Mehrow und Umgebung in der in Niederbarnimer Zeitung (Friedrichshagen) von 1924 (40./41. Jahrgang).
Gefunden in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) auf Mikrofilm.



Niederbarnimer Zeitung
Anzeiger für Friedrichshagen, Rahnsdorf, Rahnsdorf-Mühle, Hessenwinkel, Wilhelmshagen, Hirsch­garten, Fichtenau, Schöneiche, Grätzwalde, Kleinschönebeck
Amtliches Verkündungsblatt für den 16. Groß-Berliner Verwaltungsbezirk
ferner für den Amtsbezirk Schöneiche sowie die Gemeinden Schöneiche und Klein Schönebeck.
Druck und Verlag:
Stakemann, Müller & Strowig, Buchdruckerei und Verlag, in Friedrichshagen.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 17. Januar 1924 (Nr. 14), Aus Stadt und Land

Krankenhaus Cöpenick. Unter diesem Namen wird [das] bisherige Kreiskrankenhaus hierselbst, dessen Uebergabe an die Stadt Berlin erfolgte, unverändert fortgeführt werden. ...

Die Brassenzüge auf dem Müggelsee. Auf dem Müggelsee fand am Montag und Dienstag der große mit Interesse erwartete Eisfischzug statt, der von den Cöpenicker Fischern veranstaltet wurde. Die „Brassenzüge“ sind eine Besonderheit der Eisfischerei auf dem Müggelsee. Zu ihrer Ausführung werden gewöhnlich auf der Friedrichshagener Seite, dem Ufer gleichlaufend, in gewissen Abständen Löcher in das Eis geschlagen. Dann wird das große Netz in das Wasser gesenkt und unter dem Eise mittels Stangen von einem Loch zum anderen weitergeschoben. Ist auf diese Weise das gesamte Netz zu Wasser gebracht, so wird es durch die gleichen Manöver dem jenseitigen Ufer zugeleitet. Dort wird es mittels einer Winde allmählich aus dem Wasser gewunden und seines Fanges entledigt. ...


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 31. Januar 1924 (Nr. 26), Aus Stadt und Land

Unfall auf dem Flugplatz Adlershof. Auf den Flugplatz Adlershof ereignete sich vor der Halle der Deutschen Verkehrsanstalt für Luftfahrt ein schwerer Unglücksfall. Beim Anwerfen der Flugmaschine D. P. II stellte sich diese auf den Kopf, wobei der Propeller zertrümmert wurde und das in der Nähe stehende Söhnchen Herbert des Kaufmanns Tounzke von Propellerteilen getroffen wurde und einen Unterarmbruch davontrug.

Tasdorf. Brassenzüge auf dem Stienitzee. Von dieser Woche ab bis Dienstag, den 5. Februar, finden auf dem großen Stienitzsee die bekannten Eisfischzüge (Brassenzüge) wie auf dem Müggelsee statt. Im Seebad Stienitz sind 25 Fischer einlogiert.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 1. Februar 1924 (Nr. 27), Aus Stadt und Land

Wieder Stinkbomben im Stadtparlament.
Die gestrige Sitzung der Berliner Stadtverordnetenversammlung fand wiederum durch das Platzen von Stinkbomben ein unfreiwilliges Ende. Das Groß-Berliner Parlament wird künftig unter Ausschluß der Tribüne tagen müssen, um sich gegen derartige Gepflogenheiten zu schützen. ...

Altlandsberg. Eine Hochzeit mit Hindernissen fand dieser Tage hier statt. Zur festgesetzten Eheschließung war das auswärtige Angebot noch nicht eingetroffen. Desto prompter war aber die Hochzeitsgesellschaft da. Da nun der Braten auch auf dem Tisch stand, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, Telegramme losgelassen usw. In später Stunde, abends nach 6 Uhr, fand dann die standesamtliche Eheschließung statt, noch später die Trauung. Der verspätete Hochzeitsschmaus soll trotzdem geschmeckt haben.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 16. Februar 1924 (Nr. 40), Aus Stadt und Land

Die Eisbahn des Müggelsees ist in vorzüglicher Beschaffenheit und völlig tragfähig. Die Eisstärke beträgt durchschnittlich 35 [oder 85 ?] Zentimeter und mehr. Da der Frost vorläufig noch anhält, bietet sich weiterhin beste Gelegenheit zur Ausübung des Eissports. Der morgige Sonntag dürfte wieder zahlreicheren Besuch aus Berlin bringen.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 22. Februar 1924 (Nr. 45), Aus Stadt und Land

Brassenzug auf dem Müggelsee. Die Cöpenicker Großfischer haben für diese Woche drei Unterwasserfischzüge vorgesehen. Der erste fand gestern bei Prinzengarten statt, wo heute auch der zweite folgte. Morgen, Sonnabend, wird nun der dritte dieser Fischzüge, der eigentliche Brassenzug, stattfinden. Das große Netz, das morgens bei Friedrichshagen ins Wasser gebracht wird, wird nachmittags gegen 2 Uhr vor Rübezahl mittels starker Winden an die Oberfläche gezogen. Der Fang gelangt wie immer an Ort und Stelle zum Verkauf. Die Brassenzüge haben ihren Namen von der häufigsten Fischart des Sees, den Bleien, die auch „Brassen“ genannt werden.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 23. Februar 1924 (Nr. 46), Aus Stadt und Land

Neuer Winter. Dieser Winter mag kein Ende nehmen. Nach kurzer Milderung der Temperatur ist wieder Frostwetter eingetreten. Das Quecksilber sank in der Nacht auf 5 Grad unter Null. Zur neuen Kälte kam neuer Schnee, sodaß das Winterbild wieder vollständig ist.

Die Untereisfischerei auf dem Müggelsee, die am Donnerstag von den Cöpenicker Großfischern fortgesetzt wurde, brachte nur geringe Erträge. Es wurde von der Mitte des Sees nach Süden gefischt, wo in der Bucht bei „Türen“ das große Netz gezogen wurde. Es enthielt nur einige Zentner, meist Zandern, die zum Preise von 2 Mk. das Pfund reißende Abnahme fanden.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 26. Februar 1924 (Nr. 48), Aus Stadt und Land

Schneefälle. Das Schneetreiben, das gestern während des ganzen Tages anhielt und heute seine Fortsetzung findet, ist über das gesamte Reich niedergegangen, in verschiedenen Gegenden in Schneestürme ausartend. Vielfach sind Verwehungen und Stockungen im Eisenbahn- und Draht­verkehr eingetreten. Auch die Temperatur ist wie im tiefsten Winter: 7-8 Grad unter Null.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 28. Februar 1924 (Nr. 50), Aus Stadt und Land

Ein wirklicher Brassenzug war der Untereisfischzug, der am Sonnabend bei „Rübezahl“ auf dem Müggelsee vonstatten ging. Während die vorangegangenen Züge fast ausschließlich Zander lieferten, bestand der größte Teil des allerdings auch nur geringfügigen Ertrages vom Sonnabend aus Bleien oder Brassen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 7. März 1924 (Nr. 57), Aus Stadt und Land

Abwanderung der Fremden aus Berlin. Aus Berlin sind die Fremden seit einigen Monaten nahezu völlig verschwunden. Am auffälligsten ist die Flucht der russischen Emigranten, der Grenadier­straßenschieber und der ausländischen Studenten. Von den Russen sind seit November vorigen Jahres nicht weniger als 40% abgewandert; die meisten von ihnen haben ihre neuen Zelte in den größeren Städten des besetzten Gebietes, in Paris und in Holland aufgeschlagen. Für die ausländischen Studenten, deren Zahl sich um 15 bis 20% verringert hat, ist Berlin deshalb „unmöglich“ geworden, weil es augenblicklich die teuerste Stadt der Welt ist. ...


