Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Anzeiger (Ostbahnzeitung) von 1926 (43. Jahrgang)

Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 5. Altlandsberg, Donnerstag, den 7. Januar 1926.

Fredersdorf. Die Ortsgruppe Fredersdorf des Funktechnischen Verein E. V. Berlin feierte am Sonnabend den 2. d. Mts, ihr erstes Stiftungsfest im Vereinslokal Fritz Weiß. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 12. Altlandsberg, Freitag, den 15. Januar 1926.

Dahlwitz-Hoppegarten. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr begeht am 6. und 7. März d. Js. die Feier ihres 25jährigen Bestehens. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 15. Altlandsberg, Dienstag, den 19. Januar 1926.

Dahlwitz. Der Militärverein Dahlwitz und Umgegend veranstaltet am Sonnabend, den 28. Januar d. Js. abends 8 Uhr im Vereinslokal des Kameraden Carl Frohnert sein 2. Wintervergnügen verbunden mit Theateraufführung und Ball, wozu Kameraden, Freunde und Bekannte herzlichst eingeladen sind.
Blumberg. Am Donnerstag, den 28. Januar, abends 7 Uhr, hält der Verkehrsverband an der Reichsbahnstrecke Werneuchen-Berlin im Lokal von Otte seine erste diesjährige Versammlung ab. Auf die außerordentlich wichtige Tagesordnung wird besonders hingewiesen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 16. Altlandsberg, Mittwoch, den 20. Januar 1926.

Dahlwitz-Hoppegarten. Gegenwärtig läßt das Kreisbauamt in der Linden-Allee die alten Baum-Invaliden, welche schon seit Jahren eine Gefahr für die Passanten bedeuten, fällen und ebenso an den Stellen die Baumreihen lichten, wo im Sommer die Baumkronen den Fahrdamm zu stark beschatteten, so daß ein Abtrocknen der Straße ausgeschlossen war.
Hönow. Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Hönow wird aus den Gemeindebezirk Hönow ein Sperrbezirk gebildet. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 17. Altlandsberg, Donnerstag, den 21. Januar 1926.

Seeberg. In der Nacht von gestern zu heute sind dem Landwirt Köppen in Seeberg mittels schweren Diebstahls 28 Hühner und ein Hahn gestohlen worden. ...
Dahlwitz-Hoppegarten. Der „Verein für Leibesübungen Dahlwitz-Hoppegarten 1902“ veranstaltet wie alljährlich am Sonnabend, den 30. Januar d. Js. im Restaurant von Fr. A. Großwendt seinen diesjährigen Maskenball, wozu Freunde und Gönner des Vereins herzlichst willkommen sind.
Blumberg. Auf der gesamten Forst- und Feldfläche des Rittergutes Blumberg werden während der Zeit vom 20. Januar bis 1. April d. J. Giftbrocken, zwecks Vertilgung von Raubzeug, ausgelegt.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 25. Altlandsberg, Sonnabend, den 30. Januar 1926.

Strafgerichtssitzung am 28. Januar.
Der Kraftwagenführer Karl Becker in Berlin-Lichtenberg wird beschuldigt, im Oktober v. Js. nachts die Straße Blumberg - Ahrensfelde mit stark wirkenden Scheinwerfern befahren und sich der Feststellung entzogen zu haben. Nach sehr eingehender längerer Verhandlung und der Ver­nehmung eines Sachverständigen wurde der Angeklagte auf Kosten der Staatskasse freigesprochen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 29. Altlandsberg, Donnerstag, den 4. Februar 1926.

Neuenhagen. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie längs der Landstraße Bollensdorf-Dahlwitz und in der Berliner Straße in Neuenhagen liegt bei dem Postamt in Neuenhagen von heute ab vier Wochen aus.
Dahlwitz-Hoppegarten. Wegen Motordefekt mußte Dienstag, mittag gegen 12 Uhr, das Junkers-Flugzeug D 708 der D. V. L. (deutsche Versuchsanstalt für Luftschiffahrt) zu Adlershof auf dem von Treskowschen Gelände notlanden. Es war ein interessantes und nicht alltägliches Schauspiel, wie die Maschine im Gleitflug inmitten eines Saatfeldes glatt niederging. Anfänglich nahm der Führer Kolben- oder Kurbelwellenbruch an, und hätte in diesem Fall das Flugzeug abmontiert werden müssen. Es stellte sich jedoch nach längerer Untersuchung heraus, daß der Schaden an Ort und Stelle repariert werden konnte, und wurde das Werk in A. sofort telefonisch in diesem Sinne benachrichtigt und Hilfe angefordert. Nach Verlauf von drei Stunden konnte das Flugzeug dann die Heimfahrt antreten. Die Piloten waren erst gegen 11 Uhr in A. aufgestiegen und hatte der Beobachter den Auftrag, von dem Gelände des Müggelsees photographische Aufnahmen zu machen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 31. Altlandsberg, Sonnabend, den 6. Februar 1926.

