Chronik-relevante Berichte über die jetzigen Ortsteile der Gemeinde Ahrensfelde
im Niederbarnimer Kreisblatt von 1900 bis 1943


Zusammen gestellt wurden (meist erheblich gekürzt) alle Zeitungsberichte, die nachhaltige Ereignisse (Baumaßnahmen, Brände etc.) oder Anstellungen von Amtspersonen betreffen. Berichte über Vereinsveranstaltungen wurden nur dann in diese Liste aufgenommen, wenn sie Auskunft über Gründungsdaten, Fahnenweihen usw. geben.
Mangels ortsbezogener Berichte wurden ab 1936 auch verstärkt überregionale Ereignisse und Entscheidungen sowie kreisbezogene Statistiken einbezogen.
Achtung! Die Datumsangaben weisen immer aus, wann der Bericht im Niederbarnimer Kreisblatt enthalten war, nicht wann das jeweilige Ereignis stattgefunden hat! Der Link führt zum (nicht oder weniger gekürzten) Original-Artikel auf unserer 'Niederbarnimer Kreisblatt'-Seite des entsprechenden Jahrgangs.

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1940 1941 1942 1943

4. Februar 1900
Der Administrator Lindenberg wird als Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Mehrow bestätigt.

11. Februar 1900
Der Administrator Lindenberg zu Mehrow wird zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Ahrensfelde auf die Dauer von 6 Jahren ernannt.

18. März 1900
Der Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg wird auf weitere sechs Jahre zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Blumberg ernannt.

23. September 1900
Der Kaiser dankt für die vortreffliche Aufnahme der während der Herbstübungen in verschiedenen Teilen der Provinz Brandenburg einquartierten Truppen.

14. November 1900
Das Rittergut Mehrow hat seinen Besitzer gewechselt. Die Ritterschaftsbank hat das Gut an einen Herrn Stock, früheren Besitzer einer Armaturen-Fabrik, für den Preis von angeblich 1.300.000 Mk. verkauft.

6. Februar 1901
In Blumberg wird nach längeren Debatten die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr beschlossen. Zum Beitritt melden sich sofort 16 Herren als aktive und 40 als passive Mitglieder.

5. April 1901
Der Kreistag beschließt unter Vorsitz von Landrat von Treskow die Übernahme der chausseemäßig ausgebauten, 2254 m langen Strecke zwischen Mehrow und Ahrensfelde in die Unterhaltung des Kreises. Die beteiligten Wegeunterhaltungspflichtigen haben dafür eine einmalige Abfindung von 25000 Mk. zum Chaussee-Reservefonds zu zahlen.

28. April 1901
Der Etat des Kreises Niederbarnim für 1901/1902 beinhaltet 2100,- M für die Chaussee Neuenhagen - Hoenow - Mehrow. Es sollen nur kleine Ausbesserungen ausgeführt werden, wofür 69 cbm Chausseesteine sowie 77 cbm Kies und Sand gebraucht werden.

5. Mai 1901
Der Verwaltungsbericht weist aus, daß auf der 6584 m langen, vom Kreis unterhaltenen Chaussee Neuenhagen-Mehrow 21 qm Pflasterungen ausgeführt und 60 Bäume gepflanzt wurden.

5. Mai 1901
Der Administrator Lindenberg in Mehrow wird an Stelle des verstorbenen Administrators Petersen zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirkes Ahrensfelde ernannt.

23. August 1901
Eine gefüllte, massive, mit Schiefer gedeckte Scheune des Bauerngutsbesitzers Adolf Thürling in Mehrow brennt nieder. Einige Tage vorher wurde das angrenzende Arbeiterwohnhaus des Rittergutsbesitzers Stock ein Raub der Flammen.

25. September 1901 / 6. Oktober 1901
Lehrer Schröder in Mehrow feiert sein 50 jähriges Amtsjubiläum. Er war während des halben Jahrhunderts ununterbrochen an der Mehrower Schule.

11. Mai 1902
In Blumberg findet die Vorstellung der durch den Instrukteur Fielitz (Alt-Landsberg) ausgebildeten freiwilligen Feuerwehr statt.

27. Juni 1902
In Lindenberg findet die Fahnennagelung der am 8. Juni feierlichst geweihten Vereinsfahne des deutschen Turnvereins "Jahn" statt.

13. Juli 1902
Lehrer Schröder, der 51 Jahre in Mehrow amtiert hat, tritt am 1. Oktober mit 72 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

5. Oktober 1902
Für die Mehrower Lehrerstelle wird Herr Weier aus Quisbernow, Kreis Belgard i. Pom. von Herrn Rittergutsbesitzer Stock gewählt.

29. April 1903
Der Etat für den Kreis Niederbarnim für 1903 enthält 14000 M für die Chaussee Dahlwitz-Hoppegarten-Hönow-Ahrensfelde. Erforderlich werden 575 cbm Chausseesteine, 348 cbm Kies und Sand. Zur Ausführung sollen gelangen: 4320 m Neuschüttung

7. Juni 1903 / 10. Juni 1903
Der Blumberger Turnverein "Germania" begeht das Fest seiner Fahnenweihe.

26. Juni 1903
In Lindenberg findet die Fahnenweihe des Arbeitervereins "Deutsche Eiche" statt.

5. Juli 1903 / 8. Juli 1903
Der Ahrensfelder Kriegerverein begeht sein 25. Stiftungsfest, wozu 28 Vereine mit 24 Fahnen erscheinen. Pastor Uhlmann hält den Festgottesdienst, Amtsvorsteher Haase begrüßt die Gäste, Landrat von Treskow hält eine Ansprache.

5. August 1903
Der Ahrensfelder Pfarrer Uhlmann kann auf eine 25jährige Wirksamkeit im Orte zurückblicken.

5. August 1903
Rittergutsbesitzer Stock, Patron der Mehrower Kirche und Schule, hat der Kirche eine neue Orgel gestiftet, der Schule die notwendigen Turngeräte geschenkt und der Schuljugend den Besuch des Zoologischen Gartens ermöglicht.

2. Dezember 1903
Der Rechnungsführer Wilhelm Wulff wird als Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Mehrow bestätigt.

12. Februar 1904
Der Ahrensfelder Gastwirt G. Kahlow weiht seinen neurenovierten Saal ein.

14. Februar 1904
Der Lehrer Johannes Hoy wird als Steuererheber der Gemeinde Blumberg bestätigt.

28. Februar 1904
Der Forstaufseher und Feldhüter, Büdner August Reinicke wird als Amtsdiener, Gemeindediener und Vollziehungsbeamter des Amtsbezirks Blumberg bestätigt.

15. April 1904
Der Bauergutsbesitzer Friedrich Ebel wird als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Lindenberg bestätigt.

20. Mai 1904
Im Blumberg treffen sich die Gemeindevorsteher der Ortschaften von Berlin bis Werneuchen, um über die Gründung eines festen Verbandes zwecks Hebung des Eisenbahnverkehrs und möglichst schneller Durchsetzung des Vorortverkehrs bis Werneuchen zu beraten.

27. Mai 1904
Büdner Reinhold Roth wird als Schöffe und Büdner Gustav Wegener als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Mehrow bestätigt.

26. Juni 1904
Kossätengutbesitzer Gustav Bredereke, Bauergutsbesitzer August Ebel II sowie Bauergutsbesitzer August Noack werden als Schöffen der Gemeinde Blumberg auf weitere 6 Jahre bestätigt.

10. Juli 1904
Bauergutsbesitzer Friedrich Bredereke und Kossätengutsbesitzer Wilhelm Schulze werden als Schöffen der Gemeinde Eiche bestätigt.

17. Juli 1904
Der bisherige Gemeinde-Vorsteher August Müller wird als solcher, die Bauerngutsbesitzer Julius Lehmann und August Wegener werden als Schöffen und der Kossätengutsbesitzer Gottlieb Meißner wird als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt.

24. Juli 1904
Der Landwirt Wilhelm Müller wird als Schöffe der Gemeinde Mehrow bestätigt.

24. August 1904
Durch das schnelle Wachstum von Ahrensfelde ist die Schülerzahl so gestiegen, daß die Anstellung eines zweiten Lehrers zum 1. Oktober notwendig wird. Am Nordgiebel des Schulhauses ist ein Anbau ausgeführt, in welchem eine Wohnung und ein Klassenzimmer enthalten sind.

24. August 1904
Der Herr Rittergutsbesitzer Stock schenkt der Mehrower Kirche eine kostbare Altardecke. Zwei Jahre zuvor hat er die Innenwände und Bänke mit einem neuen Anstrich versehen lassen und anstelle der kleinen verbrauchten Orgel eine neue gestiftet.

7. September 1904
Der Bauergutsbesitzer Karl Haase zu Ahrensfelde wird als Schiedsmann und der Bauergutsbesitzer August Müller daselbst wird als Stellvertreter für den Bezirk 33 (Gemeinde und Gut Mehrow und Gemeinde Ahrensfelde) bestätigt und verpflichtet.

14. September 1904
Der Gemeindediener und Nachtwächter Julius Habermann wird als Vollziehungsbeamter der Gemeinde Lindenberg bestätigt.

28. September 1904
Der Gräflich Arnim'sche Förster Strempel wird im Kleinen Rehhahn in unmittelbarer Nähe der Chaussee Berlin-Blumberg beim Ringen mit einem Wilderer durch einen Schuß aus seinem eigenen Gewehr getötet.

19. Oktober 1904
Auf dem früher Wenzel'schen Grundstück in Blumberg brennen Stallung und Scheune nieder. Es wird Brandstiftung vermutet.

26. Oktober 1904
In Blumberg findet die Gründung des Verkehrsvereins Berlin-Werneuchen statt. Zum 1. Vorsitzenden wird Herr Rittergutsbesitzer Böhm (Hirschfelde) gewählt. Ziel des Vereins ist die Erreichung besserer Zugverbindungen und Verkehrsverbesserungen auf der Bahnstrecke Berlin-Werneuchen. Zur Aufnahme melden sich sogleich 33 Mitglieder.

12. Februar 1905
Amts- und Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg wird für seine 25jährige Amtstätigkeit geehrt.

31. März 1905
Der Amtsvorsteher Grün wird als Gemeindevorsteher der Gemeinde Blumberg auf weitere 6 Jahre bestätigt.

21. Juni 1905
Der Blumberger Kriegerverein begeht sein 25jähriges Stiftungsfest. Nicht weniger als 22 Fahnen sind im Festzug vertreten.

19. November 1905
Herr Dr. Fahrenholtz (Ahrensfelde) siedelt nach Jasenitz bei Stettin über. Die Kassenarztstelle in Ahrensfelde mit einem Einkommen von 8-10000 Mark wird frei und ist sofort zu besetzen.

10. Dezember 1905
Die an der Bahnstrecke Werneuchen-Berlin belegenen Ortschaften beabsichtigen, um Einführung des Vorortverkehrs zu petitionieren. - Auch soll darauf hingewirkt werden, daß die Schnellzüge in Blumberg halten.

15. Dezember 1905
In Ahrensfelde ist die Diphteritis eingekehrt und hat einen hoffnungsvollen Knaben der II. Klasse in einigen Tagen dahingerafft. Die Hälfte der hiesigen Kinder fehlt in der Schule, auch Erwachsene sind von der bösen Krankheit nicht verschont geblieben.

31. Dezember 1905
Eine Blumberger Hausväterversammlung beschloß die Erhöhung des Grundgehalts der Lehrer von 1000 auf 1200 Mark (jährlich).

12. Januar 1906
Auf der Kreistagssitzung am 18. Dezember 1905 wird unter Landrat Graf von Roedern die Erbauung einer Kreis-Chaussee von Mühlenbeck über Schönerlinde-Buch-Schwanebeck-Birkholz nach Blumberg beschlossen.

17. Januar 1906
Die Diphteritis-Epidemie in Ahrensfelde ist noch nicht im Erlöschen. Der staatlich geprüfte Desinfektor Herr Beerbaum (Blumberg) ist engagiert, um die Wohnungen zu desinfizieren. Die Eltern sind beunruhigt, da der Ort zurzeit ohne Arzt ist. Der Schulbesuch leidet sehr unter der Krankheit. Schon seit Anfang Dezember waren an keinem Tag alle Schüler zur Stelle.

11. Februar 1906
Auf Anordnung des Königlichen Landrats ist die Ahrensfelder Schule wegen der Diphteritis-Epidemie bis auf weiteres geschlossen worden. Auch einer der Lehrer ist erkrankt.

25. Februar 1906
Die Diphteritis-Epidemie in Ahrensfelde ist als erloschen zu betrachten. Nachdem die Klassenzimmer desinfiziert und gründlich gereinigt wurden, konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden.

14. März 1906
Eine Deputation von einigen 20 Herren besichtigte vor einigen Tagen das Mehrower Gut. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Gemeinde Weißensee, das Gut oder einen Teil desselben zu Rieselzwecken aufzukaufen.

21. März 1906
Nachdem wiederholt versucht wurde, in Ahrensfelde größere Flächen für Rieselzwecke aufzukaufen, sind von der Berliner Stadtsynode ca. 1400 Morgen Acker zum größten Teil jenseits der Bahn zur Errichtung eines Zentralfriedhofs erworben worden. Die Stadtsynode fordert von der Gemeinde die Pflasterung der Hauptzufuhrstraße (Lindenberger Weg), die Regulierung der Wuhle und die Beibehaltung der ortsüblichen Umsatzsteuern.