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 8. März 1924 (Nr. 58), Aus Stadt und Land

Rückgang der Grippe. Die Grippe scheint in Berlin ihren höchsten Stand überschritten zu haben. In den letzten Tagen sind nur noch leichte Fälle gemeldet worden, wie überhaupt die diesjährige Grippeepidemie nicht so viele Opfer gefordert hat, wie frühere, weshalb man von einer „leichten Grippe“ spricht. Hoffentlich schwindet auch diese mit dem Eintritt von südlichem Frühlingswetter und lauen Winden völlig von der Bildfläche.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 15. März 1924 (Nr. 64), Aus Stadt und Land

Eissport auf der Müggel im Frühling. Trotz strahlender Lenzessonne ist die Eisfläche des Müggelsees noch in bestem Stande. Der anhaltende strenge Frost, der auf dem Eise auch während der sonnigen Tageszeiten nicht völlig gebrochen wird, sorgt dafür, daß die gewaltige Kristalldecke nicht zum Abschmelzen kommt und der Wintersport auf der Müggel zu einem Dauerzustand wird. ... Mit Rücksicht darauf, daß es wahrscheinlich der letzte Eissonntag in dieser Sportzeit sein wird, ist der Zugang auch von Bad Bellevue aus frei von Eintrittsgeld; hier ist von der Dampferbrücke aus ein bequemer Aufgang zum Eis hergestellt. ... Da die Interessenten in Berlin Reklame für die Müggel­eisbahn machen, darf morgen mit großem Verkehr gerechnet werden.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 16. März 1924 (Nr. 65), Aus Stadt und Land

Der Frühling im Zeichen des Eissports! Das ist etwas, das nicht alle Tage vorkommt. Aber man hat genug vom Winter. ... Trotz aller propagandistischen Wiederbelebungsversuche konnten gestern die verheißenen Winterfreuden auf der Müggel - mitten im Lenzmonat - den Berliner nicht mehr herauslocken ... Während auf der Eisfläche die Segelschlitten ihre Bahn zogen, wurden im Gemünde des Sees bereits die ersten Ruderboote von der Spree her sichtbar; sie mußten freilich vor dem gewaltigen Eiswall haltmachen und ihre „Eierfahrt“ abbrechen. ...

Eisbrecher auf Havel und Spree. Seit einigen Tagen sind auf der Havel und Spree Eisbrecher tätig. Die Schiffahrt soll in Kürze wieder aufgenommen werden. Die Eisbrecher kommen nur langsam vorwärts, da das Eis im Durchschnitt eine Stärke von einem halben Meter aufweist. Eine derartig starke Eisbildung ist seit Jahrzehnten auf den märkischen Gewässern nicht zu beobachten gewesen.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 25. März 1924 (Nr. 72), Aus Stadt und Land

Wiederbeginn der Spreeschiffahrt. Nachdem die Fürstenwalder Spree und der Kanal Seddinsee - Große Tränke eisfrei sind, ist diese Strecke von Kilometer 45,1 bis 88,75 für die Schiffahrt freigegeben worden. ... Auf der Dahmestrecke zwischen Cöpenick und Grünau ist das Eis am Sonnabend durch einen Schleppdampfer aufgebrochen worden, so daß auch dieser Teil wieder schiffbar ist. Auf dem Müggelsee dagegen ist das Eis noch fest, und es wird starker Kräfte bedürfen, um hier der Schiffahrt Luft zu schaffen.

Wer besitzt einen schwarzen Schwan? Das Bezirksamt Weißensee sucht für seine beiden schwarzen weiblichen Schwäne einen Ehegatten, der die Familie vor dem Aussterben schützt. Vermutlich wird sich das Bezirksamt auch mit einer ehelichen Verbindung auf Zeit einverstanden erklären.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 31. März 1924 (Nr. 77), Aus Stadt und Land

Der Müggelsee fast eisfrei. Die Märzlüfte haben dem Eispanzer der Müggel in der letzten Woche stark zugesetzt. Seit einigen Tagen ist die ganze Friedrichshagener Seite des Sees bis weit über die Mitte eisfrei. Nur an der Diagonale von Prinzengarten bis Strandschloß hat sich das Eis noch gehalten ... Das Frühlingswetter hatte gestern schon des Ausflugsverkehr stark belebt. 14000 Personen trafen auf dem Friedrichshagener Bahnhof ein.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 7. April 1924 (Nr. 83), Aus Stadt und Land

Schaukochen mit Gasfeuerung. Wie in anderen Orten, so veranstalten die Berliner Städtischen Gaswerke jetzt auch in Friedrichshagen ein öffentliches Schaukochen mit Gasfeuerung. ... Hierbei erfolgt auch Belehrung über sparsamen Gasverbrauch. Kostproben der zubereiteten Speisen werden umsonst verteilt. ...


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 16. April 1924 (Nr. 91), Aus Stadt und Land

Der Personendampferverkehr auf Oberspree und Dahme. Die Verhandlungen des Magistrats zu Berlin mit der Stern-Dampfergesellschaft betreffend Wiederaufnahme eines regelmäßigen Personendampfer-Verkehrs auf der Oberspree und Dahme sind zu einem günstigen Abschluß gelangt. Die Stern-Gesellschaft hat sich bereiterklärt, den Verkehr auf den beiden hier in Frage kommenden Dampferlinien Berlin - Schmöckwitz und Berlin - Woltersdorfer Schleuse eventuell noch vor Ostern (wochentags täglich je einmal vormittags und nachmittags hin und zurück) aufzunehmen. An Sonntagen und voraussichtlich auch in den Ferien sollen vormittags und nachmittags je zwei Hin- und Rückfahrten ausgeführt werden. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 25. April 1924 (Nr. 97), Aus Stadt und Land

Neuenhagen. Die Grundsteinlegung des Kriegerdenkmals ist am Karfreitag auf dem Wilhelmsplatz in feierlicher Weise erfolgt. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 2. Mai 1924 (Nr. 103), Aus Stadt und Land

Kälteferien. Viele Berliner Schulen sind so schlecht mit Kohlen beliefert worden, daß sie am ersten Schultage, Mittwoch, den 30. April, gezwungen waren, die Kinder nach kurzem Verweilen in der Schule wieder nach Hause zu schicken, da die Temperaturen sich nur in seltenen Fällen über 10 bis 11 Grad über dem Gefrierpunkt erhoben. Trotz sofortiger Meldung konnte auch am zweiten Schultage nicht unterrichtet werden, da durch die städtischen Behörden keine Abhilfe getroffen worden war.

Die Speisung des Kranken- und Armenpflegevereins ist mit dem letzten April eingestellt worden. Es sind während des Winterhalbjahres rund 6000 Portionen kräftiges Essen an bedürftige Alte ausgegeben worden. ...