Hönow. Einen Maskenball veranstaltet am Sonnabend, den 6. d. Mts. im Vereinsheim Seeger der Deutsch Turnverein Hönow. Zugelassen werden nur solche Gäste, die im Besitze einer vom Vorsitzenden unterschriebenen Eintrittskarte sind.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 32. Altlandsberg, Sonntag, den 7. Februar 1926.

Neuenhagen. ... Seit einigen Monaten bildet die politische Gemeinde Neuenhagen auch einen Postort, während sie früher politisch in zwei Teile zerrissen war, von denen der eine zum Postamt Neuenhagen und der andere zum Postamt Hoppegarten gehörte. Briefe und Postkarten, die innerhalb des Weichbildes der Gemeinde Neuenhagen in einen Briefkasten gesteckt werden, und die nach Neuenhagen ... bestimmt sind, sind mit dem Ortsporto, also 5 Pfg. für Briefe und 3 Pfg. für Postkarten zu frankieren. ... Postsachen dagegen, die von Neuenhagen nach Dahlwitz-Hoppegarten ... gehen sollen, müssen hingegen mit dem Porto für Fernbriefe und Karten, also mit 10 resp. 5 Pfg. frankiert werden. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 43. Altlandsberg, Sonnabend, den 20. Februar 1926.

Strafgerichtssitzung am 18. Februar 1926.
Der Händler Gustav Reetz, z. Zt. hier in Untersuchungshaft, mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft, wird beschuldigt, am 22. Januar d. Js. nachts um 1 Uhr in Blumberg sich des versuchten schweren Diebstahls und Hausfriedensbruchs schuldig gemacht zu haben. Er bestreitet den Versuch des Diebstahls, gibt dagegen den Hausfriedensbruch zu. ... Das Urteil lautet auf 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus sowie 80 Rmk. ev. 16 Tage Haft wegen Gewerbehinterziehung. Im übrigen erfolgte wegen des Hausfriedensbruchs Freisprechung. 4 Wochen Untersuchungshaft wurden angerechnet.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 44. Altlandsberg, Sonntag, den 21. Februar 1926.

Altlandsberg. Die „Autofalle“ an der Berliner Mühle (Ising) ist bereits des öftern Gegenstand einer berechtigten Beschwerde gewesen, aber bisher hat sich der Kreis nicht dazu entschließen können, dem Übelstande durch Verbreiterung der Straße abzuhelfen. - Die Straße ist bekanntlich an der bezeichneten Stelle so schmal, daß sie, zumal dann - wie gestern - wenn ein Korn- oder Mehlwagen vor der Mühle steht, von einem anderen Fuhrwerk kaum passiert werden kann. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 45. Altlandsberg, Dienstag, den 23. Februar 1926.

Apachen-Ueberfall in Altlandsberg.
Der gestörte Maskenball. Bisher ein Toter und sieben Verletzte. ...
[Hakenkreuzler stürmen Saal und prügeln auf die Gäste ein]
Neuenhagen. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegrafenlinie in der Dottistraße in Neuenhagen liegt bei dem Postamt in Neuenhagen von heute ab vier Wochen aus.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 55. Altlandsberg, Sonnabend, den 6. März 1926.

Strafgerichtssitzung am Donnerstag, 4. März 1926.
Wegen Forstdiebstahls, begangen in der Blumberger Forst, waren der Händler Adolf Müller, Die Arbeiter Oscar Müller und Sauerwald, sämtlich aus Berlin, angeklagt. Die Genannten haben am 30. Oktober 1925 etwa 1 ½ Zentner Blautannen usw. in der genannten Forst gestohlen. Ein Oberlandjäger ertappte die Diebe bei der Tat. Die Angeklagten waren heute geständig. ...
Altlandsberg. Im ganzen Reiche sind gestern Frühlingsgewitter mit starkem Sturm, Hagelschlag und Schneetreiben niedergegangen. Auch unser sonst stilles Städtchen wurde von dem Unwetter nicht verschont. Etwa um 3 Uhr nachmittags gab es ein kräftiges, wenn auch nur kurzes Gewitter mit allen Zutaten: Regen, Hagel, Schnee und Sturm. Ein derartiges Gewitter in den ersten Märztagen ist hier wohl seit Jahren nicht beobachtet worden.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 57. Altlandsberg, Dienstag, den 9. März 1926.

Mahlsdorf. Ein Verkehrsflugzeug, welches am Freitag zwischen 4 und 5 Uhr Mahlsdorf in der Richtung nach Staaken überflog, mußte unweit der Hönower Chaussee auf freiem Felde eine Notlandung vornehmen. Das Flugzeug wurde dabei erheblich beschädigt und mußte von einem Auto abgeschleppt werden. Der Flugzeugführer erlitt keine nennenswerten Verletzungen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 59. Altlandsberg, Donnerstag, den 11. März 1926.

Seeberg. Der orkanartige Sturm der letzten Nacht hat dem Mühlenbesitzer Großkreuz einen großen Schaden zugefügt. Einer der Windmühlenflügel wurde durch die Gewalt des Sturmes zerschmettert und an dem andern wurden die Klappen zerstört.


Werneuchener Anzeiger, 43. Jg., Nr. 63. Altlandsberg, Dienstag, den 16. März 1926.

