Die Corona-Pandemie bremste auch in Mehrow das öffentliche Leben im April aus: Spielplatz gesperrt, Kirche verrammelt, alle Feste abgesagt und überall Aufforderungen, Abstand zu halten und möglichst zuhause zu bleiben.
Familienfeiern, Gaststättenbesuche und Ausflüge in größeren Gruppen mussten in diesem Jahr zu Ostern ausfallen, aber auf Rad- und Wanderwegen war nicht zu erkennen, dass es irgendwelche Einschränkungen gibt.

So waren auch in Richtung Blumberg / Krummensee / Altlandsberg reichlich Radfahrer und Wanderer unterwegs. Wer in Mehrow den Krummenseer Weg nahm, kam am Kiebitzsee vorbei, oder besser an dem was davon übrig ist: ein paar kleine Pfützen. Die in der Luft hängenden Wurzeln an Ästen und Bäumen, die einst im Wasser lagen, beweisen, dass der Wasserstand mal mehr als einen Meter höher lag.
Gleich nebenan wächst dafür etwas anderes - der Windpark auf den Feldern zwischen Blumberg und Krummensee.
Die Zuwegungen für die Windräder werden bald wieder verschwinden, aber die ohnehin schon reichlich vorhandenen Freileitungen werden noch zunehmen. So wie die Höhe der Windräder immer atemberaubender wird. Über den Baumwipfeln ist die Spitze eines riesigen, noch im Bau befindlichen Windrades zu sehen. Das macht neugierig.
Vom Feldrand an der Rückseite des Kiebitzsees sieht man, dass dicht neben gerade gesichteten Windrad noch ein zweites vom vermutlich gleichen Typ montiert wird - hier ragt zunächst nur der unterste Teil des Schaftes aus der Erde, aber weitere stehen schon fertig verschraubt in der Nähe und müssen nur noch aufgesetzt werden.
Insgesamt werden für das Zusammen- und Aufeinandersetzen der aus Segmenten bestehenden Schaftteile 26000 Schrauben gebraucht, wie uns später erzählt wird.
Bei dem zuerst gesichteten Windrad sind die überwiegend rumänischen Monteure trotz des Feiertags (Karfreitag, 10.4.) dabei, den ersten der 60 Meter langen Flügel in 138 Meter Höhe (Nabenhöhe) zu montieren. Der Ausleger des Krans, der dabei zum Einsatz kommt, reicht bis in 156 Meter Höhe.
6 Mio Euro kostet das Windrad, das 6 Megawatt leisten soll.
Auf dem Rückweg über staubige, zerfahrene Feldwege und die Kopfsteinpflasterstraße am Blumberger Lenné-Park kann man schnell einem der in diesen Tagen allgegenwärtigen Streifenwagen des Ordnungsamtes begegnen.
Mitarbeiter der Gemeinde und des Kreises sind unterwegs, um die Einhaltung der „Corona-Regeln“ zu überwachen.

Auf dem Weg von Blumberg nach Mehrow gab es an diesem Tag noch eine unerwartete Begegnung.
Rainer Fehlberg, der 1990 bis 1993 Bürgermeister in Mehrow war (und 2003 bei Günter Jauch 64.000 Euro gewonnen hat), stand vor verschlossener Schranke. Vor mehr als zehn Jahren ist er nach Templin gezogen und wollte jetzt mal seine frühere Heimat besichtigen. Die Sehnsucht nach Mehrow scheinen die Fortgezogenen nicht unterdrücken zu können.

Gerade jetzt, in Corona-Zeiten erscheint der Ort besonders farbenfroh und lebendig.
Die von unseren „Landfrauen“ am Dorfteich gesteckten Tulpen stehen inzwischen in voller Blüte und an allen Enden des Dorfteiches sitzen Pärchen oder Familien, die mit dem Rad oder mit dem Auto einen Ausflug hierher gemacht haben.
Und nach wie vor findet man überall im Dorf bunt bemalte „Schmunzelsteine“, neuerdings sogar in Form einer Steinschlange am abgesperrten Spielplatz.
Wer einen Stein findet oder einen neuen beisteuern will, kann ihn hier der Schlange hinzufügen. Mal sehen, wie lang diese wird - und wie lange sich dieser nette Brauch hält.
Nett anzuschauen ist auch der „Schaukasten“ an einem Grundstück hinter dem Dorfteich, der immer wieder neu und der Jahreszeit entsprechend dekoriert wird. Gerade saßen da noch Osterhasen und Hühner, jetzt weisen Fahrräder auf die angebrochene Radler-Saison hin.
Obwohl in diesem Jahr wegen „Corona“ das Altlandsberger Sattelfest nicht stattfinden konnte, ist das Anradeln nicht ausgefallen, wie die vielen Radler im Ort beweisen.

