Mehrow und Umgebung in der in Niederbarnimer Zeitung (Friedrichshagen) von 1902 (17. Jahrgang).
Gefunden in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) auf Mikrofilm.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 16. Januar 1902 (Nr. 13), Lokales und Provinzielles

Die Krebspest tritt wieder in den märkischen Gewässern auf; zunächst ist sie im Gamensee, Kreis Oberbarnim, festgestellt. Aus diesem Anlaß hat die Behörde angeordnet, daß von anfallendem Absterben der Krebse im freien Wasser dem Fischereiverein für die Provinz Brandenburg (Sitz in Berlin) thunlichst bald Mittheilung zu machen ist.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 23. Januar 1902 (Nr. 19), Lokales und Provinzielles

Neu-Weißensee. Dem Restaurateur Dewitz ist als Meistbietenden, mit 18000 Mk. die Pferdemarktsverpachtung zugeschlagen worden. Für eingelegte Märkte zahlt [der] Pächter noch je 200 Mk. extra.

Weißensee. Hier feiern drei Kinder des Arbeiters Otto hierselbst, Lothringerstraße 18, gleichzeitig ihren Geburtstag. Alle drei wurden am 28. Januar und zwar in den Jahren 1891, 92 und 93 geboren.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 31. Januar 1902 (Nr. 26), Berliner Lokalnachrichten

Die Berliner Feuerwehr hat jetzt eine Gasspritze im Gebrauch, die nur aus einem Kessel mit Wasser besteht, das sich unter hohem Kohlensäuredruck befindet. Die Schnelligkeit, mit der die Spritze wirkt, ist nach der Nordd. Allg. Ztg. staunenerregend.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 14. Februar 1902 (Nr. 38), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Gelegentlich des 25jährigen Militärjubiläums Sr. Majestät des Kaisers erhielt Herrn Amtsrath Schrader hierselbst ein sehr huldvolles Telegramm von Sr. Majestät in Erinnerung „des ersten Quartiers im ersten Manöver.“


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 8. März 1902 (Nr. 57), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Friedrichshagen. Gestern Abend gelang es zwei Dampfern, aus entgegengesetzter Richtung kommend, die Eisfläche des Müggelsees in ihrer ganzen Länge zu durchbrechen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 11. März 1902 (Nr. 59), Lokales und Provinzielles

Weißensee. Das Schloß Weißensee ist von Herrn Karl Koch, Inhaber der Gratweil'schen Bierhallen übernommen worden.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 14. März 1902 (Nr. 62), Tages-Rundschau

Vom 1. Januar 1903 ab gelangt die vom preußischen Kultusminister für die Schulen festgestellte Rechtschreibung allgemein in den amtlichen Schriftverkehr der preußischen Staatsbehörden und der unter staatlicher Verwaltung stehenden städtischen Behörden zur Anwendung. Sie wird auch den nicht staatlichen Behörden und Körperschaften für ihren Amtsverkehr dringend empfohlen.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 15. März 1902 (Nr. 63)

Zum nächsten Manöver werden allein vom 3. Armeekorps (Provinz Brandenburg) aus der Reserve und Landwehr 14000 Mann zur Uebung eingezogen. 2000 hiervon nehmen am Kaisermanöver theil.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 23. März 1902 (Nr. 70), Berliner Lokalnachrichten

Ein umfangreiches Abschießen von Eichhörnchen findet zur Zeit im Thiergarten statt.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 10. April 1902 (Nr. 83), Lokales und Provinzielles

Bernau. Die hiesige Polizeiverwaltung hat erneut 200 Mark Belohnung ausgesetzt für die Ermittelung eines Unholds, welcher auf den öffentlichen Straßen und Plätzen Damenkleider mit einer schwarzen Flüssigkeit begossen und damit beschädigt hat.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 25. April 1902 (Nr. 96), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Neu-Weißensee. Der letzte Pferdemarkt war äußerst gut besucht und standen ca. 2000 bis 3000 Pferde zum Verkauf. ...

