siedlung bei Blumberg auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes. Vorbildlich ist dagegen die im vorigen Jahre begonnene SS-Siedlung in Mehrow geplant, die von der "Eigenen Scholle" in Frankfurt errichtet wird. Sie bietet ein Bild echter Bauernsiedlung, ist wirtschaftlich gesund und zeigt heimische Bauweise. In das Kapitel der ländlichen Siedlung im Kreise Niederbarnim fällt auch noch der Bau von Werkswohnungen für landwirtschaftliche Arbeiter. Von der Möglichkeit, billige Werkwohnungen zu bauen, ist, wie auch der Kreisverwaltungsbericht feststellt, von der Landwirtschaft des Kreises bisher nur in beschränktem Maße Gebrauch gemacht worden. Kapitalmangel wird die Ursache sein. Dennoch muß man der ländlichen Werkwohnung in Form der Landarbeitersiedlung mehr Aufmerksamkeit schenken, will man gerade vor den Toren Berlins der Landflucht wirksam steuern, wie ja auch auf dem Kreisbauerntag Niederbarnim jüngst hervorgehoben wurde. Vergleichen wir die Aufteilung der Güter Blumberg und Mehrow, jenes in der Systemzeit, dieses in unseren Tagen: Rund 1170 Hektar wurden aus dem Rittergut Blumberg besiedelt und daraus 136 Siedlerstellen geschaffen. Als Siedlungstypen kamen in Betracht: zwei Restgüter in Größe von 47 Hektar und 35 Hektar, 26 größere Bauernstellen mit einer Durchschnittsgröße von 14,3 Hektar, drei kleinere Bauernstellen mit einer Durchschnittsgröße von 7,2 Hektar und 77 Gärtnerstellen im Durchschnitt von 1,7 Hektar. Unter den Siedlern befindet sich erfreulicherweise eine größere Anzahl ehemaliger Gutsarbeiter, sonst aber großstädtische Aussiedler; 125 Hektar Wald werden gemeinschaftlich genutzt. Das Rittergut Mehrow umfaßt eine Fläche von 790 Hektar. Ein Restgut ist verkauft worden, so daß im Rahmen der Besiedlung drei Restgüter in Größe von 95, 50 und 40 Hektar, 12 Vollbauernstellen von einer Durchschnittsgröße von 20,7 Hektar und drei Handwerkerstellen bei 3,5 Hektar Größe entstehen. Für die Restgüter wurden die bestehenden Gebäude verwertet, die Bauernstellen erhalten durchweg neue Siedlungsgebäude, die geräumig und zweckvoll eingerichtet werden und sich auch in das Bild eines echten märkischen Siedlerdorfes eingliedern. Alle erforderlichen Gemeinschaftsanlagen werden geschaffen. Auf die Auswahl der Bauernsiedler wird in Verbindung mit den dafür zuständigen Stellen der Bewegung größte Sorgfalt verwendet. Während also die Besiedlung von Blumberg geradezu abschreckend wirken könnte, reizt die von Mehrow zur weiteren Inangriffnahme derartiger landwirtschaftlicher Siedlungen im Kreise Niederbarnim. |
Nun wird auch in Prag rechts gefahren Am Sonntag fand die Umstellung statt und ging reibungslos vor sich ... |
Kreiskriegerführer Ewig 25 Jahre an der Spitze des Kreiskriegerverbandes Niederbarnim Jubiläumsfeier beim Kameradschaftsführer-Appell Der vorgestrige Kameradschaftsführer-Appell des Kreisverbandes Niederbarnim im NS.-Reichskriegerbund Kyffhäuser erhielt dadurch seine Bedeutung, daß Kreiskriegerführer Ewig, Berlin-Weißensee, die Feier seines 25jährigen Jubiläums als Kreiskriegerführer beging. So war dann der Konzertsaal des Kriegervereinshauses in Berlin bis auf den letzten Platz gefüllt, während an der Gästetafel leitende Kameraden des Landeskriegerverbandes, Landrat Dr. Weiß und als Vertreter des auf Burg Sonthofen weilenden Kreisleiters, die Kreishauptstellenleiter Stahl und Laude Platz genommen hatten. Einstimmigen Beifall fand die erhebende und packende Musik des Trompeterkorps der SA.-Reiterstandarte 29, Berlin. ... Landrat Dr. Weiß überreichte dem Jubilar das Buch "Fünf Jahre Aufbauarbeit im Kreise Niederbarnim" als Dank des Kreises für den Kameraden Ewig, der die Aufbauarbeit in Niederbarnim gefördert hat. Diesem Buch soll im Sommer, sobald es erschienen ist, als Geschenk ein zweites folgen: Das Heimatbuch des Kreises Niederbarnim "Von der Schorfheide bis zur Spree". Kreishauptstellenleiter Stahl, Vertreter der NSKOV. Niederbarnim sprach dem Jubilar namens des Kreisleiters Fritz Heermann die besten Wünsche für sein ferneres Wohlergehen aus. Kam. Dr. Neumann, Erkner, feierte namens der der Niederbarnimer Kameradschaften den Kreiskriegerführer als den Inbegriff treuer Kameradschaft und steter Einsatzbereitschaft, und wünschte ihm einen angenehmen Lebensabend, und eine befriedigende Tätigkeit. Auch einige Berliner Kreiskriegerführer nahmen kurz das Wort und frischten gemeinsame Erinnerungen mit Kam. Ewig auf. Da bildete der Marsch "Alte Kameraden" einen passenden Abschluß. ... |
Wie das deutsche Volk gezählt wird Ueber 80 Millionen Lochkarten / Technisches von der Riesenstatistik ... |
Bekanntmachung Vormusterung von Pferden und Bespannfahrzeugen Auf Veranlassung der Wehrersatz-Inspektion Potsdam wird hiermit für die nachstehend aufgeführten Gemeinden die Vormusterung von Pferden und Bespannfahrzeugen angeordnet: ... Berlin, den 14. April 1939 Der Landrat |
Bezirkstagung in Ahrensfelde Kreisleiter Heermann berichtete von der Hitler-Geburtstagsfeier in Berlin Ahrensfelde, 25. April Zu einer Bezirkstagung der NSDAP. des Kreises Niederbarnim hatte am Sonntag Kreisleiter Heermann alle Bürgermeister, Gemeinderäte und Amtsträger des Kreises nach Ahrensfelde berufen. ... |
Bekanntmachung Vormusterung von Pferden und Bespannfahrzeugen Auf Veranlassung der Wehrersatz-Inspektion Potsdam wird hiermit für die nachstehend aufgeführten Gemeinden die Vormusterung von Pferden und Bespannfahrzeugen angeordnet: Freitag, den 12. Mai 1939: Seeberg 8.00 Uhr Hönow 9.45 Uhr Mehrow 13.00 Uhr Eiche 15.15 Uhr Gestellungspflichtig sind sämtliche Pferde, die vier Jahre alt sind oder im Kalenderjahr 1939 alt werden und sämtliche älteren Pferde. Die Pferde sind frisch geputzt, ohne Geschirr und ohne Decke, mit Zaumzeug mit langen Zügeln oder Stricken - nicht mit Halfter ohne Zügel - zu stellen. Die Hufe sollen sauber, aber nicht gefettet oder geteert sein. Auf Beißer oder Schläger ist aufmerksam zu machen. Bei gedeckten oder tragenden Stuten ist der Deckschein mitzubringen und ohne Aufforderung dem Pferdevormusterungsoffizier vorzuzeigen. ... Gestellungspflichtig sind von den Bespannfahrzeugen: a) Leichte Kastenwagen (2 bis 2 1/2 Zöller, 25 Zentner Tragfähigkeit), ungefedert b) Schwere Kastenwagen (3 bis 4-Zöller, 30 bis 50 Zentner Tragfähigkeit), ungefedert c) Leichte Kastenwagen, gefedert (wie zu a) d) Plattenwagen, ungefedert, mit oder ohne Gummibereifung e) Plattenwagen, gefedert (wie zu d) f) Sonderfahrzeuge (Feldküchen, Wasserwagen, Kutschwagen, Einfahrwagen, Omnibusse, offene Möbelwagen) Von jedem Besitzer ist aus jeder Klasse das beste Fahrzeug vorzuführen. Anträge auf Befreiung von der Gestellungspflicht sind unter Beifügung der Beweismittel rechtzeitig bei der Ortsbehörde vorzulegen. ... Berlin, den 28. April 1939 Der Landrat |
Höchstgeschwindigkeit für Autos 60 km/std. in Orten, 100 km/std. außerhalb / Gleiche Bestimmungen für Krafträder / Lastkraftwagen müssen langsamer fahren ... |
Das Verkehrsnetz im Kreise Niederbarnim Es liegt in der geographischen Bedingtheit des Berliner Rand- und Vorortkreises Niederbarnim, daß er ein sehr engmaschiges und bedeutendes Verkehrsnetz besitzt, da der Nord- und Ostverkehr der Reichshauptstadt durch das Kreisgebiet führt. Die Eigenart des Niederbarnimer Verkehrsnetzes besteht nun darin, daß alle Verkehrslinien den Kreis auf Berlin zu oder von Berlin her durchschneiden, da es sich um Ausfallstrecken der Riesenstadt handelt. Eine Querverbindung innerhalb des Kreises, die also die größeren Ortschaften miteinander verbände, gibt es nicht. Daraus hat sich im Laufe der Entwicklung ergeben, daß alle Behörden des Kreises ihren Sitz in Berlin haben; denn nur dort sind sie bequem für die Kreisbevölkerung zu erreichen. Daraus resultiert weiterhin die Erscheinung, daß die großen Tagungen der Organisationen Niederbarnims vielfach in Berlin vor sich gehen; sei es in den Sälen des Landratsamtes, sei es in privaten Saallokalen. Dieser Umstand, der im Kreise auch als Uebelstand empfunden wird, wäre nur zu beheben durch den Bau einer Querverbindung durch den Kreis, durch die sogenannte Umgehungsbahn Berlins, über die schon viel geschrieben und geplant worden ist, die aber jetzt durch den Autobahnring hinfällig geworden sein dürfte. Durch den Kreis Niederbarnim führt die große Autobahnstrecke Berlin-Stettin mit mehreren Auffahrten innerhalb des Kreisgebietes. Dazu kommt ein Teil des Berliner Ringes, der ebenfalls Kreisgebiet berührt und Einfahrt in dasselbe ermöglicht. Verkehrsmäßig bedeuten demnach die Reichsautobahn und ihr geplanter weiterer Ausbau durch Zubringerstrecken eine Verkehrsbelebung für weite Teile des Kreises, wenn sie auch in der Hauptsache nur eine Durchgangslinie durch den Kreis darstellt. Den Hauptverkehr in den Kreis bringen die Vorortbahnlinien und unter ihnen wieder an erster Stelle die elektrifizierten, auf denen also die S-Bahn fährt: Berlin-Oranienburg, Berlin-Bernau, Berlin-Strausberg, die nur bis Mahlsdorf elektrisch betrieben wird, und Berlin-Erkner, von wo aus die Vorortstrecke weiter bis Fürstenwalde durch Dampfzüge betrieben ist. Längs dieser Schnellbahnlinien haben die Gemeinden des Kreises eine stürmische Aufwärtsentwicklung erlebt; haben sie doch seit 1910 ihre Einwohnerzahlen um 130 Prozent erhöht. ... Die Altlandsberger Kleinbahn, die in ein Idyll aus vergangenen Jahrzehnten paßt, verbindet Dahlwitz-Hoppegarten an der Strausberger Vorortstrecke mit Altlandsberg über die Großsiedlungsgemeinde Neuenhagen. Das Verkehrsnetz Niederbarnim wird erweitert durch Autobus- und einige Kraftpostlinien, die, sowohl der Bevölkerung wie den Ausflügler lieb und wert sind; vermag man doch mittels der Autobusse auch in das Binnenland seitlich der Bahnlinien zu gelangen. Nennen wir die Kraftpostlinien Altlandsberg-Herzfelde, Bernau-Lanke-Prenden, Bernau-Wandlitz, Birkenwerder-Bergfelde-Hohen Neuendorf, Birkenwerder-Summt-Zühlsdorf, die vier von Erkner ausgehenden Linien und die vier von Oranienburg ausgehenden, die auch den Werksverkehr dieser aufblühenden Industriestadt dienen. ... Je mehr solcher Linien, desto nachhaltiger die Erschließung des Kreises. Den Automobilisten wird ein Blick auf das Straßennetz Niederbarnims interessieren. Ähnlich wie die Eisenbahnlinien verlaufen auch die großen Straßenzüge radial von Berlin aus durch den Kreis. Da ist die Fernverkehrsstraße 1, die Dahlwitz-Hoppegarten berührt und nach Frankfurt a. O. führt, die Fernverkehrsstraße 2 über Lindenberg und Bernau nach Stettin und überhaupt zur Ostsee, und die Fernverkehrsstraße 96, an der Oranienburg liegt und die ebenfalls an die Ostsee führt. Dazu die Provinzialstrecken mit starkem Verkehr Berlin-Wandlitz-Prenzlau, Berlin-Blumberg-Werneuchen, Berlin-Strausberg u.a.m. Unter den eigentlichen Kreisstraßen ist die Kreisdurchgangsstraße Marienwerder-Liebenwalde ein Teil der Fernverkehrsstraße 5. Alle diese Straßen, insbesondere aber die großen Reichsstraßen bringen einen ungeheuren Kraftfahrzeugverkehr in und durch den Kreis, der an schönen Sonn- und Feiertagen oft beängstigende Ausmaße annimmt. Gern werden diese Straßen nämlich wegen ihrer durchweg guten Befestigungsverhältnisse vom Wochenendverkehr benutzt. Die Regelung und Ueberwachung dieses riesigen Verkehrs von Personen- und Lastkraftwagen, werktags und sonntags, Tag und Nacht, erfordert großzügige Maßnahmen der Kreisverwaltung, die sich auch auf die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen erstrecken. Im Punkte der Straßenüberwachung und der Hilfseinrichtungen bei Verkehrszwischenfällen ist der Kreis Niederbarnim auf der Höhe und wird sogar von berufenen Stellen in dieser Hinsicht als Musterkreis angesprochen. Die Uebersicht über das Verkehrsnetz Niederbarnims wäre nicht abgeschlossen ohne die Erwähnung der Wasserstraßen der künstlichen wie natürlichen, die das Kreisgebiet durchziehen, für seine Wirtschaft allerdings weniger bedeuten, für den Ausflugsverkehr jedoch in Betracht kommen. ... Der Vollständigkeit halber seien noch die Fluglinien erwähnt, die über unsern Kreis dahinziehen, ohne allerdings irgendwelche sonstigen Verbindungen mit ihm zu haben. Diese Fluglinien verkehren zwischen Berlin und den nördlich und östlich gelegenen Staaten. Eine davon führt in fünf Stunden über Kopenhagen und Göteborg nach Oslo, der Hauptstadt Norwegens, eine andere direkt nach Stockholm binnen vier Stunden, eine dritte über Danzig-Königsberg - die baltischen Staaten nach Finnland, wieder eine andere innerhalb 2 1/2 Stunden über Polen nach Warschau. Etwa 15 Verkehrsflugzeuge überfliegen täglich fahrplanmäßig unseren Kreis, ungezählt die vielen anderen Flugzeuge, die in den Lüften über dem Kreisgebiet das donnernde Geräusch ihrer Motoren hören lassen. Unter ihrem Schutze - und mit diesem Gedanken sei der Artikel abgeschlossen - werden wir in Niederbarnim auch in einem Ernstfalle ruhig und gesichert unserer Arbeit nachgehen können und werden auf unseren Verkehrslinien die Verkehrsmittel ihre dann doppelt wichtigen Aufgaben erfüllen. Z. |
Wie der Berliner Ring ausgestaltet wird Für den gesamten Autoverkehr von großer Wichtigkeit Berlin, 10. Juni Ueber den weiteren Ausbau des Berliner Ringes der Reichsautobahn, insbesondere auch über die Webweisung bringt die "Straße", das Organ des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, offizielle Mitteilungen, die für den gesamten Autoverkehr von großer Wichtigkeit sind. Der Berliner Ring ist 185 Kilometer lang, 125 Kilometer sind geschlossen seit dem Dezember im Verkehr. Am 21. Oktober 1939 kommen am Westring weitere 21 Kilometer hinzu. Von den nach Berlin führenden Autostrecken sind alle bis auf die Linie Berlin-Hamburg im Verkehr. Durchgehende Fernverbindungen bestehen bereits nach Stettin, Frankfurt a. O., Halle-Leipzig, Nürnberg-München und Hannover. Im Laufe des Jahres 1939 kommen hinzu die geschlossenen Strecken nach Breslau, nach Dresden und nach dem Ruhrgebiet. Der Avus-Zubringer wird ebenfalls 1939 fertiggestellt werden. Ueber die Wegweisung wird mitgeteilt, daß der Berliner Ring durchlaufend im Uhrzeigersinn kilometriert wird. Die vom Berliner Ring nach außen hin abzweigenden Reichsautobahnlinien werden vom Berliner Ring aus kilometriert. Die einzelnen Abschnitte des Ringes werden des einfachen sprachlichen Ausdrucks wegen mit Nordring, Ostring, Südring und Westring bezeichnet. Der Verkehr zwischen der Reichsautobahn und dem übrigen Straßennetz wird über 21 Anschlüsse am Ring und drei Anschlüsse am Avus-Zubringer vermittelt. Diese werden nach einem nahegelegenen Ort mit einprägsamen Namen bezeichnet. Die Wegweisung erfolgt nur durch Beschilderung. Um dem Fahrer die Unterrichtung zu erleichtern, wird bei allen Abzweigen auf Parkplätzen ein Plan aufgestellt. Die Kennzeichnung dieser Parkplätze erfolgt durch ein zusätzliches Schild "Streckenauskunft". Der Verkehr nach Berlin wird durch die Beschilderung zunächst nur auf den Berliner Ring gelenkt, am Ring selbst erfolgt dann die Weiterleitung nach Berlin-Mitte. Der Verkehr von Berlin wird ebenfalls zunächst auf den Ring gewiesen, und von hier auf die anderen Ziele. Alle auf den Ring verweisenden Richtungsschilder tragen als Kopfseite die Bezeichnung "Berliner Ring", damit der Fahrer immer daran erinnert wird, daß er sich noch auf dem Berliner Ring befindet. Besonders hervorragende Punkte, wie gekreuzte Täler, Flußläufe oder Seen, sind durch Hinweisschilder im Mittelstreifen gekennzeichnet. |
Unfall-Fernsprech-Verzeichnis für Ahrensfelde, Eiche, Mehrow. Notruf ___ 50 47 93 Polizei: Amtsvorsteher, Ahrensfelde, Dorfstr. 32 ___ Ruf 50 48 97 Stellvertreter, Ahrensfelde, Bahnstr. 3 Gendarmerie: Gend.-Abt.-Kommandant: Gen.-Obermstr. Michalski, Bernau, Hohesteinstr. 14, Ruf Bernau 465 Sonstige Polizeibeamte: Gen.-Hauptw. Wolter, Ahrensfelde, Dorfstraße 60, Ruf 50 47 93 Gen.-Hauptw. Hirsch, Blumberg, Ruf Blumberg 221 Gen.-Oberw. Maimann, Blumberg, Ruf Blumberg 270 Unfallhilfsstellen: Zonenführer: Oberscharführer Max Köcher, Bad Freienwalde, Frankfurter Str. 31, Ruf Freienwalde 388 Krankenwagen: Kreiskrankenhaus Altlandsberg, Ruf Altlandsberg 5132 Rettungsamt Berlin, Ruf 53 69 11 Aerzte: Dr. Boergen, Ahrensfelde, Ulmenallee 41, Ruf 50 46 98 Dr. Wedel, Blumberg, Ruf Blumberg 253 Krankenhäuser: Kreiskrankenhaus Bernau, Ruf Bernau 476 Kreiskrankenhaus Altlandsberg, Ruf Altlandsberg 313 Rettungsamt Berlin (nur wenn Bernau besetzt), Ruf 53 69 11 Feuerlöschpolizei: Gemeindebezirk Ahrensfelde, Dorfstr., Ruf 50 48 97, 50 48 77, 50 47 93 Gemeindebezirk Eiche, Dorfstr., Ruf 50 44 49, 50 41 42, 50 88 86 Gemeindebezirk Mehrow, Dorfstr., Ruf Neuenhagen 20 13 und 26 50 Ahrensfelde, den 7. Juni 1939 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde. |
