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25. August 1854 Nachtwächter sind als Staatsbeamte anzusehen und sind dem Landrath zur Bestätigung zu präsentieren. Sie sind mit einer schriftlichen Dienstinstruction zu versehen. 1. September 1854 Der Kreis wird in Feuerlösch-Distrikte eingeteilt. Zum Feuer-Lösch-Kommissarius für den 5. Distrikt (u.a. Ahrensfelde, Blumberg, Eiche, Mehrow) wird Amtmann Jungk zu Blumberg bestellt. 22. September 1854 Da sich der Mißbrauch eingeschlichen hat, bei besonderen Gelegenheiten, namentlich zur Feier des Ernte- und Fastnachts-Festes, die Tanzmusik in den Krügen bis zu 2 Tagen und Nächten auszudehnen, wird eine Begrenzung solcher Hauptfeste auf das Maß eines Nachmittags oder Abends erlassen. 29. December 1854 Die Orts-Polizei-Behörden des Kreises müssen eine Uebersicht von den Resultaten des Seidenbaus und der Maulbeerbaumzucht einreichen. 16. Februar 1855 Die Bestellung der Briefe und sonstigen Postsachen in den Landbezirken erfolgt fortan regelmäßig täglich, mit Ausnahme des Sonntags, durch Landbriefträger. Blumberg wird der Postexpedition Bernau zugeordnet, Mehrow der Postexpedition Alt-Landsberg. 28. September 1855 Der Bauer Gathow zu Lindenberg beabsichtigt einen Ziegelbrenn-Ofen auf seinem Grundstück zu Lindenberg anzulegen. 7. März 1856 Die wegebaupflichtigen Gutsherrschaften und Gemeinden werden wiederholt aufgefordert, für die Bepflanzung der öffentlichen Wege zu sorgen. 14. März 1856 Jede selbständige Wohnstätte ist mit einer polizeilichen Haus- oder Hofnummer zu versehen. Die von den Orts-Polizei-Behörden zu bestimmenden Hausnummern müssen mit schwarzer Farbe auf weißem Grunde an dem Hauptgebäude des betreffenden Grundstücks angebracht werden. 20. März 1857 Der Gutsbesitzer Bürckner zu Marzahn beabsichtigt, den an der Alt-Landsberger Chaussee befindlichen Erdziegelofen zur gewerbsmäßigen Anfertigung von Ziegeln zu nutzen. 28. Mai 1858 Auf Erlaß des Landrathes findet im Juni 1858 eine General-Kirchen- und Schul-Visitation statt. 17. Juni 1859 Die Mobilmachung von 6 Armee-Corps, darunter das 3. und das Garde-Corps, wird befohlen. Die beurlaubten Mannschaften werden aufgefordert, sich bei der Landwehrbehörde zu melden. 20. April 1860 Zusammenstellung der Dienstverpflichtungen beim Militair. Dienstzeit beim stehenden Heer: 3 Jahre, bei der Marine: 7 Jahre. 26. Juli 1861 Der Mühlenmeister Wilhelm Bautz zu Ahrensfelde beabsichtigt, anstelle seiner durch Sturm umgestürzten Bockwindmühle, auf der rechten Seite der von Berlin nach Freienwalde a. O. führenden Chaussee eine neue Bockwindmühle zu erbauen. 15. August 1862 Ende August 1862 finden die Herbstübungen des Garde-Corps u.a. in der Gegend von Weißensee und Blumberg statt. 6. März 1863 Das den Erben des Halbbauers Gottfried Adler gehörige Halb-Bauerngut in Blumberg soll im Wege der freiwilligen Subhastation meistbietend verkauft werden. 27. März 1863 Die Pockenkrankheit hat im Jahre 1861 eine etwas größere Ausdehnung gefunden als im Vorjahre. Die Epidemie, die seit 1859 die Provinz Preußen überzieht, hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. 1. Mai 1863 Der Bauergutsbesitzer Techow zu Lindenberg beabsichtigt auf seinem Bauerngute zwischen der Weißensee-Bernau'er Chaussee und dem von Lindenberg nach Karow führenden Wege einen Ziegelbrennofen zu errichten. 17. Juli 1863 Der Mühlenbesitzer Bautz zu Ahrensfelde bei Berlin beabsichtigt sein an der Freienwalder Chaussee gelegenes Haus aus freier Hand zu verkaufen. 22. Januar 1864 In Folge der Mobilmachung der 6. Division und eines Theiles des Garde-Corps sind aus der Reserve Schuhmacher und Schneider für die Handwerker-Abtheilungen der Ersatz-Bataillone zu stellen. 30. September 1864 In Folge höherer Bestimmung erscheint vom 1. October cr. ab das Nieder-Barnimer Kreisblatt in einer Provinzialstadt des Kreises und zwar in Bernau, im Verlage des Herrn C. F. Pilger. 14. December 1864 Der glorreiche Krieg gegen Dänemark ist beendigt. Ein ehrenvoller Frieden ist ihm gefolgt. 15. April 1865 Das zum Nachlasse des Rentiers Carl Friedrich Otto gehörige Bauerngut in Lindenberg soll an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. 1. August 1866 Die längs Chausseen und anderen Landstraßen geführten Telegraphen-Leitungen sind häufig der muthwilligen Beschädigung ausgesetzt. Dafür ist Gefängnis zwischen drei Monaten und drei Jahren vorgesehen. 28. August 1867 Rittergutsbesitzer Heyse auf Mehrow und Rittergutsbesitzer Simon auf Malchow werden als Feuer-Lösch-Commissarien gewählt. 25. December 1867 Das Kreisblatt als amtliches Organ wird künftig unter dem Titel "Niederbarnimer Kreisblatt" erscheinen. |
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1. Januar 1868 Es tritt eine neue Landwehr-Bezirks-Eintheilung in Kraft. Die Kreise Ober- und Nieder-Barnim bilden das 1. Bataillon des 7. Brandenburgischen Landwehr-Regiments No. 60 mit dem Sitze des Stabsquartiers und Bataillons-Commando in Neustadt-Eberswalde. Zur 3. Compagnie (Standort Alt-Landsberg) gehören Eiche, Hellersdorf und Mehrow mit Gut; zur 4. Compagnie (Standort Bernau) gehören Ahrensfelde und Blumberg mit Gut. 18. Januar 1868 Das zum Nachlaß des Kossäthen und Garnwebermeisters Friedrich Wilhelm Strauß gehörige Kossäthengrundstück in Lindenberg nebst Zubehör soll an den Meistbietenden verkauft werden. 13. Juni 1868 Der Forstschutz über den Wald der Gemeinde Ahrensfelde ist dem Förster Walter und dem Hilfsjäger Poetsch zu Blumberg übertragen. 15. August 1868 Wegen der Erkrankung des Gendarmen Domke zu Alt-Landsberg erhält der Gendarm Dilthey u.a. Eiche, Hönow, Amtsfreiheit Alt-Landsberg und Neuhönow, Krummensee und Mehrow; der Gendarm Mählisch erhält Blumberg, Löhme, Seefeld; der Gendarm Elbers erhält Falkenberg, Wartenberg, Ahrensfelde, Malchow und Lindenberg. 26. September 1868 Behufs Neuwahl von Schiedsmännern und deren Stellvertretern muß eine Neuwahl der Ortswähler in allen Gemeinden des Kreises stattfinden. Die Zahl der Wahlmänner (1 je 200 Seelen) für jeden Ort ergiebt folgende Nachweisung: Ahrensfelde: 3, Blumberg: 4, Eiche: 2, Lindenberg: 4, Mehrow: 1. 21. November 1868 Im Auftrage der Königlichen Regierung hierselbst wird das unterzeichnete Haupt-Amt in seinem Geschäftslocale die an der Berlin-Danziger Kunststraße belegene Chausseegeld-Hebestelle zu Blumberg zum 2. Januar f. Js. in Pacht ausbieten. 23. December 1868 Mauersteine, gut gebrannt (geschlämmt und ungeschlämmt), stehen auf L. Wolfgrams Ziegelei in Lindenberg preiswürdig zum Verkauf. 3. Februar 1869 Nachweisung der ländlichen Schiedsmannbezirke im Niederbarnimer Kreise: IX. Mehrow, Löhme, Seefeld, Krummensee, Blumberg mit Elisenau, X. Schönow, ..., Lindenberg, ..., XXV. Ahrensfelde, Malchow, Marzahn, Wartenberg, Falkenberg, Eiche und Hellersdorf, Weißensee, Hoh.-Schönhausen 20. November 1869 Das zu Lindenberg bei Berlin belegene Gehöft des L. Wolfgram, nebst dem dahinter liegenden Obst- und Gemüsegarten soll aus freier Hand verkauft werden. 29. Januar 1870 Es sind in neuerer Zeit einige Erkrankungen an den Pocken vorgekommen. Es ist, bei Vermeidung einer Geldstrafe von 2 bis 5 Thlrn. oder 3- bis 8-tägigem Gefängniß, jeder Fall von Erkrankungen an den Pocken der Polizeibehörde anzuzeigen. Bleibt der Pockenkranke in seiner Wohnung, so findet die Isolirung desselben oder die Bezeichnung der Wohnung mittels einer Tafel statt. 2. April 1870 Am Sonntag den 27. v. M. Abends gegen 10 Uhr wurde nach Berlin zu ein starker Feuerschein bemerkt. Eingezogene Erkundigungen führten nach Lindenberg, woselbst das Wächterhaus niederbrannte. Es verlautet, daß der Wächter, welcher noch in tiefem Schlafe lag, nur mit Mühe dem schrecklichen Feuertode entging, nachdem er bedeutende Beschädigungen erhalten. 13. November 1870 Wahlmänner der Kreise Ober- und Nieder-Barnim zur Abgeordneten-Wahl am 16. d. Mts. in der großen Stadtkirche zu Bernau. Lindenberg: Bäckermeister Heinrich Pippart, Pastor Friedrich Braun; Ahrensfelde: Schulze August Wegener, Stellmachermeister Julius Krüger, Bauergutsbesitzer Carl Friedr. Wegener; Mehrow: Schulze August Meißner; Eiche: Schulze Friedr. Kirschbaum; Blumberg: Administrator Eduard Lehmann, Bauergutsbesitzer Friedrich Grün, Bauergutsbesitzer Gottfried Ebel. 11. März 1871 Bei der am 3. d. Mts. stattgefundenen Wahl eines Abgeordneten des aus dem Kreise Nieder-Barnim bestehenden 6. Wahlkreises des Regierungs-Bezirkes Potsdam für den Deutschen Reichstag sind gefallen: auf den Kreisdeputierten C. von Treskow zu Friedrichsfelde 4747 Stimmen, auf den Baron von Rüxleben zu Biesdorf 2340 Stimmen, auf den Gutsbesitzer Gröling zu Lindenberg 3 Stimmen. 25. Novemberr 1871 Am 1. December 1871 wird in Deutschen Reiche eine allgemeine Volkszählung stattfinden. Das hierbei zur Anwendung kommende Verfahren, die sogenannte "Zählerkarten- Methode" ist sowohl für die Behörden, wie für die Bevölkerung neu und eigenthümlich ... 6. März 1872 Die Zusammenstellung der Volkszählungs-Resultate vom 1. December 1871 ergiebt für den Kreis Niederbarnim an ortsanwesender Bevölkerung männlich: 44,150, weiblich: 44,503; an ortsabwesender Bevölkerung: 2,659; zusammen: 91,312. 4. Mai 1872 Die Wahlcommisarien für die Neuwahl der Schiedsmänner in den ländlichen Schiedsmann-Bezirken: Mehrow, Blumberg mit Elisenau etc.: Amtmann Lehmann zu Blumberg; Lindenberg etc.: Rittergutsbesitzer Hosemann; Ahrensfelde, Eiche, Hellersdorf etc.: Amtmann Jungk zu Falkenberg. 31. Juli 1872 Der Ziegeleibesitzer Franz Otto und der Halbbauer August Rühl zu Lindenberg beabsichtigen auf einem in Lindenberg an der Bernauer Chaussee gelegenen Ackerplan einen Ziegelofen zu errichten. 5. October 1872 Die auf der Berlin-Danziger Kunststraße belegene Chausseegeld-Hebestelle zu Blumberg wird zum 2. Januar 1873 zur Pacht angeboten. 22. März 1873 Zu den insgesamt 37 wahlberechtigten Mitgliedern der Synagogen-Gemeinde zu Alt-Landsberg zählen: Salomon Borkowsky in Alt-Landsberg, Mendel Lewi in Lindenberg und Feldberg in Ahrensfelde. 26. März 1873 Auch in Eiche macht sich ein besonderer Mangel an Arbeitskräften bemerkbar. Deshalb entschied sich eine Anzahl Besitzer für die Einführung der gebräuchlichsten landwirtschaftlichen Maschinen. In der vergangenen Woche fand die Aufstellung der ersten Dreschmaschine in unserem Dorfe statt. 12. April 1873 Zum Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer gehören: Graf Georg v. Arnim, königl. Rittmeister und Kammerherr (Charlottenburg/Blumberg); Martin Heyse, Rittergutsbesitzer (Mehrow), Friedr. Wilhelm Grün, Bauergutsbesitzer (Blumberg). Zivil-Einwohnerzahl am 1. Dezbr. 1871: Blumberg 719, Lindenberg 701, Ahrensfelde 441, Eiche 265, Mehrow 101. 5. Juli 1873 Die Luftschifffahrt des Aeronauten Sivel aus Berlin erreichte in Lindenberg ihr Ziel in einem Getreidefelde, in dem, da der Anker nicht gleich fasste, nicht unbedeutender Schaden angerichtet wurde. Mit Hilfe hinzugekommener Landleute wurde der Ballon endlich bewältigt und geborgen, nicht ohne einen großen Riß davongetragen zu haben. 12. Juli 1873 Im Jahre 1862 wurde in Blumberg ein Landwehr-Unterstützungs-Verein gegründet. Die Zahl der Mitglieder betrug anfangs 20, stieg jedoch in den folgenden Jahren bis auf 50. Nach Verlauf von 10 Jahren hat sich das Vereinsvermögen auf 500 Thlr. angesammelt, und sollen von nun ab 15 Thlr. Sterbegeld und 2 Thlr. Krankenunterstützung monatlich gezahlt werden. 30. Juli 1873 Im Kreise sind folgende [insgesamt 51] Amtsbezirke in Aussicht genommen: 19) Blumberg, 20) Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf, 21) Marzahn und Hohen-Schönhausen, 22) Falkenberg und Wartenberg, 23) Malchow, Karow und Lindenberg 9. August 1873 Im Wahlbezirk VI, der die Ortschaften Neuenhagen, Seeberg, Hönow, Krummensee, Löhme, Seefeldt, Börnicke, Blumberg, Mehrow, Ahrensfelde und Eiche umfasst, ist der Bauergutsbesitzer und Ortsschulze Herr Springer in Seefeldt zum Kreistagsabgeordneten gewählt worden. 27. August 1873 Die Erben des verstorbenen Büdners Beerbaum aus Blumberg beabsichtigen das von demselben nachgelassenen Grundstück aus freier Hand zu verkaufen. Näheres beim jetzigen Bewohner des Hauses, Arbeitsmann Giese in Blumberg. 30. August 1873 Die Berliner fliehen aufs Land, um frische Luft zu genießen. Oft ist sie aber viel schlechter, als in der Stadt selbst. Was die Latrinenwagen des Nachts aus Berlin holen, wird am Tage hier ausgebreitet und bleibt oft Tage lang liegen, ehe es untergepflügt wird. 24. September 1873 Kreistags-Abgeordnete sind unter anderem: Rittergutsbesitzer und Königl. Rittmeister Graf v. Arnim zu Blumberg (Charlottenburg), Gutsbesitzer Buchholz zu Neuenhagen, Rittergutsbesitzer Heyse zu Mehrow, Rittergutsbesitzer Hosemann zu Börnicke, Rittergutsbesitzer Kelch zu Bollensdorf, Rittergutsbesitzer und Kreisdeputirter Baron v. Knobelsdorf zu Schöneiche. 29. November 1873 An dem Stallgebäude auf dem Pfarrgehöft zu Ahrensfelde sollen im nächsten Frühjahr mehrere Reparaturen, veranschlagt auf 75 Thlr., zur Ausführung gebracht werden. 6. December 1873 Das vom Vorsitzenden des Kreistages entworfene und höheren Orts geprüfte Tableau der [insgesamt 51] Amtsbezirke wurde ohne jeden Widerspruch von der Versammlung einstimmig angenommen. Dieses Tableau ist folgendes: ...; 17. Krummensee, Seefeld und Löhme; 18. Börnicke; 19. Blumberg: 20. Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf; 21. Marzahn und Hohen-Schönhausen; 22. Falkenberg und Wartenberg; 23. Malchow, Karow und Lindenberg; ... 31. December 1873 Für die Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage wurden folgende Wahllokale und Wahlvorsteher/Stellvertreter bestimmt: Ahrensfelde: Schullokal in Ahrensfelde, Prediger Harmuth / Schulze Wegener; Blumberg: Herrschaftl. Nebenhaus zu Blumberg, Amtmann Lehmann / Schulze Juert; Eiche: Schulhaus, Schulze Kirschbaum / Gerichtsmann Giese; Lindenberg: Schullokal, Prediger Braun / Schulze Bolle; Mehrow: Amt Mehrow, Rittergutsbesitzer Heise / Schulze Meißner. 7. Februar 1874 Mehrow hat bei der Verbesserung seiner Dorfstraßen schon Bedeutendes geleistet. Es hat seine Dorfstraße gepflastert und nach Ahrensfelde ganz, nach Krummensee und Alt-Landsberg zu ein Stück Weg chaussiert und außerdem auch noch Lehm-Chausseen angelegt. Der frühere grundlose Sumpf ist somit im Allgemeinen verschwunden. 18. März 1874 Kreistagsbeschluß: Von den aus der Staatskasse überwiesenen 9554 Thlr. werden pro 1874 für die Amtsverwaltung 7000 Thlr. ausgesetzt, wovon 1000 Thlr. gleichmäßig für sämmtliche Amtsbezirke zur Lieferung der in den Amtsverwaltungen vorkommenden Drucksachen verwendet werden. Der übrige Betrag von 6000 Thlr. wird auf die Amtsbezirke verteilt. 1. April 1874 In der Nacht sind in Hönow 4 beim Gutsbesitzer Lorenz beschäftigte Brunnenmacher aus Werneuchen durch Kohlendunst vergiftet worden. Dr. Rudolphi aus Alt-Landsberg gelang es, drei derselben vom Tode zu retten, bei einem blieben alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. 22. April 1874 Zu Gemeindevorstehern wurden gewählt: in Hönow: Kossäth Hörnicke, in Ahrensfelde: Schulze Wegener, in Lindenberg: Schulze Bolle, in Mehrow: Schulze Meißner. 25. April 1874 Im Kreise werden 21 Gensd'armen neu angestellt werden, unter anderem in Lindenberg. 25. April 1874 Am 1. Mai 1874 wird in dem gegenwärtig zum Landbestellbezirke der Post-Expedition No. 47 (Weißensee) gehörigen Lindenberg eine Post-Agentur eröffnet. Zwischen Berlin und dieser Post-Anstalt besteht eine tägliche einmalige Güterpost. 16. Mai 1874 Die vor Bernau liegende Bockwindmühle des Mühlenmeisters G. Stoph nebst neuem massiven Wohnhaus und Stallung soll veränderungshalber verkauft werden. 27. Mai 1874 Durch den Herrn Oberpräsidenten wurde die Bildung der Amtsbezirke und die Ernennung der Amtsvorsteher und Stellvertreter bekannt gemacht. Amtsbezirk Blumberg: Amtmann Lehmann; Amtsbezirk Ahrensfelde (Mehrow, Ahrensfelde, Eiche mit Hellersdorf): Rittergutsbesitzer Heyse, Mehrow; Amtsbezirk Malchow (Malchow, Karow, Lindenberg): Rittergutsbesitzer Simon, Malchow. 30. Mai 1874 Als Nachspiel zu dem am 21. d. M. auf dem Elsholz'schen Kossäthenhofe zu Marzahn ausgebrochenen Feuer entwickelte sich eine blutige Schlägerei. Am übelsten bei dieser Rauferei ist die Dorfschaft Eiche gefahren. Es sind hier ca. 4 bis 5 Fälle von Verletzungen an Löschmannschaften zu constatiren, die einen mehr oder weniger gefährlichen Character an sich tragen. 6. Juni 1874 Die Patrouillen-Bezirke der Gendarmen werden neu eingetheilt. Es erhalten: der Fußgendarm in Lindenberg: Lindenberg, Ahrensfelde; der erste berittene Gendarm zu Alt-Landsberg: Mehrow, Eiche, Hellersdorf, Blumberg; 13. Juni 1874 Uebersicht der behufs einer allgemeinen Gebäude-Revision gebildeten Revisions-Bezirke und der dafür bestimmten Revisoren: Blumberg, Neu-Hönow, Krummensee, Amt Alt-Landsberg, Radebrück: Rittergutsbesitzer Hosemann zu Börnicke; Lindenberg, Malchow, Wartenberg: Lehnschulze Krüger zu Blankenburg; Ahrensfelde, Eiche, Falkenberg: Rittergutsbesitzer Simon zu Malchow; Hönow, Mehrow, Seeberg: Gutsbesitzer Buchholz zu Neuenhagen. 17. Juni 1874 Zur Schlägerei am 21. Mai schreiben Marzahner Einwohner: Es ist keinem ehrsamen Einwohner des Dorfes Marzahn eingefallen, an der Rauferei irgend einen activen Antheil zu nehmen, und wenn oben gesagt war, daß auch Marzahner unter der Raufgesellschaft waren, so gilt das von fremden hier im Dienste und Tagelohn stehenden, aber nicht ansässigen Personen. 1. Juli 1874 Einwohner aus Eiche antworten auf ein Marzahner Schreiben, daß die den Eicher Löschmannschaften zugeführten Verwundungen nicht, wie irrthümlicherweise angegeben, eine Folge des Genusses spriritiöser Getränke ec. sondern einzig und allein die sichtbaren Spuren strafbarer Handlungen sind. 1. Juli 1874 Fortan sind alle amtlichen Schriftstücke mit der Bezeichnung "Gemeinde-Vorstand" oder "Gemeinde-Vorsteher" bzw. "Guts-Vorsteher" zu versehen. Verzeichniß der vom 1. Juli d. J. fungirenden Guts- und Gemeinde-Vorsteher: Ahrensfelde: Schulze August Wegener; Blumberg: Amtmann Lehmann / Bauergutsbesitzer Fried. Grün; Eiche: Schulze Kirschbaum; Lindenberg: Schulze Bolle; Mehrow: Rittergutsbesitzer Heyse / Schulze Meißner. 15. Juli 1874 Die Schornsteinfeger-Kehrbezirke des Kreises: VII. Kehrbezirk (u. a. Lindenberg), Kehrmeister: Schornsteinfeger-Meister Dümmet zu Bernau VIII. Kehrbezirk (u. a. Ahrensfelde, Blumberg, Eiche, Mehrow), Kehrmeister: Schornsteinfeger-Meister Kielblock zu Alt-Landsberg. 12. August 1874 Die Frau eines Lindenberger Maurers versuchte zweimal, ihrem Leben ein Ende zu machen. Zuerst wollte sie sich erhängen. Dabei gestört suchte sie sich zu ertränken. Dann vergiftete sie sich mit von Streichhölzern abgekratztem Phosphor. Der Grund war "eine nicht zu bezähmende Sehnsucht nach ihrer Herrschaft," der sie vor ihrer Verheirathung über 10 Jahre treu gedient hatte. 