Dahlwitz-Hoppegarten. Unsere Feuerwehr wurde am Sonnabend gegen 8 Uhr abends nach Birkenstein alarmiert, von wo ein Hauseinsturz gemeldet wurde. Der Hauseigentümer Lübben wollte sein nach dem Kriege erbautes Einfamilienhaus unterkellern, wobei beim Unterfangen des Fundamentes die Hälfte des Hauses mit furchtbarer Detonation zusammenbrach. Dadurch, daß das Dachgeschoß nicht einstürzte, kamen seine Bewohner mit dem Schrecken davon. Die Besichtigung an der Unglücksstelle bot einen verheerenden Anblick. Die beiden Seitenwände fehlen zur Hälfte, die eine Giebelwand gänzlich. Das freihängende Dach mit der oberen Wohnung ist von der Feuerwehr mit Balken versteift. Der Schaden ist ganz erheblich, da das ganze Haus von Grund auf neu errichtet werden muß.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 64. Altlandsberg, Mittwoch, den 17. März 1926.

Altlandsberg. (Ausgrabung der Leichen französischer Kriegsgefangener.) Ein Umbettungs­kommando unter Leitung eines französischen Hauptmanns nimmt z. Zt. auf den Friedhöfe unserer Gegend die Ausgrabung von den in Gefangenschaft verstorbenen Kriegern vor. Die sterblichen Reste werden in mitgeführte Särge gelegt und gehen dann mit der Bahn nach Saarburg. Von dort aus werden die reklamierten Leichen in die Heimat überführt, während die übrigen auf einem Zentralfriedhof beigesetzt werden. Vorige Woche war das Kommando in Hennickendorf und ist seit einigen Tagen in Kalkberge und auf dem Friedhof in der Friedrichstraße tätig. -
In Hennickendorf nahm eine französische Delegation die sterblichen Ueberreste in Empfang und barg sie, in weiße Tücher gehüllt, in einem kistenartigen Behälter, der auf einen bereitgehaltenen Wagen geladen und zur Bahn geführt wurde. Bei der einen Leiche wurden noch gut erhalten die Stiefel und das Militärkäppi mit der Regimentsnummer 44 vorgefunden, sonst waren nur noch Knochenreste vorhanden.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 67. Altlandsberg, Sonnabend, den 20. März 1926.

Strafgerichtssitzung am Donnerstag, den 18. März 1926.
Wegen Forstdiebstahls, begangen in der Blumberger Forst am 8. bzw. 17. Oktober 1925, standen der Händler Kowalski, der Arbeiter Korduan, der Sattler Ebel und der Schlächter Roesler, sämtlich aus Berlin, unter Anklage. Die Angeklagten wurden mit Ausnahme von Roesler, der zu 15 Rmk. Geldstrafe und 3 Rmk, Wertersatz verurteilt wurde, zu je 100 Rmk. Geldstrafe, zu 10 Rmk. Wertersatz und ev. für je 5 Rmk. 1 Tag Gefängnis verurteilt.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 68. Altlandsberg, Sonntag, den 21. März 1926.

Altlandsberg. Herr Dr. med. Hellenbrand, der Nachfolger des nach Quedlinburg verzogenen Sanitätsrats Dr. Crusius wurde für die Rennbahn in Hoppegarten als Rennbahnarzt verpflichtet.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 69. Altlandsberg, Dienstag, den 23. März 1926.

Altlandsberg. Herr Lehrer Erich Weyrauch ist vom 1. April d. Js. ab an die Schule in Lindenberg b. Weißensee versetzt worden.


Neuenhagen-Hoppegartener Anzeiger, 43. Jg., Nr. 70. Neuenh.-Hoppeg., Mittwoch, den 24. März 1926.

Hoppegarten. Bei dem Postamt in Hoppegarten liegt ein Plan aus über die Auslegung eines Erdkabels in der Schloß- und Dorfstraße in Dahlwitz.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 74. Altlandsberg, Sonntag, den 28. März 1926.

Altlandsberg. (Männerturnverein 1860.) Am Sonntag, den 28. März, spielt eine Handball­mannschaft des Turnvereins in Werneuchen auf dem neuen Platz der dortigen Turnerschaft. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 80. Altlandsberg, Mittwoch, den 7. April 1926.

Neuenhagen. Am 1. April ist auf dem hiesigen Fernsprechamt der Nachtbetrieb eröffnet worden. Die Fernsprechteilnehmer Neuenhagens, sowie die von Fredersdorf, Petershagen, Vogelsdorf, Hönow und Mehrow, die ebenfalls bei diesem Amte angeschlossen sind, können nunmehr Tag und Nacht untereinander und mit Berlin und darüber hinaus mit allen Fernsprechämtern im Nachtbetrieb ohne Zahlung einer besonderen Nachtgebühr telefonisch verkehren. Diese Einrichtung ist namentlich in Hinblick darauf, daß es jetzt möglich ist, in Krankheitsfällen, bei Ausbruch von Feuer, bei Unfällen, Verbrechen etc. jederzeit Hilfe herbeirufen zu können, mit Freude zu begrüßen. Um diese Hilfsorganisation zu vervollkommnen, wird auf Betreiben des Herrn Postvorstehers Mehlberg voraussichtlich in nächster Zeit auch noch eine direkte Verbindung mit dem Kreiskrankenhaus in Kalkberge-Rüdersdorf hergestellt, da dieses nur auf diesem Wege nachts angerufen werden kann. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 87. Altlandsberg, Donnerstag, den 15. April 1926.