6. Mai 1906
Auf dem Gelände des neuen Zentralfriedhofes Ahrensfelde sind Ingenieure und Feldmesser tätig, um das 1100 Morgen große Gelände zu vermessen und zu kartieren. Schon im nächsten Jahr sollen dort Bestattungen stattfinden. Der Gottesacker soll eine Musteranlage im Deutschen Reich werden. Die Preise für das gegenüber dem neuen Kirchhofe gelegenen Geländes sind inzwischen um das zwei- und dreifache gestiegen.

22. Juni 1906
Die Dorfstraße in Eiche am Ausgang nach Marzahn ist wegen Umpflasterung für einige Zeit für den Wagenverkehr gesperrt.

1. Juli 1906
Nach einer fast tropischen Hitze geht in Ahrensfelde ein kurzes aber recht kräftiges Gewitter nieder. Ein Blitzstrahl trifft das Wohnhaus des Gärtnereibesitzers H. Adler, ohne jedoch großen Schaden anzurichten.

8. Juli 1906
Ein Blitzstrahl trifft das Gestänge der Telephonleitung auf dem Rob. Wolff'schen Hause in Ahrensfelde ohne Schaden anzurichten.

13. Juli 1906
In Ahrensfelde herrschen die Masern in bedeutendem Umfange. An einigen Tagen fehlten in der Schule bis zu 50 Prozent.

23. September 1906
Auf dem Gelände des Zentralfriedhofes der Stadt Berlin bei Ahrensfelde werden die Arbeiten beschleunigt, da schon am 1. Juli n. Js. die ersten Bestattungen stattfinden sollen. Auch in Ahrensfelde entwickelt sich ein lebhaftes Treiben, da hier Grundstücksspekulanten, Bildhauer, Restaurateure, Gärtner usw. sich um Parzellen bemühen. Im nächsten Jahr wird hier eine große Bautätigkeit beginnen.

3. Oktober 1906
Der Lindenberger Lehrer Schulz wird nach 42jähriger Amtstätigkeit verabschiedet.

21. Oktober 1906
Auf Anordnung der Königlichen Regierung ist mit dem Beginn des Wintersemesters in Ahrensfelde das zweiklassige Schulsystem aufgehoben, und an seiner Stelle eine dreiklassige Schule eingerichtet worden. Die Gesamtschülerzahl beträgt z. Zt. 104.

21. Oktober 1906
Eine Berliner Aktiengesellschaft will eine Automobil-Omnibuslinie Alexanderplatz-Ahrensfelde einrichten. Die Gemeinde Ahrensfelde will aber dazu keinen namhaften Beitrag leisten, da Vorortverkehr und Elektrische winken.

30. November 1906
Ein volles Jahr herrschen in Ahrensfelde die gefährlichen Kinderkrankheiten Diphteritis und Scharlach. Wer davon nicht betroffen war, der hatte im Sommer die Masern. Sieben Kinder sind diesen Krankheiten erlegen.

13. Januar 1907
Sämtliche ehemaligen Soldaten aus Eiche haben sich zu einem Militärverein zusammengeschlossen. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Schuhmachermeister Kamerad Gröppler gewählt. Der neugegründete Verein zählt 29 Mitglieder.

20. Februar 1907
Auf dem Bahnübergang nach der Station Blumberg der Berlin-Wriezener Bahn ereignet sich in Eisenbahnunglück. Der Wagen des Kossäten Wegemund aus Birkholz, auf dem sich noch drei Personen befinden, wird von einem Personenzug erfaßt. Das Pferd wird schwer verletzt und muß getötet werden. Die Insassen kommen mit nur leichten Verletzungen davon.

6. März 1907
Die Ahrensfelder Gemeindevertretung beschließt, die Dorfstraße zu beiden Seiten mit Mosaikpflaster zu versehen. Sämtliche Kosten übernimmt die Gemeindekasse.

17. März 1907
Der Schloßgärtner Paul Fischer wird als 2. Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Blumberg bestätigt

19. April 1907
Auf dem Gelände des Zentralfriedhofes der Stadtsynode Berlin in Ahrensfelde entsteht ein Waldbrand. Nur der günstigen Windrichtung ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht größere Dimensionen angenommen hat.

19. Mai 1907
Der Stellmachermeister Rudolf Krüger wird als Steuererheber der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt.

19. Mai 1907
Dem Gutsgärtner Schröder in Blumberg wird das Allgemeine Ehrenabzeichen verliehen.

12. Juni 1907
Die Gemeinde Lichtenberg ist auf der Suche nach Kirchhofsland und beabsichtigt, ca. 100 Morgen in Ahrensfelde zu erwerben.

14. Juni 1907
Der Ahrensfelder Gemeindevorsteher Herr Gutsbesitzer A. Müller legt nach 15jähriger bewährter Amtstätigkeit freiwillig sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wird Herr Rentier A. Hübner gewählt.

16. Juni 1907
In Ahrensfelde treten die Masern nach einzelnen Erkrankungen jetzt epidemisch auf.

5. Juli 1907
Ein Unwetter richtet in Blumberg und Umgegend großen Schaden an. Der Blitz schlägt in einen Stall des Besitzers W. Kaisdorf; jedoch gelingt es, den Brand rechtzeitig zu löschen. Der niederströmende Regen reißt die Straßendämme auf und der niedergegangene Hagel richtet in Feld und Garten arge Verwüstungen an.

14. Juli 1907
Der Rentier Franz Brunow wird als Schöffe der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt.

11. August 1907
Der in Ahrensfelde zum Gemeindevorsteher gewählte Rentier A. Hübner wird auf sein Gesuch von der Annahme dieses Amtes entbunden. Die Gemeindevertretung wählt daraufhin den Gutsbesitzer Gust. Wegener zum Gemeindevorsteher.

11. August 1907
Auf dem Berliner Zentralfriedhof in Ahrensfelde wird das erste große Gebäude gerichtet. Es wird neben verschiedenen Wohnungen die Maschinen für den Wasserturm aufnehmen und außerdem für die Gerätschaften Raum gewähren.

1. September 1907
In Mehrow wird Herr Gemeindevorsteher Meißner wiedergewählt. Auch sein Vater war über 20 Jahre Gemeindevorsteher, so daß dieses Amt nun schon seit ca. drei Jahrzehnten von einer Familie verwaltet wird.

8. September 1907
Der Bauerngutsbesitzer Gustav Wegener wird als Gemeinde-Vorsteher von Ahrensfelde bestätigt.

22. September 1907
Die Wohnungsnot in Ahrensfelde steigert sich von Woche zu Woche. Mit dem besten Willen ist zur Zeit keine Wohnung zu haben, was viele Arbeiter umso schmerzlicher empfinden, da sie hier auf dem Berliner Zentralfriedhof lohnende Beschäftigung finden. Es ist ein dringendes Bedürfnis, daß in nächster Zeit einige große Arbeiterwohnhäuser entstehen.

25. Oktober 1907
Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof "Ostkirchhof Ahrensfelde" werden energisch gefördert, da am 1. Januar mit dem Belegen begonnen werden soll. Viele Neueinstellungen von Arbeitern sind erfolgt und es werden noch mehr Arbeiter verlangt. Mit Volldampf wird an der Regulierung der Wuhle, an der Pflasterung der Hauptzufahrtsstraße, am Abtragen des historischen Postberges, an der Einfriedung der einzelnen Begräbnisplätze, am Aufstellen einer Kapelle (früher auf dem Andreasfriedhof in Berlin) usw. gearbeitet. In der Nähe des Friedhofs hat bereits eine Bierquelle ihre Schleusen geöffnet.

18. Dezember 1907
Der Verkehrsverein Berlin-Werneuchen hält in Ahrensfelde eine Generalversammlung ab und führt Klage über das schlechte Wagenmaterial der Wriezener Bahn. Man hofft, daß nach der Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes Vorortverkehr eingerichtet wird.

20. Dezember 1907
Die Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes "Ostkirchhof - Ahrensfelde", welche Anfang 1908 erfolgen sollte, wird um 6 Monate verschoben und die Hälfte der Arbeiter entlassen. Die Aufstellung der Kapelle ist beendigt und der Leichenkühlraum ist gerichtet. Monteure sind mit der Aufstellung der Licht- und Kraftmaschinen beschäftigt, die Legung der Wasserleitung ist beendigt. In Kürze wird eine Blumenhalle auf dem Platze in der Nähe des projektierten Bahnhofes errichtet werden.

19. Januar 1908
Herr W. Dubick aus Marzahn erwirbt den Kalow'schen Gasthof in Ahrensfelde für ca. 83000 Mark. Die Uebergabe erfolgt am 1. März.

14. Februar 1908
Der Lehngutbesitzer Karl Gahtow zu Lindenberg wird als Schöffe der Gemeinde Lindenberg bestätigt.

4. März 1908
In Ahrensfelde sind größere Flächen Ländereien zu verpachten. Die Stadtsynode Berlin hat ca. 435 Morgen von ihren 1800 Morgen auf längere Jahre für Kirchhofszwecke noch ausgeschlossen und diese Flächen zur Pachtung ausgeboten. Außerdem bietet der Kaufmann Spagat (Berlin) einen Plan von 120 Morgen, den er von Herrn Gutsbesitzer J. Lehmann erworben hat, zur Pachtung aus.

13. März 1908
Der Gutsbezirk und die Gemeinde Mehrow bilden auf Grund des Gesetzes über die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen vom 28. Juli 1906 einen Gesamtschulverband.

15. März 1908
Der Ahrensfelder Krieger- und Landwehrverein feiert sein 30jähriges Bestehen. Noch 10 Gründer, die Kameraden A. Meißner, G. Albrecht sen., Krohn, F. Meißner, L. Grube, Wandrei, Ziebel, Jul. Schreiber (Franz. Buchholz), Schleusener (Mehrow) und Radunzel (Hellersdorf) sind heute Mitglieder des Vereins.

15. März 1908
Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof "Ostkirchhof" in Ahrensfelde, die ca. 1/4 Jahr vollständig geruht hatten, sind mit ca. 50 Arbeitern wieder aufgenommen worden. Es finden jetzt ständig Neueinstellungen von Arbeitern statt.

20. März 1908
Die Ahrensfelder Gemeindevertretersitzung beschließt, anstatt der Petroleum-Straßenbeleuchtung die Gasbeleuchtung einzuführen. Die Kosten belaufen sich bei einer jährlichen Brennzeit von 1000 Stunden auf 25 M. für eine Laterne. Durch Rohrlegung und Beschaffung sowie Aufstellung der neuen Laternen entstehen der Gemeinde keine Kosten.

20. März 1908
Einigen Bewohnern vom Bahnhof Ahrensfelde wird genehmigt, ihre Kinder in Ahrensfelde einzuschulen, obwohl der Bahnhof zu Falkenberg gehört.

27. März 1908
Bei den Ergänzungswahlen zur Ahrensfelder Gemeindevertretung werden Schmiedemeister G. Albrecht jr., Rentier G. Jost, A. Meißner, J. Lehmann jr. und A. Adler neugewählt. Amtsvorsteher Haase wird wiedergewählt.

23. Juni 1908 / 3. Juli 1908
Die Kapelle auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode in Ahrensfelde wird eingeweiht. Der Friedhof umfaßt 1200 Morgen Land und ist 1700 Meter lang und 1800 Meter breit. Er soll später für 30 Gemeinden zu 30000 Seelen genügen. Vorläufig werden 20 Gemeinden ihre Toten dort beerdigen. Die erste Leiche wird vom Bahnhof Ahrensfelde der Wriezener Nebenbahn von den angestellten Leichenträgern mit einem Leichenwagen abgeholt und nach dem Leichenkühlraume der Leichenhalle gebracht.

8. Juli 1908
Durch die ersten fünf Beerdigungen ist der Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode in Ahrensfelde seiner Bestimmung übergeben worden. Zahlreiche Arbeiter sind an der Bahnhofsanlage beschäftigt, die an der Stelle des historischen Lehmann'schen Postberges entstehen wird. Derzeit kommen die Leichentransporte von der Leichensammelstelle zu Berlin (alter Ostbahnhof) einmal täglich und zwar früh gegen 5 Uhr mit einem Güterzuge auf Bahnhof Ahrensfelde an.

16. September 1908
186 Beerdigungen fanden in den ersten zehn Wochen auf dem Berliner Zentralfriedhof in Ahrensfelde statt. Die Höchstzahl der Beerdigungen an einem Tage betrug acht.

13. November 1908
Der Bahnhof Ahrensfelde (Friedhof) an der Strecke von Berlin-Schles. Bahnhof (Wriezener Bahnsteig) nach Werneuchen wird in provisorischer Ausführung für den Personen und Leichenverkehr eröffnet.

24. März 1909
In Ahrensfelde wird der erste Spatenstich zur Gasanlage der Berliner Gasanstalt getan.

16. Mai 1909
Wegen Neubaues der Capp-Brücke wird der Karow-Schwanebecker Weg in Lindenberg gesperrt.

11. Juni 1909
Der Krieger- und Landwehrverband Lindenberg feiert sein 25jähriges Stiftungsfest. Der Kaiser hat dem Verein ein Fahnenband verliehen. Der Kriegerverein hat mit großem Kostenaufwand einen historischen Festzug arrangiert.