Wegen der Corona-Pandemie finden gegenwärtig Gottesdienste nur mit Einschränkungen statt:
Sonntag, 24. Mai, 11.00 Uhr
Andacht in der Kirche Mehrow
(nur 6 Gemeindeglieder, Mund-Nasen-Bedeckung, Abstand halten, Hygieneregeln beachten, kein Gesang)
Pfingstmontag, 1. Juni, 9.30 Uhr (bei schönem Wetter)
Gottesdienst im Pfarrgarten Ahrensfelde
Die Kirche in Ahrensfelde ist sonn- und feiertags um 9.30 Uhr zur Andacht geöffnet.
Bitte beachten Sie alle Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln.
Beerdigungen finden im engsten Familienkreis unter freiem Himmel statt.
Weitere Informationen unter www.kirche-ahrensfelde.de
oder im ev. Pfarramt in 16356 Ahrensfelde, Dorfstr. 57.
Tel.: 030 / 9339335, e-Mail: buero@kirche-ahrensfelde.de

Fahrpläne lt. Barnimer Busgesellschaft (BBG):
  • 390er Bus und
  • 901er Bus (neu ab 11.5.2020) Busses
Abfallentsorgung lt. BDG (ohne Gewähr):
  • Hausmüll: Di. 12.5., 3.6.2020
  • Gelbe Säcke: Mo. 4.5., 18.5., 2.6.2020
  • Altpapier: Fr. 23.5., 19.6.2020
  • Biomüll: Do. 14.5., 28.5., 11.6.2020
Übrigens:
Wenn Sie einen irgendwie in Ihren Besitz gelangten Geldautomaten wieder loswerden wollen: auch den nimmt die BDG. Siehe Elektroschrott / Automatische Ausgabegeräte.

Es stand im Mai vor x Jahrzehnten in der Zeitung (Niederbarnimer Kreisblatt) ...
[Ergänzung zu den bereits im Mai 2010 gelisteten Artikeln]

12. Mai 1880
Am 16. Mai cr. tritt in Hönow, bisher zum Landbestellbezirke des Postamts III in Alt-Landsberg gehörig, eine Postagentur mit Fernsprechbetrieb in Wirksamkeit. Dem Landbestellbezirke derselben wird das Dorf Mehrow zugetheilt.

25. Mai 1890
Werde Privat-Impfungen mit frischer Kuhlymphe bei Erst- und Wieder-Impflingen an jedem Sonntag (Nachmittags 3 Uhr) des Monats Juni vornehmen. Dr. Rehfeld, pract. Arzt, Ahrensfelde.

16. Mai 1900
Der Grund für den Concurs des Electricitätswerkes Alt-Landsberg ist hauptsächlich im Mangel hinreichender Mittel zur Ausführung des Unternehmens und in Zwistigkeiten der Gesellschafter zu suchen.

18. Mai 1900
Großen Schaden hat der Frost, welchen die drei Eisheiligen und ihre Nachkommenschaft brachte, in hiesiger Gegend auch an den Garten- und Feldfrüchten verursacht. Die Obstbäume, welche in voller Blüte stehen, haben schwer gelitten, sogar die Blätter an manchen Laubbäumen sind erfroren und ganz schwarz.

13. Mai 1910
Vom Oberführer der Freiwilligen Feuerwehr in Weißensee, Herrn Rathmann, wurde in Lindenberg eine gleiche Wehr ins Leben gerufen. Es traten derselben sofort 12 Mitglieder bei.

18. Mai 1910
Das Projekt der Eisenbahn Weißensee-Freienwalde ist soweit gediehen, daß demnächst die interessierenden Gemeinden zu einer Besprechung durch die Gemeinde Weißensee eingeladen werden sollen.

12. Mai 1920
Die neuen Amtsbezeichnungen der planmäßigen Beamten der Reichspost sind nun durchgeführt worden. Es gibt jetzt weder Briefträger noch Landbriefträger mehr im Deutschen Reich, sie heißen Postschaffner.

19. Mai 1920
Das „Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin“, das die Preußische Landesversammlung am 27. April mit nur 17 Stimmen Mehrheit angenommen hat, ist inzwischen amtlich verkündet worden. Die Stadtgemeinde Berlin wird aus 8 Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken gebildet und zählt 3806500 Einwohner, wovon die Hälfte auf das alte Berlin entfällt.


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