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 10. Mai 1924 (Nr. 110), Aus Stadt und Land

Ehret die Mutter am Muttertage! Die Organisation der Gärtner, welche über ganz Deutschland verbreitet ist, veranstaltet am Sonntag, den 11. Mai, einen Muttertag. Dieser Tag soll der Mutter ebenso wie der Totensonntag den Toten gewidmet sein.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 14. Mai 1924 (Nr. 113), Aus Stadt und Land

Wieder tägliche Postzustellung auf dem Lande. Wie Reichspostminister Dr. Höfle in einer Unterredung mitteilte, hat er, nachdem es ihm gelungen ist, die Reichspost aus einem Zuschuß- in einen Ueberschußbetrieb umzuwandeln, die Anweisung an die Oberpostdirektionen gegeben, nunmehr die unter dem harten Zwange der Not auf das Aeußerste eingeschränkten Postverkehrseinrichtungen allmählich wieder auszubauen, und zwar soll der Anfang gemacht werden mit der stufenweisen Wiedereinführung der täglichen Postzustellung auf dem platten Lande.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 20. Mai 1924 (Nr. 118), Aus Stadt und Land

Wieder Warenautomaten auf den Bahnsteigen. Als erfreuliches Zeichen für die Wirkung der wertbeständigen Währung ist festzustellen, daß von jetzt ab wieder die Aufstellung von Automaten für Lebens- und Genußmittel auf den Bahnsteigen gestattet ist.

Märkischer Naturschutztag. Vom 30. Mai bis zum 1. Juni findet in Berlin ein Naturschutztag statt, der von zahlreichen naturwissenschaftlichen und Heimatschutzvereinen veranstaltet wird. ...

Die Weihe eines Gedenksteins für die gefallenen Fürstenwalder Ulanen nahm am Sonntag, trotz der gemeldeten kommunistischen Störungsversuche, unter großer Beteiligung ehemaliger Ulanen, u. a. des Inspekteurs der Kavallerie von Treskow, einen würdigen Verlauf. ...


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 26. Mai 1924 (Nr. 123), Aus Stadt und Land

Brandmeistertag des Kreisfeuerwehrverbandes Niederbarnim. Zu der Tagung der Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Niederbarnim im Kreishause in Berlin waren außer dem Herrn Landrat Schlemminger Vertreter von 25 Amts- und Gemeindebehörden des Kreises und Vertreter der Feuerwehrgerätefabriken von Koebe - Luckenwalde und Ewald - Cüstrin erschienen. Von den 63 Feuerwehren hatten sich 53 mit 109 Kameraden an der Tagung beteiligt. Ferner war der verdienstvolle Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes, Branddirektor Groß - Berlin-Lichtenberg, der Einladung nachgekommen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 27. Mai 1924 (Nr. 124), Aus Stadt und Land

Fleischbeschau in Niederbarnim. Dem praktischen Tierarzt Dr. med. vet. Neumann in Berlin-Hohenschönhausen ist die Schlachtvieh- und Fleischbeschau im Kreise Niederbarnim ... uebertragen worden.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 30. Mai 1924 (Nr. 126), Aus Stadt und Land

Riesenverkehr am Himmelfahrtstage. Die Verkehrsziffer des Bahnhofs Friedrichshagen erreichte gestern den bisher für dieses Jahr höchsten Stand: Die Feststellung der Bahnsteigsperre ergab 32980 ankommende Fahrgäste, und noch erheblich mehr werden von hier aus die Rückfahrt angetreten haben.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 3. Juni 1924 (Nr. 129), Aus Stadt und Land

Blitzschläge in die Ueberlandleitungen des Märkischen Elektrizitätswerks. Am Freitag wurden nacheinander drei Ueberlandleitungen des Märkischen Elektrizitätswerkes durch Blitzschlag unbrauchbar. Betroffen waren die Leitungen von Heegermühle über Schöpfurth und Prenden und die Hennigsdorfer Reserve. Damit war die gesamte auf den Strom des M. E. W. angewiesene Industrie an diesen Strecken stillgelegt, und auch die öffentlichen Anlagen, wie Pumpwerke der Wasserversorgung und Kanalisation, mußten den Betrieb einstellen. Die betroffenen Kreise sind voll des Unwillens über diese Störungen, die sich schon wiederholt ereignet haben. Man sieht die Schuld in mangelnden Vorkehrungen oder in der Fehlerhaftigkeit der ganzen Anlage.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 5. Juni 1924 (Nr. 131), Aus Stadt und Land

Gewitterschäden. In Hammer fuhr der Blitz in die Windmühle des Müllers Schenk. Der Besitzer sowie der Geselle wurden vom Blitz getroffen. Während der Geselle nach dem Kreiskrankenhaus überführt werden mußte, da er eine Verletzung an der Schulter und Lähmung des linken Beins davongetragen hatte, konnte der Besitzer in seiner Wohnung behandelt werden. - Auch in Neuenhagen entstand durch Blitzschlag großer Schaden. Der Blitz fuhr in ein Grundstück in der Wiesenstraße und zündete. Der halbe Dachstuhl und die Küche einer Wohnung fielen dem Feuer zum Opfer.

Ein katholisches Kinderheim mit Kapelle in Schöneiche erhält am 2. Pfingstfeiertag die kirchliche Weihe durch Herrn Weihbischof Deitmer, Berlin. Der Orden der barmherzigen Franziskanerbrüder, der seit vielen Jahrzehnten in Stadtteil Moabit ein Knabenwaisenhaus besitzt, hat das Rolandkasino angekauft zur Errichtung eines Erholungsheimes für die zahlreichen Waisenkinder insbesondere des Großstadt-Waisenhauses, um ihnen in herrlicher Waldluft im Sommerhalbjahr Gelegenheit zur Erholung zu geben. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 13. Juni 1924 (Nr. 137), Aus Stadt und Land

Kindesmord bei Mahlsdorf. In einem See in Hönow, an der Chaussee Hönow-Mahlsdorf, wurde eine Kindesleiche gefunden, anscheinend ein neugeborenes Kind. Da die Leiche schon längere Zeit im Wasser gelegen hat, und stark in Verwesung übergegangen ist, waren Merkmale, die auf einen gewaltsamen Tod des Kindes schließen lassen, nicht mehr festzustellen.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 14. Juni 1924 (Nr. 138)

Schwere Eisenbahnkatastrophe in Berlin.
10-12 Tote, 20 Schwerverletzte, 30 Leichtverletzte
Heute vormittag kurz nach 8 Uhr ereignete sich auf dem Potsdamer Bahnhof in der Nähe der Flottwell- und Dennewitzstraße ein schwerer Zusammenstoß. Der Magdeburger Personenzug fuhr in schnellem Tempo auf einen vollbesetzten Wannseezug. Der Umfang der Katastrophe läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Die ersten Meldungen geben jedoch zu den schlimmsten Befürch­tungen Anlaß. Es sind bisher festgestellt 10-12 Tote, 20 Schwerverletzte und 30 Leichtverletzte.
Der von Magdeburg kommende Zug überfuhr das Haltesignal und raste mit 40 Kilometer Geschwindigkeit gegen den langsam einfahrenden Vorortzug. Der Zusammenstoß war so stark, daß die Reisenden des Wannseezuges in die Gepäcknetze geschleudert wurden und tot oder schwer verwundet zu Boden fielen. Der Wannseezug geriet in Brand. Die Löscharbeiten verzögerten sich, weil der Schlüssel zu den Hydranten nicht zu finden war.
Während der Rettungsarbeiten ereignete sich ein zweites Unglück. Ein Wagen der Feuerwehr stieß mit einem Auto zusammen.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 16. Juni 1924 (Nr. 139), Aus Stadt und Land