Mit brennendem Streichholz in die Scheune Zwei jugendliche Ausreißer verursachen Scheunen- und Wohnhausbrand Blumberg, 21. Juli In enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Gendarmerie ist von der Berliner Kriminalpolizei nunmehr ein Scheunen- und Wohnhausbrand aufgeklärt worden, der in der Nacht zum 3. d. M. in Blumberg, Kreis Niederbarnim ausgebrochen war. Als Verursacher dieses Brandes, bei dem ein Schaden von etwa 33 000 RM entstanden ist, wurden zwei junge Burschen, der 17jährige Heinz S. und der 16 Jahre alte Hans T. aus einem Orte nahe bei Berlin festgenommen. Heinz S. war vor kurzem von seiner Berliner Lehrstelle ausgerückt und hatte sich zu seinen Eltern begeben. Bevor er zur Lehrstelle zurückgebracht worden war, war er mit dem im gleichen Ort wohnenden Hans T. übereingekommen, von dort zu verschwinden. Am 24. v. M. hatten sie sich heimlich davongemacht und sich einige Tage in der Gegend von Strausberg, Müncheberg und Altlandsberg herumgetrieben. Da aber nach fünf Tagen ihre Barmittel schon erschöpft waren, versuchten sie bei Bauern in Blumberg Beschäftigung zu erhalten. Als glaubwürdigen Grund ihrer Anwesenheit hatten sie erzählt, daß sie sich auf einer Ferienfahrt befinden. Angeblich wollten sie wegen ihres eingetretenen Geldmangels noch nicht nach Hause, sondern bis zu ihrem Urlaubsende auf dem Lande arbeiten. Unter dieser Vorspiegelung war es ihnen gelungen, bei dem brandgeschädigten Erbhofbauern am 29. Juni, einem Donnerstag, aufgenommen und beschäftigt zu werden, In der Nacht des darauffolgenden Sonntags zum Montag war dann auf dem gleichen Grundstück die Scheune in Brand geraten, die völlig niederbrannte; auch ein danebenstehendes Wirtschaftsgebäude, in dem sich fünf Wohnungen und zwei Werkstätten befanden, war eingeäschert worden. Die beiden Werkstätteninhaber, ein Stellmacher und ein Autoschlosser, sind infolge des Brandes um ihre Existenz gekommen. Da Brandstiftung vermutet wurde, wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ein Berliner Kriminalbeamter nach Blumberg entsandt. Im Verlauf der Ermittlungen verdichtete sich der Verdacht, daß die beiden Ausreißer, die am Montag nach dem Brand schon von ihren Eltern abgeholt worden waren, bei dem Brand ihre Hand im Spiel gehabt haben. Sie wurden beide festgenommen und legten schließlich ein Geständnis ab. Danach hatten Sie während ihrer Anwesenheit auf dem Erbhof Hühnereier gestohlen und diese in der Scheune versteckt. In der Brandnacht waren sie heimlich aus ihrem Zimmer gegangen, um die Eier aus der Scheune zu holen. Hierbei leuchteten sie leichtfertigerweise mit Streichhölzern in der Scheune umher, in der sich außer landwirtschaftlichen Maschinen auch Stroh und Getreide befand, und warfen die abgebrannten Streichhölzer fort. Angeblich wollen sie vom Entstehen des Feuers nichts bemerkt haben, sondern wieder in ihr Zimmer gegangen sein und sich zu Bett gelegt haben. Sie seien auf den Brand erst aufmerksam gemacht worden, als sie der Erbhofbauer weckte. Die jugendlichen Täter werden dem Jugendgericht zugeführt. |
Neue Niederbarnimer Erbhöfe Fortschritte in der Siedlungspolitik der Mark Brandenburg Wer aus Berlin ostwärts den Gau Brandenburg durchfährt, kommt durch schmuck aussehende Dörfer und Siedlungen, die erst in jüngster Zeit entstanden sind. Es sind Neubauernhöfe in Mehrow, Kreis Niederbarnim, in Wittstock, Kreis Königsberg (Nm.) und in Hohenwalde, Marwitz und Kladow, Kreis Landsberg. Diese Neubauernhöfe legen Zeugnis ab von der erfolgreichen Siedlungspolitik, die hier betrieben wurde. Seit 1933 ist eine ungeheure Arbeit auf dem Siedlungsgebiet geleistet worden. Die größtenteils im ostelbischen Raum, aber auch in den übrigen Reichsteilen im Siedlungsverfahren neugegründeten Bauernhöfe und die große Zahl der durch Landzulage vergrößerten und wirtschaftlich wesentlich gestärkten landwirtschaftlichen Kleinbetriebe haben die Abwanderung des Landvolkes in die Stadt beträchtlich eingeschränkt. Im gesamten Reichsgebiet wurden im Januar 1933 nicht weniger als 20664 Höfe auf 330521 Hektar Land neugegründet, 66493 landwirtschaftliche Betriebe durch 132-975 Hektar Land auf Erbhofgröße erweitert. Damit kann aber die Siedlungsfrage durchaus nicht als gelöst gelten. Man hat deshalb schon weitere 190000 Hektar Land angekauft, die in den Jahren 1939 bis 1940 mit Neubauern besetzt werden sollen. Die neuen Bauernhöfe werden nach ganz bestimmten Gesichtspunkten besetzt. Ueber 30 v. H. der Höfe sind an Landarbeiter, landwirtschaftliche Beamte und ländliche Handwerker vergeben worden. Fas alle übrigen Höfe haben Jungbauern bekommen. Dabei wurden auf Weisung des Reichsernährungsministers 23 v. H. Höfe mit Bewerbern aus westdeutschen Gauen besetzt. Die Neubauernfamilien werden einem Ausleseverfahren unterworfen, das sich sowohl auf das rein landwirtschaftliche Können wie auf die Gesundheit und Rassenreinheit bezieht. Der Reichsnährstand übernimmt diese eingehende Prüfung der Bewerber, die zum Abschluß den Neubauernschein erhalten. Auch Altbauern mußte man umsiedeln, die sich bald auf dem modernen Hof wohl fühlen. Etwa 140 Ortschaften wurden ganz und 225 Ortschaften teilweise umgesiedelt. 5600 landwirtschaftliche und andere Anwesen wurden davon betroffen, so daß über 120000 Hektar allein für die Ersatzansprüche von Bauern und Landwirten zur Verfügung gestellt wurden. Die durch Kauf bzw. Vorkaufsrecht erworbenen Güter gehören überwiegend zur Klasse solcher Großbetriebe, die durch Ueberschuldung oder schlechte Wirtschaftsweise nicht mehr rentabel waren. Man hat endlich einmal mit dem alten Vorurteil aufgeräumt, daß es die großen Güter und nicht der kleine Bauer sei, der die Stadt ernähre. Vielmehr ist das Gegenteil richtig. In aller Stille wurden in unserem Gaugebiet kurzfristig und ohne große Reibungen gewaltige Siedlungsarbeiten vorgenommen, die trotz der beträchtlichen Schwierigkeiten bei der Zuleitung geeigneter Arbeitskräfte zu Ende gebracht werden konnten. Welche Bedeutung einer engen Besiedlung mit Erbhöfen nahe der Grenzen im Interesse der Erhaltung des Volkstums zukommt, braucht heute kaum noch besonders betont zu werden. |
Kontrolle des Kraftwagenverkehrs Das Autofahren ist auf die unbedingt notwendigen Fälle zu beschränken ... |
Freigegebene Fahrzeuge werden gekennzeichnet Nur ein öffentliches Interesse berechtigt zur Weiternutzung von Kraftfahrzeugen ... |
Fahrzeugreisen sind anmeldepflichtig Ablieferungs- und Bezugsscheinregelung für Kraftfahrzeug-Kautschuk-Bereifungen ... |
An die Herren Bürgermeister und Amtsvorsteher des Kreises ... Hiernach hat der Herr Reichsverkehrsminister angeordnet, daß nach dem 20.9.1939 nur die Kraftfahrzeuge weiter benutzt werden dürfen, die von der zuständigen Zulassungsstelle besonders gekennzeichnet sind. ... Mit der Kennzeichnung habe ich folgende Ortspolizeibehörden beauftragt: a) Liebenwalde b) Wandlitz, c) Bernau, d) Oranienburg, e) Altlandsberg, f) Erkner, g) Neuenhagen, h) Rüdersdorf, i) Hohen Neuendorf Zu der Abstempelungsstelle Bernau gehören die Gemeinden Lanke, Prenden, Zepernick, Schönerlinde, Schönwalde, Schönow, Schwanebeck, Birkholz, Löhme, Seefeld, Blumberg, Börnicke, Lindenberg, Ahrensfelde, Eiche, Lobetal ... Zu der Abstempelungsstelle Neuenhagen gehören die Gemeinden Hönow, Seeberg, Münchehofe, Schöneiche, Dahlwitz-Hoppegarten, Mehrow ... |
Was bei der Stillegung eines Kraftwagens zu beachten ist Eine bestimmte Pflege ist notwendig, auch wenn der Wagen nicht benutzt wird ... |
Unsere Jugend hilft in der Landwirtschaft 500 Jungen und Mädel im Einsatz ... In Zusammenarbeit mit der Kreisbauernschaft und dem Arbeitsamt Niederbarnim regelt der Bann 372 den Einsatz der Jungen und Mädel, ... Auf diese Weise wurden bisher in den verschiedensten Orten unseres Kreises Jungen - entweder als Einzelhelfer oder in Gruppen von 6 bis 15 Mann - eingesetzt, so in Bernau, Börnicke, Elisenau, Blumberg, Zehlendorf und Liebenwalde, insgesamt rund 450 Kameraden. Bei den Mädchen, die auch nicht für andere Aufgaben sehr stark eingespannt sind, sind naturgemäß die Anforderungen zum Helfen bei der Hackfruchternte nicht so erheblich ... |
In Zukunft noch mehr Radwegebau Der Krieg bedingt eine Umstellung auch auf dem Gebiete des Straßenverkehrs. ... Es zeigte sich wieder einmal, daß das Fahrrad keineswegs überholt ist, sondern gerade auch in Kriegszeiten als billigstes, jederzeit startbereites und gesundheitsförderndes Beförderungsmittel von allen Kreisen unseres Volkes benutzt wird. ... |
Der Schleppereinsatz in der Landwirtschaft Er darf nur dort eingesetzt werden, wo er durch andere Kraftquellen nicht zu ersetzen ist ... |
Die "Avus" wird Reichsautobahn Ihre Bedeutung reicht weit über den Rahmen ihrer ursprünglichen Bestimmung hinaus ... |
Ausgerissene Kriegsgefangene Jedermann ist zur Festnahme verpflichtet und berechtigt Das Vorhandensein einer großen Zahl von Kriegsgefangenen ist durchaus anders zu beurteilen, als das gemeinhin geschieht. Die Erfahrungen des Weltkrieges haben nämlich gezeigt, wie Kriegsgerichtsrat der Luftwaffe Dr. Walhog in der Zeitschrift der Akademie für deutsches Recht ausführt, daß die in deutscher Hand befindlichen Kriegsgefangenen von den Feindstaaten zu Spionage, Sabotage und Arbeitsverweigerung angestiftet wurden und in großer Zahl der Weisungen ihrer Heimatstaaten nachkamen, um uns großen Schaden zuzufügen. Aus der Zahl der gelungenen Fluchten im Weltkrieg, die bis zum 10. Oktober 1918 die Ziffer von 107376 Offizieren, Mannschaften und internierten Zivilgefangenen erreicht hatte, ergibt sich, daß die Gefahr der erfolgreichen Nachrichtenübermittlungen durch entwichene Kriegsgefangene besonders groß ist. Um so notwendiger ist ihre Ergreifung. Daß die Militärbehörden und die Polizei alles daransetzen, entwichener Kriegsgefangener wieder habhaft zu werden, ist selbstverständlich. Die Frage ist nun, inwieweit die Mithilfe der Zivilbevölkerung hierbei erwünscht und erlaubt ist. Diese Frage ist dahin zu beantworten, daß sogar eine Pflicht zur Mithilfe vorliegt, die sich aus der allgemeinen Pflicht der Bevölkerung, der Verteidigung des Vaterlandes zu dienen, ergibt. Hieraus entspringt auch, wie in dem Aufsatz festgestellt wird, die Befugnis für jeden Volksgenossen zur Festnahme entwichener Kriegsgefangener. Es ist jedoch ein Unterschied zu machen zwischen der Festnahme eines Kriegsgefangenen durch Soldaten oder Polizei und Zivilpersonen. Der Soldat und der Polizist kann einen eventuellen Widerstand des Gefangenen mit allen Mitteln brechen und darf Flucht durch Waffengebrauch verhindern. Die Zivilbevölkerung dagegen, die nur die Befugnis zur Festnahme hat, darf nicht von der Waffe Gebrauch machen, sie darf auch nicht auf einen flüchtenden Kriegsgefangenen schießen. Anders ist es dagegen, wenn die Zivilperson bei der Festnahme von dem Kriegsgefangenen angegriffen werden sollte, und sich ein Fall der Notwehr oder des Notstandes ergibt. Hier kann die Verteidigung, soweit sie erforderlich ist, um den Angriff abzuwenden, eventuell, soweit das eben notwendig ist, mit der Waffe erfolgen. Hier greifen also die allgemeinen Regeln des Strafrechts ein. |
HJ.-Bann Niederbarnim in Kriegsfront ... [Zu Vorführungen aus der HJ.- und BDM.-Arbeit im Kreis Niederbarnim] hatten K. Bannführer Weckend und Untergauführerin K. Jack führende Männer und die Presse des Heimatkreises eingeladen. Eine besondere Ueberraschung bot Kreisleiter Heermann zum Schluß durch Besichtigung des Lagers Elisenau des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend. Er kennzeichnete die Wichtigkeit der Maidenarbeit bei den Siedlerfamilien und war, wie alle übrigen Fahrtteilnehmer, über die Sauberkeit, die Zweckmäßigkeit der Anordnungen und nicht zuletzt über die gute Kameradschaft im Lager sichtlich erfreut. |
"Ihren Ausweis bitte" Kleines Kapitel über die Kennkarte ... Jeder über 15 Jahre alte Reichsdeutsche ist verpflichtet, sich jederzeit durch einen amtlichen Lichtbildausweis [Reisepass, Führerschein oder anderer von einer Behörde oder einer parteiamtlichen Dienststelle ausgesteller Lichtbildausweises] über seine Person ausweisen zu können. Nicht jeder ist aber im Besitz eines Lichtbildausweises amtlichen Charakters. Da greift die polizeiliche Kennkarte ein, ... |
Bekanntmachung Die Schweinepest unter dem Schweinebestande des Neubauern Albert Papst in Mehrow ist erloschen. Die Sperrmaßnahmen sind aufgehoben. Ahrensfelde, den 4. Dezember 1939 Der Amtsvorsteher der O.P.B. |
Feind bleibt Feind Das Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen ... Es ist verboten. Kriegsgefangenen bei der Beschaffung von Kleidungsstücken, Genußmitteln und Geld behilflich zu sein, ihnen Streichhölzer, Feuerzeuge, Waffen und Werkzeuge zu besorgen, gemeinsam mit ihnen Lokale zu betreten oder Geschenke und Nahrungsmittel von ihnen anzunehmen. Jede Hilfeleistung zur Flucht ist Landesverrat. ... |
Frischmilchende, reelle junge KUH verkauft Fritz Lindenberg, Eiche bei Ahrensfelde |
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Kreis Niederbarnim in der Kriegswirtschaft Ein Blick in das Ernährungs- und Wirtschaftsamt des Kreises ... |
"Bodenfunde sind Eigentum der Volksgemeinschaft" Aufruf zum Schutze der Altertümer des Kreises Niederbarnim ... |
Hundesteuerordnung für den Landkreis Barnim ... |
Der Beitrag zur Metallspende Unser Geburtstagsgeschenk für den Führer ... |
Wir sammeln kriegswichtige Metalle In jedem Bauernhof: Eine Geschenkecke für den Führer ... |
Die Metallspende in vollem Gange Das schönste Geburtstagsgeschenk für den Führer ... |
Verordnung zum Schutze der Metallsammlung Todesstrafe für Bereicherung an gesammeltem Metall ... |
Der Luftschutzwarndienst Eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe ... |
Rotkreuz-Arbeit im Kreise Niederbarnim 351 Männer und Frauen stehen an der Front ... |
Noch bis zum 20. April Metallsammlung Jeder eile zur Sammelstelle, um seine Spende zu geben ... |
Metallspende des Generalfeldmarschalls Göring ... |
Einsatzbereite märkische Jugend 34710 Zehnjährige werden jetzt Pimpfe ... |
Das erste HJ.-Heim des Kreises Es wurde gestern in Glienicke der Jugend übergeben ... |
Das Feuerlöschwesen im Kreise Niederbarnim Jahresbericht für 1939/40 des Kreiswehrführers / Trotz des Krieges ständige Aufwärtsentwicklung Der Landrat des Kreises Niederbarnim legt in diesen Tagen durch den stellvertretenden Kreiswehrführer Graß den Bericht über das Feuerlöschwesen für die Zeit vom 1. April 1939 bis 31. März 1940 vor. ... Am Anfang des Berichtsjahres waren in den 44 Ortspolizeibezirken 2406 aktive Mitglieder vorhanden. Die Ziffer sank am Stichtag in der Hälfte des Berichtsjahres auf 1888 Mann ab und stieg dann wieder am Schluß auf 2129 Mann an. Zu diesen aktiven kamen dienstfähige Reserve 204 Mann, Sicherheits- und Hilfsdienst 166 Mann, Löschdienstpflichtige auf Grund der Notdienstverordnung 504 Mann und die Jugendfeuerwehr, die am Anfang 12 Hitlerjungen zählte, steigt auf 102 an, so daß am Schluß des Berichtsjahres 3105 einsatzfähige Kräfte zur Verfügung standen. Seit Ausbruch des Krieges befindet sich Kreiswehrführer Lubnow mit vielen Männern unter der Fahne. Mit der Wahrnehmung der Diesntgeschäfte wurde der bereits in Ruhestand versetzt gewesenen Kreisbrandinspektor Graß beauftragt, der in selbstverständlicher Pflichterfüllung gern seine Kräfte wieder dem Feuerlöschwesen des Kreises zur Verfügung stellte. Fahrzeug und Gerätebeschaffung Im Laufe des Berichtsjahres war es den Gemeinden Erkner, Rüdersdorf und Zepernick möglich, je einen Mannschafts- und Gerätewagen anzuschaffen. Ihren Gerätepark um je eine Kleinkraftspritze mit 800-Liter-Minutenleistung mit Transportwagen vergrößerten die Gemeinden Eiche, Erkner, Fredersdorf, Glienicke, Krummensee, Münchehofe, Rehfelde, Werder und Zepernick. ... je zwei Hakenleitern [kauften] die Gemeinden Eiche, Prenden und Schönerlinde, ... Damit ist die Fahrzeug- und Gerätebeschaffung noch nicht abgeschlossen. Anträge auf Zuteilung von Stahl und Eisen zur Beschaffung eines leichten Löschgruppenfahrzeuges stellten die Gemeinden Blumberg, Lehnitz, Mühlenbeck, Schildow, Vogelsdorf und Zerpenschleuse, ... und je einer tragbaren Kraftspritze, 800 Liter Minuten-Leistung, mit Einachsenanhänger die Gemeinden Hohen Neuendorf, Mehrow, Mühlenbeck und Zepernick. Recht umfangreich sind auch die Kleinanschaffungen. Es wurden in 47 Gemeinden Kleinlöschgeräte, Schläuche, Rauchschutzmasken und Ausrüstungsgegenstände anderer Art beschafft. Die Zahl der Löschwasserbrunnen wurde um 11, die der Löschwasserzisternen um 4 vermehrt. Außerdem wurden zwei Feuerlöschteiche gegraben und 54 Hydranten eingebaut. ... Eiche, Hennickendorf, Liebenthal und Rüdersdorf errichteten Feuerwehrübungstürme mit Schlauchstreckungsanlagen, Feuerwehrgeräteräume die Gemeinden Mehrow und Schwanebeck. ... Brandübersicht Zu bekämpfen waren im Kreisgebiet 122 Brände. 53 Alarm-, 44 Mittelfeuer und 10 Großfeuer, 9 Waldbrände, 1 Strohmietenbrand, außerdem wurden drei Fahrzeugbrände gelöscht. Bei Verkehrsunfällen usw. waren die Wehren in 44 Fällen tätig. Die Gesamtzahl der Einsätze beziffert sich auf rund 280. ... Die vorbildliche Opferbereitschaft am Tage der Deutschen Polizei ist an dieser Stelle kürzlich bereits erwähnt worden, gleichfalls wurde schon über die kameradschaftliche Zusammenarbeit mit dem DRK., dem RLB., der Technischen Nothilfe, dem RAD. und den Wehrverbänden berichtet. ... |
Polnische Arbeitskräfte für die deutsche Landwirtschaft Erfahrungen mit einem Polentransport ... Anständiger Empfang, saubere Umgebung, umfassende hygienische Maßnahmen und die Aussicht auf ein gesichertes Einkommen durch ehrliche Arbeit geben diesen Polen die Gewißheit, daß es ihnen in Deutschland weit besser geht, als es ihnen jemals in Polen unter der Herrschaft ihrer früheren Machthaber gegangen ist, Natürlich kann der polnische Hilfsarbeiter nicht den Anspruch auf den Lebensstandard des deutschen Landarbeiters stellen. Für die polnischen Hilfskräfte ist eine besondere Tarifordnung aufgestellt worden. Der Lohntarif liegt selbstverständlich unter dem deutschen, schon aus dem Grunde, weil der Pole weder invaliden- noch arbeitslosenversicherungspflichtig ist. Er genießt aber, was er in Polen niemals gehabt hat, den Feiertagsschutz seiner Arbeit bzw. wenn er am Feiertag arbeitet, erhält er einen Feiertagszuschlag. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß die Polen die Möglichkeit haben, ersparten Lohn in ihre Heimat, das Generalgouvernement, trotz der Transferschwierigkeiten, zu überweisen; auch hierfür ist eine Sonderregelung vorhanden. Durchgehender Luftverkehr Berlin-Moskau Berlin, 4. Mai Ab 4. Mai verkehren die Flugzeuge auf der Luftverkehrsstrecke Berlin-Moskau, die gemeinsam von der Deutschen Lufthansa und der sowjetrussischen Aeroflot betrieben wird, ohne Unterbrechung während der Nacht in Königsberg durchgehend an einem Tage. Die Maschinen verlassen Berlin um 8,20 Uhr und fliegen mit Zwischenlandungen in Danzig, Königsberg, Belostok und Minsk über die Entfernung von 1800 Kilometer in wenig mehr als 9 Stunden nach Moskau. ... |