27. August 1909
Der Landwirt Albert Buchholz zu Ahrensfelde wird als Standesbeamter für den Bezirk Mehrow bestätigt.

29. August 1909
Bei Gastwirt Georg Keisdorf in Blumberg findet die Einweihung des neurenovierten Saales statt.

8. September 1909
Der Weg von Ahrensfelde nach Eiche wird für den Ausbau zur Chaussee auf längere Zeit für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

16. Januar 1910
Der Landwirt Albert Buchholz wird als Amtsvorsteher für den Amtsbezirk Ahrensfelde und der Gemeindevorsteher Wegener als dessen Stellvertreter bestätigt.

17. April 1910
Der Amtsvorsteher Albert Buchholz zu Ahrensfelde wird als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk 33 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet.

13. Mai 1910
Der Büdner Gustav Wegener wird als Schöffe der Gemeinde Mehrow und der Gastwirt Otto Bolle als dessen Stellvertreter bestätigt.

8. Juni 1910 / 16. November 1913
Einbrecher steigen in die Blumberger Kirche ein und rauben im Grabgewölbe die Särge der Familie von Arnim aus. Die Räuber werden zu 5 Jahren Zuchthaus bzw. 4 Jahren Gefängnis verurteilt, einer von ihnen landet später in einer Irrenanstalt.

3. Juli 1910
Der Rentier Albert Hübner zu Ahrensfelde wird als Schöffen-Stellvertreter der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt.

15. Juli 1910
Blumberg wird von der Berliner Gasanstalt mit Gas versehen. Die Erdarbeiten sind schon bis an den Ort vollendet und schon in kurzer Zeit wird Gas zu Verwendung gelangen.

24. Juli 1910
Der Schuhmacher Julius Zachow wird als Nachtwächter der Gemeinde Eiche bestätigt.

29. Juli 1910
Der Bauer August Lehmann zu Lindenberg wird als Schiedsmann und der Halbbauer Albert Salzmann als dessen Stellvertreter für den Schiedsmannbezirk 56 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet.

31. Juli 1910
Im Anschluß an die Gasversorgung der Gemeinde Ahrensfelde wird auch Blumberg in das Versorgungsgebiet der Berliner Gaswerke einbezogen. Der Gaslieferungsvertrag währt 60 Jahre. Der Stadt Berlin verbleibt auch über die Vertragsdauer hinaus die Befugnis, Gasdurchführungsrohre im Gemeindegebiet Blumberg zu verlegen.

12. August 1910
Der Weg von Eiche bis an die Chaussee nach Alt-Landsberg wird wegen Chaussierung auf längere Zeit für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

5. Oktober 1910
Pastor Blasche zu Blumberg tritt in den Ruhestand. Frau Gräfin von Arnim nimmt an der Abschiedsfeier teil.

12. März 1911
Der Bauerngutsbesitzer Wilhelm Bolle wird als Schöffe der Gemeinde Lindenberg bestätigt.

26. März 1911
Das vorläufigen Ergebnis der Volkszählung am 1. Dezember 1910 ergibt für Ahrensfelde: 738, Blumberg/Gemeinde: 974, Blumberg/Gut; 306, Eiche: 259, Lindenberg: 794, Mehrow/Gemeinde: 98, Mehrow/Gut: 152 Einwohner (Kreis Niederbarnim insgesamt: 444116)

21. April 1911
Der Bauerngutsbesitzer Juert wird als Gemeindevorsteher der Gemeinde Blumberg bestätigt.

4. Juni 1911
Der Kossät Gustav Brederecke in Blumberg wird als Schiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannsbezirk 32 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet.

26. Juli 1911
In Ahrensfelde wird der Ehrentag der neugegründeten freiwilligen Feuerwehr begangen. Die Prüfung der jungen Wehr erfolgt durch Kreisbrandmeister Spindler unter den Augen des Landratsamtsverwalters Geheimen Finanzrats Dr. Busch. Für die tadellos verlaufenen Übungen wird der Wehr von Ahrensfelde die wohlverdiente, volle Anerkennung ausgesprochen.

27. Oktober 1911
Der Schloßgärtner Paul Fischer in Blumberg-Schloß wird als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk 32 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet.

24. November 1911
Die 700 Jahre alte Lindenberger Kirche wird nach siebenmonatiger Renovierung wieder eingeweiht.

23. Juni 1912
Die Kapelle des Zentralfriedhofs in Ahrensfelde wird ein Raub der Flammen. Aus Ahrensfelde und den umliegenden Ortschaften Blumberg, Mehrow, Falkenberg und Eiche waren bald die Freiwilligen Feuerwehren zur Stelle, doch konnte die Kapelle nicht gerettet werden. Sie brannte vollständig nieder.

21. Juli 1912
Der Ritterguts- und Fabrikbesitzer Robert Stock zu Mehrow stirbt im 54. Lebensjahre.

21. Mai 1913
Der Arbeiter Franz Liebe aus Mehrow wird als Nachtwächter des dortigen Gemeinde- und Gutsbezirks bestätigt.

30. Mai 1913
Die Landstraße von Blumberg nach Alt-Landsberg wird auf Blumberger Terrain wegen Pflasterungsarbeiten für Lastfuhrwerk bis Anfang Juli gesperrt.

6. Juni 1913
Wegen Umpflasterung der Dorfstraße in Mehrow wird diese für den öffentlichen Verkehr vorläufig gesperrt.

27. März 1914
Wegen Umpflasterung wird die Dorfstraße in Mehrow erneut für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

4. Juli 1914
Der Bauerngutsbesitzer August Keisdorf in Blumberg wird als Schiedsmannstellvertreter auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet.

1. August 1914
Durch allerhöchste Verordnung wird für Berlin und die Provinz Brandenburg der Kriegszustand erklärt.

28. August 1914
Der Wirtschafts-Inspektor Paul Noack wird als Gutsvorsteherstellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow bestätigt.

16. September 1914
Der Schloßgärtner Paul Fischer in Blumberg (Schloß) wird als Schiedsmann auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet.

13. Dezember 1914
Die Lindenberger Frauenhülfe und der Jungfrauenverein, der gerade ein Jahr alt ist, veranstalten einen Familienabend zum Besten der im Felde stehenden Lindenberger Krieger.

6. Juli 1915
Der Amtssekretär Emil Bode aus Blumberg wird als Ortssteuererheber der Landgemeinde Blumberg bestätigt.

13. August 1915
Der Eicher Gemeinde-Vorsteher, Herr Altsitzer Gottlieb Giese, stirbt. Er hat die Interessen der Gemeinde seit dem Jahre 1900 mit voller Hingabe vertreten.

1. April 1916
Die Sperrung des Weges von Eiche nach Mahlsdorf wird aufgehoben.

26. April 1916
Der Bauerngutsbesitzer Georg Kirschbaum in Lindenberg wird als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Lindenberg bestätigt

11. Oktober 1916
Der frühere Turnwart des Deutschen Turn-Vereins "Jahn" Lindenberg stirbt im 25. Lebensjahr den "Heldentod fürs Vaterland".

26. November 1916
Für die sämtlichen hiesigen Gast- und Schankwirtschaften wird die Polizeistunde auf 12 Uhr nachts festgesetzt. Für Lokale mit weiblicher Bedienung bleibt die bisherige Polizeistunde bestehen.

3. Januar 1917
Der I. Vorsitzende der Spar- und Darlehnskasse Lindenberg e.G.m.b.H., August Lehmann, stirbt.

11. März 1917
Rittergut und Gemeinde Mehrow suchen einen Nachtwächter, welcher auch landwirtschaftliche Arbeiten verrichten kann.

26. Mai 1917
Der Arbeiter August Schneidereit wird als Nachtwächter für den Gemeinde- und Gutsbezirk Mehrow bestätigt.

21. August 1917
Der Landwirt Julius Bredereck wird als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Eiche bestätigt.

29. November 1917
Da sich bei der vorigen Volkszählung Fehler im Betrage vom Millionen herausgestellt haben, sollen bei der neuen Zählung unbedingt zuverlässige Zähler in genügender Menge zur Verfügung gestellt werden.

6. April 1918
Der Landwirt Paul Lindemann wird als Gemeindevorsteher der Gemeinde Eiche bestätigt.

12. Mai 1918
Der Landwirt Wilhelm Lindenberg I wird als Schöffe der Gemeinde Eiche bestätigt.

16. Oktober 1918
Die Grippe breitet sich immer mehr aus. Die Zahl der Erkrankten nimmt täglich zu. In vielen Fällen stellt sich infolge Unterschätzung der Krankheit Lungenentzündung, Rippenfellentzündung usw. ein. Die Zahl der Todesfälle steigt von Woche zu Woche.

12. November 1918
Der Arbeiter- und Soldatenrat Niederbarnim hat sich konstituiert und die Mitverwaltung des Kreises im Landratsamte übernommen.

17. November 1918
Ein Erlaß des Kriegsministeriums besagt, daß nicht alle Soldaten des großen deutschen Heeres und der Flotte zugleich entlassen werden können. Die Entlassung muß sich nach den Verkehrsmöglichkeiten richten und ordnungsgemäß vor sich gehen.

23. November 1918
Die Mitglieder der Krieger- und Landwehrvereine, sowie der Schützengilde werden aufgefordert, ihre Waffen und Munition abzuliefern.

28. November 1918
In sämtlichen Buchdruckereien Deutschlands wird als erstem Gewerke die achtstündige Arbeitszeit für Gehilfen und Arbeiter eingeführt.

11. Dezember 1918
Die Beschlagnahme von Fahrrädern wird aufgehoben und der Fahrradverkehr wieder von jeder Einschränkung befreit.

30. Januar 1919
Aus Ahrensfelde liegen folgende Wahlergebnisse vor: Demokraten 5, Mehrheitssozialisten 199, Deutsche Volkspartei 82, Deutschnationale Volkspartei 63 Stimmen.

19. März 1919
Eine vorübergehende Verstärkung der Landgendarmerie ist vom Minister des Innern angeordnet worden. Unter Einrechnung der überwiesenen militärischen Hilfsgendarmen sollen im Ganzen 2000 Hilfskräfte neu eingestellt werden.

17. September 1919
Ein Zusammenschluß der Baugeschäfte wird unter dem Namen "Vereinigung der Baugeschäfte von Altlandsberg und Umgebung" gegründet. Er soll die Arbeitgeberinteressen im Baugewerbe gegenüber Arbeitnehmern und Bauherren vertreten.

20. Mai 1920
Auch in diesem Jahr wird die Sommerzeit nicht wieder eingeführt, da die Landwirtschaft verschiedene Punkte, die für die Schädlichkeit der Sommerzeit sprechen, anführen konnte.

2. Juni 1920
Der Amtsvorsteher Weidelt wird als Standesbeamter des Standesamtsbezirks Blumberg und der Rentier Rudolf Krüger als 2. Standesbeamtenstellvertreter für den Standesamtsbezirk Mehrow bestätigt.

6. Juni 1920
Reichstagswahlergebnisse aus Ahrensfelde: Deutsche Volkspartei 6, Deutschnationale 50, Demokraten 0, Mehrheitssozialisten 105, Unabhängige 52 Stimmen.

23. Juli 1920
In Blumberg erfolgt die Gründung eines landwirtschaftlichen Vereins für die Orte Blumberg, Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Ahrensfelde, Eiche, Marzahn, Wartenberg, Mehrow, Krummensee, Seefeld und Löhme. Als Vorsitzende werden Administrator Brauns und Landwirt Gustav Grün (beide Blumberg) gewählt. Es zeichnen sich sofort 51 Mitglieder ein.

13. Oktober 1920
Die Ortsgruppe Mehrow des Verbandes der nationalgesinnten Soldaten begeht ihr Hindenburg-Geburtstagsfest verbunden mit einer Gründungsfeier. Ehrenmitglied ist Rittergutsbesitzer Bothe, Vorsitzender der Ortsgruppe ist Kamerad Voß. Die Ortsgruppe ist erst einige Wochen alt.

26. Oktober 1920
Der Landwirt Karl Rätz wird als Schöffe der Landgemeinde Mehrow bestätigt.

30. Oktober 1920
Der Gutsbesitzer Richard Möser wird als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Eiche bestätigt.

2. November 1920
Der Kaufmann Reinhold Roth wird als Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow bestätigt.

26. Januar 1921
In Blumberg wird Herr Weigelt als Kandidat der Mehrheitssozialisten für den Provinziallandtag aufgestellt.

1. März 1921
Der Lehrer Alfred Feuerstein wird als Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Blumberg bestätigt.

5. April 1921
Der Schöffe Rudolf Gahtow wird zum Standesbeamtenstellvertreter des Standesamtbezirkes Lindenberg ernannt.

25. Juni 1921
Der deutsche Turnverein "Jahn" Lindenberg feiert sein 25jähriges Stiftungsfest.

29. Juni 1921.
In Mehrow findet die Fahnenweihe des Verbandes nationalgesinnter Soldaten statt. Erster Vorsitzender der Ortsgruppe Mehrow ist Leutnant Grimme.

20. August 1921
Der Blumberger Eisenbahnschaffner Fritz Reinicke wird von seiner Rangiermaschine überfahren und stirbt. Er war Mitglied im Arbeiter-Verein "Einigkeit", im Sozialdemokratischen Wahlverein (S.P.D.), im Arbeiter-Männer-Gesangs-Verein "Sangeslust", im Kleintierzucht- und Gartenbau-Verein der Strecke Marzahn-Werneuchen und im Deutschen Beamtenbund (Orts-Kartell Blumberg).