Zusammenstöße mit Kommunisten. Gestern sollte auf dem Friedhof Friedrichsfelde, veranstaltet von der K. P. D., am Grabe Rosa Luxemburgs die Grundsteinlegung für ein Denkmal der Revolutions­opfer stattfinden. Es wurde aber nur ein Kranz niedergelegt. Auf dem Friedhof waren ungefähr 500 Personen anwesend. Drei Redner sprachen. Im Zusammenhang mit dieser Feier kam es auf zwei Straßen im Osten Berlins zu Zusammenstößen mit der Polizei. Ein Zug von 800 Personen wurde in der Siegfriedstraße in Lichtenberg von der Schupo aufgelöst, wobei drei Verhaftungen stattfanden. Später mußte in der Frankfurter Allee ein Zug meist jugendlicher Kommunisten, etwa 150 Personen zählend, von der Polizei mit Gummiknüppeln auseinandergetrieben werden.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 23. Juni 1924 (Nr. 145), Aus Stadt und Land

Wolkenbruch im Osten Berlins. Die große Schwüle am Sonnabend entlud sich bald nach der Mittagsstunde in einem Unwetter im Osten von Groß-Berlin, wie es seit Jahren hier nicht erlebt worden ist. Die schwarzen, drohenden Wolkenmassen sandten Ströme von Wasser zur Erde, die einem Wolkenbruch nichts nachgaben und die Straßen in kurzer Zeit derart überschwemmten, daß Straßenbahnwagen und Autos bis zur Hälfte der Räder im Wasser standen. ...

Hundesperre ohne Ende. Nachgerade fängt die Hundesperre an, unerträglichen Umfang anzunehmen. Es ist geradezu absurd, daß über das gesamte Groß-Berlin eine Hundesperre verhängt wird, wenn im Grunewald ein tollwutverdächtiger Hund festgestellt wird. ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 24. Juni 1924 (Nr. 146), Aus Stadt und Land

Tollwütige Hunde überall. Bei einem in Wildau, Kreis Teltow, wegen Tollwutsverdacht getöteten Hunde ist Tollwut festgestellt worden. Es ist deshalb u. a. auch für die Ortschaften Wernsdorf, Gosen, Neuzittau bis zum 17. September die Hundesperre verhängt.

Riesengehälter der Gaswerksleiter. Die ungeheuren Preise für Elektrizität, Gas und Wasser, welche von der Bevölkerung kaum noch zu erschwingen sind und die Betriebe in ganz außerordentlicher Weise belasten, sind schon seit langer Zeit der Gegenstand lebhafter Erörterungen. Neuerdings erfährt man, daß der Haushaltungsausschuß der Stadtverordneten bei Nachprüfungen festgestellt hat, daß bei den Städtischen Gaswerken an die Direktoren enorme Gehälter gezahlt werden, die das vierfache Gehalt des Reichskanzlers und das fünffache Gehalt des Oberbürgermeisters von Berlin betragen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 30. Juni 1924 (Nr. 151), Aus Stadt und Land

Ein Schlageter-Denkmal im Schloßpark Friedrichsfelde. Der Jungdeutsche Orden, Ortsgruppe Karlshorst, hat Schlageter ein Denkmal gesetzt. Einfach und schlicht erhebt sich die Sandstein­pyramide zwischen den Baumriesen des Schloßparkes in Friedrichsfelde.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 3. Juli 1924 (Nr. 154), Aus Stadt und Land

Bernau. Die Weihe des neuen Schützenhauses fand am Sonnabend und Sonntag durch die Schützen­gilde unter Beteiligung zahlreicher örtlicher und auswärtiger Vereine und der gesamten Bevölkerung statt. An die Festakte, die am Sonntag mit dem Festzug ihren Höhepunkt erreichten, schlossen sich die Wettschießen, die am Donnerstag mit dem Königsschießen ihren Abschluß finden.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 4. Juli 1924 (Nr. 155), Aus Stadt und Land

Die großen Sommerferien, die heute ihren Anfang nahmen, dauern bis Dienstag, den 12. August. An diesem Tage wird der Unterricht wieder aufgenommen.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 5. Juli 1924 (Nr. 156), Aus Stadt und Land

Flieger-Angriff auf Karlshorst. Im Rahmen eines großen Sport- und Musikfestes, das am Sonntag, den 6. Juli, von 3 Uhr ab die Notgemeinschaft auf der Rennbahn Karlshorst veranstaltet, wird der bekannte Kampfflieger Rienau einen Angriff unternehmen, der durch Schrapnellfeuer des Pyro­technikers Lindner, bekannt durch seine Riesenfeuerwerke in Treptow, abgewehrt werden soll. - Ein Luftkampf mit dem Major Carganico, dessen sensationelle Landung auf dem Pariser Platz noch in Erinnerung ist, sowie zahlreiche halsbrecheriche Kunstflüge dürften den Beweis erbringen, daß der deutsche Flugsport trotz aller Behinderungen immer noch an der Spitze steht. ...


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 10. Juli 1924 (Nr. 160), Aus Stadt und Land

Autounfall bei Hönow. Ein von Berlin kommendes vollbesetztes Privatauto geriet auf der Landsberger Chaussee ins Schleudern und wurde vollständig zertrümmert. Die Insassen wurden teils schwer verletzt ins Krankenhaus Altlandsberg überführt.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 11. Juli 1924 (Nr. 161), Aus Stadt und Land

Vogelsdorf. Denkmalsweihe. Am Sonntag wurde hier das Denkmal zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen feierlich enthüllt. Es besteht aus einem Findlingsblock, auf dem die Namen der siebzehn Gefallenen verzeichnet sind, und einem einfachen Sockel aus Feldsteinen. Es macht in seiner schlichten Form einen guten Eindruck.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 14. Juli 1924 (Nr. 163), Aus Stadt und Land

Die Siedlungen des Kreises Niederbarnim. Vor einiger Zeit schon hatte Landrat Schlemminger den Kreisdelegierten versprochen, ihnen einmal die Siedlungen zu zeigen, die in seiner Amtszeit von der Siedlungsgesellschaft Niederbarnim ausgeführt worden sind. Dieses Versprechen ist nun jetzt von ihm eingelöst worden, und auf einer Rundfahrt hat er ihnen all die vielen schmucken Häuschen gezeigt, die bereits bewohnt sind, und auch die Siedlungen, die noch im Entstehen sind. In Neuenhagen und Fredersdorf, in Rüdersdorf, am Kalksee, in Erkner und in Petershagen - um nur vom Südosten zu sprechen - sah man die Früchte emsiger Arbeit, eifrigen Werbens um den Siedlungsgedanken. Mit seinen getreuen Helfern, den Architekten Brodersen und Schramm, ist ein großes Stück Kulturarbeit geleistet worden, und die Anlagen zeugen von Zweckmäßigkeit und von dem Bestreben, Annehmlichkeiten für den Einzelnen mit dem Interesse für die Gesamtheit zu verbinden. Mit Hilfe des Kreises ist neues Gelände erworben worden, das in allernächster Zeit der Bebauung erschlossen werden soll. Bemerkenswert ist, daß diese Siedlungen im Osten der Stadtlandschaft sehr schön gelegen und durch Vorort- und Straßenbahnen zu erreichen sind.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 18. Juli 1924 (Nr. 167), Aus Stadt und Land