19. August 1874 Am 10. August c. war auf dem Thürling'schen Bauerngute in Mehrow in einem Wagenschauer Feuer ausgebrochen. Dieses griff so schnell um sich, daß in ca. 8 Minuten das ganze Gehöft in lichten Flammen stand. Flugfeuer zündete jenseits der Dorfstraße und des Pfuhles, ca. 150 Schritt entfernt, das mit Stroh gedeckte Haus und den Stall des Büdners Klemmstein und ging dann die Flamme auf das nahe strohgedeckte, von 4 Familien bewohnte herrschaftliche Arbeitshaus über. Sieben Familien sind obdachlos, darunter 3 Arbeiterfamilien, die nicht gegen Feuerschaden versichert sind. 29. August 1874 Die diesjährigen Herbstmanöver des Garde-Corps finden in der Zeit vom 4. bis 18. September cr. in einem Terrain statt, welches westlich von der Linie Berlin-Tegel-Heiligensee-Hennigsdorf-Cremmen, und östlich von der Linie Berlin-Alt-Landsberg-Straußberg begrenzt ist, und innerhalb dieser Linien den ganzen nördlich von Berlin belegenen Theil des Kreises in sich faßt. 30. August 1874 Vom 1. October d. Js. ab erfolgt die Beurkundung der Geburten, Heirathen und Sterbefälle ausschließlich durch die vom Staate bestellten Standesbeamten. Jede Geburt eines Kindes ist innerhalb einer Woche dem Standes-Beamten anzuzeigen. Eine bürgerlich gültige Ehe kann nur in der durch das Gesetz vorgeschriebenen Form geschlossen werden, die religiösen Feierlichkeiten einer Eheschließung dürfen erst nach Schließung der Ehe vor dem Standesbeamten stattfinden. Jeder Sterbefall ist spätestens am nächstfolgenden Tage anzuzeigen. 30. August 1874 Die Feuer- und Löschordnung für das platte Land macht die Polizeibehörden dafür verantwortlich, daß die nöthigen Löschgeräthschaften fortwährend in gutem Stande erhalten werden und verpflichtet die Ortspolizeibehörden, mindestens alle zwei Jahre eine Visitation sämmtlicher Feuerlöschgeräthe, sowie eine Probe der fahrbaren Feuerspritzen vorzunehmen. In allen Ortschaften des platten Landes ist alljährlich mindestens zwei Mal eine Spritzen-Probe durchzuführen. 16. September 1874 Plan über die Abgrenzung der Standesamtbezirke und über die ernannten Standesbeamten und deren Stellvertreter. Blumberg: Amts- und Gutsvorsteher Lehmann / Blumberg, Mehrow: Amts- und Guts-Vorsteher Heyse / Mehrow, Eiche: Guts-Vorsteher Muhr / Hellersdorf, Malchow: Amts- und Guts-Vorsteher Simon / Malchow. 3. October 1874 Die bei Schwanebeck stehende Bockwindmühle soll aus freier Hand verkauft werden. 14. October 1874 Die Bildung einer Provinz Berlin aus der Stadt Berlin und der näheren Umgebung wird in allen Berliner Zeitungen verhandelt. So soll es sich um ein Project handeln, die collegialische Verfassung der Königlichen Aufsichtsbehörde zu beseitigen und Berlin mit allen Ortschaften des ein- bis zweimeiligen Umkreises unter einen besonderen Beamten zu stellen, der die Befugnisse eines Ober-Präsidenten erhält. 14. October 1874 Nachweisung der Ortschaften und Wohnplätze des Kreises Niederbarnim, der Communalbezirke, Poststationen, Amtsbezirke, Amtsvorsteher usw. 21. October 1874 Die Einnahmen der 5 Hebestellen unserer Chaussee und zwar der zu Prötzel, Seeberg, Marzahn und Lichtenberg mit 1meiliger und der zu Radebrück mit 2meiliger Hebungs-Befugniß sollen vom 1. Januar 1875 ab anderweitig verpachtet werden. 28. November 1874 Oeffentliche Anerkennung verdient die Thatsache, daß die Gemeinde Blumberg das Einkommen ihrer 2. Lehrerstelle ohne besondere Weitläufigkeiten um 92 Thaler erhöht hat. Es wird dieser Betrag durch Schulgelderhöhung auf 5 Sgr. monatlich pro Kind aufgebracht. 10. Februar 1875 Die Gemeinde Lindenberg hat auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 14. April 1856 die Bildung einer gewählten Gemeinde-Vertretung in Stelle der Gemeinde-Versammlung beschlossen und ist das darüber beschlossene Statut heute von uns bestätigt. 17. April 1875 Am 2. April 1874 wurde Marzahn von einem schweren Brandunglücke heimgesucht. Nachts zwischen 1 und 2 Uhr erscholl plötzlich der Feuerruf des Wächters, und im Nu loderten auch schon aus einer ganzen Reihe von Gehöften die Flammen empor. 7 Scheunen, 2 Ställe und 1 Remise waren binnen 1 1/2 Stunden niedergebrannt. 21. April 1875 Die günstigen Verhältnisse für den Seidenbau, welche sich in den letzten beiden Jahren vielfach gezeigt haben, lassen die Hoffnung nicht unbegründet erscheinen, daß die Gefahren und Schäden, unter welchen der Seidenbau so lange gelitten, künftig nicht wieder hervortreten werden und daß daher wieder die Zeit eines lohnenden Betriebes für diesen Industriezweig anbrechen wird. 1. Mai 1875 Nach dem Reichsgesetze vom 8. April 1874 soll jedes Kind vor dem Ablaufe des auf sein Geburtsjahr folgenden Kalenderjahres und jeder 12jährige Zögling einer öffentlichen Lehranstalt oder Privatschule der Impfung mit Schutzpocken unterzogen werden. Diese Impfung wird von dem Bezirks-Impfarzte unentgeltlich vorgenommen. 22. Mai 1875 Am 28. Mai d. J. soll in Mehrow eine alte Feuerspritze öffentlich versteigert werden. 6. November 1875 Es lebten in Preußen Ende 1810: 4,708,410 Bewohner; Ende 1820: 11,272,482; Ende 1830: 12,988,172; Ende 1840: 14,928,501; Ende 1850: 16,608,039; Ende 1860: 18,262,623; Ende 1870: 24,497,086. 13. November 1875 Das in der Verkehrs-Entwicklung immer mehr zunehmende Dorf Hönow hat seither beklagen müssen, nicht einmal eine Thurmuhr zu besitzen. Die früher vorhanden gewesene Uhr, von der das Ziffernblatt in einem höchst verwetterten Zustande noch am Thurm befindlich ist, mag bereits seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr gangbar sein. Deshalb hat die Gemeinde-Versammlung beschlossen, eine Thurmuhr mit 3 Ziffernblättern, nach allen Richtungen hin sichtbar, anzuschaffen. 24. November 1875 Am 17. November brannte in Blumberg die bis unter das Dach mit Getreide gefüllte Scheune eines hiesigen Bauernhofes. Am nächsten Morgen bricht plötzlich die Flamme mit voller Gewalt aus dem zu demselben Gehöft gehörigen alten Wohnhause mit daran gebauten Stallungen. Trotzdem Spritzen und Mannschaften in Menge zur Stelle waren, konnte an Löschen nicht mehr gedacht werden. Ein Menschenleben ist zu beklagen. 27. November 1875 Die General-Versammlung der Actionaire der Berlin-Prötzeler Chaussee-Actien-Gesellschaft konnte nicht über die Auflösung der Gesellschaft beschließen, da weniger als 2/3 der sämmtlichen Actien vertreten waren. Es wird deshalb eine neue General-Versammlung anberaumt. 5. Januar 1876 Behufs Neuwahl von Schiedsmännern und deren Stellvertretern muß eine Neuwahl der Ortswähler in allen ländlichen Gemeinden des Kreises stattfinden. Zu wählen sind pro 200 Seelen 1 Wahlmann. Zur Theilnahme an der Wahl sind berechtigt alle angesessenen Grundbesitzer, welche sich im Vollgenusse der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. 12. Januar 1876 Das Directorium der Berlin-Stettiner Eisenbahn bringt seit kurzem alle die Fälle, wo Passagiere ohne Billet in dem Coupee betroffen werden, zur Kenntniß des Staatsanwalts. In dem ersten derartigen Falle ist der betreffende Passagier jetzt wegen versuchten Betruges zu einer vierwöchigen Gefängnißstrafe verurteilt worden. 2. Februar 1876 Der bisherige Gutsvorsteher für den Gutsbezirk Blumberg ist von dort verzogen und hat in Folge dessen sein Amt niedergelegt. An Stelle desselben ist der Rentmeister Altenburg zu Blumberg zum Gutsvorsteher ernannt worden. 5. Februar 1876 Die Lieferungen und Arbeiten zur Umpflasterung der Berlin-Schwedter Chaussee in Dorfe Blumberg sollen im Wege der Submission vergeben werden. 1. März 1876 Der Gutsbesitzer Julius Lichtenberger zu Ahrensfelde beabsichtigt auf seinem in Ahrensfelde belegenen Grundstück einen Ziegelbrennofen zu errichten. 15. März 1876 Der Rentmeister Altenburg zu Blumberg ist an Stelle des von dort verzogenen Amtsvorstehers und Standesbeamten Lehmann zum Amtsvorsteher und Standesbeamten des Amts- und Standesamtsbezirks Blumberg ernannt worden. 22. März 1876 Werneuchen erhält zum 1. April ein allseits gewünschtes Personenfuhrwerk für den Verkehr zwischen Berlin und Werneuchen. Montag, Donnerstag und Sonnabend: Abfahrt von Werneuchen: Schwarzer Adler, Morgens 5 Uhr. Abfahrt von Berlin: Rother Löwe, Neue Königstraße, Nachmittags 5 Uhr. Hin- und Zurückfahrt: 1 Mk. 75 Pfg., einzelne Fahrt: 1 Mk. 20. April 1876 Von den in Hönow an Typhus erkrankten 11 Personen sind 5 verstorben. Merkwürdig ist, daß die Krankheit bei allen 11 Personen fast gleichmäßig auftrat. Herr Dr. Rudolphi zu Alt-Landsberg gibt sich indeß alle erdenkliche Mühe, die übrigen Erkrankten dem Leben zu erhalten. 22. April 1876 Von dem Herrn Kreis-Physikus wurde festgestellt, daß der in Hönow ausgebrochene Typhus der Exanthematische Typhus (Fleckfieber) ist. Die Brunnen geben gutes und reines Grundwasser, die Abtrittsgruben sind gemauert und über 15 Schritte von den Brunnen entfernt und in Hönow herrschen in keiner Weise Zustände, die den Ausbruch des Typhus begünstigen könnten. Die Epidemie wurde ausgelöst von zwei obdachlosen Menschen aus Berlin, die auf der Ziegelei in einer Feldhöhle genächtigt haben. 27. Mai 1876 Zum Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer gehören: Graf v. Arnim, Georg (Königl. Major u. Flügel-Adjutant, Rittergutsbesitzer); Heyse, Martin (Rittergutsbesitzer / Mehrow); Grün, Friedrich Wilhelm (Gutsbesitzer / Blumberg); Gathow, Ludwig Gottlieb (Gutsbesitzer / Blumberg). Civil-Einwohnerzahl der Landgemeinden (ohne die Güter): Lindenberg: 769; Blumberg: 739; Ahrensfelde: 433; Eiche: 255; Mehrow: 108. 3. Juni 1876 Der Amtsbezirk Malchow (Malchow, Karow, Lindenberg) ist dem Impfbezirk No. 1 (Kreis-Physikus, Sanitätsrath Dr. Böhr zu Berlin) und der Amtsbezirk Ahrensfelde (Mehrow, Ahrensfelde, Eiche und Hellersdorf) dem Impfbezirk No. 8 (Practischer Arzt Dr. Rudolphi zu Alt-Landsberg) zugeordnet. 24. Juni 1876 Das Niederbarnimer Kreisblatt erscheint künftig dreimal wöchentlich. 9. August 1876 In Gegenwart zahlreicher Besucher wurde am 1. August die neue Kartoffel-Ernte-Maschine von Carl Gülisch in Stettin auf dem Kartoffelfelde des Herrn von Gröling in Lindenberg probirt. Der Versuch fiel zur Zufriedenheit aus. 8. September 1876 Die Corps-Manöver des 3. Armee-Corps werden zwischen Hellersdorf und Blumberg, zwischen Hönow, Ahrensfelde und Blumberg und zwischen den Peckbergen, Ahrensfelde, Falkenberg und Wartenberg ihren Verlauf nehmen. 10. September 1876 Zum VI. Wahlbezirk gehören die Gemeindebezirke Neuenhagen, Seeberg, Hönow, Löhme, Seefeld, Krummensee, Börnicke, Blumberg, Mehrow und Ahrensfelde. Lindenberg gehört zum VII. Wahlbezirk. 15. September 1876 Den Blumberger Bewohnern sind musikalische Genüsse wie wahrscheinlich nie zuvor vergönnt gewesen. Die Kapellen des 20. resp. 8. Inf.-Reg. executirten Concerte und probten für den großen Zapfenstreich vor Sr. Majestät. Es wurden 16 Musikchöre sowie sämtliche Tambours und Spielleute des 3. Armee-Corps zusammengezogen waren, mithin etwa 100 Instrumente. 25. October 1876 Als Wahlmänner für die Abgeordneten-Wahl werden gestellt: von Mehrow: Heyse, Martin (Rittergutsbesitzer) und Schröder, Hermann (Lehrer); von Hellersdorf: Muhr, Theodor (Amtmann); von Eiche: Lindemann, Julius (Gemeindevorsteher); von Blumberg: Altenburg, Alexander (Rentmeister), Grün, Friedrich (Gemeindevorsteher), Hiller, Samuel (Actuarius) und Keisdorf, Gottlieb (Gerichtsmann); von Ahrensfelde: Harrmuth, Adolf (Pfarrer) und Lichtenberger, Julius (Bauergutsbesitzer); von Lindenberg: Bolle, Carl (Gemeindevorsteher), Bolle, Wilhelm (Bauergutsbesitzer) und Pippart, Heinrich (Kaufmann). 8. December 1876 Am 5. December starb der Blumberger Bauer-Altsitzer, frühere Gerichtsmann, Kirchen- und Schulvorsteher Gottfried Ebel im 90. Lebensjahre. 17. December 1876 Die Mortabilitäts-Statistik des Kreises weist, wie überall, eine Zunahme der Sterblichkeit nach. Es starben nämlich von 1000 Menschen im Jahre 1875: 34,18 (1862: 23,47). Die Sterblichkeit ist am geringsten in der Stadt Alt-Landsberg. Dort starben 1875 von 1000 Menschen nur 21. Fast gleich günstig ist die Umgegend: Woltersdorf, Rehfelde, Zinndorf, Werder, Fredersdorf, Mehrow, Krummensee, Blumberg, Löhme, Seefeld, Börnicke mit 22 Sterbefällen auf 1000 Einwohner. ... 15. Januar 1877 Die Wahl eines Abgeordneten für den deutschen Reichstag am 10. Januar brachte folgendes Ergebnis: Korvetten-Kapitain z. D. v. St. Paul zu Berlin: 6196 Stimmen; Dr. Mendel, Kreistagsabgeordneter, practicirender Arzt zu Pankow: 4533 Stimmen; Zimmerer Finn zu Berlin: 2855 Stimmen. Eine Stichwahl wird erforderlich. 28. Januar 1877 An die Mitglieder der Kurmärkischen Land-Feuer-Societät werden Bau-Prämien bis zur Höhe von 1 Mark pro Quadratmeter Grundfläche für die Herstellung feuersicherer Bedachungen gewährt. 31. Januar 1877 Aus der stattgehabten engeren Wahl eines Abgeordneten für den Deutschen Reichstag ist Dr. Mendel, Kreistags-Abgeordneter, practicirender Arzt zu Pankow als Sieger hervorgegangen. 9. Mai 1877 Am 27. v. M. wurde auf dem Wirthschaftsgehöft des Kossäthen Hager in Lindenberg unter dem Strohdache eines alten Pferdestalles, welcher mit dem Wohnhause in Verbindung steht, Feuer entdeckt. Dasselbe ist offenbar dort angelegt worden, denn der Stall ist nur niedrig und das Dach mit der Hand zu erreichen. Zum Glück ist durch die rechtzeitige Entdeckung die schändliche Absicht des Thäters ermittelt worden. 16. Mai 1877 Der Lehrer Weitling, welcher fast ein halbes Menschenleben die Blumberger Cantor- und erste Lehrerstelle verwaltete, ist jetzt in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Wir wollen hierbei bemerken, daß die erste Lehrerstelle durch die Emeritirung des Herrn W. in ihrem Einkommen nicht geschmälert wird, denn nach einer vor Kurzem erlassenen Regierungsverfügung muß in Zukunft die dem Emeriten zukommende Pension von der Schulgemeinde aufgebracht werden. 3. Juni 1877 Der in der Hasenheide bei Berlin aufgestiegene Luftballon des Herrn Securius "Deutsches Reich" ist Abends in der Nähe von Mehrow, hart an der Grenze der herrschaftlichen Feldmark auf einem Blumberger Kleeacker gelandet. Die Landung ging glücklich von Statten. 1. August 1877 Für die normalspurigen Eisenbahnen von untergeordneter Bedeutung findet eine neue Sicherheitsverordnung Anwendung: Uebergänge in gleicher Ebene bleiben ohne Verschluß und ohne Bewachung. Sobald sich ein Zug nähert, müssen Fuhrwerke, Reiter, Treiber von Viehherden und Führer von Lastthieren an den Warnungstafeln halten. Die größte zulässige Fahrgeschwindigkeit für Züge und leerfahrende Locomotiven beträgt 30 Kilometer pro Stunde. 1. August 1877 Todes- und Erkrankungs-Statistik des Kreises Niederbarnim pro 2. Quartal 1877: Auf 125681 Einwohner kamen 819 Todesfälle (ohne Todtgeburten), 64 Todtgeburten, 1267 Lebendgeburten und 2636 Erkrankte. Unter den Todesfällen waren 65% Kinder, davon starben fast drei Viertel im ersten Lebensjahr. Anmerkung: Scharlach- und Diphteritis-Epidemie sowie Typhus in Alt-Landsberg, Masern-Epidemie in Mehrow. 2. September 1877 Am 26. August brach auf dem Mühlengrundstück von Rulemann Hientzsch in Lindenberg Feuer aus, wodurch Scheune und Stall in Asche gelegt wurden. Der Schaden trifft die Preußische Versicherungs-Gesellschaft. 2. December 1877 Anmerkung des Kreis-Physikus zur Todes- und Erkrankungs-Statistik für das III. Quartal 1877: "Ich mache auf die excessiv hohe Kindersterblichkeit aufmerksam. Schwer wiegt die Thatsache, daß fast der 3. Theil der hohen Gesamtleichenzahl (29,40 %) auf die ganz unbestimmten Todesangaben 'Krämpfe und Zahnkrämpfe' (192 Kinder) und 'Lebensschwäche und Abzehrung' (141 Kinder) kommt. Die meisten dieser Kinder scheinen ohne jede ärztliche Behandlung zu sterben." 28. December 1877 An Stelle des im Juli d. Js. plötzlich verstorbenen Ahrensfelder Predigers Harmuth wurde von den wahlberechtigten Gemeindeorganen aus über 50 Bewerbern der Prediger Uhlmann zu Reichenwalde bei Storkow erwählt. 7. April 1878 Im Provinzial-Verband gibt es 223286 abgabepflichtige Pferde und 604350 Rinder. Im Jahr 1877 wurde für 162 rotzkranke Pferde und 207 Rinder mit der Lungenseuche Entschädigung gezahlt. 12. Mai 1878 Sanitätsrath Dr. Pollnow und Dr. Bekel führen die Impfung der impfpflichtigen Kinder durch. Die Eltern werden aufgefordert, ihre noch nicht geimpften Kinder den Herren Impfärzten bei Vermeidung der gesetzlichen Bestrafung zu gestellen. 22. Mai 1878 Die Todes- und Erkrankten-Statistik des Kreises Niederbarnim weist für das IV. Quartal 1877 auf 128316 Einwohner 717 Todesfälle, 49 Totgeburten, 1434 Lebendgeburten und 1769 Erkrankte aus. Die Sterbeziffer inklusive Totgeburten beträgt 23,87 p.M. Anmerkung: Viel Syphilis in der Strafanstalt zu Plötzensee ... 9. Juni 1878 Die Kaiserliche Ober-Postdirektion zu Potsdam hielt es für zweckmäßig, in Blumberg eine Postagentur zu errichten. Zum Agenten ist der Lehrer Tuchnitz gewählt und bestätigt worden. Seine Dienstwohnung wurde dazu eingerichtet. Da Blumberg ziemlich 1200 Einwohner hat, so ist anzunehmen, daß sich die neue Postagentur sehr gut bewerthen wird. 19. Juli 1878 Kaiser Wilhelm verordnet auf Grund des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, daß die Wahlen zum Reichstag am 30. Juli 1878 vorzunehmen sind. Folgende Wahllokale und Wahlvorsteher/Stellvertreter wurden bestimmt: Ahrensfelde: Schulhaus, Gemeindevorsteher Wegener / Gutsbesitzer Lichtenberger; Blumberg, Dorf und Gut: Saal der Kinderwarteschule, Amtsvorsteher Altenburg / Gemeindevorsteher Grün; Eiche: Schulhaus, Gemeindevorsteher Lindemann / Bauergutsbesitzer Kirschbaum; Lindenberg: Schulhaus, Prediger Braun / Gemeindevorsteher Lehmann; Mehrow, Dorf und Gut: Amtsbureau, Rittergutsbesitzer, Amtsvorsteher Heyse auf Mehrow / Gemeindevorsteher Meißner. 7. August 1878 Bei der Wahl eines Abgeordneten des Kreises Nieder-Barnim für den Deutschen Reichstag sind von den 16151 gültigen Stimmen 6811 auf den Kreistagsabg. Dr. Mendel in Pankow und 6512 auf den Amtmann Jungck zu Falkenberg gefallen, nur 3 auf den Kronprinzen von Preußen. (In Mehrow entfielen 51 von 57 Stimmen auf Herrn Amtmann Jungck, in Blumberg 157 von 164.) Es ist eine Stichwahl erforderlich. 23. August 1878 Bei der Stichwahl wurde der Kreistags-Abgeordnete Dr. Mendel zu Pankow mit absoluter Majorität gewählt und als Abgeordneter des Kreises Niederbarnim für den Reichstag proklamiert. 28. August 1878 Auf dem Pfarrgehöft zu Lindenberg soll ein Stallgebäude, nebst einer Umschließung des Wirthschaftshofes und eine Scheune gebaut werden. Die Bauarbeiten werden ausgeschrieben. 6. September 1878 Um der Freude über die Wiedergenesung Sr. Majestät des Kaisers Ausdruck zu geben, war von dem Blumberger Landwehrverein eine größere und umfangreichere Sedanfeier wie sonst üblich, veranstaltet worden. Der Vorsteher des Vereins ist zugleich 1. Lehrer im Dorfe. 15. September 1878 Laut Kreis-Polizei-Verordnung muß nach jedem Todesfall und vor der Beerdigung eine Leichenschau stattfinden. Der Zweck derselben ist die unzweifelhafte Feststellung des wirklichen Todes und die möglichst zuverlässige Ermittelung der Todesursachen. 20. September 1878 Seitens der Justiz-Verwaltung ist die Stadt Alt-Landsberg mit einem Amtsgericht bedacht worden. 