27. August 1921
Die Personenstandsaufnahme am 15.11.1920 ergibt folgende Einwohnerzahlen: Ahrensfelde: 760, Blumberg/Gemeinde: 885, Blumberg/Gut: 345, Eiche: 263, Lindenberg: 767, Mehrow/Gemeinde: 88, Mehrow/Gut: 194.

27. Oktober 1921
Infolge Einführung des neuen preußischen Landeswappens müssen für die ganze preußische Verwaltung neue Siegel, Stempel und Siegelmarken beschafft werden.

2. Dezember 1921
Mit Unterstützung des Kreises hat die Lindenberger Frauenhilfe unter Leitung von Frau Pfarrer Schacht einen Haushaltungs- und Kochkursus eingerichtet.

29. Januar 1922
In Ausübung seines Berufes stirbt der in Blumberg stationierte Oberlandjäger Strümpf. Bei der Verfolgung eines Täters erleidet er auf dem Bahnhof einen Herzschlag.

2. März 1922
Der langjährige Vorsitzende des Kriegervereins Blumberg, Kamerad Fritz Töpffer sen. stirbt im 69. Lebensjahre. 25 Jahre hindurch hat der Verstorbene dem Verein als erster Vorsitzender gedient.

30. Juni 1922
Der Deutsche Turnverein "Felsing" Ahrensfelde (Gau Brandenburg - Deutscher Turnerbund) feiert seine Fahnenweihe.

27. August 1922
Im Kreise Niederbarnim gibt es 64 freiwillige Feuerwehren mit 1357 freiwilligen Feuerwehrmännern.

30. August 1922
In Mehrow feiert Schmiedemeister Ernst Krause sein 40jähriges Dienstjubiläum.

6. Januar 1923
Das Haus der Gastwirts Fischer in Ahrensfelde brennt. Das Haupthaus wird gerettet, aber ein angebauter Vorraum brennt ab.

24. April 1923
Rudolf Krüger wird als kommissarischer Gemeindevorsteher der Landgemeinde Ahrensfelde bestätigt.

31. Mai 1923
Der Maurer Gustav Vetter wird als Schöffe der Landgemeinde Blumberg bestätigt.

13. Juni 1923
Der Landbundreiterverein Blumberg tritt zum ersten Mal mit einer größeren Veranstaltung an die Öffentlichkeit.

14. Juni 1923
Der Gemeindevorsteher Kirschbaum in Lindenberg wird als Amtsvorsteher und der Gemeindeschöffe Rudolf Gathow als Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirkes Malchow bestätigt.

16. Dezember 1923
Der Hauptlehrer Gottfried Lehmann wird als Schöffe der Landgemeinde Ahrensfelde bestätigt.

29. Februar 1924
Lindenberg wird im Kreisblatt erstmals unter "Amtsbezirk Lindenberg" geführt.

29. Februar 1924
Die Freiwillige Feuerwehr Lindenberg feiert ihr 11jähriges Bestehen.

1. März 1924
In Mehrow veranstaltet der neugegründeten Landwehrverein eine Reichsgründungsfeier.

13. März 1924
Die Windmühle des Mühlenbesitzers Pach in Lindenberg brennt bis auf die Grundmauern ab. Das Feuer entstand durch unvorsichtiges Hantieren des Müllerlehrlings beim Anwärmen eines Motors mit der Lötlampe.

13. März 1924
Der Lindenberger Gesangverein "Lyra" feiert sein 46jähriges Stiftungsfest.

20. März 1924
Die "tüchtige und stramme" freiwillige Feuerwehr in Ahrensfelde feiert ihr 13. Stiftungsfest.

23. März 1924
Den Abschluß der Stiftungs- und Winterfeste bildet in Lindenberg die Feier des 10jährigen Bestehens der Frauenhilfe.

26. April 1924
Bei der Gemeindevertreterwahl in Blumberg treten an: Für die deutschnationale Volkspartei der Bauerngutsbesitzer Franz Kieckebusch sen., für die Vereinigte S.P.D. der Zimmerer Adolf Flöricke und für die Deutschvölkische Freiheitspartei der Landwirt Fritz Töpffer.

29. April 1924
Dem Vorsitzenden des Mehrower Turnvereins "Hindenburg", Turnbruder Schwarz, ist es gelungen, eine Vereinsfahne zu beschaffen, die am 6. Juli geweiht wird.

7. Mai 1924
Ein Großfeuer bricht in Blumberg im Sägewerk des Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt aus. Es liegt vermutlich Brandstiftung vor. Ein Schuppen mit Vorräten und der Maschinenraum brennen vollständig aus. Die im Freien lagernden Holzvorräte sowie in der Nähe liegenden Stallgebäude und Wohnhäuser können geschützt werden.

13. Mai 1924
In Lindenberg werden in die Gemeindevertretung gewählt: Fritz Gahtow, Landwirt; Richard Dünnbier, Bäckermeister; Rudolf Gahtow 1, Landwirt; Friedrich Baurath, Landwirt; Georg Kirschbaum, Landwirt; Ernst Koch, Landwirt; Wilhelm Albrecht, Zimmerpolier; Wilhelm Weigelt, Arbeiter; Albert Puttin, Arbeiter; Otto Agurzky, Arbeiter; Otto Günther, Zimmermann; Alfred Garbuzinski, Kaufmann.

22. Mai 1924
Die Chaussee von Malchow nach Lindenberg wird neu gepflastert.

1. Juni 1924
Die Provinzialchaussee Berlin-Schwedt zwischen Ahrensfelde und Seefeld ist nach Beendigung der Neuschüttungsarbeiten für den Verkehr wieder in vollem Umfange freigegeben.

4. Juni 1924
In Mehrow findet das 1. Stiftungsfest des vor Jahresfrist gegründeten Landwehr-Vereins verbunden mit einer Fahnenübergabe statt.

6. Juni 1924
Die Kreisstraße von Lindenberg nach Schwanebeck wird für 4 Wochen wegen Neuschüttens der Steinbahn für Fuhrwerke gesperrt.

6. Juni 1924
Gemeindevorsteher Kirschbaum eröffnet in Lindenberg die erste Sitzung der neugewählten Gemeindevertreter.

15. Juni 1924
Gemeindevorsteher in Blumberg wird der Gemeindesekretär Richard Noack. Gemeindeschöffen werden die Herren Töpffer, August Ebel und Vetter.

21. Juni 1924
Die Arbeiten an der Überlandzentrale gehen voran. Von Neuhönow bis zur Blumberger Grenze sind auf der Altlandsberger Feldmark die großen Masten aufgerichtet. Sie passen sich gut in das Landschaftsbild ein und wirken nirgends störend.

21. Juni 1924
In Mehrow wird eine Ortsgruppe des "Stahlhelm" (Bund der Frontkämpfer) gebildet.

10. Juli 1924 / 12. Juli 1924
In Mehrow findet die Fahnenweihe des jungen Turnervereins Hindenburg zusammen mit einer Sonnenwendfeier statt. Der Vereinsdietwart, Turnbruder Weier, dankt der anwesenden Gutsherrschaft, Herrn und Frau Bothe, für die gestiftete Fahne. Zum Gelingen der Feier hat der Bezirksdietwart, Turnbruder Marquardt vom "D. Tv. Felsing" Ahrensfelde beigetragen.

19. Juli 1924
Der Lehrer Max Hilscher und die Landwirte Fritz Klus und Julius Bredereck werden als Schöffe bzw. als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Eiche bestätigt.

31. Juli 1924
In Lindenberg findet eine Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen mit einer anschließenden Feier am Kriegerdenkmal statt.

6. August 1924
Hunderte von Frontkämpfern des "Stahlhelm" und Jungstahlhelmleuten kommen auf Einladung des Rittergutsbesitzers Bothe nach Mehrow.

31. August 1924
Das Niederbarnimer Kreisblatt führt einen Paket-Schnelldienst ein, der u. a. folgende Strecken bedient: Schmachtenhagen - Zehlendorf - Stolzenhagen - Klosterfelde - Basdorf - Schönwalde - Schönow - Bernau - Zepernick - Birkholz - Blumberg - Ahrensfelde - Falkenberg - Wartenberg - Malchow - Lindenberg - Schwanebeck - Buch - Schönerlinde und Wandlitz - Bernau - Börnicke - Willmersdorf - Weesow - Werneuchen - Löhme - Seefeld - Krummensee - Alt-Landsberg - Bruchmühle - Eggersdorf - Petershagen - Fredersdorf - Tasdorf - Neu-Vogelsdorf - Alt-Vogelsdorf - Neuenhagen - Hönow - Mehrow. Paketannahmestellen sind bei Gastwirt Gustav Ebel (Blumberg), Kaufmann Theodor Jauert (Ahrensfelde), Gastwirt Karl Korkow (Lindenberg) und bei Reinhold Roth, Filialleiter des Rittergutes Mehrow.

14. September 1924
Herr Noack wird zum Gemeinde-Vorsteher der Gemeinde Blumberg gewählt.

19. September 1924
Die Lindenberger Gemeindevertretung wählt Herrn Kirschbaum zum Gemeinde-Vertreter einstimmig wieder.

23. September 1924
Der Lehrer Gustav Weier wird als Schöffe der Landgemeinde Mehrow bestätigt.

3. Oktober 1924
Neu gewählter Gemeindevorsteher von Ahrensfelde ist der Landwirt Paul Hase. Er wird ermächtigt, bei Gastwirt Dubick zwei Zimmer als Diensträume anzumieten. Die durch die Zusammenlegung des Gemeinde- und Amtsbüros freigewordenen Räume im Hause Dorfstraße 49 sind seinerzeit Herrn Dr. Ebeling zur Verfügung gestellt worden.

7. Oktober 1924
In Mehrow wird durch die Schöffen und Gemeindevertreter einstimmig der bisherige Gemeindevorsteher, Herr Landwirt Ernst Meißner wiedergewählt. Er hat schon vor dem Kriege eine 9jährige Amtsperiode als Gemeindevorsteher hinter sich, mußte dann aber gesundheitsbedingt dieses Amt für einige Jahre niederlegen, bis er 1920 wiedergewählt wurde. Schöffen sind Lehrer Weier und Landwirt Wegener, Gemeindevertreter sind die Herren Thürlings, Brederecke, Zinn, Schwarz, Raetz, Lindemann, Glase und Mante.

14. Oktober 1924
Die im Frühjahr abgebrannte große Schneidemühle des Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt in Blumberg ist wieder vollständig aufgebaut und neu in Betrieb genommen.

31. Oktober 1924
Der von Blumberg nach Fichtenau bei Klein-Schönebeck versetzte Lehrer Giesecke stirbt wenige Tage nach seiner Versetzung im 46. Lebensjahre.

5. November 1924
In Lindenberg zündet der geistig verwirrte Karl Heinicke die Scheune seines Schwiegersohnes an und begeht anschließend Selbstmord. Die Scheune in der Dorfstraße 77 brennt bis auf die Grundmauern ab.

6. November 1924
Die hiesige freiwillige Ortswache, die über ein Jahr wirkungsvoll ausgeübt wurde und im Sommer einschlief, wird wegen der raffinierten Einbruchsdiebstähle in umliegenden Ortschaften wieder aktiviert.

15. November 1924 / 19. November 1924
In Blumberg findet die Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Friedhofe neben der 700 Jahre alten Kirche statt. Graf v. Arnim ist eigens zu diesem Zwecke nach Blumberg gekommen. Zwei Granittafeln bewahren die Namen von 54 Helden. Die Grundsteinlegung erfolgte im September 1924.

7. Dezember 1924
Der Landwirt Georg Kirschbaum wird als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Lindenberg bestätigt.

10. Mai 1925 / 24. Mai 1925 / 19. Juni 1925
Der Reiterverein Ahrensfelde und Umgebung vollzieht am 14. Juni seine Standartenweihe. 1. Vorsitzender ist Kamerad W. Hase.

29. Mai 1925 / 5. Juni 1925
Der deutsche Turnverein "Hindenburg" in Mehrow veranstaltet am 2. Pfingstfeiertag das Fest seines zweijährigen Bestehens. Vereinsleiter ist der Turnbruder Schwarz, Vereinslokal ist bei Meißner.

29. Juli 1925
Der Landarbeiter Christian Vorpahl wird als Nachtwächter der Gemeinde Blumberg bestätigt.

25. März 1926
Fürsorgeschwestern vom Oesterreichischen Roten Kreuz und Angehörige des Kaiserin-Augusta-Viktoria-Hauses Charlottenburg besuchen das Rittergut Mehrow, um den mustergültig eingerichteten Milchwirtschaftsbetrieb mit seiner elektrischen Melkanlage zu besichtigen. Ihr Interesse gilt auch der mit modernsten Maschinen ausgestatteten 20-Tonnen-Mühle.

19. Mai 1926
Die feuerlöschpflichtige Einwohnerschaft Mehrows berät über die Gründung einer Feuerwehr. Es wird noch keine Einigung erreicht.

14. Oktober 1926
Ein orkanartiger Sturm geht über Bernau und Umgebung dahin. Ursache sind zwei Zyklone, die von Finnland und den Shetland-Inseln zu uns gekommen sind.