Sturmschäden. ... Im Pankower „Schloßpark-Restaurant“ warf der Sturm einen riesigen Baum um. Hierdurch entstand unter den Gästen eine Panik, bei der der 53 Jahre alte Gastwirt Adolf Schüßler aus Pankow einen Herzschlag erlitt und auf der Stelle tot war. ... Ferner kam es auf dem Potsdamer Schützenplatz zu einer großen Panik. Der Sturm riß die Buden nieder, Kinder in den Karussells schrien nach ihren Eltern und sprangen blindlings herunter. Als ein Wolkenbruch einsetzte, verließ die Menge flüchtend den Platz. Kinder wurden von Sipoleuten und Reichswehrsoldaten in Sicherheit gebracht. Auf dem Bahnhof in Potsdam war ein lebensgefährliches Gedränge entstanden und es kam zu Schlägereien.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 22. Juli 1924 (Nr. 170), Aus Stadt und Land

Keine Hängematten im Wald anbringen! Gegen die leider sehr verbreitete Unsitte des Befestigens von Hängematten an den Bäumen im Walde wird berechtigterweise von der Forstbehörde wieder verschärft vorgegangen. Försterstreifen mit Unterstützung von Schutzpolizei durchziehen das Waldgebiet unserer Umgebung, um Uebertretungen in dieser Hinsicht festzustellen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 29. Juli 1924 (Nr. 176), Aus Stadt und Land

Nicht mehr „Kreiswirtschaftsverband Niederbarnim“ sondern „Landbund Niederbarnim“. ... Hiermit ist vielen berechtigten Wünschen Rechnung getragen und auch für den Außenstehenden der Zusammenhang mit der großen Landbundorganisation zum Ausdruck gebracht.


Niederbarnimer Zeitung, x, den x 1924 (Nr. x), Aus Stadt und Land

Zwei Minuten Verkehrsruhe am Sonntag. Im Zusammenhang mit der am morgigen Sonntag stattfindenden Denkfeier für unsere im Weltkriege Gefallenen werden die Berliner Verkehrs­unternehmungen mittags 12 Uhr eine Ruhepause von zwei Minuten eintreten lassen. ...

Eine völlige Mondfinsternis findet am 14. August statt. Günstiges Wetter vorausgesetzt, wird man den ganzen Verlauf der Mondfinsternis bei uns verfolgen können.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 13. August 1924 (Nr. 189), Aus Stadt und Land

Ab 1. April 1925 wieder „Blaue Polizei“. Die von der Entente geforderte neue Uniformierung der Schutzpolizei soll nunmehr bestimmt am 1. April des nächsten Jahres durchgeführt werden. Die neuen blauen Uniformröcke und Mäntel, sowie die schwarzen Uniformhosen werden bis dahin in so aus­reichender Zahl fertiggestellt sein, daß jeder Schutzpolizeibeamte zum mindesten mit einer Garnitur ausgerüstet werden kann, wahrscheinlich auch mit einer zweiten zum Tragen im Straßendienst.

Die diesjährigen Herbstmanöver der Reichswehr finden, wie mitgeteilt wird, in der Zeit vom 6. bis 9. September in der unmittelbaren Nähe Strausbergs statt. Das Manövergelände liegt zwischen Strausberg und Klosterhof. An diesen Tagen wird sich in und um Strausberg ein höchst interessantes Schauspiel entwickeln. An der Uebung nehmen insgesamt ungefähr 15000 Reichswehr­soldaten aller Formationen teil. Die Ortschaften werden in dieser Zeit mit starken Einquartierungen zu rechnen haben.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 15. August 1924 (Nr. 191), Aus Stadt und Land

Vom Radio. Es ist vorgekommen, daß man auch Kirchtürme benutzt hat, um Rundfunkvorrichtungen, Antennen u. dgl. daran anzubringen. Das Konsistorium heißt mit Recht die Anbringung solcher Vorrichtungen an den Türmen nicht gut und veranlaßt die Gemeindekirchenräte derartige Anträge abzulehnen.

Der historische Stralauer Fischzug findet in diesem Jahre an den drei Sonntagen den 17. bis 31. dieses Monats in volkstümlicher Weise statt. Für Sonntag, den 17. ist große Vorfeier angesetzt, verbunden mit einem historischen Festzug vom Stralauer Tor bis Altstralau, unter Beteiligung der Stralauer Ruder- und Segelvereine. ...


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 18. August 1924 (Nr. 193), Aus Stadt und Land

Erneuerung der Straßenbahn. Die Berliner Straßenbahn wrackt jetzt alle älteren ausgemusterten Wagen ab. Die Eisenteile werden als Schrott verwandt. Es sollen rund 400 neue Trieb- und 500 neue Anhängewagen ganz neuer Konstruktion und von leichterer Bauart, aber nichtsdestoweniger größerer Fassungskraft, nach Fertigstellung in den Betrieb eingestellt werden, der dadurch eine ganz wesentliche Förderung schon in der nächsten Zeit erfahren wird. Inzwischen ist die Straßenbahn das gesuchteste Verkehrsmittel Berlins geworden. Das Unternehmen, das zurzeit mehr als 76 Linien betreibt, beförderte im April 39, im Mai 46 und im Juni 47 Millionen Fahrgäste. Demgegenüber sei bemerkt, daß von der Hoch- und Untergrundbahn einschließlich Nord-Südbahn im April 15,8, im Mai 15,6, im Juni nur 13,5 Millionen Fahrgäste befördert wurden.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 20. August 1924 (Nr. 195), Aus Stadt und Land

Das Ehrenfeuer wieder gestattet. Den Militärvereinen war auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik die Abgabe von Ehrenfeuern bei Beerdigungen von Mitgliedern verboten und später auf Antrag gestattet worden. Diese Einschränkungen sind wieder aufgehoben worden, indem folgende neue Bestimmung in Kraft getreten ist. „Bei Beerdigung von Mitgliedern der Kriegervereine kann auf dem Friedhof eine Gruppe von Gewehrträgern zum Salvenschießen gestellt werden. Eine besondere Genehmigung dazu ist nicht erforderlich.“


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 23. August 1924 (Nr. 198), Aus Stadt und Land

Südliche Umgehungsbahn. Die Entwurfszeichnungen nebst Uebersichtskarte der Teil­strecke der südlichen Umgehungsbahn von Hirschgarten (Schlesische Bahn) bis Fredersdorf (Ostbahn) einschließlich des Verschiebebahnhofs Schöneiche ... liegen vom 1. bis 14. September zu jedermanns Einsicht ... offen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 5. September 1924 (Nr. 209), Aus Stadt und Land

Blitzeinschläge. Das Gewitter am Sonntag nachmittag bewirkte mehrere Blitzeinschläge, die aber keinen großen Schaden anrichteten. ... In Altlandsberg fuhr ein Blitzstrahl in das Haus des Herrn Kaufmann Erich Scholz an der Fredersdorfer Chaussee. Der Blitz zerstörte einen Teil des Schornsteins und die elektrische Leitung, zündete sonst aber glücklicherweise nicht.