Bernau. Das Hussitenfest wird am Montag, den 5. Mai 1902, Vormittags 10 Uhr in üblicher Weise mit Procession und Gottesdienst gefeiert werden.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 8. Mai 1902 (Nr. 107), Lokales und Provinzielles

Der Landrath des Nachbarkreises Teltow macht bekannt, daß mehrere Franzosen auf einer Automobilfahrt von Paris nach Petersburg am 7. d. M. die Umgebung Berlins passieren werden. Die Polizeiverwaltungen, Herren Amtsvorsteher und Gendarmen werden ersucht, der Fahrt keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 10. Mai 1902 (Nr. 108), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Alt-Landsberg. Die Stadt Alt-Landsberg, welche drei Jahre hintereinander die höchste Sterblichkeitsziffer im Niederbarnimer Kreise aufwies, ist durch die Stadt Liebenwalde verdrängt worden. ...


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 10. Mai 1902 (Nr. 108)

Ueber die Verwendung der Schulkinder zum Maikäfersammeln hat die Kgl. Regierung in Potsdam folgende Verfügung erlassen: Zur Steuerung der immer mehr zunehmenden Verheerungen, die in den Forstkulturen durch die Maikäferlarven angerichtet werden, gestatten wir, daß während der Flugzeit der Maikäfer für die Schüler der Ober- und Mittelstufe derjenigen Volksschulen des Bezirks, welche von königlichen Oberförstereien eingeschlossen oder denselben benachbart sind, eine Verlegung des Unterrichts eintrete, durch die die Schüler für die Vormittage von dem Unterricht frei bleiben, um sich bei dem Mangel anderweitiger Arbeitskräfte gegen Entgelt an dem Einsammeln der Käfer betheiligen zu können.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 18. Mai 1902 (Nr. 115), Berliner Lokalanzeiger

In der Spree und Havel bei Berlin sieht man jetzt viele todte Hunde. Die Massentödtung erfolgt wohl deshalb, weil viele Leute die Unbequemlichkeiten der Hundesperre nicht ertragen wollen.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 18. Mai 1902 (Nr. 115), Lokales und Provinzielles

Neu-Weißensee. Das 25jährige Amtsjubiläum unseres Herrn Amtsvorstehers Feldtmann wird am 28. Mai d. J. durch ein Festessen mit anschließendem Commers im „Schloß Weißensee“ gefeiert.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 21. Mai 1902 (Nr. 116), Aus Nah und Fern

Falkenberg. Der Naturmensch „gustav nagel“ ist hier angekommen und bedenklich am Fieber erkrankt. Er hat bei Herrn Lehrer Oswald Aufnahme gefunden. Das augenblicklich wehende „Mailüfterl“ scheint also an dem abgehärteten Naturmenschen nicht spurlos vorübergegangen zu sein.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 22. Mai 1902 (Nr. 117), Lokales und Provinzielles

Weißensee. Als viel zu klein erwieß sich unsere hiesige Kirche bei dem gestrigen Früh­gottesdienste. Alle Gänge, Ecken, alle irgend benutzbaren Plätze waren besetzt und viele Kirchenbesucher mußten den Rückweg antreten.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 24. Mai 1902 (Nr. 119), Berliner Lokalnachrichten

Eine Bierreise durch Berlin, das heißt durch alle in der Reichshautstadt existierenden Schank­stätten, würde ungefähr zwei Jahre dauern bei nur 10stündiger „Arbeit“ und bei einem Zeitaufwand von einer halben Stunde auf jede Schankstädte. Denn Berlin zählte am Ende des vergangenen Jahres nicht weniger als 14250 Schankstätten.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 5. Juni 1902 (Nr. 129), Berliner Lokalnachrichten, gekürzt

Berlins längste Straßen. Die geplante Heerstraße Berlin-Döberitz wird die größte und bedeutendste Straße werden, welche nicht nur Deutschland, sondern auch ganz Europe aufzuweisen haben wird. Mit einer Länge von 22 Kilometern wird sie der längste geradlinige Straßenzug, von dem nur ein kleiner Theil, ca. 4 Kilometer, Berliner Gebiet berühren wird. ...