30. März 1927 / 28. April 1927
Lehrer Weier verläßt Mehrow, um nach fast 25jähriger Tätigkeit als Konrektor nach Fredersdorf überzusiedeln.

13. Mai 1927
In Mehrow wird ein Leuchtmast, der Fliegern zur Orientierung dienen soll, aufgestellt.


1. Juni 1927
Die Schülerzahl in Blumberg ist in den letzten Jahren erheblich gesunken. Es ist darum ein Abbau einer Lehrerstelle geplant. Hauptlehrer Siebau hat sich bereits von den Schülern verabschiedet, es unterrichten jetzt nur noch zwei Lehrer.

21. Juni 1927
In Blumberg findet das 8. Bundesfest des Sängerbundes an der Wriezener Bahn statt.

28. Juli 1927
Wegen Ausführung von Neuschüttungsarbeiten wird die Berlin-Schwedter Provinzialchaussee zwischen Ahrensfelde und Blumberg auf etwa drei Wochen gesperrt.

24. August 1927 / 7. September 1927
Schmiedemeister Ernst Krause in Mehrow feiert sein 45jähriges Dienstjubiläum als Schmiedemeister des Rittergutes. Der Reichspräsident läßt dem Jubilar durch Rittergutsbesitzer Bothe eine Ehrenurkunde mit eigenhändiger Unterschrift überreichen.

4. November 1927
Nach über 22-jähriger Tätigkeit im Amtsbezirk tritt der Blumberger Amtssekretär Emil Bode in den wohlverdienten Ruhestand.

10. Februar 1928
Der Ahrensfelder Krieger- und Landwehrverein kann auf ein 50jähriges Bestehen zurück blicken.

28. Februar 1928
Die "Frauenhilfe" Blumberg feiert ihr 25. Stiftungsfest.

31. März 1928
Der Schulvorstand Mehrow berät über die Auflassung der neu festgesetzten Schulgrenze.

11. April 1928
In der Gräfl. Arnimschen Gutsverwaltung Blumberg ist aus nicht festgestellter Ursache in der Brennerei in der 2. Etage ein Brand ausgebrochen. Durch das schnelle Eingreifen der Wehr gelingt es, das Feuer nach kurzer Zeit zu löschen. Zum ersten Mal tritt die Feuerspritze in Tätigkeit, die sich vorzüglich bewährt.

19. April 1928
Der Mehrower Landwehrverein beschließt, die Vereinsfahne bei der Versicherungsanstalt des Kyffhäuserbundes gegen Diebstahl zu versichern, und zwar soll die Versicherungssumme 1000 RM betragen.

27. April 1928
Der Deutsche Turnverein "Felsing" Ahrensfelde feiert sein 20. Gründungsfest im Kreise seiner Mitglieder und derer Angehörigen.

13. Mai 1928 / 9. Juni 1928 / 29. Juni 1928 / 30. Juni 1928
Der Ahrensfelder Krieger- und Landwehrverein kann auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verbandsvorsitzende Kam. Ewig (Weißensee) hält die Festrede, auch der Ortsgeistliche, Pfarrer Benecke, spricht.

15. Juli 1928
Die Kolonie Birkholzaue, die über die Bahnstation Blumberg zu erreichen ist, feiert ihr 25jähriges Bestehen.

9. Dezember 1928
Da der Gutsbezirk Mehrow aufgelöst worden ist, besteht keine Daseinsberechtigung mehr für den Gesamtschulverband. Der Schulvorstand und die Gemeindevertretung beschließen deshalb die Übergabe der Schulkasse an die Gemeindekasse und die Auflösung des Gesamtschulverbandes.

28. März 1929
Wegen der in Blumberg immer wieder auftretenden Überschwemmungen durch den Schleusengraben wird zur Regulierung dieses Wasserlaufes eine Wassergenossenschaft gegründet.

14. Juni 1929
Der Männergesangsverein "Hoffnung" in Blumberg begeht das Fest seines 50jährigen Bestehens. Musikalischer Leiter ist der Lichtenberger Chormeister A. Kösterke.

3. Juli 1929
Der Kirchen- und Gemeindediener Gustav Doeberitz aus Ahrensfelde geht nach 27 Dienstjahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Reinhold Meißner.

3. Juli 1929 / 6. Juli 1929
In Ahrensfelde feiern der Landjägermeister Kabelitz und der Friedhofs-Inspektor Max Linthorst ihr 25. Dienstjubiläum.

26. Juli 1929
Auf dem Gelände des Zentralfriedhofes von Ahrensfelde bricht ein Waldbrand aus, der aber bald gelöscht werden kann.

4. September 1929
Der langjährige Wächter und Diener der Gemeinde Ahrensfelde, Gustav Döberitz, stirbt im Alter von 64 Jahren.

23. Januar 1930 / 29. Mai 1930
Der Blumberger Kriegerverein feiert Anfang Juni das Fest des 50jährigen Bestehens.

6. Februar 1930
In einer mit Gerstenstroh gefüllten Scheune des Rittergutes Blumberg bricht ein Feuer aus. Die Scheune wird durch den Brand vollständig eingeäschert. Es wird Brandstiftung vermutet.

15. Mai 1930 / 20. Mai 1930
NSDAP-Leute vom Sturm 5 Horst Wessel zerstören auf einem Werbemarsch nach Mehrow im Saal des Gastwirts Herrmann Meißner ein Bild des Reichspräsidenten Hindenburg.

30. Juli 1930
Der Ahrensfelder Reiter-Verein "Frisch auf" feiert sein 8. Stiftungsfest, verbunden mit einer Bannerweihe.

28. Oktober 1930 / 4. Dezember 1930
Der neue Feuerlöschbrunnen in Ahrensfelde wird durch Amtmann Siebert von der Feuersozietät abgenommen. Der 48 Meter tiefe Brunnen kostet 2000 Mark und gibt 900 Liter in der Minute. Die Feuersozietät gewährt einen Zuschuß von 250 Mark und stiftet einen Feuerlöschbrunnenständer und ein Brunnenanschlußstück.

9. November 1930
Die Freiwillige Feuerwehr Blumberg begeht die Feier ihres 29jährigen Bestehens. Aus Anlaß dieses Tages ist die Tagung des 4. Bezirks von Kreis Niederbarnim nach Blumberg einberufen.

13. November 1930
Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg überreicht der Freiwilligen Feuerwehr Blumberg 20 Meter B-Schläuche und dem 1. Brandmeister und Oberführer Vetter einen Brandmeisterhelm als Geschenk.

20. Januar 1931
Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg schenkt dem Brandmeister Grothe in Blumberg einen Führerhelm.

7. Februar 1931
Das Schöffengericht Berlin-Lichtenberg verhandelte gegen die beiden Nationalsozialisten, die im Vorjahr in Mehrow ein Hindenburg-Bild geschändet haben. Wegen Mangels an Beweisen wird das Verfahren eingestellt.

11. März 1931
Der Ahrensfelder Männer-Gesangsverein "Frohsinn" feiert sein 42. Stiftungsfest.

5. April 1931
Der Ahrensfelder Amtsdiener Wilhelm Lindemann kann auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. Der 71jährige Jubilar versieht noch seinen Posten bei der Amtsverwaltung Ahrensfelde.

3. Mai 1931 / 8. Mai 1931
Graf Arnim zu Blumberg stirbt im Alter von 56 Jahren in Muskau und wird dort beigesetzt. Er war ein großer Förderer des Automobilsports und Vizepräsident der Association Internationale des Clubs Automobile Reconnus. Außerdem war er ein Pionier des deutschen Pferdesports und Präsident des Union-Klubs. Vor dem Kriege besaß Graf Arnim selbst einen Rennstall unter dem Namen Gestüt Blumberg.

9. Mai 1931
Der ehemalige Gastwirt Wilhelm Hase sen. begeht seinen 80. Geburtstag. Das seit dem Jahre 1858 im Besitz der Familie befindliche Lokal wurde von ihm im Jahre 1867 übernommen und bis zum Jahre 1922, als es sein Sohn Wilhelm übernahm, in vorbildlicher Weise geführt. Bei der 25-Jahr-Feier des Reitervereins nahm er als 75jähriger noch hoch zu Roß teil.

23. Juni 1931
Wegen Ausführung von Neuschüttungsarbeiten wird die Steinbahn der Provinzialchaussee Berlin-Schwedt zwischen Ahrensfelde und Seefeld für ca. 6 Wochen abschnittsweise gesperrt.

1. Juli 1931 / 3. Juli 1931
Das dem verstorbenen Grafen Arnim gehörende Rittergut Blumberg ist durch Verkauf in den Besitz einer Berliner Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft übergegangen. Das Rittergut mit seinen rund 5000 Morgen ist eines der größten Güter der Mark. Der Kaufpreis soll angeblich 1.700.000 RM betragen. Die neue Besitzerin beabsichtigt, den zu Blumberg gehörenden Grund und Boden in kleinere Siedlerstellen aufzuteilen.

8. Juli 1931
Das Rittergut Blumberg wird durch die Gemeinnützige Siedlungstreuhandgesellschaft m. b. H. in Berlin zu Siedlungszwecken erworben. Es werden 8 Landarbeiterstellen von 2 Morgen Größe, 74 Landstellen von 8 bis 16 Morgen Größe und 23 bäuerliche Stellen zu rund 30 bis 35 Morgen Größe angelegt. Durch Umbau vorhandener Wohn- bzw. Wirtschaftsgebäude werden die Gehöfte für 11 Landstellen und 7 bäuerliche Stellen geschaffen.

13. September 1931
Der Blumberger Administrator Gustav Köhn erhält einen Strafbescheid über 3000 Mark, weil er im Jahre 1930 etwa 39 ausländische Arbeiter ohne Genehmigung des Landesarbeitsamtes beschäftigt hat.

8. Oktober 1931
Der Ahrensfelder DTV "Felsing" trägt sein erstes Verbandshandballspiel aus.

3. Dezember 1931
Ein Privatunternehmer beabsichtigt, eine Autobus-Zubringerlinie für die Wriezener Bahn einzurichten. Die Linie soll ihren Anfang in Berlin-Falkenberg nehmen und Ahrensfelde sowie die bei Eiche gelegenen großen Siedlungen erschließen. Als Ziel ist Berlin-Marzahn gedacht.

23. Dezember 1931
Die Blumberger Erwerbslosensiedlung wird im Beisein des Landrates Schlemminger eingeweiht.

24. Juni 1932
Das Rittergut Blumberg ist in der Matrikel der Rittergüter des Kreises Niederbarnim gelöscht worden.

17. Juli 1932
Der Bauerngutsbesitzer August Keisdorf in Blumberg wird als Schiedsmannstellvertreter der Gemeinde Blumberg für eine dreijährige Amtsdauer bestätigt.

26. August 1932 / 4. September 1932
Schmiedemeister Krause ist auf dem Rittergut in Mehrow 50 Jahre als Schmiedemeister tätig. Er war 47 Jahre lang Spritzenmeister und über 20 Jahre Schulvorsteher. 40 Jahre war er in der Kirchenvertretung, seit 6 Jahren ist er Kirchenältester.

21. September 1932
Der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde wird eine von der Gemeinde angekaufte Kleinmotorspritze übergeben. Die Sozietät hat die Hälfte der 3000 Mark Anschaffungskosten übernommen.

18. November 1932
Der Polizeiverwaltungsbeamte Ludwig Dubick in Ahrensfelde wird als Polizeisekretär des Amtsbezirks Ahrensfelde bestätigt.

18. Dezember 1932
Die bei Adolf Thürling in Mehrow angestellte Luise Bahr hat ihr 35. Dienstjahr bei derselben Dienstherrschaft vollendet.

25. Mai 1933 / 3. Juni 1933
Der Wettkampfbetrieb der Deutschen Turnerschaft wird zugunsten allgemeiner Breitenarbeit und des Wehrturnens eingeschränkt. Die Turnerschaft wird direkt dem Reichskanzler unterstellt.

16. Juni 1933
Der Schloßgärtner Paul Fischer wird zum kommissarischen Gemeindevorsteher von Blumberg ernannt. Kommissarische Schöffen werden der Gutsbesitzer Willy Grün, Maurer- und Zimmermeister Georg Weidelt und Landwirt Georg Wenzel II.

1. Juli 1933
Am 27. Juni 1933 wird das Gesetz über die Reichsautobahnen erlassen.

16. Januar 1934
Für ganz Preußen wird das Feuerlöschwesen durch ein Gesetz vom 15. Dezember 1933 einheitlich geregelt. Drei Arten von Feuerwehren werden unterschieden; die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr und die Pflichtfeuerwehr. Als Organisationsform ist der Verein vorgeschrieben. Die aktiven Mitglieder müssen das achtzehnte Lebensjahr vollendet und dürfen das sechzigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben.

18. Januar 1934
Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen sind in allen Ortspolizeibezirken Preußens freiwillige Feuerwehren zu errichten. Die Einheitssatzung sieht aktive Mitglieder, Mitglieder der Altersabteilungen und Ehrenmitglieder vor. Die freiwilligen Feuerwehrmänner müssen Bürger einer Gemeinde sein. Das Gesetz enthält einen Arierparagraphen.

30. Januar 1934
Die Landjägerei heißt in Zukunft wieder Gendarmerie.

10. Februar 1934
Der Kreis zählt 77 Feuerwehren mit 1934 Mitgliedern. Mit ein paar Ausnahmen besitzen alle Landgemeinden des Kreises Ortswehren und die noch fehlenden werden in den nächsten Tagen gegründet werden.