Die Erweiterung des Berliner Westhafens. Zum Erweiterungsbecken des Berliner Westhafens wurde am Dienstag vormittag der erste Spatenstich getan. Dem Akte wohnte Oberbürgermeister Böß und eine Vertretung des preußischen Handelsministeriums bei. Mit der Erweiterung des Hafens um ein drittes Becken war bereits bei Aufstellung der Entwürfe für die Gesamtanlage gerechnet und das dazu benötigte Gelände schon im Jahre 1906 zusammen mit dem übrigen Hafengelände lediglich für diese Zwecke von der Stadt erworben worden. Die Fertigstellung des dritten Hafenbeckens ist im Sommer, spätestens Herbst nächsten Jahres zu erwarten.


Niederbarnimer Zeitung, Sonnabend, den 6. September 1924 (Nr. 210), Aus Stadt und Land

Parade der Reichswehr bei Strausberg. Zum Abschluß des ersten Manövers der Reichswehr nach dem Kriege findet am 9. September hart östlich Strausberg an der Straße nach Klosterdorf eine Parade der im Bereiche des Wehrkreiskommandos 3 liegenden Truppenteile vor dem Chef der Heeresleitung und dem Reichswehrminister statt. ...


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 10. September 1924 (Nr. 213), Aus Stadt und Land

Die Entwurfszeichnungen für die südliche Umgehungsbahn nebst Uebersichtskarten der Teilstrecke von Hirschgarten bis Fredersdorf, einschließlich des Verschiebebahnhofs Schöneiche sowie der Zufahrtslinien von Kaulsdorf und Erkner zu diesem Verschiebebahnhof liegen noch bis zum 14. September ... zu jedermanns Ansicht aus. ...


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 15. September 1924 (Nr. 217), Aus Stadt und Land

Die verminderte Leibesfülle der Berliner. Die Berliner Straßenbahnverwaltung hat festgestellt, daß die Straßenbahnwagen, die vor dem Kriege für die Aufnahme von 20 Personen gebaut wurden, heutzutage ganz gut mindestens 22 aufnehmen, da die Fahrgäste an Leibesfülle eingebüßt haben.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 16. September 1924 (Nr. 218), Aus Stadt und Land

Der neue Bahnhof Warschauer Straße. Der Stadtbahnhof Warschauer Straße genügte schon seit längerer Zeit nicht mehr den Erfordernissen des starken Verkehrs. Deshalb hatte die Eisenbahn­direktion Berlin beschlossen, einen neuen Bahnhof mit zwei Bahnsteigen an Stelle des alten zu errichten. Dieser ist jetzt im Rohbau fertig. Nur ein Teil der Inneneinrichtungen wird noch ausgebaut. Im nächsten Monat soll der neue Bahnhof dem Betrieb übergeben und gleichzeitig der alte abgerissen werden. ... Auch die Hochbahnstrecke Gleisdreieck - Warschauer Brücke, die in unmittelbarer Nähe des neuen Bahnhofs endet, erhält nun erhöhte Bedeutung als Zubringerlinie für des Ostverkehr. ...

Feuer bei der Feuerwehr. Dieser Tage entstand gegen 5.15 Uhr nachmittags in dem Feuerwehrdepot in Cöpenick ein Dachstuhlbrand; die dortselbst befindliche Wache konnte das Feuer bis 5.45 Uhr löschen. Personen sind nicht verletzt. Der Dachstuhl ist erheblich beschädigt. Die Ursache des Brandes ist unbekannt.

Kalkberge. Das letzte Gewitter hat wieder ziemlich großen Schaden angerichtet. Das Leitungsnetz unseres Elektrizitätswerkes ist verschiedentlich vom Blitz getroffen worden, sodaß Kalkberge wieder einmal im Dunkeln lag. ...


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 17. September 1924 (Nr. 219), Aus Stadt und Land

Neuenhagen. Denkmalsweihe. Die Gemeinde Neuenhagen beging am Sonntag in schlichter Weise die Einweihung ihres wuchtig gestalteten Denkmals für die im Weltkriege Gefallenen. Krieger- und andere Vereine des Ortes und der Umgegend sowie zahlreiche Trupps von Reichsbannerleuten nahmen an der Feier teil. ......


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 19. September 1924 (Nr. 221), Aus Stadt und Land

Räumung der Wuhle. Die Anlieger und Eigentümer der Grundstücke an der Wuhle werden auf die ... aushängende Bekanntmachung des Schauamtes für die Wuhle, den Marzahn-Hohenschönhausener Grenzgraben und den Rohrpfuhlgraben hingewiesen. Hiernach ist zur Unterhaltung der Vorflut und zum ungehinderten Abfluß des Wassers die Räumung des Wasserlaufes, der Böschungen und der Uferränder bis zum 30.9.1924 durchzuführen. ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 23. September 1924 (Nr. 224), Aus Stadt und Land

Ein neuer Nord-Kanal. Die Stadtgemeinde Groß-Berlin will jetzt, wie Prof. Zschucke in der Zeitschrift „Das Schiff“ ausführt, einen neuen Kanal bauen, der Berlin im Norden umgehen und dort große Industriegelände erschließen soll. Der neue Nordkanal ist als Gegenstück zum Teltowkanal gedacht, der südlich von Berlin Havel und Spree miteinander verbindet. Der Kanal wird vom Tegeler See über Reinickendorf, Pankow, Weißensee, Lichtenberg nach Cöpenick führen.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 24. September 1924 (Nr. 225), Aus Stadt und Land

Dank der Reichswehr. Nach einer Bekanntmachung des Landrats des Kreises Niederbarnim bringt der Generalleutnant und Befehlshaber des Wehrkreises III seinen aufrichtigen Dank für die tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Herbstübung und für die freundliche Aufnahme seiner Truppen zum Ausdruck.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 29. September 1924 (Nr. 229), Aus Stadt und Land

Hochfliegende Pläne. Von einer dem Magistrat nahestehenden Korrespondenz wird gemeldet: Die Bezirksämter Wedding, Weißensee, Tempelhof, Reinickendorf und Zehlendorf planen den Bau von Rathäusern bzw. großen Verwaltungsgebäuden. ... Das Rathaus in Weißensee soll am Weißensee errichtet werden. Es soll Terrassen, Festsäle usw. erhalten und ist als Turmbau entworfen. Die Kosten sind dementprechend höher. Es fragt sich nur, wo das Geld hergenommen werden soll und ob die Zentralbehörden zustimmen.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 30. September 1924 (Nr. 230), Aus Stadt und Land

Vierzig Jahre Niederbarnimer Zeitung. Mit der heutigen Nummer vollendet unser Blatt seinen 40. Jahrgang. Das ist für eine Zeitung, die zehn Kriegs- und Nachkriegsjahre mit der besonders für die Presse verheerenden Inflation hinter sich hat, eine beachtenswerte Zeitpanne. ...