Fronleichnamstag am 26. Mai Auf Grund gesetzlicher Ermächtigung hat der Generalbevollmächtigte für die Reichsverwaltung mit Zustimmung des Beauftragten für den Vierjahresplan und des O.K.W. eine Verordnung über den Fronleichnamstag 1940 erlassen. Mit Rücksicht auf die dringend notwendige Kohleförderung und die sonstigen Produktionsmöglichkeiten wird der Fronleichnamstag (23. Mai) als staatlicher Feiertag im Sinne reichs- und landesrechtlicher Vorschriften in diesem Jahre auf Sonntag, den 26. Mai verlegt. ... Vom Schreibtisch zum Acker Einige Winke für die Helfer auf dem Lande ... Während der Arbeit unterlasse man das Essen und Rauchen! Beides ist hierbei unbekömmlich. Auch der Genuß von Bier ist nachteilig, denn das macht müde und steigert nur den Durst, der am besten durch einen Schluck Wasser gestillt wird. ... Zwischen Schorfheide und Spree Das Heimatbuch des Kreises Niederbarnim. Heb' ich aus der Heimatscholle eine Handvoll Heimaterde, seh' ich drin der Wunder viele, seh' ich Tiefen sonder Zahl. Kenn ich erst des Baumes Wurzeln, Und erkenn ich seine Treue, wieg' ich mich getrost im Wipfel, und das ist kein eitles Spiel. Dieser treffliche Kernspruch aus "Deutsche Heimat" F.K.Ginzkev [?] ist dem Heimatbuch des Kreises Niederbarnim, das demnächst im Verlage von Willi Bischoff, Berlin unter dem Titel "Zwischen Schorfheide und Spree" erscheint, vorangestellt. Damit ist zugleich Wesen und Inhalt, Wollen und Ziel dieses Buches, für das als Herausgeber Landrat Dr. Weiß und Max Rehberg zeichnen, deutlich herausgestellt. ... |
Der Pfingstkrieg der Niederbarnimer HJ. Sieger wurde der Bann Niederbarnim ... |
Bild und Ton im Kreise Niederbarnim Aus der Arbeit der Kreisbildstelle 1939/40 ... |
Von Norditalien bis in die Mark Besuch bei italienischen Landarbeitern ... |
Neun Monate Kriegswirtschaft im Kreise Niederbarnim Vierte kriegswirtschaftliche Tagung der Ortsgruppenleiter, Gliederungsführer, Bürgermeister und Amtsvorsteher Arbeitstagung der NSKOV. ... Anschließend wurden Richtlinien über die Aushändigung von Ehrenkreuzen und Westwall-Ehrenabzeichen gegeben, und aufgefordert, in der Behandlung von Kriegsgefangenen, insbesondere der polnischen, Haltung zu bewahren. ... |
99000 neue Erbhöfe Die Neubildung deutschen Bauerntums in den Jahren 1933-1939 ... |
Melkmaschinen helfen Arbeit sparen "Stripp, strapp, strull ..., der Eimer ist bald vull..." ... * Melkmaschine hilft ... * Lieschen mit gutem Kleid im Kuhstall ... * Kühe lieben Motorengeräusch ... * Der motorisierte Melkkarren kommt aufs Land ... Das Melken mit der Melkmaschine muß natürlich auch gelernt sein. Man muß die Maschine zu handhaben verstehen, ebenso die Behandlung der Kühe vor und nach dem Melken. ... Deshalb wird man nach dem Kriege in besonderen Kursen die Landbevölkerung im Gebrauch der Melkmaschine schulen. zu diesem Zweck ist bereits ein Autoanhänger konstruiert worden, der zwei Melkmaschinen enthält. ... |
Beispiels-Seidenraupenzüchterei im Kreise Niederbarnim Märkischer Seidenbau vor neuer Blüte / Mehrere hundert Schulen richten Raupenzuchten ein ... Den Seidenbau zu erlernen ist nicht schwer. Davon konnten wir uns beim Besuch einer Seidenraupenzucht in der Siedlung Berghof bei Rüdersdorf im Kreis Niederbarnim überzeugen. ... |
Die künftigen Bauten auf dem Lande Wie das neue Bauernhaus und das neue Bauerndorf aussehen werden ... |
Wie soll ein deutscher Bauernhof aussehen ? Ausreichende und gesunde Wohnungen ... |
Wie groß sind die Erbhöfe im Kreise Niederbarnim ? Welche Betriebsgröße ist in unserem Gebiet am stärksten vertreten ? ... Zu Beginn des Wirtschaftsjahres 1939 verzeichnete die Erbhöferolle für unseren Kreis folgendes Ergebnis. ... Von den insgesamt 931 Erbhöfen mit einer Gesamtfläche von 28903 Hektar waren 7 Erbhöfe unter 7,5 Hektar, mit einer Gesamtfläche von 46 Hektar. Erbhöfe über 128 Hektar gab es nicht. Die übrigen Betriebsgrößengruppen hatten an Höfen und an Gesamtfläche folgendes Ergebnis aufzuweisem:
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Verbotener Umgang mit Kriegsgefangenen [in Cottbus] Empfindliche Strafen verhängt ... |
Flandern und der Barnim Flandrisches aus der Mark Brandenburg ... |
Ein Jahr Kriegsernährungswirtschaft Ein märkischer Bauer tat seine Pflicht ... |
Rund um den Luftschutzkeller Zeitig schlafen gehen, warm anziehen ... |
Der feige Ueberfall auf Berlin [Luftangriff] Brandenburger Tor, Reichstag, Akademie der Künste, Haus des BdJ. und Wohnviertel ... |
Englische Nachtpiraten über Oranienburg Spreng- und Brandbomben auf Wohn- und Laubengelände ... |
Besondere Aufmerksamkeit bei Bahnübergängen Auch die Warnlichtanlagen sind im Kriege verdunkelt ... |
Aus Personenwagen werden Trecker Technische Neuerung im Kraftfahrwesen / Einbau einer Schlepperachse ... |
Leuchtbomben sind gefallen Wie Leuchtbomben entwickelt werden und wie sie angewendet werden ... |
50 Jahre Milchwirtschaftliche Lehr- und Untersuchungsanstalt Oranienburg Aus der Geschichte des Instituts ... |
Jugendfilmstunden im Kreise Niederbarnim Die Eröffnung der Spielzeit 1940/41 Wie überall im Reich, so hatte sich auch die Niederbarnimer Hitler-Jugend in den Filmtheatern eingefunden, um die feierliche Eröffnung der neuen Spielzeit der Jugendfilmstunden mitzuerleben. ... In 11 Standorten liefen Spitzenfilme des deutschen Filmschaffens, die eigens für die Jugendfilmstunden der HJ. ausgewählt wurden in der klaren Erkenntnis, daß auch bei der Auswahl geeigneter Filme für die Jugend das Beste gerade gut genug ist. Diese Veranstaltungen fanden statt in Ahrensfelde ("Morgenrot"), Altlandsberg ("Fridericus"), Bernau ("Zwei Welten"), Blumberg ("Morgenrot"), ... Alle diese Filme fanden bei den Jungen und Mädeln großen Anklang und wurden zu einem nachhaltigen Erlebnis. ... Des weiteren sind die Veranstaltungen in Ahrensfelde und Blumberg besonders hervorzuheben. Hier lief der Film vom heldenhaften Kampf deutscher U-Boote gegen den Erzfeind England im Weltkrieg, "Morgenrot", der so recht in das gegenwärtige Geschehen hineinpaßt. Sind beides doch kinolose Orte, die sonst nur selten oder gar keine Gelegenheit haben, einmal einen Film zu sehen! Durch den Einsatz des Schmaltongerätes der Kreisbildstelle war es möglich, den Jungen und Mädeln auch hier einmal den Genuß eines Filmes zuteil werden zu lassen. Die Aktion der Bespielung kinoloser Orte wird auch in der kommenden Spielzeit weiter gefördert werden und im Vordergrund der Filmarbeit des Bannes Niederbarnim stehen. ... |
Kreisfrauenschaft macht "Neu aus Alt" Großer Wettbewerb der märkischen NS.-Frauenschaften ... kleine Ausstellung im Fenster der Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Oranienburg, Bernauer Straße ... |
Erntedank 1940 im Kreise Niederbarnim Schwer war's - Wir haben es mit vereinten Kräften geschafft ... Zu dem Mangel an Arbeitskräften kamen noch die Schwierigkeiten, die der harte Winter verursachte. Was für Pflegearbeit gehörte dazu, bei dieser sibirischen Kälte die Leistung und Entwicklung nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern möglichst auch noch zu steigern. ... Und dann kam noch das lange Hinauszögern der Frühjahrsbestellung, an manchen Stellen des Kreises war Wassernot zu bewältigen. Viele ausgewinterte Felder mußten neu bestellt werden, wodurch die Arbeit sich noch mehr häufte. ... Und dann ging es in den Sommer, diesen unvergeßlichen Sommer von 1940. Selbst dem landwirtschaftsfremden Großstädter, für den ja der Kreis Niederbarnim gern besuchtes Ausflugsgebiet ist, fing es an zu gruseln. Ob denn der Bauer bei dem Wetter die Ernte hereinbekommt? Der Bauer schaffte es trotz alledem ... |
Unterhaltung mit Kriegsgefangenen strafbar ... Marburg, 7. Oktober Im Juni d. J. hielt sich eine Einwohner vor einem Gefangenenlager auf. Er war dafür bekannt, daß er schon öfter Unterhaltungen mit den Gefangenen anzuknüpfen versucht hatte. Als die Gefangenen an dem betreffenden Morgen zur Arbeit gingen, rief er ihnen zu: "Guten Morgen, na, arbeiten heute?" Das war an einem Sonntag. An einem andern Tag verabschiedete er sich von Kriegsgefangenen, in dem er ihnen winkte und zurief: "Macht's gut!". ... Als er ... der Aufforderung des Polizeihauptwachtmeisters, mit ihm zu kommen, keine Folge leistete, wollte dieser ihn festnehmen, er leistete aber heftigen Widerstand. Vom Amtsgericht wurde er wegen Vergehens gegen die Kriegsgefangenenverordnung und Widerstand gegen die Staatsgewalt zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt. ... In der Urteilsbegründung hielt die Strafkammer hervor, daß jegliche Begrüßung und jegliche Unterhaltung mit Kriegsgefangenen, wenn sie nicht in Ausübung der Arbeit mit diesen zwangsläufig nötig sei, schwer bestraft werde. ... |
Kriegsgefangenenlager - eine kleine Stadt Der Marsch nach Berlin - wie wir ihn sahen ... Die Vergütung der Kriegsgefangenen für die geleistete Arbeit richtet sich nach der Tätigkeit und hält sich mit Rücksicht auf die nicht zu tragenden sozialen Lasten etwas unter der Entlohnung freier deutscher Arbeiter. Sie ist vom Unternehmer an die Zahlmeisterei zu zahlen. Hieraus erhält der einzelne Kriegsgefangene von der Zahlmeisterei nach Abzug eines Betrages für Lagermittel seinen Anteil in Lagergeld ausgezahlt oder gutgeschrieben. Deutsches Geld darf nicht in Händen des Kriegsgefangenen sein. ... |
Zwischen Schorfheide und Spree Das neue Heimatbuch des Kreises Niederbarnim. Eine bemerkenswerte Neuerscheinung auf dem Büchermarkt, die besonders uns Niederbarnimer angeht, ist vor kurzem herausgekommen. Das Bucht trägt den Titel "Zwischen Schorfheide und Spree" und ist als Heimatbuch für den Kreis Niederbarnim gedacht. Dieser Aufgabe wird das umfangreiche Werk, das trotz des Krieges herausgebracht wurde, auch voll gerecht. ... ... Das Heimatbuch des Kreises Niederbarnim "Zwischen Schorfheide und Spree" ist erschienen im Brunnen-Verlag Willi Bischoff in Berlin und kostet 12 Mark. |
Die Niederbarnimer Landfrau braucht Hilfe! Einsatz von BDM.-Mädeln in bäuerlichen Betrieben ... |
Voller Ersatz für Kriegsschäden Wiederaufbaukosten bei kriegszerstörten Gebäuden Im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister hat der Reichsinnenministerium die Bestimmungen über die Schadensfeststellung und Vorschußgewährung bei kriegszerstörten Gebäuden zugunsten der Geschädigten erweitert. Maßgebend für die Höhe der Feststellung im Falle der Zerstörung von Gebäuden sind die Wiederaufbaukosten, also diejenigen Kosten, die zur Errichtung eines gleichwertigen Neubaus aufzuwenden sind. ... Auch Einnahme-Ausfälle werden ersetzt. ... |
Polizeiliche Anordnung über allgemeine Rattenbekämpfung im Kreise Niederbarnim ... Als Rattenbekämpfungsmittel sind nur die folgenden, für Menschen und Haustiere unschädlichen und amtlich geprüften Erzeugnisse zugelassen:
Diese Erzeugnisse werden ohne Gift- und Erlaubnisschein verkauft, ... Berlin den 4. November 1940. Der Landrat |
Wohnungsbau auf dem flachen Lande Vorbereitende Maßnahmen auch im Kreise Niederbarnim ... Immerhin ist es dem Reichsnährstand gelungen, seit der Machtübernahme auf Grund der durch den Reichsnährstand erwirkten Förderungsmaßnahmen etwa 44000 ländliche Werkwohnungen und Eigenheime neu- oder umzubauen. ..., denn eine nach neuzeitlichen Grundsätzen hergestellte, zumindest aber eine nach neuzeitlichen Grundsätzen erneuerte Wohnung, ist eins der Mittel, um der Abwanderung vom Lande erfolgreich zu begegnen. ... Der Reichsnährstand hält mit entsprechender Finanzierung gleich den zuständigen Ministerien im Sofortprogramm die Schaffung von 35000 Landarbeiterwohnungen für notwendig. Für 15000 dieser Landarbeiterwohnungen sind bereits die Anträge gestellt. ... |
"Hier wird über dem Wohl und Wehe der Niederbarnimer gewacht" Ein Blick in die Befehlszentrale Die Kreisleitung [in] der Reichshauptstadt bildet für die Kampffront der Heimat, insbesondere für unseren Heimatkreis Niederbarnim, gewissermaßen eine Befehlszentrale. ... |
Schutz der Jugend im Kriege Aufklärung über Zweifelsfragen der Polizeiverordnung ... Auf der Straße, in Lokalen und im Kino Nach §1 der Polizeiverordnung dürfen Jugendliche unter 18 Jahren sich nicht auf öffentlichen Straßen und Plätzen oder an sonstigen öffentlichen Orten während der Dunkelheit herumzutreiben. ... Nach §2 der Polizeiverordnung ist der Aufenthalt in Gaststätten aller Art jugendlichen Personen unter 18 Jahren, die sich nicht in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder einer von ihm beauftragten volljährigen Person befinden, nach 21 Uhr verboten. ... Der Besuch von öffentlichen Lichtspieltheatern, Varieté- und Kabarettveranstaltungen ist Jugendlichen unter 18 Jahren, die sich nicht in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder einer von ihm beauftragten volljährigen Person befinden, befinden, nach 21 Uhr verboten. Wenn Filme, die zur Aufführung vor Jugendlichen unter 18 Jahren nicht ausdrücklich zugelassen sind, gespielt werden, so ist Jugendlichen der Zutritt zum Lichtspieltheater ohne weiteres verboten. Alkoholgenuß und Rauchen Jugendlichen unter 18 Jahren ist in Gaststätten der Genuß von Branntwein oder überwiegend branntweinhaltigen Genußmitteln, Jugendlichen unter 16 Jahren in Abwesenheit des Erziehungsberechtigten ... auch der Genuß von anderen alkoholischen Getränken verboten. ... Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Genuß von Tabakwaren in der Oeffentlichkeit verboten. ... Fernhalten von Tanzlustbarkeiten Schließlich ist einheitlich allen männlichen und weiblichen Jugendlichen unter 18 Jahren die Teilnahme an öffentlichen Tanzlustbarkeiten - die ja gegenwärtig nicht zulässig sind - nur gestattet, wenn sie sich in Begleitung des Erziehungsberechtigten oder einer von ihm beauftragten volljährigen Person befinden, und auch dann nur bis 23 Uhr. ... |
Kampf den Ratten im Kreise Niederbarnim In dieser Woche ist allgemeine Rattenbekämpfung ... |
Gespräch in der Betriebspause Keine Lohneinbuße bei Fliegeralarm ... An die Niederbarnimer Viehhalter! Die Viehzählung muß sorgsam durchgeführt werden ... |
57245 Rundfunkteilnehmer im Kreise Niederbarnim Die Zahl steigt ständig weiter ... |
Ueber 5000 Dörfer in Verschönerungskur "Schönheit der Arbeit" auch im Kriege Im Zuge ihrer Maßnahmen unter dem Stichwort "Schöner unsere Arbeit" führt die Deutsche Arbeitsfront weiterhin auch seine Aktion zur Dorfverschönerung durch, zu deren Steuerung die Reichsarbeitsgemeinschaft zur Dorfverschönerung gebildet worden ist. ... |
67528 pendeln täglich zwischen Arbeitsplatz und Wohnstätte 35000 Niederbarnimer arbeiten in Berlin / Pendelwandern im Heimatkreise ... |
Schäden unter 100 Mark werden sofort gezahlt Die Entschädigung von Kriegsschäden ... |
Betrifft: Maul- und Klauenseuche in Mehrow Unter dem Rindviehbestande des Neubauern Otto Braak in Mehrow, Gruppensiedlung, ist die Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt. Aus der Gruppensiedlung in Mehrow ist ein Sperrbezirk gebildet. Ahrensfelde, den 7. Dezember 1940. Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde ... |
Sonderschau: "Neues aus Altem" Die Niederbarnimer NS.-Frauenschaft weist Wege zur Wirtschaftlichkeit und zwecks Altstoffverwertung ... Wer kann siedeln ? Die Voraussetzungen für den Erwerb des Neubauernscheines ... |
Im Niederbarnimer Umsiedlungslager Volksweihnacht bei den Wojhynien- und Narew-Deutschen im [!] Lobetal ... |
Rundfunkempfang bedeutend erweitert Zahlreiche Großsender bis 2 Uhr nachts hörbar / Radio Paris, Friesland und Luxemburg für den Empfang im Reich freigegeben ... |
Das neue Kriegssachschadengesetz Denkbar großzügige Entschädigungsregelung ... |
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Das modernste Bauerntum der Welt Bauernsiedlung im deutschen Osten / Verbindung von Blut und Boden im Kolonisationslande / Gesunde Bodenordnung ... |
Betrifft: Maul- und Klauen-Seuche in Ahrensfelde Die Maul- und Klauen-Seuche des Neubauern Otto Braak in Mehrow, Gruppensiedlung, ist erloschen. Der Sperrbezirk wird hiermit aufgehoben. Ahrensfelde, den 7. Januar 1941 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
60 jahre Fernsprechverkehr Wie die neue Erfindung in Berlin aus der Taufe gehoben wurde 30 Jahre Kaiser-Willhelm-Gesellschaft Bahnbrechende Leistungen auf allen wissenschaftlichen Gebieten ... |
Kontingentüberschreitungen werden hart bestraft Fünf Jahre Zuchthaus wegen ungenehmigter Schlachtungen ... |
Für jede Ortsgruppe ein Gemeinschaftshaus Das Gemeinschaftshaus der NSDAP. / Politischer, volkskultureller und sportlicher Mittelpunkt ... |
Obstbaumbestand im Kreise Niederbarnim Baut mehr Obstbäume an! Lehren aus dem Frostjahr ... |
Niederbarnims erste filmische Heimatchronik Vorführung zu Gunsten des WHW. [Gemeinde Glienicke] ... |
Rund 1 1/2 Millionen Eier aus dem Kreise Niederbarnim Von jedem Huhn werden 69 Eier verlangt ... Seidengewinnung im Barnimer Land Ein Rückblick über einst und jetzt ... |
Jahreshauptappell des Kreiskriegerverbandes Niederbarnim Erneutes Treuebekenntnis zum Führer Großdeutschlands ... |
Ein Niederbarnimer Ritterkreuzträger Oberleutnant Hans Buchholz aus Altlandsberg ... |
Der erste Ritterkreuzträger des Kreises Ehrung in einer eindrucksvollen Feierstunde in Altlandsberg ... |
Wohnungsbau im Gau Mark Brandenburg Im Zeichen der fortschreitenden Industrialisierung [betrifft Werkwohnungen etc.] ... |
Betr.: Maul- und Klauenseuche in Mehrow Unter dem Rindviehbestande des Neubauern Hans Husfeld in Mehrow - Siedlung ist die Maul- und Klauen-Seuche amtstierärztlich festgestellt. Die Gruppensiedlung Mehrow ist zum Sperrbezirk erklärt. Ahrensfelde, den 23. April 1941 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Raumenge muß überwunden werden Gespräche mit märkischen Bauern ... Das märkische Dorf wird nach dem Kriege eine Wandlung erfahren, die nur zu seinem Nutzen sein wird. Es wird vielgestaltiger und reicher an Leben und kulturellen Werten sein, es wird aber auch durch bauliche Gestaltung, Maschineneinsatz und Einsatz der neuen Technik ein neues Gesicht bekommen. |
Neue Strompreise [MEW] ... |
Erlebte Natur Der Schulgartenunterricht im Dienste der neuen Erziehung ... |
An die Niederbarnimer Hausfrauen Nur ein Bogen Zeitungspapier? [betrifft Altpapier-Sammlung] ... |
Der Niederbarnimer "Krebskönig" Erinnerungen zur Krebszeit ... Vor hundert Jahren hat es in der Oder noch soviel Krebse gegeben, daß sie bisweilen keine Abnehmer fanden und sogar als Schweinefutter verwandt wurden. ... Bis im Jahre 1881, also gerade vor sechzig Jahren in einer einzigen Nacht fast in ganz Deutschland mit einem Schlage die Krebse wegstarben. Aehnlich wußte das "Niederbarnimer Kreisblatt" aus dem Jahre 1891 ... zu berichten, in dem das Niederbarnimer Land abermals von einem großen Krebssterben heimgesucht wurde. |