15. Februar 1934
Im Kreis Niederbarnim gibt es 186027 Einwohner, davon in Blumberg 1557, Lindenberg 1480, Ahrensfelde 1314, Eiche 489, Mehrow 321.

7. März 1934
Die Stellung des Dorf- und Gemeindeschulzen erfährt in Preußen eine grundsätzliche Neugestaltung. Die Verwaltung führt in Dorfgemeinden der Dorfschulze, in Landgemeinden der Gemeindeschulze. Die Berufung auf 12 Jahre erfolgt durch den Landrat nach Fühlungnahme mit dem Gauleiter der nationalsozialistischen Bewegung.

20. März 1934
Im Landratsamt findet für die Vertreter der neugegründeten freiwilligen Feuerwehren des Kreises eine besondere Versammlung statt. Sämtliche 15 neugegründeten Feuerwehren sind hinsichtlich ihrer Mannschaftsstärke sowie nach Art und Zahl der vorhandenen Großgeräte in die Einheit A, d. h. in einen Halbzug, einzugliedern. Ein Löschmeister kommt u. a. für Mehrow in Frage.

13. April 1934
In Blumberg wird dank einer größeren Stiftung des Reitervereins eine Volksbücherei geschaffen. Deren Leitung und Betreuung liegt in den Händen des Hauptlehrers Siedau.

19. April 1934
Die Warnlichtanlage der Nebenbahnstrecke Berlin-Werneuchen vor dem Bahnhof Ahrensfelde wird in Betrieb genommen. Der Schrankenposten wird aufgehoben und die Zugschranken werden beseitigt. Das Warnlicht besteht während der Zugpausen in einem weißleuchtenden Blinklicht, das sich bei Annäherung eines Zuges in rotleuchtendes Blinklicht von höherer Blinkzahl selbständig umwandelt.

24. April 1934
In Blumberg findet die erste Tagung der Bauernschaft statt. Ortsbauernführer ist W. Grün.

27. April 1934
Die Brand- und Unfallchronik des Kreises weist seit Anfang 1933 13 Großfeuer, 7 tödliche Unfälle und 11 verletzte Kameraden aus. In Ahrensfelde wurde je ein Mannschafts- und Gerätekraftwagen geprüft und abgenommen. Neue freiwillige Feuerwehren haben die Gemeinden Kienbaum, Schwanebeck, Bernöwe, Birkholz, Börnicke, Eiche, Hönow, Krummensee, Lobetal, Löhme, Mehrow, Münchehofe, Prenden, Seefeld und Spreeau gegründet.

2. Mai 1934
Als Nachfolger für den zu Ostern in den Ruhestand getretenen Pfarrer Ramin ist Pastor Heinzel nach Blumberg versetzt worden.

2. Mai 1934
Für die Strecke Berlin-Werneuchen sind am 1. Mai neue Zehnerkarten der Reichsbahn für die 2. und 3. Klasse in Kraft getreten.

4. Mai 1934
Die Märkische Elektrizitätswerke A.G. (MEW) besteht 25 Jahre. Die Generalversammlung beschließt wieder 10% Dividende.

11. Mai 1934 / 12. Mai 1934
Der Bauer Bruno Wegener wird zum Amtsvorsteher des Amtsbezirks Ahrensfelde und der Stadtinspektor Alfred Krüger zu seinem Stellvertreter bestimmt. Schloßgärtner Paul Fischer und Gutsbesitzer Willi Grün werden zum Amtsvorsteher bzw. Stellvertreter für den Amtsbezirk Blumberg bestimmt.

23. Mai 1934
Die beiden Lager in Blumberg, das Freiwillige Arbeitsdienstlager der NSDAP. und das Konzentrationslager in Elisenau, verlassen in Kürze den Ort.

5. Juni 1934 / 27. Juni 1934
Die Weidelsche Scheune in Blumberg brennt vollständig nieder. Die Wohnungen im angrenzenden Wohnhaus werden in aller Eile geräumt, wodurch die 7 Mieter, alles Arbeiter, manchen Verlust zu beklagen haben. Man vermutet Brandstiftung. Es wird eine hohe Belohnung ausgesetzt.

5. Juni 1934
Das Zweiglager des Konzentrationslagers Oranienburg in Blumberg-Elisenau kehrt nach Oranienburg zurück. Die Gefangenen haben die alte Ziegelei abgerissen und eingeebnet, außerdem haben sie mehrere Waldstücke abgeholzt. Das dadurch gewonnene Land ist den Siedlern zugeteilt worden.

14. Juni 1934
Nach der Reinigung des Blumberger Dorfteiches hatte man dort Fische eingesetzt. Da viele Fische eingegangen sind, war man gezwungen, den Teich leer zu fischen. 150 Karpfen wurden gefangen.

23./24. Juni 1934
Im Jahre 1936 soll die Berlin-Stettiner Strecke der Reichautobahn dem Verkehr übergeben werden. Die Kosten sind auf 400000 Mark für den laufenden Kilometer veranschlagt. 40 Prozent entfallen auf Löhne am Bau selbst, 35 Prozent auf Löhne außerhalb der Baubetriebe und der Rest auf sämtliche übrigen Aufwendungen, insbesondere Grunderwerbs- und Verwaltungskosten.

25. Juni 1934
Blumberg bekommt eine Apotheke! Sie wird geleitet von Apotheker Paul Kuneke, der in Potsdam seit 1922 die größte Apotheke geleitet hat.

3. Juli 1934
In Blumberg wird Pfarrer Heinzel in sein Amt eingeführt. Die Einführung nimmt der kommissarische Superintendent des Kirchenkreises Berlin-Land, Pfarrer Schleuning (Neuenhagen), vor. Bei der Feier wirken die Vorgänger des neuen Geistlichen, Pfarrer Ramin und Pfarrer Uhlich (Berlin) mit.

5. Juli 1934
Das Blumberger Arbeitsdienstlager wird am 1. Juli aufgelöst und die Arbeitsdienstleistenden werden auf 5 Lager verteilt. Seit dem 16. Mai 1933 war der Marstall des ehemaligen Arnimschen Schlosses die Unterkunft, und seit dieser Zeit wurde an der Entwässerung des Parks und des Schleusensees gearbeitet. Die Aufräumungsarbeiten im Park werden durch das Arbeitslager Bernau zu Ende gebracht.

9. Juli 1934
Bei der ersten Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes nach Durchführung des Feuerlöschgesetzes wird Kamerad Paul Haase (Ahrensfelde) mit dem staatlichen Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen ausgezeichnet.

17. Juli 1934
In Eiche findet die Übergabe der Freiwilligen Feuerwehr statt. Anwesend sind der Vertreter des Landrats, Regierungsrat Jacobi, Kreisfeuerwehrführer Gratz, Brandmeister Schäfer, Amtsvorsteher Wegener, sowie die Gemeindevorsteher und Ahrensfelde und Mehrow.

17. Juli 1934
Die Kirche in Eiche erhält die schon seit langem geforderte Heizungsanlage.

28./29. Juli 1934
Bei der Kreisverbandstagung der Freiwilligen Feuerwehren wird der Ahrensfelder Gemeindeschulze für die großen Verdienste um das Feuerlöschwesen mit der Dienstauszeichnung nebst Urkunde ausgezeichnet. Die Ahrensfelder Feuerwehr ist im Besitze einer Motorspritze und eines Mannschaftskraftwagens. Außerdem wurde ein Tiefbrunnen gebaut, aus dem zu gleicher Zeit drei Motorspritzen Wasser entnehmen können.

30. Juli 1934
In Blumberg werden der Schöffe Otto Peters und die Gemeindeältesten Georg Ladentin, Manfred Seipel, Fritz Töpfler, Richard Gathow I, Hermann Vetter und Paul Stark vereidigt.

3. August 1934
Das hauswirtschaftliche Jahr für Mädchen ist von der NS Frauenschaft, dem deutschen Frauenwerk, der Reichsjugendführung und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ins Leben gerufen worden.

11./12. August 1934
Die Ortsgruppe des Reichs-Luftschutz-Bundes Blumberg veranstaltet einen Ausbildungslehrgang für Behörden, Amtsleiter und Mitglieder des RLB.

13. August 1934
Der Blumberger Pfarrer Heinzel legt einen Bericht vor, der die Sanierung der Gruft unter der Kirche, die Entfeuchtung der Kirche durch Erdarbeiten und Einbau einer Luftheizung, die Erneuerung des Kircheninneren, des Daches und des Dachreiters umfaßt. Die Kosten von rd. 16000 RM. können dank Zuschüssen ohne Erhöhung der Kirchensteuer aufgebracht werden.

28. September 1934 / 6. November 1934
Da nur Blumberg einen Steigeturm besitzt, findet der erste Teil der Prüfung der neuen Feuerwehren von Seefeld und Löhme in Blumberg statt. Die Blumberger Wehr wird durch Landrat Dr. Weiß, Kreisfeuerwehrführer Graß und Sozietätsamtmann Moch neu verpflichtet.

12. Dezember 1934
Die Autobahn schneidet westlich von Blumberg die Provinzialchaussee. Diese muß daher höher gelegt werden. Die neue Straße ist abgesteckt worden. Sie verläßt die alte Straße am Chausseehaus, führt am Bahnhof vorbei nördlich um Blumberg herum und kommt am Kiez wieder zur alten Straße zurück.

5. Januar 1935
Planungen zur Reichsautobahn: 190 Kilometer Umgehungsstrecke, 200 neue Brücken bis einen Kilometer Länge. Acht Linien führen sternförmig auf den Ring zu: Hamburg-Berlin, Rostock-Berlin, Stettin-Berlin, Frankfurt a. O.-Berlin, Breslau-Berlin, Dresden-Berlin, Halle-Leipzig-Berlin und Hannover-Berlin. Der Ostabschnitt, ist von Blumberg bis zur Abzweigung der Frankfurter Linie bereits im Bau.

11. Januar 1935
Seit Bestehen der Blumberger Bücherei (21.3.1934) wurden 365 Bände ausgeliehen, das sind 220 Prozent.

29. Januar 1935
Die Mehrower Freiwillige Feuerwehr feiert ihr erstes Stiftungsfest.

30. Januar 1935
Die Hitler-Jugend führt in Blumberg Nachtübungen durch.

5. Februar 1935
Nach einjährigem Bestehen begeht die Freiwillige Feuerwehr Eiche ihr Stiftungsfest.

29. April 1935
Zum Oberwachtmeister befördert wurde der Wachtmeister der LPG. Göring Leopold Bauer jun. aus Lindenberg.

3. Juli 1935
Das Sommerfest der Blumberger Kriegerkameradschaft kann nicht in der üblichen Form gefeiert werden, da durch den Bau der Autobahn der Schießstand der Kameradschaft abgebrochen wurde.

8. Juli 1935
Die Arbeiter der Baustelle Mehrow-Blumberg der Reichsautobahn begehen einen Kameradschaftsabend im Paradiesgarten in Berlin-Biesdorf. Bauführer Kindscher hält eine kurze Rede. Als Vertreter der ausführenden Firma ist Baumeister Rath anwesend.

11. Juli 1935
Blumberg wird einen Autobahnhof zweiter Klasse erhalten. Der Teil der alten Chaussee, der durch den Bau der Reichsautobahn und der Umgehungsstraße aus dem Verkehr ausgeschaltet wurde, soll nun als Zufahrtsstraße zur Autobahn dienen.

22. Juli 1935
Die Scheune des Bauern W. in Ahrensfelde geht durch Brandstiftung in Flammen auf. Die Täterin gibt an, daß sie sich an dem Bauern habe rächen wollte.

31. Juli 1935
Der Beauftragte des Führers für die geistige und weltanschauliche Erziehung des deutschen Volkes, Reichsleiter Pg. Alfred Rosenberg, wird die NSV.-Reichsschule in Blumberg voraussichtlich Mitte August feierlich einweihen.

8. August 1935
In Blumberg wird eine Brennereigenossenschaft gegründet. 28 Siedler geben ihre Unterschrift. Die Genossenschaftsanteile wurden mit 1 RM für 50 Liter Brennrecht festgesetzt. In den Vorstand wurden die Siedler Johann Müller, Möricke und Blücher, in den Aufsichtsrat die Siedler Kreis, Stark und Zirzow gewählt. In der Brennerei sind verschiedene Reparaturen und Neuanschaffungen nötig, um den Betrieb zu modernisieren und das Kontingent von 120000 Litern brennen zu können.

8. August 1935
In Berlin-Brandenburg wird der "Stahlhelm" wegen staatsfeindlicher Einstellung aufgelöst. In allen Orten, in denen Stahlhelm-Ortsgruppen bestanden, werden Haussuchungen nach Waffen und schriftlichem Material durchgeführt. Das Vermögen der Ortsgruppen wird beschlagnahmt.

2. September 1935 / 4. September 1935
In der Gutssiedlung Blumberg brennen Stallung und Scheune des Siedlers O. Der Hydrant der Wasserleitung reicht nicht aus, weshalb die Blumberger Besitzer aus dem Dorfteich 51 Wasserwagen zur Brandstelle bringen. Die Alarmierung verzögert sich, da der Besitzer des einzigen in der Nähe befindlichen Telephonapparates nicht anwesend ist. Der Landrat besichtigt die Brandstätte und verlangt die Abstellung der Mängel.