20. September 1878 Für Ahrensfelde und Umgegend hat sich ein Krieger- und Landwehr-Verein gebildet, der schon 42 Mitglieder zählt, welche sich militärisch equipirt haben, da sie sämmtlich eine graue, grün eingefaßte, kleidsame Joppe und Kopfbedeckung von gleicher Farbe und Verbrämung tragen. Wegen bedeutender Einquartierung von Militair am 2. September wurde die für den Sedantag geplante Feier der Fahnenweihe vertagt. 20. November 1878 Das Bauergut des Gutsbesitzers Friedrich von Gröling in Lindenberg soll im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Das zu versteigernde Grundstück von über 65 Hectaren ist mit einem Reinertrag von 582 Thalern veranschlagt. 3. Januar 1879 Die Rinderpest in Blumberg ist erloschen, die Sperre der Gehöfte und des Ortes aufgehoben und das Militair hat seine Posten einziehen können. Leider hat ein Soldat des Wachtcommandos, der wohl nicht die kräftigste Natur hatte, hier sein Leben beschließen müssen. 10. Januar 1879 Am ersten Weihnachtsfeiertage fand in Blumberg die Einweihung der im Laufe des Sommers und Herbstes zum größten Theil auf Kosten des Herrn Patrons und dessen Familienmitgliedern renovierten Kirche statt. 24. Januar 1879 Durch den Tod des Kreisphysikus Herrn Sanitätsrath Dr. Boehr hat der Niederbarnimer Kreis einen tiefschmerzlichen, schwer zu ersetzenden Verlust erlitten. Er hat sich um die öffentliche Gesundheitspflege die allergrößten Verdienste erworben und ganz neue, höchst segensreiche Einrichtungen theils ins Leben gerufen, theils den Grundstein dazu gelegt. Insbesondere hat er sich durch die auf seine Anregung und auf der Grundlage seiner meisterhaften Ausarbeitungen erlassenen Kreis-Polizei-Verordnung über die obligatorische Leichenschau ein bleibendes Denkmal gesetzt. 16. Mai 1879 Die Dorfstraße in Blumberg zwischen der Kirche und dem Schloß ist bis zum 21. d. Mts. für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Für die Passage nach Krummensee, Alt-Landsberg und Mehrow ist die Hinterstraße und die Straße bei den Schulen zu benutzen. 25. Mai 1879 Die folgenden Impfbezirke werden in Zukunft aus den nachstehenden Impfstationen gebildet und den dabei genannten Impfärzten übertragen: Impfbezirk Nr. 1 (Falkenberg, Wartenberg, Malchow, Karow, Lindenberg, Heinersdorf, Blankenburg, Dalldorf, Hermsdorf, Weißensee, Tegel, Heiligensee): Der Königl. Kreis-Physikus des Kreises Niederbarnim. 15. Juni 1879 Am 11. Juni wurde in Ahrensfelde die goldene Hochzeit Sr. Majestät des Kaisers und I. Majestät der Kaiserin durch den Kriegerverein für Ahrensfelde und Umgegend gefeiert. Die Ahrensfelder Kameraden traten auf dem Appellplatze bei der Friedenseiche an und marschierten mit Musik und Fahne nach Mehrow, wo sich die dort wohnenden Kameraden einreihten. Die Schule, geführt durch Herrn Lehrer Schröder, empfing den Verein mit einem dreifachen Hurrah und schloß sich dann dem nach dem Lokale des Herrn Zielisch sich in Bewegung setzenden Festzuge mit eigenen Fahnen an. 23. Juli 1879 In einer Kreis-Polizei-Verordnung wird für den Kreis Nieder-Barnim verordnet, daß alle Familienhäuser, Haus- und Gastwirthe und Medizinalpersonen, von den in ihrer Familie, ihrem Hause oder ihrer Praxis vorkommenden Erkrankungen an Diphteritis der Polizei-Behörde (städt. Polizei-Verwaltung oder Amts-Vorsteher) ungesäumt schriftlich oder mündlich Anzeige zu machen haben. 27. Juli 1879 Zum Besten der Gemeinde-Armenkasse werden die im Gemeindebezirk Lindenberg stattfindenden öffentlichen Lustbarkeiten, als Tanzvergnügungen, Theateraufführungen, Schaustellungen aller Art (Schaubuden, gymnastische, magische und optische Vorstellungen, Abbrennen von Feuerwerken), öffentlichen Concerte, Bolzenschießen, sogenanntes Hammelschießen, Würfelspiel, Caroussel und ähnliche Belustigungen, gleichviel, ob dieselben im Freien oder in öffentlichen Localen stattfinden, fortan besteuert. 31. August 1879 Die Uebersicht über die Abgrenzung der Wahlbezirke weist folgende Einwohnerzahlen aus: Blumberg, Gemeinde: 739; Blumberg, Gut: 235; Vorwerk Elisenau: 59; Mehrow, Gemeinde: 108; Mehrow, Gut: 234; Eiche, Gemeinde: 255; Hellersdorf, Gut: 133; Ahrensfelde, Gemeinde: 433; Lindenberg, Gemeinde: 769. 7. September 1879 Am Montag, den 1. September wurde in Ahrensfelde von der Schule unter Leitung des Pastors Herrn Uhlmann und des Lehrers Herrn Domak der Sedantag durch Ausmarsch nach dem Festplatze, Speisung, Austheilung von Geschenken an alle Kinder und Fackelzug unter reger Betheiligung der Gemeinde gefeiert. 10. September 1879 In Lindenberg findet am 14. u. 15. September die große Einweihung des neuen Saales des Restaurateurs C. Gathow statt. 24. September 1879 Das Verzeichniß der Landgemeinden im Kreise Nieder-Barnim weist folgende Einwohnerzahlen aus: Lindenberg: 769; Blumberg (ohne Gut): 739; Ahrensfelde: 433; Eiche: 255; Mehrow (ohne Gut): 108. 5. October 1879 Verzeichniß der Wahlmänner der für die Abgeordneten-Wahl für die Kreise Ober- und Nieder-Barnim: Blumberg: Rentmeister Alexander Altenburger, Bauergutsbesitzer Friedrich Grün und August Noack, Gemeinde-Vorsteher Wilh. Grün; Mehrow: Rittergutsbesitzer Martin Heyse, Lehrer Herm. Schröder; Hellersdorf: Rittergutspächter Theodor Muhr; Marzahn: Gemeinde-Vorsteher Ludwig Dubick; Eiche: Gemeinde-Vorsteher Jul. Kindemann; Ahrensfelde: Prediger Otto Uhlmann; Lindenberg: Bauer August Kirschbaum, Halbbauer August Rühl, Gemeinde-Vorsteher Wilh. Lehmann, 10. October 1879 An Stelle des Bauergutsbesitzers Grün ist, da eine Wahl nicht zustande gekommen, einstweilen der Oeconom Wilhelm Grün zu Blumberg zum Gemeinde-Vorsteher dieser Gemeinde commissarisch bestellt worden. 14. November 1879 Am 1. November feierte der Lindenberger Männer-Gesangverein in dem festlich geschmückten Saale des Herrn Gathow das Stiftungsfest seines einjährigen Bestehens. 9. Januar 1880 Bei den kirchlichen Wahlen in Blumberg ist der Bauergutsbesitzer Gottlieb Grün wieder in den Gemeinde-Kirchenrath gewählt worden. Als Gemeinde-Vertreter sind wiedergewählt: der Bauergutsbesitzer Friedr. Grün, der Halbbauer Wilhelm Keisdorf, der Halbbauer Friedr. Keisdorf, der Bauergutsbesitzer Gottlieb Hecht, der Schlächter Hamman und Kossäth August Adler. Neu gewählt wurde der Mühlenmeister Juert, der aus dem Gemeinde-Kirchenrath ausschied. 25. Januar 1880 Der Gesangverein Lindenberg veranstaltete ein Musik- und Gesang-Concert zum Besten der Nothleidenden in Ober-Schlesien. 11. Feburar 1880 An die Blumberger Schule ist die Aufforderung ergangen, behufs Ausarbeitung von jeden Schulort berücksichtigenden Dialectkarten ganz Deutschlands, die auf einem Formular gestellten Fragen zu beantworten und zugleich eine Uebersetzung einiger bestimmter hochdeutscher Sätzchen in die ortsübliche Mundart anzufertigen. 13. Februar 1880 Die achte Lehrerstelle in Alt-Landsberg, mit welcher ein jährliches Einkommen von 900 Mark verbunden ist, wird durch Versetzung des bisherigen Inhabers der Stelle zum 1. April vacant. 25. Februar 1880 Am Sonntag den 22. d. Mts. beging der Blumberger Gesangverein "Hoffnung" unter Mitwirkung des Lindenberger Männer-Gesangvereins und der Liebischschen Kapelle aus Bernau in dem reichgeschmückten Saale des Hamman'schen Gasthofes durch Concert und Ball die Feier seines ersten Stiftungsfestes. 25. Februar 1880 Das der in Liquidation befindlichen Firma gehörige Gut- und Fabrik-Etablissement Bruch-Mühle bei Alt-Landsberg mit Strickgarn-Spinnerei, Mehl- und Schneide-Mühle und schönem neuen Wohnhaus soll mit sämmtlichem todten und lebenden Inventar, Maschinen etc. an den Meistbietenden verkauft werden. 12. März 1880 Die Alt-Landsberger Viehmärkte standen in den letzten 10-15 Jahren nur im Kalender verzeichnet... 14. März 1880 Se. Excellenz der Herr Generalpostmeister Dr. Stephan hat bestimmt, daß in Hönow eine Postagentur mit Fernsprechbetrieb ab Neuenhagen eingerichtet werde. Die Postanstalt erhält selbstredend Verbindung mit dem Kaiserl. Postamte in Neuenhagen. Damit scheidet auch das Dorf Mehrow von dem Bestellbezirk Alt-Landsberg aus. 26. März 1880 Am Palm-Sonntage fand in Blumberg die Confirmation von 29 Kindern, auch aus Eiche und Hellersdorf statt. Die sonst übliche Feier des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers von Seiten des hiesigen Landwehr-Vereins fiel in Rücksicht auf den in der Familie des Patrons vor Kurzem stattgehabten Trauerfalls aus. Am 12. d. M. ist die einzige Tochter des Herrn Grafen von Arnim-Zichow, die junge Gräfin zu Stollberg-Roßla, im 21. Lebensjahre in Roßla verschieden. 2. April 1880 Der Klempnermeister Hermann Kranz aus Blumberg ist zum öffentlichen Fleischbeschauer für den Amtsbezirk Blumberg ernannt worden. 2. April 1880 Die Nummern 11 u. 12 der "Deutschen Lesehalle", Sonntagsbeilage zum "Berliner Tageblatt" enthalten einen interessanten Art von Johannes Bloch über "Platt Land bei Berlin", welcher einen wertvollen Beitrag zur Geschichte unseres Dorfes Blumberg bildet. 23. April 1880 Der Weg von Mehrow nach Ahrensfelde ist bis zur Beendigung der angefangenen Neu-Chaussierung gesperrt. 25. April 1880 Am Sonntag, den 18. April, dem Jahrestag der Erstürmung der Düppeler Schanzen, fand in Blumberg die Fahnenweihe des neu gebildeten Krieger-Vereins statt. 23. Mai 1880 Tableau der Impfbezirke und der Bezirks-Impfärzte des Niederbarnimer Kreises. Impfbezirk Nr. 1 (u.a. Lindenberg): Kreis-Physikus pract. Arzt Dr. Fuhrmann zu Berlin; Impfbezirk Nr. 9 (u.a. Mehrow, Ahrensfelde, Eiche u. Hellersdorf): Pract. Arzt Dr. Heimann zu Alt-Landsberg; Impfbezirk Nr. 11 (u.a. Blumberg): Pract. Arzt Dr. Bekel zu Bernau. 30. Juni 1880 Der Kreis-Ausschuß hat beschlossen, an Stelle des aus dem Bezirke verziehenden Oeconomie-Raths Jungck und des Oeconomen Jungck die Stellvertretung für den Amts-Vorsteher des Amtsbezirks Falkenberg einstweilen dem Amts-Vorsteher Feldtmann zu Weißensee zu übertragen. 7. Juli 1880 Für den telegraphischen Verkehr mit Orten des platten Landes ist die Bestimmung in Kraft getreten, daß die Bestellung der Telegramme mittels der expressen Boten ohne Unterschied der Entfernung gegen Entrichtung einer festen Gebühr von 80 Pf. bewirkt wird, wenn der Aufgeber die Gebühr vorausbezahlt. 14. Juli 1880 Welche Fortschritte in letzterer Zeit der Blumberger Gesang-Verein "Hoffnung" unter der tüchtigen Leitung seiner Dirigenten gemacht hat, zeigte sich am gestrigen Sonntag, wo derselbe unter Mitwirkung der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau im hiesigen Haamann'schen Gasthof ein Concert gab. 23. Juli 1880 Auf eine weitere sechsjährige Amtsperiode sind von dem Herrn Ober-Präsidenten folgende Amtsvorsteher ernannt worden. Ahrensfelde: Heyse, Rittergutsbesitzer / Mehrow; Malchow: Simon, Rittergutsbesitzer / Malchow 23. Juli 1880 Der § 44 des Feld- und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 lautet: "Wer in der Haide oder im Walde brennende oder glimmende Gegenstände, als Cigarren, Streichhölzer oder dergl. fortwirft, wird mit Geldstrafe bis zu fünfzig Mark oder Haft bis zu 14 Tagen bestraft. ... 15. September 1880 Am 5. September feierte der Ahrensfelder Kriegerverein den Sedantag, wozu sich auch Mitglieder der Krieger-Vereine von Blumberg und Marzahn einfanden. Es fanden vor dem Orte Manöver derartig statt, daß die Kavalleristen zu Pferde und die Infanteristen zu Fuß solche ausführten. 14. November 1880 Bei der auf Beschluß des Bundesraths des Deutschen Reiches am 1. December d. Js. stattfindenden allgemeinen Volkszählung sind von jeder Person zu ermitteln und zu verzeichnen: Vor- und Familienname, das Geschlecht, das Alter, der Geburtsort, der Wohnort, der Aufenthalt, die Staatsangehörigkeit, das Religions-Bekenntniß, der Familienstand, die Stellung zum Haushaltungs-Vorstande, etwaige die Bildungs- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Körper- und Geistesmängel, der Erwerbs- oder Berufszweig, die sociale Stellung im Beruf oder Gewerbe und das Militair-Verhältniß. 10. November 1880 Nach Artikel 48 der Reichsverfassung soll das Telegraphenwesen für den ganzen Umfang des deutschen Bundes als einheitliche Staatsverkehrsanstalt eingerichtet werden. Sofern keine Genehmigung der Reichs-Telegraphen-Verwaltungen vorliegt, kann das Anlegen oder der Betrieb von Telegraphenlinien und Telephonverbindungen untersagt werden. 24. November 1880 Dr. med Prenzel, pract. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer hat Wohnung in Alt-Landsberg genommen. 10. December 1880 Einige Bauern- und Kossäthensöhne aus Eiche sind wegen körperlicher Mißhandlung von Bauerssöhnen aus Hönow zu je 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die vom Staatsanwalt geforderte Haftstrafe blieb ihnen erspart, da sie "durch den Genuß von Getränken angeregt gewesen seien und die That daher als keine geplante, sondern als eine zufällige angesehen werden müsse". 6. Juni 1888 Wegen Vornahme einer Reparatur der Seegraben-Brücke wird der Weg von Alt-Landsberg nach Mehrow vom 7. Juni cr. ab auf 8 Tage für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. 8. Juni 1888 Auf Veranlassung des Bernauer landwirthschaftlichen Vereins fand die zweite Districts-Thierschau für die Kreise Niederbarnim, Oberbarnim und Teltow statt. Das Rittergut Blumberg erzielte für seine Rinderzucht mehrere Preise. 13. Juli 1888 Nach dem Abzuge des bisherigen Amtsvorstehers Muhr von Hellersdorf ist der Amtsvorsteher-Stellvertreter Krüger zu Mehrow einstweilig zum Vorsteher des Amtsbezirks Mehrow bestellt worden. 15. Juli 1888 Der Schäfer Friedrich Zinn in Mehrow ist als Amtsdiener und Vollziehungsbeamter des Amtsbezirks Ahrensfelde bestätigt worden. 7. September 1888 Wie in vielen Orten auf dem Lande, so dient auch in Lindenberg in Ermangelung eines Gefängnisses das Spritzenhaus zur vorläufigen Aufnahme von Arrestanten. Der im Ort stationirte Gensdarm hatte einen Landstreicher wegen Bettelns in dieses provisorische Gefängnis gesperrt. Am andern Morgen bemerkten nun Knaben, daß sich einige Steine des Daches von dem der Schule vis-a-vis gelegenen Spritzenhause anfingen zu heben und das inhaftirt gewesene Individuum die goldene Freiheit wiedergewann. 14. September 1888 In Blumberg wurde das Erntefest nach althergebrachter Sitte gefeiert und verlief dasselbe in bester Ordnung und ohne Störung. 13. Januar 1889 Mit Rücksicht auf die in Ahrensfelde vorgekommenen Masern-Erkrankungen wird für den Gemeindebezirk Ahrensfelde die allgemeine Anzeigepflicht unter Androhung der gesetzlichen Strafen angeordnet. Alle Familienhäupter, Haus- und Gastwirthe, sowie Medicinalpersonen sind es schuldig, von den in ihrer Familie, ihrem Hause und ihrer Praxis vorkommenden Fällen der Masern-Krankheit dem Herrn Amtsvorsteher-Stellvertreter in Mehrow ungesäumt Anzeige zu erstatten. 23. Januar 1889 Der Stellmachermeister Johann Kieschewsky in Blumberg beabsichtigt auf seinem zu Blumberg belegenen Grundstücke ein Schlachthaus zu errichten. 15. Februar 1889 Der Dienstknecht Heinrich Scheil aus Blumberg befand sich im November v. J. in dem Bolle'schen Tanzlocale in Lindenberg und rempelte hier wiederholt den Bauergutsbesitzersohn Albert Rühle an, worauf dieser ihm eine Ohrfeige gab. Sofort zog Scheil ein Küchenmesser und versetzte dem Rühle verschiedene Stiche in den Kopf, daß das Blut hoch aufspritze. Er wurde wegen Körperverletzung zu 6 Monaten Gefängniß verurteilt. 27. Februar 1889 Nachdem die Masern-Epidemie in Ahrensfelde erloschen ist, wird die für den Umfang der Gemeinde Ahrensfelde angeordnete allgemeine Anzeigepflicht wieder aufgehoben. 12. April 1889 Der Bauer Julius Lindemann in Eiche ist zum Gemeinde-Vorsteher der Gemeinde Eiche gewählt und bestätigt worden. 5. Mai 1889 Der Herr Ober-Präsident hat nach Ablauf der sechsjährigen Amtsperiode den Administrator Ziegner zu Blumberg auf eine weitere sechsjährige Amtsdauer zum Amtsvorsteher des Amtsbezirks Blumberg ernannt. 9. Juni 1889 Der Theil des Blumberg-Bernauer Weges von dem Wege nach Blumberg-Hof bis zum Wege nach Elisenau wird wegen Chaussirungsarbeiten bis auf Weiteres für Fuhrwerke gesperrt. 21. Juni 1889 Der Herr Ober-Präsident hat den bisherigen Amtsvorsteher-Stellvertreter, Administrator Krüger zu Mehrow zum Amtsvorsteher und den Gemeinde-Vorsteher Haase zu Ahrensfelde zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Ahrensfelde bestellt. 28. Juni 1889 Da die Chaussirungsarbeiten auf dem Blumberg-Bernauer Wege beendet sind, ist dieser wieder fahrbar. 15. September 1889 Der Herr Ober-Präsident hat den Gutsvorsteher-Stellvertreter, Inspector Wolff zu Hellersdorf zum Standesbeamten des Standesamtsbezirks Eiche bestellt. 27. October 1889 Die Weidenplantage "Clarahöh" in Lindenberg bietet "Feinste Flechtweiden (grün)" für Korbmacher an. 13. Januar 1892 Nachweisung der bis jetzt bewilligten Altersrenten. [Jahresrenten !] Beyer, Christian; Arbeiter; Ahrensfelde; 162,60 Mk.; Ebel, Christian; Maurergeselle; Blumberg; 163,20 Mk.; Wegener, Justine; Arbeiterin; Mehrow; 106,80 Mk.; Zinn, Friedrich; Schafmeister; Mehrow, 191,40 Mk. 27. Januar 1892 Der berittene Gensdarm Stelling überraschte in der Ahrensfelder Haide den Schlächtergesellen Albert Puttlitz aus Ahrensfelde, der als Wilderer berüchtigt ist, auf dem Anstande. Als der Wilderer den Gensdarmen sah, riß er blitzschnell sein Doppelgewehr an die Backe. Der Gensdarm hatte jedoch seinen Karabiner noch um eine Sekunde früher angelegt, worauf der Wilderer die Flinte fallen ließ und verhaftet wurde. 18. Mai 1892 In der Superintendentur Berlin-Land I. findet ein von den Herren Pastoren Neumann in Wormlage und Richter in Rheinsberg ausgeführte Missionspredigtreise statt, um in den Gemeinden das Interesse an der christlichen Missionsthätigkeit zu beleben und von den Erfolgen derselben zu berichten. 29. Mai 1892 Vertrauensmännerbezirke der Section 20 (Kreis Niederbarnim) der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft: Bezirk V, Amtsbezirke: Weißensee, Pankow, Franz.-Buchholz, Malchow, Falkenberg, Hohen-Schönhausen, Ahrensfelde und Buch Vertrauensmann: Schöffe Meißner zu Weißensee, Stellvertreter: Landwirh und Fabrikant Wilhelm Schleinitz zu Weißensee. 3. Juli 1892 Vertrauens- und Ersatzmänner der Versicherungs-Anstalt der Provinz Brandenburg: Vertrauensmänner-Bezirk Ahrensfelde: Aus dem Stande der Arbeitgeber: August Müller, Bauerngutsbesitzer, und Carl Wegener, Bauerngutsbesitzer; Aus dem Stande der Versicherten: Carl Wegener, Arbeiter, und Wilhelm Jahn, Arbeiter; Vertrauensmänner-Bezirk Gemeinde u. Gut Mehrow: Aus dem Stande der Arbeitgeber: Bernhard Krüger, Gutsverwalter (Gut) und Wilhelm Thürling, Bauerngutsbesitzer (Gemeinde); Aus dem Stande der Versicherten: August Lindenberg, Meier (Gut) und Carl Schulze, Arbeiter (Gemeinde). 