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 19. Juni 1902 (Nr. 141), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Ein Gang durch unsere Fluren läßt uns den wider Erwarten guten Stand der Getreidefelder erkennen. ... Die Aussichten für die Obsternte scheinen günstig zu sein. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 20. Juni 1902 (Nr. 142), Berliner Lokalnachrichten, gekürzt

Die letzten Pferdebahnen werden jetzt aus den Straßen Groß-Berlins verschwinden. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 20. Juni 1902 (Nr. 142), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Die Schwierigkeiten, welche Herrn Rechtsanwalt Wagenknecht bei Erlangung des Notariat gemacht worden sind, haben demselben die hiesige Praxis verleidet, sodaß er dieselbe aufzugeben entschlossen ist. An seiner Stelle wird sich dem Vernehmen nach ein anderer Rechtsanwalt hier niederlassen, welcher bisher ein Richteramt bekleidete.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 15. Juni 1902 (Nr. 146), Lokales und Provinzielles

Lichtenberg. Dem Amtsvorsteher und Administrator Robert Spinola in Malchow, Mitglied des Niederbarnimer Kreistages, ist der Königliche Kronenorden IV. Klasse verliehen worden.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 26. Juni 1902 (Nr. 147), Lokales und Provinzielles

Zur Erhöhung des Feuerschutzes in den Forsten wird beabsichtigt, die Dienstwohnungen der Forstbeamten mit Telefonanschluß zu versehen, damit bei etwaigen Bränden von den meist in größerer Zahl im Walde vorhanden Restaurants aus schnelle Hilfe requirirt werden kann.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 29. Juni 1902 (Nr. 150), Lokales und Provinzielles

Münchehofe. Ein mächtiger Eber soll in hiesiger Gegend hausen und verschiedentlich gesehen worden sein. Unseres Wissens ist ein Wildschwein hier eine große Seltenheit. Häufiger zeigen sich diese Thiere in der Alt-Landsberger Gegend, von wo aus sich das hier bemerkte Exemplar auch verirrt haben mag.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 15. Juli 1902 (Nr. 163), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Alt-Landsberg. Die Ferien an der hiesigen Stadtschule nahmen Sonnabend ihren Anfang und dauern 3 Wochen. Was den ländlichen Schulen im Sommer an Ferien gegenüber den groß­städtischen Schulen abgeht, erhalten sie bekanntlich im Herbst mehr. Die Hymnen auf die schöne Ferienzeit, wie sie die Blätter großer Städte stets anstimmen, sind für uns deplaziert, verfrüht und treffen kaum auf 1 pCt. der Schüler zu, die übrigen reisen in kein Bad und keine Sommerfrische, sie müssen vielmehr, wo es nöthig ist, bei der Ernte mithelfen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 19. Juli 1902 (Nr. 167), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Alt-Landsberg. Recht unbeliebt bei Fußgängern und Fahrern sind die Automobile. Sie haben dies der Rücksichtslosigkeit ihrer Lenker zu verdanken, ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 25. Juli 1902 (Nr. 172), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Recht trübselig schauen in diesem Jahre die Vermiether von Sommerwohnungen darein, das Geschäft geht flau, sehr flau sogar. Vor den Ferien war wenig Zuzug und die eingetretene schlechte Witterung dämmt das diesjährige kleine Bächlein, in anderen Jahren ein breiter Strom des Fremdenzuflusses wieder ganz ab und läßt für später wenig hoffen. In Strausberg, Eggersdorf, Bruchmühle und anderen Sommerfrischen ist großes Geklage über den bisherigen Sommer, der sich seinem rauhbeinigen Vorgänger, Frühling genannt, würdig anzureihen scheint.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 29. Juli 1902 (Nr. 175), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Während Wildschweine in unserer Stadtforst eine häufige Erscheinung sind, kommen Hirsche äußerst selten vor; sie wechseln wohl nur durch. Freitag früh gelang es Herrn Stadtförster Barnewitz, einen stattlichen Rothhirsch als hier seltene Jagdbeute zu erlegen.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 3. August 1902 (Nr. 180), Berliner Lokalnachrichten

Eine amtliche Neubenennung der Wasserstraßen ist im Regierungsbezirk Potsdam vollzogen worden. An Stelle der früheren Bezeichnungen, die allenthalben für längere Flußstrecken gelten, sind neue getreten, die kleinere Abschnitte bezeichnen. Von der Spreemündung aufwärts hat dieser Fluß bis Charlottenburger Schleuse den Namen „Untere Spree“ erhalten; von da bis zur Eisenbahn­brücke Stralau-Rummelsburg heißt er „Berliner Spree“, worauf die „Cöpenicker Spree“ folgt.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 6. August 1902 (Nr. 182), Aus Nah und Fern