Altlandsberg. Die Arbeiten zur Herstellung des Sportplatzes am Bollensdorfer Wege schreiten rüstig vorwärts. Die 100 m Laufbahn ist nahezu fertiggestellt. Aus dem Eindruck der Gesamtanlage ist bereits im halbfertigen Zustande zu erkennen, daß der Sportplatz zu einem Schmuck des Ortsbildes werden wird.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 89. Altlandsberg, Sonnabend, den 17. April 1926.

Strafgerichtssitzung am Donnerstag, den 15. April 1926.
Gegen den früheren Inspektor, jetzigen Kaufmann E. Meyer in Berlin, der in den Jahren 1922/23 bei Herrn Von Oertzen in Hönow tätig war, wurde wegen Untreue und Betruges verhandelt. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 91. Altlandsberg, Dienstag, den 20. April 1926.

Neuenhagen. Nach der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten in Potsdam vom1. Februar 1926 müssen sämtliche über 3 Monate alten Hunde mit Halsbändern versehen sein, die Namen und Wohnort des Besitzers erkennen lassen oder an denen ein Steuermarke mit Angabe des Besteuerungsbezirkes und der Nummer des Hundes befestigt ist. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß auch die dauernd angeketteten Hof- und Wachhunde dieser Anordnung unterliegen.
Hönow. Gestern nachmittag gegen ½ 6 Uhr ereignete sich auf der Chaussee zwischen Marzahn und Hönow ein schweres Autounglück. Eine mit drei Personen besetzte Kraftdroschke fuhr infolge Versagens der Bremse gegen einen Baum und überschlug sich. Die drei Insassen wurden schwer verletzt, während der Chauffeur wie durch ein Wunder unverletzt blieb. Auf die Nachricht von dem Unglück wurde ein Zug der Berliner Feuerwehr unter Leitung des Baurats Steiner zur Unglücksstelle gesandt, der die Verunglückten in das Hubertus-Krankenhaus in Lichtenberg brachte. Die Kraftdroschke war so schwer beschädigt worden, daß sie abgeschleppt werden mußte. Der 33jährige Bote Johann Madanski und die 31jährige Haushälterin Emma Wilde aus der Koppenstraße 93 trugen schwere Kopf- Und Beinverletzungen davon, Madanski außerdem eine Verletzung der Schlagader. Die 12jährige Hedwig Wilde kam mit einer leichten Verletzung am rechten Auge und an der rechten Hüfte davon.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 94. Altlandsberg, Freitag, den 23. April 1926.

Dahlwitz-Hoppegarten. Eine ältere Frau mußte in Schutzhaft genommen werden, weil sie sich in einen Gehölz an der Frankfurter Chaussee ihrer Kleidung entledigte und in vollständig nacktem Zustande eine „Reise nach Afrika“ machen wollte. Man ist zur Zeit noch bemüht, die Personalien der Geistesgestörten, nur um eine solche kann es sich handeln, festzustellen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 95. Altlandsberg, Sonnabend, den 24. April 1926.

Seefeld. Am Dienstag, den 20. April d. Js. hat in Stat. 23,7 bis 26,4 zwischen Seefeld i. Mark und Stadt Werneuchen die Neuschüttung der Steinbahn begonnen. Für schwere Lasten und Strohwagen ist diese Strecke auf die Dauer von 4 Wochen unpassierbar. Der Verkehr wird über den Sommerweg geleitet.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 96. Altlandsberg, Sonntag, den 25. April 1926.

Hönow. (Konkurrenzneid?) Daß kein Mittel zu schlecht ist, den Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, beweist folgender Vorfall der aus Hönow berichtet wird. Dort ist das Grabdenkmal eines Einwohners mit Säure begossen worden, die die Goldschrift vollständig vernichtete. Sofort wird der Vorfall benutzt, um für eine andere Seite als der des Herstellers der Schrift, Aufträge zu erhalten unter Hinweis auf die angeblich schlecht ausgeführte Arbeit.
Katholischer Gottesdienst.
Obstplantage Seeberg (Antoniushof Seeberg) Sonntag vorm. 10 Uhr Messe.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 98. Altlandsberg, Mittwoch, den 28. April 1926.

Altlandsberg. Heute Vormittag wurde wieder auf dem Marktplatz, am Amtsgericht und am Mühlenteich mit einer probeweise vorgeführten Motorspritze Löschübungen abgehalten, die allseitig befriedigten. Wurde bereits aus dem Hydranten eine ansehnliche Höhe erreicht, so gelangte man auf dem Marktplatz mit Motorkraft bis über 50 Meter. Der Preis dieser transportablen Motorspritze ist verhältnismäßig niedrig bemessen, sodaß die Stadt sehr wohl in der Lage ist, mit Unterstützung des Kreises einen Ankauf vorzunehmen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 102. Altlandsberg, Sonntag, den 2. Mai 1926.