Betrifft: Maul- und Klauen-Seuche in Mehrow Die Maul- und Klauen-Seuche unter dem Rindviehbestande des Neubauern Hans Husfeld in Mehrow - Gruppensiedlung - ist erloschen. Die Sperrmaßnahmen sind aufgehoben. Ahrensfelde, den 19. Mai 1941 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Weiterer Ausbau des Niederbarnimer Lufschutzes Einweihung der Luftschutzhauptschule in Birkenwerder ... |
Niederbarnimer Jugend im Landeinsatz Mithilfe an der Sicherstellung des täglichen Brotes Schon in den Jahren vor dem Kriege hat die Niederbarnimer Jugend in zahlreichern freiwilligen Einsätzen wertvolle Mithilfe bei der Bewältigung der landwirtschaftlichen Arbeiten geleistet. ... Nun ist ein neuer Appell an die deutsche Jugend ergangen! Wie bereits im Vorjahr, so ist auch für den Sommer 1941 zur Sicherung der Ernährung eine Anordnung über den Einsatz der Jugend für landwirtschaftliche Bestell-, Pflege und Erntearbeiten erlassen worden. |
Vier Niederbarnimer Gemeinden besitzen Stadtrechte Ueber die bevölkerungs- und kulturpolitische Entwicklung der Gemeinden und Städte ... Hiernach [Amtliches Gemeindeverzeichnis 1939] wurden innerhalb unseres Landkreises von den 88 Gemeinden nur vier das "Stadtrecht" verliehen. Es sind dies mit ihrer Einwohnerzahl: Oranienburg 29306, Bernau 15329, Altlandsberg 5140, Liebenwalde 2970. - 71 Städte im Reg.-Bezirk Potsdam gibt es heute, bei einer Gesamtzahl von 1514 Gemeinden überhaupt. |
Schutz den Bodenaltertümern Gesetzliche Bestimmungen zur Erhaltung wertvollen Kulturgutes ... |
Niederbarnimer Bevölkerungsziffern Zepernick und Neuenhagen die größten Siedlergemeinden Zepernick: 1939: 8927 Einwohner (zur Zeit des deutsch-französischen Krieges 398 E., 1905: 908 E.) Neuenhagen: 1939: 11472 Einwohner (1871: 680 E.) |
Schlußstrich unter die lange Frauenhose Morgens vielleicht praktisch - aber auf der Straße - Zu der gemeldeten Anordnung, des Reichsbeauftragten für Kleidung und verwandte Gebiete, daß Männeroberstoffe auf die Kleiderkarte für Frauen nicht abgegeben und lange Hosen für Frauen nicht hergestellt werden dürfen, weil sie nicht als versorgungswichtig anerkannt sind, wird in der "Textil-Zeitung" ein Kommentar gegeben. ... Was in den Morgenstunden bei der häuslichen Arbeit zweckmäßig und bequem erscheint, hat damit noch längst nicht seine modische Berechtigung nachgewiesen. ... |
Zivilbevölkerung und Kriegsgefangene Wachsamkeit und Mißtrauen sind die wichtigsten Gebote der Gefangenenbehandlung. ... Der Einsatz der Kriegsgefangenen in der Wirtschaft ist ein notwendiges Uebel. Schaden kann aber vermieden werden, wenn die Bevölkerung mit der Wachtruppe verständnisvoll zusammenwirkt. ... Wer Kriegsgefangenen Briefpapier oder Briefmarken verschafft, umgeht die Ueberwachung der Kriegsgefangenenpost. Wer Kriegsgefangenen deutsches Geld als Trinkgeld oder als Lohn aushändigt, verhilft ihnen zu Fluchtmitteln. Wer Kriegsgefangenen vorsätzlich zur Flucht verhilft, begeht Landesverrat und wird dementsprechend bestraft. Jeder Verkehr und alle Gespräche, die über den Arbeitseinsatz hinausgehen, sind verboten. Will man ihnen für besonderen Fleiß eine Belohnung zukommen lassen, so tue man es über den Kommandoführer oder über den Wachmann. ... Kriegsgefangenen gegenüber ist daher jener zurückhaltende Stolz an den Tag zu legen, der dem gesunden Volksempfinden entspricht. ... |
Der S-Bahn-Frauenmörder verhaftet Er hatte acht Frauenmorde und zahlreiche Sittlichkeitsverbrechen verübt ... |
Zuchthaus für Schwarzschlächter Der Schieber im Kleiderschrank ... |
Maßnahmen gegen "Vergnügungsradfahrer" In Rüdersdorf wurden Fahrräder Jugendlicher sichergestellt Der Reichserziehungsminister und der Reichsjugendführer und dessen Stabsleiter haben aus Gründen der Einsparung der Gummibereifung Anordnungen erlassen, nach welchen unnütze und private Radfahrten durch Schulkinder und Angehörige der HJ. (BDM., Hitler-Jugend, Jungmädel und Jungvolk) zu unterlassen sind. ... Die Jugend, die Träger der Zukunft ist, muß die notwendige Einsicht bei der Benutzung von Fahrrädern aufbringen, ... |
125 Spinnstoffsammelstellen im Kreise Mitteilung des Leiters der Reichs-Spinnstoffsammlung für den Kreis Niederbarnim ... |
"Täglich nur einige Fädchen" Niederbarnimer, helft die Textil-Reserve vergrößern ... |
Aus Lumpen werden Tuche Besuch in Forst, der klassischen Stadt der Reißwolleverarbeitung ... |
Der Reißwolf hat großen Hunger Gespräch mit dem Gaubeauftragten für Altmaterialerfassung ... |
Alles für den Sieg Gedanken zur Reichsspinnstoffsammlung ... |
Wie bauen wir Raps und Rübchen an ? Ratschläge für den Niederbarnimer Bauern und Landwirt ... Niederbarnimer Wälder liefern gute Pilze Nochmals einiges über das Pilzesuchen ... |
Rundfunkhörer im Kreise Niederbarnim "Wenn die Siegesfanfare ertönt --" ... 75 v.H. der Haushaltungen im Kreise Niederbarnim waren am 1. April 1940 [!] mit einem Rundfunkapparat versehen. Die Zahl der eingetragenen Rundfunkteilnehmer innerhalb unseres Kreisgebietes betrug 57245. ... |
Wegweiser zum unterirdischen Bernau Was haben die farbigen Schilder an den Häusern zu bedeuten ? [betrifft Hydranten etc.] ... |
Die neue deutsche Normalschrift Eine Umwälzung für den Schulunterricht Durch eine Verfügung des Reichsbildungsministers wurde mit Beginn des neuen Schuljahres eine wichtige Neuerung im Schulunterricht, die deutsche Normalschrift, eingeführt. Acht verschiedene Alphabete mußte bisher der Schüler in Deutschland erlernen, die großen und kleinen Buchstaben der "deutschen" Druckschrift, die großen und kleinen Buchstaben der "deutschen" Schreibschrift, die großen und kleinen Buchstaben der "lateinischen" Druckschrift und schließlich die "lateinisch" Schreibschrift. Künftig scheiden die sogenannten deutschen Alphabete aus. ... |
Die Russen im Kreise Niederbarnim Eine Erinnerung aus dem Jahre 1760 [betrifft Schönfließer Chronik] ... |
Die Volksschulen im Kreise Niederbarnim In 95 Volksschulen werden über 19000 Kinder unterrichtet ... 95 Volksschulen mit 498 Klassen im Kreis Niederbarnim wurden bei der letzten Bestandsaufnahme gezählt und 9641 Jungen und 9512 Mädchen wurde das Wissen von den hauptamtlich tätigen 308 Lehrern und 114 Lehrerinnen hier beigebracht. ... So wurden Ostern 1939 in die unterste Klasse der Volksschule (Grundschule) unseres Kreisgebietes 1202 Jungen und 1215 Mädchen neu aufgenommen, während zur gleichen Zeit nach Beendigung der Volksschulpflicht 1128 Jungen und 1151 Mädchen entlassen wurden. ... |
Entwichene Kriegsgefangene festnehmen Jedermann ist dazu verpflichtet und befugt ... |
Bei einer Flakbatterie vor den Toren Berlins Sechs weiße Ringe zieren die Geschützrohre ... |
Zukünftig ohne Leerlauf Planmäßige Lenkung des Aerzteeinsatzes in der Mark ... |
Landdienstführerin - ein neuer Frauenberuf Kostenlose Ausbildung bis zum Einsatz ... |
70 Jahre Landwirtschaftsschule Luisenhof Vom Privatunternehmen zur anerkannten Lehranstalt von Ruf ... Oranienburgs Landwirtschaftsschule Luisenhof und die Wirtschaftsberatungsstelle blicken auf ein 70jähriges Bestehen zurück. ... |
Blick in die Niederbarnimer DRK.-Arbeit ... |
Betrifft: Maul- und Klauen-Seuche in Eiche Unter dem Rindviehbestand des Landwirtes Emil Troyke in Eiche ist amtstierärztlich die Maul- und Klauen-Seuche festgestellt. Das Dorf Eiche ist zum Sperrbezirk erklärt worden. Unter den Schweinebestand des Schweinemästers Hans Grahl in Eiche ist die Schweinepest amtstierärztlich festgestellt. Die Gehöftsperre ist verhängt. Ahrensfelde, den 10. November 1941 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Herbstappell des Kreiskriegerverbandes Ein erfolgreiches Schießjahr wurde abgeschlossen. ... |
Neuer Haushalts-Gastarif für Niederbarnim Neustaffelung in drei Zonen aus sozialen Gründen ... |
"Schwarz, Wallach mit Stern und Schnippe, 1,63, Lz. K." Etwas von denn alljährlichen Pferdevormusterungen ... |
Warum ist die Zeitung dünn und knapp ? Es wird keinen Zeitungsleser geben, der sich nicht schon Gedanken darum gemacht hätte, warum seine Zeitung gegenüber früher verhältnismäßig dünn und knapp geworden ist. ... Holzeinfuhrland ..., Kohlen, Transportproblem |
Gehöftsperre in Ahrensfelde Unter den Rindviehbeständen des Landwirts Willi Würzt [?] in Ahrensfelde und des Neubauern Dr. Ulrich Senf in Mehrow ist die Maul- und Klauen-Seuche amtstierärztlich festgestellt worden. Aus dem Ortsteil Ahrensfelde, Lindenstraße bis Putlitzhöhe, ist ein Sperrbezirk gebildet worden. Der bereits für den Ort Mehrow gebildete Sperrbezirk bleibt weiterhin bestehen. Ahrensfelde, den 22. Dezember 1941 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Das DRK. Niederbarnim berichtet Aus der Arbeit der Kreisstelle im Jahr 1941 ... |
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Erbhof und Kolchos - welche Gegensätze! Wieviel Erbhöfe gibt es im Kreise Niederbarnim ? ... |
Reichsbeihilfen für die Landwirtschaft Verstärkte Umstellung von Treibstoff auf Elektrizität ... Durch die Motoren-Beschaffungsaktion, die es der Landwirtschaft seit Kriegsbeginn ermöglichte, rund 100000 Elektro-Motoren mit Anschlußleitungen bis heute neu zu beschaffen, sind zwar erfreulicherweise 15000 Diesel- und Benzinmotoren umgestellt worden. Das bisherige Tempo soll jetzt aber ganz erheblich gesteigert werden, damit schon im Herbst 1942 eine fühlbare Entlastung des Treibstoffkontingents vorliegt. ... |
Flüssige Kraftstoffe für die Wehrmacht! Feste Treibstoffe für Handel und Verkehr! ... So kann der Holzgasgenerator schon jetzt als vollkommene Konstruktion angesehen werden, und zwar um so mehr, als er sich auch mit minderwertigen Stoffen zufrieden gibt. |
Kriegswirtschaft im Kreise Niederbarnim Arbeitstagung der Amtsvorsteher und Bürgermeister im Landratsamt Auf Einladung des Landrats Dr. M. Weiß fand kürzlich im Landratsamt die erste Arbeitstagung des Jahres 1942 statt ... Nachdem Regierungsveterinärrat Dr. Waßmund kurz über die Bekämpfung der Viehseuchen gesprochen hatte, wurde die Kohlenfrage erörtert. Hier ist festzustellen, daß der Bedarf gegenüber der Friedenszeit gestiegen ist, da die Einwohnerzahl des Kreises seit 1938 um rund 8000 zugenommen hat und in den nächsten Monaten noch weiter steigen wird. ... Die Einkaufsausweise der Reichshauptstadt können in Zukunft nur noch solchen Niederbarnimer Einwohnern zur Verfügung gestellt werden, die gezwungen sind, sich aus beruflichen Gründen tagsüber ständig in Berlin aufzuhalten und nicht rechtzeitig für den Einkauf an ihren Wohnort zurückkehren können. Weiterhin ist die Möglichkeit, einen Einkaufsausweis der Reichshauptstadt für Orte ohne Einkaufsmöglichkeit zu erhalten, auf die Gemeinden Ahrensfelde, Eiche, Lindenberg, Kolonie Stolpe-Süd und die Kolonien Ravenstein und Heidemühle der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten begrenzt worden. Sehr eingehend wurde dann über die in letzter Zeit gemeldeten Schwarzschlachtungen gesprochen und bekanntgegeben, daß die Bestrafungen in nächster Zeit erheblich höher ausfallen werden. ... Die Bürgermeister wurden erneut darauf hingewiesen, daß sie dafür zu sorgen haben, daß die Lebensmittelkarten stets in genügend gesicherten Räumen aufbewahrt werden und daß die Marken unter allen Umständen vor der Rückgabe an das Landratsamt entwertet sein müssen. ... Wenn Anträge bei Kriegssachschädenerstattung gestellt werden, müssen die dazu bestimmten Vordrucke benutzt werden, die im Deutschen Gemeindeverlag zu haben sind. Die Vordrucke sind ordnungsgemäß durch den Antragsteller auszufüllen, und eine gewissenhafte Stellungnahme der Bürgermeister ist für eine schnelle Bearbeitung unerläßlich. ... Zum Schluß gab Landrat Dr. Weiß einen kurzen Ueberblick über den Stand des Luftschutzes und des Feuerlöschwesens im Kreise. Wenn auch in letzter Zeit keine Luftangriffe auf den Kreis Niederbarnim erfolgt sind, darf der Gedanke des Luftschutzes doch keinen Augenblick an Bedeutung verlieren. Das Feuerlöschwesen ist im Jahre 1941 ein gutes Stück vorwärtsgekommen. - Bis Ende Januar 1942 sind sämtliche Feuerwehren des Kreises zumindest mit einer Kleinkraftspritze ausgerüstet. Auch der Gasschutz wurde erheblich ausgebaut. Ferner wurde eine Kreisschlauchmacherei und eine Kleiderkammer für die Feuerwehren eingerichtet. ... |
Betr.: Maul- und Klauen-Seuche in Mehrow Unter den Rindviehbeständen der Bauern Paul Friederici und Frhr. v. Truchseß in Mehrow ist die Maul- und Klauen-Seuche amtstierärztlich festgestellt worden. Sperrbezirk: Gemeinde Mehrow Ahrensfelde, den 13. Januar 1942 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Reges Sportleben im Kreise Niederbarnim Führertagung des Sportkreises Niederbarnim im Landratsamt ... Der Landdienst wird verzehnfacht Lehrhöfe in allen Gauen / mit 27 Jahren Neubauer ... Verstärkte vormilitärische Wehrerziehung Ganztagesdienst der SA.-Standarte 207 Niederbarnim ... |
Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme in Wort und Schrift und für die schönen Kranzspenden und Blumenspenden beim Heimgange unseres lieben Mannes, Vaters, Schwiegervaters und Großvaters sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Ringler für seine trostreichen Worte. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Emma Haase, geb. Klockow Blumberg, den 19. Januar 1942 |
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Der Rundfunk im Kreise Niederbarnim Auch im 2. Kriegsjahr Zunahme der Zahl der Rundfunkteilnehmer ... Die Zahl der Rundfunkteilnehmer erhöhte sich auch im zweiten Kriegsjahr. So konnten am 1. April 1941 bereits über 15 Millionen Rundfunkteilnehmer in Großdeutschland, einschließlich der Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Warthegau, gezählt werden. Seit der Machtübernahme hat sich demnach im alten Reichsgebiet die Zahl der Rundfunkteilnehmer verdreifacht, und zwar von 4,5 auf 13,5 Millionen. Heute kommen im Reichsdurchschnitt auf je hundert Haushaltungen 63,4 Rundfunkteilnehmer gegenüber 61,4 im Jahre 1940. ... Die Gebiete mit der höchsten Rundfunkdichte sind heute die Regierungsbezirke Potsdam, Schleswig, Leipzig und das Land Anhalt, ... 60256 Rundfunkteilnehmer am 1. April 1941 im Kreis Niederbarnim standen 57245 Rundfunkteilnehmern vom Jahre 1940 gegenüber. Damit hat sich der Anteil der Rundfunkteilnehmer von 75 auf 78,2 je hundert Haushaltungen erhöht. ... |
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Wenn die Maul- und Klauenseuche ausbricht Strenge Beachtung der Vorschriften! Die Maul- und Klauenseuche gehört zur Gruppe der anzeigepflichtigen Seuchen, so daß unmittelbar nach Ausbruch der Seuche sowie beim Bestehen des Verdachts der Seuche sofort der zuständigen Ortspolizeibehörde Anzeige zu erstatten ist. Die Weggabe von Milch aus den verseuchten Gebieten, auch wenn die Lieferung an eine Molkerei erfolgt, ist nur [nach vorherigem Erhitzen] gestattet, ... Die kranken und krankheitsverdächtigen Tiere sind von Orten fernzuhalten, an denen Gefahr für die Ansteckung anderer Tiere besteht; ebenso hat jede Abgabe von Tieren, selbst von gesund erscheinenden Tieren aus dem Bestande zu unterbleiben. Der Dünger hat möglichst bis zur Schlußdesinfektion und, wenn das nicht durchzuführen ist, 8-10 Tage lang im Stall zu lagern, ist vor dem Herausbringen aus dem Stall mit Duraminlösung zu übergießen und danach innerhalb des Gehöftes zu packen. ... Gegenstände und Sachen, die mit kranken und krankheitsverdächtigen Tieren in Berührung gekommen sind, dürfen nur nach vorheriger gründlicher Desinfektion mit Duramin aus dem Gehöft entfernt werden. ... Die der Sperre unterliegenden Ställe dürfen, abgesehen von Notställen, ohne polizeiliche Genehmigung nur von dem Besitzer, seinem Stellvertreter und den mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Tiere beauftragten Personen und von Tierärzten betreten werden. ... |
Kreisleiter Pg. Heermann verabschiedete sich Kreisleiter Pg. Respondek hat den Kreis Niederbarnim übernommen Wie wir am Sonnabend mitteilten, hat der Gauleiter mit Rücksicht auf die durch neue Einberufungen aufgetretenen personellen Notwendigkeiten verschiedene Abkommandierungen verfügt. Im Zusammenhang damit ist Kreisleiter Pg. Fritz Heermann, der bisher den Kreis Niederbarnim führte, in den Kreis Sorau-Forst versetzt worden. An seine Stelle tritt Kreisleiter Pg. Alfred Respondek, der bisher den Kreis Luckau betreute. ... |
... Klara Weidelt, geb. Goldmann kurz vor Vollendung ihres 66. Lebensjahres Blumberg, den 5. Februar 1942 |
Ausbruch aus dem Gefängnis Altlandsberg Vier Verbrecher stachen den Hauptwachtmeister nieder ... |
"Erbhandwerker im Kreise Niederbarnim" Errichtung von Erbhandwerkerstellen / Die Zahl der Handwerker im Kreise Nirgends ist der Handwerker so stark mit dem Boden verwachsen, wie gerade in den kleinen Dörfern. Als Schmied, Stellmacher, Landmaschinenmechaniker, Kraftfahrzeugschlosser oder auch Bäcker ist der Handwerker ein Glied der dörflichen Gemeinschaft, das eine lebenskräftige Verwurzelung in ihr verlangt. Dürftigkeit der Verhältnisse, Konkurrenzunfähigkeit, Landflucht sind Gefahren, denen das Landhandwerkertum nicht ausgesetzt werden darf. Eine ländliche Handwerkerstelle darf hinter einer städtischen Existenz nicht zurückstehen. Was liegt näher, als der Gedanke nach der Schaffung von "Erbhandwerkerstellen" auf dem Lande. ... ... Nach dem Vorschlag des "Ländlichen Erbhandwerkerrechts" soll die Handwerkerstelle Garten- und Ackerland in angemessenem Umfang ausweisen, damit dem Handwerker bei zeitweilige schwächerer Inanspruchnahme in seinem Beruf, eine volle Ausnutzung seiner Arbeitskraft ermöglicht wird. ... Durch die Schaffung einer "Erbhandwerkerstelle" soll, genau wie bei dem Erbhof, die Handwerkerstelle der Dorfgemeinschaft ständig erhalten bleiben. Die Erbhandwerkerstelle soll daher möglichst wenig veräußert oder belastet werden. Eine Teilung der Erbhandwerkerstelle muß, genau wie beim Erbhof, ausgeschlossen sein. Im allgemeinen läßt jedoch ein Handwerker, dessen Gewerbe ihn redlich und reichlich ernährt, einen seiner Söhne im gleichen Handwerk ausbilden, so daß durchweg ein Anerbenfall gegeben ist. Sind jedoch erbhandwerkfähige Abkömmlinge nicht vorhanden, so soll sich die Erbhandwerkerstelle nach den Vorschriften des allgemeinen Rechts vererben. Die Handwerkerstelle bleibt dabei in vollem Umfange der Dorfgemeinschaft erhalten. ... Das Handwerk der Kreishandwerkerschaft Niederbarnim hatte nach den letzten veröffentlichten Angaben über die Organisation des Deutschen Handwerks im Jahre 1937 insgesamt 3980 Mitglieder aufzuweisen. Die letzte Berufszählung von 1939 verzeichnete in der Wirtschaftsabteilung "Industrie und Handwerk" rund 108300 Personen (einschließlich der nicht berufstätigen Familienmitglieder). Danach gehörten um diese Zeit von der Wohnbevölkerung unseres Kreisgebietes 46,7 Prozent zum Handwerk. ... |