Im Spreewalde ist man seit Jahren bemüht, die Krebszucht zu heben. Doch das ist außerordentlich schwierig. Was ein einziger Pesttag im Jahre 1881 verheerte, das haben bisher 21 Jahre mühevoller Arbeit und Geldkosten nicht wettgemacht.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 8. August 1902 (Nr. 184), Lokales und Provinzielles

Dahlwitz. Sämmtliche Landwirthe haben ihr Land nach Hönow zu verkauft; es wird zu Baustellen eingetheilt und vereinigen sich jetzt die Baustellen Mahlsdorf-Hönow und gehen fast bis Seeberger Grund und Boden. Einige Besitzer bekommen 70-74000 Mark.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 21. August 1902 (Nr. 195), Lokales und Provinzielles

Marzahn. Ein großes Bauernwettreiten wird hier am nächsten Sonntag, den 24. August abgehalten. Es finden sechs Rennen statt, vier geschlossene und zwei offene. Die Rennen nehmen Nachmittags 3 Uhr ihren Anfang.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 30. August 1902 (Nr. 203), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Biesdorf. Die schnelle Entwicklung der östlichen Vororte Lichtenberg, Friedrichberg usw. gab Ver­anlassung, daß in ihrer Nähe größere Terrains der Bebauung erschlossen wurden, wodurch der neue Vorort Biesdorf entstand. Daß hier thatsächlich ein Bedürfniß vorlag, geht schon daraus hervor, daß innerhalb vier Monate über 400 Parzellen verkauft wurden. Die Bodenverhältnisse sind vorzüglich, die Fahrverbindungen bequem, und in unmittelbarer Nähe der neuen Terrains wird der neue Magerviehhof erbaut. Somit dürfte unser Ort auch weiterhin eine schnelle Ausdehnung nehmen.

Pankow. Die Uebernahme des Rittergutes Mühlenbeck seitens unserer Gemeinde, die das ansehliche Gelände bekanntlich zu Rieselzwecken für 820000 Mk. angekauft hat, fand am vergangenen Montag statt. ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 2. September 1902 (Nr. 205), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Alt-Landsberg. Ein großes Manöver von Luftschiffern fand vorgestern hierselbst statt. Der erhaltenen Ordre gemäß hatten sich die hiesigen Angehörigen dieser Truppengattung schon vor 8 Tagen nach dem Gestellungsorte Paddenjuch bei Wassersleben begeben und übten dort im Regimentsverbande auf den Wiesen und Wassern Paradeschritt und Luftsegeln. Eigenartig ist schon die Erscheinung dieser Luftschiffer und ihrer Uniform. Halb sind sie preußische Kürassiere, halb Franzosen, ihr Waffenrock ist nämlich weiß, das Beinkleid dagegen roth. ... Nach Beendigung der Vorübungen fand über hiesiger Gegend vorgestern das große Manöver der Luftschiffer statt. Tausende nahmen an demselben theil. In Sektionen, in Kommando- und Regimentskolonnen wurde links und rechts geschwenkt, tiraillirt, attackirt und retirirt. ... Die Generalidee zum Manöver war: Angriff auf die südlichen Länder Aegypten, Abessynien ec., Occupation derselben auf ein halbes Jahr. Alsdann Antritt des Rückmarsches, Wiedereintreffen hierselbst mit den Störchen.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 6. September 1902 (Nr. 209), Lokales und Provinzielles

Hoppegarten. Für den Bau einer katholischen Kirche in Hoppegarten ist, der „Germ.“ zufolge, die Genehmigung des Cultusministers eingetroffen. Der Bau soll im Frühjahr zugleich mit dem des Pfarrhauses beginnen, wenn die neue Chaussee Dahlwitz-Hoppegarten-Neuenhagen fertig sein wird. An ihr liegt der vom Unionklub geschenkte 1½ Morgen große Bauplatz, zwei Minuten vom Bahnhof Hoppegarten entfernt. Die Kirche wird etwa 350 Personen Platz bieten und soll den Mittelpunkt für die neue Pfarrgemeinde Hoppegarten mit der Tochtergemeinde Strausberg bilden.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 7. September 1902 (Nr. 210), Lokales und Provinzielles