Altlandsberg. Am Freitag, den 26. März erlitt ein Gastwirt Z. aus Rüdersdorf, als er sich beim Finanzamt Niederbarnim in Berlin, Luisenstraße befand, einen schweren Schlaganfall. ...
Heute nachmittag 2 ½ Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein inniggeliebter Mann, mein über alles geliebter, treusorgender Vater, Schwieger- und Großvater, Bruder und Schwager, der Landwirt Paul Zahl im 63. Lebensjahre. Schmerzerfüllt zeigen dies an Helene Zahl geb. Juert, Lucie Hunold geb. Zahl, Erich Philipp Hunold und ein Enkelkind.
Blumberg, den 30. April 1926.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 104. Altlandsberg, Mittwoch, den 5. Mai 1926.

Neuenhagen. In der Nähe der Kirche wird zur Zeit der Kriegerdenkmalsplatz neu hergerichtet. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 113. Altlandsberg, Sonntag, den 16. Mai 1926.

Hönow. Ein Einbruchsdiebstahl wurde in der Nacht zum 5. Mai bei der Witwe Schmidt, Dorfstraße 9, verübt. Aus dem Keller und der Speisekammer wurden ein Paar lange Stiefel, ein Paar Schnürschuhe und Lebensmittel entwendet. Als Täter kommen zwei Personen in Frage, die unerkannt mit ihrer Beute entkamen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 116. Altlandsberg, Donnerstag, den 20. Mai 1926.

Hönow. Fahrradmarder waren in der Nacht vom 16. zum 17. Mai in unserem sonst so friedlichen Dorfe wieder an der Arbeit. Dem Werkzeugmacher Otto Lehmann entwendeten die Täter mittels Einbruch vom Flur seiner im ersten Stock gelegenen Wohnung ein Herren- und ein Damenfahrrad. ... Dem Besitzer Scharz im selben Hause wohnhaft entwendeten die Diebe aus dem Kellerhals 1 Paar neue Stiefel, 2 Herren- und ein Damenhemd. - Bei dem Gastwirt Hörnicke erbeuteten dieselben Täter mittels Einbruch 1 Herrenfahrrad ... und 1 Paar halblange gebrauchte Stiefel. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 117. Altlandsberg, Freitag, den 21. Mai 1926.

Altlandsberg. Am Freitag, den 21. d. Mts. findet von nachmittags 2 Uhr ab auf dem hiesigen Marktplatze der übliche alljährliche Pfingstmaienverkauf statt.
Neuenhagen. Wie wir hören, wird beabsichtigt, demnächst eine Kollekte im Ort zu veranstalten, um die Mittel für die Anbringung eines Fahrplanes in der Kleinbahnwartehalle an der Haltestelle Neuenhagen-Dorf zu beschaffen. Aus eigenen Mitteln scheint dies der Direktion nicht möglich zu sein.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 120. Altlandsberg, Mittwoch, den 26. Mai 1926.

Altlandsberg. Nach einer längeren Pause erschollen am Pfingstsonnabend vom Turm der Stadtkirche wieder mehrere Choräle, die von unserer Feuerwehrkapelle gespielt wurden. Es ist erfreulich, daß die alte, schöne Sitte, die hohen Feste derart einzuleiten, wieder Wirklichkeit geworden ist.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 121. Altlandsberg, Donnerstag, den 27. Mai 1926.

Altlandsberg. Der Landrat des Kreises Niederbarnim macht unterm 28. April 1926 bekannt, dass in den Monaten April bis Oktober d. Js. im hiesigen Kreise [von] Beamten des Reichsamtes für Landesaufnahme trigonometrische und topographische Vermessungen ausgeführt werden.
Dahlwitz-Hoppegarten. Eine am 2. Pfingstfeiertag hier in der Zeit von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr nachm. vorgenommene Verkehrszählung der Fahrzeuge, die die Frankfurter Chaussee in der Richtung Berlin passierten, ergab folgendes Resultat: 1433 Automobile, 674 Motorfahrräder, 106 Fuhrwerke. Allein in der Zeit von 4-8 Uhr nachm. unter Berücksichtigung der Abfahrt von den Hoppegartener Rennen, passierten oben genannte Straße: 878 Auto, 208 Motorräder, 43 Fuhrwerke. Gegen ½ 7 Uhr glich der Verkehr demjenigen in Berlin „Unter den Linden“, denn in der Magazinstraße und in der Frankfurter Chaussee standen, da hier an Renntagen polizeiliche Regelung des Verkehrs stattfindet, die Fahrzeuge in Schlangen von ca. 200 Metern. Die Abwicklung dieses Riesenverkehrs für unsern Ort ging reibungslos vonstatten, obwohl sich an der gefährlichen Kreuzung an der Bodega allein im Vorjahr ca. 40 Unfälle leichter Art ereigneten.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 125. Altlandsberg, Dienstag, den 1. Juni 1926.