9. September 1892 Jeder übernachtende Fremde ist der Ortspolizeibehörde am Abend zu melden. Die Meldung hat Morgens 8 Uhr zu erfolgen, wenn der Zugereiste erst nach 7 Uhr abends eingetroffen ist. Bei der Meldung ist anzugeben, woher der Fremde zugereist ist. 9. September 1892 Die Cholera hat im Inlande bereits eine größere Verbreitung gefunden und auch in Berlin ist bereits ein Erkrankungsfall an asiatischer Cholera festgestellt worden. 21. October 1892 Bekanntmachung betreffend anderweitige Festsetzung des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tagearbeiter. Für unseren Teil des Kreises: männliche / weibliche Arbeiter über 16 Jahre: 1,50 / 0,80 Mk., unter 16 Jahre: 0,70 / 0,50 Mk. 4. November 1892 Der 31. October wurde in Ahrensfelde festlich begangen. Die Schulkinder zogen in Begleitung ihres Lehrers zum Festplatz in der Dorfmitte, auf welchem im Jahre 1883 zur 400jährigen Jubelfeier Dr. Martin Luthers von einem hiesigen Freunde der Reformation, dem Altsitzer und Kirchenältesten Herrn Junghanß eine Eiche gepflanzt wurde. 5. Januar 1898 Aus dem Amtslocal des Amts-Vorstehers zu Ahrensfelde ist von einem 18- bis 20jährigen unbekannten Manne das mit preußischem Adler und der Umschrift "Amt Ahrensfelde, Kr. Nieder-Barnim" versehene Amtssiegel entwendet worden. 5. Januar 1898 Der Administrator Johannes Ziegner und die Bauergutsbesitzer Wilhelm Grün, August Noack und Georg Juert zu Blumberg sowie der Gutsvorsteher Wolff zu Hellersdorf und die Gutsbesitzer Haase zu Ahrensfelde und Lindemann zu Eiche sind zu Schiedsmännern behufs Abschätzung des Werthes der auf polizeiliche Anordnung zu tödtenden Thiere bestellt worden. 7. Januar 1898 Die Hoffnung auf Ruhe vor den Brandstiftungen in Lindenberg hat sich als eine trügerische erwiesen. Am Dienstag Abend 3/4 9 Uhr wurden die hiesigen Einwohner schon wieder durch Feuerlärm aufgeschreckt. Es brannte eine zur Bauer Saalemann'schen Wirthschaft gehörige Strohdachscheune. Da in Folge des Mondscheins und des Nebels wenig von dem Feuerschein in der Umgebung zu sehen war, so wurden die benachbarten Spritzen sofort telephonisch um Hilfe angerufen. Allein an Rettung war nicht mehr zu denken. Die Scheune mitsamt den Erntevorräthen wurde ein Raub der Flammen. Wie die früheren Brände, so ist auch dieser auf Brandstiftung zurückzuführen. 13. Februar 1898 Johannes Ziegner (Administrator, Blumberg), August Adler (Rentier, Blumberg), August Noack (Bauergutsbesitzer, Blumberg), Fritz Töpfer (Kossäth, Blumberg), Ernst Petersen (Administrator, Mehrow), August Müller (Gemeinde-Vorsteher, Ahrensfelde), Julius Lindemann (ehem. Gemeinde-Vorsteher, Eiche), Carl Haase (Bauer, Ahrensfelde), Carl Baurath (Gemeinde-Vorsteher, Lindenberg) und Carl Gathow (Lehngutsbesitzer, Lindenberg) sind Wahlmänner für die nothwendig gewordene Ersatzwahl eines Abgeordneten. 4. Mai 1898 Die feierliche Eröffnung der neuen Bahnlinie Lichtenberg - Friedrichsfelde - Werneuchen erfolgte am Sonntag früh mit dem fahrplanmäßigen Zuge 4,44 ab Friedrichsfelde. An den einzelnen Bahnhöfen hatten sich Hunderte von Neugierigen eingefunden, die den einlaufenden Zug stets mit brausenden Hochrufen begrüßten. Auch Ahrensfelde hatte sich zur Feier gerüstet. Schon am frühen Morgen wurde das Dorf durch Weckruf alarmirt, gegen 5 Uhr früh zog Alt und Jung unter klingendem Spiel der Kapelle des Herrn Liebisch nach dem neuen Bahnhof. Bei der Ankunft des Zuges wurde derselbe mit Musik und einem donnernden Hurrah empfangen und darauf das ganze Zugpersonal mit Getränken freigiebig bewirthet. 15. Mai 1898 Der Etat des Kreises Niederbarnim für das Rechnungsjahr vom 1. April 1898 bis dahin 1899 enthält für den Wiederausbau der theils gepflasterten und theils chaussirten Straße von Mehrow nach Ahrensfelde eine Aufstockung von 2,00 auf 3,50 Mark je lfd. Meter. Die Straße nähert sich dem Charakter einer Kreischaussee und erhält eine größere Bedeutung durch die Personen- und Güterstation Ahrensfelde der ihrer Vollendung entgegengehenden neuen Eisenbahn von Lichtenberg nach Wriezen. 22. Mai 1898 Der Verwaltungsbericht für das Jahr 1897 weist Kosten für die Neuschüttung der Chaussee Neuenhagen - Mehrow auf einer Länge von 1184 m aus. 25. Mai 1898 Die Chausseestrecke Ahrensfelde bis Mehrow ist wegen Neubau vom Montag, den 23. Mai d. Js. ab für den öffentlichen Verkehr gesperrt. 12. Juni 1898 Der Gesang-Vereins "Frohsinn" zu Ahrensfelde veranstaltet unter gütiger Mitwirkung von 5 Vereinen ein Sommerfest. 24. Juni 1898 Der Zieglermeister Aug. Dürre zu Blumberg beabsichtigt auf dem zum Dom. Blumberg gehörigen, zwischen dem Blumberg-Bernauer Wege und der Elisenauer Chaussee gelegenen Acker eine Ziegelei mit Ringofenbetrieb zu errichten. 6. Januar 1899 Die Eisenbahn-Direktion Berlin beabsichtigt allmählich eine weitere Ausdehnung des Vorort-Verkehrs einzuführen. Auf der Strecke Friedrichsfelde - Werneuchen ist die Einführung der Vorort-Taxe jedoch nicht geplant. 18. Januar 1899 Ein nächtlicher Kirchenraub wurde vor Kurzem in Eiche in der Dorfkirche verübt. Die Diebe stahlen werthvolle Gegenstände und haben sogar die Kronleuchter abgeschraubt, um das Metall zu verwerthen. Die Diebe, die Dienstknechte August Budack und Hermann Hintze, welche beide hier gedient haben, befinden sich bereits im Moabiter Untersuchungsgefängniß hinter Schloß und Riegel. 19. Februar 1899 Carl Pförtner wurde als Nachtwächter für die Gemeinde Blumberg bestätigt. 26. Februar 1899 Der Arbeiter Wilhelm Steffen wurde als Nachtwächter für die Gemeinde Ahrensfelde bestätigt. 5. März 1899 Der Arbeiter Wilhelm Zachow wurde als Nachtwächter der Gemeinde Eiche bestätigt. 12. März 1899 Der Bauer Carl Baurath in Lindenberg wird auf fernere 6 Jahre als Gemeindevorsteher bestätigt. 30. April 1899 Der Gemeindevorsteher Grün in Blumberg wird auf weitere 6 Jahre bestätigt. 19. Mai 1899 In einem vor zwei Jahren neuerbauten Stalle des Bauerngutsbesitzers Herrn A. Wilke in Lindenberg brach Feuer aus, wodurch der Dachstuhl, sowie die noch auf dem Stallboden lagernden Heu- und Strohvorräthe eingeäschert wurden. Das Vieh konnte aus dem gewölbten Stalle glücklicherweise noch gerettet werden. 18. August 1899 Während des Sondermanövers des 4. Garde-Regiments zu Fuß vom 2. bis 7. September werden Ahrensfelde, Eiche und Mehrow mit Truppenteilen belegt. 20. August 1899 Blumberg und Lindenberg werden während der Herbstübungen im Jahre 1899 durch Truppen der verstärkten Garde-Infanterie-Division belegt. 13. October 1899 In Eiche feierte Herr Lehrer Kohlrep sein 25jähriges Amtsjubiläum. Die benachbarten Collegen überreichten dem Jubilar einen schönen Kupferstich, und Gratulationen von nah und fern legen Zeugnis ab von der allgemeinen Beliebtheit, welche sich Herr Kolrep erworben hat. 18. October 1899 In Alt-Landsberg ist mit dem Bau des Electricitätswerkes am Kleinbahnhof begonnen worden. Es ist aber erfreulich, für das nächste Jahr auf das electrische Licht und die den verschiedensten Zwecken dienstbar zu machende electrische Kraft rechnen zu können. 19. November 1899 Die Straße von Eiche nach Hönow ist vom 21. d. Mts. ab auf 14 Tage wegen Brücken-Baues für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. 29. November 1899 Ein hochaufloderndes Feuer, welches trotz des nebeligen Wetters in der Richtung auf Mehrow von Blumberg aus sichtbar war, veranlaßte die Blumberger Pflichtfeuerwehr mit Spritze, 2 Wasserwagen, 1 Mannschaftswagen und 14 Mann auszurücken. An Ort und Stelle angekommen, stellte sich heraus, daß der Feuerschein von Kartoffelkraut herrührte, welches der Arbeiter Pohle auf Anordnung des Meiers Engel des Rittergutes Mehrow in Brand gesetzt hatte. 3. December 1899 Der Zimmermann Wilhelm Wegener wurde als Nachtwächter der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt. 17. December 1899 Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das auf den Namen des Landwirths Gustav Roderjahn zu Ahrensfelde eingetragene, zu Ahrensfelde, Bauergut Hausnummer 11 belegene Grundstück versteigert werden. |
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4. Februar 1900 Der Administrator Lindenberg wird als Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Mehrow bestätigt. 11. Februar 1900 Der Administrator Lindenberg zu Mehrow wird zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Ahrensfelde auf die Dauer von 6 Jahren ernannt. 18. März 1900 Der Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg wird auf weitere sechs Jahre zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Blumberg ernannt. 23. September 1900 Der Kaiser dankt für die vortreffliche Aufnahme der während der Herbstübungen in verschiedenen Teilen der Provinz Brandenburg einquartierten Truppen. 14. November 1900 Das Rittergut Mehrow hat seinen Besitzer gewechselt. Die Ritterschaftsbank hat das Gut an einen Herrn Stock, früheren Besitzer einer Armaturen-Fabrik, für den Preis von angeblich 1.300.000 Mk. verkauft. 6. Februar 1901 In Blumberg wird nach längeren Debatten die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr beschlossen. Zum Beitritt melden sich sofort 16 Herren als aktive und 40 als passive Mitglieder. 5. April 1901 Der Kreistag beschließt unter Vorsitz von Landrat von Treskow die Übernahme der chausseemäßig ausgebauten, 2254 m langen Strecke zwischen Mehrow und Ahrensfelde in die Unterhaltung des Kreises. Die beteiligten Wegeunterhaltungspflichtigen haben dafür eine einmalige Abfindung von 25000 Mk. zum Chaussee-Reservefonds zu zahlen. 28. April 1901 Der Etat des Kreises Niederbarnim für 1901/1902 beinhaltet 2100,- M für die Chaussee Neuenhagen - Hoenow - Mehrow. Es sollen nur kleine Ausbesserungen ausgeführt werden, wofür 69 cbm Chausseesteine sowie 77 cbm Kies und Sand gebraucht werden. 5. Mai 1901 Der Verwaltungsbericht weist aus, daß auf der 6584 m langen, vom Kreis unterhaltenen Chaussee Neuenhagen-Mehrow 21 qm Pflasterungen ausgeführt und 60 Bäume gepflanzt wurden. 5. Mai 1901 Der Administrator Lindenberg in Mehrow wird an Stelle des verstorbenen Administrators Petersen zum Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirkes Ahrensfelde ernannt. 23. August 1901 Eine gefüllte, massive, mit Schiefer gedeckte Scheune des Bauerngutsbesitzers Adolf Thürling in Mehrow brennt nieder. Einige Tage vorher wurde das angrenzende Arbeiterwohnhaus des Rittergutsbesitzers Stock ein Raub der Flammen. 25. September 1901 / 6. Oktober 1901 Lehrer Schröder in Mehrow feiert sein 50 jähriges Amtsjubiläum. Er war während des halben Jahrhunderts ununterbrochen an der Mehrower Schule. 11. Mai 1902 In Blumberg findet die Vorstellung der durch den Instrukteur Fielitz (Alt-Landsberg) ausgebildeten freiwilligen Feuerwehr statt. 27. Juni 1902 In Lindenberg findet die Fahnennagelung der am 8. Juni feierlichst geweihten Vereinsfahne des deutschen Turnvereins "Jahn" statt. 13. Juli 1902 Lehrer Schröder, der 51 Jahre in Mehrow amtiert hat, tritt am 1. Oktober mit 72 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. 5. Oktober 1902 Für die Mehrower Lehrerstelle wird Herr Weier aus Quisbernow, Kreis Belgard i. Pom. von Herrn Rittergutsbesitzer Stock gewählt. 29. April 1903 Der Etat für den Kreis Niederbarnim für 1903 enthält 14000 M für die Chaussee Dahlwitz-Hoppegarten-Hönow-Ahrensfelde. Erforderlich werden 575 cbm Chausseesteine, 348 cbm Kies und Sand. Zur Ausführung sollen gelangen: 4320 m Neuschüttung 7. Juni 1903 / 10. Juni 1903 Der Blumberger Turnverein "Germania" begeht das Fest seiner Fahnenweihe. 26. Juni 1903 In Lindenberg findet die Fahnenweihe des Arbeitervereins "Deutsche Eiche" statt. 5. Juli 1903 / 8. Juli 1903 Der Ahrensfelder Kriegerverein begeht sein 25. Stiftungsfest, wozu 28 Vereine mit 24 Fahnen erscheinen. Pastor Uhlmann hält den Festgottesdienst, Amtsvorsteher Haase begrüßt die Gäste, Landrat von Treskow hält eine Ansprache. 5. August 1903 Der Ahrensfelder Pfarrer Uhlmann kann auf eine 25jährige Wirksamkeit im Orte zurückblicken. 5. August 1903 Rittergutsbesitzer Stock, Patron der Mehrower Kirche und Schule, hat der Kirche eine neue Orgel gestiftet, der Schule die notwendigen Turngeräte geschenkt und der Schuljugend den Besuch des Zoologischen Gartens ermöglicht. 2. Dezember 1903 Der Rechnungsführer Wilhelm Wulff wird als Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Mehrow bestätigt. 12. Februar 1904 Der Ahrensfelder Gastwirt G. Kahlow weiht seinen neurenovierten Saal ein. 14. Februar 1904 Der Lehrer Johannes Hoy wird als Steuererheber der Gemeinde Blumberg bestätigt. 28. Februar 1904 Der Forstaufseher und Feldhüter, Büdner August Reinicke wird als Amtsdiener, Gemeindediener und Vollziehungsbeamter des Amtsbezirks Blumberg bestätigt. 15. April 1904 Der Bauergutsbesitzer Friedrich Ebel wird als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Lindenberg bestätigt. 20. Mai 1904 Im Blumberg treffen sich die Gemeindevorsteher der Ortschaften von Berlin bis Werneuchen, um über die Gründung eines festen Verbandes zwecks Hebung des Eisenbahnverkehrs und möglichst schneller Durchsetzung des Vorortverkehrs bis Werneuchen zu beraten. 27. Mai 1904 Büdner Reinhold Roth wird als Schöffe und Büdner Gustav Wegener als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Mehrow bestätigt. 26. Juni 1904 Kossätengutbesitzer Gustav Bredereke, Bauergutsbesitzer August Ebel II sowie Bauergutsbesitzer August Noack werden als Schöffen der Gemeinde Blumberg auf weitere 6 Jahre bestätigt. 10. Juli 1904 Bauergutsbesitzer Friedrich Bredereke und Kossätengutsbesitzer Wilhelm Schulze werden als Schöffen der Gemeinde Eiche bestätigt. 17. Juli 1904 Der bisherige Gemeinde-Vorsteher August Müller wird als solcher, die Bauerngutsbesitzer Julius Lehmann und August Wegener werden als Schöffen und der Kossätengutsbesitzer Gottlieb Meißner wird als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt. 24. Juli 1904 Der Landwirt Wilhelm Müller wird als Schöffe der Gemeinde Mehrow bestätigt. 24. August 1904 Durch das schnelle Wachstum von Ahrensfelde ist die Schülerzahl so gestiegen, daß die Anstellung eines zweiten Lehrers zum 1. Oktober notwendig wird. Am Nordgiebel des Schulhauses ist ein Anbau ausgeführt, in welchem eine Wohnung und ein Klassenzimmer enthalten sind. 24. August 1904 Der Herr Rittergutsbesitzer Stock schenkt der Mehrower Kirche eine kostbare Altardecke. Zwei Jahre zuvor hat er die Innenwände und Bänke mit einem neuen Anstrich versehen lassen und anstelle der kleinen verbrauchten Orgel eine neue gestiftet. 7. September 1904 Der Bauergutsbesitzer Karl Haase zu Ahrensfelde wird als Schiedsmann und der Bauergutsbesitzer August Müller daselbst wird als Stellvertreter für den Bezirk 33 (Gemeinde und Gut Mehrow und Gemeinde Ahrensfelde) bestätigt und verpflichtet. 14. September 1904 Der Gemeindediener und Nachtwächter Julius Habermann wird als Vollziehungsbeamter der Gemeinde Lindenberg bestätigt. 28. September 1904 Der Gräflich Arnim'sche Förster Strempel wird im Kleinen Rehhahn in unmittelbarer Nähe der Chaussee Berlin-Blumberg beim Ringen mit einem Wilderer durch einen Schuß aus seinem eigenen Gewehr getötet. 19. Oktober 1904 Auf dem früher Wenzel'schen Grundstück in Blumberg brennen Stallung und Scheune nieder. Es wird Brandstiftung vermutet. 26. Oktober 1904 In Blumberg findet die Gründung des Verkehrsvereins Berlin-Werneuchen statt. Zum 1. Vorsitzenden wird Herr Rittergutsbesitzer Böhm (Hirschfelde) gewählt. Ziel des Vereins ist die Erreichung besserer Zugverbindungen und Verkehrsverbesserungen auf der Bahnstrecke Berlin-Werneuchen. Zur Aufnahme melden sich sogleich 33 Mitglieder. 12. Februar 1905 Amts- und Gemeindevorsteher Grün zu Blumberg wird für seine 25jährige Amtstätigkeit geehrt. 31. März 1905 Der Amtsvorsteher Grün wird als Gemeindevorsteher der Gemeinde Blumberg auf weitere 6 Jahre bestätigt. 21. Juni 1905 Der Blumberger Kriegerverein begeht sein 25jähriges Stiftungsfest. Nicht weniger als 22 Fahnen sind im Festzug vertreten. 19. November 1905 Herr Dr. Fahrenholtz (Ahrensfelde) siedelt nach Jasenitz bei Stettin über. Die Kassenarztstelle in Ahrensfelde mit einem Einkommen von 8-10000 Mark wird frei und ist sofort zu besetzen. 10. Dezember 1905 Die an der Bahnstrecke Werneuchen-Berlin belegenen Ortschaften beabsichtigen, um Einführung des Vorortverkehrs zu petitionieren. - Auch soll darauf hingewirkt werden, daß die Schnellzüge in Blumberg halten. 15. Dezember 1905 In Ahrensfelde ist die Diphteritis eingekehrt und hat einen hoffnungsvollen Knaben der II. Klasse in einigen Tagen dahingerafft. Die Hälfte der hiesigen Kinder fehlt in der Schule, auch Erwachsene sind von der bösen Krankheit nicht verschont geblieben. 31. Dezember 1905 Eine Blumberger Hausväterversammlung beschloß die Erhöhung des Grundgehalts der Lehrer von 1000 auf 1200 Mark (jährlich). 12. Januar 1906 Auf der Kreistagssitzung am 18. Dezember 1905 wird unter Landrat Graf von Roedern die Erbauung einer Kreis-Chaussee von Mühlenbeck über Schönerlinde-Buch-Schwanebeck-Birkholz nach Blumberg beschlossen. 17. Januar 1906 Die Diphteritis-Epidemie in Ahrensfelde ist noch nicht im Erlöschen. Der staatlich geprüfte Desinfektor Herr Beerbaum (Blumberg) ist engagiert, um die Wohnungen zu desinfizieren. Die Eltern sind beunruhigt, da der Ort zurzeit ohne Arzt ist. Der Schulbesuch leidet sehr unter der Krankheit. Schon seit Anfang Dezember waren an keinem Tag alle Schüler zur Stelle. 11. Februar 1906 Auf Anordnung des Königlichen Landrats ist die Ahrensfelder Schule wegen der Diphteritis-Epidemie bis auf weiteres geschlossen worden. Auch einer der Lehrer ist erkrankt. 25. Februar 1906 Die Diphteritis-Epidemie in Ahrensfelde ist als erloschen zu betrachten. Nachdem die Klassenzimmer desinfiziert und gründlich gereinigt wurden, konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. 14. März 1906 Eine Deputation von einigen 20 Herren besichtigte vor einigen Tagen das Mehrower Gut. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Gemeinde Weißensee, das Gut oder einen Teil desselben zu Rieselzwecken aufzukaufen. 21. März 1906 Nachdem wiederholt versucht wurde, in Ahrensfelde größere Flächen für Rieselzwecke aufzukaufen, sind von der Berliner Stadtsynode ca. 1400 Morgen Acker zum größten Teil jenseits der Bahn zur Errichtung eines Zentralfriedhofs erworben worden. Die Stadtsynode fordert von der Gemeinde die Pflasterung der Hauptzufuhrstraße (Lindenberger Weg), die Regulierung der Wuhle und die Beibehaltung der ortsüblichen Umsatzsteuern. 6. Mai 1906 Auf dem Gelände des neuen Zentralfriedhofes Ahrensfelde sind Ingenieure und Feldmesser tätig, um das 1100 Morgen große Gelände zu vermessen und zu kartieren. Schon im nächsten Jahr sollen dort Bestattungen stattfinden. Der Gottesacker soll eine Musteranlage im Deutschen Reich werden. Die Preise für das gegenüber dem neuen Kirchhofe gelegenen Geländes sind inzwischen um das zwei- und dreifache gestiegen. 22. Juni 1906 Die Dorfstraße in Eiche am Ausgang nach Marzahn ist wegen Umpflasterung für einige Zeit für den Wagenverkehr gesperrt. 1. Juli 1906 Nach einer fast tropischen Hitze geht in Ahrensfelde ein kurzes aber recht kräftiges Gewitter nieder. Ein Blitzstrahl trifft das Wohnhaus des Gärtnereibesitzers H. Adler, ohne jedoch großen Schaden anzurichten. 