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 3. Oktober 1924 (Nr. 233), Aus Stadt und Land

Kameradschaftliche Feiern der Nachrichten-Truppen. Am 1. Oktober dieses Jahres sind 25 Jahre seit der Gründung der Telegraphen-Bataillone verflossen. In einem Vierteljahrhundert ist es durch schwere Arbeit und viele Kämpfe gelungen, eine Truppe zu schaffen, die für die Führung und die anderen Waffen unentbehrlich geworden ist. ... Am 4. Oktober findet im Saalbau Friedrichshain (Berlin) die Fahnenweihe des Vereins ehemaliger Kameraden der Nachrichten-Truppen Groß-Berlin E. V. statt. ...


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 6. Oktober 1924 (Nr. 235), Aus Stadt und Land

Zeitungsjubiläen. Das „Lichtenberger Tageblatt“ konnte am 1. Oktober sein 50jähriges Bestehen feiern. Die „Spandauer Zeitung“ bestand am 28. September 30 Jahre. Der „Tegeler Anzeiger“ beging am 1. Oktober sein 25jähriges Bestehen.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag den 7. Oktober 1924 (Nr. 236), Aus Stadt und Land

Der Kraftomnibusverkehr hat sich vortrefflich eingeführt und in der kurzen Zeit des Betriebes gezeigt, wie notwendig diese Verkehrseinrichtung war. Schon jetzt kann man erkennen, daß Betriebserweiterungen erforderlich sind. ...


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 14. Oktober 1924 (Nr. 242), Aus Stadt und Land

Rittergut Britz an Berlin verkauft. Dem Antrage des Bezirksamts Neukölln, das Rittergut Britz von den Wrede'schen Erben zu erwerben, hat der Magistrat zugestimmt. Das Gelände des Rittergutes Britz grenzt an Neukölln und ist zum Teil, da es von anbaufähigen Straßen durchschnitten wird, sofort bebaubar.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 20. Oktober 1924 (Nr. 247)

Eröffnung des neuen Bahnhofs Warschauer Straße.
Auf der Stadtbahn ist am Sonnabend ein neuer Bahnhof eingeweiht worden, an dem seit Sonntag früh sämtliche Stadtbahnzüge anhalten. ...


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 27. Oktober 1924 (Nr. 253), Aus Stadt und Land

Dahlwitz. Seltene Gäste sah in diesen Tagen unser Nachbarort Petershagen. Ein paar Züge von Kranichen, die in Deutschland fast gänzlich ausgerottet und ausgestorben sind, kreisten über dem Dorf. Alt und Jung erfreute sich an dem Anblick dieser stolzen Vögel, die man nur noch aus dem Zoologischen Garten her kennt.


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 30. Oktober 1924 (Nr. 256), Aus Stadt und Land

Altlandsberg. Von der Kleinbahn überfahren. Selbstmord verübte der bisheriger Heizer und Hausdiener Hermann vom hiesigen Kreiskrankenhause, der sich zuletzt in Petershagen aufhielt. Als morgens 5,45 Uhr der erste Kleinbahnzug kurz vor dem Bahnhof „Amtsgericht“ des Krankenhaus passierte, warf sich H., der sich bis dahin zwischen den Tannen verborgen gehalten hatte, auf die Schienen. Im gleichen Augenblick gingen auch die Räder des Zuges über ihn hinweg und töteten ihn. Die Gründe zur Tat sind unbekannt. - Motorradunfall. Beim Ausweichen kam der Arzt Dr. Mierisch, Vertreter des Sanitätsrats Crusius, mit seinem Motorrade zu Fall. Er zog sich Quetschungen zu und wurde auf seinen Wunsch zu Dr. Mohr in Fredersdorf und von dort nach dem Virchow-Krankenhaus in Berlin geschafft.

Lübbenau. Große Massen Meerrettich sind in diesem Jahre nach Amerika ausgeführt worden. Ein einziger Großhändler hat eine Lieferung vom mehreren tausend Zentnern dorthin übernommen.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 5. November 1924 (Nr. 261), Aus Stadt und Land

Großfeuer in Lindenberg. Großfeuer kam in dem Dorfe Lindenberg bei Buch, vermutlich durch Brandstiftung, in einer mit Erntevorräten gefüllten Scheune zum Ausbruch. Als die Gefahr bemerkt wurde, schlugen die Flammen schon aus den Luken heraus, und als die Ortsfeuerwehr an der Brandstelle eintraf, hatte das Feuer schon über seinen Herd hinausgegriffen. Die Scheune brannte völlig nieder. Stallungen und Wohnhaus schwebten in großer Gefahr. Es gelang, das Vieh in Sicherheit zu bringen.


Niederbarnimer Zeitung, Freitag, den 7. November 1924 (Nr. 263), Aus Stadt und Land

Brandstiftung und Selbstmord in Lindenberg. Wie sich jetzt herausgestellt hat, beruht der in der gestrigen Nummer gemeldete Scheunenbrand auf Brandstiftung. Täter ist der Schwiegervater des geschädigten Besitzers, ein sehr erregbarer Mensch, der mit seiner Familie in Unfrieden lebte und die Tat in geistiger Umnachtung ausgeführt hat. Nach dem Brand erschoß sich der Brandstifter in seiner Wohnung. Vor der Tat hatte der 76jährige Wüterich seine Ehefrau in den Kartoffelkeller gesperrt, mit der Absicht, daß sie bei em Brande ersticken sollte; die Unglückliche wurde jedoch von der Feuerwehr gerettet. Als der Schwiegersohn sich mit der Rettung des lebenden Inventars zu schaffen machte, wurde er von dem alten Manne angefallen und mit einem Revolver bedroht. Kurze Zeit darauf gab der Schwiegervater drei Schüsse auf seinen Schwiegersohn ab, die aber glücklicherweise ihr Ziel verfehlten.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 12. November 1924 (Nr. 267), Aus Stadt und Land