Hoppegarten. Vom 1. Juni ab wird beim Postamt in Hoppegarten ununterbrochener Fern­sprechdienst (auch nachts) eingerichtet.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 126. Altlandsberg, Mittwoch, den 2. Juni 1926.

Altlandsberg. Der Amtsgerichtsbezirk wird mit Wirkung vom 1. Juni 1926 ab in folgende zwei Gerichtsvollzieherbezirke eingeteilt. Bezirk 1 (Obergerichtsvollzieher, zurzeit Obergerichts­vollzieher Walter) umfaßt folgende Orte: Blumberg, Dahlwitz-Hoppegarten, Birkenstein, Bollensdorf, Eiche, Fredersdorf, Hönow, Mehrow, Neuenhagen, Peterhagen, Ravenstein, Seeberg. Bezirk II (Gerichtsvollzieher kr. A., zurzeit Gerichtsvollzieher kr. A. Fischer) umfaßt, Altlandsberg, Altlandsberg-Süd, Altlandsberg-Amt, Bruchmühle, Buchholz, Eggersdorf, Hohenfließ, Krummensee, Löhme, Neuhönow, Neuvorwerk, Radebrück, Seefeld, Werneuchen, Weesow, Wegendorf, Wesendahl, Wolfshagen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 127. Altlandsberg, Donnerstag, den 3. Juni 1926.

Neuenhagen. Das Projekt einer Kraftomnibus-Verbindung Neuenhagen-Dahlwitz-Hoppegarten-Friedrichshagen-Freibad Müggelsee rückt seiner Verwirklichung näher. Der 31. Mai 1926 wird in unserer Ortsgeschichte ein Tag von hoher Bedeutung sein, denn man muß ihn als Geburtstag der Einbeziehung unseres Ortes in ein großzügiges Verkehrsnetz ansehen. Abends 6.15 Uhr fuhr der schmucke, dunkelrot lackierte Kraftomnibus mit den Herren der Gemeindevertretung und einigen Gästen zur Probefahrt vom Bahnhof Neuenhagen ab. ...


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 129. Altlandsberg, Sonnabend, den 5. Juni 1926.

Neuenhagen. Das Kreiswasserwerk genehmigte die Aufstellung der Sirene auf dem Wasserturm. Es wird demnach bald mit der Aufstellung begonnen werden.
Blumberg. Am Sonntag, den 6. Juni halten die Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Niederbarnim in Blumberg, Restaurant Otte, Bahnhofstraße, den 5. Kreis-Feuerwehrverbandstag ab. Jede Wehr muß vertreten sein und kann bis zu 25 und für weitere 25 bzw. angefangene 25 aktive Mitglieder je einen stimmberechtigten Abgeordneten entsenden. Vertreter der Behörden, Amts- und Gemeindeverwaltungen können satzungsgemäß an dieser Tagung mit beratender Stimme teilnehmen und sind herzlich eingeladen.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 131. Altlandsberg, Dienstag, den 8. Juni 1926.

Hönow. Ein festlich geschmücktes märkisches Dorf! „Treue um Treue!“, „Einigkeit macht stark“ und ähnlich lauteten die Inschriften aus den zahlreichen Kränzen und Guirlanden, die die Straßen überspannten, den aus fast allen Orten des Kreises herbeiströmenden Kameraden entgegen. Lustig, im schönsten Frühlingswetter, winkten die Fahnen in den alten Reichsfarben aus verschiedenen Fenstern zum Gruß herab. Ein würdiger Empfang! Und sie waren auch gekommen die Kameraden aus Altlandsberg, Ahrensfelde, Blumberg, Dahlwitz, Eiche, Fredersdorf, Falkenberg, Kaulsdorf, Krummensee, Löhme, Mehrow, Marzahn, Mahlsdorf, Neuenhagen, Petershagen, Seefeld, Vogelsdorf und der Verein ehemaliger Gardeschützen Berlin, um dem Landwehr-Verein Hönow zu seinem 25 jährigen Bestehen ihre Glückwünsche zu übermitteln! Der sich um 3 Uhr in Bewegung setzende Festzug zählte über 300 Kameraden und 19 Fahnen. Die Feier auf dem Festplatz war eine würdige. In seiner Begrüßungsansprache dankte der Vorsitzende, Kamerad Meyer, den Vereinen für die zahlreiche, aufrichtige Festteilnahme, sowie allen denjenigen, die mithalfen, das 25jährige Jubiläum in dieser Weise auszugestalten. Sodann gab er einen Ueberblick über die Vereins­geschichte in den verflossenen 25 Jahren und gedachte auch in Demut derjenigen Kameraden, denen es heute am Jubeltage nicht mehr vergönnt ist, unter den Lebenden zu weilen. Nach dem gut gesprochenen Prolog wurde die Fahne des Vereins mit dem 25jährigen Silberkranz und einer von den Damen des hiesigen Ortes gestifteten Fahnenschleife dekoriert. Sodann sprach der Vorsitzende des Preußischen Landeskriegerverbandes, Kamerad Ewig. Mit großem Beifall wurde seine Ansprache aufgenommen, in der er die Vor- und Nachkriegszeit vorübergehen ließ und zur Einigkeit, der einzigen Rettung unseres schwer darnieder liegenden Vaterlandes mahnte. Anschließend daran fanden die Auszeichnungen der verdienten Hönower Kameraden statt. Nach der Ansprache des Ehrenmitgliedes des Vereins, General von Gélieu, die in einem dreifachen Hoch auf Deutschland und unsern überall verehrten Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg endete, wurde das Deutschlandlied gesungen. Die Gastvereine überreichten mit markigen, echten deutschen Worten dem Jubilarverein, unter denen sich auch der Radfahrerverein Germania, Hönow und der deutsche Turnverein befanden, Fahnennägel: Dem gemeinsamen Gesang „Ich hab mich ergeben“ folgte der Abmarsch vom Festplatz und der darauffolgende Vorbeimarsch der Vereine an der alten, verdienten Exzellenz und den preußischen Landeskriegerverbands-Vorsitzenden Kamerad Ewig. - Im schönsten Frieden, so wie der Verein vor 25 Jahren gegründet wurde, nahm das Fest seinen Verlauf, wenn auch von radikaler, linksstehender Seite versucht wurde, in den Vormittagsstunden am Dorfeingang, von der Blumberger Richtung her, einige Dekorationen zu zerstören, was jedoch durch die Landjägerei verhindert wurde. Hönow hatte einmal einen großen Tag.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 132. Altlandsberg, Mittwoch, den 9. Juni 1926.