8. Juli 1906 Ein Blitzstrahl trifft das Gestänge der Telephonleitung auf dem Rob. Wolff'schen Hause in Ahrensfelde ohne Schaden anzurichten. 13. Juli 1906 In Ahrensfelde herrschen die Masern in bedeutendem Umfange. An einigen Tagen fehlten in der Schule bis zu 50 Prozent. 23. September 1906 Auf dem Gelände des Zentralfriedhofes der Stadt Berlin bei Ahrensfelde werden die Arbeiten beschleunigt, da schon am 1. Juli n. Js. die ersten Bestattungen stattfinden sollen. Auch in Ahrensfelde entwickelt sich ein lebhaftes Treiben, da hier Grundstücksspekulanten, Bildhauer, Restaurateure, Gärtner usw. sich um Parzellen bemühen. Im nächsten Jahr wird hier eine große Bautätigkeit beginnen. 3. Oktober 1906 Der Lindenberger Lehrer Schulz wird nach 42jähriger Amtstätigkeit verabschiedet. 21. Oktober 1906 Auf Anordnung der Königlichen Regierung ist mit dem Beginn des Wintersemesters in Ahrensfelde das zweiklassige Schulsystem aufgehoben, und an seiner Stelle eine dreiklassige Schule eingerichtet worden. Die Gesamtschülerzahl beträgt z. Zt. 104. 21. Oktober 1906 Eine Berliner Aktiengesellschaft will eine Automobil-Omnibuslinie Alexanderplatz-Ahrensfelde einrichten. Die Gemeinde Ahrensfelde will aber dazu keinen namhaften Beitrag leisten, da Vorortverkehr und Elektrische winken. 30. November 1906 Ein volles Jahr herrschen in Ahrensfelde die gefährlichen Kinderkrankheiten Diphteritis und Scharlach. Wer davon nicht betroffen war, der hatte im Sommer die Masern. Sieben Kinder sind diesen Krankheiten erlegen. 13. Januar 1907 Sämtliche ehemaligen Soldaten aus Eiche haben sich zu einem Militärverein zusammengeschlossen. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Schuhmachermeister Kamerad Gröppler gewählt. Der neugegründete Verein zählt 29 Mitglieder. 20. Februar 1907 Auf dem Bahnübergang nach der Station Blumberg der Berlin-Wriezener Bahn ereignet sich in Eisenbahnunglück. Der Wagen des Kossäten Wegemund aus Birkholz, auf dem sich noch drei Personen befinden, wird von einem Personenzug erfaßt. Das Pferd wird schwer verletzt und muß getötet werden. Die Insassen kommen mit nur leichten Verletzungen davon. 6. März 1907 Die Ahrensfelder Gemeindevertretung beschließt, die Dorfstraße zu beiden Seiten mit Mosaikpflaster zu versehen. Sämtliche Kosten übernimmt die Gemeindekasse. 17. März 1907 Der Schloßgärtner Paul Fischer wird als 2. Gutsvorsteher-Stellvertreter des Gutsbezirks Blumberg bestätigt 19. April 1907 Auf dem Gelände des Zentralfriedhofes der Stadtsynode Berlin in Ahrensfelde entsteht ein Waldbrand. Nur der günstigen Windrichtung ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht größere Dimensionen angenommen hat. 19. Mai 1907 Der Stellmachermeister Rudolf Krüger wird als Steuererheber der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt. 19. Mai 1907 Dem Gutsgärtner Schröder in Blumberg wird das Allgemeine Ehrenabzeichen verliehen. 12. Juni 1907 Die Gemeinde Lichtenberg ist auf der Suche nach Kirchhofsland und beabsichtigt, ca. 100 Morgen in Ahrensfelde zu erwerben. 14. Juni 1907 Der Ahrensfelder Gemeindevorsteher Herr Gutsbesitzer A. Müller legt nach 15jähriger bewährter Amtstätigkeit freiwillig sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wird Herr Rentier A. Hübner gewählt. 16. Juni 1907 In Ahrensfelde treten die Masern nach einzelnen Erkrankungen jetzt epidemisch auf. 5. Juli 1907 Ein Unwetter richtet in Blumberg und Umgegend großen Schaden an. Der Blitz schlägt in einen Stall des Besitzers W. Kaisdorf; jedoch gelingt es, den Brand rechtzeitig zu löschen. Der niederströmende Regen reißt die Straßendämme auf und der niedergegangene Hagel richtet in Feld und Garten arge Verwüstungen an. 14. Juli 1907 Der Rentier Franz Brunow wird als Schöffe der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt. 11. August 1907 Der in Ahrensfelde zum Gemeindevorsteher gewählte Rentier A. Hübner wird auf sein Gesuch von der Annahme dieses Amtes entbunden. Die Gemeindevertretung wählt daraufhin den Gutsbesitzer Gust. Wegener zum Gemeindevorsteher. 11. August 1907 Auf dem Berliner Zentralfriedhof in Ahrensfelde wird das erste große Gebäude gerichtet. Es wird neben verschiedenen Wohnungen die Maschinen für den Wasserturm aufnehmen und außerdem für die Gerätschaften Raum gewähren. 1. September 1907 In Mehrow wird Herr Gemeindevorsteher Meißner wiedergewählt. Auch sein Vater war über 20 Jahre Gemeindevorsteher, so daß dieses Amt nun schon seit ca. drei Jahrzehnten von einer Familie verwaltet wird. 8. September 1907 Der Bauerngutsbesitzer Gustav Wegener wird als Gemeinde-Vorsteher von Ahrensfelde bestätigt. 22. September 1907 Die Wohnungsnot in Ahrensfelde steigert sich von Woche zu Woche. Mit dem besten Willen ist zur Zeit keine Wohnung zu haben, was viele Arbeiter umso schmerzlicher empfinden, da sie hier auf dem Berliner Zentralfriedhof lohnende Beschäftigung finden. Es ist ein dringendes Bedürfnis, daß in nächster Zeit einige große Arbeiterwohnhäuser entstehen. 25. Oktober 1907 Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof "Ostkirchhof Ahrensfelde" werden energisch gefördert, da am 1. Januar mit dem Belegen begonnen werden soll. Viele Neueinstellungen von Arbeitern sind erfolgt und es werden noch mehr Arbeiter verlangt. Mit Volldampf wird an der Regulierung der Wuhle, an der Pflasterung der Hauptzufahrtsstraße, am Abtragen des historischen Postberges, an der Einfriedung der einzelnen Begräbnisplätze, am Aufstellen einer Kapelle (früher auf dem Andreasfriedhof in Berlin) usw. gearbeitet. In der Nähe des Friedhofs hat bereits eine Bierquelle ihre Schleusen geöffnet. 18. Dezember 1907 Der Verkehrsverein Berlin-Werneuchen hält in Ahrensfelde eine Generalversammlung ab und führt Klage über das schlechte Wagenmaterial der Wriezener Bahn. Man hofft, daß nach der Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes Vorortverkehr eingerichtet wird. 20. Dezember 1907 Die Eröffnung des Berliner Zentralfriedhofes "Ostkirchhof - Ahrensfelde", welche Anfang 1908 erfolgen sollte, wird um 6 Monate verschoben und die Hälfte der Arbeiter entlassen. Die Aufstellung der Kapelle ist beendigt und der Leichenkühlraum ist gerichtet. Monteure sind mit der Aufstellung der Licht- und Kraftmaschinen beschäftigt, die Legung der Wasserleitung ist beendigt. In Kürze wird eine Blumenhalle auf dem Platze in der Nähe des projektierten Bahnhofes errichtet werden. 19. Januar 1908 Herr W. Dubick aus Marzahn erwirbt den Kalow'schen Gasthof in Ahrensfelde für ca. 83000 Mark. Die Uebergabe erfolgt am 1. März. 14. Februar 1908 Der Lehngutbesitzer Karl Gahtow zu Lindenberg wird als Schöffe der Gemeinde Lindenberg bestätigt. 4. März 1908 In Ahrensfelde sind größere Flächen Ländereien zu verpachten. Die Stadtsynode Berlin hat ca. 435 Morgen von ihren 1800 Morgen auf längere Jahre für Kirchhofszwecke noch ausgeschlossen und diese Flächen zur Pachtung ausgeboten. Außerdem bietet der Kaufmann Spagat (Berlin) einen Plan von 120 Morgen, den er von Herrn Gutsbesitzer J. Lehmann erworben hat, zur Pachtung aus. 13. März 1908 Der Gutsbezirk und die Gemeinde Mehrow bilden auf Grund des Gesetzes über die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen vom 28. Juli 1906 einen Gesamtschulverband. 15. März 1908 Der Ahrensfelder Krieger- und Landwehrverein feiert sein 30jähriges Bestehen. Noch 10 Gründer, die Kameraden A. Meißner, G. Albrecht sen., Krohn, F. Meißner, L. Grube, Wandrei, Ziebel, Jul. Schreiber (Franz. Buchholz), Schleusener (Mehrow) und Radunzel (Hellersdorf) sind heute Mitglieder des Vereins. 15. März 1908 Die Arbeiten auf dem Berliner Zentralfriedhof "Ostkirchhof" in Ahrensfelde, die ca. 1/4 Jahr vollständig geruht hatten, sind mit ca. 50 Arbeitern wieder aufgenommen worden. Es finden jetzt ständig Neueinstellungen von Arbeitern statt. 20. März 1908 Die Ahrensfelder Gemeindevertretersitzung beschließt, anstatt der Petroleum-Straßenbeleuchtung die Gasbeleuchtung einzuführen. Die Kosten belaufen sich bei einer jährlichen Brennzeit von 1000 Stunden auf 25 M. für eine Laterne. Durch Rohrlegung und Beschaffung sowie Aufstellung der neuen Laternen entstehen der Gemeinde keine Kosten. 20. März 1908 Einigen Bewohnern vom Bahnhof Ahrensfelde wird genehmigt, ihre Kinder in Ahrensfelde einzuschulen, obwohl der Bahnhof zu Falkenberg gehört. 27. März 1908 Bei den Ergänzungswahlen zur Ahrensfelder Gemeindevertretung werden Schmiedemeister G. Albrecht jr., Rentier G. Jost, A. Meißner, J. Lehmann jr. und A. Adler neugewählt. Amtsvorsteher Haase wird wiedergewählt. 23. Juni 1908 / 3. Juli 1908 Die Kapelle auf dem Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode in Ahrensfelde wird eingeweiht. Der Friedhof umfaßt 1200 Morgen Land und ist 1700 Meter lang und 1800 Meter breit. Er soll später für 30 Gemeinden zu 30000 Seelen genügen. Vorläufig werden 20 Gemeinden ihre Toten dort beerdigen. Die erste Leiche wird vom Bahnhof Ahrensfelde der Wriezener Nebenbahn von den angestellten Leichenträgern mit einem Leichenwagen abgeholt und nach dem Leichenkühlraume der Leichenhalle gebracht. 8. Juli 1908 Durch die ersten fünf Beerdigungen ist der Ostkirchhof der Berliner Stadtsynode in Ahrensfelde seiner Bestimmung übergeben worden. Zahlreiche Arbeiter sind an der Bahnhofsanlage beschäftigt, die an der Stelle des historischen Lehmann'schen Postberges entstehen wird. Derzeit kommen die Leichentransporte von der Leichensammelstelle zu Berlin (alter Ostbahnhof) einmal täglich und zwar früh gegen 5 Uhr mit einem Güterzuge auf Bahnhof Ahrensfelde an. 16. September 1908 186 Beerdigungen fanden in den ersten zehn Wochen auf dem Berliner Zentralfriedhof in Ahrensfelde statt. Die Höchstzahl der Beerdigungen an einem Tage betrug acht. 13. November 1908 Der Bahnhof Ahrensfelde (Friedhof) an der Strecke von Berlin-Schles. Bahnhof (Wriezener Bahnsteig) nach Werneuchen wird in provisorischer Ausführung für den Personen und Leichenverkehr eröffnet. 24. März 1909 In Ahrensfelde wird der erste Spatenstich zur Gasanlage der Berliner Gasanstalt getan. 16. Mai 1909 Wegen Neubaues der Capp-Brücke wird der Karow-Schwanebecker Weg in Lindenberg gesperrt. 11. Juni 1909 Der Krieger- und Landwehrverband Lindenberg feiert sein 25jähriges Stiftungsfest. Der Kaiser hat dem Verein ein Fahnenband verliehen. Der Kriegerverein hat mit großem Kostenaufwand einen historischen Festzug arrangiert. 27. August 1909 Der Landwirt Albert Buchholz zu Ahrensfelde wird als Standesbeamter für den Bezirk Mehrow bestätigt. 29. August 1909 Bei Gastwirt Georg Keisdorf in Blumberg findet die Einweihung des neurenovierten Saales statt. 8. September 1909 Der Weg von Ahrensfelde nach Eiche wird für den Ausbau zur Chaussee auf längere Zeit für den öffentlichen Verkehr gesperrt. 16. Januar 1910 Der Landwirt Albert Buchholz wird als Amtsvorsteher für den Amtsbezirk Ahrensfelde und der Gemeindevorsteher Wegener als dessen Stellvertreter bestätigt. 17. April 1910 Der Amtsvorsteher Albert Buchholz zu Ahrensfelde wird als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk 33 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet. 13. Mai 1910 Der Büdner Gustav Wegener wird als Schöffe der Gemeinde Mehrow und der Gastwirt Otto Bolle als dessen Stellvertreter bestätigt. 8. Juni 1910 / 16. November 1913 Einbrecher steigen in die Blumberger Kirche ein und rauben im Grabgewölbe die Särge der Familie von Arnim aus. Die Räuber werden zu 5 Jahren Zuchthaus bzw. 4 Jahren Gefängnis verurteilt, einer von ihnen landet später in einer Irrenanstalt. 3. Juli 1910 Der Rentier Albert Hübner zu Ahrensfelde wird als Schöffen-Stellvertreter der Gemeinde Ahrensfelde bestätigt. 15. Juli 1910 Blumberg wird von der Berliner Gasanstalt mit Gas versehen. Die Erdarbeiten sind schon bis an den Ort vollendet und schon in kurzer Zeit wird Gas zu Verwendung gelangen. 24. Juli 1910 Der Schuhmacher Julius Zachow wird als Nachtwächter der Gemeinde Eiche bestätigt. 29. Juli 1910 Der Bauer August Lehmann zu Lindenberg wird als Schiedsmann und der Halbbauer Albert Salzmann als dessen Stellvertreter für den Schiedsmannbezirk 56 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet. 31. Juli 1910 Im Anschluß an die Gasversorgung der Gemeinde Ahrensfelde wird auch Blumberg in das Versorgungsgebiet der Berliner Gaswerke einbezogen. Der Gaslieferungsvertrag währt 60 Jahre. Der Stadt Berlin verbleibt auch über die Vertragsdauer hinaus die Befugnis, Gasdurchführungsrohre im Gemeindegebiet Blumberg zu verlegen. 12. August 1910 Der Weg von Eiche bis an die Chaussee nach Alt-Landsberg wird wegen Chaussierung auf längere Zeit für den öffentlichen Verkehr gesperrt. 5. Oktober 1910 Pastor Blasche zu Blumberg tritt in den Ruhestand. Frau Gräfin von Arnim nimmt an der Abschiedsfeier teil. 12. März 1911 Der Bauerngutsbesitzer Wilhelm Bolle wird als Schöffe der Gemeinde Lindenberg bestätigt. 26. März 1911 Das vorläufigen Ergebnis der Volkszählung am 1. Dezember 1910 ergibt für Ahrensfelde: 738, Blumberg/Gemeinde: 974, Blumberg/Gut; 306, Eiche: 259, Lindenberg: 794, Mehrow/Gemeinde: 98, Mehrow/Gut: 152 Einwohner (Kreis Niederbarnim insgesamt: 444116) 21. April 1911 Der Bauerngutsbesitzer Juert wird als Gemeindevorsteher der Gemeinde Blumberg bestätigt. 4. Juni 1911 Der Kossät Gustav Brederecke in Blumberg wird als Schiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannsbezirk 32 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet. 26. Juli 1911 In Ahrensfelde wird der Ehrentag der neugegründeten freiwilligen Feuerwehr begangen. Die Prüfung der jungen Wehr erfolgt durch Kreisbrandmeister Spindler unter den Augen des Landratsamtsverwalters Geheimen Finanzrats Dr. Busch. Für die tadellos verlaufenen Übungen wird der Wehr von Ahrensfelde die wohlverdiente, volle Anerkennung ausgesprochen. 27. Oktober 1911 Der Schloßgärtner Paul Fischer in Blumberg-Schloß wird als Schiedsmann für den Schiedsmannbezirk 32 des Kreises Niederbarnim auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet. 24. November 1911 Die 700 Jahre alte Lindenberger Kirche wird nach siebenmonatiger Renovierung wieder eingeweiht. 23. Juni 1912 Die Kapelle des Zentralfriedhofs in Ahrensfelde wird ein Raub der Flammen. Aus Ahrensfelde und den umliegenden Ortschaften Blumberg, Mehrow, Falkenberg und Eiche waren bald die Freiwilligen Feuerwehren zur Stelle, doch konnte die Kapelle nicht gerettet werden. Sie brannte vollständig nieder. 21. Juli 1912 Der Ritterguts- und Fabrikbesitzer Robert Stock zu Mehrow stirbt im 54. Lebensjahre. 21. Mai 1913 Der Arbeiter Franz Liebe aus Mehrow wird als Nachtwächter des dortigen Gemeinde- und Gutsbezirks bestätigt. 30. Mai 1913 Die Landstraße von Blumberg nach Alt-Landsberg wird auf Blumberger Terrain wegen Pflasterungsarbeiten für Lastfuhrwerk bis Anfang Juli gesperrt. 6. Juni 1913 Wegen Umpflasterung der Dorfstraße in Mehrow wird diese für den öffentlichen Verkehr vorläufig gesperrt. 27. März 1914 Wegen Umpflasterung wird die Dorfstraße in Mehrow erneut für den öffentlichen Verkehr gesperrt. 4. Juli 1914 Der Bauerngutsbesitzer August Keisdorf in Blumberg wird als Schiedsmannstellvertreter auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet. 1. August 1914 Durch allerhöchste Verordnung wird für Berlin und die Provinz Brandenburg der Kriegszustand erklärt. 28. August 1914 Der Wirtschafts-Inspektor Paul Noack wird als Gutsvorsteherstellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow bestätigt. 16. September 1914 Der Schloßgärtner Paul Fischer in Blumberg (Schloß) wird als Schiedsmann auf eine dreijährige Amtsperiode verpflichtet. 13. Dezember 1914 Die Lindenberger Frauenhülfe und der Jungfrauenverein, der gerade ein Jahr alt ist, veranstalten einen Familienabend zum Besten der im Felde stehenden Lindenberger Krieger. 6. Juli 1915 Der Amtssekretär Emil Bode aus Blumberg wird als Ortssteuererheber der Landgemeinde Blumberg bestätigt. 13. August 1915 Der Eicher Gemeinde-Vorsteher, Herr Altsitzer Gottlieb Giese, stirbt. Er hat die Interessen der Gemeinde seit dem Jahre 1900 mit voller Hingabe vertreten. 1. April 1916 Die Sperrung des Weges von Eiche nach Mahlsdorf wird aufgehoben. 26. April 1916 Der Bauerngutsbesitzer Georg Kirschbaum in Lindenberg wird als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Lindenberg bestätigt 11. Oktober 1916 Der frühere Turnwart des Deutschen Turn-Vereins "Jahn" Lindenberg stirbt im 25. Lebensjahr den "Heldentod fürs Vaterland". 26. November 1916 Für die sämtlichen hiesigen Gast- und Schankwirtschaften wird die Polizeistunde auf 12 Uhr nachts festgesetzt. Für Lokale mit weiblicher Bedienung bleibt die bisherige Polizeistunde bestehen. 3. Januar 1917 Der I. Vorsitzende der Spar- und Darlehnskasse Lindenberg e.G.m.b.H., August Lehmann, stirbt. 11. März 1917 Rittergut und Gemeinde Mehrow suchen einen Nachtwächter, welcher auch landwirtschaftliche Arbeiten verrichten kann. 26. Mai 1917 Der Arbeiter August Schneidereit wird als Nachtwächter für den Gemeinde- und Gutsbezirk Mehrow bestätigt. 21. August 1917 Der Landwirt Julius Bredereck wird als Schöffenstellvertreter der Gemeinde Eiche bestätigt. 29. November 1917 Da sich bei der vorigen Volkszählung Fehler im Betrage vom Millionen herausgestellt haben, sollen bei der neuen Zählung unbedingt zuverlässige Zähler in genügender Menge zur Verfügung gestellt werden. 6. April 1918 Der Landwirt Paul Lindemann wird als Gemeindevorsteher der Gemeinde Eiche bestätigt. 12. Mai 1918 Der Landwirt Wilhelm Lindenberg I wird als Schöffe der Gemeinde Eiche bestätigt. 16. Oktober 1918 Die Grippe breitet sich immer mehr aus. Die Zahl der Erkrankten nimmt täglich zu. In vielen Fällen stellt sich infolge Unterschätzung der Krankheit Lungenentzündung, Rippenfellentzündung usw. ein. Die Zahl der Todesfälle steigt von Woche zu Woche. 12. November 1918 Der Arbeiter- und Soldatenrat Niederbarnim hat sich konstituiert und die Mitverwaltung des Kreises im Landratsamte übernommen. 17. November 1918 Ein Erlaß des Kriegsministeriums besagt, daß nicht alle Soldaten des großen deutschen Heeres und der Flotte zugleich entlassen werden können. Die Entlassung muß sich nach den Verkehrsmöglichkeiten richten und ordnungsgemäß vor sich gehen. 23. November 1918 Die Mitglieder der Krieger- und Landwehrvereine, sowie der Schützengilde werden aufgefordert, ihre Waffen und Munition abzuliefern. 28. November 1918 In sämtlichen Buchdruckereien Deutschlands wird als erstem Gewerke die achtstündige Arbeitszeit für Gehilfen und Arbeiter eingeführt. 11. Dezember 1918 Die Beschlagnahme von Fahrrädern wird aufgehoben und der Fahrradverkehr wieder von jeder Einschränkung befreit. 30. Januar 1919 Aus Ahrensfelde liegen folgende Wahlergebnisse vor: Demokraten 5, Mehrheitssozialisten 199, Deutsche Volkspartei 82, Deutschnationale Volkspartei 63 Stimmen. 