Kalender 1942 für den Kreis Niederbarnim "Heimatkunde ist uns jetzt das Geschehen des Krieges" Mit etwas reichlicher Verspätung, die jedoch auf kriegsbedingte Umstände zurückzuführen ist, liegt nun der seit 27 Jahren erscheinende Kreiskalender vor. ... |
Verschärfte Einschränkungen im Autoverkehr Seit Kriegsbeginn ist die Benutzung von Kraftfahrzeugen nur gestattet, wenn ein öffentliches Interesse an der Weiterbenutzung des Fahrzeuges besteht. Aus kriegswirtschaftlichen Gründen hat sich nunmehr eine weitere Einschränkung des Personenkraftverkehrs als notwendig erwiesen. ... Personenkraftwagen und Behelfslieferwagen dürfen im öffentlichen Dienst, im Wirtschaftsleben sowie im sonstigen Verkehr nur zur Erfüllung kriegswichtiger oder kriegsentscheidender Aufgaben benutzt werden. Die Benutzung ist auch in allen Fällen verboten, wo ohne Gefährdung der Aufgabe das Reiseziel mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erreicht werden kann. ... Grundsätzlich verboten sind Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Fahrten über Strecken von mehr als 75 Kilometer Luftlinie sowie Fahrten an Sonn- und Feiertagen. Ausnahmen können von den Zulassungsstellen im Benehmen mit der das Fahrzeug mit Kraftstoff versorgenden Stelle genehmigt werden. ... Vom 1. April 1942 an muß eine von der Zulassungsstelle ausgestellte und abgestempelte Bescheinigung über den zulässigen Umfang der Benutzung des Personenkraftwagens an der inneren Seite der Scheibe des hinteren Fensters, oder, soweit das, wie bei offenen Wagen, nicht möglich ist, an der Winschutzscheibe von außen lesbar angebracht werden, damit der Umfang der zulässigen Benutzung des Fahrzeuges von jedermann jederzeit erkennbar ist. Wer diesen Vorschriften zuwiderhandelt, wird wegen mißbräuchlicher Benutzung von Kraftfahrzeugen bestraft und hat mit dem Verlust des Führerscheines zu rechnen. |
Der Ueberfall im Altlandsberger Amtsgericht Mithilfe der Bevölkerung dringend erbeten [siehe. 10. Februar / drei gefaßt, einer noch flüchtig] ... |
Abschied vom Kupferpfennig Kupferpfennige ab 1. März zum "Kriegsdienst" eingezogen [Ersatz durch die "feldgrauen" Zinkpfennige] ... |
1. Prüfung Niederbarnimer Hauswirtschaftslehrlinge Die hauswirtschaftliche Lehre als Grundlage aussichtsreicher Frauenberufe ... |
Betrifft: Wegeeinziehung in Blumberg Nachdem gegen die Einziehung der in meiner Bekanntmachung vom 21. Okt 1941, "Niederbarnimer Kreisblatt" Nr. 249/1941, näher bezeichneten Wegeteile in der Schloßparksiedlung in Blumberg Einsprüche nicht erhoben worden sind, werden diese Wegeteile für den öffentlichen Verkehr eingezogen. Blumberg den 26. Februar 1942 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Betrifft: Gehöftsperre in Ahrensfelde Unter dem Rindviehbestande des Gemüsebauern Willi Wollin in Ahrensfelde ist amtstierärztlich die Maul- und Klauen-Seuche festgestellt worden. Das Dorf Ahrensfelde ist zum Sperrbezirk erklärt. Ahrensfelde, den 4. März 1942 Der Amtsvorsteher als Ortspolizeibehörde |
Niederbarnimer Steueraufkommen seit 1933 Kennzeichen der Wirtschaftsbelebung / Aufschlußreiche Rückblicke ... Es ergaben sich innerhalb unseres Finanzamtsbezirkes [Niederbarnim] je Kopf der Bevölkerung folgende Durchschnittsjahresaufkommen in Reichsmark:
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Todesstrafe für die Altlandsberger Gewaltverbrecher Gerechte Sühne für den Überfall auf den Gefängnisbeamten ... |
Die Steuerleistung der Niederbarnimer Vergleiche zwischen 1939 und 1932 / Gewaltige Steigerung ... Unter der Bezeichnung "Personalsteuern" versteht man die Gesamtsumme der Erträge der wichtigsten direkten Reichssteuern ... Aus diesen Steuergruppen ergab sich 1938 folgendes Aufkommen:
Die Summe dieser "Personalsteuern" betrug danach 14 385 800 RM. Dazu kommt als weitere wichtige direkte Reichssteuer die Umsatzsteuer mit einem Aufkommen von 6 823 200 RM. ... |
Das Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen Was die Zivilbevölkerung wissen muß Der Kommandant des für unsere Gegend zuständigen Kriegsgefangenen-Lagers teilt folgendes mit: Seit einigen Monaten genießen die französischen Kriegsgefangenen im Gegensatz zu den Kriegsgefangenen anderer Nationalitäten gewisse Freiheiten. Bei ihrem Einsatz zur Arbeit werden sie auf den einzelnen Arbeitskommandos von ihren eigenen französischen Vorgesetzten geleitet. Sie gehen, von ihren französischen Vorgesetzten geführt, zur Arbeit, oder von der Arbeitsstelle zu ihrer Unterkunft, haben also im Gegensatz zu den zur Zeit in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen der verschiedenen anderen Völker im allgemeinen keinerlei deutsche militärische Bewachung bei sich. Sie können sich nach guter Arbeitsleistung in ihrer Freizeit in sauberer und ordentlicher Gefangenenkleidung - das Tragen von Zivilkleidung ist den Kriegsgefangenen selbstverständlich nach wie vor streng verboten - bis zum Anbruch der Dämmerung ohne Bewachung in den Straßen ihres Kommando-Ortes aufhalten und genießen auch sonst in ihrer Unterkunft, im Gegensatz zu Kriegsgefangenen anderer Nationalitäten, gewisse Freiheiten. Mit besonderer schriftlicher Genehmigung ihres deutschen Kommandoführers können sie sogar in Ausnahmefällen gruppenweise unter Führung ihres französischen Vorgesetzten Kameraden auf Nachbar-Kommandos besuchen. ... ... Der französische Kriegsgefangene bleibt trotz der gewährten weitgehenden Freiheiten nach wie vor ein Kriegsgefangener. Sein Verhältnis zur Zivilbevölkerung ändert sich durch die Auflockerungsbestimmungen in gar keiner Weise. Der Verkehr muß sich auch mit einem französischen Kriegsgefangenen auf ein Mindestmaß beschränken, das durch das Arbeitsverhältnis bestimmt ist. Jede überflüssige Unterhaltung mit französischen Kriegsgefangenen hat also nach wie vor zu unterbleiben. Der französische Kriegsgefangene hat beispielsweise nicht das Recht, irgendein deutsches Geschäft zu betreten und darin Einkäufe zu tätigen, wenn er nicht von einem Wachmann begleitet ist oder für den einzelnen Fall eine besondere schriftliche Erlaubnis seines deutschen Kommandoführers dazu hat. Kein Kriegsgefangener hat das Recht, deutsche Reichsmarkbeträge zu besitzen. Es ist daher strengstens darauf zu achten, daß auch keinem Kriegsgefangenen Reichsmarkbeträge zugänglich gemacht werden. Auch das Geben kleinster Trinkgelder in Reichsmarkbeträgen ist strengstens verboten. ... ... |
Wer unnötig verreist, versündigt sich Die vordringlichen Aufgaben der Reichsbahn Wiederholt ist in den letzten Monaten an die Oeffentlichkeit der dringende Appell ergangen, jede unnötige Reise zu unterlassen, damit die Reichsbahn nicht in der Bewältigung ihrer großen, vorallem der Wehrmacht dienenden Aufgaben, behindert wird, ... ... Und so ist es eine Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen, gegenwärtig nur solche Reisen anzutreten, die wirklich unumgänglich nötig sind. Wer das nicht tut, der gefährdet die vordringlichen Aufgaben der Reichsbahn und versündigt sich zugleich am Volksganzen. |
Wer zum Vergnügen reist, wird bestraft Jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reise ist zu unterlassen ... An die Bevölkerung ergeht hiermit die kategorische Aufforderung, jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reise unter allen Umständen zu unterlassen. Reisende, die entgegen dieser Aufforderung die mit kriegswichtigen Transporten überlastete Reichsbahn zum Vergnügen benutzen, haben Strafe, bei schweren Verstößen Ueberführung in ein Konzentrationslager zu gewärtigen. ... |
Max Rehberg zum 60. Geburtstag Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit im Dienste der Heimat ... |
10 Jahre NSV. im Gau Mark Brandenburg ... Niederbarnimer Blumenzüchter stellen sich um! Statt Nelken und Tulpen werden Salat, Schnittlauch und Kohl angebaut ... |
Der Mohnanbau in der Mark Brandenburg Zur Schließung unserer Fettlücke liefert der Mohn einen außergewöhnlich wertvollen Beitrag. ... Zur Sicherstellung unserer Fettversorgung ist der Mohn eine wertvolle Hilfe. Jeder Betrieb sollte daher noch einmal überprüfen, ob geeignete Anbaubedingungen einen erfolgreichen Mohnanbau versprechen und es ermöglichen, eine zusätzliche Fläche hierfür freizumachen. |
Ausweitung des märkischen Kartoffelanbaus Eine dringende Notwendigkeit Wenn es der deutschen Landwirtschaft bisher gelungen ist, die Ernährung des deutschen Volkes in zwei Kriegsjahren sicherzustellen, so ist dieser Erfolg u.a. auf den vom Reichsnährstand in weiser Voraussicht geförderten Hackfruchtanbau zurückzuführen. ... Nachdem nun auch im Hinblick auf die Preisgestaltung alles geschehen ist, um dem Bauern einen guten und auskömmlichen Kartoffelpreis zu garantieren und die Arbeitseinsatzbehörden die rechtzeitige Bereitstellung der gerade für den Hackfruchtanbau vermehrt benötigten landwirtschaftlichen Arbeitskräfte zugesagt haben, muß jeder Bauer und Landwirt versuchen, seine Kartoffelanbaufläche im Rahmen der vorgesehenen Planung nochmals zu vergrößern. Der Erzeuger erfüllt damit seine Pflicht und hilft zu seinem Teil mit, durch die Sicherstellung der Ernährung für Volk und Wehrmacht den Endsieg zu erringen. |
Der Großeinsatz der Jugend auf dem Lande Ehrendienst zur Sicherung der Ernährung Der Reichsjugendführer hat ... die Durchführungsbestimmungen für den Kriegs-Großeinsatz der Jugend auf dem Lande erlassen. ... Für den auswärtigen sowie langfristigen örtlichen Einsatz sind die Jugendlichen der Klassen 5 und 6 der mittleren und höheren Jungenschulen sowie der Klasse 7 der höheren Mädchenschulen vorgesehen. Er erfolgt klassenweise in der Zeit vom 15. April bis 15. November 1942, je nach den landwirtschaftlichen Bedürfnissen. Der kurzfristige örtliche Einsatz wird von den volksschulpflichtigen Jugendlichen vom vollendeten 10. Lebensjahr ab an ihrem Wohnort oder in benachbarten, täglich vom Elternhaus erreichbaren Orten durchgeführt. ... Der kurzfristige örtliche Einsatz dauert nicht länger als drei Tage nacheinander und erfolgt am Wohnort bzw. in benachbarten Orten der Jugendlichen. Die verlorene Unterrichtszeit wird auf die Gesamtferienzeit angerechnet. Ist jedoch der Einsatz auch während der Sommerferien erforderlich, so ist für die Jungen und Mädel eine angemessene Erholungszeit von mindestens drei Wochen einsatzfrei. Die Schulklassen, die im langfristigen örtlichen Einsatz stehen, werden in den Einsatzpausen am Schulort auch während der Ferienzeit - bis auf eine Erholungszeit von insgesamt drei Wochen - unterrichtet. Der Einsatz außerhalb des Wohnortes wird von Jungen der Klassen 5 und 6 der mittleren und höheren Jungenschulen außerhalb ihrer Wohnorte bestritten und erfolgt je nach Bedarf einmalig oder periodisch zwischen dem 15. April und 15. November 1942 und nur innerhalb des Reichsgebietes. ... Der auswärtige Einsatz der Mädel wird vom Sozialen Amt mit der Reichsjungendführung durchgeführt. Hierfür stellen sich die Angehörigen der Klasse 7 der höheren Mädchenschulen zur Verfügung. Dieser ununterbrochene Einsatz während derselben Zeit dient der Entlastung der Bäuerinnen in ihrer Haushaltsführung, der Kinderpflege, und erfolgt ferner in den sozialen Einrichtungen der Partei und des Staates vorwiegend als Helferinnen in bäuerlichen Haushalten, Erntekindergärten, Einsatzlagern im Osten, Kindertagesstätten, Erholungsheimen, Säuglingsheimen usw. ... ... Die Führung der örtlich eingesetzten Jugendgemeinschaften obliegt einem eigens hierzu bestimmten Lehrer. Bei dem auswärtigen Einsatz wird nach dem Vorbild der Erweiterten Kinderlandverschickung ein Lehrer als Lagerleiter bestimmt. Ihm steht ein HJ.-Führer als Lagermannschaftsführer zur Seite. Der Sonntag ist grundsätzlich arbeitsfrei, falls nicht die Witterung zur Ausnutzung dieses Tages zwingt. Die Verpflegung erfolgt in ausreichender und angemessener Weise am Familientisch des landwirtschaftlichen Betriebsführers, dem der Jugendliche zugeteilt ist. ... Die Jugend betrachtet ihre Arbeitshilfe auf dem Lande als Ehrendienst. Die Jugendlichen erhalten daher nur eine Barvergütung, die als Taschengeld zu bezeichnen ist. ... |
Was wissen wir über die Wenden ? Max Rehberg vor der Heimatkundlichen Vereinigung Oranienburg und Umgebung ... |
Ablieferungsfristen für Eier einhalten! Die Eiererfassung in der Mark Brandenburg Der vergangene harte Winter hat leider nicht nur die Legeleistung der Hühner, sondern auch die Erfassungstätigkeit der Sammelstellen nachteilig beeinflußt. ... Bekanntlich hat der Erzeuger für jeden Haushaltsangehörigen die Eier von 1 1/2 Legehennen frei. Von den übrigen Hühnern müssen 60 Stück je Huhn als Mindestaufbringung abgeliefert werden. ... Neben dem Eigenbedarf dürfen ohne Berechtigungsschein keine Eier verschenkt oder verkauft werden; derartige Abgaben sind strafbar. ... |
52000 ha Niederbarnimer Wald in Gefahr "Hier rauchen nur Brandstifter" / Wald ist kostbarer Rohstoff ... Nach der letzten amtlichen Erhebung vor Kriegsausbruch gab es in unserem Kreisgebiet eine Fläche von rund gerechnet 52000 Hektar Wald. Das ist im Vergleich zur Gesamtfläche unseres Landkreises mit seinen rund 137 Hektar eine ganz respektable Fläche. Eine nüchterne Statistik lehrt uns, daß durchschnittlich 500 Hektar Wald im Jahr allein in den preußischen Staatsforsten zerstört wird. Wir müssen daher alle aufpassen und Waldbrände verhindern! ... |
Flaksplitter auf der Landstraße Kein Entschädigungsanspruch bei Reifenschaden Das Reichskriegsschädenamt hat in einer neuen Entscheidung (RKA I 16/42) grundsätzlich zu der Frage Stellung genommen, ob ein Reifenschaden durch einen auf der Straße liegenden Flaksplitter unter die Entschädigungspflicht des Reiches fällt. In der Entscheidung heißt es, daß der Reifenschaden keinesfalls als die unmittelbare Folge einer Kampfmaßnahme angesehen werden kann. ... |
Niederbarnim rüstet zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung Die letzten Vorbereitungen in den NSDAP.-Ortsgruppen vor dem Abschluß ... Jede Niederbarnimer Haushaltung erhält übrigens ein Merkblatt, auf dem eine genaue Aufzählung aller Kleidungsstücke und Altspinnstoffreste zu finden ist, die gespendet werden sollen. Ferner wird auf diesen Merkblättern die nächste Sammelstelle und der Zeitpunkt der Ablieferung angegeben. ... |
Auf der Spur eines Kapitalverbrechens Leichenteile in verschnürten Paketen gefunden Berlin, 30. Mai Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung eines schweren Kapitalverbrechens beschäftigt, das vermutlich am vergangenen Mittwoch verübt worden ist. Am Orankeweg in Hohenschönhausen fand eine Frau am Donnerstag vormittag in einem Gebüsch versteckt ein verschnürtes Paket, in dem sich zwei menschliche Unterschenkel befanden. Von der sofort alarmierten Kriminalpolizei wurde mit Unterstützung von Schutzpolizeibeamten und Suchhunden in der dortigen Gegend eine umfangreiche Suchaktion durchgeführt, in deren Verlauf man schließlich in einiger Entfernung der ersten Fundstätte hinter einem Zaun eines dort befindlichen Friedhofs im Gestrüpp den Rumpf und dann etwa ein Kilometer entfernt in einem Gebüsch am Orankesee den Unterkörper mit den Oberschenkeln der Leiche entdeckte. Sämtliche Leichenteile waren in braunen Kartons verpackt, mit hellgrauem Packpapier umwickelt und mit neuer Papierschnur verschnürt. Einer der Kartons trug mit Blauschrift die Aufschrift "K. 200". Bei den Leichenteilen wurden außerdem ein weißes Unterhemd und ein hellblaues Sporthemd gefunden. Die Arme und der Kopf des Toten fehlen noch. Nach einem gerichtsärztlichen Befund handelt es sich bei dem Ermordeten um einen 25 bis 45 Jahre alten Mann. Die Zerstückelung der Leiche dürfte mit einem Messer oder Beil wahrscheinlich am letzten Mittwoch vorgenommen worden sein. In der Nacht zum Donnerstag hat wahrscheinlich dann der Täter die Pakete mit den Leichenteilen fortgeschafft. ... |
Hilfstruppen für die Landwirtschaft Alle verfügbaren Reserven für die Einbringung der Ernte ... Die Auswertung von 18000 der insgesamt 36000 Vorschlagslisten ergab folgendes Bild: Für den dauerhaften Einsatz in der Landwirtschaft stellten sich 21600 Personen freiwillig zur Verfügung, weitere 7400 Personen wurden hierfür dienstverpflichtet. Zur Verfügung der Ortsbauernführer in der Zeit der Arbeitsspitzen stehen aus freiwilliger Meldung 264300 Arbeitskräfte, weitere 39600 Personen durch Dienstverpflichtung. ... |
Schweinemast nur auf eigener Futtergrundlage Die neuen Hausschlachtungsbestimmungen für 1942/43 Mit der Kürzung der Lebensmittelration erfolgte auch eine entsprechende Herabsetzung bei den Selbstversorgern, ... Die Selbstversorgungsration für 1942/43 entspricht dem seit April gekürzten Satz. Während aber dieser Rationssatz für alle Angehörigen des Selbstversorgungshaushaltes in gleicher Höhe galt, wird er nunmehr für Kinder bis zu sechs Jahren auf die Hälfte herabgesetzt. ... In dem neuen Erlaß wird ferner bestimmt, daß neue Genehmigungen für Hausschlachtungen nicht vor dem 15. Oktober erfolgen. Ferner wird ein einheitliches Anrechnungsgewicht festgelegt. Ueber die Landwirtschaft hinaus sind die neuen Bestimmungen aber auch von Bedeutung für viele Städter und anderen nichtlandwirtschaftlichen Tierhalter, die sich heute ein Schwein mästen wollen. Aus zahllosen Eingaben ist die Meinung herauszulesen, daß die Ernährungswirtschaft des Reiches dadurch entlastet wird, auch wenn Futter zugekauft werden muß. Tatsächlich tritt eine Entlastung nur dann ein, wenn der Futterbedarf in voller Höhe selbst gewonnen wird. ... Die allgemeine Versorgungsentwicklung zwingt dazu, künftig in allen Fällen, in denen nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger eine Hausschlachtungsgenehmigung beantragen, grundsätzlich zur Vorbedingung zu machen, daß die Futtermittel selbst gewonnen worden sind. ... |