Altlandsberg. Die am Sonnabend, den 5. Juni stattgefundene Sitzung des Kreistages wurde um 11.25 Uhr durch Landrat Schlemminger eröffnet. ... In den Gewerbeausschuß für Altlandsberg, Neuenhagen, Fredersdorf usw. wurden gewählt: Gastwirt Hermann Günther-Woltersdorf, Kaufmann Gustav Scholz-Altlandsberg, Schlossermeister Gustav Bürger-Neuenhagen ... und zur Benennung vorgeschlagen Gemeindevertreter Noack-Blumberg, als Vertreter Gemeindevertreter Weißner [vermutl. Meißner]-Mehrow.
Dahlwitz-Hoppegarten. Am Sonntag wurde nach dem zweiten Rennen die Bildnisbüste des Grafen Georg Lehndorf zwischen Klubtribüne und Wagegebäude durch den Grafen Arnim-Muskau enthüllt. Der Reichspräsident war durch seinen Adjutanten, dem Major v. Hindenburg vertreten.
Hönow. Anläßlich des 25 jährigen Jubelfestes des Landwehrvereins sandte der Verein an den Reichspräsidenten von Hindenburg, dem Ehrenpräsidenten des Kyffhäuserbundes, folgendes Huldigungstelegramm: „Reichspräsident v. Hindenburg Berlin. Ihrer Feldmarschalls und Ehren­präsidenten gedenken die aus Anlaß des 25 jährigen Jubiläums des Landwehrvereins Hönow festlich versammelten Vereine in Treue und Ehrfurcht und geloben ihm unerschütterliche Gefolgschaft. 'Nichts für uns - alles fürs Vaterland'. Meyer, Lt. d. Res. Vorsitzender des Landwehrvereins Hönow.“ Nach wenigen Stunden traf folgendes Antworttelegramm ein: „Dem Landwehrverein Hönow herzlichen Dank für freundliches Meingedenken. Beste Glückwünsche und kameradschaftlichen Gruß. von Hindenburg, Reichspräsident.“
Biesdorf. Ein Postschaffner in Biesdorf wurde zu zehn Monaten Gefängnis und Aberkennung der Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Aemter verurteilt. Er hatte auf Postanweisungen die Unterschrift des Empfängers gefälscht und das Geld selbst abgehoben.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 134. Altlandsberg, Freitag, den 11. Juni 1926.

Wriezen. Ein Eisenbahnunglück ereignete sich am Montag nachmittag, indem der um 5.15 Uhr über Werneuchen nach Berlin abgehende Güterzug kurz hinter der Stadt entgleiste. Durch den letzten Regenguß war das Gleis von herabgeschwemmten Sand wohl zehn Zentimeter hoch überdeckt. Als die Lokomotive, die bei dem ansteigenden Gelände noch lange nicht in voller Fahrt war, an diese Stelle kam, sprang sie aus den Schienen und stürzte die dort vorhandene Böschung rechts herab. Der folgende Packwagen, völlig zerstört, stellte sich quer, und der folgende Güterwagen stürzte links herab. Noch weitere Wagen entgleisten, blieben aber stehen. Leider verunglückten auch drei Bedienstete des Bahnpersonals. Der Materialschaden wird recht erheblich sein. Ein Schuld kann dem Fahrpersonal nicht beigemessen werden.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 135. Altlandsberg, Sonnabend, den 12. Juni 1926.