8. November 1935
Den Mitgliedern des aufgelösten NSDFB. (Stahlhelm) wird der Eintritt in die NSDAP. oder in den Kyffhäuserbund empfohlen.

15. Januar 1936 / 23. Januar 1936
In Ahrensfelde wird in einer öffentlichen Versammlung anläßlich der Anbringung des Stürmerkastens über die Judenfrage gesprochen. Der Stürmerkasten der Ortsgruppe der NSDAP. wird am Grundstück Dorfstraße 57 angebracht und eingeweiht.

4. Februar 1936
Die Freiwillige Feuerwehr Ahrensfelde feiert ihr 25jähriges Bestehen. Der Brandmeister verliest einen Auszug aus der Chronik der Feuerwehr, welche die Gründung, Entwicklung und Tätigkeit in den 25 Jahren schildert. Mit der Dienstlitze für 15jährige Tätigkeit werden die Kameraden Paul Wegener I, Paul Wegener II und Fritz Jauert, und mit derselben für zehnjährige Tätigkeit die Kameraden Helmut Dubick, Willy Schröder und Adolf Degen ausgezeichnet. Der Mitbegründer und langjährige Brandmeister der Wehr, Kamerad Karl Langmann, wird zum Ehrenmitglied ernannt. Von den fördernden Mitgliedern erhalten Ehrenurkunden für 25jährige Mitgliedschaft die Kameraden Reinhold Krüger, Wilhelm Schäfer, Hermann Grube, Otto Brülke, Paul Haase, Richard Adler, Wilhelm Dubick, Reinhold Meißner, Wilhelm Hase, Gustav Jost, Gustav Degen und Julius Lehmann.

13. Februar 1936
Der freiwilligen Feuerwehr obliegt nicht mehr allein die Bekämpfung von Schadenfeuer, sie kann vielmehr nach der ausdrücklichen Bestimmung des Gesetzes auch zur Abwehr sonstiger Gefahren eingesetzt werden.

17. Februar 1936 / 29. Februar 1936
Die Blumberger Ortsgruppe des RLB. veranstaltet einen Vortragsabend, auf dem die bekannte Weltfliegerin Elly Beinhorn spricht.

31. März 1936
In den nächsten Tagen erhält auch Ahrensfelde endlich eine Motorspritze, geliefert von der Firma Magirus in Berlin-Tempelhof.

4. April 1936
Ein schweres Gewitter zieht über Eiche. Der Blitz schlägt in der Siedlung Hoheneiche in das Haus der Siedlerin Kleinschmidt ein, zertrümmert einen Teil des Daches und fährt durch die Decke in die Küche, ohne zu zünden.

6. April 1936
Ministerpräsident Göring eröffnet den ersten Teilabschnitt der Reichsautobahnstrecke Berlin-Stettin, die 45 Kilometer lange Teilstrecke von Berlin nach Joachimsthal.

15. April 1936
Das beliebteste Ziel der Spaziergänger aus Blumberg ist die im Bau befindliche Autobahn. Man hat begonnen, die Betondecke zu legen, die ersten hundert Meter südlich der Chaussee sind fertig. Die Umgehungsstraße um Blumberg ist bis zum Kastanienweg fertiggestellt.

17. April 1936
Als vor dreieinhalb Jahren die Schule in Elisenau für die Siedlung errichtet wurde, mußten von den drei Lehrern der Blumberger Schule einer nach Elisenau. Nachdem die Kinderzahl durch die Siedlung dauernd gestiegen ist, wurde ein Junglehrer genehmigt. Lehrer W. Rößler hat die Verwaltung der Schulstelle in Elisenau übernommen. Die verwaiste 3. Klasse in Blumberg ist wieder bezogen worden, und der alte vierklassige Schulbetrieb läuft wieder.

18. Mai 1936
Die Hebamme Frau Maria Sterth aus Ahrensfelde kann auf eine 40jährige Berufstätigkeit zurückblicken

19. August 1936
Bericht des Kreisbranddirektors: In den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises bestehen 85 Freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2093 aktiven Mitgliedern, 2 Freiwillige Betriebsfeuerwehren mit 69 aktiven Mitgliedern und 1 Freiwillige Anstaltsfeuerwehr mit 17 Mitgliedern, zusammen 2179 Mitglieder. In Eiche wurde eine Kleinmotorspritze geprüft und abgenommen.

25. August 1936
Die Gesamtstrecke Berlin-Stettin der Reichautobahn wird in Betrieb genommen.

24. Dezember 1936
Das Erbhofrecht wird ausgebaut.

31. Dezember 1936
Die Liste der Naturdenkmale im Kreise Niederbarnim enthält eine Linde im Alter von 2-300 Jahren (Umfang 4,15 m, Höhe 15 m) in Blumberg auf dem Friedhof an der Dorfkirche (unmittelbar an der Giebelseite der Kirche) und eine Eiche im Alter von 4-500 Jahren (Umfang 5,87 m, Höhe 30 m) im Blumberger Schloßpark (etwa 125 m südlich der Hauptallee).

14. Januar 1937 / 1. April 1937
Die Feuerwehrführer Niederbarnims ehren ihren ausscheidenden Vorgesetzten, den wegen Erreichung der Altersgrenze ausscheidenden Kreisfeuerwehrführer Graß. Sein Nachfolger wird Max Lubnow.

3. April 1937
Als erster Bauabschnitt des Berliner Rings wurde die Osttangente in Angriff genommen. Sie ist rund 41 Kilometer lang und verläuft im Osten der Stadt am äußersten Rande der vorstädtischen Siedlung. Sie beginnt südlich des Ortes Schwanebeck im Nordosten Berlins, verläuft zunächst südöstlich und schwenkt bei dem Talübergang bei Rüdersdorf in südlicher Richtung ein.

12. Mai 1937
Bericht über das Feuerlöschwesen im Kreise Niederbarnim für die Zeit vom 1. April 1936 bis zum 31. März 1937: Die Löschwasserversorgung wurde verbessert durch den Bau einer Löschwasserzisterne vom 70 Kubikmetern Inhalt in Blumberg und durch den Bau eines Feuerlöschteiches in Lindenberg (Ortsteil Klarahöh). Einen neuen Feuerwehrgeräteraum hat die Gemeinde Ahrensfelde geschaffen.

5. Juni 1937
Nach knapp 2 1/2 jähriger Bauzeit ist der erste große Teilabschnitt des Berliner Ringes fertiggestellt. Diese sog. Osttangente, die etwa von Buch bis Erkner reicht, hat eine Länge von 29 Kilometern. Sie unterfährt die Wriezener Bahnstrecke und kreuzt bei Blumberg die Reichsstraße 158, die mit der Anschlußstelle Weißensee - Werneuchen an die Autobahn angeschlossen ist. Nach Überquerung von zwei kleineren Moortälern kommen wir zur Anschlußstelle Lichtenberg-Nord - Altlandsberg, die bei Seeberg zu einer Provinzstraße erster Ordnung führt. Gleichzeitig mit Eröffnung der Strecke wird an der Anschlußstelle Weißensee - Bernau-Süd eine der ersten Tankstellen dem Betrieb übergeben. Sie hat unmittelbaren Anschluß an das Berliner Fernsprechnetz.

29. Oktober 1937
Es wird angestrebt, daß in jeder Gemeinde von 500 Einwohnern an eine Volksbücherei vorhanden ist, die einen Kernbestand ausgewählten Schrifttums von mindestens 250 Büchern hat.

17. Dezember 1937
An der Auffahrt Erkner-Grünheide der Osttangente des Berliner Ringes findet die zentrale Feier anläßlich des zweitausendsten Autobahn-Kilometers statt.

21. Dezember 1937
Die freiwilligen Feuerwehren werden zum Hilfskorps der Polizei im nationalsozialistischen Staat, der den Begriff Feuerlöschpolizei schuf. Die neuen Aufgaben der Feuerlöschpolizei liegen vorallem in der notwendigen Abwehrbereitschaft für den Kriegsfall, wofür ein erprobtes Millionenheer freiwilliger Helfer erforderlich ist.

4. Februar 1938
Der Generalbauinspektor Prof. Speer entwirft das Hauptachsenkreuz durch Berlin. Die Ostwestachse soll sich etwa zwischen Altlandsberg und Nauen in den Ring einspannen. Der in ihrem Zuge liegende Oststutzen, der bei Seeberg abzweigt, soll etwa bei Lichtenberg in diese Achse übergehen. Der Weststutzen vermittelt den Verkehr mit Hamburg.

18. März 1938
Der Reichskriegerbund (Kyffhäuser) wird direkt dem Führer unterstellt, die Wehrmachtsverbände gehen in ihm auf.

25. Mai 1938
Das Feuerlöschwesen wird neu organisiert. Es gibt keine Berufsfeuerwehren mehr, sondern Feuerlöschpolizei als vierte Sparte der Ordnungspolizei. Pflicht- und Freiwillige Feuerwehren werden Hilfspolizeitruppe.

13. Juni 1938
In jeder Gemeinde soll ein HJ.-Heim gebaut werden.

9. Juli 1938
Vor 25 Jahren wurde die Gaswerke Niederbarnim-West G.m.b.H. gegründet. Von den 85 Gemeinden des Kreises Niederbarnim mit 218228 Einwohnern haben zur Zeit 34 Gemeinden mit 158446 Einwohnern Gasversorgung. Das sind 40 Prozent der Gemeinden mit 72,60 Prozent der Einwohnerschaft des Kreises. Die gasversorgte Einwohnerschaft entfällt zu 9 Prozent auf Bernau mit dem stadteigenen Gaswerk und zu 91 Prozent auf die Niederbarnimer Gasgesellschaft m.b.H.
Die Gasrohrleitungen im Versorgungsgebiet sind 484 Kilometer lang.

14. Juli 1938
Der Kreisverbandsführer des NS.-Reichskriegerbundes "Kyffhäuser", Ewig, wird bei einem Autounfall in Mehrow verletzt.

23. Juli 1938
Auf dem Land gibt es Arbeitskräftemangel. Deshalb werden im Reich 54000 Landarbeiterheime gebaut. Für 41000 freie Lehrstellen gibt es nur 7000 Bewerber. Zur Erleichterung der Bauersfrau sollen Erntekindergärten geschaffen werden.

12. August 1938
Der Kreis Niederbarnim wird im nächsten Jahr ein Heimatbuch herausbringen, das alle Gebiete der Heimatkunde umfassen soll und in dem auch jedem einzelnen Ort und seiner Geschichte einige Seiten gewidmet sein werden.

13./14. August 1938
Mit der Vollendung des Berliner Ringes, von dem nun noch der nördliche und nordwestliche Teil fehlen, ist für 1942 zu rechnen.

23. August 1938
Bericht des Kreisfeuerwehrführers: In den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises Niederbarnim gibt es 85 freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen, zwei Betriebsfeuerwehren und eine Anstaltsfeuerwehr mit zusammen 2289 aktiven Mitgliedern.

2. September 1938
In jeder Gemeinde soll eine Rundfunk-Großanlage für Gemeinschaftsempfänge eingerichtet werden. Mit der Mitgliedschaft im Gemeinderundfunk e.V. erwerben die Gemeinden das Anrecht auf den Bezug einer Lautsprecheranlage.

6. Oktober 1938
Schul- und Kirchenamt werden getrennt. Der Organistendienst ist künftig nur noch freiwilliges Nebenamt des Volksschullehrers.

7. Oktober 1938
Hitlerjungen werden als Erntehelfer eingesetzt.

1. Dezember 1938
Die bisherigen Berufsfeuerwehren werden als ordentliche Gemeindepolizei in die Feuerschutzpolizei übergeleitet. Aus den Freiwilligen Feuerwehren wird unter Beibehaltung ihrer Bezeichnung eine Hilfspolizeitruppe geschaffen, die in das Polizeikorps des Reiches eingegliedert und damit dem Reichsführer SS. als Chef der Deutschen Polizei unterstellt wird. Die Beschaffung und Erhaltung der für die freiwilligen Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren erforderlichen Löschgeräte und sonstigen Anlagen, ihre Uniformierung und Ausbildung ist Aufgabe der Gemeinden.

10. Dezember 1938
Der Landrat legt den Verwaltungsbericht 1933 bis 1938 mit dem Titel "Fünf Jahre Aufbauarbeit im Kreise Niederbarnim" vor.

21. Dezember 1938
Niederbarnim soll durch neue Linien von Hönow bis nach Spandau und von Schildow zum neuen Südbahnhof U-Bahnanschluß erhalten.

2. Januar 1939
Ein Pflichtjahr für die ganze weibliche Jugend wird eingeführt, etwa 300000 Mädchen stehen vor dem Berufseinsatz.

12. Januar 1939
Die zu kleinen, leistungsunfähigen Gemeinden (Zwerggemeinden) sollen beseitigt werden. Eine Mindesteinwohnerzahl wird nicht festgesetzt. Im Regelfall gelten Gemeinden unter 200 Einwohnern als nicht leistungsfähig genug.

16. Januar 1939
Nach einer Vereinbarung zwischen dem Reichsführer SS. und dem Reichsjugendführer sollen aus HJ. und SS. Neubauern rekrutiert werden.

