Etwa vom Anfang des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erschien jährlich im Verlag von Wilhelm Möller in Oranienburg ein "Kalender ... für den Kreis Niederbarnim" mit Beiträgen über die Geschichte unseres Umlandes, Artikeln über Land und Leute sowie mit aktuellen Berichterstattungen z.B. über den Autobahnbau und den Auf- und Ausbau des Feuerlöschwesens im Kreis.

Der Kalender findet sich, leider nicht ganz lückenlos z. B. in der Berliner Stadtbibliothek, wo wir etwas darin geblättert und ein paar Sachen kopiert und später elektronisch erfaßt haben. Die Auswahl ist so bunt wie das Spektrum der Beiträge im Kalender - mit wenigen Ausnahmen erfolgt die Wiedergabe ungekürzt und unkommentiert, was hoffentlich nicht mißverstanden wird.
Der Einfachheit halber erfolgt die Listung der Beiträge nach ihrem Erscheinungsjahr.



Hönow unter dem Eindruck der Kriegsereignisse 1800-1820
Von Lehrer Meyer, Hönow [Kalender 1922 für den Kreis Niederbarnim]

Hier geht es um die Einquartierung von 30.000 Soldaten aus Napoleons Truppen nahe Hönow im Jahre 1806 und darum, wie die hier gehaust haben. Der Artikel erklärt auch, wie ein nahe Mehrow gelegenen Waldstück den Namen "Franzosenfriedhof" erhalten hat.

Heuschreckenplage
in Klein-Schönebeck und Neuenhagen (i.J. 1777), Seeberg (1784), Zinndorf (1829), Eggersdorf (1831)
Von Lehrer P. Tramp, Neuenhagen (Ostbahn) [Kalender 1925 für den Kreis Niederbarnim]

Der Artikel berichtet davon, wie ganze Dörfer und hinzugezogene Hilfstruppen aus der Umgebung gegen die Heuschrecken vorgegangen sind und diese beispielsweise in rings um die Felder angelegte Gräben gejagt und dort "beerdigt" haben.


Mittelalterliche Roßdienste im Kreis Niederbarnim
Von Max Frentz [Kalender 1928 für den Kreis Niederbarnim]

Der Beitrag erklärt leicht verständlich das Verhältnis von Kurfürsten, Rittern und Bauern bis vor etwa 200 Jahren. Die enthaltenen Listen zeigen für verschiedene Jahre, wer hier wieviele Pferde dem jeweiligen Lehnsherren zur Verfügung stellen mußte


Aus Altlandsbergs ältesten und "jüngsten" Tagen
Von Artur Niedrich [Kalender 1931 für den Kreis Niederbarnim]

Hier geht es um die Besiedlung Altlandsbergs und das offenbar friedliche Zusammenleben von Wenden und Deutschen im jetzigen Stadtgebiet und um Schäden, die Altlandsberg beim Hussiteneinfall und im Dreißigjährigen Krieg erlitten hat.


Die Geschichte vom Posträuber Lenz
Eine Bluttat vor 150 Jahren / Der Überfall auf der Landstraße Berlin-Oranienburg und seine Sühne, Alten Urkunden und Überlieferungen nacherzählt von Hermann Bender
[Kalender 1936 für den Kreis Niederbarnim]

Für Hartgesottene: Die Schilderung, wie der Schlächtergeselle Lenz im Sommer 1789 eine aus drei kräftigen Männern bestehende Postkutschen-Besatzung gemeuchelt hat und später dafür gerädert wurde.


Die Wiedereindeutschung des Barnim in der Askanierzeit
Von Wilhelm Tessendorf [Kalender 1937 für den Kreis Niederbarnim]

Der ziemlich nationalistisch geprägte Artikel befaßt sich mit der Besiedlung des Barnim im 13. Jahrhundert und gibt Auskunft über die Besitzungen der Klöster Zinna und Lehnin im Kreisgebiet.


Vollendete und im Bau befindliche Reichsautobahnstrecken im Kreise Niederbarnim
Nach Angaben der obersten Bauleitungen Berlin und Stettin mitgeteilt
[Kalender 1937 für den Kreis Niederbarnim]

Ein Bericht von der Eröffnung eines Teilstückes der jetzigen A11 (Reichsautobahn Berlin-Stettin) mit detailierten Angaben zum verbauten Material


Auf grauem Band durchs Barnimer Land
Frühsommerfahrt auf der Reichsautobahn durch den Kreis Niederbarnim
Von Walter Möller [Kalender 1940 für den Kreis Niederbarnim]

Heute kaum nachvollziehbar: Die Empfehlung, einen Sommerausflug auf der Autobahn zu unternehmen. Der Artikel beschreibt sehr prosaisch, was beidseits der Autobahn zu sehen ist, z.B. Trappenfelde mit den damals offenbar noch hier vorkommenden Großtrappen.


Der Heimatkreis in vergangenen Kriegszeiten
Von Max Rehberg [Kalender 1941 für den Kreis Niederbarnim]

Wie das Erscheinungsjahr vermuten läßt, handelt es sich um eine nicht ganz parteilose Schilderung, welchen kriegerischen Einflüssen von Polen, Hussiten, Schweden, Franzosen usw. unser Kreis in der Vergangenheit ausgesetzt war.