Betrifft: Verteilung von Spirituosen Bei der nächsten Ausgabe der Lebensmittelkarten gelangen an alle Haushaltungen, einschließlich der Selbstversorger, Bezugsausweise für Spirituosen zur Verteilung und zwar: a) an Haushaltungen mit 1 bis 2 Erwachsenen: 1 Flasche zu 0,35 Liter b) an Haushaltungen mit 3 bis 4 Erwachsenen: 1 Flasche zu 0,7 Liter c) an Haushaltungen mit 6 und mehr Erwachsenen: 1 Flasche zu 1 Liter Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren rechnen nicht mit. ... Es erhalten keinen Ausweis: Kriegsgefangene, Juden, Schutzangehörige polnischen Volkstums, Gemeinschaftsverpflegte (Kranken-, Heil- und Pflegeanstalten), Wehrmachtsangehörige in Selbstverpflegung, Angehörige des Reichsarbeitsdienstes, der Schutzgliederungen außerhalb der Wehrmacht usw. ... Berlin, den 15. Juni 1942 Der Landrat des Kreises Niederbarnim Ernährungsamt B I ... |
Im Dienste der Heimatpflege 10 Jahre Oranienburger Heimat- und Binnenschiffahrtsmuseum ... Gelegentlich der 700-Jahrfeier der Stadt Oranienburg wurde es am 25. Juni 1932 im Speisesaal des Waisenhauses von seinem Begründer und Betreuer, Max Rehberg, eröffnet. ... |
Märkische Landwirtschaft erzeugt Fett Der Oelfruchtanbau muß weiterhin verstärkt werden ... Es entfallen etwa 40 Prozent des jetzigen Fettverbrauches auf die Speisefette Margarine und Oel, ... Ein Hektar Raps bringt z.B. sechsmal mehr Fett als die gleiche Flächeneinheit über die Milch- und Schlachtviehhaltung. |
150 Oranienburger Mädel sammeln Heilkräuter Wertvolle Arbeit für Volkswirtschaft und Volksgesundheit ... Die Gesamtleitung dieser Heilkräutersammlung im Kreise Niederbarnim liegt in den Händen von Lehrer Max Rehberg, Oranienburg, der auch wieder nach Abschluß der diesjährigen Sammelperiode Bericht über das Gesamtergebnis erstatten wird. |
Oelpflanzenanbau im Kreis Niederbarnim Kreisblatt-Besuch bei der Kreisbauernschaft ... |
Woher bezieht Oranienburg die genaue Zeit ? Herzkammer unserer Zeitrechnung / 7,55 Uhr beginnt der Zeitsignaldienst ... Die Herzkammer unserer Zeitrechnung befindet sich acht Meter unter der Erde im Verwaltungsgebäude der Berliner Reichsbahndirektion. ... |
Welche Vorteile bietet der Rapsanbau ? Wissenswertes für die Niederbarnimer Bauern und Landwirte ... |
Schalke 04 zum sechsten Male Meister ... |
"Kießlings Topographische Karte von 1885" Eine alte Karte erzählt von vergangenen Tagen ... gezeichnet und entworfen von Th. Delius im November 1885 revidiert von Gust. Müller, Kartograph. ... Auffallend ist, wenn man die Karte etwas genauer ansieht, zunächst die Zahl der Mühlen im Norden von Berlin innerhalb der ersten Meilengrenze. Wenn man z.B. die Chaussee nach Bernau verfolgt, und zwar die über Weißensee, Malchow und Lindenberg, so kam man an nicht weniger als 12 Windmühlen vorbei und zwar ganz dicht an der Berliner Stadtgrenze. Es gab im Norden Berlins ungefähr innerhalb der Halb-Meilen-Grenze weiterhin 18 Ziegeleien, von denen sicherlich heute nicht eine mehr steht. ... |
"Erst siegen - dann reisen" Die Mahnung der Reichsbahn ... Die Losung heißt also diesmal: "Urlaub zu Hause!" ... |
Ein Wort an das Niederbarnimer Landvolk Warum Oelfruchtanbau ? ... |
Gerda atmet Niederbarnimer Landluft In jedem Großstadtmädel steckt ein Stück Naturverbundenheit ... |
Von Frankreich in den Kreis Niederbarnim Einsatz französischer Arbeitskräfte in einem Rüstungsbetrieb ... Niederbarnimer SA.-Wehrmänner angetreten Deutschlands Wehrkraft-Reserve / Vom Arbeitsplatz zum SA.-Wehrmanndienst ... |
Niederbarnimer Kriegswerkstätten stopfen Frontwollsachen Neuer Sonderauftrag für die Niederbarnimer Frauenschaften ... Gestern sind nun in Oranienburg 20800 Wollmützen, 11700 Kopfschützer, 12700 Schals, 820 Umschlagtücher und 400 Leibwärmer eingetroffen, die in den nächsten Tagen auf die im Kreise Niederbarnim befindlichen Kriegswerkstätten verteilt werden, um dort wieder in Ordnung gebracht und frontfertig gemacht zu werden. ... |
Niederbarnim hat 66200 ha Kulturland Wissenswertes über die jetzt durchgeführte "Bodennutzungserhebung 1942" ... Alle landwirtschaftlichen Betriebe mit einer Größe von 0,5 Hektar an werden von der Bodennutzungserhebung erfaßt, ebenso alle Gartenbaubetriebe, auch wenn sie weniger als 50 Ar groß sind. ... Die Bodennutzungserhebungen geben Auskunft darüber, wie der Grund und Boden in den einzelnen Kreisgebieten genutzt wird. ... ... Nach dieser [1938] Erhebung wurden von der rund 136900 Hektar großen Gesamtfläche des Landkreises Niederbarnim etwa 66200 Hektar als Kulturland genutzt. Von der übrigen Fläche ohne landwirtschaftliche Nutzung, den sogenannten Liegenschaften entfielen etwa 4050 Hektar auf Gebäude und Hofflächen und etwa 4900 Hektar auf Wegeland und Straßen. Die landwirtschaftliche Nutzfläche ... wies allein etwa 44750 Hektar Ackerland, ... 7950 Hektar Gartenland, ... 10350 Hektar Wiesenland und 2350 Hektar Viehweiden ... [aus]. Was bei Hausschlachtungen zu beachten ist Die neuen Bestimmungen für das Wirtschaftsjahr 1942/43 Die Sicherung der Fleischversorgung des deutschen Volkes und seiner Wehrmacht setzt voraus, daß die Hausschlachtungsbestimmungen unserer Fleischversorgung immer angepaßt sind. Nachdem der Rationssatz für Nichtselbstversorger seit dem 6. April 1942 gekürzt werden mußte, wurde daher durch Erlasse vom 30. und 31. Mai 1942 die Anrechnungszeit für die Selbstversorger um 5 Wochen verlängert. Damit sind die Rationen von 860 Gramm Fleisch und Fett (ohne Butter) auf 750 Gramm Fleisch und Fett herabgesetzt. Kinder bis zu sechs Jahren erhalten jetzt die Hälfte, also 375 Gramm Fleisch und Fett (ohne Butter). Diese Bestimmung gilt auch für das neue Hausschlachtungsjahr 1942/43. Während bisher noch je Zuteilungsperiode ein Fleischberechtigungsschein ausgegeben wurde, darf dies nunmehr nur noch für zwei Zuteilungsperioden geschehen. Es erhalten jetzt 1 bis 3 (bisher 1 bis 5) Personen einen, 4 bis 6 Personen zwei, 7 bis 9 Personen drei Scheine ... Nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger erhalten eine Hausschlachtungsgenehmigung, wenn sie die zur Schlachtung bestimmten Tiere mindestens drei Monate bis zur Schlachtung selbst gemästet haben. ... Das nötige Futtermittel muß selbst angebaut oder als Abfälle gesammelt werden, wobei jedoch die örtlichen Bestimmungen, wie z. B. in Oranienburg, zu beachten sind. Auch kann man sich das Futtermittel als Entgelt für geleistete Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb selbst beschaffen. ... Das einheitliche Anrechnungsgewicht ist für das Hausschlachtungsjahr 1942 bis 1943 im Gebiet 1 von 125 wieder auf 110 Kilogramm herabgesetzt worden; dies entspricht einem Lebendgewicht von 165 Kilogramm, ... Für Sauen, Eber und Altscheider wird keine Hausschlachtungsgenehmigung mehr erteilt. Die Hausschlachtungsgewichte werden künftig genau festgestellt. Ungenaue Gewichtserhebungen werden künftig genau so geahndet wie Schwarzschlachtungen, da auch hierdurch Fleisch der öffentlichen Bewirtschaftung entzogen wird. ... |
Wochenende und Sonntagsruhe vor 50 Jahren Zur Einführung der Sonntagsruhe in Oranienburg im Juli 1892 ... "Man steht dieser Einrichtung" so schreibt die damalige "Zeitung für Niederbarnim" Anfang Juli 1892, "im allgemeinen sympathisch gegenüber, wenn auch einige Zeit vergehen wird, bevor sich Publikum und Geschäftsleute an die Neuerung gewöhnt haben. Unsere Hausfrauen werden sich darauf einstellen müssen, daß sie an den Sonntag-Nachmittagen und -Abenden nichts mehr einkaufen können." ... |
Verkauf landwirtschaftlicher Grundstücke eingeschränkt Ein wichtiger Führererlaß ... "Die Stetigkeit der Eigentums- und Besitzverhältnisse an landwirtschaftlichem Grund und Boden ist besonders während des Krieges eine wichtige Voraussetzung für eine ungestörte Erzeugungsleistung. Es hat deshalb jeder nicht unbedingt notwendige rechtsgeschäftliche Eigentums- und Besitzwechsel zu unterbleiben ..." ... |
Die Niederbarnimer Scholle im August Ueber die Ernteaussichten und die Gemüseerzeugung ... Der Sommerrogen, die Gerste, das Gemenge, ja sogar die Weizenfelder im Kreise Niederbarnim stehen gut, ganz ausgezeichnet aber stehen die Kartoffeln, an denen es - vermehrt durch den erweiterten Anbau - im kommenden Winter kein Mangel sein wird. ... Unheimlich viel Winterkohl aller Sorten ist angepflanzt. ... Götze-Blumberg hat außer seinen vielen Kohlrabi-, Spinat-, Salat- und anderen Gemüsefeldern 58 Morgen Kohl und 27 Morgen Mohrrüben. Ueberhaupt ist von Blumberg allein, wo sich die meisten Bauern wenigstens für einen Teil ihres Landes auf Gemüse umgestellt haben, mit einem Anteil von 20 bis 30000 Zentnern Kohl zu rechnen. --- Neben diesen Großbetrieben dürfen aber auch diejenigen Kleinsiedler nicht vergessen werden, die mit der eigenen Familie und höchstens einer Hilfskraft wahre Musterbetriebe geschaffen haben. Erwähnt muß im Besonderen der bei einer Besichtigungsfahrt aufgesuchte Siedler Dronske in Elisenau werden. Dort springt es geradezu in die Augen, mit welcher Liebe, Freude und Sorgfalt jeder Kohlkopf gepflanzt worden ist und die Sträucher und Bäume gepflegt werden, so daß die größte Ertragsfähigkeit aus dem Boden herausgeholt wird. Jedenfalls die beruhigende Gewißheit gab diese Fahrt durch den Kreis: Wenn das Wetter nur einigermaßen der Ernte günstig ist, dann ist die Ernährung für den Winter gesichert. Mehr Schrott, mehr Stahl, mehr Waffen! Aufruf des Gaubeauftragten an die märkischen Betriebsführer ... Die vom Führer geforderte Rationalisierung und Leistungssteigerung hat die Produktion auf allen Gebieten der Rüstung erheblich erhöht. Damit ist die Anforderung an Stahl gestiegen. Die Erschließung der großen Räume, in denen sich die Kämpfe unserer Wehrmacht abspielen, fordert noch weitere Mengen an Eisen und Stahl. An alle Betriebsführer der eisenverarbeitenden Industrie, der Verkehrsbetriebe, des Handwerks, der Landwirtschaft und des Handels geht der Ruf, alles nichtgenutzte Eisen festzustellen und abzugeben, um es auf schnellstem Wege der Verhüttung zur Verfügung zu stellen. Nicht nur Alteisen und unbearbeitetes Eisen, sondern auch alles angearbeitete Eisen, sowie alle nicht mehr benötigten Ersatzteile und stillgelegten Anlagen aus Eisen und Stahl kommen zur Verschrottung. ... |
Bedrohung des Niederbarnimer Kartoffelanbaus 3600 Kartoffelkäfer können die Niederbarnimer Kartoffelernte vernichten ... Bedenkt man, daß die dreißigmillionenfache Nachkommenschaft eines einzigen Weibchens innerhalb eines Sommers 2,5 Hektar Kartoffelfeld kahlfressen kann und damit einen Kartoffelausfall von 900 Zentnern Kartoffeln verursachen würde, so kann man sich ein ungefähres Bild von der Gefährlichkeit des Kartoffelkäfers machen. ... Der Kartoffelkäfer ist schwarz-gelb gestreift und etwa einen Zentimeter lang und oval geformt. Das Weibchen des Käfers legt 1000 und mehr Eier, aus denen sich gelblich-rötlich aussehende Larven mit einem schwarzen Kopf und schwarzen Flecken an den Seiten entwickeln. Und diese Larven und Käfer fressen, fressen und fressen unheimlich viel Kartoffelkraut. ... Jeder Volksgenosse, der daher irgendwo einen gelb-schwarz gestreiften Käfer findet, muß dies sofort der Polizei melden, denn es könnte ein Kartoffelkäfer sein. ... |
50 Jahre deutsche Bahnsteigsperren Auch die Bahnsteigkarte wurde 1892 eingeführt ... |
Aktive Diphtherie-Schutzimpfung im Kreise Niederbarnim Vorbeugende Maßnahme für 42000 Kinder Die Diphterie-Erkrankungen haben in den letzten Monaten in verschiedenen Teilen des Reiches und auch im Kreise Niederbarnim an Zahl und an Schwere des Krankheitsbildes zugenommen. ... Nach dem Grundsatz "Vorbeugen ist besser als heilen", wird nun im Kreise Niederbarnim, ebenso wie in der Reichshauptstadt Berlin, die aktive Diphterie-Schutzimpfung bei allen Kindern im vollendeten 1. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr unentgeltlich durchgeführt. ... Die Benachrichtigung der Eltern über die öffentlichen Impftermine erfolgt durch die Post, über die Impftermine der Kinder durch die Schule. ... |
Schweinezählung im Gau Mark Brandenburg Sorgfältige Angaben dienen der Ernährungswirtschaft Am 3. September wird in der Mark Brandenburg wie im gesamten Großdeutschen Reich wiederum eine Schweinezwischenzählung durchgeführt, ... Von dem Ergebnis der Viehzählung hängt also außerordentlich viel ab. ... |
Sand und nochmals Sand gegen Brandbomben Dringende Mahnung an alle Niederbarnimer Haushaltungen ... Wenn unsere Feinde noch so wütend mit ihren Brandbomben in der Luft herumwerfen, so werden sie - gegebenenfalls auch in Städten und Dörfern des Kreises Niederbarnim - ihr Ziel nicht erreichen, wenn alle Keller, alle Treppenflure, alle Wohnungen und alle Böden mit Sand, Sand - und nochmehr Sand versehen sind. ... Wenn erst die Brandbomben fallen, - dann ist es zur Sandbeschaffung natürlich zu spät. Aus den Erfahrungen lernen - und danach handeln, das ist die Pflicht jedes verantwortungsbewußten Familienvaters und natürlich auch jeden Luftschutzwartes. ... |
Das märkische Landvolk tut seine Pflicht Landwirtschaftliche Marktleistung / Niederbarnimer weist Direkteinkäufer zurück ... Nicht nur erzeugen, sondern auch abliefern! ... ... Prämien unterstützen den Ablieferungswillen ... ... Die bisherigen Marktleistungen als Ansporn ... ... Die besonderen Aufgaben des märkischen Landvolkes ... |
Die Handwerksrolle und die Gauwirtschaftskammern Was bringt die neue Handwerksrollenverordnung ? ... |
Ostarbeitskräfte in der Landwirtschaft Das Landvolk und die Arbeiter aus altsowjetischen Gebieten Aus den altsowjetischen Gebieten sind Hunderttausende von Arbeitskräften für die deutsche Wirtschaft angeworben worden; ein großer Teil von ihnen wurde in der Landwirtschaft eingesetzt. Dieser Arbeitseinsatz birgt gewisse Gefahren in sich, da diese Menschen jahrzehntelang unter bolschewistischer Herrschaft gelebt haben und daher zum Großteil die europäische Welt überhaupt nicht kennen oder von ihr völlig falsche Vorstellungen haben. Wenn auch das deutsche Landvolk aus seinem Empfinden heraus von diesen Arbeitskräften Abstand bewahrt, so ist es dennoch notwendig, auf die einzelnen für den Ostarbeitereinsatz erlassenen Bestimmungen hinzuweisen. Zunächst hängt es von der richtigen Behandlung ab, ob es gelingt, die Arbeitskraft der Ostarbeiter nutzbringend für die deutsche Landwirtschaft und damit für die Ernährungssicherung einzusetzen. Es darf auch nicht übersehen werden, daß diese Kräfte als Arbeitsfreiwillige für den Einsatz im Reich angeworben wurden. Sie sollen daher streng, aber gerecht behandelt werden. Dann wird ihnen der Unterschied gegenüber der Willkür und Ausbeutung, die ihnen im Sowjetstaat zuteil wurde, erkennbar sein, Milde und Entgegenkommen würden sie nicht verstehen können, vielfach als Schwäche deuten und deshalb in der Arbeitskraft nachlassen. Durch sorgfältige Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen - die Löhne dürfen weder über- noch unterschritten werden - werden Arbeitswille und Arbeitsleistung gestärkt. Werden die Ostarbeiter zu Disziplin und Erfüllung ihrer Arbeitspflicht angehalten, so sind damit die wichtigsten Voraussetzungen zur Erhaltung des Arbeitsfriedens in den Betrieben gegeben. Um Gefahren von vornherein auszuschalten, muß die freie Bewegung der Ostarbeiter verboten werden. Nur unter Aufsicht dürfen sie herumgehen. Der Besuch von öffentlichen Erholungs- und Vergnügungsstätten, Gast- und Lichtspielhäusern kommt für sie nicht in Frage. Es versteht sich von selbst, daß jeder engere Verkehr oder sogar intime Beziehungen zwischen den Geschlechtern ausnahmslos verboten sind. Nichts ist so geeignet, das Ansehen und die Achtung vor den deutschen Menschen zu untergraben, als ein Verstoß gegen diesen Grundsatz! Jeder Deutsche, der diesen Grundsatz verletzt, muß mit den schwersten Strafen rechnen, und auch der Ostarbeiter bzw. die Ostarbeiterin wird für ein derartiges Vergehen strengstens bestraft. Wir dürfen nie vergessen, daß diese Arbeitskräfte einem Staate angehört haben und unter einem Regime lebten, mit dem das deutsche Volk in härtestem Kampfe um Sein oder Nichtsein steht. Sentimentalitäten sind daher durchaus nicht am Platze und würden von ihnen auch nicht verstanden, sondern nur falsch verstanden werden. Darum gehören die Ostarbeiter auch nicht an den gemeinsamen Tisch zu den Mahlzeiten oder in den Aufenthaltsraum deutscher Gefolgschaftsmitglieder während der Freizeit. Bei gemeinsamer Tätigkeit muß gleichfalls Abstand gewahrt werden. Es ist daher eine Selbstverständlichkeit, daß bei nötiger Zusammenarbeit mit deutschen Arbeitskräften der deutsche Arbeiter die Aufsicht und die führenden Arbeiten, z. B. als Vorarbeiter, Kolonnenführer, durchzuführen hat. Nur Deutsche können Anleitungen und Weisungen erteilen. Keinesfalls aber darf eine Unterstellung deutscher Arbeiter unter Ostarbeitskräfte erfolgen. |
Luftschutz auf dem Lande Sonderlehrgang der Reichsluftschutzschule in Oranienburg-Luisenhof ... |
Speisekartoffelversorgung für den Winter Vorbereitungen rechtzeitig treffen! / Jetzt noch nicht einkellern! ... |
Zum Beginn des 4. Kriegsjahres: Niederbarnimer Bauern schaffen für den Sieg Der Nährstand hilft dem Wehrstand ... |
Niederbarnimer Schulkinder auf der Kartoffelkäfersuche Große planmäßige Suchaktion in Oranienburg und Bernau ... Trotz aller vorbeugenden Maßnahmen ist der Kartoffelkäfer nun doch in verschiedenen Stellen Mitteldeutschlands aufgetreten. ... Der Reichsernährungsminister hat nun auch für das heimische Gebiet besondere Beobachtungsmaßnahmen angeordnet. Danach sind die mit Kartoffeln, Tomaten oder mit anderen Nachtschattengewächsen bestellten Grundstücke in einer Breite von tausend Metern beiderseits der Eisenbahnlinie, der Autobahn und der Durchgangsstraßen planmäßig nach dem Kartoffelkäfer abzusuchen. Für diese Suchaktion haben sich selbstverständlich die Oranienburger Volksschulen zur Verfügung gestellt. ... Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen kann Oranienburg erfreulicherweise "Fehlanzeige" erstatten. - Eine gleiche Aktion fand auch in Bernau statt. ... |