Neuenhagen bei Schöneiche. Der Herr Gemeindevorsteher Dotti macht bekannt: „Da die hierselbst errichtete freiwillige Feuerwehr den Feuerlöschdienst in ausreichender Weise versieht, entbinde ich auf Grund der Oberpräsidial-Verordnung vom 1. Februar 1897 mit Zustimmung des Herrn Landraths die Hauseigenthümer der hiesigen Gemeinde widerruflich von der Haltung der vor­geschriebenen Privatlöschgeräthschaften.“


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 16. September 1902 (Nr. 217), Lokales und Provinzielles

Neuenhagen. Die hiesige Haltestelle der Kleinbahn wird seit Kurzem durch elektrisches Licht erhellt. Damit hat die Kleinbahn einen Vorsprung vor der Staatsbahn erhalten.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 7. September 1902 (Nr. 210), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Der alljährlich nach der Ernte stattfindende Scheunenbrand hat sich prompt eingestellt. Vorgestern abend brannten drei wohlgefüllte Scheunen nieder.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 25. September 1902 (Nr. 225), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Alt-Landsberg. Den sog. gemischten Beständen scheint die Forstaufsicht nicht „grün“ zu sein. Besonders von der Birke wird behauptet, daß sie die Kiefer „fresse“, weshalb ihre Entfernung aus den Fichtenbeständen angestrebt wird. ...


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 27. September 1902 (Nr. 227), Lokales und Provinzielles

Bernau. Die hiesige Bahnhofsrestauration ist an den zeitigen Geschäftsführer der Bahnhofs­wirthschaft in Chorin, Herrn Hans Ammon, für 3550 Mk. pro Jahr verpachtet worden. Die Pachtgebote bewegten sich bis zur Höhe von 6000 Mark.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 28. September 1902 (Nr. 228), Berliner Lokalnachrichten

Die „schwarze Liste“ der Hausbesitzer ist gelegentlich der kürzlichen Wohnungsvermiethungs­periode recht ausgiebig benutzt worden. Diese vom Bunde der Berliner Grundbesitzervereine geschaffene Schutzliste enthält gegenwärtig an 4000 Namen nicht empfehlenswerter Miether und ist an 12297 Hausbesitzer vertheilt.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 2. Oktober 1902 (Nr. 231), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Bernau. Das leidige Bespritzen von Damenkleidern mit einer ätzenden Flüssigkeit wird hier in letzter Zeit auf Straßen und Promenaden durch ruchlose Hände wieder eifrig betrieben ...


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 5. Oktober 1902 (Nr. 234), Berliner Lokalnachrichten, gekürzt

Die letzten Straßenbahnpferde. Der Bestand an Pferden bei der großen Berliner Straßenbahn ist jetzt auf 171 zusammengeschmolzen, nachdem die durch die Durchführung des elektrischen Betriebes entbehrlichen Thiere verkauft sind. Von dem ganzen Bestande werden jetzt nur noch 26 für den eigentlichen Bahndienst verwendet. Die Beförderung der Anhänger der Linie 40 über den Opernplatz erfordert 10, der Pferdebetrieb nach Dalldorf 16 Pferde ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 7. Oktober 1902 (Nr. 235), Lokales und Provinzielles

Friedrichshagen. Wir machen auf Wunsch an dieser Stelle noch einmal auf das morgen im „Eiskeller“ stattfindende Concert einer oberbayrischen Damenkapelle aufmerksam.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 9. Oktober 1902 (Nr. 237), Lokales und Provinzielles