19. März 1919 Eine vorübergehende Verstärkung der Landgendarmerie ist vom Minister des Innern angeordnet worden. Unter Einrechnung der überwiesenen militärischen Hilfsgendarmen sollen im Ganzen 2000 Hilfskräfte neu eingestellt werden. 17. September 1919 Ein Zusammenschluß der Baugeschäfte wird unter dem Namen "Vereinigung der Baugeschäfte von Altlandsberg und Umgebung" gegründet. Er soll die Arbeitgeberinteressen im Baugewerbe gegenüber Arbeitnehmern und Bauherren vertreten. 20. Mai 1920 Auch in diesem Jahr wird die Sommerzeit nicht wieder eingeführt, da die Landwirtschaft verschiedene Punkte, die für die Schädlichkeit der Sommerzeit sprechen, anführen konnte. 2. Juni 1920 Der Amtsvorsteher Weidelt wird als Standesbeamter des Standesamtsbezirks Blumberg und der Rentier Rudolf Krüger als 2. Standesbeamtenstellvertreter für den Standesamtsbezirk Mehrow bestätigt. 6. Juni 1920 Reichstagswahlergebnisse aus Ahrensfelde: Deutsche Volkspartei 6, Deutschnationale 50, Demokraten 0, Mehrheitssozialisten 105, Unabhängige 52 Stimmen. 23. Juli 1920 In Blumberg erfolgt die Gründung eines landwirtschaftlichen Vereins für die Orte Blumberg, Birkholz, Schwanebeck, Lindenberg, Ahrensfelde, Eiche, Marzahn, Wartenberg, Mehrow, Krummensee, Seefeld und Löhme. Als Vorsitzende werden Administrator Brauns und Landwirt Gustav Grün (beide Blumberg) gewählt. Es zeichnen sich sofort 51 Mitglieder ein. 13. Oktober 1920 Die Ortsgruppe Mehrow des Verbandes der nationalgesinnten Soldaten begeht ihr Hindenburg-Geburtstagsfest verbunden mit einer Gründungsfeier. Ehrenmitglied ist Rittergutsbesitzer Bothe, Vorsitzender der Ortsgruppe ist Kamerad Voß. Die Ortsgruppe ist erst einige Wochen alt. 26. Oktober 1920 Der Landwirt Karl Rätz wird als Schöffe der Landgemeinde Mehrow bestätigt. 30. Oktober 1920 Der Gutsbesitzer Richard Möser wird als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Eiche bestätigt. 2. November 1920 Der Kaufmann Reinhold Roth wird als Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Mehrow bestätigt. 26. Januar 1921 In Blumberg wird Herr Weigelt als Kandidat der Mehrheitssozialisten für den Provinziallandtag aufgestellt. 1. März 1921 Der Lehrer Alfred Feuerstein wird als Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirks Blumberg bestätigt. 5. April 1921 Der Schöffe Rudolf Gahtow wird zum Standesbeamtenstellvertreter des Standesamtbezirkes Lindenberg ernannt. 25. Juni 1921 Der deutsche Turnverein "Jahn" Lindenberg feiert sein 25jähriges Stiftungsfest. 29. Juni 1921. In Mehrow findet die Fahnenweihe des Verbandes nationalgesinnter Soldaten statt. Erster Vorsitzender der Ortsgruppe Mehrow ist Leutnant Grimme. 20. August 1921 Der Blumberger Eisenbahnschaffner Fritz Reinicke wird von seiner Rangiermaschine überfahren und stirbt. Er war Mitglied im Arbeiter-Verein "Einigkeit", im Sozialdemokratischen Wahlverein (S.P.D.), im Arbeiter-Männer-Gesangs-Verein "Sangeslust", im Kleintierzucht- und Gartenbau-Verein der Strecke Marzahn-Werneuchen und im Deutschen Beamtenbund (Orts-Kartell Blumberg). 27. August 1921 Die Personenstandsaufnahme am 15.11.1920 ergibt folgende Einwohnerzahlen: Ahrensfelde: 760, Blumberg/Gemeinde: 885, Blumberg/Gut: 345, Eiche: 263, Lindenberg: 767, Mehrow/Gemeinde: 88, Mehrow/Gut: 194. 27. Oktober 1921 Infolge Einführung des neuen preußischen Landeswappens müssen für die ganze preußische Verwaltung neue Siegel, Stempel und Siegelmarken beschafft werden. 2. Dezember 1921 Mit Unterstützung des Kreises hat die Lindenberger Frauenhilfe unter Leitung von Frau Pfarrer Schacht einen Haushaltungs- und Kochkursus eingerichtet. 29. Januar 1922 In Ausübung seines Berufes stirbt der in Blumberg stationierte Oberlandjäger Strümpf. Bei der Verfolgung eines Täters erleidet er auf dem Bahnhof einen Herzschlag. 2. März 1922 Der langjährige Vorsitzende des Kriegervereins Blumberg, Kamerad Fritz Töpffer sen. stirbt im 69. Lebensjahre. 25 Jahre hindurch hat der Verstorbene dem Verein als erster Vorsitzender gedient. 30. Juni 1922 Der Deutsche Turnverein "Felsing" Ahrensfelde (Gau Brandenburg - Deutscher Turnerbund) feiert seine Fahnenweihe. 27. August 1922 Im Kreise Niederbarnim gibt es 64 freiwillige Feuerwehren mit 1357 freiwilligen Feuerwehrmännern. 30. August 1922 In Mehrow feiert Schmiedemeister Ernst Krause sein 40jähriges Dienstjubiläum. 6. Januar 1923 Das Haus der Gastwirts Fischer in Ahrensfelde brennt. Das Haupthaus wird gerettet, aber ein angebauter Vorraum brennt ab. 24. April 1923 Rudolf Krüger wird als kommissarischer Gemeindevorsteher der Landgemeinde Ahrensfelde bestätigt. 31. Mai 1923 Der Maurer Gustav Vetter wird als Schöffe der Landgemeinde Blumberg bestätigt. 13. Juni 1923 Der Landbundreiterverein Blumberg tritt zum ersten Mal mit einer größeren Veranstaltung an die Öffentlichkeit. 14. Juni 1923 Der Gemeindevorsteher Kirschbaum in Lindenberg wird als Amtsvorsteher und der Gemeindeschöffe Rudolf Gathow als Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amtsbezirkes Malchow bestätigt. 16. Dezember 1923 Der Hauptlehrer Gottfried Lehmann wird als Schöffe der Landgemeinde Ahrensfelde bestätigt. 29. Februar 1924 Lindenberg wird im Kreisblatt erstmals unter "Amtsbezirk Lindenberg" geführt. 29. Februar 1924 Die Freiwillige Feuerwehr Lindenberg feiert ihr 11jähriges Bestehen. 1. März 1924 In Mehrow veranstaltet der neugegründeten Landwehrverein eine Reichsgründungsfeier. 13. März 1924 Die Windmühle des Mühlenbesitzers Pach in Lindenberg brennt bis auf die Grundmauern ab. Das Feuer entstand durch unvorsichtiges Hantieren des Müllerlehrlings beim Anwärmen eines Motors mit der Lötlampe. 13. März 1924 Der Lindenberger Gesangverein "Lyra" feiert sein 46jähriges Stiftungsfest. 20. März 1924 Die "tüchtige und stramme" freiwillige Feuerwehr in Ahrensfelde feiert ihr 13. Stiftungsfest. 23. März 1924 Den Abschluß der Stiftungs- und Winterfeste bildet in Lindenberg die Feier des 10jährigen Bestehens der Frauenhilfe. 26. April 1924 Bei der Gemeindevertreterwahl in Blumberg treten an: Für die deutschnationale Volkspartei der Bauerngutsbesitzer Franz Kieckebusch sen., für die Vereinigte S.P.D. der Zimmerer Adolf Flöricke und für die Deutschvölkische Freiheitspartei der Landwirt Fritz Töpffer. 29. April 1924 Dem Vorsitzenden des Mehrower Turnvereins "Hindenburg", Turnbruder Schwarz, ist es gelungen, eine Vereinsfahne zu beschaffen, die am 6. Juli geweiht wird. 7. Mai 1924 Ein Großfeuer bricht in Blumberg im Sägewerk des Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt aus. Es liegt vermutlich Brandstiftung vor. Ein Schuppen mit Vorräten und der Maschinenraum brennen vollständig aus. Die im Freien lagernden Holzvorräte sowie in der Nähe liegenden Stallgebäude und Wohnhäuser können geschützt werden. 13. Mai 1924 In Lindenberg werden in die Gemeindevertretung gewählt: Fritz Gahtow, Landwirt; Richard Dünnbier, Bäckermeister; Rudolf Gahtow 1, Landwirt; Friedrich Baurath, Landwirt; Georg Kirschbaum, Landwirt; Ernst Koch, Landwirt; Wilhelm Albrecht, Zimmerpolier; Wilhelm Weigelt, Arbeiter; Albert Puttin, Arbeiter; Otto Agurzky, Arbeiter; Otto Günther, Zimmermann; Alfred Garbuzinski, Kaufmann. 22. Mai 1924 Die Chaussee von Malchow nach Lindenberg wird neu gepflastert. 1. Juni 1924 Die Provinzialchaussee Berlin-Schwedt zwischen Ahrensfelde und Seefeld ist nach Beendigung der Neuschüttungsarbeiten für den Verkehr wieder in vollem Umfange freigegeben. 4. Juni 1924 In Mehrow findet das 1. Stiftungsfest des vor Jahresfrist gegründeten Landwehr-Vereins verbunden mit einer Fahnenübergabe statt. 6. Juni 1924 Die Kreisstraße von Lindenberg nach Schwanebeck wird für 4 Wochen wegen Neuschüttens der Steinbahn für Fuhrwerke gesperrt. 6. Juni 1924 Gemeindevorsteher Kirschbaum eröffnet in Lindenberg die erste Sitzung der neugewählten Gemeindevertreter. 15. Juni 1924 Gemeindevorsteher in Blumberg wird der Gemeindesekretär Richard Noack. Gemeindeschöffen werden die Herren Töpffer, August Ebel und Vetter. 21. Juni 1924 Die Arbeiten an der Überlandzentrale gehen voran. Von Neuhönow bis zur Blumberger Grenze sind auf der Altlandsberger Feldmark die großen Masten aufgerichtet. Sie passen sich gut in das Landschaftsbild ein und wirken nirgends störend. 21. Juni 1924 In Mehrow wird eine Ortsgruppe des "Stahlhelm" (Bund der Frontkämpfer) gebildet. 10. Juli 1924 / 12. Juli 1924 In Mehrow findet die Fahnenweihe des jungen Turnervereins Hindenburg zusammen mit einer Sonnenwendfeier statt. Der Vereinsdietwart, Turnbruder Weier, dankt der anwesenden Gutsherrschaft, Herrn und Frau Bothe, für die gestiftete Fahne. Zum Gelingen der Feier hat der Bezirksdietwart, Turnbruder Marquardt vom "D. Tv. Felsing" Ahrensfelde beigetragen. 19. Juli 1924 Der Lehrer Max Hilscher und die Landwirte Fritz Klus und Julius Bredereck werden als Schöffe bzw. als Schöffenstellvertreter der Landgemeinde Eiche bestätigt. 31. Juli 1924 In Lindenberg findet eine Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen mit einer anschließenden Feier am Kriegerdenkmal statt. 6. August 1924 Hunderte von Frontkämpfern des "Stahlhelm" und Jungstahlhelmleuten kommen auf Einladung des Rittergutsbesitzers Bothe nach Mehrow. 31. August 1924 Das Niederbarnimer Kreisblatt führt einen Paket-Schnelldienst ein, der u. a. folgende Strecken bedient: Schmachtenhagen - Zehlendorf - Stolzenhagen - Klosterfelde - Basdorf - Schönwalde - Schönow - Bernau - Zepernick - Birkholz - Blumberg - Ahrensfelde - Falkenberg - Wartenberg - Malchow - Lindenberg - Schwanebeck - Buch - Schönerlinde und Wandlitz - Bernau - Börnicke - Willmersdorf - Weesow - Werneuchen - Löhme - Seefeld - Krummensee - Alt-Landsberg - Bruchmühle - Eggersdorf - Petershagen - Fredersdorf - Tasdorf - Neu-Vogelsdorf - Alt-Vogelsdorf - Neuenhagen - Hönow - Mehrow. Paketannahmestellen sind bei Gastwirt Gustav Ebel (Blumberg), Kaufmann Theodor Jauert (Ahrensfelde), Gastwirt Karl Korkow (Lindenberg) und bei Reinhold Roth, Filialleiter des Rittergutes Mehrow. 14. September 1924 Herr Noack wird zum Gemeinde-Vorsteher der Gemeinde Blumberg gewählt. 19. September 1924 Die Lindenberger Gemeindevertretung wählt Herrn Kirschbaum zum Gemeinde-Vertreter einstimmig wieder. 23. September 1924 Der Lehrer Gustav Weier wird als Schöffe der Landgemeinde Mehrow bestätigt. 3. Oktober 1924 Neu gewählter Gemeindevorsteher von Ahrensfelde ist der Landwirt Paul Hase. Er wird ermächtigt, bei Gastwirt Dubick zwei Zimmer als Diensträume anzumieten. Die durch die Zusammenlegung des Gemeinde- und Amtsbüros freigewordenen Räume im Hause Dorfstraße 49 sind seinerzeit Herrn Dr. Ebeling zur Verfügung gestellt worden. 7. Oktober 1924 In Mehrow wird durch die Schöffen und Gemeindevertreter einstimmig der bisherige Gemeindevorsteher, Herr Landwirt Ernst Meißner wiedergewählt. Er hat schon vor dem Kriege eine 9jährige Amtsperiode als Gemeindevorsteher hinter sich, mußte dann aber gesundheitsbedingt dieses Amt für einige Jahre niederlegen, bis er 1920 wiedergewählt wurde. Schöffen sind Lehrer Weier und Landwirt Wegener, Gemeindevertreter sind die Herren Thürlings, Brederecke, Zinn, Schwarz, Raetz, Lindemann, Glase und Mante. 14. Oktober 1924 Die im Frühjahr abgebrannte große Schneidemühle des Maurer- und Zimmermeisters Albert Weidelt in Blumberg ist wieder vollständig aufgebaut und neu in Betrieb genommen. 31. Oktober 1924 Der von Blumberg nach Fichtenau bei Klein-Schönebeck versetzte Lehrer Giesecke stirbt wenige Tage nach seiner Versetzung im 46. Lebensjahre. 5. November 1924 In Lindenberg zündet der geistig verwirrte Karl Heinicke die Scheune seines Schwiegersohnes an und begeht anschließend Selbstmord. Die Scheune in der Dorfstraße 77 brennt bis auf die Grundmauern ab. 6. November 1924 Die hiesige freiwillige Ortswache, die über ein Jahr wirkungsvoll ausgeübt wurde und im Sommer einschlief, wird wegen der raffinierten Einbruchsdiebstähle in umliegenden Ortschaften wieder aktiviert. 15. November 1924 / 19. November 1924 In Blumberg findet die Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Friedhofe neben der 700 Jahre alten Kirche statt. Graf v. Arnim ist eigens zu diesem Zwecke nach Blumberg gekommen. Zwei Granittafeln bewahren die Namen von 54 Helden. Die Grundsteinlegung erfolgte im September 1924. 7. Dezember 1924 Der Landwirt Georg Kirschbaum wird als Gemeindevorsteher der Landgemeinde Lindenberg bestätigt. 10. Mai 1925 / 24. Mai 1925 / 19. Juni 1925 Der Reiterverein Ahrensfelde und Umgebung vollzieht am 14. Juni seine Standartenweihe. 1. Vorsitzender ist Kamerad W. Hase. 29. Mai 1925 / 5. Juni 1925 Der deutsche Turnverein "Hindenburg" in Mehrow veranstaltet am 2. Pfingstfeiertag das Fest seines zweijährigen Bestehens. Vereinsleiter ist der Turnbruder Schwarz, Vereinslokal ist bei Meißner. 29. Juli 1925 Der Landarbeiter Christian Vorpahl wird als Nachtwächter der Gemeinde Blumberg bestätigt. 25. März 1926 Fürsorgeschwestern vom Oesterreichischen Roten Kreuz und Angehörige des Kaiserin-Augusta-Viktoria-Hauses Charlottenburg besuchen das Rittergut Mehrow, um den mustergültig eingerichteten Milchwirtschaftsbetrieb mit seiner elektrischen Melkanlage zu besichtigen. Ihr Interesse gilt auch der mit modernsten Maschinen ausgestatteten 20-Tonnen-Mühle. 19. Mai 1926 Die feuerlöschpflichtige Einwohnerschaft Mehrows berät über die Gründung einer Feuerwehr. Es wird noch keine Einigung erreicht. 14. Oktober 1926 Ein orkanartiger Sturm geht über Bernau und Umgebung dahin. Ursache sind zwei Zyklone, die von Finnland und den Shetland-Inseln zu uns gekommen sind. 30. März 1927 / 28. April 1927 Lehrer Weier verläßt Mehrow, um nach fast 25jähriger Tätigkeit als Konrektor nach Fredersdorf überzusiedeln. 13. Mai 1927 In Mehrow wird ein Leuchtmast, der Fliegern zur Orientierung dienen soll, aufgestellt. 1. Juni 1927 Die Schülerzahl in Blumberg ist in den letzten Jahren erheblich gesunken. Es ist darum ein Abbau einer Lehrerstelle geplant. Hauptlehrer Siebau hat sich bereits von den Schülern verabschiedet, es unterrichten jetzt nur noch zwei Lehrer. 21. Juni 1927 In Blumberg findet das 8. Bundesfest des Sängerbundes an der Wriezener Bahn statt. 28. Juli 1927 Wegen Ausführung von Neuschüttungsarbeiten wird die Berlin-Schwedter Provinzialchaussee zwischen Ahrensfelde und Blumberg auf etwa drei Wochen gesperrt. 24. August 1927 / 7. September 1927 Schmiedemeister Ernst Krause in Mehrow feiert sein 45jähriges Dienstjubiläum als Schmiedemeister des Rittergutes. Der Reichspräsident läßt dem Jubilar durch Rittergutsbesitzer Bothe eine Ehrenurkunde mit eigenhändiger Unterschrift überreichen. 4. November 1927 Nach über 22-jähriger Tätigkeit im Amtsbezirk tritt der Blumberger Amtssekretär Emil Bode in den wohlverdienten Ruhestand. 10. Februar 1928 Der Ahrensfelder Krieger- und Landwehrverein kann auf ein 50jähriges Bestehen zurück blicken. 28. Februar 1928 Die "Frauenhilfe" Blumberg feiert ihr 25. Stiftungsfest. 31. März 1928 Der Schulvorstand Mehrow berät über die Auflassung der neu festgesetzten Schulgrenze. 11. April 1928 In der Gräfl. Arnimschen Gutsverwaltung Blumberg ist aus nicht festgestellter Ursache in der Brennerei in der 2. Etage ein Brand ausgebrochen. Durch das schnelle Eingreifen der Wehr gelingt es, das Feuer nach kurzer Zeit zu löschen. Zum ersten Mal tritt die Feuerspritze in Tätigkeit, die sich vorzüglich bewährt. 19. April 1928 Der Mehrower Landwehrverein beschließt, die Vereinsfahne bei der Versicherungsanstalt des Kyffhäuserbundes gegen Diebstahl zu versichern, und zwar soll die Versicherungssumme 1000 RM betragen. 27. April 1928 Der Deutsche Turnverein "Felsing" Ahrensfelde feiert sein 20. Gründungsfest im Kreise seiner Mitglieder und derer Angehörigen. 13. Mai 1928 / 9. Juni 1928 / 29. Juni 1928 / 30. Juni 1928 Der Ahrensfelder Krieger- und Landwehrverein kann auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verbandsvorsitzende Kam. Ewig (Weißensee) hält die Festrede, auch der Ortsgeistliche, Pfarrer Benecke, spricht. 15. Juli 1928 Die Kolonie Birkholzaue, die über die Bahnstation Blumberg zu erreichen ist, feiert ihr 25jähriges Bestehen. 9. Dezember 1928 Da der Gutsbezirk Mehrow aufgelöst worden ist, besteht keine Daseinsberechtigung mehr für den Gesamtschulverband. Der Schulvorstand und die Gemeindevertretung beschließen deshalb die Übergabe der Schulkasse an die Gemeindekasse und die Auflösung des Gesamtschulverbandes. 28. März 1929 Wegen der in Blumberg immer wieder auftretenden Überschwemmungen durch den Schleusengraben wird zur Regulierung dieses Wasserlaufes eine Wassergenossenschaft gegründet. 14. Juni 1929 Der Männergesangsverein "Hoffnung" in Blumberg begeht das Fest seines 50jährigen Bestehens. Musikalischer Leiter ist der Lichtenberger Chormeister A. Kösterke. 3. Juli 1929 Der Kirchen- und Gemeindediener Gustav Doeberitz aus Ahrensfelde geht nach 27 Dienstjahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Reinhold Meißner. 3. Juli 1929 / 6. Juli 1929 In Ahrensfelde feiern der Landjägermeister Kabelitz und der Friedhofs-Inspektor Max Linthorst ihr 25. Dienstjubiläum. 26. Juli 1929 Auf dem Gelände des Zentralfriedhofes von Ahrensfelde bricht ein Waldbrand aus, der aber bald gelöscht werden kann. 4. September 1929 Der langjährige Wächter und Diener der Gemeinde Ahrensfelde, Gustav Döberitz, stirbt im Alter von 64 Jahren. 23. Januar 1930 / 29. Mai 1930 Der Blumberger Kriegerverein feiert Anfang Juni das Fest des 50jährigen Bestehens. 6. Februar 1930 In einer mit Gerstenstroh gefüllten Scheune des Rittergutes Blumberg bricht ein Feuer aus. Die Scheune wird durch den Brand vollständig eingeäschert. Es wird Brandstiftung vermutet. 15. Mai 1930 / 20. Mai 1930 NSDAP-Leute vom Sturm 5 Horst Wessel zerstören auf einem Werbemarsch nach Mehrow im Saal des Gastwirts Herrmann Meißner ein Bild des Reichspräsidenten Hindenburg. 30. Juli 1930 Der Ahrensfelder Reiter-Verein "Frisch auf" feiert sein 8. Stiftungsfest, verbunden mit einer Bannerweihe. 28. Oktober 1930 / 4. Dezember 1930 Der neue Feuerlöschbrunnen in Ahrensfelde wird durch Amtmann Siebert von der Feuersozietät abgenommen. Der 48 Meter tiefe Brunnen kostet 2000 Mark und gibt 900 Liter in der Minute. Die Feuersozietät gewährt einen Zuschuß von 250 Mark und stiftet einen Feuerlöschbrunnenständer und ein Brunnenanschlußstück. 9. November 1930 Die Freiwillige Feuerwehr Blumberg begeht die Feier ihres 29jährigen Bestehens. Aus Anlaß dieses Tages ist die Tagung des 4. Bezirks von Kreis Niederbarnim nach Blumberg einberufen. 13. November 1930 Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg überreicht der Freiwilligen Feuerwehr Blumberg 20 Meter B-Schläuche und dem 1. Brandmeister und Oberführer Vetter einen Brandmeisterhelm als Geschenk. 20. Januar 1931 Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg schenkt dem Brandmeister Grothe in Blumberg einen Führerhelm. 7. Februar 1931 Das Schöffengericht Berlin-Lichtenberg verhandelte gegen die beiden Nationalsozialisten, die im Vorjahr in Mehrow ein Hindenburg-Bild geschändet haben. Wegen Mangels an Beweisen wird das Verfahren eingestellt. 