Historische Stätten auf Glasplaketten Die Abzeichen für den Kreis Niederbarnim zur Reichsstraßensammlung Am kommenden Sonnabend und Sonntag wird vom NS.-Reichsbund für Leibesübungen die erste Reichsstraßensammlung für das Kriegswinterhilfswerk 1942/43 durchgeführt. 15 verschiedene Glasabzeichen mit Bildern historischer Stätten stehen in einer Gesamtauflage von 60 Millionen Stück für diese Sammlung zur Verfügung, von denen allein auf den Kreis Niederbarnim 190000 Stück entfallen. ... Mit dem Erwerb dieser Abzeichen leistet die Heimat erneut einen Beitrag in dem Willen, der Front in ihrem schweren Kampf zu helfen. |
Das Landvolk wartet auf Erntehilfe Die Hackfruchternte setzt ein / Rodeprämien für Mithilfe ... |
Aufruf des Gauleiters zur Hackfruchternte Mitzuhelfen ist Pflicht jedes anständigen Deutschen ... |
Zum Erntedank 1942: Hervorragende Kriegsleistung des märkischen Landvolkes Ein Ueberblick von Landesbauernführer Martin Wendt ... |
Der Tiefpunkt auf dem Ernährungssektor überwunden Staatssekretär: Englands Aushungerungspläne endgültig gescheitert ... |
Richtiges Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen Aus einem amtlichen Merkblatt Das Oberkommando der Wehrmacht und das Reichsministerium für Volksaufklärung haben ein Merkblatt zusammengestellt, in dem es u. a. heißt: Die Kriegswirtschaft erfordert den Einsatz aller zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte. Deshalb werden die Kriegsgefangenen in vollem Umfange in den Dienst unserer Wirtschaft gestellt. Kriegsgefangene müssen so behandelt werden, daß ihre volle Leistungsfähigkeit der Industrie und Ernährungswirtschaft zugute kommt. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Ernährung; dieser muß ein entsprechender Arbeitswille gegenüberstehen. Jede Arbeitsstunde, die infolge Krankheit oder Unterernährung ausfällt, geht der deutschen Wirtschaft verloren. Die Behandlung muß streng, aber korrekt sein; mangelnde Arbeitswilligkeit wird durch die Wehrmacht bestraft. Kriegsgefangene gehören nicht zur Haus- oder Hofgemeinschaft, also auch nicht zur Familie. Sie haben als Soldaten ihres Landes gegen Deutschland gekämpft, sind daher unsere Feinde. Wer sie besser behandelt als deutsche Arbeitskräfte, wird zum Verräter an der Volksgemeinschaft. Deutsche Frauen, die in Beziehung zu Kriegsgefangenen treten, schließen sich von selbst aus der Volksgemeinschaft aus und erhalten ihre gerechte Bestrafung. Selbst der Schein einer Annäherung muß vermieden werden. Jedes Entgegenkommen gegenüber Kriegsgefangenen erleichtert dem Feind die Spionage und Sabotage und richtet sich damit gegen unser Volk. Die Teilnahme an deutschen Feiern und Festen sowie kirchlichen Veranstaltungen, an denen Deutsche teilnehmen, ist den Kriegsgefangenen grundsätzlich untersagt. Der Besuch von Gaststätten und für Kriegsgefangene nicht zugelassenen Geschäften ist ebenfalls verboten. Dagegen ist es ihnen gestattet, ihre Feste unter sich zu feiern. Einzelne Kriegsgefangene, die sich durch besondere Leistungen verdient machen, dürfen sich, mit Urlaubsscheinen des zuständigen Lagers ausgestattet, auch ohne deutsche Bewachung frei bewegen. Kriegsgefangene erhalten alle unbedingt notwendigen Dinge. Geringfügige Zuwendungen als Belohnung für gute Arbeitsleistung im Interesse der Erhaltung und Steigerung der Arbeitsleistung sind statthaft. Die für bestimmte Arbeiten vorgeschriebene Arbeitskleidung, z. B. für Grubenarbeiten, chemische und andere Spezialberufe, ist nicht von der Wehrmacht, sondern vom Betriebsführer zu stellen. Geld und andere Wertgegenstände dürfen Kriegsgefangene nicht erhalten, ebensowenig Alkohol, soweit dieser nicht zur betrieblichen Ernährung gehört. Die Arbeitszeit richtet sich nach den kriegsbedingten Verhältnissen des Betriebes. Die Kriegsgefangenen haben Anspruch auf die zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit erforderliche Ruhezeit und darüber hinaus auf eine gewisse Freizeit zur Instandhaltung der Bekleidung und Unterkunft. Im Umgange mit allen Kriegsgefangenen sind diese Leitsätze von jedem Deutschen unbedingt zu beachten. Sie gelten auch gegenüber französischen und belgischen Kriegsgefangenen, denen gewisse Erleichterungen gewährt sind. Jeder Verstoß gegen diese Richtlinien sabotiert die Kriegsführung und wird streng bestraft. |
Ein düsteres Kapitel im Kreise Niederbarnim Vor 325 Jahren begannen in Bernau die großen Hexenverfolgungen ... |
Die Choleraseuche 1892 im Spiegel der Heimatzeitung Sie forderte acht Todesopfer aus dem Kreisgebiet. In den ersten Novembertagen vor 50 Jahren atmeten Oranienburgs Stadtväter erleichtert auf. Der asiatische Würgeengel, die Cholera, war, ohne aus den Reihen der Bürgerschaft Opfer gefordert zu haben, vorübergegangen. ... Der eine hielt eine gehörige Portion Rizinusöl für das beste Mittel, andere wieder die damals berühmt gewordenen Cholera-Tropfen, ein Gemisch aus Baldriantinktur, Pfefferminzöl, Opiumtinktur und Aether, das gegen die Cholera übrigens ganz unwirksam war - jene hießen die Choleraverdächtigen Eis schlucken und Prießnitzumschläge machen. Gefährlich war es nach der damaligen Auffassung, kalten Aufschnitt, kalte Suppen, Salate, Majonaisen oder rohes Obst zu essen und rohe Milch und Sahne, vorallem aber unabgekochtes Wasser zu trinken, wie überhaupt Prof. Dr. Robert Koch, damals schon der große Bakteriologe, besonders der Trinkwasserversorgung seine Aufmerksamkeit zuwendete. Die fröhlichen Zecher lobten jedoch ihr "abgekochtes" Bier, ihren "durchgegorenen" Wein und ihre absolut durchgebrannten Sachen. ... "Im Kreise und auf den Wasserstraßen ist nicht ein einziger Cholerafall vorgekommen", heißt es Ende September [1892]. "Gestorben sind allerdings verschiedene Angehörige von Schifferfamilien des Kreises, jedoch in Hamburg, bis Ende September sieben Personen, darunter zwei Kinder." Ein Krankheitsfall, der in Rüdersdorf vorgekommen ist, betraf einen Schiffsjungen, der einem Brechdurchfall in wenigen Stunden erlegen ist. Der Junge hatte auf Milchreis eine große Portion Gurkensalat, dann verschiedene Biere und darauf eine große Portion Kanalwasser genossen, so daß die Erkrankung und der jähe Tod auch ohne Cholera erklärlich ist. ... |
Danksagung. Für die aufrichtige Anteilnahme und [die] vielen Blumenspenden beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen, Wachtmeister d. Gend. d. Res. Ernst Zirzow sagen wir allen Freunden und Bekannten sowie Herrn Pfarrer Schumacher für die trostreichen Worte unseren allerherzlichsten Dank. Ilse Zirzow und Eltern Blumberg, Bernauer Chaussee 5 |
Herbstappell des NS.-Reichskriegerbundes Niederbarnim "Wir wollen und wir müssen siegen" Der NS.-Reichskriegerbund hielt am gestrigen Sonntag im Kriegervereinshaus Berlin eine Herbsttagung ab, an welcher die Kameradschaftsführer und Beiräte der Niederbarnimer Kameradschaften teilnahmen. Nach einem Konzertteil, ausgeführt von der Stabskapelle des NS.-Reichskriegerbundes unter Leitung von Stabskapellmeister Demuth eröffnete Kreiskriegerführer Pg. Buhlan den Herbstappell ... |
Das Bauernhaus - die Wiege der Kultur Zur 3. Reichsstraßensammlung am 22. November "Das beste Wappen in der Welt ist der Pflug im Ackerfeld." Diesen stolzen Spruch lesen wir als Inschrift über mancher Haustür und über manchem Scheunentor in deutschen Gauen. ... |
Tod der Ratten im Kreise Niederbarnim Wie unsere Vorfahren vor 100 Jahren die Ratten bekämpften. In der Zeit vom 22. bis 29. November wird wie in der Mark Brandenburg so auch im Kreise Niederbarnim eine Rattenbekämpfungsaktion durchgeführt, die sich besonders auch in den ländlichen Bezirken dahingehend auswirken soll, daß die Landbevölkerung den Ratten mit allen verfügbaren und wirksamen Mitteln zu Leibe geht. ... ... Seit jeher hat man nach Mitteln gesucht, die sich gegen diese Schädlinge bewährten. So lesen wir von einem probaten Mittel, die Ratten aus Gebäuden zu vertreiben, in einer märkischen Heimatzeitung vom 23. April 1842 folgendes: "Diese Thiere haben gegen ein Kraut, Hundszunge genannt, von Natur einen solchen Abscheu, daß sie die Gebäude, in welchen solche Pflanzen ausgestreut worden sind, sogleich verlassen und, solange diese Pflanzen daliegen, nicht wieder dahin zurückkehren. Diese Pflanzen wachsen auf Wiesen und an Grabenrändern. Sie müssen kurz vor Johanni gesammelt werden, weil sie da in der stärksten Kraft sind. ..." |
Ein großer Transport prima Schafe, Futterschweine und Ferkel steht ab heute wieder zum Verkauf bei Lenz, Blumberg, Ruf 214 |
Keine Urlaubsreisen zu Weihnachten Aufruf des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz Die wichtigen Aufgaben, die die Deutsche Reichsbahn im Kriege zu erfüllen hat, gestatten ihr, insbesondere in verkehrsreichen Zeiten, keine Lockerung der bestehenden Verkehrseinschränkungen. ... Unterlaßt nach Möglichkeit alle Reisen in der Zeit vom 15. Dezember 1942 bis 4. Januar 1943. Erst kommen die Soldaten! ... Wer aber nicht aus zwingenden Gründen die Eisenbahn benutzen muß, bleibe, wie gesagt, zu Hause nach der Parole: erst siegen, dann reisen! |
Für die Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Hochzeit danken wir recht herzlich. Uffz. Helmut Weidelt und Frau Olga, geb. Seigert [?] Blumberg, Kr. Niedb. und Aussig, im Dezember 1942 |
Die Erbhöfe im Kreise Niederbarnim Lehrstellen für den landwirtschaftlichen und bäuerlichen Nachwuchs ... Jedem deutschen Jungen und Mädel, die Lust und Liebe zur Landwirtschaft haben, ist die Möglichkeit gegeben auf eigener Scholle im Osten für Großdeutschlands Ernährung zu wirken. Wer jedoch in Zukunft einen deutschen Bauernhof übernehmen will, muß sich in einer gründlichen Lehrzeit das notwendige Rüstzeug erarbeiten, wozu es einer vierjährigen Lehre bedarf. Während dieser vierjährigen Grundausbildung wird bereits nach zwei Jahren die Landarbeitsprüfung als Zwischenprüfung abgelegt. Mit der Landwirtschaftsprüfung schließt die Lehrzeit im vierten Jahr ab. Der Erbhof als Lehrstelle wird der deutschen Jugend ... eine geordnete Berufsausbildung sichern. ... Bekanntlich setzt das Reichserbhofgesetz nicht eine bestimmte Mindestackergröße fest, sondern verlangt, daß der Erbhof mindestens "eine Ackernahrung" bilden soll, dessen Bodenfläche ausreicht, "um eine Familie unabhängig vom Markt und der allgemeinen Wirtschaftslage zu ernähren und zu bekleiden sowie den Wirtschaftsablauf des Erbhofes zu gestalten." Im allgemeinen soll der Erbhof jedoch nicht unter 7,5 Hektar und nicht über 125 Hektar groß sein. |
Ein gr. Transport Futterschweine und Schafe steht wieder zum Verkauf bei Lenz, Blumberg, Ruf 214 |
700jährige Ortsjubiläen im Kreise Niederbarnim Geschichtliches über Wandlitz, Klosterfelde, Stolzenhagen und Schönerlinde Von Max Rehberg ... |
Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme anläßlich des Heldentodes unseres lieben, einzigen Sohnes, des Unteroffiziers Alfred Gahtow sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank noch Herrn Pastor Schotte für seine trostreichen Worte und dem Gesangsverein "Lyra" für seinen zu Herzen gehenden Gesang bei der kirchlichen Gedächtnisfeier. Fam. Rud. Gahtow II. Lindenberg, den 20. Dezember 1942 |
Weihnachten in einem Niederbarnimer Bunker Mit Kreisleiter Respondek bei unserer Flak ... |
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Uns erreichte die überaus traurige Nachricht, daß unser allzeit sonniger, herzensguter, einziger Junge, unser lieber Enkel, Neffe und Vetter, der Gefr. Erwin Heinicke als Kradmelder im blühenden Alter von 20 Jahren am 3. Dez. schwer verwundet wurde, und am 5. Dez. den Heldentod starb. Er wurde auf einem Heldenfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Wer ihn gekannt, weiß, was wir verloren haben. In unsagbarem Schmerz Fritz Heinicke u. Frau Frieda geb. Lehmann Albert Heinicke mit Familie Georg Lehmann mit Familie und Oma Lindenberg, im Januar 1943 Die Trauerfeier findet am Sonntag, dem 17. Jan., nachmittags 2 Uhr, in der Lindenberger Kirche statt. |
Futterschweine u. Schafe stehen wieder zur Verfügung bei Lenz, Blumberg, Ruf 214 |
Die Bekanntschaft aus dem "Hotel Barnim" Zuchthausstraße für eine gefährliche Verbrecherin ... "Hotel Barnim" wird nämlich von "Fachleuten" das Frauengefängnis genannt, das in der Barnimstraße in Berlin liegt ... Wir Niederbarnimer haben also keine direkten Beziehungen zum "Hotel Barnim", können auch nicht verhüten, daß das Frauengefängnis in der Barnimstraße in den Kreisen der Fachleute weiterhin "Hotel Barnim" genannt wird. Fest steht aber, daß die Niederbarnimer sicherlich alles tun werden, um zu verhüten, daß sie im "Hotel Barnim" Quartier beziehen müssen. |
Größere Aufgaben und schwerere Pflichten Jahresanfangstagung der NSDAP. des Kreises Bernau Leistungsbericht des Kreisleiters über sein erstes Arbeitsjahr in Niederbarnim ... Zur Zeit bestehen im Kreise Niederbarnim 12 Dauerkindergärten mit 565 Plätzen, ein weiterer Kindergarten kommt in Bernau hinzu, fünf Hilfskindergärten mit 195 und ein weitergeführter Erntekindergarten mit 30 Plätzen. Ueberall werden hier die Kinder auf Kosten der NSV. verpflegt. Während des Sommers bestehen weitere sieben Erntekindergärten mit 225 Plätzen. ... |
Soldatenkinder sollen ihr "Zu Hause" behalten Sicherung des Heims für Witwen Gefallener und Verlobte mit Kind ... |
Hart und schwer traf uns die erschütternde Nachricht, daß unser geliebter, einziger, guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Erbhofbauer, Parteigenosse Gefreiter Richard Giese junior im Alter von 29 Jahren am 21. Dezember 1942 im Osten gefallen ist. In tiefstem Schmerz Richard Giese u. Frau, als Eltern, ... Eiche, im Januar 1943 |
Berühren von Fundmunition bringt den Tod! Was nach Luftangriffen zu beachten ist. ... Alles am Fundort belassen! Alle aufgefundenen Teile von Abwurfmunition, Reste von Abwurfmitteln, Stabbrandbomben, Hilfsgeräte (z.B. Blechhülsen), Zünder, Leitwerke (Bombenabwurfschwänze), Gerät zum Abwerfen von Flugblättern, Brandmittel, Fallschirme o.ä., Teile abgeschossener Feindflugzeuge, Ausrüstungsstücke von Feindflugzeugen, im Notwurf abgeworfene Türen, Schlauchboote usw. sind am Fundort unberührt zu belassen und schnellstens der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Neugierige, insbesondere Kinder sind vom Fundort fernzuhalten. Melde- und Ablieferungspflicht besteht auch beim Auffinden feindlicher Flugblätter. Sammeln von "Andenken" ist strafbar Wer sich Teile feindlicher Abwurfmunition oder feindlicher Flugzeuge oder deren Ausrüstung, einschließlich Gegenstände aus dem Privateigentum feindlicher Flugzeugbesatzungen aneignet, macht sich strafbar. Das gilt auch für deren Vernichtung durch mutwilliges Abbrennen oder Zerstören sowie für deutsches Flugzeuggerät oder eigene Flakmunition. ... |
Neuregelung des Verkaufs von Nutzpferden Bekanntgabe des Landesbauernführers der Kurmark Die Forderungen zu einer Vergrößerung der Erzeugungsschlacht lassen es geboten erscheinen, der Bedarfslenkung der Gespannkräfte noch mehr Fürsorge zuzuwenden ... Der Landesbauernführer der Landesbauernschaft Kurmark hat daher eine Anordnung erlassen, daß mit Wirkung vom 25. Februar d. J. ab alle zum Verkauf gelangenden Nutzpferde, mit Ausnahme von Pferden des gewerblichen Straßenverkehrs, der Kreisbauernschaft anzudienen sind. ... |
Die ersten zwei Hauptschulen im Kreis Niederbarnim Zur Einführung der neuen Schulform in Liebenwalde und Birkenwerder ... Die Hauptschulen wurden im Gegensatz zum jetzigen Ostgau, in dem sie früher schon bestanden, im Altreich mit Beginn des Schuljahres 1941/42 eingeführt. Die Hauptschule bestellt selbständig neben der Volksschule. Sie baut sich auf dem 4. Volksschuljahr auf und erhält aus diesem alle Schüler und Schülerinnen, die nach Begabung, Charakter und Leistungen den gesteigerten Anforderungen genügen, sofern sie nicht in eine höhere Schule übertreten, und führt ihre Schüler durch vier aufsteigende Klassen (d.h. die gleiche Klassenzahl wie an der Oberstufe der Volksschule) zu einer Erziehungs- und Bildungsstufe, die über dem Volksschulziel liegt und eine geeignete Grundlage für die weitere Ausbildung für alle mittleren Berufe in Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Technik, Industrie und Verwaltung, sowie für alle hauswirtschaftlichen, pflegerischen, sozialen und technisch-künstlerischen Frauenberufe ist. ... |
Unsere Niederbarnimer Luftwaffenhelfer Sie sind mit Lust und Liebe bei der Sache / auch die 14jährigen wollen kommen Während in den Feindländern schon seit langem nicht nur die Frauen und Mädchen, sondern auch die Schuljugend in weitem Ausmaß für Kriegsdienste herangezogen worden ist, hat man sich in Deutschland erst jetzt, im Zeichen der totalen Mobilisierung aller Kräfte der Heimat für den Kriegseinsatz, auch zur Heranziehung der mindestens 15jährigen Schüler der höheren und Mittelschulen zum Dienst als Luftwaffenhelfer entschlossen. Inzwischen sind nun 14 Tage seit der Einberufung unsere Niederbarnimer Jungen vergangen. ... ... Um die Anlehnung an das Elternhaus zu verbürgen, erfolgte der Einsatz, wie auch im Kreise Niederbarnim, in der Nähe des Schulortes. Ein- bis zweimal wöchentlich wird , sofern nichts außergewöhnliches das verhindert, den Jungen Urlaub nach Hause gegeben. Zum Schuljahresschluß erfolgt die Versetzung nach den allgemeinen Maßstäben. ... |
Interessante Ortsnamen im Kreise Niederbarnim Sie weisen auf die Herkunft der Siedler hin / Die Zepernicker stammten aus dem Kreise Jerichow ... |
Verpflichtungsfeier der HJ. 1943 Die Verpflichtungsfeiern der HJ. des Jahres 1943 finden reichseinheitlich am 28. März statt. Um den Eltern und den Verwandten der zur Verpflichtung kommenden Jungen und Mädel die Teilnahme an den Feiern zu ermöglichen, werden von der Kreisleitung Niederbarnim in Zusammenarbeit mit dem Bann 372 der HJ. 47 Feiern in 40 Feierorten durchgeführt. Aus dem nachfolgenden Veranstaltungsplan sind die Feierort sowie Feierräume und die verantwortlichen Träger und Redner der einzelnen Feiern zu ersehen.