Bernau. Der Magistrat von Berlin hat einstimmig beschlossen, die der Stadt Berlin neuerdings zum Kauf angebotenen Ländereien in den Feldmarken Bernau und Schönow, zu welchen auch die Güter Schmetzdorf und Carlslust mit ihren gesamten Liegenschaften westlich von Bernau gehören, zwecks Anlage von Rieselfeldern zu erwerben. Mit diesem Erwerb gelangen die Berliner Riesel­felder nicht nur an die Niederbarnimer Kreisgrenze, sondern sogar in den Oberbarnimer Kreis hinein, da das mitzuerwerbende Schmetzdorfer Vorwerk Hammelslust bereits zu letzterem Kreise gehört. Einschließlich der schon von der Stadt Berlin in Schönow, Zepernick und Birkbusch gekauften Ländereien werden künftig die betreffenden dortigen Rieselfelder ein Areal von 1000 ha umfassen.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 14. Oktober 1902 (Nr. 241), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Neu-Weißensee. Die Einweihung der neuen Bethanienkirche ist auf den 26. Oktober festgesetzt. Der Kaiser sowie die Kaiserin werden der Feier beiwohnen. ... Die Kaiserin ist die Protectorin der Kirche.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 19. Oktober 1902 (Nr. 246), Lokales und Provinzielles

Falkenberg. Der Jagdpächter und Mühlenbesitzer Lang von hier zerlegte sein Gewehr und zeigte es einem Gast, wobei ein Schuß losging und dessen 9jährige Tochter traf, die sofort todt war. Der unglückliche Vater, ein hochgeachteter Bürger, stürzte vor Schreck bewußtlos zusammen.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 24. Oktober 1902 (Nr. 250), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Nach und nach scheint die Elektrizität als Licht- und Kraftspenderin doch in die erste Stelle treten zu wollen. Alt-Landsberg wenigstens wird nun bald ganz von electrischen Centralen eingeschlossen sein. Strausberg im Osten ging voran, ihm folgte im Süden Neuenhagen und Kalkb.-Rüdersdorf, das Rittergut Mehrow im Westen bedient sich ebenfalls dieser Errungen­schaft, und wenn Werneuchen im Norden, wie es ganz den Anschein hat, sich auch ein Elektrizitätswerk zulegt, bleibt Alt-Landsberg gewissermaßen als der finstere Erdtheil übrig, dessen Ureinwohner sich freuen, wenn es in den modernen Orten auch einmal so finster ist, wie bei ihnen - und erstere infolge einer Störung im Betriebe einmal wieder zur Petroleumlampe greifen müssen. Zwar alle Hoffnung, daß auch hier einmal elektrisches Licht strahlt, ist noch nicht dahin. Die Verhandlungen mit Unternehmern dauern an; wer aber in Betracht zieht, mit welcher Schnelligkeit in den Nachbarorten die betr. Verträge abgeschlossen und ausgeführt wurden, der wird resignirt denken: „Nur immer langsam voran, daß die Bürgerschaft auch nachkommen kann.“ Erhebend ist das Gefühl gerade nicht, wieder der letzte zu sein, besonders wenn man schon dem Ziele so nahe war, wie die Stadt es in ihrer „Elektrizitätsperiode“ gewesen ist.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 26. Oktober 1902 (Nr. 252), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Der Concurs des Elektrizitätswerkes Alt-Landsberg, welcher nun 2½ Jahre dauert, dürfte in Kurzem, voraussichtlich noch in diesem Jahre beendet werden. Nachdem die Masse vollständig versilbert ist, kommen nun auch die Gläubiger in den Besitz der kupfernen Dividende.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 28. Oktober 1902 (Nr. 253), Lokales und Provinzielles

Neu-Weißensee. Die Milchcentrale sendet ihre Wagen neuerdings auch nach unserm Ort. Auf Beschwerden der Milchhändler und Hausbesitzer hin hat der Amtsvorsteher sich bereit erklärt, von Amts wegen den Kutschern der Centrale das Klingeln zu verbieten.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 4. November 1902 (Nr. 259), Lokales und Provinzielles

Der Herr Landrath v. Treskow giebt bekannt: „Dem Auguste Victoria Krankenhaus vom Rothen Kreuz in Neu-Weißensee sind durch eine großherzige Spende die Mittel zur Verfügung gestellt worden, dem von verschiedenen Seiten geäußerten Wunsche nachzukommen und eine Poliklinik für Unbemittelte errichten zu können. Dieselbe wird vormittags von 10-11 Uhr für äußerlich Kranke, Nachmittags 2-4 Uhr für innerlich Kranke abgehalten werden. Die Eröffnung findet am 1. November statt.“