26. Januar 1939
Der Katastrophenschutz des Kreises Niederbarnim, bestehend aus Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Luftschutz und Technischer Nothilfe soll ausgebaut werden.

16. Februar 1939
In jedem Dorf soll ein Erntekindergarten errichtet werden.

20. Februar 1939
Die Landflucht ist unverändert ein brennendes Problem. Bei der Einbringung der vorjährigen Ernte in der Mark halfen 14.000 fremdländische Wanderarbeiter und 11.000 Arbeitsmänner, Soldaten, Studenten und Angehörige des HJ.-Landdienstjahres. Es fehlen in der Mark rund 5.000 Mädchen, 8.000 ständige männliche Arbeitskräfte und 34.000 Saisonarbeiter.

15. März 1939
Das ehemalige Vorwerk Elisenau des früheren Rittergutes Blumberg im Kreise Niederbarnim hat ein Maidenlager erhalten, einen Arbeitsdienst für die weibliche Jugend. Die Einweihung steht bevor.

25. März 1939
Vergleich der aufgeteilten Güter in Blumberg und Mehrow: Rund 1170 Hektar wurden aus dem Rittergut Blumberg besiedelt und daraus 136 Siedlerstellen geschaffen. Es entstanden zwei Restgüter in Größe von 47 Hektar und 35 Hektar, 26 größere Bauernstellen mit einer Durchschnittsgröße von 14,3 Hektar, drei kleinere Bauernstellen mit einer Durchschnittsgröße von 7,2 Hektar und 77 Gärtnerstellen im Durchschnitt von 1,7 Hektar. Das Rittergut Mehrow umfaßt eine Fläche von 790 Hektar. Ein Restgut ist verkauft, im Rahmen der Besiedlung entstehen drei Restgüter in Größe von 95, 50 und 40 Hektar, 12 Vollbauernstellen von einer Durchschnittsgröße von 20,7 Hektar und drei Handwerkerstellen bei 3,5 Hektar Größe. Für die Restgüter wurden die bestehenden Gebäude verwertet, die Bauernstellen erhalten durchweg neue Siedlungsgebäude.

28. März 1939
Kreiskriegerführer Ewig ist 25 Jahre an der Spitze des Kreiskriegerverbandes Niederbarnim.

6./7. Mai 1939
Das Verkehrsnetz des Kreises: Eine Querverbindung innerhalb des Kreises, welche die größeren Ortschaften miteinander verbände, gibt es nicht. Daraus hat sich im Laufe der Entwicklung ergeben, daß alle Behörden des Kreises ihren Sitz in Berlin haben; denn nur dort sind sie bequem für die Kreisbevölkerung zu erreichen.

10. Juni 1939
Der Berliner Ring wird durchlaufend im Uhrzeigersinn kilometriert. Die vom Berliner Ring nach außen hin abzweigenden Reichsautobahnlinien werden vom Berliner Ring aus kilometriert.

10. Juni 1939
Das Unfall-Fernsprech-Verzeichnis für Ahrensfelde, Eiche, Mehrow enthält die folgenden Angaben. Amtsvorsteher: Ahrensfelde, Dorfstr. 32; Stellvertreter: Ahrensfelde, Bahnstr. 3; Gendarmerie-Abt.-Kommandant: Gen.-Obermstr. Michalski, Bernau, Hohesteinstr. 14; Gen.-Hauptw. Wolter, Ahrensfelde, Dorfstraße 60; Gen.-Hauptw. Hirsch, Blumberg; Gen.-Oberw. Maimann, Blumberg; Unfallhilfsstelle mit Zonenführer: Oberscharführer Max Köcher, Bad Freienwalde; Ärzte: Dr. Boergen, Ahrensfelde, Ulmenallee 41; Dr. Wedel, Blumberg.

21. Juli 1939
Zwei jugendliche Ausreißer verursachen in Blumberg einen Scheunen- und Wohnhausbrand mit 33000 RM Schaden.

7. Oktober 1939
Im Kreis sind 500 Jungen und Mädel im Ernteeinsatz. Sie werden entweder als Einzelhelfer oder in Gruppen von 6 bis 15 Mann eingesetzt, so auch in Elisenau und Blumberg.

2. Dezember 1939
Jedermann ist zur Festnahme ausgerissener Kriegsgefangener verpflichtet und berechtigt.

27. April 1940
Im Zeitrum April 1939 bis März 1940 hat die Freiwillige Feuerwehr Eiche eine Kleinkraftspritze mit 800-Liter-Minutenleistung inkl. Transportwagen erhalten. In Mehrow wurden Feuerwehrgeräteräume und in Eiche ein Feuerwehrübungsturm mit Schlauchstreckungsanlagen errichtet.

4./5. Mai 1940
Für die polnischen Arbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft ist eine besondere Tarifordnung aufgestellt worden. Der Lohntarif liegt selbstverständlich unter dem deutschen...

4./5. Mai 1940
Zwischen Berlin und Moskau wird durchgehender Luftverkehr über Danzig, Königsberg, Belostok und Minsk eingerichtet. (Anm.: Die Maschinen überfliegen auch unser Gemeindegebiet.)

5. Oktober 1940
In der Landwirtschaft kamen 1940 zu dem Mangel an Arbeitskräften noch der harte Winter und der "unvergeßliche" Sommer.

7. Oktober 1940
Die Unterhaltung mit Kriegsgefangenen ist strafbar.

19. Oktober 1940
Das neue Heimatbuch des Kreises Niederbarnim "Zwischen Schorfheide und Spree", herausgegeben von Max Rehberg, erscheint im Brunnen-Verlag Willi Bischoff in Berlin.

22. Oktober 1940
Kriegsschäden, insbesondere Wiederaufbaukosten bei kriegszerstörten Gebäuden, aber auch Einnahme-Ausfälle werden ersetzt.

14. Mai 1941
Vor hundert Jahren hat es in der Oder noch soviel Krebse gegeben, daß sie bisweilen keine Abnehmer fanden. Im Jahre 1881 starben in einer einzigen Nacht fast in ganz Deutschland die Krebse weg.

16. Juli 1941
Wachsamkeit und Mißtrauen sind die wichtigsten Gebote der Gefangenenbehandlung.

12. September 1941
Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde die deutsche Normalschrift, eingeführt. Künftig scheiden die sogenannten deutschen Alphabete aus.

9. Januar 1942
Durch eine Motoren-Beschaffungsaktion sind in der Landwirtschaft seit Kriegsbeginn rund 100000 Elektro-Motoren mit Anschlußleitungen beschafft und 15000 Diesel- und Benzinmotoren umgestellt worden.

14. Januar 1942
Die Einkaufsausweise der Reichshauptstadt können in Zukunft nur noch jenen Einwohnern aus Ahrensfelde, Eiche und Lindenberg zur Verfügung gestellt werden, die sich aus beruflichen Gründen tagsüber ständig in Berlin aufzuhalten.

23. Januar 1942
Am 1. April 1941 gab es bereits über 15 Millionen Rundfunkteilnehmer in Großdeutschland. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil der Rundfunkteilnehmer von 75 auf 78,2 je hundert Haushaltungen erhöht.

11. Februar 1942
Durch die Schaffung einer "Erbhandwerkerstelle" soll, genau wie bei dem Erbhof, die Handwerkerstelle der Dorfgemeinschaft ständig erhalten bleiben. Die Erbhandwerkerstelle soll möglichst wenig veräußert oder belastet werden, eine Teilung muß ausgeschlossen sein.

19. Februar 1942
Die Einschränkungen im Autoverkehr werden verschärft. Personenkraftwagen und Behelfslieferwagen dürfen nur zur Erfüllung kriegswichtiger oder kriegsentscheidender Aufgaben benutzt werden. Verboten sind Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, über Strecken von mehr als 75 Kilometer Luftlinie sowie an Sonn- und Feiertagen.

20. März 1942
Die französischen Kriegsgefangenen genießen im Gegensatz zu denen anderer Nationalitäten gewisse Freiheiten. Beim Arbeitseinsatz werden sie von ihren eigenen französischen Vorgesetzten geleitet und von diesen auch zur Arbeit bzw. zu ihrer Unterkunft geführt.

24. März 1942
Jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reise ist zu unterlassen. Reisende, welche die mit kriegswichtigen Transporten überlastete Reichsbahn zum Vergnügen benutzen, haben Strafe, bei schweren Verstößen Ueberführung in ein Konzentrationslager zu gewärtigen.

25./26. April 1942
Zur Sicherstellung unserer Fettversorgung ist der Mohn eine wertvolle Hilfe. Jeder Betrieb soll daher noch einmal die Anbaubedingungen prüfen und zusätzliche Fläche für den Mohnanbau freimachen.

25./26. April 1942
Jeder Bauer und Landwirt muß versuchen, seine Kartoffelanbaufläche nochmals zu vergrößern, um "durch die Sicherstellung der Ernährung für Volk und Wehrmacht den Endsieg zu erringen".

1. Mai 1942
Für den Kriegs-Großeinsatz der Jugend auf dem Lande werden Durchführungsbestimmungen erlassen. Der auswärtige sowie der langfristige örtliche Einsatz der Jungen ab Klasse 5 und Mädchen ab Klasse 7 erfolgt klassenweise. Der kurzfristige örtliche Einsatz wird von Jugendlichen ab 10 Jahren an ihrem Wohnort oder in benachbarten, täglich erreichbaren Orten durchgeführt.

6. Juni 1942
Für den dauerhaften Einsatz in der Landwirtschaft stellten sich 21600 Personen freiwillig zur Verfügung, weitere 7400 Personen wurden hierfür dienstverpflichtet. Zur Verfügung der Ortsbauernführer in der Zeit der Arbeitsspitzen stehen aus freiwilliger Meldung 264300 Arbeitskräfte, weitere 39600 Personen durch Dienstverpflichtung.

19. Juni 1942
Schweinemast darf nur noch auf eigener Futtergrundlage erfolgen. Hausschlachtungsgenehmigungen werden nur noch erteilt, wenn die Futtermittel selbst gewonnen worden sind.

10. Juli 1942
Über "Kießlings Topographische Karte von 1885": Auffallend ist die Zahl der Mühlen im Norden von Berlin innerhalb der ersten Meilengrenze. Wenn man z.B. die Chaussee über Weißensee, Malchow und Lindenberg nach Bernau, so kam man an nicht weniger als 12 Windmühlen vorbei und zwar ganz dicht an der Berliner Stadtgrenze.

24. Juli 1942
Der Niederbarnim hat 1938 66200 ha Kulturland, darunter 44750 Hektar Ackerland, 7950 Hektar Gartenland, 10350 Hektar Wiesenland und 2350 Hektar Viehweiden.

24. Juli 1942
Nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger erhalten eine Hausschlachtungsgenehmigung, wenn die Tiere mindestens drei Monate bis zur Schlachtung selbst gemästet haben. Das nötige Futtermittel muß selbst angebaut oder als Abfälle gesammelt werden.

18. August 1942
Die Diphterie-Erkrankungen haben auch im Kreise Niederbarnim an Zahl und an Schwere des Krankheitsbildes zugenommen. Vorbeugend werden 42000 Kinder vom 1. bis 14. Lebensjahr unentgeltlich geimpft.

29./30. August 1942
Aus den altsowjetischen Gebieten sind Hunderttausende von Arbeitskräften für die deutsche Wirtschaft angeworben [!] worden, ein großer Teil wird in der Landwirtschaft eingesetzt. Um Gefahren auszuschalten, muß die freie Bewegung der Ostarbeiter verboten werden. Nur unter Aufsicht dürfen sie herumgehen.

12. September 1942
Trotz vorbeugender Maßnahmen ist der Kartoffelkäfer in Mitteldeutschland aufgetreten. Künftig sind die mit Kartoffeln, Tomaten oder mit anderen Nachtschattengewächsen bestellten Grundstücke in einer Breite von tausend Metern beiderseits der Eisenbahnlinie, der Autobahn und der Durchgangsstraßen planmäßig nach dem Kartoffelkäfer abzusuchen.

7. Oktober 1942
Kriegsgefangene müssen so behandelt werden, daß ihre volle Leistungsfähigkeit der Industrie und Ernährungswirtschaft zugute kommt. Die Behandlung muß streng, aber korrekt sein. Kriegsgefangene gehören nicht zur Haus- oder Hofgemeinschaft. Deutsche Frauen, die in Beziehung zu Kriegsgefangenen treten, erhalten ihre gerechte Bestrafung.

16. Januar 1943
"Hotel Barnim" wird von "Fachleuten" das Frauengefängnis genannt, das in der Barnimstraße in Berlin liegt.

2. März 1943
Im Zeichen der totalen Mobilisierung aller Kräfte werden die mindestens 15jährigen Schüler der höheren und Mittelschulen zum Dienst als Luftwaffenhelfer herangezogen. Der Einsatz erfolgt in der Nähe des Schulortes. Ein- bis zweimal wöchentlich wird den Jungen Urlaub nach Hause gegeben.

15. Juni 1943
Wo die verfügbaren männlichen Ergänzungskräfte zur Auffüllung der freiwilligen Feuerwehren nicht ausreichen, können jetzt in Gemeinden unter 1000 Einwohnern auch Frauen und Mädchen zum Feuerlöschdienst herangezogen werden.

21. Juni 1943
Der Beginn der Polizeistunde wird in den Sommermonaten für Stadt und Land einheitlich von 22 Uhr auf 23 Uhr verschoben.