Die Umgehungsbahn.
Ein großes Eisenbahnprojekt, das bereits vor dem Kriege begonnen wurde, soll jetzt seinen Abschluß finden. Man hat es südliche Umgehungsbahn genannt, aber seinen Schwerpunkt wird es in unserer Gegend finden, zwischen der Ostbahn und der Schlesischen Linie. ... Der Bahnkörper der neuen Bahn ist bis nach Grünau und bis zum Teltowkanal fertiggestellt; er führt auf Dämmen entlang, nur wenig durch Einschnitte und vermeidet alle Wegekreuzungen in Schienenhöhe, was insbesondere im Hinblick auf den Autoverkehr von Wert ist. Ob der Bau der großen, über die Spree führenden Brücke bei Spindlersfeld noch im kommenden Frühjahre begonnen werden kann, hängt davon ab, welche weiteren Baumittel der Eisenbahnverwaltung zur Verfügung gestellt werden. Jedenfalls werden noch einige Jahre vergehen, bis die beinahe 60 Kilometer lange Strecke Michendorf - Mahlsdorf den Betrieb aufnehmen kann. ...
Ursprünglich war nur die Rede von einer Weiterführung der südlichen Umgehungsbahn zum Zwecke der Verbindung der Schlesischen mit der Ostbahn. Die Südliche Umgehungsbahn sollte von Süden her bei Cöpenick an die Schlesische Bahn herangeführt werden, diese bei Hischgarten überschreiten und dann verlassen, um bei Mahlsdorf auf die Ostbahn zu stoßen. Ueber diesen einfachen Plan ist das Projekt jetzt wreit hinausgewachsen. In der neuen Gestalt des Unternehmens handelt es sich um die Anlage eines zentralen Verschiebebahnhofes größten Ausmaßes, der zwischen Schöneiche, Münche­hofe und Vogelsdorf seinen Mittelpunkt findet, und um vier damit in Verbindung stehenden Zuführungslinien, von denen zwei von der Schlesischen Bahn und zwei von der Ostbahn ihren Ausgangspunkt nehmen.
Der Verschiebebahnhof, der sich in einem Areal von beträchtlicher Ausdehnung von West nach Ost erstreckt, kommt teils auf Dahlwitzer, teils auf Schöneicher Rittergutsgelände dicht nördlich von der Villenkolonie Schöneiche zu liegen, um von hier in Richtung Vogelsdorf zu verlaufen.
Von der Schlesischen Bahn aus führt im Westen, bei Hirschgarten abzweigend, eine Zuführungslinie über den Südwestzipfel des Erpetals, durch den Wald in einem Bogen nördlich um Ravenstein herum; ... In der gleichen Weise zweigt an der Ostbahn eine Zuführungslinie von Kaulsdorf ab, die Mahlsdorf-Süd durchschneidet, das Wiesental der Erpe vor Heidemühle kreuzt, sich dann der Hirschgartener Südwestlinie nähert und mit dieser zusammen dem Schöneicher Bahnhofe zustrebt. Diese Kaulsdorfer Line führt in der Nähe der Mannheimer Straße über die Cöpenicker Allee. ...


Niederbarnimer Zeitung, x, den x 1924 (Nr. x)

Der Brückenbau in Friedrichshagen beschlossen. ...
In der gestrigen Sitzung der Bezirksversammlung in Cöpenick wurde das für Friedrichshagen und seinen großen Ausflugsverkehr so wichtige Projekt zur Ueberbrückung des Müggelgemündes verabschiedet. ... Danach ist die Brücke als reine Fußgängerbrücke gedacht. Sie wird im Zuge der Pfeiffergasse an der Stelle der jetzigen Motorfähre errichtet. ...


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 4. Dezember 1924 (Nr. 285), Aus Stadt und Land

Bernau. Der frühere Bürgermeister Baetzold [!] ist in Frankfurt a. O., wo er seinen Lebensabend verlebte, im 76. Lebensjahre verstorben. Er war 36 Jahre Bürgermeister der Kreisstadt [!] Bernau.


Niederbarnimer Zeitung, Dienstag, den 9. Dezember 1924 (Nr. 289), Aus Stadt und Land

Das Friedrichhagener Brückenbauprojekt gescheitert.
Nachdem die in städtischen Kreisen bearbeiteten Pläne zur Ueberbrückung des Müggelgemündes zwischen Brauerei und Müggelschlößchen amtlich zur Kenntnis der für die Verwaltung der märkischen Wasserstraßen zuständigen Regierung in Potsdam gelangt sind, hat gestern von seiten der Potsdamer Behörde eine Ortsbesichtigung in Friedrichshagen stattgefunden. ...
Ueber das Ergebnis der Besichtigung wurden die Interessierten sodann unterrichtet. Der Herr Wasserbaudirektor erklärte auf das bestimmteste, daß nach Lage der örtlichen Verhältnisse an die Genehmigung eines Brückenbaus an dieser Stelle nicht zu denken sei und es keinen Zweck habe, die Pläne weiter zu verfolgen. Gegen einen Tunnelbau jedoch scheint die zuständige Regierungsbehörde nichts einzuwenden zu haben. ...

Verbotene Wochenmarktsartikel. Der Polizeipräsident weist darauf hin, daß sogenannte Hienfong-Essenz und Kräutertee als Arzneimittel anzusehen sind und ihr Feilbieten auf Wochenmärkten, im Straßenhandel, sowie im Umherziehen daher unter Strafe gestellt ist.

Geschlechtskranke. Das Bezirksgesundheitsamt teilt mit: In letzter Zeit mehren sich die Anzeigen über besonders wirksame Mittel (sogenannte Geheimmittel) und über besonders wirksame Kuren in den Tageszeitungen. Diese Anzeigen sind meist von Kurpfuschern veranlaßt und in ihrer Wirkung sehr zweifelhafter Natur. Vor dem gemeingefährlichen Treiben der Kurpfuscher, namentlich vor jeder brieflichen Behandlung der Geschlechtskrankheiten wird hierdurch gewarnt.

270 neue Autobusse für Groß-Berlin. Nachdem die Omnibusgesellschaft in der letzten Zeit bereits 70 Autobusse bestellt hat, deren Lieferung unmittelbar bevorsteht, ist in der Sitzung des Aufsichtsrats dem Vorstande die Ermächtigung erteilt worden, weitere 200 Autobusse zu bestellen. ...

Wahlergebnis im Kreise Niederbarnim. Soz. 22845, Deutschnat. 18807, Zentr. 1471, Komm. 10197, Deutsche Volksp. 4919, Nationalsoz. 1792, Dem. 5124, Wirtschaftsp. 4286, ..., Deutsch-Soz. 1014, ..., Unabh. Soz. 1026, ...


Niederbarnimer Zeitung, Donnerstag, den 11. Dezember 1924 (Nr. 291), Aus Stadt und Land

Altlandsberg. Zwei Fürsorgezöglinge, die der Anstalt Kaulsdorf entwichen sind, wurden abends hier aufgegriffen. Der eine wollte nach Templin, der andere nach Nowawes. Beide wurden in polizeiliches Gewahrsam genommen.


Niederbarnimer Zeitung, Mittwoch, den 17. Dezember 1924 (Nr. 296), Aus Stadt und Land

Ein Verkehrsverband Niederbarnim-West wurde am Sonntag in Oranienburg gegründet. Die Gründungsversammlung war sehr stark besucht. Stadtverwaltungen, Gemeindevorstände, Verbände und Vereine traten in großer Zahl bei. Schon bei der Gründung konnten 24 körperschaftliche Mitglieder festgestellt werden. Vorsitzender ist Buchdruckereibesitzer Freyhoff in Oranienburg.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 22. Dezember 1924 (Nr. 300), Aus Stadt und Land

Kommunistischer Ueberfall in Buchholz. In Buchholz bei Berlin kam es gestern nachmittag infolge eines Ueberfalls durch kommunistische Jugend auf eine Anzahl vaterländischer Vereine, die zur Feier der Einholung von Kirchenglocken vereinigt waren, zu einer großen Schlägerei, in deren Verlauf etwa dreißig Kommunisten verhaftet wurden.


Niederbarnimer Zeitung, Montag, den 29. Dezember 1924 (Nr. 304), Aus Stadt und Land

Altlandsberg. Schadenfeuer. In der Nacht zum Sonnabend brannte das Sommerhaus von Richter in Altlandsberg-West trotz schneller Löschhilfe völlig nieder. Auch das Mobiliar verbrannte. Der Eigentümer hatte das Haus erst vor einigen Tagen verlassen, um den Winter über wieder in Berlin zu wohnen. Man vermutet Brandstiftung.


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