Gegen eine kürzlich erlassene Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg, die zur Erzeugung der Kindermilch bestimmte Futtermittel vorschreibt, erheben die Molkereibesitzer und Milchhändler mancherlei Einwände. Staubfreies Heu und Heu ohne jede Beimischung schädlicher Pflanzen würde in Berlin und Umgebung kaum zu gewinnen sein. Eine Verfütterung von Runkel­rüben in mäßigen Mengen könnte ferner auch eine Verschlechterung der Milch nicht bedeuten. Eine Eingabe an die Regierung um Abänderung der Verordnung wird vorbereitet.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 21. November 1902 (Nr. 273), Lokales und Provinzielles

Bernau. Der Magistrat macht bekannt: Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß wir bei Ausbruch eines Brandes für die Anfuhr des ersten vierräderigen Wasserwagens eine Prämie von 6 Mark bewilligen.

Die Einführung der neuen Rechtschreibung ist vom preußischen Unterrichtsminister auf Ostern festgesetzt worden. Von Lehrbüchern für den grundlegenden deutschen Schreibleseunterricht und für den Unterricht in der deutschen Rechtschreibung sind von Ostern 1903 ab nur solche zugelassen, die den neuen Regeln entsprechen. Bereits eingeführte Lehrbücher der bezeichneten Art dürfen, sofern ihre Benutzung bei Auslassungen oder unerheblichen, in der Klasse vorzunehmenden Aenderungen sich in Einklang mit den neuen Regeln bringen läßt, noch ein Jahr länger benutzt werden. Für die im Gebrauch befindlichen Ausgaben von Schulbüchern, die nicht zu der oben bezeichneten Gattung gehören, wird eine Uebergangszeit bis Ostern 1908 gewährt.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 29. November 1902 (Nr. 280), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Einen eigenartigen Erfolg haben die Bemühungen des hiesigen Ortsvereins, am Stationsgebäude der Kleinbahn einen Briefkasten angebracht zu sehen, gezeitigt. Es ist überhaupt nicht mehr möglich, vom Bahnhof aus mit dem Zug einen Brief zu versenden, weil die Post seit ca. 3 Wochen die Oeffnung zum Einstecken der Postsachen an den betr. Wagen verschlossen hält. Das Wort „Wir stehen im Zeichen des Verkehrs“ paßt auf Alt-Landsberg wie der Igel zum - Schnupftuch.


Niederbarnimer Zeitung, Sonntag, den 7. Dezember 1902 (Nr. 287), Lokales und Provinzielles, gekürzt

Der Ausbau der Stadtbahn bis Friedrichsfelde. Die Anchlußleise für den erweiterten öffentlichen Stadtbahnverkehr in Friedrichsfelde sind soweit fertiggestellt, daß es nur noch der Herstellung des Bahndammes für die Weichenverbindung bedarf. Dieser wird zwischen den Stationen Warschauer­straße und Stralau-Rummelsburg hergestellt. ...


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 10. Dezember 1902 (Nr. 289), Lokales und Provinzielles

Müncheberg i. M. Die Berliner Müllabladestelle auf dem Gebiete des benachbarten Rittergutes Schlagenthin wird jetzt nur noch wenig benutzt, der Hauptbetrieb findet jetzt auf dem Gelände der Gutsherrschaft Buckow im rothen Luche bei Wüste-Sieversdorf statt.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 24. Dezember 1902 (Nr. 301), Lokales und Provinzielles

Alt-Landsberg. Erfroren aufgefunden wurde gestern Morgen vor dem Strausberger Thor der Maurer Wutke aus Luckenwalde. Derselbe trug Strausberger Anstaltskleidung. Das Loos der Armen und Elenden, welche jetzt die Landstraßen bevölkern ist sicher nicht beneidenswerth. Aber selbst ansässige Arbeiter sind gezwungen, sich an die Mildthätigkeit ihrer Mitmenschen zu wenden. Wer eine starke Familie hat und arbeitslos ist, für den ist guter Rath theuer.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 30. Dezember 1902 (Nr. 304), Lokales und Provinzielles

Bernau. Am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages mußten wiederum mehrere Töchter hiesiger Einwohner die sehr unliebsame Entdeckung machen, daß ihre Kleider mit der bekannten ätzenden Flüssigkeit bespritzt waren. Der Attentäter scheint jetzt also wieder seine ruchlose Thätigkeit aufgenommen zu haben und dürfte somit von Neuem Vorsicht geboten sein.


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