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Ein Waggon Futterschweine sowie pr. Hammel u. Schafe steht ab heute zum Verkauf bei Lenz, Blumberg. Ruf 214 |
Achtung, Sommerzeit! Nun ist es wieder mal so weit: Am Montag kommt die Sommerzeit! Die Uhr wird etwas vorgestellt Und - etwas älter ist die Welt. Du aber ganz als reiner Tor, Du kommst Dir etwas - jünger vor. Das ist zwar auch nur holder Schein, jedoch auch der hilft glücklich sein. So stehst Du etwas früher auf, Beginnst erfrischt des Tages Lauf und gehst mit jugendlichem Schwung, Mit Feuer und Begeisterung Froh an Dein Werk. Die Sonne lacht. Was doch so eine Stunde macht! Die Arbeit fliegt, die Zeit geht schnell. Und abends ist es trotzdem hell. So wird der Feierabend schön, Weil wir'n bei Tageslicht begehn. Ein vorgerückter Stundenschlag Verbessert unsern Arbeitstag. Und siehst Du Dir die Rechnung dann, Vom Strom- und Gaskassierer an, Dann freust Du Dich vermutlich auch, denn kleiner ist der Stromverbrauch. So herrsch ob unser Sommerzeit Nur überall Zufriedenheit, Es freut sich Mann und Kind und Frau. Nur einer schimpft: Der Kohlenklau! Fridolin |
Rundfunk paßt sich der Sommerzeit an Umschalten jetzt erst nach den Abendnachrichten Das Programm des Großdeutschen Rundfunks wird sich mit dem 29. März der neuen Sommerzeit anpassen, so daß die Hörer das gewohnte Programm zu den üblichen Stunden erhalten. ... |
Heerschau des Niederbarnimer Landvolkes Jeder Bauernhof ist ein Stützpunkt in der Erzeugungsschlacht "Das deutsche Landvolk hat, allen kriegsbedingten Schwierigkeiten zum Trotz, die Erzeugungs- und Ablieferungsschlacht mit größter Energie weiterzuführen; denn auch in Zukunft bleiben die Ergebnisse der 4. Kriegserzeugungsschlacht die tragenden Grundlagen für die Ernährung des deutschen Volkes und damit die Grundlage des Sieges der Waffen." ... "Kein Bombenterror, keine noch so großen Schwierigkeiten werden das Niederbarnimer Landvolk dazu bringen, hinter dem Vorbild der Front zurückzustehen. Das Niederbarnimer Landvolk", so schloß der Kreisbauernführer [Daebel, Wensickendorf] seine Ansprache, "wird nach wie vor getreulich seine Pflicht erfüllen." ... |
Schnelle Hilfe bei Bombenschäden Die Vollmachten der Städte und Gemeinden ... Der Referatsleiter beim Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft ... macht hierzu ... nähere Mitteilungen. Danach obliegt die Leitung aller Sofortmaßnahmen zur Beseitigung der durch feindliche Fliegerangriffe eingetretenen Bomben- und Brandschäden in den selbständigen Stadtgemeinden den Bürgermeistern bzw. Oberbürgermeistern, in den Landgemeinden und kreisangehörigen Städten den Landräten. ... |
Siedlungsland im Niederbarnim Die Bauernsiedlung 1941 im Heimatkreis ... Die Bauernsiedlung im Kreis Niederbarnim hatte nach der soeben veröffentlichten Erhebung des Statistischen Reichsamtes folgendes Ergebnis aufzuweisen. In Klammern ist das Ergebnis des Regierungsbezirks angeführt. So betrug die im Jahre 1941 innerhalb unseres Kreises erworbene und bereitgestellte Fläche 68,7 (2396,9) Hektar. In insgesamt 5 (334) Fällen wurden 44,4 (1556,5) Hektar Fläche als Landzulagen Anliegersiedlungen zu Eigentum überlassen. Neubauernhöfe wurden in unserem Regierungsbezirk 1 errichtet mit einer Gesamtfläche von 103,6 Hektar, jedoch innerhalb unseres Kreises keine. Abschließend sei noch erwähnt, daß seit dem Jahre 1933 in Großdeutschland (ohne die Ostgebiete usw.) 22346 Neubauernhöfe mit einer Gesamtfläche von 374282 Hektar errichtet werden konnten und bis zum Abschluß des Jahres 1941 83852 Landzulagen mit einer Gesamtfläche von 168063 Hektar zu Eigentum vergeben werden. |
Zwanzig wüste Orte im Niederbarnim Warum wurden sie verlassen / Zum Teil wieder neu besiedelt I. Im Kreise Niederbarnim sind bis jetzt 20 wüste Orte bekanntgeworden, von denen einige inzwischen wieder besiedelt worden sind: Altena, Bergfelde, Zerndorf, Schmetzdorf, Liepnitz, Woltersdorf bei Bernau, Lindow, Tribustorp, Drögnitz, Stüpnitz, Bernöwe, Liebenberg, Alt- und Neu-Gröben, Schepforde, Arendsee, Brederwisch, Tramen, Hellersdorf. ... M. Rehberg |
Der erste brandenburgische Generalfeldmarschall Freiherr von Sparr aus Prenden (Niederbarnim) starb am 9. Mai 1668 ... |
Brandenburgische Auswanderung nach Uebersee Sie begann in der Notzeit vor 100 Jahren Allgemein begann die deutsche Auswanderung nach Uebersee bereits im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, jedoch wurden die preußischen Provinzen bis in die 30er Jahre davon nicht berührt. Mit dem Jahre 1843 aber setzten in Brandenburg, und hier vorwiegend in der Uckermark, diese Abwanderungen ein. Ihre Ursachen sind nicht voll erkennbar, aber große Nöte der Einzelnen - es waren bekanntlich damals die großen Teuerungsjahre - verbunden mit religiösen Bewegungen, scheinen in erster Linie die Gründe gewesen zu sein. Im Frühjahr 1843 wurde der erste Auswanderungstransport in der Kreisstadt Angermünde zusammengestellt. ... Am Erie-See bei der Stadt Buffalo im Staate New York haben die ausgewanderten Uckermärker als erste Brandenburgische Niederlassung das Städtchen Bergholz gegründet. ... Rübenzucker - die Arbeit eines märkischen Forschers Vor 100 Jahren wurde Franz Karl Achard geboren ... |
Himmelfahrt und Fronleichnam sind Werktage Mit Rücksicht auf die besonderen Erfordernisse des Krieges werden der Himmelfahrt- und der Fronleichnamtag auch in diesem Jahre auf den jeweils nachfolgenden Sonntag verlegt. Die entsprechenden kirchlichen Veranstaltungen finden an diesen Sonntagen statt. Der 3. und 24. Juni sind Werktage. |
Hart und schwer traf uns am 9. Januar die Nachricht, daß unser geliebter, lebensfroher ältester Sohn, lieber Bruder, Onkel und Schwager, der treusorgende Vati seines kleinen Töchterchens Brigitte, der Sanitäts-Uffz. Erich Thürling, geb. am 3. Februar 1908, im Osten am 23. Dez. 1942 sein hoffnungsvolles Leben hingeben mußte. Unaussprechliches Herzleid brachte uns am 28. [?] Mai die Nachricht, daß unser geliebter, unvergeßl. u. hoffnungsvoller Junge, Bruder, Schwager u. Onkel, der Soldat Alwin Thürling, geboren am 8. Aug. 1911, am 7. Febr. im Osten den Heldentod starb. Er folgte seinem ältesten Bruder 6 Wochen später in den Tod. Auf einem Heldenfriedhof wurde er zur letzten Ruhe gebettet. ... Lindenberg, den 5. Juni 1943 |
Mit Verwundeten in die Schorfheide Neue Wege in der Betreuung Verwundeter: Dorfgemeinschaftsnachmittage Seit Beginn des uns auferzwungenen Krieges hat sich die Partei ganz besonders unserer Verwundeten angenommen ... Nach den Erfahrungen des Kreisleiters Respondek sind nun neue Wege in der Betreuung eingeschlagen worden, die unseren Verwundeten die Volkskultur in breiter Arbeit im Rahmen von Dorfgemeinschafts-Nachmittagen näherbringen. ... Der erste schöne, unvergeßliche Tag wurde in Groß-Schönebeck am Sonntag durchgeführt, zu welchem die Verwundeten des Bernauer Reservelazarettes und der angeschlossenen Abteilung Dr. Wieners eingeladen waren. ... Der nächste Dorfgemeinschaftsnachmittag steigt für die Kameraden des Reservelatzarettes Dr. Schauß - Zepernick am 20. Juni im Blumberg. |
Mit Pinsel und Palette durch unseren Kreis Karl Gäwert, der Maler märkischer Landschaften ... |
Jetzt auch Feuerwehrhelferinnen Wo die verfügbaren männlichen Ergänzungskräfte zur Auffüllung der freiwilligen Feuerwehren nicht ausreichen, können jetzt auch Frauen und Mädchen zum Feuerlöschdienst herangezogen werden. Die Heranziehung von Frauen soll zunächst auf Gemeinden unter 1000 Einwohnern beschränkt werden. ... |
Kräutersammeln Dienst an der Volksgesundheit Stattliches Ergebnis der Heilpflanzen-Sammlung in unseren Kreise Gegenüber dem Sammelergebnis von 1941 ist die Menge der im Jahre 1942 zusammengebrachten Heilkräuter auf das Doppelte gestiegen. ... ... Man kann zu Recht sagen, daß die Heilkräutersammlung während der Kriegsjahre zu einer Volkssache geworden ist, ... An Heilpflanzen wurden in Kreise Niederbarnim im Jahre 1942 getrocknet abgeliefert: 3338,030 Kilogramm, das sind 66 3/4 Zentner Trockenware. ... Für die gesammelten Mengen kommen an die Schulen usw. zur Verteilung: 1737 RM., und zwar nach Abzug der Unkosten. M. Rehberg, Kreissachbearbeiter für Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung |
Einheitliche Polizeistunde für Stadt und Land Die Polizeistunde ist für Landgemeinden vielfach schon auf 22 Uhr festgesetzt worden. Der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei weist in einem Erlaß darauf hin, daß dies während der Sommermonate nicht zu rechtfertigen sei. Die Landbevölkerung beendet in der warmen Jahreszeit die Arbeit oft erst gegen 21 Uhr, so daß Veranstaltungen aller Art, insbesondere auch der Behörden und der Partei, hinterher nicht mehr durchführbar wären. Der Beginn der Polizeistunde soll deshalb in den Sommermonaten für Stadt und Land einheitlich auf 23 Uhr festgesetzt werden, sofern nicht örtliche Gründe, wie Luftgefährdung, dem entgegenstehen. |
Betrifft: Eierablieferungssoll durch Geflügelhalter Ich verweise auf die an den Anschlagsäulen und an der Bekanntmachungstafel im Rathaus angebrachte Bekanntmachung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Mark Brandenburg - Landesernährungsamt - vom 1.6.1943 betr. Beschlagnahme des Geflügelbestandes bei Nichterfüllung des Eierablieferungssolls. Bernau bei Berlin, den 21. Juni 1943 Der Bürgermeister |
Heute Versetzung und große Ferien ... Die Schule beginnt wieder am 26. Juli. Ursprünglich sollten die Ferien bis zum 4. August dauern. Die eingesparten Tage werden entweder den Herbstferien zugeschlagen, damit für die Hackfruchternte Hilfskräfte zur Verfügung stehen, oder sie werden im Winter gewährt, zu einer Zeit, wo dadurch Kohlen gespart werden können. ... |
Anläßlich des Hussitenfestes findet am Sonntag, dem 27. Juni 1943, vorm. 10 Uhr in der Marienkirche ein Festgottesdienst statt. Mit Rücksicht auf die Kriegsumstände muß in diesem Jahr die Prozession unterbleiben. Wir erwarten trotzdem rege Teilnahme uns. Gemeinde. Der G.-K.-Rat Kintzel |
Zum Schutz der Jugend wird neu bestimmt: Vorführungen, Veranstaltungen, Lokale - erlaubt und verboten ... Minderjährige unter 16 Jahren ohne Begleitung des Erziehungsberechtigten oder seines Beauftragten, dürfen sich in Gaststätten nicht aufhalten. Minderjährige von 16 bis 18 Jahren ist ein Besuch ohne Begleitung nur bis 21 Uhr erlaubt. ... Der Besuch von Kabarett- und Varietéveranstaltungen ist Minderjährigen unter 18 Jahren gänzlich verboten, auch in Begleitung von Eltern. Das Verbot der Benutzung von Schieß- und Spieleinrichtungen für Minderjährige unter 18 Jahren ohne die Begleitung des Erziehungsberechtigten oder seines Beauftragten ist darum wichtig, weil auch im Kriege Jahrmärkte und ähnliche Veranstaltungen stattfinden und Spielautomaten in öffentlichen Lokalen aufgestellt sind. ... Die Vorschriften finden wie bisher auf Angehörige der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes keine Anwendung. Veranstaltungen der Partei und ihrer Gliederungen werden ebenfalls nicht berührt. Weiterhin gilt die Verordnung über den Lokalbesuch nicht für Minderjährige, die sich nachweislich auf Reisen befinden. Die Verordnung ist am 23. Juni in Kraft getreten. |
Ein neuer Ritterkreuzträger aus unserem Kreise ... Oberwachtmeister Wilhelm Wegner, am 21.10.1914 [?] als Sohn eines 1915 gefallen Landwirtes in Seefeld (Kreis Niederbarnim) geboren ... |
Betrifft: Eierverteilung Mit Zustimmung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft werden auf den vom 28. Juni bis 25. Juli gültigen Bestellschein Nr. 51 der Reicheierkarte 2 Eier für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben und zwar Die Ausgabe erstreckt sich auf den ganzen Versorgungsabschnitt. Sie erfolgt durch die Kleinverteiler, sobald diese im Besitz der Eier sind. Berlin, den 26. Juni 1943 Der Landrat des Kreises Niederbarnim |
Fröhliche Fahrt mit Verwundeten Zum zweiten Dorfnachmittag der Kreisleitung in Blumberg Wenn einer voll Schmerzen im Lazarett Auf Heilung wartet, ist's sicher nicht nett. Doch wenn es zu neunzig Prozent geschafft ist Und der Landser wieder bei Stimmung und Kraft ist, Dann sieht die Welt wieder anders aus Und es drängt den Soldaten ins Freie hinaus. Und wenn dann die rührige NSV. Und die Frauenschaft und was sonst noch "vom Bau" Mit Kreisleitung und mit Bauernschaft Den Landsern 'nen Ausflug per Wagen verschafft, dann ist - auf dem Bilde hier sieht man's ja - Die gute Laune auch wieder da. Die Blumberger haben das fein gemacht Die lustigen Mädels - das war eine Pracht - Die schmückten die Landser mit Blumen fein - In Blumberg kann es nicht anders sein! Ein Kaffeetrinken und Kuchenfuttern Gab's dann, das schmeckte genau wie bei Muttern. Und fröhliche Lieder und Tanz von den Maiden Schuf unsern Verwundeten weitere Freuden. Nachdem man sich dieser Art geistig erfrischt, Hat die Frauenschaft wieder mal aufgetischt. Der Landsermann litt keine Not Bei diesem Blumberger Abendbrot. Dann wurden die Wagen wieder bespannt Heim ging es, zurück zwar ins Lazarett, Doch jeder schob sich vergnügt ins Bett Und hat beim Einschlafen dankbar gedacht: das habt Ihr wieder mal sauber gemacht! Fridolin |
Die Sperbergrasmücke auch bei uns heimisch Ihr Vorkommen in der Mark und im Kreise Niederbarnim Die an dieser Stelle schon mehrfach besprochene Sperbergrasmücke gehört zu den Vögeln, die nicht begrenzte, dicht besiedelte Verbreitungsgebiete aufweisen, sondern die an manchen Orten geradezu häufig sind, dann aber wieder auf weite Strecken hin vollständig fehlen. ... Als das Beobachtungsnetz dichter und dichter wurde, stellte sich heraus, daß die Sperbergrasmücke kein so seltener Vogel ist, wie man früher teilweise annahm. ... Im Kreise Niederbarnim ist sie von Walter bei Lanke nachgewiesen worden, während sie Hesse für Hecken bei Erkner und Hönow angibt. Besonders gern nistet sie in Schlehenhecken. Die Ausrottung dieser und anderer Dornhecken hat sie in Gegenden verschwinden lassen, in denen sie früher ein häufiger Brutvogel war. ... M. Rehberg |