11. März 1931 Der Ahrensfelder Männer-Gesangsverein "Frohsinn" feiert sein 42. Stiftungsfest. 5. April 1931 Der Ahrensfelder Amtsdiener Wilhelm Lindemann kann auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. Der 71jährige Jubilar versieht noch seinen Posten bei der Amtsverwaltung Ahrensfelde. 3. Mai 1931 / 8. Mai 1931 Graf Arnim zu Blumberg stirbt im Alter von 56 Jahren in Muskau und wird dort beigesetzt. Er war ein großer Förderer des Automobilsports und Vizepräsident der Association Internationale des Clubs Automobile Reconnus. Außerdem war er ein Pionier des deutschen Pferdesports und Präsident des Union-Klubs. Vor dem Kriege besaß Graf Arnim selbst einen Rennstall unter dem Namen Gestüt Blumberg. 9. Mai 1931 Der ehemalige Gastwirt Wilhelm Hase sen. begeht seinen 80. Geburtstag. Das seit dem Jahre 1858 im Besitz der Familie befindliche Lokal wurde von ihm im Jahre 1867 übernommen und bis zum Jahre 1922, als es sein Sohn Wilhelm übernahm, in vorbildlicher Weise geführt. Bei der 25-Jahr-Feier des Reitervereins nahm er als 75jähriger noch hoch zu Roß teil. 23. Juni 1931 Wegen Ausführung von Neuschüttungsarbeiten wird die Steinbahn der Provinzialchaussee Berlin-Schwedt zwischen Ahrensfelde und Seefeld für ca. 6 Wochen abschnittsweise gesperrt. 1. Juli 1931 / 3. Juli 1931 Das dem verstorbenen Grafen Arnim gehörende Rittergut Blumberg ist durch Verkauf in den Besitz einer Berliner Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft übergegangen. Das Rittergut mit seinen rund 5000 Morgen ist eines der größten Güter der Mark. Der Kaufpreis soll angeblich 1.700.000 RM betragen. Die neue Besitzerin beabsichtigt, den zu Blumberg gehörenden Grund und Boden in kleinere Siedlerstellen aufzuteilen. 8. Juli 1931 Das Rittergut Blumberg wird durch die Gemeinnützige Siedlungstreuhandgesellschaft m. b. H. in Berlin zu Siedlungszwecken erworben. Es werden 8 Landarbeiterstellen von 2 Morgen Größe, 74 Landstellen von 8 bis 16 Morgen Größe und 23 bäuerliche Stellen zu rund 30 bis 35 Morgen Größe angelegt. Durch Umbau vorhandener Wohn- bzw. Wirtschaftsgebäude werden die Gehöfte für 11 Landstellen und 7 bäuerliche Stellen geschaffen. 13. September 1931 Der Blumberger Administrator Gustav Köhn erhält einen Strafbescheid über 3000 Mark, weil er im Jahre 1930 etwa 39 ausländische Arbeiter ohne Genehmigung des Landesarbeitsamtes beschäftigt hat. 8. Oktober 1931 Der Ahrensfelder DTV "Felsing" trägt sein erstes Verbandshandballspiel aus. 3. Dezember 1931 Ein Privatunternehmer beabsichtigt, eine Autobus-Zubringerlinie für die Wriezener Bahn einzurichten. Die Linie soll ihren Anfang in Berlin-Falkenberg nehmen und Ahrensfelde sowie die bei Eiche gelegenen großen Siedlungen erschließen. Als Ziel ist Berlin-Marzahn gedacht. 23. Dezember 1931 Die Blumberger Erwerbslosensiedlung wird im Beisein des Landrates Schlemminger eingeweiht. 24. Juni 1932 Das Rittergut Blumberg ist in der Matrikel der Rittergüter des Kreises Niederbarnim gelöscht worden. 17. Juli 1932 Der Bauerngutsbesitzer August Keisdorf in Blumberg wird als Schiedsmannstellvertreter der Gemeinde Blumberg für eine dreijährige Amtsdauer bestätigt. 26. August 1932 / 4. September 1932 Schmiedemeister Krause ist auf dem Rittergut in Mehrow 50 Jahre als Schmiedemeister tätig. Er war 47 Jahre lang Spritzenmeister und über 20 Jahre Schulvorsteher. 40 Jahre war er in der Kirchenvertretung, seit 6 Jahren ist er Kirchenältester. 21. September 1932 Der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde wird eine von der Gemeinde angekaufte Kleinmotorspritze übergeben. Die Sozietät hat die Hälfte der 3000 Mark Anschaffungskosten übernommen. 18. November 1932 Der Polizeiverwaltungsbeamte Ludwig Dubick in Ahrensfelde wird als Polizeisekretär des Amtsbezirks Ahrensfelde bestätigt. 18. Dezember 1932 Die bei Adolf Thürling in Mehrow angestellte Luise Bahr hat ihr 35. Dienstjahr bei derselben Dienstherrschaft vollendet. 25. Mai 1933 / 3. Juni 1933 Der Wettkampfbetrieb der Deutschen Turnerschaft wird zugunsten allgemeiner Breitenarbeit und des Wehrturnens eingeschränkt. Die Turnerschaft wird direkt dem Reichskanzler unterstellt. 16. Juni 1933 Der Schloßgärtner Paul Fischer wird zum kommissarischen Gemeindevorsteher von Blumberg ernannt. Kommissarische Schöffen werden der Gutsbesitzer Willy Grün, Maurer- und Zimmermeister Georg Weidelt und Landwirt Georg Wenzel II. 1. Juli 1933 Am 27. Juni 1933 wird das Gesetz über die Reichsautobahnen erlassen. 16. Januar 1934 Für ganz Preußen wird das Feuerlöschwesen durch ein Gesetz vom 15. Dezember 1933 einheitlich geregelt. Drei Arten von Feuerwehren werden unterschieden; die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr und die Pflichtfeuerwehr. Als Organisationsform ist der Verein vorgeschrieben. Die aktiven Mitglieder müssen das achtzehnte Lebensjahr vollendet und dürfen das sechzigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben. 18. Januar 1934 Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen sind in allen Ortspolizeibezirken Preußens freiwillige Feuerwehren zu errichten. Die Einheitssatzung sieht aktive Mitglieder, Mitglieder der Altersabteilungen und Ehrenmitglieder vor. Die freiwilligen Feuerwehrmänner müssen Bürger einer Gemeinde sein. Das Gesetz enthält einen Arierparagraphen. 30. Januar 1934 Die Landjägerei heißt in Zukunft wieder Gendarmerie. 10. Februar 1934 Der Kreis zählt 77 Feuerwehren mit 1934 Mitgliedern. Mit ein paar Ausnahmen besitzen alle Landgemeinden des Kreises Ortswehren und die noch fehlenden werden in den nächsten Tagen gegründet werden. 15. Februar 1934 Im Kreis Niederbarnim gibt es 186027 Einwohner, davon in Blumberg 1557, Lindenberg 1480, Ahrensfelde 1314, Eiche 489, Mehrow 321. 7. März 1934 Die Stellung des Dorf- und Gemeindeschulzen erfährt in Preußen eine grundsätzliche Neugestaltung. Die Verwaltung führt in Dorfgemeinden der Dorfschulze, in Landgemeinden der Gemeindeschulze. Die Berufung auf 12 Jahre erfolgt durch den Landrat nach Fühlungnahme mit dem Gauleiter der nationalsozialistischen Bewegung. 20. März 1934 Im Landratsamt findet für die Vertreter der neugegründeten freiwilligen Feuerwehren des Kreises eine besondere Versammlung statt. Sämtliche 15 neugegründeten Feuerwehren sind hinsichtlich ihrer Mannschaftsstärke sowie nach Art und Zahl der vorhandenen Großgeräte in die Einheit A, d. h. in einen Halbzug, einzugliedern. Ein Löschmeister kommt u. a. für Mehrow in Frage. 13. April 1934 In Blumberg wird dank einer größeren Stiftung des Reitervereins eine Volksbücherei geschaffen. Deren Leitung und Betreuung liegt in den Händen des Hauptlehrers Siedau. 19. April 1934 Die Warnlichtanlage der Nebenbahnstrecke Berlin-Werneuchen vor dem Bahnhof Ahrensfelde wird in Betrieb genommen. Der Schrankenposten wird aufgehoben und die Zugschranken werden beseitigt. Das Warnlicht besteht während der Zugpausen in einem weißleuchtenden Blinklicht, das sich bei Annäherung eines Zuges in rotleuchtendes Blinklicht von höherer Blinkzahl selbständig umwandelt. 24. April 1934 In Blumberg findet die erste Tagung der Bauernschaft statt. Ortsbauernführer ist W. Grün. 27. April 1934 Die Brand- und Unfallchronik des Kreises weist seit Anfang 1933 13 Großfeuer, 7 tödliche Unfälle und 11 verletzte Kameraden aus. In Ahrensfelde wurde je ein Mannschafts- und Gerätekraftwagen geprüft und abgenommen. Neue freiwillige Feuerwehren haben die Gemeinden Kienbaum, Schwanebeck, Bernöwe, Birkholz, Börnicke, Eiche, Hönow, Krummensee, Lobetal, Löhme, Mehrow, Münchehofe, Prenden, Seefeld und Spreeau gegründet. 2. Mai 1934 Als Nachfolger für den zu Ostern in den Ruhestand getretenen Pfarrer Ramin ist Pastor Heinzel nach Blumberg versetzt worden. 2. Mai 1934 Für die Strecke Berlin-Werneuchen sind am 1. Mai neue Zehnerkarten der Reichsbahn für die 2. und 3. Klasse in Kraft getreten. 4. Mai 1934 Die Märkische Elektrizitätswerke A.G. (MEW) besteht 25 Jahre. Die Generalversammlung beschließt wieder 10% Dividende. 11. Mai 1934 / 12. Mai 1934 Der Bauer Bruno Wegener wird zum Amtsvorsteher des Amtsbezirks Ahrensfelde und der Stadtinspektor Alfred Krüger zu seinem Stellvertreter bestimmt. Schloßgärtner Paul Fischer und Gutsbesitzer Willi Grün werden zum Amtsvorsteher bzw. Stellvertreter für den Amtsbezirk Blumberg bestimmt. 23. Mai 1934 Die beiden Lager in Blumberg, das Freiwillige Arbeitsdienstlager der NSDAP. und das Konzentrationslager in Elisenau, verlassen in Kürze den Ort. 5. Juni 1934 / 27. Juni 1934 Die Weidelsche Scheune in Blumberg brennt vollständig nieder. Die Wohnungen im angrenzenden Wohnhaus werden in aller Eile geräumt, wodurch die 7 Mieter, alles Arbeiter, manchen Verlust zu beklagen haben. Man vermutet Brandstiftung. Es wird eine hohe Belohnung ausgesetzt. 5. Juni 1934 Das Zweiglager des Konzentrationslagers Oranienburg in Blumberg-Elisenau kehrt nach Oranienburg zurück. Die Gefangenen haben die alte Ziegelei abgerissen und eingeebnet, außerdem haben sie mehrere Waldstücke abgeholzt. Das dadurch gewonnene Land ist den Siedlern zugeteilt worden. 14. Juni 1934 Nach der Reinigung des Blumberger Dorfteiches hatte man dort Fische eingesetzt. Da viele Fische eingegangen sind, war man gezwungen, den Teich leer zu fischen. 150 Karpfen wurden gefangen. 23./24. Juni 1934 Im Jahre 1936 soll die Berlin-Stettiner Strecke der Reichautobahn dem Verkehr übergeben werden. Die Kosten sind auf 400000 Mark für den laufenden Kilometer veranschlagt. 40 Prozent entfallen auf Löhne am Bau selbst, 35 Prozent auf Löhne außerhalb der Baubetriebe und der Rest auf sämtliche übrigen Aufwendungen, insbesondere Grunderwerbs- und Verwaltungskosten. 25. Juni 1934 Blumberg bekommt eine Apotheke! Sie wird geleitet von Apotheker Paul Kuneke, der in Potsdam seit 1922 die größte Apotheke geleitet hat. 3. Juli 1934 In Blumberg wird Pfarrer Heinzel in sein Amt eingeführt. Die Einführung nimmt der kommissarische Superintendent des Kirchenkreises Berlin-Land, Pfarrer Schleuning (Neuenhagen), vor. Bei der Feier wirken die Vorgänger des neuen Geistlichen, Pfarrer Ramin und Pfarrer Uhlich (Berlin) mit. 5. Juli 1934 Das Blumberger Arbeitsdienstlager wird am 1. Juli aufgelöst und die Arbeitsdienstleistenden werden auf 5 Lager verteilt. Seit dem 16. Mai 1933 war der Marstall des ehemaligen Arnimschen Schlosses die Unterkunft, und seit dieser Zeit wurde an der Entwässerung des Parks und des Schleusensees gearbeitet. Die Aufräumungsarbeiten im Park werden durch das Arbeitslager Bernau zu Ende gebracht. 9. Juli 1934 Bei der ersten Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes nach Durchführung des Feuerlöschgesetzes wird Kamerad Paul Haase (Ahrensfelde) mit dem staatlichen Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen ausgezeichnet. 17. Juli 1934 In Eiche findet die Übergabe der Freiwilligen Feuerwehr statt. Anwesend sind der Vertreter des Landrats, Regierungsrat Jacobi, Kreisfeuerwehrführer Gratz, Brandmeister Schäfer, Amtsvorsteher Wegener, sowie die Gemeindevorsteher und Ahrensfelde und Mehrow. 17. Juli 1934 Die Kirche in Eiche erhält die schon seit langem geforderte Heizungsanlage. 28./29. Juli 1934 Bei der Kreisverbandstagung der Freiwilligen Feuerwehren wird der Ahrensfelder Gemeindeschulze für die großen Verdienste um das Feuerlöschwesen mit der Dienstauszeichnung nebst Urkunde ausgezeichnet. Die Ahrensfelder Feuerwehr ist im Besitze einer Motorspritze und eines Mannschaftskraftwagens. Außerdem wurde ein Tiefbrunnen gebaut, aus dem zu gleicher Zeit drei Motorspritzen Wasser entnehmen können. 30. Juli 1934 In Blumberg werden der Schöffe Otto Peters und die Gemeindeältesten Georg Ladentin, Manfred Seipel, Fritz Töpfler, Richard Gathow I, Hermann Vetter und Paul Stark vereidigt. 3. August 1934 Das hauswirtschaftliche Jahr für Mädchen ist von der NS Frauenschaft, dem deutschen Frauenwerk, der Reichsjugendführung und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ins Leben gerufen worden. 11./12. August 1934 Die Ortsgruppe des Reichs-Luftschutz-Bundes Blumberg veranstaltet einen Ausbildungslehrgang für Behörden, Amtsleiter und Mitglieder des RLB. 13. August 1934 Der Blumberger Pfarrer Heinzel legt einen Bericht vor, der die Sanierung der Gruft unter der Kirche, die Entfeuchtung der Kirche durch Erdarbeiten und Einbau einer Luftheizung, die Erneuerung des Kircheninneren, des Daches und des Dachreiters umfaßt. Die Kosten von rd. 16000 RM. können dank Zuschüssen ohne Erhöhung der Kirchensteuer aufgebracht werden. 28. September 1934 / 6. November 1934 Da nur Blumberg einen Steigeturm besitzt, findet der erste Teil der Prüfung der neuen Feuerwehren von Seefeld und Löhme in Blumberg statt. Die Blumberger Wehr wird durch Landrat Dr. Weiß, Kreisfeuerwehrführer Graß und Sozietätsamtmann Moch neu verpflichtet. 12. Dezember 1934 Die Autobahn schneidet westlich von Blumberg die Provinzialchaussee. Diese muß daher höher gelegt werden. Die neue Straße ist abgesteckt worden. Sie verläßt die alte Straße am Chausseehaus, führt am Bahnhof vorbei nördlich um Blumberg herum und kommt am Kiez wieder zur alten Straße zurück. 5. Januar 1935 Planungen zur Reichsautobahn: 190 Kilometer Umgehungsstrecke, 200 neue Brücken bis einen Kilometer Länge. Acht Linien führen sternförmig auf den Ring zu: Hamburg-Berlin, Rostock-Berlin, Stettin-Berlin, Frankfurt a. O.-Berlin, Breslau-Berlin, Dresden-Berlin, Halle-Leipzig-Berlin und Hannover-Berlin. Der Ostabschnitt, ist von Blumberg bis zur Abzweigung der Frankfurter Linie bereits im Bau. 11. Januar 1935 Seit Bestehen der Blumberger Bücherei (21.3.1934) wurden 365 Bände ausgeliehen, das sind 220 Prozent. 29. Januar 1935 Die Mehrower Freiwillige Feuerwehr feiert ihr erstes Stiftungsfest. 30. Januar 1935 Die Hitler-Jugend führt in Blumberg Nachtübungen durch. 5. Februar 1935 Nach einjährigem Bestehen begeht die Freiwillige Feuerwehr Eiche ihr Stiftungsfest. 29. April 1935 Zum Oberwachtmeister befördert wurde der Wachtmeister der LPG. Göring Leopold Bauer jun. aus Lindenberg. 3. Juli 1935 Das Sommerfest der Blumberger Kriegerkameradschaft kann nicht in der üblichen Form gefeiert werden, da durch den Bau der Autobahn der Schießstand der Kameradschaft abgebrochen wurde. 8. Juli 1935 Die Arbeiter der Baustelle Mehrow-Blumberg der Reichsautobahn begehen einen Kameradschaftsabend im Paradiesgarten in Berlin-Biesdorf. Bauführer Kindscher hält eine kurze Rede. Als Vertreter der ausführenden Firma ist Baumeister Rath anwesend. 11. Juli 1935 Blumberg wird einen Autobahnhof zweiter Klasse erhalten. Der Teil der alten Chaussee, der durch den Bau der Reichsautobahn und der Umgehungsstraße aus dem Verkehr ausgeschaltet wurde, soll nun als Zufahrtsstraße zur Autobahn dienen. 22. Juli 1935 Die Scheune des Bauern W. in Ahrensfelde geht durch Brandstiftung in Flammen auf. Die Täterin gibt an, daß sie sich an dem Bauern habe rächen wollte. 31. Juli 1935 Der Beauftragte des Führers für die geistige und weltanschauliche Erziehung des deutschen Volkes, Reichsleiter Pg. Alfred Rosenberg, wird die NSV.-Reichsschule in Blumberg voraussichtlich Mitte August feierlich einweihen. 8. August 1935 In Blumberg wird eine Brennereigenossenschaft gegründet. 28 Siedler geben ihre Unterschrift. Die Genossenschaftsanteile wurden mit 1 RM für 50 Liter Brennrecht festgesetzt. In den Vorstand wurden die Siedler Johann Müller, Möricke und Blücher, in den Aufsichtsrat die Siedler Kreis, Stark und Zirzow gewählt. In der Brennerei sind verschiedene Reparaturen und Neuanschaffungen nötig, um den Betrieb zu modernisieren und das Kontingent von 120000 Litern brennen zu können. 8. August 1935 In Berlin-Brandenburg wird der "Stahlhelm" wegen staatsfeindlicher Einstellung aufgelöst. In allen Orten, in denen Stahlhelm-Ortsgruppen bestanden, werden Haussuchungen nach Waffen und schriftlichem Material durchgeführt. Das Vermögen der Ortsgruppen wird beschlagnahmt. 2. September 1935 / 4. September 1935 In der Gutssiedlung Blumberg brennen Stallung und Scheune des Siedlers O. Der Hydrant der Wasserleitung reicht nicht aus, weshalb die Blumberger Besitzer aus dem Dorfteich 51 Wasserwagen zur Brandstelle bringen. Die Alarmierung verzögert sich, da der Besitzer des einzigen in der Nähe befindlichen Telephonapparates nicht anwesend ist. Der Landrat besichtigt die Brandstätte und verlangt die Abstellung der Mängel. 8. November 1935 Den Mitgliedern des aufgelösten NSDFB. (Stahlhelm) wird der Eintritt in die NSDAP. oder in den Kyffhäuserbund empfohlen. 15. Januar 1936 / 23. Januar 1936 In Ahrensfelde wird in einer öffentlichen Versammlung anläßlich der Anbringung des Stürmerkastens über die Judenfrage gesprochen. Der Stürmerkasten der Ortsgruppe der NSDAP. wird am Grundstück Dorfstraße 57 angebracht und eingeweiht. 4. Februar 1936 Die Freiwillige Feuerwehr Ahrensfelde feiert ihr 25jähriges Bestehen. Der Brandmeister verliest einen Auszug aus der Chronik der Feuerwehr, welche die Gründung, Entwicklung und Tätigkeit in den 25 Jahren schildert. Mit der Dienstlitze für 15jährige Tätigkeit werden die Kameraden Paul Wegener I, Paul Wegener II und Fritz Jauert, und mit derselben für zehnjährige Tätigkeit die Kameraden Helmut Dubick, Willy Schröder und Adolf Degen ausgezeichnet. Der Mitbegründer und langjährige Brandmeister der Wehr, Kamerad Karl Langmann, wird zum Ehrenmitglied ernannt. Von den fördernden Mitgliedern erhalten Ehrenurkunden für 25jährige Mitgliedschaft die Kameraden Reinhold Krüger, Wilhelm Schäfer, Hermann Grube, Otto Brülke, Paul Haase, Richard Adler, Wilhelm Dubick, Reinhold Meißner, Wilhelm Hase, Gustav Jost, Gustav Degen und Julius Lehmann. 13. Februar 1936 Der freiwilligen Feuerwehr obliegt nicht mehr allein die Bekämpfung von Schadenfeuer, sie kann vielmehr nach der ausdrücklichen Bestimmung des Gesetzes auch zur Abwehr sonstiger Gefahren eingesetzt werden. 17. Februar 1936 / 29. Februar 1936 Die Blumberger Ortsgruppe des RLB. veranstaltet einen Vortragsabend, auf dem die bekannte Weltfliegerin Elly Beinhorn spricht. 31. März 1936 In den nächsten Tagen erhält auch Ahrensfelde endlich eine Motorspritze, geliefert von der Firma Magirus in Berlin-Tempelhof. 4. April 1936 Ein schweres Gewitter zieht über Eiche. Der Blitz schlägt in der Siedlung Hoheneiche in das Haus der Siedlerin Kleinschmidt ein, zertrümmert einen Teil des Daches und fährt durch die Decke in die Küche, ohne zu zünden. 6. April 1936 Ministerpräsident Göring eröffnet den ersten Teilabschnitt der Reichsautobahnstrecke Berlin-Stettin, die 45 Kilometer lange Teilstrecke von Berlin nach Joachimsthal. 15. April 1936 Das beliebteste Ziel der Spaziergänger aus Blumberg ist die im Bau befindliche Autobahn. Man hat begonnen, die Betondecke zu legen, die ersten hundert Meter südlich der Chaussee sind fertig. Die Umgehungsstraße um Blumberg ist bis zum Kastanienweg fertiggestellt. 