Strafgerichtssitzung am Donnerstag, den 10. Juni 1926.
Der hiesige Landwirt Franz K., der gegen ein polizeiliches Strafmandat Einspruch erhoben hatte, mußte freigesprochen werden. Die ihm zur Last gelegte Uebertretung, gegen die Ortspolizei­verordnung vom 1. April 1884 konnte keine Anwendung finden, da der Fußsteig des Mehrower Weges, den er mit einem Ackerwagen befahren hatte, nicht als Bürgersteig im Sinne der Verordnung angesehen werden konnte.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 137. Altlandsberg, Dienstag, den 15. Juni 1926.

Kaulsdorf. Gestern begann die Kaulsdorfer Schützenwoche des Berliner Schützenbundes mit einem großen Festzug. An hundert Gilden und Vereine mögen es wohl gewesen sein, die sich mit ihren prächtigen Bannern zur Teilnahme gemeldet hatten. In flottem Marschtempo unter Anführung der Spielleute zogen die Schützen vom Berliner Rathaus nach dem Schlesischen Bahnhof, überall von der Bevölkerung mit freudigen Zurufen begrüßt. Am Bahnhof in Kaulsdorf fand der erste Empfang statt. Zu ihm hatten sich viele Ehrengäste eingefunden ... Im Schützenhause fand am Mittag ein Festmahl statt. Der Vorsitzende des Bundes, Herr Emil Ladewig, begrüßte die Ehrengäste mit herzlichen Worten, die einen ebenso herzlichen Widerhall in den Erwiderungs­ansprachen fanden. Am Nachmittag begann dann das Königsschießen, an dem sich etwa 800 Schützen beteiligten.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 143. Altlandsberg, Dienstag, den 22. Juni 1926.

Flugzeuge mit Telefon.
Allgemeine Einführung der Lufttelephonie in nächster Zeit.
Auf der seit einem Monat in jederlei Hinsicht mit gutem Erfolg betriebenen ersten Nachtflugstrecke Berlin-Danzig-Königsberg bewährt sich eine im Vorjahre auf Versuchen erprobte technische Neuerung bestens, die in absehbarer Zeit als unentbehrliche Einrichtung von allen Großflugzeugen geführt werden wir: Funken-Telegraphie und Funken-Telephonie.
Die telegraphische Anlage hat eine Reichweite über die ganze 650 Kilometer lange Nacht­flugstrecke, sodaß das Flugzeug von jedem Standort aus sowohl mit Start- wie mit Landehäfen die Verbindung aufnehmen kann. ... In Berlin befinden sich Funkstellen auf den Flughäfen Tempelhof und Staaken. Die Verständigung ist auf allen Flügen bisher ausgezeichnet gewesen. ...
Die Bordanlage der Telegraphie und Telephonie ist einstweilen noch ausschließlich für die Besatzung des Flugzeugs als Hilfsmittel der Navigation gedacht, doch werden Vorbereitungen getroffen, auch dem reisenden Publikum Funkgerät und Fernsprecher zu privater Verwendung freizugeben.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 144. Altlandsberg, Mittwoch, den 23. Juni 1926.

Das Altlandsberger Schülersportfest.
Am Sonntag, den 20. Juni fand in unseren Mauern das 6. Schülerspiel- und -sportfest des Ostbahngaues der D. T. statt. 12 Vereine hatten 320 Teilnehmer geschickt, von denen 100 die zu einer Auszeichnung nötigen Punkte erreichten. ...
Die Reihenfolge der Vereine nach der Zahl der Siege ist folgende: 1. Altlandsberg 11 Knaben und 20 Mädchen und 2 Staffeln 33 Siege, ..., 9. Biesdorf 0 Knaben und 3 Mädchen 3 Siege, ...
Merkwürdig ist, daß die Mädchen sowohl in der Zahl der Siege wie auch in den unteren Gruppen in den Leistungen selbst oft günstiger abschnitten als die Knaben; am auffälligsten in Rüdersdorf und Biesdorf.


Niederbarnimer Anzeiger, 43. Jg., Nr. 147. Altlandsberg, Sonnabend, den 26. Juni 1926.

Strafgerichtssitzung am Donnerstag, den 24. Juni 1926.
Der Kutscher Adler aus Hönow hatte im November v. Js. einen seiner Kollegen um 10 Rmk. Bargeld bei seinem Fortzuge bestohlen, wofür er auf Antrag der Staatsanwaltschaft zu drei Wochen Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt wurde.
Altlandsberg. Am gestrigen Donnerstag fand hier der Sommer-Jahrmarkt statt, der von den Händlern recht gut beschickt war und auch einen recht guten Besuch aufzuweisen hatte. ...
Werneuchen. Anläßlich des Bundes-Sängerfestes in Werneuchen am Sonntag, den 27. Juni d. Js. verkehrt folgender Sonderzug in Richtung Berlin: Werneuchen ab 11.02 abends, Seefeld 11.10 abends, Blumberg 11.18 Uhr abends, Ahrensfelde-Friedhof 11.24 Uhr abends, Ahrensfelde 11.27 Uhr abends, Marzahn 11.34 Uhr abends, Magerviehhof 11.38 Uhr abends, Lichtenberg-Friedrichsfelde 11.45 Uhr abends, Berlin Wriezener Bahnhof an 11.53 Uhr.



Das 2. Halbjahr 1926 stand zur Auswertung nicht zur Verfügung.


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