17. April 1936 Als vor dreieinhalb Jahren die Schule in Elisenau für die Siedlung errichtet wurde, mußten von den drei Lehrern der Blumberger Schule einer nach Elisenau. Nachdem die Kinderzahl durch die Siedlung dauernd gestiegen ist, wurde ein Junglehrer genehmigt. Lehrer W. Rößler hat die Verwaltung der Schulstelle in Elisenau übernommen. Die verwaiste 3. Klasse in Blumberg ist wieder bezogen worden, und der alte vierklassige Schulbetrieb läuft wieder. 18. Mai 1936 Die Hebamme Frau Maria Sterth aus Ahrensfelde kann auf eine 40jährige Berufstätigkeit zurückblicken 19. August 1936 Bericht des Kreisbranddirektors: In den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises bestehen 85 Freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen mit 2093 aktiven Mitgliedern, 2 Freiwillige Betriebsfeuerwehren mit 69 aktiven Mitgliedern und 1 Freiwillige Anstaltsfeuerwehr mit 17 Mitgliedern, zusammen 2179 Mitglieder. In Eiche wurde eine Kleinmotorspritze geprüft und abgenommen. 25. August 1936 Die Gesamtstrecke Berlin-Stettin der Reichautobahn wird in Betrieb genommen. 24. Dezember 1936 Das Erbhofrecht wird ausgebaut. 31. Dezember 1936 Die Liste der Naturdenkmale im Kreise Niederbarnim enthält eine Linde im Alter von 2-300 Jahren (Umfang 4,15 m, Höhe 15 m) in Blumberg auf dem Friedhof an der Dorfkirche (unmittelbar an der Giebelseite der Kirche) und eine Eiche im Alter von 4-500 Jahren (Umfang 5,87 m, Höhe 30 m) im Blumberger Schloßpark (etwa 125 m südlich der Hauptallee). 14. Januar 1937 / 1. April 1937 Die Feuerwehrführer Niederbarnims ehren ihren ausscheidenden Vorgesetzten, den wegen Erreichung der Altersgrenze ausscheidenden Kreisfeuerwehrführer Graß. Sein Nachfolger wird Max Lubnow. 3. April 1937 Als erster Bauabschnitt des Berliner Rings wurde die Osttangente in Angriff genommen. Sie ist rund 41 Kilometer lang und verläuft im Osten der Stadt am äußersten Rande der vorstädtischen Siedlung. Sie beginnt südlich des Ortes Schwanebeck im Nordosten Berlins, verläuft zunächst südöstlich und schwenkt bei dem Talübergang bei Rüdersdorf in südlicher Richtung ein. 12. Mai 1937 Bericht über das Feuerlöschwesen im Kreise Niederbarnim für die Zeit vom 1. April 1936 bis zum 31. März 1937: Die Löschwasserversorgung wurde verbessert durch den Bau einer Löschwasserzisterne vom 70 Kubikmetern Inhalt in Blumberg und durch den Bau eines Feuerlöschteiches in Lindenberg (Ortsteil Klarahöh). Einen neuen Feuerwehrgeräteraum hat die Gemeinde Ahrensfelde geschaffen. 5. Juni 1937 Nach knapp 2 1/2 jähriger Bauzeit ist der erste große Teilabschnitt des Berliner Ringes fertiggestellt. Diese sog. Osttangente, die etwa von Buch bis Erkner reicht, hat eine Länge von 29 Kilometern. Sie unterfährt die Wriezener Bahnstrecke und kreuzt bei Blumberg die Reichsstraße 158, die mit der Anschlußstelle Weißensee - Werneuchen an die Autobahn angeschlossen ist. Nach Überquerung von zwei kleineren Moortälern kommen wir zur Anschlußstelle Lichtenberg-Nord - Altlandsberg, die bei Seeberg zu einer Provinzstraße erster Ordnung führt. Gleichzeitig mit Eröffnung der Strecke wird an der Anschlußstelle Weißensee - Bernau-Süd eine der ersten Tankstellen dem Betrieb übergeben. Sie hat unmittelbaren Anschluß an das Berliner Fernsprechnetz. 29. Oktober 1937 Es wird angestrebt, daß in jeder Gemeinde von 500 Einwohnern an eine Volksbücherei vorhanden ist, die einen Kernbestand ausgewählten Schrifttums von mindestens 250 Büchern hat. 17. Dezember 1937 An der Auffahrt Erkner-Grünheide der Osttangente des Berliner Ringes findet die zentrale Feier anläßlich des zweitausendsten Autobahn-Kilometers statt. 21. Dezember 1937 Die freiwilligen Feuerwehren werden zum Hilfskorps der Polizei im nationalsozialistischen Staat, der den Begriff Feuerlöschpolizei schuf. Die neuen Aufgaben der Feuerlöschpolizei liegen vorallem in der notwendigen Abwehrbereitschaft für den Kriegsfall, wofür ein erprobtes Millionenheer freiwilliger Helfer erforderlich ist. 4. Februar 1938 Der Generalbauinspektor Prof. Speer entwirft das Hauptachsenkreuz durch Berlin. Die Ostwestachse soll sich etwa zwischen Altlandsberg und Nauen in den Ring einspannen. Der in ihrem Zuge liegende Oststutzen, der bei Seeberg abzweigt, soll etwa bei Lichtenberg in diese Achse übergehen. Der Weststutzen vermittelt den Verkehr mit Hamburg. 18. März 1938 Der Reichskriegerbund (Kyffhäuser) wird direkt dem Führer unterstellt, die Wehrmachtsverbände gehen in ihm auf. 25. Mai 1938 Das Feuerlöschwesen wird neu organisiert. Es gibt keine Berufsfeuerwehren mehr, sondern Feuerlöschpolizei als vierte Sparte der Ordnungspolizei. Pflicht- und Freiwillige Feuerwehren werden Hilfspolizeitruppe. 13. Juni 1938 In jeder Gemeinde soll ein HJ.-Heim gebaut werden. 9. Juli 1938 Vor 25 Jahren wurde die Gaswerke Niederbarnim-West G.m.b.H. gegründet. Von den 85 Gemeinden des Kreises Niederbarnim mit 218228 Einwohnern haben zur Zeit 34 Gemeinden mit 158446 Einwohnern Gasversorgung. Das sind 40 Prozent der Gemeinden mit 72,60 Prozent der Einwohnerschaft des Kreises. Die gasversorgte Einwohnerschaft entfällt zu 9 Prozent auf Bernau mit dem stadteigenen Gaswerk und zu 91 Prozent auf die Niederbarnimer Gasgesellschaft m.b.H. Die Gasrohrleitungen im Versorgungsgebiet sind 484 Kilometer lang. 14. Juli 1938 Der Kreisverbandsführer des NS.-Reichskriegerbundes "Kyffhäuser", Ewig, wird bei einem Autounfall in Mehrow verletzt. 23. Juli 1938 Auf dem Land gibt es Arbeitskräftemangel. Deshalb werden im Reich 54000 Landarbeiterheime gebaut. Für 41000 freie Lehrstellen gibt es nur 7000 Bewerber. Zur Erleichterung der Bauersfrau sollen Erntekindergärten geschaffen werden. 12. August 1938 Der Kreis Niederbarnim wird im nächsten Jahr ein Heimatbuch herausbringen, das alle Gebiete der Heimatkunde umfassen soll und in dem auch jedem einzelnen Ort und seiner Geschichte einige Seiten gewidmet sein werden. 13./14. August 1938 Mit der Vollendung des Berliner Ringes, von dem nun noch der nördliche und nordwestliche Teil fehlen, ist für 1942 zu rechnen. 23. August 1938 Bericht des Kreisfeuerwehrführers: In den 44 Ortspolizeibezirken des Kreises Niederbarnim gibt es 85 freiwillige Ortsfeuerwehrabteilungen, zwei Betriebsfeuerwehren und eine Anstaltsfeuerwehr mit zusammen 2289 aktiven Mitgliedern. 2. September 1938 In jeder Gemeinde soll eine Rundfunk-Großanlage für Gemeinschaftsempfänge eingerichtet werden. Mit der Mitgliedschaft im Gemeinderundfunk e.V. erwerben die Gemeinden das Anrecht auf den Bezug einer Lautsprecheranlage. 6. Oktober 1938 Schul- und Kirchenamt werden getrennt. Der Organistendienst ist künftig nur noch freiwilliges Nebenamt des Volksschullehrers. 7. Oktober 1938 Hitlerjungen werden als Erntehelfer eingesetzt. 1. Dezember 1938 Die bisherigen Berufsfeuerwehren werden als ordentliche Gemeindepolizei in die Feuerschutzpolizei übergeleitet. Aus den Freiwilligen Feuerwehren wird unter Beibehaltung ihrer Bezeichnung eine Hilfspolizeitruppe geschaffen, die in das Polizeikorps des Reiches eingegliedert und damit dem Reichsführer SS. als Chef der Deutschen Polizei unterstellt wird. Die Beschaffung und Erhaltung der für die freiwilligen Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren erforderlichen Löschgeräte und sonstigen Anlagen, ihre Uniformierung und Ausbildung ist Aufgabe der Gemeinden. 10. Dezember 1938 Der Landrat legt den Verwaltungsbericht 1933 bis 1938 mit dem Titel "Fünf Jahre Aufbauarbeit im Kreise Niederbarnim" vor. 21. Dezember 1938 Niederbarnim soll durch neue Linien von Hönow bis nach Spandau und von Schildow zum neuen Südbahnhof U-Bahnanschluß erhalten. 2. Januar 1939 Ein Pflichtjahr für die ganze weibliche Jugend wird eingeführt, etwa 300000 Mädchen stehen vor dem Berufseinsatz. 12. Januar 1939 Die zu kleinen, leistungsunfähigen Gemeinden (Zwerggemeinden) sollen beseitigt werden. Eine Mindesteinwohnerzahl wird nicht festgesetzt. Im Regelfall gelten Gemeinden unter 200 Einwohnern als nicht leistungsfähig genug. 16. Januar 1939 Nach einer Vereinbarung zwischen dem Reichsführer SS. und dem Reichsjugendführer sollen aus HJ. und SS. Neubauern rekrutiert werden. 26. Januar 1939 Der Katastrophenschutz des Kreises Niederbarnim, bestehend aus Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Luftschutz und Technischer Nothilfe soll ausgebaut werden. 16. Februar 1939 In jedem Dorf soll ein Erntekindergarten errichtet werden. 20. Februar 1939 Die Landflucht ist unverändert ein brennendes Problem. Bei der Einbringung der vorjährigen Ernte in der Mark halfen 14.000 fremdländische Wanderarbeiter und 11.000 Arbeitsmänner, Soldaten, Studenten und Angehörige des HJ.-Landdienstjahres. Es fehlen in der Mark rund 5.000 Mädchen, 8.000 ständige männliche Arbeitskräfte und 34.000 Saisonarbeiter. 15. März 1939 Das ehemalige Vorwerk Elisenau des früheren Rittergutes Blumberg im Kreise Niederbarnim hat ein Maidenlager erhalten, einen Arbeitsdienst für die weibliche Jugend. Die Einweihung steht bevor. 25. März 1939 Vergleich der aufgeteilten Güter in Blumberg und Mehrow: Rund 1170 Hektar wurden aus dem Rittergut Blumberg besiedelt und daraus 136 Siedlerstellen geschaffen. Es entstanden zwei Restgüter in Größe von 47 Hektar und 35 Hektar, 26 größere Bauernstellen mit einer Durchschnittsgröße von 14,3 Hektar, drei kleinere Bauernstellen mit einer Durchschnittsgröße von 7,2 Hektar und 77 Gärtnerstellen im Durchschnitt von 1,7 Hektar. Das Rittergut Mehrow umfaßt eine Fläche von 790 Hektar. Ein Restgut ist verkauft, im Rahmen der Besiedlung entstehen drei Restgüter in Größe von 95, 50 und 40 Hektar, 12 Vollbauernstellen von einer Durchschnittsgröße von 20,7 Hektar und drei Handwerkerstellen bei 3,5 Hektar Größe. Für die Restgüter wurden die bestehenden Gebäude verwertet, die Bauernstellen erhalten durchweg neue Siedlungsgebäude. 28. März 1939 Kreiskriegerführer Ewig ist 25 Jahre an der Spitze des Kreiskriegerverbandes Niederbarnim. 6./7. Mai 1939 Das Verkehrsnetz des Kreises: Eine Querverbindung innerhalb des Kreises, welche die größeren Ortschaften miteinander verbände, gibt es nicht. Daraus hat sich im Laufe der Entwicklung ergeben, daß alle Behörden des Kreises ihren Sitz in Berlin haben; denn nur dort sind sie bequem für die Kreisbevölkerung zu erreichen. 10. Juni 1939 Der Berliner Ring wird durchlaufend im Uhrzeigersinn kilometriert. Die vom Berliner Ring nach außen hin abzweigenden Reichsautobahnlinien werden vom Berliner Ring aus kilometriert. 10. Juni 1939 Das Unfall-Fernsprech-Verzeichnis für Ahrensfelde, Eiche, Mehrow enthält die folgenden Angaben. Amtsvorsteher: Ahrensfelde, Dorfstr. 32; Stellvertreter: Ahrensfelde, Bahnstr. 3; Gendarmerie-Abt.-Kommandant: Gen.-Obermstr. Michalski, Bernau, Hohesteinstr. 14; Gen.-Hauptw. Wolter, Ahrensfelde, Dorfstraße 60; Gen.-Hauptw. Hirsch, Blumberg; Gen.-Oberw. Maimann, Blumberg; Unfallhilfsstelle mit Zonenführer: Oberscharführer Max Köcher, Bad Freienwalde; Ärzte: Dr. Boergen, Ahrensfelde, Ulmenallee 41; Dr. Wedel, Blumberg. 21. Juli 1939 Zwei jugendliche Ausreißer verursachen in Blumberg einen Scheunen- und Wohnhausbrand mit 33000 RM Schaden. 7. Oktober 1939 Im Kreis sind 500 Jungen und Mädel im Ernteeinsatz. Sie werden entweder als Einzelhelfer oder in Gruppen von 6 bis 15 Mann eingesetzt, so auch in Elisenau und Blumberg. 2. Dezember 1939 Jedermann ist zur Festnahme ausgerissener Kriegsgefangener verpflichtet und berechtigt. 27. April 1940 Im Zeitrum April 1939 bis März 1940 hat die Freiwillige Feuerwehr Eiche eine Kleinkraftspritze mit 800-Liter-Minutenleistung inkl. Transportwagen erhalten. In Mehrow wurden Feuerwehrgeräteräume und in Eiche ein Feuerwehrübungsturm mit Schlauchstreckungsanlagen errichtet. 4./5. Mai 1940 Für die polnischen Arbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft ist eine besondere Tarifordnung aufgestellt worden. Der Lohntarif liegt selbstverständlich unter dem deutschen... 4./5. Mai 1940 Zwischen Berlin und Moskau wird durchgehender Luftverkehr über Danzig, Königsberg, Belostok und Minsk eingerichtet. (Anm.: Die Maschinen überfliegen auch unser Gemeindegebiet.> 5. Oktober 1940 In der Landwirtschaft kamen 1940 zu dem Mangel an Arbeitskräften noch der harte Winter und der "unvergeßliche" Sommer. 7. Oktober 1940 Die Unterhaltung mit Kriegsgefangenen ist strafbar. 19. Oktober 1940 Das neue Heimatbuch des Kreises Niederbarnim "Zwischen Schorfheide und Spree", herausgegeben von Max Rehberg, erscheint im Brunnen-Verlag Willi Bischoff in Berlin. 22. Oktober 1940 Kriegsschäden, insbesondere Wiederaufbaukosten bei kriegszerstörten Gebäuden, aber auch Einnahme-Ausfälle werden ersetzt. 14. Mai 1941 Vor hundert Jahren hat es in der Oder noch soviel Krebse gegeben, daß sie bisweilen keine Abnehmer fanden. Im Jahre 1881 starben in einer einzigen Nacht fast in ganz Deutschland die Krebse weg. 16. Juli 1941 Wachsamkeit und Mißtrauen sind die wichtigsten Gebote der Gefangenenbehandlung. 12. September 1941 Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde die deutsche Normalschrift, eingeführt. Künftig scheiden die sogenannten deutschen Alphabete aus. 9. Januar 1942 Durch eine Motoren-Beschaffungsaktion sind in der Landwirtschaft seit Kriegsbeginn rund 100000 Elektro-Motoren mit Anschlußleitungen beschafft und 15000 Diesel- und Benzinmotoren umgestellt worden. 14. Januar 1942 Die Einkaufsausweise der Reichshauptstadt können in Zukunft nur noch jenen Einwohnern aus Ahrensfelde, Eiche und Lindenberg zur Verfügung gestellt werden, die sich aus beruflichen Gründen tagsüber ständig in Berlin aufzuhalten. 23. Januar 1942 Am 1. April 1941 gab es bereits über 15 Millionen Rundfunkteilnehmer in Großdeutschland. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil der Rundfunkteilnehmer von 75 auf 78,2 je hundert Haushaltungen erhöht. 11. Februar 1942 Durch die Schaffung einer "Erbhandwerkerstelle" soll, genau wie bei dem Erbhof, die Handwerkerstelle der Dorfgemeinschaft ständig erhalten bleiben. Die Erbhandwerkerstelle soll möglichst wenig veräußert oder belastet werden, eine Teilung muß ausgeschlossen sein. 19. Februar 1942 Die Einschränkungen im Autoverkehr werden verschärft. Personenkraftwagen und Behelfslieferwagen dürfen nur zur Erfüllung kriegswichtiger oder kriegsentscheidender Aufgaben benutzt werden. Verboten sind Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, über Strecken von mehr als 75 Kilometer Luftlinie sowie an Sonn- und Feiertagen. 20. März 1942 Die französischen Kriegsgefangenen genießen im Gegensatz zu denen anderer Nationalitäten gewisse Freiheiten. Beim Arbeitseinsatz werden sie von ihren eigenen französischen Vorgesetzten geleitet und von diesen auch zur Arbeit bzw. zu ihrer Unterkunft geführt. 24. März 1942 Jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reise ist zu unterlassen. Reisende, welche die mit kriegswichtigen Transporten überlastete Reichsbahn zum Vergnügen benutzen, haben Strafe, bei schweren Verstößen Ueberführung in ein Konzentrationslager zu gewärtigen. 25./26. April 1942 Zur Sicherstellung unserer Fettversorgung ist der Mohn eine wertvolle Hilfe. Jeder Betrieb soll daher noch einmal die Anbaubedingungen prüfen und zusätzliche Fläche für den Mohnanbau freimachen. 25./26. April 1942 Jeder Bauer und Landwirt muß versuchen, seine Kartoffelanbaufläche nochmals zu vergrößern, um "durch die Sicherstellung der Ernährung für Volk und Wehrmacht den Endsieg zu erringen". 1. Mai 1942 Für den Kriegs-Großeinsatz der Jugend auf dem Lande werden Durchführungsbestimmungen erlassen. Der auswärtige sowie der langfristige örtliche Einsatz der Jungen ab Klasse 5 und Mädchen ab Klasse 7 erfolgt klassenweise. Der kurzfristige örtliche Einsatz wird von Jugendlichen ab 10 Jahren an ihrem Wohnort oder in benachbarten, täglich erreichbaren Orten durchgeführt. 6. Juni 1942 Für den dauerhaften Einsatz in der Landwirtschaft stellten sich 21600 Personen freiwillig zur Verfügung, weitere 7400 Personen wurden hierfür dienstverpflichtet. Zur Verfügung der Ortsbauernführer in der Zeit der Arbeitsspitzen stehen aus freiwilliger Meldung 264300 Arbeitskräfte, weitere 39600 Personen durch Dienstverpflichtung. 19. Juni 1942 Schweinemast darf nur noch auf eigener Futtergrundlage erfolgen. Hausschlachtungsgenehmigungen werden nur noch erteilt, wenn die Futtermittel selbst gewonnen worden sind. 10. Juli 1942 Über "Kießlings Topographische Karte von 1885": Auffallend ist die Zahl der Mühlen im Norden von Berlin innerhalb der ersten Meilengrenze. Wenn man z.B. die Chaussee über Weißensee, Malchow und Lindenberg nach Bernau, so kam man an nicht weniger als 12 Windmühlen vorbei und zwar ganz dicht an der Berliner Stadtgrenze. 24. Juli 1942 Der Niederbarnim hat 1938 66200 ha Kulturland, darunter 44750 Hektar Ackerland, 7950 Hektar Gartenland, 10350 Hektar Wiesenland und 2350 Hektar Viehweiden. 24. Juli 1942 Nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger erhalten eine Hausschlachtungsgenehmigung, wenn die Tiere mindestens drei Monate bis zur Schlachtung selbst gemästet haben. Das nötige Futtermittel muß selbst angebaut oder als Abfälle gesammelt werden. 18. August 1942 Die Diphterie-Erkrankungen haben auch im Kreise Niederbarnim an Zahl und an Schwere des Krankheitsbildes zugenommen. Vorbeugend werden 42000 Kinder vom 1. bis 14. Lebensjahr unentgeltlich geimpft. 29./30. August 1942 Aus den altsowjetischen Gebieten sind Hunderttausende von Arbeitskräften für die deutsche Wirtschaft angeworben [!] worden, ein großer Teil wird in der Landwirtschaft eingesetzt. Um Gefahren auszuschalten, muß die freie Bewegung der Ostarbeiter verboten werden. Nur unter Aufsicht dürfen sie herumgehen. 12. September 1942 Trotz vorbeugender Maßnahmen ist der Kartoffelkäfer in Mitteldeutschland aufgetreten. Künftig sind die mit Kartoffeln, Tomaten oder mit anderen Nachtschattengewächsen bestellten Grundstücke in einer Breite von tausend Metern beiderseits der Eisenbahnlinie, der Autobahn und der Durchgangsstraßen planmäßig nach dem Kartoffelkäfer abzusuchen. 7. Oktober 1942 Kriegsgefangene müssen so behandelt werden, daß ihre volle Leistungsfähigkeit der Industrie und Ernährungswirtschaft zugute kommt. Die Behandlung muß streng, aber korrekt sein. Kriegsgefangene gehören nicht zur Haus- oder Hofgemeinschaft. Deutsche Frauen, die in Beziehung zu Kriegsgefangenen treten, erhalten ihre gerechte Bestrafung. 16. Januar 1943 "Hotel Barnim" wird von "Fachleuten" das Frauengefängnis genannt, das in der Barnimstraße in Berlin liegt. 2. März 1943 Im Zeichen der totalen Mobilisierung aller Kräfte werden die mindestens 15jährigen Schüler der höheren und Mittelschulen zum Dienst als Luftwaffenhelfer herangezogen. Der Einsatz erfolgt in der Nähe des Schulortes. Ein- bis zweimal wöchentlich wird den Jungen Urlaub nach Hause gegeben. 15. Juni 1943 Wo die verfügbaren männlichen Ergänzungskräfte zur Auffüllung der freiwilligen Feuerwehren nicht ausreichen, können jetzt in Gemeinden unter 1000 Einwohnern auch Frauen und Mädchen zum Feuerlöschdienst herangezogen werden. 21. Juni 1943 Der Beginn der Polizeistunde wird in den Sommermonaten für Stadt und Land einheitlich von 22 Uhr auf 23 Uhr verschoben. |